Sezession
8. März 2019

Debattenkultur, Deplatforming, Dagen

Caroline Sommerfeld / 12 Kommentare

Die Dresdner Buchhändlerin Susanne Dagen hat am Dienstag dem 5. März vor dem Landgericht in Dresden gegen die Tagungs-Veranstalter gewonnen:

Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

Es war nicht rechtens, sie in diesem Rahmen von einem Workshop im Dresdner Hygienemuseum auszuschließen.

Wie Vera Lengsfeld in ihrem Blog berichtet, hatte Dagen unter anderem gegen die Stiftung Deutsches Hygienemuseum geklagt, weil sie im September vergangenen Jahres von einem Workshop der Tagung „Die neue Mitte? Rechte Ideologien und Bewegungen in Europa“ als Teilnehmerin (!) ausgeschlossen worden sei. Die Arbeitsgruppe war von der Amadeu-Antonio-Stiftung veranstaltet worden, es ging um „Echokammern und Filterblasen. Rechte Vernetzung über Social Media“ gehen. Das oben verlinkte Tagungsprogramm bot auf diese Weise ein weiteres Anwendungsbeispiel unseres unverrückbaren „Lichtmesz-Sommerfeld-Gesetzes“.

Susanne Dagen wurde im Hygienemuseum von einer Mitarbeiterin der AAS mit der Begründung abgewiesen, sie arbeite mit den Neuen Rechten zusammen, und würde deshalb das vertrauensvolle Miteinander der Diskutanten stören. Die Echokammer des Hygienemuseums sollte gut isoliert bleiben. Das Landgericht beschied nun, daß ein mit Steuergeldern bezahlter Veranstalter einen angemeldeten Teilnehmer nicht ausschließen darf, weil dieser nicht die Meinung des Veranstalters vertritt. Ein solches Verhalten sei rechtswidrig.

Am 5. April ist ein neuer Termin angesetzt, in dem festgelegt wird, wie hoch das Schmerzensgeld ist, das Dagen zusteht. Die BILD-Zeitung berichtete, verklagt worden sei die Stiftung des Hygienemuseums aufgrund der Billigung des Verhaltens der Amadeu-Antonio-Stiftung, erstere müsse auch für den Schaden durch „erhebliche Prangerwirkung“ aufkommen, während die zweite sich weiterer Finanzierung aus Steuermitteln erfreuen darf. Hier jedoch kann man an einer Petition gegen die weitere Förderung in einer Petition auszusprechen, die ich deshalb verlinke, da der Petitionstext präzise benennt, wie das Denunziationssystem der linksextrem-staatsnahen Stiftung funktioniert.

Susanne Dagen hat noch eine weitere Hürde genommen. Im November 2018 ist sie in einem Offenen Brief im Elbhang-Kurier, einer seit 1992 bestehenden Kulturzeitschrift aus Dresden, von den Publizisten Hans-Peter Lühr und Paul Kaiser verbal angegriffen worden. Die Hauptflanke dieses Angriffs war Susanne Dagens Kooperation mit dem Verlag Antaios, insonderheit mit Ellen Kositza bei „Aufgeblättert – Zugeschlagen. Mit Rechten lesen“.

Der Schriftsteller Uwe Tellkamp hatte darauf seinerseits in einem Offenen Brief geantwortet, der auch auf Sezession im Netz veröffentlich worden war. Dagen forderte im Anschluß die beiden Angreifer zu einem öffentlichen Gespräch in Dresden auf. Sie sind der Aufforderung nachgekommen – man kann die zweistündige symptomatische Diskussion hier anschauen, an der auch die sächsische Politikerin Antje Hermenau teilgenommen hat.

Wie steht es um die Debattenkultur in Deutschland? Beginnt der von Götz Kubitschek anläßlich der Tellkamp-Grünbein-Diskussion in Dresden angesprochene „Riß“ durch die Gesellschaft zu heilen? Wird es langsam möglich, die Strategie des deplatforming der vereinigten Linken gegen uns per Klage oder in endlich stattfindenden Diskussionen zu vereiteln?

Auf den ersten Blick scheint es so. Ich selber habe zwei Diskussionen erlebt, die ungestört stattfinden konnten und zu denen ich „normal“ eingeladen worden war, eine im österreichischen Fernsehen bei Servus TV (die zuerst Sellner, dann Lichtmesz, und inzwischen eine ganze Handvoll mehr oder minder „rechter“ Protagonisten zum Talk im Hangar 7 eingeladen haben) und eine an einem Kölner Medieninstitut.

Um einen genaueren Blick auf die Lage der Debattenkultur zu bekommen, muß man näher herantreten. Es ist nämlich ein Unterschied, ob eine Veranstaltung stattfinden darf, ob ein Redner sprechen darf, ob es im Nachhinein rechtswidrig war, Teilnehmer auszuschließen, oder ob es sich um eine freie Debatte handelt. Um diesen Unterschied zu bemerken, muß man in die Erlebensperspektive hineingehen, ihn phänomenologisch zu erfassen versuchen.

Ich habe Susanne Dagen aus diesem Grunde befragt, wie es ihr im ehemaligen „Club der Intelligenz“ in Dresden ergangen ist und wie sie die Debattenkultur wahrnimmt.

SOMMERFELD: Frau Dagen, wie haben Sie die Atmosphäre erlebt im Lingnerschloß? War das das, was wir uns wünschen dürfen? Oder noch zu anwürfig, voreingenommen, unter Zwang zustandegekommen?

DAGEN: Der Raum war überfüllt, ein zusätzlicher Raum wurde kurzfristig noch eröffnet. Dort saß man und betrachtete die Diskussion per Leinwandübertragung. Ich habe mir sagen lassen, das selbst dort mit diskutiert und Zwischenapplaus gespendet wurde. Insgesamt war die Stimmung sehr angespannt, es mußten tagelang Interessenten telefonisch abgewiesen werden. Im Vorfeld wurde ein Sicherheitskonzept besprochen. Insgesamt waren 300 Personen anwesend. Meiner Beobachtung nach war die Linken- und Grünenfraktion mehrheitlich anwesend – zwei Drittel der Zuschauer verorte ich dennoch als Sympathisanten von mir.

Ich war wohl zu optimistisch, was die Ausgangsposition der Herren Kaiser und Lühr betraf, dachte, daß die vergangenen drei Monate genutzt worden wären, um die Vorwürfe des offenen Briefes ins Metapolitische zu abstrahieren. Das war nicht der Fall.

Kaiser führte den Abend ein mit den Vorwürfen des Briefes und hielt auch den ganzen Abend daran fest. Er hätte dies gern als Schauprozeß inszeniert.

Kaiser und Lühr, die mit dem offenen Brief eine "Debatte" über die Grenzen des Sag- und Machbaren anstoßen wollten, waren allerdings bald auf dem Rückzug. Lühr hat gegen Ende ganz eingeschwenkt und wiederholte immer wieder Hermenaus Aussagen mit eigenen Worten. Famos. Kaiser hingegen deutete an, daß ich nun nicht mehr zur Lebensgemeinschaft am Elbhang gehöre (als wollte er mich aktiv verstoßen). Das hat uns überrascht. Diese Brutalität auf offener Bühne war neu. Am Ende sprach er dann von einer „Traurigkeit“, die ihn angesichts meines „Wandels“ befiel, aber auch davon, dass eine Rückkehr nach (meiner) „Verirrung“ noch möglich sei. Es war in seiner durchschaubaren Absicht abscheulich. Aber ich glaube, ich habe durch eine stoische, durchweg freundlich-sachliche Art an diesem Abend alles abschmettern können.

Hermenau versuchte wiederholt, das wichtigste Thema anzusprechen, nämlich, daß die Welt sich verschiebt, die Gesellschaft in einer Orientierungsphase ist und viel Meinungsfreiheit und Diskussion braucht. Erst dann wird es ein neues Gleichgewicht in der Gesellschaft geben. Davor fürchten sich natürlich jene, die jetzt die Meinung bestimmen.

Und noch etwas: Ich habe nicht ohne Grund darauf verwiesen, dass es sich beim ehemaligen "Club der Intelligenz" um einen Ort für die DDR-Nomenklatura handelt. Der Muff war noch zu spüren, ein befreundeter Lyriker fühlte sich schon beim Eintritt an seine Stasi-Haft erinnert. Atmosphärisch ein belasteter Ort.

SOMMERFELD: Am Ende der Diskussion fragte der Dresdner Soziologe Karl-Siegbert Rehberg, wie Sie sich eigentlich nach der „Kulturrevolution von rechts“ das Kulturleben vorstellen. Wenn die AfD einmal die Regierungspartei wäre, wollten "wir" dann eigentlich, daß es keine linken Kulturzentren und Institutionen gibt, oder daß es die ganze Bandbreite geben soll, meinethalben auch die Amadeu-Antonio-Stiftung?

DAGEN: Wenn ich mich als "radikal liberal" bezeichne, beinhaltet dies Vorstellungen zu jedweder Lebensweise und Lebensansicht. Jeder sollte die Möglichkeit haben im gesetzlichen Rahmen nach seinem Duktus und Denken zu agieren. Die Vorstellung einer Monokultur haben wir als ehemalige DDR-Bürger schon einmal erfahren. Man sieht nur, was man weiß. Man lernt nur von dem, den man (er)kennt. Freiheit ist vor allem die Lust am Weiterdenken.

SOMMERFELD: Man stellt sich ja linkerseits vor, in Polen oder Ungarn gäbe es quasi keine offene Kulturszene, kein freies Wort, keine nicht staatstreue Kunst etc. mehr., und die „autoritären“ Rechten wollten das in Deutschland genau so haben. Würden Sie so weit gehen, daß es sich hierzulande bereits so verhält, wie man sich das mit wohligem Gruseln bei den "Regimen" in Osteuropa vorstellt, nur eben mit linker Hegemonie?

DAGEN: Wer die Medien hat, hat die Macht. Und da die Medien zum Kulturbetrieb gerechnet werden, ist diese Aussage gern auch darauf auszuweiten. Wir erfahren derzeit einen einseitigen, indoktrinierenden staatlichen Kulturbetrieb, der eher auf Belehrung als auf Lehre setzt. Spätere Generationen werden unsere Kulturgeschichte anhand der Förderrichtlinien nachzeichnen können. Das ist ein Armutszeugnis und bedarf im Sinne der wirklichen Vielfalt unbedingter Korrektur. Auch dass der Begriff "Kulturschaffender" zum Systembegriff geworden ist, hängt unbedingt damit zusammen.

SOMMERFELD: Den „Riß durch die Gesellschaft“ nicht zu kitten, sondern zu vertiefen – diese Aussage von Götz Kubitschek hat die Diskussionsteilnehmer gegen Sie aufgebracht: die „Rechten wollen die Gesellschaft spalten“. Wie kann man um Gottes Willen diesen Riß noch vertiefen wollen? Sie haben das versucht zu erklären.

DAGEN: Das Bild des Risses als klaffende Wunde zu erklären lag auf der Hand. Auch, um die bezweckte Verunglimpfung der kubitschekschen Einlassung vom 8. März 2018 in Dresden noch einmal zu korrigieren. Ernst Jünger schrieb im "Abenteuerlichen Herz" davon, und überhaupt geht es immer mehr darum, als Leser und Geschichtenerzähler in Bildern zu sprechen; meine Erfahrung ist, daß dies nötig ist.

--

Soweit das Gespräch, und ich will den Gedanken, in Bildern zu sprechen, aufgreifen und weiterdenken:

„Ein blinder Ochse, der mit dem Kopf gegen den Felsen rennt, hat in der Härte des Felsens, von der ihn der Stoß überzeugt, die Wahrheit desselben, und in der Wunde das Resultat dieser Wahrheit“, schrieb Friedrich Hebbel in seinen Tagebüchern. Es gibt diesen Felsen, die Diskurshegemonie, die unverrückbare Macht über Medien und Meinungsfreiheit: Plattformen, Partystehplätze und Buchmessenecken werden gewährt oder entzogen. Wer dagegen anrennt, fügt sich selbst Wunden zu statt der Wahrheit des Felsens. Die Wunden bezeugen die harte Realität des Felsens. Doch sind wir die blinden Ochsen und versuchen es immer wieder und wieder?

Diejenigen Diskussionsgegner, die den „Moralismus der Vielen“ (Uwe Tellkamp) aufbieten, um die Wunde so schnell wie möglich zu verpflastern, sind blind für zwei Dinge: sie sehen weder den Verursacher, noch den Sinn der Wunde. Der Verursacher ist der harte Fels, nicht der blinde Ochse. Um eine Wunde untersuchen zu können, um herauszufinden, was sie verursacht hat, muß man sie schmerzhaft weit öffnen. Sie darf nicht zu schnell zum Verheilen gebracht werden, sie ist gewissermaßen selber zum Erkenntniswerkzeug geworden: wo es schmerzt, regt sich Widerstand gegen den Schmerz. Diesen Widerstand abtöten zu wollen, indem man entweder erklärt, es gäbe keinen Felsen, der Ochse sei selber schuld oder die Wunde bekämen wir schon schnell wieder geflickt, wenn der Ochse nur stillhielte, führt nicht zur Heilung. Vielleicht müssen wir es bis auf weiteres mit Benn und Hebbel halten. Noch herrscht „Mangel an Versöhnung“. Der Riß bleibt offen. „Versöhnung im Drama: Heilung der Wunde durch den Nachweis, daß sie für die erhöhte Gesundheit notwendig war“ (Friedrich Hebbel, Tagebücher).


Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.


Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Bitte überweisen Sie auf das Konto:

Verein für Staatspolitik e.V.
IBAN: DE86 5185 0079 0027 1669 62
BIC: HELADEF1FRI

Oder nutzen Sie paypal:

Kommentare (12)

Niekisch
8. März 2019 15:02

Cordon sanitaire? Das geht auf Dauer ohnehin schief. Kein cordon ist ohne Löcher, Schwachstellen, überholte Bausteine. Die Stelle suchen, notfalls mit dem Rammbock durchstoßen. Einen Diskurs auf Augenhöhe wird es mit denen nie geben. Das wäre ihr Untergang.

Gustav Grambauer
8. März 2019 16:01

Danisch hat gerade heute Betrachtungen

http://www.danisch.de/blog/2019/03/08/wenn-wieder-zusammenwaechst-was-zusammen-gehoert/

zur DDR 2.0 angestellt, m. E. etwas überspitzt aber im Grundzug leider sehr treffend. Auch die Wahl des Hygiene-Museums ist rotzfrech, wegen des Namens und dessen Wahrzeichens, der Gläserenen Frau, die die Dresdner die Zellulosesaxonia nennen.

Die Clubs der Intelligenz gehörten noch zu den besseren Einrichtungen der DDR, waren Teil des NöS, also Ulbrichts Projekte, mit denen dieser die Technokraten in die Lage versetzen wollte, die Betonköpfe und Ideologen an die Wand zu spielen und zu verdrängen. Diese Clubs standen in der - in der Sowjetunion sehr hochgehaltenen - Lomonossow-Tradition, so wie die Akademie der Wissenschaften, die Urania, die Kammer der Technik oder die hochkarätige Zeitschrift Jugend + Technik. Honecker, der alles was nach Intellienzija roch innig gehaßt (und gefürchtet) hat, hat dies Clubs niederschleifen lassen, nur einzelne wenige haben in der Honecker-Ära überlebt.

Der spiritus rector des Dresdner CdI war Prof. Manfred von Ardenne, ursprünglich ein Berija-Mann und Intimfreund Abakumows in Suchumi, der dann ins Sowjetarmee-Lager übergelaufen ist (oder rüberverkauft wurde, wir wissen es nicht, jedenfalls hat ihn Ulbricht u. a. mit einem ZIS-110 in seiner Eitelkeit gekitzelt und angeködert, welcher dann in den Dresdner Straßen etwas skurril wirkte). v. Ardenne wurde sogleich nach Ulbrichts Emanzipation von der Sowjetarmee, mit der die Konzeption des NöS einherging, glühender NöS-Mann. Später im geistigen Vakuum nach der Zerschlagung des NöS hatte Honecker große Befürchtungen, er könne sich zum DDR-Sacharow aufschwingen (ein hochinteressanter Nexus: KGB-gesteuertes Dissidententum und Atomforschung, auch Merkel ist übrigens immerhin Physikern). In der Tat hat v. A. ab 1985 wieder zu seinen KGB-Wurzeln zurückgefunden, hat sich in die Operation Lutsch einbeziehen lassen (hat z. B. Generalleutnant Neiber (beim MfS für die Grenzsicherung zuständig) brieflich aufgefordert, ihm (!) ein Gutachten zur Humanisierung des Regimes an der Mauer zu schicken, was dieser sogar handzahm wenn auch mit ablehnendem Ergebnis tat). Dresden war sowieso ein KGB-Nest (Putin!), einen Gegenpol dazu hatten die Stalinisten mit der Positionierung ihrer Militärakademie "Friedrich Engels" in der Stadt schaffen wollen, die allerdings viel zu dröge war, um in der Stadt ein Faktor zu werden.

- G. G.

Laurenz
8. März 2019 17:03

Wenn Frau Dagen Ihre Vorstellungen eines Debatten-Kultur schildert, erinnert das etwas an die Tacitus'sche germanische Naivität oder Blauäugigkeit. Das Angebot der Rechten zur Debatte ist deswegen sinnvoll, weil es eine kulturelle Waffe des politisch Machbaren darstellt, die Rechte meist vom Glauben absieht. Da es aber heute mehr Menschen gibt, die Kultur erschaffen wollen, anstatt sie zu konsumieren, bleibt der begrenzte, zu verteilende Kultur-Kuchen im Verteilungskampf. Und es ist daher nichts Verwerfliches (außer für ausgebootete Linke), wenn in Polen und Ungarn, die Protagonisten an den gesellschaftspolitischen Schlüsselpositionen ausgetauscht werden. Es ist die Konsequenz linker Politik, die wie Frau Dagens Beispiel zeigt, immer im Totalitarismus endet. Die Linke hat die Mittel gegenseitiger Ausgrenzung definiert. Abgesehen davon, daß die dumm-gläubigen Linken nicht aussterben, wer braucht denn wirklich das Marx'sche geistige Exkrement? Doch nur diejenigen, die politische Karriere machen wollen, aber selbst nichts zu sagen haben.

Andreas Walter
8. März 2019 21:04

Kurz zur Info.

Ich war eben (natürlich sofort) auf der Seite der Change orgs. Das was ich da zu sehen bekam spricht für sich selbst:

"Es tut uns leid! [Bullshit!]

Die Seite konnte nicht gefunden werden."

Schon klar. Denn eine marxistische “schwarzer Vogel mit 5 Buchstaben“ hackt der Anderen ja kein Auge aus. Darum: Patrioten aller Länder, vereinigt euch, auch! Nieder mit den Monopolen, von denen der Marxismus auch einer ist.

Andreas Walter
8. März 2019 21:08

Ups, jetzt funktioniert's plötzlich. Doch warum kommt dann nicht die akkurate Meldung: Server überlastet. Bitte versuchen Sie es noch einmal später.

Simplicius Teutsch
8. März 2019 21:13

Ganz richtig auf den Punkt gebracht. „Wer die Medien hat, hat die Macht.“ Frau Dagen hätte auch sagen können: Wer die Macht und die Mittel hat, die öffentliche Meinung zu gestalten, hat auch die politische und gesellschaftliche Macht.

Die Politiker sind bedeutsam, aber auch nur Mitspieler mit bestimmten Aufgaben in diesem Spiel um die Macht über die Bilder in den Köpfen der Menschen. Wer die Macht über die (Massen-)Medien hat, hat auch die Macht, die veröffentlichte Meinung zur öffentlichen Meinung zu machen.

Vor allem geht es in der Massendemokratie darum, die MASSEN zu erreichen, zu beeinflussen, zu formieren und zu lenken, - idealerweise durch die in ihre Köpfe gesetzten Bilder über das, was das Gute und Richtige ist, oder durch Drohung und Einschüchterung. Das geht nur mit den MASSEN-Medien und mit Hilfe der Türsteher, der „gatekeeper“ (Walter Lippmann); sie entscheiden, WAS WIE in die Öffentlichkeit weiterbefördert, WAS zurückgehalten wird; sie bestimmen mit aller notwendigen „Brutalität“ die „Grenzen des Sag- und Machbaren“.

Sechs Millionen AfD-Wähler bei der letzten Bundestagswahl, ebenso schon vorher die mutige Volks-Erscheinung Pegida, führe ich hauptsächlich auf das (immer noch) recht freie Massenmedium INTERNET zurück.

Die zahlreich sichtbar gewordenen Abweichler vom streng vorgegebenen „mainstream“ haben die "gatekeeper" in größte Alarmbereitschaft versetzt. Daher folgerichtig der von dem Zensurminister Heiko Maas gesetzlich forcierte Kampf gegen die freie Meinungsäußerung im Internet. Und der Einsatz der hinterhältigen Mittel des sogenannten „Verfassungsschutzes“ ist die andere kräftige Backe der linken Konformitäts-Zange, um die rechten Meinungs-Abweichler abzuschrecken oder zu foltern und zu zerquetschen. Das war abzusehen.

Franz Bettinger
9. März 2019 02:11

Zur (Video-Aufzeichnung der) Dresdner Gesprächsrunde: Das waren großartige, druckreife Rede-Beiträge von Frau Dagen. Erfrischend und ermutigend auch der Beifall, den Susanne Dagen von den Zuschauern bekam.

Was C. Sommerfelds Beispiel vom Fels und dem blinden Ochsen betrifft, der sich am Fels stößt, so hätte ich die Metapher etwas abgewandelt und statt eines Felsen das Beil des Schlächters genommen. Daher rührt die Wunde! Den wir haben uns nicht verrannt, wir sollen geschlachtet werden! Insofern zeugt die Wunde - GK's Spaltung der Gesellschaft - von dem, was uns Deutschen angetan wird. Und ja, diese Wunde muss tief sein, also vielleicht noch erweitert werden, damit der gutmütige blinde Ochse (das deutsche Volk) merkt, dass es um Leben und Tod geht, und nicht um einen harmlosen Fels, der zufällig im Weg steht und eine Schürfwunde hinterlässt. So verstehe ich GK's Wunsch nach Vertiefung der Verletzung. Im Sinne eines: Wacht endlich auf!

Gustav Grambauer
9. März 2019 08:46

Verknüpfe nur ungern etwas aus dem Dunstkreis von Broder, bei einem Zeitzeugenbericht mache ich eine Ausnahme:

"'Alle diese Untersuchungen', sagte sie, 'die gründliche Erforschung der Stasi-Strukturen, der Methoden, mit denen sie gearbeitet haben und immer noch arbeiten, all das wird in die falschen Hände geraten. Man wird diese Strukturen genauestens untersuchen – um sie dann zu übernehmen.' ... Als wir verblüfft schwiegen, fuhr sie fort: 'Man wird sie ein wenig adaptieren, damit sie zu einer freien westlichen Gesellschaft passen. Man wird die Störer auch nicht unbedingt verhaften. Es gibt feinere Möglichkeiten, jemanden unschädlich zu machen. Aber die geheimen Verbote, das Beobachten, der Argwohn, die Angst, das Isolieren und Ausgrenzen, das Brandmarken und Mundtotmachen derer, die sich nicht anpassen – das wird wiederkommen, glaubt mir. Man wird Einrichtungen schaffen, die viel effektiver arbeiten, viel feiner als die Stasi. Auch das ständige Lügen wird wiederkommen, die Desinformation, der Nebel, in dem alles seine Kontur verliert.'"

https://www.achgut.com/artikel/baerbel_bohley_die_frau_die_es_voraussah

Laurenz
9. März 2019 14:20

@Simplicius Teutsch & Franz Bettinger .... Ganz teile ich Ihre Kommentare nicht. Jahrzehnte hat der Verfassungsschutz eine pseudo-radikale Rechte erschaffen, subventioniert, was notwendig war, um den Dämon zur Teufelsaustreibung passend zu Hand zu haben, eine wichtige Rechtfertigung für den Verfassungsschutz an sich, und vieler Anti-Rechts-Projekte, vornehmlich aus Steuermitteln. Nazi-Ausstiegsprogramme für inoffizielle Verfassungsschutz-Mitarbeiter sind eben gut und teuer. Dieses künstliche Glatzen-Bild herrscht auch noch heute bei der Mehrheit der übrig gebliebenen Spiegelleser vor. Man sucht solche Ex-Glatzen überall, mittlerweile auch bei der Bundeswehr, einfach nur deswegen, weil der Nachschub fehlt. Auch die lächerlichen Verbote rechter Symbolik weisen auf den primitiven Alkoholiker bei den Ämtern hin. Solange Olivia Jones gekaufte NPD-Deppen für Extra-3 vorführt, bleibt die Geschichte im Plan. Unangenehm wird es nur, wenn "rechte" Denker sich zur Debatte melden. das ist total unfair, weil die Linke, außer Sahra Wagenknecht, keine hat. Die Linke hat nur Priester und die sind nun mal Widerspruch nicht gewohnt. Der NDR schickt Olivia Jones wohlweislich auch nicht zur Antifa. Wer weiß schon, was der Zwerg vom Stegner alles verlautbaren würde.
@Gustav Grambauer .. ich möchte Ihrer Sicht beipflichten. Broder ist zu sehr Fähnlein im Wind. Seine Stalking-Aktionen gegen den Ex-Kommunisten Jürgen Elsässer (egal, was man von diesem nun halten mag) waren beschämend. In weiser Voraussicht hat Broder eben die Seiten gewechselt, und macht wie immer das, was ihm die meiste Aufmerksamkeit spendet.

MartinHimstedt
9. März 2019 14:43

Ich habe mir das Lingnerpodium in Teilen angesehen: Bereits in den ersten 30 Minuten kam das Lichtfeld-Sommerfeld-Gesetz mehrfach zur Anwendung. Dann die immer gleiche Fehlinterpretation von Kubitscheks Wortmeldung in Dresden ("Journalisten lesen nicht, sie suchen Stellen" – Gott, was würde mich das aufregen). Was Susanne Dagen tut sei "der verspätete Einstieg in eine Politkarriere". Man merkt auch, beim Herrn ganz rechts, dass er sich rechtfertigen möchte, warum er überhaupt mit Frau Dagen da sitzt. Lachen musste ich, als er dann, bezogen auf die "Radikalisierung der Gesellschaft", das Wort "Grenzüberschreitung" verwendete. Diese ersten Ausführungen seinerseits zeigten vor allem seine "Traurigkeit" und "Sorge" und "Angst": Der arme Kerl! Solche Videoaufzeichnungen insgesamt sind wirklich, auch und gerade intellektuell, nur schwer zu ertragen. Nun bin ich weder Kubitschek noch Dagen, und deshalb kann ich es sagen: Ich wäre bereits nach 30 Minuten wieder aufgestanden und gegangen. Warum sehe ich mir solche Videos immer wieder an? Die ständige Wiederholung des Gleichen! Ein Lichtblick allein: Antje Hermenau. Ich werde versuchen, zukünftig, meine knappe Freizeit besser zu nutzen: Zum Beispiel mit einem Buch aus dem Verlag Antaios.

Gustav Grambauer
9. März 2019 18:55

Vor zwanzig Jahren haben wir noch über die Wir-wollen-unseren-Palast-der-Republik-wiederhaben-Larmoyierer von PDS, ISOR und GRH & GBM gelacht ...

https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/im-palast-der-replik--erichs-lampenladen--wieder-da-32181240

- G. G.

Zooey
9. März 2019 23:57

"Hermenau versuchte wiederholt, das wichtigste Thema anzusprechen, nämlich, daß die Welt sich verschiebt, die Gesellschaft in einer Orientierungsphase ist und viel Meinungsfreiheit und Diskussion braucht." Das bringt es für mich auf den Punkt.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.