Sonntagsheld (129) – Zähne zeigen!

Londoner Helden, die Dritte

Zuerst einmal die Fakten, sie sind absurd genug: In der Hauptstadt eines Landes, das weltweit Häme für die versuchte Verbannung jeglicher Messer oder messerähnlicher Gegenstände aus der Öffentlichkeit erntete, ersticht ein für die Vorbereitung eines Anschlags verurteilter nichteuropäischer Terrorist bei einer Resozialisierungsmaßnahme, die er als vorzeitig freigelassener Häftling besucht, zwei Menschen, darunter einen diversitäts-vernarrten Bewährungshelfer.

 Gastbeitrag

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Lon­do­ner Hel­den, die Dritte

Zuerst ein­mal die Fak­ten, sie sind absurd genug: In der Haupt­stadt eines Lan­des, das welt­weit Häme für die ver­such­te Ver­ban­nung jeg­li­cher Mes­ser oder mes­ser­ähn­li­cher Gegen­stän­de aus der Öffent­lich­keit ern­te­te, ersticht ein für die Vor­be­rei­tung eines Anschlags ver­ur­teil­ter nicht­eu­ro­päi­scher Ter­ro­rist bei einer Reso­zia­li­sie­rungs­maß­nah­me, die er als vor­zei­tig frei­ge­las­se­ner Häft­ling besucht, zwei Men­schen, darun­ter einen diver­si­täts-ver­narr­ten Bewährungshelfer. 

Mit zwei an sei­ne Hän­de gekleb­ten Klin­gen läuft er anschlie­ßend, beklei­det mit einer Spreng­stoff­gur­t­at­trap­pe, Amok. Gestoppt wird der Atten­tä­ter, der zufäl­lig den­sel­ben Nach­na­men trägt wie der für sei­ne Mul­ti­kul­ti-Pro­pa­gan­da bekann­te Bür­ger­meis­ter der Stadt, letzt­end­lich von drei Pas­san­ten: Einem muti­gen Unbe­kann­ten mit einem Feu­er­lö­scher, einem ver­ur­teil­ten Mör­der auf Frei­gang und einem pol­ni­schen Koch namens Luka­sz, der mit dem Zahn eines Nar­wals auf den Mes­ser­schwin­ger ein­sticht, bevor Poli­zei­be­am­te den Angrei­fer erschie­ßen. Besag­ter Bür­ger­meis­ter fei­ert die­sen gan­zen Vor­fall als Erfolg der viel­fäl­ti­gen Einwanderungsgesellschaft. 

Schon wie­der Lon­don also. Wer mei­ne Kolum­ne von Beginn an ver­folgt, dem wird auf­fallen, daß wir nicht zum ers­ten Mal einen tap­fe­ren Mann begrü­ßen, der sich auf den Stra­ßen die­ses Molochs sei­ne Meri­ten ver­dien­te. Auf Keith Pal­mer, einen unbe­waff­ne­ten Poli­zis­ten, des­sen Tod im fünf­ten Sonn­tags­hel­den sei­ne Wür­di­gung fand, folg­te als Sonn­tags­held Nr. 15 der „Lion of the Lon­don Bridge“ Roy Lar­ner; ein Fuß­ball-Hoo­li­gan, der sich gleich drei mit Mes­ser bewaff­ne­ten Isla­mis­ten in den Weg stellte. 

Pal­mer bezahl­te sei­nen Ein­satz mit dem Leben, aber Lar­ner hat über­lebt. Bis zum Ende sei­ner Tage wird er die Nar­ben von 17 Mes­ser­schnit­ten an sei­nem Kör­per tra­gen. Eine zeit­lang lud man ihn des­halb in ein paar Talk­shows ein, im Jahr 2019 ist er nur noch ein abschre­cken­des Bei­spiel dafür, wel­ches bedrü­cken­de Schick­sal die jetzt zu küren­den Hero­en erwar­ten kann, sobald sich der Tru­bel und die Dan­kes­be­kun­dun­gen gelegt haben: Bis heu­te hat Roy Lar­ner für die schwe­ren Ver­let­zun­gen, die er sich beim Kampf mit den Ter­ro­ris­ten zuzog, kei­ner­lei staat­li­che Kom­pen­sa­ti­on erhalten. 

Im Gegen­teil: Der eins­ti­ge Held lan­de­te sei­ner­seits auf einer Über­wa­chungs­lis­te der Anti-Ter­ror-Ein­hei­ten, weil er in Kon­takt mit islam­kri­ti­schen Par­tei­en stand und im Rah­men einer ver­ba­len Aus­ein­an­der­set­zung einen far­bi­gen Foto­gra­fen, der ihn gegen sei­nen Wil­len knip­sen woll­te, belei­dig­te und anspuck­te. Infol­ge­des­sen wur­de ihm von­sei­ten des Staa­tes die Teil­nah­me an einem „Anti-Aggres­si­ons-Trai­ning“ und einem „Dera­di­ka­li­sie­rungs­pro­gramm“ ver­ord­net, inzwi­schen ist er – Netz­be­rich­ten zufol­ge – obdach­los und lei­det an einer post­trau­ma­ti­schen Belastungsstörung. 

Von außen betrach­tet erscheint es fast so, als wol­le jenes Lon­don, wel­ches Sadiq Khan sich wünscht, gar nicht von Men­schen wie Pal­mer, Lar­ner oder Luka­sz vor sei­nen schreck­li­chen Kin­dern geret­tet oder geschützt wer­den. Seit Jah­ren ächzt es unter den Atta­cken von Ter­ro­ris­ten und Migran­ten­ban­den und doch wen­det es sein von Säu­re­at­ta­cken zer­fres­se­nes Gesicht von den­je­ni­gen ab, die sich dem Wahn­sinn in den Stra­ßen ent­ge­gen­stel­len.

Trös­tend indes: Für Luka­sz, den Koch mit dem Nar­wal­zahn, wird der gan­ze Tru­bel ver­mut­lich etwas zuträg­li­cher ablau­fen. Als Zuge­zo­ge­ner taugt er nicht nur bes­ser für den Mul­ti­kul­ti-Fim­mel von Sadiq Khan als ein islam­kri­ti­scher Hoo­li­gan, er hat auch eine zwei­te Hei­mat, die es im Umgang mit ihren Hel­den etwas bes­ser meint als Groß­bri­tan­ni­en: In Polen soll er bereits für die Medail­le für die „Medail­le für Zivil­cou­ra­ge und Opfer­be­reit­schaft“ vor­ge­schla­gen wer­den. Und wäh­rend die bri­ti­sche Strei­fen­po­li­zis­ten wei­ter­hin unbe­waff­net Pas­san­ten nach Kar­tof­fel­schä­lern und But­ter­mes­sern (die unter­lie­gen näm­lich auch einem Füh­rungs­ver­bot) unter­su­chen müs­sen, läßt der pol­ni­sche Minis­ter­prä­si­dent dem Rit­ter mit dem Nar­wal­zahn aus­rich­ten: „Gegen den Ter­ro­ris­mus ist jede Waf­fe erlaubt”. Das macht Hoffnung. 

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Kommentare (8)

Franz Bettinger

2. Dezember 2019 04:40

Klasse Beitrag!

RMH

2. Dezember 2019 08:22

Notizen aus der Provinz ...
(des Weltstaates)
Im Westen nichts Neues ... etc.

H. M. Richter

2. Dezember 2019 09:05

"Besagter Bürgermeister feiert diesen ganzen Vorfall als Erfolg der vielfältigen Einwanderungsgesellschaft."
_____________________________

Beim Lesen des Satzes mußte ich an folgende Aussagen ( "Terror attacks are part of living in big city" u.a.) Bürgermeisters Khan denken:
https://twitter.com/ARmastrangelo/status/1200783023484129280
________________________________________________

Der in London als Waffe eingesetzte Walzahn nun verweist - Tieferes berührend - auf anderes:

Von Jack London(!) gibt es in den 'Südsee-Geschichten' eine Erzählung, die den Namen "Der Wahlzahn" trägt und vermutlich nicht noch nachträglich ins Kositza-Sommerfeld'sche Bändchen 'Vorlesen' aufgenommen werden wird.

Es ist eine sehr harte Geschichte, in der es gegen Anfang heißt: "Lotu, das Christentum, machte nur langsame Fortschritte und ging oft den Krebsgang. Häuptlinge, die sich selbst für Christen erklärt hatten, zeigten eine bedauerliche Neigung zu Rückfällen, um sich am Verzehren eines Lieblingsfeindes beteiligen zu können."
Und kurz vor derem Ende: "Barhaupt stand er in der Sonne und betete laut – das geheimnisvolle Bild des unvermeidlichen weißen Mannes, der mit Bibel, Kugel oder Rumflasche dem erstaunten Wilden auf dessen eignem Gebiet gegenübersteht."

https://gutenberg.spiegel.de/buch/sudsee-geschichten-10092/3

Vielleicht wird diese Geschichte ja in einen späteren Band aufgenommen werden. Möglicher Titel: 'Selbst lesen'.

Caroline Sommerfeld

2. Dezember 2019 10:28

"'Gegen den Terrorismus ist jede Waffe erlaubt'. Das macht Hoffnung."

Um Gottes Willen! Ich habe die Szene auf der Londoner Brücke, den perversen Zynismus von Sadiq-"part and parcel of living in a big city"-Khan und die Positivsanktionierung der absurden Waffe durch den polnischen Präsidenten als Einzelszene schon kapiert.
Im Gesamtbild fügt sich das Präsidentenzitat plus Schlußsatz jedoch mit dem ekligen Schmatzgeräusch dichter Passung in den "war against terror", dem jedes Mittel im Kampf gegen das deklarierte neue Böse recht sein muß.

Lotta Vorbeck

2. Dezember 2019 17:10

@Caroline Sommerfeld - 2. Dezember 2019 - 10:28 AM

"... Im Gesamtbild fügt sich das Präsidentenzitat plus Schlußsatz jedoch mit dem ekligen Schmatzgeräusch dichter Passung in den "war against terror", dem jedes Mittel im Kampf gegen das deklarierte neue Böse recht sein muß."

_________________________

Den Täter mit vereinten Kräften noch vor dem Eintreffen (bewaffneter) Polizei, in unmittelbarer Nähe des Tatortes mittels improvisierter Bewaffnung gestellt und paralysiert ...

... dem von Ihnen sofort erspürten, anderen Aspekt des präsidialen Zitats, sollte man sich trotz der im allerersten Moment aufkeimenden Genugtuung durchaus bewußt sein.

qvc1753

2. Dezember 2019 23:09

Was bei den ganzen Heldengeschichten vergessen wird, ist das im UK seit mehr als einem Jahrzehnt Polizei, Justiz und vor allem der Strafvollzug drastischen Budgetkürzungen unterlagen. Nicht nur schwächte man damit die Innere Sicherheit und überliess Subjekte wie Khan sich selber. Die Ärmsten im UK, im Besonderen in alten Industrieregionen sowie so schon durch Deindustrialisierung gebeutelt, werden seit Ende der Finanzkrise durch rigorose Streichung von Sozialleistungen („Heating or Eating”) kontinuierlich ärmer.
Das die Londoner Polizei der Lage schnell Herr wurde ist eher der Tatsache geschuldet das London Bridge im Zentrum liegt. Nicht der Effizienz der Bewährungsbehörde, die dem Mann eine elektronische Fussfessel verpasste.

Polizeiarbeit, Terrorbekämpfung,Resozialisierung oder eben auch Programme gegen Extremismus kosten Geld.
Wenn man das einspart kostet es Menschenleben.

Und es kostet Menschenleben, wenn man ganze Landstriche verarmt. Sowieso schon vorhandene Konflikte werden dann noch verschärft.

Seneca

4. Dezember 2019 15:01

Der London Bridge Fall ist noch unter zwei anderen Aspekten aufschlussreich bzw interessant. Beide Opfer waren ethnisch leicht zu identifizierende Briten und dies in einem extrem multikulturellen Umfeld (Fishmongers Hall). Es kommt einem sofort die Frage nach dem von Akif Pirincci vorhergesagten Ethnomorden in den Sinn. Jack Merrit, das erste Opfer, war zudem ähnlich wie im Freiburger Fall von Maria Ladenburger im NGO-Bereich für Einwanderer aktiv. Hat man noch bei der Traueranzeige der Eltern und der Bitte einer Geldspende an die Flüchtlingshilfe anstelle von Blumenschmuck mit dem Koof geschüttelt ob der unglaublichen „Geste“, sieht dies bei dem vom Vater gestern im Guardian veröffentlichten Kommentar gänzlich anders aus. EINEN Tag nachdem sein Sohn kaltblütig vom eigenen Schutzmilieu regelrecht geschlachtet worden ist, analysiert der Vater völlig trocken und ohne jegliche Emotionen, was sein Sohn politisch jetzt als Lehren aus der Tat gewollt hätte. Dieses Stück sollte jeder im Original gelesen haben, um zu verstehen bzw nicht zu verstehen, was in diesen Menschen vorgeht. Als Vater macht einen diese staubtrockene und völlig nüchtern analysierte Betrachtungsweise einfach nur fassungslos. Es wäre eine lohnenswerte Aufgabe für einen der S-Autoren dieses Stück psychologisch zu analysieren.

Phil

5. Dezember 2019 10:34

Mir scheint, man hat dort aus Rotherham nichts gelernt und ist immer noch auf dem "farbigen Auge" blind.

@ Sommerfeld und Vorbeck: Es passt zu Polen. Ich sage nur: geheime CIA-Foltergefängnisse...

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