Mathias Brodkorb zeigt uns hier …

... wie man ein Rotweinglas richtig hält (wichtige Dinge, Teil 11). Denn für ihn und alle anderen, die ein wenig...

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

“ent­spann­ter, locke­rer” (Ori­gi­nal­ton Mathi­as Brod­korb) gegen rechts arbei­ten und mit einem “Sprit­zer Gelas­sen­heit” (wie­der­um Brod­korb) ihre jewei­li­gen Storch Heinars oder Rei­ner Haseloffs ins Ren­nen schi­cken, war heu­te ein tol­ler Tag:

  • Anti­fa-Vogel Storch Hei­nar hat sei­nen Pro­zeß gewon­nen, ent­spannt und locker plau­dert Brod­korb dar­über und checkt dabei schon mal ab, wel­ches lecke­re Wein­chen er sich zur Fei­er des Tages heu­te abend noch ein­bau­en wird – sein Abge­ord­ne­ten­ge­halt reicht für edle Fla­schen, man hat sich über die­sen Genuß des erfüll­ten Lebens ja schon online ver­brei­tet, und wäh­rend es immer wei­ter schlürft, wan­dert der Fin­ger mit einem Sprit­zer Gelas­sen­heit über Kita-Land­kar­te, Fuß­ball-Ver­eins­re­gis­ter und Mimi­kry-Hoch­bur­gen: leich­te Beu­te überall.
  • Schorn­stein­fe­ger­meis­ter Lutz Batt­ke (NPD-nah) ist nun aus dem Fuß­ball­ver­ein aus­ge­tre­ten, den er selbst mit­ge­grün­det hat: Der “Druck von außen” war zu groß für die­sen klei­nen Laden. Und die Sie­ger (etwa Rei­ner Haseloff, Wirt­schafts­mi­nis­ter Sach­sen-Anhalt, CDU, oder auch der Lan­des­sport­bund) kön­nen nun ganz ent­spannt und locker dar­über nach­den­ken, war­um all die Eltern, die ihre Kin­der aus­nahms­los nicht von Lutz Batt­kes Fuß­ball­trai­ning abge­mel­det haben, bei der nächs­ten Wahl wie­der wäh­len gehen dür­fen. Sind sie nun mün­dig oder nicht? Wie sol­len sie – da anschei­nend nicht in der Lage, eine natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Fuß­ball­eh­re zu durch­schau­en – dem­nächst über die Geschi­cke eines gan­zen Bun­des­lan­des oder gar Euro­pas abstim­men können?
  • Auch Birg­hild T. war nicht auf­fäl­lig: Aus Meck­len­burg-Vor­pom­mern anrei­send, arbei­te­te sie Tag für Tag in einer Kin­der­ta­ges­stät­te in Lüne­burg  – und wur­de jetzt als Gat­tin eines NPD-Funk­tio­närs von Nazi-Jägern ent­tarnt. Auf­fäl­lig war sie nie, son­dern immer sehr lie­be­voll mit den Kin­dern, konn­te eine sicht­lich über­for­der­te Tages­stät­ten­lei­te­rin der taz zu Pro­to­koll geben, ohne den anemp­foh­le­nen Sprit­zer Gelas­sen­heit übri­gens: Denn wer den Nazi hin­ter dem Men­schen nicht ent­deckt, emp­fiehlt sich nicht für Füh­rungs­auf­ga­ben – ihm muß viel­mehr auf die Sprün­ge gehol­fen wer­den. Und dann gehts ratz­fatz – gera­de ein­mal zwei Stun­den hat es nach dem taz-Anruf gedau­ert, und Birk­hiu­ld T. war “frei­ge­stellt”.
  • Zuletzt, und nicht öffent­lich, aus der ePost eines Lesers, der ges­tern sei­ne Stel­le als Gra­phi­ker ver­lor, weil einer sei­ner Mit­ar­bei­ter eine Sezes­si­on auf dem Schreib­tisch lie­gen sah und neu­gie­rig dar­in blät­ter­te – danach die goog­le-Maschi­ne anschmiß und zum Chef robb­te, einen Beu­tel voll der fet­ten Beu­te hin­ter sich her­zer­rend: eine Unter­schrift im Rah­men eines JF-Appells für die Mei­nungs­frei­heit; drei Leser­brie­fe, alle ein­schlä­gig (was sonst); eine Bücher­emp­feh­lungs­lis­te bei ama­zon, der man alles unter­stel­len kann, nur eines nicht: Mimi­kry – also: Ernst Jün­ger, Carl Schmitt, Karl­heinz Weiß­mann, Joa­chim Fernau und (als neu­es­te Signal­far­be) Rich­te­rin Hei­sig (ver­stor­ben).

War­um das Gan­ze jetzt, heu­te? Weil ich immer dach­te, daß die Faschis­mus­keu­le, die­se wir­beln­de Waf­fe der Gut­men­schen, nicht mehr so wirk­sam wäre wie noch vor zehn Jah­ren. Aber ich habe mich geirrt. Viel­leicht schwang sie sich sogar nie leich­ter als heu­te, “ent­spann­ter und locke­rer” wür­de Brod­korb sagen, der über­haupt kei­ne Ahnung davon hat, wie bit­ter ernst es wird, wenn man ins Visier sei­nes “Milieus” kommt. Man darf das nie ver­ges­sen, wenn man selbst pha­sen­wei­se etwas fai­rer behan­delt wird: So etwas geht stets auf Kos­ten anderer.

“Im Zwei­fels­fall immer für die Außen­sei­ter”, muß man da mit Micha­el Klo­n­ovs­ky sagen, der auch (und ver­mut­lich sogar mehr) von Rot­wein ver­steht als das Anti­fa-Gehirn aus Rostock …

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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