Kontemplation im Menschenpark

PDF der Druckausgabe aus Sezession 123/ Dezember 2024

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von Uwe Jochum –

1. Slo­ter­di­jks Problem

Slo­ter­di­jk pro­fi­liert in sei­nen Regeln für den Men­schen­park den Huma­nis­mus als die Kraft, die der in den Mas­sen­spek­ta­keln insze­nier­ten »Bes­tia­li­sie­rung der Men­schen« ent­ge­gen­ge­ar­bei­tet und dadurch eine huma­ne Selbst­he­gung ins Werk gesetzt habe, um am Ende den »Betrieb von Men­schen­parks« zu ermög­li­chen. (1)

Ver­wun­der­lich dar­an ist aller­dings, daß ­Slo­ter­di­jk den Huma­nis­mus als rein paga­ne Bewe­gung ver­steht, die ohne Chris­ten­tum und ohne Kir­che ihren Weg ging – als habe es nie­mals Bischö­fe, Kar­di­nä­le und Päps­te gege­ben, die sich selbst als Huma­nis­ten ver­stan­den hätten.

Daß die­se Aus­las­sung des Chris­ten­tums kein Ver­se­hen Slo­ter­di­jks ist, son­dern zur Pro­gram­ma­tik sei­nes Den­kens gehört, zeigt sich in sei­nen nach den Regeln ver­öf­fent­lich­ten Schrif­ten sehr deut­lich. So ver­steht er in dem im Jah­re 2007 erschie­ne­nen Buch über Got­tes Eifer das Chris­ten­tum als eine Spiel­art der eifern­den und eine Into­le­ranz­kul­tur eta­blie­ren­den Mono­the­is­men, an deren Stel­le ein »Kos­mo­the­is­mus« tre­ten soll. (2)

Und in dem zehn Jah­re nach den Regeln erschie­ne­nen Band Du mußt dein Leben ändern geht er den Kata­log des Übungs­wis­sens durch, das von den Reli­gio­nen in men­schen­ver­än­dern­der Absicht bereit­ge­stellt wur­de, um am Ende fest­zu­stel­len, daß der »jen­seits­süch­ti­ge Über­schwang sur­re­al­ter Auf­stie­ge den Prü­fun­gen der Zeit und der Ana­ly­se nicht stand­ge­hal­ten hat«. (3) Soll hei­ßen: Das Poten­ti­al der über­lie­fer­ten Reli­gio­nen mit ihren päd­ago­gi­schen Prak­ti­ken ist erschöpft, die von ihnen errich­te­ten »Schatz­häu­ser des Übungs­wis­sens« sind zwar noch vor­han­den, wer­den aber von nie­man­dem mehr betre­ten. (4)

Offen bleibt, wie man sich unter die­sen Umstän­den vor­zu­stel­len hat, daß es der Mensch­heit gelin­gen könn­te, den ihr von Slo­ter­di­jk gewie­se­nen Weg einer pla­ne­ta­ri­schen Soli­da­ri­tät »in täg­li­chen Übun­gen« sich zur Gewohn­heit zu machen. (5)

Slo­ter­di­jk muß die­se Fra­ge offen­las­sen, weil er sonst genö­tigt wäre, sich mit der sehr erfolg­rei­chen, das Abend­land for­men­den und auf Selbst­he­gung ori­en­tie­ren­den christ­li­chen Übungs­pra­xis aus­ein­an­der­zu­set­zen. In der Aus­ein­an­der­set­zung mit die­sem Übungs­weg hät­te er dann frei­lich auch ein­räu­men müs­sen, daß das Wesen des Chris­ten­tums durch­aus nicht in jener gewalt­a­ffi­nen und pole­misch eifern­den Reli­gio­si­tät mit destruk­ti­ver Viru­lenz besteht, die Slo­ter­di­jk ihm wie allen Mono­the­is­men in Got­tes Eifer nach­sagt. (6) Viel­mehr hät­te er das Chris­ten­tum ver­ste­hen müs­sen als eine Kraft, die den selbst­he­gen­den Huma­nis­mus mit her­vor­ge­bracht hat und damit auch Slo­ter­di­jk als einen post­hu­ma­nis­ti­schen Brief­schrei­ber und Buchautor.

Dazu hät­te es wenig bedurft: Slo­ter­di­jk hät­te ledig­lich das christ­li­che »Schatz­haus des Übungs­wis­sens« betre­ten müs­sen. Schau­en wir, was dar­in zu fin­den ist.

2. Die christ­li­che Antwort

Der Übungs­weg, den das Chris­ten­tum ent­wi­ckelt hat, trägt den Namen vita con­tem­pla­ti­va, »kon­tem­pla­ti­ves Leben«. Nicht erst seit Nietz­sche steht die­ser Weg unter Ver­dacht, aus der Welt hin­aus­zu­füh­ren und eine Sache lebens­un­tüch­ti­ger Men­schen zu sein, die Nietz­sche dem Sklaven­typus zuge­rech­net hat: einem Typus, der von Frei­heit nichts weiß und Wer­te weder set­zen noch durch­set­zen kann. (7) Man hält es zumeist lie­ber mit Han­nah Are­ndt, die einer vita acti­va das Wort rede­te, in der wir im gemein­sa­men Spre­chen und Han­deln den Raum der Poli­tik gestal­ten. (8)

Die­se Ent­ge­gen­set­zung von vita con­tem­pla­ti­va und vita acti­va ver­kennt jedoch, daß bei­de nicht als ein­an­der aus­schlie­ßen­de Lebens­ent­wür­fe gedacht sind, son­dern als ein­an­der ergän­zen­de Lebens­voll­zü­ge. Aller­dings so, daß dabei die vita con­tem­pla­ti­va der vita acti­va das Maß setzt. Um das bes­ser zu ver­ste­hen, müs­sen wir auf Aris­to­te­les zurück­ge­hen mit sei­ner Unter­schei­dung von bios theorē­ti­kos und bios politikos.

Aris­to­te­les trifft die­se Unter­schei­dung im Rah­men sei­ner Über­le­gun­gen zum Edels­ten und Bes­ten, das im Leben zu ver­wirk­li­chen sei: Das Edels­te und Bes­te lie­ge nicht im Her­stel­len von Gegen­stän­den und auch nicht in der Poli­tik, die das Zusam­men­le­ben der Men­schen orga­ni­sie­re. Denn in bei­den Fäl­len folg­ten wir den Not­wen­dig­kei­ten des Lebens, sei es, daß wir um des Über­le­bens wil­len Din­ge pro­du­zie­ren, sei es, daß wir um des Über­le­bens wil­len einen Modus zwi­schen Krieg und Frie­den fin­den müssen.

Das für den Men­schen Edels­te und Bes­te kön­ne viel­mehr nur in dem gefun­den wer­den, was jen­seits aller Not­wen­dig­kei­ten und frei von den Zwän­gen des Her­stel­lens und Han­delns sei – und das sei die Schau oder Betrach­tung (theo­ria) der Wahr­heit, wie sie von der Phi­lo­so­phie als einer betrach­ten­den Wis­sen­schaft zu betrei­ben sei: »Denn das Ziel der betrach­ten­den Wis­sen­schaft ist die Wahr­heit.« (9)

»Wahr­heit« war frei­lich für Aris­to­te­les nicht die­ses oder jenes, was in irgend­ei­ner Wei­se rich­tig ist; »Wahr­heit« war für ihn viel­mehr das unver­gäng­li­che, aller Wirk­lich­keit zugrun­de­lie­gen­de Wesen der Din­ge. Und im Hin­blick auf das Ins­ge­samt des Seins ist die­ses unver­gäng­li­che, dem Sein zugrun­de­lie­gen­de Wesen »das Gött­li­che« oder »Gott«. (10) Wer sein Leben einer sol­chen Schau der in Gott fun­dier­ten Wahr­heit wid­met, der ist für Aris­to­te­les ein Phi­lo­soph und sein Leben ein bios theorē­ti­kos, »ein beschau­en­des Leben«.

Das Gegen­teil die­ses Lebens­we­ges ist der bios poli­ti­kos, das Leben in einer staat­lich orga­ni­sier­ten Gemein­schaft von Men­schen. (11) Im Staat geht es um gemein­sa­mes Han­deln und damit um die Fra­ge nach den rich­ti­gen Zie­len, auf die hin gehan­delt wer­den soll. Inso­fern nun aber die­se Zie­le sich nicht von selbst ver­ste­hen, son­dern bedacht wer­den müs­sen, kann das in ange­mes­se­ner Wei­se nur gesche­hen, wenn wir die Wahr­heit der rele­van­ten Sach­ver­hal­te ein­schät­zen kön­nen. Das aber kön­nen wir nur dann, wenn wir auf dem Weg des bios theorē­ti­kos zumin­dest eine Ahnung von die­sen Wahr­hei­ten erwor­ben haben. Damit setzt der bios theorē­ti­kos dem bios poli­ti­kos das Maß. (12)

Um das Maß zu set­zen, braucht es frei­lich Men­schen, die maß­set­zend han­deln kön­nen. Aris­to­te­les schrieb: Sol­che Men­schen müs­sen die are­tē ver­kör­pern  (13) – soll hei­ßen: Sie müs­sen tüch­tig und taug­lich sein, um sitt­lich han­deln und eben­des­halb im Staat das Bes­te ver­wirk­li­chen zu kön­nen. Dazu müs­sen sie ers­tens einen ethi­schen und ver­stän­di­gen Cha­rak­ter haben und zwei­tens über Lebens­er­fah­rung ver­fü­gen, denn es ist die Erfah­rung, die uns ein Auge ein­setzt, damit wir die Sach­ver­hal­te rich­tig sehen kön­nen. (14) Wir wür­den heu­te sagen: Wir brau­chen einen mora­lisch gefes­tig­ten Cha­rak­ter und die Fähig­keit, unse­re Erfah­run­gen ange­mes­sen zu reflek­tie­ren, um im Hin­blick auf das Han­deln die bes­ten Ent­schei­dun­gen sicher tref­fen zu können.

Nicht jeder ver­fügt über einen sol­chen Cha­rak­ter, und nicht jeder hat das rich­ti­ge Erfah­rungs­au­ge für die Wirk­lich­keit. Das wuß­te auch Aris­to­te­les, wes­halb er ergänz­te, daß die Men­schen durch Erzie­hung und Gewöh­nung zur are­tē gebracht wer­den müs­sen. (15) Daß es dazu gesetz­li­che Vor­ga­ben braucht, liegt nahe und wird von Aris­to­te­les bemerkt. Daß es dazu aber auch eines kon­kre­ten Übungs­we­ges bedarf, ist nicht mehr Gegen­stand sei­nes Interesses.

Das war der Punkt, an dem die christ­li­che vita con­tem­pla­ti­va ins Spiel kam. Sie ist als Name vor­der­hand nur die Über­set­zung des aris­to­te­li­schen bios theorē­ti­kos. Als Pra­xis aber zielt sie auf die Ein­übung einer Schau Got­tes, aus der bei guter Übung der Maß­stab für das Leben in der Welt gewon­nen wer­den kann.

3. Die christ­li­che Praxis

Moti­viert war der christ­li­che Übungs­weg durch das Vor­bild Jesu, der sich immer wie­der in abge­le­ge­ne Gegen­den zurück­zog, um sich ins Gebet zu ver­sen­ken und Kon­takt zu Gott zu suchen. Die­ser Aspekt des Rück­zugs aus der Welt wird im Mat­thä­us­evan­ge­li­um unter­stri­chen, in dem es heißt (Mt 6,6): »Du aber, wenn du betest, geh in dei­ne Kam­mer, schlie­ße die Türe zu und bete zu dei­nem Vater, der im Ver­bor­ge­nen ist.«

Die­sem Vor­bild folg­ten gegen Ende des 3. Jahr­hun­derts n. Chr. in Ägyp­ten und dem Vor­de­ren Ori­ent immer mehr Men­schen, die sich in die Rand­zo­nen der Zivi­li­sa­ti­on zurück­zo­gen und dort für sich allei­ne leb­ten im Gebet und auf der Suche nach Gott. (16) Die neue Lebens­form war frei­lich so attrak­tiv, daß sie immer mehr Men­schen anzog, die schließ­lich Mönchs­sied­lun­gen grün­de­ten, oft mit Hun­der­ten von Mön­chen pro Sied­lung, bis­wei­len auch mit Tau­sen­den. Die­se Sied­lun­gen muß­ten orga­ni­siert und geschützt wer­den, sei es vor den Zudring­lich­kei­ten anti­ker Heilstou­ris­ten, sei es vor Über­fäl­len. Aus die­ser Sied­lungs­form, die sich nach außen hin abschloß und ein claus­trum bil­de­te, einen »ver­schlos­se­nen Ort«, gin­gen schließ­lich die Klös­ter hervor.

Wenn wir in die­se Klös­ter hin­ein­schau­en, dann sehen wir dort Mön­che, die sich im wesent­li­chen dem Gebet und geist­li­chen Übun­gen wid­men. Der leib­be­zo­ge­ne Kern die­ser Übun­gen besteht in sexu­el­ler Ent­halt­sam­keit und einer har­ten Diät, bei der viel­fach nur Was­ser, Brot und Salz auf dem Spei­se­zet­tel steht; bis­wei­len wird die Nah­rungs­auf­nah­me auch län­ge­re Zeit ausgesetzt.

Hin­zu kommt die Unter­bre­chung des nächt­li­chen Schlafs durch Gebets­zei­ten – und gele­gent­lich der Ver­such, den Schlaf ganz zu ver­mei­den. (17) Es sind die­se Übun­gen, die wir heu­te mit dem Wort »Aske­se« ver­bin­den: Prak­ti­ken, die gegen den eige­nen Leib gerich­tet sind und offen­bar alles, was mit Lust und Freu­de zu tun haben könn­te, aus­trei­ben sollen.

Es ging den Mön­chen aber nicht um leib­feind­li­che »Aske­se«, son­dern um eine – grie­chisch gespro­chen – aske­sis oder um ein – latei­nisch gespro­chen – exer­ci­ti­um, was wir bei­des wört­lich mit »Übung« wie­der­ge­ben. Die­se Übun­gen set­zen beim Leib an, nicht um ihn patho­lo­gisch zu ver­stüm­meln, son­dern um ihn zu über­win­den und ihn dadurch auf die eigent­li­che Übung vor­zu­be­rei­ten: auf die Übung des Geis­tes, der auf Gott aus­ge­rich­tet wer­den soll. Und die­se eigent­li­che Übung war und ist bis heu­te das kon­tem­pla­ti­ve Gebet. Es ist der Kern der vita con­tem­pla­ti­va, die zur are­tē füh­ren soll.

Die­se Lebens­form haben die Wüs­ten­vä­ter sehr früh schon reflek­tiert. Mit am Anfang die­ser Refle­xio­nen steht Evagri­os Pon­ti­kos (345 – 399), (18) der sei­ne Erfah­run­gen in sei­nem Buch Prak­ti­kos fest­hielt; wört­lich über­setzt heißt das: »das, was sich auf die Pra­xis bezieht«. (19)

Dar­in bestimmt Evagri­os zunächst, wor­in das Ziel des kon­tem­pla­ti­ven Übungs­wegs über­haupt besteht: Auf die­sem Weg, so sagt er, kom­me man in das »Him­mel­reich«, womit er die apat­heia psy­chēs mein­te, »die von Stö­run­gen nicht affi­zier­te See­le«. Und er ergänzt: Ist die See­le stö­rungs­frei tätig, ist sie also in die­sem Sin­ne »im Him­mel«, dann ist sie bereit zur »Erkennt­nis des­sen, was wirk­lich und wahr­haf­tig ist« (§ 2).

Ein Jahr­hun­dert nach Freud stel­len wir uns unter »See­le« einen »psy­chi­schen Appa­rat« vor, der im Gehirn als sei­nem Organ loka­li­siert ist. Die­ser Appa­rat äußert sich – so Freud – in den Akti­vi­tä­ten von Es, Ich und Über-Ich, und wenn es bei die­sen Akti­vi­tä­ten zu Fehl­ko­or­di­na­tio­nen kommt, dann führt das zu einer Fül­le von psy­chi­schen Erkran­kun­gen. (20)

Die Anti­ke und das Mit­tel­al­ter mein­ten mit »See­le« frei­lich etwas ganz ande­res: »See­le« (psy­chē) war seit Aris­to­te­les das Wort für die leben­di­ge Kraft, die unse­ren Leib formt und die sich in drei Schich­ten oder Funk­ti­ons­be­rei­che auf­teilt:  (21) in den Bereich des Stoff­wech­sels, der mit Wachs­tums- und Fort­pflan­zungs­kräf­ten ver­bun­den ist; in den Bereich, der unse­re Wahr­neh­mun­gen steu­ert und die­se mit den Emo­tio­nen und dem Wil­len ver­bin­det, wodurch unse­re inne­ren und äuße­ren Bewe­gun­gen gesteu­ert wer­den; und schließ­lich in den Bereich des Den­kens oder des Geis­tes (nous), der uns in die Lage ver­setzt, über das, was uns begeg­net, zu reflek­tie­ren und noch über das Den­ken nachzudenken.

Die­ser drit­te Bereich des nous ist der für den Men­schen ent­schei­den­de Bereich, denn hier geht es um das, was den Men­schen zum Men­schen macht: daß er nicht, wie das Tier, in eine Welt gestellt ist, in der er sich instinkt­si­cher bewegt, son­dern daß er in einer Welt lebt, über die er nach­den­ken muß, um sich ihr je nach Lage anpas­sen zu können.

Das Den­ken über­steigt frei­lich jeg­li­che Situa­ti­ons­bin­dung, indem es sich stets in der Sphä­re all­ge­mei­ner Begrif­fe voll­zieht, die sich von den kon­kre­ten Gegen­stän­den und Situa­tio­nen immer schon abge­löst haben: Wenn wir wirk­lich den­ken, den­ken wir nicht nur über die­ses oder jenes kon­kret nach, son­dern sind im Nach­den­ken stets über das Kon­kre­te hin­aus und spe­ku­lie­ren über die Welt im gan­zen und ihren Sinn. (22)

Die­se Refle­xi­ons­kraft des nous ruht als Schicht der See­le zwar auf dem orga­ni­schen Sub­strat des Lei­bes auf, ist selbst aber an kein Organ gebun­den. (23) Ver­hält es sich so, dann kann der nous kei­ne »emer­gen­te Eigen­schaft« der Mate­rie sein; er kann auf dem lan­gen Weg der Evo­lu­ti­on nicht aus Lebens­kräf­ten her­vor­ge­gan­gen sein, die ihrer­seits aus der Mate­rie her­vor­ge­gan­gen sind. Viel­mehr waren Anti­ke und Mit­tel­al­ter davon über­zeugt, daß der nous die­je­ni­ge Eigen­schaft des Men­schen ist, die er mit dem Ewig-Gött­li­chen gemein hat; er ist ein Geschenk, das der Mensch »von oben her« erhal­ten hat und das einer eige­nen, näm­lich gött­li­chen Ebe­ne des Seins zuge­hört. (24)

An die­ses Ver­ständ­nis von »See­le« knüpft Evagri­os an, wenn er den Erkennt­nis­akt an den unver­gäng­lich-ewi­gen nous zurück­bin­det (§ 3) und davon aus­geht, daß wir nur dann fähig sind, die Lage, in der wir sind, auch wirk­lich zu erken­nen, wenn der nous als das obers­te See­len­ver­mö­gen unge­stört arbei­ten kann. Aber – und das ist der Punkt, um den es Evagri­os geht – wir sind dazu meis­tens eben nicht in der Lage. Denn unse­re See­le wird von Kräf­ten beein­flußt, die sie vom Den­ken abzie­hen und auf sinn­li­che Ein­drü­cke aus­rich­ten. Dadurch fal­len wir aus dem nous auf die­je­ni­ge Ebe­ne der psy­chē zurück, in der Emo­tio­nen und Wil­lens­kräf­te uns steu­ern. Geschieht das, haben wir den nous als unser eigent­lich Mensch­li­ches, das ein Gött­li­ches ist, verspielt.

Daß es Kräf­te gibt, die die See­le stö­ren, wuß­te die Anti­ke und wuß­te auch das Chris­ten­tum lan­ge schon vor Evagri­os. Aris­to­te­les hat­te in sei­ner Niko­ma­chi­schen Ethik als stö­ren­de Kräf­te genannt: die Begier­de, den Zorn, die Angst, leicht­sin­ni­ge Zuver­sicht, Neid, Freu­de, Haß, Sehn­sucht, Eifer­sucht und Mit­leid. (25) Und die Chris­ten hat­ten im Mar­kus­evan­ge­li­um und im Römer­brief von Kräf­ten gele­sen, die den Men­schen von innen her auf Abwe­ge brin­gen: Unzucht, Dieb­stahl, Mord, Ehe­bruch, Hab­gier, Bos­heit, Arg­list, Aus­schwei­fung, Neid, Läs­te­rung, Stolz, Unbe­son­nen­heit. (26)

Die Fra­ge war aller­dings, wie die­sen Kräf­ten ent­ge­gen­zu­tre­ten sei: Soll­te man einen har­mo­ni­schen Aus­gleich zwi­schen posi­ti­ven und nega­ti­ven Affek­ten suchen, wie es die Mei­nung des Aris­to­te­les war, oder soll­te man nach dem Vor­bild der Stoi­ker auf eine apat­heia psy­chēs im Sin­ne einer Affekt­frei­heit set­zen? Die Ant­wort des Evagri­os lau­te­te: Es ist unver­meid­lich, daß die See­le des Men­schen von stö­ren­den Kräf­ten beläs­tigt wird; ob die­se Kräf­te aber in der See­le ver­wei­len, hängt von uns ab (§ 6). Die von ihm erstreb­te apat­heia psy­chēs ziel­te daher nicht auf Affekt­be­sei­ti­gung, son­dern auf eine Beherr­schung und Ord­nung der Affek­te. (27)

Um dies zu errei­chen, redu­zier­te Evagri­os die über­lie­fer­ten Störungs­listen auf acht maß­geb­li­che Affek­te: Freß­lust, über­mä­ßi­ge Sexua­li­tät, Freu­de am Geld als sol­chem, Sinn­lee­re / Trau­rig­keit, Wut, Über­druß, Ruhm­sucht und stol­zer Hoch­mut (§ 6). (28) Die­se Funk­ti­ons­stö­run­gen der psy­chē soll­ten sodann dadurch besei­tigt wer­den, daß man sie als »Dämo­nen« ima­gi­nier­te. So kann man sich etwa den Dämon der Freß­lust als üppi­ge Tafel vor­stel­len, den Dämon der Sexua­li­tät als schö­ne Frau oder den Dämon der Freu­de am Geld als alten Mann, der nicht ster­ben will (§§ 6 – 14).

Das gibt uns die Mög­lich­keit, immer dann, wenn sich einer der Dämo­nen bei uns mel­den soll­te, ein Gegen­bild in uns auf­zu­bau­en und über das Gegen­bild eine anti­dä­mo­ni­sche Pra­xis ein­zu­üben. So emp­fiehlt Evagri­os bei­spiels­wei­se, den Dämon der Freß­lust dadurch zu bekämp­fen, daß wir uns ein kar­ges Mahl vor­stel­len und die Ernäh­rung dann tat­säch­lich auch auf Was­ser und Brot umstel­len (§ 16). Von hier aus ver­steht man die von den Wüs­ten­mön­chen berich­te­ten kör­per­li­chen Extrem­übun­gen: Es sind anti­dä­mo­ni­sche Exer­zi­ti­en, deren Inten­si­tät von der Kraft des jewei­li­gen Dämons abhängt.

Wenn das Ziel nun frei­lich dar­in liegt, die apat­heia psy­chēs zu erlan­gen, dann kann es nicht dar­um gehen, dar­auf zu war­ten, bis sich einer der Dämo­nen mel­det, um ihn dann erst zu bekämp­fen. Das Ziel muß viel­mehr dar­in lie­gen, die Häu­fig­keit der dämo­ni­schen Zugrif­fe auf die See­le zu redu­zie­ren, im Ide­al­fall sie über­haupt zu ver­hin­dern. Das Mit­tel dazu ist das kon­tem­pla­ti­ve Gebet.

An die­ser Stel­le wür­de man bei einem Werk wie dem Prak­ti­kos, das die üben­de Pra­xis ja schon im Namen mit sich führt, erwar­ten, daß eine Ein­füh­rung in eben­die­se Pra­xis nun auch erfolgt. Das ist aber nicht der Fall. Das mag dar­an lie­gen, daß Evagri­os vor­aus­setzt, daß sei­ne Leser mit der Pra­xis der Kon­tem­pla­ti­on bereits ver­traut sind. Es mag aber auch dar­an lie­gen, daß Evagri­os bewußt die Poin­te set­zen woll­te, daß man das Eigent­li­che der Kon­tem­pla­ti­on nicht aus Büchern lernt, son­dern nur dadurch, daß man bei einem kon­tem­pla­tiv erfah­re­nen Beter in die Leh­re geht. Jeden­falls müs­sen wir uns anders­wo umschau­en, wenn wir etwas Kon­kre­tes über die kon­tem­pla­ti­ve Gebets­pra­xis erfah­ren wollen.

Fün­dig wer­den wir bei Johan­nes Cas­si­an (360 – 435), der nur wenig jün­ger als Evagri­os war und nach einem lan­gen Auf­ent­halt bei den ägyp­ti­schen Mön­chen über deren Übungs­pra­xis in sei­nen Unter­re­dun­gen mit den Vätern (Col­la­tio­nes patrum) aus­führ­lich Aus­kunft gege­ben hat. (29)

Die­ses Werk war unge­heu­er wirk­mäch­tig, weil Cas­si­an auf Latein schrieb, so daß nun zum ersten­mal der Wes­ten des Römi­schen Rei­ches lesen konn­te, wie man im Osten kon­tem­pla­tiv bete­te. Mehr noch, weil Cas­si­an nach sei­ner Rück­kehr aus Ägyp­ten in Süd­frank­reich eines der ers­ten west­li­chen Klös­ter grün­de­te, hat er ganz wesent­lich dazu bei­getra­gen, daß sich die ori­en­ta­li­sche Klos­ter­kul­tur auch in ihrer kon­kre­ten Gebets­pra­xis im Abend­land ver­brei­ten konnte.

Von Cas­si­an also wis­sen wir, daß das kon­tem­pla­ti­ve Gebet ein Kurz­ge­bet ist, das aus einem ein­zi­gen Satz besteht, näm­lich dem aus Psalm 70, Vers 2 über­nom­me­nen »Gott, komm mir zur Hil­fe; Herr, eile, mir zu hel­fen.« Die­ser Vers wird nicht laut arti­ku­liert, son­dern inner­lich gespro­chen, und zwar als immer­wäh­ren­des Gebet. Damit dient er als »Ret­tungs­an­ker«, wie Cas­si­an sagt. (30)

Das meint: Der Gebets­vers stoppt unser Den­ken, das die Nei­gung hat, sich in Asso­zia­tio­nen zu ver­lau­fen. Die­ses Her­um­ir­ren des Den­kens wird durch den Gebets­satz auf den Gebets­satz fixiert, das heißt, der Beter denkt nur noch die­sen einen Satz – und sonst nichts. Gelingt das, wer­den damit auch die Dämo­nen blo­ckiert, die sich sonst in die Asso­zia­tio­nen ein­schlei­chen wür­den. Kurz­um: Der Gebets­satz funk­tio­niert rein psy­cho­tech­nisch wie das aus den asia­ti­schen Medi­ta­ti­ons­prak­ti­ken bekann­te Mantra.

Die Ant­wort auf die Fra­ge, wie man durch die­ses Gebet die are­tē erlan­gen und damit hand­lungs­kom­pe­tent und poli­tik­fä­hig wer­den kann, liegt dar­in, daß das Gebet durch sei­ne man­tri­sche Eigen­schaft die Dämo­nen zurück­drängt und die psy­chē rei­nigt. Und da die See­le aus drei Schich­ten besteht, heißt das kon­kret, daß alle drei Schich­ten vom nous her neu geord­net werden.

Das geschieht in der Wei­se, daß das Gebet als eine Akti­vi­tät des Den­kens uns zunächst in Kon­takt zu Gott bringt: Wenn alles ande­re in uns schweigt, wird unser Geist emp­fangs­be­reit für das Gött­li­che, das immer schon da ist und uns trägt. Die­ser Kon­takt zu Gott ord­net uns von Gott her neu, so daß wir mit jedem Gebet, das uns glückt, ihm etwas ähn­li­cher wer­den. Das Gebet bewirkt sodann aber auch, daß wir im Hin­blick auf die Welt neu geord­net wer­den. Denn wenn unser Den­ken sich auf den Gebets­vers ein­stellt, wird es zugleich auf die Situa­ti­on fixiert, in der wir jetzt und hier im inne­ren Spre­chen des Ver­ses sind.

Wir sind dann nicht mehr im Leib am Ort des Gebets und im Geist woan­ders, son­dern sind ganz hier und jetzt. Und eben­das öff­net uns auf die wirk­li­che Lage, in der wir sind. Die­se Öff­nung auf die Lage nann­te Evagri­os in der Tra­di­ti­on der grie­chi­schen Phi­lo­so­phie phro­ne­sis (§ 89); die mit­tel­al­ter­li­che Theo­lo­gie soll­te sie pru­den­tia nennen.

Bei­de Wör­ter wer­den zumeist mit »Klug­heit« über­setzt, aber dadurch wird die Sache, um die es geht, ver­zeich­net. »Klug­heit«, wie sie Evagri­os meint, ist kein Kal­kül, mit dem wir das Han­deln der Men­schen berech­nen; »Klug­heit« ist die Offen­heit für die Welt, wie sie ist, die Offen­heit für die Lage, in der wir uns befin­den. Mit ande­ren Wor­ten: Wir wer­den durch das kon­tem­pla­ti­ve Gebet »klug« im Sin­ne von »wirk­lich­keits­kom­pe­tent« (§ 2).

Daß uns die Wirk­lich­keits­kom­pe­tenz, die wir im kon­tem­pla­ti­ven Gebet erwer­ben, auch hand­lungs­fä­hig macht, ergibt sich dar­aus, daß die See­le nun zwar in Funk­ti­ons­be­rei­che geglie­dert ist, die­se Berei­che aber ein Kon­ti­nu­um inner­halb der einen See­le bil­den. Daher führt die Übung des nous als des obers­ten See­len­ver­mö­gens auto­ma­tisch zu einem Mit­üben der ande­ren Seelenschichten.

Wir wer­den auf der Ebe­ne der Wahr­neh­mun­gen, die mit den Emo­tio­nen und dem Wil­len ver­bun­den sind, nicht mehr den halt­lo­sen Asso­zia­tio­nen und Phan­ta­sien aus­ge­lie­fert, die unse­re Affek­te zum Über­ko­chen brin­gen; viel­mehr ent­wi­ckeln wir jetzt Kräf­te der Mäßi­gung, kön­nen unse­re Affek­te kon­trol­lie­ren und uns ande­ren Men­schen zuwen­den. Und auf der Ebe­ne der Lebens­kräf­te und des Stoff­wech­sels ver­leib­licht sich die Übung des nous als Tap­fer­keit und Geduld (§ 89).

Wenn wir uns dank der Kon­tem­pla­ti­on die Lage, in der wir sind, nicht mehr durch Dämo­nen ver­stel­len las­sen, dann gebiert die kon­tem­pla­tiv erwor­be­ne Wahr­neh­mungs­kom­pe­tenz zum Schluß auch die are­tē, also die Tüch­tig­keit und Taug­lich­keit für das rich­ti­ge und situa­ti­ons­an­ge­mes­se­ne Han­deln. Wer über die­se Taug­lich­keit ver­fügt, der kann, so sagt Evagri­os, auch die Gerech­tig­keit ver­wirk­li­chen (§ 89). Mit ande­ren Wor­ten: Er ist politikfähig.

Damit ergänzt die Theo­lo­gie des Evagri­os, die sich als Theo­rie der Poli­tik lesen läßt, eben­je­ne poli­ti­schen Theo­rien, denen es um den Auf­bau von men­schen­he­gen­den Insti­tu­tio­nen geht: Der kon­tem­pla­ti­ve Weg zeigt, wie wir Men­schen so bil­den kön­nen, daß sie die Insti­tu­tio­nen mit einem lebens­för­dern­den, weil huma­nen Geist erfüllen.

Daß die­ser Geist ein von Gott geschenk­ter Geist sein muß, ist die Über­zeu­gung nicht nur des Evagri­os, son­dern aller Chris­ten vor und nach ihm. Es ist ein Geist, der nicht auf eine Anthro­po­tech­nik zielt, die doch nur ein Gema­che wäre; viel­mehr zielt der kon­tem­pla­ti­ve Geist auf eine Gelas­sen­heit, die uns fähig macht, das, was ist, jetzt und hier, zu sehen, zu hören, zu rie­chen, zu schme­cken und zu füh­len. (31) Wer durch lan­ge Übung Gelas­sen­heit erwor­ben hat, der wird erstaunt fest­stel­len, daß der Men­schen­park, in dem er dann auf­wacht, so ziem­lich aus­sieht wie das, was Evagri­os das »Him­mel­reich« genannt hat.

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(1)  Peter Slo­ter­di­jk: Regeln für den Men­schen­park: Ein Ant­wort­schrei­ben zu Heid­eg­gers Brief über den Huma­nis­mus, Frank­furt a. M. 142022, S. 16 u. 48.

(2)  Peter Slo­ter­di­jk: ‑Got­tes Eifer: Vom Kampf der drei Mono­the­is­men, Frank­furt a. M. 2007, S. 210.

(3)  Peter Slo­ter­di­jk: Du mußt dein Leben ändern, Frank­furt a. M. 2009, S. 698.

(4)  Ebd.

(5)  Ebd., S. 714.

(6)  Slo­ter­di­jk: Got­tes Eifer, S. 209.

(7)  Vgl. Fried­rich Nietz­sche: Jen­seits von Gut und Böse, in: Gior­gio Col­li, Mazz­i­no Mon­ti­na­ri (Hrsg.): Sämt­li­che Wer­ke. Kri­ti­sche Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 5, 2., durch­ges. Aufl., Mün­chen 1980, S. 9 – 243, hier Nr. 260.

(8)  Vgl. Han­nah Are­ndt: Vita acti­va oder Vom täti­gen Leben, Mün­chen / Zürich 91997.

(9)  Aris­to­te­les: Meta­phy­sik: Schrif­ten zur ers­ten ­Phi­lo­so­phie, Stutt­gart 1984, 993b

(10)  Ebd., 1072a 20 –  1076a 7.

(11)  Vgl. Aris­to­te­les: Poli­tik: Schrif­ten zur Staats­theo­rie, Stutt­gart 1989, VII. Buch.

(12)  Vgl. Aris­to­te­les: Niko­ma­chi­sche Ethik, Stutt­gart 1983, 1143a 25 – 1145a 11.

(13)  Vgl. ebd., II. Buch, Anfang.

(14)  Vgl. ebd., 1143b 14.

(15)  Vgl. ebd., 1179b 21 – 1180a 22.

(16)  Zu den Anfän­gen des Mönch­tums: Chris­toph Mark­schies: Das anti­ke Chris­ten­tum. Fröm­mig­keit, Lebens­for­men, Insti­tu­tio­nen, Mün­chen 2006, S. 157 – 166 und ‑Antoine Guil­laumont: An den Wur­zeln des christ­li­chen Mönch­tums. Auf­sät­ze, Beu­ron 2007.

(17)  Die Bei­spie­le bei Mark­schies: Das anti­ke Chris­ten­tum, S. 157 – 166.

(18)  Zu Evagri­os: Kurt Ruh: Geschich­te der abend­län­di­schen Mys­tik, Bd. I: Die Grund­le­gung durch die Kir­chen­vä­ter und die Mönchs­theo­lo­gie des 12. Jahr­hun­derts, Mün­chen 1990, S. 134 – 136.

(19)  Evagri­os Pon­ti­kos: Der Prak­ti­kos: Hun­dert Kapi­tel über das geist­li­che Leben, hrsg. v. Gabri­el Bun­ge, 2., verb. u. ver­mehr­te Aufl., Beu­ron 2008. Ich zitie­re dar­aus direkt im Text unter Anga­be der Paragraphen.

(20)  Vgl. Sig­mund Freud: Abriß der Psy­cho­ana­ly­se, hrsg. v. Hans-Mar­tin Loh­mann, 9., biblio­graph. erg. Aufl., Dit­zin­gen 2020.

(21)  Das Schich­ten- oder Funk­ti­ons­mo­dell hat Aris­to­te­les ent­wi­ckelt in Aris­to­te­les: Über die See­le. Grie­chisch / Deutsch, hrsg. v. Ger­not Kra­pin­g­er, Stutt­gart 2011, dort vor allem im drit­ten Buch.

(22)  Vgl. Aris­to­te­les, ebd., III,4 und III,5.

(23)  Vgl. ebd., III,4.

(24)  Dazu Wal­ter ‑Brö­cker: Aris­to­te­les, Frank­furt a. M. 41974, S. 172 f.

(25)  Vgl. Aris­to­te­les: Niko­ma­chi­sche Ethik, S. 1105b 20 – 25.

(26)  Vgl. Mk 7,20–23 und Röm 1,29.

(27)  Zum Hin­ter­grund aus psych­ia­tri­scher Sicht: Bar­ba­ra Mai­er: »Apat­heia bei den Stoi­kern und Ake­dia bei Evagri­os Pon­ti­kos – ein Ide­al und die Kehr­sei­te sei­ner Rea­li­tät«, in: – Ori­ens Chris­tia­nus 78 (1994), S. 230 – 249.

(28)  Sie­he auch Evagri­os Pon­ti­kos: Über die acht Gedan­ken, Beu­ron 42021.

(29)  Johan­nes Cas­si­an: ‑Unter­re­dun­gen mit den ­Vätern, 3 Bde., Müns­ter­schwarz­ach 2011 – 2015.

(30)  Ebd., Bd. 1, Col­la­tio 10,10.

(31)  Dazu die Über­le­gun­gen bei Uwe Jochum: Lang­mut. Den Wider­stand üben, Schnell­ro­da 2024.

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