Ich danke allen, die mir in den letzten Stunden solidarische Nachrichten geschrieben oder offen ihre Solidarität bekundet haben. Ich kann an dieser Stelle versichern, daß ich mir diese Lex Sellner nicht wirklich zu Herzen nehme.
Ich verstehe die politische Lage in meinem Nachbarland, der derzeit dysfunktionalsten Demokratie in Westeuropa. Die AfD hat den Colt des Parteiverbots an der Schläfe. Wie viele andere vermute auch ich, daß er nur mit Platzpatronen geladen ist. Aber diese Lage macht es dem Flügel der Distanzierer, den es in jeder Rechtspartei Europas gibt, besonders leicht.
Dabei zeigt unter anderem ein Blick in die Geschichte vor allem der Hofer-FPÖ des Jahres 2019, daß dieser Weg das Gegenteil von dem bewirkt, was er erreichen möchte. Er signalisiert nach außen eine Schwachstelle und offene Flanke. Das ist das Paradox der Distanzeritis: Indem man sich distanziert, erzeugt man noch mehr Druck, noch mehr Fokus auf sogenannte Verbindungen und wird das Thema nicht mehr los.
Weder die Auflösung des Flügels noch die Abschaltung der Jungen Alternative befriedigten das Establishment. Sollte man also die internationale Identitäre Bewegung isolieren und kaltstellen, würde sich der Druck rasch auf die Generation Deutschland, wie die Jugendorganisation der AfD nun heißt, verlagern.
Doch nun ein Wort zum Beschluß, also zur “Lex Sellner”: Man darf mich nicht zu offiziellen Parteiveranstaltungen einladen. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, ob ich auf Einladung kommen würde. Wer mich kennt, weiß, daß Parteiveranstaltungen nicht mein Bier sind.
Mein Büro war in den letzten Jahren die Straße. Ich habe gestern Nachmittag meinen Kalender durchforstet und nichts gefunden. Ich glaube tatsächlich, daß die einzige offizielle Parteiveranstaltung der AfD, an der ich teilgenommen habe, die 2021 veranstaltete Trauerkundgebung in Chemnitz war. Sollte der Beschluß mich von solchen Demonstrationen ausschließen, dann täte mir das in der Tat leid. Allerdings hat die AfD schon lange keine Demonstrationen mehr veranstaltet, und ich denke nicht, daß man mich in einem solchen Fall des Platzes verweisen würde.
Tatsächlich traf ich AfD-Politiker in den letzten Jahren vor allem auf Kundgebungen von PEGIDA, auf Konferenzen von COMPACT und AUF1, auf Akademien in Schnellroda, auf Vorträgen und einfach privat. Auch die Treffen im Januar (mit Lena Kotré, und in Erfurt mit Robert Teske und Daniel Haseloff) sind offenbar nicht von diesem Beschluß betroffen. Und den AfD-Politikern drohen keine Konsequenzen.
Das ist sehr gut. Ich begreife die ganze Aufregung daher als Chance und nutze die Aufmerksamkeit, um das zu tun, was meine Aufgabe im patriotischen Mosaik ist: die Bevölkerung millionenfach über Remigration aufzuklären, damit millionenfache Remigration möglich wird.
Die Taktik des politischen Gegners, vertreten durch die linke Presse, ist durchschaubar. Sie versuchen einen Krieg zwischen Partei und Vorfeld anzuzetteln. Wir sollen dabei als Billardkugeln gegen die AfD gespielt werden. Aber wir sind eben keine passives Objekte gegnerischer Ränkespiele, sondern setzen unsere eigenen Schritte mit Bedacht.
Ich habe Erfahrung in diesem Spiel. 2018/19 hat man dasselbe in Österreich mit der FPÖ probiert und ist gescheitert. Ich gehe davon aus, daß die AfD sich ab jetzt auf die wichtigen Wahlkämpfe in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Osten fokussieren und mediale Störversuche links liegen lassen wird.
Ich bin meinerseits voll mit der Gründung einer internationalen NGO beschäftigt: dem Institut für Remigration. Es wir das das neue große Projekt und der nächste Schritt in meinem politischen Leben.
Partei und Bewegung, Gegenöffentlichkeit, Verlage, NGOs und Thinktanks – wir alle haben dasselbe Ziel, und mein Focus liegt auf Meinungsfreiheit und Remigration. Nach wie vor liegt dafür mein Vorschlag auf dem Tisch, das zwanzigtausendste Exemplar meines Buches kommt Anfang März aus der Druckerei.
Ich bin überzeugt davon, daß es im Jahr 2026 zu einer respektvollen Koexistenz zwischen patriotischen NGOs und patriotischen Parteien kommen wird.

Joerg
Volle Solidarität mit Martin Sellner.
Wer distanziert, verliert.