26. September 2019

Alice Weidel (AfD) auf der 20. Sommerakademie des IfS

Redaktion / 10 Kommentare

Vom 20. bis 22. IX. fand die Sommerakademie des Instituts für Staatspolitik statt. Auf den  Bericht folgt nun der erste Video-Mitschnitt: Alice Weidels Rede.

  • Sezession

Denn Dr. Alice Weidel, Vorsitzende der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag und Mitglied im Bundesvorstand der AfD, hielt im Rahmen der diesjährigen Sommerakademie IfS in Schnellroda einen vielbeachteten Vortrag.

Eingeleitet und vorgestellt vom Wissenschaftlichen Leiter des IfS, Dr. Erik Lehnert, sprach Dr. Weidel zu den 150 Schülern und Studenten. Nach Prof. Jörg Meuthen und Björn Höcke, Dr. Alexander Gauland und Andreas Kalbitz wurde also auch diesmal ein hochrangiger Vertreter der Alternative nach Schnellroda zu einem Vortragsabend geladen, während die weiteren beiden Akademietage traditionell den metapolitischen Geländevermessungen gewidmet sind.

Zum Vortrag selbst – es ging u. a. um eine Halbzeitbilanz der AfD-Fraktion im Bundestag – müssen nicht viele Worte verloren werden; Bild und Ton verraten mehr:

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Direkt nach Weidels Auftritt setzte ein Skandalisierungsversuch der Mainstream-Medien ein, der jedoch abgeschmettert wurde. Weidel wurde – nach ihrer Wiederwahl als Fraktionsspitze neben Gauland – bei der Bundespressekonferenz gefragt, weshalb sie beim IfS um Götz Kubitschek und Dr. Erik Lehnert auftrat.

Ihr Statement spricht für sich:

Weidels Reaktion ist professionell. Denn wer sich nicht duckt, nicht ins Schwimmen gerät, nicht relativiert, nicht ausweicht, sich nicht larmoyant rechtfertigt, kann Themen abhaken.

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Ob Weidel einst ein Regierungsamt in Deutschland gewinnen wird, ist ebenso unklar wie die weitere verkehrspolitische Positionierung speziell der AfD in bezug auf den Komplex Schnellroda. Martin Schmitt, TV-Korrespondent im ARD-Hauptstadtstudio, twitterte nach dem Auftritt Weidels im Zuge der Bundespressekonferenz spürbar fassungslos:

Alice Weidel will weiter nach Schnellroda zum Institut für Staatspolitik von Götz Kubitschek fahren. Das sei eine „wichtige Vorläuferinstitution“. Dort seien keine Rechtsextremen, sondern hochgebildete junge Leute. (...)

Das Problem: Die Anreise in die Provinz ist kompliziert, vor allem für die vielen jungen Teilnehmer der Akademie, denn Schnellroda hat keinen Bahnhof.

Weidels Vorstoß sollte nun einen Umdenkprozeß bei der Deutschen Bahn AG einleiten: Der Vorschlag von »Rechtstwitter« lautet, die Regionalbahnen zwischen Karsdorf und Mücheln via Schnellroda/Albersroda zu verknüpfen. Im Anschluß wäre eine Straßenbahn zwischen den beiden Ortschaften der Gemeinde Steigra zu erschließen. Optisch sähe der verdienstvolle Ansatz wie folgt aus (oben Schnellroda, unten Albersroda, dort in Planung die neue "Fakultät für Staatspolitik"):

Weidels Vortrag wird also nicht nur realpolitische Spuren und Eindrücke hinterlassen, sondern wird vielleicht eine verkehrspolitische Wende im Saalekreis initiiert haben. Der bewährten Kreistagsfraktion der AfD im Saalekreis rund um Dr. Hans-Thomas Tillschneider obliegt es nun, den nötigen Druck auf die entsprechenden Stellen auszuüben.

Zuganbindung für Schnellroda! Nicht zuletzt im Kontext der virulenten Klima-, Umwelt- und SUV-Debatte ist dies eine Forderung, die auch Fridays for Future in Halle und darüber hinaus vertreten sollte. Bevor das globale Klima abstrakt diskutiert wird, sollte man vor Ort lösbare Probleme eruieren und angehen. »Rechtstwitter« hat hier Pionierarbeit geleistet; nun muß – trotz topographischer Hindernisse – die zeitnahe Umsetzung erfolgen.


  • Sezession

Kommentare (10)

quarz
26. September 2019 12:22

"Weidels Reaktion ist professionell. Denn wer sich nicht duckt, nicht ins Schwimmen gerät, nicht relativiert, nicht ausweicht, sich nicht larmoyant rechtfertigt, kann Themen abhaken."

Könnte Weidel bitte diesbezüglich einen Workshop für die FPÖ-Führungsriege (außer Kickl) abhalten?!

brueckenbauer
26. September 2019 12:57

Da David Berger sich auch wieder an dem Weidel-Besuch abarbeitet - darf ich hier kurz zusammenfassen, was ich auf Bergers Blog nicht schreiben darf?

1. Berger vermanscht das rein pragmatische Problem "Soll man es riskieren, dass der Verfassungsschutz die AfD als rechtsextrem 'einstuft'?" mit dem inhaltlich wichtigen Problem "Wo liegen wesentliche moralisch-politische Differenzen auf der Rechten?".

2. Zu dieser inhaltlichen Differenzierung trägt Berger immer noch nichts bei als Phrasen. Ihm geht es überall um Personen und (Wort-)Symbole, er kommt nie an die Inhalte ran.

3. Er tut so , als bedeuteten die Hohlformeln "Demokratie" und "Verfassung" in der BRD überall dasselbe, was offensichtlich nicht stimmt - der größte Teil von RRG versteht "Demokratie" so wie in der DDR - und fordert dann ein Bekenntnis zu diesen Hohlformeln, also ganz so, wie es auch die antifaschistische Einheitsfront betreibt.

4. Ansonsten diabolisiert er die Verwendung der Wortsymbole "Volk" und "Identität", obwohl diese Wörter natürlich in der Geschichte der liberalen Demokratien verankert sind - Vereinigungsfreiheit war von Anfang an auch die Freiheit, sich zu einer Volksgruppe zu vereinigen.

5. Kurzum, vielleicht möchte Berger ja wirklich die freiheitliche Demokratie verteidigen, aber es fehlt das Können. Und so richtet er mehr Schaden als Nutzen an.

Laurenz
26. September 2019 20:47

Ich wünsche Frau Dr. Weidel alles Glück für die existenzielle Währungsfrage die einfachen Worte zu finden, die das "Geld" aus der Abstraktion holen und für jeden verständlich machen. Alle diejenigen Bürger, die nach 1985 geboren sind, haben leider nie die Deutschmark als Erwachsene erlebt.
Die Währung ist die stärkste politische Macht überhaupt, erschafft elementare Identität, und entscheidet über das materielle Wohl, und damit die Möglichkeit das seelische Wohl des Deutschen Volkes in der Balance zu halten. Die eigene souveräne Währung ist des Glückes Unterpfand für unser Deutsches Vaterland, mit der nur für uns besten Muttersprache in der Welt.

Lotta Vorbeck
26. September 2019 23:44

"... Weidels Vorstoß sollte nun einen Umdenkprozeß bei der Deutschen Bahn AG einleiten: Der Vorschlag von »Rechtstwitter« lautet, die Regionalbahnen zwischen Karsdorf und Mücheln via Schnellroda/Albersroda zu verknüpfen. ..."

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Ein Regionalzughaltepunkt oder gar Bahnhof für die künftige, im Anhaltinischen gelegene 'Fakultät für Staatspolitik'? - Dies, die Fakultät und der Bahnhof - wäre, um es mit den Worten eines anderen SiN-Foristen zu sagen: "Mächtig gewaltig, Egon!"

Die vermeintliche AG 'Deutsche Bahn' befindet sich nach deren gescheiterter Privatisierung noch immer im Besitz der BRD.

Na dann, wohlan! (... eine AfD-geführte Bundesregierung vorausgesetzt)

Ein gebuertiger Hesse
27. September 2019 07:59

Haha! "Weidel-Besuch beim IfS bringt verkehrspolitische Wende in der AfD und im Saalekreis" - vorzüglich. SiN at its very best.

Atz
27. September 2019 10:57

Ich dachte Herrn Berger geht es um einen pauschalen Antisemitismusvorwurf, wobei dies Thema in seinem Kopf ein riesiger Popanz ist. Genauso wäre pro-Islam ihm auch nicht recht :

[Dier Ort] "entwickelt sich in der letzten Zeit immer mehr zu einem Blatt von antisemitischen und geschichtsrevisionistischen Islam-Liebhaber. Man sieht dort im Islam einen wichtigen Verbündeten gegen die verhasste Moderne bzw. das liberale Denken und die moderne Gesellschaft."

Die Abwehr des Islam hängt im Moment höher als Sympathien für diese Religion. Ich bin ja nun islamoffen im Gegensatz zu vielen anderen aber kann mit diesem regressiven Modernebegriff und dem Judenhasser-überall Schema seiner Polemik gegen Weidel null anfangen. Herr Berger versteht nicht, dass viele intelligente Menschen der Meinung sind, dass man keine breiten Aussagen über Religionsangehörige treffen kann und sich die ganze Welt für Nicht-Theologen keinesfalls um Verhältnisse zu Juden dreht.

Der Islamhass in der homosexuellen Szene, bis tief zu den Grünen wie Volker Beck, ist mir vollkommen suspekt.

Lasst uns Frieden schliessen und Debatten offen lassen. Wie man es dreht und wendet, der Islam wird in dennächsten 20 Jahren wichtiger sein in diesem Land als er es heute ist. Was wir da wollen oder nicht, ist erst mal Nebensache. Die Frage ist wie man es gestaltet. Was ich mitnehme ist Dr. Weidels Aufruf zur Disziplin, gegen das Herumkrakeelen.

Fredy
27. September 2019 20:09

Die wollen jetzt sogar einen Flughafen bauen in Schnellroda. Unglaublich. Es geht voran, Kameraden!

vik1
28. September 2019 00:01

@Atz

"Lasst uns Frieden schliessen und Debatten offen lassen. Wie man es dreht und wendet, der Islam wird in dennächsten 20 Jahren wichtiger sein in diesem Land als er es heute ist. Was wir da wollen oder nicht, ist erst mal Nebensache. Die Frage ist wie man es gestaltet. "

Wie nennt man also DAS, was derzeit in Mitteleuropa ( besonders in D ) passiert? Am ehesten:
- induzierte kollektive Suizidierung unter feierlicher Zelebrierung der eigenen Überflüssigkeit, oder so ähnlich?
Was zählt ist WER übrig bleibt nach dem Krieg in Population/ Demographie nach ideologischer und genetischer Identität ( immer wieder Identität )

Beides hat der Islam in der Hand und zwar wie einen
Angelhaken - aus moslemischen Familien entwachsen keine Christen und schon gar keine Buddhisten .

Von Begin an wurde der Islam konzipiert als eine Weltanschauung zur militärischen Durchsetzung, Re-Ligio bedeutet Rückverbindung mit dem Schöpfer, das ist im Islam nicht vorgesehen, alle Geschöpfe verschwinden, ob im Paradies oder in der Hölle, ist es denn wirklich Religion?
Und welche Waffe verwendet der Islam primär ?

Ist die Waffe des Islam nicht die weiblichste aller weiblichen Waffen
und damit die mächtigste? Ist es nicht die Gebärmutter?
Wer kann einen Krieg gegen diese Waffe gewinnen ?

Und könnte es nicht sein, dass es ja eine dumme VT ist, weil es doch keinen Feind gibt und sich doch der Islam einfach nur am Leben erfreuen will? In diesem Fall würde nicht gleichzeitig mit aller Mediengewalt den biologischen Europäerinnen eingebläut werden, wie toll sie sind, wenn sie sich ihren biologischen Pflichten verweigern? Beides gleichzeitig ergibt einen Krieg, weil - Es zählt nicht, wer intellektueller ist!
Es zählt , wer biologisch übrig bleibt!

Der_Juergen
28. September 2019 15:49

Das meiste, was Alice Weidel sagt, kann man natürlich unterschreiben. Dass sie überhaupt beim IFS auftrat, ist begrüssenswert und beweist, dass die Abgrenzungshysterie immer weniger greift. An ihrer hohen Intelligenz ist nicht der geringste Zweifel möglich.

Zu kritisieren habe ich zweierlei: Erstens Weidels ablehnende Haltung zur Teilnahme der AFD an Protestmärschen, "weil dort Provokateure auftreten könnten", und zweitens ihr Festhalten am Asylrecht, ihre völlig illusionäre Forderung, Asylberechtigte rasch zu ermitteln, d. h. aus der Masse der Wirtschaftsflüchtlinge auszusondern. Dies ist in der Praxis absolut unmöglich - und ausserdem: Wenn einmal plötzlich eine Million echter politisch Verfolgter an den Grenzen steht, soll Deutschland sie dann aufnehmen?

Das anachronistische Asylrecht, das de facto längst zum Einfallstor für eine Masseneinwanderung geworden ist, gehört ersatzlos gestrichen. Wann wird sich die AFD endlich zu dieser Forderung durchringen?

Padberg
29. September 2019 08:10

Politische Macht gibt es nicht nur im Parlament. Vielmehr ist die "Macht der Strasse" die Grundlage jeglicher politischen Macht (Siehe Gewerkschaften & FFF).

Zugegeben, trotz des Wallensteinschen Prinzips "man muss es können - nicht machen", kann es dennoch notwendig und/oder sinnvoll sein die eigene Handlungsfähigkeit darzustellen.

Die "Alternative" ohne "schlechte Presse" gab es schon, siehe Vlaams Belang in Belgien. Das die etablierten Parteien sehr gut mit einem "cordon sanitaire"(alle gegen einen) leben können und Ihre Agenda weiterführen zeigt die jüngste Geschichte Belgiens (interessant dazu, die "Schein-Anti-Establishment" Partei NVA).

Diese "Alternative" ist kurz gefasst: wirkungslos.

Nur die Bewegung auf allen Pfaden kann Wirkung entfalten.
Zudem sollte auch die AfD ständig daran erinnert werden wer der Souverän ist.

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