Jetzt erst recht: Sieferle lesen!

Seit gestern in der Auslieferung: Das "Sieferle lesen"-Sonderheft der Sezession antwortet auf eine konkrete Lage – und thematisiert das hochproblematische Verhältnis der Deutschen zu sich selbst. Worum geht es?

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

Das Ende Juni, zum ers­ten Höhe­punkt des “Skan­dals” um Rolf Peter Sie­fer­les Finis Ger­ma­nia, erst­mals ange­kün­dig­te Son­der­heft »Sie­fer­le lesen« ist seit Mon­tag auf dem Weg zu den Vor­be­stel­lern. Das sind bereits mehr als 900 an der Zahl – grei­fen auch Sie jetzt zur The­men­num­mer mit Grund­la­gen und Hin­ter­grün­den zur Cau­sa!

»Sie­fer­le lesen« umfaßt 52 Sei­ten und kos­tet ledig­lich 8,50 Euro. Was aber steckt drin in die­ser »Auf­be­rei­tung einer bun­des­deut­schen Farce«?

+ In sei­nem Edi­to­ri­al wirft Erik Leh­nert ein Schlag­licht auf die Fra­gen, die Sie­fer­les pos­tu­mes Werk an die Nach­welt stellt. Wor­um genau geht es, was sind die Fol­ge­run­gen des offen zuta­ge lie­gen­den Migra­ti­ons­pro­blems, und wel­che Pro­gno­sen bie­ten sich für das deut­sche Volk?

+ Micha­el Wies­berg lie­fert eine sys­te­ma­ti­sche Werk­schau. Rolf Peter Sie­fer­le war zeit­le­bens ein aus­ge­spro­chen pro­duk­ti­ver Publi­zist, des­sen Denk­ar­beit sich von Karl Marx’ Revo­lu­ti­ons­theo­rie über die Den­ker der Kon­ser­va­ti­ven Revo­lu­ti­on als Prot­ago­nis­ten einer “Gegen­mo­der­ne” bis hin zu Fra­gen von Nach­hal­tig­keit, poli­tisch-öko­lo­gi­scher Sta­bi­li­tät und kul­tu­rel­ler Resi­li­enz erstreck­te. »Zwi­schen Behe­mo­th und Levia­than« lie­fert eine dich­te Ein­füh­rung in Leben und Werk Sie­fer­les, die auch und gera­de vor dem Hin­ter­grund der geplan­ten Sie­fer­le-Gesamt­aus­ga­be aus dem Hau­se Manu­scrip­tum von beson­de­rem Wert für den Leser ist.

+ Eben die­sen “Skan­dal” hat Bene­dikt Kai­ser in einer Ver­laufs­schil­de­rung noch ein­mal aus­führ­lich nach­ge­zeich­net. Alles begann mit den Ver­hand­lun­gen zwi­schen den Hin­ter­blie­be­nen und den Ver­la­gen Antai­os und Manu­scrip­tum über die Druck­le­gun­gen der nach­ge­las­se­nen Schrif­ten Finis Ger­ma­nia und Das Migra­ti­ons­pro­blem; zeit­gleich erschie­nen eini­ge posi­ti­ve Nach­ru­fe auf den im Sep­tem­ber 2016 ver­stor­be­nen His­to­ri­ker. Von die­sem Zeit­punkt an soll­te alles sei­nen ver­ein­bar­ten Gang gehen – bis als ers­ter Schritt Jan Gross­arths als Nach­ruf getarn­te pos­tu­me Ver­leum­dung in der FAZ sowie als end­gül­ti­ger Damm­bruch Andre­as Speits auf­ge­brach­tes Alarm­ge­ga­cker in der taz Auf­merk­sam­keit, Auf­re­gung und Bestel­lauf­kom­men in unge­ahn­te Höhen schnel­len lie­ßen. Kai­sers Zeit­schie­ne macht deut­lich, wie das BRD-Feuil­le­ton (und die Nach­be­te­rei im nahen Aus­land) funk­tio­niert – Bil­der eines Scheiterns.

+ Mit Regi­na Sie­fer­le hat sich die Wit­we des Uni­ver­sal­his­to­ri­kers den Fra­gen Erik Leh­nerts gestellt. Aus­führ­lich geht es um die Stu­di­en­zeit Sie­fer­les im roten Hei­del­berg, sei­nen poli­ti­schen Weg von dort bis hin zur Kon­ser­va­ti­ven Revo­lu­ti­on und dem Epo­chen­wech­sel sowie pri­va­te Sicht­wei­sen auf den Cha­rak­ter und das Wesen des Autors. Nicht zuletzt Regi­na Sie­fer­les Ein­drü­cke von der infam-selbst­herr­li­chen Pres­se­kam­pa­gne gegen ihren ver­stor­be­nen Mann sind wich­tig, um die gan­ze Trag­wei­te des “Sie­fer­le-Skan­dals” erfas­sen zu können.

+ Micha­el Klo­n­ovs­ky hat sich in sei­nem digi­ta­len Tage­buch bereits mehr­fach zur Sie­fer­le-Hys­te­rie zu Wort gemel­det. Im Son­der­heft der Sezes­si­on fin­det sich sein end­gül­ti­ges Ver­dikt über die bra­ven Tin­ten- und Tas­ta­tur­rit­ter in den deutsch­spra­chi­gen Redak­ti­ons­stu­ben, die ihre aus dpa-Mel­dun­gen und Satz­bau­kas­ten-Phra­sen bestehen­de Deu­tungs­ho­heit zer­stie­ben sehen und ihre ver­blie­be­nen Bro­sa­men nun mit Zäh­nen und Klau­en selbst noch gegen einen Toten zu ver­tei­di­gen suchen; wie alles aus Klo­n­ovs­kys Feder ein Lesegenuß.

+ Götz Kubit­schek kom­men­tiert aus Ver­le­ger­sicht eini­ge auch in der eta­blier­ten Bericht­erstat­tung über den “Fall Sie­fer­le” oft gestell­te – und in der Regel falsch beant­wor­te­te – Fra­gen zur Sache. Dort fin­den Kun­den, sons­ti­ge Inter­es­sier­te und auch die neu­gie­ri­gen Nasen der ande­ren Feld­post­num­mer denn auch end­lich aktu­el­le Ver­kaufs­zah­len sowie die eine oder ande­re Andeu­tung hin­sicht­lich des nächs­ten Streichs, der gewiß wie­der für eine Men­ge Rau­schen im Blät­ter­wald (und auf man­chen Stra­ßen) sor­gen wird…

+ Auch Rai­mund Th. Kolb, der lang­jäh­ri­ge enge Freund der Sie­fer­les und Autor des Nach­worts zu Finis Ger­ma­nia (das es laut Gus­tav Seibt ja angeb­lich gar nicht gibt…), hat zur Feder gegrif­fen und zwei Grund­la­gen­bei­trä­ge zu Leben und Werk des Inkri­mi­nier­ten bei­gesteu­ert. Wäh­rend ein umfas­sen­der Text den Stel­len­wert von Natur und Umwelt im poli­ti­schen Den­ken Sie­fer­les the­ma­ti­siert, skiz­ziert Kolb im zwei­ten Bei­trag die psy­cho­lo­gisch-publi­zis­ti­schen Mecha­nis­men hin­ter den Kri­ti­ken, denen sich der Autor auch schon zu Leb­zei­ten aus­ge­setzt sah. Der Umgang der Pres­se­land­schaft mit dem unbe­que­men Den­ker Sie­fer­le zei­ge dem­nach alle Züge des vom His­to­ri­ker Richard Hof­stadter erst­mals beschrie­be­nen “para­no­iden Stils” in Poli­tik und Propaganda.

+ Der Autor die­ser Zei­len wid­met sich pro­mi­nen­ten Fäl­len der letz­ten Jah­re und Jahr­zehn­te, in denen sich eigent­lich eta­blier­te und arri­vier­te Ver­tre­ter des poli­ti­schen und aka­de­mi­schen Betriebs in Deutsch­land urplötz­lich drau­ßen vor der sprich­wört­li­chen Tür wie­der­fan­den, nach­dem sie einen fal­schen Satz geäu­ßert (oder das nach all­ge­mei­ner Über­ein­kunft Rich­ti­ge gera­de nicht geschrie­ben) hat­ten. Hier wird ein wei­te­rer Mecha­nis­mus erkenn­bar: Der psy­cho­lo­gi­sche Kom­pen­sa­ti­ons­me­cha­nis­mus der kogni­ti­ven Dis­so­nanz läßt nur zwei Mög­lich­kei­ten – die eige­ne Mei­nung oder die aller ande­ren zu ändern. Wo an die “Hei­li­gen Kühe” des bun­des­re­pu­bli­ka­ni­schen Selbst­ver­ständ­nis­ses gerührt wird, wird der meist ein­sa­me “Ket­zer” zur Abschre­ckung aller öffent­lich­keits­wirk­sam geop­fert; eine Stra­te­gie, die bei Rolf Peter Sie­fer­le eben­so­we­nig ver­fan­gen hat wie etwa zuvor bei Thi­lo Sarrazin.

+ Mit Tho­mas Hoof hat sich auch der Lei­ter des Manu­scrip­tum-Ver­lags, in dem Das Migra­ti­ons­pro­blem erschie­nen ist, zu einem Gespräch bereit­ge­fun­den. Es geht um das Werk des Den­kers, Hoofs Stel­lung dazu und ins­be­son­de­re die Bedeu­tung kul­tu­rel­ler Nach­hal­tig­keit gera­de in der jet­zi­gen Zeit. Sie­fer­le hat sein mög­lichs­tes getan, die »mora­li­schen Nebel­bän­ke« zu zer­streu­en – nun geht es dar­um, frei nach Jan Gross­arth wei­te­re »Tun­nel in die bür­ger­li­che Intel­li­genz« zu bohren.

+ Als Bio­graph des streit­ba­ren His­to­ri­kers Ernst Nol­te war Sieg­fried Ger­lich gera­de­zu beru­fen, sich dem gro­ßen Auf­hän­ger der ver­such­ten Sie­fer­le-Erle­di­gun­gen zu wid­men: dem Gebrauch des Ter­mi­nus vom “Mythos Ausch­witz”. Ger­lich doku­men­tiert die Gene­se und den stän­dig wei­ter ver­eng­ten Sinn­ge­halt die­ses Begriffs von sei­nen Anfän­gen in den 1970er Jah­ren über Sin­gu­la­ri­täts­de­bat­te und His­to­ri­ker­streit bis hin zu den zeit­ge­nös­si­schen, nüch­ter­nen Ein­las­sun­gen gelehr­ter Stim­men wie des Poli­to­lo­gen Nor­man Fin­kel­stein oder des Schuld­kult-Theo­re­ti­kers Pas­cal Bruckner.

+ Die abschlie­ßen­den Sei­ten gehö­ren wie­der­um Erik Leh­nert. Er betrach­tet die lite­ra­ri­sche Gat­tung der “Nacht­ge­dan­ken”, in die etwa ein Rüdi­ger Safran­ski Sie­fer­les nach­ge­las­se­nes Werk ein­ord­ne­te. Doch ist die­ses Eti­kett gerecht­fer­tigt? Nicht nur unter Rück­griff auf die Ur-Nacht­ge­dan­ken des eng­li­schen Dich­ters Edward Young, son­dern auch mit Bezug auf Hein­rich Hei­ne weist Leh­nert nach, daß die Reduk­ti­on von Finis Ger­ma­nia auf blo­ßen Pes­si­mis­mus und Resi­gna­ti­on weit dane­ben­geht: Wor­um soll­te es schon anders gehen, als dar­um, alle Erreich­ba­ren (und, idea­ler­wei­se: die Rich­ti­gen) zu erschüt­tern und aufzurütteln?

Die Bestel­lung sowie eine Ein­sicht in das Inhalts­ver­zeich­nis sind hier mög­lich.

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Ange­bot für die regu­lä­re Sezes­si­on: Wer jetzt abon­niert, steigt mit Heft 79 (August 2017) ein und erhält zwei Stu­di­en des Insti­tuts für Staats­po­li­tik (IfS) gra­tis oben­drauf! Der zu zah­len­de Bei­trag für das rest­li­che Jahr 2017 redu­ziert sich ent­spre­chend auf 25 € (statt 50) im Nor­mal­be­zug, auf 17 € (35 €) für Stu­den­ten, 40 € (75) für För­de­rer und 30 € (60) für Leser, die außer­halb Deutsch­lands und Öster­reichs leben. Bei Fra­gen und Son­der­fäl­len bit­te anru­fen oder Nach­richt an [email protected]! Hier bestel­len.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

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Kommentare (11)

niekisch

17. August 2017 14:49

"Finis Germania"?

Wenn auch meine Lateinbemühungen Jahrzehnte zurückliegen, so wundere ich mich doch jetzt ganz spontan: das Ende Deutschland? Ist Deutschland das Ende für andere Menschen oder Nationen? Das kann Rolf Peter Sieferle doch nicht gemeint haben, vielmehr "Finis Germaniae", das Ende Deutschlands.

Da er sich in die Große Armee der Vielen begeben hat, die mit Herzblut oder Blut um Deutschland rangen, lassen wir seinen reinen Willen unangetastet.

Wegner:

Offenbar sollten Sie das Sonderheft besonders dringend lesen. Oder einen der zwei Dutzend Blogbeiträge zum Thema aus den letzten zwei Monaten.

Harm Wulf

17. August 2017 21:39

So, die Bestellung ist raus..

Mal was anderes: Mir ist aufgefallen, wenn man bei Google "Sezession" eingibt, erhält man einige allgemeine Begriffserklärungen und die obligatorischen linken Seiten, die gegen Schnellroda und das IfS hetzen.

Aber kein Link zu diesem Forum mehr. Man muss schon bisschen suchen und direkt SiN eingeben. Heute Vormittag war das noch anders. Seltsamer Zufall, oder?

Wegner:

Das Problem gibt es immer mal wieder, allerdings nur mit Google. Was ist die Lösung? Kein Google benutzen. Zur derzeit nächstliegenden Alternative geht es hier entlang: https://duckduckgo.com/?q=sezession&t=h_&ia=web

niekisch

17. August 2017 22:13

"Offenbar sollten Sie das Sonderheft besonders dringend lesen. Oder einen der zwei Dutzend Blogbeiträge zum Thema aus den letzten zwei Monaten."

@ Nils Wegner:

Bisher habe ich den Scholdt - Aufsatz in Nr. 79 gelesen. Mal sehen, welchen weiteren Texten ich mich noch zuwende. Darf ich um Aufklärung bitten, warum das Lesen des Sonderheftes für mich besonders dringlich sein soll?

Wegner:

Die "Frage" des Buchtitels wurde hier und anderswo über Monate diskutiert und wird mit dem Sonderheft hoffentlich endgültig beigelegt.

@ Harm Wulf:

Das habe ich heute auch festgestellt. Sonst kam unter "Sezession" immer ganz oben die Hauptseite, jetzt nur bei Eingeben von "Sezession.de"

Harm Wulf

18. August 2017 00:07

@Nils Wegner: Danke für den Tip

Der Feinsinnige

18. August 2017 01:29

Auf das Sonderheft bin ich sehr gespannt und werde es selbstverständlich bestellen und lesen. Vielen Dank schon im voraus dafür!

Zum Problem der heute wieder einmal zeitweise nicht auffindbaren Sezession im Netz:

Das Problem existiert(e) nicht nur bei Goggle, sondern auch bei der meinerseits meist benutzten Suchmaschine „Mozilla Firefox“. Dem Wikipedia-Eintrag zufolge dürfte Mozilla Firefox eigentlich nicht mit Google zusammenhängen (aber ich habe insoweit keinerlei konkrete Kenntnisse). Gibt es eine Erklärung für diese zeitweisen Ausfälle der Auffindbarkeit von Sezession im Netz? Mir ist am heutigen Tag eine solche Phase der Nichtauffindbarkeit in diesem Jahr bereits zum zweiten oder dritten Mal aufgefallen. Jedes Mal habe ich gedacht, entweder in Schnellroda ist das System abgestürzt oder politische Gegner könnten das System gehackt haben. Nicht auszudenken... Zum Glück war offenbar beides nicht der Fall.

Wegner:

Firefox ist keine Suchmaschine, sondern ein Browser. Und da es sich bei Google um die meistgenutzte (und, zugegebenermaßen, effizienteste) Suchmaschine handelt, ist sie bei Firefox als Standardsuchmaschine eingerichtet – Sie nutzen also so oder so Google. Um Abhilfe müssen Sie sich selbst bemühen: https://support.mozilla.org/de/kb/suchmaschinen-in-firefox-hinzufuegen-oder-entfernen

Olaf

18. August 2017 15:51

https://duckduckgo.com/?q=sezession&t=h_&ia=web

Bin auch vor einigen Monaten von Google auf DuckDuckGo umgestiegen. Soweit so gut, gelegentlich muss man Google noch benutzen, weil es einfach noch effektiver und besser ist, aber es ist trotzdem sinnvoll, von diesem Monster so gut wie möglich wegzukommen.

Richard87

20. August 2017 05:09

In der Gefahr, ebenfalls eine Frage zu stellen, die im Heft beantwortet wird, würde mich doch auch interessieren, inwiefern allein die Verkaufszahl des Buches und mögliche Folgebestellungen dem Verlag einen Schub bereitet haben. Sind jetzt neue Projekte möglich, die vorher nicht möglich gewesen wären? Oder stellt dies ein Geschäftsgeheimnis dar, was ich ebenso verstehen könnte. Jedenfalls ein befriedigenes Gefühl, daß dieses Projekt weiter wächst.

antwort kubitschek:

wir bleiben, wie wir sind, haben zwei neue mitarbeiter, zwei große neue buchprojekte und ein schön arroganter auftritt auf der frankfurter buchmesse. vielleicht schon mal vormerken: am freitag, den 13. 10. sind lichtmesz, sommerfeld. lehnert und ich auf messeforen präsent, danach ist dann umtrunk am stand; am 14. 10. lesen sellner, müller und pirincci - danach wiederum umtrunk.

Braunschweiger

21. August 2017 10:10

Seltsame Sache. Hier wird mir nach wie vor bei Eingabe von "sezession" bei Tante Google ganz brav an erster Stelle https://sezession.de/ ausgegeben.

Schlachthof Agnus Dei

31. August 2017 16:00

Eine kleine Anekdote sei erlaubt, die mir den heutigen Tag versüßt hat und zeigt, dass Sieferle auch schlichten kann. Ein Kundengespräch begann ungemütlich, da ein vorger Termin verpasst wurde und auch dieses Mal gewartet werden musste. Da kramte er etwas aus einer Tasche und dabei lugte unverkennbar der Einband des Kaplaken-Bändchens hervor. Darauf angesprochen nahm das Gespräch eine erfreuliche Wendung. Der Groll war vergessen und wir verabschiedeten uns mit der Gewissheit, dass überall Verbündete "lauern".

Patrick Molau

3. September 2017 11:05

Eine kleine Anmerkung auch von mir dazu: Den eigentlich undiskutablen, mindestens beschämenden Umgang mit dem bewussten Buch dokumentiert auch ein Blick in die gängigen Bibliothekskataloge (am besten gleich in den KVK): Mit ganz wenigen Ausnahmen hat kaum eine wissenschaftliche Bibliothek das Bändchen angeschafft. Wie will man aber wissenschaftliche Forschung ermöglichen, wenn die dafür nötige Primärliteratur gar nicht erst zur Verfügung gestellt wird ? (Gut, man will es gar nicht - geschenkt.) Das ist noch verrückter als in der früheren DDR, da gab es die berühmten "Giftschränke" für Bücher, die man nur für ganz bestimmte, von entsprechender Stelle bestätigte Zwecke nutzen durfte. Aber immerhin: Sie waren da. Ich weiß, wovon ich rede - ich bin selbst für die Literaturbeschaffung in einem geisteswissenschaftlichen Fach an so einer Unibibliothek zuständig. Bei uns gibt es seit Jahren eine Blacklist von "extremen" Verlagen, von denen nichts gekauft wird. Schnellroda ist darauf mit vertreten, neben Ares, Karolinger, Grabert usw. usf.. Diese Liste ist rein willkürlich zusammengestellt und umfasst selbstredend nur Verlage des rechten Spektrums. Sie wurde bei einer entsprechenden Sitzung der dafür zuständigen Personen diskutiert bzw. besser gesagt: man bekam sie aufoktroyiert, mein Einwand, dass dies doch sehr an sozialistische Zeiten erinnere und was eigentlich mit Publikationen linksradikaler und islamistischer Verlage sei, mit denen müsse man ja dann im Zeichen der Gleichbehandlung ähnlich verfahren, fand naturgemäß keinen Beifall und seither habe ich einen entsprechenden Ruf weg. Von etwa zwanzig Kollegen unterstützte mich einer.

Cacatum non est pictum

4. September 2017 03:42

@Patrick Molau

Das ist noch verrückter als in der früheren DDR, da gab es die berühmten "Giftschränke" für Bücher, die man nur für ganz bestimmte, von entsprechender Stelle bestätigte Zwecke nutzen durfte. Aber immerhin: Sie waren da.

Die BRD scheint sich der DDR - in ihren negativen Eigenschaften - immer stärker anzunähern. Das ist wirklich krass. Und die meisten Leute hierzulande glauben immer noch, sie lebten im freiesten deutschen Staat aller Zeiten; und dass man hier so aufgeklärt, modern und voll demokratischer Gesinnung sei, dass sich eine Diktatur nie wieder etablieren könnte. Was für Traumtänzer! Was für hirngewaschene, umerzogene, unpolitische, hedonistische Opfer! Solch ein Volk wünscht sich jeder Despot: eines, das er versklaven und demütigen kann und das dafür auch noch dankbar ist. Es lebe das TV-Duell!

Ich weiß, wovon ich rede - ich bin selbst für die Literaturbeschaffung in einem geisteswissenschaftlichen Fach an so einer Unibibliothek zuständig. Bei uns gibt es seit Jahren eine Blacklist von "extremen" Verlagen, von denen nichts gekauft wird. Schnellroda ist darauf mit vertreten, neben Ares, Karolinger, Grabert usw. usf.. Diese Liste ist rein willkürlich zusammengestellt und umfasst selbstredend nur Verlage des rechten Spektrums. Sie wurde bei einer entsprechenden Sitzung der dafür zuständigen Personen diskutiert bzw. besser gesagt: man bekam sie aufoktroyiert, mein Einwand, dass dies doch sehr an sozialistische Zeiten erinnere und was eigentlich mit Publikationen linksradikaler und islamistischer Verlage sei, mit denen müsse man ja dann im Zeichen der Gleichbehandlung ähnlich verfahren, fand naturgemäß keinen Beifall und seither habe ich einen entsprechenden Ruf weg. Von etwa zwanzig Kollegen unterstützte mich einer.

Respekt für und Dank an Sie, dass Sie in diesem Haifischbecken so standhaft bleiben. Ich war kürzlich in der Universität meiner Heimatstadt, um dort in der Bibliothek zu recherchieren. Die geistige Elite von morgen habe ich da nicht gesehen. Aber dafür Unmengen von Antifa-Spruchbändern und Wandschmierereien. Wahrlich: Man hat das geistig-kulturelle Erbe unserer stolzen Nation binnen weniger Jahrzehnte auf den Müllhaufen befördert. Da haben die Kulturmarxisten blitzsaubere Arbeit geleistet.

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