Ich bin nicht Charlie (Teil 2) – “Schonungslose Wahrheiten”

"Das ist die Stunde einer schonungslosen Wahrheit", erschallt es in der FAZ aus der Posaune von Bernard-Henri Lévy, einem der führenden Intellektuellen Frankreichs.  "Je suis Charlie", das soll nach Lévy nun so etwas wie die neue Marsellaise der Republik werden, die Ermordeten, zwölf an der Zahl wie die heiligen Apostel, sind "Märtyrer des Humors", deren Blutzeugnis den Westen zum "Kampf" für die "pluralistische Zivilisation" rufen soll.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Hier ein paar Sam­ples aus dem Stück:

Zwölf Gesich­ter. Zwölf Namen, von denen eini­ge aus­drück­lich auf­ge­ru­fen wur­den, wie man es bei Ver­ur­teil­ten tut, bevor sie hin­ge­rich­tet wer­den. Zwölf Sym­bo­le für die Frei­heit des Lachens und Den­kens, ermor­det und in aller Welt beweint. Das min­des­te, was wir die­sen zwölf Men­schen schul­den, was wir Charb, Cabu, Wolin­ski, Tignous, Robert Maris und den übri­gen schul­den, die­sen Mär­ty­rern des Humors, die uns so oft zum Tot­la­chen gebracht haben und des­halb nun tot sind, ist es, auf der Höhe ihres Enga­ge­ments, ihres Mutes und ab heu­te ihres Ver­mächt­nis­ses zu sein. („„)

Den Ver­ant­wort­li­chen des Lan­des obliegt es, dem Krieg ins Auge zu sehen, den sie nicht zur Kennt­nis neh­men woll­ten, in dem aber die Jour­na­lis­ten von „Char­lie Heb­do“ – die­se Chro­nis­ten und Kari­ka­tu­ris­ten, die, wie wir jetzt wis­sen, gleich­sam Kriegs­re­por­ter waren, Robert Capas des Zei­chen­bretts und des Stifts – seit Jah­ren an vor­ders­ter Front gestan­den hat­ten. Dies ist der Chur­chill­sche Augen­blick der Fünf­ten Repu­blik. Es ist die Stun­de einer scho­nungs­lo­sen Wahr­heit ange­sichts einer Prü­fung, die sich lan­ge und schreck­lich ange­kün­digt hat. (…)

Aber vor allem ist dies der Augen­blick einer küh­len repu­bli­ka­ni­schen Beson­nen­heit, die dafür sorgt, dass wir dem Übel zwar ins Gesicht bli­cken, uns jedoch nicht den ver­häng­nis­vol­len Mög­lich­kei­ten des Aus­nah­me­zu­stands hin­ge­ben. Frank­reich kann – und muss – Däm­me errich­ten, die nicht die Mau­ern einer bela­ger­ten Fes­tung sind. Frank­reich muss – das schul­det es sich selbst – eine Ter­ror­be­kämp­fung ohne Spe­zi­al­ein­hei­ten schaf­fen, einen Patrio­tis­mus ohne Patri­ot Act, ein staat­li­ches Han­deln, das, kurz gesagt, in kei­ne der Fal­len tappt, in die sich die Ver­ei­nig­ten Staa­ten nach dem 11. Sep­tem­ber ver­irr­ten. Haben uns die Wor­te Außen­mi­nis­ter John Ker­rys, der vor zehn Jah­ren der unglück­li­che, aber hono­ri­ge Geg­ner des jäm­mer­li­chen Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fers Geor­ge W. Bush war, nicht impli­zit dazu auf­ge­ru­fen? Die­se auf Fran­zö­sisch vor­ge­tra­ge­ne Hom­mage an die zwölf fran­zö­si­schen Mär­ty­rer des­sen, was man jen­seits des Atlan­tiks den Ers­ten Ver­fas­sungs­zu­satz nennt, die­ses „Je suis Char­lie“, im sel­ben Fran­zö­sisch aus­ge­spro­chen wie Prä­si­dent Roo­se­velts bewe­gen­de, am 8. Novem­ber 1942 über Radio Lon­don ver­brei­te­te Rede, zeich­net sie sich nicht gera­de dadurch aus, dass sie zwar den epo­cha­len Cha­rak­ter des Ereig­nis­ses her­vor­hebt, der Schwes­ter­na­ti­on aber zugleich auch eine dis­kre­te War­nung vor der stets dro­hen­den Ver­su­chung der Fol­ter, Guan­tá­na­mos und der frei­heits­tö­ten­den Bio­po­li­tik zukom­men lässt?

Uns Bür­gern geziemt es, die Angst zu über­win­den, auf den Ter­ror nicht mit Schre­cken zu reagie­ren und uns gegen jene pani­sche Angst vor dem ande­ren, jenes Gesetz des all­ge­mei­nen Miss­trau­ens zu wapp­nen, die fast immer das Ergeb­nis sol­cher Erschüt­te­run­gen sind. Zu der Zeit, da ich dies schrei­be, scheint die repu­bli­ka­ni­sche Weis­heit gesiegt zu haben. Die­ses im sel­ben Augen­blick und wie mit einer ein­zi­gen Stim­me in allen fran­zö­si­schen Groß­städ­ten erfun­de­ne „Je suis Char­lie“ mar­kiert die Geburt eines Wider­stands­geis­tes, der unse­rer bes­ten geschicht­li­chen Tra­di­tio­nen wür­dig ist.

Roo­se­velts Appell an das besetz­te Frank­reich, Churchill’s “blood, sweat & tears”, die von De Gaul­le begrün­de­te fünf­te Repu­blik, der zwei­te Welt­krieg, die Résis­tance, das Pathos der Liber­té etc.… Das sind dra­ma­ti­sche Invo­ka­tio­nen, die offen­bar an die patrio­ti­schen Gefüh­le der Fran­zo­sen appel­lie­ren und ihnen das epi­sche Gefühl geben sol­len, sich in einem ent­schei­den­den his­to­ri­schen Moment zu befinden.

Aber was will Lévy eigent­lich von ihnen? Eine Art “War against Ter­ror” und “9/11” light? Dies­mal näm­lich ohne böse Bushs, Patri­ot Acts und Fol­ter­la­ger (haben wir an die­ser Stel­le nicht NSA und ähn­li­ches ver­ges­sen?), ja nicht ein­mal mit “Spe­zi­al­ein­hei­ten” zur Ter­ror­be­kämp­fung, ganz so, als hät­ten der Gen­darm von St. Tro­pez oder ein paar gespit­ze Blei­stif­te die Atten­tä­ter zur Stre­cke gebracht. Das ist natür­lich zutiefst unglaub­wür­dig, und bei einem Mann wie Lévy, eine Art fran­zö­si­sche Vari­an­te des Neo­cons mit star­ken Bin­dun­gen an Isra­el (er hat auch die israe­li­sche Staats­bür­ger­schaft; so sieht er sich selbst), der seit Jahr­zehn­ten einen fes­ten Platz an der Sei­te der Mäch­ti­gen Frank­reichs besetzt, fällt es schwer zu glau­ben, daß er nicht selbst weiß, daß der­lei Rhe­to­rik pure Augen­aus­wi­sche­rei ist.

Der Mann, der sich nicht erst seit den Atten­ta­ten als Char­lies Onkel auf­spielt, ist ein Brand­stif­ter und Kriegs­trei­ber ers­ten Ran­ges. Er selbst brüs­tet sich damit, Frank­reich in den Bür­ger­krieg in Liby­en gezo­gen zu haben. Nicht min­der war er enga­giert, den “Wes­ten” zur “bedin­gungs­lo­sen” Inter­ven­ti­on in Syri­en aufzurufen.

Das liest sich auf dem Papier hübsch und huma­ni­tär, bedeu­tet aber de fac­to natür­lich nichts ande­res, als Krieg und Blut­ver­gie­ßen zu schü­ren und los­zu­tre­ten. Die USA und ihre Ver­bün­de­ten flie­gen nicht nur Bom­berein­sät­ze, son­dern unter­stüt­zen auch ver­schie­de­ne Bür­ger­kriegs­par­tei­en, wenn es dar­um geht, miß­lie­bi­ge Staats­chefs wie Sad­dam Hus­sein, Ghad­af­fi oder Assad zu stür­zen. Das bedeu­tet nichts ande­res, als mul­ti­plen Ter­ror in Kauf zu neh­men und direkt oder indi­rekt zu för­dern, wobei auch isla­mis­tisch-fun­da­men­ta­lis­ti­sche Grup­pen als Schach­fi­gu­ren die­nen sol­len – ein Regime­wech­sel ist, frei nach Mao Tse-Tung, schließ­lich kei­ne Din­ner­par­ty in der Pari­ser Schi­cke­ria. Wenn dann etwa syri­sche “Oppo­si­tio­nel­le” Ter­ror­an­schlä­ge in Damas­kus und anders­wo ver­üben, wird man von Lévy mit Sicher­heit kei­nen Mucks vernehmen.

So wer­den sei­ne Tätig­kei­ten von der Gegen­sei­te gese­hen – The Pales­ti­ne Chro­ni­cle schreibt:

In March 2011, Levy took it upon hims­elf to fly to Beng­ha­zi to “enga­ge” Libya’s insur­gents. It was a defi­ning moment, for it was that type of media­ti­on that empowe­red armed groups to trans­form a regio­nal upri­sing into an all-out war invol­ving the North Atlan­tic Trea­ty Organization.

Armed with what was a will­ful mis­in­ter­pre­ta­ti­on of UN reso­lu­ti­on 1973, of March 17, 2011, NATO lead a major mili­ta­ry offen­si­ve on a coun­try armed with pri­mi­ti­ve air defen­ses and a poor­ly equip­ped army. Wes­tern coun­tries chan­n­eled mas­si­ve ship­ments of wea­pons to Liby­an groups in the name of pre­ven­ting mas­sa­c­res alle­ged­ly about to be car­ri­ed out by Gaddafi’s loyalists.

Mas­sa­c­res were inde­ed car­ri­ed out but not in the way Wes­tern “huma­ni­ta­ri­an inter­ven­tio­nists” sug­gested. The last was merely days ago, last Fri­day, when 43 peop­le were repor­ted­ly kil­led and 235 were woun­ded as mili­tiamen atta­cked peace­ful pro­tes­ters in Tri­po­li who were sim­ply deman­ding Mis­ra­ta mili­tants lea­ve their city.

The­se are the very peop­le that Levy and his ilk spent nume­rous hours lob­by­ing for. One of Levy’s grea­test achie­ve­ments in Libya was to mus­ter inter­na­tio­nal reco­gni­ti­on of the Natio­nal Tran­si­tio­nal Coun­cil (NTC). Fran­ce and other coun­tries lead a cam­pai­gn to pro­mo­te the NTC as an alter­na­ti­ve to Gaddafi’s sta­te insti­tu­ti­on, which NATO had sys­te­ma­ti­cal­ly destroyed. (…)

Far from unclear intui­ti­ons, Levy’s agen­da is that of the cal­cu­la­ted poli­ti­ci­an-ideo­lo­gue. Like a French ver­si­on of the US neo­con­ser­va­ti­ves who jus­ti­fied their country’s devas­ta­ting war on Iraq with all sorts of moral, phi­lo­so­phi­cal and other frau­du­lent rea­so­ning. For them, it was first and fore­mo­st a war for Israel’s “secu­ri­ty”, with sup­po­sed other prac­ti­cal perks, litt­le of which has actua­li­zed. Levy’s lega­cy is inde­ed loa­ded with unmistaka­ble refe­ren­ces to that same agenda.

Hier eine wei­te­re Stim­me aus dem ara­bi­schen Raum, die das Resul­tat der von “BHL” vor­an­ge­trie­be­nen Poli­tik in Liby­en zusammenfaßt:

So the nati­on is now over­run with wea­pons and extre­mist mili­tants against whom par­lia­ment is power­less; vio­lence is rife, insta­bi­li­ty reig­ns and the coun­try tee­ters on the ver­ge of cracking into two – but it mana­ged not to elect Isla­mists as a majo­ri­ty in government and the­re­fo­re should be etern­al­ly gra­te­ful for the Wes­tern inter­ven­ti­on that faci­li­ta­ted this hap­py sta­te of affairs.

Man muß sich klar machen, daß dies sowohl in der ara­bisch-mus­li­mi­schen Welt als auch unter ara­bisch­stäm­mi­gen Ein­wan­de­rern in Frank­reich die Main­stream­sicht auf Gestal­ten wie Lévy ist: in ihren Augen han­delt es sich hier um nichts wei­ter einen islam­feind­li­chen, west­lich-ame­ri­ka­ni­schen Impe­ra­lis­ten und Zio­nis­ten. Daß er die­ses Publi­kum mit Appel­len an die “repu­bli­ka­ni­sche Weis­heit” unter der Flag­ge des “Je suis Char­lie” ver­sam­meln kann, ist mehr als frag­lich, und sie wer­den kaum für Beschwö­run­gen der Resis­tance, de Gaulles und der Welt­kriegs­al­li­an­zen emp­fäng­lich sein.

In ers­ter Linie rich­tet er sich wohl an die Fran­zo­sen, die das Atten­tat als Bruch­stel­le des mul­ti­kul­tu­ra­lis­ti­schen Pro­jekts emp­fin­den, und deren Ver­su­chung, Mari­ne Le Pen zu wäh­len, nun mas­siv ange­stie­gen ist. Daher auch wie­der jene Rhe­to­rik, die den Isla­mis­mus vom Islam ent­kop­peln oder zumin­dest den Zusam­men­hang zwi­schen bei­den klein­re­den und ver­harm­lo­sen möch­te. Die Repu­blik soll hier end­gül­tig nicht die poli­ti­sche Form eines Vater­lan­des der Fran­zo­sen sein, wie es Le Pen möch­te, die sich selbst auch als klas­si­sche Repu­bli­ka­ne­rin sieht, son­dern eine abs­trak­te Idee, eine rei­ne “Wil­lens­na­ti­on” nach dem Vor­bild der USA (wo, neben­bei gesagt, die­ses Modell in der Rea­li­tät auch stets anders aus­sah, als auf dem Papier.)

Le Pen warnt nun schon seit Jah­ren vor einer Isla­mi­sie­rung Frank­reichs und hat bekannt­lich die auf den Stra­ßen Frank­reichs beten­den Mus­li­me mit den deut­schen Besat­zern ver­gli­chen – auch sie hat also ver­sucht, ein ähn­li­ches natio­nal­his­to­ri­sches Pathos zu bedie­nen wie Lévy. Ana­log dazu, wie die deut­sche Pres­se mit Pegi­da ver­fährt, bezeich­net nun Lévy die durch das Atten­tat ins Recht gesetz­ten War­ner als “Brand­stif­ter”:

Und die geis­ti­gen Brand­stif­ter, die uner­müd­lich die Tren­nung in gebo­re­ne und ein­ge­bür­ger­te Fran­zo­sen pre­di­gen, die Unru­he­stif­ter im Front Natio­nal und anders­wo, die in die­sen zwölf Hin­rich­tun­gen bereits eine wei­te­re gött­li­che Über­ra­schung erblick­ten, wel­che das unab­wend­ba­re Nahen der „Gro­ßen Ablö­sung“ und unse­re fei­ge Unter­wer­fung unter die Pro­phe­ten der „Unter­wer­fung“ bezeu­ge, sind erkenn­bar nicht auf ihre Kos­ten gekom­men. Die Fra­ge lau­tet aller­dings: Wie lan­ge? Und es kommt ent­schei­dend dar­auf an, dass Repu­bli­ka­ner jeg­li­cher Prä­gung, Aus­rich­tung und Her­kunft, die in den Stun­den nach dem Blut­bad mutig auf die Stra­ße gin­gen, dem „Frank­reich den Fran­zo­sen“ der Madame Le Pen und ihres­glei­chen, wenn dann die Zeit der auf­ge­wühl­ten Emo­tio­nen vor­über ist, die „natio­na­le Ein­heit“ entgegensetzen.

„Natio­na­le Ein­heit“ ist das Gegen­teil von „Frank­reich den Fran­zo­sen“. „Natio­na­le Ein­heit“ ist – von Cato dem Älte­ren bis hin zu den Theo­re­ti­kern des moder­nen Gesell­schafts­ver­trags – ein schö­ner Begriff, der sich, weil ver­wandt mit der Kunst des gerech­ten Krie­ges, letzt­lich nie­mals über sei­nen Feind täuscht.

Und nun kommt, was wohl die eigent­li­che Poin­te ist:

Die „natio­na­le Ein­heit“ ist die Idee, die dafür sorgt, dass die Fran­zo­sen ver­stan­den haben: Die Mör­der von Char­lie sind nicht „die“ Mus­li­me, son­dern der win­zi­ge Bruch­teil unter ihnen, der den Koran mit einem Fol­ter­buch ver­wech­selt – und die­se Idee muss unbe­dingt weiterleben.

Die Idee ist an sich nicht falsch. Ihr Sinn ist in die­sem Kon­text aller­dings die bereits von mir im ers­ten Teil die­ses Bei­trags betrach­te­te rhe­to­ri­sche Ent­kop­pe­lung von Islam und Isla­mis­mus, also eine Spu­ren­ver­wi­schung, um die natio­na­le Frag­men­tie­rung und Spal­tung durch die mus­li­misch-mah­gre­bi­ni­sche Mas­sen­ein­wan­de­rung zu ver­schlei­ern. Das ver­rät nicht nur die Über­em­pha­se “win­zig”, son­dern auch die Behaup­tung, daß erst die kor­rek­te Auf­fas­sung von “natio­na­ler Ein­heit” dafür “sorgt”, daß die Fran­zo­sen die Din­ge so sehen kön­nen – ganz so als set­ze man sich eine Bril­le auf, und nicht als betrach­te man Fak­ten. In Wirk­lich­keit weiß natür­lich auch Mari­ne Le Pen, was jeder weiß, der nicht voll­kom­men däm­lich ist, daß die Mör­der nicht “die” Mus­li­me sind – eine Tat­sa­che, die die Kri­tik an der Isla­mi­sie­rung nicht im min­des­ten berührt.

Damit die “Idee” im Sin­ne von BHL “wei­ter­lebt”, müß­ten sich aber die Mus­li­me Frank­reichs auch so ver­hal­ten, wie es ihm in den Kram paßt:

Jene unter uns schließ­lich, deren Glau­be der Islam ist, haben die Pflicht, sehr laut und in sehr gro­ßer Zahl zum Aus­druck zu brin­gen, dass sie die­se ver­irr­te und wider­wär­ti­ge Form theo­lo­gisch-poli­ti­scher Lei­den­schaft ableh­nen. Die Mus­li­me Frank­reichs sind es nicht leid, sich zu recht­fer­ti­gen, wie all­zu oft behaup­tet wird: Sie sind – und auch dies ist das genaue Gegen­teil – dazu auf­ge­ru­fen, ihre kon­kre­te Brü­der­lich­keit mit ihren mas­sa­krier­ten Mit­bür­gern zum Aus­druck zu brin­gen und dadurch ein für alle Mal die Lüge einer geis­ti­gen Gemein­schaft zwi­schen ihrem Glau­ben und dem der Mör­der aus­zu­rot­ten. Vor der Geschich­te wie vor sich selbst haben sie die Pflicht, ihrer­seits das „Not in our name“ der bri­ti­schen Mus­li­me zu rufen, die sich letz­tes Jahr im August mit die­sem Aus­ruf von den Mör­dern James Foleys distan­zier­ten. Aber sie haben auch die noch gebie­te­ri­sche­re Pflicht, sich zu einem Islam der Tole­ranz, des Frie­dens und der Mil­de zu beken­nen. Der Islam muss vom Isla­mis­mus befreit werden.

Ich zweif­le schwer dar­an, daß die Mus­li­me Frank­reichs jeman­den wie BHL als Lévy als “Gebie­ter” aner­ken­nen, der sie in die “Pflicht” neh­men könn­te – aus den oben genann­ten Grün­den. Einer­seits han­delt es sich hier um eine Illu­si­on, die geret­tet wer­den soll, ande­rer­seits ist der­lei wohl auch zur Beru­hi­gung der Stamm­fran­zo­sen gesprochen.

In jedem Fall bleibt es hei­kel, den “Je suis Charlie”-Slogan den fran­zö­si­schen Mus­li­men auf­zu­nö­ti­gen. Dies sug­ge­riert näm­lich, daß eines vom ande­ren nicht zu tren­nen sei: die Ver­ur­tei­lung des Atten­tats (hier wer­den die meis­ten Mus­li­me wohl noch mit­ge­hen) und die Glo­rif­zie­rung der “Frei­heit” und vor allem der Inhal­te von Char­lie Hebdo.

Die Medi­en berich­te­ten im indi­gnier­ten Ton­fall, daß der alte Jean-Marie Le Pen sich wei­gert, sich mit dem Slo­gan “Je suis Char­lie” zu soli­da­ri­sie­ren. War­um soll­te er sich auch der­art ernied­ri­gen? Char­lie Heb­do hat sei­ne Toch­ter schließ­lich schon mal als Kack­hau­fen dar­ge­stellt, oder wie sie sich einen Hit­ler­b­art von der Muschi rasiert.  Man will die Le Pens ohne­hin expli­zit nicht bei der gro­ßen Trau­er­par­ty dabei haben, die die mul­ti­kul­tu­rel­le Repu­blik zusam­men­schwei­ßen soll.

 

Aller­dings haben auch die Mus­li­me wenig Grund, sich vor­be­halts­los mit Char­lie zu iden­ti­fi­zie­ren. Denn auf dem glei­chen Pipi­kackabum­si­fick-Niveau wie die Atta­cken auf Le Pen beweg­ten sich die berüch­tig­ten “Sati­ren” auf den Islam (ich kom­me im drit­ten Teil die­ses Bei­trags dar­auf zurück). Schon haben eini­ge von ihnen eine Alter­na­tiv­kam­pa­gne gestar­tet: “Je suis Ahmed”, nach dem auf der Stra­ße erschos­se­nen Poli­zis­ten, der Ara­ber und gläu­bi­ger Mus­lim war.

Der Slo­gan ver­brei­te­te sich im Lau­fe des Frei­tags rasant. Zuvor hat­te der mus­li­mi­sche Akti­vist Dyab Abou Jah­jah fol­gen­de Kurz­nach­richt über Twit­ter los­ge­schickt: „Ich bin nicht Char­lie, in bin Ahmed, der getö­te­te Poli­zist. Char­lie hat sich über mei­nen Glau­ben und mei­ne Kul­tur lus­tig gemacht, und ich starb, damit er das wei­ter­hin tun kann.“ Der Tweet des Akti­vis­ten wur­de bereits mehr als 20.000 Mal geteilt.

Über­all ertönt zur Zeit ein gif­ti­ges Gezi­sche, wie schä­big es doch sei, daß nun Le Pen und der Front Natio­nal in Frank­reich und Pegi­da sowie man­che AfD-Poli­ti­ker in Deutsch­land es wagen wür­den, das Atten­tat von Paris zu “instru­men­ta­li­sie­ren”. Der Preis für den meis­ten Schaum vor dem Mund muß wohl an die Frank­fur­ter Rund­schau gehen:

Für was, für wen haben die ermor­de­ten Jour­na­lis­ten von Char­lie Heb­do gelebt? Für die Frei­heit, öffent­lich nach Belie­ben ja und nein zu sagen, für den Kampf gegen rech­te und lin­ke Res­sen­ti­ments, für das Recht auf Ver­spot­tung reli­giö­ser und poli­ti­scher Auto­ri­tä­ten, also für alle, die kei­ne Gewalt – weder mit der Waf­fe noch aus Mega­pho­nen – benö­ti­gen, denn sie haben einen Kopf, der Hass rat­los macht, der ihre Her­zen in Mör­der­gru­ben verwandelt.

Und für wen, für was sind die Kari­ka­tu­ris­ten gestor­ben? Für die NPD, für Pegi­da, für Alex­an­der Gau­land von der AfD, die sich der Mord­op­fer sogleich bemäch­tig­ten, als die Lei­chen noch warm waren, und sie als Zeu­gen auf­rie­fen gegen die ver­meint­li­che Isla­mi­sie­rung Euro­pas, als Hel­fers­hel­fer ihrer men­schen­feind­li­chen Res­sen­ti­ments in Dienst nah­men und zu Kom­pli­zen ihres Has­ses erklärten.

Gau­land, der Pegi­da als „natür­li­che Ver­bün­de­te“ sei­ner AfD betrach­tet, betrieb öffent­li­che Lei­chen­schän­dung, als er weni­ge Stun­den nach den Mor­den beteu­er­te: Gau­land, der Pegi­da als „natür­li­che Ver­bün­de­te“ sei­ner AfD betrach­tet, betrieb öffent­li­che Lei­chen­schän­dung, als er weni­ge Stun­den nach den Mor­den beteu­er­te: „ All die­je­ni­gen, die bis­her die Sor­gen der Men­schen vor einer dro­hen­den Gefahr durch Isla­mis­mus igno­riert oder ver­lacht haben, wer­den durch die­se Blut­tat Lügen gestraft.“ So wie natür­lich auch die Mor­de des isla­mo­pho­ben Natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Unter­grunds (NSU) die Sor­gen der Men­schen vor einer dro­hen­den Gefahr durch die Isla­mo­pho­bie auf blu­ti­ge Wei­se bestä­tigt haben.

“NSU”, das ist in der Tat ein pri­ma Stich­wort apro­pos “Instru­men­ta­li­sie­rung”. Wie wir uns alle erin­nern, waren die Trüm­mer von Bea­te Zschäpes abge­brann­ter Woh­nung noch kaum ver­raucht, als sich die deut­sche Pres­se und ins­be­son­de­re die links­lin­ken Kom­men­ta­to­ren auf den Fall stürz­ten wie aus­ge­hun­ger­te Aas­gei­er. Und weil die Sto­ry so vor­treff­lich bestimm­ten poli­ti­schen Absich­ten ent­ge­gen­kam, wur­den ihre sich tag­täg­lich häu­fen­den Unge­reimt­hei­ten und Fra­ge­zei­chen ein­fach ignoriert.

Kein ein­zi­ger von Ihnen hat­te auch nur die lei­ses­te Hem­mung, die Geschich­te nach Gus­to aus­zu­schlach­ten und die ermor­de­ten Döner­bu­den­be­sit­zer dafür zu benut­zen, um hys­te­risch gegen “rechts” zu het­zen, diver­se anti­fa­schis­ti­sche und anti­ras­sis­ti­sche Agen­den mit Dampf und Treib­stoff zu ver­sor­gen, sich selbst als gro­ße Alarm­ras­sel zu insze­nie­ren oder mal eben gar die gesam­te bio­deut­sche “Mit­te der Gesell­schaft” unter Gene­ral­ver­dacht zu stel­len. Und das sind nun die­sel­ben Leu­te, die im Chor “Instru­men­ta­li­sie­rung” krä­hen, wenn es irgend­je­mand wagt, aus dem Atten­tat von Paris Schlüs­se zu zie­hen, die ihnen nicht passen.

Damit sind die Heu­che­lei­en und Ver­lo­gen­hei­ten frei­lich noch nicht am Ende. Im drit­ten Teil die­ses Bei­trags wer­de ich dar­auf ein­ge­hen, wel­che “Wer­te” mit Char­lie Heb­do sank­tio­niert wer­den sol­len, und war­um das pathe­ti­sche Geschwätz von der von bösen Ter­ro­ris­ten ange­grif­fe­nen “Mei­nungs­frei­heit” die dreis­tes­te Heu­che­lei über­haupt ist, die sich die poli­tisch-media­len Ton­an­ge­ber in den letz­ten Tagen geleis­tet haben.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (61)

RL

11. Januar 2015 11:37

Die Welt scheint verrückt geworden und die Demagogen des Schlages eines BHL sind die Einpeitscher. Es ist doch offensichtlich, daß die Utopie der einen Welt schon längst krachend gescheitert ist.

Thomas More hat übrigens als erster diesen Begriff verwendet, seine Schrift "Utopia" erschien mir vom Anfang an als Satire, doch leider gab es Leute, die sie ernst nahmen.

Das alles wird mich aber nicht davon abhalten, morgen am Sendlinger Tor zu sein.

Carl Sand

11. Januar 2015 11:40

1. Ich bin nicht Charlie.
Je bin Carl Sand. Ihr (BRDlinge) seid Kotzebue.

2. Gauck - ja, der ist Charlie, aber sowas von!
Merkel, Der Rollignom und Thomas de Mielke, ihr seid Charlie.

3. Die Peseefreiheit, von der ihr Charlies redet, ist
eure Freiheit zu lügen, zu hetzen und zu zersetzen.

Sorbe

11. Januar 2015 11:48

„Je suis Charlie“ - Affenzirkus

Die einzigen die von sich behaupten können Charlie zu sein sind wohl diese Burschen.

Bóžemje

Matt Anon O'Herne

11. Januar 2015 12:40

Eine exzellente, knallharte Analyse! Ich kann den 3. Teil kaum erwarten. 35.000 sollen es gestern in Dresden gewesen sein - gegen Pegida. Alle Augen sind morgen auf Dresden gerichtet, nun da die Sorgen der Demonstranten in Paris bestätigt wurden. Dass die mediale Klasse jetzt schäumt und kaum an sich halten kann, ist selbstredend. Es wird ab jetzt - mit Fäkalien! - scharf geschossen!

Die Moslems sollten die Satire-Bilder des Charlie Hebdo, die über ihre Religion gemacht wurden, täglich im Fernsehen sehen. Die Katholiken ebenfalls. Dann wäre keiner mehr "Charlie"! Die Hoffnung wäre nun, dass der FN, die AfD und Pegida einen Aufwind bekämen. Doch - obwohl Verschwörungstheorien mir zuwider sind - glaube ich, dass "irgendetwas" passieren wird, um diese Bewegungen wieder vollends zu diskreditieren. Schon der französische Gegenaufklärer prognostizierte:

"Wenn man auf einer Seite kostbare Opfer fallen sieht, so kann man allem dawiderstreitenden Anscheine zum Trotz bestimmt darauf rechnen, daß diese Partei den Sieg davontragen wird."
- Joseph Marie Comte de Maistre

Harald Sitta

11. Januar 2015 12:47

Verehrter ML,

Ganz brilliant. bin schon auf Teil 3 gespannt.

Kurze Anmerkungen:

1. Wenn man Krieg fuehrt und zB einen Ghaddafi wegschiesst ( um den es nicht schade war) muss man mit den Konsequenzen leben ( quisquis agas, prudenter agas et respice finem >>> aber wer von der REHEKLA kann das; alle doch nur Zauberlehrlinge !)

2. Kuktuenihilistishe Dominanz im oeffentlichen Denken fuehrt dazu, dasz die Politik gar keine Ordnungsidee mehr entwickeln kann, gemaess derer eine neue Ordnung gestaltet werden kann. Daher das Herumgepfusche im Irak, in Afghanistan nunmehr in Syrien.

3. Vom "Arabischen Fruehling' blieb ein gewaltiger Katzenjammer.

4. Die kulturzersetzenden Jakobininer behaupten, die eigentlich Angegriffenen zu sein und die Traeger der (europoaeischen) Werte&Tugenden zu sein ( die sie schamlos verzerren und zu definieren vorzugeben wagen). an Chutzpe fehlt es ja nicht .....

5. Daher ist die Frontstellung sofort gegen die patriotisch und konservativ Denkenden. Mit dem "Islamistenknueppel" schlaegt man auf die Konservativen los. Raffiniert, aber wer glaubt das noch, wer faellt auf dieses Schmierentheater noch herein ?

6. Aufgabe fuer uns: Zuerst die Jakobiner erledigen, dann die anderen. Der intramurane Feind ist immer gefaehrlicher als der Extramurane (Obwohl, wo sind da noch Waelle ??).

7. Egal > weitermachen !

HdeA

Carabus violaceus

11. Januar 2015 12:59

Herr Lichtmesz bringt wieder alles auf den Punkt!

Hier Alain de Benoist zu den Ereignissen um "Charlie":
https://www.bvoltaire.fr/alaindebenoist/charlie-hebdo-journal-liberal-libertaire-etait-devenu-lun-des-organes-de-lideologie-dominante,150867

Senta E. Zielach

11. Januar 2015 13:09

Liebe Leute,
bin neu hier, aber lese schon lange mit: wenn es Euch nicht gäbe (und ein paar andere Aufrechte)... Das politisch-mediale Delirium, in welchem ganz Westeuropa sich derzeit befindet, müsste sonst, besonders bei einem älteren Exemplar wie mir zum vollständigen geistigen Rückzug aus dieser Welt führen; wie man sich eben von "Geisteskranken" zurückzieht. Mit denen ist ein vernüntiger gesellschaftlicher Umgang nicht mehr möglich. Nur sind die echten Geisteskranken unschuldig an ihrer Pathologie...die Herren Levy, Kohler, Gauck,Gabriel,Gysi etc. dagegen... Solche Leute, auch moralisch zutiefst verkommen (was ist die Gleichsetzung von PEGIDA mit den Mördern von Paris anderes als heimtückisches "falsch Zeugnis ablegen"), wollen das Volk (be)lehren. Das ist im Wortsinne pervers!
Pardon für diese Banalitäten.
M.L.: Danke besonders für den Hinweis auf den "NSU". Hätte früher nie geglaubt, dass in einem Rechtsstaat eine solch böse Posse mög

Ein gebürtiger Hesse

11. Januar 2015 13:24

Wenn ich gestern als Kommentar zum 1. Teil des Beitrags schrieb, daß es - allein aus einem anarchischen (oder auch reaktionären) Widerstandsgeist heraus - eine Erfordernis des Stils sei, NICHT "Charlie" zu sein, dann belehrt mich der Anblick jener ausgewählten Titelseiten des Blattes eines besseren. Da geht es noch lange nicht um Stil, es geht einfach nur um Anstand. Was für ein schundiges Siff-Niveau, auf das dieses Blatt sich offenbar immer wieder begeben hat ... Hier ist das Gegenteil von Solidarität oder gar Gemeinmachung angebracht, ja notwendig, nämlich sichtbare Distanzierung. Wenn ich heute in Paris wäre, hätte ich gern ein Banner mit der Aufschrift: Moi je suis Charlie? Il faudrait passer sur mon cadavre.

Marcus Junge

11. Januar 2015 13:27

"Wenn dann etwa syrische „Oppositionelle“ Terroranschläge in Damaskus und anderswo verüben, wird man von Lévy mit Sicherheit keinen Mucks vernehmen."

Da braucht man nicht in der Vergangenheitsform schreiben, die gab es doch schon reichlich.
--

Schade dass Marie LePen sich zu dem Unsinn über den 2. Wk hergab, ihr Vater hat da noch Klartext gesprochen und nicht die lügenhafte Geschichte vom heldenhaften Widerstand verbreitet (der 4x mehr Franzosen das Leben kostete, als es Deutsche traf; fast nur von Kommunisten getragen wurde und kräftig zur Barbarisierung beitrug; während die Masse der Franzosen ein relativ ruhiges und normales Leben führte). Aber wenn der alte LePen dies ausspricht, dann Nazi.

Marcus Junge

11. Januar 2015 13:36

Harald Sitta

Das sagen Sie doch bitte mal persönlich den Einwohnern der libyschen Küstenstädte, die jetzt in Trümmern wohnen, verarmt sind, rechtlos sind, keinen Strom haben, kein Wasser haben, kein kostenloses Gesundheitssystem mehr haben, ... . Die werden Sie sicherlich dafür lieben, daß Sie sich über deren Elend freuen, welches ihnen von "uns" (dem Westen) gebracht wurde, mit Hilfe von ganz speziellen moslemischen Fachkräften (Al-Kaida), die man extra ins Land flog und die ansonsten (angeblich) vom Westen bekämpft werden.

Wo absolutes Chaos (Failed state, nichts anderes ist Libyen jetzt) oder eine harte Hand (relativ betrachtet sogar recht milde Härte) die Alternativen sind, hätte man wohl gern auf die Aufwiegelung der östlichen Stämme durch ausländische Kräfte verzichtet. Ach ja, das Ergebnis, wie es heute zu besichtigen ist, war vorher absehbar, das habe nicht nur ich damals in zig Kommentaren so geschrieben, das gab es auch in Artikelform.

Martin

11. Januar 2015 13:45

Bernard-Henri Lévy war mir bislang hauptsächlich aus dem als Buch veröffentlichten Briefwechsel mit M. Houellebecq bekannt, der in Deutschland unter dem Titel "Volksfeinde: Ein Schlagabtausch" veröffentlicht wurde. Schon die Bezeichnung "Volksfeinde" trifft es nicht (im franz. hies es "Ennemis publics", was ich nicht mit Volksfeind übersetzen würde und Leute wie B-H.L sind ja wohl eher Systemstützer als "Ennemis Publics" - ich gehe nicht davon aus, dass ausgerechnet der Dumont Verlag unabsichtlich mit der Bezeichnung "Volksfeind" in Bezug auf B-H.L. die Wahrheit sagen wollte ;) ) und ein großartiger Schlagabtausch war es auch nicht.

Interessant waren in diesem Buch eigentlich nur die Äußerungen M. Houellebecqs, die aber alles in allem recht zahm waren. B-H. L. stellte sich in diesem Buch lediglich als einer jener selbstgerechten Großkotze dar, die ja angeblich nur die Sorge um die Menschlichkeit, verbrämt mit dem Ausdruck angeblicher Gerechtigkeit, umtreibt und wie sie zuhauf in den heutigen Medien, bei den heutigen Politkern zu finden sind. Dem Mann scheint wirklich jegliche Fähigkeit zur echten Selbstreflexion abzugehen und nicht umsonst kann er sekundenschnell tonnenweise seine logorrhoetischen Ergüsse auf solche Ereignisse hin absondern.

meierhans

11. Januar 2015 13:56

1. Frankreich sollte sich von Levy und Hollande distanzieren. Denn diese haben den Konflikt mit dem Islam vom Zaun gebrochen, als sie völlig ohne Anlass Libyen überfallen, den dortigen Staat zerstört und so die unkontrollierbare Einwanderung über das Mittelmeer erst losgetreten haben.

2. https://www.youtube.com/watch?v=dCVryLzJDYM
Dieses Video war schon länger im Netz, das hier ist eine Neueinspeisung.

3. Der Satz "Es hat nichts mit dem Islam zu tun", bewirbt sich um den Titel "Phrase des Jahrhunderts". Es klingt in etwa so wie "Es gibt kein Problem".
Es ist offenkundig eine Beschwörungsformel: "Lasst uns alle ganz ruhig bleiben, dann bleiben die anderen auch ruhig. Keinen Muckser!"
Doch wie heißt es so treffend: Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin - dann kommt der Krieg zu dir.
Noch treffender: Er ist längst da.
Eingeführt durch Marionetten des Imperiums, gegen den Willen der europäischen Völker (s. z.B. WP "Gastarbeiter BRD").

Harald Sitta

11. Januar 2015 14:19

Die p.c. Demos:

Ein Gruselkabinett und -kabarett!

Im Grunde genommen: Von linskwende.org ueber die die Einheitspartei DLGASPDCDUCSU ( In Oesterreich GAOESVP) und die Multikultipluriorganisierten >> Volksfront!

Und was hilft gegen eine "Volksfront" diesmal ohne wirkliches Volk, rein virtuell ?

Vorschlaege in camera caritatis an die 'sezession' :-)

Je ne suis pas la front populaire!

HdeA

jack

11. Januar 2015 15:12

Solange es Persönlichkeiten wie Martin Lichtmesz gibt, sollte uns nicht allzu bange sein. Danke für die Analyse.

Der Aufruf des Herrn Levy ist an orientalisch ausgeschmückter Theatralik nicht zu toppen. Die MSM einschlisslich Frankfurter Rundschau bedienen sich der gleichen Rhetorik. Schreibt da einer vom anderen ab?

O-Ton FR: "Für was, für wen haben die ermordeten Journalisten von Charlie Hebdo gelebt?"

Wäre es nicht bedauerlich, wenn ein Mensch NUR dafür lebt, "Satire" übelster Art zu produzieren?

Bei dem, was die "Satiriker" verspotten, fällt auf, dass sich ihr Zeichenstift fast immer gegen den Islam oder den Katholizismus richtet.

"Der Islam muss vom Islamismus befreit werden."

Es wird jenen nicht gelingen, die Muslime zu säkularisieren, was nämlich den selben Effekt hätte wie die Entchristianisierung. Die "westliche Gesellschaftsordnung" und die damit einhergehende Aufgabe der Identität ist nicht das angestrebte Ziel der Muslime.

Dem Foto "Wir sind alle Individuen!“ muss man widersprechen. Ich sehe nur Klone.

M.L.: Das ist ein Zitat aus "Leben des Brian..."

Nihil

11. Januar 2015 15:21

Eine exzellente, knallharte Analyse! Ich kann den 3. Teil kaum erwarten.

Unterschrieben.

Heinrich Brück

11. Januar 2015 15:31

Heute Abend großes Theater in Paris: Kerzen werden wieder leuchten,
in Reden der wiederholte Endkampf des totalen Multikulturalismus
beschworen, - also die üblichen langweiligen Phrasen einer Lügenwelt
eines verkommenen Herrschaftsanspruchs, die in ihrer Entartung
schon längst zur Karikatur einer Wahrheitswelt und deren Kultur
zweckentfremdet wurde.
Die Herrschenden (NWO-Mischpoke) werden wohl kaum ihr
Sündenregister ausbreiten: die Ungeborenen, die Abgetriebenen,
die Suchtkrüppel einer identitätslosen Kultur des Konsums, usw.
Warum langweilt mich diese NWO-Mischpoke? Weil heute die Muslime
eine Lektion lernen können, es geht auch ohne Kalaschnikow, eine
anständige Lebensführung reicht völlig aus, um diese westliche
Dekadenz zu besiegen; aber wenn die Wahrheit absolut gesetzt wird,
dann hat sie auch ein Mitteilungsbedürfnis, dem zu entgehen nicht
allen Gläubigen in gelassener Abwehrhaltung möglich sein wird.
Und deshalb wird dieser Krieg blutig weitergehen.
Heute Abend also wieder die alten Mittel zum neuen Zweck, eine
lächerliche Heucheleiposse der scheinbar Mächtigen; und morgen Abend
heiligt hoffentlich der Zweck nicht die Mittel, denn die Wahrheit wird
in Dresden gesagt.
Wenn die Freiheit von Charlie Hebdo repräsentiert wird, dann wird
die Freiheit nur noch in Patronenlänge gemessen, und gebe Gott
daß die Wahrheit nicht vom Ekel an diese Bilder überschwemmt
werden möge.
Und wer möchte schon Charlie heißen?

RL

11. Januar 2015 15:32

Diese Massenhysterie ist der reinste Wahnsinn!

Pilgrim

11. Januar 2015 16:06

Wenn man wie Lichtmesz einerseits wiederholt Verständnis für das Anliegen des PEGIDA u. ä. äußert und andererseits keine Gelegenheit unterläßt, den amerikanischen, französischen, britischen usw. Unternehmungen im Nahen Osten oder Nordafrika einen Kick in die Nieren zu erteilen, so seht es mindestens unlogisch, vielmehr aber verdächtig aus.

M.L.: Bitte mir zu zeigen, wo und wann Pegida die Invadierung und Bombardierung islamischer Länder gefordert oder gutgeheißen hätte.

Letzendlich tragen eben diese, auch wenn nicht immer fehlerlose Militäraktionen, manchmal indirekt auch zu „Entislamisierung“ des Abendlandes bei.

M.L.: Abenteuerliche Behauptung. Seit 9/11 leben mehr Muslime im "Abendland" und den USA als je zuvor. Die Flüchtlingsschwemmen infolge der Kriege im Nahen Osten verstärken diese Tendenz noch.

Will Lichtmesz etwa alle seine ideologischen Feinde auf mehreren Fronten auf einmal besiegen? Erinnert er sich nicht mehr an einen Mann, der im 20. Jahrhundert am meisten zur Popularisierung der zahlreichen Nachteile eines Zweifrontenkriegs beigetragen hat?

M.L.: Ich habe das "invite them, invade them" der globalistischen Politik ja nicht erfunden, und auch selber keine einzige dieser genannten Fronten eröffnet, ich beschreibe sie lediglich. Da gibt es im übrigen mehr als zwei.

Nicht mehr? Eine kleine Andeutung: sein Landsmann, ein Maler, laut Sasha Baron Cohens Brüno im gleichnamigen Film, „der berühmteste Österreicher aller Zeiten.“ (Nicht Gustav Klimt, nicht Oskar Kokoschka, weiterraten bitte!)

M.L.: Wahnsinnig geistreich... noch einmal so etwas, und der Spamkübel für besondere Trotteleien geht auf.

Harald Sitta

11. Januar 2015 16:46

17:40 "Die Welt' Photo Mutti Merkl mit Mrs Hollande, wem da nicht die Traenen der Ruehrung kommen, jetzt musz man Mutti merkl doch alles gestatten ...

"Emotionale Demonstration ...""

Das Schmalz fliesst hemmungslos ... NSU hoch '3'!

Jatzt musz man aber doch endlich Ordnung machen, bitte! DTHMDINZT! Und wer Anderes behauptet und kuehle Vernunft und Analyse fordert, ist ein ... klar doch, Faschist und rechtsextrem! Da muss man jetzt doch mal im Namen der Demokratie, der Freiheit und Vielfalt und Toleranz dreinhauen und Umerziehungslager fuer alle Verstockte errichten!

Um ML zu zitieren: Und gleich geh ich speibn!

HdeA

Judith

11. Januar 2015 17:24

Pipikackabumsifick-Niveau

Jetzt musste ich wirklich lachen. Treffender kann man die abgenudelten Hebdo-Bildchen nicht benennen.

„Je suis Ahmed"

Hervorragend. Muslimische Kader haben noch einen ausgeprägten Machtinstinkt und setzen dem Distanzierung,- (wahlweise auch) Solidarisierungsstöckchen einen handfesten eigenen Pfahl dagegen.

Bin ich Charlie? Um nichts in der Welt. Bin ich Ahmed? Jamais. Ich werde auf keinen Fall für die Charlie Hebdos oder Lévys der mulitkulturellen "westlichen Wertegemeinschaft" bereit sein zu sterben.
Das sollen die mal schön selbst machen. Für mich zählt ausschließlich die eigene Gruppe. Je suis allemande

Freue ich mich auf den dritten Teil dieser Analyse? Definitiv Ja.

Stil-Blüte

11. Januar 2015 17:45

@ Lichtmesz
Extraordinär!

Noch einmal von vorn - da plötzlich zum x-ten Male bei einer kleinen Unterbrechung alles weg war (hat jemand dieselben Erfahrungen gemacht?)

@ jack

'Der Aufruf des Herrn Levy ist an ausgeschmückter Theatralik nicht zu toppen'

Ja: redselig, ausgeschmückt, theatralisch, lauthals das Feindliche aufs Korn nehmen. Stimmt. Beginnend mit dem Alten Testament über Märchen aus Tausend und einer Nacht bis hin zu Herrn Levy und Herrn Brother - eine Tradition, Geschichte mit außerordentlichen Geschichten, Märchen, Legenden, Begebenheiten zu belegen und damit die eigene Geschichte zu überflügeln. Ungleiche Brüder Ibrahim und Abraham. Die Kommunisten nannten das

Geschichtsschreibung ist Geschichtsschreibung der Herrschenden

Einjeder, der in den Diplomatischen Dienst eintritt oder deutsche Sprach- und/oder Kulturinstitute (Goetheinstitut), Firmen im Ausland vertritt, hat zu lernen und zu verstehen: Kulturdifferenzen. Warum nicht wir in deutschen Landen? Übertreiben, auf die Spitze treiben ist bei orientalischen Völkern alltägliche Lebens- und Überlebenskunst n o r m a l , ist nicht Lüge, Korruption, Häme, 'falsch Zeugnis wider Deines Nächsten'.

Warum das Politik, Wirtschaft und Medien in unserem Land wider besseren Wissens verleugnet, will mir nicht in den Kopf. Daß Ausländer, die hierhierkommen, unsere Spielregeln übernehmen sollen, pa0t nicht in die Mentalität,Kultur, Gene - wie auch immer, des Menschen. Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Wollte ich die Mentalität des Gastlandes übernehmen? Mitnichten, obwohl es die größte 'Willkommenskultur' hatte, die ich kenne (Schweden). Man muß das Fremde im eigenen Land in Rechnung stellen. Aber zuallererst das Eigene (soll übrigens ein Wort sein, dass Luther zum erstenmal bei seiner Übersetzung des NT ins Deutsche gebraucht hat).

Ist man dazu nicht fähig/willens - Schluß damit! Und d a sind nun nicht wenige, die das vertreten. Ideologisierung in Idealisierung zu verwandeln, wie die herrschende 'Mischpoke' betreibt, bedeutet Realitätsverlust. Unsere Lebenserfahrung, gesunder Menschenverstand, Gottvertrauen (im weitesten Sinne) und sind mehr denn je gefragt. Daher am Montag: Bärgida.

Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit Bewunderung:
Der gestirne Himmel über mir
und das moralische Gesetz in mir.

Immanuel Kant

John Haase

11. Januar 2015 17:48

Ich habe die letzten Tage viel Mainstreampresse im Internet gelesen. Das Bild vom nackten Kaiser stimmt nicht mehr. Unsere Journalisten sind nicht nur längst vollständig nackt, sondern sie ziehen sich irgendwie auch noch immer weiter aus, während sie behaupten, sie zögen sich an. Gleichzeitig keifen sie jeden Passanten, der auch nur den Blick nicht schnell genug abwenden kann, als Extremisten und Menschenfeind an und bewerfen ihn mit Fäkalien.

Hier sind meine TOP 3 der journalistischen Totalschäden der letzten Tage. Es war schwer. aus der Vielzahl von Einsendungen die Gewinner auszusuchen.

Platz 3: Sicher etwas untergegangen: https://www.swr3.de/Gauland-Mund-halten/-/id=47308/did=3052432/1guo6d2/index.html

Der öffentlich-rechtliche Journalist Klaus Sturm macht aus seinem Herzen keine Mördergrube und läßt seinen Haß von der Kette. Das Ergebnis ist durchaus witzig. So habe der friedliche Islam "genauso wenig mit den Morden von Paris zu tun wie die Katholische Kirche von heute mit den Hexen-Verbrennungen und den mörderischen Kreuzzügen im Mittelalter." Man weiß gar nicht, wo man bei einem derart bescheuerten Satz anfangen soll zu entwirren.
Lustigste Stelle: der Autor kommt mit den "diffusen Ängsten" und "angeblicher Islamisierung" durcheinander und schreibt von "angebliche(r) Furcht" der Pegida. Und bitte den Islam nicht mit Ängsten gleichsetzen!

Platz 2: Der von Herrn Lichtmesz bereits erwähnte Artikel in der Frankfurter Rundschau von Christian Bommarius.

https://www.fr-online.de/terror/anschlag-auf--charlie-hebdo--moerder-und-leichenschaender,29500876,29508128.html

Bommarius schreibt von der freien Presse als der "Substanz der Demokratie", und "freier war und ist sie nicht als in den Redaktionsstuben von Charlie Hebdo." Arschfickbildchen sind für unsere Medien anscheinend so was wie die unverhandelbare, reine Seele des Journalismus.
Lustigste Stelle: Gauland (schon wieder), AfD und Co werden als "Leichenschänder" bezeichnet, die sich, nachdem die Mörder ihr blutiges Handwerk erledigt haben, ghoulgleich der Toten "bemächtigten, als die Leichen noch warm waren."

Platz 1 geht an die FAZ und an Helmut Heinen.

https://www.faz.net/aktuell/politik/aufruf-der-zeitungsverleger-wehren-wir-uns-13361546.html#

Das Selbstbild, daß diese Presselinge haben ist derart überhöht, daß man es wirklich sehen muß, um es zu glauben. Es ist auch völlig egal, was Wirklichkeit oder Leser sagen. Lesen sie den Artikel und dann die "Top-Argumente" (d.h. Top-Kommentare) darunter. Die sind mit einem grünen Punkt markiert und werden von der FAZ selbst ausgewählt. Klicken sie danach auf "alle Meinungen" und dann auf "sortieren -> viel empfohlen."

Lustigste Stelle: "Die Medien und gerade auch die Zeitungen tragen durch Kommentare und Hintergrundberichte zur Reflexion über unsere zivilen Standards bei."

Ich dachte bisher immer, daß irgendwann alles in einem Bürgerkrieg enden wird, aber mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher. Der Gegner ist zu dumm für einen Bürgerkrieg. Wenn irgendwann die neue Ordnung kommt, dann werden wir sie alle in ihrer Häßlichkeit sehen. Die fette, kurzhaarige Politikerin mit Halstuch, den schmalen, unvorteilhaft bebrillten Journalisten mit etwas zu langen Haaren dem man ansieht, daß er in seinem Leben noch nie eine Hantel in der Hand hatte, die kleine protestantische Pfarrerin und all die anderen BRDlinge und wir werden uns fragen: "Was die? Wie konnte es sein, daß wir so lange auf die reingefallen sind? Die haben keinen Charme, keinen Esprit, kein Charisma, kein Talent - warum in Gottes Namen haben wir das zugelassen?"

Und wir werden uns schämen.

Waldgänger (e.B.) aus Schwaben

11. Januar 2015 17:56

Nicht ist es gut,
Seellos von sterblichen
Gedanken zu sein. Doch gut
Ist ein Gespräch und zu sagen
Des Herzens Meinung, zu hören viel
Von Tagen der Lieb,
Und Taten, welche geschehen.


X. hielt inne, unterbrach seine nächtlichen Hölderlin-Rezitation im Wald. Alles erschien plötzlich fremd, der Wald, der Weg. Er hatte sich bei seinem nächtlichen Spaziergang im Wald verlaufen - mal wieder.
Er untersagte sich jeden Gedanken. Denn dies ist der Fehler vieler, die in unbekanntem Gelände umher gehen: Vorschnell zu vermuten, wohin der ungewisse Weg führt.
Er spannte alle Sinne auf Äusserste an und ging langsam weiter. Jetzt auch kam ein Wehn und regte die Gipfel der uralten Stämme auf. Der Wind trug ihm fast unmerklich die Witterung von Rauch zu. Er bleib stehen, lauschte, schaute. Doch nichts ausser dem ewigen Singen der Wälder war zu hören, kein Feuerschein zu sehen.
"Was mögen es für Menschen sein, die um stille Feuer liegen, im Feld bei der Nacht?", dachte er bei sich.
Er beschloss das Feuer zu suchen.

(Aus: Das geheime Doppelleben des X.M.)

Jeder Analyse muss eine unvoreingenomme Sammlung und Sichtung des Materials vorausgegen, sonst läuft man in Gefahr, nur das zu sehen, was man sehen will und alles andere auszublenden. In Zeiten des Umbruches gilt dies umso mehr.
Um konkret zu werden:
Eine der vielen Merkwürdigkeiten bei PEGIDA ist, dass es unseren "Eliten" bislang nicht gelungen ist, die Moslems in Deutschland für NoPegida zu mobilsieren. Jedenfalls ist dies mein Eindruck. Der Kampf gegen den Kampf gegen die Islamiserung des Abendlands, wird fast ausschliesslich von autochonten Deutschen geführt.

Luise Werner

11. Januar 2015 17:58

"35000 sollen es gestern gewesen sein - gegen Pegida"

Gestern abend im mdr-Hörfunk: "Die Polizei teilte mit, dass sie diesmal keine Teilnehmerzahl ermittelt. Das sei Sache des Veranstalters."

sz-LifeTicker gestern eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung: "Viele Leute haben sich bisher noch nicht auf dem Platz vor der Frauenkirche eingefunden."

Aber diese Zählerei ist eigentlich eh Quatsch. Die Gegenseite karrt zur Not Schulklassen und finanziell abhängige Sportvereine zusammen.
Und wie man im Westen des Landes sehen konnte ist Pegida ab einer Versammlungsgröße von 50 schon relevant.

War OT. Weitermachen ...

Andrenio

11. Januar 2015 18:11

Sekunden nach 9/11 kam mir in den Kopf "ein neues Pearl Harbour". 10-jähriges Nachforschen im Netz haben diese Vermutung bestätigt.
Attentat gegen CH: Erster spontaner Einfall gegenüber Freundeskreis: Wenn einer der Attentäter lebend gefangen wird, halte ich eine Nichtverwicklung der Geheimdienste für möglich.
Umkehrschluss: Werden alle liquidiert, dann stinkt etwas gewaltig!
Woher wussten die Attentäter den Zeitpunkt der Redaktionssitzung? Warum hat der Polizeischutz und der Leibwächter keinen Schuss abgegeben?
Tut mir leid, aber Gladio und NSU lässt grüssen.

Daktari

11. Januar 2015 18:27

Eine Farce sondergleichen.

Aber zunächst einmal: ich bin nicht Charlie!
Aber sowas von nicht.

Die "Satirezeitschrift" war eine Ausgeburt der 1968er; vom Geist und Stil tiefste Gosse. Hetze gegen alle Religionen. Der Islam kam eigentlich noch recht gut dabei weg; aber den radikalen Moslems reichte das wenige schon zu Hatecore-Reaktionen.

Nicht das ich als Agnostiker hier für irgendeine Religion einen Stab brechen will, schon gar nicht für eine der drei abrahamitischen Buchreligionen, die allesamt so viel Unheil anrichteten als sie der mosaische Wüstenwind nach Europa trieb.

Hauptziel der angegriffenen Zeitschrift war jedoch der FN und alles Nationale.
Somit ist Krokodilstränen für diese Bande zu vergießen nicht mein Ding.

Betrachtet man wie das Establishment sich jetzt aber aufplustert und eine mittels gleichgeschalteter Medien Verschleierungstaktik fährt, wird mir speiübel.
Alles nur, um das völkervernichtende Projekt Multikuturalismus am künstlichen Leben zu erhalten.

Na klar, angeblich sind nahezu alle Moslems weltweit in Abscheu über die Attentate vereint. Nur....merkwürdig, dass eine repräsentative Umfrage in der Türkei eine deutliche Mehrheit ergab, die die Attentate in Frankreich als gerecht und notwendig ansahen, da der Prophet beleidigt worden sei.
Und die vielen Beispiele von muslimischen Schülern in Frankreich die nicht zum Gedenken an die 17 Toten im Schulunterricht aufstehen wollten.
Aber solche "störenden" Nachrichten verschweigt die Systempresse und kommt dafür lieber mit Jubelmeldungen von angeblich 35.000 die in Dresden gegen PEGIDA demonstiriert hätten.
Aber auch da einige Risse:

Die Demo war gar nicht gegen PEGIDA angemeldet sondern im Gedenken an die Toten von Paris. Es gab auch etliche Transparente, die das Fernsehen nicht zeigte (zB. "PEGIDA hat recht" usw), obwohl juristisch verboten hatten sächsischer Minsisterpräsident und Dresdern OB nicht als Privatpersonen zu der Demo aufgerufen, sondern als Amtsträger.
Ich hoffe, dass sie dafür noch eine Strafanzeige erhalten.

Wenn man dann noch bedenkt, dass die letzte Demo von PEGIDA allein in Dresden sogar 30.000 Teilnehmer (offiziell: 18.000) gehabt haben soll, wird dieser Mummenschanz schon klarer. Das System hat nur noch billige Zaubertricks zu bieten. Mehr nicht.

https://juergenelsaesser.wordpress.com/2015/01/06/30-000-bei-pegida-ein-sieg-uber-den-merkel-totalitarismus/

Weise Frau

11. Januar 2015 19:42

"Je suis Charlie" markiert die Geburt eines Widerstandes, der unserer besten geschichtlichen Traditionen würdig ist"

Lévy

Da ist was dran ! Ich bin nicht die Erste, die bemerkt hat, daß Charlie Hebdo Jesus ist .
Taz Redakteur Réne Hamann bemerkt, wenn man " aus der französischen Formel "Je suis Charly" ein i weglässt, Charlie Hebdo Jesus ist:

https://www.taz.de/!152539/"

Also Jesus Charlie !

Aber jetzt kommt es noch besser:

Un char bedeutet im Französischen Kampfpanzer

Jesus char lie

" den Je suis Charlie Slogan muß man den franz. Muslimen nicht aufnötigen"

Schonungslose Wahrheiten ?

Jesus kommt wie ein "Kampfpanzer" , der gegen die Lüge (lie) auffährt !!!

Na, wenn das nicht mal besser als jede Verschwörungstheorie ist, Freunde.

Grüße

Das Orakel

"Die Wahrheit wird euch frei machen"

Langer

11. Januar 2015 19:42

Wie sich diese Gestalten erdreisten, einen Zusammenhalt heraufzubeschwoeren, wenn genau dem im Alltag alles entgegenarbeitet! Das einzige C, welches diese heuchlerischen Leute einigt, ist der consommateur. Und genau das ist auch die einzige Antwort, die man auf all die offenen Fragen bereithaelt: Kaufen und vergessen. In einer Gesellschaft, in der alles ausser dem Protest dagegen erlaubt ist, bleibt auch nichts substantielles.
Ich prophezeie: All diese Verlorenen werden die ersten Sein - und man begreife das als (unbewusstes) Symptom all ihrer Handlungen -, die sich dieser erhalten gebliebenen Sinngebung unterwerfen. Darin endet die ideologische Linie dieser - Bewegung? Entfernung!
"Gruen wird Gruen.™"
..|..

Ron Swanson

11. Januar 2015 20:08

VT gut und schön, doch ich frage mich eher, warum passiert das nicht häufiger? Ich kann da einfach keinen großartigen, logistischen Aufwand erkennen? 2-3 überzeugte Attentäter, die man ein paar Monate trainiert und dann im Strom der Illegalen nach Europa schleust, sollte problemlos machbar sein. Kriegswaffen sind seit dem libyschen Bürgerkrieg, von den nordafrikanischen Glaubensbrüdern in Südfrankreich, relativ unkompliziert zu bekommen.

Die Anzahl der potentiellen Weichziele ist riesig. Selbst wenn man es spezifischer will, eine Redaktionssitzung, die auch noch jede Woche zum selben Zeitpunkt stattfindet, ist kein Staatsgeheimnis. Also Infos über solche Weichziele zu bekommen, ist auch kein Hexenwerk.
Auch wenn es der mediale #aufschrei verschleiert, war das, im Vergleich zu Madrid oder London, ja eher eine kleine, unkomplizierte Aktion.

Warum also passiert nicht mehr?

Revolte

11. Januar 2015 20:24

Diffuse Ängste machen sich unter den Herrschenden breit.
Das Juste Milieu verliert jedes Maas:

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte zu BILD über die morgige Pegida-Demo: “Hätten die Organisatoren einen Rest von Anstand, würden sie diese Demonstrationen einfach absagen. Die Opfer haben es nicht verdient, von solchen Hetzern missbraucht zu werden. Jeder hat das Recht zu demonstrieren, aber wie heuchlerisch ist das denn? In Dresden wollen Menschen mit Trauerflor am Arm eben jener Opfer in Paris gedenken, die sie vor einer Woche noch als Lügenpresse beschimpft haben. Es ist einfach nur widerlich, wie die Hintermänner dieser Demos das abscheuliche Verbrechen von Paris jetzt ausschlachten wollen.“

https://www.pi-news.net/2015/01/widerlich-sind-sie-herr-justizminister-maas/

Martin

11. Januar 2015 20:53

Warum also passiert nicht mehr?

Ganz einfach, weil die absolute Masse (locker 99,99 oder mehr Prozent - bei Millionen genügen ja weniger als Promille Werte, damit es dennoch zu so etwas kommen kann) der Moslems einfach keine Terroristen sind und auch nicht sofort irgendwelchen Aufrufen zu Terroraktionen folgt. So wie die Masse der Deutschen auch nicht zu irgendwelchen Demos gegen Rechts oder sonst was geht. Die Masse der Deutschen (insbesondere Westdeutschen) steht Demonstrationen gleichgültig (Mehrzahl) bis kritisch hin zu ablehnend gegenüber. Dies gilt sowohl für die Pegida Demos und erst recht auch für die staatlich organisierten Gegendemos.

Wir erleben hier ein mediales Großmanöver besonderer Art - Was dahinter steckt, darauf kann ich mir keinen letzten Reim machen, nur so viel: Bei sonntäglichen Allerweltsgesprächen spielt das Ganze keinerlei Rolle. Genauso wenig war ich noch kein einziges mal Zeuge, dass innerhalb von Vereinen, Stammtischrunden etc. (und da bin ich durchaus oft vertreten) das Thema Pegida überhaupt diskutiert wurde. Solche Diskussionen erlebe ich nur online. Oder gibts evtl. eine Alltags-Omertà, don´t mention the politics, etc?

Matt Anon O'Herne

11. Januar 2015 21:08

@Revolte: Das Maas ist voll! Wer ist dieser Typ überhaupt?!

Trouver

11. Januar 2015 21:29

Ich, als Nationalliberaler, habe nicht ohne Genugtuung gelesen, dass, eigentlich, keine Rolle spielt, ob man von Muslos herniedergemetzelt wurde, oder von den Nazis.

Fuer das Strafgesetzbuch ist es einerlei.

Punkt ist eben darin, dass es keine Nazis waren.

Inselbauer

11. Januar 2015 22:06

Übersetzen Sie das (Englisch, nicht Französisch, so viel Verachtung muss sein) und schicken Sie es dem BHL in ausgedruckter Form. Er wird es lesen und hat das auch verdient, das alte Arschloch.

M.L.: I glaub ned, daß er soviel Zeit hat...

Martin S.

11. Januar 2015 22:20

Wie schön betroffen die Leute auf dem Foto ihre "je suis Charlie"-Zettel hochhalten. Passender wäre "Ich bin gleichgeschaltet!"...

Karolus

11. Januar 2015 22:23

@ Carl Sand

'der Rollignom' - Sie meinen den Harzer Roller?

rautenklause

11. Januar 2015 22:27

FOCUS Ticker

20.06 Uhr: "Pegida, verschwinde!" - mit einem Flugblatt und Karikaturen haben sich französische und frankophone Karikaturisten gegen die islamfeindliche Bewegung Pegida gestellt. Sie seien empört über den in Dresden geplanten "Trauermarsch", hieß es in einem Aufruf vom Sonntag. "Wir lehnen es ab, dass Pegida das Gedenken an unsere Kollegen vereinnahmen will", sagte ein Mitorganisator. Wegen des Anschlags auf die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" mit zwölf Toten haben die Pegida-Organisatoren ihre Anhänger aufgefordert, bei der Kundgebung an diesem Montag in Dresden Trauerflor zu tragen.

Pegida stehe für all das, was die Kollegen von "Charlie Hebdo" durch ihr Werk bekämpft hätten, hieß es. Zu den bisher elf Unterzeichnern gehört auch der niederländische Karikaturist "Willem", Gründungsmitglied und Zeichner bei "Charlie Hebdo". Er überlebte, weil er während der Anschläge im Zug nach Paris saß.

"Wir, die französischen und frankophonen Zeichner, sind entsetzt über die Ermordung unserer Freunde. Und wir sind angewidert, dass rechte Kräfte versuchen, diese für ihre Zwecke zu instrumentalisieren", heißt es in dem Flugblatt. Eine der Karikaturen zeigt etwa eine Hyäne und einen Aasgeier, die aus dem Terroranschlag Kapital schlagen wollen. Zugleich rufen die Zeichner die Dresdner zu Weltoffenheit und Toleranz auf. "In diesem Kampf ist Dresden, wie Paris, eine symbolische Stadt."

Merkel, Hollande und Netanjahu führen den Zug untergehakt an. Gemeinsam gedenken sie der Opfer des Terrorismus.

Noch Fragen? Wiederholen Sie Ihren Auftrag!

rautenklause

11. Januar 2015 22:27

Pardon, vergessen:

https://www.focus.de/politik/ausland/live-ticker-paris-mehr-als-drei-millionen-gedenken-in-frankreich_id_4396929.html

Waldgänger Berlin

11. Januar 2015 22:32

Ganz vielen Dank an Meister Lichtmesz für die Arbeit die hinter diesen erhellenden Artikeln steht! Die nächsten Wochen werden spannend, dabei stellt sich bei mir ein immer unguteres Gefühl bei dem immer hysterischer / psychotischer werdenden Ton der Gegenseite ein.

Ich bin sowas nicht von Charlie!

Ron Swanson

11. Januar 2015 22:41

@Martin

Ich habe ganz genau erläutert, wie ich das meine. Deutlicher geht es nicht! Also hilft mir ihre Erklärung auch nicht weiter.

jack

11. Januar 2015 23:29

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte zu BILD über die morgige Pegida-Demo: “Hätten die Organisatoren einen Rest von Anstand, würden sie diese Demonstrationen einfach absagen. Die Opfer haben es nicht verdient, von solchen Hetzern missbraucht zu werden. Jeder hat das Recht zu demonstrieren, aber wie heuchlerisch ist das denn? In Dresden wollen Menschen mit Trauerflor am Arm eben jener Opfer in Paris gedenken, die sie vor einer Woche noch als Lügenpresse beschimpft haben. Es ist einfach nur widerlich, wie die Hintermänner dieser Demos das abscheuliche Verbrechen von Paris jetzt ausschlachten wollen.

Für Heiko Maas (SPD) muss das Wort Anstand fremd sein. Ein Politiker, der auch nur ansatzweise über Anstand verfügt, würde diesen niemals Menschen absprechen, die er nicht kennt, von denen er nichts weiss und die er trotzdem als Hetzer tituliert, obwohl sie nur von ihrem Recht auf Äusserung ihrer Meinung Gebrauch machen.

Leute wie Maas können demnach nur gewöhnt sein, alles auf das Schäbigste zu instrumentalisieren, wenn es ihrer Agenda dient.
Nicht Pegida benutzt Charlie Hebdo.
Es ist genau umgekehrt, Maas instrumentalisiert die nun toten Charlie Hebdo Leute, die niemals etwas anderes konnten, als rücksichtslos gegen alles zu hetzen, was unter Umständen Muslimen und Katholiken heilig ist. Das was er Pegida vorwirft, führt er hemmunglos durch.

Das westliche Heuchelsystem predigt "Tolerenz", "Weltoffenheit", "Diversity", schleusst Millionen Muslime jeglicher Provenienz rücksichtlos nach Europa, wohl wissend, dass Muslime das eigenartige
westliche "Demokratieverständnis" ablehnen, provoziert die Menschen bis aufs Blut in primitivster Art und Weise und wundert sich dann, dass die nicht hinnehmen, wenn das, woran sie glauben, pornografisch ausgeschlachtet wird.

Es hiess in grün/roten Kreisen immer: "Wir holten Arbeiter, aber es kamen Menschen". Ja, richtig, aber diese Menschen sind eben Jesiden, Muslime, Sunniten, Schiiten, Salafisten und viele andere, die ihre Sitten und Gebräuche hier forsetzten und auch die Probleme, die sie untereinander haben.

Nur die Utopisten von der Sorte Heiko Maas realisieren trotz 40-jähriger "Integration" noch immer nicht, dass die sogenannten westlichen Werte für diese Migranten keinen Wert besitzen, verständlicherweise, schaut man die "Wertvorstellungen" von Charlie und Assoziierten an.

Es bleibt mir unverständlich, wie sich ein deutscher Bundespräsident hinstellt und solidarisch behauptet "Charlie" zu sein, wenn er die widerlichen Zeichnungen des Blättchens zuvor angesehen hat.

Die Utopisten der "bunten Gesellschaft" haben uns dieses Problem beschert und nun beklagen sie, dass sich die Migranten der Dressur, die bei uns so gut funktioniert hat, entziehen. Verdammte Heuchler !

José Antonio

12. Januar 2015 03:10

Verschiedene französische Karikaturisten zeichnen die Pegida-Demonstranten als Untermenschen-Nazis, mit Glatze, Hitlerbart und schiefen Zähnen (hier zu sehen).

Diese Karikaturen sind wirklich unter aller Sau. Offensichtlich haben sich diese Karikaturisten nicht mit Pegida beschäftigt, sondern uralte Klischees (oder gar diffuse Ängste) über Deutsche ausgegraben. Diese Leute setzen – reflexhaft – Deutschtum mit Skindhead-Nazitum gleich, und ich bin mir sicher, daß keiner von ihnen sich die Punkte des Pegida-Positionspapiers durchgelesen hat. Die lesen in ihrer, der deutschen nichts in Lügenhaftigkeit nachstehenden, Presse nur "deutsche Demonstration", es macht klick!, das Nazometer springt an und schon ist eine haßerfüllte Karikatur* ist aufs Blatt gesudelt. In diesen Machwerken steckt kein Funke Warheit, sie sind nur der dumpfe Versuch, etwas zu bekämpfen, das es nicht gibt, auf einen unsichtbaren Feind einzudreschen. Gratismut.

Mich stimmt es besonders traurig, denn ich bin frankophil und ich kenne Frankreich. Ich weiß, daß diese Karikaturisten nur das kleine, "links-anarchistische" Milieu repräsentieren, zu dem auch dieses kindische Fäkalmagazin Charlie Hebdo gehört, aber es drückt meine Stimmung doch sehr, daß so unreflektiert, so wahnsinnig sinnwidrig auf uns eingedroschen wird. Auf uns Deutsche übrigens, nicht nur auf die Pegidisten. Mit diesen Karikaturen sind wir alle gemeint.

Vor ein paar Tagen war ich noch in Spanien und kaufte dort meine Lieblingstageszeitung ABC. Ein großartiges Blatt, konservativ, monarchistisch, klare Sprache und überlegte Wortwahl. Und dann entdecke ich eine Doppelseite über Pegida (noch vor den Anschlägen) mit Texten voller unwahrer Behauptungen. Ohne auch nur eine einzige Forderung von Pegida zu artikulieren wurde die gesamte Bewegung als rechtsextrem abgestempelt. Das war wirklich Spiegel-Online-Niveau. Ich kann mir das nur so erklären, daß fast das gesamte Ausland seine Informationen über Deutschland nur aus den Teilen der deutschen Presse bezieht, die hier mittlerweile unter dem treffenden Namen Lügenpresse firmiert.
Das gibt mir zu denken über Deutschlands Reputation. Nicht Pegida verschlechtert sie, sondern die Heimtücke der Lügenpresse, die indirekt solche Fabrikate hervorbringt.

*Karikatur kann man eigentlich gar nicht dazu sagen. Das Wort bedeutet Übertreibung, aber hier werden die Pegidisten nicht übertrieben, pointiert dargestellt, sondern in einer unsäglichen Infamie mit etwas gleichgesetzt, mit dem sie nichts zu tun haben.

Trouver

12. Januar 2015 05:07

Pegida stehe für all das, was die Kollegen von „Charlie Hebdo“ durch ihr Werk bekämpft hätten, hieß es.

für Islamismus?

H. M. Richter

12. Januar 2015 11:49

Im Vorfeld seines ersten PEGIDA/LEGIDA-Spaziergangs am heutigen Abend erlebt Leipzig derzeit die angespanntesten Stunden seit dem 9. Oktober 1989. In einer seit dem '89er Herbst beispiellosen Mobilisierungsoffensive wird versucht, Leipzig nicht zum zweiten Dresden werden zu lassen.

Das Ziel der Strippenzieher im Hintergrund liegt auf der Hand:
Die PEGIDA/LEGIDA-Demonstration mit allen (!) Mitteln zu verhindern.
Und die zukünftigen gleich mit ...

Dafür wird heute Abend wohl die Falle gestellt werden.

Dringend benötigte Schlagzeilen dürften bereits in den Schubladen der Redaktionsstuben liegen.

Arkanthus

12. Januar 2015 11:50

Sie hätten diesen dämlichen hashtag noch aus einem anderen Blickwinkel beschreiben können: Ihr seid auch nicht Charlie !

Unabhängig vom Niveau dieser Zeitschrift muß man denen, wie Sie richtig sagen, immerhin Courage zugestehen und auch das Zitat von einem der Redakteure ("Charb"): "Ich ziehe es vor, aufrecht zu sterben, als auf Knien zu leben" ist das Gegenteil von Fellachentum ;). Das kann man von denen, die sich jetzt mit "Charlie" identifizieren, sicher nicht behaupten. Das finde ich unerträglich, diese bequeme Lichterketten-Mentalität.

Thomas Wawerka

12. Januar 2015 12:06

Warum dieses Attentat?
Islamistische Attentate gibt es in Europa seit 20 Jahren, teilweise mit weitaus höheren Opferzahlen. Warum bekommt nun dieses Attentat soviel mehr Aufmerksamkeit? Ist das Fass einfach übergelaufen? Oder wirkt PEGIDA wie ein Aufmerksamkeits-Verstärker?

Was unfaire Äußerungen, "Karikaturen" und dergleichen betrifft: Was soll man erwarten? Das war doch naheliegend und dürfte auch noch lange nicht alles gewesen sein. Das Beste scheint mir, ruhig zu bleiben, sich nicht zu echauffieren, den Dreck mit aristokratischer Ignoranz, bestenfalls einer herablassenden Geste, einem vorübergehenden Abwinken zu behandeln.

Hartwig

12. Januar 2015 12:54

@ H.M. Richter

Vielleicht haben Sie recht, was Leipzig betrifft.
Das sollte aber nicht von der Teilnahme abhalten. Teil der gegnerischen Strategie ist schon die Angstmache im Vorfeld.
Als ich heute früh im Rundfunk hörte, das die Bahn einen Sonderzug aus Halle/Saale zum Transport der Studenten der Lutheruniversität bereit stellen wird, da wähnte ich mich tatsächlich im Jahr 89. Na, mal sehen, wie viele Parallelen noch sichtbar werden.
Vor einem Vierteljahr wurde hier noch der Mehltau beklagt. Jetzt ist die Stunde der Tat. Das gilt auch für alle Demonstrationsmuffel und Positionspapier-Detailkritiker - wie mich.

Ron Swanson

12. Januar 2015 13:02

Noch etwas zum Thema Lügenpresse:

https://red1490.tumblr.com/image/107858617709

Zadok Allen

12. Januar 2015 13:22

Ich glaube, ich bin nicht der einzige, der sich beim Blick auf das derzeitige Gekreisch des massenmedialen Apparats und die dadurch hervorgerufene Massenhysterie in Teilen der autochthonen Bevölkerung in einen surrealen Autorenfilm versetzt glaubt.

Allein, große Teile jener angeblich zwei Millionen, die gestern in Paris demonstrierten, wollten mit ihrer Teilnahme aussagen: ich bin ein autochthoner Europäer und fühle mich von Einwanderern bedroht. Dies übrigens selbst dann, wenn sie die vorfabrizierten Je-suis-Charlie-Schilder hochhielten.

Es ist eine für die Herrschenden unkontrollierbare Dynamik im Spiel. Und eine Prognose dürfte nicht allzu gewagt sein: daß jene Schmieranten und Politkasper, die es derzeit allen Ernstes unternehmen, die Morde von Paris PEGIDA anzulasten, keinen Erfolg haben werden.

Um die Ursachen dieser, mit dem Urheber meines Pseudonyms H.P. Lovecraft zu sprechen, abomination zu beschreiben, muß ja sogar der so wortgewaltige Martin Lichtmesz schon auf das Vokabular der Psychopathologie zurückgreifen. Vielleicht übertreiben es die Herren Koksnasen derzeit auch mit ihrem Drogenkonsum (Versuch, aufsteigende Panik zu bewältigen)?

Man darf auf die Teilnehmerzahlen heute abend gespannt sein.

Für Hartgesottene:
https://www.tagesschau.de/inland/pegida-207.html

Frederick van Portshoven

12. Januar 2015 13:59

Dass auch die Universitäten an den öffentlichen Fleischtöpfen hängen, ist ja Allgemeingut. Insofern verwunderte mich auch nicht diese E-Mail, welche ich heute erhielt:

Für eine weltoffene und vielfältige Universität - für ein weltoffenes und vielfältiges Hannover

Liebe Studierende,

in unserem Leitbild bekennt sich die Leibniz Universität Hannover dazu, „durch Lehre und Forschung dem friedlichen Zusammenleben der Menschen zu dienen und dazu beizutragen, die drängenden Fragen unserer Zeit zu beantworten. Dabei ist uns die Freiheit von Forschung und Lehre ein wertvolles Gut. (…) Dabei sind wir kritisch und konstruktiv und fördern Kreativität und Dialogfähigkeit als Voraussetzung für innovatives Handeln. Wir sind weltoffen und leben Internationalität (…)“.

Die Diskussionen der letzten Wochen und Monate führen uns deutlich vor Augen, dass dies keine nichtssagenden oder selbstverständlichen Aussagen sind und sich offensichtlich im Widerspruch zum Denken und Reden allzu vieler Menschen in unserem Lande befinden. Die schrecklichen Morde in Frankreich führen darüber hinaus vor Augen, wie hoch der Wert, aber auch der Preis der Freiheit sein kann.

Für Montag, den 12. Januar, hat die Gruppierung HAGIDA eine Demonstration in Hannover geplant. Die Organisatoren der HAGIDA-Veranstaltung verbreiten fremden- und islamfeindliche Stimmung und suchen nach Feindbildern. Das können und wollen wir nicht akzeptieren.

Ein breites Bündnis wehrt sich gegen die geplante Demonstration.
„Wir stehen für ein anderes Hannover und zeigen Flagge!“

Wir sind eine weltoffene und tolerante Universität und tolerieren keine fremdenfeindlichen Aktionen.

Deshalb schließen sich Hochschulleitung, Senat, Personalrat und Gesamtpersonalrat der Leibniz Universität Hannover dem breiten Bündnis an und rufen Ihre Mitglieder dazu auf, friedlich gegen den HAGIDA-Aufmarsch zu protestieren und zu demonstrieren.

Sie haben dazu u.a. folgende Möglichkeiten:

Um 17.30 Uhr findet ein interreligiöses Friedensgebet in der Marktkirche statt.

Um 18.00 Uhr startet eine Gegendemonstration am Eingang des Standesamtes am Alten Rathaus. Die Demonstration soll am Georgsplatz enden.

Bitte beteiligen Sie sich – vielleicht jede und jeder auf eine ihr oder ihm angemessene Art - an den Aktionen des Bündnisses.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Hochschulleitung, Senat, Personalrat und Gesamtpersonalrat der Leibniz Universität Hannover

Wie es hier schon in mehreren Beiträgen anklang, wird von offizieller Seite aus alles unternommen, um möglichst viele Demonstranten zu mobilisieren. Ob auf die Unis selbst auch Druck ausgeübt wird, damit sie ihre Studenten aufwiegeln? Oder glauben die Herrschaften, die diese Manipulation verbreiten, es auch selbst, was sie da schreiben? Es widert mich schlicht zutiefst an, dass hier einmal mehr vorgegaukelt wird, dass eine Teilnahme von Courage zeugte - was mitnichten der Fall ist, eher im Gegenteil. Ich betrachte mich selbst auch als weltoffen und lebe Internationalität, aber dennoch scheine ich aus den Geschehnissen der jüngeren Vergangenheit gänzlich andere Schlüsse zu ziehen als die Vertreter meiner Hochschule, die mir aber allem Anschein nach vorzuschreiben will, was ich zu denken habe. "Breites Bündnis" und "Wir zeigen Flagge" dürfen da als hohle, abgenutzte Worthülsen selbstredend auch nicht fehlen. Wenn ich mir schon die bräsigen Gestalten vorstelle, wie sie wohlfeil sich gegenseitig zunickend versichern, auf der richtigen Seite zu stehen...

Zum Thema Mobilisierung durch staatliche Stellen und die Bedeutung der Teilnehmerzahlen ein lesenswerter Artikel von Vera Lengsfeld:

ene

12. Januar 2015 14:08

Na seltsam: "Je suis Charlie" erscheint hier als Deckblatt (sozusagen) auf einem Rechner in einer öffentlichen Bibliothek. Bei den anderen Nutzern auch. Keiner von denen hat es eingestellt.
Très bizarre.

ene

12. Januar 2015 14:32

Ergänzung zu 14.08:
Ach, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat das eingestellt.
Man wird aufgefordert, sich per Unterschrift an dieser Aktion zu beteiligen.
Dürfte auf allen Bibliotkeksrechnern sein.

Stil-Blüte

12. Januar 2015 14:33

Pressefotos auf der 1. Seite und on-line:
Der schwarze Block der Herrschenden in der 1. Reihe, dann Securitas, dann - rein gar nichts. Leere. Kein Volk, nirgendwo: Horror vaccui. Besser kann man die totale Isolation der Machthaber (in der Luftaufnahme) nicht darstellen.

rautenklause

12. Januar 2015 15:15

Und wann distanziert sich endlich die SEZESSION? Von IRGENDETWAS ... ist doch gerade en vogue ...

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/dresdens-pegida-buendnis-distanziert-sich-von-nrw-ablegern-13364370.html

Joseph von Sternberg

12. Januar 2015 15:44

Je me sens Charlie Coulibaly

Dieudonné... :-)

https://www.google.de/search?q=dieudonne&ie=utf-8&oe=utf-8&gws_rd=cr&ei=K92zVPbNL8XbPNe_gLgP#q=dieudonne&tbm=nws

M.L.: Kommt noch!

Rosenkranz

12. Januar 2015 15:51

@Thomas Wawerka

Über diese Frage habe ich auch schon nachgedacht und bin zu folgendem Ergebnis gekommen.

Neu an dem Charlie-Hebdo-Massaker ist, daß es hauptsächlich die ihrigen getroffen hat, also politisch linke Journalisten. Ich habe auch das Gefühl, daß die toten Charlie-Hebdo-Leute keine Islamkritiker im eigentlichen Sinne waren, sondern Freunde der multikulturellen Gesellschaft, denen es bei ihrer Arbeit einfach an Anstand mangelte.

Da ist man doch viel betroffener, als wenn eine Bombe ein paar namenlose "Zivilisten" in die Luft sprengt, auch wenn Kinder unter den Opfern sein sollten.

Hätte es weiter eine konservative Redaktion mit echten Islamkritikern getroffen, wäre ich nicht verwundert, wenn die linke Presse sogar eine Teilschuld durch Provokation unterstellen würde.

jack

12. Januar 2015 16:00

Für eine weltoffene und vielfältige Universität – für ein weltoffenes und vielfältiges Hannover

Liebe Studierende,

........Für Montag, den 12. Januar, hat die Gruppierung HAGIDA eine Demonstration in Hannover geplant. Die Organisatoren der HAGIDA-Veranstaltung verbreiten fremden- und islamfeindliche Stimmung und suchen nach Feindbildern. Das können und wollen wir nicht akzeptieren......

Welche Infamie des doppelten Denkens!

Da erzeugt das französische Satireheftchen jahrelang nicht nur islamfeindliche Stimmung, nein, der Glauben wird übelst zeichnerisch dargestellt und Pediga wirft man vor, islamfeindliche Stimmung zu verbreiten, obwohl sich deren Positionspapier unwesentlich von der Agenda der Politik unterscheidet.

Da erzeugen die Lügenmedien mit Alquida, den Salafisten, und dem IS geradezu Panik vor dem Islam und man beschuldigt Pegida der Islamfeindlichkeit.

Das ist Double Think vom Feinsten!

Wenn man weiss, dass die ehemalige Aussenministerin der USA, Hillery Clinton, zugab, "we created Alquaida" , dazu diesen Artikel liest:"Wie und wer manipuliert die Dschihadisten? " , oder die Hintergründe zum IS "Wer nimmt am "islamischen Emirat" teil?" , gerät man ins Nachdenken, ob hier nicht ein perfider Krieg zwischen Muslimen und Europäern in Szene gesetzt worden ist und zu wessen Vorteil.

Carl Sand

12. Januar 2015 16:40

Pegida distanziert sich von

Kögida, Bogida, Dügida

weil Melanie Dittmer, die Organisatorin dieser **gidas sich weigert, sich von sich selber zu distanzieren.

Nein, das ist kein Witz!

Und wo fließig distanziert wird, darf natürlich auch die AfD nicht fehlen:

"Außerdem war während der Reden immer wieder die in der rechtsextremen Szene beliebte Parole „Lügenpresse – auf die Fresse“ zu hören gewesen. Den Rechtsanwalt Heumann, der AfD-Mitglied ist und in Nordrhein-Westfalen auch das AfD-interne nationalkonservative Bündnis „Patriotische Plattform“ führt, scheint das doch etwas nervös gemacht zu haben. Am Tag nach der Demonstration bat er „dringend“ darum, solche Parolen künftig zu unterlassen“.

WAS FÜR EIN WÜRSTCHEN!!!!!

Die beste Parole, die wir JE hatten!

Jetzt reicht es. Pardon, das war's.

Ich werde in Anlehnung an Manfred Kleine-Hartlage das Buch schreiben "WARUM ICH KEIN RECHTER MEHR BIN"

jack

12. Januar 2015 18:18

Frau Merkel wiederholte das bereits von Herrn Wulff, seinerzeit Bundespräsident dieser Republik, präsentierte
"Der Islam gehört zu Deutschland".

Merkel wiederholt Wulff-Zitat
"Der Islam gehört zu Deutschland"

12.01.2015,15:12 Uhr

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_72461188/angela-merkel-wiederholt-wulff-zitat-der-islam-gehoert-zu-deutschland-.html

Falsch, Frau Merkel. Umgekehrt wird ein Schuh daraus nach dieser alternativlosen Feststellung:

Deutschland gehört zum Islam.

Hartwig

12. Januar 2015 22:50

@ Carl Sand

Gemach. Erst mal besser machen. Der Feind ist verwundet aber dennoch bärenstark. Die Leute in der ersten Reihe stehen unter immensem Druck. Da passiert dies und das, und eben auch mal eine Distanzierung. Sind eben vorwiegend Amateure.
Bin vor 'ner Stunde von Legida zurück gekommen. Bericht später. Aber soviel vorab: Der Feind zieht alle Register. Und Legida ist nicht Pegida - und vielleicht eher nach Ihrem Geschmack.

Martin Lichtmesz

17. Januar 2015 12:54

Badeschluß, Karawane zieht weiter!

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