29. August 2019

Ein Prozent und der zähe Aufstand im Osten

Götz Kubitschek / 32 Kommentare

Die ViP Verkehrsbetriebe Potsdam haben einen "Dienstleister" beauftragt, Plakate der Bürgerbewegung "Ein Prozent" zu entfernen. Das paßt ins Muster.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Denn solche Entscheidungen sind typisch für den konditionierten Teil der Öffentlichkeit, der Macht und Mittel in der Hand hat, Zugänge und Apparate besetzt hält, aber dennoch in heller Panik agiert, weil die einzige Opposition in Brandenburg zur Landtagswahl am kommenden Sonntag ein Viertel der Wählerstimmen einsammeln könnte.

Auf Unruhe, Alternative und Konsensstörung hat die mit sich selbst zufriedene und von sich selbst begeisterte Zivilgesellschaft überhaupt keine Lust, und man spürt, daß man dort das demokratische Kräftemessen mit Unmut erwartet: Was tun, wenn "das Volk" außerhalb der grünen Hochburg Potsdams nicht so wählt wie gewünscht? Wie weiter, wenn "der Bürger" den abgezirkelten Pluralismus innerhalb der Bandbreite der Altparteien nicht für alternativ genug hält?

Und überhaupt: Muß man sich bei der Auszählung der Stimmen von selbsternannten Wahlbeobachtern auf die Finger schauen lassen - von Leuten also, bei denen man sich doch ohne Zweifel sicher sein könne, daß sie zu jenem Viertel gehörten, das nur wählen geht, um irgendwann nie wieder wählen zu müssen?

Das ist übrigens das Thema auf den Ein-Prozent-Großplakaten, die nun von "Dienstleistern" entfernt werden, weil "illegal mit rechtsgerichteten Inhalten" geworben werde: Damit ist tatsächlich die Wahlbeobachtung gemeint, also die jedem Bürger gestattete Überwachung der korrekten Auszählung der Stimmen im Wahllokal und die ordnungsgemäße Meldung des Auszählungsergebnisses an die Wahlkommission.

"Ein Prozent" hat vor einer Woche in Brandenburg und in Sachsen hunderte Großplakate von dieser Sorte anbringen lassen, auf denen dazu aufgefordert wird, sich als Wahlbeobachter zu melden und die wiederum von "Ein Prozent" koordinierte Wahlbeobachtung am kommenden Sonntag flächendeckend zu ermöglichen. Informationen zu dieser Kampagne gibt es hier, und das ganze Ausmaß der Kampagne schildert der Chef von Ein Prozent Philip Stein hier in einem Interview.

In der Vergangenheit hat die Wahlbeobachtung durch "Ein Prozent" stets Unregelmäßigkeiten aufgedeckt, und die Korrektur dieser versehentlich oder absichtlich zu Ungunsten der AfD falsch zugeordneten Stimmen hat sogar schon zu weiteren Mandaten geführt.

Das Entfernen von Plakaten (Ein Prozent geht natürlich juristisch dagegen vor!) ist ja nur eine besonders hübsche Perle innerhalb der Kette der Demütigungen und Behinderungen, denen das alternative Milieu seit Wochen in den wahlkämpfenden Bundesländern ausgesetzt ist.

  • Da war das gerichtlich mittlerweile revidierte, unstatthafte Zusammenstreichen der AfD-Kandidatenliste in Sachsen;
  • da haben wir die Berichterstattung über den Spitzenkandidat der AfD in Brandenburg, Andreas Kalbitz, dem man bis in die Nischen seines Lebens und Arbeitens vor seinem Parteieintritt nachspürt, um ihn bloßzustellen;
  • und gestern wurde nun der facebook-Auftritt von Ein Prozent gesperrt, eine über Jahre mit Geduld, Mühe und Mitteln aufgebaute Plattform mit über 98 000 Followern; vor zwei Tagen hatte es ja bereits Martin Sellner erwischt, der seinen youtube-Kanal mit über 100 000 Abonnenten verlor.

Man möchte ja nun schlicht Dutschke zitieren und über der Grabstätte der Auseinandersetzungsredlichkeit ausrufen: "Der Kampf geht weiter!" Aber solche Parolen halten nur für einen halben Abend vor, danach geht der zähe Marsch durch die Zivilgesellschaft weiter, die samt ihren angeschlosenen Medienhäusern mit keiner halben Silbe die Frage stellt, ob man sich nicht so langsam ein wenig zu weit entfernt habe von dem, was die Väter des Grundgsetzes sich unter dem Aushandeln politischer Meinungen in aufgeweckter, freier, einander zugewandter Debatte vorstellten.

Sei's drum, wir sind ja nicht naiv. Vor mir liegt ja nicht ohne Grund das als Rezensionsexemplar ins Haus geflatterte Buch "Schluß mit der Geduld" der Panikfratze Philipp Ruch (Lichtmesz hat ihn hier abgehandelt). Ein dümmeres, größenwahnsinnigeres und dadurch vielsagenderes Pamphlet hatte ich selten in der Hand. Solche Leute sind nur in einem schmalen historischen Zeitfenster (unserem! UNSEREM!!) von Bedeutung, ebenso wie Maas oder Chebli undsoweiter, danach sitzen sie sich wieder in Nebenstraßen-Ateliers den Hintern platt, sind Kreistagsfraktionsmitglied der SPD oder Handymodel.

Bis dahin dauert es noch ein bißchen, und solange verschaffen sich diejenigen, die das Plus erwirtschaften und den Laden zusammenhalten, endlich eine Stimme, und "Ein Prozent" leistet dazu einen unverzichtbaren Beitrag.

Daß nun die Organisation einer flächendeckenden Wahlkontrolle und dann auch die Arbeit der Wahlbeobachter vor Ort zähe, wenig spektakuläre Aufgaben sind, paßt zur Lage überhaupt. Der weiterhin unaufhaltsame Aufwuchs der AfD, der Bürgerinitiativen und Vorfeldstrukturen im Osten ist ein zäher Aufstand - im doppelten Wortsinn: Es geht voran wie mit einem halb im Schlamm steckenden Wagen, bei dem viele Hände in die Speichen greifen müssen, um ihn den Hang hinauf zu schieben. Es wird gelingen und es verändert diejenigen, die da an der Arbeit sind, macht sie immun, macht sie - zäh.

Ich weiß: Man könnte jetzt schon wieder zitieren - das Bonmot, daß Wahlen, wenn sie etwas änderten, längst verboten wären. Mag ja sein, daß wir nur an der Oberfläche kratzen. Aber hat jemand einen besseren Vorschlag?

Unterstützen wir alle EinProzent, einen der zähesten unter den zähen Lasteseln (hier geht es zum Internetauftritt), wählen wir alle, so wir wählen dürfen am Sonntag, die einzige Alternative, die dieses Land noch zu bieten hat.

Wahlbeobachter


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (32)

Theren
29. August 2019 14:11

Mit einem haben die Antifa, Ruchs und Kahanes gar nicht so unrecht, wir befinden uns in einer mit 1932 vergleichbaren Situation und wieder komm die Gefahr von Linksradikalen ... Allerdings ist unser Staatswesen schon jetzt gekippt, die Gleichschaltung weitgehend abgeschlossen und die "Inzis" (Internationale Sozialisten) räumen nur den letzten Widerstand beiseite ... Aber aufgeben ist keine Option, Respekt und Dank für alle 1% ler!

Laurenz
29. August 2019 14:46

So sieht's aus und es sind wieder quasi "dieselben", die sich nun gegen die 2. Nationale Einheitsfront auflehnen, die wieder 97%-Wahlen, wie "früher", abhalten möchte. Die Aktion gegen "Ein Prozent" ist nichts anderes als die Neu-Errichtung von Scheiterhaufen.

Rob Salzig
29. August 2019 15:57

Götz Kubitschek fragt, ob jemand einen besseren Vorschlag habe. Ja. Habe ich. Statt die alte Kohl-CDU zu imitieren sollte sich die (West)AfD endlich als breite Sammlungsbewegung verstehen, alle Oppositionskräfte zusammenführen wie einst Gandhi Hindus und Moslems und das gesamte Spektrum des Widerstands zu Anwendung bringen. Das bedeutet eben nicht nur mit vielen Händen in die Speichen des halb im Schlamm steckenden Wagen zu greifen, sondern auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit dem Karren des Systems Knüppel in die Speichen zu werfen. Mut erzeugt Mut. Wenn das die Kleinmütigen im BuVo endlich begreifen, dann wird der Karren ins Schlingern geraten und kippen. Gandhi hat es vorgemacht und eine Weltmacht vertrieben.

Thomas Martini
29. August 2019 16:02

"Lass' die Schuhe aus, wir stampfen durch den Dreck
Keine neuen Ideen, nur die Klampfe im Gepäck
Ja, für das Lagerfeuer supergutes Brennholz
Da landet unter anderem die Überdosis Fremdstolz
Dafür sind wir auf jeden Fall zu haben
Dafür, dass wir schon gegen alles waren
Keine Haltung, die nur stets im Weg is'
Alles nix Finales, Ergebnis-Tetris
Ja unser Rückgrat ist stufenlos verstellbar
Haare in der Suppe, wir rufen bloß den Kellner
Wenig Ehre, viel Desinteresse
Kaum Anstand, immer Gästeliste
Wir woll'n uns nich mit Festlegen belästigen
Oder vielleicht grad deswegen noch Stress kriegen
Wir woll'n keinen lauwarmen Brei wiederholen
Wir wollen keine Prinzipien, keine Parolen

Wir wollen keine (keine) keine Parolen
Wir wollen keine (keine) keine Parolen
Wir wollen keine (keine) keine Parolen
Keine Prinzipien, keine Parolen
Wir wollen keine (keine) keine Parolen
Wir wollen keine (keine) keine Parolen
Großes Interesse am eigenen Wohl
Keine Prinzipien, keine Parolen

Unsere Omma war die letzte ganz patente
Wir ham nur noch transparente Transparente
Voller Angstzustände, Toleranz am Ende
Das Karmakonto ist im Soll - Kanzlerrente
Die festentschlossene Verdrossenheit
Solang' man auf die nächste Sprosse steigt
Ja, der Blogger bloggt, die Glosse schweigt
Keine Botschaft, außer "Wer is' hier der Boss zur Zeit?"
Über den Dingen und der Obrigkeit
Die Ironie ist hundertpro nicht weit
Kein Konzept, kein Curriculum
Ohne geraden roten Faden, nur durch Dick und Dumm
Großes Wort, aba nüscht dahinter
Doch wir zahlen Steuern und wir haben hübsche Kinder
Wir fühlen uns mit uns eigentlich ganz wohl
Wir wollen keine Statements, keine Parolen

Wir wollen keine (keine) keine Parolen
Wir wollen keine (keine) keine Parolen
Wir wollen keine (keine) keine Parolen
Keine Prinzipien, keine Parolen
Wir wollen keine (keine) keine Parolen
Wir wollen keine (keine) keine Parolen
Großes Interesse am eigenen Wohl
Keine Prinzipien, keine Parolen

Alles was ich will, is' endlich nix mehr wollen
Ich bin satt geboren, mein Glas war extra voll
Keine Wünsche offen, sowas gibts ja wohl
Ich hab mich dem Leben ergeben und ich find mein Schicksal toll
Alles was ich will is', is' die nächste Sehnsucht
Ja das macht mich zum Menschen, genau so steht's im Drehbuch
Ich brauch nicht viel, solang' mir Sauerstoff und Liebe bleibt
Denn unter dem Gejammer, ja da lauert oft Zufriedenheit
Alles was ich will, is' alles oder nichts
Dass weniger nicht mehr sein kann, das schnall jetz' sogar ich
Noch eine Sache bevor ich mich subtrahiere
Denn alles was ich wirklich will, ist einfach nur ganz kurz mal
Die Regierung, Regierung, Regierung stürzen
Alles, was ich will, ist die Regierung, Regierung, Regierung stürzen"

https://genius.com/Dendemann-keine-parolen-lyrics

Niekisch
29. August 2019 17:38

"der zähe Aufstand"

setzt auch für uns alle voraus:

Die kleinen Schritte gehen

In diesen Zeiten der bösen Engel
einen herzharten Zorn bewahren
die gefletschten Zähne zeigen
den Dauerlullern der leeren Worte
widerstehn den Parolen der Nutznießer
die trotzigen Worte wägen
auf der Waage der Abwägung
einem von Repression Bedrückten
umarmend die Wunden kühlen
die Angst teilen mit den Mutigen
die kleinen Schritte gehen
lachend trotz allem in Hoffnung
auf die lebendige Hoffnung.

(angelehnt an Jo Pestum)

Der_Juergen
29. August 2019 17:50

@Rob Salzig

Natürlich heisst es Ein Prozent unterstützen und AFD wählen, aber wie Sie richtig festhalten, reicht das nicht. Der Opportunismus der West-AFD ist kläglich; jüngstes Beispiel hierfür ist der kürzlich erfolgte Ausschluss von Doris Sayn-Wittgenstein aus der AFD Schleswig Holstein. Wer seine couragiertesten Mitstreiter verrät, um bei den Volkszerstörern lieb Kind zu machen, hat sich als Alternative für Deutschland disqualifiziert.

Wahlen alleine retten Deutschland nicht. Die - sehr nützliche - parlamentarische Arbeit der AFD muss Hand in Hand mit ausserparlamentarischen Aktivitäten gehen, bei denen, abgesehen von Provokateuren sowie Leuten, die Gewalt anwenden oder befürworten, kein Patriot ausgeschlossen werden darf.

Laurenz
29. August 2019 19:05

@Rob Salzig ..... Keine gute Idee, weil die Einschätzung Herrn Kubitscheks viel realer - und Geschichts-bewußter ist, als Ihre selbstmörderische.

Als Gandhi '41 anfing Journalisten einzuladen und sich unter deren Augen vor Britischen Kasernen von Briten regelmäßig verprügeln zu lassen, kämpften wir Deutschen für die Freiheit Indiens und Chinas. Die Briten konnten also nicht mal so unbemerkt und nebenbei 1 Mio. Inder umnieten, wozu die Briten nie Hemmungen hatten. Halten Sie bitte den Juristen Gandhi nicht für einen Idioten. Der war sich unseres Blutzolls nur zu bewußt. Und die in Europa kämpfenden Inder liefen zur SS über. Gandhi wußte die Mehrheit der Inder hinter sich. Wo ist Ihre Mehrheit? Und nun beantworten Sie doch bitte die Frage, wer aktuell für uns einen Stellvertreter-Krieg gegen die Kolonialmacht führt? Ich sehe global niemanden, der das tut.

Die Nationalsozialisten sind 1923 mit Putschen gescheitert und die Alt68er 1968. Die Nationalsozialisten brauchten 10 Jahre durch die Instanzen, um zur Macht zu gelangen, die Alt68er 30 Jahre. Wir sind jetzt 6 Jahre unterwegs und weiter als beide historische Strömungen zu Ihrer Zeit. Ich finde das bemerkenswert.

Um es nochmals wiederholt zu schreiben, in Deutschland gibt es keine Putsche, schon gar nicht, solange amerikanische Söldner im Land sind. Und außerdem wollen wir nach und nach breite öffentliche Unterstützung genießen. Und der föderale Michel tut sich schwer mit progressiven Veränderungen. Ich zitiere FJS auch gerne nochmal für Sie sinngemäß. Wenn rechts von uns nichts nennenswertes zu finden ist, finden wir mehr Wähler nur in der Mitte. Und zukünftig entscheidet die soziale Frage über unser Schicksal und nicht Hirngespinste irgendwelcher Sektierer. Mit Verlaub, Rob Salzig, Sie sind in Ihrer Haltung ein Trojanisches Pferd.
Besinnen Sie Sich bitte.

(Theoretisch ist praktisch destruktive Politik mit Streiks etc. denkbar. Aber Patrioten fällt das schwer. Das kriegen wir intern nicht durch.)

Thomas Martini
29. August 2019 19:18

In allem was Götz Kubitschek und Ellen Kositza in ihrem Leben getan haben, drückt sich Anstand aus.

Kositza: Danke, aber mal halblang!

Thomas Martini
29. August 2019 19:21

Gleich darauf muß zwingend die Erkenntnis folgen, daß wir in einer Welt leben, wo Anstand nicht mehr honoriert wird.

Darauf folgt die Frage, ob das immer so war, auf dem Fuße.

Und so weiter. Warum fällt den meisten Deutschen nur so schwer, die Systemfrage zu stellen?

Franz Bettinger
29. August 2019 20:06

@Rob Salzig: Sammlungs-Bewegungen sind im System nicht vorgesehen. Die Zeit der Revolution von der Straße aus ist in multi-ethnischen Gesellschaften vorbei. Wir sehen es an den Gelben Westen: Eine Bewegung ohne parlamentarischen Arm (ohne eine Partei wie die AfD) ist zum Scheitern verurteilt. Den Demokratie-Verachtern sei ins Stammbuch geschrieben: Wo es eine Wende zum Besseren gab - in Österreich, Ungarn, USA, Italien, Polen - geschah das durch Wahlen. Die Mauern, die uns umgeben, sind nicht aus Beton, sondern aus zähem perfidem Neu- Sprech, sie sind aus Orwell-Gummi. Mit dem Hammer auf sie einzuschlagen, ist vergebens. Gummi aber ist nicht unzerstörbar. Säure, die einsickert, löst ihn auf. Seien wir die Säure! Ätzen wir sie weg, die Propaganda. Mit Ironie, Witz und Sarkasmus.

Der @Waldgänger hatte mal eine düstere Vorahnung: "Was geschieht, wenn die Proteste (le mouvement des gillets jaunes) sich ausweiten? Die Nafris der Vorstädte werden sich gelbe Westen überstreifen, Geschäfte und Villen plündern und nebenbei nur zum Spaß Autos und Häuser anzünden. Die Macron-Regierung muss dann den Mob nur etwas toben lassen, und die weiße Mittelschicht wird ihre gelben Westen abstreifen und brav heim gehen, damit die Polizei den Mob bekämpfen kann, bevor er vor der eigenen Haustür steht."

Laurenz
29. August 2019 20:18

@Der_Juergen .... an sich gut geschrieben. Aber Sie sehen doch, das NeueStürmerDeutschland hatte darüber nichts geschrieben, weil es nicht in die Propaganda paßt, der Flügel würde an Macht gewinnen.
Was mit dem Rauswurf von Doris Sayn-Wittgenstein allen Strömungen der Partei gezeigt wurde, ist die strikte Notwendigkeit zur Disziplin. Interne Debatten sind kein Problem. Wer der Partei extern schadet und extern streitet, fliegt. Auch wenn Nibelungen-Treue noch so deutsch ist, Glück brachte sie uns nie.

Es ist doch absurd, hier auf SiN die Zorros zu mimen. Herr Kubitschek bietet allen, die hier mal reinschauen, Anhaltspunkte des Machbaren, geistige Orientierung.
Denn auch tief im Westen entscheiden die einfachen Mitglieder der AfD, welche Delegierten sie auf die Parteitage schicken. Das ist keinem zu ersparen und auch die Mäuse beißen da keine Fäden ab.

Laurenz
29. August 2019 20:26

@Thomas Martini ... wenn wir von historischen Begebenheiten in den letzten 2.000 Jahren und früher absehen, so reichen die letzten 100 Jahre mit 2 Weltkriegen und um die 15 Mio. Tote, 5 Währungsreformen aus, um Menschen den Schneid zu nehmen. Die 6. Währungsreform ist dazu auch noch absehbar.
Der föderale Michel interessiert sich wenig für Globales, außer für deutsch kontrollierte Exotik. Von daher bewegt er sich nur, wenn es ihm im Schnitt wesentlich schlechter als jetzt geht.

Thomas Martini
29. August 2019 21:01

"Danke, aber mal halblang!" - Ellen Kositza

Ah, verehrteste Frau Kositza, die Richtung stimmte doch? Es war eben so ein Gedanke, und "in vielem" hätte sicher besser gepasst. Ich wollte ins Ziel treffen, seien Sie unbesorgt.

Anstand im Wortsinn verstanden, bedeutet doch auch Anstehen, Züruckhaltung, Manieren, kein Vordrängeln, Vornehmheit, all das, was mich hier fesselt.

"Großes vor, aber nüscht dahinter. Doch wir zahlen Steuern und haben hübsche Kinder."

Nicht "Großes Wort, aber nüscht dahinter." Ein kleiner Fehler, der den gewaltigen Kontext kaputt macht. Da wäre Exaktheit vonnöten gewesen bei der Niederschreibung von Dendemanns "Keine Parolen".

Waldgaenger aus Schwaben
29. August 2019 21:33

Wahlbeobachter ist gut, Wahlhelfer ist besser.

Ich habe das schon einige mal gemacht. Die anderen Wahlhelfer lästerten einmal über die AfD als kein Wähler im Lokal war, ansonsten natürlich nicht.
Beim Auszählen stöhnte jemand: "Oh Gott so viel AfD".

Aber Wahlfälschungen konnte ich nicht beobachten.

Im Prinzip sind es ja immer zwei Schritte:
Sortieren der Wahlzettel und dann auszählen.
Wenn Erst- und Zweitstimme auf einem Stimmzettel sind, werden die Schritte wiederholt - recht kompliziert das Verfahren, ich will hier nicht in Detail gehen.

Die Stimmzettel wurden auf einen großen Tisch (zusammen geschoben aus einigen kleineren) gekippt auf einem zweiten großen Tisch wurden dann die Stimmzettel nach Parteien sortiert. Es huschten also die Wahlhelfer ständig hin und her. Dann wird ausgezählt.

Wahlbeobachter sind nie bei uns aufgetaucht. Und wenn wären die sicher einige Meter enfernt an der Wand platziert worden, um nicht im Weg zu stehen. Ein Kontrolle, ob ein Stimmzettel falsch einsortiert wird, wäre für Wahlbeobachter kaum möglich gewesen, weil die sonst mit den sortierenden Wahlhelfern zusammengestoßen wären.

Fälschen könnte man praktisch nur beim Sortieren. Wenn falsch ausgezählt wird, z.B. der AfD-Auszähler zu wenig Stimmen nach vorne meldet, stimmt die Gesamtsumme der Stimmen nicht und alle Stapel müssen neu gezählt werden. Kam einige Mal vor.

Als Wahlhelfer ist man beim Sortieren und Auszählen viel näher dran und kann fast ständig alle Stapel im Blick haben, ob da ein Stimmzettel falsch gelegt wird. Geschah aber nie.

Den AfD-Stapel habe ich nie ausgezählt sondern immer einen anderen, falsch einsortierte AfD-Stimmzettel wären mir dabei aufgefallen.

Skaansdirmo
29. August 2019 21:48

Habe ich das jetzt richtig verstanden: Einprozent hat die Werbeflächen gemietet, und jetzt kratzt der Vermieter die Plakate ab, weil die Parole "Werde Wahlbeobachter" - - - rechtsextrem ist?

Die Formulierung der "Potsdamer Neuesten Nachrichten", die Flächen seien "illegal" plakatiert worden, erweckt ja den Eindruck, Einprozent habe "wild plakatiert". Wenn es nicht so war, sollte man dem ausdrücklich entgegentreten.

micfra
29. August 2019 22:12

So optimistisch haben Sie ja schon lange nicht mehr geschrieben, Herr Kubitschek! Ich glaube auch, daß man jetzt mit Mitteldeutschland ein echtes Problem hat.

Thomas Martini
30. August 2019 06:56

Hallo @Laurenz,

fand ich gut, wie Sie die Sache mit Gandhi ins rechte Licht setzten. Nur bei den Schlußfolgerungen gehen die Ansichten auseinander.

"...wenn wir von historischen Begebenheiten in den letzten 2.000 Jahren und früher absehen, so reichen die letzten 100 Jahre mit 2 Weltkriegen und um die 15 Mio. Tote, 5 Währungsreformen aus, um Menschen den Schneid zu nehmen. Die 6. Währungsreform ist dazu auch noch absehbar. Der föderale Michel interessiert sich wenig für Globales, außer für deutsch kontrollierte Exotik. Von daher bewegt er sich nur, wenn es ihm im Schnitt wesentlich schlechter als jetzt geht."

Ich interessiere mich auch eher wenig für Globales, und es war bloß ein Rückfall in alte Denkmuster, von der ganzen Welt auszugehen. Würde doch reichen, wenn Anstand in Deutschland wieder honoriert wird. Ob die das dann in Amiland oder Honolulu auch so machen, ist mir schißkojenno.

Nemesis
30. August 2019 09:28

@Waldgaenger aus Schwaben
29. August 2019 21:33
"Wahlbeobachter sind nie bei uns aufgetaucht. Und wenn wären die sicher einige Meter enfernt an der Wand platziert worden, um nicht im Weg zu stehen. Ein Kontrolle, ob ein Stimmzettel falsch einsortiert wird, wäre für Wahlbeobachter kaum möglich gewesen, weil die sonst mit den sortierenden Wahlhelfern zusammen-gestoßen wären."

Das deckt sich mit meiner Erfahrung; denn ich habe mir das mal als Wahlbeobachter angeschaut und genauso lief es ab.

"Fälschen könnte man praktisch nur beim Sortieren."

Wie werden denn die ausgezählten Stimmen nach oben hin weitergegeben (also nicht nur im Wahlraum)?
Welche Möglichkeiten existieren um nachzuprüfen, ob die weitergegebenen Zahlen auch tatsächlich so
übernommen worden sind?
Und vor allem: Wer macht sich denn die Mühe, das im Nachinein zu überprüfen?

Wissen Sie da Näheres?

Marc_Aurel
30. August 2019 09:47

Gut so, das Einprozent jetzt etwas mehr in die Offensive geht und nun für eine deutlich breitere Öffentlichkeit sichtbar wird, darauf hatte ich schon lange gewartet...ja, ich weiß, die lieben Ressourcen, der richtige Zeitpunkt usw. ... insofern schlimmstenfalls ein milder Vorwurf.

Waldgaenger aus Schwaben
30. August 2019 10:54

@Nemesis

Der Wahlvorstand gibt nach der Auszählung die Ergebnisse im Wahllokal bekannt und meldet dann die Ergebnisse telefonisch und schriftlich des Wahllokales nach oben weiter.

Die gemeldeten Zahlen pro Wahllokal werden dann am nächsten Tag im Internet und in der Zeitung veröffentlicht.

Als Wahlhelfer oder -beobachter kann man sich die Ergebnisse "seines" Wahllokales merken oder aufschreiben und dann am nächsten Tag mit den Veröffentlichungen vergleichen.

Meldet der Wahlvorstand falsche Zahlen weiter, fliegt das so auf. Aber nur wenn ein Wahlhelfer oder eben ein Wahlbeobachter sich die Ergebnisse vor Ort notiert hat und vergleicht.
Deshalb ist es schon wichtig, dass in jedem Wahllokal einer von "uns" anwesend ist und die Zahlen notiert.
Wenn sich alle einig sind, kann im Wahllokal leicht gefälscht werden, indem z.B. einfach AfD-Stimmen auf den Stapel einer anderen Partei gelegt werden, oder ungültig gemacht werden.

Als Wahlhelfer hat man aber deutlich in der besseren Position so etwas zu sehen und dann zu mokieren.

Natürlich könnte die zuständige Kommission entsprechend einteilen, so dass fälschungsbereite Wahlhelfer und -vorstände zusammen auszählen.
Deswegen ist es schon wichtig, dass überall beobachtet wird, aber eben besser als U-Boot-Wahlhelfer.

Laurenz
30. August 2019 12:46

@Thomas Martini .... ich verstehe Sie wohl nur zu genau. Sie sind typischst deutsch. (>Ob die das dann in Amiland oder Honolulu auch so machen, ist mir schißkojenno.<)
Da wir aber aus Mangel an Rohstoffen (von Kohle und Holz mal abgesehen) immer arbeiten mußten, sind wir ein produktives Volk, was dann automatisch mit dem Handel einhergeht. Und globaler Handel ist seit tausenden von Jahren normal und hoch geo-politisch. Bis auf die Entwicklung der Segelschiffe, waren auf dem Land die Transportmöglichkeiten bis 1835 quasi seit Anbeginn des Menschen dieselben.
Von daher ist die föderale ignorante Haltung des Deutschen, die wir in Ihnen und uns wiederfinden, durch die Jahrtausende hindurch historisch absurd. Es ist die Sturheit!!! unseres Volkscharakters. Sie finden Sie im Märchen, "der Hans im Glück", oder beim tumben Thor in der Edda verbrieft. Neugierde auf Exotik, gepaart mit technisch intelligenter Naivität.
Es gibt Heiden oder Metaphysiker, die behaupten, unsere "Blauäugigkeit", auch schon von Tacitus beschrieben, sei beim Erwachsenen vor ca. 8.000 Jahren bewußt mutiert worden, um unsere kosmische Wahrnehmung zu verbessern. Aber der Doppelsinn der Blauäugigkeit beschreibt schon, daß damit auch eine Erhöhung der Naivität, der Arglosigkeit einhergeht. Wird die Arglosigkeit (naive Neugierde) im Zusammentreffen mit anderen Kulturformen ausgenutzt, betrogen, verraten, steigt der Zorn im Thoren hoch, der Furor Teutonicus erwacht.

Sie, Thomas Martini, sind diesebezüglich bei uns hier auf SiN ein ganz besonderes Exemplar. Wir können und brauchen unseren Volkscharakter nicht verleugnen. Aber nur Bewußtheit hilft, die Nachteile dieses Charakters zu "umgehen" (Carlos Castaneda), was desöfteren hilfreich ist.

In der Volks-charakterlichen Konsequenz sind die Linken, einschließlich der Grünen, viel mehr deutsch, als wir Rechten uns das Deutsch-sein jemals selbst zugestehen würden. Die Linke ist daher mehr Nazi-affin, als es selbst die Nationalsozialisten je vermocht hätten. Die religiöse Verleugnung von Identitäten auf dem Globus durch die Linke, basiert doch rein darauf, daß 7,4 Milliarden Menschen gefälligst alle, natürlich nach deutschen Maßstäben, gleich zu sein haben und das "Gute" tun müssen. Wer das nicht will (Tönnies), geht in den globalen Gulag.

Wir Rechten hingegen, identifizieren und respektieren unterschiedliche Kulturen, und erachten die Diversifizierung, inklusive unserer eigenen Kultur, als erhaltenswert. Von daher sind wir die wahren Globalisten. Denn Mission, multi-nationale Konzerne, Kolonialmächte nahmen und nehmen nie auf andere Kulturformen Rücksicht. 1989/90 war deswegen auch ein entscheidendes Jahr, weil nicht nur die DDR an sich zusammenbrach, sondern der gesamte Planet verstand, daß Kommunismus nicht funktioniert. Denn, wenn es die Deutschen nicht schaffen, diesen umzusetzen, schafft es niemand.

Das hält natürlich diejenigen globalen Kräfte, auch bei uns, nicht davon ab, den Totalitarismus weiter zu verfolgen, wie man an IM Erika bestens feststellen kann. Der Rechten geht es weltweit nur noch nicht schlecht genug, damit sie sich gezwungen sieht, sich global zu organisieren. Dieser aktuelle Zustand beschreibt genau der Nachteil unseres Thomas-Martini-Charakters. Nur, wenn wir diesen hierbei umgehen, sind wir in der Lage, die Handlungen der anderen richtig einzuschätzen. Denn "Ob die das dann in Amiland oder Honolulu auch so machen, ist mir schißkojenno" hatte schon 2x im letzten Jahrhundert dazu geführt, daß wir auf's Haupte geschlagen wurden und jetzt deren Umerziehungspläne über uns ergehen lassen müssen.

@Nemesis .... rein rechtlich können Sie Sich wohl auch beim Landeswahlleiter einquartieren, aber das werden Sie wohl vorab ankündigen müssen.

limes
30. August 2019 14:13

Knapp fünf Jahre sind vergangen, seit mich die unfaire Behandlung der Bürgerbewegung PEGIDA durch Medien, Institutionen und Politik stutzig machte. Da erst begann ich, mir alternative Informationsquellen zu erschließen und recherchierte unter großem Zeitaufwand.

Genau weiß ich noch, wie mich bei der Stichwortsuche zu Themen wie »Bürgerbewegung Pax Europa« oder »Identitäre Bewegung« die obersten Google-Treffer ansprangen mit Begriffen wie „rechtsradikal“ oder „vom Verfassungsschutz beobachtet“, auch wenn dergleichen in den Texten dann oft weitgehend relativiert wurde.

Inzwischen bin ich bei der BPE und bei EinProzent Mitglied geworden, und wenn ich nun lese, dass eine Aufforderung zur Wahlbeobachtung als rechtsradikal bezeichnet wird – dann sollen mich Verblendete und Demokratiefeinde halt rechtsradikal nennen!

Wie grundanständig und sachlich sich Philip Stein im Vorwort der neuen Broschüre »Asylfakten« an »Freunde, Unterstützer und Gegner« wendet, macht mir ein weiteres Mal deutlich, dass ich auf der richtigen Seite angekommen bin.

Zusehends verwandelt sich mein Zorn in (bescheidenen) Mut – Mut zum Verteilen von Informationsmaterial und zum Verteidigen von Standpunkten. Nach fünf Jahren intensiven staatsbürgerlichen »Nachsitzens« und Sammelns von aktuellen Informationen bin ich gut vorbereitet auf Diskussionen in meinem bürgerlichen Umfeld. Hier im tief provinziellen Südwesten haben viele noch gar nicht begriffen, dass Wörter und Werte ausgehöhlt wurden. Das bietet die Chance, Nachbarn und Bekannte zum Nachdenken anzuregen. Denn es geht ja nicht um Umsturz, sondern um das Bewahren.

Nemo Obligatur
30. August 2019 16:04

@ Waldgaenger aus Schwaben
29. August 2019 21:33

Wahlbeobachter ist gut, Wahlhelfer ist besser.

Ich habe das schon einige mal gemacht. Die anderen Wahlhelfer lästerten einmal über die AfD als kein Wähler im Lokal war, ansonsten natürlich nicht.
Beim Auszählen stöhnte jemand: "Oh Gott so viel AfD".

Aber Wahlfälschungen konnte ich nicht beobachten.
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Ging mir genauso (inkl. des Stöhnens über die AfD und des Nachzählens, wenn die Kontrollsumme nicht stimmte). Ich war freiwilliger Wahlhelfer. Außer mir waren nur noch Beamte und Angestellte der örtlichen Verwaltung dabei, also gewissermaßen das Establishment. Außerdem gab es noch zwei Wahlbeobachter, die das Ergebnis auch tatsächlich aufgeschrieben haben. Ob die von der AfD oder vom örtlichen Gymnasium, Leistungskurs Politik, waren, weiß ich nicht. Sie wurden auch nicht danach gefragt. Alles ging einwandfrei und mit doppelter Kontrolle zu. Im örtlichen Anzeigenblättchen habe ich dann das Ergebnis auch noch mal kontrolliert. Es stimmte selbstedend.

Andererseits sind, wie im Kubitschek-Text ebenfalls zu lesen ist, in den letzten Jahren auch schon einige Manipulationen gegen die AfD aufgeflogen. "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser."

Thomas Martini
30. August 2019 17:32

"Inzwischen bin ich bei der BPE und bei EinProzent Mitglied geworden, und wenn ich nun lese, dass eine Aufforderung zur Wahlbeobachtung als rechtsradikal bezeichnet wird – dann sollen mich Verblendete und Demokratiefeinde halt rechtsradikal nennen!"

Ein Satz, der den neurechten Zustand dieses Landes in seiner ganzen Konsequenz ausmalt.

Die Aussage zeigt, welch schiefes Weltbild herausreift, wenn man sich blind auf das Urteil von Zeitgenossen verlässt, statt eigene Ursachenforschung zu betreiben.

Auf einmal lebt man wieder in einem "faschistischen" Deutschland. Überall Journalisten, Politiker, Medienschaffende und Künstler, die mit "faschistischen" Methoden Wahrheit und Volk unterdrücken. Das hat die Neue Rechte dem Michel gut eingetrichtert: Mit Demokratie hat all das nichts zu tun.

Einen noch größeren Gefallen kann man den Feinden des deutschen Volkes gar nicht tun. Auf beiden Seiten, links und rechts, und in der Mitte, verkommt die Geschichte der Deutschen zum Werkzeug des Auslandes und der innenpolitischen Gegner.

Im Gelben Forum hat Tempranillo heute mit Michael Klonovsky abgerechnet. Bei Klonovsky mündet auch jede Analyse in völlig absurden, "sozialistischen" Schlußfolgerungen. Die seit jeher zerstörerische Wirkung der anglo-amerikanischen Außenpolitik wird nicht nur unterschätzt, sie wird ignoriert.

Unter solchen Gesichtspunkten, ist es um die Wahrheit geschehen. Alles endet in Falschheit. Ich denke das ist zumindest eine ausreichende Erklärung, warum ich mich standhaft weigere, bestimmte Formen des "Widerstands" zu unterstützen. Dabei hadere ich schließlich mit meinem Gewissen.

Laurenz
30. August 2019 17:41

@limes ... wenn man Herrn Kalbitz in jung & naiv oder Herrn Meuthen in Sommerinterview betrachtet, stellt man fest, daß beide das zwar nicht schlecht machen, aber doch, wie viele auch hier, viel zu harmlos, zu kultiviert sind. Herr Kalbitz nutzt ab und zu das Instrument der Gegenfrage, aber doch zuwenig und zuwenig aggressiv. Wenn man die totalitäre faschistoide Grundhaltung der Interviewer einfach so hinnimmt, ohne diese sofort infrage zu stellen, gerät man automatisch in den Rechtfertigungs- und Erklärungs-Modus und nie in den Angriffs-Modus.
Wir sind die Opposition und wir greifen an.

Diese Interview-Situation sind sehr machtvoll, weil sie unter einem gewissen Publikations-Zwang stehen. Die AfD-Granden nutzen sie in meinen Augen nicht gut genug, anstatt den Spieß tatsächlich freundlichst umzudrehen und in den politischen Gegner genüßlichst hineinzudrücken.

Thomas Martini
30. August 2019 19:54

Wenn man sich wie Ralf Stegner in einem Kampf gegen die Feinde der Demokratie wähnt, dann hat die anglo-amerikanische Weichkraft obsiegt.

Lotta Vorbeck
30. August 2019 20:52

@limes - 30. August 2019 - 02:13 PM

"... Hier im tief provinziellen Südwesten haben viele noch gar nicht begriffen, dass Wörter und Werte ausgehöhlt wurden. Das bietet die Chance, Nachbarn und Bekannte zum Nachdenken anzuregen. Denn es geht ja nicht um Umsturz, sondern um das Bewahren."

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Für die Globalisten, NWO-Protagonisten, Konzerne und Kartelle geht's genau darum, nämlich um einen totalen Umsturz, um die Zerschlagung und Vaporisierung von allem, was unsere Vorfahren binnen Jahrhunderten schufen, von allem, was uns lieb und teuer ist.

Laurenz
31. August 2019 13:02

@Thomas Martini ..... Zitat- Wenn man sich wie Ralf Stegner in einem Kampf gegen die Feinde der Demokratie wähnt, dann hat die anglo-amerikanische Weichkraft obsiegt. -Zitatende

Werter Thomas Martini, warum ist Ihr Blick, aus Ihrer Haltung gerichtet, immer so egozentrisch?
Die eigene Gefühls-Situation hat doch gerade in unserem Falle wenig mit den meisten unserer Mitbürger zu tun. Das darf man ruhig auf Konrad Lorenz zurückführen. Aber wieso haben Sie keine Empathie für Ihre Umwelt und schon gar nicht im größeren Maßstab? Haben Sie Sich schon mal mit dieser Frage auseinander gesetzt?

Pöbel-Ralle ist, neben IM Erika, der stärkste Wahlkämpfer der AfD. Deswegen wird er den Job als SPD-Chef auch nicht bekommen.
So! bescheuert sind nicht mal die Sozen. Das waren sie mit ihren vielen Macht-Optionen nämlich noch nie.

Die anglo-amerikanische "Weichkraft" startete mit Elisabeth I Tudor, auch propagandistisch. Propaganda ist eben oft billiger als die Flotte zu schicken. Aber manchmal säuft im Gefecht eben auch die eigene Flotte ab.
Der deutsche historische Fehler basiert auch hier wieder auf unserem deutschen Thomas-Martini-Charakter.
Nennen Sie mir einen deutschen Politiker, welcher ernsthaft und professionell auf die Idee gekommen wäre, der anglo-amerikanischen "Weichkraft" 100 Pöbel-Ralles zu schicken?
Verstehen Sie, wir machen es umgekehrt. Wir Deutschen versenken unsere Flotte selbst in Scapa Flow.
Es ist doch keine Hellseherei zu wissen, daß die anglo-amerikanische "Weichkraft" alles und jeden betrügt, schon gar nicht bei Waffenstillstands-Abkommen. Der BND arbeitet gegen deutsche Interessen, und fragen Sie doch mal nach, wie viel Industrie-Spionage zu unseren Gunsten in den USA am laufen ist?

Wenn Sie, Thomas Martini, jemals Reichs-Kanzler gewesen wären, hätten wir gleich einpacken können.

limes
31. August 2019 19:56

@ liebe Lotta Vorbeck

Sie schreiben: »Für die Globalisten, NWO-Protagonisten, Konzerne und Kartelle geht's genau darum, nämlich um einen totalen Umsturz, um die Zerschlagung und Vaporisierung von allem, was unsere Vorfahren binnen Jahrhunderten schufen, von allem, was uns lieb und teuer ist.«

Ganz meine Meinung. Genau deshalb geht es mir um das Bewahren. Um das Bewahren vor dem Umsturz der Globalisten.

@ Thomas Martini

Sie zitieren meinen Kommentar: »Inzwischen bin ich bei der BPE und bei EinProzent Mitglied geworden, und wenn ich nun lese, dass eine Aufforderung zur Wahlbeobachtung als rechtsradikal bezeichnet wird – dann sollen mich Verblendete und Demokratiefeinde halt rechtsradikal nennen!« …
… und Sie kommentieren das so: »Die Aussage zeigt, welch schiefes Weltbild herausreift, wenn man sich blind auf das Urteil von Zeitgenossen verlässt, statt eigene Ursachenforschung zu betreiben.«

Eine Aufforderung zur Wahlbeobachtung ist urdemokratisch. Wenn diese als rechtsradikal eingeordnet wird, ist das Weltbild derer schief, die diese Einordnung vornehmen. Was also soll an meinem Weltbild schief sein?

Haben Sie meine vorausgegangene Erklärung gelesen und verstanden, dass ich fünf Jahre eigene Ursachenforschung betrieben habe? Anscheinend nicht.

Hartwig aus LG8
1. September 2019 16:55

Kann sein, dass ich meine kommende Bemerkung in den nächsten Tagen auf dieser Seite wiederholen werde; eine Viertelstunde vor Schließung der Wahllokale in Sachsen und Brandenburg: Ich erinnere mich an das kürzliche Fragezeichen von @G.Grambauer hinter dem "am Sonntag Blau wählen?"
Das Fragezeichen ist berechtigt. Nicht wegen einer Alternative zur Alternative, sondern wegen der Überlegung, wie man diesem System am ehensten widerstehen kann. "Energieentzug" habe ich erstmals bei Michael Mross gelesen. Dann bei Andreas Popp. Alexander Wagandt stösst ins gleiche Horn. Und Energieentzug heisst NICHT wählen.
Ja, natürlich war ich wählen. Und selbstverständlich blau. Aber wird das der künftige Weg sein? Egal, wie es ausgeht, dieses System wird wohl an anderen Widerständen zerbrechen, als an parlamentarischen Mehr- und Minderheiten.

Lotta Vorbeck
1. September 2019 20:15

@limes - 31. August 2019 - 07:56 PM

"... Genau deshalb geht es mir um das Bewahren. ..."

*************************

Zwischen uns beiden, dürfte in dieser Hinsicht kein Dissens bestehen.

Sie notierten's ja selber: "Hier im tief provinziellen Südwesten haben viele noch gar nicht begriffen, dass Wörter und Werte ausgehöhlt wurden."

Nicht nur tief im Südwesten, sind viele, allzu viele, metal immer noch nahezu unerschütterlich dem BRD-Biedermeier verhaftet.

+++ "Wenn sich eine Regierung vor dem Volk fürchtet, herrscht Freiheit,
wenn sich das Volk vor der Regierung fürchtet, Unfreiheit."

Thomas Jefferson

+++ "Politische Dummheit kann man lernen, man braucht dafür nur deutsche Schulen zu besuchen.
Die Zukunft Deutschlands wird wahrscheinlich für den Rest des Jahrhunderts von Außenstehenden entschieden.
Das einzige Volk, das dies nicht weiß, sind die Deutschen."

The Spectator, 16.11.1959

Andererseits:

+++ "Um zu erkennen, daß ein Ei faul ist, muss man nicht unbedingt selber Eier legen können."

Georg Christoph Lichtenberg

Laurenz
2. September 2019 13:01

@Hartwig aus LG8 ... historisch betrachtet, haben Popp & Co. Unrecht, jedenfalls in der direkten Betrachtung. Die AfD ist doch der positive politische Ausdruck des Niedergangs der Altparteien und ihres korrupten und korrumpierten Systems. Und Sie wissen doch, wenn ein Phänomen keinen Ausdruck finden kann, erkrankt es. Die AfD ist der Fiebermesser des Deutschen Volkes.

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