Sonntagsheld (131) – Hinter breiten Schultern

Eine gute Woche geht vorbei...

 Gastbeitrag

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Eine gute Woche geht vorbei…

…und es scheint fast, als wol­le sich das stel­len­wei­se durch­aus bewölk­te Jahr 2019 mit ein paar son­ni­gen Tagen ver­ab­schie­den. Das Offen­sicht­li­che zuerst: Zum Etap­pen­sieg der IBÖ vor dem Gra­zer Ober­lan­des­ge­richt konn­te sich Mar­tin Sell­ner bereits hier per­sön­lich äußern.

All­ge­mein scheint es so, als wür­de sowohl zum Guten, wie zum Schlech­ten all­mäh­lich Bewe­gung in die ver­schie­de­nen Rechts­sa­chen kom­men, die bei nahe­zu allen wider­stän­di­gen Grup­pen die gan­ze Zeit in den Neben­stra­ßen aus­ge­tra­gen wer­den: Auch in Deutsch­land konn­te im Ver­fah­ren um die Ein­stu­fung der IBD als “rechts­ex­tre­mis­ti­sche Ver­ei­ni­gung” ein ers­ter Erfolg errun­gen wer­den, für die Bür­ger­initia­ti­ve „Ein Pro­zent“ fiel der Erst­ent­scheid hin­sicht­lich der Löschung ihrer Face­book-Prä­senz hin­ge­gen nega­tiv aus.

Nicht so in Ita­li­en. Dort konn­te die Casa Pound Ita­lia (CPI) als wich­tigs­te akti­vis­tisch-rech­te Oppo­si­ti­ons­be­we­gung des Lan­des vor weni­gen Tagen einen ent­schei­den­den Sieg ein­fah­ren: 15.000€ Rechts­kos­ten­be­tei­li­gung muß der Groß­kon­zern Face­book an die Par­tei zah­len, die Sper­rung ihrer Sei­te ist dem Gerichts­ent­scheid zufol­ge unver­züg­lich auf­zu­he­ben. Geschieht das nicht, so wird mit jedem wei­te­ren Tag der Sper­rung eine Ent­schä­di­gung von jeweils 800€ fäl­lig – Pea­nuts für den Online-Gigan­ten aber sicher ein net­tes Zubrot für die poli­ti­sche Arbeit.

Die ver­ant­wort­li­che Rich­te­rin Ste­fa­nia Gar­ri­si begrün­de­te die Ent­schei­dung damit, daß die betrof­fe­ne Par­tei durch die Sper­rung ihrer Face­book-Sei­te über die sie täg­lich meh­re­re Hun­dert­tau­send Men­schen erreicht hat­te, vom poli­ti­schen Dis­kurs aus­ge­schlos­sen wer­de, der heut­zu­ta­ge nicht unwe­sent­lich im digi­ta­len Raum statt­fin­de. Auch hier ist die Mes­se noch nicht gesun­gen: Wie zu erwar­ten war prüft Face­book Rechts­mit­tel gegen die Entscheidung.

Aus akti­vis­ti­scher Per­spek­ti­ve behält die Freu­de über die eine, genau­so wie der Ärger über die ande­re Ent­schei­dung aller real­po­li­ti­schen Wich­tig­keit zum Trotz den faden Bei­geschmack der Unei­gent­lich­keit. Das gan­ze Pro­zes­sie­ren, das Vege­tie­ren als Ver­fah­ren und das elen­di­ge Abwar­ten von Fris­ten, Ent­schei­dun­gen, Fris­ten, Ein­sprü­chen, Fris­ten, Ent­schei­dun­gen usw. usf. ist kaum etwas, was man gut ver­trägt; noch weni­ger, wenn man sich einer Sache ver­schrie­ben hat, die so drin­gend ist, wie die unsere.

Zum Glück war­tet jedoch auch anders­wo Arbeit etwas kon­kre­te­rer Natur, wäh­rend im Stel­lungs­krieg der Akten­zim­mer zeit­wei­se eini­ge posi­ti­ve Kor­rek­tu­ren im Front­ver­lauf zu berich­ten sind: Nicht nur an deut­schen Uni­ver­si­tä­ten hat der Akt der Hör­saal­be­set­zung zum Zwe­cke der Vor­le­sungs­ver­hin­de­rung im letz­ten Quar­tal des schei­den­den Jah­res eine gewis­se Popu­la­ri­tät erlangt.

Im Okto­ber war es erst Bernd Lucke, des­sen Vor­le­sung blo­ckiert wur­de, wenig spä­ter wur­de ein Vor­trag von Tho­mas De Mai­ziè­re von Göt­tin­ger Links­ex­tre­men ver­hin­dert. Bei­de Fäl­le beka­men über­durch­schnitt­lich viel Auf­merk­sam­keit ab, was zwei­fels­oh­ne eher an der Bekannt­heit der betrof­fe­nen Vor­tra­gen­den lag, als an den von ihnen vor­ge­tra­ge­nen Themen.

Sol­che oder ähn­li­che Aktio­nen fin­den natür­lich nahe­zu jede Woche irgend­wo statt, die Per­so­nen, die in die­sem Zusam­men­hang in das Visier der Stö­rer gera­ten, sind dabei meist von mehr oder weni­ger ähn­li­chem poli­ti­schen Pro­fil wie Lucke oder De Maziè­re. Will sagen: Irgend­wie mit dem Ruch des Kon­ser­va­ti­ven behaf­tet, eigent­lich unge­fähr­lich und, wenn man es genau betrach­ten will: Ein­fach zur falsch Zeit mit der fal­schen Vita am fal­schen Ort.

Meist gehen die­se Fäl­le jen­seits der Lokal­blät­ter unter – über­re­gio­na­le Auf­merk­sam­keit erreg­te in der Ver­gan­gen­heit ledig­lich der Fall des Leip­zi­ger Pro­fes­so­ren Tho­mas Rau­scher, der mit sei­nem Traum von einem „wei­ßen Euro­pa brü­der­li­cher Natio­nen“ den Zorn der Roten auf sich gezo­gen hatte.

Auf­fäl­lig für uns ist, daß sich der Ein­spruch von Sei­ten der betrof­fe­nen Vor­le­sungs­be­su­cher – in der Regel Stu­den­ten – in den aller­meis­ten Fäl­len sehr in Gren­zen hielt. Ver­ständ­lich: Wer will sich schon um der lie­ben Makro­öko­no­mie Wil­len in die Bre­sche wer­fen? Um ehr­lich zu sein: Die meis­ten Vor­le­sun­gen, die ich besucht habe, waren so stink­lang­wei­lig, daß ich mich wahr­schein­lich mit jeder Stö­rung erst­mal soli­da­risch erklärt hät­te, um der gäh­nen­den Ödnis zu entgehen

Daß die­se Stö­run­gen Teil einer gesamt­ge­sell­schaft­lich wir­ken­den Metho­de sind und, daß es in allen von mir beschrie­be­nen Fäl­len letzt­end­lich dar­um ging und geht, einen links­to­ta­li­tä­ren Herr­schafts­an­spruch über gewis­se Räu­me gel­tend zu machen und durch­zu­set­zen, ist den Sti­no-Stu­dis meist weni­ger gegen­wär­tig, als die sich unver­hofft ver­län­gern­de Mit­tags­pau­se. Über­haupt sor­gen die hys­te­ri­schen Schreie der Anti­fa-Mäd­chen und ihrer ver­mumm­ten Hand­lan­ger ja meist eher für Befrem­den und ange­nerv­te Bli­cke als für offe­ne Soli­da­ri­täts­be­kun­dun­gen und spon­ta­nes Mit­kra­kee­len; den­noch: Dreis­tig­keit siegt.

Auch in Wien ver­such­te nun die „Auto­no­me Anti­fa“ zum wie­der­hol­ten Male eine Vor­le­sung zu ver­hin­dern. Betrof­fen war dabei der öster­rei­chi­sche His­to­ri­ker Lothar Höbelt, der dem Drit­ten Lager in der Alpen­re­pu­blik zuge­rech­net wird und im Kura­to­ri­um der AfD-nahen Desi­de­ri­us-Eras­mus-Stif­tung sitzt. Was zwei Wochen in Fol­ge gelun­gen war – den Abbruch der Ver­an­stal­tung durch mili­tan­tes Auf­tre­ten und teils hand­fes­te Stö­run­gen zu pro­vo­zie­ren – das miß­lang die­ses Mal jedoch.

Der Grund für die Anwe­sen­heit von Sicher­heits­per­so­nal, Poli­zei und Ver­fas­sungs­schutz könn­te jedoch durch­aus ein ande­rer gewe­sen sein, als bloß die Gewähr­leis­tung der freie Leh­re, wel­che die Uni­ver­si­tät zur Recht­fer­ti­gung der Maß­nah­men vor­schob. Als Besu­cher von Höbelts Vor­le­sung hat­ten sich näm­lich nicht nur links­ex­tre­me Stö­rer ange­kün­digt, auch Waf­fen­stu­den­ten und patrio­ti­sche Akti­vis­ten hat­ten sich ihrer­seits bereit gezeigt, den Hör­saal gegen die Auto­no­men zu halten.

Wie immer genüg­te die­se blo­ße Ankün­di­gung, um die Ver­ant­wort­li­chen zu genü­gend Sicher­heits­vor­keh­run­gen zu bewe­gen, so daß die Ver­an­stal­tung stö­rungs­frei statt­fin­den konn­te. Die Gefah­ren­pro­gno­sen der Poli­zei und damit deren Ein­satz­plä­ne durch die Ankün­di­gung der eige­nen Anwe­sen­heit zu beein­flus­sen und so die Durch­set­zung von Recht und Ord­nung zu erzwin­gen – auch dies gehört also zum Akti­ons­po­ten­ti­al des rech­ten Aktivismus.

Es bleibt natür­lich zu hof­fen, daß die­ses Bei­spiel auch in Deutsch­land Schu­le macht, obgleich ich sicher­lich von kei­nem Akti­vis­ten erwar­te, sich für Bernd Lucke in die Tür zu stel­len. Das hät­te auch kei­nen Sinn; eher wür­de Lucke sich unter Pro­test­ge­schrei eigen­hän­dig aus dem Hör­saal tra­gen, als sich von unser­eins abschir­men zu las­sen – unver­ges­sen sein bet­teln­der Kotau vor dem Ham­bur­ger AStA.

Weil ich aber mei­ne Leser als ver­ant­wor­tungs­be­wuß­ter Kolum­nist nicht mit die­sem Bild in den Sonn­tag­abend ent­las­sen möch­te, hän­ge ich ihnen die­ses Bild vom ver­gan­ge­nen Mitt­woch aus Wien an. Auch so kann eine Uni­ver­si­tät aussehen:

Eine gute Woche, wie gesagt.

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Kommentare (15)

limes

15. Dezember 2019 21:39

Mit körperlicher Gewalt probten Linke bereits in der zweiten Hälfte der 1970-er Jahre den Umsturz. Um ihre Forderungen durchzusetzen, blockierten sie Räume, in denen man sich rückmelden oder zu Vorlesungen eintragen konnte. Damals allerdings kam ich als zierliche junge Frau noch mit einigen Schubsern ohne Blessuren durch. Dass aus solchen Aktionen Jahrzehnte später Totalitarismus erwachsen würde, konnte ich mir damals nicht vorstellen.

Damals lebten wir Studis unterschiedlichster Weltanschauung friedlich in einer WG: Ein liberaler Doktorand, ein Linksextremist vom marxistischen Studentenbund Spartakus und ich als politisch unbeschriebenes Blatt mit meinem heutigen Mann, der aus Überzeugung seinen Wehrdienst bei einer herausgehobenen Einheit abgeleistet hat.

In Imad Karims Liebeserklärung an Deutschland »Fischers Fritz« erkenne ich diese noch tolerante Welt wieder, in der sich jedoch bereits auch Konflikte mit nichteuropäischen Mitstudenten und Vollakademikern abzeichneten.

Gelddrucker

16. Dezember 2019 10:35

Brexit nicht vergessen, der ja jetzt sehr wahrscheinlich kommt. Auch wenn die "konservative" Partei und Johnson sicher keine echte patriotische pro-englische Alternative sind, so ist es sicher ein Schritt in die richtige Richtung und schlägt der EU-Hydra einen Kopf ab.

Laurenz

16. Dezember 2019 13:58

@limes ..... es ist richtig was Sie schreiben, allerdings erachte ich Ihre historische Sicht auf die Dinge als naiv.
Totalitarismus ist grundsätzlich links und wird grundsätzlich mit Gewalt durchgesetzt.
Es ist noch viel bezeichnender, daß der Polizisten-Mörder (1931) Erich Mielke nicht nur als verdienter Kader frei in der DDR herumlaufen durfte, sondern gar im Politbüro für die Stasi verantwortlich war. Ich will nicht behaupten, daß die Bonner BRD besser war, aber so offensichtlich erlaubte es sich niemand.
Die Rotfront-Kampfverbände waren schon immer gewalttätig und sorgten erst durch ihr Gebaren für die Entstehung der SA. Heute haben wir in Deutschland gut 3.000 Morde pro Jahr insgesamt. Nur im Berlin von 1931 wurden 8.000 politische Morde verübt, mehrheitlich durch Kommunisten.
Wenn wir weiter zurückgehen, sind abrahamitische Religionen ausnahmslos gewalttätig und von daher links. Hätte es nur eine friedliche Mission gegeben, wüßten wir weder etwas von irgendwelchen Kirchen noch vom Islam irgendetwas.
Und letztendlich beschreiben die Bücher George Orwells nichts anderes als die Welt, wie sie sich die Linke erträumt.
Auch ist die Rolle der USA als Welt-Polizei-Gewalt als extrem links und totalitär zu definieren, auch wenn ehemals konservative Kräfte in unserem Land dies befürworteten.

@Gelddrucker ....
Ich befürworte auch den Brexit, natürlich, wobei wir abwarten müssen, wie viel sich tatsächlich verändert. Schauen wir auf die Schweiz oder Norwegen, so sind beide Staaten quasi inoffizielle EU-Mitglieder.
Europäische Völker haben über die Union nie abgestimmt. Die Europäische Union wurde im Hinterzimmer ausgeklüngelt und damit einer begrüßenswerten Europäischen Föderation (auch für die Briten) nie eine Chance gegeben. Von daher liegt es an uns und unseren Nachkommen, diesen totalitären faschistoiden Fehler EU in unserer Geschichte auszumerzen oder zumindest gerade zu biegen.

limes

16. Dezember 2019 21:00

@Laurenz: Nicht meine heutige Sicht habe ich wiedergegeben, sondern meine naive Perspektive zu Studentenzeiten. Immerhin gab es damals an der Uni tatsächlich teilweise ein entspanntes Mit- und Nebeneinander von Menschen unterschiedlicher Lebensauffassungen, wenngleich sich hier und da die Probleme bereits andeuteten, die uns heute die Kehle zuschnüren. Und ich war schon damals nicht so naiv wie Kommilitoninnen, die sich im weltoffenen Zusammenleben hervortaten und dies mit bitteren Erfahrungen bezahlten. Man musste in dieser lockeren Zeit erkennen, in welcher Spur man bleiben sollte.

Ihren Vorwurf der Naivität könnten Sie, Laurenz, ebenso an Imad Karim richten, der im erwähnten Text »Fischers Fritz« auch eine akademische Idylle beschrieben hat, wie es sie vor ein paar Jahrzehnten – wenn auch nicht in allen studentischen Kreisen – tatsächlich gab. Sie, Laurenz, könnten aber auch zuweilen schulmeisterliche Bewertungen bleiben lassen.

Ratwolf

16. Dezember 2019 21:33

Zitat:
---------------
Um ehrlich zu sein: Die meisten Vorlesungen, die ich besucht habe, waren so stinklangweilig, daß ich mich wahrscheinlich mit jeder Störung erstmal solidarisch erklärt hätte, um der gähnenden Ödnis zu entgehen.
----------------

Ich muss wiedermal lachen...
Die ritualisierte Verblödung untermahlt von der verdeckten Ehrfurcht vor den langweiligen Abscheibewissenschaften ist Lebenszeitverschwendung.

Die wirkliche Innovation findet dort nicht statt. Dort findet man nur Parkplätze für besonders ehrfürchtigen Abscheibewissenschaftlern.

Aber wenn man in diesen Bereichen schon recht weit gebracht hat, dann kann ich verstehen, dass man dort dann weiter macht, um eine Karriere auf Kosten der Steuerzahler zu machen. Eine Zukunft in den neuen freiheitlichen Bewegungen unter einen Hut zu bringen, das wird allerdings schwer.

Oder um es deutlicher zu sagen:

Unter den Talaren - Der Muff der 68er Jahren

Laurenz

17. Dezember 2019 00:38

@limes ..... zu Ihrer Studienzeit vor 30 Jahren waren die gesellschaftlichen Schlüsselpositionen noch nicht so mit Alt68ern und ihren Zöglingen durchsetzt. Da Linke in der Regel unproduktiv sind, ist die politische Karriere als Lebens-Model das einzige Lebens-Model. Und dies ist im aktuellen Zeitgeist arg gefährdet. Im Vergleich zur Weimarer Zeit agiert die Linke noch recht harmlos.

Andreas Walter

17. Dezember 2019 03:42

Die wenigen Patrioten auf Nebenschauplätzen zu fesseln scheint als Strategie ja anscheinend erfolgreich aufzugehen. Doch betrachten wir mal die wahre Dimension des Problems:

https://youtu.be/_IZd1pf-WSs

Die Nachricht wurde auch von PI-News bereits aufgegriffen, doch hier sind die einzelnen Punkte dafür etwas ausführlicher erläutert (sogar recht unpolemisch):

http://www.pi-news.net/2019/12/neuer-eu-plan-europa-mit-afrikanern-fluten-und-proteste-im-keim-ersticken/

Ich denke, Westeuropa ist darum bereits verbrannte Erde, hoffnungslos verloren. Darauf noch zu bauen, sein Kraft und Jugend zu verschwenden vergleichbar mit Don Quijotes aussichtslosem Kampf gegen die Windmühlen, die im Fall der EU aber nicht imaginiert, sondern real sind.

Wie kann das sein, werden sich manche sicherlich fragen, und die Antwort kann eigentlich nur Geld lauten. Der (geglaubte?) Unterschied zwischen immer weniger und immer mehr ältere europäische Menschen (Arbeits-, Konsum- und Steuersubjekte) zu vielen, vermeintlich ambitionierten Jungen aus anderen, fremden Kulturen.

Oder es geht um die bewusste Zerstörung Europas, doch in solchen Dimensionen vermag ich dann nicht mehr zu denken. Denn wer könnte so etwas zum einen wollen und wie bekommt man beinahe das gesamte EU-Parlament für so eine Monstrosität gleichgeschaltet? Spätestens bei den Liberalen müsste dann nämlich Schluss sein, doch wie können auch die an so ein Projekt überhaupt glauben? Wurden die alle gekauft, bestochen, oder werden sie erpresst? Oder glauben die wirklich an den Erfolg eines solchen Projekts, das nicht mal in den VSA gut funktioniert? Oder geht es darum, afrikanische Verhältnisse zu schaffen, mit wenigen Reichen und ganz vielen Armen? Doch so moralisch verkommen können doch wohl nicht alle dort in Brüssel sein. Oder sind die alle vollkommen hohl?

Darum ja auch meine Vermutung, es kann nur um Geld gehen. Weil nur eingefleischte Linke an Wakanda glauben. Für den Rest sind Menschen "Humankapital", das um so billiger und williger ist, je mehr es davon gibt:

https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/schlechte-aussichten-wie-die-bevoelkerungsentwicklung-das-wirtschaftswachstum-immer-weiter-bremst_H381714057_459125/

Vielleicht sollte man wirklich jeden einzelnen dieser Politiker mal befragen, was er sich dabei bitte denkt.

Oder es ist die Folge einer bestimmten Auslese, die zu so einer kollektiven Psychose, zu so einem einheitlichen Denken, Glauben geführt hat? Dass die das fast alle also wirklich glauben? Dass das gut gehen könnte? Selbst nur wirtschaftlich?

Imagine

17. Dezember 2019 22:42

@Andreas Walter 17. Dezember 2019 03:42:
„Ich denke, Westeuropa ist darum bereits verbrannte Erde, hoffnungslos verloren. Darauf noch zu bauen, sein Kraft und Jugend zu verschwenden vergleichbar mit Don Quijotes aussichtslosem Kampf gegen die Windmühlen, die im Fall der EU aber nicht imaginiert, sondern real sind.“

Die gesellschaftliche Entwicklung erscheint in Deutschland und in der EU als unaufhaltsam und irreversibel.

Die indigenen Deutschen werden in absehbarer Zeit in der Minderheit sein. Ab ca. 2030 werden in vielen Städten die Jungwähler zu ca. 80% einen Migrationshintergrund besitzen.

Aber offensichtlich sind viele Rechte nicht in der Lage, die gesellschaftliche Realität zu analysieren und anzuerkennen.

Alles läuft wie geplant. So wie im „Das Ende des Weißen Mannes“(2007) beschrieben.

Wirklicher Widerstand, der die Hintergründe und Interessen hinter diesem Projekt aufdeckt, kommt von Seiten der Rechten nicht.

Nicht von der AfD, auch nicht von den Identitären. Dort gibt es nur Aktivismus mit – politisch folgenloser – Symbolpolitik, aber keine Politik, die auf Veränderung der gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse zugunsten der arbeitenden Volksmehrheit ausgerichtet ist.

Ihren Hauptfeind sehen die Rechten in den Linken. Sie sind blind sind für die wirklichen Interessen- und Machtstrukturen in der Gesellschaft.

Von „solidarischen Patriotismus“ wird nur geredet, es gibt von Seiten der Rechten jedoch keine wirkliche Parteinahme für die Interessen der lohnarbeitenden Volksmehrheit. Im Gegenteil, sie sind gegen eine Solidarität mit den Lohnarbeitenden. Die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Arbeitsbevölkerung lehnen sie als sozialistische Gleichmacherei ab.

Deutschland geht bezüglich der Sozialstruktur in Richtung eines Dritte-Welt-Landes. Jedes Jahr steigt der Anteil der Menschen, die in Armutsverhältnissen leben und arbeiten müssen.

Die Arbeitsbevölkerung soll in Zukunft bis 70 arbeiten.

Die Mitte schrumpft, die Sparer werden enteignet. Und die Reichen werden weiterhin reicher und das Prekariat immer größer.

In der AfD dominieren Neoliberale und Aufsteiger. In der Mehrzahl sind dies Rechte, welche selbst im System nach oben kommen wollen. Deshalb kommt von der AfD weder wirkliche Aufklärung noch Widerstand.

@Andreas Walter: „Oder es geht um die bewusste Zerstörung Europas, doch in solchen Dimensionen vermag ich dann nicht mehr zu denken.“

Nicht die Zerstörung ist das Ziel, sondern es geht primär um die Interessen der Reichen und ihrer Funktionseliten.

Andreas Walter

19. Dezember 2019 14:32

@Imagine

Meine Replik liegt auf meinem Rechner, danke für die Anregungen.

Laurenz

19. Dezember 2019 14:47

@Imagine ... Sie behaupten hier Sachen, die Sie nicht belegen können. Eine Partei in eine laufende Funktion zu führen ist nicht so einfach, vor allem dann, wenn viele Mitglieder nichts mit dem formalen Betrieb zu tun hatten.
Hören Sie hier die Weihnachtsrede von Herrn Dr. Curio. Der widerlegt Sie.
https://youtu.be/L9VYiUlJ8_E

Imagine

19. Dezember 2019 15:48

Inzwischen muss man kein Soziologe sein, um zu erkennen, dass sich die Gesellschaft immer mehr spaltet.

Eine Minorität gehört zu den Gewinnern, die Volksmehrheit zu den Verlierern.

Die Sonnenseite beginnt bei 100.000+ Euro Einkommen pro Jahr, darunter gehört man zu den Verlierern, man muss zur Miete wohnen, kann kein relevantes Vermögen bilden und ist von sozialem Abstieg und von Altersarmut bedroht.

Auch die meisten Akademiker sind nur in Bullshit-Jobs tätig. Gerade im ideologischen Bereich müssen sich Studierte mit allen Mitteln erfolgreich selbstvermarkten. Natürlich nimmt man da auch Jobs in Kauf, wo man wie in der Werbung, in der Politik, im Journalismus, als Lehrperson, als UnternehmenssprecherIn etc. lügen und betrügen muss.

So funktioniert diese Gesellschaft: Die Intelligenten versuchen, die weniger Intelligenten zu übervorteilen. Man ist lieber Gewinner als Verlierer, lieber Täter als Opfer.

Die Minorität der Gewinner bildet das Establishment.

Sie wissen, dass ihre gesellschaftliche Stellung auf Täuschung und Betrug basiert. Natürlich wissen sie, dass eine Politik gegen das Volk gemacht wird. Denn dies ist evident. Sie wissen, dass ein Raubzug der Plutokratie gegen die Mittelschichten im Gange ist. Um „oben“ zu bleiben, muss man bei den Lügen und dem Betrug mitmachen.

Die Selbstrechtfertigung ist immer die Gleiche: Wenn ich es nicht tue, tut es ein anderer. Und wenn ich nicht mitmache, dann ändert dies nichts.

Sie sehen ihr Handeln als alternativlos an, weil sie sehen, dass oppositionelles Verhalten dem eigenen Aufstieg und Erfolg schadet.

Ein schlechtes Gewissen haben sie dabei nicht. Die Bildung eines Gewissens ist kein Naturvorgang, sondern Resultat moralischer Erziehung. Tiere kennen kein Gewissen.

Im Dekadenz-Zeitalter des Narzissmus haben sich auch die Sozialisation und Erziehung verändert. So dass der von prosozialen Werten geleitete Mensch aus der kapitalistischen Gesellschaft weitgehend verschwunden ist und der narzisstische Egozentriker dominiert. Zum Narzissmus gehört ein falsch positives Selbstbild.

Damit sich die Minorität der Gewinner auf der „Sonnenseite“ halten kann, muss man die Majorität mit dem Konzept von „divide et impera“ spalten und gegeneinander aufbringen. Genau dies passiert auch. Der Hauptfeind der Linken sind die Rechten – und umgekehrt. Die politischen Aktivisten, die sich bekämpfen, sind Schachfiguren und „useful idiots“ im Win-Lose-Spiel und das Establishment ist der lachende Dritte.

Die meisten der rechten wie linken Politaktivisten begreifen nicht, dass hinter dem Projekt der Massenimmigration auch strategische Ziele der Herrschaftssicherung stehen. Wohlgemerkt: Es ist von AUCH die Rede. Denn es handelt sich um eine Mischung aus ökonomischen und politisch-strategischen Interessen und Zielen. Manfred Pohl hat dies in seinem Buch offen ausgesprochen. Es ist also nicht so, dass man sich darüber nicht informieren könnte. Aber die meisten wollen es gar nicht wissen.

Aufklärung über die wahren Verhältnisse ruft Angst hervor. Ein Student sagte einmal, er sei froh, wenn meine Lehrveranstaltung zu Ende sei, denn diese mache ihm Angst.

Den Kopf in den Sand stecken, ist ein Mittel der Angstvermeidung. Die meisten wollen positiv denken und hoffen auf ein Happy End. Daher verhalten sie sich wie die drei Affen. Das ist ein Massenverhalten, es findet sich rechts und links und insbesondere in der „Mitte“.

Das Establishment schaut dem zynisch zu. Sie verachten das Volk. Sie wissen, um den „Klima-Fake“ und um die Interessen, die hinter der Massenimmigration stehen. Sie hoffen, dass sie selbst oben bleiben. Nur dies interessiert sie wirklich. Was mit den Menschen nach ihrem Tod geschieht, interessiert sie nicht wirklich. Ihre Devise ist: Nach uns die Sintflut!

Das Establisment stellt Merkel an die Spitze, weil ihr es am besten gelingt, die Realität zu „framen“, also das Volk zu täuschen und einzulullen.

Mit der „Klima-Religion“ solle die Massen dazu gebracht werden, den Gürtel enger zu schnellen und dabei glauben, dass sie damit einen Beitrag zur Rettung der Welt leisten.

Das war von Anfang an die Strategie der Spin-Doctors des „Club of Rome“. Wie man sieht, funktioniert das seit einem halben Jahrhundert gut und zunehmend besser, weil die Massen immer dümmer (gemacht) werden.

Die Plebs liest die Realität in ihren Medien, aber sie begreifen nicht, was sie lesen. Sie werden verarscht und fühlen sich moralisch dabei als die besseren Menschen.

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/google-camp-mit-den-privatjets-zum-klimagipfel-16322374.html

https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/google-camp-promis-gondeln-mit-protz-yachten-zum-klima-gipfel-63657492.bild.html

https://www.blick.ch/people-tv/international/wir-recyceln-kaffeebecher-und-diese-idioten-fliegen-im-privat-jet-spott-fuer-klima-heuchler-id15448419.html

P.S.
@Andreas Walter, es ist kennzeichnet, dass hier niemand auf die von Ihnen verlinkten Inhalte eingeht.

Imagine

20. Dezember 2019 12:21

@Laurenz
„Hören Sie hier die Weihnachtsrede von Herrn Dr. Curio. Der widerlegt Sie.“

Im Gegenteil. Kein Wort von Curio zu dem Kampf der arbeitenden Volksmehrheit zur Bewahrung ihrer Rechte und historischen Errungenschaften gegen die anti-sozialen Eliten in Frankreich. Kein Wort zu den Sanktionen von Trump gegen Deutschland wegen Nordstream 2. Kein Wort zur Förderung der afrikanischen Immigration durch die EU.

Das typische Blah-Blah zu den Mieten. Nichts zur Politik einer mangelnden staatlichen Wohnraumförderung. Und nichts zu den viel zu niedrigen Löhnen und Renten in Deutschland. Nichts zum Mindestlohn und nichts zur Vermögenssteuer.

Auffällig ist, dass die AfD alles an Politik vermeidet, was mit den Interessen des Establishments in Konflikt gerät.

Nichts widerlegt die Analyse , dass die AfD sich NICHT in Richtung eines „solidarischen Patriotismus“ entwickeln wird, sondern traditionelle rechte Politik machen wird, nämlich im Interesse des herrschenden Establishments.

Fazit und Prognose:
Die AfD wird die anti-soziale, anti-egalitäre und anti-liberale Politik als neue Mehrheitsbeschafferin fortsetzen.

Andreas Walter

20. Dezember 2019 12:23

@Imagine

Es reicht doch, wenn Sie auf mich eingehen. Adelt mich das denn nicht schon genug?

Ihre Studenten? Wo sind Sie denn bitte Professor - oder Dozent? An der Universität von Pjöngjang in Nordkorea? Oder in Havana, Cuba? Venezuela, Bolivien? Viele Möglichkeiten bleiben dann ja nicht mehr. Neben Berlin, Bremen, Hamburg, Göttingen, Marburg, Freiburg, habe ich welche vergessen? Tatsächlich, Frankfurt, doch es gibt noch mehr:

https://www.deutschland-kurier.org/unterwanderte-unis-linksextreme-im-krieg-gegen-die-akademische-freiheit/

Im ernst, Imagine. Auf mich wirken Sie wie ein klassischer Linker, der hier lediglich ein bisschen Rumtrollen will. Frage mich deshalb, was Sie ausgerechnet von mir wie Sie selbst sagen kleinem Licht wollen. Sich an einem Schwachen vergreifen? Das will ich doch nicht hoffen, denn was unterscheidet Sie dann noch von denen, die Sie in Ihrem letzten Kommentar kritisiert haben.

Spielen Sie daher lieber weiter den Helden der Revolution bei ihren jungen Studentinnen, die stehen auf Alphatiere in spe. Auch die Linken.

https://youtu.be/vWoE6Wu_AJI

Imagine

20. Dezember 2019 14:34

@Andreas Walter
„Im ernst, Imagine. Auf mich wirken Sie wie ein klassischer Linker, der hier lediglich ein bisschen Rumtrollen will.“

Was ist aus Ihrer Sicht ein „klassischer Linker“?

Sicherlich bin ich KEIN „klassischer Linker“ und war es auch nicht. Mit dem Sowjetkommunismus, den ML-Gruppen, den Leninisten, Stalinisten, Maoisten etc. hatte ich nie etwas gemein. Mit den heutigen (Pseudo)-Linken auch nicht.

Dass meine Sympathie jenen humanistischen und freiheitlichen Linken in der 68-er Zeit gilt, habe ich nie verborgen. Die waren durchaus auch solidarische Patrioten.

Florian Sander, der zur AfD gewechselt und dort aktiv ist, hat in einem aktuellen Beitrag über „Die nationalrevolutionären Wurzeln der 68er – und was davon übrig blieb“ geschrieben. https://arcadi-online.de/die-kinder-frassen-ihre-revolution/

20 Jahre zuvor hat Bernd Rabehl – ein enger Kampfgefährte Dutschkes – über
„Nationalrevolutionäres Denken im antiautoritären Lager der Radikalopposition zwischen 1961 und 1980“ bei der Burschenschaft Danubia referiert. http://www.danubia.de/media/Inhalt/PDF/prof_dr_bernd_rabehl.pdf

Patriotisches und sozialistisches Denken und Handeln schließen sich nicht aus. Im Gegenteil, eine Volksgemeinschaft ist nur im Rahmen einer solidarischen und gemeinwirtschaftlichen Gesellschaft und Ökonomie möglich.

Friedrich Naumann (1860 - 1919), ein der Sozialdemokratie nahestehender Liberaler, entwickelte das Konzept eines „Nationalen Sozialismus“. https://de.wikipedia.org/wiki/Nationaler_Sozialismus#Friedrich_Naumann https://ia802609.us.archive.org/10/items/nationalsozialer00naum/nationalsozialer00naum.pdf will,

Ob die Darstellung von Rabehl zutreffend ist, soll hier nicht diskutiert werden.

Festzuhalten ist, dass sich Patriotismus und Internationalismus nicht zwangsläufig ausschließen, genauso wenig wie individuelle Freiheit und Sozialismus. Insofern sind sowohl der Nationalsozialismus wie auch der Sowjetkommunismus Fehlentwicklungen und Perversionen der ursprünglichen Ideen.

Mein Motiv hier auf SiN eine Zeit lang mitzudiskutieren?

Zum einen wollte ich mich über die „Neue Rechte“ informieren. Was ist „neu“ an ihr, inwiefern unterscheidet sie sich von den traditionellen Rechten?

Zweitens befindet sich unsere Gesellschaft - anders als zur 68-er Zeit - im Stadium eines „Vor-Bürgerkriegs“, der durch den „Klassenkampf von oben“ im Sinne von „divide et impera“ immer weiter vorangetrieben wird. Rechte sehen in den Linken ihren Hauptfeind oder sogar ihre Todfeinde – und umgekehrt.

Drittens kann dem Prozess des gesellschaftlichen Niederganges und dem drohenden Bürgerkrieg nur effektiv begegnet werden, wenn die gemeinwohlorientierten, rationalen und progressiven Kräfte sowohl auf Seiten der Linken wie auch der Rechten zusammenfinden. Ob dies im Stadium des heutigen „Vor-Bürgerkriegs“ noch möglich ist, ist eine andere Frage.

Laurenz

23. Dezember 2019 18:52

Da es keinen Sonntagsheld an der heidnischen Weihnacht gab, sende ich, im Gedenken an die Opfer des üblichen westlichen Vernichtungskriegs, diese Weihnachtsbotschaft an alle SiN-Leser.

https://youtu.be/y7YcvX-PCFQ

Frohe Weihnacht Euch allen.

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