Wer sind die Terroristen? (2)

Nun zu den wichtigen Dingen.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Dazu zäh­len all die Nach­rich­ten, die der­art flä­chen­de­ckend gestreut sind, daß man ihnen auch dann nicht ent­rin­nen kann, wenn man sei­ne täg­li­che Medi­en­be­rie­se­lung auf ein Mini­mum redu­ziert. Etwa:  “DSDS: Nackt-Auf­tritt ret­tet Erwin… Mäd­chen­schwarm zieht blank – Simo­ne muss am Ende die Kof­fer packen”, “Jon Bon Jovi soll den Kol­le­gen Richie Sam­bo­ra gefeu­ert haben” oder “Syl­vie: also doch nicht Zlatan.”

Gleich auf dem zwei­ten Platz nach dem Live­ti­cker über den Bezie­hungs­stand von Zla­tan und Syl­vie sind zur Zeit natür­lich die täg­li­chen Mel­dun­gen über “Nazis”, “NPD”, “brau­ne Netz­wer­ke” und selbst­ver­ständ­lich den bevor­ste­hen­den “NSU”-Prozeß. Das Geheul diver­ser tür­ki­scher Medi­en­ver­tre­ter, die kei­ne Anmel­de­fris­ten ein­hal­ten kön­nen, und diver­ser tür­ki­scher Poli­ti­ker, die  Beob­ach­ter­pos­ten und sons­ti­ge Son­der­rech­te ein­for­dern, wird dabei noch an den Ver­stär­ker ange­schlos­sen und kaum kri­ti­siert, viel­mehr “schä­men” sich die deut­schen Jour­na­lis­ten mal wie­der mäch­tig für ihr Land, aus wel­chem Grund auch immer.

Dazu hat Micha­el Paul­witz alles Nöti­ge gesagt. In der Tat haben die  “Tür­kei- und Islam­lob­by­is­ten” nun ihren “Reich­tags­brand” gefun­den, und sie las­sen kei­ne Gele­gen­heit aus, dar­aus poli­ti­sches Kapi­tal zu schlagen.

In der Tür­kei schü­ren Medi­en wie “Hür­ri­y­et” (mit dem Slo­gan “Die Tür­kei den Tür­ken” auf der Titel­sei­te), die auch in Deutsch­land mas­sen­haft gele­sen wer­den, unver­hoh­len anti­deut­sche Res­sen­ti­ments und gera­de­zu lust­vol­le Empö­rung. Der Haupt­zweck scheint dabei zu sein, diver­sen Ansprü­chen an die Bun­des­re­pu­blik fri­schen Treib­stoff zu geben. Es wird der Anschein erweckt, der deut­sche Staat decke tür­ken­feind­li­che Umtrie­be, wäh­rend die im Land leben­den Tür­ken in einer stän­di­gen Pogrom­angst leben müßten.

Das hat gra­vie­ren­de Fol­gen. Die Haus­brän­de in Köln (wo neben­bei kein ein­zi­ger Tür­ke umkam) und Backnang wur­den auf tür­ki­scher Sei­te ohne Zögern und jeg­li­ches Indiz mit dem “NSU”-Komplex kurz­ge­schlos­sen. Die Welt, nicht rest­los ein­kni­ckend, for­mu­lier­te es vor­sich­tig so:

Fami­li­en­mit­glie­der der Backnang-Opfer wol­len nicht wahr­ha­ben, dass Fahr­läs­sig­keit der Groß­mutter die Ursa­che für das ver­hee­ren­de Feu­er gewe­sen sein soll. Sie for­dern Gut­ach­ter aus der Türkei.

Die tür­ki­sche Regie­rung ließ ihrer­seits nicht lan­ge mit For­de­run­gen an deut­sche Behör­den auf sich war­ten: die­se sol­len die “wah­ren Ursa­chen” gefäl­ligst her­aus­fin­den – also jene “Ursa­chen” lie­fern, die ihr bes­ser in den Kram paßt. Die ande­re Backe der Zan­ge bil­de­te der Vor­sit­zen­de der Tür­ki­schen Gemein­de in Deutsch­land Ken­an Kolat, der in Sachen Unver­fro­ren­heit auch gleich den Vogel abschoß:

 “Bis­her haben die Sicher­heits­be­hör­den einen rechts­ra­di­ka­len Hin­ter­grund bei sol­chen Ereig­nis­sen gleich von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen”, sag­te Kolat dem “Köl­ner Stadt-Anzei­ger”. Dage­gen gin­gen die Behör­den in Eng­land “auto­ma­tisch von einem ras­sis­ti­schen Anschlag aus, um dann zu schau­en, ob doch etwas ande­res dahin­ter­steckt”. In Deutsch­land sei dies umge­kehrt, kri­ti­sier­te Kolat. “Bei uns wird erst mal verniedlicht.”

Das ist rei­ne Dem­ago­gie, die frei­lich damit rech­nen kann, diver­se deut­sche Refle­xe in Gang zu tref­fen, die jeg­li­ches ratio­na­le Den­ken aus­schal­ten (wie kann man etwas “ver­nied­li­chen”, bevor man über­haupt weiß, was es ist?). Sowohl tür­ki­sche Poli­ti­ker wie auch ihre fünf­ten Kolon­nen in Deutsch­land wün­schen sich offen­bar nichts sehn­li­cher als noch mehr tür­ki­sche Opfer deut­scher Gewalt, selbst wenn sie die­se her­bei­phan­ta­sie­ren und ‑sug­ge­rie­ren müs­sen. Der Grund ist, daß sie wis­sen, daß (in) Deutsch­land mit­tels mora­li­scher Erpres­sung regiert wird und dabei nichts hilf­rei­cher ist, als die “Opfer”-Rolle einzunehmen.

Man kann das auch an der Unge­niert­heit einer Gestalt wie Aiman Mazyek vom Zen­tral­rat der Mus­li­me beob­ach­ten, dem die Fra­ge nach der Wahr­heit eben­so schnurz­egal ist: wahr ist, was den eige­nen Inter­es­sen nützt. (Unter­des­sen setzt sich die Ber­li­ner “Integrations”-Senatorin Dilek Kolat (SPD) eif­rig dafür ein, die Ein­bür­ge­rung ihrer Lands­leu­te vor­an­zu­trei­ben.  Slo­gan ihrer Kam­pa­gne: „Dei­ne Stadt. Dein Land. Dein Pass.“ Jetzt zum Schleuderpreis!)

Um das Schau­spiel noch absur­der zu machen, wer­den die­se Inter­es­sens­grup­pen dabei sowohl von den deut­schen Medi­en als auch den herr­schen­den Eli­ten unter­stützt. Nur weni­ge Wochen nach dem als “Ein­zel­fall” mar­gi­na­li­sier­ten Mord an Dani­el S. berich­te­te das ZDF, in welch furcht­ba­rer Angst die Ein­wan­de­rer in Deutsch­land leben wür­den, sekun­diert von der wie immer auf­rei­zend ver­lo­ge­nen, auf­rei­zend läm­mer­ar­ti­gen Bun­des­in­te­gra­ti­onstan­te Maria Böh­mer. Ein Autor von pi-news faß­te zusammen:

In der Ein­spie­lung erklär­ten tür­ki­sche Zuwan­de­rer, wie furcht­bar es in Deutsch­land wäre, weil man sie nicht anneh­me und sie sich hier nicht zu Hau­se fühl­ten. Lars Bohn­sack und Nick Lei­fert kom­men­tier­ten, dass Deutsch­land auf der Ankla­ge­bank säße, weil es nicht gelun­gen wäre, eine Mord­se­rie an Men­schen auf­zu­klä­ren, die fast alle des­halb getö­tet wor­den sei­en, weil die Täter sie für Aus­län­der hiel­ten. Es hieß, immer wenn irgend­wo ein Haus bren­ne, brä­che sich sofort Ver­un­si­che­rung Bahn. Ken­an Kolat for­der­te erneut, dass man grund­sätz­lich bei Brän­den erst mal von einem ras­sis­ti­schen Hin­ter­grund aus­ge­hen müs­se. Und Uwe-Kars­ten Heye vom “Ver­ein Gesicht zei­gen! Für ein welt­of­fe­nes Deutsch­land” erklär­te die Inte­gra­ti­ons­po­li­tik für gescheitert.

Hier wird also, ganz ent­ge­gen dem Bild, das von tür­ki­scher Sei­te gezeich­net wird, in ein- und die­sel­be Ker­be gehau­en. All dies ist ein wei­te­rer Aus­druck eines laten­ten Bür­ger­kriegs gegen das deut­sche Volk, der auf mul­ti­plen Ebe­nen geführt wird, vor allem auf der psy­cho­lo­gi­schen und sym­bo­li­schen. Dabei wird signa­li­siert, daß man­che Opfer­grup­pen mehr wert sind als ande­re. Die deut­sche Regie­rung hat den Ange­hö­ri­gen der “NSU”-Opfer über eine Mil­li­on Euro Ent­schä­di­gung zukom­men las­sen, besie­gelt durch einen Hand­schlag von Bun­des­prä­si­dent Gauck hims­elf.

Staats­ak­te die­ser Art wer­den bereits seit über einem Jahr regel­mä­ßig voll­zo­gen. Weder hielt man dafür eine vor­an­ge­hen­de Auf­klä­rung des Fal­les noch ein Gerichts­ur­teil für nötig – das Ergeb­nis des Pro­zes­ses wur­de also schon lan­ge fest­ge­schrie­ben, und es ist unwahr­schein­lich, daß es hier noch zu einer Revi­si­on kom­men wird.

Ich kann mir nun schwer vor­stel­len, daß ein nen­nens­wer­ter Teil der Ein­wan­de­rer in Deutsch­land tat­säch­lich in der stän­di­gen Furcht lebt, von obsku­ren, vom Staat gedeck­ten Nazi­ter­ro­ris­ten in einer Art von tröpf­chen­wei­sem Holo­caust umge­bracht zu wer­den; die Zahl der­je­ni­gen, die in Angst vor Mafia-Clans, Kiez­pa­ten und Schutz­geld­erpres­sern nicht-bio­deut­scher Her­kunft leben, dürf­te weit­aus grö­ßer sein.

Zwei­fel­los aber ist unter vie­len von ihnen durch die Bericht­erstat­tung über den NSU und sei­ne poli­ti­sche Aus­schlach­tung tat­säch­lich in erheb­li­chem Maß Deut­schen­haß und Miß­trau­en gesät wor­den. Man kann hier, wenn man will, auch von “Volks­ver­het­zung” spre­chen. (Es sei an die­ser Stel­le ver­zeich­net, daß dies eine fahr­läs­sig geleg­te Lun­te mehr am Pul­ver­faß des “bun­ten” Deutsch­lands ist, die auf das Kon­to sei­ner eige­nen Pro­pa­gan­dis­ten geht.)

All dies wird die ohne­hin schon star­ke Ten­denz zur Abson­de­rung unter den tür­ki­schen bzw. mos­le­mi­schen Ein­wan­de­rern noch ver­stär­ken. Zusätz­lich wird mit dem Bewußt­sein, die staat­lich sank­tio­nier­te “Opfer­rol­le” zu spie­len, das eige­ne gute Gewis­sen, poli­ti­sche Ansprü­che zu stel­len oder über Gewalt aus den eige­nen Rei­hen hin­weg­zu­se­hen, noch verstärkt.

Das hät­te theo­re­tisch sowohl von den Medi­en als auch von der Poli­tik abge­fan­gen wer­den kön­nen: die unge­klär­ten Fra­gen des “NSU-Kom­ple­xes” sind der­art zahl­reich, die Hin­ter­grün­de der­art ver­wor­ren, die Betei­li­gung von Geheim­diens­ten der­art offen­kun­dig, daß Skep­sis und Zurück­hal­tung gegen­über der kol­por­tier­ten Geschich­te mehr als ange­bracht gewe­sen wäre. Man zog es vor, die angeb­lich all­ge­gen­wär­ti­ge neo­na­zis­ti­sche Bedro­hung zu beschwö­ren, die – wie üblich – mit einem Gene­ral­ver­dacht gegen die Deut­schen über­haupt ver­knüpft wur­de, und das wohl­ge­mer­kelt von der Regie­rungs­chefin abwärts. Zwar las­sen sich die Mas­sen­me­di­en bekannt­lich unger­ne eine gute Sto­ry von den Fak­ten ver­der­ben, aber man soll­te anneh­men, daß der wild­wu­chern­de Dschun­gel des Fal­les eine unwi­der­steh­li­che Her­aus­for­de­rung für kri­ti­sche  Jour­na­lis­ten dar­stel­len würde.

Das Bizar­re ist nun, daß von Bild bis Stern zwar mas­sen­haft wider­sprüch­li­ches, skan­da­lö­ses und rät­sel­haf­tes Mate­ri­al zu dem Fall ange­häuft wur­de, zugleich aber fast nie­mand es gewagt hat, einen “inves­ti­ga­ti­ven” Ehr­geiz zu ent­wi­ckeln und das von Anfang an eta­blier­te Nar­ra­tiv abzu­klop­fen und in Fra­ge zu stel­len.  Es fügt sich nur zu gut der Sog­kraft alt­be­kann­ter, affek­tiv ver­an­ker­ter Nar­ra­ti­ve – wie jenes vom ewig schul­di­gen, ewig “ras­sis­ti­schen” Deut­schen, nun auf­ge­frischt durch einen Mini-Holo­caust, Füh­rer­bun­ker­fi­na­le inklusive.

Dabei über­sieht man ger­ne das Offen­sicht­li­che: daß die Sto­ry, wie sie sich in den Köp­fen all­ge­mein durch­ge­setzt hat, bei nähe­rer Betrach­tung von hin­ten und vor­ne kei­nen Sinn ergibt, und daß sich aus den bekannt gewor­de­nen Fak­ten auch ein gänz­lich ande­res Nar­ra­tiv kon­stru­ie­ren lie­ße. Statt­des­sen mach­te sich eine merk­wür­di­ge Schi­zo­phre­nie breit, ein kurio­ser Fall von epi­de­mi­scher kogni­ti­ver Dis­so­nanz­leug­nung und App­er­zep­ti­ons­ver­wei­ge­rung. Dazu kommt, daß das Urteil fak­tisch schon gefällt ist: Mer­kel und Gauck wer­den den dar­aus geschla­ge­nen poli­ti­schen Mehr­wert nicht mehr abgeben.

Wol­len wir daher die Fra­ge noch­mal auf­wer­fen: wer sind die wah­ren Ter­ro­ris­ten, die die­se Angst und Ver­un­si­che­rung ver­brei­ten? Der soge­nann­te “NSU”, der sei­ne mut­maß­li­chen Taten offen­bar jah­re­lang zum gehei­men Pri­vat­ver­gnü­gen began­gen hat und auf jeg­li­che Publik­ma­chung, wie sonst bei poli­ti­schem Ter­ro­ris­mus üblich, ver­zich­tet hat, war es offen­bar nicht.

Aus die­sem Grund sei hier auf das mate­ri­al­rei­che Son­der­heft des Com­pact-Ver­la­ges “Neo­na­zis, V‑Männer und Agen­ten” ver­wie­sen, das die bekann­ten Fak­ten und Unge­reimt­hei­ten grif­fig zusam­men­faßt und eine alter­na­ti­ve, frei­lich eben­so wenig beweis­ba­re, Deu­tung anbie­tet (mehr als eine “Ver­schwö­rungs-Theo­rie” ist auch die offi­zi­el­le Ver­si­on nicht). Jür­gen Elsäs­ser und sein Mit­ar­bei­ter Kai Voss gehö­ren neben eigen­tüm­lich frei-Her­aus­ge­ber André Licht­schlag zu den weni­gen non­kon­for­mis­ti­schen Publi­zis­ten die­ses Lan­des, die bis­her den Mut hat­ten, den Ele­fan­ten im Zim­mer zu benen­nen und unbe­que­me Fra­gen zu stel­len. Elsäs­sers Publi­ka­ti­on ist eine unent­behr­li­che Lek­tü­re, und der Gedan­ke erfüllt mich bereits jetzt mit Zorn, daß sie ver­mut­lich eben­so tot­ge­schwie­gen wer­den wird wie Licht­schlags Vor­stoß, der ihm auch prompt eine anti­fan­ti­sche Hetz­kam­pa­gne auf Wiki­pe­dia ein­ge­bracht hat.

Ein letz­tes noch, und das ist nicht mehr als eine beschei­de­ne Mei­nung: Es ist unwahr­schein­lich, daß der Pro­zeß Auf­klä­rung brin­gen wird. Es ist im poli­ti­schen Inter­es­se sämt­li­cher Betei­lig­ter, nicht nur der tür­ki­schen Regie­rung, daß das “NSU”-Phantom als weit­ge­hend eigen­stän­dig han­deln­de und von nack­ten ras­sis­ti­schen Moti­ven getrie­be­ne Ter­ror­zel­le bestä­tigt und affir­miert wird.

Auch von der Ange­klag­ten Bea­te Zschäpe ist nichts zu erwar­ten: sie ist ers­tens erpreß­bar, da sie, was auch immer die Wahr­heit sein mag, garan­tiert enor­men Dreck am Ste­cken hat, und zwei­tens zur Zeit der wohl sozi­al iso­lier­tes­te und meist­ge­h­aß­te Mensch Deutsch­lands ist, eine Art “Ilse Koch 2.0.” Daß sie in der Zeit ihrer Haft unter mas­si­vem psy­chi­schen Druck stand, kann man rea­lis­ti­scher­wei­se anneh­men. Sagt sie die vol­le Wahr­heit, wird sie mit Sicher­heit ihr Leben ris­kie­ren. Ver­mut­lich wird man sie in nicht all­zu fer­ner Zeit tot in ihrer Zel­le fin­den, Befund “Selbst­mord”.

Com­pact Spe­zi­al: Neo­na­zis, V‑Männer und Agenten.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (36)

Inselbauer

12. April 2013 15:01

Das alternative Narrativ liegt derart dicht unter der Oberfläche, dass ein paar geschickte Telefonanrufe und Mails und ein wenig Hackerschläue dazu hinreichen, katastrophale Tatsachen ans Licht zu zerren. Jeder Trottel konnte, wenn er nur wollte, zum Beispiel herausfinden, warum die Spur der so genannten Tatwaffe in der Schweiz nicht "vehement genug" verfolgt worden war. Da ist nämlich nicht geschehen, weil man rassistisch gedacht hat, sondern weil 31 baugleiche und von der "Tatwaffe" wissenschaftlich nicht zu unterscheidende Waffen derselben Kleinserie von der Stasi wie vom Weihnachtsmann bei Besuchen an "befreundete Dienste" wie Weinflaschen verteilt worden sind. Dass sich eine Waffe aus genau dieser Serie dann bei 2 weiteren Terrorgruppen findet (2010 in der Türkei und 2013 in Bonn bei den Salafisten), mag dem Verschwörungstheoretiker Nahrung geben.
Das Problem an der Sache ist, dass man sich als Kritiker der offiziellen Narration Männern mit gefärbten Haaren oder versoffenen Schriftstellern anschließen muss. Der Druck ist so groß, dass man sich dabei fühlt wie ein UFO-Enthusiast. Man wagt es nicht, der eigenen Frau davon zu berichten, so offenkundig der Kram auch ist. Der anstehende "Prozess" verspricht ein gespenstisches Schauspiel zu werden, würdig, von einem Elsässer kolportiert zu werden...

Rumpelstilzchen

12. April 2013 15:29

Eine klare Zusammenfassung von Fakten und Stimmungen der letzten Wochen. Auch das compact SPEZIAL habe ich schon mal angeschaut.
Alles auf den Punkt gebracht.
Wer es wissen will, kann es wissen.Dass hier etwas oberfaul ist. Dass verschiedene Interessengruppen das Thema "NSU" instrumentalisieren. Zu welchen Zwecken auch immer. Nichts Neues.
Was ich dagegen als neu empfinde im Alltag, ist eine zunehmende Spannung zwischen Authochtonen und türkisch, muslimischen Zuwanderern. Eine wachsende Feindseligkeit, Mißtrauen von beiden Seiten, welches von Funktionären benutzt wird. Hier entsteht eine Front, sichtbar und unsichtbar. Ein brodelnder Vulkan ?
Es wird klare, standhafte Politiker brauchen, damit die nächste BTW nicht die letzte freie wird.
"Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch"
P.S. Ich denke oft an Schäuble und die unselige Islamkonferenz, wo man sich mit den Falschen an einen Tisch setzte.

Rumpelstilzchen

12. April 2013 15:33

P.S. Bin gespannt auf die Kritische Islamkonferenz im Mai in Berlin .

Demo Goge

12. April 2013 16:52

'NSU' doch noch aktiv ?!

https://tinyurl.com/caew3lj

Interessanterweise endet die 'größte Mordserie der BRD-Geschichte' genau mit dem letzten unaufgeklärten Mord an 'türkischen Kleinuntermern'.
Alle ähnlich gelagerten Fälle spielen genau indem Milieu, indem die Polizei auch erst die 'Zwickauer-Terrorzellen'-Morde vermutete. Seltsamer Zufall.

Man könnte das ganze 'Nazi'-Spektakel als Billigpropaganda links liegen lassen und sich nicht mehr drum kümmern, wenn nicht der Verdacht bestehen würde, daß sich Böhnhardt und Mundlos nicht selbst erschossen haben und deren Mörder noch frei herumläuft und vom BKA die Ermittlungen in diese Richtung blockiert werden !

Th.R.

12. April 2013 17:24

Zum Thema "NSU" möchte ich hier mal eine (noch) ziemlich unbekannte Begebenheit zum besten geben: Nämlich dass Karl-Heinz Hoffmann, der berühmt berüchtigte "Chef" der nach ihm benannten Wehrsportgruppe, in den 1990er Jahren seinen Lebensmittelpunkt in Kahla, das direkt bei Jena liegt, hatte (siehe wikipedia)!

Dass ausgerechnet dieser Mann zu jener Zeit seinen Aufenthaltsort in der unmittelbaren Nähe zu den dreien hatte, das soll wirklich bloß ein weiterer Zufall sein? Nein, das glaube ich nicht, und ich glaube es erst recht nicht mehr, nachdem ich mich im Internet über diesen Herrn informiert habe. Das Bild von Hoffmann, das die Medien von ihm immer noch (bewußt?) falsch zeichnen, dass er nämlich ein Vollblut Nazi sei, wird schnell widerlegt, wenn man in seine Ausführungen auf youtube hineinhört. Dieser Mann ist nicht rechts, nicht mal ansatzweise, BRD hingegen aber durch und durch! Und aus dieser Richtung weht bei der "NSU"-Geschichte auch der Wind her!

Karl-Heinz Hoffmann, - wieso konnte dieser Herr in den 70ern so ungehindert in der BRD agieren und "Wehrsportgruppen" aufbauen? Vielleicht weil er gedeckt war, oder mehr noch, den Auftrag dazu hatte? Weil er vielleicht "Gladio"-Ausbildungs- und Führungsoffizier war/ist? Wenn dem so sein sollte, wundern mich die Meldungen aus den 90ern über angebliche Schießübungen im Raum Kahla, die man heute im Internet nachlesen kann, überhaupt nicht mehr, sondern sie ergeben plötzlich Sinn. Unnötig hier noch zu erwähnen, dass Böhnhardt und wohl auch Mundlos daran teilgenommen haben:

https://www.taz.de/V-Mann-ermoeglichte-Schiesstraining-der-NSU/Kommentare/!c92479/#send-comment

Theosebeios

12. April 2013 18:12

Also Herr Goge, das BKA blockiert gewiss keine Ermittlungen in Richtung weiterer Beteiligter.
Es wäre in der Tat eine Überraschung, wenn der Prozess eine Aufklärung zustande bringen würde. Nach dem unveröffentlichten Artikel des Soziologen E., dem einmal viele Türen offen standen, sind wohl alle Akten vernichtet worden, die die Verwicklung von VS-Kreisen mit dem NSU belegen (könnten). Selbst wenn Frau Z. dazu Aussagen machte, könnten sie nicht verifiziert werden.
Mir scheint es müßig, über den Fall "Narrative zu konstruieren". Auch zweifle ich nicht, dass der "investigative Journalismus" nichts lieber täte, als (zuverlässige) Quellen abzuschöpfen, um eine Bomben-Story zu entfalten. Auch bei anderen Tatserien, die sich über große Räume und Zeiträume erstrecken, ist eskriminalistisch außerordentlich schwer, das tatsächliche Geschehen zu rekonstruieren und die möglichen "Narrative" sinnvoll zu begrenzen. Genau dies könnte ein Motiv der Täter gewesen sein, sich nicht oder erst zu einem sehr späten Zeitpunkt (sozusagen als Phase 2) zu dem politisch motivierten Hintergrund zu bekennen. Es ist völlig klar, dass ein Bekenntnis, zu welchem Zeitpunkt auch immer, den größten Fahndungsdruck in der Geschichte der BRD ausgelöst hätte. Was nun geschieht, kann durchaus eine Absicht der Täter und ihrer Hintermänner gewesen sein. Aus meiner Sicht gehören hierzu sicher einige V-Leute. Man darf aber nicht übersehen, dass diese Personen selber aus der Neonazi-Szene stammen und keine eingeschleusten Polizeibeamten sind.

Demo Goge

12. April 2013 18:19

Theosebeios,

"das BKA blockiert gewiss keine Ermittlungen"

Woher nehmen Sie diese Gewissheit ?

Die beiden Uwe's sind unter der Erde und das 'Nazi'-Haus ist abgerissen.

Inselbauer

12. April 2013 18:30

Lieber Th. R., bitte ziehen Sie nicht schon wieder Hoffmann in den Kram hinein! Er hat es über Jahrzehnte glaubwürdig dargestellt, dass er mit dem Oktoberfestanschlag rein gar nichts zu tun hatte.
@ Thesobeios
Angesichts der Tatsache, dass man uns ununterbrochen mit Verschwörungs-Müll abfüllt ("Braune Netzwerke" usw.) darf man sich schon wehren gegen offizielle Narrative, die schamlos politisch ausgenutzt werden. Relativieren kann man alles, natürlich "könnten" irgendwelche Täter irgendwelche komplexen Motive gehabt haben. Solange man aber nicht einmal weiß, wer das legendäre Video produziert und verschickt hat, und solange es im Zusammenhang mit der Tatwaffe schwerwiegende Zweifel gibt, gibt es auch noch keinen Grund über Motive zu spekulieren. Es gibt einfach keine tragfähigen Beweise! Der Prozess wird eine wilde Blamage.

Andreas R.

12. April 2013 18:48

Soweit ich hörte, bekamen die türkischen Beobachter keine Plätze weil sie sich nicht rechtzeitig dafür beworben hatten. Plätze wurden nach dem "first come first serve" Prinzip verteilt.

Nichtsdestotrotz könnte man einen Kompromiss machen und den Prozeß live oder meinetwegen auch zeitverzögert im Fernsehen übertragen. Ich glaube das wäre auch für die Öffentlichkeit interessant um sich ein eigenes Bild machen zu können.

jak

12. April 2013 19:16

@ Andreas R.

Laut BVerfG bekommen "ausländische" (soll heißen türkische) Zeitungen jetzt doch Stammplätze.
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/nsu-gericht-muss-sitzplaetze-fuer-auslaendische-presse-bereitstellen-a-893990.html
Hätte mich auch sehr gewundert, wenn in unserer Bananenrepublik die Justiz nicht unter dem Mediendruck eingeknickt wären...

Martin

12. April 2013 20:05

Das BVerfG hat ja nun wohl im Sinne der Türkei entschieden. Die einzigen, von denen jetzt noch Widerstand kommen kann, der evtl. etwas bewirken könnte, sind Türken, die etwas dagegen haben, das die kalte Hand ihres Heimatlandes sich nun auch zu ihnen hier ausstreckt.

Akif Pirincci könnte so einer sein ...

Für mich ganz persönlich ist heute auch noch das in den Himmel ragende Heck des bereits seit längerem untergehenden Schiffs "Rechtsstaat Deutschland" abgesoffen ... das Bild vom Reichstagsbrand trifft es 100%.

Ziehen wir uns lieber warm an ... the empire strikes back!

Martin Höfer

12. April 2013 23:05

Die Richter können einem Leid tun. Erst kriegen sie die volle Empörungsbreitseite von Medien und Politik ab, nun fällt ihnen das BVerfG auch noch in den Rücken. Und der Prozeß hat nicht mal angefangen! Klar ist aber in der Tat, daß eine lückenlose Aufklärung der Hintergründe nicht zu erwarten ist. Die wird auch nicht Prozeßgegenstand sein, da nicht der komplette Sachverhalt lückenlos aufgeklärt werden muß, um beispielsweise die Bildung einer terroristischen Vereinigung (§ 129a StGB) etc. im Ergebnis bejahen zu können. Die zahllosen Widersprüche, die in der Faktenlage hier auf sezession bereits hinreichend diskutiert wurden, können allenfalls Zweifel begründen. Ob diese Zweifel ausreichen werden, um in dubio pro reo den Tatvorwurf zunichte zu machen, wage ich zu bezweifeln. Aber wer weiß. Die Unabhängigkeit der Richter ist nicht umsonst erfunden worden und gerade vom OLG München darf man eine hohe Meinung haben. Daß ein rechtsstaatlicher Prozeß auch zu dieser Thematik möglich ist, glaube ich nach wie vor. Was stirbt zuletzt?

Jimbo Jones

13. April 2013 07:11

Die dt. Eliten wissen um die bevorstehenden Verteilungskämpfe (infolge des €uro-Crashs), die ethnischen Konflikte, den Bürgerkrieg. Darüber hinaus sind ihnen die mit einer anwachsenden Mohammedanerpopulation einhergehenden Probleme zweifelsfrei bewusst.
Daher wurde m. E. dieses NSU-Phantom inszeniert, um die zukünftig ausufernde Mohammedanergewalt "erklären" zu können und die Schuld an den Konflikten dem NSU bzw. seiner Basis, dem "aus der Mitte der Gesellschaft sprießenden Rassismus", zuzuweisen.

Zu der Islamlobby: Diese scheint mit dem NSU die Integrations-/ Bildungsverweigerung, Kriminalität etc. ihrer Schäfchen rückwirkend zu rechtfertigen.

In Zukunft wird der NSU als Kris­tal­li­sa­ti­ons­punkt der (inter-)ethnischen Konflikte VOR und nach ihm herhalten müssen.

eulenfurz

13. April 2013 09:32

Der letzte Dönermord fand übrigens am 1.11.2011 in Döbeln statt, kurz bevor die NSU-Armee in der Schlacht bei Eisenach das Zeitliche segnete:

https://www.mz-web.de/mitteldeutschland/sachsen-festnahme-nach-toedlichem-schuss-in-doebeln,20641266,17086160.html

Wenn Prozeßbeobachter-Stühle nach Interessengruppen-Proporz verteilt werden, bekommen sich dann auch Angehörige der "Autonomen Nationalisten" oder ähnlicher Gruppierungen ein Kontingent?

Martin Lichtmesz

13. April 2013 10:31

Berlin (dpa) - Mit Erleichterung haben die Bundesregierung und Politiker aller Parteien den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zur Platzvergabe beim anstehenden NSU-Prozess in München aufgenommen. Das Oberlandesgericht München muss eine angemessene Zahl von Sitzplätzen an türkische Journalisten vergeben, entschieden die Richter in Karlsruhe.

Inselbauer

13. April 2013 11:08

@ Lichtmesz

Leider kann man an dieser Sache studieren, welchen "Schutz" die gegenwärtige Grundgesetzfarce für deutsche Interessen darstellt. Dieser gut gemeinte Aufsatz aus den 40er- Jahren ist dazu da, die Besatzungsmodalitäten zu regeln, und diese Funktion erfüllt er nach wie vor prächtig. Er wird sich sogar, wie es im Juristendeutsch der 40er- Jahre heisst, "durch seine Herausforderung zur vollen Bestimmung entfalten" (Carlo Schmidt).

M.L.:Entscheidender ist der fehlende Wille, das GG im Sinne der deutschen Interessen auszulegen. Es ist ja nicht so, daß sich die Entscheidungsträger sklavisch nach dem Buchstaben halten und dann murrend danach entscheiden.

Veduta

13. April 2013 11:29

Interessante Gedankengänge zum bevorstehenden Prozess gibt es in

Zettels Raum / Zettels kleines Zimmer

"Der NSU-Prozeß, die Medien und die Politik"

ab #73

Ob aber das OLG fähig ist, so zu filtern, bezweifle ich.

John Haase

13. April 2013 12:44

Berlin (dpa) – Mit Erleichterung haben die Bundesregierung und Politiker aller Parteien den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zur Platzvergabe beim anstehenden NSU-Prozess in München aufgenommen. Das Oberlandesgericht München muss eine angemessene Zahl von Sitzplätzen an türkische Journalisten vergeben, entschieden die Richter in Karlsruhe.

Irgendwie bekomme ich bei wichtigen Institutionen der real-existierenden FDGO auf dem Gebiete der BR in D zunehmend den Eindruck, sie sind nicht zu dem Zweck da der draufsteht sondern dienen ausschließlich dazu den größten Gaunereien einen legalen Anstrich zu geben.

Das Bundesverfassungsgericht ist ein gutes Beispiel dafür. Vorweg: Ich finde die Entscheidung die es diesesmal getroffen hat gar nicht einmal falsch, ich kann die Türken durchaus verstehen. Die übliche Kriecherei unserer Journaille geht natürlich gar nicht aber da können die Türken ja nichts für.
Was mich eher wundert: warum kann das Bundesverfassungsgericht überhaupt über so eine seltsame Detailfrage entscheiden? Ich dachte (vielleicht fälschlicherweise), daß BVerfG soll überprüfen, ob Maßnahmen, Gesetze, Parteien oder was auch immer verfassungsmäßig sind. Inwiefern hat die Prozeßbeobachterfrage hiermit überhaupt zu tun, warum ist das BVerfG zuständig?

Mitunter, d.h. eigentlich in allen wichtigen Entscheidungen, erscheint das BVerfG nurmehr als Durchsetzungsinstanz für einen nicht anders erfüllbaren Wunsch des politisch-medialen Komplexes, also mithin als eine Art nicht gesetzesgebunder Teil der Exekutive. Da wird dann das Gesetz häufig um 180° gebogen und nur weil es nicht bricht glaubt man gesetzeskonform gehandelt zu haben: allein es ist dabei doch völlig verdreht worden.

Hier noch einmal vier Minuten zum NSU-Prozeß, ist gerade so noch Satire:

Nordländer

13. April 2013 13:29

@ Martin

"Die einzigen, von denen jetzt noch Widerstand kommen kann, der evtl. etwas bewirken könnte, sind Türken, die etwas dagegen haben, das die kalte Hand ihres Heimatlandes sich nun auch zu ihnen hier ausstreckt.

Akif Pirincci könnte so einer sein …"

Funktioniert immer, "Guter Bulle - böser Bulle." Der Untertan der BUNTEN Republik wird allwöchentlich mit der Salafisten-Schau, überhaupt allerlei verbockten Nichteingegliederten (-"integrierten" - in was eigentlich?) konfrontiert.

Erlösen könnte den verängstigten Michel nur ein Führer, der dafür sorgt, daß der Bevölkerungsaustausch fürderhin derart stattfindet, daß der Standort "Deutschland" sich nur noch mit eingegliederten Arabern, Maghrebianern, Schwarzafrikanern, Türken usw. aufstellt.
Wenn man erst diesen "Islamismus"-Chip aus der Software entfernt hat, dann wird alles gut.

Ist die Republik endlich derart befriedet, dann kann der weiße deutsche Mohr eigentlich ganz beruhigt abtreten, seine Dienste werden schon bald nicht mehr nachgefragt werden.

Belsøe

13. April 2013 13:49

Auch denkbar: aus dem Ruder gelaufene geheimdienstliche Strukturen und Kaltkriegs-Altlasten endgültig abwickeln. Dafür ein Bauernopfer mit rechtsstaatlichem Verfahren, um Akten schliessen und Peinlichkeiten erklären zu können. Die Schauplätze sind mittlerweile andere, nicht zuletzt für die geheimdienstlich tonangebenden Amerikaner. Wenn es so etwas wie auf Gladio zurück zu führende Verästelungen wirklich noch geben sollte, wird es von seiner Führung heute eher als Eiterbeule empfunden werden, hinter der man ständig herräumen muss.

Inselbauer

13. April 2013 14:20

@ Lichtmesz

Es ist schon richtig, im Senat ist diesmal auch eine Dame gesessen, die die elementaren Methoden der Rechtswissenschaft als sexistische und rassistische Konstruktionen ablehnt, ja die Idee des Rechts überhaupt als Übergriff versteht (Frau Baer). Jeder kann sich über die Ideen dieser streitbaren Frau informieren, z.B.: Baer, Susanne (2011): Braucht das Grundgesetz ein Update? In: Blätter für deutsche und internationale Politik, 1/2011, S. 90-100.
Dort kommt sie zum wenig überraschenden Schluss, dass das GG gar kein Update braucht, weil es nur darauf ankommt, bei dessen Auslegung die Idee des Rechts selbst abzulehnen. Ja, insofern muss man Ihnen recht geben (...)

John Haase

13. April 2013 19:23

Tja, da war der Link wohl weg (warum auch immer) hier die Adresse, Ähnlichkeiten zum NSU-Prozess und zur BRD allgemein sind wohl nicht wegzudiskutieren:
https://www.youtube.com/watch?v=Ji3hGdJTrVA

F451

13. April 2013 20:43

Susanne Baer ist in der Tat, ein Prototyp für die sogenannte BRD "Elite"!
https://de.wikipedia.org/wiki/Susanne_Baer

JeanJean

14. April 2013 01:06

Vermutlich werden unsere Eliten die folgenden Aussagen als "Sorge und Angst" deuten - ich denke es ist eine Aufforderung an die Auslandstürken, sich zu "Wappnen". Der Bezug auf Jugoslavien ist eindeutig.

https://www.hurriyetdailynews.com/turkish-president-warns-of-holocaust-if-intolerance-continues.aspx?PageID=238&NID=44763&NewsCatID=338

neocromagnon

14. April 2013 03:19

Es will mir nicht in den Kopf.
Wie können so viel Menschen, nicht nur zu dem Thema, das offensichtliche nicht sehen?
Da ich glaube, daß sich dieses Phänomen ausschließlich auf das Führungspersonal beschränkt und die normalen Leute im Lande weitestgehend noch alle Tassen im Schrank haben, sich aber mehrheitlich für den ganzen Schmu nicht interessieren, stellt sich die Frage, ist es Absicht oder tatsächliche Blindheit? Steckt eine teile und herrsche Strategie dahinter, Motto: erzeuge Unfrieden um leichter zu herrschen? Ist es ihnen entglitten? Oder ist es zu einer Betriebsblindheit in der Führungsetage gekommen, die in jahrzehnte langen Umdeutungen von Realität in Ideologie ihren Ursprung hat? (ich habe selber einen belesenen, weitgereisten 68er Bilderbuchgutmenschen (Arzt) in der Familie, der tatsächlich in hochgebildeter grenzdebiler Naivität all diesen ganzen Schwachsinn glaubt).
Stekt also ein Plan dahinter? Hat die Sache eine Eigendynamik entwickelt, die niemand mehr unter Kontrolle hat? Oder glauben sie wirklich was sie uns erzählen?
Oder haben gar übergeordnete Mächte ihre Finger im Spiel?

derherold

14. April 2013 06:35

"Die Richter können einem Leid tun."

Ich glaube, man muß sich ein bißchen aus seiner Naivität lösen. In Sachen *NSU* ist nichts dem Zufall überlassen, nicht das Verhalten der Richter und nicht die Berichterstattung.

"Auch zweifle ich nicht, dass der „investigative Journalismus“ nichts lieber täte, ... "

*lol* Es gibt hier keinen "Journalismus". Der Medienapparat tut exakt das, was von ihm erwartet wird und meiner Meinung nach (spätestens) im November 2011 abgesprochen wurde.

Das ganze "Türkische Medien in den Gerichtssaal"-Klimbim soll nur eines verdecken: daß es überhaupt keine internationale Berichterstattung gibt. KEINE.

Die größte "Nazi-Mordserie Europas" ... und keiner berichtet. Kein NYT, kein La Stampa, kein Le Monde, kein Guardian, etc.

Damit dürfte auch klar sein, was die *NSU* ist.

Isabel

14. April 2013 09:13

Meiner Meinung nach wollte man bei der (unsachlichen) Art der Berichterstattung in den Medien und bei Politikeräußerungen dazu ein allgemeingültiges innenpolitisches Druckmittel "gegen rechts" aufbauen und hat - irgendwie typisch deutsch - übersehen, daß Deutschland keine Insel in der Welt ist. So hat man ein großes außenpolitisches und Aufgrund der Zuwanderung auch großes innenpolitisches Problem geschaffen, ohne jegliche Weitsicht und ohne jegliches Verantwortungsbewußtsein den autochthonen Deutschen gegenüber. Dankeschön.

Wieder mal ein sehr guter und die Sache auf den Punkt bringender Artikel von Lichtmeß.

Münchner Gsindl

14. April 2013 09:45

Hier die Bestätigung von einer Türkin, dass die Türkei bzw. türkische Medien sich erst für den Fall intressieren, seit Sie es gegen Deutschland verwenden können: Die 9:09-minütige Audio-Datei von WDR 5 (“Die Medien und der NSU-Prozeß”). Die Türkin ist Ayca Tolun, Leiterin der türkischen Redaktion bei der Hörfunkwelle Funkhaus Europa des WDR. Und sie sagt tatsächlich (ab Minute 7:38):

Das hat auch damit zu tun, daß man in der Türkei überhaupt nichts über Deutschland weiß. Das hat auch damit zu tun, daß sich türkische Medien normalerweise fürs Ausland überhaupt nicht interessieren. Sie interessieren sich immer dann, für das ausland – man kann da auch mit den USA vergleichen – wenn etwas im Ausland die Türkei außen- oder innenpolitisch betrifft.

Mit den NSU-Mordopfern war es auch so. Die ((sie meint damit die Angehörigen, ed.)) haben sich darüber beschwert, daß sie in den zehn Jahren nie eine Information, nie eine Unterstützung von den türkischen Behörden bekommen haben, und dieses Thema war auch kein großes Thema. Im Grunde ist das ganze aufgeflogen, wenn man das so sagen will, letzte Woche, vorletzte Woche, als die Diskussion in Deutschland begann und es plötzlich auch in der Türkei bekannt wurde, daß die türkischen Medien nicht dabei sein können.

Und jetzt plötzlich gibt es ein ganz ganz großes Interesse an diesem Verfahren und auch an den Mordopfern. Bisher war das nicht der Fall. Die deutschen Medien haben so viele Reportagen gebracht, die Printmedien, Fernsehen. Nichts davon, nicht ein Fitzelchen davon ist jemals in den letzten zehn Jahren in den türkischen Medien erschienen.

Im Grunde haben wir in Deutschland die türkischen Medien überhaupt erst auf dieses Thema, dieses Verfahren aufmerksam gemacht mit unserem eigenen Krach um die Presseplätze.

https://www.wdr5.de/sendungen/toene-texte-bilder/s/d/13.04.2013-12.05/b/medienmagazin-130413-130413-130413-130413-130413-1304130.html

Auch noch intressant, Zwei Zeuginnen sahen bei einem NSU-Mord 2 dunkelhäutige Männer:

Zwei Frauen beobachteten, wie ein dunkelhäutiger Mann zur Tatzeit aus dem Geschäft lief und in einen Wagen sprang, der davor wartete. Angeblich saß ein weiterer Mann hinter dem Steuer. Der Mann im Wagen - vermutlich ein Ford oder Mercedes - gab Gas und brauste davon.

https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.verbrechensserie-rueckblick-die-doener-morde-in-muenchen.d9e78d17-6eac-47a1-b462-eab54c45039a.html

Rolf

14. April 2013 10:40

Der BND, Abteilung "Stay behind" (GLADIO) hat die Bombe beim Münchner Oktoberfest gelegt. 13 Tote, 211 Verletzte.

Aussage unter Eid vor Gericht am Dienstag und Mittwoch diese Woche.

https://www.jungewelt.de/2013/04-13/003.php

https://www.tageswoche.ch/de/2013_14/international/530669/es-war-nato-gegen-nato.htm

Und JA, das hat sehr viel mit dem NSU zu tun. Stichwort "Tote Mörder sind die Besten"

Ob der Zeuge seine angekündigten Beweise wohl noch vorlegen kann?

Schopi

14. April 2013 11:43

JeanJean, danke für den Link. Das sog. Gutmenschen an ihre Idoelogie glauben kann ich noch eher verstehen, als die vollkommene Blindheit darüber, wer hier eigentlich die schlimmen Hetzer, Nationalisten und Lügner sind. Dieser Prozess wird dazu instrumentalisiert, die Feindseligkeit derer, die solche Zeitungen drucken und lesen , welche ungeniert auf der Titelseite "Deutschland den Deutschen" anpreisen. Eventuell sollte man dort den Slogan an die Neuzeit anpassen, etwa in "die Türkei den Deutschen".

Die Verdreher sind beabsichtigt.Solche Slogans findet man nicht einmal in der Nationalzeitung.

Couperinist

14. April 2013 11:47

Ob die Taten selbst auf eine staatlich gelenkte Verschwörung zurückgehen, das halte ich für unwahrscheinlich. Es ist aber davon auszugehen, daß hier ein Mythos geschaffen soll und daß dies nicht zufällig ein paar Jahre nach der Sarrazindebatte stattfindet.

Was die Integration von türkisch-moslemischen Immigranten angeht, so können wir uns von dem Gedanken wohl spätestens ab jetzt verabschieden. Die von Ankara und tlw. auch von der Muslimbruderschaft beeinflußten pressure groups, KRM, Islamrat, IGMG, Ditib und co. (um die gehts ja, nicht um Masse, sondern um Einflußmöglichkeiten) haben nicht nur das demographische As als Drohpotential auf der Hand, sondern einen soliden Opfermythos, der schon jetzt, vor Prozeßbeginn zeigt, was er kann: Die deutsche Politik zeigt sich unterwürfig bis zur Schmerzgrenze, Medien sowieso.

Eine Sarrazindebatte wird es so schnell nicht mehr geben. Und in einigen Jahren wird es eine rassistische Zumutung sein, Integration in die deutsche Kultur überhaupt anzumahnen.

PB

14. April 2013 16:35

Bemerkenswerterweise hat jetzt eine im-Zweifel-linke Lokalzeitung, KONTEXT aus Stuttgart, die der Wochenendausgabe der taz beiliegt, eine ganze Reihe der Ungereimtheiten im Fall des Angriffs auf die Polizeistreife in Heilbronn zusammengetragen.

Zu wenig Berücksichtigung im Aufklärungspuzzle findet bisher Kiesewetters schwer verletzter Kollege Martin A. Er wird abgeschirmt. Es heißt, er könne sich an die Tat nicht erinnern und nichts zur Aufklärung beisteuern. Doch das stimmt nicht. Martin A. wurde bereits sechs Wochen nach dem Anschlag zum ersten Mal polizeilich befragt und war vier Monate nach seinem Kopfschuss bereits wieder im Polizeidienst. Er machte konkrete Angaben. Und die Polizei ließ nach seinen Vorgaben ein Phantombild eines der Täter fertigen, das nie veröffentlicht wurde.

Kontext konnte mehrere Phantombilder aus den Ermittlungsakten einsehen. Das Bild, das nach Angaben von Martin A. von dem Mann erstellt worden war, der sich den beiden Polizisten auf seiner Wagenseite näherte, zeigt weder Mundlos noch Böhnhardt. Auch die anderen Phantombilder, die die Polizei aus Zeugenaussagen erstellen ließ, ähneln den beiden Männern nicht.

https://www.kontextwochenzeitung.de/newsartikel/2013/04/spuren-des-terrors/

Wahr-Sage

14. April 2013 17:43

"Der Grund ist, daß sie wissen, daß (in) Deutschland mittels moralischer Erpressung regiert wird und dabei nichts hilfreicher ist, als die 'Opfer'-Rolle einzunehmen."

Das ist der Kernsatz! Und wieder mal ein echter Lichtmesz - grandios.

Hitler ermöglicht den Schergen dieser Buntenrepublik eine effektive Politik, die ohne ihn nur ungleich schwerer machbar würde.
Mit der BRD-Regierung - oder noch genauer: mit dem Bestand der BRD - wird es eine ehrliche Aufarbeitung der Vergangenheit niemals geben.

Belsøe

14. April 2013 19:59

Lifestylethemen im Bundestag, Wulff-Skandal, NSU-Prozess, Steinbrück als K-Kandidat - ganz klar, da soll jemand wiedergewählt werden um die geplante Linie innerhalb der EU kontinuierlich durchzuziehen.

Thomas Wagner

14. April 2013 22:11

Man kann es drehen und wenden wie man will. Der hier geschilderte Sachverhalt, zusammen mit vielen anderen, wie Aussen- u. Geschichtspolitik, Multikulti, sogenannten Euro-Rettungsschirmen etc., laesst nur einen zwingend logischen Schluss zu, naemlich dass die Staatsinteressen der BRD den Interessen des Deutschen Volkes diametral entgegengesetzt sind. Es handelt sich demnach bei der BRD um eine volksfeindliche Herrschaftsstruktur. Wer immer innerhalb dieser Herrschaftsstruktur "mitspielen" will, muss sich dessen Regeln unterwerfen. Das Antideutsche gehoert gewissermassen zur DNA des Systems BRD. Wer dies erkannt hat, wird sich auch ueber Entscheidungen des sogenannten Bundesverfassungsgerichts, sei es im o.g. Fall oder in Bezug auf die Euro-Rettungsschirme, nicht mehr wundern. Verfassungsrichter fallen nun mal nicht vom Himmel, sondern werden vom politischen Arm, als Teilkomponente des Gesamtsystems (zu dem als wesentliche Teile noch die systemstuetzenden Medien u. die Hochfinanz gehoeren), handverlesen. Grundvoraussetzung ist hierbei Systemkonformitaet, d.h. die zukuenftigen Verfassungsrichter muessen durch ihr bisheriges Tun die Gewaehr dafuer bieten, dass sie auch im Richteramt problemlos im Sinne des Systems funktionieren werden. Die Systemteilkomponente Politik waehlt sich doch keine Richter aus, welche ihr in entscheidenden Fragen Knueppel zwischen die Beine werfen koennten. Die vom Bundesverfassungsgericht erfolgten Urteile zu EU und Eurorettungspolitk und der Sitzvergabe fuer tuerkische Journalisten entsprechen voll u. ganz der Funktionslogik der volksfeindlichen Herrschaftsstruktur. Wer von Funktionstraegern der BRD Entscheidungen im Sinne des Deutschen Volkes erhofft, geht schlicht von nichtvorhandenen strukturellen u. personellen Voraussetzungen aus.

Martin Lichtmesz

14. April 2013 22:26

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