Die Maske fällt – Wikipedia-Anschwärzer enttarnt

... und nicht einmal mehr bundesbürgerliche Richter können helfen: Ein weiterer Wikipedia-Anschwärzer ist nun endgültig und amtlich beglaubigt aufgeflogen!

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

Dies­mal sogar ein im wahrs­ten Wort­sinn “haupt­amt­li­cher Mit­ar­bei­ter”, hat sich der umtrie­bi­ge “Feliks” doch schon vor gerau­mer Zeit – Über­ra­schung, Über­ra­schung – als Staats­die­ner im Sold einer baye­ri­schen Behör­de her­aus­ge­stellt. Dar­aus kann jeder selbst sei­ne Schlüs­se zie­hen; die gan­ze Geschich­te eröff­nen möge die Ori­gi­nal­do­ku­men­ta­ti­on (Ach­tung: mit deut­scher Lan­des-Domain u.U. aus recht­li­chen Grün­den – noch – nicht abruf­bar) …

… und für alles wei­te­re hat sich Hel­mut Roewer, nun mal Exper­te für behörd­li­che Zer­set­zung und Des­in­for­ma­ti­on, bereits im Herbst ver­gan­ge­nen Jah­res hier treff­lich geäu­ßert. Die (auch sti­lis­ti­sche) Krö­nung des Gan­zen hat er jedoch erst am ver­gan­ge­nen Frei­tag bei COMPACT gelie­fert – eine mus­ter­gül­ti­ge, süf­fi­san­te Erle­di­gung, deren Lek­tü­re selbst völ­lig Des­in­ter­es­sier­ten anemp­foh­len sei.

Der Arti­kel erschien aus gege­be­nem Anlaß: “Feliks” bzw. “Jör­gi-Jör­gi-Jörg” (um hier sei­ne Gesin­nungs­ge­nos­sen von K.I.Z. abzu­wan­deln) ist näm­lich vor Gericht gerannt und geschei­tert – er muß es sich nun gefal­len las­sen, daß sein tsche­kis­ti­scher Deck- und sein ulkig geän­der­ter Klar­na­me mit­ein­an­der ver­bun­den werden.

Wie vor ihm bereits der ähn­lich über­mü­tig gewor­de­ne Andre­as “Schwar­ze Feder” Kem­per spielt seit sei­ner Nie­der­la­ge nun auch “Feliks” den betont Läs­si­gen und doku­men­tiert – falls die Öffent­lich-Recht­li­chen noch eine rühr­se­li­ge Geschich­te von “Gesicht zei­gen” und ver­folg­ter Unschuld suchen soll­ten – sei­nen “Fall”. Natür­lich gibt es in den unend­li­chen Wei­ten des Net­zes ein auf sol­ches Geha­be exakt pas­sen­des Mem, das sogar ein wenig dem rea­len trau­ri­gen “Feliks” ähnelt (Goog­le hilft beim Vergleich) …

Nun aber – einst­wei­len – genug der Scha­den­freu­de. Denn tat­säch­lich wur­de ich um die­se Ein­ord­nung gebe­ten, weil ers­tens genug Gön­nern und Mit­strei­tern auf unse­rer Sei­te der Infor­ma­ti­ons­front nach wie vor schlei­er­haft ist, inwie­weit eine Domä­ne wie Wiki­pe­dia (ganz zu schwei­gen vom Inter­net ins­ge­samt) von Bedeu­tung sein soll.

Nun, kurz und bün­dig: Was heu­te nicht im Inter­net steht, exis­tiert nicht – und umge­kehrt wird das Netz immer zuerst befragt, wenn es um bün­di­ge und mög­lichst geziel­te Infor­ma­tio­nen geht. Gera­de um Infor­ma­tio­nen zu Personen.

Ganz beson­ders um Infor­ma­tio­nen zu “umstrit­te­nen” Per­so­nen. Und das gilt für aus­nahms­los alle Inter­es­sen­ten, egal ob Mit­schü­ler, Kom­mi­li­to­nen, Kol­le­gen, poten­ti­el­le Arbeit­ge­ber oder poten­ti­el­le Schwie­ger­el­tern. Das muß man nicht für gut befin­den, es läßt sich aber nicht gesund­be­ten, weg­wün­schen oder klein­re­den, und selbst die hie­si­ge Kom­men­ta­to­ren-Alters­ko­hor­te um den Geburts­jahr­gang 1947 wird ehr­li­cher­wei­se nicht behaup­ten kön­nen, die­sem mäch­ti­gen Trend nicht unter­le­gen zu sein.

Das Inter­net hat damit den übli­chen Medi­en längst den Rang abge­lau­fen, und zwar in einem Aus­maß, daß gro­ße Klas­si­ker der polit­me­dia­len Bewußt­s­eins­schär­fung wie Noel­le-Neu­manns Öffent­li­che Mei­nung und sozia­le Kon­trol­le all­mäh­lich musea­len Cha­rak­ter anneh­men. Wiki­pe­dia ist dabei inner­halb des rhi­zo­ma­ti­schen Infor­ma­ti­ons­ge­flechts von zen­tra­ler Bedeu­tung, allein schon auf­grund der engen Ver­zah­nung mit Goog­le als wich­tigs­ter Suchmaschine.

Und eben des­halb kommt den dor­ti­gen sys­te­ma­ti­schen Ver­zer­run­gen sol­che Bedeu­tung zu – für den zivi­len Leser eben­so wie für Kom­bat­tan­ten des kogni­ti­ven Geplän­kels, die­nen doch die ein­schlä­gi­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel oft­mals nicht nur als Stein­bruch, son­dern regel­recht als Vor­la­ge für die “Bericht­erstat­tung” in sämt­li­chen grö­ße­ren Netz- wie Printmedien.

Nun lebt Wiki­pe­dia bekannt­lich davon, daß theo­re­tisch jeder stän­dig alles bear­bei­ten und “kor­ri­gie­ren” kann – so soll die “Schwar­min­tel­li­genz” für eine best­mög­li­che Aus­ge­stal­tung der Infor­ma­tio­nen sor­gen. In der Rea­li­tät sieht das aber selbst­ver­ständ­lich ganz anders aus:

Nicht nur legen dort “sach­li­che” bis dezi­diert rech­te Autoren, soweit es sie denn über­haupt gibt und sie nicht mit­tel­fris­tig ent­nervt auf­ge­ben oder als “Trol­le” vir­tu­ell aus­ge­sperrt wer­den, ver­ständ­li­cher­wei­se ein weit weni­ger lei­den­schaft­li­ches Ver­hält­nis zur Enzy­klo­pä­die an den Tag als ihre best­mensch­lich enga­gier­ten Gegen­spie­ler (sie­he auch “Feliks”, des­sen Wikipedia-“Arbeitszeit” Roewer mit einem Voll­zeit­job ver­gli­chen hat).

Dar­über hin­aus erge­hen sie sich – ein biß­chen wie im ech­ten Leben – lei­der all­zu­oft im aus­schwei­fen­den Weh­kla­gen über all die Gemein­hei­ten sei­tens lin­ker Autoren mit ihren ein­sei­ti­gen Quel­len, ein­sei­ti­gen Inter­pre­ta­tio­nen und ein­sei­ti­gen Gewich­tun­gen, anstatt sich mit den wich­tigs­ten Wiki­pe­dia-Grund­re­geln (etwa den “Rele­vanz­kri­te­ri­en”) ver­traut zu machen und es den Schmier­fin­ken und tap­fe­ren anony­men Tas­ta­tur­rit­tern weni­ger leicht zu machen, ein­mal ange­brach­te Kor­rek­tu­ren o.ä. umge­hend wie­der zu ent­fer­nen. Wer sich dar­auf ein­läßt, ein Spiel nach den Regeln des Fein­des zu spie­len, muß dar­in nun ein­mal bes­ser sein – es reicht nicht, bloß unab­läs­sig um Fair­neß zu betteln.

Zwei­tens sind erfah­rungs­ge­mäß auch immer noch viel zu vie­le von “uns” der Ansicht, man wür­de in der Aus­ein­an­der­set­zung mit Zeit­ge­nos­sen wie “Feliks” oder dem beson­ders bedau­erns­wer­ten Frücht­chen Jero­me “Merz” Tre­bing so etwas wie Ver­rat an irgend­ei­nem dif­fu­sen Ethos bege­hen, wenn man von einer Hal­tung des ewi­gen Erdul­dens und ade­nau­er­schen »Die einen ken­nen mich, die ande­ren kön­nen mich« abrück­te und auf glei­cher Augen­hö­he gewalt­frei “zurück­schlü­ge”, eben durch eine, meist gar nicht beson­ders kom­pli­zier­te, Recher­che, die heu­te modisch “Dox” heißt und für die ande­re Feld­post­num­mer zum Stan­dard­re­per­toire gehört.

Nun, die Erfol­ge spre­chen wohl für sich – über Fra­gen der “Rit­ter­lich­keit” im Infor­ma­ti­ons­zeit­al­ter kön­nen wir (eben­so wie über sol­che von Chris­ten­tum vs. Neu­hei­den­tum und was es an unnö­ti­gen und volks­spal­ten­den Neben­kriegs­schau­plät­zen nicht noch alles gibt) ger­ne wie­der aus­ufernd sal­ba­dern, wenn wie­der geord­ne­te Ver­hält­nis­se ein­ge­kehrt sind!

Der alter­na­ti­ve US-Kaba­ret­tist Sam Hyde hat das “mora­li­sche” Grund­rau­schen der uns gegen­über­ste­hen­den Mei­nungs­for­mer, zu denen natür­lich auch Wiki­pe­dia­au­toren gehö­ren, auf den Punkt gebracht:

Ver­geßt nicht, daß die­se Leu­te euch plei­te und tot sehen wol­len, eure Kin­der geschän­det und gehirn­ge­wa­schen, und daß sie das alles auch noch lus­tig finden.

Hel­mut Roewer ist natur­ge­mäß etwas zurück­hal­ten­der, aber stellt eben­so zutref­fend fest:

Hier erfül­len Leu­te unge­hin­dert einen Kampf­auf­trag hin­ter der Mas­ke der Anony­mi­tät. Sie denun­zie­ren und ver­un­glimp­fen, was das Zeug hält. Wenn die Demas­kie­rung droht, wer­den sie, wie alle Feig­lin­ge, wei­ner­lich und schwät­zen vom bedroh­ten Per­sön­lich­keits­recht. In Wirk­lich­keit haben sie sich selbst durch ihr Tun in die Öffent­lich­keit bege­ben. Unge­zähl­te Geschä­dig­te haben ein Recht zu erfah­ren, wer die­ses anony­me Gesin­del in Wirk­lich­keit ist.

Es gibt kei­nen, wirk­lich kei­nen ein­zi­gen sach­lich-sinn­vol­len Grund, frei­wil­lig auf Waf­fen­gleich­heit zu ver­zich­ten. Dafür zu sor­gen, daß auch Nicht-Rech­te für ihre Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen gera­de­zu­ste­hen haben, ist ein grund­le­gen­der Schritt in die­se Rich­tung. Und »das Ende der Par­ty« zu wol­len, hat qua­si immer schon auch LAN-Par­ties mitgemeint.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

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Kommentare (18)

John Haase

6. März 2019 21:28

Fairneß ggü. dem Gegner ist nur sinnvoll, wenn u.a.

1. Die andere Seite einen nicht vernichten, sondern nur besiegen möchte
2. Man erwarten darf, zumindest meistens von den Kräften des Gegners ebenso fair behandelt zu werden
3. Der Gegner über die Fähigkeit verfügt, eigenes Fehlverhalten als solches zu erkennen
4. Der Gegner eigene Verstöße ahndet

Da nichts davon zutrifft, ist Fairness gegenüber Linken grundsätzlich falsch. Moralisch falsch ist sie genauso. Diese Leute hassen alles, was wir lieben und was edel, hilfreich und gut ist. Es ist von entscheidender Bedeutung, daß dieser Abschaum endlich einmal die Konsequenzen seiner Verkommenheit spürt und lernt, daß man nicht mehr mit allem davonkommen kann.

Der_Juergen

6. März 2019 23:23

Wie wohl die meisten von uns schlage ich häufig bei Wikipedia nach. Meine Hauptinteressen sind Linguistik, Zeitgeschichte und Politik.

Auf dem Feld der Linguistik ist Wikipedia eine äusserst seriöse und informative Quelle. Besonders angenehm fällt hier auf, dass regelmässig Gegenpositionen erwähnt und zusammengefasst werden, und zwar stets sachlich, ohne jede Diffamierung und Hetze. Beispielsweise finden sich in den Einträgen über Joseph Greenberg und seine umstrittene These, wonach alle Eingeborenensprachen Nord-, Mittel- und Südamerikas in nur drei Gruppen (Eskimo-Aleut, Na-Dene und "Amerindian") zerfallen, neben einer korrekten Zusammenfassung von Greenbergs These und Hinweise auf ihre Unterstützer auch viele Querverweise auf die Kritiker von "Amerind". Ich folgere hieraus, dass die Autoren, die bei Wikipedia über Linguistik schreiben, qualifizierte Fachleute sind und dass die Redaktion ihnen nicht ins Handwerk pfuscht, weil sie erstens vom Thema keine Ahnung hat und dieses zweitens nicht politisch relevant ist.

Hinsichtlich zeitgeschichtlicher und politischer Fragen ist Wikipedia allenfalls noch brauchbar, wenn es darum geht, unbestrittene Fakten zu erfahren, beispielsweise welchen Rang Otto Skorzeny bekleidete, oder wann und warum Willy Brandt zurücktreten musste. Ansonsten ist die Berichterstattung der Internet-Enzyklopädie (vor allem der deutschen Fassung; die englische ist oft fairer) erbärmlich. In Bezug auf rechte Autoren und Positionen begnügt sich Wikipedia meist mit Hetze und Schimpfkanonaden. Wer weltpolitische Vorgänge anders erklärt, als es in der Bildzeitung oder im Spiegel getan wird, ist grundsätzlich ein "Verschwörungstheoretiker". Die Verfasser dieser Beiträge scheinen wahre Ausbünde an Dummheit und Bigotterie zu sein.

Zu den beliebtesten Techniken von Wikipedia gehört es, bei Einträgen über rechtsgerichtete Denker oder Politiker alle möglichen "Rechtsextremismus-Experten" zu zitieren, als ob das ein akademisch anerkannter Titel wäre. Jeder Volltrottel kann sich schliesslich als "Rechtsextremismus-Experte" bezeichnen und irgendwelche "rechtsextremen" Säue durchs Dorf jagen. Ein Beispiel gefällig? Hier einige Auszüge aus dem Wikipedia-Eintrag zu Götz Kubitschek. Dieser

"verwendet völkisch-nationalistische Textelemente, wie Kellershohn herausarbeitet";
"schlug gegen die Wahlgleichheit sprechende Änderungen des demokratischen Wahlrechts vor, die Kellershohn an Propagandabeiträge von Walter Schotter, des Chefideologen von Franz von Papen, erinnerten";
"Der Politikwissenschaftler Hajo Funke sieht Kubitschek 'in der Tradition von Konservativer Revolution und Faschismus'";
"2016 veröffentlichte der Fachjournalist Andreas Speit u. a. Recherchen, die zeigen, dass Kubitschek und seine Frau Kontakt zum NPD-Funktionär Arne Schimmer unterhalten";
"Der Journalist Alan Posener beschuldigte Kubitschek (…) des Antisemitismus. Kubitschek reagierte mit einem weiteren antisemitischen Artikel gegen den Juden Posener mit dem Titel 'Ein vergifteter Brunnen - Alan Posener zugedacht'";
"Die Literaturwissenschaftlerin Helga Druxer attestierte Kubitschek, ein rechtsextremer Demagoge zu sein";
"Für Andrea Röpke, Rechtsextremismusexpertin, haben er (d. h. Kubitschek) und Elsässer massiv dazu beigetragen, die rassistische Pegida-Bewegung zu radikalisieren."

Denunzianten und geistige Nullen, die sich ihrer absoluten intellektuelle Sterilität und ihrer moralischen Minderwertigkeit innerlich wohl bewusst sind und deshalb in ohnmächtigem Hass auf Menschen eindreschen, die ihnen geistig und moralisch turmhoch überlegen sind, gelten bei Wikipedia (wie übrigens auch in den Qualitätsmedien) als "Fachleute".

"Unzählige Geschädigte haben ein Recht zu erfahren, wer dieses anonyme Gesindel in Wirklichkeit ist", schreibt Helmut Roewer. Ja, das haben sie.

Waldgaenger aus Schwaben

7. März 2019 07:23

Jeder kann seine eigene wikipedia erstellen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wiki

Bei uns in der Arbeit gibt es auch ein "wiki" als firmeninterne "Wissensdatenbank".

Ein eigenes wiki kann natürlich auch online gestellt werden.
Das Projekt wikiMANNia ist ein solches Projekt:

"WikiMANNia ver­zich­tet auf einen neu­tra­len Stand­punkt und bietet eine feminis­mus­freie Er­gän­zung zum Infor­ma­tions­an­gebot des Internets. WikiMANNia ist die Antithese zur feministischen Opfer- und Hass­ideologie. "

Zum Artikel:
Das Bekanntmachen anonymer Denunzianten ist grundsätzlich richtig. Ich und der Autor begrüßen dass natürlich nur solange, wie es nicht gegen geltendes Recht verstößt. Dessen bin ich mir sicher, wirklich. (kein Smiley, weil hier unerwünscht).

Roewer schreibt in einem der verlinkten Artikel

"Erst wenn man die Rede auf die sogenannten Umstrittenen, beispielsweise auf den Wissenschaftsscharlatan Albert Einstein oder auf Abstammungs-Theoretiker Charles Darwin, bringt, werden die Urteile differenzierter ausfallen."

Also ich kann da keine Ironie oder so etwas sehen. Wenn Herr Roewer wirklich meint, dass Einstein ein Wissenschaftsscharlatan sei, dann tut er sich und seinem Anliegen, das auch das unsere ist, keinen Gefalllen, dies hinaus zu posaunen.

Der_Juergen

7. März 2019 09:32

@Einstein hat die Relativitätstheorie zumindest teilweise bei dem Franzosen Poincare abgekupfert, ohne diesen als Quelle zu nennen - und dies, obgleich er Poincares Schriften spätestens seit 1902 kannte.

Über die Richtigkeit der Relativitätstheorie ist damit übrigens noch nicht gesagt. Aber ein Plagiator darf ruhigen Gewissens als Scharlatan bezeichnet werden, unabhängig davon, ob seine Thesen stimmen.

Und warum soll man das hier "nicht herausposaunen" dürfen? Ist da etwa wieder dieser verflixte Elefant im Raum?

Nils Wegner

7. März 2019 09:55

Wie mir noch gestern abend jemand schrieb, ist man in der Alpenrepublik erwartungsgemäß schon ein Stückchen weiter in der Setzung der richtigen Prioritäten. In der aktuellen Ausgabe des Magazins Alles roger? geht es wohl u.a. auch um ein gezieltes Vorgehen aus freiheitlichen Parteikreisen, die natürlich nochmal andere Möglichkeiten haben als Privatpersonen, gegen die Zersetzungsseite "FPÖ-Fails". Da sind offenbar auch noch eine ganze Menge "Engagierte" aus der Deckung zu holen.

Die AfD täte gut daran, sich ein Beispiel zu nehmen und ihre – selbst wenn noch im Aufbau befindlichen – Strukturen auch an der EloKa-Front in ihrem eigenen Interesse einzusetzen. Die anderen tun es ebenfalls, schon deutlich länger und im Zweifelsfall geübter, es gibt also viel aufzuholen. Der weinerliche Bericht im aktuellen Spiegel darüber, wieviel "Angst" BT-Abgeordnete von Grünen und Linkspartei jetzt haben müssen (so sehr, daß sie sich abends sogar zum "Arbeiten" in ihren Büros einschließen, damit ihnen keine AfD-Fraktionsmitarbeiter auflauern können...), regt nicht nur zu einem herzlichen Lächeln an, sondern bestätigt auch: Ihre eigene Medizin schmeckt diesen Leuten ganz und gar nicht.

Und @Waldgaenger:
1) Das "Jeder kann selbst..."-Argument zieht, wie erwähnt, aufgrund der o.g. bevorzugten Suchmaschinenindizierung nicht. Außerdem braucht ein Wiki, das zu mehr als zur reinen Selbstdarstellung dienen soll, einen entsprechenden Mitarbeiterstamm, der viel Zeit und Mühe investiert – und jene, die zu so etwas bereit sind, werden in der Regel bereits von Wikipedia (oder meinetwegen auch WikiMANNia, Metapedia und was es zur weiteren Zerstreuung nicht noch alles gibt) eingenommen. Ein Zeitvertreib, aber mehr auch nicht.
2) Was die einschlägigen Vorwürfe gegen Einstein anbelangt, so dreht es sich da m.W.n. in erster Linie um seinen Aufsatz »Zur Elektrodynamik bewegter Körper« von 1905. Ich bin da kein Profi, und ehrlich gesagt interessiert es mich auch überhaupt nicht. Wenn Sie allerdings der Meinung sind, daß man im Sinne irgendwelcher ominösen Anliegen, die angeblich auch "unsere" (wer ist "wir"?) sein sollen, über so etwas nicht sprechen dürfe, dann kann es gut sein, daß in Ihrem Kopf noch einige Residuen feindlichen Denkens herumspuken, die Sie dringend exerzieren sollten – vielleicht mit einem guten Buch?

RMH

7. März 2019 10:18

Was ist den in diesem Zusammenhang von "psiram" zu halten?

Was, von den auf youtube vielfach zu findenden Einträgen aus "Wikihausen", die maßgeblich von einer "Gruppe 42" veröffentlicht werden?

Das durchaus zwiespältige an der Diskussion über Wikipedia ist, dass es eigentlich recht klare Regeln gibt und man sich manchmal bis oft auch in der Tat nicht beschweren darf, wenn ein Artikel nicht genau so ist, wie er einmal war oder wie man ihn sich selber wünschen würde (ist ja auch kein Wunschkonzert).

Auf der anderen Seite gehen die Vorwürfe gegen das deutsche Wiki ja offenbar maßgeblich dahin, dass sich hier eine Art von Clique gebildet hat, die sich eben gerade nicht an die Wiki-Regeln halten und eben munter drauf los arbeiten, wie es ihnen oder - und hier fängt eben gerade das Ungeklärte bzw. der Verdacht an - ihren "Auftraggebern" gefällt.

Bei Wikipedia bestätigt sich der alte Spruch "Wissen ist Macht" auch dahingehend, dass es eben auch Macht ist, wer eine solche bedeutsame Wissensquelle kontrollieren kann.

Niekisch

7. März 2019 11:58

"..selbst die hiesige Kommentatoren-Alterskohorte um den Geburtsjahrgang 1947 wird ehrlicherweise nicht behaupten können, diesem mächtigen Trend nicht unterlegen zu sein"

@ Nils Wegner : Bingo! Geburtsjahrgang 1949. Da muß ich mich wohl zur Kohorte rechnen und gebe wie erwünscht ganz ehrlich zur Antwort: Erst das Gedächtnis, dann das oder die passenden Bücher, zur Kontrolle unter größtem Mißtrauen wiki. Also kein Unterliegen, sondern hilfsweises Nutzen.

Ich begleite gerade ein wissenschaftliches Projekt zu 1918/19. Es gibt viele streitige Fragen zum Übergang von der Monarchie zum Parlamentarismus, hinsichtlich derer Wiki völlig unergiebig ist, Lösungen sich vielmehr aus "alter" Literatur ergeben, die heute bewußt gemieden wird, die wir Kohortenangehörigen aber noch in den Schränken, um die Beine der Schreibtische oder im trockenen Keller gelagert haben. Nerues kommt ebenfalls nicht zu kurz. Ich empfehle schnell mal für die metapolitische Arbeit Kaube, Jürgen, Die Anfänge von Allem, Rowohlt, Januar 2019. Da können wir bei wiki lange suchen, um die Anfänge menschlicher Entwicklung derart geballt eingängig und seriös geschildert zu bekommen. Nein, wir finden sie nur zerhackt wie einen Teller Nüsse. Die Recherche zum Überprüfen der Thesen des Autors allerdings ist mit wiki und metaGer spannend.

Nils Wegner

7. März 2019 13:37

@ Niekisch:
Ist bestimmt ein ganz tolles Projekt, aber hat mit der von Ihnen herausgestellten Passage überhaupt nichts zu tun. Auch und gerade bei der Begleitung wissenschaftlicher Projekte ist es empfehlenswert, komplett zu zitieren:

»Ganz besonders um Informationen zu "umstrittenen" Personen. Und das gilt für ausnahmslos alle Interessenten, egal ob Mitschüler, Kommilitonen, Kollegen, potentielle Arbeitgeber oder potentielle Schwiegereltern. Das muß man nicht für gut befinden, es läßt sich aber nicht gesundbeten, wegwünschen oder kleinreden, [...]«

Was über Persönlichkeiten der Zeitgeschichte bei Wikipedia etc. teilweise verbrochen wird, ist ärgerlich, tut aber im Zweifelsfall nur demjenigen weh, der Falschinformationen zitiert. Mir geht es hier (abgesehen von der ganz profanen Verfügbarkeit: Google hat jeder schnell zur Hand, einen Bibliotheksbestand meist eher nicht) um heute lebende Menschen, Zeitgenossen, die Sie wohl kaum in Ihren Büchern finden werden – schon gar nicht bei Jürgen Kaube.

Niekisch

7. März 2019 14:10

@ Nils Wegner 7.3. 13:37:

Nun gut, ich hätte vollständig zitieren sollen. Entschuldigen Sie dies bitte.
Jeder mag ja recherchieren, wie er es für effektiv und zielführend hält. Auch bei Personen im Umfeld oder informationsmäßig erreichbarer Nähe halte ich es bisher immer mit der direkten Ansprache. Hätte es damals das Netz gegeben, hätte ich zuerst meine spätere Frau beispielsweise nach dem Beruf der Eltern gefragt als Dritte oder Medien zu Rate gezogen.

Ansonsten bin ich mir der Bedeutung des Arbeitens mit den neuen Medien durchaus bewußt. Der Kampf wird dort auch entschieden werden, wenn nicht durch unser aller Feind in Kürze eine Minensperre gelegt wird.

Waldgaenger aus Schwaben

7. März 2019 14:28

@Nils Wegner

Es war nur ein wohlgemeinter Ratschlag von mir.
Im Laufe des Lebens - wenn gleich ich nicht zur Alterskohorte 1947 gehöre - erwirbt man sich gewisse Erfahrungsgrundsätze. Manche nennen es auch Vorurteile. Diese Erfahrungsgrundsätze sagen mir, und wohl anderen meiner Alterskohorte++ auch, dass Laien, die meinen in zentralen Grundsätzen der Mathematik, Medizin und Naturwissenschaften es besser zu wissen, als die Fachwelt, auch sonst zu eher abseitigen Thesen tendieren. Und da ich nicht jede einzelne These überprüfen kann, treffe ich halt anhand meiner Erfahrungsgrundsätze eine gewisse Vorauswahl.
Zum Beispiel:
Exotische Steuertipps eines Impfgegners würde ich auch nicht in die engere Wahl nehmen, auch wenn sie vielleicht am Ende gut und richtig wären.

Von einer tiefen Menschlichkeit Ihrerseits zeugt der Vorschlag "einige Residuen feindlichen Denkens" die in meinem Kopf "herumspuken" mittels eines guten Buches zu eliminieren. Ich gehe dabei davon aus, dass ich dieses Buch lesen sollte und es nicht mittels der Dynamik Bewegter Körper auf mein Denken einwirken soll.

Bezüglich der Austreibung falschen Denkens aus Köpfen gab und gibt es deutlich inhumanere Ideen. Danke.

Laurenz

7. März 2019 16:21

Also, interessant geschrieben, aber etwas viel Opfer-Gejammer. Auch ohne Jahrgang 47 zu sein, ist Wikipedia-Nutzung vollkommen in Ordnung. Wenn einem da was nicht paßt, kann man Gegenteiliges veröffentlichen und für viel Geld bei Gugel ganz vorne stehen lassen. Da geschriebenes Wort immer menschlich ist, existiert auch kein fehlerfreies Wort, und es liegt an jedem selbst, das Gelesene auf Plausibilität zu überprüfen. Das ist beim Lesen der Bibel, des Kapitals oder bei Mein Kampf auch nicht anders. Die Aufforderung zu glauben, bedeutet, die Plausibilitätsprüfung zu unterlassen. Aber wer fordert das hier?

Michael B.

7. März 2019 22:17

> Aber ein Plagiator darf ruhigen Gewissens als Scharlatan bezeichnet werden

Die Frage nach sowohl Umfang als auch genauem Inhalt der diesbezueglichen Einsteinschen Passagen seiner Veroeffentlichungen sollte bei dieser Wortwahl m.E. allerdings Zusammenspiel von Eigenem und Fremdem belegbar wichten und interpretieren. Bei Einstein ist die Form der Wissensschoepfung schon ganz ohne Plagiatsvorwurf und negative Bewertung offensichtlich nicht ganz einfach:

https://en.wikipedia.org/wiki/Relativity_priority_dispute

Mit Plagiat ist das aber sicher hoechst ungenuegend bewertbar. Die Interaktion der damaligen Mitspieler war sehr eng und ist sicher nicht mit einfachem Abschreiben bundesdeutscher Politiker mit hoeheren universitaeren Scheinen zu vergleichen. Da gibt es hochfrequente gegenseitige Befruchtungen und speziell in der Interpretation der Erkenntnisse hat Einstein unzweifelhaft exklusiv groessere Teile des letztlichen qualitativen Sprungs vollzogen.
Ich kenne mich sich nicht mit allen oben angesprochenen Fragen aus, aber zumindest von Minkowski, Poincare und Hilbert sind mir groessere Teile der Originalarbeiten aus dieser Zeit bekannt und die stuetzen dieses Bild.

Spraenge jetzt hier noch ein Feminist herum, wuerde dem Ganzen sicher auch noch die Frage der Ableitung der mathematischen Unterlegung der allgemeinen Relativitaetstheorie durch Einsteins erste Frau abgewonnen werden. Kann vieles sein oder nicht sein, das aendert nichts an der durch eine ganz eigenstaendige seltene Konsequenz entstandenen Qualitaet der neuen Interpretation durch Einstein selbst.

Andreas Walter

7. März 2019 23:38

@Der_Juergen

"Ist da etwa wieder dieser verflixte Elefant im Raum?"

Hihiiii, jaaaaa! Er ist es! Wer denn auch sonst?

Doch nehmen Sie es bitte unbedingt mit Humor (Glaube an das ewige Leben), trotz der vielen Millionen Toten bereits schon im letzten Jahrhundert. Denn was könnte mehr Sicherheit und Klarheit schaffen als eine ewige Konstante. Ich finde (mittlerweile) diese Erkenntnis darum regelrecht erlösend. Sie etwa nicht? Eine ewige Wahrheit, die darum die Menschheit auch noch in 1.000 oder sogar 10.000 Jahren begleiten wird. Wie eine Art kosmische Uhr, an der sich alle jederzeit und überall orientieren können, komme da (fast?) was wolle. Sie verstehen (darum) doch (auch) meine in Rätsel geschriebenen Worte (und Botschaften)? Oder?

https://www.youtube.com/watch?v=zUZKii_MM4c

Matthäus 13:16

P.S.: https://jungefreiheit.de/debatte/streiflicht/2019/wenn-nachdenkliche-verstummen/

Verstummen? Stumm sind nur die Dummen.

Michelle

8. März 2019 00:06

@Der_Juergen
Es gibt bei WP keine Reaktion!
Viele machen ansonsten den Fehler, dass sie etwas Ärgerliches in der WP lesen und dann drauf los korrigieren, nicht ohne andere Editoren auf der Disk harsch anzugehen. Dann wundern sie sich , Wenn ihre Edits rückgängig gemacht werden. Fort an schimpfen sie über WP und machen dort nichts mehr. Was man vor allem dort benötigt, ist Zeit und Geduld. Man muss die Regeln strikt befolgen, abgewogen argumentieren, mit mainstream Medien belegen und möglichst mit ein oder zwei Partnern an einem Artikel drin bleiben. So schnell mal eben, womöglich noch unangemeldet, geht gar nichts. Eine Veränderung und Verbesserung sind aber durch aus möglich. Man muss sich nur auf die Logik einlassen Und eben bereit sein, Zeit und Mühe zu investieren, entsprechende Rechte durch Edits, die nicht rückgängig gemacht werden, erwerben und die dort üblichen Kürzel erlernen. Es geht, wenn man will!

RMH

8. März 2019 11:02

@Michelle,

da Sie ja offenbar auch ab und an bei Wikipedia mitzuschreiben scheinen:

Was halten Sie von den immer wieder kolportierten Vorwürfen, dass es hier in Deutschland eine Clique auch "Junta" genannt, geben soll, die sich eben gerade nicht an die Wiki-Regeln halten muss und die bei politisch brisanteren Themen gerne herein grätscht bzw. ihre Linie durchzieht?

Michelle

11. März 2019 00:08

@RMH
Ich denke, die Schlagseite ergibt sich aus dem quantitativen System der Meritokratie, das eben zu Admins führt, die dem Piratentypusventsprechen: männliche Linke Nerds, die viel Zeit haben und denen die WP-Hierarchie ein Statussymbol ist. Es werden aber schon auch Artikek tendenziell verbessert, siehe Jürgen Kaube, Host Möller oder Stefan Scheil. Übel sieht es bei AfD, Pegida, Legida etc. aus, auch bei Klimaleugnern etc.

Brandolf

19. Dezember 2020 20:58

Die Rechercheure Dirk Pohlmann und Markus Fiedler sowie jene der Website Swiss Policy Research haben in Erfahrung gebracht, dass Jörg Egerer aka Feliks Auslandsmitglied der israelischen und auch der US-amerikanischen sowie anderer ausländischer Armeen ist und dieser Funktion mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar an der Waffe gedient haben könnte, womit rechtlich Handhabe vorliegt diesen Denunzianten auszubürgern und ihn entweder in die USA oder nach Israel auszuweisen.

Herr Egerer hat als Judentums-Konvertit laut israelischem Staatsbürgerschaftsrecht Anspruch auf die Staatsbürgerschaft Israels und könnte nach einem politischen Machtwechsel in Deutschland in kürzester Zeit dorthin ausgewiesen werden.

Brandolf

19. Dezember 2020 21:02

Michelle,

Sie scheinen keinerlei Wissen über die tatsächlichen Machtverhältnisse und die tatsächliche Geisteshaltung der dortigen Autoren, Sichter und Administratoren zu besitzen! Ich empfehle Ihnen die wikipedia-kritischen Dokumentarfilme von Herrn Pohlmann und Herrn Fiedler anzusehen.