Sezession
4. August 2017

Szene-Kaleidoskop XVI: Lage, Lappen und Lektüre

Nils Wegner / 7 Kommentare

Sachlich fundiertes Informationsmaterial zum fortdauernden Anfluten der "Neubürger" aus Nordafrika und der Levante ist rar gesät – zumindest von offizieller Seite. Das Institut für Staatspolitik hat bereits zwei grundlegende (und sehr erfolgreiche) Studien zur Thematik vorgelegt: Ansturm auf Europa und Der Bereicherungsmythos erörtern nicht nur die tatsächliche Lage, sondern dekonstruieren auch die politische Phraseologie von den "Flüchtlingen", die laut Martin Schulz ja angeblich »wertvoller als Gold« seien. Als optimale Ergänzung hierzu liegt von der Bürgerinitiative "Ein Prozent für unser Land" nun eine faktengesättigte Hochglanzbroschüre vor, die sich besonders zur Weitergabe an Zeitgenossen eignet, die noch in der Sphäre der öffentlich-rechtlichen Berichterstattung über den »Melting Pot Deutschland« gefangen sind. Hier entlang geht es zum kostenfreien Bezug der Asylfakten.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

"Flüchtlings"bezogene Neuigkeiten gibt es außerdem vom Mittelmeer, wo die #DefendEurope-Seenotretter unterwegs sind. Zum Wochenbeginn hatte das italienische Innenministerium einen "Verhaltenskodex" für in die "Bergung" "Schiffbrüchiger" involvierten Nichtregierungsorganisationen vorgelegt, dem zahlreiche Gruppen die Unterschrift verweigerten. Vor zwei Tagen dann der Paukenschlag: Die italienische Küstenwache beschlagnahmte im Hafen von Lampedusa die Iuventus, das Schiff der deutschen NGO "Jugend rettet" – unter dem belegten Vorwurf der direkten Zusammenarbeit mit libyschen Menschenschmugglern. "Ein Prozent" war mit einem Korrespondenten im Mittelmeerraum vertreten und hat die aktuellen Details zu dieser spannenden Entwicklung zusammengetragen – informieren Sie sich hier!

Und nicht nur auf dem Mittelmeer ist der Sommer heiß und identitär: Bei Antaios sind mit Kontrakultur und Identitär! Geschichte eines Aufbruchs gleich zwei Schlüsselwerke zur Bewegung und ihren geistigen Grundlagen erschienen! Während Mario Müller, Kopf der Hallenser Gruppe Kontrakultur, ein schneidiges Vademecum aus aktionistischen Inspirationen und denkwürdigen kulturellen Versatzstücken zusammengestellt hat, erzählt Martin Sellner die Geschichte des Aufbaus identitärer Strukturen im deutschsprachigen Raum. Sezession-Literaturredakteurin Ellen Kositza stellt das identitäre Doppel (das es hier zum Vorzugspreis und mit streng limitierter Dreingabe gibt) in ihrem neuen Buchvideo im "kanal schnellroda" vor:

Noch ein Nachsatz zu YouTube: Wer sich in den nächsten Tagen oder vielleicht auch schon jetzt wundert, wohin allerlei kernige Videos plötzlich verschwunden sind – das ist Absicht. Die zu Google gehörende Videoplattform hat sich offenbar ein Beispiel an Facebook genommen und arbeitet neuestens mit ganzen 15 Minderheiten- und Bestmenschenlobbyorganisationen zusammen, unter anderem mit der stets bemühten Anti-Defamation League, um anstößige und "verletzende" Inhalte auszusondern.

Besonders betroffen ist davon die ständig wachsende AltRight-Videocommunity und ihr Umfeld, und das Mittel der Wahl ist neben der Verweigerung von Werbeanzeigen sowie dem Aussperren angemeldeter Benutzer (wovon unlängst sogar der untadelige kanadische Psychologieprofessor Jordan B. Peterson betroffen war) der bereits auf Twitter sehr erfolgreich erprobte Shadow ban: Von anderen Nutzern denunzierte und als Hate speech markierte Inhalte werden nicht mehr nachweisbar einfach gelöscht, sondern lediglich systemseitig auf "unsichtbar" geschaltet. Abonnenten der jeweiligen Kanäle bekommen also keine neuen Videos mehr angezeigt, und der Ersteller stellt nur durch ausbleibende Reaktionen auf seine Filme fest, daß diese nunmehr dem digitalen Anathema unterliegen.

Sollte sich obiges Modell bei YouTube bewähren, wird es nicht lange dauern, bis auch deutschsprachige Inhalte betroffen sind. Es gilt also um so mehr, die Augen offenzuhalten und immer mal wieder selbst die jeweils favorisierten Kanäle auf Neuerscheinungen zu überprüfen, anstatt sich nur auf automatisierte Benachrichtigungen zu verlassen, die genauso manipulierbar sind wie beispielsweise "Bestsellerlisten". Diese SiN-Rubrik hier wird dazu auch weiterhin Unterstützungsarbeit leisten. In diesem Sinne hier der Impulsvortrag des stets hörenswerten Mike "Enoch" Peinovich beim norwegischen Scandza Forum am 1. Juli zum Thema, warum es sich (in hiesiger Terminologie) beim Verfassungspatriotismus um die Organisationsform einer Modalität des Globalismus handelt:


Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Kommentare (7)

Leo Lobauer
4. August 2017 20:41

Besten Dank für diese Hinweise! Ich überlege gerade selbst intensiv, wie man diese neue Form des "unsichtbarmachens" in den sozialen Medien auf den Begriff bringen kann. Unterschwellig drängt sich mir der Begriff 'vaporisieren' auf. Aber das betrifft eigentlich nur das mediale Totschweigen von Büchern aus Papier, also Sieferle, Sarazzin usw. Bei der Unsichtbarkeitmachung in der Öffentlichkeit des Internets ist es etwas anderes. Es ist so eine Art von Zwischending zwischen staatlich angeordneter 'Zensur' und gefühlsduseliger 'Sensibilisierung', also einer pseudo-demokratischem Neusprech entsprechenden Lenkung von Meinungen über die Gefühlsebene: Vielleicht nennt man das "Zensibilisierung" von Öffentlichkeit!?

Kammerherr
5. August 2017 02:02

Dieser Mike-Enoch-Vortrag finde ich richtig klasse, danke Ihnen sehr für die Anregung, Herr Wegner!

(Stelle mir nämlich gerade zum Spaß das verdatterte Publikum vor, würde der Mann vor, sagen wir, den "Neuen Deutschen Medienmachern" referieren...)

Osmond van Beck
5. August 2017 03:59

Auch wenn sich meist unter diesen Szene-Kaleidoskopen wenig Kommentare befinden, lese ich diese SiN-Beiträge stets immer gerne und hoffe auch, dass dies viele andere ebenfalls tun. Jedenfalls ist so eine regelmäßige Übersicht recht hilfreich und auch die zusätzlichen Links und Infofetzen sehr interessant. Danke!

niekisch
5. August 2017 15:06

Ist hier im Diskutantenkreis auch das Problem bekannt, bei facebook ausgeschaltet zu werden, indem Dir mitgeteilt wird, Dein account sei möglicherweise gehackt worden und Du wirst dann zum Mitteilen privater Daten aufgefordert, die Du dann aber keinesfalls bekanntgeben willst?

Das ist dann auch eine Variante des "Unsichtbarmachens"

Simplicius Teutsch
5. August 2017 21:20

Ich bin kein AfD-Mitglied, aber ich will sagen, zur angesprochenen Methode der Ausblendung und Ausgrenzung missliebiger Meinungen jetzt verstärkt und systematisch im Internet (facebook, youtube) hat „AfD-Parteiphilosoph“ Dr. Marc Jongen auf Seite 3 der aktuellen Doppelnummer der JF im Interview mit Moritz Schwarz treffende Worte gefunden:

„Die regierenden Altparteien und die geballte Macht der staatstragenden Medien haben sich verschworen, um uns totzutreten. Unsere Etablierung als feste politische Größe in Deutschland wollen sie mit allen Mitteln verhindern, solange sie noch eine Chance dazu sehen. Daher verbreiten sie das Narrativ, wir verträten nur ein paar Radikale und Abgehängte.“

 Solange die AfD solch klarsichtige und klarsprechende Geister in ihren Reihen hat, kann und muss man sie wählen im „Widerstand gegen den Ausverkauf“ und gegen Zensurminister Heiko Maas.

Radistschew
6. August 2017 12:45

Danke für die Hinweise bzgl. youtube und google. Es ist nun aber mal Tatsache, dass wir es hier mit kapitalistischen PRIVATUNTERNEHMEN zu tun haben. Es besteht kein rechtlicher Anspruch auf kostenlose Nutzung der angebotenen Dienstleistung. Und dafür, dass wir alle diese angebotenen kostenlosen Dienstleistungen nutzen dürfen, haben wir keinen Einfluss auf die Qualität und auf die Modalitäten dieser Dienste und wir haben auch keine Durchsetzungsmöglichkeit irgendwelcher Ansprüche. Eben weil diese Kostenlos-Dienste ja natürlich nicht kostenlos sind  verkaufen wir damit unsere persönlichen Daten. Das war schon immer so. Wir können aber beanstanden, dass dies nicht allgemeinverständlich dem Nutzer mitgeteilt wurde. Und, dass man uns nicht sagen will, an wen diese unsere persönlichen Daten verkauft wurden. Das könnte man evtl. rechtlich beanstanden. Ich weiß als Laie nicht einmal, ob man die Manipulationen von google hinsichtlich der Suche von politisch unliebsamen Seiten, rechtlich beanstanden kann. Siehe hier: https://www.wsws.org/de/articles/2017/08/05/goog-a05.html Ein möglicher Ausweg besteht in der Schaffung und Nutzung eigener Videoplattformen.

Lotta Vorbeck
8. August 2017 01:54

Wer über ein eigenes Youtube®-Konto respektive über einen eigenen Youtube®-Kanal verfügt, öffne seine mit "Später ansehen" betitelte Videoliste:

Bei den unter "Später ansehen" gespeicherten Videofilmchen wird das ganze Ausmaß der aktuellen Säuberungsaktion deutlich.

Die jeweiligen Fehlstellen in der vor Kurzem noch vollständigen Liste sind entweder mit "Gelöschtes Video" (das betreffende Video existiert nicht mehr auf der Plattform) oder "Privates Video" (das betreffende Video ist wie vom Herrn Wegner beschrieben auf 'unsichtbar' geschaltet) gekennzeichnet.

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