Lex Sellner

Auf Druck der linken Medien und Justiz gibt es in der AfD nun eine "Lex Sellner", die das Zusammentreffen zwischen mir und Parteimitgliedern per Beschluß regelt. Auch das muß man erst einmal schaffen.

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.


Ich dan­ke allen, die mir in den letz­ten Stun­den soli­da­ri­sche Nach­rich­ten geschrie­ben oder offen ihre Soli­da­ri­tät bekun­det haben. Ich kann an die­ser Stel­le ver­si­chern, daß ich mir die­se Lex Sell­ner nicht wirk­lich zu Her­zen nehme.

Ich ver­ste­he die poli­ti­sche Lage in mei­nem Nach­bar­land, der der­zeit dys­funk­tio­nals­ten Demo­kra­tie in West­eu­ro­pa. Die AfD hat den Colt des Par­tei­ver­bots an der Schlä­fe. Wie vie­le ande­re ver­mu­te auch ich, daß er nur mit Platz­pa­tro­nen gela­den ist. Aber die­se Lage macht es dem Flü­gel der Distan­zie­rer, den es in jeder Rechts­par­tei Euro­pas gibt, beson­ders leicht.

Dabei zeigt unter ande­rem ein Blick in die Geschich­te vor allem der Hofer-FPÖ des Jah­res 2019, daß die­ser Weg das Gegen­teil von dem bewirkt, was er errei­chen möch­te. Er signa­li­siert nach außen eine Schwach­stel­le und offe­ne Flan­ke. Das ist das Para­dox der Distan­ze­ri­tis: Indem man sich distan­ziert, erzeugt man noch mehr Druck, noch mehr Fokus auf soge­nann­te Ver­bin­dun­gen und wird das The­ma nicht mehr los.

Weder die Auf­lö­sung des Flü­gels noch die Abschal­tung der Jun­gen Alter­na­ti­ve befrie­dig­ten das Estab­lish­ment. Soll­te man also die inter­na­tio­na­le Iden­ti­tä­re Bewe­gung iso­lie­ren und kalt­stel­len, wür­de sich der Druck rasch auf die Gene­ra­ti­on Deutsch­land, wie die Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on der AfD nun heißt, verlagern.

Doch nun ein Wort zum Beschluß, also zur “Lex Sell­ner”: Man darf mich nicht zu offi­zi­el­len Par­tei­ver­an­stal­tun­gen ein­la­den. Ehr­lich gesagt, weiß ich gar nicht, ob ich auf Ein­la­dung kom­men wür­de. Wer mich kennt, weiß, daß Par­tei­ver­an­stal­tun­gen nicht mein Bier sind.

Mein Büro war in den letz­ten Jah­ren die Stra­ße. Ich habe ges­tern Nach­mit­tag mei­nen Kalen­der durch­fors­tet und nichts gefun­den. Ich glau­be tat­säch­lich, daß die ein­zi­ge offi­zi­el­le Par­tei­ver­an­stal­tung der AfD, an der ich teil­ge­nom­men habe, die 2021 ver­an­stal­te­te Trau­er­kund­ge­bung in Chem­nitz war. Soll­te der Beschluß mich von sol­chen Demons­tra­tio­nen aus­schlie­ßen, dann täte mir das in der Tat leid. Aller­dings hat die AfD schon lan­ge kei­ne Demons­tra­tio­nen mehr ver­an­stal­tet, und ich den­ke nicht, daß man mich in einem sol­chen Fall des Plat­zes ver­wei­sen würde.

Tat­säch­lich traf ich AfD-Poli­ti­ker in den letz­ten Jah­ren vor allem auf Kund­ge­bun­gen von PEGIDA, auf Kon­fe­ren­zen von COMPACT und AUF1, auf Aka­de­mien in Schnell­ro­da, auf Vor­trä­gen und ein­fach pri­vat. Auch die Tref­fen im Janu­ar (mit Lena Kotré, und in Erfurt mit Robert Tes­ke und Dani­el Hasel­off) sind offen­bar nicht von die­sem Beschluß betrof­fen. Und den AfD-Poli­ti­kern dro­hen kei­ne Konsequenzen.

Das ist sehr gut. Ich begrei­fe die gan­ze Auf­re­gung daher als Chan­ce und nut­ze die Auf­merk­sam­keit, um das zu tun, was mei­ne Auf­ga­be im patrio­ti­schen Mosa­ik ist: die Bevöl­ke­rung mil­lio­nen­fach über Remi­gra­ti­on auf­zu­klä­ren, damit mil­lio­nen­fa­che Remi­gra­ti­on mög­lich wird.

Die Tak­tik des poli­ti­schen Geg­ners, ver­tre­ten durch die lin­ke Pres­se, ist durch­schau­bar. Sie ver­su­chen einen Krieg zwi­schen Par­tei und Vor­feld anzu­zet­teln. Wir sol­len dabei als Bil­lard­ku­geln gegen die AfD gespielt wer­den. Aber wir sind eben kei­ne pas­si­ves Objek­te geg­ne­ri­scher Rän­ke­spie­le, son­dern set­zen unse­re eige­nen Schrit­te mit Bedacht.

Ich habe Erfah­rung in die­sem Spiel. 2018/19 hat man das­sel­be in Öster­reich mit der FPÖ pro­biert und ist geschei­tert. Ich gehe davon aus, daß die AfD sich ab jetzt auf die wich­ti­gen Wahl­kämp­fe in Baden-Würt­tem­berg, Rhein­land-Pfalz und im Osten fokus­sie­ren und media­le Stör­ver­su­che links lie­gen las­sen wird.

Ich bin mei­ner­seits voll mit der Grün­dung einer inter­na­tio­na­len NGO beschäf­tigt: dem Insti­tut für Remi­gra­ti­on. Es wir das das neue gro­ße Pro­jekt und der nächs­te Schritt in mei­nem poli­ti­schen Leben.

Par­tei und Bewe­gung, Gegen­öf­fent­lich­keit, Ver­la­ge, NGOs und Thinktanks – wir alle haben das­sel­be Ziel, und mein Focus liegt auf Mei­nungs­frei­heit und Remi­gra­ti­on. Nach wie vor liegt dafür mein Vor­schlag auf dem Tisch, das zwan­zig­tau­sends­te Exem­plar mei­nes Buches kommt Anfang März aus der Druckerei.

Ich bin über­zeugt davon, daß es im Jahr 2026 zu einer respekt­vol­len Koexis­tenz zwi­schen patrio­ti­schen NGOs und patrio­ti­schen Par­tei­en kom­men wird.

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Sezession
DE58 8005 3762 1894 1405 98
NOLADE21HAL

Kommentare (7)

Joerg

10. Februar 2026 09:34

Volle Solidarität mit Martin Sellner.
Wer distanziert, verliert.

Karl Otto

10. Februar 2026 09:54

Martin, niemand der halbwegs klar im Kopf ist, kann bezweifeln, dass es eine massive Remigration geben muss (nicht nur in Deutschland), wenn Europa eine Zukunft haben soll. Diese Millionen von Migranten, die Leistungen beziehen aber nichts zum Erhalt des Gemeinwesens beitragen, müssen wir irgend wie los werden.
Auf der anderen Seite machen Sie sich durch den famosen "Ethnokulturellen Volksbegriff" unnötig angreifbar, sie sollten den aufgeben. Man kann daraus immer eine Form von Rassismus konstruieren, auch wenn das nicht ihren Absichten entspricht.

RMH

10. Februar 2026 10:01

"Die AfD hat den Colt des Parteiverbots an der Schläfe. Wie viele andere vermute auch ich, daß er nur mit Platzpatronen geladen ist."
Schönes Bild, aber bitte dieses zu Ende denken: Ein an der Schläfe aufgesetzter Schuss kann verheerende, bis tödliche Folgen haben - insbesondere, wenn dann erst der EGMR darüber am Ende zu entscheiden hat. Beim Zustand der Rechtswissenschaft in Deutschland, mit ihren "LTO", "Verfassungsblog" & anderen Gratis-Mut-Profilierungseinrichtungen bis hin zu "wissenschaftlichen Zeitschriften", im Verbund mit gehorsam die "Demokratie schützenden" Rechtsanwaltskammer-PräsidentInnen und Anwaltsvereinen mit entsprechenden VorständInnnen, ist die Platzpatrone ausreichend für den finalen, aufgesetzten Schuss.
Im Übrigen sollte man schon die Autonomie einer Partei, für sich Unvereinbarkeiten zu bestimmen, respektieren. Die Frage ist am Ende, was ist "übergriffiger", dass stete sich rein- und aufdrängen oder das Türe schließen. Für M.S. gilt das natürlich nur sehr begrenzt, er hat das mit dem getrennt marschieren für ein gemeinsames Ziel gut verstanden. Aber andere eben vielfach nicht.
PS: Gendern war hier ein Stilmittel der Ironie.

Laurenz

10. Februar 2026 10:52

Man darf festhalten, der bisherige Remigrationspapst im Westen ist Barack Obama. An den kommt Trump noch lange nicht ran. Das wird in den System-Medien gerne weggelassen, auch seitens der politischen Gegner Trumps. Das Problem bei den westlichen Weichlingen sind die unschönen Bilder, die Migration, wie Remigration verursacht. Die Wirkung unschöner Bilder läßt nur dann nach, wenn man selbst zum Objekt in unschönen Bildern wird, wenn man zB tot von den Gleisen gekratzt wird.

Monika

10. Februar 2026 11:35

Werter Herr Sellner ! Man muß weder ein Linker, noch ein LibCon, noch der Klischee-Boomer sein, um Ihrem Remigrationskonzept nicht (nicht mehr) folgen zu können. Durchaus auch im digitalen Sinne. Ich bin zwar politisch interessiert, aber kein ausschließlich politischer Mensch. Ich bemühe mich, die Wirklichkeit von Welt und Mensch in einem größeren Zusammenhang und sub specie aeternitatis zu sehen. Ich erwarte mir insgesamt nicht allzu viel vom rein Politischen, außer, daß die Politiker aller Parteien ihr Bestes für ihr Volk tun, was leider heute schon zu viel erwartet ist. Weshalb es Druck braucht. Auch darf Arbeit, Politik, Konsum nicht der Wertmaßstab des gesamten Lebens sein. Es soll Zeit für "Muße und Kult" (Josef Pieper) bleiben. Nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für das Volk ! Der desolate Zustand unseres Volkes rührt m.E. auch aus dieser Muße- und Kultvergessenheit her. Im ethnischen Sinne müssen Sie das deutsche Volk nicht retten. Das ist vermessen. Im tieferen und eigentlichen Sinne soll jeder seinen Beitrag leisten, ob in der Politik oder außerhalb. Ich wünsche Ihnen vor allem Muße, Entschleunigung, Selbstannahme statt Selbstoptimierung. Beste Grüße Monika R. 

Maiordomus

10. Februar 2026 11:48

Es war und bleibt unbestritten, dass Herr MS eine andere Glaubwürdigkeitsliga darstellt als seinerzeit Herr Strache, und auch, dass Norbert Hofer ein schwacher Parteiführer war im Gegensatz zu Kickl, der aber keinerlei Beratung von aussen benötigt, so wie es niemandem in den Sinn käme, MS an der Albisgüetlitagung der SVP CH sprechen zu lassen, wo schon Köppel nur Gleichgesinnte überzeugt. 
 Dass die Parteiführung via TC, AW und Baumann konkret genug sagt, was mit unerwünschten Einwanderern zu machen ist, erfordert keine Verstärkung durch Chefideologen aus "Vorfeld" ,ein undifferenziertes Schlagwort. Dass es eine theoretische Zeitschrift der deutschen Rechten gibt, darüber hinaus die Junge Freiheit, ist hinlänglich bekannt. "Compact" geschah zwar Unrecht, bleibt aber sektiererisch angehaucht. Noch weniger ist man auf das Geschäft des "digitalen Chronisten" angewiesen. Die besten privaten Digitalmedien vermitteln allenfalls "gesunden Menschenverstand". Distanzeritis ist insofern nicht nötig. 
 
 
  

Le Chasseur

10. Februar 2026 12:27

@Laurenz"Man darf festhalten, der bisherige Remigrationspapst im Westen ist Barack Obama. An den kommt Trump noch lange nicht ran."
Trump will ja auch gar nicht an Obama rankommen. Es geht darum, die Einwanderer noch mehr in den Untergrund zu treiben, dann kann man sie als rechtlose billige Arbeitssklaven noch besser ausbeuten.