Das letzte Scheit

Heilfroh war ich, als der 18. August vorüber war. Und nichts in den Nachrichten, was mich persönlich sehr getroffen hätte. Was mir ein unglaublich schlechtes Gewissen gemacht und Fragen aufgeworfen hätte.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Im Grun­de beginnt die­ser Text schlecht oder ver­kehrt, denn es geht nicht um ich/mir/mich. Auf unse­rem Som­mer­fest in Schnell­ro­da trat ein Mann auf mich zu, von dem ich nicht beson­ders viel weiß.

Nur, daß ich ihn mag & schät­ze und als wirk­lich „guten Alt­kun­den“ ken­ne. (Seit Jahr­zehn­ten.) Er ist ein ech­ter Leser. Wir hat­ten nie Brief-/Mail­kon­takt, aber wenn wir uns sahen im Umkreis der Schnell­ro­da-Ver­an­stal­tun­gen, hat­te er immer sehr prä­zi­se Fra­gen zu Büchern und Tex­ten. Sym­pa­thi­scher Typ, unauf­dring­lich, belesen.

Er hat auch einen ein­präg­sa­men und unge­wöhn­li­chen Namen, ich nen­nen ihn hier mal Adal­bert von Wacker­barth. Er schaut ein wenig aus wie der deut­sche Schau­spie­ler mit dem noch phan­tas­ti­sche­ren Namen Sky du Mont (nur eben auf ost­deutsch) und dürf­te auch etwa die­ser Alters­klas­se ent­spre­chen. Ein gepfleg­ter älte­rer Herr bei glas­kla­rem Ver­stand also.

Von Wacker­barth frag­te mich (rück­bli­ckend: war­um mich? Hat mich erstaunt und grü­beln gemacht), ob ich eini­ge Minu­ten Zeit hät­te für eine Fra­ge, die ihn, von Wacker­barth, seit Mona­ten schwer umtreibe.

Ich hat­te die­se Minu­ten. Ob ich je von Oskar Brü­se­witz gehört hät­te? Klar. Es gab ja jüngst wie­der einen ganz guten Bei­trag im Staats­funk zu Brü­se­witz.

Gut, Frau Kositza. Die­se Selbst­ver­bren­nung von Brü­se­witz fun­gier­te damals als Fanal. Das hat SO vie­le Men­schen zum Nach­den­ken gebracht. Und, par­don, so mit der Tür ins Haus zu fal­len: Ich wäre bereit. Ich BIN bereit! Ich bin alt, ich habe mein Leben hin­ter mir. Ich bin nicht depres­siv, habe auch kei­ne ande­ren Krank­hei­ten, aber – Sie ver­ste­hen das doch? – ich möch­te so gern die Leu­te aufs Äußers­te wach­rüt­teln. Ein Zei­chen set­zen. Das klingt viel­leicht blöd, Sie das auf so einem Som­mer­fest zu fra­gen. Aber – also, hier ist mei­ne Bereit­schaft. Ich habe über­haupt kei­ne Hoff­nung mehr, daß die­ses Volk sich noch mal auf­rafft. AfD hin oder her. Es braucht doch etwas, das die Leu­te extrem erschüt­tert. Ich will ein­fach, daß sowas wie eine exis­ten­zi­el­le Erschüt­te­rung geschieht. Jeden­falls, ich wäre bereit. Mich zu ver­bren­nen. Raten Sie mir zu – oder ab? Ich stün­de sofort bereit. Ich wür­de das ein­fach so geben. Am bes­ten halt am 18. August. Ich möch­te ein­fach ihre ganz ehr­li­che Meinung.

Ich muß noch­mal beto­nen, daß Adal­bert von Wacker­barth eine seriö­se Figur abgibt. Das ist nicht logisch – ich ken­ne unse­ren luna­tic frin­ge. Den gibt es. Er zählt nicht drun­ter. Er ist ein ver­nünf­ti­ger Mann.

Ich war, ja, im Fest-Streß, aber ande­rer­seits bin ich ganz gut ein­ge­le­sen in Selbst­mör­der. (Ich weiß, die­sen Begriff ver­mei­det man heu­te.) Das The­ma ist mir nicht fern, ich hat­te frü­her mit Syl­via Plath, Vir­gi­nia Woolf und Kurt Cobain mit­ge­fühlt und hat­te auch Sui­zidan­ten unter mei­nen Jugendfreunden.

Die Stun­de kommt da man dich braucht,
dann sei du ganz bereit.
Und in das Feu­er das verraucht,
wirf dich als letz­tes Scheit.

So dich­te­te Fried­rich Gun­dolf, san­gen die Geschwis­ter Scholl. Und ist doch auch klar: Wer für eine Sache brennt, der macht nicht kal­ku­lie­rend halb/halb und wit­tert auf Spe­sen­rück­zah­lung – der zieht ein­fach durch!

Zu Adal­bert von Wacker­barths Ansin­nen hat­te ich im Fest­tau­mel kei­ne ambi­va­len­te, intel­lek­tu­el­le Ant­wort parat, son­dern aus dem Stand eine sehr ent­schie­de­ne: Tu es nicht. Nie­mals! Denk ein­fach kei­ne ein­zi­ge Sekun­de mehr dar­über nach!  Kei­ne ein­zi­ge, nie. “Etwas Bes­se­res als den Tod fin­dest Du alle­mal.” (Bre­mer Stadtmusikanten.)

Und: Gott allein hat die Ver­fü­gungs­ge­walt über Leben oder Tod. Gott­lob ist von Wacker­barth Christ. Daß ihn mei­ne vehe­men­te und impul­si­ve Gegen­re­de abge­hal­ten hät­te – den­ke ich nicht. Man tut ja immer, was man kann; aber eigent­lich kann man so wenig. Was Pau­lus sagt, ruft:

Tue dir kein Leid an! Denn wir sind alle noch hier!

ist ja doch gül­tig. Immer.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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Kommentare (74)

Mboko Lumumbe

25. August 2026 09:50

Natürlich nicht. Er zeigt nur seine Hilflosigkeit angesichts seiner korrekten gesellschaftspolitischen Einschätzung zur Situation im Volk. Und auch richtig, die AfD wird das nicht mehr ändern können, nur verzögern und abmildern. Etwas neues und größeres ist im Entstehen - wir kennen es noch nicht.
Der Linksfaschismus und das Linksfaschovolk mit deren demokratiefeindlichem "Kampf gegen rechts" verschwindet nicht durch Wahlen. Der linke Faschismus zeigt immer deutlicher seine faschistische Fratze mit unverhohlenen Terrordrohungen, Anschlägen und Militanz. Wie damals.
Und genau das muss sehr viel stärker, klarer und deutlicher den Sozialisten und Linksfaschos im Land und Volk täglich unter die Nase gerieben werden. Gegen diese schlichten Wahrheiten ihres eigenen Faschismus haben sie nämlich kein Argument und sie fürchten das wie der Teufel das Weihwasser.
"Seid unversöhnlich" oder toleriert euch zu Tode. Aber verbrenn dich nicht, denn das rüttelt keinen Linksfascho wach, sondern das freut den noch: Ein Rechter weniger!

RMH

25. August 2026 10:01

Komplett richtiger Rat, den Sie gegeben haben. Ich denke, da braucht man gar nicht groß diskutieren und es zeigt, wie richtig & wichtig immer wieder die persönliche Anbindung, das Erfragen von Rat von Angesicht zu Angesicht ist. Manche Jugendliche geraten online in die Fänge von nicht normalen Manschen, wobei man hier vorsichtig mit urteilen sein darf, im Kern werden diese, in der Tat abartigen Fälle, dann auch dazu benutzt, Freiheiten des Netzes beschränken zu wollen.
Unter dem Strich: So ein "Fanal" braucht ernsthaft keiner, die widerlichen Kommentare dazu von der anderen Seite mag man sich auch nicht einmal vorstellen. Ich persönlich konnte auch noch nie etwas mit dem Kult um den Freitod von D. Venner anfangen, der in rechten Kreisen existierte (existiert?).
PS: BLÖD meldet heute, dass die Briefwahl-Zahlen in SA nach oben schießen. Ok, damit wäre das dann auch geklärt ;)

das kapital

25. August 2026 10:25

Lieber Herr "von Wackerbart", es gibt ein tolles Lied von Georges Brassens. "Mourir pour des idées , mais de mort lente." Gerne für (gute) Ideen sterben, aber gaaaaanz langsam. Was nützt es, wenn ein GdP Hüber leben darf und von unseren Steuern lebt, während die, die er geknechtet hat und weiter knechtet hier (weiterhin) nischt zu sagen haben? Bitte kämpfen Sie unter Lebenden. Machen Sie der Diktatur des Proletariats das Leben so sauer, wie es nur irgend geht. Honecker und Mielke beherrschen durch Politoffiziere wie Hüber weiterhin die staatliche Gewalt und das öffentliche Leben in Gesamtdeutschland. Und '"unsere'" Demokraten lassen das zu. Die Mehrheit der gewerkschaftlich in der GdP organisierten deutschen Polizisten hat das zugelassen, hat einen solchen Typen gewählt und ihn bis heute nicht vor die Tür gesetzt. Die Mehrheit der Polizisten in der GdP ist auch 36 Jahre nach der Einheit noch bereit, Honecker und Mielke und den Politoffizieren der Mauermörder zu folgen. Eigentlich müsste die GdP als verfassungsfeindliche Organisation unter Beobachtung gestellt werden. Da liegt noch viel Arbeit vor allen echten und gerechten Demokraten. Bitte tun Sie möglichst viel unter Lebenden. Sie werden unter Lebenden dringend gebraucht.Das Leben ist viel zu schön, um es den Politoffizieren zu überlassen.

RWDS

25. August 2026 10:25

Die einzig richtige Antwort gegeben.
Und wie man am Fall Roland Weißelberg sieht, stellt eine solche Tat ganz sicher kein Fanal mehr dar. Das Regime zuckt nur mit den Schultern und die eigentlichen Verursacher (hier Moslems) dürfen auch noch ihren Senf dazugeben.

Le Chasseur

25. August 2026 10:34

"Es braucht doch etwas, das die Leute extrem erschüttert. Ich will einfach, daß sowas wie eine existenzielle Erschütterung geschieht. Jedenfalls, ich wäre bereit. Mich zu verbrennen."
Falls Sie hier mitlesen, Adalbert: Tun Sie das auf gar keinen Fall. Aus dem einfachen Grund: Es hätte nicht einmal ansatzweise die Wirkung, die Sie sich erhoffen.
2024 verbrannte sich bspw. ein Mann in Washington vor der israelischen Botschaft, um gegen den Völkermord in Gaza zu demonstrieren. Vor einigen Wochen verbrannte sich ein Mann vor dem UN-Hauptquartier.
Beide Taten hatten Nullkommanull Wirkung. Sie könnten "froh" sein, wenn so etwas unter "Vermischtes" gemeldet wird. In der Lokalzeitung würden Sie es vielleicht auf die Titelseite schaffen, aber auch das ist unwahrscheinlich, wenn klar ist, warum Sie sich verbrannt haben. (Würden Sie sich verbrennen, um gegen die Klimapolitik der Bundesregierung zu protestieren, schafften Sie es vielleicht in die überregionale Presse.) Aber selbst, wenn die Tagesschau Ihre Tat als Topmeldung brächte, würde das niemanden wachrütteln, geschweige denn "existenziell erschüttern". Die Politiker sowieso nicht, und auch nicht die Bevölkerung. Die Menschen haben den Kanal voll.

Maiordomus

25. August 2026 10:44

Das mit dem Scheit ist so eine Sache. Als Jan Hus in Konstanz verbrannt wurde, vgl. Hus-Stein alldorten, soll ein altes Weiblein ein solches vor seine Füsse gelegt haben, vom Verurteilten noch vermerkt:: "O sancta Simplicitas!", Heilige Einfalt!, sollen seine letzten Worte gewesen sein.
Unter uns Anti-68ern blieb die Prager Selbstverbrennung von Jan Palach mit Nachfolgeaktionen im Januar 69 umstritten, weil wir solche Opfer lieber für direkten Widerstand gegen Husak und Besatzer gesehen hätten, statt rein symbolischen Aktionen. Auch Mishima war für Konservative nie ein Held. Dabei gibt es Länder, wo man sich den Ernstfall nicht mehr vorstellen kann, so die Schweiz, weswegen jetzt Neutralität statt als Segen plötzlich als auch intern "umstritten" gilt. Hier wäre vielleicht ein Zeichen, dass falsche oder nützliche Politik Leben oder Tod zur Folge haben kann, eine Aufrüttelung. Nur dass Selbstverbrennung etwa vor dem Bundeshaus als absolut unschweizerischer Heroismus gelten würde, also nicht im Sinne des Landesvaters Klaus, der 1481 die Schweiz rettete, indem er sie als einziger gerade nicht retten wollte.      

Boreas

25. August 2026 10:54

Das war ein guter Rat! Emotional wie rational. Man sollte sich nur im letzten Gefecht am Schicksalsberg ins Feuer werfen und auch gilt: "Hoffnung gibt es immer!". Selbst bei Yukio Mishima blieb die Wirkung begrenzt und damals war der Resonanzboden des traditionalen Nippon noch ein ganz anderer als das heutige Schland. Auch ich habe immer mal wieder die Befürchtung, Vertreter des von EK so genannten "lunatic fringe", bei mir heißen sie "subkultureller  Narrensaum", würden sich befleißigen, und einen krachenden Abgang mit prominentem Personen- oder Gebäudeschaden fabrizieren. Gott bewahre! Dann lieber mit Haltung die lange Niederlage kämpfen. Aber jetzt wollen wir  erstmal in Anhalt die Gesichter der Vertreter der Beuteparteien entgleisen sehen. Alles ist möglich!

Adler und Drache

25. August 2026 11:38

Ich kann das tatsächlich verstehen & nachvollziehen. Mir gehen die eigenartigsten Gedanken im Kopf herum, und zuweilen ist der Drang, mit jemandem darüber zu sprechen, einfach nur um sie zu teilen, stärker als die Befürchtung, mich in den Augen des anderen unmöglich zu machen. Manche Leute lernen es wahrscheinlich schlechter als der Rest, ihre Gedanken zu zügeln oder irgendwo ordentlich unterzubringen, und dann gehen sie halt durch. Meist schämt man sich hinterher, wenn man mit jemandem darüber spricht; ich meine, dies wird psychologisch als "Oversharing-Scham" bezeichnet. Das ist eine eigene Art von Last.
Mir genügt in der Regel ein kurzer, klarer Einwand, um mich wieder auf den Boden zu bringen. Der erste Gedanke, der mir hier kam: "Das würde einige Leute entsetzen, den meisten wäre es egal, aufwecken würde es gar keinen."
Immerhin: Da ist Energie und Wille für eine Tat, nur unkanalisiert. Geben Sie ihm was zu tun! 

Dietrichs Bern

25. August 2026 11:54

Ich gebe zu, dass mich die Idee eines Selbstmordes "um ein Zeichen zu setzen, aufzurütteln" schon deshalb befremdet, weil sie ein weiteres Einsetzen für das was man als gut und richtig betrachtet eben ausschließt.
Darüber hinaus dürfte es kein Beispiel für eine solche Aktion geben, die nicht nach kurzer Zeit vergessen worden wäre und nur ansatzweise zum Erfolg einer Sache beigtragen hätte. 
Bei aller hier geschilderten Sympathie scheint mir die Annahme, dass ich als Herr X mit meinem Freitod zu Erschütterung bei Herrn und Frau Y beitragen könnte, doch ein wenig arg überheblich.

Kositza: Er ist nicht der Typ für "überheblich". Einen Beitrag über Brüsewitz hatte ich ja verlinkt. Das war damals schon ein Fanal.

Maiordomus

25. August 2026 12:28

@Boreas. Lange Gesichter, auf die Sie sich freuen, bleiben eher Fata Morgana als reale Wahrscheinlichkeit, von wegen Angst, u.a. vor eigenem Mut, und jener Skepsis, die bei wirklichen Veränderungen bei vielen eine nicht zu unterschätzende Lähmungswirkung ausübt. Eindruck einer fühlbaren absoluten Mehrheit täuscht insofern, weil bei heutigen Verhältnissen schon 40% eine gewaltige, fast furchteinflössende Masse bilden und andererseits die öffentlichrechtlichen Meinungsträger jahrzehntelange Gewohnheiten berühren, für Leute, die davon nicht entwöhnt sind, sogar bei Nichtgleichgesinntheit einen Stabilitätsfaktor darstellen. Es wird den Gewohnheitsmedien immer noch mehr geglaubt als den Kirchen, denen ihre eigenen Strenggläubigen tröstlicherweise politisch nur bedingt vertrauen. In der Schweiz stellen seit über 100 Jahren sogar 30% eine kaum überbietbare Wahl-Schallmauer dar. Da gilt die rechte Volkspartei mit 28% bereits als relative Grossmacht, die aber selbst bei Plebisziten mit eigentlich höherer Zustimmungsfähigkeit selten über 45% erreicht und wenn schon Mehrheit, dann knapp über 50%, was Exekutive und Parlament nachweislich nicht oder nur partiell als "Volkswillen" interpretieren.  Wird also in S-A schwierig, sogar wenn ihr Traum in Erfüllung geht.      

Majestyk

25. August 2026 13:04

@ Mboko Lumumbe:
Guter Kommentar. Anders als früher ist Linksfaschismus nun leider überall, kein Land wird verschont und die Linke ist bestens vernetzt. Da können Deutsche Linke in den USA lehren, umgekehrt gibt es Ideologietransfer von den USA nach Deutschland. Linke importieren Muslime, die vorrangig Linke wählen. Keine Institution wird nicht von Linken dominiert. 
Ich sehe es zwar wie Sie, daß Linke die wahren Erben Hitlers sind. Nur glaube ich nicht, daß Linke ab einem gewissen Stadium Argumenten überhaupt zugänglich sind. Wenn ich darüber nachdenke, sind Linke tatsächlich vielleicht eine Art globales Volk, eine eigene Art von Kultur, mit eigener Religion, eigenen Ritualen. Es ist schon irre, daß nichts so abseitig sein kann, daß es von Linken nicht verteidigt, z.B. Abtreibung bis zur Geburt, wie in diversen US-Staaten inzwischen möglich. Zumindest westliche Linke teilen einen perversen Wunsch der Selbstauslöschung, kulturell, ökonomisch, oft sogar faktisch. Grenzöffnungen sind nur ein Zeichen davon, eine generelle Menschenfeindlichkeit ein anderes, auch jene Trennung zwischen Mensch und Natur, den Menschen als Störenfried auffassen ist absurd. Wenn Selbstauslöschung Ziel ist, kann man linke Ideologie auch als eine Art Geißel begreifen, als Strafe für Dekadenz. 
Unabhängig davon, Linke bekämpft man nicht mit Freitod, sondern dadurch Stachel im Fleisch zu sein. 

Ein gebuertiger Hesse

25. August 2026 13:16

Vollkommen richtig gehandelt. Bravo!
Der belesene ältere Herr wird übrigens noch wissen, was aus dem "Fanal" des Suizids von Dominique Venner 2013 (Selbsterschießung in Notre Dame) geworden ist: GAR NICHTS.
Was (bei manchen) zuletzt stirbt, ist womöglich weder Hoffnung noch Humor, sondern der verzweifelte Wunsch, daß sie am Ende, da ihr Leben verhaucht, von "der Welt" doch noch anerkannt werden als beste der Besten. Tristesse droite!
 

Mitleser2

25. August 2026 14:46

 @Mboko  Lumumbe: "Seid unversöhnlich" oder toleriert euch zu Tode. 
Genau das ist der Punkt. Der Kulturkampf und mehr muss geführt werden. Rechts war viel zu lange tolerant. Wobei das nicht der richtige Ausdruck ist. Vielleicht besser "erstarrt", weil es so lange nur Minderheitspositionen waren, was sollte man machen. Bloß nicht durch Selbstmord, das hilft niemand außer dem Feind. 

Valjean72

25. August 2026 15:32

RWDS: "... und die eigentlichen Verursacher (hier Moslems) dürfen auch noch ihren Senf dazugeben."
---
Die Moslems (Muslime, Mohamedaner) sind nicht die eigentlichen Verursacher, sie stossen in offen gelassene Flanken.
Weshalb wurden diese, unsere Flanken überhaupt offen gelassen und weshalb wurden sie noch nicht geschlossen? Dies lag und liegt nicht im Verantwortungsbereich der Muslime.
Ansonsten kann ich in gewisser Weise, zumindest zum Teil, schon nachvollziehen, wenn man als Patriot ein Fanal setzen und aufrütteln möchte.
Aber solch ein Akt der Selbstverbrennung ist viel zu extrem, er ist abseitig.

heinrichbrueck

25. August 2026 16:17

@ Majestyk 
Wollen Sie den Liberalismus verteidigen – oder wollen Sie die gesellschaftlichen Konsequenzen überwinden, die aus ihm hervorgegangen sind? Wenn bestimmte heutige gesellschaftliche Entwicklungen tatsächlich Folgen liberaler Prinzipien sind, kann man nicht ohne Weiteres die Folgen bekämpfen und gleichzeitig die Prinzipien unangetastet lassen. Widerstand gegen die Folgen einer Entwicklung ist etwas anderes als Widerstand gegen deren Grundlagen ("Die Widerstandsfalle"). 

Eisberg

25. August 2026 16:25

Wir ahnen doch alle, dass auch die AfD nicht mehr viel ausrichten wird. Sellner arbeitet vermutlich schon an seinem nächsten Buch über ethnische Inseln.
Der Freitod des Mannes wäre vergebens, es wäre noch nicht einmal eine wichtige meldung im Mainstream. Linke würde es noch freuen, dass wir uns aus Verzweiflung schon selbst entsorgen. Was für ein Machtgefühl das sein muss.

Kurativ

25. August 2026 16:57

Die Medien würde falsch oder gar nicht darüber berichten. So, wie sie es bei Rolf-Peter Sieferle gemacht haben. Die haben einfach behauptet, dass er Hautkrebs hatte, was völlig aus der Luft gegriffen war. Aber die Menschen haben es gelesen und weiter geblättert.

SMHJanssen

25. August 2026 17:56

Moin zusammen,
hervorragender Ratschlag - hervorragende Entscheidung es nicht zu tun!
@RMH: ich bin von der "anderen Seite" - ich werde Ihre Seite mit allen rechtlichen und politischen Mitteln bekämpfen, aber den Tod - egal wie herbeigeführt - wünsche ich nicht einmal meinen ärgsten Feinden!
Herzliche Grüße,
Siebo M. H. Janssen

Majestyk

25. August 2026 17:56

@ Valjean72:
"Die Moslems (Muslime, Mohamedaner) sind nicht die eigentlichen Verursacher, sie stossen in offen gelassene Flanken."
Ja und nein. Natürlich läßt hier einer die Zugbrücke herunter oder verkündet, daß´der Islam zu Deutschland gehört. Führende Köpfe der Christdemokraten wohlgemerkt, muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. Eine angeblich christliche Partei ist der größte Islamimporteur. Andererseits wird Islamisierung auch von islamischen Staaten aktiv betrieben. Egal wie korrupt die hiesige Führung ist, das ist ein feindlicher Akt. Und wie Invasoren und neue Herren benehmen die sich ja auch. Betreiben Kriminalität, leben von unserem Ertrag, vergehen sich an unseren Frauen. Von Dankbarkeit angeblich Geretteter vermag ich nichts zu erkennen. Sie, viele andere, erst recht die AfD sind mir gegenüber dem Islam und Muslimen viel zu tolerant. Es wird auch viel zu viel differenziert. Der Islam ist eine Kultur des Orients und gehört hier nicht hin. Ich muß weder die Kultur, noch die Personen, die selbige hier verbreiten in meinem Geburtsland tolerieren. Sowas lasse ich mir auch nicht einreden. Wenn es um Ablehnung der Fremden ging, waren die Alten Rechten besser. Hier bei den Neuen Rechten wird mir zu viel gemenschelt. Nur gegen Libertäre, da kann man mit voller Härte austeilen. Dabei bin ich hier so ziemlich der schärfte Migrationsverweigerer und Islamgegner, auch der schlimmste Antisozialist.

Old Linkerhand

25. August 2026 18:16

So etwas wie Linksfaschismus gibt es nicht. Faschismus ist und bleibt eine rechte Angelegenheit. Wer mit krummen historischen Begriffen arbeitet, ist unseriös und wird nicht ernst genommen. Leute, nennt diese widerlichen Antifa Typen wie ihr wollt, aber nicht so. Früher gab den Begriff vom rotlackierten Nazi, ebenfalls Mist. 

Majestyk

25. August 2026 18:17

@ Kurativ:
"Die Medien würde falsch oder gar nicht darüber berichten."
Und wenn, dann wäre die AfD schuld, weil Sie den Menschen Ängste einredet. 

Monika

25. August 2026 18:27

Ein Fanal setzen zu wollen um ein Volk aufzurütteln, oder "ganz bereit zu sein, wenn die Stunde kommt", für ein höheres Gut sein Leben zu lassen, das sind zwei völlig verschiedene Dinge! Als Christ müßte der ältere Herr wissen, daß in der Reihe der Kardinaltugenden ( Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Maß) die Tapferkeit an dritter Stelle steht. Ohne Klugkeit gibt es weder Gerechtigkeit, noch Tapferkeit noch Maß. Sich selbst zu verbrennen wäre weder klug, noch gerecht, noch maßvoll ( z.B. wird die Wirkung eines solchen Aktes überschätzt). Josef Pieper über die Klugheit: "Nicht irgendein Sich-Einsetzen für irgendetwas macht das Wesen der Tapferkeit aus, sondern nur eine Selbsthinhabe, die der Vernunft, und das heißt: dem wahren Wesen und Wert der wirklichen Dinge, entspricht." Der Wert der wirklichen Dinge ist unserer Zeit der "Bastardmoderne" verloren gegangen. Das ist die Tragik unserer Zeit. Wir wissen nicht, wie wir zu dem "geworden sind, was wir nie sein wollten" ( Jan Karon) . Darüber muß man reden oder schweigen. Den eifrigen älteren Herrn hätte ich an einen Tisch mit vielen Kindern platziert oder zu einer netten, lebenslustigen Dame ! 
 

thoma

25. August 2026 19:40

Die Idee kann nur von jemanden kommen, wer mit modernen Medien und deren Konsum nicht vertraut ist. Man kann sich beispielsweise Zusammenschnitte aus den letzten Augenblicken russischer Soldaten auf YouTube anschauen- aufgrnommen von einer Drohne und mit fröhlicher Musik unterlegt. Danach geht es in Richtung eines Films oder Spiels. Die Medienlandschaft ist zersplittert und deren Konsum schnell und abgebrüht. Wer würde sich für den Freitod eines unbekannten Kauzes interessieren? 
Zumal es solche anklageenden Selbstmorde regelmäßig gibt. Manche davon auch hier halb gefeiert worden. Auswirkungen? Keine. Auch direkte Anschläge sind eigentlich egal.

Adler und Drache

25. August 2026 19:52

@Mboko Lumumbe/Eisberg
Ich denke viel darüber nach. Es fehlt die revolutionäre Power - natürlich auch bei mir selbst. Das wird alles nur noch spielerisch zitiert und operettenhaft aufgeführt, wenn auch im höchsten Grad der Erregung, deswegen ist der "Kampf" eine so hohle Floskel geworden wie auch der "Widerstand". Der Konflikt soll demokratisch gelöst werden, durch Reden und Wahlen. Das ist sehr fein und wirklich zivilisiert. Ich befürchte aber, dass er gar nicht gelöst wird. Wir werden damit beschäftigt bleiben, bis es im Westen keine Völker und keine Kulturen mehr gibt, sondern bloß noch Shitholes, bevölkert mit Morlocks und Eloi.  

HagenAlternat

25. August 2026 20:41

Ihnen, Frau Kositza, auf dem Sommerfest (!) mit einer solchen Frage zu kommen, ist eine Zumutung. Aber die Kommentare zeigen, dass Sie richtig reagiert haben. 
Möge Ihr Beitrag Anlass sein, erneut über das Schiller-Zitat
"Das Leben ist der Güter höchstes nicht, der Übel größtes aber ist die Schuld."
nachzudenken. 

Kositza: Ich empfand es nicht als Zumutung, als Herausforderung schon.Es gibt halt existenzielle Fragen, die keinen Aufschub dulden.

Franz Bettinger

25. August 2026 21:31

Beim Thema Suizid kommt mir sofort das Schicksal von Stefan Zweig in den Sinn, der sich gemeinsam mit seiner Frau im Februar 1942 - auf dem Höhe -punkt von Hitlers Macht - bei Rio de Janeiro mit 1 Überdosis Schlafmittel das Leben nahm. Hätte Zweig geahnt, dass der Krieg und das Dritte Reich 3 Jahre später schon der Vergangenheit angehören würde, hätte er sich dann auch umgebracht? Ich glaube nicht. 

Franz Bettinger

25. August 2026 21:59

@Linkerhand: Haben Sie’s noch nicht mitgekriegt? Mussolini und Hitler, die ital. Faschisten und die deutschen National-Sozialisten, waren Linke! 

Majestyk

25. August 2026 22:07

@ Franz Bettinger:
Man fährt aber auch nicht nach Rio, um sich umzubringen. Das Ticket hätten die zwei sich sparen können. 
Freitod ist eine persönliche Entscheidung. Die sollte man nur aus persönlichen Gründen treffen. Nicht für andere, nicht gegen andere. Man macht sonst was Persönliches zu einer öffentlichen Angelegenheit. Finde ich melodramatisch. 
Fast auf den Tag genau vor 10 Jahren, erhängte sich mein Onkel im Alter von 89 Jahren. Er war noch recht fit, hatte ein paar Wehwehchen, aber nichts Ernstes. Er war noch bei Nachbarn auf einen Geburtstagskaffee. Verabschiedete sich, irgendwer meinte "bis morgen Jupp", worauf er geantwortet haben soll "für mich gibt es kein morgen". Dann ging er nach Hause, holte die Leiter aus der Garage und ein Seil und erhängte sich im Apfelbaum. Einen Abschiedsbrief gab es nicht. Für den eigenen Sohn war es natürlich ein Schlag. Ich war vermutlich der Einzige, der den Schritt dennoch nachvollziehen konnte. Die Frau war tot, er vermißte sie schrecklich. Fast alle Weggefährten waren weggestorben, sein Sohn zwar sehr bemüht, das Verhältnis dennoch nicht innig. Er hatte sein Leben gelebt, war fleißig gewesen, hatte seinen Lebensabend aber genossen. Zumindest bis ihm die Frau krank wurde. Irgendwann wartet man vermutlich nur noch auf das Ende und er hat die Wartezeit eben verkürzt. Seine Sache, mir steht kein Urteil zu. 
Freitod, wenn man keine Lust mehr hat, kann ich verstehen, Freitod um ein Zeichen zu setzen ist Verschwendung von Leben.

RMH

25. August 2026 22:09

"So etwas wie Linksfaschismus gibt es nicht. Faschismus ist und bleibt eine rechte Angelegenheit."
@Old Linkerhand,
Können ja auch nicht alle Italiener sein ;)
Unbhängig davon teilen sich Linke, Nazis & Faschisten erstaunlich viele Symptome bei der kokreten Machtausübung, welche die von ihnen Beherrschten zu spüren bekommen. Den jeweils einzelnen Menschen im Gulag oder im KL war es vermutlich letztlich egal, wegen welcher politischen Religion sie litten und starben (bei Linken immer auch noch Präsenes: sterben).

RMH

25. August 2026 22:16

"Sie, viele andere, erst recht die AfD sind mir gegenüber dem Islam und Muslimen viel zu tolerant."
@Majestyk, man ist eben von der linken Sozialisations- und Gesellschaftslehre auch erfasst. Da hat man als Einzelner einfach immer nur wenig eigene Verantwortung, sondern ist immer irgendwie "Opfer" seiner Sozialisation und der Weltpolitik. Und Moslems sind die armen Figuren auf dem Schachbrett der Weltpolitik, wurden von Amis und Juden nach Europa und speziell nach D gelenkt - man kennt ja die ganzen Theorien mittlerweile ad nauseam. Entbindet den einzelnen hier lebenden Moslem aber noch lange nicht, sich hier einzuordnen, unsere Regeln zu akzeptieren und sich anständig zu benehmen oder am besten wieder in Länder zurück zu gehen, wo er seine eigenen Regeln ungestört leben kann, statt hier zu kolonisieren.

ofeliaa

25. August 2026 23:02

Als ich das erste mal auf dieses neurechte Netzwerk stieß, dachte ich es wäre vielleicht ein Todeskult, wie es auch der Nationalsozialismus war beziehungsweise wurde. Mir war es sehr wichtig, nur politische Bewegungen zu unterstützen, die das Leben hochhalten, für das Leben - ja ganz explizit FÜR JEDES Leben sind. Ich halte das für ein Land unabdingbar, für jede gesellschaftlich-politische Bewegung und natürlich auch für jedes private Leben. Nur aus Lebensbejahung entsteht am Ende eine Frucht. Und man spürt das, man merkt, was eine Bewegung antreibt, es bleibt Thanatos vs. Libido am Ende des Tages und am Ende aller Bewegungen, und bevor man einer Bewegung folgt oder auch nur einen Vertrauensvorschuss gibt, muss man ebenjenes erspüren und prüfen. Insofern bin ich froh, und hoffe weiterhin ganz arg darauf, dass aus Schnellroda - das so einflussreich ist - Lebensbejahung kommt und lese das hier auch erneut heraus und finde dass vor allem Ellen Kositza jemand ist, der diese Lebensbejahung, diese Wildheit und diesen Lebensmut immer wieder deutlich zeigt und betont. 

Dietrichs Bern

25. August 2026 23:40

@Ellen Kositza: Wenn Ihnen Überheblichkeit als eine ungerechte Bewertung erscheint und andererseits fehlende Bildung oder Weltfremdheit ausscheiden, wird es schwer die Motivation für einen "Zwecksuizid" zu beschreiben. Die auf jeden Fall feststehende Sinnlosigkeit einer solchen Tat ist doch zu offensichtlich. 

Liselotte

26. August 2026 00:03

@EK: danke für Ihre impulsive Antwort. Die war richtig. Verzweifelte brauchen derartige Ansprache.

ede

26. August 2026 00:04

Der Mann kannte die Antwort von Frau Kositza vorher.
Da bin ich sicher. 
Sie wird ihn trotzdem ermutigt haben weiterzuleben. Das ist der Sinn. 

Guilelmia

26. August 2026 02:14

Interessant für mich ist: Offensichtlich ist hier kein Militär alter Schule vom Schlage des Generals und dann Kriegsministers Werner von Blomberg zugegen – «dulce et decorum est pro patria mori«. Blomberg: »Wir sind herausgehoben aus dem politischen Kampf, für uns gibt es nur das deutsche Volk. Sie wissen, dass es für einen deutschen Mann gilt, für Deutschland zu leben und für Deutschland zu sterben. Das soll uns ein Gelübde sein.« 

Beta Jas

26. August 2026 05:00

Es kommt darauf an, wer sich verbrennt und wofür er oder sie das tut. Als sich ein Iraner in Berlin verbrannte, berichteten die Medien in Deutschland darüber. Es handelt sich bei ihm um einen Transvestiten, der mit der Selbstverbrennung in Berlin erklären wollte, dass er auch hier in Deutschland vermeintlich diskriminiert werde.
Verbrennungen haben etwas Fanatisches an sich und führen nicht unbedingt dazu, dass man Sympathien für die Person bekommt, sondern man denkt sich, welcher Extremismus - erinnert sich jemand an Hartmut Gründler? - dahinter stecken muss, um so etwas mit sich zu machen. Die einzigen Selbstverbrennungen, vor denen man Respekt haben sollte, weil sie aus einer inneren philosophischen Überzeugung heraus resultierten, waren die Selbstverbrennungen der Mönche in Vietnam, die gegen die religiöse Unterdrückung der Buddhisten protestierten.
 
Wenn man den Selbstmord als politischen Akt an sich betrachtet – gleichgültig, in welcher Form man ihn vollzieht –, bleibt immer noch die Frage, ob man sich an die Person und das Motiv erinnert. Wer erinnert sich z. B. an Dominique Venner, der mit seiner Tat das schlafende Gewissen seines Volkes aufwecken wollte? Heute ist der französische Staat an dem destruktiven Punkt, dass er Abtreibung zum Verfassungsrecht erklärt hat.
 
 

MARCEL

26. August 2026 07:02

Es gibt keine einfachen Antworten auf Suizide (oder den Freitod, ein echt deutsches Wort!), weder positive noch negative.
Antriebe gibt es unendlich viele (Krankheiten hier ausgenommen), und jemand sprach einmal davon, dass darunter oft das Edelste im Menschen sei, das ihn dazu führe: z.B. Henning von Tresckow (oder die berühmten Cyanid-Kapseln des Maquis bei Gefangennahme) etc.
Es gibt ihn aber auch mit einer narzisstischen Variante: Fanal setzen ("unsterblich" werden? Das wirkt wenn nur bei jungen Jahrgängen: Jan Palach, aber auch Böhm-Ermolli), hierzu zähle ich auch die Selbstmordattentäter.
Daneben die Selbstbestrafung, z.B. NS Täter, die 1945 f. Suizid begingen und zumindest mutig genug waren, sich selbst das zu geben, was sie ihren Opfern gegeben hatten: den Tod.
Grundsätzlich aber bleibt die verstörende Frage an die Weiterlebenden (die "Dauernden"): 
Ist das Leben der höchste Wert?
 

MARCEL

26. August 2026 07:41

P.S. Emendatio: die "Dauernden" war zu zynisch, Verzeihung!
Dennoch, mir hat Senecas Ausspruch immer gefallen: 
"Du sollst nicht unter einer Notwendigkeit leben, da es keine Notwendigkeit zu leben gibt"
(Die römische Stoa war stark von Suiziden begleitet, auch das feudale Japan: Suizid als Ausdruck aristokratischen Sterbens)
 

Franz Bettinger

26. August 2026 08:59

Ich glaube, der Suizidale ist einsam. Wer ihm helfen will, sollte überlegen, ob er ihn vielleicht aus der Einsamkeit herausholen kann. - Warum soll sich einer nicht einmal überheben dürfen? Ich kannte Selbstmörder, deren Mord ich nachvollziehen konnte; besonders wenn sie chronische Schmerzen oder ein ähnlich hartes Schicksal ertragen mussten. 

RMH

26. August 2026 09:19

@Guilelmia.  #26. August 2026 02:14
Was hat militärische Opferbereitschaft, die sich gerade überpolitisch und idealistisch verstanden haben will, mit Suizid zur Schaffung eines politischen Affektes zu tun?
Zum Thema "Suizid" um ein "Zeichen" zu setzen, hat Monthy Python vor Jahrzehnten eigentlich schon alles in einer filmischen Sequenz festgehalten:
https://www.youtube.com/watch?v=yRO0XcevFOs
 
 

1Niedersachse

26. August 2026 09:41

Auch, wenn es von vielen Kommentatoren schon gesagt worden ist: Ein Suizid "weckt" heute niemanden mehr auf, Beispiele gibt es mehr als genug. Dominique Venner der sich 2013 erschoss, wurde schon genannt. Der ehemalige Wehrmachtssoldat Reinhold Elstner, der sich 1995 auf den Stufen der Münchner Feldherrenhalle selbst verbrannte, noch nicht. Selbst hier, in patriotischen, rechten Lager, ist dieser Name bisher komplett untergegangen. Was sagt uns das? Sein Leben wegzuwerfen ist eine Sünde, auch wenn ich bei vielen die Verzweiflung durchaus verstehe. Dennoch, durch diesen Akt schadet man vor allem sich selbst, dann dem nationalen Lager und erfreut den Feind - endlich wieder einer von diesen braunen Hinterwäldlern weniger. Von mir aus kann gerne die Gegenseite auf die Art aus dem Leben scheiden, hätte ich kein Problem mit. Vielleicht ist dem einen oder anderen die Tragweite ihres schändlichen Verhaltens ja bewusst. 

Monika

26. August 2026 09:52

"DIe Stunde kommt, da man dich braucht", dieses Lied ist n u r vor einem christlichen Hintergrund zu verstehen ! Es geht um einen Akt des Widerstandes als einzig verbleibende Möglichkeit, das Gute zu verwirklichen. "Es gehört zum christlichen Weltbild überhaupt, daß der Mensch in die Lage kommen kann, für die Verwirklichung des Guten verwundet zu werden oder zu fallen; daß also das Böse, weltlich gesprochen, als Übermacht auftreten kann - eine Möglichkeit, die, wie man weiß, aus dem Weltbild des aufklärerischen Liberalismus ausgelöscht ist." ( Josef Pieper, Vom Sinn der Tapferkeit ) Das Eigentliche der Tapferkeit ist das Standhalten, nicht der Angriff. Es geht auch nicht um ein "Durchziehen". Aber nicht nur der Liberalismus leugnet das Böse als Über-Macht. Brunhilde Pomsel, die Sekretärin von Goebbels bedauert in einem Film den unsinnigen Tod der Geschwister Scholl. Sinngemäß: Sie hätten ja nur etwas warten müssen, dann wäre das Naziregime ja vorbeigewesen . Es gibt heute keine Stunde mehr, wo man gebraucht wird. So einfach ist das. 😟

Ein gebuertiger Hesse

26. August 2026 09:59

@ede
So dürfte es gewesen sein. Was soll der Mann auch gedacht haben, etwa daß EK ihn in seinem Ansinnen bestärkt? Nee, der wollte von geschätzter Stelle aus hören - Aug in Aug -, daß er bittschön weiterleben soll.

Maiordomus

26. August 2026 11:57

@Majestyk. Ihre Ausführungen, die hier schon länger ein gewisses Gewicht erlangt haben, haben mich nach der ursprünglichen Feststellung einer eher "zu nationalen" Einstellung im Detail zunehmend beeindruckt. Auch die Geschichte des 89jährigen Erhängten, bei dem die Zumutung für diejenigen, die ihn aufgefunden haben, zumindest mal nicht mitberücksichtigt ist, war auch bei einem meiner Onkel der Fall und bei allen, die unter den Zug gegangen sind. Sonst aber im Vergleich zum Exit-Geschäftsmodell als ethische Überlegung nachvollziehbar. Ihre generelle Haltung zu Hinzugekommenen, die nun mal, siehe einst in Deutschland die Hugenotten und wohl auch römische Siedler in Trier und Köln, hat aber beinahe Neandertaler-Niveau, was ich Ihnen bei Ihren sonstigen oft wertvollen Ausführungen nicht unterstellt hätte. Aber natürlich ist der Unterschied etwa vieler der in Ceuta Losstürmenden usw. im Vergleich zu Hugenotten gigantisch, beinahe der Differenz zwischen landnehmenden Rudeltieren zu zivilisierten Menschen vergleichbar, so als Beispiel die protestantischen französischen und italienischen Hugenotten in Genf, die noch 1692 gelobten, lieber hungern zu wollen, als der Gaststadt (Genf) nicht alles zu entschädigen, was sie als Aufwand für deren Aufnahme geleistet hätte. 

Mboko Lumumbe

26. August 2026 12:25

Für "Adalbert von Wackerbarth" vielleicht nicht ganz, jedoch thematisch ungefähr passend dazu ein anmutiges Lied, gesungen von einer jungen Frau namens Giulia Falcone - SOS d'un terrien en détresse (Daniel Balavoine).
Hier findet sich der Liedtext in französisch und deutsch.

Beta Jas

26. August 2026 12:36

Nachtrag;
Der beste Widerstand wäre einfach zu leben und das zu machen, was man beklagt, dass es nicht mehr so sei, eine Familie zu gründen und sich an anderen Kulturkreisen ein Beispiel damit zu nehmen.
Damit scheinen aber viele, die sich als rechts bezeichnen oder dem rechten nahestehen, ein großes Problem zu haben. Man scheitert an seinen großsprecherischen Ansprüchen bezüglich einer deutschen Lebensgestaltung.

Majestyk

26. August 2026 14:14

@ Franz Bettinger:
"@Linkerhand: Haben Sie’s noch nicht mitgekriegt? Mussolini und Hitler, die ital. Faschisten und die deutschen National-Sozialisten, waren Linke!"
Richtig, aber warum läßt man das Ihnen durchgehen und mir nicht? Ob es an meiner Begründung liegt?

heinrichbrueck

26. August 2026 14:21

Dominique Venner hat die letzten Jahre seines Lebens geopfert, nicht sein Leben. Er war ein bekannter Historiker, aber kein Christ. Sein Abschiedsbrief: https://jungefreiheit.de/sonderthema/2013/abschiedsbrief-von-dominique-venner/ 
Denjenigen, die Venner auf dem Gewissen haben, wird nicht vergeben. In der Natur gibt es keinen Grund, falsche Vergebung zu praktizieren. Was diese Leute leider nicht verstehen können ... 

Majestyk

26. August 2026 15:04

@ Monika:
"Es gibt heute keine Stunde mehr, wo man gebraucht wird."
Was ist das für ein furchtbarer Satz. Solcher Fatalismus und Nihilismus aus Ihrem Munde? Natürlich braucht es auch heute noch persönlichen Mut. Ulrich Siegmund, Björn Höcke, das Ehepaar Kubitschek, Pim Fortuyn, Charlie Kirk, Michael Stürzenberger, jeder Einzelne, der heute seine Überzeugungen jenseits des Meinungsdiktats äußert, ist mutig. Die Erosion im linken Lager entstand durch die Verweigerung von Standhaften zu schweigen. Und nahezu jeder zahlt einen Preis dafür, Verlust an Privatsphäre, Drohungen, ökonomische Einbußen, bis zu Jobverlust, der Verlust an Respekt in der öffentlichen Wahrnehmung. Bloßstellungen, Diffamierungen, Aktivisten vor dem Grundstück, körperliche Gewalt. Wir müssen nicht in die Vergangenheit reisen, auch heute finden sich noch mutige Menschen, die selbst die eigene Unversehrtheit aufs Spiel setzen, um den eigenen Überzeugungen zu folgen. Auch unsere Zeit hat Helden und braucht sie auch.

Adler und Drache

26. August 2026 15:20

@ Ein gebürtiger Hesse
@edeSo dürfte es gewesen sein. Was soll der Mann auch gedacht haben, etwa daß EK ihn in seinem Ansinnen bestärkt? Nee, der wollte von geschätzter Stelle aus hören - Aug in Aug -, daß er bittschön weiterleben soll.
Dann wär's Kokettieren gewesen? Hm ... Auch möglich, durchaus; allerdings dann doch eine Unverschämtheit. 

Adler und Drache

26. August 2026 15:30

@ ofeliaa
Als ich das erste mal auf dieses neurechte Netzwerk stieß, dachte ich es wäre vielleicht ein Todeskult
Made my day! (Ich bitte die Anglophoben um Verzeihung, aber das passt einfach zu gut!) Stellen Sie sich vor, wie ich laut und herzlich auflache! - Es erinnert mich an meine eigenen Vorbehalte und dunkel dräuenden Ahnungen, als ich das erste Mal im Rittergut war, bewirtet und auch noch eingeladen wurde, über Nacht zu bleiben. Mit Argusaugen beobachtete ich jede Regung, mein Gehör suchte nach den leisesten Misstönen, ich war bereit, sofort auf- und aus dem Fenster zu springen; allein, mir begegnete nichts Ungewöhnliches. Das machte mich allerdings nur noch misstrauischer, mir wurde die Sache so unheimlich, dass ich mitten in der Nacht davonfuhr. Der Hausherr zog mich deswegen hin und wieder auf, mit Fug & Recht.
Ach, wie lang das jetzt schon wieder her ist!  

Ein gebuertiger Hesse

26. August 2026 15:31

Wenn wir schon bei Songs sind
(für alle Sanitäter dieser Welt - spielt DAS dem Suizid-Affinen laut vor, die Nachbarn spielen keine Rolle, und knallt ihm dann eine.)
 

heinrichbrueck

26. August 2026 16:00

@ Franz Bettinger
Otto von Bismarck war auch ein Linker! 

Guilelmia

26. August 2026 16:50

Der Selbstmord gehörte einst in den deutschen Streitkräften zum Standardritual im Falle der Niederlage, so auch in der Wehrmacht. Ein Beispiel dafür ist Hans-Georg von Friedeburg: letzter Oberbefehlshaber der Kriegsmarine unter der Regierung Dönitz. Er war Mitunterzeichner der bedingungslosen Kapitulation. Am Tag seiner Verhaftung nahm er sich das Leben. 

Le Chasseur

26. August 2026 19:25

@Maiordomus
"Ihre generelle Haltung zu Hinzugekommenen (...) hat aber beinahe Neandertaler-Niveau"
Und wie es mit den Neandertalern ausging, wissen wir ja: https://www.tagesschau.de/wissen/forschung/neandertaler-europa-aussterben-100.html

Carsten Lucke

26. August 2026 19:43

Was wäre gewesen, wenn Herr "Adalbert von Wackerbarth" sich mit seinem Anliegen auf dem Sommerfest an den SiN-Autor Jörg Seidel gewandt hätte ?
Dessen kühner und mich durchaus beeindruckender Text zum Thema hier :
https://seidwalkwordpresscom.wordpress.com/2025/01/22/stark-ist-das-land/
 

Waldgaenger aus Schwaben

26. August 2026 19:55

Ich hatte mich über die positive Berichterstattung über den Selbstmord Brüsewitz' gewundert. Hatte die stille Befürchtung, dass sie Nachahmer anstiften könnte. Ob die Mauer auch nur einen Tag später gefallen wäre, wenn er sich nicht das Leben genommen hätte? Ich glaube nicht. Als hier auf SiN der Tod Venners 2013 in einem Artikel kommentiert wurde, schrieb ich nur einen Satz dazu:  Dominique wer?
Solche politische Selbstmorde sind bestenfalls Kristallisationskerne  wie Staubkörner in der Luft für Nebel. Unterblieben sie, dann würden andere Ereignisse ihre Stelle einnehmen, z.B. Preiserhöhungen, Morde, Vergewaltigungen, etc. Fast immer sind die Suizidenten jedoch bald vergessen.
 Etwas anderes ist das christliche Märtyertum. Es ist ethisch vertretbar, jedoch nicht geboten, wenn das Märtyertum auf einen Christen zukommt, er es aber nicht aktiv sucht. Bibeln in Mekka verteilen, wäre dumm. Die 21vom  IS ermordete koptische Märtyrer sind in koptischen und katholischen Kirche zurecht als Heilige anerkannt
https://de.wikipedia.org/wiki/21_M%C3%A4rtyrer_von_Sirte
Darunter ein Mann aus Ghana, der vielleicht kein Christ war. Auf die Frage seiner Mörder, ob er auch Christ sei, antwortete er: "Ihr Gott ist mein Gott." Er hat dann die Bluttaufe empfangen.
 

Waldgaenger aus Schwaben

26. August 2026 21:49

@Guilelmia
Gegen diese sinnlose Art des "Heldentods" hat mein Vater mich nachhaltig geimpft. Nur eine kurze Geschichte aus Ostpreussen im WKII, die die ganze Sinnlosigkeit zeigt. Die letzten Überlebenden (wohl nach dem Fall Königbergs, an der Schlacht hat er teilgenommen) seiner Einheit waren auf der Flucht vor den Russen. Sie kamen an ein Lagerhaus der Wehrmacht. Ein einsamer Posten hielt Wache. Sie verlangten von ihm das Tor zu öffnen, damit sie Proviant holen könnten. Der Posten weigerte sich. "Wir sind die Letzten! Hinter uns kommt nur noch der Iwan!" Der Posten widersetzte sich immer noch. Sie brachen das Tor auf und versorgten sich. Was aus dem Soldaten wurde, wusste nicht. Angeschlossen hat er sich ihnen nicht. Wahrscheinlich hat er auf seinem verlorenen Posten weiter ausgeharrt, bis die Russen kamen. 
Mein Vater desertierte dann während oder vor Schlacht um Berlin, schlug sich nach Westen durch und ergab sich den Amerikanern. Im August 45 war er schon wieder daheim, weil Bauern(söhne) bevorzugt zur Einbringung der Ernte entlassen wurden.

Kurativ

26. August 2026 23:26

Es ist erschütternd zu lesen und zu hören, wie verzweifelt die Menschen sind und was sie bereit sind, zu tun. Dieses Gefühl der Verzweifelung über den Untergang ihres Landes und ihrer Kultur ist verständlich, kann aber auf Dauer nicht gesund sein. Also was tun? Wie damit umgehen?
Während islamische Attentäter in den Tod gehen und andere mit in den Tod zu reißen, sind Christen bereit sich einfach selber zu töten. Das beschreibt das Gefälle und sagt alles. Das Christentum diente dazu, die Germanen zu zähmen. Während in der Ukraine Christen sich umbringen, marschieren in Ceuta 60000 Muslime in die EU

Liselotte

26. August 2026 23:53

Komische Idee, daß ein spektakulärer Selbstmord Leute "aufrütteln" würde. Zu was sollten sie auch hingerüttelt werden? Im Alltag sieht man Wohnungslose in halbverrottetem Zustand auf der Straße, auch liegt mal eine Leiche wochenlang im Gebüsch; wohl fast jeder hat mal einen Depressiven gekannt (ob jung oder alt), der sich umbrachte - und ein extragruseliger Selbstmord soll nun bei der Nachwelt irgendwas bewirken?

Rabenfeder

27. August 2026 05:24

Frau Kositza,
wenn Herr von Wackerbarth Christ ist, dann verbietet sich diese (nutzlose) Tat ohnehin;
wenn ihn andere Kräfte treiben, dann wird er den Weg nach Walhalla so auch nicht finden.
Zeichen in letzterem Sinne setzt man so:
"Theo, Heinrich hier! Habe zwei Bomber abgeschossen; Munition ist alle. Ich ramme jetzt. Auf Wiedersehen, sehen uns in Walhalla."

Maiordomus

27. August 2026 06:10

@Le Chasseur. Das mit den Neandertalern müssen Sie mir nicht mehr beibringen. Natürlich waren sie trotz ihrer fast gorillamässigen Ausstattung dem Sapiens unterlegen, vermutlich wegen dem Umgang mit der Welt 3, wie Popper die Beherrschung der Welt durch Sprachzeichen nannte, heute u.a. KI.. Ich gehe indes nicht davon aus, dass unsere Vorfahren den Neandertaler ausgerottet hätten. Die Gründe lagen tiefer. Und die Neandertaler haben sich gewiss artgemäss verhaltenund für ihre Zeit richtig, ihre Überlebens-Intelligenz dürfte die vieler, die heute in Deutschland an der Macht sind, zweifelsfrei übertroffen haben. Neandertaler-Niveau ist meines Erachtens  nur beding eine Beleidigung, und wenn schon, nicht "rassistischer" als der Vergleich der Ceuta-Horden mit landnehmenden Raubtieren, etwa Wölfen, deren Sozialverhalten ohnehin höher einzuschätzen ist als das von Eindringlingen mit zum Teil schmarotzenden Ansprüchen. Letzteres hat übrigens, von ihren effektiven u.a. frühkapitalistischen zivilisatorischen Leistungen her, für die Juden nie gegolten, von denen der intellektuell bedeutendste Früh-Christ Schaul/Paulus, Völkerapostel, Gründer des Christentums als Religion, ein nicht untypischer Vertreter war, von Jesus ganz abgesehen.     

Monika

27. August 2026 06:59

@ Majestyk Natürlich gibt es noch Stunden, wo man gebraucht wird. Der berühmte man, d.h. man selbst. Ich und Du. Es braucht dazu noch nicht einmal besonderen Mut, nicht mal Zivilcourage. Stellen Sie sich mal vor, es kämen etwa 100 000 Menschen zur Trauerwache am 19.9. in Frankfurt, um ein Zeichen zu setzen, ein gewaltiges Zeichen. Aber dieses Thema hatten wir ja schon. Ich glaube, Sie mögen lieber den Zorn als die Trauer. Ansonsten gibt es ja den Mut der anderen. Zur Trauer. Ich war vor ein paar Wochen im Trauergottesdienst für Marius Dick, der Geschichtsstudent, der in Trier erstochen wurde, einer von uns. Seine Familie wohnt in meiner Nähe. Ich kenne drei Personen, die die Familie kennen. Das geht unter die Haut. Wir sollten alles tun, damit soetwas nie mehr passiert. Die Trauerfeier war denkbar merkwürdig. Der alte Pfarrer ging überhaupt nicht auf den schrecklichen Hintergrund der Tat ein u. wandte sich auch nicht persönlich an die Eltern u. den Bruder. Am Schluss sagte er, daß er in den 10 Jahren seines Amtes noch nie eine so volle Kirche erlebt habe. Ff 

Monika

27. August 2026 07:07

Ff Für ein paar Teilnehmer am Gottesdienst klang das so, als ob der alte Pfarrer fast froh wäre, daß die Kirche mal so voll sei. Es gab ein paar raunende Stimmen. Auch ich war im ersten Moment erschrocken. Dann dachte ich nüchtern, heilignüchtern: Wieso braucht es erst ein so schreckliches Ereignis, damit die Kirche mal wieder voll ist ? Voll mit eigenen, gut gekleideten Leuten ( keine Jeans zu sehen), viele Familien, die Freiwillige Feuerwehr in Uniform. Sowas hatte ich lange nicht gesehen. Bewegend. Aber dann denke ich: Lieber eine sehr volle Trauerwache in Frankfurt als eine volle Trauerfeier in Landstuhl. Also, am 19 September in Franfurt ! 

dojon86

27. August 2026 07:17

@Beta Jas Richtige Worte. Ich bin neulich bei einem kleinen Familientreffen gewesen. 20 Personen. Ein Kind und das ist adoptiert. Die Boomer waren hinsichtlich der Reproduktion schon schwach. Die Generation der um 90 Geborenen läßt völlig aus. Die Generation Z legt sich bereits Hunde und Katzen zu. Deprimierend.

Le Chasseur

27. August 2026 08:03

@Rabenfeder
"Zeichen in letzterem Sinne setzt man so:"Theo, Heinrich hier! Habe zwei Bomber abgeschossen; Munition ist alle. Ich ramme jetzt. Auf Wiedersehen, sehen uns in Walhalla""
So sieht's aus.
 
 

Le Chasseur

27. August 2026 10:18

@Monika
"Natürlich gibt es noch Stunden, wo man gebraucht wird."
"Seien wir ehrlich: wir stehen nicht am Beginn eines neuen Aufstieges, sondern vor dem Ende des alten Zusammenbruches. Dieses Ende liegt noch vor uns. Wir müssen erst noch durch das Schlimmste hindurch, ehe wir ans neue Werk gehen können. (...) 
Aber weil es nicht möglich ist, an diesem Staat noch Hand anzulegen, bleibt nur eins übrig: in sich zu gehen und aus der Tiefe des eigenen Herzens die Zuversicht, den Glauben heraufzuholen, der die deutsche Zukunft tragen und ohne den das neue Werk nicht begonnen werden wird. (...)
Es wird der Tag kommen, wo Deutschland ruft. Es wird der Tag kommen, wo in den Herzen derer, die es angeht, die große Glocke zu läuten anfängt und zum Sturm ruft. Erst dann wird das neue Werk beginnen. Nicht einen Tag früher und nicht einen Tag später. Dann mußt Du bereit sein, Du, der Du diese Zeilen liest, ebenso wie jeder andere deutsche Mensch."
-Friedrich Hielscher

Majestyk

27. August 2026 12:27

Wow, alles wegzensiert, was nicht in den Kram paßt. Also ich gebe hier nicht den Außenseiterclown, von dem man nur veröffentlichen kann, was genehm ist, um sich gebauchpinselt zu fühlen. So ein klein bißchen Würde besitzt selbst ein Neandertaler wie ich. Ich lasse mich von niemandem von oben herab behandeln, mir Unverschämtheiten an den Kopf knallen oder meinen Charakter infrage stellen, mir aber jegliche Chance auf Gegenwehr entziehen und sag dann noch lächelnd danke. Es steht aber ja nicht zu erwarten, daß Sie Ihre doppelten Standards hinterfragen, nicht wahr Frau Kositza? 

Relotius

27. August 2026 18:20

Erfreulich zu wissen, dass der Relotius-Journalismus endlich auch auf der rechten Seite angekommen ist. Dachte, das wäre ein Privileg der Links-Grünen. 
Gratuliere, ein flott geschriebenes Fake und alle sind ergriffen!

Kositza: Na, ich schalte das Zeug einfach mal frei. Pff... manche leben echt beengt.

Prichpl

27. August 2026 20:31

"Tu es nicht. Niemals!" Diese Aussage hat mich erschüttert. Sie haben damit eine Seele und ein  Leben, ein Kind Gottes gerettet. Danke Frau Kositza, danke, Sie sind ein Engel, einfach nur Danke.

MJott

28. August 2026 01:13

Mich befällt bei dieser Geschichte ein gewisser Ekel, und ich habe eine Weile gebraucht, um zu verstehen, woran er sich festmacht.
Nicht daran, dass jemand über den eigenen Tod nachdenkt oder darüber sprechen möchte. Sondern an dieser einen Frage: „Raten Sie mir zu – oder ab?“
Denn was geschieht mit dem Befragten, wenn die Antwort nicht so eindeutig ausfällt und der andere seine Ankündigung anschliessend wahrmacht? Der eine ist dann tot. Der andere bleibt zurück mit der Frage, ob ein anderes Wort von ihm genügt hätte.
Genau das stösst mich ab. Man zieht einen anderen Menschen in eine Entscheidung hinein, deren Folgen für diesen man selbst nicht mehr tragen muss. Er dagegen muss gegebenenfalls mit seinem Satz weiterleben.
Über Verzweiflung kann und muss man reden können. Aber einen anderen Menschen auf diese Weise an der Entscheidung über das eigene Leben zu beteiligen, empfinde ich als eine bemerkenswerte Rücksichtslosigkeit.

Guilelmia

28. August 2026 02:51

Über den Kontext hinaus (eventuell zur Versöhnung der Meinungsvielfalt?) diese Worte eines märkischen Pfarrersohnes angesichts seines nahenden Todes: „Jene Stunde… wird keine Schrecken haben, seien Sie beruhigt, wir werden nicht fallen wir werden steigen –.“

Kurativ

28. August 2026 06:31

Unsere Personaldecke ist nicht besonders dick. Wir brauchen jeden Kopf, wenn es um Versammlungen, Gespräche über Änderungen, Hilfen, Gemeinschaft geht! 

Olmo

28. August 2026 07:05

Wenn sich ein älterer Herr verbrennt, erregt das natürlich kein Aufsehen, doch wenn das hunderte gemeinsam machten— schon. Würde doch irgendwie als irrer Abgang zu den alt 68ern passen? Man stelle sich das vor, eine ganze Generation, die kollektiv Selbstmord begeht. Das wäre ein schauriger Todeskult ... nicht schlecht. 
Doch anstatt eines Germanische-Volksfront-Suizid-Kommandos vielleicht doch besser der letzte Marsch der Ents? 
 
 

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