Die AfD-Umfragerekorde – Eine (Zwischen) Bilanz

Die AfD jagt aktuell einen Umfragerekord nach dem nächsten. In den jüngsten Erhebungen liegt sie im Bund nahe an der 30%-Marke. Inzwischen weisen alle Umfrageinstitute die AfD im Bund als stärkste Kraft aus, teils mit deutlichem Abstand zur Union. In den ostdeutschen Ländern Sachsen und Sachsen-Anhalt ist bereits die 40%-Marke klar erreicht.

Daniel Fiß

Daniel Fiß ist freier Publizist.

Bei den Land­tags­wah­len in Sach­sen-Anhalt und Meck­len­burg-Vor­pom­mern hat sich die Wett­be­werbs­kon­stel­la­ti­on längst auf die Fra­ge ver­engt, ob es zu einer All­par­tei­en­ko­ali­ti­on gegen die AfD oder zu einer AfD-Allein­re­gie­rung kommt. Dabei wird auch die CDU nicht mehr um ihre Schick­sals­fra­ge her­um­kom­men, ob sie sich durch offe­ne Koali­tio­nen oder pas­si­ve Tole­rie­rungs­mo­del­le nach links oder rechts öff­net. Mit der jüngs­ten „Auf­klä­rungs­bro­schü­re“ scheint sich das Kon­rad-Ade­nau­er-Haus jedoch kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gisch vor­sich­tig an die Alli­anz mit der Links­par­tei heranzutasten.

Ich bin davon über­zeugt, daß sich die Uni­on auf die Zusam­men­ar­beit mit der Links­par­tei bereits vor­be­rei­tet. Die ost­deut­schen Län­der sind für die Uni­on struk­tu­rell und stra­te­gisch viel zu unbe­deu­tend, als daß man die gro­ßen poli­ti­schen Tank­schif­fe im Wes­ten in unru­hi­ge See bringt, nur um die ten­den­zi­ell mit­glie­der­schwa­chen CDU-Ost­ver­bän­de vor einem lang­sa­men Siech­tum ret­ten zu wollen.

Die CDU ist in ers­ter Linie eine risi­ko­aver­se Par­tei. Das Ein­rei­ßen ihrer eige­nen Brand­mau­er nach links wird viel­leicht kei­nen unmit­tel­ba­ren Wäh­ler­ex­odus nach sich zie­hen, aber die Par­tei mit­tel­fris­tig unter 20% im Bund drü­cken. Mög­li­cher­wei­se ist dies auch das Sze­na­rio, das den fina­len Spalt­keil in die Par­tei treibt und eine struk­tu­rel­le Reor­ga­ni­sa­ti­on nach sich zieht (eine Art „ost­deut­sches CSU-Modell“). Ein Ein­rei­ßen der AfD-Brand­mau­er bevor man das Ver­hält­nis zur Links­par­tei neu ver­han­delt hat, ist auf jeden Fall nichts, wor­auf man gro­ße Wett­ein­sät­ze legen sollte.

Unzu­frie­den­heit als poli­ti­scher Treibstoff 

Die all­ge­mei­ne poli­ti­sche Unzu­frie­den­heit bleibt wei­ter­hin der gro­ße Mobi­li­sie­rungs­trei­ber der AfD. Bemer­kens­wert ist dabei zumin­dest, daß die­se Dyna­mik in ihrer the­ma­ti­schen Sali­enz und Pro­blem­wahr­neh­mung nicht mehr aus­schließ­lich vom Migra­ti­ons­ge­sche­hen getrie­ben ist. Es ist viel­mehr eine Kon­ver­genz aus unter­schied­li­chen Kri­sen­phä­no­me­nen, die in ihrer Sum­me die poli­ti­schen Dis­rup­ti­ons­pro­zes­se wech­sel­sei­tig verstärken.

Die Unzu­frie­den­heit in der Bevöl­ke­rung hat mit 86% einen his­to­ri­schen Nega­tiv­re­kord erreicht. Fried­rich Merz und die Bun­des­re­gie­rung sind momen­tan unbe­lieb­ter als die rot-grü­ne Koali­ti­on in ihrer schwers­ten Kri­se der Jah­re 2002 bis 2003 und als die Ampel in ihrer End­pha­se 2024. Selbst unter Anhän­gern von SPD und CDU sind knapp zwei Drit­tel unzu­frie­den mit der aktu­el­len Bun­des­re­gie­rung. Demo­sko­pen wie unter ande­rem der For­sa-Chef Peter Matu­schek beto­nen bereits die his­to­ri­schen Dimen­sio­nen die­ses Abstur­zes, der vor allem nicht nur in sei­ner gene­rel­len Qua­li­tät, son­dern auch in sei­ner Geschwin­dig­keit nach nur einem Jahr ein­ma­lig ist.

Bei den gro­ßen Poli­cy-Blö­cken wie der Begren­zung der Migra­ti­on, Wirt­schafts­kom­pe­tenz und sozia­le Sicher­heit gibt es kaum noch Zutrau­en. In dem Punkt „Wirt­schaft vor­an­brin­gen“ ver­zeich­net die Bun­des­re­gie­rung einen Ver­trau­ens­ver­lust von ‑31% im Ver­gleich zu Juni 2025. Das war zum Amts­an­tritt von Fried­rich Merz noch die ein­zi­ge Trumpf­kar­te, wo es damals noch mehr Zutrau­en als Miß­trau­en gab. Die­ser Trend ist inzwi­schen völ­lig umgekehrt.

Bei Infra­test-Dimap erwar­tet die Hälf­te der Befrag­ten ein vor­zei­ti­ges Ende der Koali­ti­on. In den INSA-Daten wün­schen sich inzwi­schen bereits 59% Neu­wah­len, obwohl die Mehr­heits­bil­dung gegen die AfD auch im Deut­schen Bun­des­tag dann erheb­lich schwie­ri­ger wird.

Der Poli­to­lo­ge Chris­ti­an Ste­cker hat in sei­nem jüngs­ten Buch Ohne Koali­ti­ons­kor­sett und Brand­mau­ern. Wie fle­xi­ble Mehr­hei­ten die Demo­kra­tie stär­ken in der poli­ti­schen Mit­te einen Debat­ten­auf­schlag gemacht, der die kon­ven­tio­nel­len Gewiß­hei­ten der bun­des­deut­schen Koali­ti­ons­de­mo­kra­tie in Fra­ge stellt.

Ste­cker appel­liert an eine eigent­lich recht tra­di­tio­nell-ideel­le Vor­stel­lung des Par­la­men­ta­ris­mus, wonach poli­ti­sche Ent­schei­dungs­fin­dun­gen nicht nur von Frak­ti­ons­zwang und Koali­ti­ons­dis­zi­plin abhän­gen müs­sen, son­dern stär­ker in die Sach­ebe­ne zurück­ge­führt wer­den. Es wäre aus Sicht der poli­ti­schen Mit­te gewiß ein prag­ma­ti­scher Kom­pro­miß, doch er ver­kennt die tat­säch­li­che Dimen­si­on des Poli­ti­schen und die gegen­wär­ti­ge par­tei­po­li­ti­sche Macht- und Sys­tem­kon­fi­gu­ra­ti­on, die gar nicht nur auf den Par­la­men­ta­ris­mus fixiert ist, son­dern gene­rell den poli­tisch-hege­mo­nia­len Raum von links­li­be­ra­ler Sei­te domi­nie­ren möchte.

Somit ist es durch­aus ein Indiz der poli­ti­schen Rat­lo­sig­keit der Mit­te, wenn sie Ste­ckers Idee der fle­xi­blen Mehr­hei­ten zumin­dest andis­ku­tiert. Die rea­le Umset­zung wür­de man ver­mut­lich jedoch als poli­ti­schen Gelän­de­ver­lust anse­hen. Es ist jeden­falls auch fol­ge­rich­tig, daß mit der der­zei­ti­gen AfD-Stär­ke auch neue poli­ti­sche Exe­ku­tiv­mo­del­le ins Blick­feld kom­men. Die AfD-Stär­ke ver­än­dert also bereits die stra­te­gi­schen Kal­kü­le der übri­gen Par­tei­en, ver­schiebt Koali­ti­ons­de­bat­ten und zwingt die poli­ti­sche Mit­te zu Über­le­gun­gen, die noch vor weni­gen Jah­ren kaum ernst­haft dis­ku­tiert wor­den wären.

Die jüngs­ten AfD-Höhen­flü­ge in den Umfra­gen laden natür­lich zu einer Rei­he von Inter­pre­ta­tio­nen und ent­spre­chen­den Schluß­fol­ge­run­gen ein. Da poli­ti­scher Wett­be­werb in einer Medi­en­de­mo­kra­tie wie der BRD vom Spek­ta­kel lebt, wer­den schließ­lich auch Umfra­gen zuwei­len zu einer Art Sport­be­richt­erstat­tung dar­über, wer wo gera­de vor­ne liegt oder ein neu­er Rekord gebro­chen wurde.

Das ver­stellt ger­ne den Blick auf die inne­re Kon­zen­tra­ti­on, daß gewon­ne­ne, flui­de Zustim­mung über­haupt erst in lang­fris­ti­ge Bin­dung und Stamm­wäh­ler­schaft trans­fe­riert wer­den muß. Alles schaut der­zeit gespannt auf das Momen­tum, wann die AfD end­lich im Bund die 30%-Schallmauer durch­bro­chen hat.

Man­chen geht dies ange­sichts der hohen Gesamtun­zu­frie­den­heit gene­rell nicht ein­mal schnell genug. Daß ein stim­mungs­ge­trie­be­nes poli­ti­sches Grund­rau­schen nicht voll­stän­dig mit der Par­tei­prä­fe­renz und Wahl­ent­schei­dung zusam­men ver­läuft, soll­te ana­ly­tisch nicht über­ra­schen – zumal sich die­se Unzu­frie­den­heit auch nicht nur aus­schließ­lich als rech­te Pro­test­for­ma­ti­on ausdrückt.

Die stra­te­gi­sche Fra­ge der Verstetigung

Ich habe schon in frü­he­ren Bei­trä­gen häu­fi­ger betont, daß die Erfolgs­ver­ste­ti­gung und ‑ver­dich­tung für die AfD das ver­mut­lich wert­vol­le­re stra­te­gi­sche Asset ist als die durch­ge­hen­de Ska­lie­rung in neue Umfra­ge­hö­hen. Die Ana­to­mie der fes­ten AfD-Wäh­ler­bin­dung offen­bart nach wie vor eini­ge Wider­sprü­che. Sowohl die Wäh­ler­wan­de­run­gen der Bun­des­tags­wahl 2025 als auch wei­te­re Nach­wahl­be­fra­gun­gen zei­gen die außer­or­dent­li­che Stär­ke der AfD-Wählerbindung.

Bei der letz­ten Bun­des­tags­wahl konn­te die Par­tei 86% ihrer Wäh­ler hal­ten. Zugleich kamen 62% ihrer Wäh­ler­schaft von 2025 aus ande­ren Quel­len als dem eige­nen 2021er Bestand. Die Par­tei konn­te also breit expan­die­ren, ohne ihre eigent­li­che Basis zu ver­lie­ren. Mit sogar 95% Wäh­ler­bin­dung ist die AfD laut Ipsos-Insti­tut die Par­tei mit dem sta­bils­ten Wäh­ler­kern, der zusätz­lich vor allem von wei­te­ren Nicht­wäh­lern, dem BSW und ehe­ma­li­gen CDU-Wäh­lern hinzugewinnt.

94% der Per­so­nen, die bereits im Novem­ber 2024 die AfD favo­ri­sier­ten, wähl­ten sie am Ende auch tat­säch­lich. Für 59% der AfD-Wäh­ler kam zudem über­haupt kei­ne ande­re Par­tei als Alter­na­ti­ve in Fra­ge. Das ist der mit Abstand höchs­te Wert im Ver­gleich zu allen ande­ren Par­tei­en. Flan­kiert wird die­se dich­te Wäh­ler­bin­dung durch recht nied­ri­ge Absto­ßungs­ra­ten und eine erfolg­rei­che Milieu­aus­wei­tung. Wäh­rend jeder fünf­te ehe­ma­li­ge Wäh­ler von SPD oder CDU angibt, heu­te „nie wie­der“ für die­se Par­tei­en stim­men zu wol­len, liegt die­se har­te Ableh­nungs­front bei der AfD bei gera­de ein­mal 5%.

Eine tief­grün­di­ge Unter­su­chung der Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung (KAS) aus dem April hat in einer reprä­sen­ta­ti­ven Umfra­ge die gene­rel­le Bin­dung und Affi­ni­tät zu den Par­tei­en in Deutsch­land unter­sucht. Dem­nach ver­fügt die AfD über die mit Abstand inten­sivs­te emo­tio­na­le Bin­dung im gesam­ten Par­tei­en­sys­tem. 42% der AfD-Gebun­de­nen nei­gen ihrer Par­tei „sehr stark“ zu.


„Par­tei­b­in­dung und Par­tei­af­fi­ni­tät im Ver­gleich“ – Kon­rad Ade­nau­er Stif­tung April 2026

Ande­rer­seits ver­zeich­net sie para­do­xer­wei­se den nied­rigs­ten Wert bei der lang­fris­ti­gen, grund­sätz­li­chen Bin­dung. 43% der Gebun­de­nen bevor­zu­gen die AfD ledig­lich „im Augen­blick“, nur 57% nei­gen ihr „grund­sätz­lich“ zu. Mög­li­che Erklä­run­gen lie­gen in der ver­gleichs­wei­se jun­gen Par­tei­ge­schich­te sowie in der beson­de­ren Stär­ke der AfD in Ost­deutsch­land (wo die Men­schen tra­di­tio­nell kei­ne engen poli­ti­schen Bin­dun­gen und Par­tei­iden­ti­fi­ka­tio­nen auf­wei­sen). Und auch die frü­he­re Mobi­li­sie­rung von zahl­rei­chen Nicht­wäh­lern zeigt, daß sich eine lang­fris­ti­ge Par­tei­loya­li­tät über­haupt erst noch auf­bau­en muß.

Nega­tiv­i­den­ti­tät als Bindungskitt

Ein wesent­li­cher Bau­stein die­ser para­do­xen Bin­dungs­ar­chi­tek­tur ist die aus­ge­präg­te „Nega­tiv­i­den­ti­tät“ der AfD-Wäh­ler­schaft. Die AfD-Wäh­ler hegen fast aus­schließ­lich für die eige­ne Par­tei Sym­pa­thien und gren­zen sich maxi­mal von allen ande­ren ab. Unter den fest AfD-Gebun­de­nen leh­nen 94% die Grü­nen vehe­ment ab, 78% die Lin­ke, 75% die SPD und 70% die CDU. Gleich­zei­tig ist die AfD jedoch auch mit nur 9% die Par­tei mit der gerings­ten Gleich­gül­tig­keits­quo­te im Gesamt­e­lek­to­rat (Ver­gleich zur SPD: 30% oder FDP: 31%).


„Par­tei­b­in­dung und Par­tei­af­fi­ni­tät im Ver­gleich“ – Kon­rad Ade­nau­er Stif­tung April 2026

Die­se schar­fe Abgren­zung zum poli­ti­schen Geg­ner wirkt stra­te­gisch als stärks­ter Bin­dungs­kitt und kom­pen­siert die bei vie­len noch feh­len­de, his­to­risch gewach­se­ne Par­tei­loya­li­tät. Es gibt laut KAS-Stu­die kaum par­tei­po­li­ti­sche Mehr­fach­sym­pa­thien oder Schnitt­stel­len in den Par­tei­iden­ti­fi­ka­tio­nen mit ande­ren Par­tei­en im AfD-Elek­to­rat. Ihr fehlt im Gegen­satz zu den ande­ren Par­tei­en das ten­den­zi­el­le Grund­rau­schen. Die Hal­tung zu ihr ist meist binär auf Zustim­mung oder Ableh­nung gepolt.

Dies erklärt schließ­lich auch die zumeist gerin­gen Wer­te bei den erwei­ter­ten Poten­ti­al­ana­ly­sen des INSA-Insti­tuts. Die fes­te Zustim­mung steigt deut­lich an, wäh­rend die Poten­tia­le und Zweit­wahl­prä­fe­ren­zen für die AfD immer im nied­ri­gen Bereich zwi­schen 5–7% schwan­ken. Die Bin­dungs­fä­hig­keit der AfD speist sich bis­lang weni­ger aus einer tie­fen pro­gram­ma­tisch-welt­an­schau­li­chen Iden­ti­fi­ka­ti­on mit der Par­tei als aus der fun­da­men­ta­len Ableh­nung der übri­gen Par­tei­en. Nur ist die­se Ableh­nung mitt­ler­wei­le so groß, daß das Pro­test­mo­tiv zu einer zen­tra­len poli­ti­schen Iden­ti­fi­ka­ti­ons­grö­ße wird.

Dadurch blei­ben aber eini­ge unge­wis­se Varia­blen bestehen. Einer­seits erhöht sich durch die gestie­ge­ne AfD-Zustim­mung der Erwar­tungs­druck in einer mög­li­chen poli­ti­schen Gestal­tungs­op­ti­on (94% der eige­nen Anhän­ger wün­schen sich laut INSA-Befra­gung die Par­tei in einer kom­men­den Bun­des­re­gie­rung – bei Anhän­gern ande­rer Par­tei­en liegt die­ser Wert 10–15% nied­ri­ger) und zugleich bleibt der flui­de und augen­blick­li­che Cha­rak­ter der Par­tei­b­in­dung bestehen, der immer auch von der gene­rel­len Stim­mungs­la­ge getra­gen wird.

Typus­trans­for­ma­ti­on vom Pro­test- zur „Lager­par­tei“

Man kann die AfD in den beschrie­be­nen Kon­stel­la­tio­nen sicher nicht mehr nur als rei­ne Pro­test­par­tei defi­nie­ren, die ihre Stär­ke ledig­lich aus einem poli­ti­schen – und zumeist the­ma­ti­schen – Momen­tum speist. Sie ent­wi­ckelt sich von einer Pro­test­par­tei zu einer Art „Lager­par­tei“. Letz­te­re ist eine Art par­tei­po­li­ti­scher Kris­tal­li­sa­ti­ons­punkt eines zuneh­mend geschlos­se­nen gesell­schaft­li­chen Konfliktblocks.

Ihre Wäh­ler kom­men nicht mehr nur aus situa­ti­ver Ver­är­ge­rung, son­dern ord­nen sich einem poli­ti­schen Gegen­la­ger zu, das sich kul­tu­rell, sozi­al und emo­tio­nal von den eta­blier­ten Par­tei­en abgrenzt.

Die AfD kon­kur­riert nicht mehr nur um Wech­sel­wäh­ler am Rand der Uni­on oder um mobi­li­sier­te Nicht­wäh­ler, son­dern for­miert ein eige­nes Lager mit sta­bi­ler Selbst­be­schrei­bung, hoher Abgren­zungs­be­reit­schaft und wach­sen­dem Macht­an­spruch. Gera­de weil die­se Lager­bin­dung noch jung ist und teil­wei­se nur auf aktu­el­le Stim­mungs­trends reagiert, bleibt sie form­bar. Aber ihr poli­ti­scher Kern ist bereits sicht­bar. Rück­hol­ver­su­che der Kon­kur­renz grei­fen in die­sem Fal­le schwe­rer, weil der Wech­sel zur AfD nicht mehr als tem­po­rä­re Abwei­chung, son­dern als Bruch mit dem bis­he­ri­gen poli­ti­schen Koor­di­na­ten­sys­tem gese­hen wird.

Hin­zu kommt, daß die eta­blier­ten Par­tei­en weder kom­mu­ni­ka­tiv noch exe­ku­tiv-hand­werk­lich in der Lage sind, den Stim­mungs­trend in ihre Rich­tung zurück zu kip­pen. Nach den Land­tags­wah­len in Baden-Würt­tem­berg und Rhein­land-Pfalz kün­dig­te man die gro­ßen sozi­al­staat­li­chen Reform­pa­ke­te an, die das Ver­trau­en in die Hand­lungs­fä­hig­keit der Bun­des­re­gie­rung zurück­brin­gen soll­ten. Aber schon die Vor­be­rei­tung die­ser Pake­te war bereits ein ein­zi­ges kom­mu­ni­ka­ti­ves Desas­ter und auch die in Rede ste­hen­den Maß­nah­men bei der Kran­ken- oder Ren­ten­ver­si­che­rung sind trotz ihrer mög­li­chen Not­wen­dig­keit nichts, womit sich eine Regie­rung gro­ße Popu­la­ri­täts­wer­te erobern könnte.

Es wer­den näm­lich ent­we­der Mehr­be­las­tun­gen oder der Abbau von Pri­vi­le­gi­en im Sozi­al­staat fol­gen. Die tat­säch­li­che demo­sko­pi­sche und elek­to­ra­le Gewinn­mar­ge mit die­sen Refor­men dürf­te über­schau­bar blei­ben. Da ist nichts dabei, wo die Bür­ger laut­stark „Hur­ra“ schrei­en kön­nen, und somit kann die AfD vor­erst wei­ter­hin ihren Mobi­li­sie­rungs­kern in der Pro­test­dy­na­mik wei­ter stär­ken und verdichten.

Daniel Fiß

Daniel Fiß ist freier Publizist.

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Kommentare (25)

Le Chasseur

26. Mai 2026 13:22

"Ich bin davon überzeugt, daß sich die Union auf die Zusammenarbeit mit der Linkspartei bereits vorbereitet."
https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a0e9545c8ddadf55f8e6d40/maischberger-die-afd-ist-die-deutlich-groessere-gefahr-daniel-guenther-will-neues-verhaeltnis-zur-linkspartei.html
 

Majestyk

26. Mai 2026 14:04

"Ein wesentlicher Baustein dieser paradoxen Bindungsarchitektur ist die ausgeprägte „Negatividentität“ der AfD-Wählerschaft. Die AfD-Wähler hegen fast ausschließlich für die eigene Partei Sympathien und grenzen sich maximal von allen anderen ab."
 
Richtig so. Zwischen Anti-Deutschland-Parteien und einer Pro-Deutschland-Partei kann es keine Kompromisse geben. 
Fraglich finde ich den Glauben, die CDU könne zu irgendetwas zurück finden. Wer ließ denn Anfang der 90er und vollends 2015 die Zugbrücke runter? Wenn ich mir die Zukunftshoffnungen der Union wie etwa Günther oder Wüst so anschaue, weiß ich nicht inwiefern sich die CDU von morgen noch von den Grünen unterscheidet. Welcher Partei gehört denn die mächtigste Person in Brüssel an? Und kommunal (zumindest in meiner Region) verkehren Christdemokraten, Sozen und Grüne doch eh recht fröhlich miteinander. Im Grunde sind die doch mittlerweile bereits komplett austauschbar. 
Die größte Gefahr sind für mich Neuwähler, die mit ihrer alten Prägung bedient werden wollen. Alter Wein in blauen Schläuchen ist nämlich das Letzte was Deutschland braucht. 

Mitleser2

26. Mai 2026 15:10

@Majestyk: "Die größte Gefahr sind für mich Neuwähler, die mit ihrer alten Prägung bedient werden wollen."
Versteh ich nicht ganz. Natürlich braucht die AfD auch (möglichst viele) Neuwähler. Wie man deren Erwartungen später einfangen kann, ist was ganz anderes.

NC472

26. Mai 2026 16:03

Wenn jemand politisch von der "Mitte" schreibt muss ich immer lachen. Es gibt keine politische Mitte, das ist ein Propaganda Begriff des 20. Jahrhunderts dem sich der teleologisch universalistisch kollektivistisch eugenistische Kult der "links Liberalen" bedient hat, um sich im passiv Medien Wald gegen international Sozialisten und nationale Sozialisten abzugrenzen, strukturel mit dem der "dritten Position" der NSDAP vergleichbar. Weiter, sind die Kaffeesatz-Leser die sich Demographen schimpfen wohl heutzutage die schlechteste Datenquelle die man finden kann, deren Methodolgie ist alles aber nicht representativ. Es ist ein Pottpurie aus "Festnetz Telefon Interviews" und "online Fragebögen", längst vergangen nicht aktuellen Daten, normalisierungs Schlüsseln die mehr mit Voodoo als mit Wissenschaft zu tun haben und dem Wunsch des Auftraggebers dass die Daten für Propaganda Zwecke genutzt werden können.
Wer auf dieser Grundlage Extrapolationen vornimmt der kann nur falsch liegen; und der beste Beweis hierfür findet sich in den Politik selbst, denn diese verließ sich seid Jahrzehnten auf diese Wünsch dir Was Daten um Stimmungen zu "messen", und hat mit jeder Entscheidung auf gut Deutsch in die Scheiße gegriffen.

Andreas J

26. Mai 2026 16:11

Während in Großbritannien das Zwei-Parteien-System gerade zerfallen ist, wird selbiges in Deutschland praktisch etabliert. In GB ist es das Resultat einer tatsächlich "lebendigen Demokratie", in Deutschland das toxische Konstrukt eines selbstherrlichen Demokratiesaboteurs.

Daniel Fiß

26. Mai 2026 17:20

1. Es sind Demoskopen und nicht "Demographen"
2. Die Messungen aus Umfragen kommen ja oft auch an das reale Wahlergebnis ran. Man kann aber auch dort natürlich eine großangelegte Fälschung vermuten wenn man will. Mehr als im Umfang von Standardabweichungen funktionierts auch bei der realen Wahl nicht.
3. Die "Mitte" ist hier als deskriptiver Begriff angewendet. Die eigentliche Problemstellung dieses Begriffes habe ich bereits häufiger dargelegt.

Generell wirkt ihr Kommentar aber auch nicht gerade nach interessierten Diskussionsbeitrag, sondern eher nach universeller Schimpftriade.

Herold

26. Mai 2026 19:25

Mitleser schrub:

Versteh ich nicht ganz. Natürlich braucht die AfD auch (möglichst viele) Neuwähler. Wie man deren Erwartungen später einfangen kann, ist was ganz anderes.

Majestyk hat doch klar geschrieben, dass es nicht um die Neuwähler per se, sondern um ihre Einstellung geht. Wer CDU will, soll halt zur CDU gehen und nicht versuchen, die AfD zur CDU zu machen.
Bitte nicht vergessen, dass die AfD sich als Reaktion auf eine Aussage CDU-Merkels zur Alternativlosigkeit ihrer Politik benannt hat. Die CDU und der Mindset ihrer Wähler ist der Feind in diesem Spiel, viel mehr als die Grünen oder Linken es jemeils waren oder sein könnten.

Mitleser2

26. Mai 2026 20:58

@Herold: Er hat das so nicht geschrieben. Er hat Zweifel an Neuwählern geäußert. Und wo kommen diese her? Von den Nichtwählern und natürlich auch aus der CDU. Von den Linken und Grünen eher kaum. Die AfD kam aus der CDU, auch wenn es da inzwischen einige Häutungen gab, die ich begrüße. Wenn man gewissen Einstellungen von Neuwählern von vornherein zurückweist, vergibt man Potential. 

Majestyk

26. Mai 2026 22:19

@ Mitleser2:
Doch, Herold hat richtig gelesen.
Ich schrieb:
"Die größte Gefahr sind für mich Neuwähler, die mit ihrer alten Prägung bedient werden wollen."
Man bekommt den Unionswähler vielleicht weg von CDU oder den Sozi weg von der SPD, nur die CDU/ SPD/ FDP Einstellung, die bekommt man nicht so schnell aus den Leuten raus. Die eigene Prägung zu hinterfragen, gerade im fortgeschrittenen Alter ist eine ziemlich aufwendige Leistung. Ich weiß worüber ich schreibe. Normalerweise hinterfragen sich Menschen erst nach Brüchen in ihrem Leben, weswegen ja auch der Wegfall vom Konsumkitt große Chancen bietet Bewußtsein zu verändern. 
Wenn eine Partei zu schnell wächst, dann besteht immer die Gefahr, daß sich damit auch die Ausrichtung der Partei ändert. Eine Ersatz CDU oder eine Ersatz SPD braucht kein Mensch. 
Nur anders wählen reicht nicht, wenn die neue Partei in alte Fußstapfen treten will. 

Kurativ

26. Mai 2026 23:11

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob die AfD am besten mit der CDU zusammen passt. Das Anliegen der AfD ist weniger ein Elitäres, als ein allgemein Soziales (dem eigenen Volk gegenüber). Die Tatsache, dass ein Zusammengehen mit einen der linken Parteien erscheint derzeit noch unwarscheinlicher. Aber das lieg daran, dass die Linken sich von linken Themen entfremdet haben lassen.

ede

26. Mai 2026 23:25

Das Resümee ist doch das Entscheidende. Die Regierenden haben keinen Spielraum mehr. Alles was sie anfassen verdirbt und verschlimmert die Lage.
Was sollen denn Wüst, Günther, Söder glaubhaft ändern? Möglicherweise sind die tatsächlich unabhängiger als Merz, aber es sind doch eingefleischte Opportunisten vorm Herrn. Noch nicht ein einziges Mal hat einer von denen den Rücken grade gemacht. Oder wenigstens dezent die Reiche bei ihren mickrigen Korrekturen unterstützt. 
 

Monika

27. Mai 2026 08:48

Sehr interessant finde ich den Aspekt "Transformation von der Protest- zur Lagerpartei" . D.h. die Bildung eines politischen Gegenlagers, das sich "kulturell, sozial und emotional von den etablierten Parteien abgrenzt ". In Rheinland-Pfalz funktioniert das erstaunlich gut. Der emotionale Entlastungsaspekt ist nicht zu unterschätzen. In dieser "Bastardmoderne" ( Karon) braucht es Schutzräume, d.s. Lesezirkel, Salons, Dorfkneipen,d.h. die Möglichkeit zum Seitenwechsel in der analogen Welt. Hier kann wirklich jeder seinen Beitrag leisten. Und es ist lange nicht so dumpf, wie es der Gegner darstellt 😉😃🥴 Man trifft wirklich tolle Leute. https://www.belltower.news/afd-strategie-die-dorfkneipe-als-kaderschmiede-165105/

Le Chasseur

27. Mai 2026 08:50

@Kurativ
Ich hatte sehr darauf gehofft, dass das BSW Erfolg hat. Hier hätte es viele Schnittmengen gegeben: Unideologische Energiepolitik, Verbesserung der Beziehung zu Russland, Begrenzung der Zuwanderung. 
Es mag in der SPD noch einige vernünftige Leute geben, mit der eine Zusammenarbeit möglich ist und bei der CDU (ich denke hier vor allem an den Arbeitnehmerflügel CDA).
Mit dem anti-sozialen, transatlantischen, globalistischen Blackrock-Flügel der CDU,  den Merz oder Spahn verkörpern, ist allerdings kein deutscher Staat zu machen. Mit den Grünen natürlich auch nicht.

ofeliaa

27. Mai 2026 11:08

Vielleicht kann man eine zweite Partei in den Ring werfen. Eine, mit der die AfD zusammenarbeiten könnte. Riesenaufwand, ich weiß. Und Personal fehlt. Aber vielleicht schafft man das Unmögliche - die Migrationswende.

Maiordomus

27. Mai 2026 11:23

Ich schliesse nicht aus, dass es im Panikorchester CDU zu einer Auswechslung von Merz kommen könnte, entweder vor oder spätestens nach den Wahlen in Mitteldeutschland. Dabei darf nicht vergessen werden, dass dieser Schachzug trotz dem noch linkeren Kurs aber immerhin jetzt gutem Gewissen, was bei Merz-Kamarilla nur bedingt der Fall war, wegen weniger Streit mit der SPD und der Linkskirche und wegen dem für 10% der Wählerschaft dem relevanten frischeren und besseren Aussehen von Wüst sowie der Unterstützung durch Linksgrün und Merkelianer den weiteren Aufstieg der AFD bremsen wird und zumindest absolute Mehrheiten der AFD selbst in neuen Bundesländern ganz gewiss ausser Reichweite katapultieren wird, zumindest bis auf weiteres. Und die an sich via das profilierte Ehepaar brauchbare Wagenknecht-Partei funktioniert nicht, weil das Personal immer noch zu kommunistisch und zu "antifaschistisch" tickt und nicht mal Wagenknecht und La Fontaine sich auf diese Leute, wenn Ministierposten winken, verlassen können.   

Majestyk

27. Mai 2026 14:33

@ Mitleser2:
Um meinen Kommentar mal an einem Beispiel zu erklären. Heidi Reichinnek fordert das Wahlrecht für Ausländer, mindestens zwei der üblichen Verdächtigen unter hiesigen Teilnehmer wünschen sich eine Hinwendung der AfD zum linken Spektrum, weil links war ja mal gut sagen die Altlinken. Btw. die Linkspartei wird übrigens von rund 30 Prozent der Muslimen mit deutschem Paß favorisiert. 

Guilelmia

27. Mai 2026 15:34

Ich möchte überzeugt davon sein, daß sich die AfD nicht bereits auf die Zusammenarbeit mit der »Heimat« vorbereitet, oder ist sie schon dabei? – Na, lieber bundesdeutsche Koalitionsdemokratie als Notstandsgesetzgebung unter Hindenburg...

Le Chasseur

27. Mai 2026 15:36

@Majestyk
"Btw. die Linkspartei wird übrigens von rund 30 Prozent der Muslimen mit deutschem Paß favorisiert."
Heißt also, dass rund 70 Prozent sie nicht favorisieren. Und viele von den 30 Prozent, die die Linkspartei favorisieren, tun dies vermutlich, weil die Linkspartei von allen im Bundestag vertretenen Parteien die Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen Israels am deutlichsten anprangert.

Le Chasseur

27. Mai 2026 15:43

@ofeliaa"Vielleicht kann man eine zweite Partei in den Ring werfen. Eine, mit der die AfD zusammenarbeiten könnte. Riesenaufwand, ich weiß. Und Personal fehlt."
Vergessen Sie's. Und welche Nische im Parteienspektrum sollte so eine Partei besetzen, dass sie dann bei Wahlen auf mindestens 5% der Stimmen kommt? Eine konservative Öko-Partei könnte ich mir da noch am ehesten vorstellen.

Mitleser2

27. Mai 2026 15:44

@Majestyk: Ihren letzten Beitrag bring ich gar nicht unter. Was hat das mit dem Anfang (Neuwähler alter Prägung) zu tun? Wer sich eine Hinwendung der AfD nach links wünscht, dem ist eh nicht zu helfen (ich weiß, gewisse SolPat-Kreise sehen das anders). Unabhängig davon, erklären Sie mal, wie "rein" Sie die AfD haben möchten (Wirtschaft, Klima, Energie, EU, Russland, Islam).

heinrichbrueck

27. Mai 2026 16:34

Mensch und Demokratie haben eine Zwangsehe geschlossen. Niemand bekommt dauerhaft genau das, was er will. Und das soll funktionieren? Negative Parteibindung ist kurzfristig interessant, aber langfristig kein Wissensvorsprung. 
Demokratie sagt: Heute gewinnt ihr. Morgen vielleicht wir.
Damit das funktioniert, müssen mehrere Dinge gleichzeitig gelten:
1. Die Gewinner dürfen die Verlierer nicht vollständig ausschalten.
2. Die Verlierer müssen glauben, später wieder gewinnen zu können.
3. Beide Seiten müssen die Regeln grundsätzlich akzeptieren.
In einer Demokratie müssen die Verlierer folgendes akzeptieren können: Das System ist nicht perfekt, aber es ist fair genug. Das Problem ist nur: Die Verlierer sind tot. In einer Zuwanderungsdemokratie heißt es dann: Heute wir, morgen wir. Ein Spiel auf Zeit: Identität gegen Weltanschauung. Wer gewinnen will, muß beide Ebenen besitzen. 

Herold

27. Mai 2026 19:23

Le Chasseur:

Mit den Grünen natürlich auch nicht.

Ich sehe die beste Allianz für Deutschland in einer AfD und reformierten grünen Partei, wie auch immer die heißt. Mit den aktuellen Grünen, die eigentlich eine Melonenpartei sind, nicht, das ist offensichtlich. Aber: Umweltschutz ist Heimatschutz und etwas, was wir als unser Erbe bewahren sollten, um mal Andrew zu bemühen - es ist Vrilkodiert. Allerdings wird das nichts, wenn man sich Krethi und Plethi importiert um ein Gesellschaftgeschäftsmodell zu erhalten, das einfach schlecht ist. 
Das Problem mit der "Energiewende" ist ja auch nicht, dass der Gedanke an sich falsch ist, sondern dass sie einfach komplett diletantisch umgesetzt wird. Ich möchte jeden Bürger in einer klassischen Familie mit eigenem Gewerbe, in einem Eigenheim mit PV und BEV vor der Tür sehen, mit drei wohlerzogenen Kindern und einem Familienhund (insofern Verneigung vor der werten Gastgeberschaft) Und das ist nicht die AfD gerade. Die ist Unterhemd-Boomer aus Ostelbien, magischer Neger und kleine, dicke Beutegermanen - vereint in Ressentiments gegen eine Welt, die ihnen zu kompliziert ist und schon vor 30 Jahren zu kompliziert war.
Als Onkel Ted den übersozialisierten Linken beschrieben hat, hat er leider den übersozialisierten Rechten übersehen.

Gracchus

27. Mai 2026 20:39

@Maiordomus: Interessanter Gesichtspunkt. Nur: auch logisch? Nun ist Wahlverhalten nicht unbedingt logisch. Wer aber von Merz enttäuscht mit der AfD liebäugelt, wird doch nicht über einen Wüst oder Günther jubeln. Eher im Gegenteil. 

Gracchus

27. Mai 2026 20:46

@Majestyk: Was soll Ihr Beispiel verdeutlichen? Dass die AfD unvermittelt in einer Koalition mit der Die Linke reinrutscht und ein Ausländer-Wahlrecht einführt, wozu m. E. das GG geändert werden müsste (falls überhaupt zulässig). Ein sehr, sehr unwahrscheinliches Szenario.
Tja, und ich hätte Sie für einen alten CDU-Mann gehalten, zumindest bis Merkel. So kann man sich täuschen.

Gracchus

27. Mai 2026 20:59

Die CDU hätte ihren Untergang verdient. Die Führung hat sich zu sehr festgelegt, um die Brandmauer einzureissen. Wohl aus Kalkül: Man buhlt wohl um dasselbe Milieu wie die Grünen. 

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