Rußlands “Neue Leute”

von Filipp Fomitschow -- Im fünften Jahr des Krieges in der Ukraine ist die Lage für Rußland äußerst schwierig geworden. Das betrifft alle Schlüsselbereiche (Militär, Politik, Wirtschaft). Die Tendenz geht in Richtung einer weiteren Verschlechterung.

Ein Aus­weg aus der der­zei­ti­gen Lage setzt unter ande­rem eine grund­le­gen­de Neu­ge­stal­tung der Bezie­hun­gen zwi­schen Macht und Gesell­schaft vor­aus. Dabei bleibt die Fra­ge offen, inwie­weit sol­che Ver­än­de­run­gen mög­lich sind.

Es besteht jedoch kein Zwei­fel dar­an, daß der vor eini­ger Zeit still­schwei­gend geschlos­se­ne Gesell­schafts­ver­trag zer­bro­chen ist, wonach den Bür­gern für ihren Rück­zug aus der Poli­tik wenn schon nicht Kom­fort und Wohl­stand, so doch zumin­dest ein Raum ver­spro­chen wur­de, in dem sie unge­stört nach bei­dem stre­ben könnten.

An die Stel­le die­ses „Ver­trags“ ist kein neu­er getre­ten. Es ist viel­mehr ein Vaku­um ent­stan­den, das vor allem auf­grund äuße­rer Fak­to­ren, die den Druck inner­halb des Sys­tems noch aus­glei­chen, nicht zusam­men­bricht. Wenn Leben, Frei­heit und Wohl­stand nicht ein­mal mehr im Sin­ne einer nega­ti­ven „Frei­heit von“ (von der Poli­tik) garan­tiert sind, beginnt eine immer grö­ße­re Zahl von Men­schen, nach einem neu­en „Frei­heit zu“ zu suchen.

Ange­sichts der bevor­ste­hen­den Wah­len zur Staats­du­ma (Unter­haus des Par­la­ments) im Sep­tem­ber die­ses Jah­res wird beson­ders häu­fig und auf unter­schied­li­che Wei­se über das Phä­no­men der Par­tei „Neue Leu­te“ („Новые люди“; „Nowy­je lju­di“) gesprochen.

Die Staats­du­ma ist ein Ort, der längst zu einem Organ der for­ma­len Legi­ti­mie­rung bereits getrof­fe­ner poli­ti­scher Ent­schei­dun­gen sowie zu einer Zone gewor­den ist, in der Beam­te ihre Pfrün­de sichern und ver­schie­de­ne Lob­by­in­ter­es­sen nicht­staat­li­cher Akteu­re umset­zen. Das rus­si­sche Par­la­ment ist kein Ort, an dem Poli­tik gemacht wird, son­dern ein Ort, an dem bereits getrof­fe­ner Ent­schei­dun­gen sicht­bar werden.

Der­zeit bele­gen „Neue Leu­te“ (wei­ter: NL) laut offi­zi­el­len Umfra­gen den zwei­ten Platz (11–12 %) , wäh­rend infor­mel­len Anga­ben zufol­ge die posi­ti­ve oder neu­tral-posi­ti­ve Ein­stel­lung der Bevöl­ke­rung gegen­über den NL bis zu 20–25 % errei­chen könn­te (fast genau­so viel wie bei der Par­tei „Eini­ges Rußland“).

Im Jahr 2030 wer­den die Wah­len zur Staats­du­ma mit den Prä­si­dent­schafts­wah­len zusam­men­fal­len (Putin wird zu die­sem Zeit­punkt 78 Jah­re alt sein – etwa so alt wie der gesam­te übri­ge Spit­zen­kreis der Eli­te). In die­sem Zusam­men­hang wird nicht sel­ten die Ver­mu­tung geäu­ßert, daß in die­sem Jahr oder um die­ses Jahr her­um ein Macht­trans­fer, eine umfas­sen­de Erneue­rung des Sys­tems und Kurs­kor­rek­tu­ren statt­fin­den wer­den. Man kann die NL als ein Pro­jekt betrach­ten, das genau zu die­sem Zweck ins Leben geru­fen wur­de. Es han­delt sich dabei um eine von vie­len hypo­the­ti­schen Optio­nen, jedoch wird gera­de die­ses Pro­jekt in letz­ter Zeit immer häu­fi­ger als erfolg­ver­spre­chend beschrieben.

Die NL wur­de zu Beginn der Coro­na-Pan­de­mie – im März 2020 – gegrün­det (damals sprach sich die Par­tei gegen Lock­downs und die fak­tisch ein­ge­führ­te Impf­pflicht aus) und durch­lief das Regis­trie­rungs­ver­fah­ren in kür­zes­ter Zeit, was für das poli­ti­sche Sys­tem Ruß­lands an sich unty­pisch ist.

Einer der Grün­der und Vor­sit­zen­der der Par­tei ist Ale­xej Net­scha­jew (1966) – ein Groß­un­ter­neh­mer, unter ande­rem Grün­der und Prä­si­dent der Fir­ma Faber­lic (Ruß­lands größ­ter Her­stel­ler und Ver­trei­ber von Hygie­ne­ar­ti­keln und Kos­me­ti­ka). Die zwei­te öffent­li­che Per­sön­lich­keit der Par­tei ist Wla­dis­law Dawan­kow (1984) – Net­scha­jews Geschäfts­part­ner. Sein Onkel – Alex­an­der Dawan­kow (1973) – ist Mit­be­grün­der sowohl des Unter­neh­mens Faber­lic als auch der Par­tei, in der er nach der Grün­dung das Amt des stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den über­nahm und den Exe­ku­tiv­aus­schuß leitete.

Die NL wur­de als sys­tem­in­ter­ne Oppo­si­ti­on gegrün­det, die aus­drück­lich den Anspruch erhebt, das poli­ti­sche Sys­tem im bestehen­den Rah­men evo­lu­tio­när zu erneu­ern, der­zeit ange­führt von Ser­gej Kiri­jen­ko (1962), einem Vete­ra­nen der rus­si­schen Poli­tik und einem der ein­fluß­reichs­ten Tech­no­kra­ten im Machtsystem.

Zugleich weist die NL alle Merk­ma­le einer „Spoi­ler-Par­tei“ auf, die einen Groß­teil der Unzu­frie­den­heit mit dem Sys­tem sei­tens der über­wie­gend jun­gen Bevöl­ke­rung in sich bün­delt, sie in kon­struk­ti­ve und kon­trol­lier­ba­re Bah­nen lenkt und radi­ka­le sys­tem­kri­ti­sche Alter­na­ti­ven neutralisiert.

2021 schaff­te es die NL im Jahr in die Staats­du­ma und ist damit die ers­te neue Par­tei im Unter­haus des rus­si­schen Par­la­ments seit 18 Jah­ren. Seit­her nimmt sie regel­mä­ßig an Wah­len auf ver­schie­de­nen Ebe­nen im gan­zen Land teil. Der­zeit sind über tau­send gewähl­te Abge­ord­ne­te der NL in Gemein­de­rä­ten und regio­na­len Par­la­men­ten tätig. Bezeich­nend ist, daß vie­le Abge­ord­ne­te der NL hohe Posi­tio­nen in den Aus­schüs­sen der Staats­du­ma ein­neh­men, obwohl die Par­tei nur 15 von 450 Sit­zen im Unter­haus hat. Zu ver­mu­ten ist, daß ein sol­ches Par­tei­pro­jekt unmög­lich ist, wenn es nicht die Zustim­mung oder die Unter­stüt­zung min­des­tens einer der ein­fluß­reichs­ten Grup­pen (oder des Prä­si­den­ten per­sön­lich) hat. Da das Sys­tem der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on jedoch intern äußerst unein­heit­lich ist, gibt es dar­in stets eine Viel­zahl von Nischen und Entwicklungsmöglichkeiten.

Die NL unter­streicht in jeder Hin­sicht ihren erneu­ern­den Cha­rak­ter – von der Spra­che, in der sie mit den Wäh­lern kom­mu­ni­ziert, über das Logo (der Par­tei­na­me ist über eine über­mal­te alte Auf­schrift geschrie­ben) bis hin zu den neu­en Gesich­tern und Ideen. Die Grund­far­be des Auf­tritts ist Tür­kis. Die NL posi­tio­niert sich als tech­no-opti­mis­ti­sche Par­tei der Jugend und der urba­nen Mittelschicht.

Der typi­sche Wäh­ler ist ein gebil­de­ter Stadt­be­woh­ner im Alter von 20 bis 45 Jah­ren, der im pri­va­ten Sek­tor tätig ist oder ein eige­nes Unter­neh­men führt, sich für wirt­schaft­li­che und tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lung sowie eine effi­zi­en­te­re staat­li­che Ver­wal­tung inter­es­siert und weder zu radi­ka­len poli­ti­schen Ver­än­de­run­gen noch zu kon­fron­ta­ti­ver Rhe­to­rik neigt.

Die Par­tei stellt sich gegen die zahl­rei­chen Ein­schrän­kun­gen und Ver­bo­te, spricht die Ängs­te der Bevöl­ke­rung an und tut dies fast mono­po­lis­tisch. Vie­les von dem, was die NL zum Aus­druck bringt, kann von Men­schen prak­tisch aller poli­ti­schen Rich­tun­gen unter dem Mot­to „gesun­der Men­schen­ver­stand“ unter­stützt wer­den. Die Par­tei schlüpft dabei so ein­deu­tig in die Rol­le der Ver­tei­di­ger der Ver­nunft, der Ret­ter und Erneue­rer, daß die Sache wie eine koor­di­nier­te poli­ti­sche Stra­te­gie wirkt, mit dem Ziel, die NL zur min­des­tens zweit­stärks­ten Par­tei des Lan­des zu machen.

Andrej Per­zew, Mit­ar­bei­ter der ame­ri­ka­ni­schen Denk­fa­brik „Car­ne­gie Endow­ment for Inter­na­tio­nal Peace“, die in Ruß­land als „uner­wünsch­te Orga­ni­sa­ti­on“ ein­ge­stuft ist, schreibt:

Frü­her waren die Adres­sa­ten sol­cher Akti­vi­tä­ten der NL nur fort­ge­schrit­te­ne städ­ti­sche Wäh­ler. Doch nun – nach der Sper­rung von Whats­App und Tele­gram – hat sich die­se Nische erheb­lich erwei­tert. Und die Par­tei nutzt dies aktiv aus – mit direk­ter Unter­stüt­zung der Prä­si­di­al­ver­wal­tung. […] Die Par­tei sam­melt Stim­men von Men­schen, die mit einem bestimm­ten Pro­blem unzu­frie­den sind. Mit­läu­fer unter den Wäh­lern ver­ste­hen, dass die Unter­stüt­zung einer sys­tem­kon­for­men Par­tei, die sich eben­falls gegen Inter­net­ein­schrän­kun­gen aus­spricht, eine siche­re und lega­li­sier­te Form des Pro­tests dar­stellt. Soll­ten die Sper­ren jedoch anhal­ten, könn­ten sich die NL end­gül­tig als zweit­stärks­te Par­tei eta­blie­ren und in den Umfra­gen sogar gefähr­lich nahe an die an Popu­la­ri­tät ver­lie­ren­de „Eini­ges Ruß­land“ herankommen.

Es ist inhalt­lich nicht so ein­fach, die NL zu defi­nie­ren – die Par­tei ist in vie­ler­lei Hin­sicht ein Dach­ver­band und basiert auf Pro­test­stim­mun­gen mit begrenz­tem Wir­kungs­ra­di­us, was eine Cha­rak­te­ri­sie­rung erschwert. Bemer­kens­wert ist, wie die Par­tei in Wiki­pe­dia in ver­schie­de­nen Spra­chen bezeich­net wird: rech­te Mit­te, kon­ser­va­ti­ver Libe­ra­lis­mus (Rus); Kom­mu­ni­ta­ris­mus, Wirt­schafts­li­be­ra­lis­mus (De); (rech­te) Mit­te, (Rechts-)Liberalismus, Kom­mu­ni­ta­ris­mus (Eng); Libe­ra­lis­mus, Kom­mu­ni­ta­ris­mus (Ita); (rech­te) Mit­te, Libe­ra­lis­mus, Kom­mu­ni­ta­ris­mus (Fr).

Ein­deu­tig zu erken­nen ist jedoch ein vor­herr­schen­des libe­ral-kon­ser­va­ti­ves, zen­tris­ti­sches und vor allem tech­no­kra­ti­sches Motiv, das sich stel­len­wei­se mit Kom­mu­ni­ta­ris­mus, Liber­ta­ris­mus, etwas Ähn­li­chem wie skan­di­na­vi­schem Sozia­lis­mus, Natio­nal­de­mo­kra­tie usw. überschneidet.

Die Pro­gram­ma­tik der Par­tei kon­zen­triert sich auf innen­po­li­ti­sche The­men (vor allem Wirt­schaft und Ver­wal­tungs­ef­fi­zi­enz), wobei der Schwer­punkt auf der Moder­ni­sie­rung der staat­li­chen Ver­wal­tung, der För­de­rung des Unter­neh­mer­tums, der Ein­füh­rung moder­ne­rer Tech­no­lo­gien und der Ver­bes­se­rung der Lebens­qua­li­tät der Bür­ger liegt.

Im wirt­schaft­li­chen Bereich setzt sich die NL für den Abbau admi­nis­tra­ti­ver Hür­den, den Rück­gang staat­li­cher Regu­lie­rung, die Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung, die För­de­rung klei­ner und mitt­le­rer Unter­neh­men sowie die Sen­kung der Steu­er­last ein. Die NL schlägt vor, den Staats­ap­pa­rat effi­zi­en­ter und trans­pa­ren­ter zu gestal­ten. Das Glei­che gilt für den Sozi­al­staat, des­sen Leis­tun­gen stär­ker auf die Unter­stüt­zung von Jugend­li­chen und jun­gen Fami­li­en aus­ge­rich­tet wer­den sollen.

Einen wich­ti­gen Platz nimmt die Ent­wick­lung der Kom­mu­nal­ver­wal­tung und bür­ger­schaft­li­cher Initia­ti­ven ein – die Par­tei schlägt vor, die Befug­nis­se der regio­na­len Behör­den zu erwei­tern und das Prin­zip der Steu­er­um­ver­tei­lung so zu ändern, daß mehr Geld vor Ort verbleibt.

Die NL setzt sich für eine Locke­rung der Ver­bots­ge­set­ze, die Auf­he­bung einer Rei­he repres­si­ver Para­gra­phen (z. B. der Geset­ze über Extre­mis­mus, über die Belei­di­gung von Amts­trä­gern usw.) sowie für eine Reform des Jus­tiz- und Straf­ver­fol­gungs­sys­tems ein. Beson­de­re Bedeu­tung mißt die NL der Ent­wick­lung von Wis­sen­schaft und Hoch­tech­no­lo­gien bei – sie will umwelt­freund­li­che Tech­no­lo­gien fördern.

Im Bereich Kul­tur und Wer­te ver­tritt die Par­tei eine gemä­ßig­te Hal­tung, obwohl sie sich selbst ein­deu­tig als pro­gres­si­ve Kraft posi­tio­niert. Einer­seits setzt sich die Par­tei bei­spiels­wei­se aktiv für Frau­en­rech­te im moder­nen Sin­ne ein und wider­setzt sich Initia­ti­ven zur Ein­schrän­kung von Schwan­ger­schafts­ab­brü­chen. Ande­rer­seits waren Ver­tre­ter der NL bei­spiels­wei­se Mit­ver­fas­ser von Geset­zen zum Ver­bot der Geschlechts­um­wand­lung und set­zen sich für eine Ver­schär­fung des Ein­wan­de­rungs­rechts, eine ver­stärk­te Kon­trol­le von Migran­ten vor allem aus Zen­tral­asi­en (durch digi­ta­le Kon­trol­le), die Abschaf­fung von Sozi­al­leis­tun­gen und Ver­güns­ti­gun­gen, die Auf­lö­sung von Migran­ten­ghet­tos sowie die Stär­kung der säku­la­ren Kul­tur in kom­mu­na­len und öffent­li­chen Räu­men (Ver­bot des Tra­gens von Nikabs, Ein­schrän­kung des Tra­gens von Hidschabs).

Erwäh­nens­wert ist auch, daß die NL von eini­gen Orga­ni­sa­tio­nen natio­nal­de­mo­kra­ti­scher Aus­rich­tung und ein­zel­nen Intel­lek­tu­el­len, die dem „auf­ge­klär­ten Kon­ser­va­tis­mus“ zuge­ord­net wer­den kön­nen, als tak­ti­scher Ver­bün­de­ter ange­se­hen werden.

Die Par­tei selbst begeg­net sol­chen Kon­tak­ten jedoch mit äußers­ter Vor­sicht, und sie legt ihre Hal­tung in die­ser Fra­ge nicht offen. Gleich­zei­tig zei­gen eini­ge NL-Ver­tre­ter oder ihr nahe­ste­hen­de poli­ti­sche Bera­ter von Zeit zu Zeit ihre gemä­ßigt-kon­ser­va­ti­ven oder gemä­ßigt-natio­na­lis­ti­schen Ansichten.

Kein Wun­der, daß The­men der Außen- und Geschichts­po­li­tik bei den NL so gut wie gar nicht vor­kom­men. Sol­che Fra­gen wer­den offen­bar auf­grund der Bri­sanz der Lage nicht ange­spro­chen – die NL suchen hier ihre Nische und war­ten auf den rich­ti­gen Moment.

Den­noch wird die in die­sen Berei­chen bestehen­de Lücke frü­her oder spä­ter gefüllt wer­den, und über die vor­herr­schen­de Aus­rich­tung läßt sich bereits jetzt eini­ges sagen. Ale­xej Net­scha­jew ist der ein­zi­ge Vor­sit­zen­de einer Par­la­ments­par­tei, der sich in den letz­ten paar Jah­ren über­haupt nicht auf his­to­ri­sche Figu­ren und natio­na­le Per­sön­lich­kei­ten bezo­gen hat. Die his­to­ri­schen Bezü­ge der NL bezie­hen sich in der Regel auf Errun­gen­schaf­ten wis­sen­schaft­lich-tech­ni­scher Art und beto­nen die Rol­le von Initia­ti­ven und der Stand­haf­tig­keit „ein­fa­cher Men­schen“ als Motor der his­to­ri­schen Ent­wick­lung des Landes.

Die vor­sich­ti­ge Unter­stüt­zung des außen­po­li­ti­schen Kur­ses des Kremls aus einer defen­si­ven Hal­tung her­aus geht ein­her mit einer noch vor­sich­ti­ge­ren Suche nach Kon­tak­ten zu Par­tei­en in EU-Län­dern. Laut eini­gen Medi­en­be­rich­ten, die von der Par­tei selbst weder bestä­tigt noch wider­legt wer­den, gebe es Ver­su­che, mit einem der klei­ne­ren Bünd­nis­se der euro­päi­schen Rech­ten (Alli­anz der Euro­päi­schen Natio­na­len Bewe­gun­gen) Kon­takt auf­zu­neh­men. Soll­te das stim­men, so zeigt das vor allem den Wunsch, einen Dia­log mit Euro­pa auf­zu­bau­en, und die Bereit­schaft, dafür auch rech­te Kräf­te in Betracht zu ziehen.

Die Geschich­te der „Neu­en Leu­te“ hat gera­de erst begon­nen, die Aus­sich­ten der Par­tei sind viel­ver­spre­chend, und der Aus­gang ist noch offen. Das Gefühl, das bis vor kur­zem für die meis­ten Bür­ger Russ­lands cha­rak­te­ris­tisch war – alles wür­de immer unver­än­dert und „sta­bil“ (das Schlüs­sel­wort der Putin-Ära) blei­ben – gehört bereits der Ver­gan­gen­heit an. Ob es der NL gelin­gen wird, sich zu einer Kraft zu ent­wi­ckeln und der Bevöl­ke­rung sowie dem poli­ti­schen Sys­tem ein über­zeu­gen­des Zukunfts­bild zu ver­mit­teln, und was dies im Fal­le eines Erfolgs bedeu­ten wür­de – das ist eine gro­ße Fra­ge, deren Aktua­li­tät ent­spre­chend den sich ver­schär­fen­den Schwie­rig­kei­ten, mit denen Ruß­land heu­te kon­fron­tiert ist, zuneh­men wird.

Die bewuß­te Wei­ge­rung, ideo­lo­gisch geprägt zu sein und auf pla­ka­ti­ve Paro­len zu ver­zich­ten, sowie der über­grei­fen­de Cha­rak­ter der Par­tei kön­nen aus Sicht der poli­ti­schen Stra­te­gie in der aktu­el­len Situa­ti­on wohl die vor­teil­haf­tes­te Vor­ge­hens­wei­se sein. Die ideo­lo­gi­sche Hete­ro­ge­ni­tät inner­halb der Par­tei führt kei­nes­wegs zwangs­läu­fig zu künf­ti­gen Spal­tun­gen in Frak­tio­nen – bei gutem Manage­ment kann die­se Eigen­schaft zu ihrem wich­tigs­ten poli­ti­schen Trumpf wer­den. Aller­dings ist auch in die­sem Fall die Bil­dung von zwei oder meh­re­ren Par­tei­flü­geln mit unter­schied­li­chen Tür­kis­tö­nen unver­meid­lich. Und wer weiß, ob am Ende das Grün oder das Hell­blau die Ober­hand gewinnt.

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Kommentare (95)

RMH

4. August 2026 10:22

"Der Bundestag ist ein Ort, der längst zu einem Organ der formalen Legitimierung bereits getroffener politischer Entscheidungen sowie zu einer Zone geworden ist, in der Beamte ihre Pfründe sichern und verschiedene Lobbyinteressen nichtstaatlicher Akteure umsetzen. Das deutsche Parlament ist kein Ort, an dem Politik gemacht wird, sondern ein Ort, an dem bereits getroffene Entscheidungen sichtbar werden."
Diese Übertragung des Textes auf Deutschland mit einfachsten Mitteln könnte man jetzt an den meisten Stellen des Textes fortsetzen. Ich sehe die AfD (als Tauschbezeichnung für die NL) nur nicht als Partei, die von Unternehmern mit entsprechend Flinz getragen wird, sonst aber erscheinen auffallend nur wenige Unterschiede.
Insgesamt: D & RUS sind sich offenbar von der politischen Struktur betrachtet näher, als es das offizielle Berlin verlautbart.
PS: Danke für den sehr informativen Artikel!

Mitleser2

4. August 2026 10:36

"Im fünften Jahr des Krieges in der Ukraine ist die Lage für Rußland äußerst schwierig geworden. Das betrifft alle Schlüsselbereiche (Militär, Politik, Wirtschaft). Die Tendenz geht in Richtung einer weiteren Verschlechterung."
Ist das so? Es wird ja vom hiesigen Mainstream auch dauernd von ukrainischen Erfolgen an der Donbas-Front erzählt. In der Realität scheint das überhaupt nicht zu stimmen. Und sind die Drohnenangriffe auf zivile Wirtschaftsinfrastruktur (russ. Amazon Äquivalente) tatsächlich relevant?

Wuwwerboezer

4. August 2026 11:23

Odjin

In Rußland staut sich ein massenpsychologisches Riesen-Problem auf, von dem die Kulturoffiziere und die Führung des Landes offenbar noch gar nichts ahnen. Ich nenne es "die kulturelle Abnutzung".

Als es sich Anfang 1989 in der DDR herumsprach, daß die Schallplattenumsätze der (Monopol-)Schallplattenmarke AMIGA 1988 um 80 % eingebrochen waren, war dies für uns ein sehr deutlicher Indikator für den bevorstehenden Großabsturz. Diese Umsätze waren nicht eingebrochen, weil die Musik (Puhdys, Karat, City, IC u. ä.) etwa schlecht oder grundsätzlich nicht "zugkräftig" genug gewesen wäre; nein, die Leute hatten sich einfach nur an dieser Musik sattgehört. Diese Musik war 1988 - durch Überstrapazierung - für die Formung des (patriotischen) Massenbewußtseins verschlissen.

Noch steht Putin in ausverkauften Stadien neben dem "Sdjelano w SSSR" singenden Oleg Gasmanow und klatscht brav dazu. Alle klopfen sich dazu gegenseitig auf die Schulter und findens prima knorke. Aber hat sich mal jemand gefragt, wie lange dies eigentlich noch (truppen-)moralisch austragen wird? Diese Art "Estradendarbietungen" haben den Russen in den 2000er Jahren geholfen, ihre kollektiven Wunden zu heilen und nach den Ganovenjahren wieder eine gemeinsam tragende Identität aufzubauen. Aber inzwischen ist nicht nur der Esprit dieser Darbietungen verdampft, sie sind inzwischen sogar zur Karikatur verkommen und offenbaren - allein durch Überstrapazierung und damit Abnutzung - eine neue Qualität an Häßlichkeit.

Wuwwerboezer

4. August 2026 11:24

Dwa

Zappe ich mal irgendwo in die russische Musikszene hinein, höre ich wieder den nonchalant-selbstgefälligen und subtil (patriotisch) "lenkenden" Sound des (geistig toten) Sowjetfernsehens der 80er.

Wie oft will Pelageja noch "Nje dlja tebja" trällern, während die Fernsehkamera sorgsam bei den ordenstrotzenden Veteranen verweilt und schon lange eine Choreographie die nächste an Kitschigkeit überbietet,

https://www.youtube.com/watch?v=-eb1aRmqm0E&list=RD-eb1aRmqm0E&start_radio=1

sie singt es sogar im Duett mit Dronow (Shaman), der "in künstlerischer Freiheit" "Nje dja menja" alterniert.

https://www.youtube.com/watch?v=_-aT56oLvec&list=RD_-aT56oLvec&start_radio=1

Es ist nur noch kafkaesk-bizarr-grotesk-skurril! Dabei sind Boshaftigkeit und Zynismus dieses Liedes (gegenüber den Soldaten)

https://lyricstranslate.com/de/ne-dlya-menya-%D0%BD%D0%B5-%D0%B4%D0%BB%D1%8F-%D0%BC%D0%B5%D0%BD%D1%8F-nicht-f%C3%BCr-mich.html

nicht mehr zu steigern, während es jedoch in Rußland - noch - als besonderer Ausdruck der moralischen Überlegenheit des Edelmuts gilt. Militärpsychologisch gesehen ist es von Grund auf zersetzend, jeder Quereinsteiger-Motivationstrainer weiß es sofort; jede Hausfrau, die nur mal "Bestellungen beim Universum" gelesen hat, weiß es sofort.

Wuwwerboezer

4. August 2026 11:24

Tri

(Dasselbe z. B. mit "Pod rakityiu - auch wenn die Musik in ihrer archaischen Kraft phänomenal ist, es so darzubieten / zu instrumentalisieren ist bösartig und abgrundtief zynisch gegenüber denen, die für das Land kämpfen:)

https://www.youtube.com/watch?v=Q5C1MnUJVuQ&list=RDQ5C1MnUJVuQ&start_radio=1

Die Kulturoffiziere ahnen wahrscheinlich nicht mal, wie schnell somit die Wirkung dieser Edelmut-Oratorien kippen kann: sie haben sogar das Potential, zur Hymne von Meutereien zu werden wenn es gelingt, sie gegen die Offiziere, die Generalität und die Staatsführung zu drehen.

Putin weiß es ganz sicher, warum schlägt dieser Frau nicht das Mikro aus der Hand und beendet den Spuk. Ich verstehs nicht. (Aber i-c-h muß es ja auch nicht verstehen.) Die sowjetische Militärpsychologie war mal die beste der Welt.

Das Grundproblem m. E.: es fehlt die Entwicklung. Es fehlt der Quantensprung zu einer neuen Qualität hin. Z. B. Pelageja hatte eigentlich mit Crossover zu Oper, schamanischer Musik, Folk, Prog Rock und Rockballade hin ein riesiges Potential ahnen lassen - aber sie hat sich entschieden, lieber eine "patriotische" Propagandapuppe der Fjumpften Kolonna zu sein.

- W.

Laurenz

4. August 2026 12:38

@FF ... Leiden ist immer relativ. Wenn das V. Jahr Krieg Rußland Schwierigkeiten bereitet, kann man das, zumindest aus meiner Sicht, relativieren. Die sukzessive Eskalation des Krieges zeigt vor allem für die Ukraine desaströse Resultate. Die Ukraine hat auf Jahre hinaus ihre Energie-Infrastruktur verloren & wird nur noch mit Not-Stromlieferungen aus Europa über Wasser gehalten. Und zwar aus einem Europa, welches selbst zuwenig Gas hat & noch nie so viel Russisches LNG importierte, wie aktuell. Auch die kleine Keilerei Trumps am Golf, hat die Macht & die Einnahmen Rußlands, auch gegenüber China, extrem stabilisiert. China ist weltweit der größte Öl-Importeur & die Zulieferrouten sind die Achillesferse Chinas. China wird in naher Zukunft auch bessere Chips an Rußland liefern müssen, um die Ziel-Elektronik Russischer Marschflugkörper auf hohem Niveau zu halten. Europa hat den Ukraine-Krieg bereits verloren. Man hat nur keinen Bock, die Verluste zu realisieren, was aber die Verluste erhöhen wird. Die Amis nennen dieses Verhalten "Sunk Cost Fallancy". Rußland & die USA werden etwaige Erträge aus der Ukraine nach dem Krieg teilen. Man wird die Kosten den Europäern aufbürden. & die Europäer haben nichts in der Hand, sich dagegen zu wehren. Das sind wesentlich miserablere Perspektiven als die Russische.

Le Chasseur

4. August 2026 13:34

@Mitleser2
"Und sind die Drohnenangriffe auf zivile Wirtschaftsinfrastruktur (russ. Amazon Äquivalente) tatsächlich relevant?"
In den letzten Tagen konzentriert man sich eher auf Angriffe auf Kinderspielplätze und Badestrände sowie Bombenanschläge auf Restaurants .
Russland hat im Gegenzug in den letzten Wochen einen Geländegewinn von 728 km² erzielt, mehrere Ortschaften befreit sowie die Ukraine faktisch vom Schwarzem Meer abgeschnitten, d.h., über den Seeweg kann die Ukraine keinen Nachschub erhalten und auch keine Waren (bspw. Getreide) exportieren.

Majestyk

4. August 2026 14:18

@ RMH:
"Der Bundestag ist ein Ort..."
Mist, Sie sind mir zuvorgekommen. Die Übereinstimmung ist auffallend.
"Insgesamt: D & RUS sind sich offenbar von der politischen Struktur betrachtet näher, als es das offizielle Berlin verlautbart."
Deutsches Kaiserreich und russisches Zarenreich waren Obrigkeitsstaaten,  solche Strukturen scheinen zu beiden Völkern zu passen. Beide Völker kehren immer wieder dahin zurück. Die Menschen sind das System. 
"Im fünften Jahr des Krieges in der Ukraine ist die Lage für Deutschland äußerst schwierig geworden. Das betrifft alle Schlüsselbereiche (Militär, Politik, Wirtschaft). Die Tendenz geht in Richtung einer weiteren Verschlechterung."
Auch den Satz kann man übernehmen. Krieg macht eben manche reich, dafür müssen viele den Gürtel für die Rüstungsproduktion enger schnallen. Damit diejenigen, die ärmer werden dies nicht hinterfragen, dafür hat man die Propaganda erfunden.

Laurenz

4. August 2026 14:41

@Le Chasseur & Mitleser2 ... alleine im Juli hat die Armee/Marine/Luftwaffe der Russischen Föderation 80 Schiffe von & nach Odessa angegriffen. Auch die Umspannwerke, die den Strom aus Europa in die Ukraine fließen lassen, werden bald Asche sein. Hier ein aktueller Artikel auf Tichys mit dem Ex-Armee-Chef der Ukraine (-2024). https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/ex-armeechef-saluschnyj-leider-werden-wir-niemals-der-nato-beitreten/

dojon86

4. August 2026 14:53

@wuwwerboezer Ihre Ausführungen bezüglich der Kulturpolitik der späten DDR sind sehr interessant. Sie haben mit ihrer These sicher recht, dass die Neigung der Popindustrie und -politik, einen erfolgreichen Trend bis zum Letzten auszunützen, dazu führt, dass die Jugend diesen Trend früher oder später ablehnt. Allerdings, auch wenn ich den Mut der Demonstranten vom Herbst 1989 nicht kleinreden will, Ehre wem Ehre gebührt. Aber entscheidend war damals nichts, was in der DDR vor sich ging, sondern dass in der Zentrale des Imperiums die Wirtschaft dermaßen darniederlag, dass sich die Sowjetunion die Aufrechterhaltung ihres Imperiums nicht mehr leisten konnte. 

Mitleser2

4. August 2026 15:40

Die Übertragung des Textes auf deutsche Zustände wäre wirklich eine schöne Satire, wenn es nicht so tragisch real wäre.
Ich frage mich nur, was erzählt werden wird, falls die propagandistischen Erfolgsmeldungen bzgl. Ukraine tatsächlich in sich zusammenfallen.

Karl Otto

4. August 2026 16:40

Eine Opposition von des Diktators Gnaden überzeugt mich nicht. Das kann man der AfD sicher nicht vorwerfen.
Im übrigen schön wie sich die Putin-Fans hier wieder gegenseitig Mut machen.

heinrichbrueck

4. August 2026 17:10

1. "Die Menschen sind das System."
2. "Damit diejenigen, die ärmer werden, dies nicht hinterfragen, dafür hat man die Propaganda erfunden."
Wahrnehmung könnte ein Problem sein. Eine möglichst zutreffende Wahrnehmung der Realität kann lebensrettend sein. Wer Gefahren richtig erkennt und angemessen einschätzt, trifft oft bessere Entscheidungen.
Wahrnehmung 1: Eine Wahrnehmung ist dann nützlich, wenn sie sich möglichst gut an überprüfbaren Tatsachen orientiert und bereit ist, sich bei neuen Erkenntnissen zu korrigieren.
Wahrnehmung 2: Die richtige Wahrnehmung besteht darin, die Welt ausschließlich als Kampf zwischen A und B zu sehen (natürliche Deutung). 
Wahrnehmung setzt Gemeinschaft voraus. Das Recht beruht auf dem Willen einer Gemeinschaft (keine Summierung der Willen aller Gemeinschaftsglieder). Wie sieht es mit dem Rechthaben aus? 

Artabanus

4. August 2026 17:22

Die Situation in Russland ist extrem angespannt. Die Wirtschaft ist in einer Rezession, vor Allem aufgrund der Politik der Zentralbank die die Zinsen extrem hoch hält. Austeritaetspolitik mitten im Krieg, das hat es selten gegeben! Gleichzeitig gibt es aber auch kein Zurück mehr zur Vorkriegszeit, denn der Westen ist nicht bereit zu einem Kompromissfrieden, den Putin die ganze Zeit über angestrebt hat und was den Krieg so in die Länge gezogen hat. Die spannende Frage ist: was kommt nach Putin? Und da könnte der Name der Partei tatsächlich einen Hinweis geben. Allerdings ist eine liberale Wirtschaftspolitik im Kriegszustand nur schwer durchzuhalten.

das kapital

4. August 2026 18:02

Es ist die Behauptung im Raume, dass die Realeinkommen der Bevölkerung sich seit Beginn von Putins Herrschaft vervielfacht haben. Wenn das denn stimmt / bis zum Krieg gestimmt hat, gibt es ein gutes Fundament für Zufriedenheit / Dankbarkeit. /// Der Krieg und die Sanktionspakete und die westlichen Waffen, die von Stuttgart Wiesbaden und Ramstein aus gesteuert auf Russland hernieder-prasseln verschlechtern zweifelsfrei die Lebensqualität und den Lebensstandard in Russland. Wirtschaftlich gibt es aber mit China und Indien solide Abnehmer für russische Energie und so sollten die Staatsfinanzen nach wie vor einiger Maßen stabil bleiben. /// Der Traum zu Gorbatschows Zeiten war, wirtschaftlich militärisch und kulturell auf Augenhöhe zu kommen und zu bleiben. Der Westen wollte aber von vorneherein nur die Schwäche der UdSSR maximal ausnutzen. Ein Russland auf Augenhöhe wollte er nie. Statt dessen wirtschaftliche militärische und kulturelle Unterwerfung. Wer sich anschaut, wie Israel und die USA die ganze Welt mit Kriegen überziehen und zu unterwerfen trachten, wird sich nicht wundern, welch dreckiges Spiel nicht nur beim Maidan und bei Nordstream gespielt worden ist und weiter gespielt wird. Die Neuen Leute mögen sich bitte keinesfalls von Israel und den USA instrumentalisieren lassen.

RMH

4. August 2026 19:34

Ich empfinde es als befremdlich, wenn ein Teil des Kommentariats meint, ausgerechnet einem Bewohner Moskaus etwas vom Krieg erzählen zu wollen und an dessem Einleitungsabsatz beckmessern zu müssen.
Dabei besteht der Artikel aus 31 weiteren, sehr informativen Absätzen, zu denen dann eigentlich nicht viel bis gar nichts kommt. 

Karl Otto

4. August 2026 19:55

Warum sollte der Westen ein Interesse an einem "Russland auf Augenhöhe" haben? Russland hat das BIP von Italien mit drei mal so vielen Menschen, Russland ist ein III. Welt-Land. Dass Russland das flächenmäßig größte Land der Welt ist, bedeutet wenig. Mehr als die Häfte des Landes ist als Lebensraum von Menschen eigentlich ungeeignet wegen Permafrost-Boden bzw. Schnee mehr als die Hälfte des Jahres. 

RMH

4. August 2026 20:10

@Karl-Otto, die offiziellen BIP- Zahlen zu Russland sind mit hoher Wahrscheinlickeit nur ein Teil des Wirtschaftsvolumens, eben der, der statistisch irgendwo irgendwie erfasst wurde. Ein beachtlicher Teil wird vermutlich gar nicht erfasst oder aber, wenn erfasst, nicht veröffentlicht. 
Und offenbar hat eine gewisse Art von Bürokratie-, Beamtentum- und Apparatschik-System in Russland ebenso wie in Deutschland systemwandel-überstehende, ewige "Bestandsgarantie". Die "neuen Leute" scheinen dazu gute Ansätze zu haben. Ähnlich wie die AfD, die aber aufpassen muss, nicht selber zu sehr Apparatschik-affin zu werden (siehe Mitnehm-Effekte bei I-Phones etc.).

Laurenz

4. August 2026 20:16

@Karl Otto ... Ihr Gefasel beginnt zu nerven, kriegen Sie Geld dafür? Was hat das Thema mit Putin-Fans zu tun? Man kann Rußland nicht mit dem Zwergstaat Deutschland vergleichen. Gerade bei uns ist die Kontrolle der unteren Ebenen stark. In Rußland ist das überlebensnotwendig, sonst macht jeder Provinzfürst was er will. Ihr BIP/GDP-Vergleich ist was für verblödete Tagesschau-Konsumenten. Denn, er berücksichtigt keine Kaufkraft, keine Geldmenge, keine sauberen Rohstoffbewertungen. Warum vergleichen Sie nicht die Schulden Rußlands mit denen Italiens? Machen Sie das, dann wissen Sie, daß die Bananen-Republik im Mittelmeer liegt. Die hohen Europäischen Agrarerträge basieren auf Dünger. Ohne energieintensiven Dünger keine Erträge. Wer produziert den meisten Dünger & den meisten Weizen? Rußland hat eine Armee, wir nicht, obwohl wir fast dasselbe Geld dafür ausgeben. 

Laurenz

4. August 2026 20:22

@RMH ... habe den FF-Artikel genauestens gelesen. Der Artikel entspricht exakt dem SiN-Stil, erzählt politisch & gesellschaftlich. Entscheidend für das Befinden der Russen ist aber die Ökonomie, das ist nicht anders als bei uns auch. Auch wenn die Russen als leidensfähiger, als wir, gelten. Daß Ihnen die Wirkung der Ökonomie nicht bewußt ist, erscheint mir befremdlich. Und wenn Sie den Artikel genau & zwischen den Zeilen gelesen hätten, ist es exakt die Ökonomie, die NL ideologiebefreit ausmacht.

Le Chasseur

4. August 2026 20:30

"Zugleich weist die NL alle Merkmale einer „Spoiler-Partei“ auf, die einen Großteil der Unzufriedenheit mit dem System seitens der überwiegend jungen Bevölkerung in sich bündelt, sie in konstruktive und kontrollierbare Bahnen lenkt und radikale systemkritische Alternativen neutralisiert."
So eine Art russische AfD also?
@Karl Otto
"Warum sollte der Westen ein Interesse an einem "Russland auf Augenhöhe" haben? Russland hat das BIP von Italien"
Diese Behauptung stammt von dem kürzlich leider viel zu früh von uns gegangenen Kriegshetzer Lindsey Graham, Gott hab' ihn selig. Das blöde ist nur, dass sie nicht zutrifft: Can We Please Stop Comparing Russia’s Economy to Italy’s?
"[O]ver the past fifty years, Western economies have become increasingly dominated by service sectors, which, while contributing to GDP calculations, lose their importance during times of conflict. In such situations, it is the production of physical goods that matters, and by this measure, Russia’s economy is not only stronger than Germany’s but also more than twice as robust as France’s."

NC472

4. August 2026 20:30

@Karl-Otto Ihnen ist schon klar, dass BIP nur den "monetären" Wert von Transaktionen in einem Territorium misst; monetär-inflations unbereinigt, inklusive unproduktiven öffentlichen Schulden und Staatsausgaben wie Beamten- und Politikergehälter die als Positive Zahlen in diese Voodoo Metrik mit einfließen. Wer im Jahre 2026 noch immer dem Bruttoinlandsprodukt als Messlatte für Wirtschafliche Stabilität und Stärke huldigt, dem ist nicht mehr zu helfen

das kapital

4. August 2026 20:35

@ Karl Otto Willkommen in der Welt der Putin Fans. Schauen Sie sich einfach mal an, wer auf der Gegenseite steht und ein Verbrechen nach dem anderen begeht. Putin ist für mich einfach jemand, der den Verbrechern im Westen, in Israel und den USA Paroli bieten kann. Er ist ein authentischer Verteidiger der Interessen seines Volkes. Wenn wir einen Kanzler in seiner Qualität hätten, wäre Nordstream niemals gesprengt und Deutschland niemals so heruntergewirtschaftet worden.Wenn Du Dich und Dein Volk gegen die Sauereien des Westens verteidigen musst, dann kannst Du nicht zimperlich sein, sonst verlierst Du selbst und es verlieren die Dir anvertrauten Menschen. Putin hat eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung hinter sich, auch wenn da nicht lauter 100prozentige Edeldemokraten unterwegs sind. Wenn der Westen seit 1990 fair und respektvoll mit den Russen und Russland umgegangen wäre, niemals gäbe es diesen Krieg in der Ukraine. Der Westen hat im April 2022 einen Waffenstillstand verhindert. Für alle Toten und alle Schäden seitdem ist er mit in der Verantwortung. ///  „Beklage dich nicht über das, was ich getan habe, sondern sei dankbar für alles, was ich nicht getan habe.“ 

Majestyk

4. August 2026 20:58

Warum regen sich hier einige über Karl Otto auf? Er hat doch recht. Im Grunde ist Rußland ein Rohstofflager mit Kernwaffen. Rußland hat nie wirklich Anschluß an westliche Industriestaaten gefunden, war sogar die erste westliche Macht, die von einem asiatischen Land, nämlich Japan geschlagen wurde. Den Zweiten Weltkrieg gewann die Sowjetunion nur, dank westlicher Verbündeter und immenser Lieferung westlicher Rüstungsgüter. Heute hinkt auch Rußland seinem Nachbarn China hoffnungslos hinterher, wird in seinen Ostgebieten sogar von Chinesen überrannt. 
Dass nicht nur westliche Länder von eigener Schwäche abzulenken versuchen, sondern auch Rußland sein Wohlstandsversprechen eben nicht einhalten kann wird geflissentlich ignoriert. Und ja, Deutschlands Lage ist bedrohlich. Aber nach wie vor hat Deutschland die meisten Hidden Champions. Noch vor ein paar Jahren spielte Deutschland in einer ganz anderen ökonomischen Liga als Rußland. Zahlen lügen nicht. 
Desgleichen finde ich die Schuldumkehr ziemlich peinlich, wer wen wiederholt im Nahen Osten angegriffen hat weiß jeder, dem Israel kein Dorn im Auge ist. Aber Israel oder die USA dürfen natürlich keine Sicherheitsinteressen haben, Rußland schon. 
Interessanter Artikel, aber der paßt natürlich denen nicht in den Kram, die eine Agenda verfolgen. Da erklärt man lieber einem Russen sein Rußland. Könnte Baerbock nicht besser. 

RMH

4. August 2026 21:11

"Da erklärt man lieber einem Russen sein Rußland."
So schaut´s aus.

Karl Otto

4. August 2026 21:36

Also ich vermag wirklich keine besonderen kulturellen Leistungen der Russen zu erkennen, auch in der Vergangeheit nicht. Einige interssante Schriftsteller und Komponisten haben sie hervorgebracht, zweifellos. Aber sonst? Eigentlich nur Diktatoren, von Iwan dem schrecklichen bis Putin. Putin hat nie in seinem Leben produktive Arbeit verrichtet, er war immer nur Spion oder Politiker. Warum sollte man vor solchen Leuten Respekt haben? Und die bloße Fläche des Landes hat keine Bedeutung. Russland östlich des Ural ist wertlos, es wurde von Zwangsarbeitern besiedelt, denen man verbot, von dort weg zu ziehen. Keine Sau lebt freiwillig in diesem Sibirien. 

Le Chasseur

4. August 2026 21:50

@Majestyk
"Im Grunde ist Rußland ein Rohstofflager mit Kernwaffen."
Copyright John McCain. Noch so ein US-amerikanischer Kriegstreiber, der leider nicht mehr unter den Lebenden weilt. Ich hätte es ihm so gegönnt, dass er noch miterleben darf, wie die Iraner den Amis in den Arsch treten.

dojon86

4. August 2026 22:39

@Majestyk Die USA haben legitime Sicherheitsinteressen. In ihrer Hemisphäre ! Israels Lage ist bedrohlich und das Land hat legitime Sicherheitsinteressen. Ich weiß, manche werden jetzt zornig, aber ich meine, Deutschland hat die Pflicht, Israel zu unterstützen. Auch gegen den Willen eines Teils unserer gegen den Willen der Masse des Volkes neu zugezogenen Bevölkerung. Schon allein deswegen, weil Auschwitz Israel als Staat erst ermöglicht hat. Ich weise allerdings darauf hin, dass der israelische Militârhistoriker Van Creveld, der im übrigen auch einmal in der Sezession publiziert hat, die israelische Politik der Eskalation gegenüber dem Iran ziemlich kritisiert hat. Der Artikel sollte per Google noch zu finden sein. (Van Creveld und Iran) Und was Russland betrifft. Russland ist beileibe nicht die leuchtende Stadt auf dem Hügel. Trotzdem braucht Deutschland ein starkes  Russland. Warum blieb denn der Morgenthauplan ein Plan ? Wegen Russland. Was garantierte im Kalten Krieg zumindest eingeschränkt deutsche Bewegungsfreiheit und Westdeutschen Wohlstand. Russland ! Oder glaubt irgendjemand, die Amerikaner hätten nach 1945 plötzlich ihre Liebe zu Deutschland entdeckt. Wer das glaubt, soll sich einige amerikanische YouTuber mit dem Thema WWII und vor allem die Kommentare dazu anschauen. Vielleicht heilt ihn das.

Laurenz

4. August 2026 23:41

@Majestyk (& RMH) ... Ihre Schilderung Rußlands ist echt peinlich. Um als Deutscher Rußland einschätzen, vielleicht etwas verstehen zu können, muß man sich dem Thema in seiner Komplexität nähern. 1. die Geographie. Lesen Sie Tim Marshall. Fragen Sie die KI nach der Länge der Grenzen & Küsten Rußlands, die bewacht werden müssen, ein enormer Aufwand, der zukünftig elektronisch gemindert werden kann. Wie im Norden der USA, in Kanada, in Patagonien, will im Norden Rußlands & in Sibirien kein Schwein leben. Man muß in allen genannten Regionen gut bezahlen, damit da jemand Rohstoffe abbaut. Man muß die Grenztruppen rotieren, damit die keinen Koller kriegen. Kurz vor dem I. Weltkrieg produzierte Rußland bereits 4x so viel Munition, wie Habsburg. Das Zarenreich wollte sehr wohl Rußland industrialisieren, brauchte fremdes Kapital & das II. Reich verschloß seine Börsen. Sie ignorieren 70 Jahre sowjetische Verwüstung & 10 Jahre Jeltsin-Kapitalismus. Aber trotzdem baute die Sowjetunion hervorragende Waffen & Raketen, wie Rußland heute auch.

Majestyk

5. August 2026 01:21

@ Karl Otto:
"Also ich vermag wirklich keine besonderen kulturellen Leistungen der Russen zu erkennen, auch in der Vergangeheit nicht."
Mit meinem Einwand wollte ich russische Kultur nicht abwerten. Solche Urteile stehen mir nicht zu. Ich finde es nur ignorant autoritäre Strukturen in Rußland einfach wegzuwischen und sich hier über zunehmende Bevormundung zu beschweren. Rußland ist nicht der Heilsbringer der Deutschen.
@ dojon86:
"Die USA haben legitime Sicherheitsinteressen. In ihrer Hemisphäre !"
Ob es einem gefällt oder nicht, die USA sind eine Weltmacht. Weltmächte denken nicht in Hemisphären. So denken nur Regionalmächte. Das ist jetzt keine Wertung. Ob der Morgenthau-Plan wirklich umgesetzt worden wäre, weiß man nicht. Hitler hatte auch alle möglichen Pläne, siehe Germania. Die Existenz von Plänen ist kein Beweis für die geplante Umsetzung. Was Deutschland zugutekam, war sicherlich die Entwicklung zum Kalten Krieg und später Korea.
Ich sehe keine Pflicht für Deutschland israelische Interessen prinzipiell zu übernehmen. Für mich ist es in Zeiten drohender islamischer Übernahme eine Frage der Logik. Und eine drohende ökonomische Übernahme durch China ist der falsche Zeitpunkt um gegen die USA den Aufstand zu proben.
Ich verstehe die Rechten nicht. Ein gemeinsames Europa will man nicht, eine Sicherheitsstruktur mit den Amerikanern auch nicht, ja was will denn die Rechte? Eine Allianz mit Rußland und China, quasi als Wurstzipfel von Eurasien?
 

Majestyk

5. August 2026 01:33

@ Laurenz:
"Sie ignorieren 70 Jahre sowjetische Verwüstung & 10 Jahre Jeltsin-Kapitalismus."
Mit Russen und deren Mentalität hatte das nichts zu tun? Ich ignoriere gar nichts, es deckt sich sogar mit dem, was ich geschrieben habe. 
"Aber trotzdem baute die Sowjetunion hervorragende Waffen & Raketen, wie Rußland heute auch."
Prima. Und inwiefern soll das meine Einschätzung verändern? Deutschland baut auch tolle Waffen. Hätte Rußland mal lieber mehr in Konsumgüter investiert.
Sie schreiben doch selber. Das Zarenreich produzierte mehr Munition als Habsburg. Warum wohl? Zur reinen Grenzsicherung bestimmt nicht. Der Zar hätte stattdessen in Bildung und Infrastruktur investieren können, vielleicht hätte die Zarenfamilie dann überlebt. Vom Zarenreich über die Sowjetunion hin zu Putins Rußland zieht sich imperiales Denken durch russische Politik. Findet man auch bei anderen Ländern. Rußlands Expansionsdrang nach Westen kann sich jedenfalls unmöglich mit deutschen Interessen decken.

Majestyk

5. August 2026 01:48

@ Artabanus:
"denn der Westen ist nicht bereit zu einem Kompromissfrieden, den Putin die ganze Zeit über angestrebt hat und was den Krieg so in die Länge gezogen hat."
Jetzt schwindeln Sie aber. Trump hat mehrere Friedensvorschläge gemacht, die den Russen sehr entgegenkamen. Der Kreml will nicht. Peking als größter Profiteur des Ukrainekrieges womöglich ebenfalls nicht. Was die Europäer wollen ist egal. Im Grunde müssen sich die zwei Konfliktparteien einigen, möglichst mit den Amerikanern am Verhandlungstisch. 
Wenn ich jetzt mal spekulieren würde, dann würde ich sagen, man hat stattdessen lieber den Amerikanern ein Ei ins Nest gelegt. Denn seit dem Krieg mit dem Iran redet kaum noch jemand von der Ukraine. Jetzt hat jeder seinen Stellvertreterkrieg.
 

das kapital

5. August 2026 06:45

Die USA sind doch auch nichts weiter als ein Burgerladen mit Atomwaffen im Vorratslager. Eigenständige kulturelle Leistungen haben die seit dem Ausrotten der Indianer nicht mehr erbracht. Wenn schon schmähen, dann auch richtig, sonst wird es nichts mit der Kriegstreiberei. /// Wie war es denn mit den Leistungen von Peter dem Großen, dem Aufbau von St. Petersburg, mit Katharina der Großen? War Gorbatschow kein Russe? Hat er sich nicht um den Weltfrieden verdient gemacht? Er hat. Mehr als alle Erbschleicher, die seit 1990 im Westen aktiv waren und sind. ///  @ Dojon Die Pflicht Israel zu unterstützen. Vor allem haben wir erst mal die Pflicht, Deutschland zu unterstützen. Wer bei der Nordstreamsprengung mitmacht, wer sie duldet, verletzt diese Pflicht. Der Krieg den Israel gegen den Iran führt schneidet uns von existentiellen Ressourcen ab und zerstört unsere Wirtschaft und unsere Finanzen. Wer Israel bei dieser Art von Zerstörung unterstützt, zerstört Deutschland und zerstört die Weltwirtschaft. /// Der Morgenthauplan wird seit 1994 umgesetzt. Die Maastrichter Verträge waren der Startschuss. Inzwischen sind soviele Teilstrategien der Zerstörung wirksam, dass von dem Deutschland das ich kannte und liebte nicht mehr viel übrig bleibt.

Kurativ

5. August 2026 07:16

Politische Systeme mit Wahlen und Demokratie funktionieren nur, wenn der Eindruck entsteht, dass sich mit Wahlen etwas ändern und verbessern läst. Das Spiel mit der Hoffnung spielt dabei eine wichtige Rolle.

Karl Otto

5. August 2026 07:47

Laurenz, wenn man sicheine Karte von Kanada anschaut, sieht man, dass praktisch alle Großstädte nahe der Südgrenze liegen, wo das Klima erträglich ist. Millionenstädte in Sibirien gibt es nur, weil man sie zwangsweise mit Gefangenen bevölkert hat, die da auch nach ihrer Freilassung nicht weg durften.
Es wird nicht nur kälter, je weiter man nach norden geht, sondern auch je weiter man nach osten geht (deshalb ist es in Petersburg wärmer als in Moskau, obwohl es 400 km weiter nördlich liegt). Russland östlich des Ural ist eigentlich unbewohnbar und auch für Landwirtschaft wenig geeignet.
S. auch hier: https://www.amazon.de/Siberian-Curse-Communist-Planners-Russia/dp/0815736452

Le Chasseur

5. August 2026 08:02

@Filipp Fomitschow
Habe ich das richtig verstanden: Die Partei "Neue Leute" wurde von einem Teil der "Elite" gegründet, mit der Duldung des Kremls ("Die NL [...] durchlief das Registrierungsverfahren in kürzester Zeit, was für das politische System Rußlands an sich untypisch ist."), um den Russen die Möglichkeit einer Veränderung vorzugaukeln, im Sinne von "Alles muss sich ändern, damit alles so bleibt wie es ist "?

RMH

5. August 2026 08:09

@Laurenz, Ihre Russland-Apologien erinnern stark an Peppones vehemente Lobpreisung der UdSSR als das Paradies der Werktätigen im Film "Genosse Don Camillo."
Den Ralitätsspiegel dazu liefert uns eben gerade ein Artikel wie der von Fomitschow. der uns zeigt, dass auch in Russland seit ca 25 Jahren stets Beton in die Administationen gerührt wurde & man eben dadurch überall zumeist auf Betonköpfe trifft. Das Problem sind Männer, würde der Love Priest T. Kellner in seinen YT Videos an dieser Stelle einspielen & in diesem Fall vor allem alte.Alter von  Putin 73, Alter von Trump 78, Alter von Ping 73, Alter von Lula 80, Alter von Modi 75, Alter von Subinato 74, Alter von Merz 70, Alter Netanjahu 76 und wenn die Israelis den Tattergreis von Thearan nicht weggebombt hätten, säße das auch ein Prä-Dementer auf dem Sessel. Was hinterlassen die Führer der Welt also den jüngeren Generationen? Krieg, Zerstörung, Schulden, Korruption, Patex-Mentalität bei Posten & Pfründen & vor allem einen Neofeudalismus weltweit. Fomitschow zeigt uns das auch & das es deshalb, wie anderen Ortes auch, eine neue Partei gibt. Das hat man dann einfach mal zur Kenntnis zu nehmen & es ist kein Grund, trotzig das Paradies der Werktätigen nur aus Gründen der Rechthaberei zu verteidigen.

MarkusMagnus

5. August 2026 08:29

@ Majestyk
Ja, das deutsche Kaiserreich war ein Obrigkeitsstaat. Allerdings ein sehr humaner und liberaler.
Erstens war zu dieser Zeit Deutschland eine Bildungsmacht. Was wurde zu der Zeit alles erfunden und gebaut? Autos, Motoren, Röntgen...
In einem harten Obrigkeitsstaat wäre solche Kreativität gar nicht möglich.
Zweitens der Umgang mit dem Berufsverbrecher Voigt. 
Überfalle mal in einem anderen Land als einschlägig Vorbestrafter in einer unberechtigt getragenen Hauptmannsuniform die Sparkasse in der Hauptstadt. In den USA würde er dafür heute noch im Knast sitzen.
Unser guter Willi hat ihn jedoch relativ schnell begnadigt. 
Mein schweizer Opa väterlicherseits kam um die Jahrhundertwende in dieses aufstrebende Deutschland um Arbeit zu finden. Die Schweiz war damals relativ arm und Deutschland ein Industriestaat.
Das beste Deutschland was es jemals gab.

Le Chasseur

5. August 2026 08:30

@Majestyk
"Da erklärt man lieber einem Russen sein Rußland."
Russophober Quatsch a la "ich vermag wirklich keine besonderen kulturellen Leistungen der Russen zu erkennen" ist also besser?
Filipp Fomitschow mag die Lage in Russland als "schwierig" einschätzen, im Westen ist sie dagegen beschissen, Tendenz stark fallend.

Laurenz

5. August 2026 09:56

@Dojon86 @Majestyk ... auch wenn ich Ihrem Kommentar im Grundsatz zustimme, so bitte ich Sie, einfach genauer zu schreiben. Es gibt eklatante Unterschiede zwischen der Sowjetunion & Rußland, auch abseits der territorialen Größe. Das gilt für das historische & heutige Rußland. Botschafter Krylow wies um die Jahrtausendwende mehrmals im Spiegel darauf hin, daß in Zeiten der Sowjetunion Rußland fremdbeherrscht gewesen sei. Daß Israel nicht 1922, sondern erst 1948 etabliert wurde, hat damit zu tun, daß sich die Zionisten 1916 den falschen Verbündeten, Britannien, suchten. Die Zionisten wurde eben komplett verarscht. 1948 waren die Britischen Kriegstreiber pleite & konnte sich den Unterhalt solch großer "Protektorate" nicht mehr leisten. Insofern hat Auschwitz rein gar nichts mit der Gründung Israel zu tun. Wenn wir ein gutes Verhältnis zu Israel haben, kann dies nur aus einem sinnvollen Interessenabgleich funktionieren. Mir, persönlich, sind Juden am östlichen Mittelmeer lieber, als Araber. Der Morgenthau-Plan war ab 1944 etwa 3 Jahre in Kraft. Es war tatsächlich die Existenz Stalins & des Kalten Krieges, der das Durchziehen des Morgenthau-Plans seinerzeit verhinderte. Da die UN den Morgenthau-Plan als Replacement heute wieder durchzieht, wird durch die Existenz Putins nicht verhindert. Sehen Sie den frappanten Unterschied nicht? Stalin war übrigens Georgier. Gorbatschow war als halbrussischer Generalsekretär, der einzige Chef der Sowjetunion, der jemals was mit Rußland zu tun hatte.

das kapital

5. August 2026 10:20

Da tut sich eine Lücke auf./// /// Wie war es denn mit den Leistungen von Peter dem Großen, dem Aufbau von St. Petersburg, mit Katharina der Großen? War Gorbatschow kein Russe? Hat er sich nicht um den Weltfrieden verdient gemacht? Er hat. Mehr als alle Erbschleicher, die seit 1990 im Westen aktiv waren und sind. ///  @ Dojon Die Pflicht Israel zu unterstützen. Vor allem haben wir erst mal die Pflicht, Deutschland zu unterstützen. Wer bei der Nordstreamsprengung mitmacht, wer sie duldet, verletzt diese Pflicht. Der Krieg den Israel gegen den Iran führt schneidet uns von existentiellen Ressourcen ab und zerstört unsere Wirtschaft und unsere Finanzen. Wer Israel bei dieser Art von Zerstörung unterstützt, zerstört Deutschland und zerstört die Weltwirtschaft. ///  Ein zeitgemäßer Morgenthauplan wird seit 1994 umgesetzt. Die Maastrichter Verträge waren der Startschuss. Inzwischen sind soviele Teilstrategien der Zerstörung wirksam, dass von dem Deutschland das ich kannte und liebte nicht mehr viel übrig bleibt. /// Die völlige energiepolitische Austrocknung Deutschlands durch die USA, die Ukraine, die EU mit ihren 21 Sanktionspaketen und der MethanVO und die eigenen Regierungen selbst, die Kraftwerke, die überlebenswichtig sind stillegen und wegsprengen, kann niemand mehr verhindern.

Le Chasseur

5. August 2026 10:34

@RMH
"Das Problem sind Männer, würde der Love Priest T. Kellner in seinen YT Videos an dieser Stelle einspielen & in diesem Fall vor allem alte."
Wäre irgendetwas besser, wenn anstelle von Netanjahu der 46jährige Smotrich israelischer Regierungschef wäre? Oder anstelle von Trump Marco Rubio (55) US-Präsident? Merkel war 51, als sie Kanzlerin wurde. Lief da irgendwas besser, oder wurde da 16 Jahre lang auf Verschleiß gefahren? Würde Deutschland besser regiert, wenn anstelle von Merz ein Wüst oder ein Günther im Kanzleramt säße? Was hat Macron gerissen?
Das Problem sind nicht alte Männer, sondern das System. Und das System wird offenbar von der Partei "Neue Leute" nicht in Frage gestellt, genauso wenig, wie es von der AfD in Frage gestellt wird.

das kapital

5. August 2026 10:42

@ RMH Wenn Sie hier Laurenz auf die Mütze hauen, was meinen Sie dann, an wen Sie erinnern? An Don Camillo eher nicht. Es ist einfach so, dass auch Russland nachvollziehbare strategische Interessen hat. Wenn sie geistiger Gefangener der NATO und des kalten Krieges bleiben, dann werden Sie das nie verstehen können. Die einseitigen Betrachtungen in Sachen Putin und Russland führen aber nur zu neuen Kriegen und nicht zu einer besseren Welt. In Sachen Ukraine hat es seit dem CIA Putsch am Maidan 2014 mit 60 Toten erstmal der Westen versaut und er wollte das auch genau so. Er wollte diesen hybriden Krieg gegen Russland. Victoria Nuland sinngemäß leicht überzeichnet: "Wir haben 5 Milliarden in den Umsturz investiert und es hat sich ausgezahlt." Etwas genauer hier, wenn auch linke Quelle. " Im November 2013 brüstete sich Nuland damit, dass die USA seit 1991 fünf Milliarden Dollar in die Ukraine gesteckt hätten, um „zivilgesell-schaftliches Engagement“ und „demokratische Fähigkeiten und Bestrebungen“ zu fördern." Das ist dieselbe Art von "NGOs", die auch Deutschland zerlegt haben und weiter zerlegen. Der hybride Krieg wird nicht nur gegen Russland geführt, sondern gegen Deutschland auch. Der wirtschaftliche Gewinn verbleibt in den USA.

Valjean72

5. August 2026 10:53

Vielen Dank für diesen Lagebericht aus erster Hand. 
Beim Lesen einiger Kommentare kam ich mir allerdings vor, als wäre ich bei NIUS oder irgendeinem Mainstreammedium gelandet.
 
Da werden den Russen - geradezu aberwitzig und zum Fremdschämen - besondere kulturelle Leistungen abgesprochen und wieder einmal der ausgelutschte BIP-Vergleich mit Italien herangezogen.
 
Die BRD wurde offensichtlich zum Abschuss freigegeben und wir erleben die Ausweidung der deutschen Industrie. Die steuerliche Einnahmebasis unserer Städte bricht zunehmend weg. Die Ausgaben im Bund für Soziales und Zinsbedienung steigen und steigen.
 
Ach ja, und das deutsche Kaiserreich war natürlich ein böser Obrigkeitsstaat und so sollten wir deutsche Patrioten alle froh darüber sein, in der bunt vielfältigen und moribunden, späten Bundesrepublik zu leben ...

Artabanus

5. August 2026 11:34

@ Majestyk
Sie sind offensichtlich schlecht informiert und sollten sich besser nicht so weit aus dem Fenster lehnen.  Putin hat in Anchorage den Kompromissvorschlag von Trump angenommen. Es sind die Amerikaner die ihn dann wieder zurückgezogen haben. Deshalb stand Rubio beim letzten Treffen mit Lawrov wie ein Trottel da und das Gespräch war nach 30 Minuten zu ende. Putin hat sich also wieder an der Nase herumführen lassen, wie bereits beim Minsk Abkommen. Und genau deshalb ist seine Popularität in Russland auf einem Tiefstand und das kurz vor den Parlamentswahlen im September. 

dojon86

5. August 2026 11:44

@Majestyk Ihre Frage, was die Rechte will, kann ich nicht beantworten, weil jeder etwas anderes will. Mein persönlicher Wunsch wäre ein geeintes Europa, dass seine christliche Tiefenstruktur bewahrt und achtet. Das kann man auch, wenn man Atheist ist.  Ferner ein Europa, dass seine Außengrenzen und seine notgedrungen weltweiten Interessen robust schützt. (Letzteres deshalb, weil Europa nicht autark sein kann) Nun, Wunsch und Realität sind zwei verschiedene Dinge. Ich bin der Meinung, die kulturelle US Dominanz der letzten Jahrzehnte hat Europa gar nicht gut getan. Selbst die Durchmischung der europäischen Bevölkerung und die Masseneinwanderung war im Grunde der Plan der US Eliten, die Europa nach dem Modell der USA umformen wollten. Der Hegemon wird niemals ein starkes Europa dulden. Und auch niemals einen starken Einzelstaat den es mangels Masse ohnehin nicht geben kann.

Laurenz

5. August 2026 11:51

@RMH @L. ... Sie verstehen, wie unser Kamerad, @Majestyk, einfach die geopolitische Systematik nicht. Politische Macht, ergibt sich, gemäß Helmut Pemsel, aus der Größe des Territoriums. Alle Weltmächte (USA, China, Rußland, Indien, Brasilien) basieren, ex Kanada, auf der riesigen Größe ihres Territoriums. Keiner zerschlägt diese Imperien, weil sich die daraus verringerte resultierende Macht, sich mehr als das Resultat herunter skaliert. Die Kritik, die hier von den Rußland-Bashern verteilt wird, ist deswegen hanebüchen, weil auch unser staatspolitisches Zwergendasein uns nicht von den informellen Bolschewisten in Berlin & Brüssel schützt. Wer hier das Maul aufreißt, sollte besser vor der eigenen Türe kehren. Die existenten Riesenreiche sind ohne Ordre de Mufti nicht einfach so zu managen. Auch die USA bleiben eine 2-Parteien-Oligarchie. Das demokratische Angebot für den US-Bürger ist kaum größer, als jenes in Rußland, Indien oder Brasilien. Die US-Ökonomie ist durch den US-Senat extrem sozialistisch organsiert. Deswegen stehen die USA auch kurz vor der Pleite. Chinas 1-Parteien-System ist rein durch den steigenden Wohlstand legitimiert. Da denkte sich der Chinese, allemal besser als in den Staaten, in die er sofort ausreisen könnte.

Laurenz

5. August 2026 12:19

@Karl Otto @L. ... Die Besiedlung Kanadas liegt vor allem deswegen auf den Südosten begrenzt, weil das Atlantische Klima das Leben dort erträglich sein läßt. Einer meiner Cousins lebt auf Seinem Grundstück mit Wald & kleinem Privat-Fluß auf Nova Scotia, welches von den Nordamerikanischen Winterstürmen weitestgehend verschont bleibt. ... @Majestyk @L. ... Ihre Ignoranz in der Derbatte ist manchmal echt mühselig, weil Ihr Tellerand bereits in Buxtehude die Sicht auf die Welt versperrt. Sie erachten es nicht mal als nötig, 3 Minuten in die KI zu investieren, um zu erfahren, wer Tim Marshall ist & über was Er schreibt. Sie ignorieren daher völlig die geographischen Gegebenheiten, die einen entscheidenden Einfluß auf die Geopolitik bewirken. Ab Berlin/Warschau öffnet sich, wie ein Trichter eine weite Ebene, die bis hinter Moskau/Kiew reicht, ideal für militärische Bewegungen, in jede Richtung. Der Inder & der Chinese hätten sich längst gegenseitig totgeschlagen. Was hindert sie daran? Der Himalaya. Warum kann Trump nicht einfach Bodentruppen in den Iran schicken? Weil man maximal die Ebene mit den Ölfeldern am Golf besetzen kann. Kein westlicher Soldat kommt heutzutage über den Zagros oder durch die Wüste im Süden. Nur Rußland wäre in der Lage, einen Angriff über das Kaspische Meer vorzutragen. Aber warum sollten die Russen das tun? Weil sie mehr Öl oder Land brauchen?

Karl Otto

5. August 2026 12:42

Vielleicht nennt mal jemand die großen kulturellen Leistungen der Russen? ich meine wie gesagt keine Komponisten oder Schriftsteller, sondern Philosophen, Wissenschaftler, Politiker die keine autokratischen Führer waren?
Peter der I. und Katharina die II. wurden genannt (ich weigere mich, diese Leute als groß zu bezeichnen). Das waren sicher modernisierer ihres Landes, die viel vom Westen übernahmen, aber sonst die üblichen Autokraten, die taten was sie wollten und töteten wen sie wollten (In Peters Fall sogar den eigenen Sohn). 
Katharina lud sogar den französischen Aufklärer Dideot nach Russland ein, aber der zeigte sich danach ziemlich desillusioniert.
Lest mal Dostojewskis Tagebuch eines Schruftstellers von 1877, darin schreibt er, dass Russland aufgerufen sei, die slavischen Völker unter seinern Herrschaft zu vereinen. Da hat soch wenig geändert.

tearjerker

5. August 2026 13:43

Sehr guter Beitrag. In 50 Jahren wird Russland nur noch dem Namen nach existieren und die Kontrolle über den grösseren Teil des heutigen Staatsgebietes bestenfalls noch mit Hilfe ausländischer Konglomerate unter chinesischer, britischer, amerikanischer, französischer und dem Stamm zugehöriger Führung ausüben können/dürfen. Wenn überhaupt. Die Nachfolge der aktuellen Führung und die Regelung des Übergangs werden zeigen, ob die Neuordnung kontrolliert über die Bühne gehen wird oder ob sich ein früheres Zerfallsszenario abzeichnet. Die Installierung Putins Ende der 90ger war politisch ein gekonnter Power-Move, aber das ist lange her. Die Geier kreisen schon.

Mitleser2

5. August 2026 14:18

@das kapital: Das Problem vieler Rechter ist, dass in denen immer noch Antikommunismus oder Anti-Sowjetunion drinsteckt, auch wenn das heutige Russland damit nur begrenzt zu beschreiben ist. Deswegen wollen sie auch die Realität des Maidan nicht wahrhaben. 
Dabei bräuchten wir einen Ausgleich mit Russland, das ist der Nachbar, nicht die USA jenseits des Atlantik. Und Ausgleich heißt ja gerade nicht, das Schlechte an Russland zu ignorieren. Aber das europäische Abschalten jeglicher Diplomatie wird sich noch rächen. Denn Russophobe wie Kallas dürften Europa niemals repräsentieren.

Blue Angel

5. August 2026 14:35

Demn Dank für den Lagebericht schließe ich mich an und stimme ansonsten Valjean u. a. zu: Alleine das Absprechen der kulturellen Errungenschaften ist hanebüchene, unverschämte Hybris. 
Wer zudem, wie Majestyk, der Rußländischen Föderation "Expansionsdrang nach Westen" unterstellt, sollte sich einfach mal eine Karte der Nato-Stützpunkte von 1990 anschauen und sie mit einer aktuellen vergleichen. - Insgesamt erschüttert mich  wieviele oppsitionelle Rechte immer noch an der mentalen Infusionsnadel globalistischer Propaganda hängen. Sich solcherart in den warmen Innereien des Globalistensystems einzurichten mag bequem sein, im Interesse Deutschlands ist es aber ganz sicher nicht. 

Ekstroem

5. August 2026 14:49

Was geschah 1989? Als "Wossie" (selbstkreierte Kombination des Gegensatzpaars Ossie und Wessie) habe ich das im ersten Satz erfragte Geschehen beidseitig erlebt. Fast 40 Jahre nach dem Fall der Mauer sind Kommentare zum Geschehen und Thema (im weitesten Sinn) hier immer noch von je einseitigen Perspektiven geprägt. "Meine Ansicht der Geschichte":  Die DDR.Bevölkerung hatte 1989 zum größten Teil die Nase voll vom Regime/System - und auch von allem, was damit verbunden war. Dazu gehörte auch die DDR-Kultur (Musik, Literatur etc.). Deshalb der Absturz des "Amiga"-Musik (DDR Rock und Pop etc.) In Russland könnte es zur Zeit analog sein. 

Ekstroem

5. August 2026 14:57

Fokus auf das Eigene! Gebraucht wird die deutsche Perspektive!

heinrichbrueck

5. August 2026 15:44

"Mir persönlich sind Juden am östlichen Mittelmeer lieber als Araber."
Arabische Golfstaaten → USA: sehr große Kapitalexporte (Staatsfonds, Staatsanleihen, Immobilien, Unternehmen) sowie umfangreiche Käufe von US-Rüstungsgütern (Das Geld, das arabische Staaten insgesamt in die USA transferiert haben, dürfte über die letzten 30 Jahre in einer groben Größenordnung von mehreren Billionen US-Dollar liegen).Israel ↔ USA: intensiver Handel und private Investitionen in beide Richtungen, aber zusätzlich erhebliche US-Finanz- und Militärhilfe an Israel. Die Kapitalströme von Israel in die USA sind insgesamt wesentlich kleiner als die der ölreichen Golfstaaten.
Rußland (mit oder ohne China?): Falls die Partei NL eine starke parlamentarische Mehrheit hätte und ihre wirtschaftspolitischen Ziele vollständig umsetzen könnte, wären denkbare Reformen:
Vereinfachung des Steuerrechts.
Weniger Regulierungen für Unternehmen.
Mehr Privatisierungen in einzelnen Wirtschaftsbereichen.
Verbesserter Zugang zu privatem Kapital für Unternehmen.
Größerer Wettbewerb im Bankensektor.
Deutschland und sein Monster (kleines Beispiel - Immobilien können nicht weglaufen): 
Grunderwerbsteuer: 18,3 Milliarden Euro (2021) bzw. 17,1 Milliarden Euro (2022). Ist dieser Staat deutsch? Neue Realität. 

Blue Angel

5. August 2026 16:03

Ganz genau! Zur deutschen Perspektive gehört u. a. die Abhängigkeit von Rohstoffen und Energie, die die RF, vorher sogar die Sowjetunion, immer vertragstreu und preisgünstig geliefert haben. Zur deutschen Perspektive gehört auch, daß die Sowjetunion und später die RF sich auch an alle anderen geschlossenen Verträge gehalten hat. Die US-Globalisten dagegen haben ihre Stützpunkte nicht aufgegeben und verhindern deutsche Souveränität weiterhin solange sie können. 
Zu den russischen Kulturerrungenschaften gehört unbedingt auch das aktuelle Bildungsniveau, das bei Schülern, Studenten und Erwachsenen sowohl in naturwissenschaftlichen - als auch in Zusammenenhängenj der Allgemeinbildung, Geschichte und Kultur so weit über dem in unserem bemitleidenswert verdummten Land steht wie das vieler SiN-Leser und -Schreiber (mich ausgenommen) über dem aktuellen Durchschnitt bei uns.
 

Laurenz

5. August 2026 16:11

@Tearjerker ... Ihre Prophetie in Ehren, natürlich leidet Rußland, wie der Rest, außer Afrika & dem Orient, an zu wenig Kindern, aber in der systemischen Frage liegen Sie falsch. Für China lohnt der Blick über den Ussuri nicht mehr, weil auch für China ein Krieg um die Rohstoffe Sibiriens viel zu teuer ist. Rußland liefert, was China braucht & China liefert, was Rußland braucht. Es ist der brutalste Schuß in das eigene Knie des Westens Rußland & China an einen Tisch gezwungen zu haben. Die Systemschwäche Ihrer britischen, amerikanischen, französischen Hanswurste läßt den Westen, nicht nur uns, lange vor Rußland zusammenbrechen. Am deutlichsten zeigt sich dies in der militärischen Schwäche &  Staatsfinanzen. Die USA, Britannien & Frankreich pfeifen auf dem letzten Loch. Man sieht das am Festhalten alter Großmachtsträume. Die Briten bauten 2 neue Flugzeugträger, die meist zur Reparatur in der Werft liegen, bestückt mit teuren Ami-Fliegern, von denen nur jeder 4te fliegt. Frankreich plant, trotz eines Downgradings auf A+, weil pleite, einen neuen Flugzeugträger. Selbst der LüFri sah keinen Sinn darin, die Entwicklungskosten für Französische Trägerflugzeuge finanziell zu tragen. & eine Supermacht, die vor in Sandalen & Säcke gekleidete Krieger mit ein paar Kalaschnikows den Schwanz einzieht, hat jegliches militärische Prestige verloren. Der Westen ist völlig erpreßbar geworden. Das Problem hierbei ist, im kollabierenden Westen gibt es gar nichts mehr aufzuteilen.

Laurenz

5. August 2026 16:14

@Ekstroem ... Die DDR-Bevölkerung hatte 1989 zum größten Teil die Nase voll. In Rußland könnte es zur Zeit analog sein. ... Was ist die Alternative? Wir? Das meinen Sie doch nicht wirklich ernst, oder?

Laurenz

5. August 2026 16:34

@Karl Otto ... Politiker die keine autokratischen Führer waren ... welche Staaten bieten uns keine autokratischen Systeme? Island? Die Schweiz? Schweden im Corona-Faschismus? Sie faseln. Wo sind heute unsere kulturellen Leistungen? Daß die blöde KI meinen Taschenrechner ersetzt?

Wuwwerboezer

5. August 2026 16:43

Karl Otto

Vielleicht nennt mal jemand die großen kulturellen Leistungen der Russen? ich meine wie gesagt keine Komponisten oder Schriftsteller, sondern Philosophen, Wissenschaftler, Politiker die keine autokratischen Führer waren?

Diese arrogante Borniertheit & Selbstgefälligkeit - ohne jedwede Substanz. Mir platzt echt der Kragen. Lichtmesz-Sommerfeld-Gesetz bitte bachten und vor der eigenen Tür kehren. In der Abfolge der Kulturepochen von Indien über Persien über Ägypten über Griechenland über Rom über Angelsaxonien-Germanien bis nach Slawien (und später qua Sibirien-Alaska bis nach Amerika) soll sich jede neue Kulturstufe an der vorherigen hinaufranken, anders ausgedrückt: den Staffelstab von der vorherigen übernehmen und ihn an die folgende übergeben. Das ist der wohlverstandene Kern des humanistischen Metageschichtsverständnisses. Jedoch war Mitteleuropa seit dem Ende des deutschen Idealismus / der deutschen Hochklassik der schändliche Totalausfall und ist subito tiefst unter sich selbst gestürzt. Mitteleuropa hat es philosophisch-wissenschaftlich-politisch verkackt.

Wuwwerboezer

5. August 2026 16:43

Karl Otto

Und kommen Sie mir bitte nicht mit den dolletollen deutschen Wissenschaftlern und Erfindern. Der materialistische Mob ist aufmarschiert und zwar sehr "autokratisch" alles andere niedertrampelnd. Bspw. die "Apotheke der Welt" (als die das Kaiserreich gern bezeichnet wurde) war mit ihrem virchowistischen Elendsmenschenbild exakt der Nukleus der späteren Corona-Diktatur, nicht zufällig war das RKI in Berlin die weltweite Corona-"Forschungs"-Koordinations-Zentrale. Und es ist auch nicht die geistige Mission des Deutschtums, Kutschenbauer und gar Kutschenbauer für neureiche Chinesen und Amerikaner zu sein (gut, wenn VW & Co. endlich fallen, evtl. ist der Blick bei manchen dann wieder frei!). Lesen Sie Rudolf Steiners Aufruf an das deutsche Volk und die Kulturwelt von 1919. Welche Schmach! Die Russen haben von den Deutschen keinen geistesgeschichtlichen oder geistesperspektivischen Staffelstab übergeben bekommen, d. h. sie waren gezwungen, mit Bordmitteln zu arbeiten. Angesichts dieser in der Zivilisationsgeschichte einmaligen Sonderlage strampeln sie sich ab so gut sie können. Eigentlich kämpfen sie um ihr nacktes Überleben, aber Putin schafft es sogar noch, konzeptionell in der globale Politik zu wirken. (Wadephul eher nicht ...) Die Russen müssen sich für gar nichts schämen. Wir müssen uns schämen.

Wuwwerboezer

5. August 2026 16:43

Schamvoll als Deutsche gegenüber den Russen vor der eigenen Tür kehren" - noch etwas:

"Die Mitte Europas ist ein Mysterienraum. Er verlangt von der Menschheit, dass sie sich dementsprechend verhalte. Der Weg der Kulturperiode, in welcher wir leben, führt vom Westen kommend, nach dem Osten sich wendend, über diesen Raum. Da muss sich Altes metamorphosieren. Alle alten Kräfte verlieren sich auf diesem Gange nach dem Osten, sie können durch diesen Raum, ohne sich aus dem Geiste zu erneuern, nicht weiterschreiten. Wollen sie es doch tun, so werden sie zu Zerstörungskräften; Katastrophen gehen aus ihnen hervor." - Polzer-Hoditz, "Der Untergang der Habsburgermonarchie ...", Perseus, Seite 221

- W.

Umlautkombinat

5. August 2026 17:27

Philosophen, Wissenschaftler, 

Ich beschraenke mich mal auf Letztere und mein zentrales Fach: Markow, Lobatschewski, Kolmogorow - nie gehoert? Tschebyschew, Bunjakowski, Kowalewskaja, Ljapunow, Friedman, Kantorowitsch, Pontrjagin, Perelman.
 
Dann die ganze fruchtbare Wechselwirkungsgeschichte: Euler (ueber 30 Jahre in Russland), Minkowski, Cantor (St. Petersburg geboren). Die Diaspora des zwanzigsten Jahrhunderts, inkl. dem juedischen Faktor: Gromov, Frenkel. Und, und, und...
 
Das war nur Mathematik und ziemlich ad hoc. Wie ignorant kann man sein? 
 

das kapital

5. August 2026 17:49

@ Karl Otto Zar Peter der Große ließ seinen ältesten Sohn, den Zarewitsch Alexej, im Jahr 1718 wegen angeblicher Verschwörung zum Tode verurteilen. Insoweit richtig. Wenn wir uns aber mal zum Vergleich den Papi von Friedrich dem Großen anschauen war auch er dichte dran. Hat dann nur den engsten Freund des Sohnes umbringen lassen, Katte, und den eigenen Sohn mit Mühe verschont. Scheint also eine Handhabung zu sein, die auch unter Preußen und andere Germanen des 18. Jahrhunderts nicht unüblich war. Wird irgendjemand hier bei uns deshalb Preußen und Deutschland insgesamt abwerten wollen? Eher nicht. ///Waren es nicht russische Techniker und Wissenschaftler, die erste Tiere und Menschen ins All befördert haben? Waren die etwa nicht auf der Höhe der Zeit?Ist Gorbatschow nicht politischer Mut und politische Höchstleistung. Zählen Ihnen russische Schachgrößen wie Anatoli Karpow, Garri Kasperow u.a. nicht? ///Russland bzw. die ehemalige Sowjetunion bringt fast 30 Nobelpreisträger hervor. Der erste russische Preisträger ist der Mediziner Iwan Pawlow im Jahr 1904. Archipel Gulag ist auch dabei. Preisträger Alexander Issajewitsch Solschenizyn 1970. Da geht schon was. /// Fragen Sie mal einen "slawischen" Polen, was er davon hält, unter Putins Führung vereint zu werden. Stalin seit 1941 und die UdSSR bis 1990 haben denen ganz und gar gereicht.

Silent Reader

5. August 2026 18:21

@Karl Otto
Warum hassen Sie denn Russland so sehr? Das ist keine blosse politische oder gesellschaftliche Kritik, das ist doch blanker Russenhass. Jeder Kommentar, den Sie über Russland oder die Russen auf dieser Seite verfasst haben, ist stark negativ oder hasserfüllt. Als ob Sie persönlich betroffen wären. Wenn man sowas über schwarze oder muslimische Völker schreiben würde, würde man sofort als Rassist zurückgewiesen. 

Majestyk

5. August 2026 20:47

1/3
@ MarkusMagnus:
"Das beste Deutschland was es jemals gab."
Hat Käthe Kollwitz anders wahrgenommen. Das beste Deutschland für meinesgleichen war das Deutschland, in dem ich groß geworden bin. Keines war freier für jedermann, keines bot mehr Aufstiegschancen von unten. In Ihrem Kaiserreich galten meine Vorfahren nichts. Millionen tote Deutsche im Ersten Weltkrieg sind der Beleg für Desinteresse am Volk. Gilt auch für die Kriegsgegner. Ich hätte lieber den Adel 1848 als Verlierer gesehen. 
@ Le Chasseur:
"Russophober Quatsch a la "ich vermag wirklich keine besonderen kulturellen Leistungen der Russen zu erkennen" ist also besser?"
Das habe ich nicht geschrieben. Warum schreiben Sie mich an, wollen Sie mir das unterstellen?
"Das Problem sind nicht alte Männer, sondern das System. Und das System wird offenbar von der Partei "Neue Leute" nicht in Frage gestellt, genauso wenig, wie es von der AfD in Frage gestellt wird."
Bingo! Eine Partei ist eben eine Partei.
@ Mitleser2:
"Das Problem vieler Rechter ist, dass in denen immer noch Antikommunismus oder Anti-Sowjetunion drinsteckt"
Rechte in denen kein Antikommunismus drinsteckt sind keine Rechte. Das Problem dürfte wohl eher Begeisterung für autoritäre Führung sein. Wenn Russen ihre Prägung so überwunden haben, wie manche Mitteldeutsche, steckt noch viel Sowjetunion im heutigen Rußland. Dass sich alte Eliten auflösen, halte ich für eine Legende.

Majestyk

5. August 2026 21:10

2/3
@ Laurenz:
Habe nicht behauptet, daß Auschwitz zur Gründung Israels führte, maximal hat es dies beschleunigt. Sie glauben aber hoffentlich nicht, daß Stalin aus Altruismus handelte? Übrigens waren Chruschtschow und Breschnew ebenfalls Russen. Fürsprecher für Deutsche gab es auch in den USA, siehe Herbert Hoover. 
Warum sollte Putin den Migrationspakt verhindern wollen? Er war doch in die Verhandlungen eingebunden und Replacement zieht sich durch die russische Geschichte? 
Wir können uns jederzeit auf Niedertracht britischer Elten einigen. Nicht einig werden wir uns über RU als Vorbild. Lesen Sie den Artikel. Putin machte mit bei Impfpflicht. Der ist kein wohlmeinender Landesvater, dem geht es um Macht. Aus deutscher Perspektive wirkt der natürlich souverän, wirkt aus deutscher Perspektive aber fast jeder fremde Staatschef.
"Warum kann Trump nicht einfach Bodentruppen in den Iran schicken?"
Sehr einfach. Weil seine Wähler es ihm und Vance nicht verzeihen würden. Putin braucht sich solche Gedanken nicht zu machen. 
Im Übrigen weiß ich wer Tim Marshall ist, dafür brauche ich keine KI. 
@ das kapital:
"Der wirtschaftliche Gewinn verbleibt in den USA."
Nur komisch, daß China die Kronjuwelen erbt. 
@ Artabanus:
"Putin hat sich also wieder an der Nase herumführen lassen, wie bereits beim Minsk Abkommen."
Da macht Merkel mal was richtig und verschafft der Ukraine Zeit, dann paßt das auch wieder nicht. 

Ein gebuertiger Hesse

5. August 2026 21:19

In Rußland-Sibirien hat es im Winter zwar krassere Minustemperaturen als bei uns, aber die Frauen können im Rock rausgehen. Weil die Kälte dort trocken ist. Anders als die Schwüle bei uns dieser Tage, wo man meinen könnte, man schwimme zwischen Flamingos und Aligatoren in den Swamps.

Majestyk

5. August 2026 21:25

3/3
@ dojon86:
"Mein persönlicher Wunsch wäre ein geeintes Europa"
Meiner nicht. Für mich ist die EU der Sargnagel Deutschlands und Europas. Eine Nation, welche Hoheit über Grenzen und Währung aufgibt, gibt ihre Souveränität auf und entmachtet den eigentlichen Souverän einer Demokratie. Deswegen reichen mir eine gemeinsame Freihandelszone plus Verteidigungsbündnis. Ich will nicht, daß ein ausländischer Bürokrat in Brüssel über mein Leben entscheidet. Schlimm genug, wenn deutsche Bürokraten dies tun. Auch möchte ich nicht, daß deutsche Steuergelder ins europäische Ausland fließen.
"Selbst die Durchmischung der europäischen Bevölkerung und die Masseneinwanderung war im Grunde der Plan der US Eliten, die Europa nach dem Modell der USA umformen wollten."
Lese ich oft. Wird durch Wiederholung nicht plausibler. Ohne Beweis bleibt das Behauptung oder Wahrnehmungsfehler.
@ Blue Angel:
"Wer zudem, wie Majestyk, der Rußländischen Föderation "Expansionsdrang nach Westen" unterstellt, sollte sich einfach mal eine Karte der Nato-Stützpunkte von 1990 anschauen"
Na, dann besorgen Sie sich mal lieber eine Karte über die Expansion Rußlands. Wenn die Inbesitznahme Polens, des Baltikums oder Finnlands, später die Knute des Warschauer Pakts oder die Invasion der Ukraine keine Ausbreitung nach Westen sind, finden wir keine Gesprächsgrundlage. Dieses "die anderen machen es doch auch" ändert nichts am russischen Imperialismus.

RMH

5. August 2026 21:28

Wenn Karl-Otto gegen Rus stänkert, bekommt er einen kleinen Shit-Storm. Wenn hier ähnlich verkürzt über USA/Israel  elativ häufig schwadronniert wird, gibts ab und an auch ein paar wenige Stimmen des Widerspruchs, aber keinen Shit-Storm.
Daraus erkennt man - auch daran, dass man sich am ersten, aber kleinsten Absatz des Artikels von F.F. besonders hochzieht - dass die Mehrheit dieses Forums ganz klar irgendwo ne einseitige Schlagseite hat.
Das sollte man komplett unabhängig davon, ob und was im Detail jetzt richtig ist oder nicht, schon konstatieren dürfen. Im Übrigen war und ist es auch Teil der russischen Hochkultur, dass es mit seinen unteren Schichten erbarmungslos umgeht, im Krieg immer noch das Mittel des Verheizens von Soldaten, meist aus den einfacheren Kreisen, anwendet etc. Not my cup of tea. Dennoch gehe auch ich davon aus, dass es es möglichst bald auch wieder zu einer Annäherung an RUS kommen muss. Alles andere wäre in der Tat nicht im dt Interesse. Deutsche Interessenpolitik bedeutet aber auch nicht, dass man mit andern immer & unter jeden Umständen gleich Bruderschaft trinken muss. Das ist genausowenig professionell, wie in anderen "ewige Feinde" zu sehen.

Majestyk

5. August 2026 21:45

@ Mitleser2:
"das ist der Nachbar, nicht die USA jenseits des Atlantik"
Also ich habe lieber, wenn mein Vermieter in einer anderen Stadt lebt als im selben Haus. Mal abgesehen davon, daß die USA deutscher sind als Rußland und ich zumindest mich einem Amerikaner im Gespräch näher fühle als einem Russen oder Türken, sogar näher als Russen oder Türken die in Deutschland leben. Räumliche Nähe ist was anderes als kulturelle Nähe. Sieht und empfindet aber jeder anders. Ich schrieb aber schon einmal, mit ist der Holländer näher als der Pole. 

Gracchus

5. August 2026 21:53

@Karl Otto, Majestyk et al.
Was soll denn bitte aus der Bewertung der kulturellen und wissenschaftlichen Leistungen Russlands folgen? Und warum soll die russische Literatur nicht in die Bewertung miteinfliessen? Sollen wir ein "Kulturvölker"-Ranking aufstellen, nach dem sich die geopolitische Kooperation bemisst? Viel Spaß bzw. das ist doch Unsinn. 
Und was hat das mit dem Beitrag von Herrn Fomitschow zu tun? Womit hat er solche arrogant-despektierlichen Kommentare verdient? Bitte mal vorher überlegen. 

Gracchus

5. August 2026 22:02

Wie bei allen Themen zeigt sich die deutsche Gespaltenheit. Von daher ist es schwierig, gemeinsame deutsche Interessen zu formulieren. 
Russland ist als Rohstofflieferant interessant. M. E. aber auch kulturell. Die russische Literatur und Religionsphilosophie. Die orthodoxe Spiritualität samt Ikonenverehrung. Ich sehe auch gewisse Parallelen - beide Völker haben einen idealistischen Hang, beide Völker sind derzeit nicht auf der Höhe ihrer Möglichkeiten.

Kurativ

5. August 2026 22:36

Meiner Meinung nach hätte Russland die jetzigen Probleme mit dem Westen so oder so bekommen. Die jetzigen Sanktionen und Angriffe wären unvermeidlich gewesen. Dieser Vorgang hat sich noch beschleunigt durch den vom Westen organisierten Putsch von 2014. Der einzige Unterschied zu einen passiven Verhalten Russlands wäre gewesen, dass die Initiative und das Timing vom Westen zu den im Westen bequemen Vorteil bestimmt worden wäre.
Die vom Westen (besonders den Briten) immer weiter radikalisierten Umgangsformen und konkreten Bedroungszenarien konnten nicht unbeantwortet bleiben. Das wusste offensichtlich auch der Westen. Neo.Nationalsozialistische und bewaffnete Einheiten an der Grenze zu Russland, 400 Km vor Moskau waren definitiv eine Bedrohung. Als dann auf der MSC der NATO-Beitritt und die Nuklearbewaffung angekündigt worden war, war der Kanal voll. Man wollte es im Westen nicht anders. Der Angriff war "Völkerrechtswidrig", aber was das Theater darum Wert ist, dass sieht man an dem Angriff auf den Iran.

Kurativ

5. August 2026 22:44

Das wichtigste für die Russen ist die territoriale Einheit. Solange eine Partei diese Einheit weiter schützt oder sogar verbessert, hat sie gute Chancen. Der Westen wird natürlich daran arbeiten, innerhalb solch einer Partei seine Leute zu platzieren oder solche Leute zu platzieren, welche dem Westen nützen. 

Blue Angel

5. August 2026 22:46

@Majestyk: Die rußländische Föderation ist zwar Rechtsnachfolger der Sowjetunion (mitsamt allen Schulden und Verpflichtungen) aber nicht mit ihr identisch.
Bzgl. der "Westexpansion der RF via Ukraine" sollte man dazu u. a. wissen, was mit Mackinders "Heartland" gemeint war, Brezinskis "The grand Chessboard"/"Die einzige Weltmacht" lesen (als pdf im Netz frei verfügbar) und sich näher mit der (jahrzehntelangen) Vorgeschichte des Maidan beschäftigen (dazu gibt es u. a. noch viele im globalistischen Herrschaftsbereich gelöschte Originalvideos bei odysee) statt überwiegend Hauptstrom-Propaganda zu konsumieren. 
Würde die RF von den Globalisten (erneut) "demokratisiert"/"liberalisiert", also zwecks Zerlegung und Ausbeutung unterworfen, bedeutete das auch für uns hier den Verlust jeglicher Hoffnung auf ein Minimum an selbstbestimmtem Leben, als Individuen wie als Staat. In deren dystopischen Plänen sind alle Menschen weltweit nichts anderes als zu bewirtschaftendes (und/oder zu "depopulierendes") Vieh.  

Majestyk

5. August 2026 23:03

@ Gracchus:
"@Karl Otto, Majestyk et al.Was soll denn bitte aus der Bewertung der kulturellen und wissenschaftlichen Leistungen Russlands folgen?"
Jetzt reicht es langsam. Ich habe mich bezüglich russischer Kultur gar nicht geäußert. Dass die Russen gute Mathematiker haben, hätte ich auch ohne Umlautkombinat gewußt. Differenzieren Sie bei Ihrer Arbeit auch so schlecht? 
Ich habe nichts gegen Rußland und ich sehe Geopolitik sogar sportlich. Die anderen können ja nichts für unsere selbst erzeugte Schwäche. Ich habe nur etwas gegen die verquere Weltsicht einiger Teilnehmer, die behaupten es gäbe keinen russichen Imperialismus. Wie wird man ohne solchen zum größten Land der Welt? 
"Womit hat er solche arrogant-despektierlichen Kommentare verdient? Bitte mal vorher überlegen."
Arrogant sind ja wohl eher die Teilnehmer, die Herrn Fomitschow erklären wollen, wie er sein Rußland wahrzunehmen hat. 

Speng

5. August 2026 23:45

"Die bewußte Weigerung, ideologisch geprägt zu sein und auf plakative Parolen zu verzichten, sowie der übergreifende Charakter der Partei können aus Sicht der politischen Strategie in der aktuellen Situation wohl die vorteilhafteste Vorgehensweise sein"
Hahaha, von Merkel lernen, heißt siegen lernen. Absolute Beliebigkeit sind natürlich die wichtigsten Grundeigenschaften für einen politischen Unternehmer, um finanziell und! machtpolitisch maximal abzusahnen. Honigtopf und/oder trojanisches Pferd (aus aktuellem Anlass ;) Aber aus der AfD wurde ja ach was...
Jetzt mal ganz grundsätzlich, und das geht vor allem an die russophobe Fraktion hier im Forum: Ist eigentlich allen hier bewusst, welches Geschenk uns das putineske Russland im Jahre 2022 gemacht hat, indem es nicht kollabiert ist, also die Regime-Change-Aktion mit ihren "Sanktionen aus der Hölle" scheitern durfte? 
Will man sich das vorstellen? Ein ewiger, linksliberal-extremistischer Westen, aber mit voller Verfügung über die Schätze Eurasiens. Ein balkanisiertes Russland und danach dann alle Augen auf China gerichtet. 
Unsere Lage ist erbarmungswürdig, aber sie könnte noch viel schlimmer sein.
 
 

Gracchus

5. August 2026 23:49

Neurechts ist m. E. Konsens, dass die national-kulturellen Identitäten im Sog der Globalisierung ins Trudeln geraten sind, man dies aber nicht kampflos hinnehmen will. 
Das deutsche Volk ist dazu disponiert, vielleicht sogar prädestiniert, sich gegeneinander aufhetzen zu lassen. Derzeit erscheint es eher unwahrscheinlich, dass es seine Gespaltenheit überwindet, bevor demographische Tatsachen geschaffen sind. 
Ich muss damit leben, dass einige wie @ Karl Otto oder @Majestyk sich unter dem, wenn auch zerbröselnden, transatlantischen Schirm des "Werte-Westens" samt der dominierenden Popkultur anscheinend pudelwohl fühlen. 
 

das kapital

6. August 2026 05:14

@ Majestyk Die Paulskirche ist geistiges Fundament echter Demokratie in Deutschland. Die "kleineren" Fürstentümer waren zu Kompromissen bereit. Preußen Hannover und Habsburg haben den Wandel abgelehnt und bekämpft. Bismarck später "Gegen Demokraten helfen nur Soldaten.". Die deutschen Demokraten waren aber nicht bereit, mit Gewalt bis zum letzten zu gehen. Viele von ihnen, wie z.B. Carl Schurz mussten deshalb ins Exil. "Unsere" Demokraten sind bereit, bis zum Letzten zu gehen. Gegen Demokraten helfen nur Polizisten. Siehe Coronaregime. Siehe Bekämpfung von Coronademonstranten. Siehe widerrechtlicher Einsatz gegen Compact. Siehe Kommunalwahl in Niedersachsen. Siehe Isolationsfolter gegen Jacques Baud. /// "Nur komisch, daß China die Kronjuwelen erbt." Der Krieg am Persischen Golf ist ein hybrider Krieg, der auch  China nicht nur Deutschland und Europa vom Öl und Gas abschneiden soll. Einmarsch in Venezuela auch. Weil "wir" aber so superschlau sind, uns selbst durch 21 Sanktionspakete von russischer Energie abzuschneiden, kann China sich dort prachtvoll bedienen. Die Chinesen sind mehr und sie sind inzwischen schneller schlauer und strategisch besser aufgestellt, als die Cowboys. Deutschland nicht. Wir sind den Amis die Apachen des 21. Jahrhunderts.

das kapital

6. August 2026 05:48

@ Majestyk und Mitleser 2 Deutschland war oft kein guter Nachbar. Siehe 2 Weltkriege. Die Amis sind auch nie ein guter Nachbar gewesen, siehe Niedermetzeln der Indianer, Besetzung und Aneignung von Teilen Mexikos, u.a. Kalifornien, New Mexiko und Texas, Monroe Doktrin seit 1823, Etablierung von Massenmord durch Regime in Argentinien und Chile, Kriegsführung weltweit. ///Historisch war auch für Deutsche und Deutschsprachige Russland ein Hoffnungs- und Sehnsuchtsort. Es ist nicht umsonst, dass sich im Laufe von Jahrhunderten dort Hunderttausende angesiedelt haben. Deutsche und Deutschbalten hatten dort Führungsfunktion. Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst geboren am 2. Mai 1729 in Stettin regierte dort als Katharina die Große. /// Wenn ich Pole wäre, könnte ich gerne auf Russen und Deutsche als Nachbarn verzichten. Komplette Zerstörung Warschaus durch die Deutschen, Katyn - Vernichtung der polnischen Elite, Vertreibung aus Westpolen bei Kriegsende. Gute Nachbarschaft sieht anders aus /// Kulturelle Nähe zu den Amis ist nach der Nordstreamspren-gung purer Masochismus. Es ist an der Zeit, sich von der Burgerkultur und der weltweiten Unkultur des Massenmordes zu lösen.

Old Linkerhand

6. August 2026 07:58

@Gracchus vom 05.08. 23.49 Ihre Trauer ist nicht neu. Als die französische Armee Napoleons in Rußland einmarschierte, waren viele Westdeutsche als Vasallen mit dabei. In der russischen Militärführung gab es allerdings viele Deutsch Balten. Schon damals war die deutsche Nation gespalten. Dieser rheinbündlerische Ungeist (deutsch sprechende Amerikaner) spukt immer noch in den Köpfen mancher Kommentatoren. Es ist traurig und ich muss das aushalten. 

dojon86

6. August 2026 08:41

@Majeytyk Ich halte ihr Vermietergleichnis für großartig. Allerdings komme ich diesbezüglich zu anderen Schlüssen. Mir ist lieber, wenn der Vermieter im selben Haus lebt. Aus eigener Erfahrung als jahrzehntelanger Altbaumieter. Ein solcher Vermieter wird sich um das Haus kümmern und Neumieter mit Bedacht wâhlen. Er wird darauf achten, dass das gemeinsame Dach nicht untergeht. Dem Vermieter der in einer anderen Stadt lebt, ist im Grunde der Aufwand lästig, er will Geld aus der Sache ziehen und ansonsten seine Ruhe haben. Wenn er Geld braucht und das Haus möglichst ohne Mieter verkaufen will, wird er es durch mangelnde Pflege verkommen lassen und durch Mietverträge mit Asozialen die Altmieter rausekeln. Meine Wohngegend, Gott sei Dank nicht mein Wohnhaus, hat alle diese Stadien von der Verslumung bis zur Boboisierung durchgemacht. Was übrigens ihre Ablehnung eines  europäischen Staats betrifft. Ihnen ist schon klar, dass jeder einzelne europäische Staat nach heutigen Maßstäben nur ein marginalisierten Kleinstaat sein kann. Auch Deutschland. Im übrigen, was ist ein Staat. Freihandel im Inneren und gemeinsame Verteidigung. Genau das wünschen sie sich von Europa. Gemeinsame Verteidigung erzwingt auch eine gemeinsame Außenpolitik. Nach dem was sie sich von Europa wünschen wäre es ein Staat. Leider ist es das nicht. Es ist ein kopfloser Moloch eine Bürokratie die krebsartig wuchert und das Unnotwendige bis zum Erbrechen reglementiert, aber am Notwendigen scheitert.

Laurenz

6. August 2026 09:26

@Das Kapital @Majestyk & Mitleser2 ... Sie haben wohl zu tief an der 68er Tüte gezogen? Beide Weltkriege wurden von den Kolonialmächten Britannien & Frankreich erklärt. Der Depp von Kaiser gründete Polen 1917. Die Wehrmacht griff 1938/39 Polen & die Tschechei an, weil Polen & die Tschechei bis heute illegal Deutsche Territorien besetzt halten. Am ruhigsten war Europa immer dann, wenn es kein Polen gab. Als Deutscher wäre mir heute auch eine direkte Grenze zu Weißrußland lieber. Die Chancen dafür stehen auch aktuell nicht schlecht. Nach Beendigung des I. Weltkriegs griff Polen jeden Nachbarn an. Ab 1920 herrschte in Polen eine informelle, ab 1926 eine formale Militärdiktatur. Der II. Krieg hatte nichts mit den Nationalsozialisten zu tun, sondern geschah aufgrund innenpolitischen Drucks in Deutschland. Jeden Tag wurden Deutsche von Polen aus ihrer Heimat vertrieben. Im Polnisch-Sowjetischen Krieg (quasi während des Russischen Bürgerkriegs) standen die Polen bereits weit hinter Kiew. Die Polen verstehen es bis zum heutigen Tage perfekt, sich bei den Nachbarn beliebt zu machen. Berija schlug Katyn vor, Stalin unterschrieb. Das war wohl eine kleine Rache für das taktische Versagen Stalins, als er vor Lemberg stehend, den Befehl verweigerte, & nicht die Flanke von Tuchatschewskis Marsch auf Warschau deckte. Was glauben Sie denn, was mit Polen & dem Baltikum passiert, wenn der Ukraine-Krieg vorbei ist?

Artabanus

6. August 2026 11:41

@Majestyk
"@ Artabanus:
"Putin hat sich also wieder an der Nase herumführen lassen, wie bereits beim Minsk Abkommen."
Da macht Merkel mal was richtig und verschafft der Ukraine Zeit, dann paßt das auch wieder nicht. "
Meinen Sie das im Ernst oder war das nur Sarkasmus? Die Ukraine brauchte überhaupt keine Zeit. Die hatten ihre Unabhängigkeit und das in den extrem großzügigen Grenzen der USSR. Aber anstatt das Land aufzubauen und nach vorne zu bringen wurde ideologische totalitäre Politik betrieben( Stichwort Sprachenpolitik)und auf Teile der eigenen Bevölkerung losgegangen. Und anstatt in diesem internen Konflikt zu vermitteln hat sich der Westen auf die Seite der Extremisten gestellt. Das Minsk Abkommen war der letzte Versuch den Konflikt friedlich zu lösen. Und mit dem Geständnis von Merkel und Hollande, dass das nur ein Täuschungsmanöver war hat man die eigene Glaubwürdigkeit für die nächsten 100 Jahre extrem beschädigt, und das weltweit, nicht nur Russland gegenüber. Das Putin selbst Trump auf den Leim gegangen ist spricht sicher nicht für ihn. Aber die Deutsche Außenpolitik seit Merkel ist ein komplettes Desaster.

Dieter Rose

6. August 2026 13:45

@Das Kapital
"Deutschland war oft kein guter Nachbar..."
Die Nachbarn aber auch nicht! 

Valjean72

6. August 2026 14:06

@das kapital: "Wenn ich Pole wäre, könnte ich gerne auf Russen und Deutsche als Nachbarn verzichten..."
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Völker können sich ihre Nachbarn nicht aussuchen und das gilt eben auch für Polen, Russen und Deutsche.
 
Mich erstaunt immer wieder aufs Neue die Parteinahme deutscher Linker und deutscher LibKons für polnische Positionen bei gleichzeitiger Ausblendung/Negierung deutscher Positionen.
 
Die Polen marschierten übrigens im 17. Jahrhundert, als sie mächtig genug waren, nach Osten, nahmen Moskau ein und brannten es nieder.
 
Aber das ficht deutsche Linke und Transatlantiker nicht an: Polen ist per se der unschuldige Opferstaat, Russland und vor allem Deutschland hingegen sind böse und müssen eingehegt werden.

kikl

6. August 2026 14:19

Das war ein sehr interessanter Artikel, vielen Dank.
Die NL wird vom System Putin geduldet, was erstaunlich ist. Aber dazu muss die NL natürlich sehr vorsichtig agieren und sich anpassen. Das Schweigen der NL über die Außenpolitik und den Krieg in der Ukraine ist wohl der Furcht vor staatlichen Repressionen geschuldet.
Die Ausrichtung der Partei scheint relativ unklar zu sein, eher liberal-konservativ. Wir werden vermutlich erst erfahren, wofür diese Partei wirklich steht, wenn es näherungsweise so etwas wie Meinungsfreiheit in Russland gibt.
Ich hoffe, dass es Russland gelingen wird, das Putinregime zu beseitigen und daraufhin den Ukrainekrieg zu beenden, indem es seine Truppen aus der Ukraine abzieht. Putin selbst wird eine Niederlage vermutlich politisch nicht überstehen, weshalb es keinen Frieden mit Putin geben wird.

Valjean72

6. August 2026 14:20

@Gracchus: "Ich muss damit leben, dass einige ...sich unter dem, wenn auch zerbröselnden, transatlantischen Schirm des "Werte-Westens" samt der dominierenden Popkultur anscheinend pudelwohl fühlen."
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Wir alle sind quasi dazu verdammt miteinander zu leben und auszukommen. 
Gleichwohl wird es für mich zunehmend deutlich, dass mit den "BRD-LibKon-Boomern" kein Staat zu machen ist. Zu sehr sind sie darauf konditioniert, gedanklich immer und immer wieder um ihr goldenes Kalb der Westbindung, samt bundesdeutscher Einhegung, Unterordnung und Selbstverzwergung zu kreisen.
 
 

Majestyk

6. August 2026 14:21

@ das kapital:
Wieso war Deutschland kein guter Nachbar? Glauben Sie etwa die Alleinschuldthese? Warum besaß die Sowjetunion zu Beginn des Zweiten Weltkriegs Langstreckenbomber, Deutschland aber nicht? 
Weil Stalin es gut mit den westlichen Nachbarn meinte? So wie Gorbatschow, der die nie überprüften russischen Opferzahlen um 7 Millionen aufstockte
Sie haben ein extrem linkes Geschichtsbild, auch in Bezug auf die USA. Paßt zum Bild von Herbert Frahm. Als ob Russen oder Chinesen nie Massenmord betrieben. So einfach kann Geschichte sein, wenn man einseitig Haß empfindet. 
@ Gracchus:
Kommt wahrscheinlich nicht durch, schrieb es schon öfters. Für einen Anwalt sind Sie erstaunlich unfähig auf der Sachebene zu bleiben. Bei der Wahrheit eh nicht, aber das ist wohl eine Berufskrankheit.
__________
Ich wüßte mal gerne, inwiefern die Mehrheit mit Ihrem selbstgerechten Idealismus sich von Grünen oder anderen deutschen Heilsbringern unterscheidet? Dazu paßt, daß jene, die angeblich das Volk lieben, ihm wirtschaftlichen Niedergang und Arbeitslosigkeit wünschen. Kennt man von Linken. Die mögen ja auch nicht die Armen, sondern hassen bloß die Reichen. 
Mal nur zur Erinnerung. Daimler, Benz und Siemens haben für das deutsche Volk greifbar nicht weniger geleistet als Goethe, Lessing oder Nietzsche. Und mein Volk braucht Arbeitsplätze dringender als Idealismus. 

Ekstroem

6. August 2026 14:24

@Laurenz Den zweiten Satz von mir, den Sie zitieren (über RU), habe ich bewußt im Konjunktiv formuliert. - Was ist die Alternative? Wir? - Selbstverständlich. Wer sonst? Die Deutsche Perspektive ist die einzige, die zielführend ist.

Ekstroem

6. August 2026 14:39

@Blue Angel Zustimmung zu Ihrer Beschreibung der Verbindungen D - RU. Eine wohl notwendige Ergänzung, die den meisten hier bekannt sein sollte: Der US Geostratege George Friedman offenbarte, daß die Trennung von D und RU ein traditionelles Ziel der US-Außenpolitik ist.

Ekstroem

6. August 2026 15:23

Ein "Lagebericht aus erster Hand". Genau das ist der Artikel. Filipp Fomitschow teilt seine Perspektive auf Aspekte der gegenwärtigen Situation seines Landes. In einem 451-Vortrag https://www.youtube.com/watch?v=LZaUFZU9PoI beschrieb er die unterschiedlichen nationalen Strömungen. Es gibt also viele russische Perspektiven.

heinrichbrueck

6. August 2026 16:18

"Brzezinskis "The grand Chessboard"/"Die einzige Weltmacht" lesen"
Kissinger war aber schon eine ganz andere Größe ... 
"Derzeit erscheint es eher unwahrscheinlich, daß es seine Gespaltenheit überwindet, bevor demographische Tatsachen geschaffen sind."
Diese Gespaltenheit des Volkes zeigt ein selbstzerstörerisches Verhalten. Anstatt das Eigene herauszubilden, wird dekadente Fremdvormundschaft vorgezogen. Darüber dann analytisch doziert und so getan, als wäre man in eigener Freiheit unterwegs. Wie mit einem Betrüger an einem Spieltisch zu sitzen, und die Regeln einhalten zu wollen. Wer gibt die Regeln vor? Strenggenommen sind es diejenigen, denen die Welt gehört. Derjenige wird keine Konkurrenz übriglassen. 
Die einzige Konstante in der Welt ist unsere biologische/spirituelle Identität. Sich von dieser Natur zu entfremden oder entfremden zu lassen, verheißt den Tod. 

Karl Otto

6. August 2026 18:27

Es ist ja nun so, dass das aktuelle Russland unter Putin mit einem gewaltigen kulturellen Anspruch auftritt. Eine alte, konservative, religiöse Kultur, in der Werte noch gelebt werden, anders als in Gayropa.
Das ist natürlich Unsinn, die Geburtenrate ist etwa die gleiche wie in Deutschland, Scheidungsrate eine der höchsten der Welt, ebenso bei HIV-Infektionen, grassierender Alkoholismus, Männer sterben 11 Jahre früher als Frauen (in D 5), 15-20% Muslime (in D 8,5), 9% der Russen gehen jede Woche in die Kirche, in den USA 30%. 
Ja, da gibt es keinen Christopherstreet-day und keinen operativen Geschlechtswechsel, aber das allein bringt´s ja dann auch nicht.

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