von Till Kinzel (TK), Ellen Kositza (EK), Götz Kubitschek (GK), Erik Lehnert (EL) und Konrad Lehnert (KL) –
Herman Melville: Moby-Dick; oder: Der Wal (Moby-Dick; or, The Whale, 1851)
»Nennt mich Ismael.« Dieser Roman ist so etwas wie der Gründungsmythos, der Ursprungstext der US amerikanischen Literatur – die erste »great american novel«. Erzählt wird die Geschichte des Schiffes »Pequod« und ihrer bunt zusammengewürfelten Mannschaft, die zur Zeit des Walfang-Booms von Nantucket aus aufbricht, um das wertvolle Tran der Meeressäuger zu erbeuten.
Melville (1819 – 1891) war als junger Mann zur See gefahren, auch auf Walfangschiffen, zu einer Zeit, als Wal-Tran der wichtigste Rohstoff für die künstliche Beleuchtung und die Herstellung von Gelatine, Farben, Seifen, Salben etc. war. Dies sollte sich im Laufe der 1850er Jahre mit der Gewinnung von Petroleum aus Erdöl ändern.
Der Kapitän der »Pequod«, Ahab, ein erfahrener Seefahrer und Walfänger, ist allerdings weniger von der möglichen Beute und dem daraus resultierenden Gewinn getrieben als von einem blinden Fanatismus: Er will Moby-Dick, einen großen, weißen Pottwalbullen, erlegen, der ihm bei einer früheren Jagd ein Bein abgerissen hat. Dieser Rache ordnet er alles unter.
Sein Gegenspieler ist der Steuermann Starbuck, der seinem Kapitän einerseits treu ergeben ist, andererseits als rationaler und gläubiger Mann die blinde Wut auf ein Tier für gotteslästerlich hält. Erzählt wird die Geschichte von dem jungen Matrosen Ismael, der uns die verschiedenen Mitglieder der Mannschaft und die Sitten und Gebräuche auf See näherbringt.
Am Ende kommt es zum »Showdown« mit dem weißen Wal. Moby-Dick ist alles in einem: ein Seefahrer- und Abenteuerroman, eine Parabel über die Natur und den Menschen, ein Essay über Wale und den Walfang, gespickt mit philosophischen und religiösen Exkursen, enzyklopädisch, ausufernd, voller Pathos und Ironie, mal dozierend, mal szenenhaft wie ein Theaterstück, lyrische Hochsprache und Slang – kurz: ein Ungetüm von einem Text, 135 Kapitel und ein Exkurs, eine beglückende, herausfordernde Lektüre! Die Bedeutung von Moby-Dick wurde erst einige Jahrzehnte nach Melvilles Tod erkannt, der zu Lebzeiten vor allem für seine frühen Seefahrer- und Südseegeschichten bekannt war.
Ahab und Starbuck sind mittlerweile zu mythischen Figuren, zu Archetypen geworden; über die Frage, was der weiße Wal genau symbolisieren könnte, wird sich weiterhin der Kopf zerbrochen.
Perseus, Sankt Georg, Herkules, Jona und Wischnu! da habt ihr ein Mitgliederverzeichnis ganz nach euerm Geschmack! Welcher Verein außer dem der Walfänger kann mit einer solchen Namensreihe an der Spitze aufwarten?
(KL)
Mark Twain: Die Abenteuer des Huckleberry Finn (Adventures of Huckleberry Finn, 1885)
Mark Twain (1835 – 1910) war ein scharfsichtiger Moralist und Kritiker seiner Zeitgenossen, dem Heuchelei jeder Art gegen den Strich ging. Sein berühmtester Roman wurde schnell zum Bestseller. Mit seiner Figur des Huckleberry Finn, eines von der Zivilisation nur wenig berührten Außenseiters, schuf er eine der mythischen Figuren des amerikanischen Bewußtseins, einen Helden der jugendlichen Unschuld zwischen Naturzustand und Zivilisation.
Huck Finn ist zwar abergläubisch, aber auch Materialist und Pragmatist im amerikanischen Sinne, der sich experimentell mit der Wirklichkeit auseinandersetzt und daher nur zu einem rein wörtlichen Verständnis religiöser Lehren und Praktiken gelangt. Im Grunde seines Herzens ein guter Mensch, ist er leichtgläubig und fällt daher immer wieder auf die wirklichkeitsfremden Phantastereien seines Freundes Tom Sawyer herein (vgl. Die Abenteuer des Tom Sawyer).
Huck entwickelt aber auch auf der gemeinsamen Flucht mit dem entlaufenden Sklaven Jim den Mississippi hinunter die sogenannte Floßethik, die zerbrechliche und hoffnungsvoll in die Zukunft blickende Ethik einer Solidarität zwischen den Rassen. In Zeiten der politischen Korrektheit wurde Mark Twains Roman jedoch wiederholt für seinen angeblichen Rassismus kritisiert, das Buch selbst aus Schulbibliotheken entfernt – der Komplexität des Textes wird dies nicht gerecht. Dieser gestaltet nämlich wie wenige andere die Grundelemente der amerikanischen Gesellschaft und die daraus resultierenden Spannungen in unvergeßlichen Bildern und Figuren.
Hucks Leben mit seinem Vater, einem gewalttätigen Trunkenbold, gleicht dem Leben im Naturzustand à la Hobbes oder Locke, wo das Leben kurz, ungemütlich und gefährlich ist. Denn hier gelten keine Regeln der Moral und keine religiösen Gebote, nur das nackte Selbstinteresse; aber auch die zivilisierte Gesellschaft erweist sich als keineswegs mustergültige Alternative zum rohen Naturzustand. Denn in ihr herrscht die Sklaverei, die alle menschlichen Beziehungen in Mitleidenschaft zieht, so daß die Zivilisiertheit der Zivilisation selbst fragwürdig wird. (TK)
F. Scott Fitzgerald: Der große Gatsby (The Great Gatsby, 1925)
Die Goldenen Zwanziger gab es nach dem Ersten Weltkrieg auch in den Vereinigten Staaten, trotz der Prohibition, die zwischen 1920 und 1933 die Herstellung und den Verkauf von Alkohol verbot. Luxus, Konsum und Unterhaltung bestimmten den Lebensstil der Oberschicht, aus Puritanern waren Lebemänner geworden, die den Erfolg anbeteten.
Die Übertretung des Alkoholverbots brachte den notwendigen Kick, den es braucht, um in solch einer komfortablen Lage zu spüren, daß man lebt. Das ist der Hintergrund des bekanntesten Romans von Fitzgerald (1896 – 1940). Der titelgebende Jay Gatsby ist einer dieser Männer. Er lebt auf Long Island in einem riesigen Palast, aber niemand weiß, woher sein Reichtum kommt. Er ist verschlossen und doch weltgewandt, zuvorkommend und kultiviert. Er veranstaltet ständig Partys, um sich abzulenken. Denn sein ganzes Sinnen geht darauf, seine große Liebe, Daisy, zurückzugewinnen, von der er durch Kriegsdienst und Europaaufenthalt getrennt wurde.
Die ist allerdings mittlerweile verheiratet, mit einem erfolgreichen, aber unkultivierten Mann, der all das verkörpert, was Gatsby nicht ist: das rauhe und rücksichtslose Amerika, und der obendrein eine Geliebte hat. Der Ich-Erzähler, Nick Carraway, ist ein junger Wertpapierhändler und Nachbar von Gatsby. Er lebt allerdings in einem wesentlich bescheideneren Haus. Er ist mit Daisy verwandt, was ihm eine Vermittlerrolle zuweist, so daß er die beiden zusammenführt.
Daisy ist hin- und hergerissen, es kommt zum Streit zwischen Gatsby und ihrem Mann. Ein tragisches Verhängnis führt schließlich dazu, daß Daisy die Geliebte ihres Mannes mit dem Auto von Gatsby überfährt, woraufhin der Mann der Geliebten Gatsby erschießt. Das einsame Begräbnis Gatsbys unterstreicht noch einmal die Sinnleere des neuen Amerika, das die alten Werte verraten hat. (EL)
William Faulkner: Schall und Wahn (The Sound and the Fury, 1929)
Innerhalb weniger Jahre, von 1929 bis 1936, veröffentlichte Faulkner jene Bücher, die ihm den Ruf einbrachten, »eine der wenigen schöpferischen Begabungen des Westens« (Albert Camus) zu sein, »der wilde Mann der amerikanischen Literatur«. Zu diesen Büchern gehören vor allem Als ich im Sterben lag, Licht im August, Die Freistatt und Absalom, Absalom!
Am Beginn dieser Schaffensperiode steht der Roman Schall und Wahn (engl. The Sound and the Fury – ein Shakespeare-Zitat), der den Niedergang und Verfall der alteingesessenen Familie Compson in der fiktiven Südstaaten-Stadt Jefferson schildert – aus der Perspektive dreier Geschwister: des geistig behinderten Benjy, des Harvard- Studenten Quentin, der Selbstmord begeht, und des letzten Oberhaupts der Familie, Jason.
Am Ende tritt ein anonymer Erzähler hinzu, der den weiteren Verlauf der Begebenheiten, die sich vor allem über drei Tage im Jahr 1928 erstrecken, wiedergibt und dabei die schwarzen Hausangestellten der Familie in den Fokus nimmt. Wie bei seinen folgenden Büchern nutzt Faulkner (1897 – 1962) auch hier komplexe Formen des Erzählens, die ihn zu einem Erneuerer nicht nur der US-Literatur machten und Schall und Wahn zu einem noch immer einflußreichen Klassiker werden ließen: eine antichronologische Komposition durch Zeitensprünge und Rückblenden, innere Monologe bzw. die Form des Bewußtseinsstroms sowie eine mitunter ausufernde Syntax, die Faulkners unbedingten Formwillen unterstreicht.
Schall und Wahn beinhaltet all die Themen, die auch seine weiteren großen Romane und Erzählungen bestimmen: die Last der Geschichte und die verlorene Größe nach der totalen Niederlage von 1865, die Folgen der Sklaverei und die Rassenproblematik, Glauben und Bigotterie, Komik und Brutalität. Um seine Saga des Südens umzusetzen, schuf Faulkner sich ein eigenes, imaginäres Reich: das Yoknapatawpha County, im Nordwesten des Bundesstaates Mississippi gelegen, »die kleine Briefmarke meiner heimatlichen Erde«, wo seine wichtigsten Werke spielen.
Es hat mitunter den Anschein, als ob der Süden Faulkner hervorbrachte, um sich selbst zu begreifen. Ein selbstbewußter Rivale Gottes, dem nichts verborgen blieb. (Siegfried Lenz)
(KL)
George Santayana: Der letzte Puritaner. Die Geschichte eines tragischen Lebens (The Last Puritan. A Memoir in the Form of a Novel, 1935)
Der aus Spanien gebürtige Philosoph George Santayana (1863 – 1952) gehört ebenso dem Reich der Literatur wie dem der Philosophie an. Früh an Denkern wie Schopenhauer geschult, ließ er sich den Sinn für Schönheit nicht durch die akademische Philosophie austreiben; der »ungläubige Katholik« empfand den Widerstreit von Philosophie und künstlerischer Schönheit und dramatisierte ihn in seinem einzigen Roman, der zugleich eine Meditation über die innere Auszehrung des Puritanismus ist.
Mit Oliver Alden, dem letzten Puritaner, schuf der Autor eine Figur, die als »für einen Amerikaner recht zivilisiert« erscheint; aber das bedeutet eben auch, daß dieser junge Mann am Ende einer Tradition steht, die keine Substanz mehr hat, sondern nur noch ihre Form festhält. Zwar erlernt Alden noch die vorväterliche Askese, aber ohne den sie tragenden Glauben.
Dazu aber kommt, daß Aldens Vorfahren ihren Reichtum unter nicht klaren Umständen angehäuft haben. Santayana aber sieht nicht nur die Schwäche der amerikanischen Lebensideale, sondern auch das Scheitern der abendländischen Weltanschauung, was sich in der Auseinandersetzung des Romans mit Goethe und der deutschen Philosophie zeigt.
Aldens Leben dient als Beispiel dafür, wie der Puritanismus an sein logisches Ende gelangt, indem er nämlich sich selbst aus puritanischen Gründen davon überzeugte, daß es falsch sei, ein Puritaner zu sein. So steht der sich selbst verdammende Puritanismus für eine Weltsicht, die Santayana gerade deshalb so scharf zeichnen kann, weil er sie selbst nicht teilt. Der letzte Puritaner ist das ungewöhnliche Beispiel eines philosophischen Romans, dessen Lektüre alle Erwartungen unterläuft. (TK)
Margaret Mitchell: Vom Winde verweht (Gone with the Wind, 1936)
Bei diesem Buch handelt es sich angeblich um den erfolgreichsten Roman überhaupt. 30 Millionen Exemplare sollen weltweit verkauft worden sein. Als 1937 die erste deutsche Übersetzung erschien, gehörte Vom Winde verweht auch im nationalsozialistischen Deutschland sofort zu den Bestsellern. Das klingt im ersten Moment erstaunlicher, als es ist, da der Roman das Leben in den Südstaaten während des Bürgerkriegs und der sich anschließenden Zeit der Umerziehung und Wiedereingliederung in die Vereinigten Staaten schildert.
Die Deutschen konnten hier unschwer Gemeinsamkeiten zu ihrer eigenen Niederlage von 1918, der anschließenden Demütigung und dem Wiederaufstieg in den 1930er Jahren erkennen. Der weltweite Erfolg dürfte sich damit allerdings nicht erklären lassen. Dazu hat sicherlich vor allen die Liebes- und Leidensgeschichte der Scarlett O’Hara selbst beigetragen, die ihr Leben lang den falschen Mann liebt und das zu spät erkennt. Daß Dreiecksbeziehungen, um die es in dem Roman eigentlich geht, immer reizvoll sind, hat sicherlich auch nicht geschadet.
Hinzu kommt aber, daß Margaret Mitchell (1900 – 1949) nicht nur wußte, wie man eine Geschichte erzählt, sondern auch die Verhältnisse in den Südstaaten sehr genau kannte. Vor der Veröffentlichung des Romans, der ihr einziger bleiben sollte, hatte sie sich als Journalistin betätigt und eine längere Krankheit, die sie ans Bett fesselte, zur Abfassung des Romans genutzt. Die Verfilmung des Romans mit Clark Gable, die bereits 1939 erfolgte, war ebenfalls äußerst erfolgreich und hat die Verbreitung im Nachkriegsdeutschland noch einmal befeuert. Daß der Roman heute für seine rassischen Stereotype und seinen historischen Revisionismus gescholten wird, kann niemanden überraschen. (EL)
Herman Wouk: Die Caine war ihr Schicksal (The Caine Mutiny, 1951)
Nach dem Zweiten Weltkrieg erschienen in den Vereinigten Staaten zahlreiche Romane, die das Kriegserlebnis verarbeiteten und heute zu Klassikern der Kriegsliteratur gehören. Norman Mailer schilderte in Die Nackten und die Toten den Inselkrieg in Asien als Abbild der amerikanischen Gesellschaft, und Joseph Heller zeigte am Hauptmann Yossarian in Catch 22 die absurden Seiten des Krieges im Mittelmeer.
Weniger bekannt ist hierzulande der Bestseller von Herman Wouk (1915 – 2019), der auf einem Minensuchboot im Pazifik spielt. Der Originaltitel trifft es im Grunde besser: Es geht um eine Meuterei, über die Ursachen, die Folgen und die Aufarbeitung. Hauptfigur ist der junge Leutnant Keith, der nach bestandenem Reserveoffizierlehrgang auf das Schiff kommandiert wird, auf dem wenig später ein neuer Kommandant eintrifft. Dieser ist das ganze Gegenteil seines Vorgängers: ein überstrenger Offizier, der das Formale liebt und seine Mannschaft bis aufs Blut reizt.
Als wäre das nicht genug, zeigt sich auf See bald, daß er obendrein mit der Führung des Schiffes in brenzligen Situationen überfordert ist. Unter den Offizieren bildet sich eine Fronde gegen den Kapitän (besonders betrieben von einem Reserveleutnant, der im Zivilberuf Schriftsteller ist und die anderen Offiziere durch seine psychologischen Spekulationen auf seine Seite zieht und so verhindert, daß diese den Kapitän unterstützen), die schließlich dazu führt, daß der Erste Offizier gegen den Willen des Kapitäns das Kommando übernimmt. Das ist auf jedem Schiff Meuterei, die nach der Landung des Schiffes ein Verfahren gegen den Ersten Offizier zur Folge hat.
Dem Verteidiger des Angeklagten gelingt es vor Gericht zu zeigen, daß der Kapitän unter schweren psychischen Anomalien leidet, so daß es zum Freispruch kommt. Das Besondere an dem Buch ist die anschließende Wendung, die diesen Freispruch in Frage stellt und die Anmaßung der jungen Reserveoffiziere gegen den altgedienten Kapitän zurückweist. Wouk ist damit eine klassische Variation über die Notwendigkeit des Gehorsams im Ernstfall gelungen. Das Rückgrat einer jeden Armee ist der Gehorsam, ohne ihn geht es nicht. Ein Verstoß gegen diese Regel wiegt schwerer als jede persönliche Schwäche. 1954 und 2023 wurde der Roman in Hollywood jeweils verfilmt. (EL)
John Steinbeck: Jenseits von Eden (East of Eden, 1952)
Der Literaturnobelpreisträger Steinbeck (1902 – 1968) hat Jenseits von Eden als sein Opus magnum bezeichnet – als Summe seines Nachdenkens und Darstellung seines Menschenbilds. Im Vergleich zu den früher erschienenen
Romanen Früchte des Zorns (1940) und Von Mäusen und Menschen (1937) ist Jenseits von Eden nicht sozialkritisch, sondern grundsätzlich angelegt: Wie frei kann ein Mensch sein, wenn er in sein Schicksal verstrickt ist und sieht, wie sehr er wiederholt und variiert, was seine Eltern ihm vor- und mitgaben?
Steinbeck erzählt die Geschichte von Charakteren, die im Salinastal in Kalifornien aufeinandertreffen und die je eigene Herkunft und Prägung in die dramatische Handlung einspeisen. Adam Trask hat von seinem Vater ein erschlichenes Vermögen vererbt bekommen, überläßt die heimische Farm seinem Bruder und zieht mit der abgrundtief bösen Cathy nach Kalifornien.
Er ist blind für ihre Bosheit und berechnende Kälte und malt ihr das gemeinsame Leben auf der neuen Farm in den schönsten Farben aus. Aber Cathy bringt dort nur rasch Zwillinge zur Welt, deren Vater der Bruder Adams ist, schießt ihren Mann nieder und baut im nahen Salinas ein Bordell auf.
Umsorgt wird der lebensmüde Adam von seinem chinesischen Diener Lee (der auch die beiden Knaben aufzieht) und einem entfernten Nachbarn namens Samuel, dessen Familiengeschichte ebenfalls breit dargestellt wird. Zwischen diesen drei Männern wird auf dem inhaltlichen Höhepunkt des Romans die Erzählung vom Brudermord Kains an Abel verhandelt. Sie steht im Zentrum der Geschichte.
Steinbeck weist auf ihre schicksalhafte Abwandlungen und unausweichliche Wiederholung bereits dadurch hin, daß er Paarungen mit denselben Anfangsbuchstaben auftreten läßt: Den (guten, realitätsblinden) Adam stellt er neben Cathy. Adams Bruder heißt Charles, und die Zwillinge, zweieiig, werden auf die Namen Aaron und Caleb getauft.
Es ist der Chinese Lee, der keine philologische Mühe scheut, um die Frage nach dem lebbaren Verhältnis von Schicksal und Freiheit zu stellen und zu beantworten. Er findet den Hebelpunkt in einem einzigen Wort der biblischen Überlieferung, dem hebräischen »timschal«, das in Kapitel 4, Vers 7 der Genesis die Herrschaft des Menschen über den Dämon in ihm – fordert oder vorhersagt? Lee schlägt eine Übersetzung vor, die dem Menschen die Wahl läßt: Man kann sich für oder gegen das Böse entscheiden, man hat es in der Hand, und das macht die Größe des Menschen aus.
Bleibt noch der Hinweis auf das großartige Hörspiel, das Christiane Ohaus 2020 im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks erarbeitete. Das ist das Dilemma mit den Öffentlich- Rechtlichen: Man bezahlt gern, wenn solches zu den Ergebnissen gehört. (GK)
Sylvia Plath: Die Glasglocke (The Bell Jar, 1963)
Das ist der Roman, der noch heute imstande ist, gewisse junge Frauen in ihrer generellen Verzweiflung zu bestärken. In Wahrheit hat sich bezüglich der »Themen« (»dein Thema«, so sagen Fräuleins heute, wenn es ums Eingemachte geht, also erstens um die Liebe, zweitens um den eigentlichen Daseinszweck) auch gar nichts geändert. Sylvia Plath (1932 – 1963) (Gebildete sprechen es »Plaß« aus mit tie eidsch, dabei war ihr Vater Otto Plath schlesischer Biologieprofessor und wurde selbstverständlich [plaat] ausgesprochen) überlebte die Veröffentlichung ihres einzigen Romans nur vier Wochen. Sie, junge Mutter zweier Kinder, nahm sich im Februar 1963 durch Gas das Leben.
Ihr Mann, der charismatische Schriftsteller Ted Hughes, hatte eine Geliebte. Welch Tragik, daß sich auch diese Geliebte, Assja Wevill, ziemlich genau sechs Jahre später durch dieselbe Methode suizidierte. Sylvia Plath reüssierte als Lyrikerin, und darin war sie wirklich grandios. Ihr Roman Die Glasglocke (den sie zu großen Teilen während eines London-Aufenthalts schrieb) schildert den wenigstens teilbiographischen Sommer des Jahres 1953.
Die begabte Hauptfigur Esther Greenwood (nein, Plath war keine Jüdin!) hat einen Schreibwettbewerb gewonnen. Sie darf (wie Plath selbst) bei einem Modemagazin hospitieren! In New York verblaßt ihr Jungmädchenruhm allerdings. Sie erfährt sich als eine unter vielen. Ihre eigene Jungfräulichkeit hängt ihr »wie ein Mühlstein am Hals«. Überall, wo sie sich befindet, sitzt Esther »unter der gleichen Glasglocke in meinem eigenen sauren Dunst«. Sie überlebt den Selbstmordversuch einer sehr engen, identitär verknüpften Freundin und dann auch den eigenen.
Ihre fortdauernde Depression zeichnet sich weniger durch Phlegma als durch Zorn aus, der bisweilen in heftigen Selbsthaß mündet. Ihr suizidaler Traum: verschüttet zu werden. Ironie und komische Wendungen zeigen, wie distanziert Greenwood / Plath der eigenen seelischen Gemengelage gegenüberstand. Plaths Roman wurde unter dem Pseudonym Victoria Lucas herausgegeben. Erst 1967 gab es eine Neuausgabe unter Plaths Namen, 1968 erschien er erstmals auf deutsch. Kritiker meinten, der große Erfolg der Glasglocke, dieses »albernen Jungmädchenromans« (Reinhard Baumgart), verdanke sich nur der Konjunktur des Feminismus. (EK)
Truman Capote: Kaltblütig (In Cold Blood, 1966)
Capotes Tatsachenroman ist das Vorbild für alle heute so beliebten True-Crime-Bücher. Er schuf damit das Vorbild für ein ganzes Genre. In der Folge versuchten sich auch andere Autoren auf diesem Feld, in den Vereinigten Staaten etwa Norman Mailer und Gay Talese, um nur die bekanntesten zu nennen. Diese, »New Journalismus« genannte Schule ist bis heute in den Bestsellerlisten vertreten.
Erinnert sei nur an das großartige Buch Der Sturm von Sebastian Junger (1998). In diesen »nichtfiktionalen Romanen« geht es darum, wirkliche Tatsachen oder Ereignisse zu schildern, deren Lücken, insbesondere die Gedanken und Motivationen der Betroffenen, durch schriftstellerische Freiheiten oder Spekulationen zu schließen, so daß ein schlüssiges, einfühlsames Bild des Geschehens entsteht. Truman Capote (1924 – 1984), zu Lebzeiten ein homosexueller Exot, der heute vor allem durch das Buch Breakfast at Tiffany’s bekannt ist, hatte an dem Buch, das wie in einem Atemzug erzählt wirkt, sechs Jahre gearbeitet und vor Ort recherchiert.
Es geht um einen aufsehenerregenden Mehrfachmord, der im November 1959 in einem kleinen Ort im Bundesstaat Kansas stattfand. Nachdem zwei von problematischer Herkunft und sozialen Problemen geprägte Sträflinge im Gefängnis von einem angeblich reichen Farmbesitzer gehört haben, beschließen sie, ihn nach der Entlassung auszurauben. Als sie im Haus kein Geld finden, erschießen sie aus Furcht, identifiziert zu werden, die ganze Familie: Mutter, Vater, Tochter und Sohn.
Im Januar 1960 werden die Flüchtigen gefaßt, zum Tode verurteilt und 1965 hingerichtet. Capotes Buch wurde rasch zum Bestseller, nicht nur, weil er die Geschichte spannend wie ein Thriller erzählt, sondern weil er den Mord mit der Vorgeschichte der Täter als eine Variante der Rache der Erniedrigten und Beleidigten an der heilen Welt darzustellen wußte, und damit letztlich zeigte, wie leicht der Wahnsinn in der Zivilisation zum Vorschein kommen kann. (EL)
Cormac McCarthy: Die Abendröte im Westen (Blood Meridian Or The Evening Redness in the West, 1985)
Wenn ein Werk das Prädikat »apokalyptisch« verdient, dann dieses – der Originaltitel läßt es erahnen. Es ist der fünfte Roman von Cormac McCarthy (1933 – 2023), der zur Zeit der Veröffentlichung von der Kritik teils hochgelobt, dem breiten Publikum aber ein Unbekannter, ein »Writer’s writer« war. Verkaufserfolge konnte er erst ab den 1990er Jahren erzielen, vor allem mit All die schönen Pferde, Kein Land für alte Männer und Die Straße, die allesamt verfilmt wurden.
Die Abendröte im Westen basiert teils auf historischen Begebenheiten und erzählt die Geschichte eines 14jährigen Jungen, der sich im Jahr 1849 einer Bande Freischärler anschließt: Skalpjäger, die im amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet umherziehen und deren Welt von Hunger, Durst, Krankheit, Verwahrlosung, verstörender Gewalt und Sinnlosigkeit geprägt ist. Das brutale Geschehen wird episodenhaft erzählt, bar jeder Psychologie oder Erklärung. Hier ist die dunkle, die wahre Seite der Eroberung des Westens, des »Frontier«-Geists, der Ausdehnung der USA zu entdecken.
Einer der Anführer der Gruppe ist Richter Holden, ein gebildeter, eloquenter Mann, eine Art Dämon und Übermensch, ein Prediger des Grauens, der einen Kretin an einer Leine mit sich führt und eine Kette mit verdorrten Menschenohren um den Hals trägt und der als einziger überlebt. »Ist nicht Blut das eigentliche Bindemittel im Mörtel?« Die McCarthysche Prosa wird als psalmenartig und archaisch beschrieben. Ihr Sound speist sich aus einem sehr breiten, imposanten Wortschatz. Dafür nutzt McCarthy unter anderem die Sprache der King-James-Bibel (vergleichbar mit dem Deutsch der Luther-Übersetzung) und deren Anachronismen: »This night, thy soul may be required of thee.«
Die lebensfeindliche Natur des amerikanischen Südwestens wird in ungewöhnlichen Bildern präsentiert – die Landschaft selbst ist hier ein Protagonist. Ganz im Gegensatz dazu die Dialoge: lapidar, fast stumm, im jeweiligen Dialekt. Die Abendröte im Westen wird heute zu Recht als eines der wichtigsten Werke der US-Literatur im 20. Jahrhundert angesehen.
Ich beneide alle Leser, die ihre erste Erfahrung mit der Prosa dieses Autors noch vor sich haben; es ist eine Erfahrung, als habe man die Welt bislang durch Milchglas betrachtet. McCarthys Sprache klärt den Blick. (Klaus Modick)
(KL)
Tom Wolfe: Fegefeuer der Eitelkeiten (Bonfire of the Vanities, 1987) / Ich bin Charlotte Simmons (I am Charlotte Simmons, 2004)
Der scharf beobachtende Reporter Tom Wolfe (1930 – 2018) praktizierte einen Schreibstil, der postmodernen Zeitgenossen höchst verdächtig sein mußte, denn er zielte auf Welthaltigkeit. Sie gibt Wolfes Romanen ihre besondere Note, verstand ihr Autor sich doch als Erbe und Fortsetzer des großen Gesellschaftsromans des 19. Jahrhunderts im Stile Balzacs oder Zolas. Er wollte – am eindrucksvollsten in seinem Roman Fegefeuer der Eitelkeiten – die vielfältigen Dimensionen des sozialen Lebens im New York der 1980er Jahre einfangen, was ihm hervorragend gelang.
Die Spannungen zwischen den Rassen und die krassen Widersprüche jener Jahre zwischen Arm und Reich, von Privatem und Öffentlichem, von Recht und Gerechtigkeit, spiegeln sich hier in eindrucksvoller und d. h. auch in politisch inkorrekter Weise. Diese Zeit, vom Zynismus und Materialismus der sich als »Herren des Universums« fühlenden Wall-Street-Börsianer geprägt, wird um so schärfer satirisch zur Kenntlichkeit gebracht, je präziser Wolfes journalistisches Ethos sie einkreist. (Vor der verfälschenden Verfilmung muß indes gewarnt werden.)
Anders ist Ich bin Charlotte Simmons, in dem die Universitäten Amerikas mittels genauer Beobachtungen und scharfsichtiger Analysen als Widersacher des Geistes aufs Korn genommen werden. Die Frage nach dem Ziel der Bildung und gegen welche anderen Werte oder Unwerte sie verteidigt werden muß – das wird durch die im Zentrum des Romans stehende Studentin Charlotte anschaulich. Sie sucht nach Bildung und nach Liebe, wird aber in dieser Suche lange frustriert – denn statt Bildung gibt es an der Universität nur geistloses Mittelmaß und statt Liebe alkoholisierten Sex.
Für Wolfe aber stellt sich auch im Zeitalter der Hirnforschung und der damit verbundenen Reduktionismen und Zynismen immer wieder neu die Frage nach der Seele des Menschen und dem ihr Zuträglichen. Und auch bleibt es eine leitende Idee, daß es eine außerhalb des Textes liegende Wirklichkeit gibt, die jedoch zur literarischen Gestaltung drängt – in seinem letzten Roman, Back to Blood (2012), ist es das Fortbestehen von Herkunftsprägungen, das seinen unübersehbaren – und seither deutlich dunkler gewordenen – Schatten auf das Experiment einer multikulturellen Einwanderungsgesellschaft wirft. (TK)
Philip Roth: Amerika-Trilogie (1997 – 2000)
Amerikanisches Idyll (American Pastoral, 1997) bildet zusammen mit Mein Mann, der Kommunist (I Married a Communist, 1998) und Der menschliche Makel (The Human Stain, 2000) Philip Roths (1933 – 2018) Amerika-Trilogie, die einen Höhepunkt seines Schaffens darstellt.
Die Romane liefern ein Bild der Tiefenstruktur amerikanischer Gesellschaft seit dem Zweiten Weltkrieg, von der frühen Auseinandersetzung mit Kommunismus und Antikommunismus in den 1950er Jahren über die Epoche des Vietnamkriegs mit ihren Gewaltausbrüchen und dem Niedergang der heimischen Industrie bis zur Epidemie der politischen Korrektheit und der Obsession mit Rassenfragen in den Clinton-Jahren.
Roths Erzählstimme Nathan Zuckerman verknüpft das kulturelle Gedächtnis der USA mit einer scharfsichtigen Kritik der Illusionen, die sich Amerikaner über das Leben machen: In Amerika ist das Tragische des Todes kein Thema mehr. Doch Seymour Levov, der vom Judentum entfremdete Protagonist, heiratet eine irischstämmige Katholikin und versucht damit den amerikanischen Traum als »Schmelztiegel« zu leben, in dem die voramerikanischen Identitäten verschwinden.
Diese Verheißung bleibt jedoch unerfüllt – tatsächlich schildert der Roman eine Gegenidylle, in der in das ländliche Idyll die Gewalt in Form des Terrorismus einbricht, verübt von Meredith, der Tochter Levovs, als Protest gegen den Vietnamkrieg. Ihr Vater hat sie auch durch seine grenzenlose Verständnisbereitschaft zu einem Ungeheuer à la Che Guevara gemacht; das Glück, Amerikaner zu sein, erweist sich in seiner Hohlheit und Fragilität.
Krampfhaft versucht Levov, an der Idee einer »gewöhnlichen Familie« festzuhalten, ohne zu verstehen, daß es eben diese naive Berufung auf Gewöhnlichkeit ist, die ihn blind für sein eigenes Versagen macht. Diese familiäre Situation spiegelt den Verlust des Zutrauens darin, daß die Vereinigten Staaten noch im Ernste auf der Seite von Menschlichkeit, Freiheit und Demokratie stehen. Moralische Entgrenzung in der Kriegführung wie im Protest dagegen ist nur die andere Seite der Medaille des toleranten und wohlmeinenden Liberalismus.
Zudem durchzieht den Roman eine religiöse Metaphorik des verlorenen und erinnerten Paradieses, die das Werk zu einer Meditation über Sünde, Schuld und Idealismus in ihrer Verschlungenheit macht, die fern jeder Erbaulichkeit und jedes politisch korrekten Kitsches ist. Roths Amerika-Trilogie ist so insgesamt ein großes Werk der Desillusionierung. (TK)
T. C. Boyle: Hart auf hart (The Harder They Come, 2015)
Tom Coraghessan Boyle, Jahrgang 1948, ist ein Linker, wie er im Buche steht. Man wird wohl nie letztgültig die kognitive Dissonanz aufklären können, die etliche linke Schriftsteller dazu bringt, dennoch Romane aufs Papier zu bringen, die von Beobachtungsgabe und Wirklichkeit nur so triefen. Boyle ist im Bundesstaat New York aufgewachsen, beide Eltern waren Heimkinder und Alkoholiker; seinen Zweitnamen hatte er sich selbst gegeben als Tribut an seine irischen Vorfahren.
Man könnte trefflich über América (1995) schreiben, weil es schon titelmäßig so passabel zum Heftthema paßte. América ist – wiewohl Boyles einziger wirklich als »links« zu definierender Roman – grandios. Er kontrastiert hier die Geschichte illegaler mexikanischer Einwanderer mit dem Leben eines Karrierepärchens in einer Gated community.
Dennoch dürfte Hart auf hart der eigentliche Amerika-Roman Boyles sein. Das Buch ist aus drei Perspektiven – dabei nie als Ich-Erzähler – geschrieben: aus der eines siebzigjährigen Vaters, Sten, dessen späten Sohnes, Adam, und Adams kurzzeitiger Gespielin, Sarah. Sten dürfen wir uns als eine Art Walt Kowalski vorstellen, den Clint Eastwood in seinem Freiheitsmelodram Gran Torino (2008) gegeben hatte: ein eigen‑, vielleicht starrsinniger Typ, ein Vietnamveteran, in dem auch im Alter eine Flamme heiligen (Jäh-)Zorns lodert, ein Mann, der nicht duldet, daß vor seinen Augen Unrecht geschieht. Sten, so die Rahmenhandlung, begibt sich der Gattin zuliebe von Mendocino, Kalifornien, aus auf eine dekadente (wenigstens: bräsige) Seniorenkreuzfahrt nach Costa Rica.
Auf einer Dschungeltour wird die Best-Ager-Truppe von dunkelhäutigen Halunken ausgeraubt. Sten – »einmal Marine, immer Marine« – setzt sich zur Wehr. Er kann nicht anders. Im Würgegriff stirbt, eher versehentlich, der Räuber. Nur heimlich googelt Sten in den aufregenden Wochen darauf seinen eigenen Namen: Er ist ein Held! Was hinterläßt er sonst? Adam, den mißratenen Sohn.
Erst versackte er vor dem Computer, dann warf er Drogen ein, jetzt fühlt er sich als Waldläufer auf den Spuren seines verehrten Helden, des Trappers und Indianerfeindes John Colter, gestorben vor 200 Jahren. Adam lebt von Trockenfutter, Schnaps und Drogen. Als Anhalter lernt Adam / Colter die eigenwillige Hufschmiedin Sarah kennen, eine fünfzehn Jahre ältere Frau, eine »rechtsradikale Libertäre« – jedenfalls: eine Mesalliance.
Wie Adam haßt Sarah »den Staat«, diesen unsouveränen Handlanger von Konzerninteressen, diese unlegitimierte Macht. Anders als Adam, dessen Widerstand sich auf den ausgestreckten Mittelfinger beschränkt, wird Sarah nicht müde, ihre Theorie von der Vertragsfreiheit des Bürgers und der Illegitimität der angemaßten Regierung zu predigen und durchzuexerzieren.
Sich anschnallen? Nüchtern Auto fahren? Gängelungen! Hat Sarah etwa einen Vertrag mit dem Bundesstaat Kalifornien? Hat sie nicht! Sie läßt sich doch nicht einschüchtern! Sarah, Sten, Adam: Alle drei kämpfen für ihre je eigene Definition vom bedingungslosen Herr-sein-im-Eigenen. Blut wird fließen. Scheitern werden sie alle. (EK)