Hetze, Hysterie und Gesprächstherapie: Reaktionen auf PEGIDA (feat. Georg Diez)

Sollen sie sich weiterhin an Pegida die faulen Zähne ausbeißen, sollen sie sich weiterhin mit ihren verräterischen Wortmeldungen...

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

und Kurz­schluß­re­ak­tio­nen bla­mie­ren und dis­kre­di­tie­ren, das gan­ze Kar­tell aus Poli­ti­kern und Medi­en­leu­ten, deren Ver­hal­ten sich in den letz­ten Wochen kaum mehr  von jenem der DDR-Eli­ten im Som­mer und Herbst 1989 unterscheidet.

Die Reak­tio­nen auf die Pegi­da-Pro­vo­ka­ti­on las­sen sich grob gefaßt in drei Kate­go­rien zusam­men­fas­sen: Beschimp­fun­gen, Dro­hun­gen oder sub­til her­ab­las­sen­de Psy­cho- und Gesprächs­the­ra­pie­an­ge­bo­te, wobei eines oft in das ande­re über­geht, wie in dem alten Kli­schee vom “bösen Poli­zis­ten, guten Polizisten”.

Pegi­da-Teil­neh­mer und ‑sym­pa­thi­san­ten wer­den wahl­wei­se als “Latenz­na­zis”, bös­ar­ti­ger Mob, “Rechts­ex­tre­me”, psy­chisch Kran­ke, Ver­hetz­te, Ver­führ­te, Frem­den­has­ser, “Men­schen­fein­de”, Angst­ge­trie­be­ne, “Wut­bür­ger”, “Nationalisten”,“Ranschmeißer”, Ver­krampf­te, Rück­schritt­li­che, Ver­klemm­te, Häß­li­che, Unmen­schen, Un- und Halb­ge­bil­de­te, unter Hal­lu­zi­na­tio­nen und Angst­neu­ro­sen Lei­den­de oder auch klein­ka­rier­te Wohl­stands­bür­ger dar­ge­stellt, die in einer “wir­ren Welt” leben und zu gei­zig und hart­her­zig sind, um armen Asy­lan­ten etwas von ihrem Wohl­stands­ku­chen abzu­ge­ben. Und wenn alles ver­sagt, wer­den eben Pro­vo­ka­teu­re ein­ge­schleust, um das nöti­ge Pro­pa­gan­da­fut­ter zu bekommen.

Und die­je­ni­gen, die auf die­se Tour gegen Pegi­da anschrei­ben, nut­zen damit natür­lich die Gele­gen­heit, sich dem­ge­gen­über in ein umso strah­len­de­res Licht zu set­zen: die “Welt­of­fe­nen”, Angst­frei­en, Auf­ge­klär­ten, Fort­schritt­li­chen, Groß­her­zi­gen, Muti­gen, Mora­li­schen, Mensch­li­chen, Schö­nen, Gelas­se­ne­nen, Groß­ka­rier­ten, Gebil­de­ten, Eigent­lich-Demo­kra­ti­schen, Klar­den­ken­den, “Tole­ran­ten” usw., und wer an die­sem Glanz teil­ha­ben will, tut bes­ser dar­an, ihre Mei­nun­gen zu tei­len, um sel­ber zur Licht­ge­stalt zu werden.

So funk­tio­niert im Prin­zip das gan­ze Spiel um die Mei­nungs­ho­heit: man muß nur dafür sor­gen, daß eine miß­lie­bi­ge Ansicht mög­lichst unse­xy dasteht und mit aller­lei sozia­ler und intel­lek­tu­el­ler Abwer­tung ver­bun­den wird, um den nöti­gen Appeal für die eige­ne Sache zu schaf­fen. “Far­be beken­nen” soll sich eben nur dort loh­nen, wo Staat und Pres­se ihre Lecker­li austeilen.

Auf die­se Wei­se wer­den Mei­nun­gen als attrak­ti­ve Gesamt­pa­ke­te fürs Ego ver­kauft, deren Erwerb noch dem hin­ter­letz­ten Dumm­kopf erlaubt, sich “auf­ge­klärt” oder “welt­of­fen” zu füh­len. Dis­kus­sio­nen mit Illu­mi­na­ten die­ser Art sind wah­re Ever­greens und erin­nern mich immer an die klas­si­sche Sze­ne aus “Leben des Bri­an” : “Ihr seid doch alle Indi­vi­du­en!” – “Ja!”, blökt die Mas­se, “Wir sind alle Individuen!”

Die regie­ren­den Schich­ten haben durch die Bank mit Aggres­si­vi­tät und Ver­ach­tung reagiert, dabei mit­un­ter wie die Rohr­spat­zen geschimpft.  Exem­pla­risch sind die Aus­sa­gen von  Bun­destan­te Ange­la, CDU („In Deutsch­land gibt es zwar die Demons­tra­ti­ons­frei­heit, aber…“), Bun­de­s­on­kel Gauck (“Chao­ten”), Jus­tiz­mi­nis­ter Maas, SPD, (“Schan­de für Deutsch­land”), NRW-Innen­mi­nis­ter Jäger, SPD („Nazis in Nadel­strei­fen“), Sach­sens Innen­mi­nis­ter Mar­kus Ulb­ig, CDU, sowie des CSU-Vor­sit­zen­den See­hofers („Rat­ten­fän­ger“) oder der SPD-Gene­ral­se­kre­tä­rin Yas­min Fahi­mi ( “gefähr­li­ches Spiel mit frem­den­feind­li­chen Res­sen­ti­ments und tum­ben Vorurteilen”).

“Ein Wort zu dem, was man Pegi­da nennt”, sprach Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) zum Abschluss der Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz in Köln. “Der Begriff ‚Patrio­ti­sche Euro­pä­er’ steht die­ser Orga­ni­sa­ti­on nicht zu. Wir alle sind patrio­ti­sche Euro­pä­er und las­sen nicht zu, dass die­se Bezeich­nung miss­braucht wird.”

Auf wel­cher Sei­te die­ser “Miß­brauch” wirk­lich steht, wird die­ser Tage nur all­zu deut­lich, näm­lich im schril­len Geze­ter einer arro­gan­ten poli­ti­schen Kas­te, deren “Patrio­tis­mus” in nichts ande­rem besteht als im per­sön­li­chen Macht­er­halt. Das “Wir”, das sie kon­stru­ie­ren und pos­tu­lie­ren, brö­ckelt zuneh­mend ent­zwei. Der Staat demas­kiert sich hier­mit offen als Bür­ger­kriegs­par­tei. Unver­hoh­le­ne Feinder­klä­run­gen des Staa­tes gegen tau­sen­de sei­ner eige­nen Bür­ger soll­ten schar­fe Kon­se­quen­zen haben. Wie Hen­ryk Bro­der in Anspie­lung auf 1989 for­mu­lier­te: Hier wächst aus­ein­an­der, was nicht zusam­men gehört.

Klo­n­ovs­ky bemerk­te dazu trocken:

Eine wirk­lich sinn­vol­le jour­na­lis­ti­sche Auf­ga­be bestün­de ein­mal dar­in, das durch­schnitt­li­che Steu­er­auf­kom­men der Pegi­da-Demons­tran­ten zu ermit­teln und mit jenem der Gegen­de­mons­tran­ten zu ver­glei­chen. Dann gewän­ne der Satz unse­res glor­rei­chen SPD-Jus­tiz­mis­ters, Pegi­da sei “eine Schan­de für Deutsch­land”, wün­schens­wert an Präzision.

Die­ses Kluft zwi­schen Volk und herr­schen­der Eli­te zeigt sich wie in der DDR auch am pene­trant gestei­ger­ten Gebrauch einer phra­sen­haf­ten, kli­schier­ten Spra­che, die sich lang­sam von der Ober­flä­che der poli­ti­schen Dis­kur­se ablöst wie eine aus­ge­trock­ne­te Horn­haut. Es sind die satt­sam bekann­ten “buzz words” des “Kampfs gegen Rechts”, mit denen die Ver­ant­wort­li­chen ver­su­chen, die rich­ti­gen Knöpf­chen zu drü­cken, damit die pas­sen­den Schub­la­den auf­ge­hen. Pegi­da betreibt “Het­ze”, Pegi­da sind “Men­schen­fein­de”, Pegi­da-Demons­tran­ten ver­brei­ten – was sonst? – “kru­de” Aussagen.

Als sol­che wer­tet der Spie­gel etwa fol­gen­des:

Ein ande­rer Mann sagt zur ARD: “Wie steht es im deut­schen Grund­ge­setz, Scha­den vom deut­schen Volk abzu­wen­den, und dar­an hält sich ja nie­mand mehr”.

“Über­all, wo Krieg ist, ist Deutsch­land dabei – das muss auf­hö­ren”, sag­te eine Dresd­ner Demons­tran­tin, Anfang 40 Jahre.

“Ich habe Angst, dass die Nato uns gegen Russ­land in den Krieg treibt.”

Einer hielt am Mon­tag in Dres­den ein Schild mit der Auf­schrift: “Schluss mit der Staats­pro­pa­gan­da. GEZ abschaffen.”

Micha­el Jurek, 61 Jah­re aus Dres­den: “Ich habe 40 Jah­re als Stahl­bau­mon­teur geschuf­tet – und was bleibt mir? Eine Ren­te auf Hartz-IV-Niveau, da hät­te ich doch gar nicht arbei­ten müs­sen. Das kann es doch nicht sein.”

Ein älte­rer Mann sagt dem Schwei­zer Radio und Fern­se­hen (SRF): “Ich will ein­fach, dass wir Sach­sen blei­ben, so wie sie sind.”

Demons­trant Leif Han­sen, 40 Jah­re aus Schwar­zen­berg (…) for­dert: “Das Volk muss ent­schei­den auf Augen­hö­he – es muss das letz­te Wort haben, für die­ses Recht kämp­fe ich.”

Grü­bel, kopf­kratz, wie kommt man bloß auf sowas? Das ist alles natür­lich ganz, ganz furcht­bar “kru­de” und “men­schen­ver­ach­tend”, abstrus weit her­ge­holt, an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen, aus den Fin­gern geso­gen und sowie­so latent bös­ar­tig, was die­se armen Irren und Irre­ge­lei­te­ten und ethisch Defek­ten da von sich geben. Ganz im Gegen­satz zum extrem unkru­den jüngs­ten Meis­ter­stück der Spie­gel-Edel­fe­der Georg Diez, den all­seits belieb­ten “Gut­men­schen auf Speed” (Micha­el Klo­n­ovs­ky), der wie gewohnt den Vogel abge­schos­sen hat.

Hier ein paar Kostproben:

 Rein sprach­lich gese­hen ist Pegi­da irgend­wo zwi­schen Gesta­po und Hanu­ta zu ver­or­ten – es ist, wie Hoge­sa auch, die Rück­kehr der drei­sil­bi­gen Abkür­zung in den deut­schen Sprach­ge­brauch. Und damit, so scheint es, erst mal das Ende von “ARD, ZDF, C&A”, von “BRD, DDR und USA” (Die Fan­tas­ti­schen Vier). Gesta­po (erfun­den 1933) und Hanu­ta (erfun­den 1959) mar­kie­ren auch die Koor­di­na­ten der Angst, die die­se frem­den­feind­li­che Bewe­gung aus­löst – zwi­schen Volks­ge­mein­schaft, Ver­bre­chen, Ver­damm­nis und der Erlö­sung durch Kon­sum und Kapitalismus.

Aber was soll man machen, wenn die Kraft des Kon­su­mis­mus nach­lässt: Das ist das Erschre­cken des Hanu­ta-Lan­des vor dem Gesta­po-Schat­ten, das ist, mal wie­der, die andau­ern­de (und nicht unbe­rech­tig­te) Angst der Deut­schen vor sich selbst.

(…)

In Deutsch­land, wo “Volk” schon immer wie “Volks­ge­mein­schaft” klang und der Men­ge leicht etwas Dunk­les, Dro­hen­des anhaf­tet, ist die Sache noch ein­mal bri­san­ter: Die Auto­sug­ges­ti­on, dass es rech­tes Den­ken nicht mehr gab, weil es rech­tes Den­ken nicht mehr geben durf­te, war eine Exis­tenz­grund­la­ge des Nach­kriegs­deutsch­lands, im Wes­ten zumindest.

(…)

Das Kli­ma von Angst und Oppor­tu­nis­mus, wie es in Dres­den beson­ders gut zu beob­ach­ten ist, ist dabei durch­aus zeit­ty­pisch – auf den Rui­nen des Neo­li­be­ra­lis­mus, so scheint es, wer­den gera­de die Koor­di­na­ten der kom­men­den Zeit neu ver­han­delt. Und die Frei­heit hat es da beson­ders schwer.

Auch auf die Gefahr hin, daß man mir vor­wirft, den Spieß ein­fach umzu­dre­hen: aber wenn man der­glei­chen liest, fragt man sich wirk­lich, wo die eigent­lich Wahn­sin­ni­gen sit­zen. Wer schon mal mit neu­ro­ti­schen und patho­lo­gisch beein­träch­tig­ten Men­schen zu tun hat­te, wird die Erfah­rung gemacht haben, daß die­se dazu nei­gen, ihr eige­nes Ver­hal­ten nahe­zu rest­los auf ihr Gegen­über zu projizieren.

Da sind also Pegi­da in den Augen man­cher Mei­nungs­ma­cher schreck­lich ängst­li­che “Angst­bür­ger”, die stän­dig vor irgend­wel­chen belie­bi­gen Din­gen irgend­wel­che belie­bi­gen “dif­fu­sen” Ängs­te haben. Mir schei­nen nun Exem­pla­re wie Diez mit ihrer ans Par­odis­ti­sche rei­chen­den Hys­te­rie nicht gera­de beson­ders über­zeu­gen­de Gegen­bei­spie­le und Auf­klä­rungs­leuch­ten zu sein. Und genau­so ver­hält es sich gene­rell mit der weit ver­brei­te­ten Panik  man­cher Leu­te vor allem, was irgend­wie von “rechts” kommt oder auch nur zu kom­men scheint. Die Angst man­cher Leu­te vor “rechts” gleicht oft der Angst vor Vam­pi­ren, Hexen oder Wer­wöl­fen, und ent­spre­chend fal­len auch die Abwehr­maß­nah­men aus. 

Diez glaubt ange­sichts von Pegi­da ein “Kli­ma von Angst und Oppor­tu­nis­mus” wahr­zu­neh­men, das “die Frei­heit” bedroht. Auch das ist eine kurio­se Umkeh­rung der Tat­sa­chen; in der Tat hat gera­de die Pegi­da-Bewe­gung es geschafft, ein bedrü­cken­des Kli­ma aus “Angst und Oppor­tu­nis­mus” zu durch­bre­chen, das wesent­li­che Berei­che der deut­schen Wirk­lich­keit  mit einem Tabu belegt, und jeden mit der sozia­len Äch­tung und Aus­gren­zung bedroht, der wagt, die­se Tabus auch nur anzu­spre­chen. Diez sieht aus­ge­rech­net in Pegi­da den “Gesta­po­schat­ten”, wäh­rend der Ber­li­ner Senat zur glei­chen Zeit ein Smart­pho­ne-App “gegen Rechts” för­dert, das ver­mut­lich auch gegen Pegi­da mobil­ma­chen soll.

Thors­ten Hinz schrieb dazu in der Jun­gen Freiheit:

Das Land Ber­lin ist indes schon einen krea­ti­ven Schritt vor­aus. Mit Unter­stüt­zung des Senats wur­de eine App ein­ge­rich­tet, um fle­xi­ble Aktio­nen „gegen Rechts“ zu orga­ni­sie­ren. Sie wird in Deutsch, Eng­lisch und Tür­kisch ange­bo­ten, um so die „Teil­ha­be und auch das Mobi­li­sie­rungs­po­ten­ti­al in der tür­ki­schen und tür­kisch­stäm­mi­gen Com­mu­ni­ty“ zu stär­ken“. Der Staat ani­miert ein Poten­ti­al, mit dem bis­her Poli­zis­ten kon­fron­tiert sind, wenn sie einen Straf­tä­ter fest­set­zen wol­len und sich bin­nen Minu­ten von alar­mier­ten „Community“-Mitgliedern umringt sehen.

Einem ähn­li­chen Prin­zip fol­gen die Ver­su­che, Pegi­da-Anhän­ger oder auch nur ‑inter­es­sier­te sozi­al zu iso­lie­ren, etwa mit Links, die anzei­gen, ob man Face­book-Freun­de hat, die der bösen Bewe­gung ein Dau­men­hoch geben, mit­samt der Auf­for­de­rung, die sol­cher­hand aus­fin­dig gemach­ten zu “ent­freun­den.”

In einem sol­chen “Kli­ma” erscheint eher jener Gör­lit­zer Kauf­haus­be­sit­zer mutig und non­kon­form, der öffent­lich erklär­te, den “Miß­brauch des Asyl­rechts” nicht zu unter­stüt­zen. Man kann die Äuße­run­gen von Win­fried Stö­cker hier nach­le­sen; er liegt dabei ziem­lich auf der Linie von Pegi­da, indem er näm­lich kei­nes­wegs die Ein­wan­de­rung gene­rell ablehnt, aber das Eigen­in­ter­es­se der auf­neh­men­den Natio­nen schwe­rer gewichtet.

In jedem Fall miss­brau­chen es (das Asyl­recht) die Afri­ka­ner, die unge­be­ten übers Mit­tel­meer zu uns gelan­gen. Ich wür­de sie sofort wie­der nach Hau­se schi­cken, dann las­sen die nächs­ten sol­che gefähr­li­chen Boots­tou­ren blei­ben, und kei­ner ertrinkt mehr – die ein­zi­ge wirk­sa­me Prä­ven­ti­on, bes­ser als ein Auf­ruf des Paps­tes. Die rei­se­freu­di­gen Afri­ka­ner sol­len sich dafür ein­set­zen, dass der Lebens­stan­dard in ihrem Afri­ka geho­ben wird, anstel­le bei uns bet­teln zu gehen. Jeder Mensch ver­dient Mild­tä­tig­keit. Aber jeder Mensch muss auch sei­nen Pflich­ten nach­kom­men. Jedes Volk muss sich sei­ner Pei­ni­ger und Tyran­nen selbst ent­le­di­gen. Jeder wehr­taug­li­che Mann in Syri­en muss sei­ne Fami­lie schützen.

Sie füh­ren ein inter­na­tio­nal täti­ges Unter­neh­men. Aus wie vie­len Län­dern kom­men die Men­schen, die bei Ihnen arbeiten?

Etwa aus 50 Ländern.

Auch in Deutschland?

In den deut­schen Nie­der­las­sun­gen arbei­ten Men­schen aus meh­re­ren Dut­zend Län­dern. Dar­un­ter sind auch vie­le Tür­ken. Ich bin froh, dass ich sie habe. Es sind klu­ge Leu­te dar­un­ter, aber auch Men­schen, die Arbei­ten machen, die ande­re nicht tun wol­len. Aber sie haben nach mei­ner Auf­fas­sung kein Recht, sich in Deutsch­land fest­zu­set­zen und dar­auf hin­zu­ar­bei­ten, uns zu ver­drän­gen, dar­auf läuft es hin­aus, wenn nicht gegen­ge­steu­ert wird!

Wie soll ich das verstehen?

Vie­le Tür­ken kom­men auf einer Ein­bahn­stra­ße in unser Land, indem die Eltern ihre Kin­der ganz gezielt in Rich­tung Deutsch­land ver­hei­ra­ten, es hei­ra­tet nie­mand in die ande­re Rich­tung. Und heu­te sind es schon zehn Pro­zent Tür­ken in den Städ­ten, war­ten Sie ein­mal 50 Jah­re ab, dann haben sie bei uns die Mehrheit.

Aber Sie nut­zen ger­ne ihre Arbeitskraft.

Das ist doch immer noch bes­ser, als wenn sie dem Staat auf der Tasche lie­gen. Ich beob­ach­te das ziem­lich genau. Die Mos­lems haben längst begon­nen, einen Staat im Staa­te zu bil­den. Ich will aber kein neu­es Mit­tel­al­ter in mei­ner Hei­mat und in 50 Jah­ren kei­nen Halb­mond auf der Gör­lit­zer Frau­en­kir­che oder auf dem Köl­ner Dom.

Der­glei­chen gilt nun schon als “frem­den­feind­lich”, total sho­cking und kom­plett indis­ku­ta­bel, wäh­rend die Ant­wort dar­auf  in Form Dro­hun­gen, ver­bun­den mit einem Druck auf die Trä­nen­drü­sen, erfolgt. Unter dem Titel “Wer ret­tet das Kauf­haus?” sug­ge­riert die Säch­si­sche Zei­tung, daß es ab nun haa­rig wer­den könn­te für Stö­cker. Der Arti­kel ist ein Para­de­stück an per­fi­der mora­li­scher Erpres­sung, die mit geheu­chel­tem tau­ben­glei­chen Augen­auf­schlag ange­trapst kommt:

Wenn alles schön gewor­den ist, kommt Ebe­ne­zer Scroo­ge. Ein alter, ver­bit­ter­ter Geiz­hals, der vor allem an einem spart: an mensch­li­cher Wär­me. Wäh­rend sich um ihn her­um die Men­schen auf Weih­nach­ten freu­en, klei­ne Geschen­ke besor­gen und einen gro­ßen Vogel für den Back­ofen, zählt der Waren­haus-Besit­zer sein Geld und bestellt sei­nen armen Mit­ar­bei­ter mit dem kran­ken Kind für den Weih­nachts­tag zum Dienst ein. Nächs­ten­lie­be, Barm­her­zig­keit? Sen­ti­men­ta­les Geschwätz! So erzählt es Charles Dickens in sei­ner berühm­ten Weih­nachts­ge­schich­te, die im Lon­don des 19. Jahr­hun­derts spielt, als der Kapi­ta­lis­mus beson­ders kalt war. Und so will es ein Film erzäh­len, der in ein oder zwei Jah­ren im Gör­lit­zer Kauf­haus gedreht wer­den soll.(…)

Die Gör­lit­zer Öffent­lich­keit – Poli­tik, Kir­chen, Ver­ei­ne, Pri­vat­leu­te – reagiert ent­setzt, empört und vor allem ver­stört. Wie kann es sein, dass der Mil­lio­när und Medi­zin­pro­fes­sor, der bis vor Kur­zem noch als Wohl­tä­ter und „Kauf­haus­ret­ter“ ver­ehrt wur­de, plötz­lich als hart­her­zig, böse, into­le­rant und gefähr­lich deutsch­tü­melnd erscheint? Es ist, als habe sich der anony­me Mil­lio­nen­spen­der als Mis­ter Scroo­ge zu erken­nen gege­ben – nichts passt mehr zusam­men. Bildstörung. (…)

Mit sei­nen radi­ka­len Äuße­run­gen und vor allem mit dem ver­let­zen­den „Fir­le­fanz“ ent­larvt sich Stö­cker als jemand, dem mensch­li­che Befind­lich­kei­ten völ­lig egal sind. Wer reli­giö­se Gefüh­le bewusst ver­letzt und die Wer­te­ba­sis von Mil­lio­nen von Men­schen als „Mär­chen“ abtut, redet zynisch und tota­li­tär. In Stö­ckers per­sön­li­chem „Dorf“ ist es so eng, dass nur Men­schen Platz haben, die sol­che Ver­let­zun­gen nicht emp­fin­den, also Men­schen, die zu sei­ner Vor­stel­lungs­welt passen. (…)

Win­fried Stö­cker ist ein schlech­ter Kauf­mann, wenn er die Gefüh­le und Bedürf­nis­se vie­ler Men­schen um sich her­um igno­riert und ver­höhnt. Auf die­ser Basis han­deln Men­schen nicht miteinander.

Das soll erst­mal rei­chen. Wer soll Hys­te­ri­ker und Tröp­fe ernst­neh­men, die auf die­se alles in allem mode­ra­ten Äuße­run­gen Stö­ckers tat­säch­lich “ent­setzt, empört und vor allem ver­stört” reagie­ren? Oder auch sol­che, die der­ar­ti­ge Schmalz­ka­no­na­den zu ver­fas­sen imstan­de sind?

Hin und wie­der zeigt sich, daß die geschwol­le­nen Her­zen und wei­chen Gehir­ne noch nicht über­all über­hand genom­men haben. Diez etwa beklagt, daß die Medi­en nun rei­hen­wei­se umkip­pen wür­den, und eine “Bereit­schaft” zei­gen wür­den, “auf rech­te Argu­men­te” ein­zu­ge­hen (wenn es doch so wäre!).

Wie das riecht, der rech­te Oppor­tu­nis­mus, das demons­trier­te die­se Woche zum Bei­spiel die Sei­te eins der “Frank­fur­ter All­ge­mei­nen”, wo das poli­ti­sche Res­sort mit wehen­den Fah­nen auf die Pedi­ga-Bewe­gung zulief.

Denn FAZ-Her­aus­ge­ber Bert­hold Koh­ler habe For­de­run­gen gestellt, die “dem Grund­recht auf Asyl dia­me­tral” ent­ge­gen­ste­hen. Das hat viel­leicht – was jen­seits Die­zens Vor­stel­lungs­ho­ri­zont liegt – weni­ger mit “Oppor­tu­nis­mus” vor dem schröck­li­chen Druck der Pegi­da-Demons­tran­ten zu tun, als viel­mehr mit Ein­sich­ten in die Sache selbst.  O‑Ton Kohler:

Wirk­lich „ernst neh­men“ heißt, die Pro­tes­te nicht nur für einen vor­über­ge­hen­den Vor­weih­nachts­spuk zu hal­ten, son­dern eine Ein­wan­de­rungs­po­li­tik zu ver­fol­gen, deren Regeln – wie in den klas­si­schen Ein­wan­de­rungs­staa­ten – sich strikt an den Inter­es­sen des eige­nen Lan­des ori­en­tie­ren. Auch in Deutsch­land ist es nicht falsch, von Ein­wan­de­rern den Wil­len zur und das Inter­es­se an Inte­gra­ti­on zu verlangen.

Das ist in der Tat ein beacht­li­ches Zuge­ständ­nis, und wür­de schon ein­mal einen guten Anfang set­zen. Es geht auch ein gutes Stück über die Pegi­da-Ver­ste­her von der Welt (sie­he auch hier und hier) wie etwa  Jac­ques Schus­ter hin­aus, der schrieb:

Genau­so abwe­gig ist es aber, von einer Über­frem­dung Deutsch­lands zu spre­chen. Selbt wenn das Land dop­pelt so vie­le Flücht­lin­ge auf­näh­me, wäre es nicht “über­frem­det”. Trotz­dem – wir wis­sen es alle – gibt es Übel auf dem Feld der Asyl- und Inte­gra­ti­ons­po­li­tik, die sich bekla­gen las­sen; von wem auch immer.

Es wird also wie­der ein­mal “Ich seh etwas, was du nicht siehst” gespielt. Indes­sen wird vom Wahr­heits- und Wahr­neh­mungs­steue­rungs­mi­nis­te­ri­um groß­mun­dig  ver­kün­det, man wol­le nun “die Het­ze mit Fak­ten kon­tern”. Viel Spaß, wenn ihr euch dabei so sicher seid!

Der Hori­zont, vor dem sich dies alles abspielt, reicht indes viel, viel wei­ter als die paar zer­knüll­ten Pro­zen­ten Mos­le­m­an­teil in Sachsen.

Thors­ten Hinz bringt es auf den Punkt:

Die Demons­tran­ten weh­ren sich dage­gen, daß die nor­ma­ti­ve Kraft eines glo­ba­len Bevöl­ke­rungs­ma­nage­ments ihr Hei­mat­recht außer Kraft setzt. Der Begriff „Flücht­ling“ ver­ne­belt mehr als er erklärt, und der Isla­mis­mus ist nur der Anlaß, nicht das Kern­pro­blem, auf das Pegi­da reagiert. Es geht um den abseh­bar unver­sieg­ba­ren Men­schen­strom aus Asi­en und Afri­ka, der in Euro­pa und vor allem in Deutsch­land ein Sied­lung­recht bean­sprucht. Die Kern­fra­ge lau­tet: Müs­sen die Deut­schen die Land­nah­me und die damit ver­bun­de­ne Ver­schlech­te­rung ihrer Lebens­um­stän­de hin­neh­men und dafür sogar noch zahlen?

Die Mischung aus Des­in­for­ma­ti­on, Dif­fa­mie­rung und Mensch­lich­keits­zu­cker, die gegen Pegi­da in Stel­lung gebracht wird, hat den allei­ni­gen Zweck, die­se Kern­fra­ge zu ver­schlei­ern. Denn die poli­ti­schen und media­len Eli­ten haben sie längst  beantwortet:

Inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­tio­nen und die poli­ti­sche Klas­se und Medi­en in Deutsch­land mei­nen: Ja! Die Bür­ger, die das tra­gen sol­len, haben sich lan­ge indif­fe­rent ver­hal­ten. Sie wis­sen längst, daß die­se Poli­tik ihre Inter­es­sen ver­letzt, waren aber auf unter­schied­li­che Wei­se ruhig­ge­stellt. Die Tau­sen­den Demons­tran­ten in Dres­den und ande­ren Städ­ten, die jetzt gegen die Ent­frem­dung ihrer Lebens­welt pro­tes­tie­ren, sind noch eine Min­der­heit. Sie sind aber auch eine bür­ger­schaft­li­che Elite.Wie die Mon­tags­de­mons­tran­ten 1989 haben sie ihre Angst und die all­ge­mei­ne Para­ly­se überwunden.

Jetzt müs­sen sie am Ball blei­ben – noch nie haben die Kulis­sen so gewa­ckelt wie jetzt.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (33)

Hartwig

22. Dezember 2014 15:08

sueddeutsche.de scheint sich seit etwa zwei Tagen als eine Art Anti-PEGIDA-Koodinationsplattform zu formieren. Da wird nicht nur "berichtet" und "kommentiert", sondern regelrecht mobil gemacht.
Ich hatte schwer überlegt, ob ich heute den Weg nach Dresden antreten werde, aber die Entscheidung ist gefallen. Go east.

Nemo Obligatur

22. Dezember 2014 15:17

Eines geht aus der von Herrn Lichtmesz gegebenen Übersicht ganz klar hervor: Inzwischen hat sich jeder Kolumnist von Rang, von links wie von rechts, zum Thema geäußert. Die Fronten sind abgesteckt, Überraschungen sind dabei ausgeblieben. Abgesehen vielleicht davon, dass die Nomenklatura in ungewöhnlich aggressiver Weise reagierte, geradezu kopflos. Vielleicht aus der Panik heraus, weil sie dieses Mal nicht schon den klitzekleinen Anfängen gewehrt hat. Wie hat doch neulich Leser dieses Forums so schön bemerkt: "Mit dem kleinen Mann von Straße hat man einfach nicht mehr gerechnet." Pegida kam sozusagen aus dem Toten Winkel.

Obwohl weiter schwankend, sagt mir mein Gefühl ebenso wie mein Kopf, dass es in Deutschland nicht mehr hinter Pegida zurückgeht. Ein Rest wird bleiben. Egal, ob die Bewegung einschläft, untergraben oder zerschlagen wird, oder ob sich gar feste Strukturen herausschälen. Wie man irgendwo lesen konnte, will sich Pegida jetzt auch ins Vereinsregister eintragen lassen. Man darf gespannt sein.

Matthias Grund

22. Dezember 2014 15:32

PEGIDA ist für mich Zeichen einer politischen Emanzipierung, eines Gesundungsversuches der Demokratie durch eine erwachende Zivilgesellschaft.

Gleichzeitig ist Dresden auch Vorfeld eines symbolischen Bürgerkrieges um die Frage, in welchem Staat wir leben wollen. Verteidigen wir die freiheitliche Demokratie mit dem Bürger als Souverän oder finden wir uns mit der Transformation zum postnationalen Marktsystem ab?

Widerspruch und Auseinandersetzung gehören zur Demokratie, so wie Gleichschaltung und Generalmobilmachung gegen Dissidenten zur Diktatur gehören. Wie tolerant ist der toleranzfordernde Staat eigentlich noch gegenüber seinen Kritikern?

Die Reaktionen darauf sind entlarvend, weil die politische Elite nun völlig unumwunden zugibt, dass Zuwanderung und Diversity den Rang einer Staatsräson eingenommen haben, die es mit allen Mitteln zu verteidigen gilt und der man im Zweifelsfall auch die Demonstrationsfreiheit opfern darf. Was früher der Klassenkampf war, ist jetzt der Kampf für die Weltoffenheit. Der Arbeiter der DDR ist der Flüchtling von heute, der zum Maßstab politischen Seins gemacht wird.

PEGIDA als Verteidiger der bürgerlichen Souveränität - dagegen Merkel, Maas, Gauck und Gabriel als Speerspitze der "totalen Transformation" (in Anlehnung an Polanyi). Wenn man es zu Ende denkt bleibt die Frage, was den Transformationsvertretern die neue Weltordnung wert sein wird? Werden sie letztlich Soldaten gegen das eigene Volk richten, um die "Schande" auszuradieren? Maidan, Tahrir, Tianmen...Dresden?

Matthias Grund

22. Dezember 2014 15:51

Wenn man die Analyse der Reaktionen auf die Spitze triebe, könnte man glatt den Tenor herauslesen, PEGIDA bestehe aus "unwerten" undemokratischen "Untermenschen", die "entartete" Meinungen von sich geben. Karikaturen, die Teilnehmer als Scheiße verbildlichen, gibt es schon; in der von Lichtmesz zitierten App werden "rechte Aufmärsche" mit einem Hundehaufen gekennzeichnet.

Die Feindbildprojektion funktioniert, die Saat geht auf, die ersten Teilnehmer wurden schon verprügelt, "Hooligans" in Hannover beinahe ermordet.

Das ist nicht Weimar, das ist 1933-1935, kurz vor Einführung der Nürnberger Rassengesetze (bei uns dann Anti-Islamophobie-Gesetze). Das Feld ist bereitet. Wer in der Kirche demnächst das "Tala‘a al-badru alayna" nicht laut genug mitsingt, wird zu spüren bekommen, was es heißt, ein Staatsfeind zu sein.

Langer

22. Dezember 2014 15:59

Vielleicht belanglos, aber was mich medial unterdessen wirklich aergert, sind die einfallslos dummen Seitenhiebe vom Satire-Magazin Titanic. Denn das passt schlichtweg nicht zum Image der Halbaeugigen, die sich doch so oft damit bruesten, das kleine Koernchen Wahrheit wahrzunehmen, welches andere so gern ignorieren. Und wo stecken derzeit mehr Kornsaecke von Wahrheit als in PEGIDA?

Ich hoffe, man merkt sich deren Namen, so auch wie die der unzaehligen Anderen, damit sie hinterher nicht angedackelt kommen und doch mitmachen wollen.

Matt Anon O'Herne

22. Dezember 2014 16:46

Es ist eine große Freude die "Medien-Profis" und Parteifunktionäre im Zustand der Hysterie, Verwirrung und habitueller Abneigung zu sehen. "Woher kommt das? Wie kann das sein? Und es sind doch nur 0,2% Muselmänner in Sachsen..." Die Reaktionen der Medien und Parteifunktionäre waren am Anfang häßlicher und aggressiver. Das hat sich mit der Zeit leicht abgewandelt. Die Diskrepanz zwischen der veröffentlichten und der öffentlichen Meinung ist so groß, dass es zwangläufig zu einer solchen Reaktion kommen musste. Der Name der Bewegung ist etwas sperrig, aber in der Aussage doch genial: Patriotische Europäer klingt gut! Der Begriff der Islamisierung ist noch von keinem Professor in den Medien geistesgeschichtlich erklärt und kontextuell eingebettet worden. Man behauptet einfach, es gäbe keine Islamisierung. Am Ende gibt es ja auch keinen Islam und kein Christentum und keine Rassen und keine Geschlechter!!! Und dass man den Begriff des Abendlandes ins Gespräch gebracht hat, finde ich erst recht genial! Weil man im akademischen Kontext gar nicht mehr vom Morgen- und Abendland sprechen darf. Wie schon de Maizière, dieser scheintote Bürokrat, prägnant erfasst hat: Der Name allein sei eine Frechheit! Mögen es heute 20.000 werden!

Martin

22. Dezember 2014 16:58

Danke für diesen Beitrag, der hoffentlich eine weite Verbreitung findet.

Zustimmung besonders für diesen Satz:

Wer schon mal mit neurotischen und pathologisch beeinträchtigten Menschen zu tun hatte, wird die Erfahrung gemacht haben, daß diese dazu neigen, ihr eigenes Verhalten nahezu restlos auf ihr Gegenüber zu projizieren.

@Nemo Obligatur,

Inzwischen hat sich jeder Kolumnist von Rang, von links wie von rechts, zum Thema geäußert. Die Fronten sind abgesteckt, Überraschungen sind dabei ausgeblieben.

Stimmt grundsätzlich, lediglich die Kommentierung von Broder war eine Überraschung aus meiner Sicht, nachdem er es ja schon einmal grundsätzlich für in Ordnung erklärt hatte, dass sinngemäß sich das deutsche Volk demografisch erledigen wird. Diesen Kommentar von ihm hatte ich daher nicht erwartet.

https://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article135586551/Das-deutsche-Festival-des-Wahnsinns.html

Zum Abschluss etwas von Death in June (aus dem Lied UNCONDITIONAL ARMISTICE) :

Can I trust a human?
Can I trust his soul?
Like pigs they link together
Like pigs in a sausage roll
They all think they're individuals
They all think they're free

Heute Abend dann Weihnachtslieder, diesmal vom Pegida Chor ...

H. M. Richter

22. Dezember 2014 17:25

Inzwischen hat sich auch Alt-Kanzler Schröder zu Wort gemeldet:
Er bezeichnet PEGIDA als kruden Haufen.

Vermutlich will er Haufen i.S.v. Pöbel (heutzutage Mob) verstanden wissen, vielleicht sogar mit Bezugnahme auf hinlänglich bekannte Fäkalien-Phantasien.

Was Schröder nicht bewußt sein wird: Im Bauernkrieg hatten sich die Bauern im Kampf gegen die Obrigkeit in sog. Haufen zusammengeschlossen ...

P. S.
Hervrorragende Analyse von M. L.

Jefreiter

22. Dezember 2014 17:45

Ein Haufen hoffärtiger, meist ungedienter Politiker und Journalisten gegen eine ganze Division mündiger Bürger, die sich schweigend erhoben hat. Das kann nicht gutgehen.

Harald de Azania

22. Dezember 2014 18:55

Verehrter Martin Lichtmesz,

Lichtvoll ( wenn mir dieses Wortspiel gestatttet ist), zynisch ( what else !) und brilliant.

Es mag eine Situation sein wie 1989 in der "DDR", aber

- die Honecker und Mielke-Typen waren bereits derart verkommen, dasz sie zum Muell geworfen werden konnten,

- die herschende Pseudoelite ( ich will den Begriff Abscha..) vermeiden ( Oh Gott ! Goetz Kubitschek muss wieder einmal nachdenklich werden, ob er DAS freischalten kann ( ist keine Kritik an ihm,"sezession " st super, ich verstehe Sachzwaenge); sorry (so diskutieren wir halt hier im glorreichen Suedafrika) ist sicherlich wesentlich skrupelloser und hat mehr internationalen Rueckhalt als die Honecker-Partie,

- Angela Merkl ist die gefaehrlichste und srupellostese Intrigantin auf Gottes und deutschem Erdboden (Lieber G.K. ich weiss, ich weiss, aber HIER darf und kann man das sagen !!!): Sie hat die eigene Weltanschaung, die eigene Partei zu Tode intrigiert ( " Tullia Destructiva") und beging und begeht Landesverrat am Deutschen Staat, Hochverrat an der eigenen Kultur, Geschichte und Wirtschaft.

- Vor Skrupellosen muss man sich hueten.

- Wie dreht man das System ab ? Steuerstreik! Die "DDR" war pleite und total mau, in Deutschland gibt es noch sehr viel Produktivtaet, die sich blauaeugig missbrauchen, sprich melken laesst.

- Naechster Schritt: ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Polizei und Armee schamlos gegen das eigene Volk einsetzen lassen wollen. Taktische Gespraeche waeren sinnvoll.

- Weitermachen! Nichts ist so maechtig wie eine Idee und Bewegung, deren Zeit gekommen ist.

No pasaran! Sagte die Linke. Han pasado! sagte die Rechte.

Ach ja, in Suedafrika waere PEGIDA harmolser mainstream , wirklich ;-)

HdeA

Carsten

22. Dezember 2014 19:06

Die Hetze der Junta aus Politikerkaste, Journalunken, Pfaffen und Asifa ist an Niedertracht und Schäbigkeit nicht zu überbieten. Bloß: Sie verfängt immer weniger. 2015 wird ein spannendes Jahr! Gibt es einen zweiten 17. Juni?

Ein gebürtiger Hesse

22. Dezember 2014 19:13

Eine hervorragende Analyse - besten Dank dafür! Ein Satz vor allem bringt etwas Wesentliches auf den Punkt:

(...) in der Tat hat gerade die Pegida-Bewegung es geschafft, ein bedrückendes Klima aus „Angst und Opportunismus“ zu durchbrechen, das wesentliche Bereiche der deutschen Wirklichkeit mit einem Tabu belegt, und jeden mit der sozialen Ächtung und Ausgrenzung bedroht, der wagt, diese Tabus auch nur anzusprechen.

Und genau dieser Durchbruch ist nun geschafft und dahinter wird man nicht zurückkommen. Man kann ihn verleumden, in der Tat, doch da der Meißner Löwe mit seiner Feuerzunge nun aus dem Sack ist und alle ihn gesehen haben, ist dadurch eine neue Ebene erreicht. Das ist bereits jetzt die grandiose Leistung von Pegida.

Ein Fremder aus Elea

22. Dezember 2014 19:28

Das Klima von Angst und Opportunismus [...] ist dabei durchaus zeittypisch – auf den Ruinen des Neoliberalismus, so scheint es, werden gerade die Koordinaten der kommenden Zeit neu verhandelt. Und die Freiheit hat es da besonders schwer.

Das stimmt doch, und zwar zu 100%.

M.L.: Klar, aber nicht so wie Diez es meint. Er glaubt, das Auftauchen von Pegida erzeuge ein "Klima von Angst und Opportunismus".

Es ist allerdings seltsam, daß es Menschen gibt, welche ernsthaft glauben, daß dies aus der Mitte des Volkes käme.

Ich meine, es kommt so offensichtlich von oben, wie sonst kaum was.

M.L.: Von wo "oben"? Warum? Und wieso "offensichtlich"?

Wir haben alle unsere Stärken und Schwächen. Es ist definitiv eine Stärke der Dresdner, daß sie einander genug vertrauen, um hier Grenzen aufzuzeigen.

Natürlich können auch "die da oben" an bestimmten Schrauben nicht drehen, aber was da in Nordafrika gelaufen ist, in Syrien noch läuft, ebenso in der Ukraine, sind eindeutig Maßnahmen, um den Weltuntergang zu beschleunigen.

Carsten

22. Dezember 2014 19:33

Aus Dresden wird soeben gemeldet:

"Die 2 steht vorne!"

20.000!

Ein Fremder aus Elea

22. Dezember 2014 19:52

Werter Herr Lichtmesz,

was ich meine ist, daß das Zentrum der Macht weltweit sich in der Frage stetig weiter radikalisiert, wie weit die Wünsche und Vorstellungen anderer anzuhören versus zu formen sind.

Ist das nicht offensichtlich?

Wer aus der Reihe tanzt, wird passend gemacht. Mit der größten Brutalität.

Was soll denn da für ein Klima entstehen?

In jeder Tyrannei herrschen Angst und Opportunismus, das ist sozusagen die Definition...

M.L.: Ich versteh mal wieder gar nix, wie bei den meisten Ihrer Kommentare...

Andy

22. Dezember 2014 20:02

Ich halte nichts von Pegida. Ich glaube nicht an eine drohende Islamisierung oder die Gefahr durch Salafistensekten. Aber es zeigt sich am Beispiel von Pegida wie wenig liberal dieses Deutschland ist in seinen Eliten. Die verkrampften Vorstellungen von rigider Bürgerlichkeit, einer passiv aggressiven Mitte, die politische Minderheiten verunglimpfen muss, das missfällt mir. Auch wie Vertreter der Amtkirchen ihre Ämter zur politischen Agitation in Sachen Flüchtlingspolitik missbrauchen.

Die Abschaffung Deutschlands wird einem sympathisch gemacht bei solchen Vertretern. Ich glaube ich werde Salamist, Anhänger eines deutschen Islam mit Salami und Abendland, und haue Pegida, Kirchen und die Medien in einen Sack. Die Frage ist, "welche Islamisierung" wollen wir?

Rainer Gebhardt

22. Dezember 2014 20:39

"Objects in mirror are closer than they appear!"

Marcus Junge

22. Dezember 2014 21:39

"deren Verhalten sich in den letzten Wochen kaum mehr von jenem der DDR-Eliten im November und Dezember 1989 unterscheidet!"

Sofern ich es richtig verstanden habe, ist doch die Betonkopf-Führung der DDR gemeint, im Zweifelsfall noch die mit Erich an der Spitze, also von vor dem Fall der Mauer? Dann wäre November / Dezember 1989 nicht richtig. Oder war die Truppe um Egon Krenz nach der Maueröffnung noch so schlimm, daß die als Beispiel taugen?

M.L.: Gut, korrekter wäre die Zeit davor. Ich ändere das.

Vaddi

22. Dezember 2014 21:49

@Andy

Die Islamisierung findet auch statt ohne das Du daran glaubst.
scnr

Tatsache ist das seit 1960 wenige Zehntausend Muslime in Deutschland waren
2014 rd. 5.000.000 (5 Millionen).
1960 wenige Deka (vllt. 30) Moscheen - 2014 gut 2600, rd. 900 davon von der Ditib.
In beiden Fällen eine Steigerung von 10.000%.

Zur Zeit kommen allein durch Asylbewerber und Flüchtlinge sehr viele Muslime
nach Deutschland von denen die meisten bleiben werden und andere nachziehen.
Das sind rd. (niedrig gerechnet 50%) also 65.000 in 2013, 100.000 (eine Großstadt)
IN 2014, 2015 werden es vermt. noch ein paar mehr.
_GLEICHZEITIG_ aber nimmt die (ur)deutsche Bevölkerung ab. jede Generation (25-30 Jahre)
1/3 (und in der Geb.-rate von 1,3-1,4 sind schon ALLE enthalten). D. h. jetzt 75 Millionen "echte"
Deutsche, spätestens 2045 - 50 Millionen Deutsche.
D. h. wir werden auf jeden Fall islamisiert, selbst bei Einwanderungsstopp für Muslime.
Weil unsere Gebutrtenrate auch dann zu niedrig ist, bzw. die der Muslime in D. auch
fällt aber (erst mal) höher bleibt.
Herr LichtmesZ(?) weiß es und hat deswg. viele Kinder, oder verwechsle ich Sie?

M.L.: Ich habe überhaupt keine Kinder!

Schöne Weihnachten

Marcus Junge

22. Dezember 2014 21:56

"und -sympathisanten werden wahlweise als „Latenznazis“, bösartiger Mob, „Rechtsextreme“, psychisch Kranke, Verhetzte, Verführte, Fremdenhasser, „Menschenfeinde“, Angstgetriebene, „Wutbürger“, „Nationalisten“,“Ranschmeißer“, Verkrampfte, Rückschrittliche, Verklemmte, Häßliche, Unmenschen, Un- und Halbgebildete, unter Halluzinationen und Angstneurosen Leidende oder auch kleinkarierte Wohlstandsbürger dargestellt, die in einer „wirren Welt“ leben und zu geizig und hartherzig sind, um armen Asylanten etwas von ihrem Wohlstandskuchen abzugeben"

Puh, ich vermisse Proto-Nazis, Militaristen, Rassisten, Vollidioten, Arschlöcher. Ansonsten, überwachen die mich, oder woher kennen die mich so genau? :-)

"Wenn sie eines Tages „Rechtsextremist“, „Nazi“, „Rassist“ rufen, der Angesprochene aber nur noch schweigend mit den Schultern zuckt und weitergeht, ist die Freiheit des Geistes wiedererlangt."

https://jungefreiheit.de/kolumne/2014/pegida-und-das-schweigen/

Marcus Junge

22. Dezember 2014 22:02

Andy

Montag, 22. Dezember 2014, 20:02 (URL) | Kurz-URL

"Ich halte nichts von Pegida. Ich glaube nicht an eine drohende Islamisierung oder die Gefahr durch Salafistensekten."

Und wo kommen dann die ganzen Moslems in der Alt-EU (Stand 1992) her? Am Ende des 2. Weltkrieges gab es praktisch keine Moslems, inzwischen verkündet die EU 50.000.000 (fünfzig Millionen) + X. Die Migrationsgewinne seit 1990 bestanden zu 90% aus Moslems. Die Masse der Fachkräfte kommt aus moslemisch Afrika und moslemisch Asien. Die Asylfachkräfte der BRD sind zu 2/3 Moslems derzeit.

https://www.youtube.com/watch?v=sJ4cI2mSBRI

Wer da keine Islamisierung sehen kann, muß blind sein.

d.n.

22. Dezember 2014 22:51

Neben der der frontalen Anti-Pegida-Propaganda der etablierten Medien ist jene ganz besonders widerlich, die die Bewegung eher unterschwellig in den Dreck zieht - etwa im Zusammenhang mit den Hakenkreuze-Schmierereien an einer Moschee vor paar Tagen. Hier ein Zitat aus der "Zeit":

Ob ein Zusammenhang zum Pegida-Bündnis bestehe, das derzeit in Deutschland eine islamfeindliche Stimmung verbreitet, sei nicht bekannt, sagte der Sprecher.

Hier der ganze Artikel:
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-12/dormagen-moschee-hakenkreuz-schmierereien

Bemerkenswert war auch die Berichterstattung mancher Medien im Zusammenhang mit dem Auffliegen des RTL-Journalisten auf der letzten PEGIDA-Demonstration. Nicht das Einschleusen des getürkten Demonstranten war der Skandal, sondern dessen vermeintlich "rassistische" Äußerungen.

Der Begriff "Lügenpresse" dürfte jedenfalls nicht nur Anwärter auf das "Unwort des Jahres" sein (entgegen der eigentlichen Absicht meist eh eine Auszeichnung), sondern hat auch das Zeug zum festen politischen Vokabular, dass sich auch außerhalb der einschlägigen Szene etabliert.

Hans Meier

22. Dezember 2014 23:22

Ich weiß nicht mehr, wer es schrieb, aber es ist gut:

Nicht alle, die gegen PEGIDA schimpfen oder demonstrieren, sind wirkliche Deutschenhasser. Viele sind einfach nur verunsichert, z.B. Politiker oder Journalisten, die um ihre Stellungen fürchten. Andere kennen nichts anderes als die Propaganda, die Deutsche als böse und Fremde als gut erklärt hat. Sie glauben tatsächlich, dass demzufolge Deutschland ein besseres Land wird, wenn der Anteil der Deutschen reduziert wird.
Wir müssen nachsichtig mit ihnen sein. Viele von diesen vermeintlichen "Gutmenschen" haben seit Jahren nicht mit normalen Bürgern außerhalb ihrer Szene gesprochen. Sie glauben, auch die anderen wollen sich eigentlich abschaffen - und sind nun ganz empört darüber, dass das nicht der Fall ist.
Ich denke, nur die Anführer sollten wir ganz boykottieren, denn dort sind viele, die tatsächlich böse Absichten gegenüber unserem Volk verfolgen. Es gibt dagegen im Fußvolk viele, die ahnungslos sind und sich missbrauchen lassen. Es sind Opfer. Wir sollten uns um sie kümmern und mit den Menschen sprechen, schließlich ist es auch gut für sie, von dem eingepflanzten Selbsthass auf sich als Deutsche abzulassen und froh und frei zu leben, im eigenen Vaterland. Kann es was Schöneres geben?
https://www.youtube.com/watch?v=zuvcN7L-Hig

Gut aber, dass die Mehrheit des Volkes weiterhin realitätsempfänglich ist. Sie sieht, wie sich ihr Viertel, ihre Stadt verändert hat, was in den Schulen geschieht und in der U-Bahn.
Dieser peinliche Auftritt der Blockis war das letzte Aufbäumen, mühsam massiv beworben von SZ und Bayerischem Rundfunk, drei Tage ohne Pause. Jeden Tag haben wir die Islamisierungsnachrichten in der Zeitung (zuletzt Liedersingen auf arabisch...), das bleibt nicht ohne Wirkung.
In München waren etwa 4-5000 Antideutsche auf dem Max-Josephs-Platz, mehr nicht. Ich war dort. Schaut Euch das Bild an:
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/bilder-von-der-anti-pegida-demo-des-is-mei-stadt-1.2279774-8

Das war der Höhepunkt derApparatschiks und Pseudo-Gutmenschen (68er hassen ihre Väter!). Im Januar wird PEGIDA zurückkehren und in allen Städten zulegen, die Demos der Deutschenhasser dagegen werden abflauen.
Mit jedem "nichts mit dem Islam zu tun habenden" Terroranschlag im Nahen Osten oder sonst in der Welt.

Trouver

22. Dezember 2014 23:43

Die xenokratische Hetze in den Medien schlaegt wie per Befehl in den neuen Winkel - es werden die "Gegendemos" als Mittel der Fascho-Bekaempfung gepriesen und sekbst Gasprom-Altkanzler aus de Reserve herbeizitiert.

Schland muss doch verrecken - Carthago delenda est - und unser Widerstand gehoert gebrochen.

Aber bis dahin werden die Entdeutscher ihn geniessen.

Langer

22. Dezember 2014 23:59

HERRLICH! Man sieht die Bilder und denkt: Der Fruehling auch in Deutschland eingekehrt! Noch drei Monate! :D

JensN.

23. Dezember 2014 00:42

Ich habe mittlerweile aufgehört zu zählen, wie oft ich in den letzten Tagen von "diffusen Ängsten", "Frust- und Wutbürgern, "Rattenfängern" und ähnlichem gehört habe. Sehe gerade bei den Tagesthemen eine erneute "Analyse" der Pegida- Bewegung. Hier wird noch einmal genau das bestätigt, was sämtliche Autoren und Kommentatoren dieser Seite geschrieben haben. Doch während man bei Pegida von politischer und medialer Seite noch schwankt zwischen aggressivem Gezeter und herablassenden "Verständnis für die Ängste der Bürger" ergiessen sich über die "weltoffenen Münchnerinnen und Münchner" waren Lobeshymnen.

Die SZ schreibt:

"Ein breites Bündnis aus kirchlichen Gruppen, Künstlern, Politikern und Flüchtlingsorganisationen ist am Montagabend in München gegen antiislamische "Pegida"-Kundgebungen auf die Straße gegangen."

DDR- Jargon vom Feinsten. Was früher der antifaschistische Schutzwall war, ist heute das breite Bündnis aus blablabla... Schaut man sich bei den dazugehörigen Bildern die Gesichter dieses hirnlosen Menschenbreis an (hoffe das kann so stehen bleiben) dann ist die Selbstgerechtigkeit, Dummheit und dieses ungeheuere Sendungsbewusstsein fast schon mit den Händen zu greifen. Nur ein einziges Mal ein mutiger zivilcouragierter Mensch sein, der sich in heldenhafter Art und Weise für die ach so dringend benötigten "Refugees" und gegen Intoleranz einsetzt. Dazwischen ein ehemaliger Fußballstar des FCB und die Koksnase Konstantin Wecker, sowie diverse andere B- und C- Promis.

Aber ich glaube sie merken es wirklich nicht. Sie merken es einfach nicht, dass das, was da veranstaltet wird genau dieser dümmliche Herdentrieb ist, den sie bei Pegida kritisieren. Dieses Federvieh glaubt wirklich daran, das es gegen den Strom schwimmt ohne zu merken, das es schon immer ein Teil dieses Stroms gewesen ist.

Nochmal die SZ:

"Etwa 12 000 Menschen demonstrierten vor dem Nationaltheater. Womöglich waren es noch viele mehr, doch die Polizei musste das Gelände abriegeln. Die Veranstalter hatten offiziell "nur" 1500 Teilnehmer erwartet."

Aha. Nur 1500 Teilnehmer erwartet und das bei so einem breiten Bündnis?! Aber vielleicht waren es sogar noch viel mehr als 12.000? Vielleicht war es sogar ganz München oder ganz Bayern? Ach was, die ganze Menschheit hat mit Sicherheit für mehr Toleranz, Weltoffenheit und dem ganzen Rotz demonstriert. Im Schönrechnen ihrer eigenen Teilnehmerzahl war die Antifa- und das Gutmenschenpack schon immer weltklasse. Doch liest man diesen platten Artikel weiter, dann wird darin genau das bestätigt, wovor wir Nationalen schon immer gewarnt haben. Laut diesem Oberbürgermeister- Darsteller geht es nämlich gar nicht um temporären Schutz vor Krieg und Verfolgung.

Reiter sagt: "er sei sicher, dass in München Platz für die Flüchtlinge ist, die zu uns kommen. Und nicht nur ein Dach über dem Kopf und etwas zu Essen werden wir anbieten, nein, ich will, dass diese Flüchtlinge bei uns eine Heimat finden". In München sei kein Platz, um Angst zu schüren. In München ist kein Platz für Hetze und die Verleumdung von Menschen."

Ganz ehrlich, wer hier nicht den starken Drang verspürt eine schwere körperliche Bestrafung zu vollziehen, der hat seine Emotionen und Gefühle schon lange ausgeknipst. Wenn ich wüsste ich würde straffrei ausgehen...ich frage mich schon seit Ewigkeiten was dieses Gesocks antreibt? Woher kommt dieses fanatische Bestreben, aus Deutschland und Europa eine Mischgesellschaft zu machen. Und die Themen Umerziehung und gesellschaftlicher Druck lasse ich hier nicht gelten. Jeder der seinen Kopf zum Denken benutzt kann sich eigendlich vorstellen, das Multikulti kein Friedensprojekt, sondern eine Hassideologie ist. Rassenkrawalle in europäischen Großstädten beweisen es, das ehemalige Jugoslawien auch. Ich kann nur hoffen, das Pegida der Anstoss zu etwas Grösserem ist.

Martin Lichtmesz

23. Dezember 2014 00:45

Diese dpa-Meldung ist skurril formuliert...

Der Widerstand gegen die Anti-Islam-Bewegung "Pegida" wächst. In Dresden versammelten sich am Montag nach Schätzungen der Polizei rund 17 500 Menschen, um gegen eine vermeintliche "Überfremdung" Deutschlands mobilzumachen.

Alexander

23. Dezember 2014 01:23

Der NDR hat noch am Sonntag diesen Kommentar von Cora Stephan veröffentlicht (die übrigens gerade Jörg Friedrich liest).
Darin ist die Rede von "pöbelnden Politikern" und "jene[n], die sich verständnisvoll herabbeugen wollen zum dummen Volk, dem man dieses oder jenes einfach besser erklären müsse", es finden sich Sätze wie dieser:

Auch die "Bereicherung"Dass integrationsunwillige Gemeinschaften mit zunehmender Anspruchshaltung keine Bereicherung sind, kann man schwerlich leugnen.

und diese:

Auch das Argument, in Dresden gäbe es doch kaum Muslime, warum man sich also vor einer Islamisierung fürchte, unterstellt, dass der Normalbürger nicht über den Tellerrand hinausschauen kann. Hat nicht auch Angela Merkel erst durch eine Erdbebenkatastrophe im fernen Japan gelernt, sich vor Atomkraft zu ängstigen?

und diese:

Dass hier "Ängste" eine Rolle spielen, gern auch diffuse, ist keine Frage: Doch sind sie nicht sonst stets willkommen? Vorm Klimawandel darf man sich fürchten, ja, man muss es sogar, sonst gibt es keine Rechtfertigung für die enormen Kosten der verfehlten deutschen Energiepolitik.

sowie das Fazit:

Eines scheint gewiss: Der Trick hat sich verbraucht, alles unter Naziverdacht zu stellen, was vom Parteienkonsens abweicht. Der Bürger hat das Spiel durchschaut: Es ist ein Ablenkungsmanöver.

Thomas Wawerka

23. Dezember 2014 04:35

@ Andy:
Aber es zeigt sich am Beispiel von Pegida wie wenig liberal dieses Deutschland ist in seinen Eliten.

Hmm ... vielleicht ist aber auch gerade DAS das eigentliche Gesicht des Liberalismus? Ich weiß nicht genau warum, aber ich traue dem Begriff "liberal" längst nicht mehr - ich sage lieber "freiheitlich". Und das kommt durchaus nicht aufs selbe hinaus.

@ Hans Meier:
Ich denke, nur die Anführer sollten wir ganz boykottieren, denn dort sind viele, die tatsächlich böse Absichten gegenüber unserem Volk verfolgen. Es gibt dagegen im Fußvolk viele, die ahnungslos sind und sich missbrauchen lassen. Es sind Opfer.

Ich fürchte, das ist eine kapitale Illusion. Dieselbe Argumentation wie bei den etablierten Medien, wenn es um PEGIDA geht: ein paar böse Anführer, der Rest verirrte Schafe. Eine keineswegs überzeugende Argumentation. Meine Freunde, Kollegen und Bekannten im linksliberalen Meinungsspektrum sind durchaus sach- und selbstbewusst und werden es auch bleiben. Sie werden sich nicht von der "besseren rechtskonservativen Sache" überzeugen lassen, weil sie bereits überzeugt sind. Dieses Lager wird sich nicht auf den "rechten Weg" leiten lassen, und es wird auch nicht zu einer Minderheit werden, die sich dirigieren lässt. Soviel muss man dem Gegner meiner Meinung nach zugestehen.
PEGIDA, die AfD und was sonst noch kommen mag werden auch nicht dauernd weiter wachsen, und meiner Einschätzung nach wird es auch keine "Wende" geben. Der Vergleich mit 89/90 hinkt auf mehr als zwei Füßen.
Es ist schon sehr viel gewonnen, wenn bislang inkriminierte und tabuisierte Positionen im öffentlichen Meinungsstreit wieder von Belang sind. Der derzeitige Prozess läuft meines Erachtens auf eine Normalisierung der Verhältnisse hinaus und wird das politische System daher wohl eher konsolidieren statt grundlegend verändern. Ich denke, das wissen Angie & Co. Wir haben dann eben wieder echte oppositionelle Lager.
Eine "Eisenharke" sehe ich dagegen nicht kommen und bin auch froh darüber - ich glaube an die Kraft des Meeres, das sich Welle um Welle gegen die scheinbar unerschütterlichen Klippen wirft, sie dabei aber langsam und beharrlich abträgt.
Wenn man die Deutschen vor die Wahl "Bürgerkrieg oder Kompromiss" stellt, werden sie sich wahrscheinlich für den Kompromiss entscheiden, und das ist in meinen Augen auch die bessere und vernünftigere Entscheidung.
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und es geht wohl eher darum, wer den längeren Atem (oder besser: mehr Substanz) hat.

@ all:
Was macht eigentlich der böse alte Raskolnikow? Pralinen futtern und alte Damen erschrecken? Oder hat er gar die Flinte ins Korn geschmissen, weil nun auch K&K demonstrieren statt zu marschieren?

Zadok Allen

23. Dezember 2014 09:32

Dieser Zerfall zwischen Volk und herrschender Elite zeigt sich wie in der DDR auch am penetrant gesteigerten Gebrauch einer phrasenhaften, klischierten Sprache, die sich langsam von der Oberfläche der politischen Diskurse ablöst wie eine ausgetrocknete Hornhaut.

Herr Lichtmesz, für Sätze wie diesen würde ich Ihnen gerne einen Journalistenpreis zusprechen, wenn es in meiner Macht stünde.

Die PEGIDA-Demonstranten folgen einem inneren Ruf, einem Erwachen der Vernunft in hoffentlich wachsenden Teilen der autochthonen Bevölkerung. Und der erste Akt dieser Vernunft ist die vollständige Aufkündigung des bisher fest verankerten Gehorsams gegenüber den Latrinenparolen des massenmedialen Apparats.

Das wird auch, so viel kann man schon jetzt sagen, die bleibende, durch persönliche Kontakte wachsende Wirkung der Demonstrationen sein, selbst dann, wenn keine einzige mehr stattfinden sollte. Die sklerotische Baukastensprache der Herrschenden beginnt einen zarten Verwesungsgeruch zu verströmen.

Ich hatte gestern abend erstmals die Ehre, dabei zu sein. Als beglückend, wie die Verwirklichung eines Traums, erlebte ich es, daß knapp 20000 Mann wiederholt und minutenlang die Parole "Lügenpresse, Lügenpresse!" skandierten.

Bernd Gebhardt

23. Dezember 2014 11:13

Der entscheidende Satz in dem Artikel:

"Wären sie selbst dazu bereit, die nötigen Opfer zu leisten? Ihre Häuser, ihre Gehälter, ihren Lebensraum, ihren Alltag zu teilen?"

Darin zeigt sich nämlich die ganze Erbärmlichkeit der Leute, die
„Platz Da! – Flüchtlinge sind hier willkommen“
„Herzen auf, Türen auf“
rufen: Ihre eigenen Türen machen sie keineswegs auf.

Genau das sollten wir daher in einem "breiten Bündnis" fordern, im privaten Gespräch, in Leserbriefen, als Parole in den identitären Medien.

Hans Meier

23. Dezember 2014 12:27

Thomas Wawerka

Erstens war der erste Abschnitt meines Beitrags satirisch, zurückgewendete Phrase, also vor allem ironisch.
Zweitens ist offensichtlich, dass "Linksliberale" keineswegs sachkundig sind. Sie sind der Ideologie der Selbstaufgabe verfallen (meist aus Schuldwahn): Eigenes und Fremdes ist für sie gleichwertig und wenn dieser Grundsatz auf eigenem Territorium eingesetzt wird, dann ist der Verlust des eigenen Territoriums vorgezeichnet.
Lesen einmal von Manfred Kleine-Hartlage "Warum ich kein Linker mehr bin".
Links und Linksliberal haben keine klaren Grenzen, wie man an der Marx-Koketterie des früheren FAZ-Herausgebers Schirrmacher sah.

Bernd Derksen

25. Dezember 2014 21:49

Ja, die Reaktionen auf Pegida sind schon bemerkenswert.

Aus meiner Sicht nimmt die politmediale Klasse die Geschehnisse in Dresden als Gefahr fürs eigene Verständnis von Politik und bisheriger "Machtverteilung" wahr. Quasi als Gefahr des Verlustes der "Kontrolle" über den Souverän, den demos. Mindestens auf manchen Themenfeldern.
Denn anders als üblich gelang es Antifa, Medien, etc. nicht für "ausreichende" Abschreckung, Einschüchterung, usw. zu sorgen.

Nun wird es entscheidend, die Ausbreitung auf andere Städte zu verhindern. Solange die dortigen Teilnehmerzahlen auf dem bisherigen Niveau bleiben, glaubt man, dass irgendwann auch der "Spuk" in Dresden endet. Somit wird es für wesentlich gehalten, aus den "Fehlern", d.h. dem zu späten oder zu schwachem Gegensteuern, in Dresden zu lernen. Denn ansonsten könnte es zu spät sein.
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Interessant finde ich auch diese (bislang) dreiteilige, ebenfalls vom Medien-Umgang mit Pegida ausgehende Analyse:

https://www.rolandtichy.de/kolumnen/bettina-roehl-direkt/der-linke-mainstream-ersetzt-das-grundgesetz-teil-2/

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