Ist Deutschland zu weiß? (2)

Die Brüchigkeit des arbiträren gemeinsamen "Wir" der Gesamtheit der deutschen Paßbesitzer wurde diesen Sommer besonders deutlich sichtbar:

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Die Debat­te um die Natio­nal­mann­schafts­spie­ler Mesut Özil und Ilkay Gün­do­gan, die sich freu­de­strah­lend mit dem tür­ki­schen Prä­si­den­ten Erdoğan foto­gra­fie­ren lie­ßen, ent­stell­te das “Wir” zur Kennt­lich­keit. Dabei wur­de – nicht zum ers­ten Mal – deut­lich, daß Özils Iden­ti­täts­schwer­punkt offen­bar kei­nes­wegs in Deutsch­land liegt. Das ist an sich kein Ver­bre­chen, aber pro­ble­ma­tisch für einen Men­schen, der als Fuß­ball­spie­ler Deutsch­land reprä­sen­tie­ren und als Mus­ter­bei­spiel für gelun­ge­ne “Inte­gra­ti­on” her­hal­ten soll (was schon vor acht Jah­ren wenig über­zeu­gend war).

Der Fall Özil und die davon inspi­rier­te #MeT­wo-Kam­pa­gne zei­gen deut­lich, daß die­se Aneignungs‑, Aus­höh­lungs- und Umdeu­tungs­ver­su­che des “Deutsch­seins” geschei­tert oder zumin­dest an eine Gren­ze gekom­men sind; daß das von der poli­tisch-media­len Klas­se viel­be­schwo­re­ne post­na­tio­nal-mul­ti­kul­tu­rel­le “Wir” eine Illu­si­on ist und wohl auch immer schon war. Die Fas­sa­de fällt ab, und die “Ent­frem­dung” wird sicht­bar – oder viel­mehr die nie­mals über­wun­de­ne, nur über­tünch­te Fremd­heit und Andersheit.

Alex­an­der Wendt bemerk­te übri­gens, daß das Gejam­mer vor­wie­gend aus mus­li­mi­schen Ecken kam:

Ins­ge­samt fällt bei #MeT­wo ein gra­vie­ren­der Man­gel an Ein­wan­de­rern aus Ost­asi­en auf, die über Dis­kri­mi­nie­rung kla­gen. (…) In der Debat­te um Migra­ti­on, neue Deut­sche und Dis­kri­mi­nie­rung kom­men asia­ti­sche Ein­wan­de­rer prak­tisch nicht vor, weder in den eta­blier­ten Medi­en, sie­he oben, noch in der Poli­tik. Man ahnt, warum.

Ende Juli ver­öf­fent­lich­te der in Köln gebo­re­ne kur­disch-tür­ki­sche Rap­per Eko Fresh (Ekrem Bora) ein Rap-Video mit dem Titel “Aber”, das sich im Gegen­satz zu der echo­kam­mer­ar­ti­gen #MeT­wo-Kam­pa­gne wenigs­tens bemüht, auch die “ande­re” Sei­te zu ver­ste­hen und zu Wort kom­men zu las­sen. Dar­in hau­en sich ein jun­ger Deut­scher und ein jun­ger, isla­mis­tisch-natio­na­lis­ti­scher Tür­ke (bei­de von Schau­spie­lern dar­ge­stellt und gerapt von Eko Fresh), wech­sel­sei­tig die übli­chen kana­kisch-kar­tof­fe­li­gen Vor­wür­fe um die Ohren. Der Deut­sche, ein AfD-Pro­test­wäh­ler, been­det sei­nen Diss mit den Wor­ten “Ich bin kein Ras­sist, aber…”, der Tür­ke mit “Ich lie­be Deutsch­land, aber…”

Eko Fresh insze­niert sich in einem drit­ten Teil als Ver­mitt­ler, der buch­stäb­lich “zwi­schen den Stüh­len sitzt”, und bei­de Sei­ten auf­ruft, “sich gegen­sei­tig mit Respekt zu begeg­nen – unab­hän­gig von Her­kunft und poli­ti­scher Gesin­nung”, wie der Köl­ner Stadt­an­zei­ger formulierte.

Ich sit­ze schon mein gan­zes Leben zwi­schen die­sen fuck­ing Stüh­len, und gra­de als ich dach­te, es wäre alles abge­kühlt. Ich dach­te: Bru­der­schaft, doch es war zu früh, ich bin Deutsch-Tür­ke, kei­ner weiß, was ich fühle.

Fresh-Bora reprä­sen­tiert aller­dings ledig­lich eine etwas libe­ra­le­re Vari­an­te des “deutsch­tür­ki­schen” Parts, ist außer­dem stram­mer AfD-Has­ser. Es gibt hier also kein wirk­li­ches Gleich­ge­wicht zwi­schen den Par­tei­en, auch wenn der AfD-Anhän­ger ziem­lich fair und akku­rat dar­ge­stellt wur­de. Daß sei­nem Stand­punkt eine rela­ti­ve Berech­ti­gung ein­ge­räumt wird, dient weni­ger dazu, fun­da­men­ta­le Kri­tik an der Mul­ti­kul­tu­ra­li­sie­rung zuzu­las­sen, als sie zu “mana­gen”, letzt­lich ihren Ablauf rei­bungs­lo­ser zu gestal­ten. (Eine sehr ähn­li­che Stoß­rich­tung ver­folg­te das Video “Inte­gra­ti­on” von Al-Gear aus dem Jahr 2012.)

Wie wenig ehr­lich Bora es mit sei­nem “Dia­log­an­ge­bot” meint, zeigt sei­ne Reak­ti­on auf die posi­ti­ve Rezep­ti­on sei­nes Vide­os durch AfD-Anhän­ger: Es sei ganz “unfass­bar!!!”, schrieb er auf Face­book, daß Sym­pa­thi­san­ten der AFD sei­nen Song für “Eigen­wer­bung” nüt­zen wür­den. Ist das wirk­lich über­ra­schend? No na ned, wie man in Wien sagen würde!

Der Kom­men­tar des Stern ent­behrt des­halb nicht einer gewis­sen Komik:

Mit sei­nem neu­en Song “Aber” hat Eko Fresh mit­ten ins Schwar­ze getrof­fen. Über drei­ein­halb Mil­lio­nen Men­schen haben sich bereits ange­hört, was der Rap­per zu den The­men Inte­gra­ti­on, Mesut Özil, Erdo­gan und Rechts­ruck in Deutsch­land zu sagen hat. (…)

Mit kla­ren, teil­wei­se sehr har­ten, Aus­sa­gen, scheint er vor allem eins sagen zu wol­len: Wir müs­sen mit­ein­an­der reden.
Doch nun wol­len eini­ge Men­schen den Song aus dem Zusam­men­hang rei­ßen und für ihre eige­nen Zwe­cke nutzen.

Aus­ge­rech­net AfD-Anhän­ger haben sich die ers­te Stro­phe des Songs, also die aus der Sicht eines AfD-Wäh­lers, geschnappt und sie vom Rest getrennt. Und als brau­nes Sah­ne­häub­chen haben sie noch ein Logo der Par­tei ans Ende gehängt. Die­ses Video wird nun offen­bar unter Anhän­gern der rechts­po­pu­lis­ti­schen Par­tei geteilt.

So ernst meint man es offen­bar doch nicht mit dem “Mit­ein­an­der-reden-müs­sen”. Wie immer, wird der Schwanz ein­ge­zo­gen, sobald es ernst wird. AfD-Posi­tio­nen dür­fen nur durch einen pas­sen­den Fil­ter in die Debat­te ein­flie­ßen. Wer den vor­ge­ge­be­nen Rah­men sprengt, und ein eige­nes “Framing” auf­macht, “reißt” die Argu­men­te “aus dem Zusammenhang”.

Es ist jeden­falls bezeich­nend, daß Eko Fresh sei­nen Song direkt nach dem mil­lio­nen­fach abge­ru­fe­nen Video “I’m not Racist” von Joy­ner Lucas model­liert hat, in dem sich ein wei­ßer, pro­le­ta­ri­scher Trump-Anhän­ger und ein Ghet­to­schwar­zer eben­falls unver­blümt die Mei­nung gei­gen. Im Gegen­satz zu “Aber” mün­det es in eine reich­lich unglaub­wür­di­ge Ver­söh­nungs­sze­ne. Die Ana­lo­gie ist jeden­falls klar: Die Kon­flik­te zwi­schen Deut­schen und (vor allem mus­li­mi­schen) Ein­wan­de­rern wer­den par­al­lel zu den Ras­sen­kon­flik­ten in den USA gesetzt.

 

Dazu paßt auch die selt­sa­me Wort­mel­dung von Aiman Mazyek via Twit­ter, er sei “als Mus­lim per se ein Schwarzer”.

WELT: Wie kom­men Sie nun dar­auf, dass Sie „als Mus­lim per se ein Schwar­zer“ sei­en? Sie sehen eher weiß aus.

Mazyek: Mir ging es dar­um, zu sagen, dass der aus­tra­li­sche Sena­tor ja zwi­schen erwünsch­ter wei­ßer und uner­wünsch­ter mus­li­mi­scher Ein­wan­de­rung unter­schei­det. Nun ist zwar de fac­to ein gro­ßer Teil der Mus­li­me sel­ber weiß. Aller­dings macht der Sena­tor sie mit sei­ner Aus­sa­ge qua­si zu Nicht­wei­ßen, für ihn ist ein Mus­lim also gleich nicht weiß. Und in die­sem Kon­text soli­da­ri­sie­re ich mich dann gern mit Dun­kel­häu­ti­gen bezie­hungs­wei­se Schwar­zen, wie ich schrieb. Hier­mit bin ich also ein Schwar­zer und zudem soli­da­risch mit den aus­tra­li­schen Ureinwohnern.

Dies hat­te der besag­te Sena­tor Fra­ser Anning wört­lich gesagt:

„Als eine Nati­on sind wir berech­tigt, dar­auf zu bestehen, dass die­je­ni­gen, die hier­her kom­men dür­fen, über­wie­gend die his­to­ri­sche euro­pä­isch-christ­li­che Zusam­men­set­zung der aus­tra­li­schen Gesell­schaft wider­spie­geln…” (…)  „Die­je­ni­gen, die hier­her kom­men wol­len, müs­sen sich anpas­sen und inte­grie­ren“, for­der­te der Sena­tor. „Eth­no­kul­tu­rel­le Viel­falt“ habe vie­ler­orts bereits „gefähr­li­che Aus­ma­ße“ erreicht. Mus­li­me hät­ten „durch­ge­hend gezeigt, dass sie die­je­ni­gen sind, die sich am wenigs­ten anpas­sen und inte­grie­ren können“.

Obwohl Anning zumin­dest impli­zit für ein “wei­ßes”, euro­pä­isch gepräg­tes Aus­tra­li­en plä­dier­te, kei­ne Sil­be davon, daß Mus­li­me des­we­gen nicht nach Aus­tra­li­en ein­wan­dern sol­len, weil sie nicht “weiß” sind. Dafür nann­te er eine Men­ge ande­re Gründe:

Der Ein­fluß der Reli­gi­on lähmt die sozia­le Ent­wick­lung derer, die ihr anhän­gen. Es gibt kei­ne Kraft auf der Welt, die stär­ker ruck­wärts­ge­wandt ist. (…) Die Bilanz der Mus­li­me, was Ver­bre­chens­ra­ten, Abhän­gig­keit vom Wohl­fahrts­staat und Ter­ro­ris­mus angeht ist, ist die schlech­tes­te unter allen Migran­ten und über­trifft jene aller ande­ren Ein­wan­de­rer­grup­pen bei weitem.

Doch zurück nach Deutschland.

Die deutsch-ira­ni­sche “Migra­ti­ons­ex­per­tin” Nai­ka Forou­tan erklär­te in einem Interview,

dass sie sogar schon über­legt hat­te, Deutsch­land den Rücken zu keh­ren – gemein­sam mit ihrem Ehe­mann und ihren drei Kin­dern. Der Grund sei eine „star­ke Ent­frem­dung“, die sie im Land spü­re: „Ich habe der­zeit nicht den Ein­druck, dass die­se Ent­frem­dung auf­zu­hal­ten ist. Deutsch­sein ist wie­der sehr viel stär­ker mit Her­kunft ver­bun­den, mit natio­na­lem Bekennt­nis, mit Weiß­sein“, so die Migrationsexpertin.

Das trifft sicher zu, aber die­se “Ent­frem­dung” ist nach Forou­tan etwas, das bös­wil­lig von außen gemacht und auf­ge­zwun­gen wird, und nicht die Erken­nung und Aner­ken­nung eines fak­ti­schen, wech­sel­sei­ti­gen Fremd­seins, wie es etwa in der  Özil-Gün­do­gan-Erdoğan-Pos­se sicht­bar wur­de. Der Punkt ist nicht, daß die bei­den einen “Dik­ta­tor” und “Demo­kra­tie­feind” geehrt haben, was ein gro­ßes No-Go für einen anstän­di­gen, grund­ge­setz­treu­en Deut­schen ist. Son­dern daß sie bekun­det haben, wo ihre wah­ren natio­na­len Loya­li­tä­ten und Iden­ti­fi­ka­tio­nen liegen.

Als jüngs­tes Bei­spiel nennt sie (Forou­tan) den Fuß­bal­ler Özil, der zusam­men mit dem tür­ki­schen Staats­prä­si­den­ten für ein Foto posier­te hat­te und dafür hef­ti­ge Kri­tik ern­te­te: „Ein Bild mit einem Auto­kra­ten, wäh­rend die WM bei einem Auto­kra­ten statt­fin­det, wird genutzt, um Özil das Deutsch­sein zu ent­zie­hen“, so Forou­tan in Anspie­lung auf die Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft, die in Russ­land statt­fand. Laut Forou­tan sähen vie­le Migran­ten dar­in die War­nung, „dass einem die Zuge­hö­rig­keit jeder­zeit ent­zo­gen wer­den kann, egal wel­che Ver­diens­te man hat und wel­che Leis­tun­gen man erbracht hat“.

Mit die­ser heuch­le­ri­schen Rhe­to­rik arbei­tet Forou­tan, eine beson­ders flei­ßi­ge und unge­nier­te Wühl­maus, schon seit Jah­ren. In mei­nem 2011 erschie­ne­nen Bänd­chen “Die Ver­tei­di­gung des Eige­nen” habe ich ihrem “sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen” Isla­mi­sie­rungs-Pro­jekt “HEYMAT” meh­re­re Sei­ten gewidmet.

Der Schrift­stel­ler Richard Wag­ner schrieb 2010 dazu auf der Ach­se des Guten:

Im Ernst: Was bezweckt ein sol­ches Pro­jekt? Inter­es­sant ist, dass es sich nicht auf alle Ein­wan­de­rer bezieht, son­dern nur auf die so genann­ten Mus­li­me. Es geht auch nicht mehr um Inte­gra­ti­on, son­dern es geht dar­um, Platz zu machen, für eine Ein­wan­de­rer­ge­sell­schaft inner­halb unse­rer völ­ker­recht­lich aner­kann­ten Gren­zen. Es geht um unser Ter­ri­to­ri­um, um den Ver­such der Landnahme.

Die Mus­li­me sind die ein­zi­ge Ein­wan­de­rer­grup­pe in Deutsch­land, die für sich Grup­pen­rech­te bean­sprucht. Ein moder­ner Staat hat aber kei­ne Grup­pen­rech­te zu ver­ge­ben, son­dern nur Indi­vi­du­al­rech­te, über den indi­vi­du­el­len Erwerb der Staats­an­ge­hö­rig­keit. Da es für eth­ni­sche Grup­pen aus­sichts­los ist, ein Grup­pen­recht zu bean­spru­chen, tritt man als reli­giö­se Grup­pe auf, als Mus­li­me. Damit kann man sich bei den For­de­run­gen auf die Reli­gi­ons­frei­heit beru­fen, und so für die Grup­pe ein Mit­spra­che­recht in allen denk­ba­ren Gre­mi­en, Aus­schüs­sen und sons­ti­gen Insti­tu­tio­nen für sich zu reklamieren.

Damit ist man nicht indi­vi­du­ell inte­griert, son­dern als Grup­pe den Ein­hei­mi­schen gleich­ge­stellt. Man wird also als Grup­pe nicht Teil einer ein­hei­mi­schen Mehr­heit, son­dern erwirbt einen ter­ri­to­ria­len Besitz­an­spruch. Geht man auf ein sol­ches Pro­jekt ein, soll­te man wis­sen, dass an sei­nem Ende die Auf­lö­sung der deut­schen Nati­on steht, der Ver­lust der Hei­mat (ohne Ypsi­lon) für den Ein­zel­nen, das Auf­ge­ben unse­res Ter­ri­to­ri­ums. Wir ris­kie­ren, was den Ser­ben pas­siert ist, indem sie den Koso­vo ver­lo­ren haben … In wel­chem Land der Welt wür­de ein Pro­jekt wie ›Hey­mat‹, mit dem erklär­ten Ziel der Selbst­auf­ga­be der Ein­hei­mi­schen, nicht nur gedul­det, son­dern auch noch öffent­lich geför­dert werden?

Dar­an hat sich seit­her nichts ver­än­dert und vie­les zugespitzt.

Im Jahr 2018 erscheint in der FAZ ein Arti­kel aus der Feder eines zwei­fels­oh­ne kern‑, erz- und urdeut­schen Sozio­lo­gen namens Ala­din El-Mafaa­la­ni, der  seit 2018 im nord­rhein-west­fä­li­schen Minis­te­ri­um für Kin­der, Fami­lie, Flücht­lin­ge und Inte­gra­ti­on in Düs­sel­dorf arbei­tet, also in einer bevöl­ke­rungs­po­li­ti­schen Insti­tu­ti­on. Sein Text ver­sucht, der Mul­ti­kul­tu­ra­li­sie­rungs­pro­pa­gan­da einen neu­en Twist zu geben. Er gibt zu, was nicht mehr zu leug­nen ist: Daß die Mul­ti­kul­tu­ra­li­sie­rung kei­nes­wegs ein har­mo­ni­sches, “viel­fäl­ti­ges” Regen­bo­gen­land her­vor­ge­bracht hat, son­dern Span­nun­gen, Spal­tun­gen, Agres­sio­nen, Riva­li­tä­ten und Konflikte.

Das ist frei­lich eine alt­be­kann­te Tat­sa­che. 2007 wies der ame­ri­ka­ni­sche Sozio­lo­ge Robert Put­nam in einer Stu­die die nega­ti­ven Fol­gen von “Diver­si­ty” für den sozia­len Zusam­men­halt einer Gesell­schaft nach (basie­rend auf Daten, die er in den neun­zi­ger Jah­ren gesam­melt hat). Und schon 1991 schrie­ben Dani­el Cohn-Ben­dit und Tho­mas Schmid (bei­de wohl­ge­merkt ent­schie­de­ne Anhän­ger des Multikulturalismus):

Die mul­ti­kul­tu­rel­le Gesell­schaft ist hart, schnell, grau­sam und wenig soli­da­risch, sie ist von beträcht­li­chen sozia­len Ungleich­ge­wich­ten geprägt und kennt Wan­de­rungs­ge­win­ner eben­so wie Moder­ni­sie­rungs­ver­lie­rer; sie hat die Ten­denz, in eine Viel­falt von Grup­pen und Gemein­schaf­ten aus­ein­an­der­zu­stre­ben und ihren Zusam­men­halt sowie die Ver­bind­lich­keit ihrer Wer­te einzubüßen.

Nun muß El-Mafaa­la­ni begrün­den, war­um es sich hier­bei aber den­noch um eine posi­ti­ve Ent­wick­lung han­delt. Dies ver­läuft ana­log zum The­ma “gro­ßer Aus­tausch”: Sobald er nicht mehr geleug­net wer­den kann, muß er affir­miert wer­den. Sobald evi­dent wird, daß die Deut­schen resp. “Wei­ßen” in ihrem eige­nen Hei­mat­land durch impor­tier­te Völ­ker ersetzt wer­den, muß die­ser Vor­gang gefei­ert und beschleu­nigt wer­den. Sobald evi­dent wird, daß Mul­ti­kul­ti Kon­flik­te her­vor­bringt, muß das “Span­nen­de” und Auf­re­gen­de an die­ser Ent­wick­lung pro­pa­giert werden.

Mal­te Leh­ming schrieb 2010:

Sie sind jung, mutig, mobil, hung­rig, risi­ko­be­reit, initia­tiv. Sol­che Men­schen braucht das Land. Natür­lich ist es nicht schön, wenn Jugend­li­che – ob mit tür­ki­schem oder liba­ne­si­schem Hin­ter­grund – in den Stra­ßen von Ber­lin Ban­den bil­den, Revie­re ver­tei­di­gen und mit Mes­sern han­tie­ren. Aber hin­ter der Kri­tik an ihrem Ver­hal­ten ver­birgt sich oft bloß der Neid derer, die Vita­li­tät als Bedro­hung emp­fin­den, weil sich die eige­ne Mobi­li­tät auf den Wech­sel vom Ein­fa­mi­li­en­rei­hen­haus in die Senio­ren­re­si­denz beschränkt. Lie­ber ein paar jun­ge, aus­län­di­sche Inten­siv­tä­ter als ein Heer von alten, inten­siv pas­si­ven Eingeborenen.

Hin­weg also mit der These,

… von der alle aus­ge­gan­gen sind und immer noch aus­ge­hen: Eine posi­ti­ve Ent­wick­lung wür­de dar­an erkannt, dass es ins­ge­samt har­mo­ni­scher zuge­he. Die kon­flikt­freie Gesell­schaft ist die­sem Ver­ständ­nis nach der Refe­renz­rah­men, an dem man die Erfol­ge der Inte­gra­ti­on und die Ent­wick­lung zu einer offe­nen Gesell­schaft ins­ge­samt erken­nen könne.

El-Mafaa­li­ni ver­sucht nun, das argu­men­ta­ti­ve Kunst­stück zu voll­brin­gen, daß ein “höhe­res Kon­flikt­po­ten­zi­al” Zei­chen für eine gelun­ge­ne “Inte­gra­ti­on” sei:

Gelun­ge­ne Inte­gra­ti­on erhöht des­halb das Kon­flikt­po­ten­ti­al, weil Inklu­si­on, Gleich­be­rech­ti­gung oder eine Ver­bes­se­rung der Teil­ha­be­chan­cen nicht zu einer Homo­ge­ni­sie­rung der Lebens­wei­sen, son­dern zu einer Hete­ro­ge­ni­sie­rung, nicht zu mehr Har­mo­nie und Kon­sens in der Gesell­schaft, son­dern zu mehr Dis­so­nanz und Neu­aus­hand­lun­gen führt. Zunächst sind es Kon­flik­te um sozia­le Posi­tio­nen und Res­sour­cen, im Zeit­ver­lauf wer­den sozia­le Pri­vi­le­gi­en und kul­tu­rel­le Domi­nanz­ver­hält­nis­se in Fra­ge gestellt und neu aus­ge­han­delt. Des­in­te­gra­ti­on geht ein­her mit sozia­len Pro­ble­men. Das dau­er­haf­te Aus­ge­schlos­sen­sein vom Tisch stei­gert die Wahr­schein­lich­keit für abwei­chen­des Ver­hal­ten, für Kri­mi­na­li­tät und Gewalt. Bei Inte­gra­ti­on han­delt es sich hin­ge­gen um grund­le­gen­de, die Gesell­schaft ver­än­dern­de Konflikte.

Durch­aus tref­fend schil­dert er die Dyna­mik, die man auch in den For­de­run­gen und der Rhe­to­rik der migran­ti­schen Eli­ten beob­ach­ten kann. Der Begriff “Inte­gra­ti­on” hat hier jeden ursprüng­li­chen Sinn ver­lo­ren. Er bedeu­tet hier nicht mehr Assi­mi­la­ti­on in die natio­na­le Kul­tur und das Gast­volk, son­dern deren Des­in­te­gra­ti­on (denn nichts ande­res bedeu­tet die­se “Ver­än­de­rung” der Gesell­schaft durch “Kon­flik­te”), Teil­ha­be am Wett­be­werb um Macht und Res­sour­cen aller Art:

Die ers­ten Nach­kom­men begin­nen, sich an den Tisch zu set­zen. In der zwei­ten Genera­ti­on gelingt Inte­gra­ti­on zuneh­mend. Die Migran­ten­kin­der spre­chen deutsch, haben nie in einer ande­ren Hei­mat als Deutsch­land gelebt und sehen sich schon als Teil des Gan­zen. Egal, wie wir Inte­gra­ti­on defi­nie­ren, hier fin­det sie statt. Und des­halb steigt das Kon­flikt­po­ten­ti­al. Denn mehr Men­schen sit­zen jetzt am Tisch, wol­len einen schö­nen Platz und wol­len ein Stück vom Kuchen. Es geht hier also um Teil­ha­be an Posi­tio­nen und Ressourcen.

In der drit­ten Genera­ti­on geht die Rei­se noch mal wei­ter. Die Enkel der Migran­ten möch­ten nicht mehr nur am Tisch sit­zen und ein Stück vom ser­vier­ten Kuchen bekom­men. Sie wol­len mit­be­stel­len. Sie wol­len mit­ent­schei­den, wel­cher Kuchen auf den Tisch kommt. Und sie wol­len die alten Tisch­re­geln, die sich ent­wi­ckelt und eta­bliert haben, bevor sie dabei waren, mit­ge­stal­ten. Das Kon­flikt­po­ten­ti­al stei­gert sich wei­ter, denn nun geht es um die Rezep­tur und die Ord­nung der offe­nen Tischgesellschaft.

Der “Kuchen” ist natür­lich nichts ande­res als die eth­no­kul­tu­rel­le Zusam­men­set­zung des “Gan­zen”, der “Hei­mat”, aber auch ihre Res­sour­cen, Grund­la­gen, Eigen­ar­ten, Sym­bo­le, Struk­tu­ren, Vor­zü­ge, Reich­tü­mer, die es zu kas­sie­ren und ein­zu­ver­lei­ben gilt. Der Kuchen soll durch neue Zuta­ten ein ande­rer wer­den und ande­ren Men­schen gehö­ren. Zuerst ist davon die Rede, den Kuchen zu tei­len, dann, einen ganz ande­ren Kuchen zu backen, weil der alte den neu­en Mehr­hei­ten nicht mehr schmeckt. Gleich­zei­tig wird beschwich­ti­gend behaup­tet, daß der Kuchen trotz­dem der­sel­be blei­ben wer­de, oder daß zumin­dest Tei­le des Rezep­tes nicht ange­tas­tet wür­den (wie etwa “unse­re Wer­te”, “die Demo­kra­tie” oder das “Grund­ge­setz”), was natür­lich völ­lig unglaub­wür­dig ist.

Wir haben es hier also mit nicht weni­ger als einem Kul­tur- und Ver­tei­lungs­kampf zu tun, der ent­lang eth­no­kul­tu­rel­ler und inzwi­schen auch expli­zit “ras­si­scher” Lini­en ver­läuft, aber auch eine Art Klas­sen­kampf­aspekt hat. Denn die genann­te “migran­ti­sche Eli­te” ist (momen­tan) nur eine Unter­ab­tei­lung einer poli­tisch-media­len Kas­te aus vor­wie­gend “Bio­deut­schen”, die die glei­chen Zie­le ver­fol­gen, wenn auch aus unter­schied­li­chen Grün­den, sei­en sie “eth­no­ma­so­chis­ti­scher”, “glo­ba­lis­ti­scher” oder links­uto­pi­scher Natur. So gese­hen ist etwa ein Kazim nur die “Peop­le of Color”- Vari­an­te eines Georg Diez (was sich auch im Habi­tus und in der Phy­sio­gno­mie niederschlägt).

Had­mut Danisch kom­men­tier­te den Text von El-Mafaa­la­ni so:

Es wird immer gesagt, dass wir ein Ein­wan­de­rungs­land sei­en, aber es wird nie gesagt, wie wir dazu gewor­den sein wol­len, son­dern immer nur, dass man es gegen die durch­setzt, die es nicht wol­len. Wer die sind, die es wol­len, wird nicht gesagt. Und dass es dar­über nie eine demo­kra­ti­sche Ent­schei­dung oder einen Kon­sens gab. Die Ent­schei­dung, dass wir ein Ein­wan­de­rungs­land sind, haben hier eigent­lich die Ein­wan­de­rer getrof­fen und nicht die, die das demo­kra­ti­sche Wahl­recht haben. Und damit ist es kei­ne Ein­wan­de­rung, denn es fehlt an der Zustim­mung von innen. Es ist eine Land­nah­me, ein Land­raub, ein Demokratieentzug.

Demo­gra­phie ist Schick­sal. Sobald eine bestimm­te Grup­pe die Mehr­heit in einem bestimm­ten Ter­ri­to­ri­um stellt, wird sie die­sem ihre Regeln und ihre Iden­ti­tät auf­zwin­gen. Die­je­ni­gen, die das nicht wol­len, haben ab einem bestimm­ten Punkt nur mehr die Wahl zu kämp­fen oder das Ter­ri­to­ri­um zu verlassen.

Ähn­li­che Pro­zes­se lau­fen in den USA und ande­ren Län­dern der west­li­chen Welt ab, wes­halb der Blick über den Atlan­tik wich­tig ist, um zu begrei­fen, was auch uns in naher Zukunft blüht. Sie­he dazu den ers­ten Teil die­ses Bei­trags und mei­ne neu­es Kapla­ken­bänd­chen Ras­sis­mus – Ein ame­ri­ka­ni­scher Alptraum.

Ringen um ein gemeinsames “Wir” mit einem deutschen Demokraten
Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (29)

Niedersachse

18. August 2018 00:54

Besonders drollig finde ich auch die Aussage bundesdeutscher Funktionseliten und journalistischer "Edelfedern", Özil sei von Erdogan für seine politische Agenda missbraucht und instrumentalisiert worden. Was für eine perfide Heuchelei und "Haltet den Dieb"- Mentalität. Gerade Özil - stellvertretend für alle anderen Migrationshintergründler in der DFB- Bevölkerungself - ist doch über einen Zeitraum von fast zehn Jahren von der bundesdeutschen Politprominenz und ihrer journalistischen Einpeitschern permanent für ihre sinistren politischen Ziele missbraucht worden. Leute wie Özil soll(t)en als Represäntanten des neuen multikulturellen Deutschlands dienen. Özil sei einer "von uns" hieß es landauf landab, der "Junge aus dem Ruhrpott mit türkischen Wurzeln". Genau so, wie es jeden Tag von den Kanzeln und Rednerpulten dieser bunten Republik gepredigt wird. Alle sind gleich, vor allem gleich deutsch, unabhängig davon wo die Wurzeln eines jeden Einzelnen liegen. Dass das selbstverständlich grundfalsch ist und eher der Wunschraum des politisch- medialen Etablishments, dürften auch über all die Jahre viele der handelnden Akteure geahnt haben. Özil und Gündogan haben diesen Gesellschaftsumbauern jedenfalls einen Bärendienst erwiesen, indem beide, also auch Gündogan, gezeigt haben, wem ihre Loyalität wirklich galt und immer noch gilt. Die peinlich inszenierte MeTwo-Debatte nach Özils Rücktritt soll der ganzen Geschichte nochmal einen Schub in die richtige, politisch gewünschte Richtung geben. Wie durchschaubar und verlogen! Gerade in einem Land, das in einem Grade überfremdet ist wie die BRD, in einem Land in dem Multikulti den Status einer Quasi- Religion erfüllt, beschweren sich Ausländer und Passdeutsche über den angeblichen Alltagsrassismus, der ihnen permanent entgegenschlagen zu scheint. Um eines abschließend klarzustellen: Schuld daran, das dieses Land mittlerweile einem "Shithole Country" gleicht, sind die, die jahrelang die Politik bestimmt haben und deren Wähler, das ist Fakt. Es geht mir nicht darum, Leute zu beschimpfen sondern einfach die Tatsachen zu benennen. Doch zurück zum Thema: Wenn sich in diesem Staat Ausländer und/ oder Deutsche mit veredeltem Hintergrund als Rassismusopfer inszenieren, ist das an Lächerlichkeit und Unverschämtheit nicht zu überbieten.

HomoFaber

18. August 2018 10:10

„Und dass es darüber nie eine demokratische Entscheidung oder einen Konsens gab.“

Da ist nur insofern etwas dran, als daß es nie eine Volksabstimmung ausschließlich über dieses Thema gab. Aber es ist insofern falsch, als daß die politischen Parteien, welche die Einwanderungspolitik betreiben, propagieren und verteidigen stets wiedergewählt werden. Zwei Jahre nach Beginn der Flüchtlingskrise bei der BTW mit 87,4% (76.16% Wahlbeteiligung), obwohl es eine vergleichsweise seriöse Alternative gab. Das ist sowohl eine demokratische Entscheidung als auch eine relativ breiter Konsens (2/3 der Wahlberechtigten haben für die Migrationsparteien gestimmt und ca ¼ für gar nichts): Geliefert wie bestellt ...
Eine schweigende Mehrheit könnte sich bei jedem Wahlgang anonym und schweigend bemerkbar machen. Tut sie aber nicht.

Carlos Verastegui

18. August 2018 10:32

Aladin El-Mafaalani verzerrt die "Theorien des sozialen Konflikts", für die z.B. Lewis A. Coser stellvertretend genannt sei. (Dahrendorf kann man auch nennen): Eine "offene", "liberale" Gesellschaft - Cosers Urbild: die USA - steht zu ihren Konflikten. Aber - dieses "Aber" muss gesagt werden -, Coser geht mit den älteren Konfliktsziologen davon aus, dass es Konflikte verschiedenen Typs gibt, also, es gibt "integrierende" Konflikte genauso wie auflösende Konflikte, und die Aufgabe des Soziologen ist festzustellen, ob der Konflikt erhaltend oder auflösend wirkt auf die Sozialstruktur. Dabei hängt es aber vor allem von den Werten des jeweiligen Soziologen ab, wie er zu der Sozialstruktur steht, ob er eine Teilreform, gar keine Reform oder gar einen totalen Umbau der Sozialstruktur befürwortet. Coser selbst geht von Simmels "Wechselwirkung" aus, er interessiert sich eher für den Vorgang, den PROZESS, als für die Struktur, was natürlich einleuchtend ist: Soziologen, die es eher mit der "Struktur" halten - Coser nennt Talcott Parsons - sind "konservativ" und sehen im Konflikt zumeist nur die auflösende Wirkung.

Bezüglich Deutschland: "Diversität", "Multikulturalismus" usw. verstärkt selbstredend das Konfliktpotential, die Frage ist, ob die so im "Prozess" verhaftete "offene Gesellschaft" sich auch "offen" und "liberal" zu erhalten vermag und ob nicht die konkreten menschlichen Kosten den abstrakten Gewinn an "Interaktion" überwiegen. (Man sieht, diese Sichweise folgt der liberal-kapitalistischen Ökonomik.

Der lange und komplizierte kurze und einfache Sinn - und Lichtmesz hat es auch längst fallen lassen -: Aladin El-Mafaalani ist ein unredlicher Sophist und Ideologe der sozialwissenschaftliches Blabla mit seinen eigenen, biographisch begründeten Werten verquickt, um anderen weiss zu machen, wie viel Gutes beim Kulturbruch herauskommt. Eine schöne Parallele zu den alten sozialdarwinistischen Ideologen-Soziologen. Der Beleg dafür beim o. zitierten Malte Lehming: "Sie sind jung, mutig, mobil, hungrig, risikobereit, initiativ. Solche Menschen braucht das Land".

John Haase

18. August 2018 11:05

An dem Geplärre über explizit weiße Männer kann man erkennen, daß die regimetragenden Kräfte der BRD ihr Gift mittlerweile vor allem vom demokratischen lunatic fringe der Amerikaner beziehen. Macht das in Amerika noch einen gewissen Sinn, weil sie nun einmal historisch gewachsene rassische Minderheiten haben, wirkt das in Deutschland nicht nur aggressiv (wie in Amerika), sondern zusätzlich noch historisch verblendet. Wer soll denn außer alten weißen Männern die Macht hier haben? Junge schwarze Frauen, oder was?

Im übrigen ist die Ausländerdebatte in Deutschland weder eine Debatte noch geht es um Ausländer, sondern es handelt sich eher um Moslemaufzwingung. Indem man Ausländer und Moslems rhetorisch einfach gleichsetzt, kann man den Moslems die positiven Eigenschaften mancher anderer Einwanderer mit zurechnen. Wenn also z.B. Vietnamesen gut in der Schule sind, Japaner kulinarische Vielfalt bringen und Finnen gute Arbeitnehmer abgeben, dann bringen DIE Ausländer (und hier gibt es im BRD-Sprech wirklich einmal DIE Ausländer) Bildung, Vielfalt und wirtschaftlichen Erfolg, wenn auch -leider leider- die Moslems aufgrund von patriarchalischen Strukturen in ihren Familien und gesellschaftlicher Diskriminierung etc in vielen Statistiken vorläufig noch am unteren Ende zu finden sind.

Entscheiden darf der Bimbesrepublikaner nur noch, warum er Moslems toll findet: wegen mehr Vielfalt (bringen sie nur nach dem Buchstaben, nicht aber dem Geiste des Wortes) oder wegen wirtschaftlicher Vorteile (har har) - keine muslimische Einwanderung ist für die BRDler etwas völlig Unmögliches und Absurdes. Oder um mal ein wenig die 90er zu channeln:

Dein Auto ist japanisch.
Deine Pizza italienisch.
Deine Sonnenbrille amerikanisch.
Dein Handy koreanisch.
Dein Kühlschrank chinesisch.
Deine Möbel schwedisch.

Und deine Nachbarn sind nur Millionen von analphabetischen und gewalttätigen Moslems und Negern?

ALD

18. August 2018 14:02

Man kann Özil doch im Grunde nur dankbar dafür sein, daß er, wenn auch unbewußt, die ganze Identitätsdebatte ein großes Stück voran getrieben hat, vor allem in Richtung einer Grundsätzlichen, auch begriffsmäßigen Klärung, die bald auch im Mainstream nicht mehr ausbleiben kann.

Den Eko's und anderen Sprechgesangskaspern aus der deutschsprachigen Rap-Szene, die meinen nun eine moralische Instanz darstellen zu müssen, nachdem ihre Karrieren auf nichts anderes als der programmatischen Zerstörung ethischer Grundsätze und moralischer und zivilisatorischer Errungenschaften durch die Schaffung einer Ästhetik des sprachlichen Hemmungslosigkeit aufgebaut wurde, möchte hier in adäquater form mit einem weiteren Link entgegnen: https://www.youtube.com/watch?v=EG7MTlsLzGs

ALD

18. August 2018 15:05

Verzeihung wegen den Schreibfehlern - vom semismarten mobiltelefon [email protected]: am arsch digga ;)

Sandstein

18. August 2018 15:09

Zum Inhalt braucht man nicht viel sagen, großartig recherchiert und analysiert: ein ganzer Lichtmesz eben.

Wenn jetzt hier das große verlinke losgeht. Mein absolutes Lieblingslied aus meiner rap-Phase.

https://m.youtube.com/watch?v=_8B1DKcB_tE

Was der Interpret heute für Musik macht spielt dabei keine Rolle.
;)

Sandstein

18. August 2018 15:35

Ach und was Ekrem Bora angeht, bitte einfach mal bei YouTube nach „das Urteil“ von Kool Savas suchen, und anhören wer’s verträgt.
Dann hat sich auch dieses Thema..

quarz

18. August 2018 17:47

@HomoFaber

"Aber es ist insofern falsch, als daß die politischen Parteien, welche die Einwanderungspolitik betreiben, propagieren und verteidigen stets wiedergewählt werden."

Freilich muss man einschränkend darauf verweisen, dass bei einer Wahl nicht exklusiv über ein Thema abgestimmt wird (wodurch der Wahlausgang als Abstimmung über dieses Thema gewertet werden könnte), sondern über ein umfassendes Paket an politischen Maßnahmen, in dem durchaus auch ein Inhaltsteil sein kann, der von der Bevölkerung mehrheitlich abgelehnt wird, aber halt der anderen Inhalte wegen, die Zustimmung finden, als bittere Pille mitgeschluckt wird. Aber natürlich: wenn dem Großteil der Bevölkerung die Drosselung der Migrationsströme wirklich wichtig wäre, dann würde sich das bei der Wahl auch deutlicher bemerkbar machen. Wir wissen aber, dass das Volk träge ist und erstaunlich viel Ungemach hinzunehmen bereit ist, bevor es spürbar widerständig wird. Es ist halt zu sehr in einem kleinen Zeithorizont befangen und lässt keine mittel- und langfristigen Perspektiven in seine Gesamtabwägung einfließen. Möglicherweise bleibt uns nichts anderes übrig, als darauf zu warten, dass die beschleunigte Entwicklung der unheilvollen Zustände sich selbst im kleinen Zeithorizont hinreichend bemerkbar macht. Ich bin gespannt, was diesbezüglich die jüngste Kampfansage eines kriminellen Clans an die schwedische Gesellschaft bei den Wahlen bewirken wird. Wenn selbst die lang- und gutmütigen Schweden aus der Duldungsstarre erwachten, wäre das ein gutes Zeichen für andere Länder.

@John Haase

"Japaner kulinarische Vielfalt bringen"

Bemerkenswerterweise ist das möglich (Sushi an bald jeder Ecke) ohne dass deshalb Millionen von Japanern einwandern müssen. Wodurch einem Lieblingsargument der bunten Fraktion ("Ohne Multikulti hätten wir nicht diese supercoole kulinarische Vielfalt im Land") empirisch der Boden entzogen ist.

HomoFaber

18. August 2018 20:16

@quarz:
„Freilich muss man einschränkend darauf verweisen, dass bei einer Wahl nicht exklusiv über ein Thema abgestimmt wird ...“

Deswegen hab’ ich das auch gleich im ersten Satz gemacht.

quarz

19. August 2018 07:31

@HomoFaber

"Deswegen hab’ ich das auch gleich im ersten Satz gemacht."

Den habe ich auf De-iure-Volksabstimmungen bezogen, nicht auf De-facto-Volksabstimmungen.

Mindestrentner

19. August 2018 08:42

Sehr gute Artikelserie, Herr Lichtmesz. Besonders in Verbindung zu ihrem neuen Kaplaken „Rassismuns - Ein amerikanischer Alptraum“.
Was sich wirklich herauskristallisiert: Migrantische Eliten verlassen ihren Block und erobern Platz in der zukünftigen Statusgesellschaft. Vorerst mit wohlfeiler Publikumsbeschimpfung der (noch) Mehrheitsgesellschaft und Quasisolidarität mit dem Herumlungerer. Wird sich ändern, denn das orientalische Prinzip kennt keinen Konsens sondern nur solche „die es geschafft haben“ und Unterworfene. So ist die Solidarität mit den eigenen Losern nur der Zug, auf den man aufspringt, bis der eigene Status in Zukunftsdeutschland abgesichert ist.
Glaubt irgendwer, dass der erfolgreiche migrantische Rapper oder „Medienschaffende“ im Benz mittelfristig noch Affinitäten zum „Drogennigga“ im Stadtpark haben wird? Hier tun sich sowieso neue Brüche auf.

Nemesis

19. August 2018 16:46

Da ich neu bin, zunächst einmal ein freundliches Hallo an Alle hier An-und Abwesenden.

Danischs Aussage ist falsch.
Es ist eben genau nicht so, daß es an Zustimmung und damit an Legitimation dieser Politik gefehlt hätte. Unabhängig davon, ob einem diese Politik nun gefällt oder nicht: Die Wahlergebnisse zeigen dies deutlich, vorausgesetzt dieselbigen unterlagen keiner Manipulation.
Apropos Danisch: Ohne mich an ihm abarbeiten zu wollen (ist ja auch nicht sein Blog) oder das Thema des Blogs umleiten zu wollen, sondern vielmehr als positive Kritik und kurze Anregung:

Die Diskussionen in unterschiedlichen Blogs, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, beschäftigen sich aus meiner Sicht ausschließlich mit den Folgen, aber nicht mit dem eigentlichen Wesenskern der augenblicklichen Umwälzungen, die ich weder in Links-Rechts Dichtomien, noch im Islam noch in Demografien oder sonstigen gesellschaftlichen Themen verorte.
Aus meiner Sicht sind dies Folgen, aber nicht die eigentlichen Ursachen einer bestimmten Entwicklung.

Meine Hypothese ist, daß unsere hochtechnologiegetriebene Gesellschaft per se dazu verdammt ist, gesellschaftliche und kulturelle Unterschiede einzuebenen, da dies die grundsätzliche Funktionsfähigkeit und Weiterentwicklung dieses technologischen Systems zur notwendigen Voraussetzung hat. Diesem Maschinenpark hat der Mensch sich unterzuordnen und zwar dergestalt, daß er, unabhängig von seinem kulturellen Hintergrund, eine vereinheitlichende Sprache zu sprechen hat, nämlich diejenige, die das Funktionieren in diesem und die Weiterentwicklung dieses Systems garantiert (global eingeführte Normierungen, technologischen Standardisierungen zum globalen Austausch von Informationen, vereinheitlichende Programmierparadigmas und -sprachen etc.) Um die Funktionalität und notwendige Ausbreitung einer hochtechnologiegetriebenen Gesellschaft zu gewährleisten, ist sie deshalb unter allen Umständen auf die Ausmerzung alles Abweichenden angewiesen. Kurz: es geht um die vollständige Vereinheitlichung. Dies ist aus meiner Sicht der eigentliche Grund dafür, sämtliche kulturellen, geschlechtlichen und weiteren Unterschiede einzuebnen, und zwar deshalb, da sie ein Störfaktor für das reibungslose Funktionieren dieses Systems darstellen (die Endstufe dürfte dann der Transhumanismus sein).

Es geht mir hierbei nicht um ein einfaches Schwarz-Weiß Schema oder Abwertung aller Technologie. Es ist der völlig besinnungslose Einsatz und Entwicklung von Technologien und Danisch (sowie viele Konservative und auch viele Linke) sind für mich nur der stellvertretende Prototyp eines typischen, geradezu autistischen, technokratischen Vertreters dieser Spezies, eines Typus, der, anstatt sich den schwierigen Fragen eines geistvollen Umganges mit seinem Fachgebiet an allen möglichen Themen abarbeitet, nur nicht an dem, was den Wesenskern seines eigenen Sachgebietes eigentlich ausmacht.
Hierin liegt für mich die eigentliche Ursache.
Alles andere sind Folgen und das Herumdoktoren an Symptomen.
Es geht um Prioritäten und somit um die Frage nach Ursache und den sich daraus ableitenden Wirkungen und Folgen.

Ich denke genau aus dieser Sicht ist für diejenigen, die dieses System fahren Deutschland (und nicht nur dieses) zu weiß
und zwar nicht weil es vordergründig zu weiß sein könnte, sondern weil dadurch die globale Durchdringung und somit die hegemoniale Ausbreitung des Systems gestört wird. Kolonialismusdebatten, Rassefragen, Gender, der überbordende Feminismus etc. sind lediglich die Werkzeuge dies Ziel zu erreichen.

Ich glaube, daß es dringend geboten ist, dieses Thema auf die Tagesordnung zu setzen.

Grüße an alle

quarz

19. August 2018 20:05

@Nemesis

"Meine Hypothese ist, daß unsere hochtechnologiegetriebene Gesellschaft per se dazu verdammt ist, gesellschaftliche und kulturelle Unterschiede einzuebenen, da dies die grundsätzliche Funktionsfähigkeit und Weiterentwicklung dieses technologischen Systems zur notwendigen Voraussetzung hat."

Dieses Szenario setzt voraus, dass zumindest mittelfristig noch eine Zivilisation am Ruder ist, die intelektuell in der Lage ist, die Technologie zu beherrschen. Aber wie zum Hohn auf solche gesellschaftlich-technischen Utopien sieht es derzeit so aus, als ob die uralten evolutionären Mechanismen per Geburtenrate IQ-schwache Menschenkollektive an die Macht spülen. Die Bedingungen der Möglichkeit einer im beschriebenen Sinne normierenden Herrschaft sind also alles andere als selbstverständlich. Nicht nur die Sonne, sondern auch die Evolution "tönt nach ater Weise". Und die lässt sich wohl nicht so einfach abstellen.

Niedersachse

19. August 2018 20:20

@Nemesis

Auch von mir ein "Hallo".

Zum Thema: Die Wahlergebnisse sprechen in der Tat eine eindeutige Sprache und daraus lassen sich definitiv Rückschlüsse über die Zustimmungsrate für Merkels Siedlungspolitik ableiten. Da kann meiner Meinung nach auch nicht das Argument gelten, das es bei einer Wahl auch um andere Themen ginge. Dieses Völkchen hat aber noch durchaus eine andere lustige Eigenart: Ein nicht gerade geringer Teil "glaubt" wirklich noch daran, dass es in den letzten Jahren sowas wie einen "Kontrollverlust" der Politik gegeben habe, oder das die Politiker der Altparteien naiv und dumm wären, eine solche gegen die Gesamtinteressen des Volkes gerichtete Politik zu betreiben. Aus diesem Grunde werden dann die gleichen Spitzbuben immer wiedergewählt, in der Hoffnung sie wären nun endlich aufgewacht und hätten aus ihren Fehlern gelernt. Das ist der Grund für die teilweise immernoch miesen Wahlergebnisse der AfD oder ähnlicher Parteien. Hier liegt natürlich ein folgenschweres Mißverständnis vor. Das Zitat von Roosevelt dürfte Ihnen bekannt sein:

"In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auch auf diese Weise geplant war."

Die Wahlbürger sind dummerweise sehr nachsichtig mit unseren ach so armen, überforderten Politikern und verzeihen vieles, was nicht verzeihenswert ist. Sie schreiben:

"Meine Hypothese ist, daß unsere hochtechnologiegetriebene Gesellschaft per se dazu verdammt ist, gesellschaftliche und kulturelle Unterschiede einzuebenen, da dies die grundsätzliche Funktionsfähigkeit und Weiterentwicklung dieses technologischen Systems zur notwendigen Voraussetzung hat".

Zustimmung. Um die Denkweise der deutschen/ europäischen Funktionseliten zu beschreiben kann man eine Szene aus "Full Metal Jacket" als Beispiel nehmen:

"Ich kenne keine Vorurteile gegen Nigger, Jidden, Spaghettis, Latinos. Hier seid ihr alle zusammen gleich wertlos."

Das ist aber nur ein Aspekt, der auch mit ein Grund für die ethnische und kulturelle Egalisierung Europas ist. Einen noch wichtigeren Aspekt haben sie aber vergessen: Die EU unumkehrbar machen. Genauer: Durch ethnische Vermischung unumkehrbar machen. Schaut man auf die ehemalige UDSSR oder Jugoslawien, dann gab es dort immer ethnische Bruchlinien, aufgrund derer die Staatengebilde in ihre Einzelstaaten zerfallen sind. Natürlich ist das alles etwas vereinfacht dargestellt. Durch die Herstellung einer durchmischten europäischen Einheitsgesellschaft, wird diese Gefahr (aus Sicht der Bonzenelite) zumindest stark eingeschränkt. Die EU und die westeuropäischen Regierungen versuchen die Unterschiede der europäischen Völker durch importierte Völker einzuebnen. Das Ergebnis ist bekannt. Geht man heute durch Frankfurt, Marseille oder London, erkennt man oft nur noch aufgrund der verschiedenartigen Architektur in welcher Stadt man sich gerade befindet.

HomoFaber

19. August 2018 23:34

@Nemesis
Es gibt bereits eine sehr ähnliche Hypothese, die auch Globalisierung genannt wird.

Nemesis

19. August 2018 23:59

@quarz
"Aber wie zum Hohn auf solche gesellschaftlich-technischen Utopien sieht es derzeit so aus, als ob die uralten evolutionären Mechanismen per Geburtenrate IQ-schwache Menschenkollektive an die Macht spülen."

Ich denke nicht, daß IQ-schwache Menschenkollektive an die Macht gespült werden, sondern daß sie ganz bewußt dort hin gebracht werden. Dies ruft natürlich sofort die Frage nach dem Grund hervor. Eine Erklärungsmöglichkeit wäre z.B., daß durch die bewußte Hereinnahme der Versuch unternommen wird, diese Gesellschaften in Stufen an das technologische System heranzuführen und anzupassen. Eine andere könnte z.B. sein, daß die Konfrontation mit stark spirituell ausgerichteten Systemen (Islam) als ein Versuch zu sehen ist, ein Gegenwicht zu einem ausschließlich IQ lastigen System zu schaffen. IQ ist nicht alles.
Und schließlich: Möglicherweise eine globale Nivellierung des technischen Systems mit der Zielsetzung, daß dieses nur in exakt definierten und kontrollierten Gebieten weiterentwickelt werden soll.
Who knows?

@Niedersachse
"Die Wahlergebnisse sprechen in der Tat eine eindeutige Sprache und daraus lassen sich definitiv Rückschlüsse über die Zustimmungsrate für Merkels Siedlungspolitik ableiten."

Es ist nicht Merkels Siedlungspolitik. Merkel hat überhaupt nichts zu entscheiden. Sie ist Exekutivorgan.

"Ein nicht gerade geringer Teil "glaubt" wirklich noch daran, dass es in den letzten Jahren sowas wie einen "Kontrollverlust" der Politik gegeben habe, oder das die Politiker der Altparteien naiv und dumm wären, eine solche gegen die Gesamtinteressen des Volkes gerichtete Politik zu betreiben."

Das denke ich nicht. Ich denke die Geisteshaltung eines immer Weiterso entspringt eher einer bewußten oder unbewußten permanenten Angst des Zurückbleibens und der damit einergehenden Verschlechterung der persönlichen Lebensverhältnisse in diesem technologischem System. Dies ist aus meiner Sicht auch der eigentliche Grund der Zustimmung dieser Politik für viele Bevölkerungsschichten.
Dieses eingepreßt sein in dieses System, ohne die Möglichkeit eines Ausstieges, ist es, daß für mich die Wahlergebnisse erklärt. Es ist schlichtweg keine sichtbare Optionalität gegenüber diesem System erkennbar. Man sollte auch nicht vergessen, daß auch die Politiker diesem Zwang unterliegen (das eigentliche Problem der Politik ist für mich aber die perverse Umverteilung (ist aber ein anderes Thema)).

"Die EU und die westeuropäischen Regierungen versuchen die Unterschiede der europäischen Völker durch importierte Völker einzuebnen."

Dieses System muß, um Weiterbestehen zu können, Menschen immer weiter untrennbar an sich binden. Dies geschieht durch absolute Atomisierung und Individualisierung.
Der nächste Schritt dürfte dann die Aufhebung der Individuums mit dem Ziel der Verschmelzung mit dem System sein (Transhumanisierung, Gentechnologie).
Im Westen ist dieser Prozeß bereits sehr weit fortgeschritten. Kollektive Systeme (wie z.B. der Islam) widersetzen sich dem jedoch.
Könnte dies der Grund für eine versuchte Durchmischung sein?

ede

20. August 2018 01:33

Dafür zahlt er gern mit seinem Leben, sagt der Halil, jedenfalls solange er im Trockenem sitzt - füge ich mal hinzu. Ich persönlich wäre ganz opportunistisch lieber ein lebender Erdoganfan als ein toter Deutscher mit deutschen Wurzeln.
Der gemischte Einheitsmensch als Plan, mag wie der kommunistische selbige, in verwirrten Gemütern rechts wie links eine Rolle spielen, er ist aber weder realistisch zu erwarten noch zu befürchten. Und, warum sollte es der Entwicklung von Hochtechnologie dienlich sein, wenn alle gleich blöd sind?
Viel naheliegender jedenfalls ist eine Tribalisierung der Gesellschaft mit allen damit verbundenen Entwicklungsnachteilen und Reibungsverlusten - im Gegensatz zu homogeneren, wie z.B der chinesischen.

Frage dazu: Warum haben sich die europäischen Kolonialmächte mehr oder weniger kampflos aus ihren Kolonien zurück gezogen? Weil der Aufwand den Nutzen überstiegen hat und entschieden zu wenige Lust hatten einen neuen Menschen zu kreieren.

heinrichbrueck

20. August 2018 02:55

Der Islam ist wohl kaum die Religion der NWO. Der Islam hat doch keinen guten Ruf, wird auch seitens der Politik nicht angepriesen. Was aber angepriesen wird: die TOLERANZ! Der tolerante Super-Gutmensch hat für Moslems was übrig? Tolerieren, aber doch nicht in den eigenen Reihen! Ein Spaziergang durch das Edelviertel genügt (nur ganz selten ein Integrationshintergrund).

quarz

20. August 2018 06:37

@Nemesis

Sich eine Niedrig-IQ-Konsumentenkaste zu halten, kann aber nur funktionieren, wenn auf der anderen Seite eine Hoch-IQ-Kaste da ist, die sie versorgt. Wenn diese nun - gemäß Ihrem Szenario - durch schurkische Akteure strategisch eliminiert würde, dann würden schlicht diejenigen fehlen, die das ganze Herrschaftssystem am Laufen hielten. Nur ein paar Strippenzieher oben und die Konsumentenherde unten, das würde genausowenig funktionieren wie der Vorstand eines Automobikonzers oben und die riesige Menge der Autofahrer unten und nichts dazwischen, das die Technik entwickelt und produziert.

Brechts "Fragen eines lesenden Arbeiters" sind hier um konjunktivische "Fragen eines lesenden Ingenieurs" zu erweitern.

MartinHimstedt

20. August 2018 09:57

@quarz
Ich bin sicher, dass es seriöse, wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema gibt (Fragen zur Wahl, vielleicht sogar noch von Angesicht zu Angesicht, erscheinen mir hier wenig zielführend).

Allerdings sollten wir nicht vergessen, dass es über 10.000.000 Millionen Wahlberechtigte gibt, die von dem ganzen Schlamassel nichts mitbekommen. So wohne ich wirklich alles anderes als ländlich, aber es genügen wenige Minuten Autofahrt und sie werden mit Menschen konfrontiert, welche, überspitzt ausgedrückt, noch nie einen Ausländer gesehen haben – und wenn dann sind diese bestens integriert und haben halt ebenfalls ein Haus auf dem Land, samt Doktor-Titel in Medizin. Die monatlichen Ausflüge in die große Stadt werden dann wirklich als Urlaub in die Fremde gedeutet: Wen juckt es, wenn die Innenstadt mehrheitlich türkisch geprägt ist, zu Hause ist doch alles in Ordnung?

Auch meine Verflossene hatte wohl ihr ganzes Leben über eine gänzlich andere Erfahrung gesammelt, als ich: Da war der beste, homosexuelle Freund, welcher im Dorf diskriminiert wurde. Der Mischlings-Stiefbruder, vielleicht Thema Nummer 1 in der Nachbarschaft? Und halt eben auch "saufende Dorf-Nazis". Die Ausländer im Elite-Studiengang konnten besser Deutsch als ich (was vielleicht gar nicht mal so schwer ist) und fertig ist der Lack. Irgendwie empathielos, ja, aber doch auch nachvollziehbar, wenn man AfD-Wähler dann für komplett irre hält.

heinrichbrueck

20. August 2018 13:36

Noch ein Wörtchen zu "Geliefert wie bestellt ..." (HomoFaber). Solange solche Dinge geglaubt werden, hat die Propaganda Erfolg. Der demokratische Wählerwunsch, ihm unterstellt ein Wollen und einen Zusammenhang, in den Wahlergebnissen bezüglich der "Altparteien" sichtbar, verursacht keinen Schaden. Auf dem Wahlzettel dürfen Parteien als Wahlmöglichkeit angekreuzt, und keine Bestellungen aus dem Otto-Katalog aufgegeben werden. Die Wahlurne entscheidet nicht. Diese Entwicklung läuft nicht erst seit 2015. Was steht im Grundgesetz: „Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.“ Von Willensumsetzung keine Rede. Die Funktionsweise des Systems braucht schließlich Propagandisten und Begleiter. Eine Mehrheit regiert nicht.

Weltversteher

20. August 2018 15:53

Nemesis,
es ist sehr erfrischend, daß hier weitreichende und unkonventionelle Gedanken von Ihnen kommen.
Auch hier geht es vielen nicht besser als überall, sie können sich nur innerhalb gewisser Erfahrungsmuster etwas vorstellen. Das bringt aber nicht unbedingt die bessere Erkenntnis, selbst wenn man tatsächlich "der Bessere" wäre.

Nemesis

20. August 2018 22:43

@quarz
"Wenn diese nun - gemäß Ihrem Szenario - durch schurkische Akteure strategisch eliminiert würde, dann würden schlicht diejenigen fehlen, die das ganze Herrschaftssystem am Laufen hielten."

Man müßte aus meiner Sicht dazu gar keine schurkische Eliminierung vornehmen. Es reicht ja, wenn die zu schließenden Standorte aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen zurückgefahren werden müssen (siehe z.B. extreme Grenzwertanhebung für Diesel bzw. dann auch für Benziner und schon bricht der Verkauf ein). Die entsprechenden "HochIQler" werden dann früher oder später (nach meiner Vermutung wohl eher früher) automatisch in die dann weltweit eingerichteten Zentren abwandern, die offengehalten werden und in denen die technologische Weiterentwicklung unter kontrollierten Bedingungen erfolgen soll.

"Nur ein paar Strippenzieher oben und die Konsumentenherde unten, das würde genausowenig funktionieren..."

Sie können heute z.B. schon mit einem 3D Drucker 3D Drucker drucken oder Beinprothesen, oder Häuser, Autos.
Und die Bedienung der Dinger wird immer einfacher und übers Handy wischen können sogar Grobmotoriker wie ich...

@Weltversteher
Danke für Ihre positive Rückmeldung.

"Auch hier geht es vielen nicht besser als überall, sie können sich nur innerhalb gewisser Erfahrungsmuster etwas vorstellen."

Ja, das scheint wohl Eigenheit des menschlichen Geistes zu sein.
Mit dem "Besser" bin ich bei mir besser mal mehr als zurückhaltend.. :))

@HomoFaber
Danisch?
:))

quarz

21. August 2018 07:55

@Nemesis
"Die entsprechenden "HochIQler" werden dann früher oder später (nach meiner Vermutung wohl eher früher) automatisch in die dann weltweit eingerichteten Zentren abwandern, die offengehalten werden"

Wo sollen die sein? Die gesamte westliche Zivilisation ist vom "White guilt"-Bazillus befallen und werkelt eifrig daran, die Bevölkerung dieser Vorgabe entsprechend an der Entweißung und damit an der IQ-Senkung (denn Ostasiatien sind ja nicht als Ersatz vorgesehen)

"Und die Bedienung der Dinger wird immer einfacher ..."

Das glaube ich nicht. Vergleichen Sie mal mit einem alten Telefon mit Wählscheibe! Aber es geht bei meinem Einwand ja nicht um die Bedienung, sondern um die Entwicklung und die Produktion von Technologie, für die in einer bloßen Niedrig-IQ-Verbraucherkaste das nötige Personal fehlt.

HomoFaber

21. August 2018 10:26

@Nemesis
„Danisch?“

Warum Danisch ?

Nemesis

21. August 2018 13:26

@quarz
"Wo sollen die sein? Die gesamte westliche Zivilisation ist vom "White guilt"-Bazillus befallen und werkelt eifrig daran, die Bevölkerung dieser Vorgabe entsprechend an der Entweißung und damit an der IQ-Senkung (denn Ostasiatien sind ja nicht als Ersatz vorgesehen)"

Die geographische Verortung ist unerheblich. Offensichtlich monopolisieren sich in diesem hierarchischen System alle systemrelevanten Industrie- und Finanzinstitute immer weiter (Fusionen der Autohersteller, Geldinstitute etc) . Da offensichtlich zugleich Nationalstaaten den Prozess stören, sollen sie eben aufgelöst werden. Wenn man den Gedanken weiter extrapoliert, liegt der Schluß nahe, daß die Einteilung der künftigen Welt in Produktions- bzw. Finanzzonen nicht auszuschließen ist (was ja teilweise mit China auch schon erfolgt ist). Quasi die Überführung der geographisch-nationalen Weltordnung in eine geographische Produktions-Finanzordnung. Vorteil: bessere Kontrollmöglichkeiten.
Es ist ja keineswegs sicher, daß es so kommen wird. Wir sehen ja gerade, daß die Mannschaft um Trump versucht, das Ganze (oder zumindest Teile davon) wieder umzudrehen (Produktion zurück in die USA etc).

Der "White guilt"-Bazillus ist aus meiner Sicht nur ein Mittel zum Zweck dieser Neueinrichtung. Wenn er und die anderen Sozialideologien (Gender etc.) nicht mehr benötigt werden, werden sie entweder entsorgt oder vielleicht auch als Kontrollinstrumente weiter aufrechterhalten. Wer weiß.

Was den IQ angeht, würde ich mich nicht auf den Tanz um das goldene Kalb der Quantifizierbarkeit einlassen. Das ist aus meiner Sicht lediglich eine der typischen Kenngrößen, die die Obsession einer allumfassenden Kontrollillussion widerspiegelt. Sie sehens ja an der exorbitanten Zunahme dieser Parameter: Pisastudien, Evaluationen, Impactfaktoren,...
Sie dienen eher der Formatierung und Gleichschaltung, denn einer brauchbaren Aussage.

Zur Produktion
Die Produktion erfordert bekanntlich immer weniger Menschen, das tut sie nicht erst seit Industrie 4.0.
Für die Entwicklung gilt gleiches. Sehr wenige, extrem hochspezialisiert. Bei den meisten Technologieentwicklungen handelt es sich denn aus meiner Sicht auch nicht um grundsätzlich revolutionäre Entwicklungen. Sie sind eher Evolution denn Revolution. Um das Weiterzutreiben, brauchen Sie keine Heerscharen an Entwicklern. Was sie viel eher brauchen, sind Heerscharen an Konsumenten.

@HomoFaber
"Warum Danisch ?"
Kleiner Scherz meinerseits.
Weil Sie mich so elegant mit einem Satz ausgekontert haben. Sozusagen lange Rede (meinerseits), kurzer Sinn.
Und weil ich Danisch angegriffen habe, lag der Gedanke nahe, Danisch schlägt zurück...

HomoFaber

21. August 2018 15:43

@Nemesis
Achso. Zu Danisch meine Meinung:
Sein Blog, seine Meinung, sein Stil, Pflichtlektüre.

Kierkegaard

21. August 2018 17:37

Lichtmesz lesen macht immer Spaß, aber die Frage ist doch auch: will man, daß sich diese Massen integrieren? Es handelt sich ja nicht mehr um Einzelne, bei denen das gelingen mag. Selbst Martin Neuffer ("Die Reichen werden Todeszäune ziehen") ist der Ansicht, daß ethnisch-kulturell fremde Einwanderer sich nur unter schweren Bedingungen und höchstens in geringer Zahl integrieren ließen.

Was Danisch betrifft: Den Kerl kann ich nicht ernstnehmen, ähnlich unbelesen wie fefe. Er schrieb einmal, er habe kein Problem mit der derzeitigen Masseneinwanderung, es sei nur nicht effizient genug durchgesetzt. Dazu seine Lobhudelei auf afrikanische Frauen, an die unsere -- er hat vor allem ein Problem mit weißen Frauen europäischer Abstammung -- ja gar niemals heranreichten (damit den Gamma, wenn nicht gar Omega durchschimmern lassend). Daß es hübsche Frauen überall gibt, ist die Realität der Glockenkurve; daß die Afrikanerinnen besonders hübsch wären, ist doch wohl eher eine Lüge -- Stichwort "virtue signaling".

Tut mir leid, aber Danisch ist a) angefressen, daß er nicht promovieren durfte, was für ihn wohl sehr wichtig ist und b) ist er wohl ledig will's aber nicht sein, und daran sind nur die (deutschen/weißen) Frauen schuld. Man muß kein "white knighter" sein, um Danisch hier durchschauen zu können.

Lieber auf Vox Day hören, der nur einen Bachelor hat, was ihn nicht großartig kümmert (Schopenhauer: in der Welt des Geistes gelten bekanntlich nur geistige Vorzüge): entweder der Westen kehrt zum Christentum zurück, oder wir werden von Dämonen regiert werden. Eine Plan B gibt es nicht.

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