27. September 2019

Netzfundstücke (28) – Demontage, Öko-Fundgrube

Jonas Schick / 14 Kommentare

»Indiskretion war und ist David Bergers Schicksal.«

Alice Weidels Auftritt bei der Sommerakademie des IfS – den Bericht zur gelungenen Veranstaltung gibt es hier zu lesen – rief einige Reaktionen hervor: der Antifa-»Journalist« Henrik Merker hatte die Gelegenheit, für die Zeit ein krudes Stück zu verfassen; die Neue Westfälische versuchte sich an der Beantwortung der Frage »Warum AfD-Frau Weidel jetzt die Nähe zur Neuen Rechten sucht« usw.

Auch bei der Pressekonferenz nach der Wahl des AfD-Fraktionsvorsitz im Bundestag war ihr Vortrag vor 150 jungen Patrioten Thema – Weidel konterte die impliziten Vorwürfe souverän und demonstrierte, wie man derlei Skandalisierungsversuche ohne großes Aufheben abwiegelt:

Denn wer sich nicht duckt, nicht ins Schwimmen gerät, nicht relativiert, nicht ausweicht, sich nicht larmoyant rechtfertigt, kann Themen abhaken.

Und dann ist da noch…David Berger. Seit der 1. Medienkonferenz der AfD im zielgerichteten Selbstzerstörungsmodus, weil Götz Kubitschek es wagte, leise Kritik »am von ihm verehrten Heilsbringer Milo Yiannopoulos« zu äußern, schmiß er sich wegen Weidels Vortrag beim IfS noch tiefer in das von ihm selbst angesetzte Schwert. Schrill, verdrehend, denunziatorisch und disqualifizierend, wie man ihn kennt, veröffentlichte er auf seinem Blog eine unterirdische Einordnung zu Weidels Präsenz in Schnellroda. Sezession-Redakteur Benedikt Kaiser hat dazu auf Twitter alles notwendige gesagt:

Dieser Text von »Laack« (Berger) gegen #Kubitschek und #Schnellroda ist alles zugleich: absurde Bastelarbeit, neidisches Geschrei, perfide Verleumdung und frappierende Ahnungslosigkeit. Hier tritt einer geräuschvoll ab – bleiben wird unterm Strich, dass er weg ist. Passt.

Doch Weidel war dem gekränkten Narziß nicht genug: Die Wahl des Leiters des Instituts für Staatspolitik, Dr. Erik Lehnert, in den Vorstand der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung, versetzte ihn schon einen Tag zuvor in blinde Rage. Max Erdinger fand zu dem maßlosen Geschrei hier bei journalistenwatch.com die richtigen Worte:

Mit dem hier besprochenen Artikel hat er sich unter Glaubwürdigkeitsgesichtspunkten aber ins eigene Knie geschossen. Und wer braucht schon einen „Bündnisgenossen“, der sich selbst ins Knie schießt, anstatt auf den gemeinsamen Gegner zu zielen? Es reicht ja schon, daß man nicht genügend Verbandsmaterial hat, um die Schußwunden zu versorgen, die einem der Gegner zufügt.

Damit sollte sich die Causa Berger endgültig erledigt haben: ein Suizid in zwei Akten.


Über die letzten Wochen haben sich bei mir mehrere lesenswerte Artikel und sehenswerte Videos angestaut, die sich um die Themenkomplex der Ökologie drehen, welche ich Ihnen natürlich nicht vorenthalten möchte.

Daher ein Blick in die Fundgrube – den Anfang macht der Artikel »Der Teufel trägt Öko« des Feuilleton-Redakteurs der Zeit Thomas Assheuer, den Sie hier lesen können. Assheuers Text sollte insbesondere den Konservativen zu denken geben, die sich auf die Seite der liberalen Freiheit geschlagen haben und damit der Moderne, die sie vorgeblich kritisieren, die Schranken offenhalten:

Heute dagegen stößt die Zivilisation im Buch der Natur auf sich selbst; in den Weltmeeren treiben mehr Plastikteile, als die Galaxie Sterne hat, und in Schneeflocken schwebt Mikroplastik aus eigener Produktion. Mittelalterliche Philosophen suchten hinter dem Sichtbaren das Unsichtbare und entdeckten die Herrlichkeit der Schöpfung – die Moderne entdeckt darin ihren eigenen Müll.

Die Inder stehen derweil mit einem Fuß in der Moderne und demonstrieren nachdrücklich, wie man seinen heiligen Fluß und Lebensader, den Ganges, erfolgreich zur toxischen Kloake verelendet:

Ferner hat Bloomberg dieser unsäglichen Umweltverschmutzung horrenden Ausmaßes eine ausführliche Reportage gewidmet, die hier verfügbar ist. Wer eine deutsche Reportage zur Verunreinigung des Ganges sucht, wird hier beim Deutschlandfunk fündig, der bereits 2015 darüber berichtete.

Zurück nach Europa, genauer in den Norden Portugals: Dort wehrt sich das Dorf Covas do Barroso vehement gegen das Vorhaben, in der Region Lithium zu fördern, das für die Produktion »grüner« Technologien unerläßlich ist. Zu groß ist die Sorge der Bevölkerung, daß der Bergbau ihre Umwelt zerstören wird – Marc Dugge gibt hier für die Tagesschau einen Einblick in die Problemlage vor Ort.

Zum Schluß noch ein an die Wurzel gehendes Interview von Jung & Naiv mit dem kontroversen Wirtschaftswissenschaftler der Universität Siegen Niko Paech, der sich für eine »Post-Wachstums-Ökonomie« einsetzt:

 

Und mit folgender, bedenkenswerter Sentenz von Paech zum Ende des Interviews geht es dann ins Wochenende:

Souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wenig braucht.



Kommentare (14)

Andreas Walter
27. September 2019 19:01

Diese wie auch aus Indien geschilderte Situation werden Sie in der gesamten Dritten Welt und auch in allen Schwellenländern vorfinden. Ich kenne das persönlich sowohl aus Mexiko wie auch aus Südamerika, von Venezuela bis Peru habe ich es dort auch schon mit eigenen Augen gesehen. In Regionen mit touristischer Relevanz wird allerdings etwas mehr darauf geachtet, dass diese nicht völlig vermüllt werden. Der Grad hängt aber auch dort immer von der lokalen und regionalen Bevölkerungsdichte ab, die ja teilweise sehr unterschiedlich ist.

Eine auch interessante Serie über Müll und Großstädte weltweit ist diese hier:

Stichwort Trashopolis, auf YouTube

Es gibt aber auch Orte, die sogar noch sauberer sind als Deutschland. Die Schweiz und Singapur zum Beispiel, oder Monaco (Singapur hat mir meine Mutter darüber erzählt).

Um so mehr auch wir Schwellenland werden, wegen überzogener ökologischer und sozialer Forderungen seitens der Politik, umso mehr wird man es aber auch bei uns beobachten können. Die Anfänge davon sind schon jetzt zu sehen. In bestimmten, prekären Wohngebieten aber auch in Form illegaler Müllkippen, was beides immer mehr zunimmt.

Den Rest schaue ich mir später an.

Der_Juergen
27. September 2019 19:21

David Berger ist für mich nicht erst seit seinen gehässigen Angriffen auf Kubitschek - einen Mann, der ihm nicht nur intellektuell, sondern vor allem moralisch turmhoch überlegen ist - erledigt. Der aufgeblasene Gockel ging mir schon früher gründlich auf die Nerven.

Wir sind uns hier wohl alle einig, dass Homosexualität kein Verbrechen ist. Vom Standpunkt des Christentums und namentlich der katholischen Kirche, zu der sich Berger ja immer noch bekennt, ist sie aber, sofern praktiziert, eine Sünde. Dementsprechend hat ein homosexuell veranlagter Katholik - oder nichtkatholischer Christ - seine sexuelle Orientierung, sofern er sie nicht ändern kann, als sein Kreuz zu tragen. Er darf sie nicht ausleben, so wenig wie ein Pädophiler die seine ausleben darf. Selbstverständlich besteht ein riesiger Unterschied zwischen einvernehmlichem Sex unter erwachsenen Männern und Kinderschändung, aber für den Christen ist der Unterschied letztlich nur gradueller Art.

Wer mit seinem Schwulsein so aufdringlich hausiert wie Berger, soll bitteschön die Konsequenzen ziehen und sich vom Katholizismus, und vom Christentum überhaupt, lossagen.

Der einzige Grund, warum dieser Mann bei gewissen Rechten und Konservativen immer noch hoch im Kurs steht, ist seine Islamkritik. Im Gegensatz zu Volker Beck und Konsorten hat Berger eben Grips genug, um zu kapieren, dass seinesgleichen in einem islamischen Staat an einem Baukran enden wird, und darauf hat er keinen Bock. Um die Gefährlichkeit der muslimischen Invasion zu erkennen, sind wir aber nicht auf Berger angewiesen. Wir benötigen ihn nicht als Verbündeten.

Laurenz
27. September 2019 21:31

Ist doch schön, wenn man kein Philosoph ist. Wenn man Herrn Berger nicht kennt, noch nie von Ihm gehört hat, fällt in China nicht mal ein Sack Reis um.

Herr Assheuer kann ziemlich gut schreiben, keine Frage, aber der Inhalt geht einem so richtig auf den Zeiger. Auch Herr Paech spricht ebenso keine Wahrheiten aus, und stellt sich einfach nur hinter Precht und Indset in die Reihe.
Aus der nun doch zu transparenten Deckung schickt Herr Assheuer den sagbaren Schul-Platon ins Feld, mit Verlaub das ist lächerlich. Der unsagbare Platon spricht sich (wegen der Erfindung des Geldes) für strikte Geburten-Kontrolle und Euthanasie von Behinderten aus, also die spartanische Variante, die bei Gracchus und Monica unten durch fällt.
Hier ist der Hund und vermutlich auch die Katze begraben, keiner von diesen bigotten Philosophen und Tintenkleksern spricht wahr. 0-Wachstum, Jenseits-Wachstum oder Prechts nachhaltiges Wachstum bedeutet schlicht Geburten-Kontrolle, was denn sonst? Was ist die weitere Konsequenz, die sich daraus ergibt? Die philosophische Konsequenz ist Krieg, wenn sich 3 Milliarden Katholiken und Moslems nicht konform verhalten. Alles andere ist stumpf gelogen.

Und Herr Assheuer treibt es noch weiter, packt den Laden von Bloomberg & Freunde aus. Das sind genau die Richtigen. Herrn Bolsonaro an die Wand zu stellen, ist der pure Täuschungsversuch. Der Mann ist vordergründig der Präsident des Riesen-Staates Brasiliens und nicht "El Salvador del Mundo". Warum geben Herr Bloomberg aus Gottes eigenem Kuhtreiber-Land & seine weltweiten Milliardärs-Kumpels nicht mal Butter bei die Fische und kaufen weltweit den Regenwald auf und sorgen für seine Bewachung? Dumm quatschen kann man auch hervorragend bei der "Zeit".

Fritz
28. September 2019 09:15

Den Kulturschock habe ich auch erlebt, in Venezuela. Überall liegt der Dreck herum und niemand scheint sich daran zu stören oder gar etwas zu seiner Beseitigung zu unternehmen. In Afrika soll es noch schlimmer sein.

heinrichbrueck
28. September 2019 11:47

@Laurenz
Assheuer versucht die Demokratie zu retten. Mit der Freiheit hat er überhaupt nichts am Hut. Denn Freiheit bedeutet schließlich nicht, Freiheit für sieben Milliarden. Wenn der Planet abgegrast ist, werden nicht alle im gleichen Boot sitzen. Die Klimaretter geben sich als Naturfreunde in einer Menschheitsverbrüderungszeremonie die Hände, ohne ihr Gesteuertsein auch nur zu ahnen. In wessen Auftrag die Natur bewahrt werden soll, als ob sie alle mitgemeint sein könnten, wenn die Ziellinie der Zerstörung schon überschritten wäre, verstehen sie nicht. Thorsten Hinz hat in der JF einen ähnlichen Artikel rausgehauen: Unterwegs in die Demokratie. Könnte lustig werden, zumal die Konservativen die Zukunft nicht bewahren können, wird ihre Freiheit nicht durchschaut.

Gracchus
28. September 2019 13:24

Was Paech sagt: absolut mein Ding. Klingt für mich vernünftig, natürlich auch etwas utopisch. Tatsache ist aber, dass die Wachstumsideologie zu totaler Verödung führt. Auch die Stärkung der Regionen: prima. Recht bedacht bin ich eher Lokalpatriot. Mit Deutschland als Ganzem konnte ich mich nie so recht identifzieren.

Gracchus
28. September 2019 13:54

David Berger: eine schillernde Figur. Ist mir schon in anderen Kontexten begegnet. Irgendwie scheint ihm ein innerer Halt zu fehlen, weshalb er immer wieder mit haltlosen Vorwürfen hervortritt. Bei Papst Benedikt hat er sich immerhin entschuldigt. solch plakativen, schrillen Webauftritt unter dem Titel "philosophia perennis" zu platzieren: soll ihm mal einer nachmachen! Dass er seine Homosexualität offen lebt und gleichzeitig die alte Messe (wieder) verteidigt, ist einerseits interessant, lädt andererseits zu der ketzerischen Frage ein, wie viel homosexuelle Subkultur latent im katholischen Traditionalismus steckt.

RMH
28. September 2019 16:18

Das Interview mit Paech bzw. das darin behandelte Thema hätte einen Artikel außerhalb der Fundgrube verdient, da es ein Grundlegendes ist. Nur kurz eine Einschätzung, die ich jetzt nicht große begründe: Ich halte den menschlichen Wachstumswunsch für eine anthropologische Konstante bzw. Gegebenheit, da er offensichtlich evolutionäre Vorteile bietet.

zeitschnur
28. September 2019 17:56

Müsste man nicht differenzieren: es gibt eine "Wachstumsideologie", die der Gier entspringt und nicht zuletzt massive Naturzerstörung hinterlässt, es gibt aber auch ein Wachsen und Mehren als echten Reifeprozess oder schöpferischen Akt, ohne den der Mensch ebenfalls verkümmert.

Vielleicht wäre ein "rechter" Denkansatz unter Berücksichtigung dieser Dialektik ein echter "Fortschritt" (:-))...

Zitate wie das von Assheuer, sind mE zwar schnurrig, aber dennoch v.a. propagandistisch, drücken uns die richtigen Knöpfe, bewirken aber nur extremistische emotionale Versteifung. Eine Kultur, die sich anmaßt, Galaxien zu behaupten, die sie weder je sehen noch je beweisen kann, sondern vor allem einmal psotuliert, also: erfunden hat, könnte womöglich sehr folgerichtig, anstelle dieses notorisch schuldigen Beweises, ganze Galaxien an Müll in letzter Konsequenz aufgrund ihrer science-fiktionalen Hybris in die Meere kippen... Was hülfe also? Man müsste die entsprechenden größenwahnsinnigen Welterklärungen herunterfahren und zukünftig erst mal die Erde ausreichend erforschen. Soweit ich weiß, hinkt die Meeresforschung hinter der angeblichen Weltraumforschung mehr als sträflich hinterher (und nicht nur sie!). In vielem kennen wir die Erde noch gar nicht! Während wir über ferne Galaxien, Wurmlöcher und was sonst noch fabulieren und Gelder, die ganze Erdteile ernähren könnten, sinnlos rauswerfen (auch das ist ein Müllberg!), kennen wir nicht einmal einen Bruchteil des Meeresbodens aus echter empirischer Forschung.
Vielleicht hängt das ja zusammen - der Plastikmüllberg mit dem wissenschaftlichen Müllberg?
Es wäre eine echte Herausforderung, hier anzufangen die Ding neu zu denken.
Ansonsten noch ein Denkanstoß: auch "Plastik" kommt aus der Natur und ist nicht nur ein "artfremder Feind". Alles mit Maß und Ziel. Als Werkstoff ist Kunststoff ein Segen - um "alles oder nichts" kann es hier nicht gehen. Auch hier wären Weiternetwicklungen, die verträglicher entsorgt werden können das Gebot der Stunde und nicht diese Dämonisierung, die die Klimagläubigen nun in alle Welt posaunen.

Gast
28. September 2019 20:57

Fritz

Den Kulturschock habe ich auch erlebt, in Venezuela. Überall liegt der Dreck herum und niemand scheint sich daran zu stören oder gar etwas zu seiner Beseitigung zu unternehmen. In Afrika soll es noch schlimmer sein.

Afrika ist groß - und ... vielfältig. Gibt auch Beispiele für ausgesuchte Sauberkeit...

https://www.youtube.com/watch?v=15q8CzNVcnU

brueckenbauer
29. September 2019 13:09

Was ich bei Berger so nervig finde, ist die Gedankenlosigkeit. Nun hat er Herrn van Laack wieder ein Forum geboten, um diesmal den "Ethnopluralismus" zu verteufeln.
Dabei müsste eigentlich klar sein:
- Klassischer "freiheitlicher" Liberalismus und umfassender Pluralismus sind gar nicht voneinander zu trennen.
- Es ist kein Zufall, dass der Ethnopluralismus von Benoist ausformuliert wurde und Benoist ein Schüler des neoliberalen Philosophen Louis Rougier war
- Benoists Ethnopluralismus unterscheidet sich nur graduell vom "kulturellen Pluralismus"der USA (Horace Kallen), insofern nämlich der "cultural pluralism" nur eine Art Selbstverwaltung der verschiedenen Gruppen vorsieht, aber keine eigenen Territorien (außer den herkömmlichen Reservaten).
Wenn man sich also unbedingt vom Ethnopluralismus abgrenzen möchte - und kein Anhänger der freiheitlichen Demokratie ist dazu gewungen -, dann sollte man doch wenigstens einen gewissen Scharfsinn darauf verwenden. Aber gerade daran fehlt es.

Andreas Walter
30. September 2019 11:39

@Gast

Wie der eine junge Mann (Wode Maya?) in dem Kurzfilm selbst sagt, hat er so etwas in ganz Afrika noch nicht gesehen. Ich auch nicht. In keinem Dokumentar- oder Nachrichtenfilm über Afrika innerhalb von Städten, der nach den 60ern gedreht worden ist. Danach erst begann auch die Bevölkerungsexplosion, wegen der Impfprogramme der VN, daraufhin dann die Hungersnöte, und damit dann die Nahrungsmittelhilfe aus den Industrienationen. Ohne Hilfe und Nahrungsmittelimporte wäre Afrika nämlich nicht in der Lage, sich selbst zu ernähren (soviel auch zum Thema Paech "fröhliches Sterben" und "weniger ist Tod").

Bin mir darum auch noch nicht so sicher, was ich von dem Kurzfilm halten soll. Geniale Propaganda? Ein Wunder? Oder wer finanziert das oder hat das tatsächlich geschafft wie umzusetzen? Dem werde ich vielleicht erstmal nachgehen, wenn etwas anderes mich nicht vorher ablenkt.

Laurenz
30. September 2019 12:57

@brueckenbauer ... die hiesige Auseinandersetzung mit Berger oder wem auch immer, zeigt nur, wie menschlich Redaktionen sein können. Verletztheiten, Rechtfertigung usw. treffen auch den "Kuhlsten", und man möchte die verbalen Machwerke selbst irgendwelcher Irrer nicht unkommentiert stehen lassen. Nicht, daß es mir im Leben anders ginge, aber schön ist es doch, wenn man sich diese menschelnden Befindlichkeiten mit gehörigen Abstand am Allerwertesten vorbei gehen lassen kann. Ich kam bisher auch ohne einen Berger aus, aber auf SiN verzichten zu müssen, würde tatsächlich weh tun.

Atz
30. September 2019 13:38

Van Laack? Hat der Mensch sich nach seinem Kaschmirpulli oder Hemd benannt?

"Ethnopluralismus" verstehe ich als einen aus der politischen Mitte unangreifbaren Begriff, wobei man unterstellt bekommen kann, es damit nicht ernst zu meinen. Es ist sozusagen eine Falle für den Angreifer sich an etwas vollkommen harmlosen und allgemein konsensfähigen abzuarbeiten, und dadurch sich lächerlich zu machen oder sich zu verdrehen. Wenn die Neue Rechte Mickey Mouse zur Welterklärung erhebt, dann werden wohl auch die Beobachter Schnappatmung kriegen, und darauf verweisen, welche Staatsmänner schon Mickey Mouse liebten und die Maus zu tilgen gedenken.

Die Bundeszantrale schreibt: "Mit dem Begriff "Ethnopluralismus" bezeichnet die sogenannte Neue Rechte ein Theoriekonzept, das den für Rechtsextreme typischen Rassismus neu und weniger angreifbar begründen soll. Kritiker nennen ihn einen "Rassismus ohne Rassen". Das Wort "Ethnopluralismus" – zusammengesetzt aus dem griechischen "ethnos" (Volk) und dem lateinischen "pluralis" (Mehrzahl) – propagiert eine "Völkervielfalt"."

Von der Völkervielfalt zum Völkerverständigungsabend eines Kulturinstituts wie Goethe ist es nur ein klitzekleiner Schritt. Genau das meinte auch Multikulturalismus in den 90er Jahren. Alle Völker, Inländer und Ausländer nebeneinander und miteinander, mit spannenden Intersektionen und interkulturellem Austausch. Nicht die Vernichtung von Völkern und Kulturen im Schmelztiegel des Konsumerismus und Relativierung der Existenz von Völkern, Ethnien und Kulturen. Es gibt gar keine spezifisch deutsche Kultur (Özuguz) usw.

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