Sezession
25. Februar 2017

Rechter Dada

Gastbeitrag / 20 Kommentare

Mit der AltRight (Alternative Rechte) hat sich ein synergetisches Gesellschaftsphänomen des virtuellen Zeitalters entwickelt, das die Skurrilität der Weiten des Internets in die Realität überträgt. Dabei beherrschen ihre Vertreter das Trolling wie wenige andere und treiben ihre ideologischen Feinde wie Nutzvieh vor sich her, um ihre Deutungen in die Gesellschaft zu zwingen.

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Die folgende Betrachtung soll sich weniger mit der Entstehungsgeschichte und ihren Protagonisten auseinandersetzen, sondern einige Wirkmechanismen fokussieren, die bisher nicht im analytischen Fokus standen. Nicht wenige Anhänger der AltRight würden womöglich selbst über die Parallelen ihres Aktionismus zu Gewesenem staunen.

Meme magic und Chaos: "I can’t believe Trump’s gonna be president and we did it with memes", schrieb nach der Wahl Trumps ein Facebooknutzer in überschwenglicher Euphorie auf der Facebookseite "God Emperor Trump" – einer Seite von vielen, die The Donald auf ironische Weise in den Stand einer mythologischen Gottheit erheben wollen. Der Nutzer nimmt mit seiner Aussage Bezug auf die sogenannte Meme magic, an die viele Rechtsalternative glauben – freilich nur halbernst: Die Überzeugung, daß die politischen Ziele real werden durch das völlig inflationäre, willkürliche, "autistische", rücksichts- und zusammenhanglose Streuen selbst- und fremderstellter Mems – humoristischer Bilder mit eigenen Botschaften und Narrativen.

Was auf den ersten Blick wie blanker Unfug wirkt, fußt jedoch tatsächlich auf zwei phänomenologischen Konzepten: Viralität und selbsterfüllender Prophezeiung.

Je mehr ein Inhalt provoziert, zum Nachdenken anregt oder unterhält, desto eher verbreitet er sich, binnen kürzester Zeit womöglich millionenfach, gerade durch das Internet. Durch das eigene massenhafte Verbreiten von Mems tragen die Internetaktivisten einerseits von sich aus zu einer Informationsflut bei und erhöhen damit zugleich die Wahrscheinlichkeit, daß ein gewisser Prozentsatz ihres Outputs auf Resonanz stößt und von Dritten weiterverbreitet wird. Durch wiederkehrende Muster – etwa den grünen Frosch Pepe – prägt sich das Produkt beim Endkunden ein und schafft eine permanente Präsenz.

Indem sich die Aktivisten gegenseitig unerbittlich zur Tat antreiben und gleichzeitig auch die Effekte ihrer Handlungen beobachten können (nämlich die Reaktion der Masse, die unter anderem darin gipfelte, daß selbst Trump himself einen Pepe auf Twitter postete und Hillary Clinton in einer bundesweiten Rede an die Nation auf die AltRight zu sprechen kam), verstärken sich Selbstbewußtsein, Hingabebereitschaft und Engagement noch vielfach, was in der Konsequenz zur Beherrschung ganzer Resonanzräume führen kann. Zeitweilig waren etwa die Kommentarspalten von Hillary Clinton zigtausendfach überflutet von Pepe-Kommentaren; Gegner ihrer Agenda mußten nur noch bei einer ihrer spärlichen Reden auftauchen und "Pepe" schreien – und die Deutungshoheit war besetzt, zumindest aber die ideologische Hegemonie des Gegners befleckt.

Durch diese permanente mediale Befeuerung gelingt es der AltRight, den Eindruck der Allgegenwärtigkeit zu erwecken. Das führt zu einer schleichenden Normalisierung der Präsenz. Dies wiederum zu einer schleichenden Akzeptanz und der Diskursfähigkeit bisher völlig abwegig gewesener Positionen. Das Overton window des Sagbaren wird verschoben.

Agree, amplify and trigger: In ihrer Eigendarstellung gebärdet sich die AltRight mitunter völlig überzeichnet, übertrieben, exzessiv und megalomanisch. Dahinter steckt nicht etwa bloßer Narzißmus, sondern die althergebrachte Methode des Agree and amplify, die von Kommunikationtrainern und Persönlichkeitscoaches empfohlen wird.

Zusammengefaßt bedeutet dieses Konzept, auf herausfordernde Fragen und Unterstellungen des Gegenübers nicht mit Rechtfertigungen, Wut oder Abwehr zu reagieren, sondern die Vorhaltungen zu bejahen – und sogar darüber hinaus als Karikatur zu übersteigern, um so dem Gegner den Wind aus den Segeln zu nehmen und seine Position ins Lächerliche zu ziehen.

Die AltRight treibt diese Art und Weise des Umgangs mit der politischen Linken bis zum Exzeß. Und diese ist in ihrer eigenen politischen Echokammer viel zu isoliert und auch borniert, um sich darüber im klaren zu sein, daß sie sich durch ihre Panikreaktionen gleich zweifach zur Verliererin macht: Erstens entlarvt sie damit die eigene Unfähigkeit, einen souveränen Diskurs zu führen, indem sie sich der Ironie der Rechten unterwirft.

Zweitens läßt sie sich durch ihre vorhersehbare Reaktion wieder und wieder zum Spielball der AltRight machen, indem diese nur die entsprechenden Knöpfe – Triggers – der Linken drücken muß und wie bestellt eine Aufmerksamkeit über Gebühr ernten kann.

Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch, warum ein Richard Spencer bei einer Rede "Hail victory!" ins Mikrophon rief. Er selbst erklärte dazu bei "Red Ice":

Whenever there is an authentic movement of identity, [...] you’re literally Hitler, you’re literally the KKK [...]. In some point we just wanna throw it back in their face. And do it with a grin, as well. [...] There is this layer of irony to the fashy stuff.

Aus Spaß wird Ernst: Daß die Meinungskorridore und die permanente Betroffenheit diverser gesellschaftlicher Moralapostel längst zu einem Spielfeld von sogenannten Trollen geworden sind, die sich daran ergötzen, diese Vorbeter möglichst effektiv auf die Palme zu bringen, beweisen nicht nur die mannigfaltig gesperrten Kommentarleisten vieler Nachrichtenportale, sondern auch Foren wie "4chan". Das Trolling als professionell ausgeführtes Hobby wirkte für die AltRight wie ein Eisbrecher im kommunikativen Umgang.

Schenkt man Protagonisten wie Richard Spencer Glauben, soll es nicht wenige geben, die sich einst primär mit identitären und liberalismuskritischen Inhalten befaßten, "nur um Leuten auf den Geist zu gehen". Das heißt, diese Menschen politisierten sich überhaupt nicht aus einem politischen Impuls heraus, sondern aus Spaß – und je weiter sie es taten, desto mehr mußten sie die Wahrheit hinter den Inhalten erkennen und wurden eifrige Mitstreiter. Auf diese Art erreichte die AltRight bisher völlig unzugängliche Gesellschaftsschichten, oder anders: wurde zu dem, was sie ist, weil sie diesem Transformationsprozeß entsprang.

Anti-Kunst und Dadaismus: Am 20. Januar, der Amtseinführung Donald Trumps, startete der Schauspieler Shia LaBeouf das Kunstprojekt "He Will Not Divide Us". Dieses sollte aus einer rund um die Uhr filmenden Webcam auf einem freien Platz bestehen, wo Trump-Gegner mantraartig die Losung des Projekts wiederholen sollten. Geplant war das Ganze für die kommenden vier Jahre. Mittlerweile wurde es abgebrochen.

Bereits ab dem ersten Tag suchten Rechtsalternative die Kamera auf, flüsterten rechte Wortfetzen in die Kamera, posierten in protofaschistischen Phantasieuniformen, hielten Schilder mit Pepe in die Kamera. Shia LaBeouf erlitt während dieser Provokationen mehrere Nervenzusammenbrüche und wurde aufgrund einer gewalttätigen Eskalation seinerseits sogar vor laufender Kamera von der Polizei abgeführt.

Der Höhepunkt des Trollings ereignete sich bereits wenige Tage nach Beginn des Projekts, als sich Rechte halbnackt zu einem Flashmob vor der Kamera versammelten, tanzten und dabei Milch in rauhen Mengen tranken. Warum Milch? Einfach so. Doch als Linke krude Erklärungsmuster zu entwerfen begannen, lancierte die AltRight die Ente, Milch sei ein Symbol der weißen Rasse, weil andere Rassen lactoseintolerant seien. Daraufhin überschlugen sich linke Seiten.

Diese Aktionskunst weist große Parallelen zur europäischen Dada-Bewegung vor dem Ersten Weltkrieg auf, nur unter anderem Vorzeichen. Während es dem ursprünglichen Dadaismus darum ging, tradierte Formen der Kunst zu verballhornen und durch Sinnlosigkeit der Darstellung und impulsives Gebrüll ins Lächerliche zu abstrahieren, greift die AltRight dieses Konzept nun (wohl unbewußt) auf, um den linken Mainstream durchzurütteln.

Der Dadaismus bietet mit seiner Geisteshaltung des totalen Zweifels am Herrschenden, der willkürlichen Form des Ausdrucks und dem Zerstörungswillen gegenüber herrschenden Erklärungsmustern eine Möglichkeit, sich Gehör zu verschaffen, die gerade dazu prädestiniert ist. Dada kommt ohne Begründung aus. Dada braucht keine Rechtfertigung. Und eben letzteres hebelt den moralischen Hammer komplett aus, durch den sich der Rechte jahrzehntelang mit Vorwürfen von Hitlerei und Rassismus mundtot machen ließ und lassen mußte.

Die AltRight kombiniert ihren Neodadaismus mit den Werkzeugen des 21. Jahrhunderts zu einer Form der Kommunikationsguerilla, die bis dato unbekannt war. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Bewegung auch in Europa ausbreiten und dort ebenso die Meinungskorridore weiter aufsprengen wird – oder ob sie erwachsen wird.


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Kommentare (20)

O. Boessmann
25. Februar 2017 09:46

Danke für diese hochinteressanten Einblicke!

RMH
25. Februar 2017 10:18

So eine Art von "Trolling" wird bei uns ja schon seit Jahren von Links aus gegen neue Rechte, Rechtskonservative etc. betrieben, Storch Heinar etc. lassen grüßen. Jetzt ganz aktuell kann man erkennen, dass die SPD bei der Kampagne von Trump abschaut - wir hatten das hier auf diesen Seiten ja bereits, als die "Gottkanzler Trump" Seite besprochen wurde (God Emperor Trump - ergo: wie einfallsreich, ihre lieben Jungsozialisten ...^^ ).

Was bislang das Trolling von linker Seite entlarvt oder uneffektiv gemacht hatte, war dann das Abfeiern dieser "wunderbaren Kreativität" in den als Establishment-Medien zu bezeichnenden Blättern, angegangen bei Spiegel und Konsorten. Man hat einfach, auf gut deutsch gesagt, den Braten 10 Meter gegen den Wind gerochen.

Trolling scheint - für mich als Laien, der ich diese Strategie jetzt hauptsächlich aus den Beiträgen auf dieser Seite kennen lernen durfte (vgl. den schon erwähnte Beitrag zum Gottkanzler) - daher den Aufreger der Gegenseite zum Wirkungsprinzip zu benötigen.

Könnte daher als Handlungsempfehlung lauten, linkes Trolling noch nicht einmal zu erwähnen, sprich, dem Mem keinen Weg zu geben, und dafür selber sorgen, dass die Gegenseite sich in immer neue Empörungswellen ergießt?

Was taugt als "Mem" für die rechte Seite bei uns?

"Na gut, dann bin ich eben ein Nazi"  oder, wie manche Quellen sagen "Okay, ich bin ein Nazi" wie damals Lars von Trier gesagt hatte, wird man nicht auf T-Shirts und Kaffee-Tassen drucken wollen ...

Der Gehenkte
25. Februar 2017 11:20

Danke für einen Einblick in eine Welt, die vielen Konservativen fremd und wohl auch suspekt ist. Geht mir auch so, aber als täglicher Leser u.a. der IB-Seiten, wird man zwangsläufig damit konfrontiert. Die Frage, ob es mehr als ein bißchen "fun" ist, eine Selbstinszenierung in der selbstverstärkenden Mutblase, ist für mich noch immer offen.

Es, das Mem, ist - wie beim Thymos - etwas, das man nicht machen kann. Thymos ist nämlich nicht ein bißchen Aufgeregtheit und Rumgebrülle und auch Pegida dürfte nur teilweise thymotisch erklärbar sein, sondern ist eine prinzipielle innere Aufrichtung aus einer Affirmation des Seins heraus und nicht etwa aus einer Ablehnung. Stolz ist wesentlicher als Wut, denn Wut hat viele Ursachen. Würde, Stil, Aufrichtigkeit, Glaube (an eine Sache) ... das sind die Eigenschaften im thymotischen Feld ...

Auch Meme setzen sich nach unplanbaren Umständen durch. Der Begriff stammt - lieber Jürgen, Sie wissen das - von Richard Dawkins und diente dazu, gewisse Dunkelfelder der engen Evolutionstheorie zu erhellen, etwa bestimmte vererbbare Lernprozesse, verselbständigte sich dann insbesondere nach Susan Blackmores Klassiker „The meme machine“. Sie unterliegen daher den noch dunklen Gesetzen der Auswahl und der Mutation. Was sich warum und wie durchsetzt bleibt meist im Dunkeln, kann daher nicht "gemacht" werden, maximal erzwungen - was der Memetik widerspricht.

Memetik wird zunehmend bedeutsam, keine Frage, aber die meme machine der Altright scheint eher ein zu krude verstandenes Meme-Konzept zugrunde zu liegen. „Die Zeit“ muß für ein Meme empfänglich sein aber sie selektiert selbst, weitgehend unabhängig vom Willen der Memeproduzenten.

Auch Pepe und Kek haben, soweit ich das sehe, die eigene Echokammer nicht verlassen. Es gab ein paar Randnotizen hier und da, vielleicht auch ein paar Bots gegen Hillary, ansonsten kümmert das niemanden außer die Teilnehmer des Hypes, die sich daran selbst berauschen. Daran ändert auch die mythische Herleitung des Phänomens - entweder "gemacht" oder Zufallsprodukt - nichts.

Auffallend die sofortige EntKEKung unmittelbar nach der Wahl Trumps. Der Mohr hatte seine Schuldigkeit getan. Jetzt versucht man, ihn wiederzubeleben.

Der Bezug auf den DADA ist ganz aufschlußreich. Aufmerksamkeit erheischen, ja, aber das produktive, konstruktive Element wird ausgeblendet.

Das alles bedeutet freilich nicht, daß man die technisch-mediale Entwicklung ignorieren dürfe, im Gegenteil: dort werden die kommenden Schlachten geschagen.

Utz
25. Februar 2017 11:29

Genial! Danke!

Das ist doch das, was wir immer suchen: etwas, das eine gewisse Leichtigkeit reinbringt, etwas was dazu taugt, daß die Akteure auf unserer Seite nicht nur das Gefühl haben Pflicht abzuarbeiten, sondern ihnen auch die Gelegenheit gibt, Spaß zu haben. Wir brauchen kreative Ideen, die festgefahrene Strukturen aufbrechen, uns aus der langweiligen Naziecke rausholen.

Der_Jürgen
25. Februar 2017 12:18

Ein bemerkenswerter Artikel.

Ich lese ab und zu die amerikanische Alt-Right-Website "The Daily Stormer", weil sie wichtige Informationen liefert; auf Richard Spencer bin ich erst dank dieser Website aufmerksam geworden. Wer Sezession-Niveau gewohnt ist, den stösst die vulgäre und aggressive Sprache freilich ab, und er verschwendet keine Zeit daran, sich an den "Diskussionen" auf dem Forum zu beteiligen.

Mit Dada lässt sich zwar trefflich provozieren, aber keine seriöse Politik machen. Wenn die radikale Rechte in den USA wirklich einmal an die Macht kommt, wird sie zwangsläufig mit den nichtweissen Amerikanern verhandeln und Kompromisslösungen finden müssen (z. B. Gründung eines schwarzen Staates im Südosten, in den alle Afroamerikaner umsiedeln könnten, während die Weissen ihn verlassen müssten). Wozu soll es da gut sein, die Neger täglich zu reizen, indem man sie als Kannibalen aus dem Busch karikiert? Man kann über das Problem der schwarzen Kriminalität auch ohne solche Kollektivbeschimpfungen reden.

Man beachte, dass seriöse weiss-nationalistische Bewegungen und Websites ohne dergleichen Provokationen auskommen. Nun ist es aber so, dass Millionen von verbitterten amerikanischen Weissen nicht das intellektuelle Niveau haben, beispielsweise Kevin MacDonald oder Jared Taylor oder Patrick Buchanan zu lesen, während ihnen die intellektuelle Leichtkost des "Daily Stormer" trefflich mundet. Auch zu diesen Menschen, die beim kommenden Bürgerkrieg unentbehrlich sein werden (feine Intellektuelle sind auf dem Schlachtfeld wohl weniger wert als muskulöse Haudegen mit mitterem oder sogar unterdurchschnittlichem IQ), muss man den Zugang finden. Dies versucht die Alt Right zu tun, und sie hat offensichtlich Erfolg.

Eine grosse Schwäche der Alt Right ist die aller radikalen populistischen Bewegungen: Sie zieht zwangläufig abartige Menschen wie Satanisten an, die sich ihrer Aussenseiterposition bewusst sind und darum den Kontakt zu andere Aussenseitern suchen. Bei der Alt Right tut sich ja der widerliche schwule Poseur Milo, über dessen autobiographische Bekenntnisse man am besten pietätvoll den Mantel des Schweigens breitet, hervor (was allerings von vielen alternativen Rechten gar nicht goutiert wird). "Freaks are the plague of every radical movement", hielt Dr. William Pierce einmal fest. 

Die Vergötterung des "Great Leader" Trump durch die Alt Right ist schlicht dumm. Beim "Daily Stormer" tut man so, als sei man dank dem Heilsbringer im Weissen Haus bereits Bestandteil des neuen Mainstreams. Dass der Heilsbringer einen ehemaligen Goldmann-Sachs-Mitarbeiter nach dem anderen in seinen engsten Mitarbeiterkreis beruft, sieht man nicht - d. h. man sieht es sehr wohl, aber man WILL es nicht sehen, oder man erklärt es zum raffinierten Manäver des "Great Leader". Und wenn des Grossen Führers mosaischer Schwiegersohn von keinem anderen als Soros einen Kredit in Höhe von 270 Millionen Dollar bekommt, gehört das vermutlich auch zu des Grossen Führers genialem Plan. - Realitätsverweigerung ist, wie man sieht, nicht auf die Linke beschränkt.

Und wenn Trump vor dem System einknickt, weil er, von Feinden im eigenen Lager, die er unbegreiflicherweise teils selber ausgewählt hat, verraten, seine Pläne nicht durchsetzen kann, was dann? Die Entmutigung wird total sein. Warum keine kritische Unterstützung Trumps, eine Unterstützung auf Bewährung?

 Eine letzte Bemerkung: Man hüte sich bei der deutschen Rechten vor der Versuchung, es der amerikanischen Alt Right gleichzutun und mit oder ohne Meme zu provozieren. Erstens kennen Onkel Heiko und Tante Anetta da keinen Spass; die BRD hat kein First Amendment, dafür aber den Volksverhetzungsparagraphen. Zweitens würden 95 % der Bevölkerung ablehnend bis entsetzt reagieren, weil die Gehinrwäsche hier sehr viel stärker war und ist als in Amerika. "Von Amerika lernen heisst siegen lernen" würde da nicht aufgehen. Pepe tut weise daran,  auch weiterhin nur westlich des Grossen Teichs zu quaken.

Starhemberg
25. Februar 2017 13:19

Sehr interessant. Na dann - Heil Milch!

Stil-Blüte
25. Februar 2017 15:10

Daß wir uns auf den Schalk im Nacken, List und Tücke, karnevaleske Eskapaden, narr-itive Spielverderberei, höheren Blöd- und Unsinn, den 'Gassen-Hauer' als Waffe besinnen, freut mich sehr.

Doch ganz unbeleckt sind die Linken nicht, siehe 'Titanic'

Aber unbeachtet in diesem Aufsatz blieb: Die Partei 'DIE PARTEI' (hat immer recht) mit ihrem Spitzenkandidaten im Europaparlament mit dem vergnüglichen Namen Martin Sonneborn. Gerne verweise ich auch auf Harpe Kerkelings Zeiten   v o r dem Pilgern nach Santiago de Compostella und Helge Schneider, diese Komiker, die das Politische immer schon so lange gedreht und gewendet haben, bis es sich von ganz alleine als völlig verdreht entlarvt hat. Akif Pirinci steht ohnehin auf uns (und wir auf ihm). 

In der Identitären Bewegung mit  Martin Sellner liegen noch mehr Potenzen, flashmob, Überraschungseier, Kuckuckseier legen; gerade jetzt in der Karnevalszeit kann die Weiberfastnacht' - Erstürmung und Schlüsselübernahme eines jeden Rathauses in dieser verrotteten Republik - für die 'Wäscherinnen' einen neuen  eigenen Impuls bedeuten .  

 

Der Gehenkte
25. Februar 2017 17:06

@ Stil-Blüte

Sie sprechen hier ein ganz wichtiges Thema an! Allerdings sollte man unterscheiden: Pepe und Kek sind keine Humorformen sondern Ironie und in dieser Funktion signifikant – aber eben nur in einem sehr engen, sich selbst verstärkenden Feld. Bei allem Ernst der Lage, die ironische Selbstbetrachtung, die mit der Gelassenheit verwandt ist, ist wesentlich – wo sie abhanden kommt, dort setzt die Orthodoxie ein.

Unsere Gesellschaft ist auffällig humorarm geworden. Der gesamte professionelle Bereich versagt und stellt sich in politische Dienste. Das Niveau ist seit der Comedy-Welle ohnehin bis in die reine Verblödung gesunken. Bis Ende der 90er Jahre haben – da haben Sie recht – Helge Schneider und mit Abstrichen auch Hape Kerkeling – subversive Arbeit geleistet. Aber auch ihnen sind die Widerstände weggebrochen, so daß sie sich seither in Endlosschleifen nur noch wiederholen.

Dabei zieht sich das Denken über das Lachen und den Humor durch die gesamte Geistesgeschichte, von Diogenes bis Plessner, von Demokrit bis Carl Julius Weber, von Lukian bis Bergson von Aristoteles bis Freud oder Joachim Ritter etc. Das ist ein weites Feld, das auf Sezession höchste Beachtung verdiente. Immerhin hatte sich Frank Lisson vor ein paar Jahren mit seinem „Humor. Warum wir lachen“ Gedanken gemacht, meines Erachtens aber partiell das Thema verfehlt, weil er wohl eher auf der Suche nach potentiellen Verbündeten zu seinem Homo Absolutus war – ein Zug (eine Form von larmoyantem Narzißmus), den ich auch in seinem neuen Buch „Weltverlorenheit“ als Makel empfinde (obwohl er die Suche damit wohl aufgegeben hat).

Noch ist das Themenfeld neu zu bestellen.

Solution
25. Februar 2017 20:05

Ein informativer, mitreißender Artikel. Der Blick in die USA lohnt sich immer.

Maiordomus
25. Februar 2017 22:41

@Der Gehenkte. Ich hatte unter altem Namen mit Ihnen auch schon mal eine Debatte über Ihren noch aktuellen Zunamen. Was Lisson betrifft, schien er mir doch etwas unausgereift. Zum Humor kann ich Ihnen nur Henri Bergson empfehlen. Ausserdem Morgensterns Philosopie des Humors.

 Wieder sehr gut das neue Sezessionsheft. Empörend, wie es den Kubitscheks neulich im Kino ging, das geht wirklich auf keine Kuhhaut. Es ist aber gut, steht es nur im Heft. Ich lese es heute nacht noch zu Ende. Man sollte es unbedingt abonniert haben.

destijl
26. Februar 2017 03:20

Die Identitären täten gut daran sich vom destruktiven, angeblich post-modernen aber letztlich doch nur prä-pubertären Provokationsstil der amerikanischen Alt-Right fernzuhalten. Die paar Gamer, Anonymous-Anhänger und sonstige Trolle, die man dabei abfängt sind es nicht wert. "Let's party like it's 1933" und Sieg-Heil-Rufe ("Hail Victory") — ist das wirklich sezessionskompatibel? 

Eher bestärkt es die Ängste und Voruteile derer, die sich nach rechts hin öffnen, nämlich dass am Ende doch nur die gleiche, retardierte Fratze des Nazismus zurückglotzt: Bäh! Reingelegt!

Sylvie
26. Februar 2017 04:19

Die Alt Right Bewegung in den USA auf memes und trolling zu reduzieren zeugt von erstaunlicher Fehleinschätzung - auf sezession.de eher eine Seltenheit.

Ich weiß nicht, wer Patrick Behringer ist, aber Sätze wie "In ihrer Eigendarstellung gebärdet sich die AltRight mitunter völlig überzeichnet, übertrieben, exzessiv und megalomanisch." beweisen in ihrer Überheblichkeit, daß er weder Portale wie https://www.counter-currents.com noch https://www.theoccidentalobserver.net/ kennt, noch jemals Texte von führenden Vertretern der Alt Right wie Kevin McDonald oder Greg Johnson, usw. gelesen hat.

Wenn es in diesem Artikel um die Erkenntnis geht, daß memes/Pepe/trolling im Trump Wahlkampf eine Rolle spielten, dann kommt er ein paar Monate zu spät.

Wenn er die Alt Right als einen Haufen unpolitischer Provokateure sieht, liegt er hoffnungslos daneben.

tOm~!
26. Februar 2017 06:59

Zitat von Caroline Sommerfeld: "Triggern" (es gibt keinen guten deutschen Ausdruck dafür, "Auslösen" ist eher beim Backhendl und bei der Kamera passend)."

Der Google-Translator übersetzt "to trigger" mit "Auslösen". Es gibt aber sehr wohl eine nette deutsche Entsprechung, man nennt es "stippeln". Ist aber wahrscheinlich zu "uncool". Zumindest in meinem privaten und kollegialen Umfeld ist dies den Leuten eher ein Begriff als "Triggern". Dies nur nebenbei.

Im echten Leben, kenne ich niemanden, der mit "Pepe" etwas anfangen kann. Oder aber es spricht keiner darüber. Zumindest ist mir bisher kein Mensch aufgefallen, der ihn erwähnt oder zum Thema macht. 

Was den Gastbeitrag von Patrick Behringer angeht, wäre vielleicht noch anzufügen, daß sehr viele Pepe-Aktivisten sich zweifelsohne gegen die jüdische Vorherrschaft in den USA wenden, sei es im Bezug auf das Bankensystem, der Unterstützung Israels, oder dem Einfluss in Hollywood. Nicht umsonst hat man Pepe schnell mit "Antisemitismus" in Verbindung gebracht, was natürlich gerade für deutsche "Patrioten" fatal ist, da sie große Angst davor haben ( müssen ), als "Judenhasser" gebrandmarkt zu werden.

"https://www.dailystormer.com/its-official-adl-makes-pepe-a-symbol-of-hate/"

Den Vergleich mit dem Dadaismus finde ich persönlich deplatziert. Das klingt bei Behringer so, als hätte der etwas Gutes bewirkt. Tatsächlich aber ist die europäische Kunst im 19. Jahrhundert und schon in der Zeit davor, bis heute unübertroffen. Darüber kann es einfach keine zwei Meinungen geben, wenn man nicht gerade zum Kulturrelativismus neigt und darüber hinaus behauptet, Pop, Rap, Heavy Metal und Klassik hätten denselben Stellenwert.

Es gab also gar keinen vernünftigen, nur einen futuristischen Grund, zu Beginn des 20. Jahrhunderts tradierte Formen der Kunst und Gesellschaft ins Lächerliche zu ziehen. Egal ob in der Malerei, der Musik, oder der Literatur, die universal begabten Künstler und Philosophen des alten Europa, waren uns heutigen Europäern handwerklich und geistig vielfach überlegen. Ist einfach so, muss man neidlos anerkennen.

In Europa hatte man im 18. und 19. Jahrhundert durch die Aufklärung eine geistige Freiheit erreicht, die durch die Weltkriege und Demokratisierung Europas wieder beseitigt wurde. Dieses freie Denken mündete in der Belle Époque, die schließlich 1914 endete. Die führenden Köpfe des Dadaismus hatten jedoch später gute Gründe, vor den Nationalsozialisten zu fliehen.

Schon deshalb ist der Vergleich mit der "Alt-Right"-Bewegung ein wenig widersprüchlich, da die Neurechten traditionell und grundsätzlich nichts gegen Autorität einzuwenden haben, wohingegen Dadaisten jede Form davon verachteten.

Die Errungenschaften der Weltdemokratie in Sachen Kunstfertigkeit liegen vor allem in oberflächlicher Künstlichkeit begründet. Selbst ein Mann wie Gidon Kremer, hochdekorierter Freimaurer, beklagt, das Geld habe alles vergiftet.

Heutzutage muss ein "Star" nicht mehr den Nachweis erbringen, ein künstlerisches Handwerk zu beherrschen. Ein Popstar muss noch nicht einmal eine Gesangsausbildung genossen haben. Die Beherrschung eines Instruments ist zur Nebensache geworden.

Äußerlichkeiten bestimmen das Geschäft. Ganz besonders kann man das bei den sogenannten "Casting-Shows" beobachten. Ein Dieter Bohlen hatte niemals einen künstlerischen Anspruch, sondern vor allem Dollarzeichen in den Augen, somit die Bereitschaft, für die Massen weichgespülten "Pop" zu produzieren.

"Der Erfolg gibt ihm recht!"

Das ist der demokratische Fortschritt. Dies könnte man nun zum Beispiel mit der Entstehungsgeschichte von Beethovens großer Fuge vergleichen, um eine Ahnung davon zu bekommen, worauf ich hinauswill.

"https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Fuge"

Ein Josef Haydn, der den größten Teil seines virtuosen Musikschatzes am Hofe von Fürst Esterházy vertonte, musste sich ebenfalls kaum Gedanken um Verkaufszahlen, Werbeverträge, Promoter oder "A&R's" machen.

Seine kapriziöse Musikliteratur beweist es, ich wage sogar zu behaupten, daß einige seiner Sinfonien, wie die innovative 68., niemals möglich gewesen wären, hätte er einen solchen Ballast im Kopf mit sich herumgeschleppt.

"https://youtu.be/lGzrkBQgxIU?t=10m15s"

Interessanterweise gab es zu seiner Zeit höchstens ein paar Sparkassen in den deutschen Landen, es ist also davon auszugehen, daß Geld ganz allgemein eine sehr untergeordnete Rolle spielte. 

Jetzt werden demokratisch und kapitalistisch indoktrinierte Zeitgenossen aufschreien, daß damals aber das gemeine Volk litt, "Feudalherrschaft" herrschte, alle schrecklich arm waren.

Ich halte dem entgegen, daß die Menschen damals noch echteres Brot, köstlichere Biere, bessere Wurst verköstigt haben. Der Wein war vorzüglich, der Käse noch herzhaft, alles war echt.

Heute haben wir viele Volksgenossen, die sich soweit entwürdigen müssen, im Müll nach Pfandflaschen zu suchen, um in der kapitalistischen Gesellschaft noch mithalten zu können, um in den Discountern Dosenfutter oder Fertiggerichte für die Mikrowelle kaufen zu können. Vertiert sind wir Europäer, man kann es nicht anders sagen. Ein Wunder ist es nicht, schließlich behandelt man uns wie Vieh.

Eine weitere Errungenschaft der demokratischen Globalisierung. Die Industrialisierung begann natürlich schon früher, gut, aber was in der Welt des Handels, des "freien" Handels daraus geworden ist, haben die wirtschaftsliberalen Profitmaximierer der Weltdemokratie zu verantworten.

Die Wirkung des Dadaismus hat Europa auch weit gebracht, man kann das beispielsweise anhand der Operninszenierungen von Doris Dörrie oder Peter Sellars sehr gut bewerten, übersteigert wird es nur noch von einem Regisseur wie Calixto Bieito, der es für eine gute Idee hielt, die Werke von Mozart oder Mussorgski mit Oralsex, Kindermord und Leichenschändung in Szene zu setzen. Hauptsache die althergebrachten Traditionen werden provokativ überwunden.

So gesehen ergibt es wirklich Sinn, die demokratischen Vertreter der Globalisierung, die Kosmopoliten und Weltbürger ( ich vermeide es hier von "Linken" zu sprechen ) immer wieder zu stippeln, bzw. zu "triggern".  Es gilt dies jedoch mit Bedacht in vernünftige Bahnen zu lenken.

So wie ich die Sache sehe, scheuen viele Deutsche aber die Konsequenzen, sie sind letztlich viel zu konformistisch, um sich überhaupt mal bewusst zu werden, in welch einem geistigen Gefängnis sie hausen. Sie begreifen nicht, daß die Art wie sie leben, fühlen, denken, sich kleiden oder verhalten, nichts mehr mit Individualität und Eigenständigkeit zu tun hat. Was man dahingehend heutzutage erlebt, hat mit einer Mode auch nichts mehr am Hut.

Zitat von Dirk Müller:

Das ist die Aufgabe der Konzernkünstler: Kapitalmacht in Herrschaft umzusetzen. Sie setzen die Maßstäbe von „gut“ und „böse“, bestimmen, „was man trägt“, „was in ist“, beeinflussen das Fühlen, Denken und Urteilen der Menschen, sind eifrige Diener einer Oligarchie, an die sie sich verkaufen, um das Volk weiterhin zu „verarschen“

"https://www.nachrichtenspiegel.de/2012/05/12/urherberrecht-und-starkult-als-herrschaftsinstrument-eines-neuen-feudalismus/"

Utz
26. Februar 2017 08:02

@ destijl

Sie schrieben:

Die Identitären täten gut daran sich vom destruktiven, angeblich post-modernen aber letztlich doch nur prä-pubertären Provokationsstil der amerikanischen Alt-Right fernzuhalten. Die paar Gamer, Anonymous-Anhänger und sonstige Trolle, die man dabei abfängt sind es nicht wert. "Let's party like it's 1933" und Sieg-Heil-Rufe ("Hail Victory") — ist das wirklich sezessionskompatibel?

Eher bestärkt es die Ängste und Voruteile derer, die sich nach rechts hin öffnen, nämlich dass am Ende doch nur die gleiche, retardierte Fratze des Nazismus zurückglotzt: Bäh! Reingelegt!

Wir müssen nicht ALLES nachmachen, was andere vormachen. Etwas mehr Frische kann trotzdem nicht schaden.

Bezüglich des Abgrenzens: Wir sollten uns nicht von einer Angst terrorisieren lassen, die andere erzeugt haben. Es sind doch unsere Gegner, die uns ständig zu Abgrenzungen zwingen wollen, nach dem Motto: wenn ihr euch nicht von diesen und jenen distanziert, dann mögen wir euch nicht. Ich erinnere an den Vortrag von Thor v. Waldstein (kanal schnellroda; sehr hörenswert, sehr scharf analysiert und intelligent), der davor warnt über jedes Stöckchen zu springen, das einem die Gegner hinhalten.

RMH
26. Februar 2017 11:14

Ich habe den Beitrag von Herrn Behringer jetzt eher unter die Rubrik best practice eingeordnet, mit dem einige tools gezeigt werden, die in der aktuellen politischen Auseinandersetzung nützlich sein werden und nicht als Pro-Dada oder ähnlich Grundlegendes. Schön zu sehn, wie manche hier sich derart selbstkonditioniert haben, dass sie davon schon getriggert werden ;)

https://www.youtube.com/watch?v=-tbY4t18HIg

jack
26. Februar 2017 20:59

Der gute alte deutsche Duden bietet für "Trigger" an:

"auslösender Reiz". Ich liebe die Deutsche Sprache für ihre Genauigkeit.  Mich "triggern" Anglizismen...wozu sage ich besser nicht.

silberzunge
27. Februar 2017 00:23

Absolut wichtig, was Herr Behringer hier schreibt.

Ich verstehe die Kritik mancher hier, kann sie aber nicht wirklich teilen. Es zwingt die Rechte niemand, immer und überall mit Memes zu operieren udgl.

Wenn es Menschen gibt, die ein paar Stunden Zeit und Geist für so etwas übrig haben, sollen sie es machen. Es schadet unserer Sache mit Sicherheit nicht, im Gegenteil. Wer heute mitspielen will, der muss auch dieses Feld beackern. Mit lahmen Parlamentsdebatten und dicken Wälzern (die auch ihre Berechtigung haben) alleine, wird das auch nix. Die Mischung macht es.

Richard87
27. Februar 2017 01:13

Es ist letztlich schon tatsächlich so, daß man Politikformen eines anderen Landes wahrscheinlich nicht einfach übernehmen kann. So wenig, wie Putin nach Amerika und Trump nach Rußland passen würde, so wenig entspricht auch das, was ich bislang so an AltRight-Memes mitbekommen habe, "unserem" Humor bzw. unserem Verständnis. Die God Emperor Trump-Memes mögen ja witzig sein und Pepe genießt auch hier einen gewissen Kultstatus, aber spätestens die Memes mit Pepe in SS-Uniform oder die Stürmer-Juden-Karikaturen in Youtube-Videos über Nihilismus zeigen halt wieder, daß die dort offenbar alles zusammenrühren, was irgendwie "rechts" ist. Eingeschlossen alles, was einem aufstoßen muß, wenn man NS-Deutschland eben nicht nur aus Wolfenstein-Spielen und wegen der schneidigen Uniformen kennt.

Andererseits stimmt es schon auch, daß todesernste deutsche Untergangsrhetorik auch nicht gerade zum Mitmachen einlädt. Was man von drüben in jedem Falle lernen kann, ist, sich selbst nicht immer ganz ernst zu nehmen. Ein deutscher Meme-War wäre sogar zu begrüßen. Aber man wird dann nur selektiv AltRight-Inhalte übernehmen können. Die ersten und letzten fünf Minuten "Daily Stormer"-Lektüre haben dazu bereits ausgereicht. Andererseits: Wenn ein Hamburger JA-Mädel relativ deutlich ihre Brüste in den Mittelpunkt eines Beitrages stellt und das auf Zustimmung stößt bzw. provoziert, warum nicht?

In diesem Zusammenhang würde mich von den profunderen Kennern dieser Richtung auch einmal interessieren: Gibt es dort auch eine Richtung, die eher auf IB-Linie liegt, also auf diesen 14/88- und Juden überall-Mist komplett verzichtet? Und wie steht man dort eigentlich zu der Geschichte der Rassentrennung in den USA, inklusive KKK und Postkarten vom sonntäglichen "Nigger"-Abfackeln?

Hartwig aus LG8
27. Februar 2017 10:22

Wenn einer auf den Nazi-"Vorwurf" damit reagiert, dass er sagt "Ok, dann bin ich eben ein Nazi", dann klingt das defensiv. Die Antwort müsste sein: "Ich bin eine Nazi." Und diese Antwort funktioniert auch nur  in zwei Fällen:

a) wenn er alle Lacher auf seiner Seite hat, weil Charakter, Ausstrahlung und Erscheinung diese Selbstbezichtigung ad absurdum führen.

b) wenn Charakter, Ausstrahlung und Erscheinung dazu führen, dass man einen sich als Nazi Bezichtigenden als nichts Schlechtes bzw. etwas Vorbildhaftes wahrnimmt.

Es ist also so, dass es meistens bzw. bei den Allermeisten nicht funktioniert.

RMH
27. Februar 2017 10:45

"Andererseits stimmt es schon auch, daß todesernste deutsche Untergangsrhetorik auch nicht gerade zum Mitmachen einlädt. Was man von drüben in jedem Falle lernen kann, ist, sich selbst nicht immer ganz ernst zu nehmen. Ein deutscher Meme-War wäre sogar zu begrüßen. Aber man wird dann nur selektiv AltRight-Inhalte übernehmen können."

Genau richtig! Ein schlichtes Kopieren oder Konvertieren, wie es die Sozis mit ihrer Abkupferei bei der God Emperor Trump Sache zu Gottkanzler Schulz gemacht haben, wirkt ja eher peinlich als originell.

Man muss also schon eigene Ideen haben und bringen, die auch in Deutschland gut funktionieren. Alt-Right bietet daher eher Anregung und Lernmaterial im Hinblick auf Herangehensweise und Umsetzung.

Die zündenden Ideen müssen schon aus den eigenen Reihen kommen, gerade damit es originell und nicht copy paste wirkt.

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