Österreichischer Blätterwald (3) – Info-DIREKT

Angesichts der gegenwärtigen transatlantischen Einheitsfront von Bild/Welt über Süddeutsche Zeitung und neues deutschland... 

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

bis hin zur Jung­le World, also einer Melan­ge, die sich vor allem durch recht geist­lo­ses, bis­wei­len pri­mi­ti­ves, aber in der Wir­kung nach­hal­ti­ges Putin‑, Assad- und Iran-bashing aus­zeich­net, tut eine tat­säch­li­che Gegen­öf­fent­lich­keit spe­zi­ell auch in geo­po­li­ti­schen Fra­gen so Not wie selten.

Bis­her gibt es in der BRD vor allem vier publi­zis­ti­sche Pfei­ler, die auf die­sem Feld ver­su­chen, zumin­dest im Rah­men der begrenz­ten gege­be­nen Mög­lich­kei­ten gegen­zu­steu­ern: Manu­el Och­sen­rei­ters Nach­rich­ten­ma­ga­zin Zuerst! und Jür­gen Elsäs­sers Com­pact auf der einen Sei­te, die außen­po­li­ti­schen Redak­teu­re der Tages­zei­tung jun­ge Welt und die mit ihr zum Teil ver­bun­de­nen Autoren des Maga­zins Hin­ter­grund auf der ande­ren Sei­te. Seit vier Aus­ga­ben ver­sucht sich nun auch eine öster­rei­chi­sche Zeit­schrift an der For­mie­rung einer über­par­tei­li­chen und strö­mungs­über­grei­fen­den Gegen­öf­fent­lich­keit zu den bewuß­ten oder unbe­wuß­ten Orga­nen des Estab­lish­ments: Info-DIREKT.

Das “Maga­zin für eine freie Welt”, so der Unter­ti­tel, hat bei der ers­ten Aus­ga­be, die im Früh­jahr 2015 erschien, noch eini­ge Makel auf­ge­wie­sen: Das Mot­to der Aus­ga­be (“Wir wol­len einen wie Putin”) war wohl bewußt pro­vo­kant und pla­ka­tiv gehal­ten, und mit der Lob­prei­sung Ruß­lands als “Gegen­sys­tem zum Wes­ten” beur­teil­te man die glo­ba­le Lage etwas zu ide­al­ty­pisch binär; außer­dem fehl­ten bei eini­gen Bei­trä­gen Autoren­an­ga­ben. Das war inso­fern scha­de, als das der ers­te poten­ti­el­le nega­ti­ve Ein­druck – etwa: hier will der das Maga­zin her­aus­ge­ben­de “Ver­ein für Mei­nungs­frei­heit und unab­hän­gi­ge Publi­zis­tik” (Sitz: Linz) recht ein­fach gehal­ten auf der Putin-Wel­le rei­ten – nach der Lek­tü­re der Debüt­aus­ga­be weit­ge­hend ver­flo­gen ist.

Klar ist: Das osten­ta­ti­ve Bekennt­nis zu Ruß­land und sei­nem Prä­si­den­ten als Ori­en­tie­rungs­punkt wird nicht von jedem poten­ti­el­len Leser gou­tiert wer­den; weni­ger Lob­hu­de­lei wäre dem Heft nicht abträg­lich gewe­sen. Ande­rer­seits: Bei all den schier lächer­li­chen Ein­sei­tig­kei­ten, mit der die deutsch­spra­chi­ge Medi­en­welt Putin und sei­ne Außen­po­li­tik – momen­tan kon­kret in Syri­en – völ­lig deckungs­gleich (Aus­nah­men bestä­ti­gen die Regel) kom­men­tiert, ist eine ent­spre­chen­de Über­be­to­nung des Posi­ti­ven an der rus­si­schen Hal­tung wohl naheliegend.

In die­sem Sin­ne kommt in der Erst­aus­ga­be Alex­an­der Dugin zu Wort, der dar­legt, wes­halb die Kon­flik­te in der Ukrai­ne und in Syri­en vor allem dem hege­mo­nia­len Stre­ben der USA ent­ge­gen­kä­men. Der rus­si­sche Phi­lo­soph trifft ver­mut­lich den Nerv der Redak­ti­on, wenn er aus­führt, daß eine “drit­te Posi­ti­on” in der Welt­po­li­tik momen­tan nicht mög­lich sei: Die Wahl ist zu tref­fen zwi­schen einer Akzep­tanz der uni­po­la­ren Welt­ord­nung (nach US-Façon) oder einer Befür­wor­tung der mul­ti­po­la­ren Welt­ord­nung (nach rus­si­schem Gusto).

In ähn­lich pro­rus­si­schem Tenor ist auch der Bei­trag “Los­lö­sung vom Dol­lar” und Manu­el Och­sen­rei­ters Repor­ta­ge aus der Ost­ukrai­ne (“Neu­ruß­land”) gehal­ten – im übri­gen ein Text-Foto-Bericht, der mit Gewinn zu lesen ist, und zwar unab­hän­gig davon, wie man selbst die Lage um die “Volks­re­pu­bli­ken” Donezk und Lug­ansk bewer­ten mag. Och­sen­rei­ter stellt damit ein­mal mehr unter Beweis, daß direk­te Vor-Ort-Recher­chen in Kri­sen­ge­bie­ten, die im deut­schen Blät­ter­wald fast aus­schließ­lich noch von ihm und Karin Leu­ke­feld erschei­nen, nicht durch die klas­si­sche Home-Office-Bericht­erstat­tung eta­blier­ter Jour­na­lis­ten ersetzt wer­den können.

Wla­di­mir Putin selbst steht im Zen­trum zwei­er wei­te­rer Bei­trä­ge: Zum einen wer­den gesam­mel­te Bon­mots des rus­si­schen “Auto­kra­ten” wie­der­ge­ge­ben, “die Sie in west­li­chen Medi­en kaum lesen wer­den”, zum ande­ren wer­den Putins Fein­de in Ruß­land, die nicht sel­ten per­fekt mit west­li­chen NGOs und ent­spre­chen­den Lob­by­grup­pen ver­netzt sind, por­trai­tiert. Zwei eher ideen­po­li­ti­sche Auf­sät­ze bear­bei­ten die Rol­le der christ­li­chen Ortho­do­xie als Bin­de­mit­tel der rus­si­schen Iden­ti­tät sowie das deutsch-rus­si­sche Ver­hält­nis rund um Tau­rog­gen und Rapal­lo. Abge­run­det wird das Debüt von Info-DIREKT mit einem auf­schluß­rei­chen Gespräch mit Ste­phan Bar­tu­nek, einem der Mit­grün­der der Frie­dens­mahn­wa­che in Wien, sowie kul­tu­rel­len Bei­trä­gen (Vor­stel­lung der Band “Jän­ner­wein” und des rus­si­schen Balls in Wien).

Die zwei­te Aus­ga­be des öster­rei­chi­schen Pro­jekts erschien wie geplant zwei Mona­te spä­ter. Nach der pro­rus­si­schen Erst­aus­ga­be stand die zwei­te unter US-kri­ti­schem Vor­zei­chen (“Yes we can – Offen­si­ve des US-Impe­ri­ums”). Im Leit­ar­ti­kel wer­den die impe­ria­len Metho­den der “west­li­chen Wer­te­ge­mein­schaft” ana­ly­siert, die nicht zuletzt mit dem Namen Geor­ge Soros ver­knüpft sind. Jedem, der an einer kri­ti­schen Offen­le­gung der Machen­schaf­ten des dubio­sen regime-chan­ge-Meis­ters inter­es­siert ist, sei die­ser Bei­trag, des­sen Urhe­ber der Leser lei­der nicht erfährt, emp­foh­len. Wei­te­re Bei­trä­ge wid­men sich – dem Schwer­punkt US-Impe­ria­lis­mus ent­spre­chend – der desas­trö­sen Eska­la­ti­ons­po­li­tik der ein­zi­gen ver­blie­be­nen Welt­macht. Her­vor­zu­he­ben sicher­lich der Bei­trag Phil­ip Steins, der die Zukunft eines von der US-Hege­mo­nie befrei­ten Euro­pas in der poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Ein­bin­dung Ruß­lands, Chi­nas und Indi­ens sieht.

Im hin­te­ren Teil des zwei­ten Hef­tes erfährt man mehr über die Begleit­mu­sik zur Erst­aus­ga­be; Ver­an­stal­tun­gen der Redak­ti­on fan­den in Linz und Wien statt, bei denen die Blatt­li­nie vor­ge­stellt wur­de, die unter ande­rem den “unzen­su­rier­ten Blick auf die poli­ti­schen Ansich­ten des rus­si­schen Prä­si­den­ten” beinhal­te. Ein wei­te­rer Schwer­punkt – und Leit­mo­tiv der drit­ten Aus­ga­be – ist eine kri­ti­sche Dar­stel­lung der euro­päi­schen Medi­en­land­schaft. Der Char­lie-Rausch der Pres­se wird unter­sucht, ein­zel­ne “Aus­stei­ger” aus der eta­blier­ten Medi­en­land­schaft (u. a. Eva Her­mann, Chris­toph Hörstel) vor­ge­stellt, Udo Ulf­kot­te zu sei­nem Best­sel­ler Gekauf­te Jour­na­lis­ten interviewt.

Anschau­lich ist die Dar­stel­lung des NATO-Ein­flus­ses auf die “frei­en Medi­en”; die Mit­glied­schaf­ten der deutsch­spra­chi­gen Leit­wöl­fe von FAZ über SZ, Welt und Zeit in zahl­rei­chen pro­ame­ri­ka­ni­schen Lob­by­or­ga­ni­sa­tio­nen wer­den kur­so­risch vor­ge­stellt. Wei­te­re The­men sind u. a. Hil­la­ry Clin­tons poli­ti­sche Agen­da, die trans­at­lan­ti­sche Frak­ti­on in der extre­men Lin­ken (“Anti­deut­sche”), Jean Zieg­lers Glo­ba­li­sie­rungs­kri­tik, aber auch Selbst­ver­sor­gung und Bierproduktion.

Zuletzt erschien vor weni­gen Wochen die vier­te Aus­ga­be, die sich schwer­punkt­mä­ßig der Macht der Kon­zer­ne inner­halb der Euro­päi­schen Uni­on wid­met. Nach­drück­lich wird auf das mas­si­ve Demo­kra­tie­de­fi­zit der Insti­tu­tio­nen hin­ge­wie­sen, plas­tisch die Ein­fluß­nah­me der mul­ti­na­tio­na­len Kon­zer­ne auf Frei­han­dels­ab­kom­men beschrie­ben, wobei in bei­den Fäl­len zwei­fels­frei mehr ana­ly­ti­scher Tief­gang mög­lich gewe­sen wäre, hät­te man bei­spiels­wei­se ent­spre­chen­de Arbei­ten des (lin­ken) Juris­ten Andre­as Wehr befragt (vgl. insb. Euro­pa ohne Demo­kra­tie?, 2004; Die Euro­päi­sche Uni­on, 2014).

Pro­fes­sor Karl Albrecht Schacht­schnei­der, im Novem­ber erneut in Schnell­ro­da zu Gast, wird ins Fel­de geführt, um Argu­men­te für einen EU-Aus­tritt dar­zu­le­gen. In einem als Dis­kus­si­ons­bei­trag gekenn­zeich­ne­ten Auf­satz Phil­ip Steins wird zudem ein “Bun­des­staat der Euro­pä­er” zur Debat­te gestellt – das Stein kei­nes­wegs eine Art EU 2.0 im Sin­ne hat, son­dern neue Optio­nen durch­denkt, wird nach der Lek­tü­re offen­kun­dig. Ob infol­ge die­ses Plä­doy­ers gegen tra­di­tio­nel­le kon­ser­va­ti­ve Natio­nal­staats­ori­en­tie­rung eine Dis­kus­si­on ent­steht, muß das fünf­te Heft zei­gen, das im Herbst erscheint und sich dem Ansturm auf Euro­pa wid­men wird.

Ein The­ma, das auch des­halb so bedeu­tend für eine eher außen­po­li­tisch aus­ge­rich­te­te Zeit­schrift ist, weil die aktu­el­le Flücht­lings­ka­ta­stro­phe ver­deut­licht, wel­che ver­hee­ren­den Rück­wir­kun­gen die Aggres­sio­nen des Wes­tens und der Golf­staa­ten gegen die legi­ti­me syri­sche Regie­rung unter ihrem Prä­si­den­ten Bas­har al-Assad nicht nur für den Nahen und Mitt­le­ren Osten, son­dern eben­falls für Euro­pa zeitigen.

Ins­ge­samt erweist sich Info-DIREKT als eine ers­te publi­zis­ti­sche Anlauf­stel­le für geo­po­li­ti­sche Stand­punk­te jen­seits des Main­streams in Öster­reich; ob sich das Maga­zin, dem man wohl nicht zu Unrecht gewis­se Über­schnei­dun­gen mit dem frei­heit­li­chen Lager nach­sagt, mit sei­nen vor­wie­gend kur­zen, bün­di­gen Tex­ten, hin­ge­gen auf dem deut­schen Zeit­schrif­ten­markt gegen­über Zuerst!, Com­pact und dem spe­zi­ell in poli­ti­scher Theo­rie und glo­ba­ler Öko­no­mie ver­sier­te­ren Hin­ter­grund-Maga­zin behaup­ten wird, bleibt abzu­war­ten. Her­vor­zu­he­ben ist noch die moder­ne und pro­fes­sio­nel­le Auf­ma­chung des sechs­mal im Jahr erschei­nen­den Peri­odi­kums, das je 40 bis 48 Sei­ten umfaßt. Ein Abon­ne­ment kos­tet 25 € für den Leser in Öster­reich und 30 € für jenen in Deutschland.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

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Kommentare (14)

Christian

15. September 2015 23:42

Die multipolare Welt ist schon vor der Haustür. Die USA sorgen mit TPP und TTIP vor um ihre Sphären abzusichern, aber beides ist schwer durchzusetzen. Die Felle schwimmen davon.

Die Krimkrise war realpolitisch für Europa und Russland ein win-win. Wir haben eine national arrondierte, proeuropäische Ukraine und Russland spielte den bösen Buben und entschärfte den Konflikt um die Krim, wo seine Flotte liegt, in dem es sie an sich nahm. Das war nicht wie das Münchener Abkommen sondern wie die Jungtürken gegen das schwache osmanische Imperium. Problematisch ist nur, dass die notwendige Reaktion dazu geführt hat, dass jetzt die deutsch-russischen Beziehungen eingefroren sind.

Europa sollte sich schnell mit Südamerika einigen. Die sind die Wild Card. Es ist gut, dass ein neues Magazin die Perspektiven verbreitert.

Andreas Walter

15. September 2015 23:58

Putin ist Putin, und wir sind wir. Außerdem geht es letztendlich und darum vor allem langfristig betrachtet um Russland und Deutschland, um das russische Volk und das deutsche Volk und um deren zukünftige Beziehung zu- und miteinander, unabhängig von den jeweils aktuellen Regierungen. Soviel Verantwortung und (Weit)Blick in die Zukunft sollte schon sein. Hier kann von Verhandlungen auf Augenhöhe noch nicht die Rede sein, solange nicht auch uns das entsprechende Vertrauen entgegengebracht wird.

"direkte Vor-Ort-Recherchen in Krisengebieten"

Das ist ganz wichtig. Ein unabhängiger und unbestechlicher, eigener Nachrichtendienst muss her. Internationale, aber eben nicht unabhängige Nachrichtenagenturen gibt es schon genug, darin genau liegt ja ein Problem. Hier erlauben die neuen Medien und das Internet meines Erachtens auch ganz neue Ansätze, wie so etwas wasserdicht gestaltet werden könnte.

"Selbstversorgung [Nationale Versorgungssicherheit!] und Bierproduktion."

Zwei Themen, wie sie von Bedeutung für Deutschland kaum sein könnten. Allein deswegen sollte man sich das Magazin schon mal ansehen. ;)

Hugo Treffner

16. September 2015 09:35

"... tut eine tatsächliche Gegenöffentlichkeit speziell auch in geopolitischen Fragen so Not wie selten."

Sie braucht aber auch Macht und Einfluß. Und sie muß die Welt beschreiben wie sie wirklich ist. Insbesondere muß sie aber auch den Feind benennen.

Die Eine-Million-Dollar-Frage lautet: Warum wird dies getan, und wer tut es?

Viele wissen es, aber niemand mit Einfluß mag den Namen von Rumpelstilzchen nennen.

„Wenn du dich und den Feind kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten. Wenn du dich selbst kennst, doch nicht den Feind, wirst du für jeden Sieg, den du erringst, eine Niederlage erleiden. Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen.“ (Sun Tzu)

Bran

16. September 2015 09:36

In der Aufzählung der alternativen Medien ist meiner Meinung nach Eigentümlich Frei vergessen gegangen. Nicht, dass ich mich denen besonders verbunden fühlen würde, aber MSM sind sie nun sicherlich nicht.

Benedikt Kaiser

16. September 2015 09:39

@Bran: Es ging bei der kurzen Auflistung um entsprechende Medien, die - wie im Artikel ersichtlich - hauptsächlich geopolitische Standpunkte jenseits des transatlantischen Mainstreams einnehmen. Geopolitik, Globale Ökonomie und Internationale Beziehungen sind nun ja nicht unbedingt genuine Themenschwerpunkte von ef.

Bran

16. September 2015 11:52

@Kaiser: Einverstanden. Obwohl sie natürlich gerade die transatlantischen Verwicklungen immer wieder thematisieren.

Gerald

16. September 2015 12:02

@Benedikt Kaiser: In die Auflistung würde ich noch die Zeitschrift "Ketzerbriefe - Flaschenpost für ungepaßte Gedanken" des Freiburger Ahriman-Verlages mit einfügen. Nicht nur, daß sich dort hervorragend recherchierte geopolitische Abhandlungen zu Syrien, Ukraine, Rußland oder dem "Massaker" in Screbrenica befinden, die Verleger machen auch regelmäßig Veranstaltungen zu den besagten Themen. Obwohl Ahriman und der dahinter stehend "Bund gegen Anpassung" sich im linken Lager verorten, gibt es keine Berührungsängste ins rechte Spektrum, wie u.a. auch die Anzeigen des Ahriman-Verlages auf der Seite der "Blauen Narzisse" und eigene Begegnungen mit diesen Leuten hier vor Ort beweisen. Interessenten können ja mal auf deren Seite schauen: https://www.ahriman.com/ketzerbriefe/ketzerbriefe.htm

Gustav Grambauer

16. September 2015 12:50

"Angesichts der gegenwärtigen transatlantischen Einheitsfront ..."

Der Speigel überschlägt sich in Dankbarkeit für Frau Merkel für deren Gefälligkeit der "Züge der Hoffnung" und ist damit beim unverhohlenen Personenkult wie im Ostblock vor dem 17. Juni angelangt:

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlingskrise-kommentar-zu-angela-merkel-und-horst-seehofer-a-1053167.html

Mich erinnert dieser "Stil" hieran:

https://www.ddr-geschichte.de/PERSONEN/Stalin/Stalin-Lieder/stalin-lieder.html

https://www.youtube.com/watch?v=Jkckjqy5Gk4

Köstlich der Fünfer-Träller (ein Dreier- war wohl nicht genug ...) bei 0 : 48!!!:

https://www.youtube.com/watch?v=MLRDyDdai0E

Nur, Zimmering, der Texter, war ein VVN-Ultralinker, der Ulbricht gehaßt und ihm dieses Lied wie einen Floh in den Pelz gesetzt hat; beim Radio waren sie so dumm (bzw. so feige), es dann unentwegt zu dudeln.

Ich finde, hier liegen reiche Quellen des beißenden Spotts für die heutigen Verhältnisse verborgen ...

Herr Kaiser, wissen Sie eigentlich, wo das Motto "Wir wollen einen wie Putin“ herkommt?! Ist in obigem Zusammenhang nicht ganz ohne, ich halte ja sehr viel von Putin, es lebe die Neue Heilige Alllianz, aber das ist selbst mir zuviel:

https://www.youtube.com/watch?v=hUh9pThGdm4

- G. G.

Hartwig

16. September 2015 20:35

@ Grambauer
Ihr unterster Link "macht mir den Tag".
Könnte wetten, dass es bald etwas ähnliches bei uns gibt, "thanks dear Angela", dargeboten von ein paar gecasteten Syrern. Wahrscheinlich etwas weniger attraktiv, optisch als auch musikalisch.
Klonovsky bietet übrgens die Wette an, Merkel bekommt den Friedensnobelpreis.

Gustav Grambauer

16. September 2015 21:22

Lese gerade eine saubere Analyse bei der deutschen Sparte vom Saker, scharf wie Schwarzer Pfeffer, die in vieler Hinsicht - und für mich verblüffend - zu Positionen kommt wie sie auch hier bei SiN in den letzten Wochen erarbeitet worden sind, wie bspw. zur "Volksgemeinschaft 2.0". Gewisse Ebenen, die bei uns noch einfließen, werden von der Autorin, alte DDR-Schule, natürlicherweise nicht berührt, dafür wiederum ist der Pol-Ök-Sound, wie ich ihn aus meiner Kindheit kenne, stark.

Kaum jemals wurde in linken Kreisen, auch nicht beim Saker und dort schon gar nicht von der Autorin, so klar mit der Anti-Rassismus-Heuchelei aufgeräumt. Dieser neue Zug ist mutig und verdient Würdigung. Wieder eine linke Hochkaräterin, die aus eigenständigem, klarem, durchdringendem Denken heraus zu konstruktiven Positionen kommt und sich zur Querfront hin bewegt.

Habe auch noch nie vorher gelesen, daß sich jemand, schon gar nicht eine Stadträdtin in einer Stadt wie München, mit ur-linker Argumentation mit der "Kuschelbärchen-Willkommenskultur" aufgeräumt und sich sogar ausdrücklich beim "dunkeldeutschen Pack" positioniert hätte.

https://vineyardsaker.de/analyse/finsternis-ist-licht/

- G. G.

Desprecio

17. September 2015 10:45

@ "Hartwig"

"Klonovsky bietet übrigens die Wette an, Merkel bekommt den Friedens-
nobelpreis."

Wie tief soll die Aussagekraft und der Wert dieses "Friedensnobelprei-
ses" noch im Nirwana der Bedeutungslosigkeit versinken ?
Dieser "Preis" gerät dadurch in gefährliche Nähe dessen, was man als
"Unwort des Jahres" bezeichnen könnte.

Nils Wegner

17. September 2015 14:05

Hartwig und Desprecio,

im weiteren Sinne hat die Dame ihn bereits vor drei Jahren erhalten. Sie beide und ich leider auch.

Sascha

18. September 2015 00:31

Erstmal danke für des Putin-Video, der Lacher des Tages, schöner Geck.

Ansonsten wundert mich sowieso, wieso die Rechte nicht aus diesem Thema viel mehr macht. Ich meine, der Mainstream diskreditiert sich hier ja mit aller Macht selbst, indem er in der Ukraine völlig offene Faschisten unterstützt und damit ja die Nazikeule als völlig verlogen diskreditiert.

Anja

21. September 2015 02:02

Lieber @Gustav Grambauer
Mittwoch, 16. September 2015, 21:22

Vielen Dank für den sehr interessanten und überaus ausführlichen, scharfsinnigen Link!

Mit freundlichen Grüßen!

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