15. Dezember 2019

Sonntagsheld (131) – Hinter breiten Schultern

Till-Lucas Wessels / 15 Kommentare

Eine gute Woche geht vorbei...

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

...und es scheint fast, als wolle sich das stellenweise durchaus bewölkte Jahr 2019 mit ein paar sonnigen Tagen verabschieden. Das Offensichtliche zuerst: Zum Etappensieg der IBÖ vor dem Grazer Oberlandesgericht konnte sich Martin Sellner bereits hier persönlich äußern.

Allgemein scheint es so, als würde sowohl zum Guten, wie zum Schlechten allmählich Bewegung in die verschiedenen Rechtssachen kommen, die bei nahezu allen widerständigen Gruppen die ganze Zeit in den Nebenstraßen ausgetragen werden: Auch in Deutschland konnte im Verfahren um die Einstufung der IBD als “rechtsextremistische Vereinigung” ein erster Erfolg errungen werden, für die Bürgerinitiative „Ein Prozent“ fiel der Erstentscheid hinsichtlich der Löschung ihrer Facebook-Präsenz hingegen negativ aus.

Nicht so in Italien. Dort konnte die Casa Pound Italia (CPI) als wichtigste aktivistisch-rechte Oppositionsbewegung des Landes vor wenigen Tagen einen entscheidenden Sieg einfahren: 15.000€ Rechtskostenbeteiligung muß der Großkonzern Facebook an die Partei zahlen, die Sperrung ihrer Seite ist dem Gerichtsentscheid zufolge unverzüglich aufzuheben. Geschieht das nicht, so wird mit jedem weiteren Tag der Sperrung eine Entschädigung von jeweils 800€ fällig – Peanuts für den Online-Giganten aber sicher ein nettes Zubrot für die politische Arbeit.

Die verantwortliche Richterin Stefania Garrisi begründete die Entscheidung damit, daß die betroffene Partei durch die Sperrung ihrer Facebook-Seite über die sie täglich mehrere Hunderttausend Menschen erreicht hatte, vom politischen Diskurs ausgeschlossen werde, der heutzutage nicht unwesentlich im digitalen Raum stattfinde. Auch hier ist die Messe noch nicht gesungen: Wie zu erwarten war prüft Facebook Rechtsmittel gegen die Entscheidung.

Aus aktivistischer Perspektive behält die Freude über die eine, genauso wie der Ärger über die andere Entscheidung aller realpolitischen Wichtigkeit zum Trotz den faden Beigeschmack der Uneigentlichkeit. Das ganze Prozessieren, das Vegetieren als Verfahren und das elendige Abwarten von Fristen, Entscheidungen, Fristen, Einsprüchen, Fristen, Entscheidungen usw. usf. ist kaum etwas, was man gut verträgt; noch weniger, wenn man sich einer Sache verschrieben hat, die so dringend ist, wie die unsere.

Zum Glück wartet jedoch auch anderswo Arbeit etwas konkreterer Natur, während im Stellungskrieg der Aktenzimmer zeitweise einige positive Korrekturen im Frontverlauf zu berichten sind: Nicht nur an deutschen Universitäten hat der Akt der Hörsaalbesetzung zum Zwecke der Vorlesungsverhinderung im letzten Quartal des scheidenden Jahres eine gewisse Popularität erlangt.

Im Oktober war es erst Bernd Lucke, dessen Vorlesung blockiert wurde, wenig später wurde ein Vortrag von Thomas De Maizière von Göttinger Linksextremen verhindert. Beide Fälle bekamen überdurchschnittlich viel Aufmerksamkeit ab, was zweifelsohne eher an der Bekanntheit der betroffenen Vortragenden lag, als an den von ihnen vorgetragenen Themen.

Solche oder ähnliche Aktionen finden natürlich nahezu jede Woche irgendwo statt, die Personen, die in diesem Zusammenhang in das Visier der Störer geraten, sind dabei meist von mehr oder weniger ähnlichem politischen Profil wie Lucke oder De Mazière. Will sagen: Irgendwie mit dem Ruch des Konservativen behaftet, eigentlich ungefährlich und, wenn man es genau betrachten will: Einfach zur falsch Zeit mit der falschen Vita am falschen Ort.

Meist gehen diese Fälle jenseits der Lokalblätter unter – überregionale Aufmerksamkeit erregte in der Vergangenheit lediglich der Fall des Leipziger Professoren Thomas Rauscher, der mit seinem Traum von einem „weißen Europa brüderlicher Nationen“ den Zorn der Roten auf sich gezogen hatte.

Auffällig für uns ist, daß sich der Einspruch von Seiten der betroffenen Vorlesungsbesucher – in der Regel Studenten – in den allermeisten Fällen sehr in Grenzen hielt. Verständlich: Wer will sich schon um der lieben Makroökonomie Willen in die Bresche werfen? Um ehrlich zu sein: Die meisten Vorlesungen, die ich besucht habe, waren so stinklangweilig, daß ich mich wahrscheinlich mit jeder Störung erstmal solidarisch erklärt hätte, um der gähnenden Ödnis zu entgehen

Daß diese Störungen Teil einer gesamtgesellschaftlich wirkenden Methode sind und, daß es in allen von mir beschriebenen Fällen letztendlich darum ging und geht, einen linkstotalitären Herrschaftsanspruch über gewisse Räume geltend zu machen und durchzusetzen, ist den Stino-Studis meist weniger gegenwärtig, als die sich unverhofft verlängernde Mittagspause. Überhaupt sorgen die hysterischen Schreie der Antifa-Mädchen und ihrer vermummten Handlanger ja meist eher für Befremden und angenervte Blicke als für offene Solidaritätsbekundungen und spontanes Mitkrakeelen; dennoch: Dreistigkeit siegt.

Auch in Wien versuchte nun die „Autonome Antifa“ zum wiederholten Male eine Vorlesung zu verhindern. Betroffen war dabei der österreichische Historiker Lothar Höbelt, der dem Dritten Lager in der Alpenrepublik zugerechnet wird und im Kuratorium der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung sitzt. Was zwei Wochen in Folge gelungen war – den Abbruch der Veranstaltung durch militantes Auftreten und teils handfeste Störungen zu provozieren – das mißlang dieses Mal jedoch.

Der Grund für die Anwesenheit von Sicherheitspersonal, Polizei und Verfassungsschutz könnte jedoch durchaus ein anderer gewesen sein, als bloß die Gewährleistung der freie Lehre, welche die Universität zur Rechtfertigung der Maßnahmen vorschob. Als Besucher von Höbelts Vorlesung hatten sich nämlich nicht nur linksextreme Störer angekündigt, auch Waffenstudenten und patriotische Aktivisten hatten sich ihrerseits bereit gezeigt, den Hörsaal gegen die Autonomen zu halten.

Wie immer genügte diese bloße Ankündigung, um die Verantwortlichen zu genügend Sicherheitsvorkehrungen zu bewegen, so daß die Veranstaltung störungsfrei stattfinden konnte. Die Gefahrenprognosen der Polizei und damit deren Einsatzpläne durch die Ankündigung der eigenen Anwesenheit zu beeinflussen und so die Durchsetzung von Recht und Ordnung zu erzwingen – auch dies gehört also zum Aktionspotential des rechten Aktivismus.

Es bleibt natürlich zu hoffen, daß dieses Beispiel auch in Deutschland Schule macht, obgleich ich sicherlich von keinem Aktivisten erwarte, sich für Bernd Lucke in die Tür zu stellen. Das hätte auch keinen Sinn; eher würde Lucke sich unter Protestgeschrei eigenhändig aus dem Hörsaal tragen, als sich von unsereins abschirmen zu lassen – unvergessen sein bettelnder Kotau vor dem Hamburger AStA.

Weil ich aber meine Leser als verantwortungsbewußter Kolumnist nicht mit diesem Bild in den Sonntagabend entlassen möchte, hänge ich ihnen dieses Bild vom vergangenen Mittwoch aus Wien an. Auch so kann eine Universität aussehen:

Eine gute Woche, wie gesagt.


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.


Kommentare (15)

limes

15. Dezember 2019 21:39

Mit körperlicher Gewalt probten Linke bereits in der zweiten Hälfte der 1970-er Jahre den Umsturz. Um ihre Forderungen durchzusetzen, blockierten sie Räume, in denen man sich rückmelden oder zu Vorlesungen eintragen konnte. Damals allerdings kam ich als zierliche junge Frau noch mit einigen Schubsern ohne Blessuren durch. Dass aus solchen Aktionen Jahrzehnte später Totalitarismus erwachsen würde, konnte ich mir damals nicht vorstellen.

Damals lebten wir Studis unterschiedlichster Weltanschauung friedlich in einer WG: Ein liberaler Doktorand, ein Linksextremist vom marxistischen Studentenbund Spartakus und ich als politisch unbeschriebenes Blatt mit meinem heutigen Mann, der aus Überzeugung seinen Wehrdienst bei einer herausgehobenen Einheit abgeleistet hat.

In Imad Karims Liebeserklärung an Deutschland »Fischers Fritz« erkenne ich diese noch tolerante Welt wieder, in der sich jedoch bereits auch Konflikte mit nichteuropäischen Mitstudenten und Vollakademikern abzeichneten.

Gelddrucker

16. Dezember 2019 10:35

Brexit nicht vergessen, der ja jetzt sehr wahrscheinlich kommt. Auch wenn die "konservative" Partei und Johnson sicher keine echte patriotische pro-englische Alternative sind, so ist es sicher ein Schritt in die richtige Richtung und schlägt der EU-Hydra einen Kopf ab.

Laurenz

16. Dezember 2019 13:58

@limes ..... es ist richtig was Sie schreiben, allerdings erachte ich Ihre historische Sicht auf die Dinge als naiv.
Totalitarismus ist grundsätzlich links und wird grundsätzlich mit Gewalt durchgesetzt.
Es ist noch viel bezeichnender, daß der Polizisten-Mörder (1931) Erich Mielke nicht nur als verdienter Kader frei in der DDR herumlaufen durfte, sondern gar im Politbüro für die Stasi verantwortlich war. Ich will nicht behaupten, daß die Bonner BRD besser war, aber so offensichtlich erlaubte es sich niemand.
Die Rotfront-Kampfverbände waren schon immer gewalttätig und sorgten erst durch ihr Gebaren für die Entstehung der SA. Heute haben wir in Deutschland gut 3.000 Morde pro Jahr insgesamt. Nur im Berlin von 1931 wurden 8.000 politische Morde verübt, mehrheitlich durch Kommunisten.
Wenn wir weiter zurückgehen, sind abrahamitische Religionen ausnahmslos gewalttätig und von daher links. Hätte es nur eine friedliche Mission gegeben, wüßten wir weder etwas von irgendwelchen Kirchen noch vom Islam irgendetwas.
Und letztendlich beschreiben die Bücher George Orwells nichts anderes als die Welt, wie sie sich die Linke erträumt.
Auch ist die Rolle der USA als Welt-Polizei-Gewalt als extrem links und totalitär zu definieren, auch wenn ehemals konservative Kräfte in unserem Land dies befürworteten.

@Gelddrucker ....
Ich befürworte auch den Brexit, natürlich, wobei wir abwarten müssen, wie viel sich tatsächlich verändert. Schauen wir auf die Schweiz oder Norwegen, so sind beide Staaten quasi inoffizielle EU-Mitglieder.
Europäische Völker haben über die Union nie abgestimmt. Die Europäische Union wurde im Hinterzimmer ausgeklüngelt und damit einer begrüßenswerten Europäischen Föderation (auch für die Briten) nie eine Chance gegeben. Von daher liegt es an uns und unseren Nachkommen, diesen totalitären faschistoiden Fehler EU in unserer Geschichte auszumerzen oder zumindest gerade zu biegen.

limes

16. Dezember 2019 21:00

@Laurenz: Nicht meine heutige Sicht habe ich wiedergegeben, sondern meine naive Perspektive zu Studentenzeiten. Immerhin gab es damals an der Uni tatsächlich teilweise ein entspanntes Mit- und Nebeneinander von Menschen unterschiedlicher Lebensauffassungen, wenngleich sich hier und da die Probleme bereits andeuteten, die uns heute die Kehle zuschnüren. Und ich war schon damals nicht so naiv wie Kommilitoninnen, die sich im weltoffenen Zusammenleben hervortaten und dies mit bitteren Erfahrungen bezahlten. Man musste in dieser lockeren Zeit erkennen, in welcher Spur man bleiben sollte.

Ihren Vorwurf der Naivität könnten Sie, Laurenz, ebenso an Imad Karim richten, der im erwähnten Text »Fischers Fritz« auch eine akademische Idylle beschrieben hat, wie es sie vor ein paar Jahrzehnten – wenn auch nicht in allen studentischen Kreisen – tatsächlich gab. Sie, Laurenz, könnten aber auch zuweilen schulmeisterliche Bewertungen bleiben lassen.

Ratwolf

16. Dezember 2019 21:33

Zitat:
---------------
Um ehrlich zu sein: Die meisten Vorlesungen, die ich besucht habe, waren so stinklangweilig, daß ich mich wahrscheinlich mit jeder Störung erstmal solidarisch erklärt hätte, um der gähnenden Ödnis zu entgehen.
----------------

Ich muss wiedermal lachen...
Die ritualisierte Verblödung untermahlt von der verdeckten Ehrfurcht vor den langweiligen Abscheibewissenschaften ist Lebenszeitverschwendung.

Die wirkliche Innovation findet dort nicht statt. Dort findet man nur Parkplätze für besonders ehrfürchtigen Abscheibewissenschaftlern.

Aber wenn man in diesen Bereichen schon recht weit gebracht hat, dann kann ich verstehen, dass man dort dann weiter macht, um eine Karriere auf Kosten der Steuerzahler zu machen. Eine Zukunft in den neuen freiheitlichen Bewegungen unter einen Hut zu bringen, das wird allerdings schwer.

Oder um es deutlicher zu sagen:

Unter den Talaren - Der Muff der 68er Jahren

Laurenz

17. Dezember 2019 00:38

@limes ..... zu Ihrer Studienzeit vor 30 Jahren waren die gesellschaftlichen Schlüsselpositionen noch nicht so mit Alt68ern und ihren Zöglingen durchsetzt. Da Linke in der Regel unproduktiv sind, ist die politische Karriere als Lebens-Model das einzige Lebens-Model. Und dies ist im aktuellen Zeitgeist arg gefährdet. Im Vergleich zur Weimarer Zeit agiert die Linke noch recht harmlos.

Andreas Walter

17. Dezember 2019 03:42

Die wenigen Patrioten auf Nebenschauplätzen zu fesseln scheint als Strategie ja anscheinend erfolgreich aufzugehen. Doch betrachten wir mal die wahre Dimension des Problems:

https://youtu.be/_IZd1pf-WSs

Die Nachricht wurde auch von PI-News bereits aufgegriffen, doch hier sind die einzelnen Punkte dafür etwas ausführlicher erläutert (sogar recht unpolemisch):

http://www.pi-news.net/2019/12/neuer-eu-plan-europa-mit-afrikanern-fluten-und-proteste-im-keim-ersticken/

Ich denke, Westeuropa ist darum bereits verbrannte Erde, hoffnungslos verloren. Darauf noch zu bauen, sein Kraft und Jugend zu verschwenden vergleichbar mit Don Quijotes aussichtslosem Kampf gegen die Windmühlen, die im Fall der EU aber nicht imaginiert, sondern real sind.

Wie kann das sein, werden sich manche sicherlich fragen, und die Antwort kann eigentlich nur Geld lauten. Der (geglaubte?) Unterschied zwischen immer weniger und immer mehr ältere europäische Menschen (Arbeits-, Konsum- und Steuersubjekte) zu vielen, vermeintlich ambitionierten Jungen aus anderen, fremden Kulturen.

Oder es geht um die bewusste Zerstörung Europas, doch in solchen Dimensionen vermag ich dann nicht mehr zu denken. Denn wer könnte so etwas zum einen wollen und wie bekommt man beinahe das gesamte EU-Parlament für so eine Monstrosität gleichgeschaltet? Spätestens bei den Liberalen müsste dann nämlich Schluss sein, doch wie können auch die an so ein Projekt überhaupt glauben? Wurden die alle gekauft, bestochen, oder werden sie erpresst? Oder glauben die wirklich an den Erfolg eines solchen Projekts, das nicht mal in den VSA gut funktioniert? Oder geht es darum, afrikanische Verhältnisse zu schaffen, mit wenigen Reichen und ganz vielen Armen? Doch so moralisch verkommen können doch wohl nicht alle dort in Brüssel sein. Oder sind die alle vollkommen hohl?

Darum ja auch meine Vermutung, es kann nur um Geld gehen. Weil nur eingefleischte Linke an Wakanda glauben. Für den Rest sind Menschen "Humankapital", das um so billiger und williger ist, je mehr es davon gibt:

https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/schlechte-aussichten-wie-die-bevoelkerungsentwicklung-das-wirtschaftswachstum-immer-weiter-bremst_H381714057_459125/

Vielleicht sollte man wirklich jeden einzelnen dieser Politiker mal befragen, was er sich dabei bitte denkt.

Oder es ist die Folge einer bestimmten Auslese, die zu so einer kollektiven Psychose, zu so einem einheitlichen Denken, Glauben geführt hat? Dass die das fast alle also wirklich glauben? Dass das gut gehen könnte? Selbst nur wirtschaftlich?

Imagine

17. Dezember 2019 22:42

@Andreas Walter 17. Dezember 2019 03:42:
„Ich denke, Westeuropa ist darum bereits verbrannte Erde, hoffnungslos verloren. Darauf noch zu bauen, sein Kraft und Jugend zu verschwenden vergleichbar mit Don Quijotes aussichtslosem Kampf gegen die Windmühlen, die im Fall der EU aber nicht imaginiert, sondern real sind.“

Die gesellschaftliche Entwicklung erscheint in Deutschland und in der EU als unaufhaltsam und irreversibel.

Die indigenen Deutschen werden in absehbarer Zeit in der Minderheit sein. Ab ca. 2030 werden in vielen Städten die Jungwähler zu ca. 80% einen Migrationshintergrund besitzen.

Aber offensichtlich sind viele Rechte nicht in der Lage, die gesellschaftliche Realität zu analysieren und anzuerkennen.

Alles läuft wie geplant. So wie im „Das Ende des Weißen Mannes“(2007) beschrieben.

Wirklicher Widerstand, der die Hintergründe und Interessen hinter diesem Projekt aufdeckt, kommt von Seiten der Rechten nicht.

Nicht von der AfD, auch nicht von den Identitären. Dort gibt es nur Aktivismus mit – politisch folgenloser – Symbolpolitik, aber keine Politik, die auf Veränderung der gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse zugunsten der arbeitenden Volksmehrheit ausgerichtet ist.

Ihren Hauptfeind sehen die Rechten in den Linken. Sie sind blind sind für die wirklichen Interessen- und Machtstrukturen in der Gesellschaft.

Von „solidarischen Patriotismus“ wird nur geredet, es gibt von Seiten der Rechten jedoch keine wirkliche Parteinahme für die Interessen der lohnarbeitenden Volksmehrheit. Im Gegenteil, sie sind gegen eine Solidarität mit den Lohnarbeitenden. Die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Arbeitsbevölkerung lehnen sie als sozialistische Gleichmacherei ab.

Deutschland geht bezüglich der Sozialstruktur in Richtung eines Dritte-Welt-Landes. Jedes Jahr steigt der Anteil der Menschen, die in Armutsverhältnissen leben und arbeiten müssen.

Die Arbeitsbevölkerung soll in Zukunft bis 70 arbeiten.

Die Mitte schrumpft, die Sparer werden enteignet. Und die Reichen werden weiterhin reicher und das Prekariat immer größer.

In der AfD dominieren Neoliberale und Aufsteiger. In der Mehrzahl sind dies Rechte, welche selbst im System nach oben kommen wollen. Deshalb kommt von der AfD weder wirkliche Aufklärung noch Widerstand.

@Andreas Walter: „Oder es geht um die bewusste Zerstörung Europas, doch in solchen Dimensionen vermag ich dann nicht mehr zu denken.“

Nicht die Zerstörung ist das Ziel, sondern es geht primär um die Interessen der Reichen und ihrer Funktionseliten.

Andreas Walter

19. Dezember 2019 14:32

@Imagine

Meine Replik liegt auf meinem Rechner, danke für die Anregungen.

Laurenz

19. Dezember 2019 14:47

@Imagine ... Sie behaupten hier Sachen, die Sie nicht belegen können. Eine Partei in eine laufende Funktion zu führen ist nicht so einfach, vor allem dann, wenn viele Mitglieder nichts mit dem formalen Betrieb zu tun hatten.
Hören Sie hier die Weihnachtsrede von Herrn Dr. Curio. Der widerlegt Sie.
https://youtu.be/L9VYiUlJ8_E

Imagine

19. Dezember 2019 15:48

Inzwischen muss man kein Soziologe sein, um zu erkennen, dass sich die Gesellschaft immer mehr spaltet.

Eine Minorität gehört zu den Gewinnern, die Volksmehrheit zu den Verlierern.

Die Sonnenseite beginnt bei 100.000+ Euro Einkommen pro Jahr, darunter gehört man zu den Verlierern, man muss zur Miete wohnen, kann kein relevantes Vermögen bilden und ist von sozialem Abstieg und von Altersarmut bedroht.

Auch die meisten Akademiker sind nur in Bullshit-Jobs tätig. Gerade im ideologischen Bereich müssen sich Studierte mit allen Mitteln erfolgreich selbstvermarkten. Natürlich nimmt man da auch Jobs in Kauf, wo man wie in der Werbung, in der Politik, im Journalismus, als Lehrperson, als UnternehmenssprecherIn etc. lügen und betrügen muss.

So funktioniert diese Gesellschaft: Die Intelligenten versuchen, die weniger Intelligenten zu übervorteilen. Man ist lieber Gewinner als Verlierer, lieber Täter als Opfer.

Die Minorität der Gewinner bildet das Establishment.

Sie wissen, dass ihre gesellschaftliche Stellung auf Täuschung und Betrug basiert. Natürlich wissen sie, dass eine Politik gegen das Volk gemacht wird. Denn dies ist evident. Sie wissen, dass ein Raubzug der Plutokratie gegen die Mittelschichten im Gange ist. Um „oben“ zu bleiben, muss man bei den Lügen und dem Betrug mitmachen.

Die Selbstrechtfertigung ist immer die Gleiche: Wenn ich es nicht tue, tut es ein anderer. Und wenn ich nicht mitmache, dann ändert dies nichts.

Sie sehen ihr Handeln als alternativlos an, weil sie sehen, dass oppositionelles Verhalten dem eigenen Aufstieg und Erfolg schadet.

Ein schlechtes Gewissen haben sie dabei nicht. Die Bildung eines Gewissens ist kein Naturvorgang, sondern Resultat moralischer Erziehung. Tiere kennen kein Gewissen.

Im Dekadenz-Zeitalter des Narzissmus haben sich auch die Sozialisation und Erziehung verändert. So dass der von prosozialen Werten geleitete Mensch aus der kapitalistischen Gesellschaft weitgehend verschwunden ist und der narzisstische Egozentriker dominiert. Zum Narzissmus gehört ein falsch positives Selbstbild.

Damit sich die Minorität der Gewinner auf der „Sonnenseite“ halten kann, muss man die Majorität mit dem Konzept von „divide et impera“ spalten und gegeneinander aufbringen. Genau dies passiert auch. Der Hauptfeind der Linken sind die Rechten – und umgekehrt. Die politischen Aktivisten, die sich bekämpfen, sind Schachfiguren und „useful idiots“ im Win-Lose-Spiel und das Establishment ist der lachende Dritte.

Die meisten der rechten wie linken Politaktivisten begreifen nicht, dass hinter dem Projekt der Massenimmigration auch strategische Ziele der Herrschaftssicherung stehen. Wohlgemerkt: Es ist von AUCH die Rede. Denn es handelt sich um eine Mischung aus ökonomischen und politisch-strategischen Interessen und Zielen. Manfred Pohl hat dies in seinem Buch offen ausgesprochen. Es ist also nicht so, dass man sich darüber nicht informieren könnte. Aber die meisten wollen es gar nicht wissen.

Aufklärung über die wahren Verhältnisse ruft Angst hervor. Ein Student sagte einmal, er sei froh, wenn meine Lehrveranstaltung zu Ende sei, denn diese mache ihm Angst.

Den Kopf in den Sand stecken, ist ein Mittel der Angstvermeidung. Die meisten wollen positiv denken und hoffen auf ein Happy End. Daher verhalten sie sich wie die drei Affen. Das ist ein Massenverhalten, es findet sich rechts und links und insbesondere in der „Mitte“.

Das Establishment schaut dem zynisch zu. Sie verachten das Volk. Sie wissen, um den „Klima-Fake“ und um die Interessen, die hinter der Massenimmigration stehen. Sie hoffen, dass sie selbst oben bleiben. Nur dies interessiert sie wirklich. Was mit den Menschen nach ihrem Tod geschieht, interessiert sie nicht wirklich. Ihre Devise ist: Nach uns die Sintflut!

Das Establisment stellt Merkel an die Spitze, weil ihr es am besten gelingt, die Realität zu „framen“, also das Volk zu täuschen und einzulullen.

Mit der „Klima-Religion“ solle die Massen dazu gebracht werden, den Gürtel enger zu schnellen und dabei glauben, dass sie damit einen Beitrag zur Rettung der Welt leisten.

Das war von Anfang an die Strategie der Spin-Doctors des „Club of Rome“. Wie man sieht, funktioniert das seit einem halben Jahrhundert gut und zunehmend besser, weil die Massen immer dümmer (gemacht) werden.

Die Plebs liest die Realität in ihren Medien, aber sie begreifen nicht, was sie lesen. Sie werden verarscht und fühlen sich moralisch dabei als die besseren Menschen.

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/google-camp-mit-den-privatjets-zum-klimagipfel-16322374.html

https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/google-camp-promis-gondeln-mit-protz-yachten-zum-klima-gipfel-63657492.bild.html

https://www.blick.ch/people-tv/international/wir-recyceln-kaffeebecher-und-diese-idioten-fliegen-im-privat-jet-spott-fuer-klima-heuchler-id15448419.html

P.S.
@Andreas Walter, es ist kennzeichnet, dass hier niemand auf die von Ihnen verlinkten Inhalte eingeht.

Imagine

20. Dezember 2019 12:21

@Laurenz
„Hören Sie hier die Weihnachtsrede von Herrn Dr. Curio. Der widerlegt Sie.“

Im Gegenteil. Kein Wort von Curio zu dem Kampf der arbeitenden Volksmehrheit zur Bewahrung ihrer Rechte und historischen Errungenschaften gegen die anti-sozialen Eliten in Frankreich. Kein Wort zu den Sanktionen von Trump gegen Deutschland wegen Nordstream 2. Kein Wort zur Förderung der afrikanischen Immigration durch die EU.

Das typische Blah-Blah zu den Mieten. Nichts zur Politik einer mangelnden staatlichen Wohnraumförderung. Und nichts zu den viel zu niedrigen Löhnen und Renten in Deutschland. Nichts zum Mindestlohn und nichts zur Vermögenssteuer.

Auffällig ist, dass die AfD alles an Politik vermeidet, was mit den Interessen des Establishments in Konflikt gerät.

Nichts widerlegt die Analyse , dass die AfD sich NICHT in Richtung eines „solidarischen Patriotismus“ entwickeln wird, sondern traditionelle rechte Politik machen wird, nämlich im Interesse des herrschenden Establishments.

Fazit und Prognose:
Die AfD wird die anti-soziale, anti-egalitäre und anti-liberale Politik als neue Mehrheitsbeschafferin fortsetzen.

Andreas Walter

20. Dezember 2019 12:23

@Imagine

Es reicht doch, wenn Sie auf mich eingehen. Adelt mich das denn nicht schon genug?

Ihre Studenten? Wo sind Sie denn bitte Professor - oder Dozent? An der Universität von Pjöngjang in Nordkorea? Oder in Havana, Cuba? Venezuela, Bolivien? Viele Möglichkeiten bleiben dann ja nicht mehr. Neben Berlin, Bremen, Hamburg, Göttingen, Marburg, Freiburg, habe ich welche vergessen? Tatsächlich, Frankfurt, doch es gibt noch mehr:

https://www.deutschland-kurier.org/unterwanderte-unis-linksextreme-im-krieg-gegen-die-akademische-freiheit/

Im ernst, Imagine. Auf mich wirken Sie wie ein klassischer Linker, der hier lediglich ein bisschen Rumtrollen will. Frage mich deshalb, was Sie ausgerechnet von mir wie Sie selbst sagen kleinem Licht wollen. Sich an einem Schwachen vergreifen? Das will ich doch nicht hoffen, denn was unterscheidet Sie dann noch von denen, die Sie in Ihrem letzten Kommentar kritisiert haben.

Spielen Sie daher lieber weiter den Helden der Revolution bei ihren jungen Studentinnen, die stehen auf Alphatiere in spe. Auch die Linken.

https://youtu.be/vWoE6Wu_AJI

Imagine

20. Dezember 2019 14:34

@Andreas Walter
„Im ernst, Imagine. Auf mich wirken Sie wie ein klassischer Linker, der hier lediglich ein bisschen Rumtrollen will.“

Was ist aus Ihrer Sicht ein „klassischer Linker“?

Sicherlich bin ich KEIN „klassischer Linker“ und war es auch nicht. Mit dem Sowjetkommunismus, den ML-Gruppen, den Leninisten, Stalinisten, Maoisten etc. hatte ich nie etwas gemein. Mit den heutigen (Pseudo)-Linken auch nicht.

Dass meine Sympathie jenen humanistischen und freiheitlichen Linken in der 68-er Zeit gilt, habe ich nie verborgen. Die waren durchaus auch solidarische Patrioten.

Florian Sander, der zur AfD gewechselt und dort aktiv ist, hat in einem aktuellen Beitrag über „Die nationalrevolutionären Wurzeln der 68er – und was davon übrig blieb“ geschrieben. https://arcadi-online.de/die-kinder-frassen-ihre-revolution/

20 Jahre zuvor hat Bernd Rabehl – ein enger Kampfgefährte Dutschkes – über
„Nationalrevolutionäres Denken im antiautoritären Lager der Radikalopposition zwischen 1961 und 1980“ bei der Burschenschaft Danubia referiert. http://www.danubia.de/media/Inhalt/PDF/prof_dr_bernd_rabehl.pdf

Patriotisches und sozialistisches Denken und Handeln schließen sich nicht aus. Im Gegenteil, eine Volksgemeinschaft ist nur im Rahmen einer solidarischen und gemeinwirtschaftlichen Gesellschaft und Ökonomie möglich.

Friedrich Naumann (1860 - 1919), ein der Sozialdemokratie nahestehender Liberaler, entwickelte das Konzept eines „Nationalen Sozialismus“. https://de.wikipedia.org/wiki/Nationaler_Sozialismus#Friedrich_Naumann https://ia802609.us.archive.org/10/items/nationalsozialer00naum/nationalsozialer00naum.pdf will,

Ob die Darstellung von Rabehl zutreffend ist, soll hier nicht diskutiert werden.

Festzuhalten ist, dass sich Patriotismus und Internationalismus nicht zwangsläufig ausschließen, genauso wenig wie individuelle Freiheit und Sozialismus. Insofern sind sowohl der Nationalsozialismus wie auch der Sowjetkommunismus Fehlentwicklungen und Perversionen der ursprünglichen Ideen.

Mein Motiv hier auf SiN eine Zeit lang mitzudiskutieren?

Zum einen wollte ich mich über die „Neue Rechte“ informieren. Was ist „neu“ an ihr, inwiefern unterscheidet sie sich von den traditionellen Rechten?

Zweitens befindet sich unsere Gesellschaft - anders als zur 68-er Zeit - im Stadium eines „Vor-Bürgerkriegs“, der durch den „Klassenkampf von oben“ im Sinne von „divide et impera“ immer weiter vorangetrieben wird. Rechte sehen in den Linken ihren Hauptfeind oder sogar ihre Todfeinde – und umgekehrt.

Drittens kann dem Prozess des gesellschaftlichen Niederganges und dem drohenden Bürgerkrieg nur effektiv begegnet werden, wenn die gemeinwohlorientierten, rationalen und progressiven Kräfte sowohl auf Seiten der Linken wie auch der Rechten zusammenfinden. Ob dies im Stadium des heutigen „Vor-Bürgerkriegs“ noch möglich ist, ist eine andere Frage.

Laurenz

23. Dezember 2019 18:52

Da es keinen Sonntagsheld an der heidnischen Weihnacht gab, sende ich, im Gedenken an die Opfer des üblichen westlichen Vernichtungskriegs, diese Weihnachtsbotschaft an alle SiN-Leser.

https://youtu.be/y7YcvX-PCFQ

Frohe Weihnacht Euch allen.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.