Sezession
24. April 2018

Kollegah vs. Campino: Kulturkampf oder Ablösung?

Martin Lichtmesz / 46 Kommentare

Ein Libertärer fragte mich, wie ich denn zu der Causa Kollegah vs. Campino stünde.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Er selbst war der Ansicht, daß sich die Rechten und Identitären in der Angelegenheit doch logischerweise auf die Seite der umstrittenen Rapper Kollegah und Farid Bang stellen müßten. Die beiden seien am Ende doch auch Rebellen gegen die "politische Korrektheit", verkörpert durch die establishment-hörige Gouvernantentante Campino, dessen linke Moralkeule sie mit souveränem Spott gekontert hätten. Seien sie nicht die "wahren" Punks, viel mehr, als es der Tote-Hosen-Chef vielleicht jemals war?

Und wäre es für mich womöglich angesichts der bereits massiv multikulturalisierten Alterskohorten, die von Kollegah & Co angesprochen werden, nicht denkbar, daß ein größerer Teil der zugewanderten Jungmänner in manchen Fragen am Ende doch "integrierbar" oder anschlußfähig sein könnte, als Verbündete (à la Alain Soral?) einer Jugendrevolte, die leider nicht genug Jugend auf ihrer Seite hat?

Letzteres mag zumindest so aussehen, wenn man sich das Cover der jüngsten Ausgabe von eigentümlich frei ansieht. Das 1968 nach links gestossene Pendel "schwingt zurück", heißt es da, und an die Stelle von Meinhof, Dutschke, Langhans und Teufel treten Lengsfeld, Tellkamp, Mattussek und Sellner. Der Schönheitsfehler ist allerdings offensichtlich, daß Sellner der einzige ist, der aus einer Alterskohorte stammt, die den Original-68ern vergleichbar ist. Macht sich nicht auch hier das demographische Schicksal Deutschlands bemerkbar?

Und schließlich, so immer noch jener Libertäre, sollte es uns Rechten zu denken geben, wenn nun apropos Kollegah Heiko Maas und Alice Weidel mit einer Stimme heulen. "Für solche 'Künstler' ist in Deutschland kein Platz", schrieb Weidel in der Jungen Freiheit:

Während deutschlandweit Schüler vor allem jüdischen Glaubens in ihren Schulen gemobbt oder sogar körperlich attackiert werden, ehrt die Echo-Jury ausgerechnet sogenannte Künstler, die in ihren Liedtexten Antisemitismus und damit zusammenhängende Gewalttaten verherrlichen. Damit nicht genug, fand die Preisverleihung auch noch gleichzeitig mit dem jährlich in Israel stattfindenden Holocaust-Gedenktag statt.

Ihre Zielscheibe war eher Farid Bang als Kollegah:

Für Künstler, die Juden- und Frauenhaß propagieren, die Opfer und Hinterbliebene des Breitscheidplatz-Attentats verhöhnen und unsere Jugend nicht nur damit sehr negativ beeinflussen, ist in Deutschland kein Platz. Um es mit dem Titel eines Stücks von Farid Bang von dem Album „Asphalt Massaka 3“ zu sagen: Er ist nichts weiter als ein „asozialer Marokkaner“, der unsere Kultur und Werte verachtet, und der in Marokko deutlich besser aufgehoben wäre als in unserem Land.

Ich vermag ihr hier kaum zu widersprechen.

Heiko Maas äußerte sich so:

Antisemitische Provokationen haben keine Preise verdient, sie sind einfach widerwärtig. Dass am Holocaustgedenktag ein solcher Preis verliehen wird, ist beschämend. So wie Campino müssen wir uns schützend vor jüdisches Leben stellen – jeden Tag und überall.

Kollegah antwortete darauf schlau:

Inwiefern schützen Sie denn jüdisches Leben, wenn Sie eine Massenzuwanderung von aus Ihrer Sicht antisemitisch geprägten Menschen unterstützen?

Was an den Satz von Karl Lagerfeld erinnert:

Wir können nicht, selbst wenn Jahrzehnte zwischen den beiden Ereignissen liegen, Millionen Juden töten und Millionen ihrer schlimmsten Feinde ins Land holen.

Wenn Maas und Weidel, Böhmermann und Alexander Kissler scheinbar in einer Front stehen, dann liegt offenbar eine verwickelte Situation vor. Ich will versuchen, sie aufzudröseln.

Oberflächlich betrachtet hat sich hier gewiß eine Szene abgespielt, die dem Trubel um die "umstrittene" Band Frei.Wild aus Südtirol im Jahr 2013 ähnelt.

Damals schrieb ich in der Jungen Freiheit:

Nachdem sich das Album „Feinde deiner Feinde“ mehr als 100.000mal verkauft hatte, stand automatisch eine Nominierung für den deutschen Musikpreis „Echo“ ins Haus. Damit war nun endgültig Schluß mit lustig: Eine Handvoll Platzhirsche der deutschen Musikszene blies in die Antifa-Trompete, um den Rivalen vom Feld zu pusten. Darunter befanden sich pikanterweise auch die Tralala-Popper von Mia, die im Jahr 2003 ihrerseits durch die antifaschistische Mangel gedreht wurden, weil sie sich in einem Song allzu positiv auf die Farben „Schwarz-Rot-Gold“ bezogen hatten.

Es dauerte nicht lange, bis der Veranstalter des „Echo“, die Deutsche Phono-Akademie, Frei.Wild kurzerhand von der Nominiertenliste strichen – also allein deshalb, weil die Band in den Augen bestimmter Leute die „falsche Gesinnung“ hat.

Die inkriminierten Textstellen der Band waren (jedenfalls nach normal-menschlichen, nicht-linksextremen Maßstäben) ungleich harmloser als jene von Kollegah und Bang. Gewaltverherrlichungen, obszöne Provokationen oder "Verschwörungstheorien" sucht man hier vergeblich, stattdessen schockierend kontroverse Zeilen wie diese:

Da, wo wir leben, da wo wir stehen, ist unser Erbe, liegt unser Segen, Heimat hat Volk, Tradition und Sprache.

Wo soll das hinführen, wie weit mit uns gehen? Selbst ein Baum ohne Wurzeln kann nicht bestehen! Wann hört ihr auf, eure Heimat zu hassen? Wenn ihr euch ihrer schämt, dann könnt ihr sie doch verlassen! Du kannst dich nicht drücken, auf dein Land zu schauen. Denn deine Kinder werden später drauf bauen!

Inzwischen hat sich einiges geändert. Frei.Wild haben sich – nach einigen politisch korrekten Kotaus – einigermaßen ihren Platz im Business erkämpft, und erhielten 2016 schließlich doch noch ihren "Echo". "Umstritten" ist die Band weiterhin, gilt aber als deutlich weniger anstößig als noch vor einigen Jahren. Identitärer Patriotismus, wie ihn Frei.Wild (auf eher emotionale als politische Weise) vertreten haben, ist heute ein bißchen weniger "shocking" als damals. Vielleicht kann man dies als ein Zeichen für gewisse metapolitische Verschiebungen betrachten.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (46)

Nath
24. April 2018 22:43

Wenn AfD-Funktionäre ihren bürgerlich-konservativen Konfirmationsanzug anziehen und sich in philosemitischen Äußerungen ergehen , fühle ich mich in erster Linie ästhetisch peinlich berührt. Das ist jene tausendfach wiederholte, Gähnkrämpfe auslösende Mainstream-Rhetorik, die man von einer a l t e r n a t i v e n Partei gerade nicht nicht hören will. Das Fehlen eines intellektuellen Gewissens, welches einem solche ausgeleierten Empörungsrituale schon aus Stilgründen verbieten müsste, unterstreicht dann nur noch einmal, wie abgrundtief mittelmäßig viele von ihnen sind. Ja, sie wollen Stimmen einfangen aus dem mittigen Milieu, das ist schon klar. Es jedoch auf diese Weise zu tun, desavouriert sie ein für allemal.
Vielleicht ist Curio ja eine löbliche Ausnahme.

Der Starost
24. April 2018 23:38

Die hysterischen Aufgeregtheiten legen den Blick doch herrlich frei auf den vollständig von politischer Korrektheit durchdrungenen Mainstream der Deutschen Popkultur und auf ihre realitätsverweigernden Protagonisten: Man hat sich doch mit der Entscheidung der Jury den vermeintlichen Erwartungen der Mächtigen in diesem Business besonders liebedienerisch andienen wollen, gerade indem man „Musiker mit Migrationshintergrund“ hat ehren wollen. Was mag dies doch für eine traumatische Erfahrung für unsere lieben Gutmenschen aus der Jury gewesen sein, nachdem man nun genau das Gegenteil bewirkt und so tief daneben gegriffen hat. Wie oft werden sie sich in schlaflosen Stunden jetzt selbst dafür verflucht haben, nicht genauer auf den Text geachtet zu haben.

Ede
25. April 2018 00:36

Ganz starker Beitrag Herr Lichtmesz, einleuchtende Analyse!

heinrichbrueck
25. April 2018 01:11

Die zivilreligiöse Holocausterziehung sollte weltweit Umvolkungstoleranz bewerkstelligen. Emotionale Gehirnwäsche global.
Unter Antisemitismus haben die Juden nur die weißen Europäer subsumiert, auch die AfD wird als antisemitisch tituliert. Juden und Moslems spielen die Minderheitenopferrolle, gegen die ewige Verantwortung der durch Massenmigration gefügig und schuldbeladen gehaltenen Mehrheit. Wenden sich die Moslems gegen die Juden, fällt die ganze Konstruktion in sich zusammen. Denn wie will man eine Minderheit als schützenswert anpreisen, damit sie ihre Umvolkungsarbeit leisten kann, wenn diese Minderheit schadet?
Ein Streit unter Ausländern; zumindest einer, der uns etwas sagen sollte. Deutsche Schuld profitiert einseitig. Dieser unterstellten Schuld begegnen manche mit größerer Intoleranz; schon aus Gründen der Selbsterhaltung zu begrüßen.

Pit
25. April 2018 02:09

... es hat ja vermutlich seine Vorteile, die Sachen ausgiebig zu betrachten...
... aber es ist halt doch einfach: Weißenhaß. Sorry.... mehr braucht´s nicht, um die gesamte Situation zu erfassen (und, ebenso, interessiert mich nichts an irgendwelchen Inhalten von irgendwem, mich interessiert, ob es Deutsche sind, die zum Deutschen Volk gehören, oder Nicht-Deutsche, die nicht dazugehören und also unser Territorium zu verlassen haben).

Und es fällt also Linken auch nicht irgendwas unerwartet und erschreckend vor die Füße.... nichts ist "versehentlich" schiefgelaufen: sorry Leute, es ist alles ABSICHT. Es ist die Absicht des Völkermords am Deutschen Volk und der Weißen insgesamt. Niemand sagt das gern... Und... ist es reduktionistisch? Nein. Es ist halt nun mal nicht komplizierter als das (wenn jemand "kompliziert" will: der "Grund" für diesen Völkermord ist das Ergebnis von Machtkalkulationen... da kann sich dann Kompliziertheit austoben... aber auf der phänomenologischen Ebene isses halt nunmal nicht schwierig).

Durendal
25. April 2018 08:18

Aus dem Beitrag ergeben sich weitere Fragen, u.a. die danach, welche aktiven Bestände es an "maskulin-thymotischer Ehrenkultur" denn im eigenen Erbe und außerhalb der Unterschichten-Improvisationen denn überhaupt noch gibt.
Vor allem Donovans erstes Buch wurde diesbezüglich über die verschiedenen Lager hinweg gelobt, soweit ich es überblicken kann.
Es gibt darüber hinaus aber weitere, größtenteils noch unerschlossene Bestände, die ohne unterschichtliche Verwahrlosung auskommen, und die man wiederentdecken kann, z.B. diesen:
https://bundsanktmichael.org/2017/10/29/romano-guardini-der-ritterliche-mann/

deutscheridentitaerer
25. April 2018 08:59

1. Meine politische Positionsbestimmung erfolgt maßgeblich nach emotionalen Maßstäben. Und emotional bin ich seit jeher ein großer Bewunderer Israels. Angefangen mit der Hagana über den Sechstagekrieg bis zu den Gebrüdern Netanyahu.

Leider wird mir meine Parteinahme durch philosemitische Antideutsche und rechte Möchtegern-Zionisten vergällt. Mit solchen Leuten will man nun wirklich nicht einer Meinung sein.

2. Der obige Artikel von Lichtmesz hat eine unerwartet starke Red-Pill-Wirkung auf mich.

Der Gegensatz zwischen der Reaktion auf einen geprügelten (vermeintlichen) Juden und der auf die vielen ermordeten und vergewaltigten Deutschen lässt die Hierarchie der Opfer ganz plastisch und unzweifelhaft hervortreten.

3. Der zweite Red-Pill-Moment ist das Lied der Antilopengang. Das ist dermaßen pathologisch, hasserfüllt und böse, wie ich es mir nicht ausdenken könnte.

Nie, nichtmal zu meinen dümmsten Naziseiten, habe ich auch nur ansatzweise so über ein Volk gefühlt.

Dass das einfach gar nicht thematisiert wird, ja die Band sogar noch ein insgesamt gutes Image hierzulande geniest, ist ehrlich gesagt zuviel für mich.

4. Dritter Red-Pill-Moment, schon etwas abgedroschen: Diskussion mit Juristen (bekanntlich nicht die geistig flexibelsten Menschen und insofern dem deutschen Durchschnitt wohl recht nahe) über die Polizeiliche Kriminalstatistik.

Meine "These" (eher: Benennen eines Fakts) war, dass bei Zuwanderung einer Gruppe mit höherer Kriminalitätsrate in eine Gruppe mit niedrigerer Kriminalitätsrate die Kriminalitätsbelastung für die aufnehmende Gruppe erhöht.

Das ist ein simpler rechnerischer Vorgang, der jedem 5. Klässler einleuchtet und eigentlich nicht bestritten werden kann.

Trotzdem wurde er bestritten ("Klar, wo mehr Menschen gibt, gibt es auch mehr Kriminalität, eine Binsenweisheit haha dummer Rechtspopulist").

Zum anderen habe ich vertreten, dass "Flüchtlinge" krimineller sind als Deutsche schon alleine, weil eine kriminologisch allgemein anerkannte Korrelation zwischen männlichem Geschlecht und jugendlichem Alter und der Kriminalitätsrate besteht (auf andere Faktoren, die meine Gesprächspartner noch mehr getriggert hätten, bin ich gar nicht erst eingegangen).

Hier war die Reaktion auch lediglich unsinnige Bemerkungen a la ich würde "Kausalität und Korrelation verwechseln",vermutlich hat das Wort "Korrelation" diesen Standard-Schlaumeier-Spruch getriggert.

Jedenfalls war es ernüchternd, dass Akademiker nicht in der Lage waren, einem simplen (!), logisch zwingenden Gedankengang zu folgen.

5. Das führt mich zum nächtsten Punkt: Als Rechter denkt man es gibt keine bösen Menschen, weil man selber ja ständig als Böse tituliert wird, aber ja von sich weiß, dass man nicht böse ist.

Man denkt also, es wäre alles nur ein großes Missverständnis.

So ist es aber nicht, die Konformität und der Wille zur Ignoranz, den wir bei so vielen unserer Landsleute beobachten, ist dagegen eine tatsächliche Manifestation des Bösen.

Und diese Eigenschaften haben auch, sagen wir es ruhig, trotz dessen, dass wir uns auf einem Terrain bewegen, dass unzählige Male missbraucht wird, den Holocaust ermöglicht.

Und vor diesem Hintergrund, dass die Deutschen halt so gar nichts aus ihrer Geschichte gelernt haben, stellt sich halt schon die Frage, ob das Deutsche Volk nicht tatsächliche ein missglückter Wurf der Weltgeschichte darstellt.

Benjamin Kaiser
25. April 2018 09:40

In einer Gesellschaft, die in ihrer medialen Inszenierung aufgegangen ist, hat das doch vor allem Unterhaltungswert:

Ein israelischer Araber kommt nach Berlin, setzt sich eine Kippa auf, um die mediale Erzählung des Antisemitismus in Deutschland zu bestätigen. Dabei gerät er mit einem anderen Araber aus Syrien in eine Art Hahnenkampf, der sich schließlich so weit steigert, bis der arabische Kippaträger durch den arabischen Nicht-Kippaträger mit dem Gürtel verprügelt wird. Die Mediensensation ist perfekt.

Ein Deutsch-Kanadier spielt den palästinensischen Rapper und bekommt dafür von Pseudo-Punk Campino medial wegen „Antisemitismus“ die Leviten gelesen. Ein Mediengekreisch ohne Ende ist die Folge.

Eine Differenzierung zwischen Unterhaltung und Wirklichkeit wird dabei doch seit Jahrzehnten überhaupt nicht mehr unternommen. Selbst die genannte „zivilreligiöse Deutung des Holocausts“ ist inzwischen Unterhaltungsspur, Teil der medialen Dauerberieselung und Narrativ der Unterhaltungsindustrie.

Neil Postmans Buchtitel aus den 1980ern dürfte hierzu programmatisch sein: „Wir amüsieren uns zu Tode“, denn das Erwachen aus der medialen Traumwelt dürfte für viele grausam werden.

Der_Juergen
25. April 2018 09:43

Da ich Rap-"Musik" verabscheue, interessiert mich die "schöpferische Tätigkeit" der lärmigen Querköpfe herzlich wenig, aber den sehr nuancierten und klugen Artikel von Martin Lichtmesz habe ich mit grossem Interesse gelesen, nicht zuletzt, weil er ein grelles Licht auf die moralische und intellektuelle Misere mancher Leute wirft, die sich als "Alternative" anpreisen.

@Nath @Heinrich Brück

Danke für Ihre klaren Worte. Die Bücklinge vieler AFD-Politiker, darunter Weidel, vor Israel sind würdelos und peinlich, vor allem wenn man bedenkt, dass Israel, der Zentralrat sowie alle massgeblichen jüdischen Organisationen (nicht jedoch alle individuellen Juden; hier gibt es rühmliche Ausnahmen) die Umvolkung und Islamisierung bejubeln und jeden deutschen Patriotismus fanatisch bekämpfen.

Martin Sellner arbeitet ja neuerdings mit Michael Ley zusammen, der auf dem Gebiet der Islamkritik gute Arbeit leistet. Ob Ley Jude ist, weiss ich nicht, doch versäumt er keine Gelegenheit, den Islam als grösste Gefahr für die deutschen und europäischen Juden zu bezeichnen. Vielleicht fragt Martin Sellner seinen neuen Kampfgefährten einmal, warum die Ober-Umvolkerin Merkel einen jüdischen Preis nach dem anderen einstreicht (bisher mindestens ein Dutzend) und warum der Präsident des Jüdischen Weltkongresses nach den letzten Bundestagswahlen das Verbot der AFD gefordert hat.

Gelddrucker
25. April 2018 09:53

Ich wollte noch etwas sagen zu den "massiv multikulturalisierten Alterskohorten".

Glücklicherweise ist es immer noch so, dass das Massive an der Multikulturalisiertheit größtenteils durch europäische Einwanderer verursacht wurde - noch. In den letzten Jahren nahm die Zahl der afrikanischen Kinder zwar stark zu, die der Moslems ja bekanntermaßen sowieso, dennoch: der Großteil bleibt europäisch. Und falls wir es schaffen, wieder zu Deutschland zurückzufinden, könnte es ja einfach eine Regelung geben, deutsche Namen anzunehmen, wie es ja z.B. bei den Russlanddeutschen praktiziert wird. Danach merkt niemand mehr, ob das ein Rumäne, Bulgare (nicht Roma), Pole oder Italiener (je nach südländischem Einschlag) war. Oder will tatsächlich jemand irgendwelche absurden Konzepte von "deutschem Blut" annehmen? Das würde der Überfremdung extrem entgegenwirken, allein schon wenn die Namen deutsch wären.

deutscheridentitaerer
25. April 2018 10:28

"Ob Ley Jude ist, weiss ich nicht, doch versäumt er keine Gelegenheit, den Islam als grösste Gefahr für die deutschen und europäischen Juden zu bezeichnen. Vielleicht fragt Martin Sellner seinen neuen Kampfgefährten einmal, warum die Ober-Umvolkerin Merkel einen jüdischen Preis nach dem anderen einstreicht (bisher mindestens ein Dutzend) und warum der Präsident des Jüdischen Weltkongresses nach den letzten Bundestagswahlen das Verbot der AFD gefordert hat."

Der größte Feind des Deutschen ist nicht der Jude, sondern andere Deutsche.

Das legt nahe, dass es auch bei den Juden solche und solche gibt, also Globalisten und Nationalisten. Allerdings bleibt zuzustehen, dass die Juden sich selten über diesen Zwist so zerfleischen, wie wir es pflegen.

Reaktion
25. April 2018 10:50

Non assumes nomen Domini Dei tui in vanum: nec enim habebit insontem Dominus eum qui assumpserit nomen Domini Dei sui frustra.
(Exodus 20, 7)

Sentenza
25. April 2018 11:45

Bumms, Treffer und versenkt! Danke für den sehr guten Artikel, Herr Lichtmesz.

Max Piccolomini
25. April 2018 12:47

Großartiger Text von Martin Lichtmesz! Zuerst dachte ich: "Wieder mal viel zu lang." Doch dann habe ich gemerkt: Diese Länge ist erforderlich, um sich in sämtliche Verästelungen der aufgezeigten Konstellation und deren Sublimitäten einzufühlen. So daß man am Ende feststellt: Ein klares "Daumen nach oben" oder "Daumen nach unten" für die Protagonisten kann es nicht geben. Nichts ist so einfach wie es scheint; man muß nur lange genug hinsehen.

RMH
25. April 2018 14:45

So - Rums - gerade geht es über die Ticker, der "Echo" wird in allen seinen Formen abgeschafft.

https://www.bild.de/unterhaltung/2018/echo/echo-preisverleihung-wird-abgeschafft-55508920.bild.html

Irgendwie schade, denn der "Echo" hatte etwas leicht Objektives und damit fast schon Demokratisches an sich, da ja Hauptsächlich die Verkaufszahlen zu seiner Verleihung führten und nicht irgendwelche Abstimmungen unter mehr oder weniger elitären Feuilletonisten. Aber das kann ja in unserem Land nicht sein, dass der sog. "Verbraucher" an den Gatekeepern vorbei bestimmt, wer eines Preises würdig ist. Gab schon in der Vergangenheit zu viel Unbehagen, also jetzt endlich weg damit. So wie man auch "weg damit" zu einem Volk sagt, welches sich erdreistet, in nicht unerheblichem Maße eine nicht genehme Partei zu wählen. B.t.w.: Hat nach der BT-Wahl eigentlich tatsächlich jemand seine deutsche Staatsbürgerschaft zurück gegeben, weil ihm das Wahlergebnis nicht gepasst hat, so wie das jetzt beim "Echo" passiert ist? Ich meine, mich daran erinnern zu können, dass es entsprechende vollmundige Ankündigungen vor der letzten BT-Wahl gab. Aber so einen "Echo" gibt man dann eben doch leichter und Publicity-gerechter ab, als einen Personalausweis.

Im Ergebnis: Wenn die Musikkonsumenten nicht passen, dann nimm deren Geld gerne, aber mach kein großes Gerede darüber, so sieht es heute aus. Mal wieder Doppelmoral vom Feinsten.

PS: Ich befürworte deswegen noch lange nicht Typen wie Kollegah & Co. Aber so lange ein Herr Welke ein Stoffkaninchen an Ostern kreuzigen darf und das nur unter die Rubrik "geschmacklos, aber nicht strafbar" für die Staatsanwaltschaften fällt, so lange ist ein Ausschwitz (Laibach lässt grüßen - die hätten nur den Text Laibach gemäß veröffentlichen müssen ;) ) definierter Körper eben auch geschmacklos, aber nicht strafbar (aber evtl. hat ja nur einfach noch keiner der Überlebenden oder Angehörigen entsprechend Strafanzeige eingereicht - evtl. ist es ja doch strafbar, was die Kollegah & Co. gemacht haben). Im Übrigen hat M.L. das Thema umfassend und präzise abgearbeitet, da gibt es nicht mehr viel dazu zu sagen.

Thomas Martini
25. April 2018 15:28

Was bei dieser Analyse von Martin Lichtmesz nicht unerwähnt bleiben sollte: Rapper wie Kollegah und Farid Bang haben die Hip-Hop-Kultur verraten.

Ohnehin handelt es sich bei Rapmusik, die nur ein Bestandteil des HipHop ist, um einen rein amerikanischen Kultureinfluß. Aus dem ist in den 90er Jahren der sogenannte „Deutschrap“ entstanden. Als die hiesige Rapszene noch in den Kinderschuhen steckte, war sie stark durch „Conscious Rap“ geprägt, und es brauchte die „harten“ Rapper aus Berlin, um den „Gangsta Rap“ auf die deutsche Landkarte zu wuchten. Es waren Typen wie Taktlo$$ und Kool Savas, schließlich Bushido und Fler, die Nachahmern wie Kollegah und Farid Bang das Feld bestellt haben. Die haben das Rad nicht neu erfunden, dafür aber das peinliche Gangster-Gehabe ein gutes Stück ernster genommen. Mit der HipHop-Kultur hatte das bereits nichts mehr zu tun. Man ging im Gegenteil dazu über, bestimmte Erscheinungen der eigenen Subkultur zu verunglimpfen und lächerlich zu machen.

Erstaunlicherweise war man damit erfolgreich. Das ist in meinem Augen der eigentliche Skandal. Bis zum heutigen Tag kommt der „Gangsta-Rap“ in Deutschland nicht über die Kernaussage hinaus, anderer Leute Mütter zu penetrieren. Es handelt sich eindeutig um eine Musikrichtung, die sich seit 20 Jahren ohne Erkenntnisgewinn oder Fortschritt im Kreis dreht. Langweiliger und eintöniger geht’s nicht. Dennoch stürmen Kollegah und Farid Bang mit ihren Machwerken die Charts und verdienen Millionen. Wo so etwas möglich ist, hat man den Gipfel der Kulturlosigkeit erreicht. Es ist dies nur ein weiterer nihilistischer Auswuchs des Liberalismus nach angloamerikanischer Bauart.

Was den aktuellen „Skandal“ angeht, ist dem Kommentar von Benedikt Kaiser kaum etwas beizufügen, man könnte auch sagen: Viel Lärm um nichts. Tatsächlich dürften sowohl Campino als auch die beiden Rapper dank der „Publicity“ noch einige zusätzliche Plattenverkäufe verzeichnen. Was den „Antisemitismus“ angeht, in „Der letzte Tag deines Lebens“ behauptete Farid Bang mal frech:

„Wir holen Palästina zurück mit 50 Panzern“

Und in seinem Song „Ich will Beef“ heißt es:

„Jeder singt, um raus zu kommen
Star sein, ich wollte es gerne versuchen
Doch es stand schon damals in den Sternen, wie "Jude"“

Gegen diese Provokationen wirkt die Aussage auf dem aktuellen Album ziemlich harmlos. Auschwitz zu erwähnen, reicht in dem BRD-Irrenhaus aber eben noch locker aus, um die linksliberale Kulturhegemonie in helle Aufregung zu versetzen.

Der_Juergen
25. April 2018 15:43

@deutscheridentitärer

Die letzten paar Sätze Ihrer Wortmeldung von 8.59 Uhr finde ich schlechthin beschämend; dergleichen hätte ich von Ihnen nicht erwartet. "Konformität" und "Wille zur Ignoranz" finden sich beispielsweise bei den Briten noch bedeutend mehr als bei den Deutschen; in Deutschland, vor allem in seinem östlichen Teil, regt sich immerhin ein wachsender Widerstand gegen den Grossen Austausch, in England, wo die Lage noch verheerender ist (siehe die einschlägigen Beiträge von Sellner) praktisch nicht. Zu den beiden letzten Sätzen Ihrer besagten Wortmeldung sage ich mit Hamlet: "The rest is silence."

Zu Ihrem Kommentar von 10.28 Uhr: Dass es bei den Juden Globalisten und Nationalisten gibt, wobei stellvertretend für erstere der Name Soros und stellvertretend für letztere der Name Netanyahu steht, wissen wir alle. Wie scharf die Gegensätze hier sind, hat sich am Streit um die Abschiebung der illegalen afrikanischen Einwanderer aus Israel gezeigt.

Tatsache ist jedoch, dass auch jene Juden, die Israel als jüdischen Staat bewahren wollen (und das sind die meisten) in aller Regel Gift und Galle gegen patriotische Bewegungen in Europa und insbesondere in Deutschland und Oesterreich speien, obwohl sie diese der Logik des Herrn Michael Ley zufolge eigentlich als Bundesgenossen gegen die islamische Invasion begrüssen müssten. Lesen Sie bitte den hier verlinkten Artikel; er ist eindeutig. Deshalb finden etliche Foristen, darunter ich, die Schleimerei von Strache, Weidel und Konsorten unerträglich.

https://www.timesofisrael.com/loathed-by-jews-germanys-far-right-afd-loves-the-jewish-state/

RasterNoton
25. April 2018 16:30

Was Lichtmesz hier einigermaßen treffend attackiert ist die bedauerliche Tatsache, mit welcher Beliebigkeit sich die "politisch-mediale Klasse" einzelner Versatzstücke linker und liberaler Denkschulen bedient, die aufgrund der Abwesenheit kohärenter Überzeugungen zu leeren Argumentationshülsen verkommen.

Da wurde viel zu lange faschistoide Menschenverachtung (aka Deutsch-Rap a la Kollegah) zu einem legitimen Kunstausdruck benachteiligter Systemverlierer romantisiert (als ob Kollegah nur ansatzweise mit zB Kendrick Lamar zu vergleichen wäre), während dieser Verständnisbonus dem abgehängten AfD-Wähler nicht gewährt wurde.

Das Gleiche beim Thema "Religionskritik": während Kritik an der (eh schon seit langem gesellschaftlich kaum relevanten) kath. Kirche jedem Hansel ohne mit der Wimper zu zucken über die Lippen geht, traut sich in der Linken (von ein paar redlichen Ausnahmen abgesehen) keiner an die reaktionären bis radikalen Ausprägungen des Islams heran, obwohl deren Einfluss auf orientierungslose Migrantenkinder kaum mehr zu übersehen war und ist.

Diese Doppelmoral bleibt den Menschen nicht verborgen, und deswegen hat diese Schein-Linke "Mitte" außer virtue signaling kaum noch etwas entgegen zu setzen.

Mit persönlichem Bedauern muss ich gestehen, dass eine progressive Linke, frei nach Heine, als Kämpfer für die Freiheit aller Menschen, heute quasi inexistent ist. Übrig bleibt Moralismus und Identitätsgeschwurbel. Gute Zeiten für die Rechte....

Gurbanguly
25. April 2018 16:38

"Die Bücklinge vieler AFD-Politiker, darunter Weidel, vor Israel sind würdelos und peinlich, vor allem wenn man bedenkt, dass Israel, der Zentralrat sowie alle massgeblichen jüdischen Organisationen (...) die Umvolkung und Islamisierung bejubeln und jeden deutschen Patriotismus fanatisch bekämpfen."

Dass Organisationen, die an Staatsgeldern und sonstigen linken Geldgebern hängen, die AfD bekämpfen, liegt schon in der Sache an sich begründet.

Wenn man von AfD-Seite nicht schon aus empathischen Gründen pro jüdisch/pro-israelisch ist, dann sollte man es dennoch allemal aus taktischen Gründen sein.

Herr Lichtmesz hat zu Recht darauf hingewiesen, dass der zunehmende Antisemitismus das Narrativ des Multikulti nachhaltig stört. Ich halte das für eine der entscheidenden Sollbruchstellen, auf die man unentwegt einhämmern muss, auf dass sie irgendwann einfach nachgeben muss.
Ganz besonders, weil Rechts die einmalige Chance hat nun mit Opfern zu wuchern, die in der Hierarchie ganz oben stehen. Und wenn die hundertste Mia sterben muss, moralisch wird man da niemals viel Profit bei den Berufsmoralisten herausschlagen können.
Es tut mir leid, wenn das zynisch klingt, aber die Gegenseite hat ja mit diesem Opferzynismus erst angefangen.

Es sollte daher klar sein, dass die Rechte sich den Schlaghammer selber aus der Hand nimmt, wenn man sich sich in der Frage nun entsprechend anders positioniert.

Stil-Bluete
25. April 2018 16:59

Alle Achtung, einen brandaktuellen politischen Vorgang wie die Echo-Verleihung mit seinen Folgen und Folgerungen geistig und stilistisch so präzise zu durchleuchten!
Den Rappern und dem Rappen abhold, hat mich das Phänomen dennoch durch die Lichtmesz-Brille in den Bann gezogen. Abhold bin ich der subcutanen Zersetzung, Eintönigkeit und Unterfütterung durch Töne, Rhythmen, Gesten, Symbole, Bilder, die durch schnelle Abfolge glauben machen, es handele sich um Spannung, Energie, 'action', Faszination.
Kollegha: Der ist also Einer, der den Hunger der Jugend nach Kampf, Provokation, Freiheit, Autonomie, Verachtung gegenüber der Konsum-/Elterngeneration zu verkörpern weiß; Klage über (Hochhaus-)Ghettos mit Fernwärme, Dusche, Balkon, Schule.
(Schon in den Zwanzigern des letzten Jhd. war abzusehen, dass dieser Block-Hochaus-Architektur Isolation und Langeweile produziert. Ttrotzdem nach diesem Muster fleißig weitergebaut)
Warum packen diese Kerle, abgesehen von einigen, die zur IS gezogen sind, nicht ihre sieben Sachen und gehen auf Pirsch, auf Abenteuer in die weite, weite Welt? Warum treffen sie sich am liebsten nur an schäbigen Ecken, unter dunklen Brücken, in versifften Tunnels, an stinkenden Containern und malen immer wieder dieselben stupiden Graffitis? Ist es der ewige Fluch der Entwurzelten, Heimatlosen, die das eigene 'Schicksal' verleugnen, um es so mehr dem Gastland anzulasten. Warum wandern sie nicht in den Alpen, in den Dolomiten, um sich in der Natur zu stählen? Immerhinl ieferte d a s der Pioniergeist in Amerika: Waghalsigkeit. In Schweden: So viel Raum, um überschüssige masukuline Kräfte in den Wäldern, an den Seen, im Fjälen zu erproben. Sind die Einwanderer letztendlich gar nicht so mutig?
'Wenn die Neugier nicht wär, müsste ich nicht mehr wandern...'

John Haase
25. April 2018 17:04

„Ey yo Max Herre, lass' ich dich Stahlpatronen fressen
Bist du tot wie der Pilz von der Marioprinzessin
Leg dich nicht mit uns, an sonst gehst du drauf, es könnte tödlich sein
Freundeskreis ist out wie die Abkürzung von Österreich
Vertick' an deine Bitch weiter Stoff am Block
Arabische Hauszutat
Rufe meine Clique, geben der Fotze Cock
Und sag' dann, du musst raus, mein Schatz
Jetzt ist die Nutte süchtig, der Stoff war deiner Frau zu stark
Sie sagt zwar, sie wär' clean, doch drückt E wie bei 'ner Aufzugsfahrt
Und Rapper, die von Geld erzählen, verdien' nur kleine Sümmchen
Labern ständig von Koks, doch kaufen Pep wie Bayern München
Elendjunkies vom Bahnhof schmeißen sich schmutzige Pillen
Weil sie nur Kackdealer kenn', wie wenn ich Russisch sprechen will
Mir passt du Nutte nicht ins Bild, ich fick' deine Mutter seperat
Zu deiner Schwester, beide wollen Schwanz, ich hab den Sip parat
Wieder mal angeklagt, MILFs weiter wegficken
Deine Tage sind gezählt wie der Urlaub von Beschäftigten“
(Kollegah - Kriminell und asozial)

Wuuuuuuuuhhhhhhuuuuuuu, wie edgy, etwas kontrovers, aber hier herrscht Kunstfreiheit, ihr Spießer, wuuuuuu!

„Mein Körper ist definierter als der von Ausschwitzinsassen“

Wha-what? Hat der gerade echt Ausschwitz gesagt? Das geht zu weit!

Die ganze Echo-Affäre zeigt die Befindlichkeiten der Spät-BRD wie in einem Brennglas. Früher mußte man wenigstens noch Juden kritisieren, um ein „geschlossenes antisemitisches Weltbild“ unterstellt zu bekommen. Heute reicht bereits die Aussprache eines einzelnen Wortes um das einzige Tabu, das die BRD nicht abschaffen will, zu brechen.

Auf eine gewisse Weise bewundere ich die beiden Rapper. Sie sind asoziale Kanaken, aber sie sind Männer, die sich von der weibischen modern-deutschen Petzgesellschaft nicht ins Bockshorn jagen lassen und davon gibt es einfach nicht sehr viele in der Altersklasse.

MartinHimstedt
25. April 2018 17:08

Bitte nicht vergessen, dass es sich bei „Kollegah“ um ein Produkt des alten, weißen Mannes handelt. Ein alter, weißer Mann übrigens, welcher Campino vermutlich nicht unähnlich sehen dürfte. Jener alte, weiße Mann riet Kollegah beispielsweise dazu, in seinen Songs nicht mehr über Mercedes zu rappen, sondern auf BMW umzusteigen: Weil jene Marke bei der Zielgruppe populärer ist.

ML: So "alt" ist der nun auch nicht.

Und das „Die toten Hosen“ oder auch „Die Ärzte“ keine richtigen Punks sind, wussten selbst die dümmsten Kinder spätestens Anfang der Neunziger. Man kannte „The Exploited“ zwar, aber jene waren den Menschen viel zu hart.

Das sich heute jemand wie Campino vehement für Frau Dr. Merkel einsetzt, mag zunächst kafkaesk wirken, letztlich ist es jedoch nur folgerichtig.

Hartwig aus LG8
25. April 2018 18:12

Ein sehr guter Debattenbeitrag von Lichtmesz, dem eigentlich nichts hinzuzufügen ist. Dennoch eine Bemerkung, die nur am Rande mit dem Thema zu tun hat: Die nur stiefmütterliche Erwähnung des "Reservates bzw. Ghettos des nationalen Widerstandes" tut angesichts der Empathie für Felix Blume in den Schlussabsätzen weh. Fünf Seiten Kollegah, Gangsterrap und sonstige Gang-Kultur, dazu der Bezug auf Jack Donovans "Barbaren" - und nichts zum wohl einzig verbliebenen deutschen Pendant? Vielleicht ein anderes Mal?

ML: Bitte um Aufklärung, wie gesagt, ich habe wenig Ahnung von diesen Genres.

deutscheridentitaerer
25. April 2018 18:55

@DerJürgen

Vieles was ich hier schreibe, dient auch dazu den Frust abzubauen, den ich anderswo nicht loswerde.

Aber dass diejenigen, die Deutschland lieben bzw. die Idee dessen lieben, was es sein könnte, den Zustand dessen, was es aktuell ist, verachten - das wird Ihnen sicher auch schon das ein oder andere Mal passiert sein.

Was die Briten angeht, so ist klar, dass die sogar einen noch größeren Schlag weghaben als wir.

Aber da ich nun mal Deutscher bin, tröstet mich das nur bedingt.

Was die Juden angeht, so haben Sie Recht, dass auch die Interessen der jüdischen Nationalisten nicht mit unseren zusammenfallen. Das ist bedauerlich, mache ich ihnen aber nicht zum Vorwurf. Es ist für mich leicht nachvollziehbar, dass Netanjahu die Afrikaner in Israel lieber nach Deutschland weiterreichen würde. Dieser Plan ist ja mittlerweile auch durch die Kritik rechter Israelis obsolet geworden.

Dass viele jüdische Organisationen etc. aktiv für den großen Austausch arbeiten ist ebenfalls wahr. Ich weise aber daraufhin, dass das ebenfalls für alle namhaften deutschen Organisationen zutrifft.

Lichtmesz meinte auf Twitter, Liedtexte wie der der Antilopengang wiesen auf die erfolgreiche Re-Education hin.

Ich habe da meine Zweifel. Ich habe nie etwas von Re-Education- Wirkungen in meiner Jugend erfahren; in Schule und sozialem Umfeld war weniger der Schuldkult, als die Gänseblümchen-Fahrradhelm-Linke dominant. Nie wurde dort ein eigentlicher Hass gegen das deutsche Volk gepredigt, eher war das deutsche Volk halt einfach kein Thema.
Derartige Hasskomplexe, wie sie sich in den zitierten "lyrics" zeigen, kommen mMn aus der deutschen Seele selbst.

ML: Das Narrativ von den mordlüsternen Deutschen, die erst von den Alliierten in ihrer Mordparty gestört wurden, das die Antilopen Gang bedient, stammt direkt aus der Re-Education-Zeit. Offenbar wirkt das alles noch fort.

tedesca
25. April 2018 19:02

Noch vor wenigen Tagen hätten wir einem Interviewer nicht einmal beantworten können, was der Echo denn sei. "Der Echo", hätten wir vielleicht gesagt, das klingt nach einem Preis, so wie "der Oskar", wobei "der Echo" den Preischarakter des Echo deutlicher betont, weil es sonst "das Echo" hätte heißen müssen.

Wir vermuten nun nicht nur mehr, daß "der Echo" ein Preis war, wir wissen es sogar. Aber da war er schon abgeschafft. Durcheinandergewirbelt in einem Shitstorm, zugrundegeschrieben von allen Medien, zurückgegebenen von allen unterbelichteten früheren Empfängern (so viele, deren Unterbelichtetsein uns bislang entgangen war), eingestellt von seinen Auslobern. Eine absterbende Gesellschaft in einem untergehenden Staat schleift eine weitere ihrer kulturellen (so hört man) Institutionen. Denn er hat "Auschwitz" gesagt.

Mehr nicht, mehr war auch gar nicht nötig. Von Juden soll nicht die Rede gewesen sein. Aber egal. Schon das Wort "Auschwitz" allein ist in der neueren deutschen Geschichte immer ein schöner Auslöser der Fremd- und Selbstabschaffung. Ein bißchen Rap, echtes deutsches Kulturgut, wie alle wissen (auch wenn wir selbst von Rap wenig verstehen), das Wort "Auschwitz", und weg ist er, der Echo. Na sowas. Das war ja mal ein echter Rap, ein Meta-Rap, sozusagen.

Wer ist jetzt borniert - wir oder diejenigen, die sein, des Echo, Verschwinden je nach ideologischer Ausrichtung mit Bedauern oder Genugtuung beobachten?

Fand überhaupt eine Beschimpfung statt? Und falls ja, wer eigentlich war der Beschimpfte in einer undurchsichtigen Textzeile eines unverständlichen Liedes? Und gehen uns der Beschimpfende oder der womöglich, mutmaßlich Beschimpfte irgendetwas an?

Wird jemand eines Tages zu passender Gelegenheit das passende Triggerwort über Deutschland sagen? Womöglich gar irgendein Beutedeutscher? Ein so kräftiges Wort zu so passender Gelegenheit, daß das gesamte indigene und sonstige Staatsvolk oder zumindest eine signifikante Mehrheit von SPD bis AFD wie aus einer Kehle ruft: "Deutschland, du mieses Stück Scheiße, du gehörst ja tatsächlich abgeschafft, hinweg mit dir!" - Wird dann Deutschland kurzerhand geschlossen, eingestellt oder aufgelöst? (Ja, wie benennt man diesen Vorgang?) Wird das uns dann genau so wurst sein wie jetzt die Abschaffung des Echo? (Immerhin wissen wir, was Deutschland einmal war, im Gegensatz zum Echo, von dem wir bislang nichts wußten.)

Wird ein Dichter, vielleicht einer wie Botho Strauß, eine Farce schreiben des Titels "Deutschland. Ein Verdämmern", die dann auf norwegischen und albanischen Staatstheaterbühnen aufgeführt wird? Werden wir davon Kenntnis nehmen und welches Medium wird übrig geblieben sein, diese Kenntnis zu uns zu tragen in unser mecklenburgisches Exil?

Wir fühlen uns in dieser Causa irgendwie unpolarisiert, zumindest stark unterpolarisiert. Benn kam uns wieder einmal in den Sinn: "Die Clique, die klatscht, ist das gleiche Kaliber wie die Clique, die pfeift, die einen sind von rechts dumm, die andern sind von links dumm." Wir werden es wohl dabei bewenden lassen und sehen alles rein phänomenal.

John Haase
25. April 2018 19:26

@MartinHimstedt
Ich stimme Ihnen zu. Campino und Merkel passt. Dieses ganze kulturlinke Milieu von Popmusikern, Studenten und Aktivisten der Siebziger und Achtziger beherrscht uns heute als Künstler, Intellektuelle und Politiker. Sie haben seit damals immer nur mit gereckter Faust und „erhobener Stimme“ weit offene und unverteidigte Türen eingerannt und stehen nun wie die Deppen, die sie sind, vor dem Unrat, den sie selbst mit hineingeschleppt haben.

Lustig wäre mal pro-preussischer Punk oder biblisch-homerischer Hiphop.

„Du tanzt ums goldene Kalb, du gehst zur Arbeit am Sabbath
Du entführst meine Frau und denkst das du mich plattmachst.
Du wirfst mich ins Meer - ein Wal spuckt mich wieder aus
Du schlägst mich ans Kreuz - kurz drauf steh ich wieder auf!
Zieh mit Gott und Armee vor deine löchrigen Tore,
Wo ich dich niederwerf und deine Zweitfrau durchbohre
Deine Götter im Staub und deine Knie zitternd
Erschlag ich dich, Frau, Kind und Rind wie bei den Kanaanitern.
Mit deiner Leiche am Streitwagen fahr ich dreimal um die Stadt,
Schneid dir den Penis ab und werf ihn nach in dein Grab.

Yoyo, remember Masada, free Judea, John DAVID Haase MC out!

Hartwig aus LG8
25. April 2018 19:38

"" ML: Bitte um Aufklärung, wie gesagt, ich habe wenig Ahnung von diesen Genres. ""

Werter Herr Lichtmesz,
ich rede konkret vom Festival "Schild und Schwert", was Sie verlinkten und welches am Wochenende bundesweites "Medieninteresse" erweckte. Im allgemeinen rede ich von der als rechtsextrem bezeichneten Jugendszene, die sich auf solchen Festivals trifft.
Was ich an Ihrem wie gesagt beeindruckenden Artikel zu kritisieren habe, ist die kalte Aussparung des deutschnationalen Parts bei der Betrachtung junger, extremer, politisch aufgeladener und sich wehrhaft gebärdender Subkulturen. Vielleicht passten sie nicht in diesen Kontext. Aber sie von neurechts als Ghetto zu bezeichnen, sollte überdacht werden - drei Tage, nachdem "Schild und Schwert" von "breiten Bündnissen" buchstäblich zum Ghetto gemacht wurde.
Um eines klar zu sagen: Ich habe mit denen nichts (!) am Hut. Aber ich weiss auch, wen ich für meine Familie zu fürchten habe, ... und wen nicht.


ML: Ich weiß nicht, was Sie wollen, ich hab's ja mit Verlinkung erwähnt. Ich finde nur nicht, dass diese Spartenszene noch irgendwie ins Gewicht fällt. Die Selbstmarginalisierung per Herum- und Trotzhitlern ist dort Programm, dafür braucht es auch keine "breiten Bündnisse" mehr.

Benno
25. April 2018 20:22

"Auschwitz, the meaning of pain, The way that I want you to die", sangen vor über 30 Jahren schon die us-amerikanischen Thrash-Metal Pioniere von Slayer. Nichts neues unter der Sonne also, dass Musiker mit Auschwitz provozieren wollen. In der BRD bekommt sowas aber halt eine ganz eigene Dynamik.
Die Bunte Republik scheint ihren Zenit erreicht zu haben. Campino echauffiert sich ob ein paar rüppeligen Mihigru-Rappern, produziert selber aber Gruppen, welche irgendwas von einem atomaren Holocaust an den Deutschen schwafeln. Der "Mann" hat die Staatsraison in sich aufgesogen wie ein trockener Schwamm und gibt seinen Sermon nun tröpfchenweise von sich. Der Herr ist die Inkarnation des Wortes Doppelmoral.
Ein mit dem Gürtel tracktierter Fake-Jude versetzt die BRD in helle Aufgregung, 1000nde jeden Tag in der Schule gemoppte und verprügelte deutsche Schüler interessieren nicht. Es sollte langsam jedem klar werden, dass in diesem Staat Juden sakrosankt sind, oder eben Opfer erster Klasse, wie ML es ausdrückt, währende der Deutsche einfach die Schnauze halten soll, oder, wenn er sich schon äussert, gefälligst ins Hohelied des Multikulturalismus einzustimmen hat.

@Gurbanguly Ich frage mich, was sie sich von ihrem "Vorschlaghammer Argument" erhoffen? Juden werden auch Opfer islamischer Gewalt? Und jetzt? Haben sie ernsthaft das Gefühl, dies zu erwähnen werde irgendetwas in der Bundesrepublik verändern? Wenn sie sich so daran stören, dann können sie ja auch in Berlin mit einer Kippa auf dem Kopf demonstrieren gehen und von den Moslems fordern, sie mögen sich bitte in die Anti-Antisemitische bundesrepublikanische Einheitsfront eingliedern, die letztlich mithilft, zwei Kategorien von Opfern zu schaffen. Während dem wandern weiterhin 10.000 von Arabern und Schwarzafrikanern nach Deutschland ein, es werden weitere Frauen den Weg einer Mia gehen, am Dogma der Bunten Republik wird das nichts ändern. Einzig und alleine sie werden sich dadurch zu den Campinos und all den anderen Islamdomestizierern gesellen und damit zur Stütze des grossen Austausches werden, welche die immer offensichtlicher zu Tage tretenden Risse im Gewölbe irgendwie umzuleiten versucht. Sie werden damit die Einteilung in Alpha- und Betaopfer nur weiter zementieren. Nein, ich finde ihren Vorschlag nicht zynisch, ich finde ihn erbärmlich. Wenn man nur noch auf die Missstände im eigenen Land hinweisen kann, nur noch über das Leid, das viele, gerade auch junge Landsleute ertragen müssen, reden kann, indem man auf Opfer einer Drittgruppe hinweist, dann ist das schlicht würdelos. Und das wäre was die Deutschen in ihrer Masse als erstes wieder erlangen müssten: Würde und Stolz.

@ Der_Jürgen Wobei man noch erwähnen könnte, dass die nationalistische Variante kürzlich einen Teil der in Israel lebenden, ungebetenen Gäste von südlich der Sahara nach Deutschland abschieben wollte und davon nur abgewichen ist, weil für die ultranationalistische Variante bei diesem Vorgehen immer noch zuviele der "Infiltratoren" (wie "Flüchtlinge" dort genannt werden), im Land geblieben wären. Mit Drittopfern zu wuchern ist gerade auch in besagtem Fall völlig unnötig. Denn erstens ist es ihnen seit über 2000 Jahren gelungen als Minderheit zu überleben und zweitens verfügen sie seit fast genauso langer Zeit, wie die Deutschen die Bundesrepublik haben, über einen Staat, der sich vehement für ihre eigenen Interessen einsetzt. Die Deutschen werden ohne einen solchen Staat einfach untergehen.

Benno
25. April 2018 20:39

@ML Die Spartenszene könnte als Kanarienvogel im Schacht dienen. Einreisesperren wie gegen Sellner sind dort vor längerer Zeit auch schon verhängt worden, wie ich der Tagespresse entnehmen konnte. Es handelte sich dabei glaub ich um eine Gruppe aus dem Umfeld von Casa Pound. Wobei das jetzt vielleicht nicht das beste Beispiel ist. Casa Pound marginalisiert sich ja nicht selbst, wie das bei der deutschen Glatzenszene der Fall ist. Zum Glück gibt es ja mittlerweile Gruppen wie die Identitären, so dass man als Jugendlicher vorwärtsgewandte Alternativen hat, wenn man unter Bluthochdruck leidet.

RMH
25. April 2018 21:05

Nachdem von den linken Leitmedien, wie SPON & Co., immer wieder die Bedeutung des sog. "Rechtsrocks" als Mobilisierungs- und Szenebindendes Mittel für die mitteldeutschen Jugendlichen beschrieben wird, auch im Zusammenhang mit dem sog. "NSU", würde mich eine kritische, kleine Bestandsaufnahme des R.A.C. und seinen Epigonen von einem der Sezessions-Autoren (oder aus diesem Umfeld) durchaus interessieren. Wenn man durch YouTube mäandert, findet man durchaus interessantes, kann es aber schlecht einordnen.

PS: Wenn ich mich richtig erinnere, gab es da doch schon mal irgendwo nen Artikel in der Sezession, oder? Finde nur gerade nichts ...

Benno
25. April 2018 21:29

@RMH Das wäre doch mal was. Denn unter dem ganzen Müll der dort kursiert, gibt es durchaus auch Diamanten. Aber ich denke, ML spricht wohl eher vom ganzen Umfeld, das an solchen Gruppen dranhängt. Gibt es eigentlich auch Musik aus den Reihen der Identitären?

RMH
25. April 2018 21:51

@Benno:
https://www.youtube.com/watch?v=NyoSk48QLto

und dann mal weiter folgen ...

Turmherzog
25. April 2018 21:52

Zitat Lichtmesz:
"Ich sehe in dieser Szene einen jungen Mann, der nach einem Glauben, nach männlicher Ehre, nach einer Mission, nach Vätern, nach Brüdern, nach einem Volk gesucht hat, all dies jedoch unter den Menschen seines eigenen Stammes und in einem Land namens Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch Merkel, Campino, Maas und Böhmermann, nicht finden konnte."

Interessant hierzu ein Gesprächsauszug von Kollegah in Minute 20:05-23-20, in dem er für Patriotismus und ein deutsches Zusammengehörigkeitsgefühl plädiert, um bspw. dem deutschenfeindlichen Mobbing an Schulen etwas entgegenzusetzen, und gleichzeitig in ein Wir-sind-alle-Menschen-Gequatsche zurückzufällt: https://www.youtube.com/watch?v=I0HvDx5qMI8 .
Klarer Fall von bundesmultikulturalistisch gepolter Identitätsstörung.

ML: Finde ich nicht so schlimm. Toller Fund, und noch ein Pluspunkt für Kollegah.

Gurbanguly
25. April 2018 22:00

@Benno: die Essenz meines Beitrages war mitnichten, dass man sich auf das Beklagen jüdischer Opfer versteifen sollte. Ja, das wäre armselig.
Ich bin sogar sehr dafür weiter für die toten Deutschen auf die Straße zu gehen. In den Kategorien Können und Sollen sind die Möglichkeiten grenzenlos.
Nur wird bei dem Thema das Narrativ keinerlei Schaden nehmen. Da kannst Du dagegen anrennen wie Du willst, mit so vielen Leuten wie du willst, dort ist keine Verwerfung vorhanden, kein logischer Widerspruch in der Deutschen Staatsräson. Es wird dort nichts knarren und nichts ächzen.
An anderer Stelle aber sehr wohl.

Waldgaenger aus Schwaben
26. April 2018 18:27

Ausschwitz wird in großen Teilen der Bevölkerung als negativer Gründungsmythos der Bundesrepublik, als Bestandteil unserer Identität, wahrgenommen.
Quelle z.B. hier
http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-40128214.html (aus dem Jahre 2005)

"Doch erst Mitte der achtziger Jahre erreichte Auschwitz den Status eines negativen Gründungsmythos der Bundesrepublik, wurde Bestandteil unserer Identität, wie Bundespräsident Köhler zu Jahresbeginn in Israel bekräftigte."

Der unsäglich Text der Rapper ist kein singuläres Ereignis sondern steht in einer Reihe ähnlicher Vorkommnisse speziell seit der Grenzöffnung 2015.
("Hamas, Hamas - Juden in's Gas" - Rufe, Angriffe auf Kippa-Träger, Mobbing jüdischer Kinder in der Schule)

Bis vor Kurzem bestand eine friedliche Koexistenz zwischen moslemischem Antisemitismus und dem Gründungsmythos Ausschwitz. Solange der moslemische Antisemitismus noch irgendwie als Antizionismus oder Israelkritik durchgehen konnte, drückten die BRD-Eliten alle Augen zu.
Henryk M. Broder hat diese Heuchelei schon im Jahre 2006 heftig kritisiert (Quelle http://henryk-broder.com/hmb.php/blog/article/1743)

"Nun haben tote Juden nicht erst seit gestern in Deutschland Konjunktur, die Deutschen lieben tote Juden, je toter sie sind, umso mehr mehr werden sie geliebt: am 27. Januar, am 9. November und auch mal zwischendurch bei der Woche der Brüderlichkeit. Mit den lebenden Juden ist es eine andere Sache, die werden ermahnt, nicht zu unfairen Mitteln zu greifen und sich nicht allzu heftig zu wehren, wenn sie angegriffen werden."

In seinem Buch "Vergesst Ausschwitz!" spitzt er weiter zu:

"Nur ein toter Jude ist ein guter Jude."

Doch solche Zwischenrufe störten nicht weiter. Man ließ die moslemischem Antisemiten gewähren, solange sie nur nicht am Mythos Auschwitz kratzen.
Dieser Kompromiss wird nun seitens der moslemischen Unterschicht aufgekündigt. Diese hat weniger zu verlieren und verfügt über eine archaischen Machtinstinkt.
Die besser integrierten Moslems schweigen natürlich noch und halten mit ihren antisemitischen Überzeugungen, so sie welche haben, noch hinter dem Berg, und warten ab, wie die BRD-Eliten reagieren.
Gelingt es die moslemischen antisemitischen Ausfälle zu unterbinden, oder werden sie irgendwann mal hingenommen wie der Drogenhandel in Berliner Parks? Oder werden die BRD-Eliten gar auf Distanz zu Israel gehen um den moslemischen Anteil der Bevölkerung zu beschwichtigen und um dort Wählerstimmen zu gewinnen?
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass heute die Linke einer Bundestagsresolution bezüglich des Existenzrechts Israels, nicht zugestimmt hat.

Der Grund, warum nun der Kompromiss gekündigt wird ist, dass der politische Islam in Kombination mit dem archaischen Machtwillen der Unterschicht, sich nun stark genug fühlt, mehr zu fordern als nur Duldung und Mitreden.
Sie greifen frontal an, dort wo der heftigste Widerstand zu erwarten ist. Brechen sie da durch, gibt es keine geschlossen Widerstandsfront mehr in der BRD, nur noch lokalen Widerstand dort wo der moslemische Bevölkerungsanteil noch unter etwa 30% liegt.

Für die deutsche Rechte tut sich hier ein Dilemma auf. Sie kann kaum den Mythos Auschwitz (im Sinne Sieferles zu verstehen!) verteidigen. Noch weniger kann sich sie dem politischen Islam als Hilfstruppe andienen, in dem sie die islamische Kultur preist und in die islamische Israelkritik einstimmt, in der Hoffnung, dass der Islam in Deutschland erreicht, woran sie seit Jahrzehnten scheitert. Der Lohn für Verräter im Lager der besiegten Feinde war stets im besten Falle die privilegierte Knechtschaft.

Doch dieses Dilemma ist die große Chance der deutschen Rechten.
Sie kann eine mittlere, rationale Position vertreten, in dem sie Ausschwitz, den Holocaust, historisiert.
Etwa so:

1) Israel als Teil der abendländischen Kultur, als Vorposten des Westens im Nahen Osten braucht unsere besondere Unterstützung.
2) Die hier lebenden Juden müssen natürlich geschützt werden.
3) Ausschwitz, der Holocaust waren schreckliche Verbrechen, keine Zweifel. Aber unsere aktuelle Politik, z.B. in der Einwanderungsfrage dürfen wir nicht danach ausrichten.
4) Selbstverständlich dürfen wir auf unsere Kultur stolz sein und unsere Identität verteidigen.

Damit kann die deutsche Rechte in die bürgerliche Mitte der Gesellschaft vorstoßen.
Jetzt!

Andreas Walter
26. April 2018 20:59

Und danke auch für die Studie über Bindung, Martin L.

Ist zwar auch Tantrikern davon bereits vieles bekannt, doch es ist immer wertvoll, es noch mal aus der klassisch westlich wissenschaftlichen Sichtweise zu "sehen", zu lesen zu bekommen.

Zum Dank dafür etwas auch ganz aktuelles zurück über Gruppendenken am Beispiel der "Weltklimaerwärmung":

https://www.thegwpf.org/content/uploads/2018/02/Groupthink.pdf

Lässt sich nämlich auch auf andere Bereiche übertragen, die der Welt vorgespiegelt werden. Kognitive Dissonanz hat ja immer eine Ursache, die entsteht nie einfach so aus dem Nichts. Muss daher auch gerade sehr viel lachen, bei aller auch verständlicher und begründeter Trauer. Toller Artikel darum und mir ging es auch erst so wie Max Piccolomini, oh je, so lang, und dann liest es sich leicht wie ein Detektivroman.

Der_Juergen
26. April 2018 21:16

@Waldgänger aus Schwaben

Wie Sie auf die Vorstellung kommen, Israel "als Vorposten des Westens im Nahen Osten" brauche unsere besondere Unterstützung, ist mir absolut unerfindlich. Was ist das für ein "Westen", dessen Vorposten Israel sein soll? Richtig, die imperialistische Monstermacht USA, die Deutschland seit über sieben Jahrzehnten besetzt hält. Ein Vorposten gegen wen? Gegen den islamischen Terrorismus? Ach wo, mit dem IS und anderen sunnitischen Extremisten und Terroristen arrangiert sich Israel ja prächtig; die reaktionären Golfmonarchien sind de facto längst seine Verbündeten.

Und ein Staat, der je nach Schätzung 150 bis 400 Atombomben besitzt, kann auf die Unterstützung der BRD mit ihrer zur Lachnummer heruntergewirtschafteten Bundeswehr prima verzichten.

Sehen Sie denn nicht, wie würdelos Ihre Argumentation ist? Dergleichen erwartet man in der Bildzeitung oder der "Zeit", nicht aber auf einem seriösen patriotischen Forum.

Die von Ihnen gewünschte "Historisierung" von Auschwitz wäre mir sehr recht, nur bedarf es dazu zunächst einmal einer Wiederherstellung der Forschungsfreiheit zu diesem Thema.

Curt Sachs
26. April 2018 21:24

Danke, Herr Lichtmeß, für diesen sehr überlegten Beitrag.

Benno
26. April 2018 21:30

Mir scheint, hier überschätzen einige Leute die jüdische Angst vor einem islamischen Antisemitismus. Immerhin hat dieser Hass, der schon viel älter ist als der Staat Israel, wie Siegfried Gerlich uns in seiner Artikelreihe erzählte, die Zionisten nicht daran gehindert, ihren Staat in einem Meer von Mohammedanern zu errichten. Aus mythologischer und abstammungsgeschichtlicher Warte machte es ja durchaus Sinn, die Staatsgründung in der Levante zu vollziehen, aus sicherheitspolitischer Perspektive allerdings weniger.
Im Judentum gibt es sowohl religiöse als auch ideologische Strömungen, welche ein multikuturelles Europa (auch islamisch geprägt) durchaus begrüssen. Ein Beispiel für letzteres ist der Journalist Ari Paul, der unter anderem für den linken The Guardian schreibt. Im Zuge des Brexits meinte er:
„Europas Juden sind ein stolzer Teil des Gewebes des westlichen Pluralismus und Liberalismus. Nicht nur sollten sie es ablehnen politische Werkzeuge für die extreme Rechte zu sein, sie sollten auch gegen jede Agenda sein, welche versucht die Uhr bezüglich des Multikulturalismus zurückzudrehen…“
Bei solchen Leuten wird es natürlich schwierig, sie von den Vorzügen einer nationalkonservativen Politik zu überzeugen. Broder stösst in mMn in ein ähnliches Horn. Im Gegensatz zu ihm, würde ich als überzeugter Europäer und Demokrat, lieber das demokratische als das weisse Europa aufgeben. Eine bestimmte Staatsform kann man immer wieder errichten, ein verschwundener Zweig der Menschheit bleibt verschwunden.

@Waldgänger Ich sehe die rationale mittlere Position nicht.
1) Im Gegensatz zur LINKEN anerkenne ich durchaus das Existenzrecht Israels. Allerdings sehe ich nicht, warum dieser Staat ein Vorposten des Westens sein soll. Erstens ist er ein Akteur der zu den politischen Verwerfungen in der Region beiträgt, welche wiederum hier unerwünschte Menschenmassen in Bewegung setzen lassen. Zweitens sollte ein Vorposten auch das Selbstverständnis eines Vorpostens haben. Israel wurde aber als ein Staat für ein staatenloses Volk aus dem Nahen Osten gegründet und nicht als europäische Kolonie, welche nach Europa wandernde Völkermassen schon vor dem Mittelmeer aufhalten soll, oder den historischen Expansionsdrang des Islam vor Ort binden sollte.
2) Dieser Punkt ist derart "natürlich", dass er gar keiner Erwähnung bedarf. Juden sollen durch deutsches Recht, bspw. in ihrer körperlichen Integrität, genauso geschützt werden wie alle anderen Menschen in diesem Land, sei es ein christlicher Bauer, ein chinesischer Geschäftsmann oder ein russischer Tourist.
3) Dieser Punkt kann natürlich die Idee untergraben, die hier eingebracht wurde, die Einwanderung u.a. mit dem Hinweis auf antisemitische Einstellungen der Einwanderer einzudämmen. Etwa so: "Der Holocaust war ein schreckliches Verbrechen, aber wir können schutzbedürftigen Menschen nicht die Einreise verwehren, weil sie Juden gegenüber kritisch eingestellt sind."
4) Selbstverständlich

Sie sehen das schon richtig, Waldgänger, wenn sie sagen, wir könnten weder den Auschwitz-Mythos im sieferleschen Sinne verteidigen, noch uns dem politischen Islam als Hilfstruppe andienen. Deshalb können wir uns in diesem Fall zurücklehnen und zusehen, wie sich die herrschende Elite in ihrem Netz von Widersprüchen verfängt.

Andreas Walter
27. April 2018 03:45

https://www.focus.de/kultur/musik/umbenennung-in-german-music-award-chef-des-echo-aeussert-sich-so-soll-der-musikpreis-erneuert-werden_id_8836621.html

And the winner is?

Die Künstler? No.

Die Muse? No.

Die Freiheit? No.

Das deutsche Volk? No.

Die Demokratie? No.

Die Wahrheit? No.

Fragt sich also, wer hier der Autoritäre Charakter ist.

Denn dass die VSA nur der Proxy, ein Proxy sind, auch daran habe ich keinen Zweifel.

(...)

Fritz
27. April 2018 07:20

Ich könnte mir durchaus vorstellen, in Israel zu leben, auch als Christ oder Atheist, ich denke man würde da keine Probleme haben. Anders in jedem beliebeigen islamischen Land.

Für mich keine Frage das Israel meiienweit vorzuziehen ist.

Valjean72
27. April 2018 09:36

@Benno: „Broder stösst in mMn in ein ähnliches Horn. Im Gegensatz zu ihm, würde ich als überzeugter Europäer und Demokrat, lieber das demokratische als das weisse Europa aufgeben.“
---
Tja der Broder ein überzeugter Demokrat, „scharfer“ Islamkritiker, dennoch Multikulti-Apologet, würde nach eigener Aussage gerne das weiße Europa aufgegeben.

Gleichwohl wird er von vielen Konservativen ob seiner Islamkritik hochgeschätzt.

[„Allerdings sehe ich nicht, warum dieser Staat ein Vorposten des Westens sein soll. Erstens ist er ein Akteur der zu den politischen Verwerfungen in der Region beiträgt, welche wiederum hier unerwünschte Menschenmassen in Bewegung setzen lassen.“]

Die WELT berichtete im Januar und im März 2016, dass die israelische Hilfsorganisation IsraAID einen Ableger in Deutschland gegründet hat (IsraAID Germany), um syrische Flüchtlinge zu betreuen, zu versorgen und nach Deutschland zu verbringen. Ja richtig, nach Deutschland und nicht ins nahe gelegene Israel.

[„wir könnten weder den Auschwitz-Mythos im sieferleschen Sinne verteidigen, noch uns dem politischen Islam als Hilfstruppe andienen.“]

Weshalb sollte letzteres überhaupt zur Debatte stehen?
Weder dem politischen Islam noch dem politischen Judentum, dem Zionismus, gilt es meiner Auffassung nach sich anzudienen.

Wobei es meiner Ansicht nach klar auf der Hand liegt, welche von beiden religiös-politischen Strukturen deutlich mehr Einfluss auf die die bundesdeutsche Medien- und Politlandschaft hat.

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article129001377/Ich-bin-ein-nichtjuedischer-Zionist.html

Andreas Walter
27. April 2018 09:52

"Echo unterhielt im Auftrag Zeus’ dessen Gattin Hera mit dem Erzählen von Geschichten, damit Zeus Zeit für amouröse Abenteuer hatte. Als Hera dieses Komplott entdeckte, beraubte sie Echo zur Strafe der Sprache und ließ ihr lediglich die Fähigkeit, die letzten an sie gerichteten Worte zu wiederholen."

"Insasse, Insasse."

Zumindest aber können die Deutschen dann eines Tages davon berichten, wessen Untertanen ihr Volk schon alles war. Feudalherren und Monarchen zu Beginn ihrer Unterwerfung und am Ende dann der Islam. Wobei auch die Germanen so etwas wie Sklaven gehabt haben sollen, habe ich mal gelesen.

Der Wert von Sklaven liegt in ihrer Arbeitskraft aber auch dem Vergnügen, das sie einem bereiten können. Die höchste Form der Versklavung ist die, die der Sklave nicht bemerkt.

Arbeitssklaven sind heutzutage unglaublich billig zu haben, wenn man sich in Bangladesch umsieht, talentierte Vergnügungssklaven dagegen sind immer noch recht teuer. Dieser Missstand lässt sich aber nur durch Genforschung beseitigen, durch Klonen und gezielte Ausbildung.

Auch ist zu klären, was unterm Strich billiger kommt zur Erledigung von Arbeit. Menschen, oder Maschinen, Roboter, Computer und Künstliche Intelligenz. Das hängt allerdings auch von der Komplexität der Aufgabe ab, die zu erledigen ist. Das lohnt sich nur bei teuren Kampfflugzeugen, eventuell noch bei der Marine und Submarine oder eben bei einfachen Aufgaben oder solchen, die stupide in Serie erledigt werden müssen.

Der Islam darum als Schutzmacht? Jeder macht dabei das, was er am besten kann? Im Dienen haben wir ja Erfahrung. Ich sehe schon die Schlagzeile im Economist:

Germany's new muslim army. A threat to the free world?

Oder: Europas neue Armee. Jung, brutal, gutaussehend.

JBG X

Urwinkel
27. April 2018 15:37

Jawoll, Andreas: Gutaussehend mit Mitte 40. Das Ergebnis muß man optisch überzeugend ausstrahlen können, ohne zum Modeaffen zu verkommen. Ein Campino, ein J. Delay, oder auch U. Lindenberg gehört zermastert. Rock-und Rapidiotie gab es erst gestern. Heiß und frisch noch aus der freien Mediathek. Rapper? Haben die was gesagt? Interressiert mich nicht weiter.

Tronjer
28. April 2018 02:58

Wenns schon um Hip Hop geht, hier mal was das den meisten Sezession Lesern Zusagen dürfte.
https://m.youtube.com/watch?v=tJwzb4qljQM
Schon paar Jahre alt aber rein intellektuell wohl mit das beste...

ullrich
29. April 2018 14:42

Danke für den guten Artikel.

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