17. August 2018

Ist Deutschland zu weiß? (2)

Martin Lichtmesz / 29 Kommentare

Die Brüchigkeit des arbiträren gemeinsamen "Wir" der Gesamtheit der deutschen Paßbesitzer wurde diesen Sommer besonders deutlich sichtbar:

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Die Debatte um die Nationalmannschaftsspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan, die sich freudestrahlend mit dem türkischen Präsidenten Erdoğan fotografieren ließen, entstellte das "Wir" zur Kenntlichkeit. Dabei wurde - nicht zum ersten Mal - deutlich, daß Özils Identitätsschwerpunkt offenbar keineswegs in Deutschland liegt. Das ist an sich kein Verbrechen, aber problematisch für einen Menschen, der als Fußballspieler Deutschland repräsentieren und als Musterbeispiel für gelungene "Integration" herhalten soll (was schon vor acht Jahren wenig überzeugend war).

Der Fall Özil und die davon inspirierte #MeTwo-Kampagne zeigen deutlich, daß diese Aneignungs-, Aushöhlungs- und Umdeutungsversuche des "Deutschseins" gescheitert oder zumindest an eine Grenze gekommen sind; daß das von der politisch-medialen Klasse vielbeschworene postnational-multikulturelle "Wir" eine Illusion ist und wohl auch immer schon war. Die Fassade fällt ab, und die "Entfremdung" wird sichtbar - oder vielmehr die niemals überwundene, nur übertünchte Fremdheit und Andersheit.

Alexander Wendt bemerkte übrigens, daß das Gejammer vorwiegend aus muslimischen Ecken kam:

Insgesamt fällt bei #MeTwo ein gravierender Mangel an Einwanderern aus Ostasien auf, die über Diskriminierung klagen. (...) In der Debatte um Migration, neue Deutsche und Diskriminierung kommen asiatische Einwanderer praktisch nicht vor, weder in den etablierten Medien, siehe oben, noch in der Politik. Man ahnt, warum.

Ende Juli veröffentlichte der in Köln geborene kurdisch-türkische Rapper Eko Fresh (Ekrem Bora) ein Rap-Video mit dem Titel "Aber", das sich im Gegensatz zu der echokammerartigen #MeTwo-Kampagne wenigstens bemüht, auch die "andere" Seite zu verstehen und zu Wort kommen zu lassen. Darin hauen sich ein junger Deutscher und ein junger, islamistisch-nationalistischer Türke (beide von Schauspielern dargestellt und gerapt von Eko Fresh), wechselseitig die üblichen kanakisch-kartoffeligen Vorwürfe um die Ohren. Der Deutsche, ein AfD-Protestwähler, beendet seinen Diss mit den Worten "Ich bin kein Rassist, aber...", der Türke mit "Ich liebe Deutschland, aber..."

Eko Fresh inszeniert sich in einem dritten Teil als Vermittler, der buchstäblich "zwischen den Stühlen sitzt", und beide Seiten aufruft, "sich gegenseitig mit Respekt zu begegnen – unabhängig von Herkunft und politischer Gesinnung", wie der Kölner Stadtanzeiger formulierte.

Ich sitze schon mein ganzes Leben zwischen diesen fucking Stühlen, und grade als ich dachte, es wäre alles abgekühlt. Ich dachte: Bruderschaft, doch es war zu früh, ich bin Deutsch-Türke, keiner weiß, was ich fühle.

Fresh-Bora repräsentiert allerdings lediglich eine etwas liberalere Variante des "deutschtürkischen" Parts, ist außerdem strammer AfD-Hasser. Es gibt hier also kein wirkliches Gleichgewicht zwischen den Parteien, auch wenn der AfD-Anhänger ziemlich fair und akkurat dargestellt wurde. Daß seinem Standpunkt eine relative Berechtigung eingeräumt wird, dient weniger dazu, fundamentale Kritik an der Multikulturalisierung zuzulassen, als sie zu "managen", letztlich ihren Ablauf reibungsloser zu gestalten. (Eine sehr ähnliche Stoßrichtung verfolgte das Video "Integration" von Al-Gear aus dem Jahr 2012.)

Wie wenig ehrlich Bora es mit seinem "Dialogangebot" meint, zeigt seine Reaktion auf die positive Rezeption seines Videos durch AfD-Anhänger: Es sei ganz "unfassbar!!!", schrieb er auf Facebook, daß Sympathisanten der AFD seinen Song für "Eigenwerbung" nützen würden. Ist das wirklich überraschend? No na ned, wie man in Wien sagen würde!

Der Kommentar des Stern entbehrt deshalb nicht einer gewissen Komik:

Mit seinem neuen Song "Aber" hat Eko Fresh mitten ins Schwarze getroffen. Über dreieinhalb Millionen Menschen haben sich bereits angehört, was der Rapper zu den Themen Integration, Mesut Özil, Erdogan und Rechtsruck in Deutschland zu sagen hat. (...)

Mit klaren, teilweise sehr harten, Aussagen, scheint er vor allem eins sagen zu wollen: Wir müssen miteinander reden.
Doch nun wollen einige Menschen den Song aus dem Zusammenhang reißen und für ihre eigenen Zwecke nutzen.

Ausgerechnet AfD-Anhänger haben sich die erste Strophe des Songs, also die aus der Sicht eines AfD-Wählers, geschnappt und sie vom Rest getrennt. Und als braunes Sahnehäubchen haben sie noch ein Logo der Partei ans Ende gehängt. Dieses Video wird nun offenbar unter Anhängern der rechtspopulistischen Partei geteilt.

So ernst meint man es offenbar doch nicht mit dem "Miteinander-reden-müssen". Wie immer, wird der Schwanz eingezogen, sobald es ernst wird. AfD-Positionen dürfen nur durch einen passenden Filter in die Debatte einfließen. Wer den vorgegebenen Rahmen sprengt, und ein eigenes "Framing" aufmacht, "reißt" die Argumente "aus dem Zusammenhang".

Es ist jedenfalls bezeichnend, daß Eko Fresh seinen Song direkt nach dem millionenfach abgerufenen Video "I'm not Racist" von Joyner Lucas modelliert hat, in dem sich ein weißer, proletarischer Trump-Anhänger und ein Ghettoschwarzer ebenfalls unverblümt die Meinung geigen. Im Gegensatz zu "Aber" mündet es in eine reichlich unglaubwürdige Versöhnungsszene. Die Analogie ist jedenfalls klar: Die Konflikte zwischen Deutschen und (vor allem muslimischen) Einwanderern werden parallel zu den Rassenkonflikten in den USA gesetzt.

 

Dazu paßt auch die seltsame Wortmeldung von Aiman Mazyek via Twitter, er sei "als Muslim per se ein Schwarzer".

WELT: Wie kommen Sie nun darauf, dass Sie „als Muslim per se ein Schwarzer“ seien? Sie sehen eher weiß aus.

Mazyek: Mir ging es darum, zu sagen, dass der australische Senator ja zwischen erwünschter weißer und unerwünschter muslimischer Einwanderung unterscheidet. Nun ist zwar de facto ein großer Teil der Muslime selber weiß. Allerdings macht der Senator sie mit seiner Aussage quasi zu Nichtweißen, für ihn ist ein Muslim also gleich nicht weiß. Und in diesem Kontext solidarisiere ich mich dann gern mit Dunkelhäutigen beziehungsweise Schwarzen, wie ich schrieb. Hiermit bin ich also ein Schwarzer und zudem solidarisch mit den australischen Ureinwohnern.

Dies hatte der besagte Senator Fraser Anning wörtlich gesagt:

„Als eine Nation sind wir berechtigt, darauf zu bestehen, dass diejenigen, die hierher kommen dürfen, überwiegend die historische europäisch-christliche Zusammensetzung der australischen Gesellschaft widerspiegeln..." (...)  „Diejenigen, die hierher kommen wollen, müssen sich anpassen und integrieren“, forderte der Senator. „Ethnokulturelle Vielfalt“ habe vielerorts bereits „gefährliche Ausmaße“ erreicht. Muslime hätten „durchgehend gezeigt, dass sie diejenigen sind, die sich am wenigsten anpassen und integrieren können“.

Obwohl Anning zumindest implizit für ein "weißes", europäisch geprägtes Australien plädierte, keine Silbe davon, daß Muslime deswegen nicht nach Australien einwandern sollen, weil sie nicht "weiß" sind. Dafür nannte er eine Menge andere Gründe:

Der Einfluß der Religion lähmt die soziale Entwicklung derer, die ihr anhängen. Es gibt keine Kraft auf der Welt, die stärker ruckwärtsgewandt ist. (...) Die Bilanz der Muslime, was Verbrechensraten, Abhängigkeit vom Wohlfahrtsstaat und Terrorismus angeht ist, ist die schlechteste unter allen Migranten und übertrifft jene aller anderen Einwanderergruppen bei weitem.

Doch zurück nach Deutschland.

Die deutsch-iranische "Migrationsexpertin" Naika Foroutan erklärte in einem Interview,

dass sie sogar schon überlegt hatte, Deutschland den Rücken zu kehren - gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihren drei Kindern. Der Grund sei eine „starke Entfremdung“, die sie im Land spüre: „Ich habe derzeit nicht den Eindruck, dass diese Entfremdung aufzuhalten ist. Deutschsein ist wieder sehr viel stärker mit Herkunft verbunden, mit nationalem Bekenntnis, mit Weißsein“, so die Migrationsexpertin.

Das trifft sicher zu, aber diese "Entfremdung" ist nach Foroutan etwas, das böswillig von außen gemacht und aufgezwungen wird, und nicht die Erkennung und Anerkennung eines faktischen, wechselseitigen Fremdseins, wie es etwa in der  Özil-Gündogan-Erdoğan-Posse sichtbar wurde. Der Punkt ist nicht, daß die beiden einen "Diktator" und "Demokratiefeind" geehrt haben, was ein großes No-Go für einen anständigen, grundgesetztreuen Deutschen ist. Sondern daß sie bekundet haben, wo ihre wahren nationalen Loyalitäten und Identifikationen liegen.

Als jüngstes Beispiel nennt sie (Foroutan) den Fußballer Özil, der zusammen mit dem türkischen Staatspräsidenten für ein Foto posierte hatte und dafür heftige Kritik erntete: „Ein Bild mit einem Autokraten, während die WM bei einem Autokraten stattfindet, wird genutzt, um Özil das Deutschsein zu entziehen“, so Foroutan in Anspielung auf die Fußballweltmeisterschaft, die in Russland stattfand. Laut Foroutan sähen viele Migranten darin die Warnung, „dass einem die Zugehörigkeit jederzeit entzogen werden kann, egal welche Verdienste man hat und welche Leistungen man erbracht hat“.

Mit dieser heuchlerischen Rhetorik arbeitet Foroutan, eine besonders fleißige und ungenierte Wühlmaus, schon seit Jahren. In meinem 2011 erschienenen Bändchen "Die Verteidigung des Eigenen" habe ich ihrem "sozialwissenschaftlichen" Islamisierungs-Projekt "HEYMAT" mehrere Seiten gewidmet.

Der Schriftsteller Richard Wagner schrieb 2010 dazu auf der Achse des Guten:

Im Ernst: Was bezweckt ein solches Projekt? Interessant ist, dass es sich nicht auf alle Einwanderer bezieht, sondern nur auf die so genannten Muslime. Es geht auch nicht mehr um Integration, sondern es geht darum, Platz zu machen, für eine Einwanderergesellschaft innerhalb unserer völkerrechtlich anerkannten Grenzen. Es geht um unser Territorium, um den Versuch der Landnahme.

Die Muslime sind die einzige Einwanderergruppe in Deutschland, die für sich Gruppenrechte beansprucht. Ein moderner Staat hat aber keine Gruppenrechte zu vergeben, sondern nur Individualrechte, über den individuellen Erwerb der Staatsangehörigkeit. Da es für ethnische Gruppen aussichtslos ist, ein Gruppenrecht zu beanspruchen, tritt man als religiöse Gruppe auf, als Muslime. Damit kann man sich bei den Forderungen auf die Religionsfreiheit berufen, und so für die Gruppe ein Mitspracherecht in allen denkbaren Gremien, Ausschüssen und sonstigen Institutionen für sich zu reklamieren.

Damit ist man nicht individuell integriert, sondern als Gruppe den Einheimischen gleichgestellt. Man wird also als Gruppe nicht Teil einer einheimischen Mehrheit, sondern erwirbt einen territorialen Besitzanspruch. Geht man auf ein solches Projekt ein, sollte man wissen, dass an seinem Ende die Auflösung der deutschen Nation steht, der Verlust der Heimat (ohne Ypsilon) für den Einzelnen, das Aufgeben unseres Territoriums. Wir riskieren, was den Serben passiert ist, indem sie den Kosovo verloren haben ... In welchem Land der Welt würde ein Projekt wie ›Heymat‹, mit dem erklärten Ziel der Selbstaufgabe der Einheimischen, nicht nur geduldet, sondern auch noch öffentlich gefördert werden?

Daran hat sich seither nichts verändert und vieles zugespitzt.

Im Jahr 2018 erscheint in der FAZ ein Artikel aus der Feder eines zweifelsohne kern-, erz- und urdeutschen Soziologen namens Aladin El-Mafaalani, der  seit 2018 im nordrhein-westfälischen Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration in Düsseldorf arbeitet, also in einer bevölkerungspolitischen Institution. Sein Text versucht, der Multikulturalisierungspropaganda einen neuen Twist zu geben. Er gibt zu, was nicht mehr zu leugnen ist: Daß die Multikulturalisierung keineswegs ein harmonisches, "vielfältiges" Regenbogenland hervorgebracht hat, sondern Spannungen, Spaltungen, Agressionen, Rivalitäten und Konflikte.

Das ist freilich eine altbekannte Tatsache. 2007 wies der amerikanische Soziologe Robert Putnam in einer Studie die negativen Folgen von "Diversity" für den sozialen Zusammenhalt einer Gesellschaft nach (basierend auf Daten, die er in den neunziger Jahren gesammelt hat). Und schon 1991 schrieben Daniel Cohn-Bendit und Thomas Schmid (beide wohlgemerkt entschiedene Anhänger des Multikulturalismus):

Die multikulturelle Gesellschaft ist hart, schnell, grausam und wenig solidarisch, sie ist von beträchtlichen sozialen Ungleichgewichten geprägt und kennt Wanderungsgewinner ebenso wie Modernisierungsverlierer; sie hat die Tendenz, in eine Vielfalt von Gruppen und Gemeinschaften auseinanderzustreben und ihren Zusammenhalt sowie die Verbindlichkeit ihrer Werte einzubüßen.

Nun muß El-Mafaalani begründen, warum es sich hierbei aber dennoch um eine positive Entwicklung handelt. Dies verläuft analog zum Thema "großer Austausch": Sobald er nicht mehr geleugnet werden kann, muß er affirmiert werden. Sobald evident wird, daß die Deutschen resp. "Weißen" in ihrem eigenen Heimatland durch importierte Völker ersetzt werden, muß dieser Vorgang gefeiert und beschleunigt werden. Sobald evident wird, daß Multikulti Konflikte hervorbringt, muß das "Spannende" und Aufregende an dieser Entwicklung propagiert werden.

Malte Lehming schrieb 2010:

Sie sind jung, mutig, mobil, hungrig, risikobereit, initiativ. Solche Menschen braucht das Land. Natürlich ist es nicht schön, wenn Jugendliche – ob mit türkischem oder libanesischem Hintergrund – in den Straßen von Berlin Banden bilden, Reviere verteidigen und mit Messern hantieren. Aber hinter der Kritik an ihrem Verhalten verbirgt sich oft bloß der Neid derer, die Vitalität als Bedrohung empfinden, weil sich die eigene Mobilität auf den Wechsel vom Einfamilienreihenhaus in die Seniorenresidenz beschränkt. Lieber ein paar junge, ausländische Intensivtäter als ein Heer von alten, intensiv passiven Eingeborenen.

Hinweg also mit der These,

... von der alle ausgegangen sind und immer noch ausgehen: Eine positive Entwicklung würde daran erkannt, dass es insgesamt harmonischer zugehe. Die konfliktfreie Gesellschaft ist diesem Verständnis nach der Referenzrahmen, an dem man die Erfolge der Integration und die Entwicklung zu einer offenen Gesellschaft insgesamt erkennen könne.

El-Mafaalini versucht nun, das argumentative Kunststück zu vollbringen, daß ein "höheres Konfliktpotenzial" Zeichen für eine gelungene "Integration" sei:

Gelungene Integration erhöht deshalb das Konfliktpotential, weil Inklusion, Gleichberechtigung oder eine Verbesserung der Teilhabechancen nicht zu einer Homogenisierung der Lebensweisen, sondern zu einer Heterogenisierung, nicht zu mehr Harmonie und Konsens in der Gesellschaft, sondern zu mehr Dissonanz und Neuaushandlungen führt. Zunächst sind es Konflikte um soziale Positionen und Ressourcen, im Zeitverlauf werden soziale Privilegien und kulturelle Dominanzverhältnisse in Frage gestellt und neu ausgehandelt. Desintegration geht einher mit sozialen Problemen. Das dauerhafte Ausgeschlossensein vom Tisch steigert die Wahrscheinlichkeit für abweichendes Verhalten, für Kriminalität und Gewalt. Bei Integration handelt es sich hingegen um grundlegende, die Gesellschaft verändernde Konflikte.

Durchaus treffend schildert er die Dynamik, die man auch in den Forderungen und der Rhetorik der migrantischen Eliten beobachten kann. Der Begriff "Integration" hat hier jeden ursprünglichen Sinn verloren. Er bedeutet hier nicht mehr Assimilation in die nationale Kultur und das Gastvolk, sondern deren Desintegration (denn nichts anderes bedeutet diese "Veränderung" der Gesellschaft durch "Konflikte"), Teilhabe am Wettbewerb um Macht und Ressourcen aller Art:

Die ersten Nachkommen beginnen, sich an den Tisch zu setzen. In der zweiten Generation gelingt Integration zunehmend. Die Migrantenkinder sprechen deutsch, haben nie in einer anderen Heimat als Deutschland gelebt und sehen sich schon als Teil des Ganzen. Egal, wie wir Integration definieren, hier findet sie statt. Und deshalb steigt das Konfliktpotential. Denn mehr Menschen sitzen jetzt am Tisch, wollen einen schönen Platz und wollen ein Stück vom Kuchen. Es geht hier also um Teilhabe an Positionen und Ressourcen.

In der dritten Generation geht die Reise noch mal weiter. Die Enkel der Migranten möchten nicht mehr nur am Tisch sitzen und ein Stück vom servierten Kuchen bekommen. Sie wollen mitbestellen. Sie wollen mitentscheiden, welcher Kuchen auf den Tisch kommt. Und sie wollen die alten Tischregeln, die sich entwickelt und etabliert haben, bevor sie dabei waren, mitgestalten. Das Konfliktpotential steigert sich weiter, denn nun geht es um die Rezeptur und die Ordnung der offenen Tischgesellschaft.

Der "Kuchen" ist natürlich nichts anderes als die ethnokulturelle Zusammensetzung des "Ganzen", der "Heimat", aber auch ihre Ressourcen, Grundlagen, Eigenarten, Symbole, Strukturen, Vorzüge, Reichtümer, die es zu kassieren und einzuverleiben gilt. Der Kuchen soll durch neue Zutaten ein anderer werden und anderen Menschen gehören. Zuerst ist davon die Rede, den Kuchen zu teilen, dann, einen ganz anderen Kuchen zu backen, weil der alte den neuen Mehrheiten nicht mehr schmeckt. Gleichzeitig wird beschwichtigend behauptet, daß der Kuchen trotzdem derselbe bleiben werde, oder daß zumindest Teile des Rezeptes nicht angetastet würden (wie etwa "unsere Werte", "die Demokratie" oder das "Grundgesetz"), was natürlich völlig unglaubwürdig ist.

Wir haben es hier also mit nicht weniger als einem Kultur- und Verteilungskampf zu tun, der entlang ethnokultureller und inzwischen auch explizit "rassischer" Linien verläuft, aber auch eine Art Klassenkampfaspekt hat. Denn die genannte "migrantische Elite" ist (momentan) nur eine Unterabteilung einer politisch-medialen Kaste aus vorwiegend "Biodeutschen", die die gleichen Ziele verfolgen, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, seien sie "ethnomasochistischer", "globalistischer" oder linksutopischer Natur. So gesehen ist etwa ein Kazim nur die "People of Color"- Variante eines Georg Diez (was sich auch im Habitus und in der Physiognomie niederschlägt).

Hadmut Danisch kommentierte den Text von El-Mafaalani so:

Es wird immer gesagt, dass wir ein Einwanderungsland seien, aber es wird nie gesagt, wie wir dazu geworden sein wollen, sondern immer nur, dass man es gegen die durchsetzt, die es nicht wollen. Wer die sind, die es wollen, wird nicht gesagt. Und dass es darüber nie eine demokratische Entscheidung oder einen Konsens gab. Die Entscheidung, dass wir ein Einwanderungsland sind, haben hier eigentlich die Einwanderer getroffen und nicht die, die das demokratische Wahlrecht haben. Und damit ist es keine Einwanderung, denn es fehlt an der Zustimmung von innen. Es ist eine Landnahme, ein Landraub, ein Demokratieentzug.

Demographie ist Schicksal. Sobald eine bestimmte Gruppe die Mehrheit in einem bestimmten Territorium stellt, wird sie diesem ihre Regeln und ihre Identität aufzwingen. Diejenigen, die das nicht wollen, haben ab einem bestimmten Punkt nur mehr die Wahl zu kämpfen oder das Territorium zu verlassen.

Ähnliche Prozesse laufen in den USA und anderen Ländern der westlichen Welt ab, weshalb der Blick über den Atlantik wichtig ist, um zu begreifen, was auch uns in naher Zukunft blüht. Siehe dazu den ersten Teil dieses Beitrags und meine neues Kaplakenbändchen Rassismus - Ein amerikanischer Alptraum.

Ringen um ein gemeinsames "Wir" mit einem deutschen Demokraten

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (29)

Niedersachse
18. August 2018 00:54

Besonders drollig finde ich auch die Aussage bundesdeutscher Funktionseliten und journalistischer "Edelfedern", Özil sei von Erdogan für seine politische Agenda missbraucht und instrumentalisiert worden. Was für eine perfide Heuchelei und "Haltet den Dieb"- Mentalität. Gerade Özil - stellvertretend für alle anderen Migrationshintergründler in der DFB- Bevölkerungself - ist doch über einen Zeitraum von fast zehn Jahren von der bundesdeutschen Politprominenz und ihrer journalistischen Einpeitschern permanent für ihre sinistren politischen Ziele missbraucht worden. Leute wie Özil soll(t)en als Represäntanten des neuen multikulturellen Deutschlands dienen. Özil sei einer "von uns" hieß es landauf landab, der "Junge aus dem Ruhrpott mit türkischen Wurzeln". Genau so, wie es jeden Tag von den Kanzeln und Rednerpulten dieser bunten Republik gepredigt wird. Alle sind gleich, vor allem gleich deutsch, unabhängig davon wo die Wurzeln eines jeden Einzelnen liegen. Dass das selbstverständlich grundfalsch ist und eher der Wunschraum des politisch- medialen Etablishments, dürften auch über all die Jahre viele der handelnden Akteure geahnt haben. Özil und Gündogan haben diesen Gesellschaftsumbauern jedenfalls einen Bärendienst erwiesen, indem beide, also auch Gündogan, gezeigt haben, wem ihre Loyalität wirklich galt und immer noch gilt. Die peinlich inszenierte MeTwo-Debatte nach Özils Rücktritt soll der ganzen Geschichte nochmal einen Schub in die richtige, politisch gewünschte Richtung geben. Wie durchschaubar und verlogen! Gerade in einem Land, das in einem Grade überfremdet ist wie die BRD, in einem Land in dem Multikulti den Status einer Quasi- Religion erfüllt, beschweren sich Ausländer und Passdeutsche über den angeblichen Alltagsrassismus, der ihnen permanent entgegenschlagen zu scheint. Um eines abschließend klarzustellen: Schuld daran, das dieses Land mittlerweile einem "Shithole Country" gleicht, sind die, die jahrelang die Politik bestimmt haben und deren Wähler, das ist Fakt. Es geht mir nicht darum, Leute zu beschimpfen sondern einfach die Tatsachen zu benennen. Doch zurück zum Thema: Wenn sich in diesem Staat Ausländer und/ oder Deutsche mit veredeltem Hintergrund als Rassismusopfer inszenieren, ist das an Lächerlichkeit und Unverschämtheit nicht zu überbieten.

HomoFaber
18. August 2018 10:10

„Und dass es darüber nie eine demokratische Entscheidung oder einen Konsens gab.“

Da ist nur insofern etwas dran, als daß es nie eine Volksabstimmung ausschließlich über dieses Thema gab. Aber es ist insofern falsch, als daß die politischen Parteien, welche die Einwanderungspolitik betreiben, propagieren und verteidigen stets wiedergewählt werden. Zwei Jahre nach Beginn der Flüchtlingskrise bei der BTW mit 87,4% (76.16% Wahlbeteiligung), obwohl es eine vergleichsweise seriöse Alternative gab. Das ist sowohl eine demokratische Entscheidung als auch eine relativ breiter Konsens (2/3 der Wahlberechtigten haben für die Migrationsparteien gestimmt und ca ¼ für gar nichts): Geliefert wie bestellt ...
Eine schweigende Mehrheit könnte sich bei jedem Wahlgang anonym und schweigend bemerkbar machen. Tut sie aber nicht.

Carlos Verastegui
18. August 2018 10:32

Aladin El-Mafaalani verzerrt die "Theorien des sozialen Konflikts", für die z.B. Lewis A. Coser stellvertretend genannt sei. (Dahrendorf kann man auch nennen): Eine "offene", "liberale" Gesellschaft - Cosers Urbild: die USA - steht zu ihren Konflikten. Aber - dieses "Aber" muss gesagt werden -, Coser geht mit den älteren Konfliktsziologen davon aus, dass es Konflikte verschiedenen Typs gibt, also, es gibt "integrierende" Konflikte genauso wie auflösende Konflikte, und die Aufgabe des Soziologen ist festzustellen, ob der Konflikt erhaltend oder auflösend wirkt auf die Sozialstruktur. Dabei hängt es aber vor allem von den Werten des jeweiligen Soziologen ab, wie er zu der Sozialstruktur steht, ob er eine Teilreform, gar keine Reform oder gar einen totalen Umbau der Sozialstruktur befürwortet. Coser selbst geht von Simmels "Wechselwirkung" aus, er interessiert sich eher für den Vorgang, den PROZESS, als für die Struktur, was natürlich einleuchtend ist: Soziologen, die es eher mit der "Struktur" halten - Coser nennt Talcott Parsons - sind "konservativ" und sehen im Konflikt zumeist nur die auflösende Wirkung.

Bezüglich Deutschland: "Diversität", "Multikulturalismus" usw. verstärkt selbstredend das Konfliktpotential, die Frage ist, ob die so im "Prozess" verhaftete "offene Gesellschaft" sich auch "offen" und "liberal" zu erhalten vermag und ob nicht die konkreten menschlichen Kosten den abstrakten Gewinn an "Interaktion" überwiegen. (Man sieht, diese Sichweise folgt der liberal-kapitalistischen Ökonomik.

Der lange und komplizierte kurze und einfache Sinn - und Lichtmesz hat es auch längst fallen lassen -: Aladin El-Mafaalani ist ein unredlicher Sophist und Ideologe der sozialwissenschaftliches Blabla mit seinen eigenen, biographisch begründeten Werten verquickt, um anderen weiss zu machen, wie viel Gutes beim Kulturbruch herauskommt. Eine schöne Parallele zu den alten sozialdarwinistischen Ideologen-Soziologen. Der Beleg dafür beim o. zitierten Malte Lehming: "Sie sind jung, mutig, mobil, hungrig, risikobereit, initiativ. Solche Menschen braucht das Land".

John Haase
18. August 2018 11:05

An dem Geplärre über explizit weiße Männer kann man erkennen, daß die regimetragenden Kräfte der BRD ihr Gift mittlerweile vor allem vom demokratischen lunatic fringe der Amerikaner beziehen. Macht das in Amerika noch einen gewissen Sinn, weil sie nun einmal historisch gewachsene rassische Minderheiten haben, wirkt das in Deutschland nicht nur aggressiv (wie in Amerika), sondern zusätzlich noch historisch verblendet. Wer soll denn außer alten weißen Männern die Macht hier haben? Junge schwarze Frauen, oder was?

Im übrigen ist die Ausländerdebatte in Deutschland weder eine Debatte noch geht es um Ausländer, sondern es handelt sich eher um Moslemaufzwingung. Indem man Ausländer und Moslems rhetorisch einfach gleichsetzt, kann man den Moslems die positiven Eigenschaften mancher anderer Einwanderer mit zurechnen. Wenn also z.B. Vietnamesen gut in der Schule sind, Japaner kulinarische Vielfalt bringen und Finnen gute Arbeitnehmer abgeben, dann bringen DIE Ausländer (und hier gibt es im BRD-Sprech wirklich einmal DIE Ausländer) Bildung, Vielfalt und wirtschaftlichen Erfolg, wenn auch -leider leider- die Moslems aufgrund von patriarchalischen Strukturen in ihren Familien und gesellschaftlicher Diskriminierung etc in vielen Statistiken vorläufig noch am unteren Ende zu finden sind.

Entscheiden darf der Bimbesrepublikaner nur noch, warum er Moslems toll findet: wegen mehr Vielfalt (bringen sie nur nach dem Buchstaben, nicht aber dem Geiste des Wortes) oder wegen wirtschaftlicher Vorteile (har har) - keine muslimische Einwanderung ist für die BRDler etwas völlig Unmögliches und Absurdes. Oder um mal ein wenig die 90er zu channeln:

Dein Auto ist japanisch.
Deine Pizza italienisch.
Deine Sonnenbrille amerikanisch.
Dein Handy koreanisch.
Dein Kühlschrank chinesisch.
Deine Möbel schwedisch.

Und deine Nachbarn sind nur Millionen von analphabetischen und gewalttätigen Moslems und Negern?

ALD
18. August 2018 14:02

Man kann Özil doch im Grunde nur dankbar dafür sein, daß er, wenn auch unbewußt, die ganze Identitätsdebatte ein großes Stück voran getrieben hat, vor allem in Richtung einer Grundsätzlichen, auch begriffsmäßigen Klärung, die bald auch im Mainstream nicht mehr ausbleiben kann.

Den Eko's und anderen Sprechgesangskaspern aus der deutschsprachigen Rap-Szene, die meinen nun eine moralische Instanz darstellen zu müssen, nachdem ihre Karrieren auf nichts anderes als der programmatischen Zerstörung ethischer Grundsätze und moralischer und zivilisatorischer Errungenschaften durch die Schaffung einer Ästhetik des sprachlichen Hemmungslosigkeit aufgebaut wurde, möchte hier in adäquater form mit einem weiteren Link entgegnen: https://www.youtube.com/watch?v=EG7MTlsLzGs

ALD
18. August 2018 15:05

Verzeihung wegen den Schreibfehlern - vom semismarten mobiltelefon [email protected]: am arsch digga ;)

Sandstein
18. August 2018 15:09

Zum Inhalt braucht man nicht viel sagen, großartig recherchiert und analysiert: ein ganzer Lichtmesz eben.

Wenn jetzt hier das große verlinke losgeht. Mein absolutes Lieblingslied aus meiner rap-Phase.

https://m.youtube.com/watch?v=_8B1DKcB_tE

Was der Interpret heute für Musik macht spielt dabei keine Rolle.
;)

Sandstein
18. August 2018 15:35

Ach und was Ekrem Bora angeht, bitte einfach mal bei YouTube nach „das Urteil“ von Kool Savas suchen, und anhören wer’s verträgt.
Dann hat sich auch dieses Thema..

quarz
18. August 2018 17:47

@HomoFaber

"Aber es ist insofern falsch, als daß die politischen Parteien, welche die Einwanderungspolitik betreiben, propagieren und verteidigen stets wiedergewählt werden."

Freilich muss man einschränkend darauf verweisen, dass bei einer Wahl nicht exklusiv über ein Thema abgestimmt wird (wodurch der Wahlausgang als Abstimmung über dieses Thema gewertet werden könnte), sondern über ein umfassendes Paket an politischen Maßnahmen, in dem durchaus auch ein Inhaltsteil sein kann, der von der Bevölkerung mehrheitlich abgelehnt wird, aber halt der anderen Inhalte wegen, die Zustimmung finden, als bittere Pille mitgeschluckt wird. Aber natürlich: wenn dem Großteil der Bevölkerung die Drosselung der Migrationsströme wirklich wichtig wäre, dann würde sich das bei der Wahl auch deutlicher bemerkbar machen. Wir wissen aber, dass das Volk träge ist und erstaunlich viel Ungemach hinzunehmen bereit ist, bevor es spürbar widerständig wird. Es ist halt zu sehr in einem kleinen Zeithorizont befangen und lässt keine mittel- und langfristigen Perspektiven in seine Gesamtabwägung einfließen. Möglicherweise bleibt uns nichts anderes übrig, als darauf zu warten, dass die beschleunigte Entwicklung der unheilvollen Zustände sich selbst im kleinen Zeithorizont hinreichend bemerkbar macht. Ich bin gespannt, was diesbezüglich die jüngste Kampfansage eines kriminellen Clans an die schwedische Gesellschaft bei den Wahlen bewirken wird. Wenn selbst die lang- und gutmütigen Schweden aus der Duldungsstarre erwachten, wäre das ein gutes Zeichen für andere Länder.

@John Haase

"Japaner kulinarische Vielfalt bringen"

Bemerkenswerterweise ist das möglich (Sushi an bald jeder Ecke) ohne dass deshalb Millionen von Japanern einwandern müssen. Wodurch einem Lieblingsargument der bunten Fraktion ("Ohne Multikulti hätten wir nicht diese supercoole kulinarische Vielfalt im Land") empirisch der Boden entzogen ist.

HomoFaber
18. August 2018 20:16

@quarz:
„Freilich muss man einschränkend darauf verweisen, dass bei einer Wahl nicht exklusiv über ein Thema abgestimmt wird ...“

Deswegen hab’ ich das auch gleich im ersten Satz gemacht.

quarz
19. August 2018 07:31

@HomoFaber

"Deswegen hab’ ich das auch gleich im ersten Satz gemacht."

Den habe ich auf De-iure-Volksabstimmungen bezogen, nicht auf De-facto-Volksabstimmungen.

Mindestrentner
19. August 2018 08:42

Sehr gute Artikelserie, Herr Lichtmesz. Besonders in Verbindung zu ihrem neuen Kaplaken „Rassismuns - Ein amerikanischer Alptraum“.
Was sich wirklich herauskristallisiert: Migrantische Eliten verlassen ihren Block und erobern Platz in der zukünftigen Statusgesellschaft. Vorerst mit wohlfeiler Publikumsbeschimpfung der (noch) Mehrheitsgesellschaft und Quasisolidarität mit dem Herumlungerer. Wird sich ändern, denn das orientalische Prinzip kennt keinen Konsens sondern nur solche „die es geschafft haben“ und Unterworfene. So ist die Solidarität mit den eigenen Losern nur der Zug, auf den man aufspringt, bis der eigene Status in Zukunftsdeutschland abgesichert ist.
Glaubt irgendwer, dass der erfolgreiche migrantische Rapper oder „Medienschaffende“ im Benz mittelfristig noch Affinitäten zum „Drogennigga“ im Stadtpark haben wird? Hier tun sich sowieso neue Brüche auf.

Nemesis
19. August 2018 16:46

Da ich neu bin, zunächst einmal ein freundliches Hallo an Alle hier An-und Abwesenden.

Danischs Aussage ist falsch.
Es ist eben genau nicht so, daß es an Zustimmung und damit an Legitimation dieser Politik gefehlt hätte. Unabhängig davon, ob einem diese Politik nun gefällt oder nicht: Die Wahlergebnisse zeigen dies deutlich, vorausgesetzt dieselbigen unterlagen keiner Manipulation.
Apropos Danisch: Ohne mich an ihm abarbeiten zu wollen (ist ja auch nicht sein Blog) oder das Thema des Blogs umleiten zu wollen, sondern vielmehr als positive Kritik und kurze Anregung:

Die Diskussionen in unterschiedlichen Blogs, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, beschäftigen sich aus meiner Sicht ausschließlich mit den Folgen, aber nicht mit dem eigentlichen Wesenskern der augenblicklichen Umwälzungen, die ich weder in Links-Rechts Dichtomien, noch im Islam noch in Demografien oder sonstigen gesellschaftlichen Themen verorte.
Aus meiner Sicht sind dies Folgen, aber nicht die eigentlichen Ursachen einer bestimmten Entwicklung.

Meine Hypothese ist, daß unsere hochtechnologiegetriebene Gesellschaft per se dazu verdammt ist, gesellschaftliche und kulturelle Unterschiede einzuebenen, da dies die grundsätzliche Funktionsfähigkeit und Weiterentwicklung dieses technologischen Systems zur notwendigen Voraussetzung hat. Diesem Maschinenpark hat der Mensch sich unterzuordnen und zwar dergestalt, daß er, unabhängig von seinem kulturellen Hintergrund, eine vereinheitlichende Sprache zu sprechen hat, nämlich diejenige, die das Funktionieren in diesem und die Weiterentwicklung dieses Systems garantiert (global eingeführte Normierungen, technologischen Standardisierungen zum globalen Austausch von Informationen, vereinheitlichende Programmierparadigmas und -sprachen etc.) Um die Funktionalität und notwendige Ausbreitung einer hochtechnologiegetriebenen Gesellschaft zu gewährleisten, ist sie deshalb unter allen Umständen auf die Ausmerzung alles Abweichenden angewiesen. Kurz: es geht um die vollständige Vereinheitlichung. Dies ist aus meiner Sicht der eigentliche Grund dafür, sämtliche kulturellen, geschlechtlichen und weiteren Unterschiede einzuebnen, und zwar deshalb, da sie ein Störfaktor für das reibungslose Funktionieren dieses Systems darstellen (die Endstufe dürfte dann der Transhumanismus sein).

Es geht mir hierbei nicht um ein einfaches Schwarz-Weiß Schema oder Abwertung aller Technologie. Es ist der völlig besinnungslose Einsatz und Entwicklung von Technologien und Danisch (sowie viele Konservative und auch viele Linke) sind für mich nur der stellvertretende Prototyp eines typischen, geradezu autistischen, technokratischen Vertreters dieser Spezies, eines Typus, der, anstatt sich den schwierigen Fragen eines geistvollen Umganges mit seinem Fachgebiet an allen möglichen Themen abarbeitet, nur nicht an dem, was den Wesenskern seines eigenen Sachgebietes eigentlich ausmacht.
Hierin liegt für mich die eigentliche Ursache.
Alles andere sind Folgen und das Herumdoktoren an Symptomen.
Es geht um Prioritäten und somit um die Frage nach Ursache und den sich daraus ableitenden Wirkungen und Folgen.

Ich denke genau aus dieser Sicht ist für diejenigen, die dieses System fahren Deutschland (und nicht nur dieses) zu weiß
und zwar nicht weil es vordergründig zu weiß sein könnte, sondern weil dadurch die globale Durchdringung und somit die hegemoniale Ausbreitung des Systems gestört wird. Kolonialismusdebatten, Rassefragen, Gender, der überbordende Feminismus etc. sind lediglich die Werkzeuge dies Ziel zu erreichen.

Ich glaube, daß es dringend geboten ist, dieses Thema auf die Tagesordnung zu setzen.

Grüße an alle

quarz
19. August 2018 20:05

@Nemesis

"Meine Hypothese ist, daß unsere hochtechnologiegetriebene Gesellschaft per se dazu verdammt ist, gesellschaftliche und kulturelle Unterschiede einzuebenen, da dies die grundsätzliche Funktionsfähigkeit und Weiterentwicklung dieses technologischen Systems zur notwendigen Voraussetzung hat."

Dieses Szenario setzt voraus, dass zumindest mittelfristig noch eine Zivilisation am Ruder ist, die intelektuell in der Lage ist, die Technologie zu beherrschen. Aber wie zum Hohn auf solche gesellschaftlich-technischen Utopien sieht es derzeit so aus, als ob die uralten evolutionären Mechanismen per Geburtenrate IQ-schwache Menschenkollektive an die Macht spülen. Die Bedingungen der Möglichkeit einer im beschriebenen Sinne normierenden Herrschaft sind also alles andere als selbstverständlich. Nicht nur die Sonne, sondern auch die Evolution "tönt nach ater Weise". Und die lässt sich wohl nicht so einfach abstellen.

Niedersachse
19. August 2018 20:20

@Nemesis

Auch von mir ein "Hallo".

Zum Thema: Die Wahlergebnisse sprechen in der Tat eine eindeutige Sprache und daraus lassen sich definitiv Rückschlüsse über die Zustimmungsrate für Merkels Siedlungspolitik ableiten. Da kann meiner Meinung nach auch nicht das Argument gelten, das es bei einer Wahl auch um andere Themen ginge. Dieses Völkchen hat aber noch durchaus eine andere lustige Eigenart: Ein nicht gerade geringer Teil "glaubt" wirklich noch daran, dass es in den letzten Jahren sowas wie einen "Kontrollverlust" der Politik gegeben habe, oder das die Politiker der Altparteien naiv und dumm wären, eine solche gegen die Gesamtinteressen des Volkes gerichtete Politik zu betreiben. Aus diesem Grunde werden dann die gleichen Spitzbuben immer wiedergewählt, in der Hoffnung sie wären nun endlich aufgewacht und hätten aus ihren Fehlern gelernt. Das ist der Grund für die teilweise immernoch miesen Wahlergebnisse der AfD oder ähnlicher Parteien. Hier liegt natürlich ein folgenschweres Mißverständnis vor. Das Zitat von Roosevelt dürfte Ihnen bekannt sein:

"In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auch auf diese Weise geplant war."

Die Wahlbürger sind dummerweise sehr nachsichtig mit unseren ach so armen, überforderten Politikern und verzeihen vieles, was nicht verzeihenswert ist. Sie schreiben:

"Meine Hypothese ist, daß unsere hochtechnologiegetriebene Gesellschaft per se dazu verdammt ist, gesellschaftliche und kulturelle Unterschiede einzuebenen, da dies die grundsätzliche Funktionsfähigkeit und Weiterentwicklung dieses technologischen Systems zur notwendigen Voraussetzung hat".

Zustimmung. Um die Denkweise der deutschen/ europäischen Funktionseliten zu beschreiben kann man eine Szene aus "Full Metal Jacket" als Beispiel nehmen:

"Ich kenne keine Vorurteile gegen Nigger, Jidden, Spaghettis, Latinos. Hier seid ihr alle zusammen gleich wertlos."

Das ist aber nur ein Aspekt, der auch mit ein Grund für die ethnische und kulturelle Egalisierung Europas ist. Einen noch wichtigeren Aspekt haben sie aber vergessen: Die EU unumkehrbar machen. Genauer: Durch ethnische Vermischung unumkehrbar machen. Schaut man auf die ehemalige UDSSR oder Jugoslawien, dann gab es dort immer ethnische Bruchlinien, aufgrund derer die Staatengebilde in ihre Einzelstaaten zerfallen sind. Natürlich ist das alles etwas vereinfacht dargestellt. Durch die Herstellung einer durchmischten europäischen Einheitsgesellschaft, wird diese Gefahr (aus Sicht der Bonzenelite) zumindest stark eingeschränkt. Die EU und die westeuropäischen Regierungen versuchen die Unterschiede der europäischen Völker durch importierte Völker einzuebnen. Das Ergebnis ist bekannt. Geht man heute durch Frankfurt, Marseille oder London, erkennt man oft nur noch aufgrund der verschiedenartigen Architektur in welcher Stadt man sich gerade befindet.

HomoFaber
19. August 2018 23:34

@Nemesis
Es gibt bereits eine sehr ähnliche Hypothese, die auch Globalisierung genannt wird.

Nemesis
19. August 2018 23:59

@quarz
"Aber wie zum Hohn auf solche gesellschaftlich-technischen Utopien sieht es derzeit so aus, als ob die uralten evolutionären Mechanismen per Geburtenrate IQ-schwache Menschenkollektive an die Macht spülen."

Ich denke nicht, daß IQ-schwache Menschenkollektive an die Macht gespült werden, sondern daß sie ganz bewußt dort hin gebracht werden. Dies ruft natürlich sofort die Frage nach dem Grund hervor. Eine Erklärungsmöglichkeit wäre z.B., daß durch die bewußte Hereinnahme der Versuch unternommen wird, diese Gesellschaften in Stufen an das technologische System heranzuführen und anzupassen. Eine andere könnte z.B. sein, daß die Konfrontation mit stark spirituell ausgerichteten Systemen (Islam) als ein Versuch zu sehen ist, ein Gegenwicht zu einem ausschließlich IQ lastigen System zu schaffen. IQ ist nicht alles.
Und schließlich: Möglicherweise eine globale Nivellierung des technischen Systems mit der Zielsetzung, daß dieses nur in exakt definierten und kontrollierten Gebieten weiterentwickelt werden soll.
Who knows?

@Niedersachse
"Die Wahlergebnisse sprechen in der Tat eine eindeutige Sprache und daraus lassen sich definitiv Rückschlüsse über die Zustimmungsrate für Merkels Siedlungspolitik ableiten."

Es ist nicht Merkels Siedlungspolitik. Merkel hat überhaupt nichts zu entscheiden. Sie ist Exekutivorgan.

"Ein nicht gerade geringer Teil "glaubt" wirklich noch daran, dass es in den letzten Jahren sowas wie einen "Kontrollverlust" der Politik gegeben habe, oder das die Politiker der Altparteien naiv und dumm wären, eine solche gegen die Gesamtinteressen des Volkes gerichtete Politik zu betreiben."

Das denke ich nicht. Ich denke die Geisteshaltung eines immer Weiterso entspringt eher einer bewußten oder unbewußten permanenten Angst des Zurückbleibens und der damit einergehenden Verschlechterung der persönlichen Lebensverhältnisse in diesem technologischem System. Dies ist aus meiner Sicht auch der eigentliche Grund der Zustimmung dieser Politik für viele Bevölkerungsschichten.
Dieses eingepreßt sein in dieses System, ohne die Möglichkeit eines Ausstieges, ist es, daß für mich die Wahlergebnisse erklärt. Es ist schlichtweg keine sichtbare Optionalität gegenüber diesem System erkennbar. Man sollte auch nicht vergessen, daß auch die Politiker diesem Zwang unterliegen (das eigentliche Problem der Politik ist für mich aber die perverse Umverteilung (ist aber ein anderes Thema)).

"Die EU und die westeuropäischen Regierungen versuchen die Unterschiede der europäischen Völker durch importierte Völker einzuebnen."

Dieses System muß, um Weiterbestehen zu können, Menschen immer weiter untrennbar an sich binden. Dies geschieht durch absolute Atomisierung und Individualisierung.
Der nächste Schritt dürfte dann die Aufhebung der Individuums mit dem Ziel der Verschmelzung mit dem System sein (Transhumanisierung, Gentechnologie).
Im Westen ist dieser Prozeß bereits sehr weit fortgeschritten. Kollektive Systeme (wie z.B. der Islam) widersetzen sich dem jedoch.
Könnte dies der Grund für eine versuchte Durchmischung sein?

ede
20. August 2018 01:33

Dafür zahlt er gern mit seinem Leben, sagt der Halil, jedenfalls solange er im Trockenem sitzt - füge ich mal hinzu. Ich persönlich wäre ganz opportunistisch lieber ein lebender Erdoganfan als ein toter Deutscher mit deutschen Wurzeln.
Der gemischte Einheitsmensch als Plan, mag wie der kommunistische selbige, in verwirrten Gemütern rechts wie links eine Rolle spielen, er ist aber weder realistisch zu erwarten noch zu befürchten. Und, warum sollte es der Entwicklung von Hochtechnologie dienlich sein, wenn alle gleich blöd sind?
Viel naheliegender jedenfalls ist eine Tribalisierung der Gesellschaft mit allen damit verbundenen Entwicklungsnachteilen und Reibungsverlusten - im Gegensatz zu homogeneren, wie z.B der chinesischen.

Frage dazu: Warum haben sich die europäischen Kolonialmächte mehr oder weniger kampflos aus ihren Kolonien zurück gezogen? Weil der Aufwand den Nutzen überstiegen hat und entschieden zu wenige Lust hatten einen neuen Menschen zu kreieren.

heinrichbrueck
20. August 2018 02:55

Der Islam ist wohl kaum die Religion der NWO. Der Islam hat doch keinen guten Ruf, wird auch seitens der Politik nicht angepriesen. Was aber angepriesen wird: die TOLERANZ! Der tolerante Super-Gutmensch hat für Moslems was übrig? Tolerieren, aber doch nicht in den eigenen Reihen! Ein Spaziergang durch das Edelviertel genügt (nur ganz selten ein Integrationshintergrund).

quarz
20. August 2018 06:37

@Nemesis

Sich eine Niedrig-IQ-Konsumentenkaste zu halten, kann aber nur funktionieren, wenn auf der anderen Seite eine Hoch-IQ-Kaste da ist, die sie versorgt. Wenn diese nun - gemäß Ihrem Szenario - durch schurkische Akteure strategisch eliminiert würde, dann würden schlicht diejenigen fehlen, die das ganze Herrschaftssystem am Laufen hielten. Nur ein paar Strippenzieher oben und die Konsumentenherde unten, das würde genausowenig funktionieren wie der Vorstand eines Automobikonzers oben und die riesige Menge der Autofahrer unten und nichts dazwischen, das die Technik entwickelt und produziert.

Brechts "Fragen eines lesenden Arbeiters" sind hier um konjunktivische "Fragen eines lesenden Ingenieurs" zu erweitern.

MartinHimstedt
20. August 2018 09:57

@quarz
Ich bin sicher, dass es seriöse, wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema gibt (Fragen zur Wahl, vielleicht sogar noch von Angesicht zu Angesicht, erscheinen mir hier wenig zielführend).

Allerdings sollten wir nicht vergessen, dass es über 10.000.000 Millionen Wahlberechtigte gibt, die von dem ganzen Schlamassel nichts mitbekommen. So wohne ich wirklich alles anderes als ländlich, aber es genügen wenige Minuten Autofahrt und sie werden mit Menschen konfrontiert, welche, überspitzt ausgedrückt, noch nie einen Ausländer gesehen haben – und wenn dann sind diese bestens integriert und haben halt ebenfalls ein Haus auf dem Land, samt Doktor-Titel in Medizin. Die monatlichen Ausflüge in die große Stadt werden dann wirklich als Urlaub in die Fremde gedeutet: Wen juckt es, wenn die Innenstadt mehrheitlich türkisch geprägt ist, zu Hause ist doch alles in Ordnung?

Auch meine Verflossene hatte wohl ihr ganzes Leben über eine gänzlich andere Erfahrung gesammelt, als ich: Da war der beste, homosexuelle Freund, welcher im Dorf diskriminiert wurde. Der Mischlings-Stiefbruder, vielleicht Thema Nummer 1 in der Nachbarschaft? Und halt eben auch "saufende Dorf-Nazis". Die Ausländer im Elite-Studiengang konnten besser Deutsch als ich (was vielleicht gar nicht mal so schwer ist) und fertig ist der Lack. Irgendwie empathielos, ja, aber doch auch nachvollziehbar, wenn man AfD-Wähler dann für komplett irre hält.

heinrichbrueck
20. August 2018 13:36

Noch ein Wörtchen zu "Geliefert wie bestellt ..." (HomoFaber). Solange solche Dinge geglaubt werden, hat die Propaganda Erfolg. Der demokratische Wählerwunsch, ihm unterstellt ein Wollen und einen Zusammenhang, in den Wahlergebnissen bezüglich der "Altparteien" sichtbar, verursacht keinen Schaden. Auf dem Wahlzettel dürfen Parteien als Wahlmöglichkeit angekreuzt, und keine Bestellungen aus dem Otto-Katalog aufgegeben werden. Die Wahlurne entscheidet nicht. Diese Entwicklung läuft nicht erst seit 2015. Was steht im Grundgesetz: „Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.“ Von Willensumsetzung keine Rede. Die Funktionsweise des Systems braucht schließlich Propagandisten und Begleiter. Eine Mehrheit regiert nicht.

Weltversteher
20. August 2018 15:53

Nemesis,
es ist sehr erfrischend, daß hier weitreichende und unkonventionelle Gedanken von Ihnen kommen.
Auch hier geht es vielen nicht besser als überall, sie können sich nur innerhalb gewisser Erfahrungsmuster etwas vorstellen. Das bringt aber nicht unbedingt die bessere Erkenntnis, selbst wenn man tatsächlich "der Bessere" wäre.

Nemesis
20. August 2018 22:43

@quarz
"Wenn diese nun - gemäß Ihrem Szenario - durch schurkische Akteure strategisch eliminiert würde, dann würden schlicht diejenigen fehlen, die das ganze Herrschaftssystem am Laufen hielten."

Man müßte aus meiner Sicht dazu gar keine schurkische Eliminierung vornehmen. Es reicht ja, wenn die zu schließenden Standorte aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen zurückgefahren werden müssen (siehe z.B. extreme Grenzwertanhebung für Diesel bzw. dann auch für Benziner und schon bricht der Verkauf ein). Die entsprechenden "HochIQler" werden dann früher oder später (nach meiner Vermutung wohl eher früher) automatisch in die dann weltweit eingerichteten Zentren abwandern, die offengehalten werden und in denen die technologische Weiterentwicklung unter kontrollierten Bedingungen erfolgen soll.

"Nur ein paar Strippenzieher oben und die Konsumentenherde unten, das würde genausowenig funktionieren..."

Sie können heute z.B. schon mit einem 3D Drucker 3D Drucker drucken oder Beinprothesen, oder Häuser, Autos.
Und die Bedienung der Dinger wird immer einfacher und übers Handy wischen können sogar Grobmotoriker wie ich...

@Weltversteher
Danke für Ihre positive Rückmeldung.

"Auch hier geht es vielen nicht besser als überall, sie können sich nur innerhalb gewisser Erfahrungsmuster etwas vorstellen."

Ja, das scheint wohl Eigenheit des menschlichen Geistes zu sein.
Mit dem "Besser" bin ich bei mir besser mal mehr als zurückhaltend.. :))

@HomoFaber
Danisch?
:))

quarz
21. August 2018 07:55

@Nemesis
"Die entsprechenden "HochIQler" werden dann früher oder später (nach meiner Vermutung wohl eher früher) automatisch in die dann weltweit eingerichteten Zentren abwandern, die offengehalten werden"

Wo sollen die sein? Die gesamte westliche Zivilisation ist vom "White guilt"-Bazillus befallen und werkelt eifrig daran, die Bevölkerung dieser Vorgabe entsprechend an der Entweißung und damit an der IQ-Senkung (denn Ostasiatien sind ja nicht als Ersatz vorgesehen)

"Und die Bedienung der Dinger wird immer einfacher ..."

Das glaube ich nicht. Vergleichen Sie mal mit einem alten Telefon mit Wählscheibe! Aber es geht bei meinem Einwand ja nicht um die Bedienung, sondern um die Entwicklung und die Produktion von Technologie, für die in einer bloßen Niedrig-IQ-Verbraucherkaste das nötige Personal fehlt.

HomoFaber
21. August 2018 10:26

@Nemesis
„Danisch?“

Warum Danisch ?

Nemesis
21. August 2018 13:26

@quarz
"Wo sollen die sein? Die gesamte westliche Zivilisation ist vom "White guilt"-Bazillus befallen und werkelt eifrig daran, die Bevölkerung dieser Vorgabe entsprechend an der Entweißung und damit an der IQ-Senkung (denn Ostasiatien sind ja nicht als Ersatz vorgesehen)"

Die geographische Verortung ist unerheblich. Offensichtlich monopolisieren sich in diesem hierarchischen System alle systemrelevanten Industrie- und Finanzinstitute immer weiter (Fusionen der Autohersteller, Geldinstitute etc) . Da offensichtlich zugleich Nationalstaaten den Prozess stören, sollen sie eben aufgelöst werden. Wenn man den Gedanken weiter extrapoliert, liegt der Schluß nahe, daß die Einteilung der künftigen Welt in Produktions- bzw. Finanzzonen nicht auszuschließen ist (was ja teilweise mit China auch schon erfolgt ist). Quasi die Überführung der geographisch-nationalen Weltordnung in eine geographische Produktions-Finanzordnung. Vorteil: bessere Kontrollmöglichkeiten.
Es ist ja keineswegs sicher, daß es so kommen wird. Wir sehen ja gerade, daß die Mannschaft um Trump versucht, das Ganze (oder zumindest Teile davon) wieder umzudrehen (Produktion zurück in die USA etc).

Der "White guilt"-Bazillus ist aus meiner Sicht nur ein Mittel zum Zweck dieser Neueinrichtung. Wenn er und die anderen Sozialideologien (Gender etc.) nicht mehr benötigt werden, werden sie entweder entsorgt oder vielleicht auch als Kontrollinstrumente weiter aufrechterhalten. Wer weiß.

Was den IQ angeht, würde ich mich nicht auf den Tanz um das goldene Kalb der Quantifizierbarkeit einlassen. Das ist aus meiner Sicht lediglich eine der typischen Kenngrößen, die die Obsession einer allumfassenden Kontrollillussion widerspiegelt. Sie sehens ja an der exorbitanten Zunahme dieser Parameter: Pisastudien, Evaluationen, Impactfaktoren,...
Sie dienen eher der Formatierung und Gleichschaltung, denn einer brauchbaren Aussage.

Zur Produktion
Die Produktion erfordert bekanntlich immer weniger Menschen, das tut sie nicht erst seit Industrie 4.0.
Für die Entwicklung gilt gleiches. Sehr wenige, extrem hochspezialisiert. Bei den meisten Technologieentwicklungen handelt es sich denn aus meiner Sicht auch nicht um grundsätzlich revolutionäre Entwicklungen. Sie sind eher Evolution denn Revolution. Um das Weiterzutreiben, brauchen Sie keine Heerscharen an Entwicklern. Was sie viel eher brauchen, sind Heerscharen an Konsumenten.

@HomoFaber
"Warum Danisch ?"
Kleiner Scherz meinerseits.
Weil Sie mich so elegant mit einem Satz ausgekontert haben. Sozusagen lange Rede (meinerseits), kurzer Sinn.
Und weil ich Danisch angegriffen habe, lag der Gedanke nahe, Danisch schlägt zurück...

HomoFaber
21. August 2018 15:43

@Nemesis
Achso. Zu Danisch meine Meinung:
Sein Blog, seine Meinung, sein Stil, Pflichtlektüre.

Kierkegaard
21. August 2018 17:37

Lichtmesz lesen macht immer Spaß, aber die Frage ist doch auch: will man, daß sich diese Massen integrieren? Es handelt sich ja nicht mehr um Einzelne, bei denen das gelingen mag. Selbst Martin Neuffer ("Die Reichen werden Todeszäune ziehen") ist der Ansicht, daß ethnisch-kulturell fremde Einwanderer sich nur unter schweren Bedingungen und höchstens in geringer Zahl integrieren ließen.

Was Danisch betrifft: Den Kerl kann ich nicht ernstnehmen, ähnlich unbelesen wie fefe. Er schrieb einmal, er habe kein Problem mit der derzeitigen Masseneinwanderung, es sei nur nicht effizient genug durchgesetzt. Dazu seine Lobhudelei auf afrikanische Frauen, an die unsere -- er hat vor allem ein Problem mit weißen Frauen europäischer Abstammung -- ja gar niemals heranreichten (damit den Gamma, wenn nicht gar Omega durchschimmern lassend). Daß es hübsche Frauen überall gibt, ist die Realität der Glockenkurve; daß die Afrikanerinnen besonders hübsch wären, ist doch wohl eher eine Lüge -- Stichwort "virtue signaling".

Tut mir leid, aber Danisch ist a) angefressen, daß er nicht promovieren durfte, was für ihn wohl sehr wichtig ist und b) ist er wohl ledig will's aber nicht sein, und daran sind nur die (deutschen/weißen) Frauen schuld. Man muß kein "white knighter" sein, um Danisch hier durchschauen zu können.

Lieber auf Vox Day hören, der nur einen Bachelor hat, was ihn nicht großartig kümmert (Schopenhauer: in der Welt des Geistes gelten bekanntlich nur geistige Vorzüge): entweder der Westen kehrt zum Christentum zurück, oder wir werden von Dämonen regiert werden. Eine Plan B gibt es nicht.

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