6. März 2019

Die Maske fällt – Wikipedia-Anschwärzer enttarnt

Nils Wegner / 16 Kommentare

... und nicht einmal mehr bundesbürgerliche Richter können helfen: Ein weiterer Wikipedia-Anschwärzer ist nun endgültig und amtlich beglaubigt aufgeflogen!

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Diesmal sogar ein im wahrsten Wortsinn "hauptamtlicher Mitarbeiter", hat sich der umtriebige "Feliks" doch schon vor geraumer Zeit – Überraschung, Überraschung – als Staatsdiener im Sold einer bayerischen Behörde herausgestellt. Daraus kann jeder selbst seine Schlüsse ziehen; die ganze Geschichte eröffnen möge die Originaldokumentation (Achtung: mit deutscher Landes-Domain u.U. aus rechtlichen Gründen – noch – nicht abrufbar) ...

... und für alles weitere hat sich Helmut Roewer, nun mal Experte für behördliche Zersetzung und Desinformation, bereits im Herbst vergangenen Jahres hier trefflich geäußert. Die (auch stilistische) Krönung des Ganzen hat er jedoch erst am vergangenen Freitag bei COMPACT geliefert – eine mustergültige, süffisante Erledigung, deren Lektüre selbst völlig Desinteressierten anempfohlen sei.

Der Artikel erschien aus gegebenem Anlaß: "Feliks" bzw. "Jörgi-Jörgi-Jörg" (um hier seine Gesinnungsgenossen von K.I.Z. abzuwandeln) ist nämlich vor Gericht gerannt und gescheitert – er muß es sich nun gefallen lassen, daß sein tschekistischer Deck- und sein ulkig geänderter Klarname miteinander verbunden werden.

Wie vor ihm bereits der ähnlich übermütig gewordene Andreas "Schwarze Feder" Kemper spielt seit seiner Niederlage nun auch "Feliks" den betont Lässigen und dokumentiert – falls die Öffentlich-Rechtlichen noch eine rührselige Geschichte von "Gesicht zeigen" und verfolgter Unschuld suchen sollten – seinen "Fall". Natürlich gibt es in den unendlichen Weiten des Netzes ein auf solches Gehabe exakt passendes Mem, das sogar ein wenig dem realen traurigen "Feliks" ähnelt (Google hilft beim Vergleich) ...


Nun aber – einstweilen – genug der Schadenfreude. Denn tatsächlich wurde ich um diese Einordnung gebeten, weil erstens genug Gönnern und Mitstreitern auf unserer Seite der Informationsfront nach wie vor schleierhaft ist, inwieweit eine Domäne wie Wikipedia (ganz zu schweigen vom Internet insgesamt) von Bedeutung sein soll.

Nun, kurz und bündig: Was heute nicht im Internet steht, existiert nicht – und umgekehrt wird das Netz immer zuerst befragt, wenn es um bündige und möglichst gezielte Informationen geht. Gerade um Informationen zu Personen.

Ganz besonders um Informationen zu "umstrittenen" Personen. Und das gilt für ausnahmslos alle Interessenten, egal ob Mitschüler, Kommilitonen, Kollegen, potentielle Arbeitgeber oder potentielle Schwiegereltern. Das muß man nicht für gut befinden, es läßt sich aber nicht gesundbeten, wegwünschen oder kleinreden, und selbst die hiesige Kommentatoren-Alterskohorte um den Geburtsjahrgang 1947 wird ehrlicherweise nicht behaupten können, diesem mächtigen Trend nicht unterlegen zu sein.

Das Internet hat damit den üblichen Medien längst den Rang abgelaufen, und zwar in einem Ausmaß, daß große Klassiker der politmedialen Bewußtseinsschärfung wie Noelle-Neumanns Öffentliche Meinung und soziale Kontrolle allmählich musealen Charakter annehmen. Wikipedia ist dabei innerhalb des rhizomatischen Informationsgeflechts von zentraler Bedeutung, allein schon aufgrund der engen Verzahnung mit Google als wichtigster Suchmaschine.

Und eben deshalb kommt den dortigen systematischen Verzerrungen solche Bedeutung zu – für den zivilen Leser ebenso wie für Kombattanten des kognitiven Geplänkels, dienen doch die einschlägigen Wikipedia-Artikel oftmals nicht nur als Steinbruch, sondern regelrecht als Vorlage für die "Berichterstattung" in sämtlichen größeren Netz- wie Printmedien.

Nun lebt Wikipedia bekanntlich davon, daß theoretisch jeder ständig alles bearbeiten und "korrigieren" kann – so soll die "Schwarmintelligenz" für eine bestmögliche Ausgestaltung der Informationen sorgen. In der Realität sieht das aber selbstverständlich ganz anders aus:

Nicht nur legen dort "sachliche" bis dezidiert rechte Autoren, soweit es sie denn überhaupt gibt und sie nicht mittelfristig entnervt aufgeben oder als "Trolle" virtuell ausgesperrt werden, verständlicherweise ein weit weniger leidenschaftliches Verhältnis zur Enzyklopädie an den Tag als ihre bestmenschlich engagierten Gegenspieler (siehe auch "Feliks", dessen Wikipedia-"Arbeitszeit" Roewer mit einem Vollzeitjob verglichen hat).

Darüber hinaus ergehen sie sich – ein bißchen wie im echten Leben – leider allzuoft im ausschweifenden Wehklagen über all die Gemeinheiten seitens linker Autoren mit ihren einseitigen Quellen, einseitigen Interpretationen und einseitigen Gewichtungen, anstatt sich mit den wichtigsten Wikipedia-Grundregeln (etwa den "Relevanzkriterien") vertraut zu machen und es den Schmierfinken und tapferen anonymen Tastaturrittern weniger leicht zu machen, einmal angebrachte Korrekturen o.ä. umgehend wieder zu entfernen. Wer sich darauf einläßt, ein Spiel nach den Regeln des Feindes zu spielen, muß darin nun einmal besser sein – es reicht nicht, bloß unablässig um Fairneß zu betteln.

Zweitens sind erfahrungsgemäß auch immer noch viel zu viele von "uns" der Ansicht, man würde in der Auseinandersetzung mit Zeitgenossen wie "Feliks" oder dem besonders bedauernswerten Früchtchen Jerome "Merz" Trebing so etwas wie Verrat an irgendeinem diffusen Ethos begehen, wenn man von einer Haltung des ewigen Erduldens und adenauerschen »Die einen kennen mich, die anderen können mich« abrückte und auf gleicher Augenhöhe gewaltfrei "zurückschlüge", eben durch eine, meist gar nicht besonders komplizierte, Recherche, die heute modisch "Dox" heißt und für die andere Feldpostnummer zum Standardrepertoire gehört.

Nun, die Erfolge sprechen wohl für sich – über Fragen der "Ritterlichkeit" im Informationszeitalter können wir (ebenso wie über solche von Christentum vs. Neuheidentum und was es an unnötigen und volksspaltenden Nebenkriegsschauplätzen nicht noch alles gibt) gerne wieder ausufernd salbadern, wenn wieder geordnete Verhältnisse eingekehrt sind!

Der alternative US-Kabarettist Sam Hyde hat das "moralische" Grundrauschen der uns gegenüberstehenden Meinungsformer, zu denen natürlich auch Wikipediaautoren gehören, auf den Punkt gebracht:

Vergeßt nicht, daß diese Leute euch pleite und tot sehen wollen, eure Kinder geschändet und gehirngewaschen, und daß sie das alles auch noch lustig finden.

Helmut Roewer ist naturgemäß etwas zurückhaltender, aber stellt ebenso zutreffend fest:

Hier erfüllen Leute ungehindert einen Kampfauftrag hinter der Maske der Anonymität. Sie denunzieren und verunglimpfen, was das Zeug hält. Wenn die Demaskierung droht, werden sie, wie alle Feiglinge, weinerlich und schwätzen vom bedrohten Persönlichkeitsrecht. In Wirklichkeit haben sie sich selbst durch ihr Tun in die Öffentlichkeit begeben. Ungezählte Geschädigte haben ein Recht zu erfahren, wer dieses anonyme Gesindel in Wirklichkeit ist.

Es gibt keinen, wirklich keinen einzigen sachlich-sinnvollen Grund, freiwillig auf Waffengleichheit zu verzichten. Dafür zu sorgen, daß auch Nicht-Rechte für ihre Tatsachenbehauptungen geradezustehen haben, ist ein grundlegender Schritt in diese Richtung. Und »das Ende der Party« zu wollen, hat quasi immer schon auch LAN-Parties mitgemeint.


Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.


Kommentare (16)

John Haase
6. März 2019 21:28

Fairneß ggü. dem Gegner ist nur sinnvoll, wenn u.a.

1. Die andere Seite einen nicht vernichten, sondern nur besiegen möchte
2. Man erwarten darf, zumindest meistens von den Kräften des Gegners ebenso fair behandelt zu werden
3. Der Gegner über die Fähigkeit verfügt, eigenes Fehlverhalten als solches zu erkennen
4. Der Gegner eigene Verstöße ahndet

Da nichts davon zutrifft, ist Fairness gegenüber Linken grundsätzlich falsch. Moralisch falsch ist sie genauso. Diese Leute hassen alles, was wir lieben und was edel, hilfreich und gut ist. Es ist von entscheidender Bedeutung, daß dieser Abschaum endlich einmal die Konsequenzen seiner Verkommenheit spürt und lernt, daß man nicht mehr mit allem davonkommen kann.

Der_Juergen
6. März 2019 23:23

Wie wohl die meisten von uns schlage ich häufig bei Wikipedia nach. Meine Hauptinteressen sind Linguistik, Zeitgeschichte und Politik.

Auf dem Feld der Linguistik ist Wikipedia eine äusserst seriöse und informative Quelle. Besonders angenehm fällt hier auf, dass regelmässig Gegenpositionen erwähnt und zusammengefasst werden, und zwar stets sachlich, ohne jede Diffamierung und Hetze. Beispielsweise finden sich in den Einträgen über Joseph Greenberg und seine umstrittene These, wonach alle Eingeborenensprachen Nord-, Mittel- und Südamerikas in nur drei Gruppen (Eskimo-Aleut, Na-Dene und "Amerindian") zerfallen, neben einer korrekten Zusammenfassung von Greenbergs These und Hinweise auf ihre Unterstützer auch viele Querverweise auf die Kritiker von "Amerind". Ich folgere hieraus, dass die Autoren, die bei Wikipedia über Linguistik schreiben, qualifizierte Fachleute sind und dass die Redaktion ihnen nicht ins Handwerk pfuscht, weil sie erstens vom Thema keine Ahnung hat und dieses zweitens nicht politisch relevant ist.

Hinsichtlich zeitgeschichtlicher und politischer Fragen ist Wikipedia allenfalls noch brauchbar, wenn es darum geht, unbestrittene Fakten zu erfahren, beispielsweise welchen Rang Otto Skorzeny bekleidete, oder wann und warum Willy Brandt zurücktreten musste. Ansonsten ist die Berichterstattung der Internet-Enzyklopädie (vor allem der deutschen Fassung; die englische ist oft fairer) erbärmlich. In Bezug auf rechte Autoren und Positionen begnügt sich Wikipedia meist mit Hetze und Schimpfkanonaden. Wer weltpolitische Vorgänge anders erklärt, als es in der Bildzeitung oder im Spiegel getan wird, ist grundsätzlich ein "Verschwörungstheoretiker". Die Verfasser dieser Beiträge scheinen wahre Ausbünde an Dummheit und Bigotterie zu sein.

Zu den beliebtesten Techniken von Wikipedia gehört es, bei Einträgen über rechtsgerichtete Denker oder Politiker alle möglichen "Rechtsextremismus-Experten" zu zitieren, als ob das ein akademisch anerkannter Titel wäre. Jeder Volltrottel kann sich schliesslich als "Rechtsextremismus-Experte" bezeichnen und irgendwelche "rechtsextremen" Säue durchs Dorf jagen. Ein Beispiel gefällig? Hier einige Auszüge aus dem Wikipedia-Eintrag zu Götz Kubitschek. Dieser

"verwendet völkisch-nationalistische Textelemente, wie Kellershohn herausarbeitet";
"schlug gegen die Wahlgleichheit sprechende Änderungen des demokratischen Wahlrechts vor, die Kellershohn an Propagandabeiträge von Walter Schotter, des Chefideologen von Franz von Papen, erinnerten";
"Der Politikwissenschaftler Hajo Funke sieht Kubitschek 'in der Tradition von Konservativer Revolution und Faschismus'";
"2016 veröffentlichte der Fachjournalist Andreas Speit u. a. Recherchen, die zeigen, dass Kubitschek und seine Frau Kontakt zum NPD-Funktionär Arne Schimmer unterhalten";
"Der Journalist Alan Posener beschuldigte Kubitschek (…) des Antisemitismus. Kubitschek reagierte mit einem weiteren antisemitischen Artikel gegen den Juden Posener mit dem Titel 'Ein vergifteter Brunnen - Alan Posener zugedacht'";
"Die Literaturwissenschaftlerin Helga Druxer attestierte Kubitschek, ein rechtsextremer Demagoge zu sein";
"Für Andrea Röpke, Rechtsextremismusexpertin, haben er (d. h. Kubitschek) und Elsässer massiv dazu beigetragen, die rassistische Pegida-Bewegung zu radikalisieren."

Denunzianten und geistige Nullen, die sich ihrer absoluten intellektuelle Sterilität und ihrer moralischen Minderwertigkeit innerlich wohl bewusst sind und deshalb in ohnmächtigem Hass auf Menschen eindreschen, die ihnen geistig und moralisch turmhoch überlegen sind, gelten bei Wikipedia (wie übrigens auch in den Qualitätsmedien) als "Fachleute".

"Unzählige Geschädigte haben ein Recht zu erfahren, wer dieses anonyme Gesindel in Wirklichkeit ist", schreibt Helmut Roewer. Ja, das haben sie.

Waldgaenger aus Schwaben
7. März 2019 07:23

Jeder kann seine eigene wikipedia erstellen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wiki

Bei uns in der Arbeit gibt es auch ein "wiki" als firmeninterne "Wissensdatenbank".

Ein eigenes wiki kann natürlich auch online gestellt werden.
Das Projekt wikiMANNia ist ein solches Projekt:

"WikiMANNia ver­zich­tet auf einen neu­tra­len Stand­punkt und bietet eine feminis­mus­freie Er­gän­zung zum Infor­ma­tions­an­gebot des Internets. WikiMANNia ist die Antithese zur feministischen Opfer- und Hass­ideologie. "

Zum Artikel:
Das Bekanntmachen anonymer Denunzianten ist grundsätzlich richtig. Ich und der Autor begrüßen dass natürlich nur solange, wie es nicht gegen geltendes Recht verstößt. Dessen bin ich mir sicher, wirklich. (kein Smiley, weil hier unerwünscht).

Roewer schreibt in einem der verlinkten Artikel

"Erst wenn man die Rede auf die sogenannten Umstrittenen, beispielsweise auf den Wissenschaftsscharlatan Albert Einstein oder auf Abstammungs-Theoretiker Charles Darwin, bringt, werden die Urteile differenzierter ausfallen."

Also ich kann da keine Ironie oder so etwas sehen. Wenn Herr Roewer wirklich meint, dass Einstein ein Wissenschaftsscharlatan sei, dann tut er sich und seinem Anliegen, das auch das unsere ist, keinen Gefalllen, dies hinaus zu posaunen.

Der_Juergen
7. März 2019 09:32

@Einstein hat die Relativitätstheorie zumindest teilweise bei dem Franzosen Poincare abgekupfert, ohne diesen als Quelle zu nennen - und dies, obgleich er Poincares Schriften spätestens seit 1902 kannte.

Über die Richtigkeit der Relativitätstheorie ist damit übrigens noch nicht gesagt. Aber ein Plagiator darf ruhigen Gewissens als Scharlatan bezeichnet werden, unabhängig davon, ob seine Thesen stimmen.

Und warum soll man das hier "nicht herausposaunen" dürfen? Ist da etwa wieder dieser verflixte Elefant im Raum?

Nils Wegner
7. März 2019 09:55

Wie mir noch gestern abend jemand schrieb, ist man in der Alpenrepublik erwartungsgemäß schon ein Stückchen weiter in der Setzung der richtigen Prioritäten. In der aktuellen Ausgabe des Magazins Alles roger? geht es wohl u.a. auch um ein gezieltes Vorgehen aus freiheitlichen Parteikreisen, die natürlich nochmal andere Möglichkeiten haben als Privatpersonen, gegen die Zersetzungsseite "FPÖ-Fails". Da sind offenbar auch noch eine ganze Menge "Engagierte" aus der Deckung zu holen.

Die AfD täte gut daran, sich ein Beispiel zu nehmen und ihre – selbst wenn noch im Aufbau befindlichen – Strukturen auch an der EloKa-Front in ihrem eigenen Interesse einzusetzen. Die anderen tun es ebenfalls, schon deutlich länger und im Zweifelsfall geübter, es gibt also viel aufzuholen. Der weinerliche Bericht im aktuellen Spiegel darüber, wieviel "Angst" BT-Abgeordnete von Grünen und Linkspartei jetzt haben müssen (so sehr, daß sie sich abends sogar zum "Arbeiten" in ihren Büros einschließen, damit ihnen keine AfD-Fraktionsmitarbeiter auflauern können...), regt nicht nur zu einem herzlichen Lächeln an, sondern bestätigt auch: Ihre eigene Medizin schmeckt diesen Leuten ganz und gar nicht.

Und @Waldgaenger:
1) Das "Jeder kann selbst..."-Argument zieht, wie erwähnt, aufgrund der o.g. bevorzugten Suchmaschinenindizierung nicht. Außerdem braucht ein Wiki, das zu mehr als zur reinen Selbstdarstellung dienen soll, einen entsprechenden Mitarbeiterstamm, der viel Zeit und Mühe investiert – und jene, die zu so etwas bereit sind, werden in der Regel bereits von Wikipedia (oder meinetwegen auch WikiMANNia, Metapedia und was es zur weiteren Zerstreuung nicht noch alles gibt) eingenommen. Ein Zeitvertreib, aber mehr auch nicht.
2) Was die einschlägigen Vorwürfe gegen Einstein anbelangt, so dreht es sich da m.W.n. in erster Linie um seinen Aufsatz »Zur Elektrodynamik bewegter Körper« von 1905. Ich bin da kein Profi, und ehrlich gesagt interessiert es mich auch überhaupt nicht. Wenn Sie allerdings der Meinung sind, daß man im Sinne irgendwelcher ominösen Anliegen, die angeblich auch "unsere" (wer ist "wir"?) sein sollen, über so etwas nicht sprechen dürfe, dann kann es gut sein, daß in Ihrem Kopf noch einige Residuen feindlichen Denkens herumspuken, die Sie dringend exerzieren sollten – vielleicht mit einem guten Buch?

RMH
7. März 2019 10:18

Was ist den in diesem Zusammenhang von "psiram" zu halten?

Was, von den auf youtube vielfach zu findenden Einträgen aus "Wikihausen", die maßgeblich von einer "Gruppe 42" veröffentlicht werden?

Das durchaus zwiespältige an der Diskussion über Wikipedia ist, dass es eigentlich recht klare Regeln gibt und man sich manchmal bis oft auch in der Tat nicht beschweren darf, wenn ein Artikel nicht genau so ist, wie er einmal war oder wie man ihn sich selber wünschen würde (ist ja auch kein Wunschkonzert).

Auf der anderen Seite gehen die Vorwürfe gegen das deutsche Wiki ja offenbar maßgeblich dahin, dass sich hier eine Art von Clique gebildet hat, die sich eben gerade nicht an die Wiki-Regeln halten und eben munter drauf los arbeiten, wie es ihnen oder - und hier fängt eben gerade das Ungeklärte bzw. der Verdacht an - ihren "Auftraggebern" gefällt.

Bei Wikipedia bestätigt sich der alte Spruch "Wissen ist Macht" auch dahingehend, dass es eben auch Macht ist, wer eine solche bedeutsame Wissensquelle kontrollieren kann.

Niekisch
7. März 2019 11:58

"..selbst die hiesige Kommentatoren-Alterskohorte um den Geburtsjahrgang 1947 wird ehrlicherweise nicht behaupten können, diesem mächtigen Trend nicht unterlegen zu sein"

@ Nils Wegner : Bingo! Geburtsjahrgang 1949. Da muß ich mich wohl zur Kohorte rechnen und gebe wie erwünscht ganz ehrlich zur Antwort: Erst das Gedächtnis, dann das oder die passenden Bücher, zur Kontrolle unter größtem Mißtrauen wiki. Also kein Unterliegen, sondern hilfsweises Nutzen.

Ich begleite gerade ein wissenschaftliches Projekt zu 1918/19. Es gibt viele streitige Fragen zum Übergang von der Monarchie zum Parlamentarismus, hinsichtlich derer Wiki völlig unergiebig ist, Lösungen sich vielmehr aus "alter" Literatur ergeben, die heute bewußt gemieden wird, die wir Kohortenangehörigen aber noch in den Schränken, um die Beine der Schreibtische oder im trockenen Keller gelagert haben. Nerues kommt ebenfalls nicht zu kurz. Ich empfehle schnell mal für die metapolitische Arbeit Kaube, Jürgen, Die Anfänge von Allem, Rowohlt, Januar 2019. Da können wir bei wiki lange suchen, um die Anfänge menschlicher Entwicklung derart geballt eingängig und seriös geschildert zu bekommen. Nein, wir finden sie nur zerhackt wie einen Teller Nüsse. Die Recherche zum Überprüfen der Thesen des Autors allerdings ist mit wiki und metaGer spannend.

Nils Wegner
7. März 2019 13:37

@ Niekisch:
Ist bestimmt ein ganz tolles Projekt, aber hat mit der von Ihnen herausgestellten Passage überhaupt nichts zu tun. Auch und gerade bei der Begleitung wissenschaftlicher Projekte ist es empfehlenswert, komplett zu zitieren:

»Ganz besonders um Informationen zu "umstrittenen" Personen. Und das gilt für ausnahmslos alle Interessenten, egal ob Mitschüler, Kommilitonen, Kollegen, potentielle Arbeitgeber oder potentielle Schwiegereltern. Das muß man nicht für gut befinden, es läßt sich aber nicht gesundbeten, wegwünschen oder kleinreden, [...]«

Was über Persönlichkeiten der Zeitgeschichte bei Wikipedia etc. teilweise verbrochen wird, ist ärgerlich, tut aber im Zweifelsfall nur demjenigen weh, der Falschinformationen zitiert. Mir geht es hier (abgesehen von der ganz profanen Verfügbarkeit: Google hat jeder schnell zur Hand, einen Bibliotheksbestand meist eher nicht) um heute lebende Menschen, Zeitgenossen, die Sie wohl kaum in Ihren Büchern finden werden – schon gar nicht bei Jürgen Kaube.

Niekisch
7. März 2019 14:10

@ Nils Wegner 7.3. 13:37:

Nun gut, ich hätte vollständig zitieren sollen. Entschuldigen Sie dies bitte.
Jeder mag ja recherchieren, wie er es für effektiv und zielführend hält. Auch bei Personen im Umfeld oder informationsmäßig erreichbarer Nähe halte ich es bisher immer mit der direkten Ansprache. Hätte es damals das Netz gegeben, hätte ich zuerst meine spätere Frau beispielsweise nach dem Beruf der Eltern gefragt als Dritte oder Medien zu Rate gezogen.

Ansonsten bin ich mir der Bedeutung des Arbeitens mit den neuen Medien durchaus bewußt. Der Kampf wird dort auch entschieden werden, wenn nicht durch unser aller Feind in Kürze eine Minensperre gelegt wird.

Waldgaenger aus Schwaben
7. März 2019 14:28

@Nils Wegner

Es war nur ein wohlgemeinter Ratschlag von mir.
Im Laufe des Lebens - wenn gleich ich nicht zur Alterskohorte 1947 gehöre - erwirbt man sich gewisse Erfahrungsgrundsätze. Manche nennen es auch Vorurteile. Diese Erfahrungsgrundsätze sagen mir, und wohl anderen meiner Alterskohorte++ auch, dass Laien, die meinen in zentralen Grundsätzen der Mathematik, Medizin und Naturwissenschaften es besser zu wissen, als die Fachwelt, auch sonst zu eher abseitigen Thesen tendieren. Und da ich nicht jede einzelne These überprüfen kann, treffe ich halt anhand meiner Erfahrungsgrundsätze eine gewisse Vorauswahl.
Zum Beispiel:
Exotische Steuertipps eines Impfgegners würde ich auch nicht in die engere Wahl nehmen, auch wenn sie vielleicht am Ende gut und richtig wären.

Von einer tiefen Menschlichkeit Ihrerseits zeugt der Vorschlag "einige Residuen feindlichen Denkens" die in meinem Kopf "herumspuken" mittels eines guten Buches zu eliminieren. Ich gehe dabei davon aus, dass ich dieses Buch lesen sollte und es nicht mittels der Dynamik Bewegter Körper auf mein Denken einwirken soll.

Bezüglich der Austreibung falschen Denkens aus Köpfen gab und gibt es deutlich inhumanere Ideen. Danke.

Laurenz
7. März 2019 16:21

Also, interessant geschrieben, aber etwas viel Opfer-Gejammer. Auch ohne Jahrgang 47 zu sein, ist Wikipedia-Nutzung vollkommen in Ordnung. Wenn einem da was nicht paßt, kann man Gegenteiliges veröffentlichen und für viel Geld bei Gugel ganz vorne stehen lassen. Da geschriebenes Wort immer menschlich ist, existiert auch kein fehlerfreies Wort, und es liegt an jedem selbst, das Gelesene auf Plausibilität zu überprüfen. Das ist beim Lesen der Bibel, des Kapitals oder bei Mein Kampf auch nicht anders. Die Aufforderung zu glauben, bedeutet, die Plausibilitätsprüfung zu unterlassen. Aber wer fordert das hier?

Michael B.
7. März 2019 22:17

> Aber ein Plagiator darf ruhigen Gewissens als Scharlatan bezeichnet werden

Die Frage nach sowohl Umfang als auch genauem Inhalt der diesbezueglichen Einsteinschen Passagen seiner Veroeffentlichungen sollte bei dieser Wortwahl m.E. allerdings Zusammenspiel von Eigenem und Fremdem belegbar wichten und interpretieren. Bei Einstein ist die Form der Wissensschoepfung schon ganz ohne Plagiatsvorwurf und negative Bewertung offensichtlich nicht ganz einfach:

https://en.wikipedia.org/wiki/Relativity_priority_dispute

Mit Plagiat ist das aber sicher hoechst ungenuegend bewertbar. Die Interaktion der damaligen Mitspieler war sehr eng und ist sicher nicht mit einfachem Abschreiben bundesdeutscher Politiker mit hoeheren universitaeren Scheinen zu vergleichen. Da gibt es hochfrequente gegenseitige Befruchtungen und speziell in der Interpretation der Erkenntnisse hat Einstein unzweifelhaft exklusiv groessere Teile des letztlichen qualitativen Sprungs vollzogen.
Ich kenne mich sich nicht mit allen oben angesprochenen Fragen aus, aber zumindest von Minkowski, Poincare und Hilbert sind mir groessere Teile der Originalarbeiten aus dieser Zeit bekannt und die stuetzen dieses Bild.

Spraenge jetzt hier noch ein Feminist herum, wuerde dem Ganzen sicher auch noch die Frage der Ableitung der mathematischen Unterlegung der allgemeinen Relativitaetstheorie durch Einsteins erste Frau abgewonnen werden. Kann vieles sein oder nicht sein, das aendert nichts an der durch eine ganz eigenstaendige seltene Konsequenz entstandenen Qualitaet der neuen Interpretation durch Einstein selbst.

Andreas Walter
7. März 2019 23:38

@Der_Juergen

"Ist da etwa wieder dieser verflixte Elefant im Raum?"

Hihiiii, jaaaaa! Er ist es! Wer denn auch sonst?

Doch nehmen Sie es bitte unbedingt mit Humor (Glaube an das ewige Leben), trotz der vielen Millionen Toten bereits schon im letzten Jahrhundert. Denn was könnte mehr Sicherheit und Klarheit schaffen als eine ewige Konstante. Ich finde (mittlerweile) diese Erkenntnis darum regelrecht erlösend. Sie etwa nicht? Eine ewige Wahrheit, die darum die Menschheit auch noch in 1.000 oder sogar 10.000 Jahren begleiten wird. Wie eine Art kosmische Uhr, an der sich alle jederzeit und überall orientieren können, komme da (fast?) was wolle. Sie verstehen (darum) doch (auch) meine in Rätsel geschriebenen Worte (und Botschaften)? Oder?

https://www.youtube.com/watch?v=zUZKii_MM4c

Matthäus 13:16

P.S.: https://jungefreiheit.de/debatte/streiflicht/2019/wenn-nachdenkliche-verstummen/

Verstummen? Stumm sind nur die Dummen.

Michelle
8. März 2019 00:06

@Der_Juergen
Es gibt bei WP keine Reaktion!
Viele machen ansonsten den Fehler, dass sie etwas Ärgerliches in der WP lesen und dann drauf los korrigieren, nicht ohne andere Editoren auf der Disk harsch anzugehen. Dann wundern sie sich , Wenn ihre Edits rückgängig gemacht werden. Fort an schimpfen sie über WP und machen dort nichts mehr. Was man vor allem dort benötigt, ist Zeit und Geduld. Man muss die Regeln strikt befolgen, abgewogen argumentieren, mit mainstream Medien belegen und möglichst mit ein oder zwei Partnern an einem Artikel drin bleiben. So schnell mal eben, womöglich noch unangemeldet, geht gar nichts. Eine Veränderung und Verbesserung sind aber durch aus möglich. Man muss sich nur auf die Logik einlassen Und eben bereit sein, Zeit und Mühe zu investieren, entsprechende Rechte durch Edits, die nicht rückgängig gemacht werden, erwerben und die dort üblichen Kürzel erlernen. Es geht, wenn man will!

RMH
8. März 2019 11:02

@Michelle,

da Sie ja offenbar auch ab und an bei Wikipedia mitzuschreiben scheinen:

Was halten Sie von den immer wieder kolportierten Vorwürfen, dass es hier in Deutschland eine Clique auch "Junta" genannt, geben soll, die sich eben gerade nicht an die Wiki-Regeln halten muss und die bei politisch brisanteren Themen gerne herein grätscht bzw. ihre Linie durchzieht?

Michelle
11. März 2019 00:08

@RMH
Ich denke, die Schlagseite ergibt sich aus dem quantitativen System der Meritokratie, das eben zu Admins führt, die dem Piratentypusventsprechen: männliche Linke Nerds, die viel Zeit haben und denen die WP-Hierarchie ein Statussymbol ist. Es werden aber schon auch Artikek tendenziell verbessert, siehe Jürgen Kaube, Host Möller oder Stefan Scheil. Übel sieht es bei AfD, Pegida, Legida etc. aus, auch bei Klimaleugnern etc.