Alice Weidel (AfD) auf der 20. Sommerakademie des IfS

Vom 20. bis 22. IX. fand die Sommerakademie des Instituts für Staatspolitik statt. Auf den  Bericht folgt nun der erste Video-Mitschnitt: Alice Weidels Rede.

Redaktionelle Informationen und Hinweise - Werkstattberichte sozusagen.

Denn Dr. Ali­ce Wei­del, Vor­sit­zen­de der AfD-Frak­ti­on im Deut­schen Bun­des­tag und Mit­glied im Bun­des­vor­stand der AfD, hielt im Rah­men der dies­jäh­ri­gen Som­mer­aka­de­mie IfS in Schnell­ro­da einen viel­be­ach­te­ten Vortrag.

Ein­ge­lei­tet und vor­ge­stellt vom Wis­sen­schaft­li­chen Lei­ter des IfS, Dr. Erik Leh­nert, sprach Dr. Wei­del zu den 150 Schü­lern und Stu­den­ten. Nach Prof. Jörg Meu­then und Björn Höcke, Dr. Alex­an­der Gau­land und Andre­as Kal­bitz wur­de also auch dies­mal ein hoch­ran­gi­ger Ver­tre­ter der Alter­na­ti­ve nach Schnell­ro­da zu einem Vor­trags­abend gela­den, wäh­rend die wei­te­ren bei­den Aka­de­mietage tra­di­tio­nell den meta­po­li­ti­schen Gelän­de­ver­mes­sun­gen gewid­met sind.

Zum Vor­trag selbst – es ging u. a. um eine Halb­zeit­bi­lanz der AfD-Frak­ti­on im Bun­des­tag – müs­sen nicht vie­le Wor­te ver­lo­ren wer­den; Bild und Ton ver­ra­ten mehr:

– – – – –

Direkt nach Wei­dels Auf­tritt setz­te ein Skan­da­li­sie­rungs­ver­such der Main­stream-Medi­en ein, der jedoch abge­schmet­tert wur­de. Wei­del wur­de – nach ihrer Wie­der­wahl als Frak­ti­ons­spit­ze neben Gau­land – bei der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz gefragt, wes­halb sie beim IfS um Götz Kubit­schek und Dr. Erik Leh­nert auftrat.

Ihr State­ment spricht für sich:

Wei­dels Reak­ti­on ist pro­fes­sio­nell. Denn wer sich nicht duckt, nicht ins Schwim­men gerät, nicht rela­ti­viert, nicht aus­weicht, sich nicht lar­moy­ant recht­fer­tigt, kann The­men abhaken.

– – – – –

Ob Wei­del einst ein Regie­rungs­amt in Deutsch­land gewin­nen wird, ist eben­so unklar wie die wei­te­re ver­kehrs­po­li­ti­sche Posi­tio­nie­rung spe­zi­ell der AfD in bezug auf den Kom­plex Schnell­ro­da. Mar­tin Schmitt, TV-Kor­re­spon­dent im ARD-Haupt­stadt­stu­dio, twit­ter­te nach dem Auf­tritt Wei­dels im Zuge der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz spür­bar fassungslos:

Ali­ce Wei­del will wei­ter nach Schnell­ro­da zum Insti­tut für Staats­po­li­tik von Götz Kubit­schek fah­ren. Das sei eine „wich­ti­ge Vor­läu­fer­in­sti­tu­ti­on“. Dort sei­en kei­ne Rechts­ex­tre­men, son­dern hoch­ge­bil­de­te jun­ge Leute. (…)

Das Pro­blem: Die Anrei­se in die Pro­vinz ist kom­pli­ziert, vor allem für die vie­len jun­gen Teil­neh­mer der Aka­de­mie, denn Schnell­ro­da hat kei­nen Bahnhof.

Wei­dels Vor­stoß soll­te nun einen Umdenk­pro­zeß bei der Deut­schen Bahn AG ein­lei­ten: Der Vor­schlag von »Rechtstwit­ter« lau­tet, die Regio­nal­bah­nen zwi­schen Kars­dorf und Mücheln via Schnellroda/Albersroda zu ver­knüp­fen. Im Anschluß wäre eine Stra­ßen­bahn zwi­schen den bei­den Ort­schaf­ten der Gemein­de Steigra zu erschlie­ßen. Optisch sähe der ver­dienst­vol­le Ansatz wie folgt aus (oben Schnell­ro­da, unten Albers­ro­da, dort in Pla­nung die neue “Fakul­tät für Staatspolitik”):

Wei­dels Vor­trag wird also nicht nur real­po­li­ti­sche Spu­ren und Ein­drü­cke hin­ter­las­sen, son­dern wird viel­leicht eine ver­kehrs­po­li­ti­sche Wen­de im Saa­le­kreis initi­iert haben. Der bewähr­ten Kreis­tags­frak­ti­on der AfD im Saa­le­kreis rund um Dr. Hans-Tho­mas Till­schnei­der obliegt es nun, den nöti­gen Druck auf die ent­spre­chen­den Stel­len auszuüben.

Zug­an­bin­dung für Schnell­ro­da! Nicht zuletzt im Kon­text der viru­len­ten Klima‑, Umwelt- und SUV-Debat­te ist dies eine For­de­rung, die auch Fri­days for Future in Hal­le und dar­über hin­aus ver­tre­ten soll­te. Bevor das glo­ba­le Kli­ma abs­trakt dis­ku­tiert wird, soll­te man vor Ort lös­ba­re Pro­ble­me eru­ie­ren und ange­hen. »Rechtstwit­ter« hat hier Pio­nier­ar­beit geleis­tet; nun muß – trotz topo­gra­phi­scher Hin­der­nis­se – die zeit­na­he Umset­zung erfolgen.

Redaktionelle Informationen und Hinweise - Werkstattberichte sozusagen.

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Verein für Staatspolitik e.V.
DE86 5185 0079 0027 1669 62
HELADEF1FRI

Kommentare (10)

quarz

26. September 2019 12:22

"Weidels Reaktion ist professionell. Denn wer sich nicht duckt, nicht ins Schwimmen gerät, nicht relativiert, nicht ausweicht, sich nicht larmoyant rechtfertigt, kann Themen abhaken."

Könnte Weidel bitte diesbezüglich einen Workshop für die FPÖ-Führungsriege (außer Kickl) abhalten?!

brueckenbauer

26. September 2019 12:57

Da David Berger sich auch wieder an dem Weidel-Besuch abarbeitet - darf ich hier kurz zusammenfassen, was ich auf Bergers Blog nicht schreiben darf?

1. Berger vermanscht das rein pragmatische Problem "Soll man es riskieren, dass der Verfassungsschutz die AfD als rechtsextrem 'einstuft'?" mit dem inhaltlich wichtigen Problem "Wo liegen wesentliche moralisch-politische Differenzen auf der Rechten?".

2. Zu dieser inhaltlichen Differenzierung trägt Berger immer noch nichts bei als Phrasen. Ihm geht es überall um Personen und (Wort-)Symbole, er kommt nie an die Inhalte ran.

3. Er tut so , als bedeuteten die Hohlformeln "Demokratie" und "Verfassung" in der BRD überall dasselbe, was offensichtlich nicht stimmt - der größte Teil von RRG versteht "Demokratie" so wie in der DDR - und fordert dann ein Bekenntnis zu diesen Hohlformeln, also ganz so, wie es auch die antifaschistische Einheitsfront betreibt.

4. Ansonsten diabolisiert er die Verwendung der Wortsymbole "Volk" und "Identität", obwohl diese Wörter natürlich in der Geschichte der liberalen Demokratien verankert sind - Vereinigungsfreiheit war von Anfang an auch die Freiheit, sich zu einer Volksgruppe zu vereinigen.

5. Kurzum, vielleicht möchte Berger ja wirklich die freiheitliche Demokratie verteidigen, aber es fehlt das Können. Und so richtet er mehr Schaden als Nutzen an.

Laurenz

26. September 2019 20:47

Ich wünsche Frau Dr. Weidel alles Glück für die existenzielle Währungsfrage die einfachen Worte zu finden, die das "Geld" aus der Abstraktion holen und für jeden verständlich machen. Alle diejenigen Bürger, die nach 1985 geboren sind, haben leider nie die Deutschmark als Erwachsene erlebt.
Die Währung ist die stärkste politische Macht überhaupt, erschafft elementare Identität, und entscheidet über das materielle Wohl, und damit die Möglichkeit das seelische Wohl des Deutschen Volkes in der Balance zu halten. Die eigene souveräne Währung ist des Glückes Unterpfand für unser Deutsches Vaterland, mit der nur für uns besten Muttersprache in der Welt.

Lotta Vorbeck

26. September 2019 23:44

"... Weidels Vorstoß sollte nun einen Umdenkprozeß bei der Deutschen Bahn AG einleiten: Der Vorschlag von »Rechtstwitter« lautet, die Regionalbahnen zwischen Karsdorf und Mücheln via Schnellroda/Albersroda zu verknüpfen. ..."

____________________________

Ein Regionalzughaltepunkt oder gar Bahnhof für die künftige, im Anhaltinischen gelegene 'Fakultät für Staatspolitik'? - Dies, die Fakultät und der Bahnhof - wäre, um es mit den Worten eines anderen SiN-Foristen zu sagen: "Mächtig gewaltig, Egon!"

Die vermeintliche AG 'Deutsche Bahn' befindet sich nach deren gescheiterter Privatisierung noch immer im Besitz der BRD.

Na dann, wohlan! (... eine AfD-geführte Bundesregierung vorausgesetzt)

Ein gebuertiger Hesse

27. September 2019 07:59

Haha! "Weidel-Besuch beim IfS bringt verkehrspolitische Wende in der AfD und im Saalekreis" - vorzüglich. SiN at its very best.

Atz

27. September 2019 10:57

Ich dachte Herrn Berger geht es um einen pauschalen Antisemitismusvorwurf, wobei dies Thema in seinem Kopf ein riesiger Popanz ist. Genauso wäre pro-Islam ihm auch nicht recht :

[Dier Ort] "entwickelt sich in der letzten Zeit immer mehr zu einem Blatt von antisemitischen und geschichtsrevisionistischen Islam-Liebhaber. Man sieht dort im Islam einen wichtigen Verbündeten gegen die verhasste Moderne bzw. das liberale Denken und die moderne Gesellschaft."

Die Abwehr des Islam hängt im Moment höher als Sympathien für diese Religion. Ich bin ja nun islamoffen im Gegensatz zu vielen anderen aber kann mit diesem regressiven Modernebegriff und dem Judenhasser-überall Schema seiner Polemik gegen Weidel null anfangen. Herr Berger versteht nicht, dass viele intelligente Menschen der Meinung sind, dass man keine breiten Aussagen über Religionsangehörige treffen kann und sich die ganze Welt für Nicht-Theologen keinesfalls um Verhältnisse zu Juden dreht.

Der Islamhass in der homosexuellen Szene, bis tief zu den Grünen wie Volker Beck, ist mir vollkommen suspekt.

Lasst uns Frieden schliessen und Debatten offen lassen. Wie man es dreht und wendet, der Islam wird in dennächsten 20 Jahren wichtiger sein in diesem Land als er es heute ist. Was wir da wollen oder nicht, ist erst mal Nebensache. Die Frage ist wie man es gestaltet. Was ich mitnehme ist Dr. Weidels Aufruf zur Disziplin, gegen das Herumkrakeelen.

Fredy

27. September 2019 20:09

Die wollen jetzt sogar einen Flughafen bauen in Schnellroda. Unglaublich. Es geht voran, Kameraden!

vik1

28. September 2019 00:01

@Atz

"Lasst uns Frieden schliessen und Debatten offen lassen. Wie man es dreht und wendet, der Islam wird in dennächsten 20 Jahren wichtiger sein in diesem Land als er es heute ist. Was wir da wollen oder nicht, ist erst mal Nebensache. Die Frage ist wie man es gestaltet. "

Wie nennt man also DAS, was derzeit in Mitteleuropa ( besonders in D ) passiert? Am ehesten:
- induzierte kollektive Suizidierung unter feierlicher Zelebrierung der eigenen Überflüssigkeit, oder so ähnlich?
Was zählt ist WER übrig bleibt nach dem Krieg in Population/ Demographie nach ideologischer und genetischer Identität ( immer wieder Identität )

Beides hat der Islam in der Hand und zwar wie einen
Angelhaken - aus moslemischen Familien entwachsen keine Christen und schon gar keine Buddhisten .

Von Begin an wurde der Islam konzipiert als eine Weltanschauung zur militärischen Durchsetzung, Re-Ligio bedeutet Rückverbindung mit dem Schöpfer, das ist im Islam nicht vorgesehen, alle Geschöpfe verschwinden, ob im Paradies oder in der Hölle, ist es denn wirklich Religion?
Und welche Waffe verwendet der Islam primär ?

Ist die Waffe des Islam nicht die weiblichste aller weiblichen Waffen
und damit die mächtigste? Ist es nicht die Gebärmutter?
Wer kann einen Krieg gegen diese Waffe gewinnen ?

Und könnte es nicht sein, dass es ja eine dumme VT ist, weil es doch keinen Feind gibt und sich doch der Islam einfach nur am Leben erfreuen will? In diesem Fall würde nicht gleichzeitig mit aller Mediengewalt den biologischen Europäerinnen eingebläut werden, wie toll sie sind, wenn sie sich ihren biologischen Pflichten verweigern? Beides gleichzeitig ergibt einen Krieg, weil - Es zählt nicht, wer intellektueller ist!
Es zählt , wer biologisch übrig bleibt!

Der_Juergen

28. September 2019 15:49

Das meiste, was Alice Weidel sagt, kann man natürlich unterschreiben. Dass sie überhaupt beim IFS auftrat, ist begrüssenswert und beweist, dass die Abgrenzungshysterie immer weniger greift. An ihrer hohen Intelligenz ist nicht der geringste Zweifel möglich.

Zu kritisieren habe ich zweierlei: Erstens Weidels ablehnende Haltung zur Teilnahme der AFD an Protestmärschen, "weil dort Provokateure auftreten könnten", und zweitens ihr Festhalten am Asylrecht, ihre völlig illusionäre Forderung, Asylberechtigte rasch zu ermitteln, d. h. aus der Masse der Wirtschaftsflüchtlinge auszusondern. Dies ist in der Praxis absolut unmöglich - und ausserdem: Wenn einmal plötzlich eine Million echter politisch Verfolgter an den Grenzen steht, soll Deutschland sie dann aufnehmen?

Das anachronistische Asylrecht, das de facto längst zum Einfallstor für eine Masseneinwanderung geworden ist, gehört ersatzlos gestrichen. Wann wird sich die AFD endlich zu dieser Forderung durchringen?

Padberg

29. September 2019 08:10

Politische Macht gibt es nicht nur im Parlament. Vielmehr ist die "Macht der Strasse" die Grundlage jeglicher politischen Macht (Siehe Gewerkschaften & FFF).

Zugegeben, trotz des Wallensteinschen Prinzips "man muss es können - nicht machen", kann es dennoch notwendig und/oder sinnvoll sein die eigene Handlungsfähigkeit darzustellen.

Die "Alternative" ohne "schlechte Presse" gab es schon, siehe Vlaams Belang in Belgien. Das die etablierten Parteien sehr gut mit einem "cordon sanitaire"(alle gegen einen) leben können und Ihre Agenda weiterführen zeigt die jüngste Geschichte Belgiens (interessant dazu, die "Schein-Anti-Establishment" Partei NVA).

Diese "Alternative" ist kurz gefasst: wirkungslos.

Nur die Bewegung auf allen Pfaden kann Wirkung entfalten.
Zudem sollte auch die AfD ständig daran erinnert werden wer der Souverän ist.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.