Das ist Wahnsinn! Wahnsinn? Das ist Metapolitik!

Es sind ereignisreiche Tage für das, was man gemeinhin als den vorpolitischen Raum bezeichnet. Kurz aufgelistet: Sellner in Brandenburg, ich selbst bei Kosubek, Winterakademie in Schnellroda, Sellner im Thüringer Landtag.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

Jeder die­ser vier Punk­te ist ein Bei­spiel für das, was Publi­zis­ten, Autoren, Akti­vis­ten, Pro­vo­ka­teu­re, Ver­le­ger Woche für Woche tun und zu tun ver­su­chen: Pro­jek­te sta­bi­li­sie­ren, Vor­trä­ge hal­ten, Gesprä­che öffent­lich füh­ren, Spiel­räu­me aus­lo­ten, die eige­ne Über­zeu­gung und Begriff­lich­keit in den media­len Raum tra­gen, Heim­spie­le besu­chen, unter Gleich­ge­sinn­ten sein, den Geg­ner vor den Kopf sto­ßen und mit ihm spielen.

Es geht dabei stets auch dar­um, den Raum des Sag­ba­ren zu erwei­tern: den nächs­ten Schritt gehen, die Reak­ti­on abwar­ten, Tat­sa­chen schaf­fen, den Fuß ein wenig zurück­zie­hen (wenn es sein muß), den gewon­nen Raum hal­ten, den nächs­ten Schritt vorbereiten.

Das ist nichts, was nur im vor­po­li­ti­schen Raum so abläuft. Jeder Selbst­stän­di­ge mit Aus­wei­tungs­ehr­geiz kennt es, jeder Poli­ti­ker, der mehr sein will als nur ein Hin­ter­bänk­ler, kennt es auch. Es ist eine Form von Kar­rie­re­pla­nung, auch ein Geschäfts­mo­dell, schlicht eine Metho­de. Man nimmt, wenn man sie anwen­det, wenig Rück­sicht auf die­je­ni­gen, denen man den Rang ablau­fen könn­te – und man setzt Leu­te unter Zug­zwang, die ande­re Schwer­punk­te set­zen und sich mit ande­rem beschäf­ti­gen wollten.

Sell­ner ist Pro­fi in die­ser meta­po­li­ti­schen Dis­zi­plin. Er ist uner­müd­lich, er ist ein Tau­send­sas­sa. Er hat­te am Don­ners­tag­abend hun­dert Teil­neh­mer zu einer Dis­kus­si­on über die Not­wen­dig­keit umfas­sen­der Remi­gra­ti­ons­maß­nah­men ver­sam­melt und zugleich 20 Jour­na­lis­ten dort­hin gelockt.

War­um die ins süd­bran­den­bur­gi­sche Vet­schau fuh­ren? Um über Sell­ner – nein: um über den Umstand, daß eine Land­tags­ab­ge­ord­ne­te sich mit Sell­ner auf ein Podi­um setz­te, Mate­ri­al gegen die AfD zusam­men­zu­tra­gen – nein: Mate­ri­al für Fra­gen zusam­men­zu­tra­gen, die man wenig sta­bi­len AfD-Grö­ßen zum Zwe­cke der Distan­zie­rung und der inne­ren Spal­tung stel­len könnte.

Die­se Fra­gen sind gestellt wor­den – und spä­tes­tens ges­tern, mit Sell­ners Besuch im Thü­rin­ger Land­tag (auf Ein­la­dung des Gene­ral­se­kre­tärs der dor­ti­gen AfD), ist aus den schril­len Fra­gen jene “Fas­sungs­lo­sig­keit” gewor­den, mit der die Geg­ner der AfD ihren Gemüts­zu­stand bereits des Öfte­ren mit abneh­men­der Glaub­wür­dig­keit beschrie­ben haben.

Sell­ner hat mit sei­nen Auf­trit­ten vor allem der AfD eine Auf­ga­be gestellt: Sie muß das, was Gerich­te am Kon­zept der Remi­gra­ti­on mit Ver­weis auf Sell­ner für ver­fas­sungs­wid­rig erklär­ten, als das Ergeb­nis poli­ti­scher Jus­tiz zurück­wei­sen (also: igno­rie­ren) oder das tun, was vor allem juris­ti­sche Bera­ter emp­feh­len, die ihr Fach mit Poli­tik ver­wech­seln: jede ver­meint­lich gerichts­fest gezo­ge­ne rote Linie zu respek­tie­ren, obwohl sie heu­te so und mor­gen ein Stück wei­ter vorn gezo­gen oder wie­der zurück­ver­legt wird.

In sol­chen Fäl­len kann es das bes­te sein, wenn man sich für nicht zustän­dig erklärt und den Schwar­zen Peter in die­sem auf­ge­zwun­ge­nen Kar­ten­spiel so lan­ge hin und her schiebt, bis die Sen­de­zeit abge­lau­fen ist. Nie­mand muß sich fest­na­geln las­sen, nie­mand ist ver­pflich­tet, eine belast­ba­re Ant­wort zu geben, jeder kann tun, was Sell­ner sowie­so schon emp­fahl: Ja zur Remi­gra­ti­on; aber in wel­chem Umfang und in wel­cher Form – dar­über wird zu dis­ku­tie­ren sein, bloß nicht gera­de jetzt und nicht heu­te und schon gar nicht mit Spie­gel, Tages­pie­gel, t‑online und Moral­ka­no­nen min­de­rer Reichweite.

(“Wahn­sinn”, schrieb mir einer, der den Betrieb etwas ruhi­ger und modell­haft bespie­len will. “War­um stört Sell­ner immer, auf Teu­fel komm raus? Das ist Wahn­sinn!” – “Wahn­sinn?”, schrieb ich zurück, hof­fend, er wer­de die Anspie­lung erken­nen: “Nein: Das ist Metapolitik!”)

Zu Sell­ner im übri­gen noch zwei Sät­ze: Ers­tens geht schon wie­der die nächs­te Auf­la­ge von Remi­gra­ti­on. Ein Vor­schlag in den Druck, und ich plau­de­re jetzt mal aus dem Näh­käst­chen und ver­kün­de, daß wir damit das zwan­zig­tau­sends­te Exem­plar errei­chen wer­den. Das klingt nach viel, ist es aber nicht, wenn man bedenkt, wie sehr die­ser Begriff die poli­ti­sche media­le Bericht­erstat­tung seit zwei Jah­ren prägt. Jour­na­lis­ten, die ich schät­zen ließ, schätz­ten stets das Dop­pel­te und Dreifache.

Jedoch: Der Ver­le­ger klagt nicht, er kon­sta­tiert. Zwan­zig­tau­send ist schon ordent­lich, und Antai­os kann bis heu­te nur drei Titel vor­wei­sen, die sich häu­fi­ger ver­kauf­ten. (Wel­che das waren? Finis Ger­ma­nia ist klar – unein­hol­bar, den­ke ich. Aber die ande­ren bei­den? Auf Insta­gram wür­de man sagen: Schreibt’s in die Kom­men­ta­re. Von der jet­zi­gen Auf­la­ge Remi­gra­ti­on sind gera­de noch unter zwei­hun­dert vor­rä­tig, und ein alter Fuchs hat Sell­ner am Wochen­en­de in die Biblio­thek gesperrt: Dort muß­te er 150 Exem­pla­re signie­ren – und das bedeu­tet, daß die nächs­ten 150 Leser, die hier bestel­len, ein signier­tes Exem­plar erhal­ten werden!)

Zwei­tens: Nach Bran­den­burg und vor Thü­rin­gen war Sell­ner Refe­rent auf der Win­ter­aka­de­mie in Schnell­ro­da. Er sprach über “Libe­ra­le Selbst­op­ti­mie­rung vs. rech­te Selbst­dis­zi­plin” und betei­lig­te sich fun­diert an den Dis­kus­sio­nen, die auf die ande­ren Vor­trä­ge folgten.

War­um beto­ne ich das? Ich beto­ne es, weil mich fas­zi­niert, wie Sell­ner umschal­ten kann vom elek­trisch auf­ge­la­de­nen Pro­vo­ka­teur und Akti­vist zum bele­se­nen und viel­sei­tig inter­es­sier­ten Den­ker. Er ist auch inhalt­lich eine Berei­che­rung, ist hell­wach, prä­sent und rein gar nicht kapriziös.

(Wenn ich beden­ke, daß ich ihn 2013 auf einem Hügel über Oran­ge bei Avi­gnon ken­nen­lern­te, vor­ge­stellt von Mar­tin Licht­mesz, und es gab Weiß­brot­stan­ge mit Rot­wein – wäre ein auto­bio­gra­phi­sches Kapi­tel­chen wert …)

Jeden­falls: Die Aka­de­mie war gut – für uns Hau­de­gen atmo­sphä­risch und orga­ni­sa­to­risch Rou­ti­ne, aber für die vie­len jun­gen, teil­wei­se neu­en Teil­neh­mer ein Erleb­nis: lehr­reich, meta­po­li­tisch auf­ge­la­den, ein biß­chen Initia­ti­on. Denn bit­te – wo gibt es das sonst: Vor­trä­ge mit wis­sen­schaft­li­chem Gehalt und mit Wis­sens­räu­men, die ver­schlos­sen blie­ben, öff­ne­ten wir sie nicht; abend­li­che Lyrik-Lesun­gen und stun­den­lan­ge Dis­kus­sio­nen über die Fra­ge “Gibt es ein Selbst, und hat es ein Opti­mum?”; Eis­ba­den um sie­ben Uhr und Zech­ge­la­ge bei bün­di­schem Gesang bis halb drei? Eben.

Wäh­rend Sell­ner in Süd­bran­den­burg einen Hot­spot bil­de­te und der Schat­ten­ma­cher sein Kapla­ken­bänd­chen mit dem schö­nen Titel Anar­cho­ty­ran­nei frei­gab, glüh­te ich am Hacke­schen Markt mit einem Bier vor und such­te am Abend Jas­min Kosu­b­ek in ihrem Stu­dio auf, um von den Tech­ni­kern ver­ka­belt und danach von der Betrei­be­rin eines sehr erfolg­rei­chen Inter­view-Kanals andert­halb Stun­den lang befragt zu werden.

Das Ergeb­nis ist mitt­ler­wei­le auf Kosu­b­eks You­Tube-Kanal hoch­ge­la­den. Es ist, auch das will ich heu­te offen sagen, die Aus­wei­tung mei­nes vor­po­li­ti­schen Rau­mes in den Bereich einer eher skep­ti­schen Kli­en­tel hin­ein. Nennt man das Ent­dä­mo­ni­sie­rung? Hof­fent­lich nicht nur: Man will ja nicht vor allem harm­los sein. Jeden­falls: Es ging nicht dane­ben, und die schie­re Quan­ti­tät ist manch­mal eben doch ein Argument.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

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Kommentare (70)

RMH

26. Januar 2026 22:37

Das ist Sparta! Und der YT-Algorithmus wirft bei meinem YT Account das Kosubek / G.K.- Gespräch gleich als erstes auf.
PS: "belesenen und vielseitigen Intellektuellen" - Ah ja, wieder so einer ... und dann auch noch: "Vorträge mit wissenschaftlichem Gehalt und mit Wissensräumen, die verschlossen blieben, öffneten wir sie nicht; abendliche Lyrik-Lesungen" .... Allerhand! "Ich kann nich mehr" ... (um T. Kellner zu zitieren) ... und damit hoffentlich mal Schwamm drüber, über die Debatte aus dem letzten H.B. Kommentarstrang (ich schreib zumindest jetzt nichts mehr dazu).

Laurenz

26. Januar 2026 22:51

@GK ... daß ML Ihnen MS 2013 vorstellte, war wohl die größte Tat in ML' Leben. Ich fand das Interview mit Ihrer, in meinen Augen völlig korrekten Selbsteinschätzung, nach der gefragt wurde, das entscheidende Muster der gesamten Sendung. Sie sind kein Politiker, sondern Verleger & Denker. Von daher war das Gespräch in keiner Weise mit politischen, nichtssagenden Textbausteinen gepflastert, wie das sonst bei Politikern häufig üblich ist. Was mir beim Artikel hier sofort einfiel, ist der heutige deutschsprachige Artikel von Thomas Kolbe (der auch nicht immer Recht hat) auf Tichys.  https://www.tichyseinblick.de/wirtschaft/staatswirtschaft-deutschland/  Die verlängerte Überschrift reicht schon. Deutsche Aktienwerte steigen, weil die Konzerne Arbeitsplätze in energiekostengünstigere Ausland verlegen. Lese regelmäßig Kolbe (auch auf Zerohedge), weil Er, als Ökonom, die Wirtschaft mehr aus konservativer Sicht beleuchtet & eben keine Märchen Fratzschers aus Utopia erzählt. Warum sollte man MS nicht bei der AfD einladen? Wie Sie bei Kosubek bemerkten, Kompromisse kann man immer noch eingehen, wenn man sich in einer Koalition arrangieren muß. Das, was ich von den Pro-Israel-Autoren auf der Achse schon länger fordere, davon berichtet jetzt die JF. Es passiert was. https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2026/fpoe-erstmals-offiziell-von-israel-eingeladen/

Laurenz

26. Januar 2026 23:03

@RMH ... Sie beweisen, daß Sie keine Konflikte aushalten. Gehen Sie doch mal in Ihr Gemeindeparlament als lokaler Vertreter der AfD oder der Union. Dagegen sind die jeweilige Widersprüche mit denen man auf der SiN leben muß, Kindergeburtstag. Ich hatte mir bei dem Kosubek/Kubitschek-Gespräch die viel interessantere Frage gestellt, ob die 5 +- linken Standard-Fragen Kosubeks aus Überzeugung gestellt wurden, oder dem Selbstschutz dienten? Speziell bei diesem Interview wurde allzu deutlich, daß Kosubek zwar gut, aber auch nur ein Salon-Journo ist, einschließlich eigener Blase. Hübsche Frauen merken selten, auch wenn sie um ihre äußerliche Wirkung wissen, wie viel leichter sie es im Leben haben. Dadurch ist es für solche Menschen schwieriger, eine gewisse Tiefe, gerade im Berufsbild des Journalisten, zu erlangen, auch wenn sie so ehrgeizig, wie Kosubek sind. Meine Wenigkeit hätte GK für eine Öffentlichkeit ganz andere Fragen gestellt.

Boreas

26. Januar 2026 23:44

Das Gespräch mit Kosubek ist ein weiterer Pfeil im Köcher zur Entdämonisierung des "rechten Vordenkers" für die noch Verzagten, ähnlich dem Höcke-Film "Der lange Anlauf". Verblüfft war ich, daß Kosubek die "Wehrsportgruppe Hoffmann" überhaupt kein Begriff war. Als die Frage nach den drei wichtigsten Büchern kam, war zum einen klar, das GK mehr Titel aufzählt und ich tippte richtig, daß Jochen Kleppers "Der Vater" dabei war. Morgen werde ich mir zum Mittag eine Pho-Suppe vom Lieblings-Fitschi holen und den Grimmelshausen nochmal zur Hand nehmen. Götz, bleib Gold!

ede

27. Januar 2026 00:46

Zugegeben, es ist sehr lang, das Interview. Dennoch, keinerlei "Längen". 
Also, am Bier vom Hackeschen Markt allein kanns nicht gelegen haben. Die Kosubek war schon richtig gut, und Kubitschek ist nicht ausgewichen. Nur als Beispiel das Wehrpflicht Dilemma. Das hat mich beeindruckt.
Meiner Meinung nach eine Sternstunde des Journalismus und zugleich ein Essential zeitgenössischen Rechten Seins.
Es zirkulieren auch schon Inhaltsverzeichnisse.
Zu loben sind auch hervorragende Bildgestaltung und Schnitt, und überhaupt die technische Qualität. 
 

tmf

27. Januar 2026 02:25

Es war ein sehr gutes Interview. Ich habe es genossen Ihren ruhigen und überlegten Antworten nachzusinnen. Frau Kosubek kam auch gut rüber, auch wenn sie anfangs noch etwas auf Kratzbürste machen musste. 

Beta Jas

27. Januar 2026 07:18

@Laurenz
Wenn man Ihre Einlassung über den Stil von Kosubek liest, wie sie ihre Sendung macht, Frage ich mich, welchen Journalismus wir in Deutschland haben werden, wenn es "anders" sein wird. Es ist ihre Sendung, und da kann sie Interviews führen, wie sie will. Sie hat ja nicht versucht, wie man das von anderen kennt, ihn in eine "linksextreme Agit-Schablone" über die Deutung von Rechts zu drücken. Dagegen kann man sich aber wehren, wenn man vorbereitet und rhetorisch geübt ist, kriegen aber viele in Talkshows und Interviews leider nicht hin.
Ohne Herrn Kubitschek zu Nahe zu treten, ich lese seine Texte gerne, wäre ein Gespräch zwischen ihr und Kositza abee interessanter gewesen, da einige Punkte Kositza besser vertreten kann. Kommt aber wohl drauf an, wer aus dem Verlag eingeladen wird.

RMH

27. Januar 2026 08:22

@RMH ... Sie beweisen, daß Sie keine Konflikte aushalten. @Laurenz, ich habe die Debatte nicht als "Konflikt" gesehen, sondern als Debatte um das, was man ganz emotionslos auf die Linie, Intellektualität, Lektüre großer o. bedeutender o. zumindest für einen selber wichtigen Autoren & das Benennen dieser Lektüreerfahrung nebst Namen der Autoren versus alles arrogante, oberleherhafte, sinnlose Zeitverschwendung, die jeden, der nicht so belesen sei, herabsetzt, während Deutschland - wohl auch dank der "Schwätzer" - untergeht. Wie gerade auch aus dem Artikel von G.K & dessen Interview, welches ich aktuell noch nicht komplett zu Ende gesehen habe, entnehmbar, ist aber gerade Intellektualität, Theoriebildung etc., bei der am Ende auch der Spaß am Zusammensein & das Verbringen der Theorie in die Praxis maßgeblicher Ansatz von Schnellroda, aber auch von Aktivisten wie M.S. Insofern darf dann eine Debatte auch einmal länger werden & durchgehalten (=ausgehalten) weden. Das ist im Übrigen bei jedem Verein, jedem Dorfparlament auch so bzw. ist es schade, wenn gerade nicht debattiert wird, man stattdessen lieber die Klappe hält & still auf die nächste "Munition" wartet, mit der man dann die Revanche fährt.

Monika

27. Januar 2026 08:29

Fly high. Der Sonne entgegen. Ich würde Herrn Sellner vom angekündigten Gleitschirmfliegen abraten .  Ikarus. 

Laurenz

27. Januar 2026 08:58

@Beta Jas @L. ... Will mich an dieser Stelle in keiner Weise mit Ihnen streiten. Mein Kommentar dient Ihrer Information. Frau Kosubeck kam mit 27 Jahren   https://de.wikipedia.org/wiki/Jasmin_Kosubek  zu Ihrem Job bei RT, wie die Jungfrau zum Kind. Ich sah Ihre Sendungen bei RT regelmäßig von Beginn an. Ihr fehlt völlig unser Bildungshorizont, auch den von Nicht-Akademikern, siehe Boreas-Kommentar mit einem Beispiel von vielen. Sie kommt aus einer völlig anderen Welt als wir, war vor RT apolitisch. Was Kosubek auszeichnet, ist Ihr Sprachvermögen, Ihr akribischer Fleiß, Ihre meist vorhandene Sachlichkeit. Was Sie, Beta Jas, nicht verstanden haben, ist, daß das Video nicht für UNS produziert wurde. Uns muß GK nicht vorgestellt werden. Wir sind mehr oder weniger die NeueRechte im Mosaik. Das Video handelt also von uns, explizit natürlich GK. Deswegen wäre EK auch der falsche Interviewer. Der Rußland-Propaganda-Paria interviewt einen Intellektuellen vom Rande der politischen Gesellschaft. Das angenehme Äußere verhilft, wie vielen anderen alternativ-medial wirkenden Frauen, Ressentiments zu überbrücken. Auch wenn es keine Frauen gibt, die Engel sind, so besitzen manche deren täuschend ähnliches Gesicht.

MarkusMagnus

27. Januar 2026 09:17

@ Laurenz
Es geht aus ihrem Beitrag nicht deutlich hervor: Finden sie es etwa positiv, daß die FPÖ sich mit Netanjahu trifft?
Ich hoffe die AFD nimmt davon Abstand. 
Die FPÖ wird gerade bei X deswegen zerrissen. Zu Recht. Sind die noch ganz sauber? 

Valjean72

27. Januar 2026 09:21

Das Interview fand ich gut, auch wenn bei Frau Kosubek klar zu erkennen war, dass sie eine linksliberale, großstädtische Anywhere ist und dem Journalisten-Mainstream nahe steht. 
Dass sich jemand dafür einsetzt, sein eigenes europäisches Volk zu bewahren, ist ihr offensichtlich vollkommen fremd. Dies kam schon beim Sellner-Interview zum Vorschein.
Ihr Herumreiten auf rechtsextremer Gewalt zu Beginn des Interviews war mühsam.
Und zum Ende versuchte sie tatsächlich einen Streitpunkt zwischen Kubitschek und Höcke herauslösen. Wäre ihr das gelungen, hätte ihr man gewiss applaudert seitens des Journalisten-Mainstreams und so wären weitere Türen für sie aufgegangen.

Laurenz

27. Januar 2026 09:47

@MarkusMagnus @L. ... natürlich finde ich das gut, daß die FPÖ von Israel eingeladen wurde. Bei der Rechten liegt ein fundamentales politisches Mißverständnis zugrunde. Deswegen sah ich auch davon ab, beim letzten ML-Artikel zu widersprechen https://sezession.de/70608/israel-oder-america-first-streit-im-maga-lager Man petzt den Ochs ins Horn, wenn man mit ML debattieren will. Das weiß ich mir was besseres. Israel ist ein rechts-identitärer Staat, quasi die einzige Speerspitze gegen die Islamische Conquista. Unser Problem sind in keiner Weise die Israelis, sondern die Diaspora-Juden, welche meist am linken Rand des politischen Spektrums in weißen Staaten leben & offene, wie liberale Gesellschaften einfordern. Israel ist quasi der ideale identitäre Staat für jedes Volk. Dieses Jüdische Paradoxon läßt/ließ sich nur mit der Macht der USA aufrecht erhalten. Aber da die Macht der USA absehbar schwindet, wird das Paradoxon so in der Zukunft nicht mehr aufrecht zu erhalten sein. Was am Jüdischen Paradoxon wollen Sie, MarkusMagnus, aufrecht erhalten? Den links-liberalen Staat mit Massenzuwanderung oder den idealen rechten Staat? 

Mitleser2

27. Januar 2026 10:00

@MarkusMagnus: Erklären Sie doch mal, welcher deutschen Opposition Ihr Antizionismus hilft? 

Laurenz

27. Januar 2026 10:09

@Valjean72 ... Kosubek hat einfach keine Ahnung & lebt, wie auch die meisten Grünen, in keinem sozialen, mit Ausländern überhäuften Brennpunkt, in denen gerade Kosubek des öfteren unfreiwillig an den Arsch gepackt würde. Wenn Gewalt in Deutschland durch die Polizei nicht zuordbar ist, wird sie automatisch als rechte Gewalt klassifiziert. Das ist völlig lächerlich. Kosubek ist halt Berliner Regierungsviertel-Blase. Aber genau das macht das Interview so wertvoll.

Maiordomus

27. Januar 2026 10:12

Die wahre Leistung von Götz Kubitschek als "Metapolitiker" und Verleger ist meines Erachtens nicht die Entdeckung v. Sellner, selbst wenn dieser heute sich als Politiker, nicht gerade Metapolitiker, geschickter agiert als auch schon und das Verhalten der Polizei gegenüber ihm bei Tegerfelden, nahe meiner Urheimat, ein schlechter Witz war. Von wirklich langfristiger Bedeutung ist meines Erachtens das Aufgreifen des Spätwerks des bedeutendsten Demografie-Autors der Gegenwart, Rolf Peter Sieferle, ehem. Suhrkamp-Autor und mir bekannt via seinen damaligen Rektor der Universität St. Gallen, meinen Studienkollegen, der ihn fair zu würdigen verstand. Sieferle verkörpert genau jene Sorte von Intellektuellen, deren langfristiger Rang im vorigen "Bosselmann"-Debattenstrang von einigen nicht erkannt wurde, weil sich seine Beachtung im Mainstream im Promillebereich bewegt. Er bleibt aber langfristig für das Bewusstmachen und die hist. Bedeutung des Demografieproblems um Welten gewichtiger als die reinen Trommelschläger, über welche die Geschichte hinweggehen wird. Dabei bleibt Sieferle rein persönlich als tragischer Fall einzuschätzen, siehe zu Lebzeiten etwa Nietzsche, dessen Bedeutung er als Kritiker v. falschem Moralismus indes gewiss nicht erreicht.     

Maiordomus

27. Januar 2026 10:29

PS. Bei der Einschätzung der Bedeutung von Rolf Peter Sieferle, den ich bedauerlicherweise nicht mehr persönlich kennenlernen durfte, wollte ich denselben nicht so sehr gegen den von mir als Politiker, weniger als metapolitischen Denker eingeschätzten M. Sellner ausspielen, hingegen eher schon gegen Herwig Münkler, der sich fälschlicherweise als heutiger Gross-Intellektueller verkaufen lässt. Sein Urteil über Sieferle in Richtung Holocaust-Leugner, inhaltlich absolut lächerlich und Beispiel für zeitgeschichtlichen Analphabetismus ist nicht mal satisfaktionsfähig und stellt ein krasses Beispiel für Verblödungsanfälligkeit beim Repetieren von Mainstream-Klischees dar. Dabei halte ich wenigstens die Darstellung des 30jährigen Krieges von Münkler noch, bei seinen Vergleichen mit modernen Warlords, als lesbar, wenngleich längst nicht von wirklich langfristigem Rang wie bei Schiller und Golo Mann. Immerhin bleibt Habermas doch noch eine andere Liga als Münkler, wenn auch längst nicht von Lübbes analyrischer Qualität.   

Umlautkombinat

27. Januar 2026 10:38

(1/2)
Zum Interview:
Wehrpflicht: Er bricht es auf in eben Wehrpflicht und Rekrutierung zum Kriegsdienst. Erzwungen aus dem Zustand dieses Staatsgebildes, ist er damit aber nicht gluecklich. Schlagworte wie Etatist wie in Kommentierungen gebracht, fuehren dabei weg. Die wirkliche Verzahnung mit dem Begriff Staat, die die es ihm dort so schwer macht, das ist das eigentlich Interessante, dem ein intelligenterer Interviewer nachgegangen waere. Denn die Antwort bzgl. seines Sohnes  "Geh erstmal hin und lern' das Handwerk und dann entscheide" ist pragmatisch, aber fuer den Autor muss das selbst ein Ausweichen sein. Dieses "Handwerk" hat seine Besonderheiten, sobald es zur Anwendung kommt.Ich persoenlich bin auch nicht der Meinung, dass man 'drin' sein muss um die genannte Entscheidung treffen zu koennen.

Umlautkombinat

27. Januar 2026 10:40

(2/2)
Kein Feindbild, zusammenhaengend damit Utopie: Es kommen drei Weltanschaungen, Kommunismus, Nationalsozialismus, "grosse liberale Erzaehlungen". Alle haetten Utopien und alle haetten Suendenboecke - genannt werden aber nur die fuer die ersten beiden. Ich bin da etwas sensitiv, denn der Liberalismus ist bei Kubitschek ein Grundgegner, es ist auch i.M. der einzige hier im Westen mit relevanten Ressourcen. Der wird als Feind betrachtet, das zeigt sich bis auf Sprachebene auch hier in diversen Artikeln immer wieder. Geht bis zu Invektiven ("versiffter Liberalismus" vor einiger Zeit). Da das so ist, haette ich dort die genauere Untersetzung erwartet. Gibt ja Ansaetze, wie meinetwegen some-, anywheres. Viel interessanter auch in ihrer Verdeckung als das durchgekaute Arier/Arbeiter-Modell. 
Damit noch zur Utopie. Man sollte die immer trennen von Zukunftsentwuerfen generell. Einen Menschen umbauen zu wollen ist das Eine, aber das unterschlaegt andere Entwicklungen. Da das aber speziell von Rechts immer in einen Topf geworfen wird, sind sie dort blockiert. Man kann auch nicht immer den Strohmann aus conditio humana aufbauen. Zu der gehoert eben auch Neues schaffen zu wollen und das auch zu tun. Die Ablehnung davon geht bis zur Auspraegung als Unfruchtbarkeit. Sie ist auch durchaus prinzipiell, allein deswegen darf und kann Rechts immer nur ein Baustein unter anderen sein.

Old Linkerhand

27. Januar 2026 11:12

Martin Sellner ist der Drehrumbum, der Runde. Er dreht alles um, jede Stunde. 

das kapital

27. Januar 2026 11:21

@ Laurenz u.a. Frau Kosubek muss doch in einer feindlich gesonnenen Öffentlichkeit persönlich und wirtschaftlich bestehen. Deshalb erfordert es schon Mut, durch ein Interview mit Kubitschek für die Meinungsfreiheit auch von "bösen Rechten" einzustehen. Neutralen und durchaus mittigen Leuten wie Flavio von Witzleben werden die Konten von Banken gekündigt, bei denen sie seit ihrem 16. Geburtstag ihr Geld verwalten. Da muss sie schon auch ein bisschen linkere Positionen einbringen, um nicht ihre eigene Existenz zu gefährden. /// Öffentlicher Dialog ist immer auch Ästhetik und Oberfläche. 80 Prozent der Arbeit in Politik und Management sind Öffentlichkeits- und Beziehungsarbeit, nur 20 Prozent sind Inhalte. Merz und andere kommen mit jeder fetten Lüge und jedem fetten Betrug davon. Inhalte zählen nicht. Die Gasspeicher sind leer. Die Leute werden frieren. Die Industrie verreckt. Egal. Wir leben im besten Deutschland aller Zeiten. Inhalte sind generell überschätzt. Oberflächliche Lügen bestimmen das öffentliche und politische Leben. Die Nordstreamsprengung mag ja das Stalingrad 2.0 für Deutschland sein. Egal. Moorburg, Grafenrheinfeld, Philippsburg und Gundremmingen werden trotzdem weggesprengt und alles stillgelegt. Tolle Bilder.

Maiordomus

27. Januar 2026 11:27

@Korr. Mein Lehrer Lübbe, nach dessen Antrittsvorlesung ich von Altphilologie auf Philosophie umsattelte, war natürlich in seiner übrigens unverwechselbaren auch sprachschöpferischen Kraft gerade nicht von "analyrischer", sondern natürlich analytischer Qualität. Bei Lübbe war übrigens einmalig zu lernen, dass gerade nicht welthistorische Gesamtüberblicksvorlesungen die Hauptsache an der Geschichtsschreibung sind, sondern letztlich die Lokalgeschichtsschreibung. Dies war vor ihm gerade noch am Beispiel der "Geschichte von Florenz" v. Machiavelli oder der Geschichte Athens bei  Thukydides anerkannt, aber beispielsweise nicht bei der Geschichte Ostfrieslands, für die zum Beispiel der Husserl-Schüler Wilhelm Schapp methodisch exemplarische Werke geschrieben hat, im Zusammenhang mit "in Geschichten verstrickt" und "Philosophie der Geschichten" von einer Genauigkeit, gegenüber der die Geschichtsmodelle v Hegel, Marx u. Spengler nur noch ideologisch wirken. So wie nun mal die Lokalgeschichte "genauigkeitskompatibler" bleibt als die sog. "Weltgeschichte". 

das kapital

27. Januar 2026 11:41

Kommen Sellner und Kubitscheck und Sezession jetzt im "Mainstream" an ?Sellner hat wohl mit 18 mit falschen Vorbildern danebengegriffen. Jetzt ist er wesentlich klüger und verlässlicher geworden. In seinem Buch "Remigration" steht nichts drin, was strafrechtlich relevant wäre. Alles bis zum letzten Komma ist von der Meinungsfreiheit gedeckt und vieles, was da drin steht, würde Deutschland weiterhelfen, wenn es umgesetzt wird. Nur versuchen die linken Säcke, allerlei Zeug hineinzuinterpretieren, das nicht drin steht und auch nicht gesagt worden ist. Die Stadt Potsdam meinte sogar, ihm generelles Deutschlandverbot erteilen zu dürfen. /// Die IB gilt ja wohl auch nach wie vor unter Beobachtung. IB auf dem Brandenburger Tor: null Sachschaden. Klimakleber dort: mehr als 100.000 Euro Schaden. Noch Fragen, wer die Schadenstifter sind ? Ich nicht. /// Die Bundesrepublik ist 1949 von ethnischen Deutschen für ethnische Deutsche gegründet worden. (Wenn auch unter fortbestehender allierter Oberherrschaft.)Deshalb hat Deutschland bis 1990 gut funktioniert. Danach ist Deutschland in einer Weise verwässert worden, die nicht mehr genug davon übrig lässt. 

Maiordomus

27. Januar 2026 11:47

@Boreas. Schön, dass Sie auf "Der Vater" von Jochen Klepper verweisen. Ohne diesen Bezug, Sieferle natürlich inbegriffen, wäre ich vielleicht nicht oder nicht mehr in den hier geführten Debatten drin. So wie ich ohne Leopold Ziegler den Herrn Jongen nie als speziell interessant hätte einschätzen können. Bei einem Nebenher-Gespräch mit einem deutschen Akademiker an einer Tagung hörte ich mal im Zusammenhang mit GK die Vokabel "rechtsrextrem". Ich fragte ihn dann zurück nach Klepper, Ziegler, Sieferle. Rückfrage: "Warum fragen Sie mich das? Wer sind denn diese?" Mehr und mehr weisse Flecken auf der Landkarte des geistigen Deutschland. Es gibt auch hier noch allzu viele, die es bei diesen weissen Flecken bewenden lassen wollen.    

Laurenz

27. Januar 2026 12:01

@Maiordomus ... Ihre Welt oder Ebene, Maiordomus, ist nur ein kleiner Teil der Gesellschaft, für Sie aber ALLES!, was heißt, Ihre Welt ist extrem klein. Finis Germania weist eine Auflage im 5-stelligen Bereich aus. Das ist im Buchmarkt gut, aber im Aspekt der Reichweite lächerlich wenig. Viel entscheidender waren die Debatten um das Buch. MS agiert auf einer ganz anderen Ebene, die Sie schlicht in Ihrer Literaten-Blase unfähig sind, wahrzunehmen & (im Gegensatz zu GK,) zu schätzen. MS verfügt über eine ganz andere gesellschaftliche Reichweite als Sieferle. Deswegen bleiben Ihre Vergleiche völlig müßig, da beide Ebenen existieren, die Sieferles & die MSs. Vielleicht beachten Sie mal den letzten Satz des Artikels, "Es ging nicht daneben, & die schiere Quantität ist manchmal eben doch ein Argument." ... @Umlautkombinat ... Sie unterliegen demselben Problem, wie Maiordomus. Das Kosubek-Kubitschek-Interview ist weder eine Akademie, noch eine erlauchte akademische Podiumsdiskussion, sondern ein Antesten GKs, die eigene Person & das politische Anliegen in einer etwas breiteren Öffentlichkeit zu entzerren (bisher 134k Aufrufe). Während Björn Höcke sich bereits mit Tim Kellner getroffen hat, gab es meines Wissens noch kein Gespräch zwischen GK & Kellner. https://www.youtube.com/shorts/ovR_Ng1qbzs?feature=share

Laurenz

27. Januar 2026 12:17

@Umlautkombinat (2) ... Warum auch? Erzähle Ihnen das nur, weil GK im Interview exakt auf die unterschiedlichen Ebenen hinwies. Höcke ist Politiker & will gewählt werden, GK, als denkender Verleger, nicht. GK wies im Gespräch explizit darauf hin, daß die persönlichen Gespräche mit Höcke abseits politischer Zwänge ablaufen. & warum sollte GK Inhalte preisgeben, während die linken Mitbewerber im Verlagswesen langweilige Textbausteine veröffentlichen? Auch in Ihrer politologischen Betrachtung liegen Sie daneben. Echte NeuRechte brauchen gar nicht von rechts gegen den Liberalismus argumentieren. Marx selbst schreibt, daß der Liberalismus eine notwendige Voraussetzung des Sozialismus & damit für den Kommunismus darstellt. Denn sobald der Liberalismus etabliert ist, wird er zur reaktionären Kraft, die gewaltsam zu überwinden ist, wie wir es gerade erleben. Die gewaltsame Überwindung findet immer von oben statt, was auch völlig konkludent ist. Nur der Kommunismus verbrieft absolute Macht. Die Rechte muß rationale politische Optionen debattieren. Denn, sonst tut es niemand ernsthaft.

RWDS

27. Januar 2026 12:18

@MarkusMagnus
Bei Ihren ständigen Ausfällen gegenüber Israel muss ich mich langsam fragen, welche Hautfarbe die Hände haben, die Ihre Beiträge abtippen.
Normal ist das nicht.

RMH

27. Januar 2026 12:53

Das Interview war gut & man kann nur wünschen, dass auch alle, die es sich anschauen, komplett dabei bleiben, denn zeitlich fällt es mit seiner Länge etwas aus der Reihe. Kosubek war beim Fall Hättasch klar zu wenig vorbereitet, aber das hat insgesamt der Sache keinen Abbruch getan. An Kosubek können andere Journalisten lernen, wie man viel aus seinem Gegenüber herausholt. Das Bedarf dann etwas Geduld & Höflichkeit & bringt nicht gleich die dringend benötige 5 Wörter Schlagzeile, aber am Ende lohnt es (auch für etw. Gegner!). Rein inhaltlich möchte ich zu den Ausführungen von G.K. nur anmerken, dass es immer da am Spannensten wurde, als es um die Staatsbejahung auf der einen Seite ging, man aber doch auf der anderes Seite echte Opposition zum aktuellen Staat ist (nach Lanz, siehe Interview mit v.Storch, ist man dann ja kein Patriot mehr, wenn man kritisiert). Wenn man einen Staat als überparteiliches Ideal hat, dann braucht es konsequenterweise keinerlei "NGO"s, weder von links, noch von rechts. Bei der Frage nach der "rechten Lebenslüge" wäre meine Antwort, dass Manche entgegen der realen Lage meinen, dass es ein deutsches Deutschland noch mal in der Form geben könnte, wie es war. Das ist utopisch. Hat G.K auch nicht so behauptet.

Le Chasseur

27. Januar 2026 13:00

@Laurenz
"Das weiß ich mir was besseres. Israel ist ein rechts-identitärer Staat, quasi die einzige Speerspitze gegen die Islamische Conquista."
Bullshit. Ich wiederhole es gerne: Was war die Ursache für die Destabilisierung des Nahen und Mittleren Ostens, durch die die Flüchtlingsströme ausgelöst wurden?
Wer hat uns das Ukraine-Desaster eingebrockt?
"Die Neocon-Bewegung entstand in den 1970er-Jahren um eine Gruppe öffentlicher Intellektueller, von denen einige von dem Politikwissenschaftler Leo Strauss (...) und dem Altphilologen Donald Kagan (...) beeinflusst wurden. Zu den führenden Köpfen der Neocons gehörten Norman Podhoretz, Irving Kristol, Paul Wolfowitz, Robert Kagan, Frederick Kagan, Victoria Nuland, Elliott Cohen, Elliott Abrams und Kimberley Allen Kagan."
 

Schobbepetzer

27. Januar 2026 13:13

Ich verstehe das ganze Bashing von Fr. Kosubek nicht. Was ihre persönliche politische Position und ihr Weltbild ist, tut doch garnichts zur Debatte. Wichtig ist das sie mit GK diskutiert, sie unterstützt damit das Erweitern des Raumes. 
In unserer eigenen Blase, hat doch jeder GK schon reichlich gehört, als Podcast, als Interviewgast oder live auf Sommerfest etc. Das meine ich jetzt nicht despektierlich @GK ich höre Sie gerne, gerne auch wieder.Aber durch Kosubek werden neue Kreise erschlossen und Tabuisierung aufgehoben. 
Für unsere Sache ein weiterer Meilenstein oder wie GK es nennt, die Muskeln wachsen. Unbedingt fortführen. Bei manchem Beitrag oben in der Diskussion, stellt sich die Frage, was soll das austragen. Oder geht es nur darum, mal wieder die Dinge zu verkomplizieren. 

pasquill

27. Januar 2026 13:44

Zugute halten kann man Frau Kosubek, dass Sie überhaupt Leute wie Sellner und Kubitschek einlädt und relativ viel "Zeit-Raum" bietet. Ihre Fragen zeugen jedoch eher von linkem Common-Sense: das angeblich rechte Gewaltproblem, der Döner-Test und die Frage, ob man den eigenen Sohn in den Krieg schicken würde. Am schlimmsten fand ich die staatspolitische Naivität, ihr Beharren, sie sei die gute Anti-Etatistin und Kubitschek der schlimme Etatist. Von keinerlei staatsphilosophischem Grundgedanken angekränkelt, der die Notwendigkeit der institutionellen Sicherung des Menschen auch durch Staatsinstitutionen einsieht. Hier musste sie sich eine Lektion von Ihnen, Herr Kubitschek, erteilen lassen. Wie Sie überhaupt alle Fangfragen souverän gekontert haben, war eine Freude zu hören. Chapeau!

Majestyk

27. Januar 2026 13:56

@ Laurenz:
"Bei der Rechten liegt ein fundamentales politisches Mißverständnis zugrunde."
Fängt damit an, daß manche Rechte die Verschleierung von links nicht hinterfragen, daß die Nationalsozialisten sehr wohl sozialistische Wurzeln hatten:
„Der Idee der NSDAP entsprechend sind wir die deutsche Linke. Nichts ist uns verhaßter als der rechtsstehende nationale Besitzbürgerblock“ - Joseph Goebbels, 06.12.1931
Deren Feind war nicht nur die Rotfront, sondern auch die Reaktion und die NSDAP bekämpfte ebenfalls das Besitzbürgertum. "Der Feind steht rechts" - Deutsche Reichszeitung, 15.06.1934
Auch der Haß auf Juden hatte, neben rassischen auch antikapitalistische Gründe:
„Wir sind als Sozialisten Judengegner, weil wir im Hebräer die Inkarnation des Kapitalismus, das heißt des Mißbrauchs mit den Gütern des Volkes sehen.“  - Joseph Goebbels, 30.07.1928
Der Nationalsozialismus läßt sich eben nicht eindeutig rechts verorten, sondern ist mindestens mal eine Hybridideologie. 
_________________________________________________________________________
Zum Interview:
Kubitschek im Auftritt souverän, wird entsprechend auch in den Kommentaren gewürdigt.
Kosubek erwartbar. Da lassen sich manche wohl vom Äußeren blenden.
 
 

Karl

27. Januar 2026 14:05

Die Aussage von Kosubek, sie kenne keine linksextreme Gewalt (Minute 14:57), lässt ja tief blicken. Ich war auf zig Demonstrationen oder Tagungen wo wir vor linksextremer Gewalt nur durch die Anwesenheit eines massiven Polizeiaufgebots geschützt waren. Sogar konspirative Methoden mussten eingesetzt werden, um Treffpunkte geheim zu halten. Bei den Demonstrationen liefen hasstriefende Szenen ab. Wir mussten z.T. durch Polizeieskorten in Sicherheit gebracht werden. Hat sie denn niemals solche „Antifa“-Aufmärsche erlebt? Für mich war das fast Alltag. Wo lebt diese Frau?

Karl

27. Januar 2026 14:33

@Maiordomus (10:12): „Sieferle verkörpert genau jene Sorte von Intellektuellen, deren langfristiger Rang im vorigen "Bosselmann"-Debattenstrang von einigen nicht erkannt wurde, weil sich seine Beachtung im Mainstream im Promillebereich bewegt.“
Zu Ihrer geneigten Information, da Sie mich sicher unter die von @RMH sog. „Antiintellektuellen“ einsortieren: Ich habe sofort nach Erscheinen „Finis Germania“ gelesen. Außerdem habe ich von diesem Autor „Die Konservative Revolution“ studiert. Sie sehen, auch die von Ihnen und RMH als „Antiintellektuelle“ Einsortierten lesen. Das soll keine Rechtfertigung sein, sondern belegen, dass sie mit ihrem Schubladendenken falsch liegen. „Intellektualität“ oder „Antiintellektualität“ war überhaupt nicht das Thema. Es ging mir um Metakommunikation, wie ich auch meinen ersten Kommentar im HB-Strang überschrieben habe. Falls Ihnen dies kein Begriff sein sollte, kann ich gern nachhelfen.

Majestyk

27. Januar 2026 14:37

@ Laurenz:
Eine Frage sei mir hoffentlich gestattet. Wenn Sie Ihr Feindbild Liberalismus über Marx begründen (den ich zutiefst ablehne, inhaltlich wie als überlieferte Person), sich mit dem das Feindbild teilen, zu dem dann wohl irgendwie auch ich gehöre, warum sollten wir uns eine Partei teilen und warum sollte ich Sie bei der Machterringung unterstützen, wenn dies dazu führt, daß ich weiterhin am Rande der Gesellschaft stehen bleibe, nur aus anderen Gründen? Dann ist es doch besser, ich lasse von Wahlen und politischer Artikulation zukünftig die Finger. Von einigen Rechten werde ich ja eh nicht als vollwertiger Bürger anerkannt, bzw. intellektuell als minderwertig betrachtet und meines Stimmrechts beschnitten. Ich selber kann ja weder in einer egalitären, noch in einer hierarchischen Ordnung etwas gewinnen und ideologisch vertrauenswürdig bin ich ja weder aus linker wie rechter Perspektive, beiden gleich unwillkommen. Wer garantiert denn freie Rede, freie Arbeitsplatzwahl, freie Mobilität, freies Eigentum, Bürgerrechte, wenn liberales Gedankengut prinzipiell verpönt ist? 
Hinzu kommt ja noch die zunehmende Akzeptanz der braunen Suppe, die MarkusMagnus und einige andere aufkochen. Die schmeckt mir nämlich nicht und ich weigere mich mit diesen Leuten ein "wir" zu teilen und helfe auch nicht, diese Suppe wieder salonfähig zu machen.

Majestyk

27. Januar 2026 14:39

@ RMH:
Die Trump-Administration hat über 600.000 Illegale abgeschoben, 1,9 Mio. haben das Land freiwillig verlassen. Und das in einem einzigen Jahr. Für die USA nur 10 Prozent aller Illegalen, für Deutschland wäre das ein Befreiungsschlag. Alles ist möglich, man muß nur wollen.
Und wer sich hinter rechtlichen Bedingungen verstecken will, die kann man ändern. Die Linken taten dies ja ebenfalls.

Maiordomus

27. Januar 2026 14:46

@Tim Kellner, der bei der unterhaltsamen Darstellung und oft Parodierung öffentlicher Absurditäten Reichweite erzielt, gewiss die tausendfache im Vergleich zu Sieferle-Lektüren. TK spielt hingegen als Zeitanalytiker keine Rolle für ein künftiges Geschichtsbuch, was bei Sieferle aber nicht auszuschliessen ist. Das geistige Gewicht seiner Bücher und Analysen bei einer künftigen Ergründung von sozialen und demografischen Analysen der Veränderungen in unserer Gesellschaft seit ca. 1960 wird mutmasslich umso mehr ins Gewicht fallen, als sich seine Gesichtspunkte als hochrelevant und als wissenschaftliche Erörterung mit Orientierungsgehalt herausstellen werden. Hingegen würde es Schnellroda mutmasslich nicht einfallen, @L und Tim Kellner ein Seminar zur Weiterbildung der deutschen rechten Intelligenz abhalten zu lassen. Immerhin behält Satiriker Kellner jeweils Respekt vor Toten u. Getöteten, denen er jeweils jenseits von jedem Zynismus wünscht, sie mögen in Frieden ruhen, was ich Sieferle zumal gönnen würde. Aber seine geistigen Errungenschaften mögen weiterwirken, u.a. wohl auch in Schnellroda, hoffentlich nicht nur dort.  

Maiordomus

27. Januar 2026 15:07

@Le Chasseur. Sie neigen Ihrerseits zu nicht weiterführenden Vereinfachungen. Wahr bleibt indes, dass die amerikanischen Neocons vom angelsächsischen Konservatismus wegbewegt haben, auch von einem so bedeutenden Analytiker wie James Burnham,  der schonungslos die "Revolution der Manager" analysiert hat, wiewohl Exkommunist, mit deutlichem Rechtstrend. Er ist auch der Erfinder des Schlagworts vom westlichen Selbstmord, gegen den anzukämpfen vernünftige Strategien von Rechten und Konservativen zu entwickeln wären. 
Auch wenn man es hier nicht gerne hört: Autoren, die genannt werden,  müssten gelesen sein. Ich habe bei Ihrer Einschätzung nicht den Eindruck, dass Sie Leo Strauss studiert haben, dessen bester Kenner in Deutschland Heinrich Meier ist, lesenswert, der anfing fast wie Sellner und als Metapolitiker Nachfolger v. Mohler bei der Siemensstiftung wurde. Leo Strauss sollte nicht nur als Feindbild analysiert werden, würde sich als Thema für Schnellroda allenfalls lohnen.    

Laurenz

27. Januar 2026 15:15

@Schobbepetzer ... Hier basht gar niemand Jasmin Kosubek. Sie könnten beim Lesen mehr Achtsamkeit für Ihre Eigene Stimmung erübrigen, die das Gelesene aus Ihnen Selbst interpretiert. Es ist aber legitim, Kosubek, als das zu bewerten, was Sie persönlich & als Journo/Moderator ausmacht. @Das Kapital @L. ... wir wissen nicht, auf wessen Deckel Frau Kosubek lebt, ob auf dem Eigenen mit kleinem Team oder sonstigen Sponsoren, jedenfalls nicht auf unserem beim Schundfunk. Da Kosubek Ihre Reichweite erhöhen will, handelt Sie, als Mitbewerber des Schundfunks völlig schlüssig, wenn Sie Personen des Öffentlichen Lebens einlädt, die Reibung verusachen. Wenn Kosubek Fratzscher oder Röttgen einladen würde, interessierte das keine Sau. @Le Chasseur @L. ... Sie sind keine Antwort wert, wenn Sie meinen FPÖ-Israel-Kommentar nicht richtig lesen. Sie zitieren ausnahmslos US-Amerikaner, teils in Europa geboren, aber keinen einzigen ausgewiesenen Israeli. Was habe ich geschrieben? Wenn die Oligarchen Rußlands (& der Ukraine) die Macht behalten hätten, wäre Rußland längst zerschlagen. Vielleicht wischen Sie Sich erst mal den Schaum vom Mund, lesen korrekt, beruhigen Sich. Dann können Sie von mir weitere Argumente erwarten. Um Ihnen unverdient etwas an die Hand zu geben, beziehe ich mich auf Umlautkombinat.

Ulrike

27. Januar 2026 15:20

Gelegentlich wird hier kommentiert „Der Rechte liebt das Volk aber verachtet die Masse“. Nach dem Interview mit Jasmin Kosubek könnte es vielleicht eher heißen „Der Rechte liebt das Volk und akzeptiert die Masse“? (im Video ca. zwischen 1:29:58 und 1:35:13 auf die Frage von J. Kosubek, ob es eine „Lebenslüge der Rechten“ gäbe, was verneint wird: „Der Mensch ist der Mensch, der ist aus krummen Holz gemacht und wird immer krummes Holz bleiben ... Kein Rechter möchte aus dem Menschen etwas machen, was er nicht ist. ... Auch das Dysfunktionale gehört zum Menschen ... Daß es (bei den Rechten) kein geschlossenes Weltbild gibt, das ist zugleich ein Segen und ein Problem.“) Ich sehe darin aktuell eher „Segen“ als „Problem“, diese Abgrenzung von linken "Wir-müssen-uns-den-Menschen-nur-besser-erziehen"-Utopien müßte, auch durch AfD-Funktionsträger, viel mehr in den Vordergrund gerückt werden. 

Laurenz

27. Januar 2026 15:35

@Le Chasseur @L. ... Umlautkombinat zitiert David Goodhart, ein in Britannien lebender Jude. Goodhart publizierte seine These/Realität von Anywheres & Somewheres wohlmeinend zugunsten der Somewheres. Da Er Selbst aus einer Einwanderfamilie Seine Erfahrung nimmt, bezieht Goodhart Sich historisch, meines Erachtens, auf das Klischee "des ewigen Juden/the wandering Jew", wobei er völlig zurecht (20 Mio. Juden weltweit, abzüglich 7 Mio. Israelis = 13 Mio. reichen nicht mehr aus), den gesellschaftlichen Kreis der Anywheres x-fach auch auf Nichtjuden ausgedehnt hat, im Westen 13% der Bevölkerung, also ca. knapp 90 Mio., die gegen 730 Mio. Somewheres Politik machen. In Israel leben Somewheres, nur sehr bedingt ein paar Anywheres, die Israel nutzen, wenn sie flüchten müssen. Die USA sind der Knüppel Davids, nicht Israel. Aber wir brauchen Israel, um uns zu israelisieren. Denn, was hat Israel an Unterstützung von einem orientalisierten Europa zu erwarten? Genau, nichts. Und wir können aus Israel berechtigte Legitimität ziehen.

Umlautkombinat

27. Januar 2026 16:07

@Laurenz, was Ihnen zu hoch ist, ist noch lange nicht akademisch. Eine einfache Vorlesung in Funktionalanalysis fuer Zweitsemester wuerde Ihnen wahrscheinlich nach 5 Minuten den Kopf platzen lassen. So platzt wieder nur der Hals, weil Sie wie ueblich a) aufhoeren zu lesen was Ihr Gegenueber schreibt und b) nur noch Triggerworte wahrnehmen, wenn Sie meinen eine Position wahrzunehmen, die Ihnen nicht passt. Ab dem Punkt sehen Sie weder den Unterschied zwischen Fragen, Meinungen, Positionen oder gar angesprochenen Inhalten, geschweige einen Ansatz zu inhaltlicher Diskussion ohne anderen unter die Guertellinie zu gehen. 
Zu Hoecke z.B. habe ich kein Wort verloren, es bleibt voellig unklar, was Sie mir mit ihm erklaeren wollen, er spielt ueberhaupt keine Rolle fuer die von mir angesprochenen Punkte. Ich habe auch Liberalismus ueberhaupt nicht gewertet - meine eigene Position dazu ist relativ differenziert, ein Wort, dessen Bedeutung Sie nun langsam einmal nachschlagen sollten. Was Marx dazu gesagt hat, ist mir ehrlich gesagt auch voellig Banane. 
 
Wenn Sie mit mir diskutieren wollen, erledigen Sie also erst einmal die elementarsten Hausaufgaben fuer eine Auseinandersetzung.

Rheinlaender

27. Januar 2026 16:20

@Le Chasseur
Die Neocons haben sich zwar auf auf Strauss berufen, aber in ganz anderen Punkten als bei Wikipedia angegeben, das bei solchen Themen einfach keine geeignete Quelle darstellt. Strauss selbst wäre das naive Menschenbild der Neocons fremd gewesen, das letztlich dazu führte, das der von ihnen propagierte militärische Demokratieexport im Irak und in Afghanistan scheiterte. Dieses Scheitern war aber kein Ziel der Neocons, die diese Länder zu stabilen Kernstaaten amerikanischen Einflusses in der Region machen wollten, und führte letztlich ja auch zu ihrer politischen Irrelevanz. Die große Migrationswelle aus dem Nahen Osten setzte davon abgesehen mehr als ein Jahrzehnt nach diesen Kriegen ein und hat mehr mit Angela Merkel als mit Neocons zu tun. Im Vorfeld des Ukraine-Kriegs waren die Neocons außerdem in den USA längst keine dominierende Stimme mehr. Die Befürworter eines konfrontativen Kurses gegenüber Russland bzgl. der NATO-Erweiterung argumentierten überwiegend nicht neokonservativ, sondern vor allem geopolitisch in Anknüpfung an den erklärten Neocon-Gegner Brzezinski und sahen hier vor allem eine Chance, den eigenen Machtbereich auf Kosten Russlands zu erweitern, wobei sie die Risiken in Kauf nahmen. 

Gracchus

27. Januar 2026 16:26

Was dem Linken seine Utopie, ist dem Rechten sein Mythos (von irgendeinem goldenen Zeitalter, den Helden). 
Ich scheue mich es niederzuschreiben, weil ich nicht schon wieder eine fruchtlose Religionsdebatte anzetteln will, aber der Hinweis erscheint mir unerlässlich, dass der "neue Mensch", den die Rechte nicht "will", ja vom Völkerapostel Paulus geprägt wurde. Für einen rechten Christen erwächst hieraus mindestens ein Spannungsverhältnis. Dieser neue Adam hat natürlich nichts mit dem "neuen Menschen" moderner Ideologien zu tun.

RMH

27. Januar 2026 16:56

"Die Trump-Administration hat über 600.000 Illegale abgeschoben, 1,9 Mio. haben das Land freiwillig verlassen. Und das in einem einzigen Jahr. Für die USA nur 10 Prozent aller Illegalen, für Deutschland wäre das ein Befreiungsschlag. Alles ist möglich, man muß nur wollen."
@Majestyk, ich stimme ihnen zu, wenn Sie den polit. Willen anmahnen & einfordern. Die USA taugt als Beispiel aber nicht, da sie trotz Abschiebungen in 2025 zwischen 500k bis knapp 1 Mio NETTO Zuwanderung hatte. Die von Ihnen genannten Zahlen stellen weniger als 1% der Einwohner der USA dar, bei der man nicht mal genau weiß, wie viele da wohnen (es sind Schätzungen). Hispanics werden immer treibende & mitbestimmende ethnische Kraft in den USA bleiben, egal wie viele abgeschoben werden, Trump gewinnt mit ihnen Wahlen. Kurzum, auf D bezogen: Wir haben andere Verhältnisse & das sich die ethnische Zusammensetzung in den letzen 60 Jahren entscheidend verändert hat, ist m.M.n. nicht mehr umkehrbar, nur noch bremsbar. Manche von den Migranten will ja selbst die AfD gerne pauschal & ungeprüft hierbehalten (nämlich die aus der ehem UdSSR/Ostblock). & ich befürworte natürlich Rückführungsanreize & Maßnahmen. Aber realistisch ist einfach zu viel schon zu lange gekippt.

Maiordomus

27. Januar 2026 16:57

@Karl. Sie haben meines Wissens sich nie abwertend über Sieferle geäussert und bestätigen oben, wie wichtig es ist, noch vor der politischen Praxis und herkömmlichen Gesprächen, sich vertieft grundsätzlich zu orientieren, auch wenn man sich gewiss nicht durch ganze Bibliotheken durchgepflügt zu haben braucht. Die Aussage, es käme auf Tim-Videos an und weniger auf Denker mit geringer Reichweite bei den Massen, stammte nicht von Ihnen. Sie gehören auch nicht zu denen, die Leo Strauss mit den Neocons verwechseln, was von den Staussianern im Umfeld von Heinrich Meier zurückgewiesen wird. Um aber nicht missverstanden zu werden: wenn Sie sich zB. nach Sieferle orientieren, müssen Sie gewiss den Strauss nicht noch nachbüffeln. Und Hinweise auf Universalienstreit u. Erkenntnistheorie sind nicht mit Wahlhilfen zu verwechseln, eher mit Weiterbildung von Weiterbildnern, was nicht jedermanns Aufgabe ist. Natürlich ist polit. Alltagsarbeit was anderes, wiewohl sie dringend der Orientierung bedarf. Will jedoch SiN eine "Denkfabrik" sein, braucht es, was GK sicher weiss, auch Denkmethodik, sog. Metasprache. Buchstudium gehört direkt zum "Geschäft".    

Gracchus

27. Januar 2026 17:01

@Umlautkombinat: Die Gegnerschaft zum Liberalismus ist uralt, wahrscheinlich so alt wie der Liberalismus selbst. Auch hier wird man bei C. Schmitt fündig. Stichworte sind: der Mangel an politischer Dezision (Neutralisierung des Politischen), das Parlament als "Schwatzbude". Heutige Rechte sehen den Liberalismus wohl als überholt oder völlig degeneriert (Beliebigkeitsliberalismus) an. 
@Majestyk: Mir sind keine rechten Pläne bekannt, die die Grundrechte abschaffen oder Leuten wie Ihnen das Wahlrecht entziehen wollen. Wenn Sie sich dem Liberalismus zugehörig sehen, müssen Sie sich eben einer liberalen Gruppe anschließen. Was denn sonst? Ansonsten meine ich, dass wer freiheitlich denkt, nicht Liberaler sein muß. 

Le Chasseur

27. Januar 2026 17:03

@Rheinlaender
"Dieses Scheitern war aber kein Ziel der Neocons, die diese Länder zu stabilen Kernstaaten amerikanischen Einflusses in in der Region machen wollten"
Sie behaupteten das, weil sie ihre Kriegspolitik ja der Öffentlichkeit "verkaufen" mussten. Tatsächlich ging es darum, halbwegs stabile Staaten in failed states zu verwandeln. Trump verkauft die Politik der NeoCons jetzt anders
Er behauptet, Angriffskriege und Truppenstationierungen seien im Interesse Amerikas.
In Syrien wächst wieder die Gefahr durch den IS , nachdem vom Westen unterstützte Islamisten Assad zur Flucht zwangen.
"und führte letztlich ja auch zu ihrer politischen Irrelevanz"
Die NeoCons sind nach wie vor einflussreich. Rubio bspw. hat sich das "America first"-Mäntelchen umgehängt, ist aber nach wie vor ein NeoCon, der Trumps Politik entsprechend beeinflusst. Und Trump ist insgeheim vermutlich auch ein NeoCon, aber mit der Ankündigung, Kriege für Israel führen zu wollen, gewinnt man eben keine Wahlen, also erzählt man populistische Lügen.

Maiordomus

27. Januar 2026 17:20

Noch zu Kosubek. Diverse hier, auch solche, die mehr hemdsärmelig argumentieren, haben dank gesundem Menschenverstand, common sense, gemerkt, dass eine Journalistin nicht mal primär ihre eigenen Fragen stellt. Sondern ihren Ausgangspunkt vielfach von den Gemeinplatz-Debatten hernimmt, also Fragestellungen, mit welchen die öffentlichrechtlichen Medien ihre Hegemonie aufrechterhalten. Die ständig eingehämmerten Fragen wurden nun diesmal einem gestellt, der trotz seines Rufes als vielleicht bekanntester bekennend rechter Buchverleger gerade deswegen nie zu Talkshows eingeladen wird. Zweck: Es soll mal direkt mit statt über einen solchen gesprochen werden, nicht dass entweder Precht oder sogar Lanz dessen Einstellung versuchsweise zu imitieren braucht. Es wurde erkannt, dass das Interview ein kleiner Schritt war, das "universe of discourse" der elektronisch massenmedial geführten Debatte zu erweitern. Superinteressant wäre, wie oben mal gesagt, Kosubek und Kositza zu hören, weil letztere etwas weniger politisch und prima frauentauglich wirkt.  

Karl

27. Januar 2026 17:42

Ich möchte mich bei @Majestyk (13:56) für seinen Kommentar zum Thema Nationalsozialismus (NS) bedanken. Dass die Rechte in der Öffentlichkeit mit dem NS gleichgesetzt wird, ist einer der Hauptgründe dafür, dass so viele reflexartig dicht machen. Das ist natürlich auch der Zweck der Übung. Die Linken schaffen es, Geschichte so umzudeuten, dass die Verbindung zu ihrer Ideologie gelöst wird und sie selbst mit weißem Kragen dastehen. M. Janik („https://www.youtube.com/@Wie24“) beschäftigt sich in m.E. sorgfältig recherchierten Videos mit diesem Thema und stellt dar, dass es gerechtfertigt erscheinen mag, den NS eher als „links“ einzuordnen. Auch Historiker wie Zitelmann und Aly finden Argumente, die diese Position stützen. GK kommt im Interview auch auf dies Thema zu sprechen: „Utopisch, das sind die linken Anteile am nationalen Sozialismus. Und das ist etwas, was Rechte zutiefst ablehnen.“ (1:36:14)
Zweitens möchte ich mich für den Impuls von @Ulrike zur Abgrenzung von linken Utopien bedanken und diesen unterstützen: „diese Abgrenzung von linken "Wir-müssen-uns-den-Menschen-nur-besser-erziehen"-Utopien müsste, auch durch AfD-Funktionsträger, viel mehr in den Vordergrund gerückt werden.“ ...um zu zeigen, dass wir den Menschen annehmen und ihn nicht in ein ideologisches Schema pressen. GK dazu  im Interview: "Kein Rechter möchte aus dem Menschen etwas machen, was er nicht ist. ... Auch das Dysfunktionale gehört zum Menschen." (s. Kommentar @Ulrike zum Auffinden im Interview)

Maiordomus

27. Januar 2026 17:44

@Gracchus. Bei der "Religionsdebatte" wurde unterstellt und bedauert, dass Sezession bzw. SiN von einem "katholischen Ehepaar" geführt würde, worüber die Bischofskonferenz mutmasslich im Chor den Kopf schütteln würde. Es soll kein Vergleich mit diesem Ehepaar sein: der österreichische Linkskatholik Friedrich Heer, vor 55 Jahren in Freiburg mal mein Gesprächspartner, ging hartnäckig bei seiner Kritik vom "Katholiken" Adolf Hitler aus, schrieb dazu sogar ein Buch: "Der Glaube des Adolf Hitler." Bei Carl Schmitt spielt der Katholizismus bei Ideologie-Analysen ebenso eine gewaltige Rolle wie sonst nur das Jüdische. Bei letzterem hat man sich daran gewöhnt, dass westliches Denken wohl definitiv nicht mehr von diesen Wurzeln abgetrennt werden kann (die Nazis hätten "gereinigt" gesagt). Bei näherem Hinsehen waren aber Katholizismus, Luthertum und zumal noch der Calvinismus, nach M. Weber eine Basis des kapitalistischen Ethos, ebenso einflussreich. Nach E. Voegelin kommt noch die  Gnosis dazu, eher weniger das altnordische Heidentum, wiewohl es Einfluss bekam auf das Gemeinschaftsdenken zB. in Schweden und Island. Nach Carl Schmitt gab es vor allem formal eine starke katholische Prägung des abendländischen Denkens. Also werden Ideologie-Debatten auch ohne Glaubensbekenntnis immer wieder katholisch "durchsetzt" sein.

Le Chasseur

27. Januar 2026 17:45

@Laurenz
"Und wir können aus Israel berechtigte Legitimität ziehen."
Sie glauben das wirklich, oder? Nur dem auserwählten Volk ist es erlaubt, eine identitäre Politik zu verfolgen.
Quod licet Iovi, non licet bovi.

Boreas

27. Januar 2026 18:59

@Gracchus
Gut, das Sie das nochmal ansprechen. Mythos war das Thema der ersten Akademie, der ich beiwohnte und der Mythos des Reiches, die Reichssehnsucht ist zumindest für mich das, was über die normative Kraft des Faktischen hinausgeht. Oder wie es Hellmuth Plessner ausdrückte:"Wer heute an die Tradition des Reiches anknüpfen will, wird bei sich selbst einsetzen müssen. Er wird dies tun in der ständigen Rückbesinnung auf dessen ursprüngliche Prinzipien in Sachen Ethik, Anthropologie und Staatslehre, wie sie vielfach beschrieben und von den Vertretern der jungkonservativen Bewegung neu angeeignet wurde. Von diesem Fundament her vermag er sich den politischen Fragen der Gegenwart zu öffnen, ohne zu vergessen, das sie nur vorläufig sind und ihrer endzeitlichen Beantwortung harren. Ob das Reich je wieder in Erscheinung treten wird, lässt er offen. Doch er warte zu in Geduld, bis eines Tages das entsiegelnde Wort laut wird und Gott wieder Gnade gibt."

FraAimerich

27. Januar 2026 19:28

Gerne sähe ich einmal eine sachliche, differenzierte Diskussion darüber, ob Israel wirklich einen "idealen rechten Ethnostaat" oder zumindest brauchbaren "Legitimitätsanker" für deutsche Rechte verkörpert. Ich glaube, man könnte das auch ganz anders sehen, gerade im Blick auf die Gegenwart. Wenn Trump, sozusagen als "falscher Messias aus dem Bilderbuch", nicht einmal mehr nur Kabuki-Theater mit dem Iran spielt, wird sich vielleicht bald ein gebührender Anlaß für eine solche Diskussion ergeben.
 
Ergänzend zur jüngsten Fortsetzung des "Hafttagebuchs" und den Einlassungen GKs zu Herrn Hättasch im Gespräch mit Kosubek möchte ich noch kurz auf die knapp einstündige Pressekonferenz von Mandic und Co nach dem ersten Verhandlungstag gegen die sog. "Sächsischen Separatisten" verweisen, die in erschütternder Weise verdeutlicht, auf welcher Grundlage die Anklage zu beruhen scheint.

RWDS

27. Januar 2026 19:29

@Le Chasseur
Sitzen diese Juden gerade mit uns im Raum? Ich kann das Gelaber der Rechtsboomer und (witzigerweise) der nachrückenden verblödeten rechten Zoomer bezüglich Israel und jüdisch-bolschewistischer Weltverschwörung wirklich nicht mehr hören.
Auf den Straßen Moslemhorden, ganze Clans, deren Geschäftszweig die Kriminalität ist. Vergewaltigungsorgien von Gangs, unterdrückte deutsche, weiße Schüler in immer "diverser" werdenden Schulen und hier zitieren Clowns aus den Protokollen.

Hartwig aus LG8

27. Januar 2026 19:45

GK
Auf Kosubeks Schlussfrage hätte ich mit einem Satz geantwortet, den ich im Umfeld von Alexander Wendt gelesen habe: " Deutschsein heisst auch, jede Sackgasse bis zu ihrem Ende zu durchschreiten."  
Ihre Antwort " ... eine Sache um ihrer selbst willen zu tun ..." habe ich zum ersten mal vor 20 Jahren gehört und sie trifft den Nagel gewissermaßen auf den Kopf; nur eben nicht positiv, wie Sie das interpretieren. Die Deutschen machen viele Dinge "um ihrer selbst willen", allermeist ohne Mehrwert und zum eigenen Schaden. Man hat eine Sache  nun einmal begonnen und zieht sie bis zum bitteren Ende durch. Ich erinnere beispielhaft daran, dass die Einwanderungs- und die Energiepolitik bei allen Wahlen mit deutlicher Mehrheit abgesegnet wird. Ohne zu profitieren, ohne Sinn und Zweck, Menschenleben kostend  ... letztlich nur noch "um der Sache selbst willen".

Ordoliberal

27. Januar 2026 21:39

Ich empfand GKs Gespräch mit Kosubek als sehr angenehm. Natürlich gab es wieder Liberalen-Bashing seitens GK. Und wie immer weiß man bei ihm nie, ob er die Anarcho-Kapitalisten meint, die Ordoliberalen oder die Liberallalas. Wahrscheinlich interessieren ihn die Unterschiede gar nicht. Aber dann darf er auch nicht behaupten, dass die Rechten kein Feindbild hätten. Er zumindest hat eins: den "kalten" Marktwirtschaftler.
Das Ressentiment gegen den Markt teilen Sozialisten, Nationalkonservative und Christkonservative bekanntlich. Alle drei glauben, dass nur der Staat (bzw. die steuerfinanzierte Kirche) Menschen in Not helfen kann. Warum allerdings die Sozialversicherungspflicht, die ja aus dem libertären Haftungsprinzip ableitbar ist, nur durch Körperschaften öffentlichen Rechts realisiert werden darf, hat mir noch kein Rechter erklären können.
Dass der Konservative den Menschen so lässt, wie er ist, weil er "aus krummem Holz geschnitzt" ist, bezweifle ich stark. Dafür ist dem Konservativen das "Wir" zu wichtig. Und zu diesem "Wir" muss der Mensch erzogen werden. Vom rechten Staat. Ich glaube GK jedoch, dass er das glaubt. Ebenso wie ich ihm glaube, dass er niedrige Steuern und eine niedrige Staatsquote will. Wie sich das allerdings mit der Finanzierung von rechten NGOs verträgt, ist mir schleierhaft. Oder gar mit der staatlichen Schulhoheit und dem ÖRR und den staatlichen Universitäten in rechter Hand.

Ein gebuertiger Hesse

27. Januar 2026 21:44

@Gracchus
Ja, es geht um Worte, etwa das des Apostel Paulus, aber nicht um Spitzfindigkeiten, die wir bibliophilen Heutigen aus den damaligen fernen Worten glauben herauslesen zu müssen. Der große Schwung (der Worte) im Bauchgefühl des Verstehens heute tut es mitunter auch.

Ordoliberal

27. Januar 2026 22:00

Sehr beeindruckend fand ich die Aufrichtigkeit, mit der GK die Frage nach der Wehrpflicht und dem Sterben für Deutschland beantwortet hat. Da merkt man, dass er kein Politiker ist, sondern ein redlicher Intellektueller. Ebenso war sein Urteil über Trump knapp und richtig. Ebenso seine realistische Einstellung zu Russland, das europäisch ist und mit dem man lieber früher als später wieder Handelsbeziehungen aufnehmen muss.
Ansonsten hat er viele Selbstverständlichkeiten auf eine kluge und konziliante Weise ausgesprochen. Zum Thema Migration. Zum Thema "Was ist deutsch?" (Ich bin kein Hegel-Fan, aber die Definition passt.) Zum Thema Gewalt bei Linken und bei Rechten. Ein sehr gutes Interview! So etwas im ÖRR und das Overton-Fenster öffnet sich wieder ein bisschen weiter.

Ordoliberal

27. Januar 2026 22:07

@Umlautkombinat:
Eine Funktionalanalysis-Vorlesung für Zweitsemester? Wo kriegt man denn sowas angeboten? Und wieviel Zeit nimmt die Einführung des Lebesgues-Integrals davon in Anspruch? Kommt man da wirklich zu den Spektralsätzen? Sie müssen auf einer Hochbegabten-Universität studiert haben! 

RMH

27. Januar 2026 22:45

"Ansonsten meine ich, dass wer freiheitlich denkt, nicht Liberaler sein muß." @Gr., Er wird sich dann aber schwer am ordoliberalen/-liberalen Werkzeugkasten bedienen müssen, wenn er seinen Staat nicht vom Zufall abhängig machen will, dass gerade mal tugendhafte Regierende an der Macht sind oder, wie leider häufiger, eben nicht. Der von G.K. gen. Roman "Der Vater", der bewußt als Gegenbild zum N.S. Staat, mit seinem Bonzentum & dem davor gescheiterten Parteienstaat geschrieben wurde, zeigt recht klar auf, hier, der tugendhafte Soldatenkönig, der sparsam mit allen Mitteln des Staates umgeht, sich nicht auf Kosten des Volkes bereichert & versucht, dieses durch Stärke vom Krieg fernzuhalten & da dann schon der Sohn, der nicht mehr so Maß halten konnte & wollte. Kurzum, auch der rechte Staat lebt von Voraussetzungen, die er nicht garantieren kann. Hier dann eben von der Unvorhersehbarkeit seiner "ersten Diener" (& weiteren Diener). Insofern haben gerade liberale Vorstellungen, wesentlich mehr Rationalität in ihren Gedankengebäuden, als der sich auch der realen Lagenbeurteilung rühmende Rechte, dessen wesentliches Totschlagargument gegen den Liberalismus meist ist, dass der freie Markt mit rationalen Teilnehmern ja nur eine Utopie sei (was volkswirtschaftlich widerlegt ist). In Punkto Staatsaufbau & Wirtschaft kann aber gerade der Rechte viel vom Ordoliberalismus lernen. Sehe hier eine künstliche Feindschaft, die von rechten Populisten befördert wurde.

Maiordomus

27. Januar 2026 22:51

Die Bilanz der wiewohl manchmal mäandernden Debatte bleibt, dass das Interview über dem Strich sinnvoll, wertvoll und informativ ist, zumal sachdienlich. @Ordoliberal. Gut, dass Sie sich wieder melden, weil das Liberalismusproblem für Rechte und zum Teil auch für Konservative komplex bleibt. Meines Erachtens auch für Schnellroda. Wenn es nicht zumindest mit Rechtsliberalen einen Konnex gibt, würde dies bedeuten, dass mittel- und langfristig auch die Ausschaltung von Weidel vorgesehen ist, worauf zum Beispiel der politisch ungeschickte ehemalige Leader aus Baden-Württemberg zu setzen scheint. Das ist indes weniger von Bedeutung als dass ohne die liberale Weidel und den mittelständischen Chruppala eine bürgerliche Regierung mit der AfD wohl nie praktikabel wird. Diese beiden Persönlichkeiten sind in ihrer Schnittmenge wohl noch am ehesten etwa für Mentalitäten wie in Bayern und Baden-Würrttemberg und bei denen, die einfach eine einigermassen vernünftige bürgerliche Politik wollen, noch kompatibel. 

Gracchus

27. Januar 2026 22:51

@Ordoliberal: Ich glaube, da täuschen Sie sich. Der Invidualismus ist eine moderne Entwicklung. In Stammes-, aber auch Stände-Gesellschaften regiert das Gruppen-Wir. Man muss es nicht despektierlich Herdentrieb nennen, aber anthropologisch gehören Gruppenbildungen wohl zum Menschsein. Auch individualpsychologisch fängt das Kleinkind nicht mit "Ich" an. 
Der Liberalismus unterschätzt m. E. die Gewalt. Dass sich Staaten oder Rechtsordnungen aufgrund von Verträgen der der Bürger bilden, wie liberale Theorien von Locke bis Rawls meinen, ist doch Fiktion und allenfalls nachträgliche Legitimation. Die Gründungsgewalt wird unterschlagen, und diese, will sie sich durchsetzen, ist niemals liberal.

Gracchus

27. Januar 2026 23:06

@Boreas: Gutes Zitat.
Das bringt mich auf folgenden Gedanken: was, wenn Rechtssein nicht so sehr eine (geschlossene) Weltanschauung - sagt ja auch GK -, sondern vielmehr eine Lebensform bezeichnet, aus der eine gewisse Ethik erwächst, mehr Tugend- als Wertethik, durchaus auch auf das "gute Leben" ausgerichtet. Auch das "krumme Holz" kann Tugend üben und will nicht nur über-, sondern gut leben. Zum guten Leben gehört auch das Heimisch-werden, Heimat finden.  

Kurativ

28. Januar 2026 00:31

Das Kosubeks Interview zeigt die Qualität einer offenen Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen politischen Kräften in einer Demokratie. Man kann es sich gut anchnschauen und sich seine Meinung bilden. Das krasse Gegenteil war die Talkrunde mit Tino Chrupalla und Hubertus Heil bei Frau Meischberger im Ard. Das war wirklich schlechtes Fernsehen und überflüssig. Es zeigt auch, dass sich gutes Fernsehen und das Gewicht der Informationsgesellschaft ins Internet verschoben hat. Freie Akteure im Internet bieten längts gutes "Fernsehen" ohne Aufsicht der verkrusteten Strukturen der BRD.

Majestyk

28. Januar 2026 01:28

@ RMH:
Kommt woh auf die Quelle an. Laut dieser oder dieser war die Nettozuwanderung 2025 negativ. 
Vor allem sind diejenigen die hineinkommen dann ja legal eingereist und entsprechend selektiert. Von den USA wird man kaum erwarten, daß die vom Prinzip Einwanderungsland grundsätzlich abweichen. Diesbezüglich kann man die klassischen Einwandererländer nicht mit den eher homogenen Nationen Europas vergleichen. 
Eine Wiederherstellung auf Niveau der 80er oder gar 50er erwarten wohl nur Utopisten und nur komplett Verbohrte stören sich ernsthaft an Nachkommen der Gastarbeiter. Ich bin aber nach wie vor überzeugt, daß man gerade den Asylrechtsmißbrauch der letzten Dekade und damit die Anzahl der Allahu Akbar Rufer korrigieren könnte. Ob die AfD dies tun würde ist eine andere Frage. Wie ich schon einmal schrieb, eine Partei ist eine Partei ist eine Partei. Und wenn eine Partei Eingewanderte als potenzielle Wähler entdeckt, ist sich jede Partei stets näher als dem Land. Ich erwarte nicht, daß ich die Einhaltung von Wahlversprechen oder Äußerungen vor der Wahl hinterher einklagen kann. Diesbezüglich bin ich Realist.
 

Majestyk

28. Januar 2026 01:29

@ Karl:
Danke. Ob es hilft? Einige scheinen ja nicht einmal zu begreifen, wie hart es die Geschichtsdeutung der Linken trifft, wenn die FPÖ in Israel empfangen wird und die AfD diesbezüglich nachziehen könnte. Realpolitisch wäre das ein Erfolg.

Valjean72

28. Januar 2026 07:44

Interessanterweise wird in USA/UK in "neurechten" Kanälen deutlich kritischer über Israel ("ethno-state for me but not for thee") und die Rolle jüdischer Journalisten und Meinungs-Verfielfältiger in Bezug auf die Masseneinwanderung diskutiert.
 
"Deutschland könne es sich nicht leisten, Flüchtlinge abzulehnen, meint Josef Schuster, Chef des Zentralrates der Juden. Es habe Unheil über andere gebracht und stehe bei vielen Ländern in der Schuld."
(Welt, 03.05.2015)
 
Aber das ficht Julian Reichelt & Cuck natürlich nicht an ...

Old Linkerhand

28. Januar 2026 07:46

@Laurenz: Dont mesz with the Licht!

Götz Kubitschek

28. Januar 2026 07:59

badeschluß. gruß! gk

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