“Verwaltete Jugend”? Sicher nicht!

von Alexander Claus -- Torben Braga gehört zu den klügsten Köpfen in der Alternative für Deutschland. Ich schätze ihn nicht nur als Kollegen im Landesvorstand der AfD Thüringen, dem wir beide angehören, sondern auch wegen seiner analytischen Fähigkeiten und seiner schonungslosen Ehrlichkeit. Wer seine Texte liest, darf davon ausgehen, daß er schreibt, was er denkt – und nicht, was ihm taktisch opportun erscheint. Sein Beitrag "Verwaltete Jugend" verdient deshalb eine ernsthafte Auseinandersetzung. Denn vieles von dem, was er über die Auflösung der Jungen Alternative und die Gründung der GD schreibt, ist richtig oder zumindest diskussionswürdig. Gleichwohl gelangt er zu einigen Urteilen, die ich aus eigener Anschauung und als Mitglied ihres Bundesvorstands nicht stehen lassen kann.

Die GD sei einst­wei­len ein „Anhäng­sel“ der AfD und eine „schwä­che­re Kopie“ der Jun­gen Alter­na­ti­ve, die „weder weiß, was sie will, noch, was sie sein will“. Ihre Füh­rung pro­du­zie­re zwar öffent­lich­keits­wirk­sa­me Inhal­te, blei­be aber „in der Sache blank“. Hin­ter ihrer bis­he­ri­gen Arbeit ste­he kei­ne erkenn­ba­re Stra­te­gie. Das sind weit­rei­chen­de Urtei­le über eine Orga­ni­sa­ti­on, die zum Zeit­punkt der Ver­öf­fent­li­chung sei­nes Bei­trags noch nicht ein­mal neun Mona­te exis­tier­te. Vor allem aber tref­fen sie nicht zu.

1. Zunächst zum Aus­gangs­punkt, bei dem Bra­ga und ich näher bei­ein­an­der­lie­gen, als es die­se Erwi­de­rung viel­leicht ver­mu­ten läßt: Auch ich gehör­te zu den Geg­nern der Auf­lö­sung der Jun­gen Alter­na­ti­ve. Die JA hat­te über Jah­re hin­weg eine eigen­stän­di­ge poli­ti­sche Kul­tur ent­wi­ckelt. Sie ver­band Par­tei­ar­beit, Bewe­gung und rech­te Jugend­kul­tur, bot jun­gen Akti­vis­ten einen poli­ti­schen Raum und konn­te Posi­tio­nen zuspit­zen, die die Mut­ter­par­tei noch nicht tra­gen wollte.

Die Art und Wei­se, wie ihre Abglie­de­rung von der AfD vor­be­rei­tet und voll­zo­gen wur­de, hat vie­le jun­ge Mit­glie­der vor den Kopf gesto­ßen. Was von der Par­tei­füh­rung als Pro­fes­sio­na­li­sie­rung und Ver­bots­schutz dar­ge­stellt wur­de, kam an der Basis viel­fach als Miß­trau­ens­vo­tum und Ent­mach­tung an. Es ent­stand der Ein­druck, die Jugend sei der AfD zu radi­kal, zu eigen­sin­nig und müs­se des­halb unter Kon­trol­le gebracht werden.

Bra­ga hat auch recht damit, daß es zum Ver­bots­schutz­ar­gu­ment Gegen­ar­gu­men­te gab. Auch ist nicht zu bestrei­ten, daß die AfD mit der neu­en Kon­struk­ti­on grö­ße­re Durch­griffs- und Kon­troll­mög­lich­kei­ten gegen­über ihrer Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on erhal­ten hat.

Doch die Geschich­te ist kom­pli­zier­ter als die Erzäh­lung von einer intak­ten Jugend­be­we­gung, die allein aus Kon­troll­be­dürf­nis zer­schla­gen wur­de und die man vor­geb­lich vor einem Ver­eins­ver­bot schüt­zen wollte.

  • Die JA litt unter chro­ni­scher Unterfinanzierung,
  • einer schwa­chen Ver­an­ke­rung in vie­len Regio­nen und
  • einem teil­wei­se zer­rüt­te­ten Ver­hält­nis zur Mutterpartei.
  • Ihre Fähig­keit, in die AfD hin­ein­zu­wir­ken, hat­te erheb­lich abgenommen.
  • In der orga­ni­sa­to­ri­schen Fra­ge war sie selbst gespalten.

Auf dem Bun­des­par­tei­tag in Rie­sa war­ben des­halb nicht nur Ver­tre­ter der Par­tei­füh­rung, son­dern – wie Bra­ga selbst auf­führt – auch sämt­li­che in der Par­tei ver­blie­be­nen ehe­ma­li­gen JA-Bun­des­vor­sit­zen­den für den Neu­an­fang; oben­drein zahl­rei­che Funk­ti­ons­trä­ger der Landesverbände.

Man kann die voll­zo­ge­ne Auf­lö­sung daher für falsch hal­ten und den­noch aner­ken­nen, daß das Ver­hält­nis zwi­schen Par­tei und Par­tei­ju­gend reform­be­dürf­tig war. Und man kann die Moti­ve ein­zel­ner Betei­lig­ter kri­tisch hin­ter­fra­gen, ohne jeden spä­te­ren poli­ti­schen Auf­stieg zum Beweis eines vor­he­ri­gen Kar­rie­re­han­dels zu erklä­ren. Zeit­li­che Abfol­gen begrün­den noch kei­nen ursäch­li­chen Zusammenhang.

Für Jean-Pas­cal Hohm kann ich aus unmit­tel­ba­rer Erfah­rung sagen: Sei­ne Kan­di­da­tur für den AfD-Bun­des­vor­stand war kei­ne Beloh­nung, die ihm von der Par­tei­spit­ze für Wohl­ver­hal­ten gewährt wur­de. Meh­re­re Mit­glie­der des GD-Bun­des­vor­stands haben ihn viel­mehr wie­der­holt zu die­ser Kan­di­da­tur ermu­tigt, weil wir zu der Über­zeu­gung gelangt waren, daß die neue Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on eine star­ke Stim­me im höchs­ten Füh­rungs­gre­mi­um der Par­tei benö­tigt. Gewählt wur­de er schließ­lich von den Dele­gier­ten des Bundesparteitags.

2. Bra­gas zen­tra­ler Vor­wurf lau­tet, die Gene­ra­ti­on Deutsch­land wis­se nicht, was sie wol­le und was sie sein wol­le. Die­se Behaup­tung ver­wun­dert mich.

Bereits am 24. Janu­ar 2026 habe ich dem Bun­des­vor­stand der GD auf einer Klau­sur­ta­gung in Nord­hau­sen ein stra­te­gi­sches Kon­zept zur Rol­le der neu­en Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on inner­halb der AfD vor­ge­stellt. Aus­gangs­punkt war die Über­al­te­rung von Volk und Par­tei. Eine Par­tei, die einen grund­le­gen­den poli­ti­schen Wan­del her­bei­füh­ren will, darf sich nicht im Bestehen­den ein­rich­ten. Sie muß inno­va­ti­ver, beweg­li­cher und zukunfts­ori­en­tier­ter sein als die­je­ni­gen, die sie ablö­sen möch­te. Dafür braucht sie jugend­li­che Dyna­mik und welt­an­schau­li­che Tiefe.

Aus die­ser Dia­gno­se folg­te ein kla­rer Auf­trag: Die Gene­ra­ti­on Deutsch­land darf kein belie­bi­ges Anhäng­sel der AfD sein. Sie soll Inno­va­ti­ons­mo­tor, Zukunfts­schmie­de und Avant­gar­de der Par­tei wer­den. Ihre Kern­auf­ga­ben bestehen darin,

  • jun­ge Patrio­ten zu gewinnen,
  • sie poli­tisch, fach­lich, welt­an­schau­lich und stra­te­gisch aus­zu­bil­den und
  • sie sys­te­ma­tisch in die Struk­tu­ren der Par­tei einzubinden.

Zugleich haben wir von Anfang an den beson­de­ren Balan­ce­akt benannt, den die GD zu bewäl­ti­gen hat: Sie braucht genü­gend Frei­heit, um eige­ne Impul­se set­zen zu kön­nen, und gleich­zei­tig eine so fes­te Ver­an­ke­rung in der AfD, dass sie die­se Impul­se auch in die Par­tei hin­ein­tra­gen kann. Unse­re stra­te­gi­sche Leit­li­nie lau­tet des­halb: mög­lichst gro­ße Frei­heit in der inne­ren Orga­ni­sa­ti­on bei zugleich mög­lichst stark abge­si­cher­tem Ein­fluss in die Par­tei hinein.

Das neue Selbst­ver­ständ­nis der Gene­ra­ti­on Deutsch­land bedeu­tet also einen teil­wei­sen Rol­len­wech­sel gegen­über der Jun­gen Alter­na­ti­ve. Als eigen­stän­di­ger Ver­ein war die JA zugleich expe­ri­men­tier­freu­di­ge Außen­gren­ze der Par­tei und Aus­griff ins akti­vis­ti­sche Vor­feld hin­ein. In der Anfangs­pha­se des rech­ten Auf­bruchs war das rich­tig und not­wen­dig, auch weil vie­ler­orts erst Anlauf­punk­te für jun­ge Patrio­ten geschaf­fen wer­den muß­ten. Inzwi­schen ist ein viel­fäl­ti­ge­res rech­tes Öko­sys­tem ent­stan­den, in dem jun­ge Men­schen auch jen­seits der Par­tei­ar­beit ihren Platz fin­den können.

Die GD muß daher nicht län­ger zwi­schen Par­tei und Vor­feld pen­deln, son­dern kann sich auf ihre beson­de­re Auf­ga­be als Par­tei­ju­gend kon­zen­trie­ren: Nach­wuchs gewin­nen und aus­bil­den sowie in und an der AfD arbei­ten. Die Ver­bin­dung zum Vor­feld bleibt bestehen, folgt aber einer kla­ren Arbeits­tei­lung: Koope­ra­ti­on statt Rol­len­ver­mi­schung, Syn­er­gie statt Imi­ta­ti­on. Dar­aus ergibt sich ein ande­rer Habi­tus: weni­ger Akti­vis­mus, mehr Bildungs‑, Basis- und Pro­gramm­ar­beit; weni­ger Life­style, mehr Inhalt und Serio­si­tät – ohne zum Reser­voir aal­glat­ter Nach­wuchs­kar­rie­ris­ten zu werden.

Die­se Arbeits­tei­lung bedeu­tet kei­nen Rück­zug von der Stra­ße. Eine kraft­vol­le Groß­de­mons­tra­ti­on wie in Schwe­rin kann Gemein­schaft stif­ten und öffent­li­che Prä­senz zei­gen. Lega­ler Stra­ßen­ak­ti­vis­mus bleibt ein wich­ti­ges Instru­ment, darf aber nicht zum allei­ni­gen Orga­ni­sa­ti­ons­zweck wer­den. Die GD soll Teil einer grö­ße­ren patrio­ti­schen Jugend­be­we­gung sein – weder Kopie der Iden­ti­tä­ren Bewe­gung noch rech­te Vari­an­te der Jun­gen Union.

All das kann man kri­ti­sie­ren. Man kann ande­re Schwer­punk­te set­zen und ande­re stra­te­gi­sche Schluß­fol­ge­run­gen zie­hen. Aber man kann ange­sichts die­ser Über­le­gun­gen schwer­lich behaup­ten, inner­halb der GD bestehe kei­ner­lei Vor­stel­lung davon, was sie sein wolle.

3. Bra­ga erkennt zutref­fend, daß die GD stär­ker vom Wohl­wol­len der Par­tei abhän­gig sei als die frü­he­re JA. Nur zieht er dar­aus einen zu sta­ti­schen Schluß. Er behan­delt die gegen­wär­ti­gen Abhän­gig­kei­ten so, als sei­en sie bereits das end­gül­ti­ge Schick­sal der neu­en Organisation.

Auch wir wis­sen, dass sich die Gene­ra­ti­on Deutsch­land eman­zi­pie­ren muß. Die Fra­ge ist nicht, ob, son­dern wie das unter den gege­be­nen Bedin­gun­gen gelin­gen kann. Wer in der Lage lebt, geht nicht mit dem Kopf durch jede Wand. Die GD muß zunächst Ver­trau­en auf­bau­en, sich als ver­läss­li­cher und pro­fes­sio­nel­ler Part­ner erwei­sen und auf die­ser Grund­la­ge schritt­wei­se grö­ße­re Hand­lungs­spiel­räu­me einfordern.

Das ist kei­ne Unter­wer­fung, son­dern eine Stra­te­gie. Demons­tra­ti­ve Kon­flik­te mit der Par­tei­füh­rung kön­nen den Anschein von Unab­hän­gig­keit erzeu­gen, ohne tat­säch­li­chen Ein­fluß zu begrün­den. Umge­kehrt bedeu­tet eine fes­te insti­tu­tio­nel­le Ein­bin­dung nicht auto­ma­tisch poli­ti­sche Fremd­be­stim­mung. Ent­schei­dend ist, ob es gelingt, die Ver­an­ke­rung in der Par­tei auch zur Ein­wir­kung auf die Par­tei zu nutzen.

Genau hier unter­schätzt Bra­ga den qua­li­ta­ti­ven Unter­schied zwi­schen for­ma­ler Auto­no­mie und tat­säch­li­cher Ein­fluß­mög­lich­keit. Die JA war recht­lich eigen­stän­dig, hat­te am Ende aber nur noch begrenz­ten Zugriff auf die Wil­lens­bil­dung in der AfD. Die GD besitzt weni­ger recht­li­che Distanz, hat sich dafür inzwi­schen Zugän­ge zu nahe­zu allen maß­geb­li­chen Par­tei­gre­mi­en geschaf­fen. Ein­fluß­nah­me funk­tio­niert grund­sätz­lich in bei­de Richtungen.

Der Fall Kevin Dorow belegt zunächst, wie schlecht die Aus­gangs­la­ge war. Der AfD-Bun­des­vor­stand traf eine weit­rei­chen­de Ent­schei­dung gegen ein Mit­glied des GD-Bun­des­vor­stands, ohne die Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on ange­mes­sen ein­zu­be­zie­hen. Eine zuge­sag­te Anhö­rung fand zunächst nicht statt. Das war kein Umgang mit einer Par­tei­ju­gend, die als Part­ner ernst genom­men wird.

Der Fall ende­te jedoch nicht dort. Nach der Inter­ven­ti­on des GD-Bun­des­vor­stands wur­de der ursprüng­li­che Kurs kor­ri­giert. Das Ergeb­nis ent­sprach nicht in jeder Hin­sicht unse­ren Vor­stel­lun­gen, aber das zunächst ver­folg­te Par­tei­aus­schluß­ver­fah­ren wur­de nicht auf­recht­erhal­ten. In der Fol­ge gelang es, die Zusam­men­ar­beit auf eine neue Grund­la­ge zu stel­len: Dem GD-Bun­des­vor­sit­zen­den wur­den Teil­nah­me- und Rede­recht in den Sit­zun­gen des AfD-Bun­des­vor­stands ein­ge­räumt. Zudem wur­de ver­bind­lich fest­ge­legt, dass die GD bei Ord­nungs­maß­nah­men gegen ihre Mit­glie­der ange­hört wird.

Man kann dar­in wei­ter­hin unzu­rei­chen­de Zuge­ständ­nis­se sehen. Man kann auch bezwei­feln, ob die neue Zusam­men­ar­beit auf Dau­er trägt – sie hängt sowie­so in höhe­rem Maße davon ab, wie die han­deln­den Per­so­nen mit­ein­an­der aus­kom­men, als von for­ma­len Struk­tu­ren. Aber der Fall Dorow beweist gera­de nicht, daß der insti­tu­tio­nel­le Kanal aus­schließ­lich von der Par­tei in die Jugend funk­tio­niert. Er zeigt viel­mehr einen Kon­flikt, in dem die GD zunächst über­gan­gen wur­de, anschlie­ßend aber eine Kor­rek­tur und dau­er­haf­te Ver­fah­rens­ver­bes­se­run­gen errei­chen konnte.

Noch deut­li­cher wird die Stoß­rich­tung beim Blick auf den Erfur­ter Bun­des­par­tei­tag. Auf der Klau­sur­ta­gung im Janu­ar hat­ten wir als ers­te prak­ti­sche Auf­ga­be fest­ge­legt, rea­lis­ti­sche Ände­run­gen der Bun­des­sat­zung und der Finanz- und Bei­trags­ord­nung zu ent­wi­ckeln. Ziel war es, die GD insti­tu­tio­nell in den Ent­schei­dungs­pro­zes­sen und der Pro­gramm­ar­beit der Par­tei zu ver­an­kern, die finan­zi­el­le Belas­tung ihrer Mit­glie­der zu sen­ken, ihr die eigen­stän­di­ge Ver­tei­lung der ihr zuste­hen­den Mit­tel zu ermög­li­chen und bestehen­de Hür­den beim orga­ni­sa­to­ri­schen Auf­bau zu beseitigen.

Ein hal­bes Jahr spä­ter wur­den wesent­li­che Tei­le die­ses Arbeits­pro­gramms vom Bun­des­par­tei­tag beschlossen.

Der Bun­des­vor­stand der GD besitzt nun ein eige­nes Antrags­recht zum Bun­des­par­tei­tag. Die Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on ist an der pro­gram­ma­ti­schen Antrags­kom­mis­si­on betei­ligt, wenn Grund­satz- und Wahl­pro­gram­me bera­ten wer­den. Sie ent­sen­det zwei stimm­be­rech­tig­te Ver­tre­ter in den Bun­des­kon­vent und ist in die Schatz­meis­ter­kon­fe­renz ein­ge­bun­den. Sie kann eige­ne Anträ­ge an den Kon­vent stel­len und gemein­sam mit zwei AfD-Lan­des­vor­stän­den des­sen Ein­be­ru­fung verlangen.

Dar­über hin­aus ent­sen­det die GD künf­tig einen Ver­tre­ter in die Bun­des­pro­gramm­kom­mis­si­on und jeweils ein Mit­glied in sämt­li­che Bun­des­fach­aus­schüs­se. Damit ist sie unmit­tel­bar in jenen Gre­mi­en ver­tre­ten, in denen die pro­gram­ma­ti­sche und fach­po­li­ti­sche Ent­wick­lung der AfD vor­be­rei­tet wird.

Auch der orga­ni­sa­to­ri­sche Auf­bau wur­de erleich­tert. Die Lan­des­ver­bän­de der GD kön­nen nun grund­sätz­lich Unter­glie­de­run­gen ent­spre­chend den Par­tei­struk­tu­ren bil­den, ohne daß zuvor sämt­li­che Lan­des­sat­zun­gen der AfD geän­dert wer­den müs­sen. Schließ­lich wur­de die finan­zi­el­le Grund­la­ge ver­bes­sert: Ein fest­ge­leg­ter Anteil der von GD-Mit­glie­dern gezahl­ten Par­tei­bei­trä­ge fließt an die Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on; über die Ver­tei­lung zwi­schen Bun­des- und Lan­des­ver­bän­den ent­schei­det deren Bun­des­vor­stand nun­mehr selbst.

Die­se Anträ­ge wur­den inner­halb der GD ent­wi­ckelt, mit dem AfD-Bun­des­vor­stand abge­stimmt und teil­wei­se von die­sem beim Bun­des­par­tei­tag ein­ge­bracht. Natür­lich garan­tie­ren Gre­mi­en­sit­ze noch kei­nen poli­ti­schen Erfolg. Ein Ent­sen­dungs­recht ersetzt weder gute Ideen noch Durch­set­zungs­fä­hig­keit. Aber wer behaup­tet, der insti­tu­tio­nel­le Kanal funk­tio­nie­re bis­lang nach­weis­lich nur von der Par­tei in die Jugend, muß zur Kennt­nis neh­men, daß die GD bereits inner­halb weni­ger Mona­te auf die Sat­zung und Orga­ni­sa­ti­ons­ord­nung der AfD ein­ge­wirkt hat.

Sie hat die Par­tei­füh­rung beim Wort genom­men: Wenn die GD inte­gra­ler Bestand­teil der AfD sein soll, dann muß ihre Ein­bin­dung kon­se­quent voll­zo­gen wer­den – nicht nur durch Auf­sicht und Schieds­ge­richts­bar­keit, son­dern eben­so durch Antrags­rech­te, Gre­mi­en­sit­ze und pro­gram­ma­ti­sche Mitsprache.

Die Par­tei hat damit nicht bloß zusätz­li­chen Zugriff auf ihre Jugend erhal­ten. Die Jugend hat sich umge­kehrt erst­mals einen insti­tu­tio­nell abge­si­cher­ten Zugriff auf die Par­tei geschaf­fen. Ob wir die­se Mög­lich­kei­ten klug nut­zen, wird sich zei­gen müs­sen. Dass hin­ter ihnen eine erkenn­ba­re Stra­te­gie steht, ist jedoch kaum zu bestreiten.

4. Bra­ga ver­weist dar­auf, daß die Gene­ra­ti­on Deutsch­land in ihrem Auf­tre­ten, ihrer Bewe­gungs­äs­the­tik und ihrem Ver­hält­nis zum Vor­feld viel­fach an die JA anknüpft. Das ist rich­tig. Es ist aber kein Beleg dafür, daß die GD ledig­lich deren schwä­che­re Kopie sei.

Die neue Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on ist nicht mit dem Ziel gegrün­det wor­den, die poli­ti­schen Inhal­te der JA zu wider­ru­fen oder jede per­so­nel­le und kul­tu­rel­le Kon­ti­nui­tät zu besei­ti­gen. Füh­ren­de Ver­tre­ter der AfD haben wie­der­holt klar­ge­stellt, daß es bei der Struk­tur­re­form nicht um eine inhalt­li­che Mäßi­gung gegan­gen sei. Es ist daher kein Wider­spruch, wenn bei der Grün­dung der GD rech­te Ver­la­ge und Orga­ni­sa­tio­nen ver­tre­ten waren, wenn Ver­bin­dun­gen zum Vor­feld gepflegt wer­den oder wenn bei einer Demons­tra­ti­on bekann­te Losun­gen auf­ge­grif­fen werden.

Im Gegen­teil: Daß ein stra­ßen­po­li­ti­scher Auf­tritt wie in Schwe­rin und eine Zusam­men­ar­beit mit Akteu­ren des Vor­felds heu­te inner­halb des neu­en Orga­ni­sa­ti­ons­mo­dells mög­lich sind, ohne die­sel­ben Ver­wer­fun­gen zwi­schen Par­tei und Jugend her­vor­zu­ru­fen wie frü­her, kann man als Fort­schritt betrach­ten. Die grö­ße­re insti­tu­tio­nel­le Ein­bin­dung hat bis­lang jeden­falls nicht zu der von vie­len befürch­te­ten voll­stän­di­gen poli­ti­schen Zäh­mung geführt.

Gleich­zei­tig erschöpft sich die Iden­ti­tät einer Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on nicht in Trans­pa­ren­ten, Klei­dung, Fri­su­ren oder der Fra­ge, wel­che Milieus sich auf einer Kund­ge­bung begeg­nen. Poli­ti­sche Iden­ti­tät ist mehr als Ästhe­tik. Sie zeigt sich in ihrem Auf­trag, ihrer Arbeits­wei­se, ihrer Pro­gram­ma­tik und ihrer Stel­lung inner­halb des poli­ti­schen Gesamtgefüges.

Der „Tag der deut­schen Jugend“ war eine wich­ti­ge Ver­an­stal­tung, deren Ver­lauf und öffent­li­che Wir­kung selbst­ver­ständ­lich kri­tisch aus­ge­wer­tet wer­den dür­fen. Berech­tigt sind auch Fra­gen danach, wie ange­mes­sen sich ein­zel­ne Teil­neh­mer in der kon­kre­ten Kon­fron­ta­ti­ons­la­ge mit gewalt­be­rei­ten lin­ken Gegen­de­mons­tran­ten ver­hal­ten haben und ob die anschlie­ßen­de Ver­brei­tung bestimm­ter Auf­nah­men sinn­voll war. Wo Ver­bes­se­rungs­be­darf besteht, muß ver­bes­sert wer­den. Aus einer ein­zel­nen Stra­ßen­sze­ne las­sen sich jedoch weder die poli­ti­sche Sub­stanz noch die lang­fris­ti­gen Erfolgs­aus­sich­ten der GD ableiten.

Eben­so wenig ist es wider­sprüch­lich, daß zahl­rei­che frü­he­re JA-Mit­glie­der heu­te am Auf­bau der GD mit­wir­ken. Wer nach der Auf­lö­sung der Vor­gän­ger­or­ga­ni­sa­ti­on zugleich einen voll­stän­di­gen per­so­nel­len Bruch erwar­tet, ver­langt, daß auf Erfah­run­gen, Netz­wer­ke und poli­tisch sozia­li­sier­te Mit­glie­der ver­zich­tet wird, die für den Neu­auf­bau unver­zicht­bar sind. Kon­ti­nui­tät ist nicht das­sel­be wie Kopie.

5. Bra­ga hat recht, wenn er poli­ti­sche Bil­dung, Schu­lungs­an­ge­bo­te, Paten­schafts­pro­gram­me, pro­gram­ma­ti­sche Vor­stö­ße und eine flä­chen­de­cken­de Nach­wuchs­ar­beit ein­for­dert. All das gehört zum Auf­trag der Gene­ra­ti­on Deutsch­land. All das haben wir selbst bereits im Janu­ar als not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung ihres Erfolgs benannt.

Aber eine Orga­ni­sa­ti­on, die noch kein Jahr exis­tiert, kann nicht sämt­li­che die­ser Struk­tu­ren gleich­zei­tig aus dem Boden stamp­fen. Zunächst muß­ten Bun­des- und Lan­des­ver­bän­de gegrün­det, Mit­glieds­ver­fah­ren auf­ge­baut, Finan­zen geord­net, eine Geschäfts­stel­le ein­ge­rich­tet, recht­li­che Fra­gen geklärt und arbeits­fä­hi­ge Vor­stän­de gebil­det wer­den. Par­al­lel dazu wur­den die Sat­zungs­än­de­run­gen für den Erfur­ter Bun­des­par­tei­tag vorbereitet.

Der Auf­bau einer eige­nen Aka­de­mie oder eines umfas­sen­den Schu­lungs­sys­tems ist damit nicht erle­digt. Er bleibt eine zen­tra­le Auf­ga­be. Eine blo­ße Orga­ni­sa­ti­ons­hül­le zu grün­den, bevor Inhal­te, Lehr­per­so­nal, Finan­zie­rung und Teil­neh­mer­ba­sis geklärt sind, wäre jedoch genau jener Aktio­nis­mus um sei­ner selbst wil­len, den Bra­ga an ande­rer Stel­le zu Recht kritisiert.

Auch pro­gram­ma­tisch ste­hen wir erst am Anfang. Auf dem bevor­ste­hen­den Bun­des­kon­gress am 29. August soll unter ande­rem eine eigen­stän­di­ge Posi­tio­nie­rung zum The­ma Euro­pa bera­ten wer­den. Wei­te­re The­men müs­sen fol­gen. Der Anspruch, Inno­va­ti­ons­mo­tor zu sein, darf nicht bei einem Eti­kett ste­hen blei­ben. Aber zwi­schen dem berech­tig­ten Hin­weis, dass noch zu wenig sicht­bar ist, und dem Urteil, die GD sei pro­gram­ma­tisch zur Sprach­lo­sig­keit kon­stru­iert wor­den, liegt ein erheb­li­cher Unterschied.

Das­sel­be gilt für die Mit­glie­der­ent­wick­lung. Es ist ein rea­les Pro­blem, wenn die AfD in einem Land­kreis mehr als vier­zig Pro­zent erreicht, dort aber kaum jun­ge Par­tei­mit­glie­der orga­ni­siert sind. Die­se Kri­tik trifft auch Bra­gas und mei­nen eige­nen AfD-Lan­des­ver­band. Die Nach­wuchs­ar­beit wur­de über Jah­re ver­nach­läs­sigt, und die Unter­bre­chung zwi­schen JA und GD hat bestehen­de Struk­tu­ren zusätz­lich geschwächt.

Dies belegt aber nicht, daß die neue Orga­ni­sa­ti­on kei­ne Vor­stel­lung von ihrer Auf­ga­be besit­ze. Es beschreibt viel­mehr die Grö­ße die­ser Auf­ga­be. Die GD muß wach­sen, jun­ge Leu­te müs­sen für die Par­tei­ar­beit begeis­tert werden.

Auch inter­na­tio­na­le Kon­tak­te sind kein Ersatz für Basis- und Bil­dungs­ar­beit. Sie sind aber eben­so wenig blo­ße Rei­sen, damit „die eige­ne Füh­rung Euro­pa sieht“. Wer eine poli­ti­sche Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on auf­bau­en will, soll­te sich mit Gleich­ge­sinn­ten in ande­ren euro­päi­schen Län­dern aus­tau­schen, Erfah­run­gen ver­glei­chen und Netz­wer­ke schaf­fen. Ent­schei­dend ist, dass aus sol­chen Kon­tak­ten poli­ti­scher und orga­ni­sa­to­ri­scher Mehr­wert erwächst.

Fazit: Nichts davon ist ein Frei­brief für die Gene­ra­ti­on Deutsch­land. Unse­re Stra­te­gie kann schei­tern. Die insti­tu­tio­nel­le Ein­bin­dung kann in dau­er­haf­te Abhän­gig­keit umschla­gen. Aus Pro­fes­sio­na­li­sie­rung kann Anpas­sung wer­den. Eine ver­meint­li­che Kader­schmie­de kann zum Kar­rie­ris­ten­re­ser­voir ver­kom­men, und der Anspruch pro­gram­ma­ti­scher Vor­hut kann in blo­ßer Öffent­lich­keits­ar­beit enden.

Die GD muß sich dar­an mes­sen las­sen, ob sie ihre neu­en Gre­mi­en­rech­te tat­säch­lich nutzt, ob sie ein ernst­haf­tes Bil­dungs­an­ge­bot auf­baut, eige­ne pro­gram­ma­ti­sche Impul­se ent­wi­ckelt, jun­ge Men­schen gewinnt und ihnen Ver­ant­wor­tung über­trägt. Bra­ga stellt inso­weit die rich­ti­gen Fragen.

Sei­ne Ant­wor­ten fal­len jedoch zu früh und zu end­gül­tig aus. Eine Orga­ni­sa­ti­on, die sich noch im Auf­bau befin­det, als Sack­gas­se, Appa­rat oder schwä­che­re Kopie zu beschrei­ben, erschwert aus­ge­rech­net die Gewin­nung jener fähi­gen jun­gen Men­schen, deren Feh­len anschlie­ßend beklagt wird. Kri­tik soll­te Maß­stä­be set­zen und zu bes­se­rer Arbeit zwin­gen. Sie soll­te nicht den Ein­druck erwe­cken, das Ergeb­nis des Ver­suchs ste­he bereits fest.

Die Auf­lö­sung der JA läßt sich nicht rück­gän­gig machen. Was sich beein­flus­sen läßt, ist die Zukunft der Gene­ra­ti­on Deutsch­land. Ent­we­der gelingt es, aus ihr eine star­ke, eigen­stän­di­ge und ein­fluss­rei­che Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on zu for­men, oder die AfD wird tat­säch­lich vor­zei­tig altern und ihren Anspruch auf grund­le­gen­de Ver­än­de­rung verlieren.

Bra­ga schreibt sinn­ge­mäß, eine Par­tei, die ihre Jugend ledig­lich ver­wal­te, sei bereits alt gewor­den, bevor sie regiert habe. Dem ist zuzu­stim­men. Aber eine Jugend, die nur ihre Ver­let­zung kul­ti­viert, bleibt in der Ver­gan­gen­heit gefan­gen, statt Zukunft zu gestalten.

Die Gene­ra­ti­on Deutsch­land hat ihren Auf­trag noch nicht erfüllt. Aber sie hat ihn for­mu­liert, ers­te insti­tu­tio­nel­le Vor­aus­set­zun­gen geschaf­fen und mit sei­ner Umset­zung begon­nen. Sie ist weder fer­tig noch so eigen­stän­dig, wie sie eines Tages sein soll­te. Sie ist aber auch nicht ori­en­tie­rungs­los, denn sie kennt ihre Auf­ga­ben. Nun muß sie zei­gen, was sie kann.

– –

Alex­an­der Claus ist Mit­glied im Bun­des­vor­stand der Gene­ra­ti­on Deutsch­land und gehört dem Lan­des­ver­band Thü­rin­gen der AfD an.

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Kommentare (18)

das kapital

22. August 2026 09:18

Die Generation Deutschland darf zuversichtlich sein. Eure Zeit wird kommen. Intern schon jetzt bei den Wahlkämpfen. Nach den Wahlkämpfen auch wieder verstärkt nach außen hin. Es wird versucht werden, euch genauso zu diskre-ditieren, wie die Junge Alternative. Blut und Boden, haha, Frauen in die Küche, haha. Angefangen mit Alice Weidel und Beatrix von Storch und Fürstin Gloria (die ja durchaus parteilos ist). Nur merkwürdig, dass moderne Konservative so gar nicht nach Küche riechen, sondern nach großer Welt. Z. B. auch eine Eva Vlaardingerbroek. Ansehnlich, klug, präsent. Und vom Geheimdienst des eigenen Landes diffamiert. Wenn Europa sich nicht mehr verteidigt, geht es unter. Die GD kann und muss dazu beitragen, es zu verteidigen./// Die GD kann und muss in der Mitte aktive Menschen gewinnen und den nachfolgenden Generationen eine echte Zukunftsperspektive bieten. Dazu gehört auch, junge Konservative aktiv anzuwerben, die von CDU und CSU unendlich enttäuscht werden. Wenn die sich trauen. Denn noch ist blau eine massive Gefahr für den eigenen Beruf , das eigene Geschäft, die eigene Karriere.

Martha

22. August 2026 09:37

Leider bin ich da aus eigener Anschauung in der AfD eher bei Braga. Wo ist denn überhaupt die GD? Großflächig ist sie weitestgehend nicht vorhanden oder inaktiv. Die AfD sollte zuerst ihr Programm überdenken. Ein Beispiel: Wie kann man unter den heutigen politischen Verhältnissen eine insgesamt zweijährige Wehrpflicht fordern, wenn man die Jugend ansprechen will? Noch dazu als Oppositionspartei, die nicht regiert und nichts entscheidet. Meiner Meinung nach ist die AfD neben einer wachsenden Zahl an Jung-Karrieristen aus mehreren Gründen der Hauptschuldige an der Misere der fehlenden Jugend, denn anders kann man das nicht beschreiben. Andererseits: Wenn die GD meint, z.B. mit einem GD-Landesvorsitzenden aus Bangladesh eine "Generation Deutschland" darzustellen, wie in Hessen, kann man schon ahnen, was daraus wird.

Maiordomus

22. August 2026 10:05

Von Braga oder jemandem, der ihn kennt, hätte ich gerne gewusst, ob er von seiner familiären Herkunft her mit der brasilianischen Gesellschaft für Religion, Eigentum und Familie in Beziehung stehe oder gestanden sei, welche Institution mir vor bald 60 Jahren ein Begriff war, kannte Studenten mit diesem Hintergrund.. Jedenfalls konstituiert südamerikanische kulturelle Herkunft einen spürbaren Unterschied etwa zum norddeutschen Konservatismus, der u.a. von Justus Möser geprägt war, einem Repräsentanten einer ausgesprochen gesellschaftskonservativen regional geprägten Mentalität um Osnabrück. Möser verkörperte, gelinde gesagt, biedermännische Aufklärung mit Betonung deutscher Treue und deutscher Frauen, vergleiche die unverkürzte Fassung der Nationalhymne. Noch berüchtigt ein Diktum, auf das Möser jedoch nicht reduziert werden sollte: "Ich würde nie ein Mädchen heiraten, das lesen und schreiben kann." Zumindest die Junker dachten damals nicht so, sonst wäre der freilich später anzusetzende und geografisch mit Möser nicht kongruente Herr von Stechlin, vgl. Fontane, kaum denkbar geworden. Eine moderne konservative Existenz.    

Laurenz

22. August 2026 10:14

@AC ... will weder Ihre politischen Fähigkeiten, Haltungen, noch die @TBs in Frage stellen. Sie debattieren ja. Mir als lesenden Konsumenten reicht das erstmal. Beim diesbezüglichen TB-Artikel war meine Sicht der Dinge aber nicht gerade beliebt in der SiN-Redaktion. Die Demographie-Frage stellt sich in der Partei genausowenig, wie im Land. In 20 Jahren ist die Masse der alten Säcke der Partei, wie ich auch, tot. Die Jusos sind so, wie die GD organisiert. Die JU ist ein echter Verein, den kann man, an der Macht, verbieten. Wenn Sie & TB persönlich von älteren Funktionären mehr ernst genommen werden wollen, verabschieden Sie Sich von Ihrer linken Karriere mit Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal & gehen beide 5 Jahre mal richtig arbeiten.

das kapital

22. August 2026 11:13

@ Martha Die Generation Bangladesch ist allerdings ein Humorfaktor. Aber wir müssen es ja nicht gleich übertreiben. Enxhi Seli-Zacharias deren Namen ich noch immer nicht richtig schreiben kann ohne nachzublättern und Anna Nguyen sind doch eine Zier. ///  Wie kann man unter den heutigen politischen Verhältnissen eine insgesamt zweijährige Wehrpflicht fordern, wenn man die Jugend ansprechen will?  Wollen wir nun Deutschland retten oder mit falschen Versprechen Mehrheiten organisieren. Deutschland ist wegen der politischen Lügen und der kompletten Realitätsverweigerung seit Euro EU EZB Target 2 und Maastrichter Verträgen am A. Da noch drauf zu satteln, hilft dem Land nicht weiter. Wir sollen uns ja gerne für Frieden einsetzen. Nur leben wir in einem Land, dass sich komplett ohne Gegenwehr die zentrale Energieversorgung zerstören lässt. Wie wollen sie ohne militärische Leistungsfähigkeit Deutschland vor den USA und der Ukraine schützen? Das ist nicht machbar. Nur ein gestärktes Militär kann uns gegen den hybriden Krieg der USA verteidigen. Ohne Wehrpflicht geht es nicht.Her mit einem Europa, dass sich vor der Übergriffigkeit der ehemaligen Freunde schützt. Ohne Wehrpflicht bleiben wir willige Sklaven der USA und der Epsteins dieser Erde.
 

RMH

22. August 2026 11:54

Schon der Text von Braga befremdete mich leicht (siehe meinen Kom. # 14. August 2026 20:43).  Auch mit diesem Text habe ich Probleme. Er hat zu viel Apparatschik-Sound.  Eine Partei-"Jugend" (die dann altparteilich bis 35 gehen darf ^^) hat so oder so, politische Bildung, etc., etc, zu sein. Wahnsinng "alternativ" zu dem, was man von anderen Parteien liest & hört. Wie auch immer, der Begriff "junge Alternative" bezog sich eng auf die Alternative f D. Das man hier von oben das Regiment erweitern wollte/musste, liegt nahe - Geburtsfehler? Evtl. hätte man sich von Anfang Gen D nennen sollen. Die beste polit Bildung aber, die man als junger Mensch haben kann ist, dass man nicht zu Hause am smarten Endgerät hängen bleibt sondern raus in die Polis geht. Aktiv in Sportver. oder Vereinen, Gruppen ist, mit off. Augen durch die Welt geht & erst einmal aufnimmt (auch durch das Lesen von Büchern, wie uncool), bevor man sofort Meinungen abgibt & sich festlegt. @Laurenz hat recht, ne gescheite Berufsausbildung & ein paar Jahre Arbeit geöhren auch dazu. Gerne darf man dann sich auch am "Markt" der polit. Angebote umsehen, einmal in Schnellroda an einem Seminar teilnehmen oder bei einer anderen Feldpostnummer. Die AfD muss offen bleiben für Leute aus den Berufen, Quereinsteiger etc. Das machte sie einst aus. Wer bei ner Jugendorga einer Partei einstiegt, vermittelt den Eindruck des Zeichnens einer Subskription auf spätere Pfründe. Wie unjugendlich, wie berechnend.

das kapital

22. August 2026 12:38

Parteien neigen generell dazu, ihre Basis zu verklappsen. Die Apparatschiks, die sich den Verklappsern wie Merz Merkel von der Leyen Söder Aiwanger Klingbeil Esken und Bas andienen, verdienen, obwohl sie keine Verdienste haben. Die anderen zahlen drauf. Hat sich bei der Jugend weitgehend rumgesprochen. Führt dazu, dass außer Apparatschiks wie Amthor nicht mehr viel übrig bleibt. 10 Prozent in Mecklenburg, Aber nicht überbieten. /// Nun gut, bei den Blauen ist ein bisschen mehr Basisorientierung. Hoffen wir mal, dass es so bleibt. Aber für einen jungen Menschen ist AfD nach wie vor "Ende der Karriere". Es kann dich deinen Job, deine Zukunft, dein Geschäft, deine Karriere, deine Beziehungen kosten, angesichts all der linken und linksextremistischen Hassprediger, die unterwegs sind, auch bei Katholiken und EKD. Ich glaube zwar, Gott ist blau. Die EKD hat auch bisher den Gegenbeweis nicht erbracht. Die Diakonie setzt aber dennoch schon mal nach 11 Berufsjahren erfahrene Mitarbeiter vor die Tür und die EKD schmeißt alles Blaue aus dem Ehrenamt raus. Die Sippenhaftung nimmt zu.

Theren

22. August 2026 12:52

mag ja "irrlichtern", aber bei mir hört es schon mit dem Begriff "Jugend" auf...
Die Jugend endet irgendwo zwischen 18 und 21 und das sind auch schon junge Erwachsene - können die Damen und Herren im "wehr- ehe- erwerbs- und elternfähigem" Alter nicht schlicht bei den Erwachsenen mitmachen, oder warum benötigen die "Kleinen" unbedingt einen "Safespace" ?
30 jährige Berufsjugendliche die dann Mittzwanziger "führen", sind dann schon comedy....
eine Jugendorganisation sehe ich doch eher bei den 14 bis 17jährigen...
 

Majestyk

22. August 2026 13:17

@ das kapital:
"Ohne Wehrpflicht geht es nicht."
Man merkt Ihre politische Herkunft bei jedem einzelnen Kommentar. Ohne autoritären Zwang geht es bei Ihnen nicht. Seltsam, daß es der größten Militärmacht gelingt ganz ohne Wehrpflichtige auszukommen. Was wollen Sie eigentlich eine Armee zur Landesverteidigung oder eine Wehrmacht als Angriffsarmee?
Die Jugend hat recht, wenn Sie gegen die Alten aus der Wohlstandsgeneration rebelliert. Wie kann man sich anmaßen, der Jugend ein derart marodes Land zu hinterlassen und von Ihr beim Eintritt ins Erwachsenenleben zwei Jahre ihres Lebens als Kriegsdienstpflicht abzuverlangen? Wohlgemerkt gilt das nur für den männlichen Teil der Jugend, was für sich genommen schon eine Unverschämtheit ist, weil dressierte Männer mitverantwortlich sind, daß gerade der männlichen Jugend der Zugang zu diversen Aufstiegs- und Druckposten mehrheitlich verwehrt wird. Kein Mann muß eine femischistische Gesellschaft verteidigen und kein deutscher junger Mann muß einen Staat verteidigen, der sich entschieden hat das eigene Volk zu marginalisieren und sich in Mult-Kultistan zu verwandeln.
Deutschland muß nicht vor den USA und der Ukraine geschützt werden, was für eine verzerrte Sicht auf die Welt. Dieses Land und vor allem seine Jugend muß geschützt werden vor Sozialdemokraten jeglichen Alters, die absolut lernresistent sind. 
 

Majestyk

22. August 2026 13:31

"sie politisch, fachlich, weltanschaulich und strategisch auszubilden"
Aha. Klingt wie eine Kaderschule. Hatten wir schon, war nicht so toll, gefällt mir nicht. Feministische Außenpolitik basiert auch auf Weltanschauung, mittels absurder Abgasvorschriften die wichtigste Industrie zerstören ebenfalls. Ich will keine weltanschaulichen Politiker in der Verantwortung sehen, die von Jugend an, auf Ideologie und Funktionär getrimmt werden, sondern Menschen mit Realitätssinn und praktischer Lebenserfahrung. Wenn man den Wilhelmismus mit seinem Sendungsbewußtsein dazu zählt, hat Deutschland 135 Jahre Ideologieerfahrung hinter sich, mindestens mal 90 Jahre. Ich würde es mal mit schnödem und langweiligen Realismus versuchen.

anatol broder

22. August 2026 13:32

@ das kapital 11:13
ich dachte, dass die deutschen atomkraftwerke unter tobendem beifall von den deutschen selbst zerstört wurden. ob sich die junge alternative gegen die zerstörung gewehrt hat, wäre im zusammenhang mit der erwiderung von alexander claus eine spannende frage.

Majestyk

22. August 2026 13:40

@ Theren:
"können die Damen und Herren im "wehr- ehe- erwerbs- und elternfähigem" Alter nicht schlicht bei den Erwachsenen mitmachen,"
Berechtigte Frage. Ich halte eh nichts von politischen Jugendorganisationen, egal von wem. Beim Fußball finden sich bei der U-21 auch gerne mal Mittzwanziger, im Olympiateam auch mal über 30-Jährige kurz vor der Fußballrente. In Deutschland kann man ja auch bis in die 20er hinein nach Jugendstrafrecht verurteilt werden. Angeblich weil Jugend noch nicht so reif ist, das eigene Handeln überblicken zu können, aber mitregieren und Politik machen kann man natürlich. 
 

Majestyk

22. August 2026 14:06

"verabschieden Sie Sich von Ihrer linken Karriere mit Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal & gehen beide 5 Jahre mal richtig arbeiten" - schägt Laurenz treffenderweise vor.
Ich habe keine Ahnung, wie aus einer linken Karriere etwas anderes entstehen soll als ein Linker. Genau diese Berufsfunktionäre waren schon immer ein Problem. Von solchen Leuten wird man doch regiert. Es kann doch nicht darum gehen, nur deren Parteifarbe auszutauschen, das Prinzip muß durchbrochen werden. Die AfD sollte das erste Wort im Namen deutlich ernster nehmen, dann würde vielleicht auch der innerparteiliche Nepotismus etwas reduziert. Weniger Seilschaften, dafür mehr Nähe zum Bürger. 

RMH

22. August 2026 14:12

@Theren,
bin grundsätzlich bei Ihrem Beitrag. Habe gerade mal nachgesehen: Um überhaupt Mitglied bei der GD werden zu können, muss man vorher Mitglied bei der AfD werden, was ab 16 möglich ist. Für Leute zwischen 14 und 16 ist die Mitgliedschaft bei der GD wohl auch ohne Mitgliedschaft bei der AfD möglich.
Es ist also, wie man so schön sagt, doppelt gemoppelt und man könnte dann in der Tat sowas auf örtliches Jugendgruppen-Niveau runter fahren, ohne große Bläh-Orga, wie GD.
Ach ja: Man darf wohl auch ihne deutsche Staatsbürgerschaft AfD Mitglied werden (so habe ich das dortige Aufnahmeformular verstanden).

RMH

22. August 2026 14:36

Das Gelästere gegen Nafiur Rahman hat Fremdschäm-Niveau. Der Mann wurde von 94% der Delegierten offen gewählt und nicht von einem Hintergrund-Strippenzieher als Quoten-Alibi-Figur aufs politische Schachbrett gestellt. Damit hat ein Landesverband der AfD- Jugend schon mal bewiesen, dass er weniger Bretter vor dem Kopf hat, als andere und mit einem Nase hoch ziehen gegen Rahman zeigt man 0 Respekt gegenüber den Delegierten, die ihn gewählt haben und von ihm offenbar überzeugt waren/ sind.
Wenn die Linke ein Angebot an zumeist arabisch- stämmige Israel-Hasser & Antisemiten macht, dann kann eine AfD, die ernsthaft rechts sein will, Angebote an konservative Deutsche mit MiHiGru oder MiHiGrus machen, die dies nicht sind.
2026 ist nicht mehr die Zeit von Parteipolitik auf dem Niveau von Dackelzüchter- Vereinen, die nur Halter von Dackeln aufnehmen aber nicht Halter von Pekinesen obwohl beide Kynologen sind.  

das kapital

22. August 2026 15:06

@ anatol broder Wir sind diversen Teilstrategien der Zerstörung ausgesetzt. Der hybride Krieg gegen Deutschland ist vielfältig und bunt. Ich nahm Bezug auf die Nordstreamsprengung. Die USA hat das am 7.2.2022 angestiftet und öffentlich angekündigt, ukrainische Kräfte sollen den Wunsch der USA dann umgesetzt haben. Keinerlei Schutz dieser existentiellen Energieversorgung. Nicht durch die Bundeswehr, nicht durch die NATO, nicht durch die EU, nicht durch die anderen EU Staaten. Statt dessen Unterdrückung und Vernichtung der Beweismittel durch Schweden und ggf. auch Dänemark. /// Die Energiewende ins Nichts, die seit  1998 läuft ist eine andere der Teilstrategien. Aiwanger und Söder haben da auch Großes geleistet. In der größten Energiekrise seit  1945 haben sie zugelassen, dass 11 Prozent des bayerischen Energiebedarfs in Gundremmingen C weggesprengt werden. Die sind genauso irre wie Merkel und Trittin. Nach der Nordstream-sprengung, nach 20 Sanktionspaketen der EU die Deutschland von einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung abschneiden, und nach dem ersten Krieg im Persischen Golf, lassen die am 25. Oktober 2025 die Sprengung zu, obwohl der 2. Krieg gegen den Iran schon absehbar war.

Dietrichs Bern

22. August 2026 15:33

Um noch mal mit der Realität außerhalb des Elfenbeinturmes zu langweilen: Die Wirtschaftslage ist schlecht wie nie, selbst Rekordschulden führen zu keinem wirklichen Wachstum. Die Energieversorgung ist unsicher und teuer. Armutsmigration ist vielleicht verlangsamt, findet aber weiter statt. Sozialsysteme erodieren, der Beitragszahler soll mehr zahlen und weniger Leistung erhalten. Die öffentliche Sicherheit ist nur noch ein Witz, das Justizsystem beschäftigt sich mit Rollatorgangs und angeblicher Volksverhetzung. Der Staat schaft Demokratie in nicht gekannten Ausmaß ab und Kriegsrhetorik fragt mittlerweile unverhohlen, wie man mehr russische Soldaten töten könne.
Darf ich vorschlagen, das alternative Politik - egal welchen Alters sich mit echten Problemen beschäftigt? 

Ordoliberal

22. August 2026 16:16

Bin mal wieder bei @Majestyk, @RMH und sogar @laurenz. Wen interessieren die Kindergärten von Parteien? Nichts Widerlicheres als Jusos, Julis, JUler und junge Grüne!
Die Rechte muss angesichts der massiven Probleme im Westen nur eins sein: Antilinks. Das heißt: subsidiär, regional, national, antiglobalistisch, antigrün, antiwoke, antipaternalistisch. Mit anderen Worten: ordnungspolitisch. Die Wirtschaft ist der Dreh- und Angelpunkt. Alle anderen Politikfelder - Bildung, Kultur, Migration, Innere Sicherheit, Sozialversicherung, Außenpolitik - sind vollkommen davon abhängig. Der umverteilende Staat ist unser Untergang.
Ohne Umverteilung gäbe es keine EU, keinen Euro, keine Migration, keine Frauenstudiengänge, keinen Facharbeitermangel, keinen Ärztemangel, keinen Wohnungsmangel, keine Inflation, keine Kuscheljustiz, keine NGOs, keinen ÖRR, keine Mainstreammedien, keine Windmühlen, keine Solarpanels, keine Wärmepumpen, keine gesprengten Kernkraftwerke, keine Blockparteien.
Linke, Grüne, Technokraten und Paternalisten aller Parteien könnten in einem nicht-umverteilenden Staat gar nicht existieren. In einem solchen Staat würde es den Blockparteilen schlicht an Mitteln fehlen, um die AfD so zu dämonisieren, dass die Menschen es für demokratisch halten, sie politisch zu verfolgen.