Ging gut, machte Spaß, konnte nicht klagen. Ab dem vierten Semester kamen ja andere Staatsleistungen hinzu. Kindergeld, bald zweimal, „Erziehungsgeld“ vulgo Elterngeld. (Hab in Regelstudienzeit absolviert.) Das war deutlich mehr, als ich ausgab.
Konsumlaune ging mir stets ab. Kinderwagen, Kinderklamotten: aus den Achtzigern, wunderschön. Da ich bis zum 27. Lebensjahr sparsam im Elternhaus lebte, konnte ich einen finanziellen Grundstock aufbauen und mir dann 2001 ein ganzes Rittergut im Osten leisten.
Das nennt man wohl „ein Momentum genutzt haben.“ Heute wird man kein im Grunde gleich bewohnbares Objekt zu einem so günstigen Preis mehr finden, aber wer weiß. Die Leerstände mehren sich aus demographischen Gründen, die Preise „auf dem Land“ sinken wieder.
Unsere Kinder bekommen BAföG. Es sind nun „Kinder von Akademikern“, also im Grunde privilegierte Kinder nichtarmer Eltern, aber durch unsere schiere Kinderzahl haben wir rund 8.000 Euro anrechnungsfreies Einkommen.
Ich finde das gut und gerecht und verdient. Logisch auch aus der eigenen Perspektive. Libertäre finden, Kindergeld und Bafög (etc.) gehörten abgeschafft. Überhaupt: staatliche Subventionen.
Subventionen dienten (nach dieser Lesart) dazu, Schwachsinn zu fördern. Überflüssige Kulturevents, schwache Menschen, ideologische Projekte. Was teilweise richtig ist: Die Ideologisierung von Theater, Oper, Kino und ÖRR steht ja außer Frage. Nur rund 10% der Kosten der „Kulturhäuser“ werden aus Einnahmen (=Eintrittskarten) gedeckt. Fragwürdigerweise beziehen rund 300.000 im Ausland lebende Kinder Kindergeld aus Deutschland.
Es gibt zehntausende BAföG-Bezieher, die nur zum Schein studieren, und um nebenbei das in den geringen Studiengebühren integrierte Deutschlandticket abzugreifen. Wie leicht wäre es bitte, die auszusondern?
Worum geht es derzeit? Das BAföG soll leicht angehoben werden. Die Wohnkostenpauschale soll von 380 auf 440 € steigen, auch der Grundbedarf soll geringfügig wachsen. Linke und Gründe wollen BAföG vom Elterneinkommen koppeln. CDU/CSU hingegen rudern in puncto BAföG-Reform zurück: Das gebe der Haushalt, der “verteidigungslastige”, nicht her.
Die AfD nimmt meines Erachtens eine konsequente Position ein. BAföG sei erstens ein „Bürokratiemonster“, das gründlich entschlackt werden müßte.
Das kann ich bestätigen. Eine Tochter im Master wartet derzeit erneut seit neuneinhalb Monaten auf die Auszahlung. Sie wird dann wieder auf einen Schlag 10.000 Euro überwiesen bekommen. Bis dahin schießen wir zu. Gestern ging bei ihr eine Zwischenmitteilung ein, rekurrierend auf ihren Antrag von September 2025: Sie möge mitteilen, wann genau sie die Auskunft erhalten habe, daß sie den Bachelor bestanden habe. Anderthalb Jahre her. Plus: „Nachfragen innerhalb der nächsten drei Monate Ihrerseits können nicht beantwortet werden.“ Es ist eh niemals jemand für Nachfragen erreichbar.
AfD, zweitens: Natürlich dürfe es kein „BAföG für alle“ geben, mithin keine Entkoppelung vom Elterneinkommen. Logisch!
Drittens: Für eine Bafög-Bezug müssen ernsthafte Studienleistungen vorliegen. Ebenfalls logisch & vordringlich!
Der BAföG-Höchstsatz beträgt heute knapp 1000 Euro/Monat. Nach der in Frage stehenden Reform würde er knapp über 1000 € betragen. Es handelt sich um unter 100 Euro hin oder her.
Setzen wir das mal ins Verhältnis: Die BAföG-Ausgaben des Bundes betragen rund zwei Milliarden Euro jährlich. Etwa 11% der Studenten kommen in den Genuß. (Es ist ein Kredit, dessen Rückzahlung auf 10. 010 € gedeckelt ist.)
Der Bund gibt jährlich 83 Milliarden Euro für „Verteidigung“ aus. Für „Arbeit & Soziales“ (vor allem für Zuschüsse zur Rente, 127 Mrd. davon) blecht er 197 Milliarden. Der Entwicklungshilfe-Etat, der heute anders heißt (Arbeit auf Augenhöhe oder so) beläuft sich auf 10 Milliarden pro Jahr.
Sprich: Ich verstehe nicht, was an dieser minimalen BAföG-Reform so kompliziert sein soll. Es sind äußerst ulkige Prioritäten, die unser Staat setzt.
Laut aktuellen Studien („Jugend in Deutschland“ 2026; „YouGov“ 2025) planen 21% der jungen Leute unter 30, Deutschland zu verlassen. 41% könnten es sich immerhin gut vorstellen. No Country for young men.