Sezession
30. Oktober 2012

Warum Lichtmesz und ich nach Orange fahren

Götz Kubitschek / 44 Kommentare

Am kommenden Wochenende nehmen Martin Lichtmesz und ich an einem Kongreß des französischen "Bloc Identitaire" in Orange teil. Der Kongreß ist seit langem geplant und hat durch die Moschee-Besetzung der Gruppe "Génération Identitaire" eine besondere, geradezu elektrisierende Aufladung erfahren. Wir fahren dorthin, um das Auftreten, die Organisationsform, die Dynamik und die Stoßrichtung des "Bloc" kennenzulernen und an dem abzugleichen, was wir in Deutschland machen und noch machen könnten.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Was kennen wir aus Deutschland? Wir kennen rechte, konservative Theoriearbeit an und Debattenbeiträge über viele Aspekte, die nun von den "Identitären" aufgegriffen und zunächst einmal entschieden worden sind - entschieden nicht durch einen abschließenden, brillanten Denk-Beitrag, sondern durch eine Aktion, eine Feinderklärung und ein paar Bilder, Symbole und Schlüsselszenen. Martin Lichtmesz hat darüber ausführlich geschrieben.

In manchem ähneln sich der "Bloc Identitaire" und die "Casa Pound" aus Italien, über die wir eine frühe, sehr inspirierende Berichterstattung veröffentlichten. Dieses Gramscistische Konzept einer kulturellen, metapolitischen Eroberung des vorpolitischen Raumes ist seither zum Vorbild für nachahmende, je eigenständige Ausformungen in anderen Ländern geworden - wieder und erneut, muß man sagen, denn Gramsci taucht alle paar Jahre als Theoretiker eines Krieges um die Köpfe auf und gerät dort wieder aus der Mode, wo man aufgrund einer bestimmten Konsolidierung und Annäherung an bürgerliche Milieus Abstand zum "geistigen Bürgerkrieg" gewinnen will.

Jedenfalls - und das halten wir für das Entscheidende - haben wir es bei diesen Projekten vor allem mit Aktionsbündnissen zu tun, mit "Blöcken", denen die Theoriearbeit und das Publizieren nur noch in Verbindung mit der direkten Aktion schmeckt. Den Grund dafür sprechen sie offen aus: "Reden spaltet, Aktion verbindet."

Im Grunde sind derlei unhintergehbare Setzungen Machtdemonstrationen: nach Innen, weil die Kritiker und Haarspalter dort ruhighalten, w0 die Intensität der Ereignisse nur die Wahl zwischen Dabei oder Abseits läßt. Denn:

Hüten wir uns davor, die Wirkung des geschriebenen Worts, des luziden Gedankens, der Aufklärung zu überschätzen. Selbst wenn es sich nicht um das unerhörte und ungehörte Wissen von uns Wenigen handelte, sondern um Kenntnisse, die an Lehrstühlen erarbeitet und über ganze Semester ausgekippt würden: Was wäre all dieses Wissen gegen die eine Tat, die das, was man bloß wußte, verdichtet und übersetzt und mit einer Überzeugungskraft auflädt, die die Lektüre einer halben Bibliothek überflüssig macht!

Verbrämen wir niemals unsere lehrreichen Versammlungen und Gespräche: Sie gleichen dem Bau eines Museums, wenn sie nicht zum Bekenntnis und zur Tat beflügeln. Irgendeiner muß doch den Speer ein Stückchen weiterschleudern. Jeder muß doch dort, wo er steht, daran festhalten, daß es auch einen anderen Blick auf die Dinge gibt, eine rechte Sicht, und eine Art sich zu bewegen und überhaupt zu leben, die dazu paßt.

Das schrieb ich vor Jahren, als wir die "konservativ-subversive aktion", die ksa, aus der Taufe hoben. Für unsere beste Aktion (die vor dem Wandbild Benjamin Jahn Zschockes in Chemnitz) bezahlten wir teuer. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die namhaft gemachten Protagonisten der "Génération Identitaire" für ihre Moschee-Besetzung ungeschoren davonkommen. Aber ganz egal, wie es ausgeht: Was wäre denn die Alternative? Hinterzimmer-Spott, Verzweiflung und Häme, Resignation, Zynismus, Abwendung oder eine dauernde Denk-, Wahrnehmungs- und Äußerungsbremse, was nichts anderes ist als die beste Voraussetzung für eine parteipolitische Karriere?

Es blieb und bleibt immer die Möglichkeit, ein Spur zu hinterlassen. Verdichtet: Es bleibt die Möglichkeit zur politische Aktion, zur Provokation, die uns zunächst nicht mehr verspricht als die Zusammenballung in einem Moment des Formungsvermögens.

Das ist es: Form, Formgebung, granitene Setzung als das, was ideell und geistig noch möglich ist, weil ansonsten in einer Massengesellschaft nichts mehr möglich ist. Und weil wir das einmal begriffen haben, ist der „jähe Sinn“ der politischen Aktion so elektrisierend: Er ist nur zu verstehen, wenn wir ihn uns als größtmöglichen Gegensatz zum sonstigen Zustand einer umfassenden Sinnlosigkeit vorstellen, wenn wir also nach diesem aufblitzenden Sinn hungern.

Das ist jetzt gut fünf Jahre her, daß ich das schrieb, und ich freue mich darüber, daß mein kaplaken, die Provokation, unter den jüngeren Lesern und Aktivisten Verbreitung gefunden hat. Die ksa war der Umsetzungsversuch solcher Überlegungen und einer gezeitenartigen Unzufriedenheit mit einem Leben als Verleger und Publizist. Vielleicht ist es typisch deutsch und typisch konservativ, die erruptive Kraft solcher Aktionen in etwas münden zu lassen, das Bestand hat.

Dies kann aber nicht nur Verlagsarbeit sein. Ich unterschreibe blind (und nach der Erfahrung mit dem "zwischentag" umso mehr) den Grundsatz, daß Aktion verbindet, während das Theoretisieren trennend wirkt. Ich sehe den zwischentag als eine uns gemäße Form der Besetzung öffentlichen Raumes an, der intensiven Einbindung eigentlich disparater Projekte für einen Tag und unter einem Dach. Auch das ist zweifellos eine Setzung.

Aber es juckt uns doch in den Fingern, wenn wir nach Portiers blicken. Auch deshalb fahren Martin und ich nach Orange.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (44)

E.
30. Oktober 2012 11:17

Richtig Herr Kubitschek, auch ich vermisse einen ansprechenden Aktionismus der konservativen Rechten. Jedoch ist die ganze Sache nun mal abhängig vom vorhandenen Personal, und da haben die Italiener sowie die Franzosen eindeutig den Vorteil auf ihrer Seite. So kennen wir in der Tat die rechte, konservative Theoriearbeit in Deutschland - Aktionismus nach dem Vorbild von „Bloc Identitaire“ und „Casa Pound“ kennen wir hier hingegen nicht. Einzelbeispiele ausgeklammert. Einer der entscheidenden Gründe dafür ist meines Erachtens nach, dass die beiden benannten Gruppen in anderen Gewässern ihre Anhängerschaft rekrutieren und zudem wissen, wie man sich interessant macht und ansprechend auf die Jugend wirkt. So wird bei „Casa Pound“ in Italien bspw. keine antiquierte Burschschaftsromantik zelebriert, sondern man versucht sich im hier und jetzt einzurichten, ohne jedoch die Geschichte aus den Augen zu verlieren. Man bindet Menschen zudem wesentlich intensiver durch gemeinsame Aktivitäten, Aktivitäten außerhalb der Theoriearbeit, wie z. B. durch Sport, Musik, Ausflüge, pol. Aktionen etc. Zudem beherrschen die Italiener den schwierigen Spagat Theoretiker und Praktiker in ihren Reihen zu vereinen. Im konservativen Milieu hingegen gibt es kaum handfeste Praktiker, aus diesem Grund beschränkt sich die Aktivität auch vornehmlich auf Theoriearbeit.

FdF!
30. Oktober 2012 13:21

Sehr gut! Das bekannte Video als auch die Moscheebesetzung haben bislang zumindest im Netz Bewegung ausgelöst. Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt.

Man muss sich die Identitären vor Ort ansehen und überlegen, ob das in Deutschland in geeigneter Form machbar ist. Alles was in Deutschland Rechts ist, steht im Abseits. Vom Islam-Hasser bis zum gewöhnlichen Neonazi haben es viele auch nicht anders verdient.

Eine alternative Bewegung tut Not. Die Identitären nach französischem Vorbild könnten das leisten. Man darf auf den Bericht nach der Expedition der beiden gespannt sein.

rene dorer
30. Oktober 2012 13:55

Der Eber sieht klasse aus, freu mich schon auf den bericht

Johannes
30. Oktober 2012 15:35

Die Identitäre Bewegung in Deutschland hat jetzt auch einen Netzauftritt:

Mit baldigen Aktionen darf gerechnet werden!

Dr. Schneider
30. Oktober 2012 16:53

Reflexion ohne Aktion ist leer; Aktion ohne Reflexion ist blind. So würde ich in Anlehnung an Kant sagen.

Will heißen: Aktion als Katalysator, der das nur etwas schneller zusammenbringt, was ohnehin zusammenstrebt, als Öl und Starthilfe für die langsam anlaufende Maschine der konservativ-patriotischen Bewegung, das ist sicher ein Segen.

Aktion aber kann keinen Konsens herstellen, wo keiner ist. Sie kann einen allenfalls für den Augenblick des Handelns darüber hinwegtäuschen, daß kein Konsens besteht, weil die Tat alle Beteiligten in der Ausrichtung auf ein Ziel verbindet und verblendet. Das Gute daran ist nur, daß derlei Kohäsionskräfte nicht in der Lage sind, eine dauerhafte Selbsttäuschung aufrecht zu erhalten und mit Ende der Handlung sehr schnell wieder zerfallen.
Schon bei der Deutung der gemeinsamen Aktion – gewissermaßen die Ernte nach getaner Arbeit – wird Streit ausbrechen, wenn offenbar wird, daß überhaupt nicht alle Beteiligten mit ihr das Gleiche bezwecken wollten. Ein und dieselbe Moscheebesetzung wäre im Koordinatensystem des PI-Netzwerks ein völlig anderes Zeichen als in der Gedankenwelt von Lichtmesz.

Wenn ich mir aus der Anonymität heraus einen Rat erlauben darf, dann, den Kreis derer, die durch die Aktion geeint werden sollen, lieber etwas zu eng als etwas zu weit auszulegen. Stürzensberger UND Lichtmesz ist, so wie ich die Debatte verfolgt habe, doch ein Grad zu weit. Eine solcherart überspannte Koalition lähmt letztlich mehr, als daß sie mobilisiert.

Eine Bewegung ist auch nie dadurch stark geworden, daß sie – sei es mithilfe angestrengten Theoretisierens, sei es mithilfe des Nervenkitzels und der Strahlkraft subversiver Aktion – einen Konsens erzeugt, alle irgendwie hinter sich gebracht und dann losgelegt hat, sondern indem sie Konkurrenten, auch sehr nahe Stehende, (so nahe stehend, daß ein außen Stehender sie sogar für Verbündete hätte halten können) ausgestochen hat, wobei jeder Sieg ihre Attraktivität und ihre Ausgangslage verbessert hat, bis sie am Ende als Siegerin aus den Hahnenkämpfen der Frühzeit hervorgegangen ist.

Was innerhalb der konservativ-patriotischen Bewegung in Deutschland passieren muß, ist im Grunde, daß dieser Prozeß in Gang kommt. Eine echte Aktionseinheit ist noch in weiter Ferne. Was jetzt geschieht, ist, soweit ich beobachte, nur das Abstecken des Rings für eine echte Qualifikationsrunde. Immerhin. Da mag Inspiration aus Frankreich den Beteiligten nicht schaden.

Soviel zum Strategisch-Formalen.

Und wer soll der Sieger sein? Was mich als ein nicht zu enges, nicht zu weites, grobes und aktionstaugliches Programm überzeugt, das ist in der Formulierung von Lichtmesz die „Verteidigung des Eigenen“ in allen Schattierungen dieses Begriffs von den 3400 Tonnen Gold der Bundesbank, das uns allen gehört, bis hin zu den Mythen, aus denen sich unsere Identität speist.
Der Islam ist aus dieser Sicht ein Feind, aber er ist sicherlich nicht DER Feind. Aktionen gegen den Islam sollten daher nicht ins Grundsätzlich-Ideologische ausarten.
Differenzierungen nach Außenpolitik / Innenpolitik und Respektsbekundungen gegenüber dem Islam in seinen angestammten Regionen sind hilfreich.
Diejenigen Muslime, die, konform mit ihren Dogmen, partout daran festhalten, daß der Islam für die ganze Welt vorgesehen ist, wollen natürlich von solch kulturellen Argumenten nichts wissen, zumal im Rahmen des arabischen Frühlings nationales Denken gerade einen weiteren Kursrutsch erlebt und in der islamischen Welt bald jeden Wert verloren haben wird. Trotzdem sollten die Muslime nicht zur Verkörperung des Bösen an sich stilisiert werden, auch wenn sie sich eifrig um diese Rolle bewerben.
Das würde nur von den anderen Feinden ablenken. Denn es gibt nicht den Feind. Unser Feind ist jeder, der unser Eigenes und unsere Eigenheiten, unser Eigentum und unsere Eigentümlichkeiten verachtet und bedroht. Und er ist je mehr Feind, je mehr er das tut.

Ein Fremder aus Elea
30. Oktober 2012 17:11

Bon voyage!

J'espère que votre Français est assez bon.

Gottfried
30. Oktober 2012 20:05

Die deutsche identitäre Bewegung eröffnet ihre Reklame sofort damit, daß sie sich mit "0 Prozent Rassismus" gleich brav in den "Kampf gegen Rechts" einreiht.
So ward datt nix!
Wie soll das bitte gehen, eine Identität, auf das eigene deutsche Volk bezogen - man fühlt sich denen zugehörig, denen man ähnelt - bei der man jedoch biologische Komponente leugnet???

Martin
30. Oktober 2012 20:09

Ja, die Französisch-Kenntnisse sollte man vorher schon aufbügeln - kann mir nicht vorstellen, dass "Identitäre" in Frankreich etwas anderes sprechen, als französisch ...

Spaß Beiseite: Nach dem alten Witz, nicht mit einem Messer in eine Schießerei zu gehen, sollte man vor etwaigen Aktionen auch begleitende Strukturen aufbauen - bspw. ein Netz an Anwälten, die helfen zzgl. Kriegskasse, um auch mal Prozesse führen zu können etc.

Karolus
30. Oktober 2012 20:19

Re. FdF!: Ja, es ist ein bewegendes Video, und auch die Besetzung der im Bau befindlichen Moschee ist zu begrüßen, hat sie doch eine symbolische Kraft, die zu erreichen hierzulande in der näheren Zukunft wohl nicht möglich sein wird - man lese nur auf www.pi-news.net den heute eingestellten Bericht eines Mannes mit russischem Vornamen über seinen Versuch, einer von pro-NRW in Wuppertal organisierten Veranstaltung beizuwohnen. An allen Zugangsstellen ("check points") wurde ihm von Polizisten der Zugang verwehrt.
Sehr schön, FdF!, dass Sie sich für die Aktion der Baustellenbesetzer in Frankreich erwärmen können.Was ich deshalb nicht verstehe, FdF!, ist Ihre Bemerkung, wieso 'Islamhasser' zu Recht im Abseits ständen, es nicht sogar nicht anders verdient hätten. Welche Einstellung zum Mohammedanismus haben Ihrer Meinung nach denn die Aktiven in Frankreich?
Re. Kubitschek: Ich freue mich für Sie, dass Sie, Tours & Poitiers im Kopf, nach Orange fahren und bin wirklich gespannt auf Ihren Bericht. Was ich aber nicht verstehe, ist Ihre angesichts des 'zwischentags' getroffene Aussage, dass Aktion verbinde, Theoretisieren allein nicht genüge. Kaum einer ist im öffentlichen Raum aktiver als Stürzenberger, und eben den haben Lichtmesz und Sie, wenn auch weniger heftig, niedergemacht.

Zarathustra80
30. Oktober 2012 20:46

Ohne theoretische Unterfütterung verkommt die Aktion zum Aktionismus, zum "Happening" und zugleich bleibt bloßes Theoretisieren, jedes noch-tiefer-Nachdenken letztlich folgenlos, wenn es keine Rezeption in der Tat gibt.

Was G. Maschke an den 68ern kritisiert ist ja gerade das happeninghafte, das spaßhafte garniert mit theoretischen Versatzstücken ohne sich die Mühe zu machen, tiefer zu gehen, sich eine Ideologie zu geben und danach zu handeln; gerade das ist ja das ekelhafte an diesem Spontigehabe, das die 68er noch im Rentenalter kultivieren. Dieses amorphe Dagegensein, das Oppositionellengehabe während man den politischen und vorpolitischen Raum im Würgegriff hält.

Auf der Rechten sollte das nicht passieren. Der künstlichen Trennung von Theorie und Aktion sollte von vornherein eine Absage erteilt werden.

Wenn die Identitäre Bewegung die Bewegung sein soll, die den Anstoß gibt, massenattraktiv zu werden dann besteht hier die einmalige Chance einer fruchtbaren Symbiose. Die Arbeit an der Theorie muss nicht zugunsten der Aktion zurücktreten; sie gibt das Rüstzeug und das Argumentarium für die Aktion.

Für die Konterrevolution.

Weltversteher
30. Oktober 2012 21:38

Haha, sind die ! Habe es auch gerade gelesen, 0% Rassismus. - Vollbremsung, Abspringen! Unsere Befreiung wird man daran erkennen, daß sie mit Schwung über solche alten Verbotsschilder mit morschem Stiel hinweggeht. Dabei braucht man jetzt nicht zu definieren, was Rassismus sein soll, und ob der nun dazugehört oder nicht. Allein sich daran aufzuhalten zeigt, daß wir bis zum wirklichen Aufbruch noch ein paar Mal schlafen gehen werden.

Ich begrüße es sehr, lernt vom Original. Und klärt bitte auf, was an dieser Bewegung lebendig sein kann und gleichzeitig nicht von den sicherlich in Frankreich ähnlichen Verhetzungsparagraphen gehetzt wird. Wofür wären die denn sonst da?

Friedemann
30. Oktober 2012 22:15

Auf die wohlüberlegte Stellungnahme von Herrn Kubitschek haben wir seit Tagen gespannt gewartet, und wurden - wie gewohnt - nicht enttäuscht!

siehe auch
https://derfreieblick.wordpress.com/2012/10/26/die-identitare-bewegung-kommt/

zentralwerkstatt
30. Oktober 2012 22:17

Erfolgreiche Aktionen richten sich gegen die NWO. Warum nicht endlich den konservativen Begabungsüberschuß dafür einsetzen?

Grundsätzlich gut gemacht von den Franzosen, aber Moscheen zu besetzen, ist kritisch betrachtet, durchaus auch pidiotisch und den NWO-Strippenziehern auf den Leim gegangen.

In diesem Sinne, nicht für die USA, nicht für Israel.

Schnippedilderich
30. Oktober 2012 22:30

Gern nähm ich Teil
An jenem wundersamen Orte
Da einst mein Urahn Martellus
Gewaltig dreinhieb auf den
Frechen Eindringling

Allein mit meines Gehstocks Schwung
Ist wenig Würkung noch zu haben
Und aller Merowinger Kraft
Ist gleichsam nichts
Wider des Sarazenen Wüten

So mög denn eures Geistes
Macht, was unbezwingbar scheint
Verhüten...

LS
30. Oktober 2012 22:51

Die deutschen "Konservativen" sollten endlich aufhören, ihre Formen des Aktionismus von anderen Ländern abzuschauen. Was in Italien funktioniert, funktioniert in Deutschland nicht. Was selbst beim Nachbarn Österreich funktioniert, klappt in Deutschland nicht. Das heißt nicht, dass man in Kontakt stehen sollte und jedweden Versuch unternehmen sollen, jedoch wird es 70 Jahre nach Kriegsende Zeit, sich zu identifizieren, sich unabhängig zu machen.
Dabei gilt es, von Anfang an den Punkt zu klären, ob man die Massen will oder nicht. Casa Pound z. B. fischt in jedem Gewässer. Wie es dabei üblich ist, bilden dann den Großteil idiotische Neofaschisten und ähnliches, die glauben, sich politisch engagieren zu müssen. Das sollte nicht Sinn und Zweck sein, wenn man das Zeitalter der Massen langsam in die Geschichtsbücher verbannen möchte.
Viel Erfolg und Erkentniss in Orange!

ps. Arndt lesen, es ist natürlich nicht das erste Mal, dass die Deutschen sich selbst in den anderen suchen.

Fenris
31. Oktober 2012 01:05

Die deutsche identitäre Bewegung eröffnet ihre Reklame sofort damit, daß sie sich mit „0 Prozent Rassismus“ gleich brav in den „Kampf gegen Rechts“ einreiht

@Gottfried
@Weltversteher

Jede Gegenfrage, wie denn der Widerspruch zu der diametral anders lautenden, französischen Videobotschaft (Blut, Rasse, Fremde) erklärt wird, führt zur sofortigen Nutzerblockade auf Facebook. Auch mitten in der Nacht. Ich habe es selbst probiert.

Auf der Netzseite selbst wird das Original-Manifest total verfälscht.

Dr. Schneider
31. Oktober 2012 06:04

Zur génération identitaire inhaltlich:
Es scheint nicht die Bewegung von endlich „erwachten“ jungen Menschen zu sein, als die sie sich in ihrem Hauptwerbevideo ausgibt. Von den Besetzern der Moschee sind nachrichtendienstlich viele erfaßt:

https://www.liberation.fr/societe/2012/10/25/une-generation-bien-identifiee-par-la-police_856048

Ob das angemessen ist, kann ich nicht beurteilen. Ich will es nur zu bedenken geben.

Ansonsten spricht der Verweis auf Wilders und FPÖ an dieser Stelle ganz oben (https://www.bloc-identitaire.com/courant-identitaire/identitaires-en-europe) natürlich für sich.
Man gehört also zur Israellobby. Zumindest stellt man sich nicht gegen sie.

Die Selbstdarstellung der deutschen Gruppe (https://www.identitaere-bewegung.info/?p=22) beginnt zu lavieren, sobald die Rede auf Israel kommt. Verständnis für die USA und Israel, eine Distanzierung vom Nationalsozialismus, die stark nach gängigem Politikerjargon klingt (aber eben auch etwas anders), und im gleichen Atemzug dann die Betonung: Das ist lange vorbei und belastet uns nicht (mehr). Jeder merkt: Das fließt nicht aus dem Herzen; da steht ein strategisches Kalkül im Hintergrund.

Es ist bekannt, daß ein glühendes Bekenntnis zu Israel vor der Stigmatisierung durch die Verfassungsschutzberichte schützt und einen Freibrief auch noch für die plumpste Islamhetze erwirkt. Meiner Auffassung nach versucht der deutsche Ableger der génération identiaire, ob er nicht auch mit einem lauwarmem Bekenntnis zu Israel und einer Enthaltung in der Palästinafrage („Weder Kippa noch Palituch“) durchkommt.

Das finde ich jetzt nicht verwerflich. Natürlich wurde der arabischen Nation schweres Unrecht angetan. Keinen Heimatvertriebenen kann das Schicksal der Palästinenser kalt lassen. Andererseits aber darf uns das Schicksal unseres eigenen Landes mehr am Herzen liegen. Und wenn aufgrund der Machtverhältnisse der Widerstand gegen die Zerstörung unserer Identität nun einmal nur um den Preis des Friedens mit Israel zu haben ist – dann so soll Israel diesen Frieden haben! Patriotismus heißt schließlich auch, daß man dem wohlverstandenen Eigeninteresse Priorität einräumt, anstatt sich zum Advokaten aller Verdammten dieser Erde zu machen.

Ansonsten ist die Definition von Identität als ein Mysterium, so unbegreiflich und so faktisch wie das Leben selbst, natürlich hervorragend und absolut anschlußfähig. Man erfaßt damit ihre grundsätzliche Veränderbarkeit, ohne sie zum bloßen Konstrukt zu erklären. Identität als Lebenstatsache. Ich weiß nicht, ob das ein alter Hut ist. Mir war es nicht bekannt, und ich bin begeistert, wie hier etwas, was ich für einen gordischen Knoten gehalten habe, nicht durchgehauen wird, sondern sich löst. An dieser Stelle lohnt es sich, weiter zu denken.

Inselbauer
31. Oktober 2012 07:56

Alles Gute in Frankreich! Für mich persönlich war es immer schon ein Problem, Franzosen des stolzen Stammes optisch von den Mauleseltreibern zu unterscheiden, so ist es mir auch bei dem aktuellen Video ergangen. Ich fahre lieber nach Köln zu Stefan Herre (...) kennt Ihr die Stelle im Film "Kolberg", wo Napoleon ausruft: Kolberg, Berlin, Graudenz - Drecknester! Die Deutschen werden von einem Schnapsbrenner angeführt!" Die deutsche Rechte ist halt nicht so perfekt wie anderswo, das ist ja auch nicht immer schlecht.

Raskolnikow
31. Oktober 2012 08:40

Ich wünsche eine gute Reise,

Klarsichtigkeit und kein geringes Maß an Urteilsfähigkeit!

Die Tat wischt ja so manchen Zweifel vom Tableau, trotzdem gibt es Fragen, die geklärt werden sollten:

732, 1529, 1571 ... Reconquista ... warum stellt man sich in diese Traditionen, um dann Demokratie zu fordern und sich spartanische Symbolik anzuheften? Ich stehe da noch etwas ratlos, denn eine "rechte Piratenpartei" braucht wohl keiner!

Reconquista und Konterrevolution tun ohne Zweifel not! Aber es gibt ein Symbol, das sowohl Europas Traditionen (also z.B. obbesagte Zahlen) repräsentiert als auch den Feinden verhasst ist ...

Warum holen wir nicht 1700 Jahre nach der Schlacht an der Milvischen Brücke das Kreuz wieder aus der Waffenkiste?

In hoc signo vinces!

R.

Anna
31. Oktober 2012 09:19

Richtig, richtig, die Diskussion. Wer ist der Feind?
Der Moscheenbauer, der Finanzier, der Moscheebesucher, der Moscheebesucher-Ins-Land-Holer? Oder der Türke, der nicht religiös ist (laut Studie 13 % der männlichen Türken)? Die deutsche Konvertitin, die vom Arabisch in ihrer Moschee üble Deutschenhetze halb versteht, auch nicht mag aber darin keinen Zusammenhang mit ihrem Glauben sieht? (zu Recht?)
Oder vielleicht eine gewalttätige arabische, türkische, russische Unterschicht?
Oder geht es uns allgemein um den Werteverfall, den die Politik gar nicht aufzuhalten gedenkt? ... ich weiß es auch nicht (wie wohl viele hier)

Trotzdem würd ich natürlich am liebsten sofort mitfahren, allein schon das Gefühl irgendetwas tun zu können ist besser als nichts. Wird bestimmt hochinteressant

Johannes
31. Oktober 2012 11:30

Die erste Aktion der Identitären in Deutschland - bei den "Interkulturellen Wochen" in Frankfurt am Main:

https://www.blog.blauenarzisse.de/5475/identitaere-in-deutschland.html

Nihil
31. Oktober 2012 17:28

Das Wichtigste ist doch, dass diese Bewegung das Potential hat länderübergreifend zu entstehen und das ohne auf die vermeintliche, abendländische Klammer "Christentum" zurückzugreifen. Europa ist nur gemeinsam zu retten oder gar nicht. Etwas, dass Nietzsche, Spengler, Benoist und andere schon sehr früh erkannt haben und ein Umstand der in weiten Teilen Europas noch (immer) nicht verstanden wird. Das Proletarische, das mitunter Seichte und Zeitgeistige, die qualitativ mangelhafte Ästhetik, die diesem Ereignis der Identitären (noch) anhaftet ist in Anbetracht des status quo auf jeden Fall zu übersehen.

zentralwerkstatt
31. Oktober 2012 17:38

Eine kollektive Befreiung wird nicht einmal redlich versucht werden, die Geschichte wird von ernst zu nehmenden Versuchen einstmals nichts berichten. Durch wen denn auch? Durch die durchidiotisierte Linke jedenfalls nicht, das ist klar. Aber vielleicht durch die unbeholfen in ihrem Theoriengebäude staksende Rechte? Ach, wo! Oder gar durch die Pidioten als Proletensturm? Vergiß es!

Die Rechte ist nicht auf Erfolg gepolt. Sie gefällt sich mehr darin, romanreif gutaussehend unterzugehen, 5 Akte füllen für das klassische Drama, Mensch, das wäre es doch, was waren wir Helden!

Es ist längst alles gesagt, die Zeit für Heldenromantik läuft ab. Es ist natürlich absolut in Ordnung, den guten Rotwein in wärmeren Gefilden zu schütten. Aber dennoch, sich ausgerechnet von Franzosen Ideen holen zu wollen, wie man eine Revolution durchführt, ist geistig hemdsärmelig und schlägt unseren Vorvätern dazu ins Gesicht. Nun, denn, viel Spaß beim Moscheenklamauk, den Ihr in Frankreich lernt!

Ich werde mich nach der Sezession in die Weltfremde nun wieder den Pragmatikern zuwenden. Jeder kämpft für sich.

Servus!

Wahr-Sager
1. November 2012 02:40

@Gottfried:

"Die deutsche identitäre Bewegung eröffnet ihre Reklame sofort damit, daß sie sich mit '0 Prozent Rassismus' gleich brav in den 'Kampf gegen Rechts' einreiht.
So ward datt nix!"

Sehe ich auch so. Diese Parole kommt einer Unterwerfung an die Linken gleich, die damit Propaganda im bunten Migrantenstadl betreiben und "die" Ausländer für ihre Zwecke vereinnahmen.
Besser wäre ein Slogan wie "0 Prozent links, 100 Prozent rechts" - und damit verbunden die erkenntnisbringende Tatsache, dass (natürlich) auch Ausländer eine rechte Einstellung haben können und keine Verbrecher sein müssen, wie man es den (deutschen) Rechten allgemein unterstellt.

Aktuell wird die Band "Frei!Wild" von den Medien attackiert. Und weil sie auf einem Höhepunkt ihrer Karriere angekommen ist, distanziert sie sich natürlich in Form des Sängers Philipp Burger von "rechts" und "Nazis" - man will sich seinen Erfolg ja nicht versauen.
Diese Unterwerfung geht dann soweit, dass auf YouTube im Kanal "FreiWildBrixen" (in dem unerwünschte Äußerungen als "nazistisch" bezeichnet oder gleich zensiert werden) geradezu demonstrativ gezeigt wird, wie doll man gegen die scheiß "Nazis" ist und auf Tuchfühlung mit Antifanten geht.
Diese Arschkriecherei ist einfach nur erbärmlich und zeigt, wie tief man sich in der BRD ducken muss, um ein anerkanntes Mitglied der "bunten Demokratie" zu werden.
Da verhalten sich dann natürlich auch antideutsche Bands wie Egotronic politisch korrekt, die Songs wie "Raven gegen Deutschland" oder "Kotzen" spielen und den Schuldkult mit ihrer "anti"faschistischen Provokation bewusst fördern.

Martin
1. November 2012 14:11

All den notorischen Besserwissern möchte ich zu denken geben, dass ein Hollywood-Film wie "300" oder der Ruf Aragorns "Ihr Völker des Westens ..." und die Schlachtensymbolik in der Filmtrilogie "Herr der Ringe" mehr jugendliche zum Nachdenken gebracht haben oder diese inspiriert haben dürfte, als alle Internet-Blogs, Zeitschriften, Kaderschmieden etc. zusammen - oder wo sonst, als vom Film "300", kommt der Spartaner-Bezug denn her? Absolventen von humanistischen Gymnasien werden es ja nicht gewesen sein, die auf dem Moschee-Dach herumkrabbelt sind ...

Also: Meckern erst mal einstellen, wohlwollend betrachten und jeder gebe das seine, wenn es an der Zeit ist (oder auch nicht) ...

Daher nochmals: Guter Reise an die Herren Kubitschek und Lichtmesz! Ich bin schon auf einen Bericht gespannt ...

Johannes
1. November 2012 15:11

Kinder, wie Götz bereits schrieb: Allein die Aktion zählt. Ein Großteil der Identitären besteht aus Jugendlichen und jungen Männern, die das Gejammer und Theoretisieren satt haben. Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, dass man für diese simple Feststellung seinen Benn, Jünger oder Spengler nicht einmal gelesen haben muss. Wenngleich es nur von Vorteil sein kann...

Die "0 %-Rassismus" und "Reconquista"-Klauseln dienen eher der internen Vergewisserung, dass man mit dem NS-lastigen "Nationalen Widerstand" ebenso wenig zu schaffen hat wie mit bierseligen JU- und Burschenschafts-Stammtischen.

Das Bewusstsein, dass in unserem Land etwas gewaltig schiefläuft, gehört mittlerweile zum Gemeingut. Die "Identitäre Bewegung" macht nichts anderes, als dieses noch nebulöse und unklare Gefühl vieler in konkreten Aktionen zu bündeln und ihm damit einen Grad an gesellschaftlicher Legitimität zu geben.

F451
1. November 2012 17:49

Es gibt da einen Spruch, den ich normalerweise gar nicht abkann. Trotzdem ist er der erste der mir einfällt, wenn ich die Kommentare hier lese: typisch deutsch...

Ein Fremder aus Elea
1. November 2012 17:54

Dr. Schneider,

«bon nombre de ces jeunes étaient «connus» de la police pour dégradations, violences, atteinte à la dignité de la personne, tags et port d’arme»

Hätte ich jetzt auch nicht anders erwartet. Alles andere wäre inkonsequent.

Sehen Sie, ich hatte, bevor ich mir die Leute etwas genauer angesehen hatte, die Befürchtung, daß da vielleicht die französische Version von GNU (German Nihilists' Union) am Werk sein könnte, was in dem Falle auch nur wieder eine Sau mehr gewesen wäre, welche man durch's Dorf getrieben hätte.

Aber so ist es doch schon etwas interessanter. Wahrscheinlich sind die meisten französischen Beamten heilfroh, daß die Gewaltbereitschaft unter französischen Jugendlichen steigt. Alles andere wäre deutlich zu dumm für einen durchschnittlichen französischen Beamten.

Nun, aber die Frage ist natürlich, wie groß der Umfang dessen ist, ob es nur ein Randphänomen ist oder ob sich da ein Trend ankündigt, welcher tatsächlich in absehbarer Zeit eine ganze Generation umfassen könnte.

Asenkrieger
1. November 2012 19:51

Ob PI, GDL, Identitäre, Pro, Freiwild und wer sonst noch: ALLE distanzieren sie sich. Jeder grenzt sich von jemandem rechts der eigenen Positionierung ab. Meine Frage: Warum?
Welche Linken grenzen sich denn ständig und öffentlich von weiter links stehenden Linken ab?
Das nervt mich zunehmend. Das ist auch eine Art Unterwerfung unter die kulturelle Hegemonie des Gegners.
Zumal es noch niemandem auf Dauer genützt hat.

Fenris
1. November 2012 20:05

@ Dr. Schneider
Die Libération („Libé“) ist eine linksliberale französische Tageszeitung und entstand im Frühjahr 1973 als Sprachrohr der französischen 68er-Bewegung und der Neuen Linken.

Was die dazu schreiben, ist doch klar.

Zumal die Frage zu stellen ist, ob es inzwischen nicht eher eine Auszeichnung ist, vom bestehenden Herrschaftssystem wegen bestimmter Delikte angeklagt zu werden. §§ 86, 86a und 130 StGB lassen grüssen.

Ich gehe davon aus, daß die GI Frankreich inzwischen eine derartige Beschleunigung erfährt, daß die alles andere zu tun haben, als solche Bewegungen wie die von Wilders oder die FPÖ kritisch zu hinterfragen - abgesehen von der den Franzosen ohnehin typischen Selbstfokussiertheit.

Für das deutsche Pendant gibt es aus Frankreich keine Urheberrechte. Niemand weiß, wer sich hier in Deutschland dahinter verbirgt. Das könnte jeder sein. Ein PI´ler (liegt nahe), sogar der Verfassungsschutz. Die Schreiberlinge verstecken sich hinter der bloßen Behauptung, "gute Kontakte nach Frankreich" zu haben.

Vielleicht ist es den Reisenden möglich, das mal zu hinterfragen?

Weltversteher
1. November 2012 21:35

Ich glaube auch, wir sehen jetzt schon etwas klarer (und wie erst hoffentlich ab Montag!). Es wird nichts nützen; wenn man nicht aus dem Untergrund arbeiten will, muß man systemkonform auftreten. Wofür? Augenöffner für Angepaßte gibt es schon genug. Alles weitere wird medial und juristisch niedergeknüppelt.

Ich hatte den Gedanken hauptsächlich so verstanden: "Wir sind jetzt mal wir!" Da soll einer was gegen sagen!
Aber das taugt wenig für dicke Aktionen und euphorische Massen. Das ist eine besonne, langwierige Entwicklung. Aber das brauchen wir als einziges noch. Das wurde doch nach der Stützenberger-Debatte ganz deutlich.

"Pack schlägt sich, Pack verträgt sich." Wenn ich diese Gangstaklamotten als "Fanartikel" dort schon sehe! Dann gehört man halt zum Pöbel der NWO dazu, ob du schwarz bist oder weiß ist egal...

Dr. Schneider
2. November 2012 07:50

@ Fenris:

Ich weiß schon, daß Libération ein linkes Blatt ist. Es ging mir nur um die Info an sich. Bei der génération identitaire sind alte Hasen dabei, die man auch schon mal mit Waffen in der Öffentlichkeit erwischt hat. Die französische Entsprechung zu unseren sog. "Kameradschaften" würde ich sagen. Auch die Nähe zu diversen Boxclubs paßt in dieses Bild. Halte ich nicht unbedingt für den Königsweg.

Je länger ich mich mit dieser Gruppierung beschäftige je mehr habe ich das Gefühl, daß da was faul ist, und das liegt weniger an den paar alten Schlägern in der Bewegung als eher an Videos wie diesem hier:

https://www.youtube.com/watch?v=j5dui21geBU

Ab ca. 1:27 schimpft einer, so der Untertitel, auf "üppige Pensionen". Das ist falsch übersetzt. Er sagt nämlich in Wahrheit "retraite par répartition", also umlagefinanziertes Rentensystem.

Was bitte schön sollen echte Rechte gegen das umlagefinanzierte Rentensystem haben? Man engagiert sich doch gerade deshalb für Volk und Heimat, DAMIT die Grundlage für ein umlagefinanziertes Rentensystem wieder hergestellt wird. Rente ist die gelebte Solidarität des Volkes; und ein Nationalgefühl, das dafür nicht ausreicht, nenn ich verlogen.

Dann lehrt mich meine Erfahrung: Da, wo gegen die umlagefinanzierte Rente gehetzt wird, ist das internationale Finanzkapital nicht weit. Daß sie nicht auch noch hiermit verdienen und die Völker aussagen können, das ist den internationalen Finanzkonzernen schon lange ein Dorn im Auge.

In der deutschen Präsentation positioniert die Gruppe sich seltsamerweise gegen die "Wirtschaftslobby", nicht gegen die Finanzlobby. Das kann auch gegen den deutschen Mittelstand oder die deutsche Industrie gerichtet sein. Vorsicht ist geboten!

Schließlich ist da noch dieser Philippe Vardon, der 2009 eine Demonstration gegen (!) eine Demonstration gegen den israelischen Angriff auf Ghaza angemeldet hat (https://fr.wikipedia.org/wiki/Nissa_Rebela).
Außerdem hat er sich deutlich gegen Le Pen positioniert, wie man z.B. an dieser Diskussion sieht: https://www.youtube.com/watch?v=RgcC38cF0_Q&feature=related

Während Le Pen sich über die von Sarkozy (!) damals losgetretene, wirklich lächerliche Identitätsdebate zurecht lustig macht, findet Vardon das alles ganz wunderbar. Und auch sonst macht er Front gegen Le Pen. Weshalb eigentlich?

Ein Fremder aus Elea
2. November 2012 11:33

Doc Snyder,

nichts für ungut, aber er charakterisiert bei 1:27 lediglich den sozialen Hintergrund der 68er. Das Motiv dafür ist Kontrastierung, weiter nichts, also im Klartext: damals lief das noch alles gut, heute nicht mehr.

Die Sache mit Sarkozy ist PR-taktisches Geplänkel und nicht der Rede wert.

Wahr-Sager
2. November 2012 14:41

@Dr. Schneider:

Sehr interessante Infos! Vielleicht könnte sich die Mannschaft der Sezession mal dranhängen und weiterrecherchieren?

Fenris
2. November 2012 19:23

@ Dr. Schneider
Ich würde nicht soweit gehen, daß hinter dieser Bewegung das int. Finanzkapital steckt. Mein Eindruck ist eher, daß sich, wie bei wohl jeder jungen Bewegung, diverse Protagonisten miteingefunden haben, die nun versuchen, ihre ganz eigene Vorstellung von "Identität" durchzusetzen.

Das ist in Deutschland nicht anders. Für die einen ist eine deutsche Identität ohne Christentum undenkbar (Kleine-Hartlage), die nächsten sind davon überzeugt, daß sie "gute Deutsche" schon sind, weil sie ja Amerika/Israel ganz toll finden und brav gegen den Islam kämpfen (Stürzenberger) und die Identitaere Bewegung Deutschland schreibt sich sofort 0% Rassismus auf die Plakate, obwohl das sich im Original ganz anders liest.

Es mangelt offensichtlich immer noch an einer wortgetreuen Übersetzung mit einer sinngerechten Erläuterung. Meine Französisch-Kenntnisse reichen dazu leider nicht. Vielleicht können Sie uns weiterhelfen und eine solche hier einstellen?

Klar ist aber auch so, daß die deutsche identitaere Bewegung (die, die sich dafür ausgibt) das Manifest total verfälscht hat https://www.identitaere-bewegung.info/?page_id=54

Rumpelstilzchen
3. November 2012 13:47

Karl Martell hätte die bis nach Poitiers vorgedrungenen Mauren ohne den Gekreuzigten niemals besiegt!
Das Christentum ist die entscheidende Klammer des Abendlandes neben der griechisch-römischen Kultur und regionalen Kulturen.
Auch der Nihilismus Nietzsches setzt das Christentum voraus, ebenso die Aufklärung und die Sozialismen sind geistesgeschichtlich eine Folge des Christentums und auch der globale Kapitalismus.
Es wird nie ein Zurück in die Wälder geben.
-

Asenkrieger
3. November 2012 22:08

@ Wahrsager
Freiwild auf Youtube vom 31.10.2012:

"...ganz, ganz weit entfernt von rechtem Gedankengut..."

So ist das. Da gibt es nur eines: Abhaken und Ignorieren!

niekisch
3. November 2012 22:44

https://diskuswerfer.wordpress.com/2012/11/03/identitare-bewegung-deutschland-essentials-ii/

niekisch
4. November 2012 20:07

Ich bin sehr gespannt, was die Reise nach Orange ergibt.

Derweil habe ich schon etwas vorgearbeitet:-):

https://diskuswerfer.wordpress.com/2012/11/04/identitare-bewegung-deutschland-das-grose-ziel-essentials-iii/

Mauretanier
5. November 2012 12:36

Das Identitäre und dessen Verteidigung als weltanschauliches Minimum der Rechten halte ich nach wie vor für eine äußerst gelungene Sache.

Die Umsetzung missfällt jedoch in einigen Punkten.

Fand ich die Positionierung "Weder Kippa, noch Palituch" noch ziemlich gelungen, so kann ich über dieses "100% Identität, 0% Rassismus" nur den Kopf schütteln.

Zum einen halte ich es für eine faktisch falsche Aussage ("100% Identität, 50% Rassismus" wäre korrekter), zum anderen unterwirft man sich damit den Diskursregeln des linken Mainstreams.

Das kann taktisch geboten sein, aber nicht in einer Grundsatzpositionierung.

Weiterhin nervt mich das bereits angesprochene Abgrenzen von Neonnazis - man wolle diese nicht dabei haben, es sei hier kein Platz für solche Leute blablb´la.
Was soll das?
Wie kann man den verkennen, dass Neonazis Identitäre sind?
Die IBD vereinnahmt so den Begriff des Identitären und beansprucht ihn allein für sich, was dem Sammelgedanken komplett widerspricht.

Natürlich ist es schwer, wenn man erstmal an die Öffentlichkeit getreten ist, dem Druck nicht nachzugeben.
Aber das ist halt das, was man sich vorher überlegen muss: Kann ich meinen Kurs fahren, oder weiche ich ab?

Der Vorteil einer solchen dezentralen anonymen Internetbewegung ist ja gerade, dass sie nicht wirklich reagieren muss, wie das etwa eine Partei müsste, sondern sich aufs Handeln konzentrieren kann.

Aber auch da sieht es im Moment lau aus. Die Tanzaktoin in FFM war bisher das einzige, und das war nicht sonderlich beeindruckend.

Ich habe mich der IBD Taunus ebenfalls auf FB angeboten und wurde auch zunächst in die Planungen mit einbezogen, bis ich einige der obigen Punkte zur Sprache brachte, was zu meinem Ausschluß aus den Aktivitäten führte.

So ist man nur zu dritt statt zu viert in FFM augeschlagen, prozentual ein erheblicher Verlust.

Ich bin gespannt, was die Sezessionisten aus Frankreich berichten.

W.Wagner
5. November 2012 19:52

@ Dr. Schneider

Ich wusste gar nicht, dass "man" sich gerade "für Volk und Heimat" wegen der "Rente" einsetzt. Interessant, man lernt immer dazu!
Aber vielleicht ist es auch für Sie interessant zu erfahren oder dazuzulernen, dass man dies durchaus auch ohne jede Hoffnung, jeden Wunsch auf eine Rente tun kann.

Dr. Schneider
5. November 2012 22:47

@ Wagner

Es ist doch ein Standargument der Migrationsbefürworter, daß wir Zuwanderung u.a. brauchen, damit unser umlagefinanziertes Rentensystem nicht zusammenbricht.
Die Rechten halten dagegen mit: "Kinder statt Inder!" Recht so!

Aber es geht mir um Grundsätzliches: Die soziale Frage, die immer schon eine Bruchlinie in der Rechten markiert hat. Das läßt sich nicht übertünchen.

Eine Nation zeichnet sich - meiner Auffassung nach - eben dadurch als Nation aus, daß ihre Angehörigen in Alter, Krankheit und Arbeitslosigkeit Solidarität miteinander üben und nur miteinander, das heißt nicht mit den Angenhörigen anderer Nationen üben. Das ist eine ganz zentrale Dimension von Nationalität. Eine Nation, die darauf verzichtet, ist nicht mehr als eine Ansammlung von Menschen, die zufällig die gleiche Sprache sprechen.

Das ist zumindest meine Auffassung. Sie steht in scharfem Gegensatz zu der anderen Auffassung, die es im rechten Lager auch gibt, und den Sozialstaat am liebsten ganz abschaffen würde. Wir müssen nicht die hinlänglichen bekannten Argumente wiederholen.

Jedenfalls muß über solche ganz grundlegenden Fragen - das Verhältnis zu Israel wäre eine anderes Beispiel - theoretische Einigkeit erzielt werden, damit eine praktische Aktionseinheit Sinn ergibt. Es bringt nichts, so zu tun, als gäbe es diesen Dissens nicht.

Da ich zwischen den Flügeln keinen common ground sehe, wird eine Gruppierung sich gegen die andere durchsetzen müssen. Die génération identitaire ist noch allem, was ich bisher über sie erfahren habe, gelinde gesagt, nicht mein Wunschkandidat, wobei ich natürlich auch hochgespannt auf den Bericht aus Orange bin.

Ich hege offen gestanden die Hoffnung, daß die NPD mit ihrem neuen, gemäßigten Kurs Erfolg hat und dabei ihr alte Motto "Sozial geht nur national!" nicht vergißt.

niekisch
6. November 2012 17:11

@mauretanier:

Wenn ich unserer beider Auseinandersetzung betrachte, dann verstehe ich die Taunus - Identitären fast, ohne dabeigewesen zu sein:-)

Und hier noch ein wenig Beschäftigung, bis die beiden Recken K. und L. aus Südfrankreich zurück sind:

https://diskuswerfer.wordpress.com/2012/11/04/identitare-bewegung-deutschland-das-grose-ziel-essentials-iii/

Fenris
6. November 2012 23:24

@ Rumpelstilzchen

Karl Martell ist tot. Nietzsche ist ebenfalls tot. Und der Balkensepp ist schon lange vor allem eines: tot.

Ich bestreite Ihnen nicht Ihren Glauben aber Religion hat in einer identitären Bewegung nichts verloren. Jedenfalls nicht, wenn sich alle Deutschen Völker unter dem Banner einer Deutschen Identitären Bewegung wiederfinden sollen und nicht nur diejenigen, die vielleicht südlich des Rheins leben. Wenn Sie einen Glaubenskrieg führen wollen, gehen Sie besser nach Palästina. Hier geht es nur noch um unsere Heimat Deutschland und sein Deutsches Volk.

Ihrem es gibt kein Zurück in die Wälder entgegne ich mit der Frage, was hat eine Wüstengötze in einem Waldland zu suchen?

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