Aufgrund von Kontaktschuld traten von öffentlichen Posten unter anderem zurück: Morgan McSweeney, Stabschef von Premierminister Starmer; Børge Brende, Chef des World Economic Forum; der slowakische Politiker Miroslav Lajčák; der französische Politiker Jack Lang; die Goldman-Sachs-Juristin Kathy Ruemmler und Hyatt-Chef Thomas Pritzker.
Streß ohne weitere ernsthaften Konsequenzen bekamen unter anderem die norwegische Kronprinzessin und Epstein-Intimfreundin Mette-Marit und die Clintons, die vor dem US-Kongreß aussagen mußten (komischerweise aber nicht Donald Trump, der einst sehr dicke mit Epstein war und dessen Name unzählige Male in den Akten auftaucht).
Es laufen nun auch einige polizeiliche Ermittlungen: Etwa gegen den ehemaligen britischen Prinzen Andrew Mountbatten-Windsor und den ehemaligen britischen Handelsminister Peter Mandelson wegen Verdacht auf Amtsmißbrauch. Ermittlungen wegen “schwerer Korruption” laufen in Norwegen gegen den ehemaligen Premierminister Thorbjørn Jagland und die Diplomaten Mona Juul und Terje Rød-Larsen.
Keinem der Genannten wird vorgeworfen, Kinder oder Minderjährige mißbraucht oder Babies gegessen zu haben.
Greg Johnson hat angesichts dieser “Säuberungen”, wenn man sie wirklich so nennen kann, einen Artikel darüber geschrieben, “warum die Wahrheit über Epstein keine Rolle spielt”. Er spottet darin über Leute wie Michael Tracey, Richard Hanania, Patrick Casey und Nick Fuentes, die Wasser ins Feuer der “moral panic” und der wüsten Spekulationen gießen.
Denn dieses Feuer, so Johnson, sei nützlich, große Teile der herrschenden Eliten zu diskreditieren, einen populistischen Zorn zu entfachen, Dissidenten, die das System radikal verändern wollen, mit polemischem Brennstoff zu versorgen.
Sein “Gedankenexperiment” lautet so:
Ich halte einen USB-Stick in der Hand, der Informationen enthält, die beweisen, daß die einzigen Personen, die laut den Epstein-Akten in kriminelle Aktivitäten verwickelt sind, Jeffrey Epstein und Gislaine Maxwell sind.
Würde ich diese Beweise der Welt zugänglich machen? Schließlich wäre es eine große Erleichterung für Leute wie Bill Clinton, Bill Gates, Ehud Barak, Les Wexner, Noam Chomsky, Woody Allen und andere Prominente, da sie so ihre guten Werke ungestört fortsetzen könnten, ohne von zornigen Bauern gestört zu werden, die Fackeln und Mistgabeln schwingen, weil sie von eifernden Online-„Verschwörungstheoretikern” in moralische Panik versetzt wurden.
Seht her, wie ich diesen USB-Stick in eines von Epsteins Fässern mit Schwefelsäure werfe.
Warum?
Ich bin ein Dissident. Ich begrüße alles, was die derzeitige Machtstruktur stört. Ich begrüße die Delegitimierung. Ich begrüße das Chaos. Jede Minute, die das Establishment mit Schadensbegrenzung im Fall Epstein verbringt, ist eine Minute, in der es keinen weiteren Schaden an Weißen anrichtet.
Darüber hinaus gibt der Fall Epstein einen Einblick, wie eine feindselige jüdische Elite weiße Eliten durch ihre Laster unterwandert und kontrolliert. Ich möchte Eiswasser in diese kuscheligen Beziehungen gießen. Ich möchte, daß ehrgeizige Weiße Angst davor haben, sich mit Leuten wie Epstein blicken zu lassen, statt um ihre Gunst zu buhlen. Wenn Bill Ackman, Miriam Adelson oder Paul Singer das nächste Mal einen politischen Aufsteiger zum Abendessen einladen, möchte ich, daß er sich fragt: „Werde ich deswegen eines Tages beschuldigt werden, Babys zum Frühstück zu essen?“
Man nehme dies als ein Beispiel, wie manche Enthusiasten der Epstein-Bombe sich auf “machiavellistische” Positionen dieser Art zurückziehen, nun, da das Ergebnis des bisher veröffentlichten Materials eher mager ausgefallen ist (wobei offenbar eine große Menge Material immer noch unter Verschluß steht).
Ich bin davon ganz und gar nicht überzeugt, wofür Johnson hier plädiert. Die Wahrheit spielt immer eine Rolle, und wer seine politische Agenda auf Lügen, Unsinn und Desinformation aufbaut, weil er die Affekte braucht, die Gift dieser Art in den Massen, Medien und Massenmedien auslöst, schädigt am Ende unweigerlich nur sich selbst, oder erringt nur korrumpierte Siege, die eine schlechte zukünftige Saat in sich tragen.
Was tatsächlich herausgekommen zu sein scheint, wird von Michael Shellenberger so zusammengefaßt. Hier ein paar wichtige Stellen seiner Analyse:
Nachdem wir mehrere Wochen damit verbracht haben, die Akten und die damit verbundenen Ermittlungen durchzulesen, ist für uns klar, daß die Gesamtheit der verfügbaren Beweise nicht das Bild einer von einer Regierung gesteuerten sexuellen Erpressungsoperation stützt. Vielmehr deutet alles darauf hin, daß Epstein in erster Linie seinen eigenen Interessen diente. Wenn Epstein überhaupt jemandes Sklave war, dann seiner eigenen Leidenschaften und Perversionen.
Vicky Wards Behauptung, Epstein „war ein Geheimdienstmann“, ist nicht zuverlässig. Sie sagte, sie habe dies aus dritter Hand von einer anonymen Quelle erfahren. Ihr ehemaliger Redakteur bei Vanity Fair und ihre Kollegen sagten gegenüber dem New Yorker, daß ihre Berichterstattung nicht vertrauenswürdig sei und daß sie schon in der Vergangenheit ungenaue Zitate geliefert habe.
Epstein mag für Regierungen als „Vermittler“ oder Finanzberater gearbeitet haben, aufgrund seiner einzigartigen Fähigkeit, Vertrauen zu gewinnen und zu bewahren, während er komplexe rechtliche Manöver beaufsichtigte. Das bedeutet jedoch nicht, daß eine Regierung seine Handlungen kontrollierte. Es gibt keine ausreichenden Beweise für die Behauptung, daß seine sexuelle Ausbeutung von Mädchen und Frauen für die CIA oder den israelischen Geheimdienst erfolgte. (…)
Epsteins E‑Mails über die Installation von Kameras und seine E‑Mail mit kompromittierenden Informationen über Gates lassen eher auf amateurhafte Methoden schließen als auf ausgeklügelte Geheimdienstoperationen. Wenn Epstein seine Gäste heimlich beim Sex filmte, dann vermutlich, um seinen großen Appetit auf Pornographie zu stillen. Er könnte sie auch einfach nur deswegen photografiert haben, um sich Einfluß für seine eigenen Zwecke zu verschaffen.
Und wenn irgendetwas, was Epstein tat, tatsächlich im Auftrag des IC geschah, dann würde seine E‑Mail, in der er einen Berater bat, Kameras in Kleenex-Boxen zu installieren, weit unter den Standards des IC für operative Sicherheit liegen. Und es ist auch nicht so, daß alle Fotos von Epstein sexuelle Erpressung implizieren. Epsteins Foto von Mandelson, der in Unterwäsche neben einer Frau steht, ist zum Beispiel wahrscheinlich kein sexuelles Kompromat, da Mandelson offen schwul ist. (…)
Die derzeit verfügbaren Beweise deuten darauf hin, daß Epstein der Strippenzieher und nicht die Marionette war. Epsteins E‑Mails zeigen, daß er ein außerordentlich begabter Manipulator war. Er stellte sich in den Dienst mächtiger Menschen, um ihnen dabei zu helfen, ihre sozialen, sexuellen, finanziellen, beruflichen, intellektuellen und sonstigen Bedürfnisse zu befriedigen.
Epstein half dem ehemaligen israelischen Premierminister Ehud Barak beim Übergang ins zivile Leben im Austausch für den Zugang zum Verkauf von Cybersicherheit an die israelische Regierung; es gibt keine Hinweise auf einen Einfluß des Mossad auf diesen Austausch.
Epstein arrangierte, daß Kathryn Ruemmler ihr Wissen und ihre Beziehungen im Justizministerium nutzte, um einen gegen Ariane de Rothschild angestrengten Prozeß beizulegen. Es gibt keine Hinweise darauf, daß die CIA Epstein über Ruemmler kontrollierte. Und Epstein stellte Rothschild 25 Millionen Dollar für seine Dienste und 10 Millionen Dollar für die Dienste Ruemmlers in Rechnung.
Was den “Sexhandel” angeht, so scheint er vorrangig Epsteins eigenen Begierden gedient zu haben:
Im Jahr 2007 wurde Epstein wegen Mißbrauchs von Teenager-Mädchen angeklagt, die er unter dem Vorwand, ihm „Massagen” zu geben, angeworben hatte. Er verbüßte 13 Monate im Gefängnis, währenddessen er Freigang zur Arbeit erhielt. Epsteins Komplizen waren Angestellte und Geschäftspartner wie Ghislaine Maxwell, die Mädchen für ihn ausfindig machte, ihnen Geschenke und Gefälligkeiten versprach und „Massage“-Sitzungen arrangierte.
Epstein manipulierte auch viele junge Frauen aus Osteuropa, indem er ihnen Modeljobs anbot, bevor er sie zu sexuellen Handlungen drängte. Jean-Luc Brunel, ein französischer Modelagent, half ihm dabei, junge Models zu rekrutieren. Nach einer Untersuchung wurde Brunel in Frankreich wegen sexueller Übergriffe, darunter auch auf Minderjährige, angeklagt, die sich aus Beschwerden über Handlungen unabhängig von Epstein ergaben. Er beging 2022 im Gefängnis Selbstmord.
Es scheint, daß Epstein Frauen an andere Männer weiterreichte, um bei diesen Männern ein Gefühl der Freundschaft und Verpflichtung ihm gegenüber zu erzeugen. Aber Sex war nicht sein einziges Mittel, um Loyalität zu gewinnen. Mit verschiedenen Mitteln pflegte Epstein Beziehungen zu mächtigen Personen, um an Informationen zu gelangen, die für seine Investitionen nützlich waren.
Die sexuellen Gefälligkeiten und andere Arten des “vice bonding”, wie ich es nenne, waren demnach also nur ein Teil von Epsteins System der Einflußnahme und Manipulation, keineswegs die Hauptsache oder gar das Zentrum seines “Unternehmens”.
Auch die Frage, warum diese Elitenmenschen so wenige Hemmungen hatten, mit Epstein in Kontakt zu treten, ist für Shellenberger nicht allzu schwer zu beantworten.
Liberale und weltgewandte Menschen wie Ruemmler halten es für normal, daß mächtige Männer wie Epstein promiskuitiv sind. 150 Personen unterschrieben sein Buch zum 50. Geburtstag, wobei viele Kommentare hinterließen, die darauf hindeuten, daß sie Epsteins Promiskuität als harmlos betrachteten. „An Epsteins Perversionen war nichts Ungewöhnliches“, schreibt Kathleen Stock in UnHerd. „Er hatte einfach die Mittel, sie in vollen Zügen auszuleben.“ Und selbst wenn Epsteins Freunde und Kollegen wussten, daß er Prostituierte engagierte, ist es keineswegs klar, daß sie dagegen Einwände gehabt hätten. (…)
Die meisten Frauen, die sich nach 2008 um Epstein herum aufhielten, waren offiziell keine Escorts oder Prostituierte. Viele waren angehende Models und Schauspielerinnen, denen Zuwendungen und Chancen angeboten wurden. Es ist daher nicht verwunderlich, daß nur wenige in Epsteins Umfeld glaubten, sein Verhalten verstoße gegen das Gesetz oder gegen gesellschaftliche Normen.
Epstein wurde also nicht als “Pädophiler” wahrgenommen, sondern als reicher, mächtiger, promiskuitiver Mann, der sich mit attraktiven jungen Frauen umgab und gelegentlich etwas über die Stränge schlug. Das ist konsistent mit dem Inhalt des großen Artikels über Epstein aus dem Jahr 2002, den ich im zweiten Teil ausführlich zitiert habe.
Was ist nun mit der Entzifferung der Lebensmittel-“Codes” in den Epstein-Akten, die angeblich Handel mit Kinderfleisch – auf sexuelle oder gar kannibalistische oder sonstwie perverse Weise – verdecken sollen? In der Tat gibt es wie auch schon in den Podesta-Leaks etliche Fundstücke, die sehr merkwürdig klingen und deren Kontext dunkel ist. Im Gegensatz zu Greg Johnson glaube ich jedoch sehr wohl, daß die Wahrheit über diese Dinge eine Rolle spielt.
Allerdings hat die “Pizzagate”-Brille, die den Blick auf Epstein seit 2019 bestimmt, die Wahrnehmung der Spürhunde mit einer erheblichen Voreingenommenheit versehen. Schon eine oberflächliche Prüfung, etwa die Suche nach dem Wort “Pizza”, zeigt, daß die meisten Erwähnungen im Kontext von Einkaufslisten, Essensverabredungen und ähnlichem erfolgt sind.
Nun hat sich Eugyppius, von Haus aus Philologe, dieser Behauptungen angenommen und drei Beispiele herausgesucht, die als Kronzeugen für den kodierten Charakter mancher Korrespondenzen gehandelt werden.
Ich könnte es nicht besser machen, als er es gemacht hat, und gebe im folgenden seine Betrachtungen wieder. Er schickt einige Überlegungen voraus, etwa daß es unglaublich dumm wäre, derart gravierende kriminelle Tätigkeiten via Email über simple Sprachcodes zu kommunizieren, deren Bedeutung aus dem Kontext erraten werden kann. Und er gibt zu bedenken:
Epsteins E‑Mail-Korrespondenz ist umfangreich, lose, voller Rechtschreibfehler, schlecht formatiert und überwiegend nebensächlich und uninteressant. Ein Großteil davon besteht aus Kommentaren zu langweiligen Nachrichten, Gesprächen von Mitarbeitern über dumme logistische Angelegenheiten, Grußformeln und all dem anderen Unsinn, der wahrscheinlich auch Ihren Posteingang und sicherlich auch meinen füllt. Es sieht ganz so aus, daß auch reiche und berühmte Menschen gerne ausführlich und ohne ersichtlichen Grund ihre Lieblingsspeisen und Freizeitbeschäftigungen diskutieren. Wir sollten keine Geheimnisse sehen, wo keine sind.
Da wäre etwa die sechsmalige Erwähnung von “Pizza and Grape Soda”, die auch der New York Times aufgefallen ist. Wesentlich ist, daß sie im Zuge einer einzigen Korrespondenz mit einem einzigen Korrespondenten benutzt wird, nämlich Epsteins Urologen Harry Fish.
Er wird aufgrund dieses Austauschs aus dem April 2018 als sexuell konnotiert angesehen, in dem Epstein Fish bittet, sein Rezept für Stendra (ein Medikament gegen erektile Dysfunktion) in einer Apotheke einzulösen, woraufhin Fish Epstein mitteilt, daß er dies getan habe und daß sich die beiden, nachdem Epstein das Medikament eingenommen habe, „Pizza und Traubensaft holen“ sollten.
Fish erwähnt „Pizza und Traubensaft“ noch fünf weitere Male, alle in der ersten Hälfte des Jahres 2018. (…) Im April schrieb er eine E‑Mail an Epstein, in der er erklärte, daß irgendetwas (möglicherweise eine angehängte PDF-Datei zu seinem Unternehmen Veru Equity) „besser als ein chinesischer Glückskeks“ sei, und lud Epstein ein, „wieder Pizza und Traubensaft zu essen“, was „niemand sonst verstehen kann. Go kno.“
Im Mai bat Fish einen ungenannten Korrespondenten (wiederum wahrscheinlich Epstein), ihn am 4. Juni auf ein Pop-Tart in „Greenbergs Bäckerei“ zu begleiten, und sagte: „Zuerst holen wir uns ein Stück Pizza mit Traubensaft.“ Dann sagte er, er könne „es kaum erwarten“ und postete ein unscharfes Foto von Pizza und Traubensaft, aufgenommen in einem Raum, der wie eine Büropausenecke aussieht, mit Automaten im Hintergrund.
Am 3. Juni schickte Fish eine weitere E‑Mail an Epstein und fragte: „Wann möchtest du morgen Pizza und Traubensaft trinken?“ (ihr Termin war in dem oben genannten E‑Mail-Austausch vereinbart worden). Am 6. Juni lud Fish erneut jemanden, bei dem es sich wahrscheinlich um Epstein handelte, zu „Pizza und Traubensaft morgen zum Mittagessen“ ein. Nachdem Epstein dieses trostlose Mittagessen 48 Stunden zuvor gerade hinter sich gebracht hatte, sagte er seinem Arzt, er solle stattdessen „Barry fragen“.
Die Vorstellung, daß die beiden, und nur die beiden, hier tatsächlich so beiläufig über den Konsum von minderjährigen Sexsklaven reden, ist meines Erachtens völlig absurd. Offensichtlich handelt es sich hier um Insider-Witze, die tatsächlich mit Essen zu tun haben.
Eugyppius kommentiert:
Ich behaupte nicht, die volle Bedeutung dieser Unterhaltungen oder die Bedeutung von „Go kno” zu verstehen, aber es scheint offensichtlich, daß Fish es buchstäblich genossen hat, mit Epstein Pizza zu essen und Traubensaft zu trinken, und daß die beiden dies in der ersten Hälfte des Jahres 2018 etwa einmal im Monat getan haben.
Bemerkenswert ist auch, daß Fish seine Kommentare zu Pizza und Traubensaft mit ebenso belanglosen Bemerkungen zu anderen Junkfood-Produkten wie Keksen und Pop-Tarts vermischt, was keine Art von Code sein kann, da er oft Bilder dieser Dinge verschickt, während er darüber spricht. Das Einzige, was ich hier zugestehen kann, ist, daß „Pizza und Traubensaft“ durchaus ein Kürzel für einen Ort sein könnte, an den Fish Epstein gerne in seiner Mittagspause einlud.
Ein vielzitiertes Stück ist auch der Austausch über “Cream Cheese Baby” in einer anderen Korrespondenz mit einem unbekannten Empfänger im Juli 2009. Hier soll es nun nach Meinung mancher um den buchstäblichen Verzehr von Babies gehen.
“Cream cheese baby” ist der Header der Email. Der Korrespondent schreibt: “LOL ich weiß nicht ob Frischkäse und Baby auf demselben Level sind.” Epstein antwortet: “Es gibt Millionen von Babies, aber nur wenig guten Frischkäse mit Gemüse (vegetable cream cheese).”
Eugyppius kommentiert:
„Frischkäse“ (cream cheese) kann hier kein Code für Babys sein, da Epstein „Babys“ und „Frischkäse“ im selben Satz einander gegenüberstellt. Was tatsächlich vor sich geht, wird aus einer vollständigen Übersicht über den Austausch deutlich, der damit beginnt, daß Epstein seinen Korrespondenten dafür zurechtweist, ihm „einen wertlosen Bagel mit etwas Frischkäseaufstrich serviert zu haben, der widerlich war“. (….)
Der folgende Austausch lässt keinen Zweifel daran, daß Epstein und sein Korrespondent buchstäblich darüber diskutieren, wo man am besten Frischkäse mit Gemüse vermischt kaufen kann. Die Antwort lautet laut Epstein: TooJay’s Deli in Lake Worth – ein echtes Lokal mit 379 Bewertungen auf Trip Advisor.
In der Tat scheint mir nicht mehr an der Geschichte dran zu sein als dies. Die Herrschaften reden tatsächlich über Frischkäse und Bagels.
Ich habe darüber neulich auf Xitter mit Shlomo diskutiert, zum Vergleich seine Interpretation:
Naja, so schreiben sie dann weiter, nachdem Epstein ihm den Code für Babys (+ vegetable) verraten hat. Der Anfang: “Ich weiß nicht, ob Cream Cheese wirklich mit Baby vergleichbar ist” Epstein: “Es gibt Millionen von Babys, sehr guter kleiner VEGETABLE Cream Cheese. Willst du morgen Veggie Cream Cheese? Ich würde ihn jetzt besorgen.” Meine Lesart ist: Der Typ kannte nur “Cream Cheese” für Mädchen, aber nicht “Veggie Cream Cheese” für weibliche Babys, deshalb buchstabiert er den Baby-Teil erstmal aus. Epstein sagt ihm “Ja Babys sind kein Problem, ich besorg dir VEGGIE Cream Cheese” und dann reden sie weiter, als wenns um Frischkäse ginge.
Aber der “Anfang” (7 Uhr 41) ist eben die Beschwerde über den schlechten Bagelaufstrich, und das “cream cheese baby” kommt erst viel später (15:34). Was Shlomo, er sei geehrt, hier hineinliest, ist pure Phantasie.
Und als letztes (es gibt noch andere verdächtigte Wörter wie “beef jerky”) sei noch die Bezugnahme auf “Shrimp” (Garnelen) erwähnt. Eugyppius schreibt:
Die Epstein-Akten enthalten Hunderte von Verweisen auf Garnelen. Die überwiegende Mehrheit davon sind zweifellos unverschlüsselte, alltägliche Diskussionen über ein gängiges Lebensmittel. In einigen wenigen Fällen wird „Garnele“ möglicherweise oder sogar wahrscheinlich verwendet, um sich auf Frauen zu beziehen, vielleicht in sexuellen Kontexten, obwohl selbst das nicht immer ganz klar ist.
Der am häufigsten zitierte, angeblich verschlüsselte Shrimps-Austausch stammt aus dem Juni 2013 und fand zwischen Epstein und dem ehemaligen französischen Diplomaten Olivier Colom statt. Manche Leute glauben, daß diese E‑Mails Verbrechen wie Mord und Kannibalismus belegen, weil Epstein darin erklärt, daß einige Mädchen „Shrimps“ seien, deren Köpfe „man wegwirft … und deren Körper man behält“.
Dies ist eine wilde Fehlinterpretation, die kaum zu rechtfertigen ist, da sie grundlegende Zusammenhänge ausblendet.
Der Shrimps-Austausch beginnt damit, daß Colom Epstein fragt, wo er sich befindet, und dieser antwortet: „Auf meiner Insel in der Karibik, mit einem Aquarium voller Mädchen”.
Man erkennt sofort, daß es sich hier keineswegs um einen verschlüsselten Austausch handelt, sondern um einen metaphorischen. Epstein genießt die Gesellschaft von „Mädchen” (die Models oder Prostituierte oder was auch immer sein könnten) auf Little St. James. Colom antwortet, daß „der König von Saudi-Arabien ein paar weiße Haie in seinem [Aquarium] in seinem Palast in Jeddah hat”, aber daß er – Colom – Epsteins Frauen diesen „absolut vorzieht”. Epstein antwortet, daß auch seine Mädchen „weiße Haie“ sein könnten, da „zwei davon Russinnen sind“, und Colom antwortet, daß er „weiße Haie mag“, vorausgesetzt, es handelt sich nicht um „Hammerhaie”.
Nun folgt Epsteins angeblich mörderische Antwort:
Nein, einige sind wie Garnelen, man schmeißt den Kopf weg und behält den Körper
No, some are like shrimp, you throw away the head and keep the body
Es ist völlig naheliegend: Epstein spricht nicht von buchstäblichen Enthauptungen von Frauen auf seiner Insel, sondern macht einen derben Witz darüber, daß in seinen Augen manchen Frauen zwar attraktive Körper, aber unattraktive Gesichter haben.
Dem folgt ein Austausch über rassische Präferenzen. Colom und Epstein sind einer Meinung, daß sie weiß “jeder anderen Farbe vorziehen” und keine “schwarzen Garnelen” mögen (Jeffrey wird “schon bei ihrem Geruch” schlecht).
Es gibt noch mehr Stellen dieser Art, die Fragen aufkommen lassen könnten. Darunter ziemlich merkwürdige, wenn etwa ein Korrespondent Epstein beiläufig mitteilt, er halte sich in China auf, und dieser daraufhin ebenso beiläufig antwortet “Wo bist du? Geht es dir gut, ich mochte das Foltervideo”. Es gibt mindestens ein weiteres Dokument, das ich hier nicht verlinke, das etliche pornographische Dateien enthält, darunter auch ein paar offenbar kinderpornographische, die jedoch allesamt nicht “selbstgemacht” zu sein scheinen.
Wer also noch immer nach “Pizzagate”-Material sucht, mag Verdächtiges finden und überprüfen. Aber ich denke, daß dies eine grundsätzlich falsche Fährte ist, die den Blick auf den tatsächlichen Epstein und seine “Geschäfte” verstellt.
– –
Und das war der Abschluß meiner dreiteiligen Serie. Nun kann kommentiert werden!




RMH
Danke für diesen wohltuend klaren und distanziert analysierenden 3-Teiler!
Ich hatte es unter den Beitrag von C. Sommerfeld vom 05.02.2026 schon geschrieben:
"Bei mir verstärkt sich mittlerweile ... der Eindruck, dass dieses ganze Sex- Thema durchaus ganz anderes trefflich verschleiern kann, was noch unbekannt ist & was, wenn man eine Verschwörung annimmt, wohl auch unbekannt bleiben soll. Das ganze Sex-Thema lenkt den billigen Voyeurismus der Öffentlichkeit auf sich & damit tiefere Blicke ab."
Was war also das System Epstein? Der wohlwollend als "schillernd" zu bezeichnende Florian Homm, der natürlich sich dabei völlig uneitel als absoluter Insider und extrem wichtiger "Player" darstellt, hat in einem aktuellen YT Beitrag seine Sicht auf Epstein dargestellt und ihn im Zentrum eines globalen Insiderhandels von Eliten dargestellt bzw. das Geschäftsmodell von Epstein als illegalen Insiderhandel herausgearbeitet.
https://www.youtube.com/watch?v=Of01x83W-bU
Ob er recht hat, weiß ich nicht, hört sich aber erst einmal in vielen Punkten logischer an, als all die beef jerkey und Shrimp-Cocktail-Thesen. Vermutlich wird die Aufarbeitung des Epstein Falles aber noch Jahre andauern. Nix genaues weiß man nicht, sagt man bei uns in der Gegend.