21. Februar 2020

Hanau: Zweierlei Psychosen

Martin Lichtmesz / 54 Kommentare

Ich schrieb auf Twitter nur einen Satz zu Hanau: "Die Fakten weisen darauf hin, daß es sich bei dem Täter um einen Schizophrenen oder ähnliches handelt."

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Es vergingen keine zwanzig Minuten, da bekam ich eine Antwort von "Matthias":

Sie haben keinen Funken Anstand, Herr Semlitsch. Sie verhöhnen die Opfer, um von der Verantwortung von rechten Hetzern wie Ihnen für rechten Terror abzulenken. #ItsOkayToFightAgainstTheRight

Letzteres spielte auf den Hashtag an, der in meinem Profil steht: #ItsOkaytobeRight. Dieser hochanständige Mensch (732 Folger seit 2009) bezeichnet sich als "consultant, educator, political scientist, peace activist, former banker, working class kid" ("Berater, Erzieher, Politikwissenschaftler, Friedensaktivist, ehemaliger Banker, Kind der Arbeiterklasse"), und hat sich zusätzlich die Etikette #nohate und #alwaysantifascist aufgepappt.

Ich hatte mir eben ein Video von Martin Sellner angesehen. Sellner ist absolut redlich, was die Beurteilung dieser Fälle angeht - siehe etwa seine Behandlung des Anschlags von Halle. Er hatte gründlich über den (mutmaßlichen) Täter Tobias Rathjen recherchiert und sich dessen "Manifest" aus dem Netz gefischt und heruntergeladen (Link z.B. bei Klonovsky). Ich empfahl, "Matthias", mit komplementärer Höflichkeit, es sich doch anzusehen. Er antwortete, er könne auf meine "Überheblichkeit" und mein "rechtes Framing" verzichten, und als ich daraufhin noch viel Spaß in seiner "Märchenweltblase" wünschte, meinte er: "Immerhin sind meine 'Märchen' nicht so grausam und gefährlich wie Ihre."

Diese kleine Twitter-Dramolett enthält im Kern den gesamten Zirkus, der sich gerade in der deutschen Medienlandschaft abspielt.

Tobias Rathjen tötete im hessischen Hanau zehn Menschen, darunter seine eigene Mutter, ehe er sich selbst erschoß (irgendjemand nimmt gerade ein verschwörungstheoretisches Video für seinen Youtubekanal auf). Da neun der Todesopfer "Migrationshintergrund" hatten, verkündeten die Medien einen "rechtsextremen Terroranschlag". In der Tat scheint es sich eher um den Amoklauf eines schweren Psychotikers gehandelt zu haben, und dafür gibt es überwältigende Evidenz.

Ich zitiere ein paar Auszüge aus Rathjens "Manifest".

Als er "5 Tage, 8 Tage oder 12 Tage" alt gewesen ist, will er schon bei vollem Bewußtsein gewesen sein; er kann sich sogar an Sätze erinnern, die gefallen sind.

Parallel zu diesen ersten Eindrücken vernahm ich eine Stimme in meinem Geist, der nun zum ersten Mal einsetzte, die allerdings nicht freundlich war und lautete: „Oh, das ist ja blöd, ich bin in die Falle gegangen“. Ich erwiderte auf diese Frauenstimme unmittelbar mit „Nein“ und schlief kurz darauf wieder ein.

Illustriert wird das mit folgendem Bild:

Das "Manifest" enthält etliche Illustrationen in diesem Stil.

Im Anschluß an diese Episode schreibt er folgendes:

Rückblickend kann ich mich noch an etliche Sequenzen aus meinen ersten Lebensjahren erinnern und vor allem daran, dass mir bereits in diesen ersten Jahren der Gedanke kam, ob es eventuell sein könnte, dass ich von anderen Menschen überwacht werde, wobei dieser Gedanke primär auf den ersten Eindruck meines Erwachens beruhte, also auf die Stimme, die ich im Bad vernahm und bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte. Zudem erfasste ich das Menschsein an sich, die Welt um mich herum und mir wurde schnell klar, dass die Menschen, um es an dieser Stelle einfach auszudrücken, nicht immer nett zueinander sind oder der Mensch sich selbst der Feind ist.

In der Folge berichtet er, daß er in einer Art "Truman-Show" von Geburt an von Geheimdiensten überwacht werde, die ihn rund um die Uhr beobachten und abhören. Nicht nur er, alle Bürger werden in einer Weise auspioniert und überwacht, gegen die die Enthüllungen von Edward Snowden ein "Kindergeburtstag" seinen. Die Spione bedürfen nicht einmal mehr technischer Hilfsmittel wie Überwachungskameras oder Wanzen, sondern können sich direkt in den Kopf des Überwachten "einklinken" und seine Gedanken lesen. Dies setze "man" bei "ihm" oder anderen Personen ein, ohne konkreten Anlass und stiehlt damit die komplette Privatsphäre.

Diese Geheimdienste haben auch sein "Liebesglück" vereitelt, nachdem sie ihn zuvor grausam getäuscht hatten. Der 42jährige "Incel" bekennt, daß er noch nie eine feste Freundin hatte, "da mir vom 'Äußeren' nur sehr wenige gefielen bzw. ich besonders hohe Ansprüche hatte." Eine Sharon Stone war ihm etwa gerade gut genug.

Ein Kompromiss, den ich mit Sicherheit hätte öfters schließen können, nämlich eine weniger gut aussehende Frau zu nehmen, mit der ich mich irgendwie verstand, nicht in Frage – ich wollte das Beste haben oder gar nichts. (...) Der Geheimdienst der mich bereits ein Leben lang beobachte, wusste um diese „Achillesferse“, zudem hatte ich offen eine Kriegserklärung an diese mir unsichtbaren und unbekannten Personen ausgesprochen. Im Oktober 2000 begann ich mein BWL-Studium in Bayreuth auch mit der Hoffnung dort endlich eine attraktive Frau kennenzulernen. Zunächst sollte ich nicht enttäuscht werden, da eine junge Studentin vom äußeren her meinen Vorstellungen entsprach. Allerdings war dieses Treffen, ebenso wie das Nicht-Zusammenkommen, von dieser „Geheimorganisation“ gesteuert, was mir aber zum damaligen Zeitpunkt nicht bekannt war.

Diese "unsichtbaren Personen", die ihn rund um die Uhr in seinen Privaträumen observierten, begann er irgendwann direkt anzusprechen:

Ich begann mit dieser Situation umzugehen und nach einigen Wochen fing ich an direkt in meiner Studentenwohnung mit den unsichtbaren Menschen zu sprechen. Ich wollte nicht direkt bei der Polizei eine Anzeige stellen, sondern erst einmal abwarten. In meiner Naivität glaubte ich damals, so die Menschen dazu bringen zu können, damit aufzuhören und die Überwachung einzustellen. Ich sagte z.B.: „Könnt Ihr bitte damit aufhören mir zuzuhören und mir zuzusehen …“ Hätte ich zum damaligen Zeitpunkt gewusst, dass ich bereits ein Leben lang überwacht werde, hätte ich mit Sicherheit einige Dinge nicht gesagt, wie z.B. folgendes:

Dem läßt er wieder eine Illustration folgen:


Kommentar:

Warum ich diese Dinge sagte, lässt sich psychologisch vielleicht so erklären, dass diese „Aufmerksamkeit“, die man spürt, die selbstverständlich einerseits äußerst unangenehm ist, anderseits aber eine Art Rampenlicht darstellt, in dem man eine gute Figur machen möchte oder zeigen will, was man alles weiß oder kann. Ich begann also z.B. eine Strategie für den DFB zu entwickeln, um wieder Turniere gewinnen zu können. Hinsichtlich Details möchte ich wieder auf meinen schriftlichen Nachlass verweisen.

Nicht nur das: Rathjen behauptet, etliche Hollywoodfilme wären "aufgrund meiner Inspiration gedreht" worden, denn auch dies sei ein Job der "Geheimorganisation", die ihn überwacht. So erinnere sich an einen "Gesprächsinhalt mit meinem Kollegen aus der Banklehre", in dem es darum ging, daß er gerne eine Fortsetzung von Basic Instinct sehen würde, da er "Sharon Stone als eine sehr attraktive Frau empfand".

Aber das ist nicht der einzige Wunsch, der in Erfüllung ging: Filme und Serien, die direkt von seinen Gedanken und Gesprächsinhalten inspiriert seien, wären etwa Prison Break, Vikings oder ein Film, in dem Tom Cruise "einen Killer spielt" (vermutlich Collateral). Diese "Hollywood-Connection" bestand bereits vor dem 11. September 2001, von dem Rathjen "intuitiv wusste (...), dass ein Zusammenhang mit mir bestand", hatte er doch in der Nacht zuvor einen intensiven Überwachungstraum "eingespielt" bekommen, und außerdem "während des Sommersemesters, als ich in der Wohnung mit den vermuteten Zuhörern sprach" geäußert:

...dass dieser Umstand, dass ich überwacht werde - ich deute bereits an, dass ich beabsichtige mich dagegen entsprechend zur Wehr zu setzen - zur Not würde ich mit einem Flugzeug in ein Gebäude fliegen, um die entsprechende Aufmerksamkeit zu erringen - in die Weltgeschichte eingehen wird und einmal Hollywood-Filme nach mir gedreht werden würden.

Nun zu den "fremdenfeindlichen" und "rassistischen Passagen" seines Manifests. Rathjen sieht "Volksgruppen, Rassen oder Kulturen in unserer Mitte (...), die in jeglicher Hinsicht destruktiv sind." Er kommt "zur ersten Schlussfolgerung, dass, wenn ich auf diese Welt komme, diese Menschen gar nicht da sein dürfen. Es ist absurd." Seine "Lösung" sieht so aus:

Daher sagte ich, dass folgende Völker komplett vernichtet werden müssen: Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Israel, Syrien, Jordanien, Libanon, die komplette saudische Halbinsel, die Türkei, Irak, Iran, Kasachstan, Turkmekistan, Usbekistan, Indien, Pakistan, Afghanistan, Bangladesh, Vietnam, Laos, Kambodscha bis hin zu den Philippinen.

Das wäre aber erst der Anfang:

Und dies wäre erst die Grob-Säuberung. Danach muss die Fein-Säuberung kommen, diese betrifft die restlichen afrikanischen Staaten, Süd- und Mittelamerika, die Karibik und natürlich das eigene Volk. Wobei ich anmerkte, dass nicht jeder der heute einen deutschen Pass besitzt reinrassig und wertvoll ist; eine Halbierung der Bevölkerungszahl kann ich mir vorstellen.

Auf keinen Fall möchte er aber, daß diese Menschen leiden:

Wenn ein Knopf zur Verfügung steht, dies Wirklichkeit werden zu lassen, würde ich diesen sofort drücken, so schnell das man gar nicht schauen könnte. Einzigste Voraussetzung für mich wäre, dass dies von einer Sekunde auf die nächste erfolgen muss, da ich nicht Schuld bzw. Interesse an einem Leid dieser Menschen habe, denn es ist denkbar, dass es in diesem Universum einen unendlichen Kreislauf des Lebens gibt, so dass ich in irgendeinem anderen Leben genau der Mensch bin, den ich heute vernichten will. Aber ich würde diese Menschen alle eliminieren, auch wenn wir hier von mehreren Milliarden sprechen, aber es muss getan werden, vor allem im Hinblick darauf, dass wir ein ultimatives Ziel zu erreichen haben, nämlich die „Lösung des Rätsels“.

Dieses "Rätsel" bedeutet, daß "das einzigste, was eine Rolle spielt, ist, dass wir Menschen in das Wissen gelangen, was hier eigentlich los ist."

Wie kann ein Universum entstehen, was hat es damit auf sich, wie kann Leben generell entstehen, wie konnte der Mensch entstehen, wo führt das alles hin, also systematisch die vollständige Aufklärung forcieren, sei es wissenschaftlich und/oder spirituell. Dies ist natürlich eine gewaltige Aufgabe und wird tausende weiterer Generationen erfordern, wobei hier natürlich keine präzise Zeitangabe möglich ist, ob dies nun 2.000, 5.000 oder 300.000 Jahre dauern wird - wenn überhaupt.

Darum müsse man auch die vorher aufgezählten „Länder mit deren Bevölkerung eliminieren“, damit "die Menschheit überhaupt eine Chance hat das 'Rätsel zu lösen', denn mit Sicherheit wird dies nicht gelingen in Anwesenheit einer numerisch deutlich überlegenen Majorität an Vollidioten."

Allerdings gäbe es noch eine wichtige Aufgabe zu erfüllen:

Zudem müssen wir eine „Zeitschleife“ fliegen und den Planten, den wir unsere Heimat nennen zerstören, bevor vor vielen Milliarden Jahren das erste Leben entstand. Denn wir können nicht, dass was alles jemals auf dieser Erde passiert ist, das Millionenfache Leid dass Menschen erlitten haben, so stehen lassen.

Und diese Präventiveuthanasie muß rasch gehen, denn:

Bei dieser Einzigsten relevanten Mission haben wir zudem nicht unbegrenzt Zeit, da Naturkatastrophen jeglicher Art ins Kalkül genommen werden müssen, die uns vielleicht nicht komplett eliminieren werden, bevor wir das Ziel erreicht haben, aber uns immer wieder entscheidend zurückwerfen können.

Mit anderen Worten, man muß sich beeilen mit dem Plan, die komplette Menschheit und alles Leben auf dem Planeten zu eliminieren, denn vorher könnten Naturkatastrophen die Menschheit eliminieren (wenn auch vielleicht nicht komplett), und ihn damit vereiteln oder zumindest bremsen. Man muß sagen, die Steigerung von der Auslöschung "destruktiver" Völker (inklusive des eigenen) bis zur Auslöschung der gesamten Menschheit ging hier ziemlich schnell vonstatten.

Das Manifest enthält einige "normal" wirkende und harmlosere Passagen wie diese:

Ein Thema unseres Gespräches war unter anderem die Kriminalität, oder allgemeiner ausgedrückt, das schlechte Verhalten bestimmter Volksgruppen, nämlich von Türken, Marokkanern, Libanesen, Kurden, etc. (...) Während meiner Ausbildung zum Bankkaufmann durfte ich zudem einen Banküberfall am eigenen Leib miterleben und in der Polizeidienststelle als Zeuge Karteikarten von mehreren hundert potentiellen Verdächtigen durchsehen, wobei diese Personen zu ca. 90 % aus Nicht-Deutschen bestand. Diese Nicht-Deutschen waren wiederum hauptsächlich Südländer, sprich Türken und Nordafrikaner.

Inhaltlich ist das völlig trivial, wird faktisch durch Kriminalstatistiken gedeckt und entspricht der Erfahrung und den Sentiments vieler Deutscher. Was allerdings auffällt, ist die seltsam gestelzte Ausdrucksweise Rathjens, ein durchaus typischer "Manierismus" von Schizophrenen.

Man muß jedenfalls kein studierter Mediziner sein, um auf der Stelle zu erkennen, daß es sich hier offenbar um die Selbstauskünfte eines schwer psychotischen, paranoiden, vermutlich schizophrenen Menschen handelt. Der Text ist ein geradezu klassisches Beispiel, wie man im Vergleich mit den berühmten Aufzeichungen des Psychotikers Schreber unschwer erkennen kann.

Was soll man hier also noch sagen? Wie schon im Fall Lübcke ist eine Psychose zweiter Ordnung ausgebrochen, allerdings eine kollektive, in der sich Journalisten und Politiker - vulgo die herrschende Klasse -, sekundiert von linksextremen "Rechtsextremismusexperten" austoben wie Triebtäter. Es ist das übliche Gebräu aus Infamie, Hysterie und Diffamierung, das jedesmal hochkocht, wenn sich wieder eine Gelegenheit bietet, die Angst vor der politischen Rechten zu schüren und sie mit Gewalt und Extremismus zu assoziieren.

Und sollten diese die Frechheit besitzen, sich diesen Schuh nicht umgehend, widerstandslos und unterwürfigst anzuziehen, dann werden sie der "Abwiegelung, Verantwortungsabwälzung, Instrumentalisierung" bezichtigt (letzteres ist besonders dreist). Das ist eine perfekte Projektion und  totalitäres "Guilty by suspicion"-Denken, in dem der Beschuldigte schon durch die Tatsache der Beschuldigung zweifelsfrei schuldig gesprochen wird, dem keine Chance gelassen wird sich gegen Aufwiegelung, Verantwortungsabwälzung, Instrumentalisierung zu wehren.

Hier ein paar Kostproben, der Nummern, die gerade die Runde machen:

Jakob Augstein:

Die Wegbereiter der Gewalt haben Namen und Adresse: Sarrazin, Broder, Tichy, und andere, die die Verrohung des Diskurses vorangetrieben haben. Zuerst kommen die Worte, dann die Taten. Das ist bei den Rechtsterroristen so, wie bei den Islamisten.

Konstantin Kuhle (FDP):

Das Pamphlet des Täters von Hanau liest sich wie eine Rede von Gottfried Curio (AfD) im Deutschen Bundestag. Natürlich rückt die Gesamtpartei immer näher an eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Alles andere wäre grob fahrlässig.

Horst Seehofer (CSU) tätigte irrsinnig "mutige" (ZDF) Aussagen wie diese:

„Die Gefährdungslage durch Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus ist in Deutschland sehr hoch“, erklärte er. Klartext vom Minister: Seit den Taten des NSU und dem Anschlag in München ziehe sich „eine Blutspur des Rechtsextremismus“ durch Deutschland. (...) Zu sagen, „aber wir haben doch auch einen Linksextremismus“, akzeptiere er „überhaupt nicht“, sagte Seehofer. Den gebe es und man bekämpfe ihn auch. Aber man dürfe damit nicht „die Gefährdungslage, die hohe Gefährdungslage durch Antisemitismus, Rechtsextremismus und Terrorismus“ relativieren.

"NSU-Opferanwalt" Daimagüler:
Der NSU-Opferanwalt Mehmet Daimagüler hat die demokratischen Parteien mit verantwortlich gemacht, dass die Hemmschwelle zu rassistischer Gewalt in Deutschland sinkt. "Die Politik ist gefragt, mal über die eigene Sprache nachzudenken", forderte der Jurist in einem Interview bei tagesschau 24. Als Beispiel nannte er die Ankündigung von Innenminister Horst Seehofer vor einigen Jahren, bis zur letzten Patrone gegen die Einwanderung in die Sozialkassen zu kämpfen. Auch der CSU-Generalsekretär rückte mit dem Begriff "Asylindustrie" Menschen, die geflohen sind oder helfen wollen, in ein schiefes Licht. "Das sind alles Aussagen, die ein Bild zeichnen oder verfestigen, was viele dieser Täter als Auftrag wahrnehmen", sagte der Anwalt. Die Täter wollten das vollstrecken, was die Politik immer sagt, aber nicht tut.

Sebastian Huld (n-tv):

Das Thema in der Aufarbeitung der rechtsterroristischen Anschläge von Hanau ist deshalb nicht Tobias R. und wie er wurde, was er am Ende seines Lebens war. Das Thema kann nur das Umfeld sein, in dem er sich bewegte und wo er mit seinem menschenverachtenden Weltbild richtig zu liegen glaubte. Es ist naheliegend, dass Vertreter des politischen Rechtsaußenlagers den Fokus auf die psychotischen Äußerungen des Angreifers legen. Sie wollen nicht wahrhaben, dass sie mit ihren Äußerungen zu Gewalttaten ermuntert haben könnten, auch wenn sie Gewaltanwendung offiziell stets ablehnen.

Lars Klingbeil (SPD):

Da hat einer geschossen in Hanau, danach sieht es aus, aber es waren viele, die ihn munitioniert haben, und da gehört die AfD definitiv mit dazu.

Henriette Reker:

Nach #Hanau bin ich mehr denn je der Meinung: Die #AfD muss vollumfänglich vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Sie greift die Würde des Menschen und damit den Wesenskern des Grundgesetzes an.

Es reicht! Wir haben in Deutschland ein massives Problem mit rechtem Terror & müssen endlich anfangen, rechten Sumpf mit aller Härte des Rechtsstaates ein für alle Mal trockenzulegen, und zwar on- wie offline. #Hanau

Ralf Stegner (SPD):

Schluss mit dem Lügenmärchen von (psychisch gestörten) Einzeltätern!Das Netz ist voll von rechtem Hass, Rassismus+Intoleranz.PEGIDA, Reichsbürger,AfD,Identitäre&Co. vergiften unsere Gesellschaft.Die rechten Unterstützungsnetzwerke sitzen in Fraktionsstärke in unseren Parlamenten.

André Schulz (Polizeiakademie Hamburg):

Zeit zum Handeln: WerteUnion-Mitgliedschaft = Parteiausschluss; AfD-Mitgliedschaft = Entfernung aus dem ÖD wegen Unvereinbarkeit mit FDGO; AfD = sofortige Beobachtung der gesamten Partei durch Verfassungsschutz und Verbotsverfahren einleiten!

Die Zeit ( "Drei Experten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft": Farhad Dilmaghani, Stephan J. Kramer und Matthias Quent):

Wir brauchen eine Masterplan gegen Rechtsextremismus... Weder die Morde des NSU noch der Mord an Walter Lübcke, weder die tödlichen Anschläge in Halle und jüngst in Hanau noch die tausendfachen Übergriffe auf Flüchtlingsheime der vergangenen Jahre haben dazu geführt, dass rechtsextremistische und rechtsradikale Taten und Stimmungen als das begriffen werden, was sie tatsächlich sind: Menschenhass und damit ein gesamtgesellschaftliches Problem.

Das ist natürlich nur ein kleiner Bruchteil der Köche der Propagandasuppe.

Daß es bei all dem Gedöns wie immer um nichts weniger geht als die Tabuisierung der Wirklichkeit selbst, zeigt ein Biß von Jürgen Kaube in die Wade von Gevatter Klonovsky in der FAZ. Kaube war empört, daß hier einmal einer nicht moralisierenden und voreiligen Schaum absondert, sondern sich einen kalten Blick erlaubt. Klonovsky stellte eine grundsätzlichere Betrachtung an:

Den Kommentar zum Amoklauf in Hanau – der ersten Meldungen zufolge von einem Rechtsextremisten begangen wurde, wobei der Amokschütze womöglich einen schweren psychischen Schaden hatte, worauf auch einiges hindeutet –, den Kommentar jedenfalls zu allen vorausgegangenen bzw. folgenden Blutbädern, die von Personen ohne psychiatrisch relevante Störungen veranstaltet werden, hat der Harvard-Politologe Yascha Mounk am 20. Februar 2018 in den Tagessthemen formuliert, nämlich "dass wir hier ein historisch einzigartiges Experiment wagen, und zwar eine monoethnische und monokulturelle Demokratie in eine multiethnische zu verwandeln. Das kann klappen, das wird, glaube ich, auch klappen, dabei kommt es aber natürlich auch zu vielen Verwerfungen."

Viel mehr wäre zur aktuellen "Verwerfung" eigentlich nicht zu sagen (sofern der Täter kein "normaler" Irrer war). Außer vielleicht, dass es die Wirklichkeit nicht schert, was Gevatter Mounk, von seinem Logenplatz auf die Ebenen des sozialen Experimentierens herabschauend, hoffnungsfroh "glaubt". Multikulturalismus kann tödlich sein. Er kitzelt aus Menschen, die diesem verantwortungslosen Experiment ausgesetzt werden, einen der elementarsten Instinkte heraus: das Revierverhalten.

Kaube unterstellt Klonovsky eine "Zoologie des Fremdenhasses" und kann es gar nicht fassen, daß jemand so gemein sein kann, zu behaupten, etwas so Gutes wie "Multikulturalismus" könne böse Folgen nach sich ziehen.

Klonovsky schüttelt nicht den Kopf über das Böse, dem der Verstand oder das Herz fehlt, zu begreifen, dass ihm Hanau nicht gehört und Halle nicht dem dortigen Attentäter, Deutschland nicht dem NSU. Er schüttelt lieber den Kopf über all diejenigen, die nicht einsehen wollen, dass Rechtsradikale in einem Tierreich leben. Man hat solchen Hassern um 2015 herum also ihre vertraute Umgebung genommen. (...) Die feinsinnige Niedertracht weist für jede rechte Untat, jeden Fremdenhass nach, im Grunde gehe sie kraft irgendeiner Fernkausalität auf das Konto der Bundesregierung und des Multikulturalismus. Zwischen jeder ihrer Zeilen teilt sie maliziös mit, das habe man nun eben davon.

Auch das ist eine Art Amoklauf, in diesem Fall gegen die nüchterne Wirklichkeit, nach dem alten, klassischen Denkmuster, daß die Welt doch so viel besser sein könnte, wenn alle Menschen so denken, fühlen und handeln würden, wie man selbst, und wer es nicht tut, steht mindestens auf der Stufe des "NSU". Man macht die Rechnung ohne den Wirt, und weil man eine infantile, anthropologisch allzu idyllische Vorstellung von der Welt und dem Menschen hat, muß alles Böse auf den "Nazi" projiziert werden, oder auch denjenigen, der die Dinge etwas realistischer sieht, wie eben Klonovsky.

Auch wenn die Tat von Hanau kaum als "Terrorismus" ("Amoklauf" wäre passender) oder als ernsthaft "rechtsideologisch" inspiriert gewertet werden kann, so erscheint es mir unzweifelhaft, daß die innergesellschaftlichen Spannungen, die durch den Multikulturalismus und das fürwahr "verantwortungslose Experiment" erzeugt werden, noch etliche schlafende Hunde wecken und Zeitbomben aktivieren werden, die durchaus ins Gebiet der Psychiatrie fallen. Dazu gehören gewiß auch viele der "islamistischen" Attentate, besonders der "kleineren" (etwa Messerattacken), die ebenfalls eher amoklaufartige Züge aufweisen. Wenn die Zivilisation brüchig wird, fungieren psychisch Labile wie Seismographen. Auf letztere einzuschlagen verhindert bekanntlich kein Erdbeben.

Nun bleibt aber die Frage offen, wie es passieren konnte, daß Tobias Rathjen, bei all seiner Paranoia, nicht tatsächlich unter polizeilicher Observanz stand. Nach eigener Aussage stellte Rathjen, Inhaber einer Waffenbesitzkarte, 2002, 2004 und 2019 bei der Polizei Anzeige wegen "illegaler Überwachung", und schrieb am 6. November 2019 einen Brief an die Bundesanwaltschaft, "der in weiten Teilen mit dem späteren Bekennerschreiben identisch" ist.

Man scheint hier nichts Verdächtiges gewittert zu haben; bei anderen Menschen werden in Deutschland Hausdurchsuchungen durchgeführt, weil sie Flugblätter verteilt oder an politischen Protestaktionen teilgenommen haben.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (54)

Rheinlaender

21. Februar 2020 22:57

Die Terrorismusforschung hat einen ähnlichen Typus von Täter bereits vor einiger Zeit im Zusammenhang mit islamistischen Anschlägen beschrieben. Im islamistischen Fall handelt es sich um kulturell entwurzelte, im Leben gescheiterte junge Männer, die sich eher aus psychologischen denn aus ideologischen Motiven heraus dazu entschließen, Gewalt anzuwenden, um dadurch wenigstens ein Mal ein Held zu sein.
Der Täter von Hanau dürfte wie der von Halle ein ähnlicher Fall sein, dem zusätzlich noch eine schwere psychische Störung dazu gekommen ist. Das Phänomen des Incels, der seinen Amoklauf durch ideologische Bezüge aufwerten will um seinen Narzissmus zu befriedigen, wurde von der Forschung ebenfalls ausführlich beschrieben. Hier findet sich eine Zusammenfassung von Expertenstimmen zu diesem traurigen Fall: https://renovatio.org/2020/02/hanau/

EviGeblumenkraft

21. Februar 2020 23:00

Das Erschreckendste ist die komplette Gleichschaltung der Medien. Anders kann man es nicht mehr bezeichnen.
Freiwilliger Gehorsam oder konzertierte Aktion? Masenpsychose oder gesteuertes Kalkül?
Die Gelegenheit wird genutzt, sei sie auch noch so abstrus... das passt zum Gesamtbild. Die Zeit scheint zu drängen.

Solution

21. Februar 2020 23:04

Gaulands öffentlicher Auftritt war, wie so oft, wenig professionell und eher peinlich.

Wer noch nicht einmal einen Blickkontakt halten kann, wirkt unglaubwürdig.

So stelle ich mir einen ertappten Schuljungen und keinen Profi-Politiker vor.

Niedersachse

22. Februar 2020 00:27

Ich habe mir weder das Manifest von Tobias Rathjen durchgelesen, noch die Absonderungen sämtlicher Kriechtiere aus Politik und Presse, da mir sofort nach Bekanntwerden der Meldung gestern morgen klar war, was nun folgen würde. Für mich ein klassischer Fall von LIHOP, denn warum hat ein derart psychisch auffälliger Mensch, der den Behörden seit mindestens letztem Jahr bekannt war, einen Waffenschein bekommen? Kurz nach der Tat gab es schon die Aussage vom Generalbundesanwalt, es würde sich um einen "Terrorakt" handeln. Man sieht, wenn es politisch opportun ist, dann ist der Herr immer ganz flott unterwegs um schnell die "gewünschten" Ergebnisse zu liefern. Die Leichen in Hanau waren noch warm, da wurden von interessierter Seite schon die ersten Maßnahmen, die nun dringend folgen müssten, durch den Äther geblasen. Einschränkung des Waffenrechts gerade für "politisch auffällige Personen" und noch mehr Internet- Zensur auf öffentlichen Plattformen. Wie aus dem Drehbuch...Natürlich ist Leuten wie Klingbeil, Kaube und all den unzähligen "Haltungszeigern" bewusst, das diese Tat nichts mit der AfD zu tun hat, ganz im Gegenteil sogar als Munition gegen sie verwendet werden würde. Die Krokodilstränen die nun von allen vergossen werden, der Geifer und die dümmlich aggressive Hetze gegen die AfD waren in genau dieser Form erwartbar und doch ist es beschämend und irgendwo erschütternd, was für eine abartige Sorte Mensch sich in den tonangebenden Stellen dieser Republik eingenistet hat. Journalisten, die sich selbst als investigativ bezeichnen, verwandeln sich im Nu in Spucklamas und Hyänen, die jeden Genier über Bord geworfen haben und Leichenfledderei betreiben. Fakten und Argumente zählen wie immer nicht, nur Emotionen und politisches Kalkül. Es sind dieselben Gestalten, die uns genau das vorwerfen, was sie selber praktizieren: Die Opfer aus niedersten Beweggründen zu instrumentalisieren um daraus Kapital zu schlagen.

Homeland

22. Februar 2020 01:23

Zum einen findet wohl mittlerweile in der Gesellschaft eine Art Gewöhnung an diesen Terror statt, und zwar ganz allgemein bis hinüber zu den Messertoten. Und ob die Zuschreibung nach rechts mit der "aufgeladenen Qualität, die Hanau liefert" werthaltig ist, bleibt wirklich offen. Ich sehe in den Nachbetrachtungen zu den Taten, die mit einem enormen Mitteleinsatz dem rechten Lager hingetackert werden sollen, letztendlich nichts was wirklich Substanz hätte.

Was zum anderen aber offenkundig wird, ist die enorme Drehzahl, mit der das System mittlerweile läuft, begierig wartend, um eine neue Rechtfertigung für ein weiteres "Nachjustieren bei den Maßnahmen" zu haben. Das System wird so, wie es angelegt ist, auf den Gleisen die schon verlegt sind, kollabieren. Wenn eine Weisung eines Regierungschefs ausreicht, um ein vom Volk gewähltes Parlament zu entmachten, verfassungsmäßige Kontrollwege also umgekehrt werden, wird klar, dass man in einer Simulation lebt. Da, wo dies nicht mehr verheimlicht wird, wo dies als legale Option bereits frei heraus kommuniziert und auch nicht mehr sanktioniert wird, sind wir schon angekommen. Die verursachten Toten heissen da auch anders.

Die so genannte Liberale Demokratie des Westens liegt auf dem soziologischen und ökonomischen Sterbebett, atmet den selbst gezüchtetem Terror und hängt an der Nadel. Anderes wird kommen.

Ottokar Vondrejc

22. Februar 2020 03:40

Im Grunde machen die Linken jetzo nichts anderes, als wir bei den islamischen Terroranschlägen - so viel Ehrlichkeit uns selbst gegenüber muss im politischen Kampf sein.
Eine weitere Ehrlichkeit: natürlich hängt der Mord von Hanau über wenige Ecken auch mit dem Aufstieg der AfD zusammen, schlichtweg weil diese die Deutschen darüber aufklärt, was ihnen und den anderen Europäern bei weiterhin horrenden Einwanderungszahlen aus der dritten Welt droht: nämlich der Tod.
Dieser "Tod durch Austausch" ist kein abstraktes Theorem mehr, das sich ein französischer Intellektueller erdacht hat - in bundesdeutschen Straßen ist er nunmehr physische Wirklichkeit.
Psychisch kranke Menschen wie Rathjen neigen zur Hypersensibilität, ihr Gespür für Bedrohungen ist feiner und nervöser - in etwa so wie ein unter PTBS leidender Mensch einen Panikanfall kriegt, wenn er hört wie die Nachbarn sich streiten und dann überschnappt.

Andreas Walter

22. Februar 2020 04:59

@Rheinlaender

Hitler ist ohne Vater aufgewachsen, Mohammed ebenso, und Stalins Vater war ein Schläger und Trinker wie der von Sigmar Gabriel. Konflikte mit den Eltern beziehungsweise die, die sich durch deren Abwesenheit ergeben, sind daher keine Besonderheit von Konservativen oder Rechten. Eher sogar genau das Gegenteil halte ich für wahrscheinlicher. So wie auch die klassische Patchworkfamilie ("Villa" Kunterbunt) eher links und nicht konservativ ist. Konservative leiden wenn eher an anderen Erziehungsproblemen, die sich durch zuviel Strenge, Erwartung und Disziplin ergeben. Durch zuviel "jawohl, Herr Vater", oder "so etwas tut man nicht, Angela". Überspitzt ausgedrückt.

Doch jetzt zu "unserem Tobias". Sein Fall erscheint mir besonders interessant im Vergleich zum Massaker von Hebron durch Baruch Goldstein. Auch daran erkennt man, dass Rathjen weder etwas mit deutschen Patrioten noch mit der AfD zu tun hat. Er taugt nicht mal als deutscher Held der Befreiung, auch nicht für die extremsten Vertreter dieser Bewegung. Er löst sogar im Gegenteil befremden selbst bei denen aus, die theoretisch mit ihm sympathisieren könnten. Wollte er doch zudem die VSA wieder zu alter Grösse führen durch seinen angeblichen Weckruf. Deutschlands Antwort sozusagen auf MAGA, Make America Great Again. Ein Transatlantiker (und übrigens Banker) also, wie Merz, Gabriel, Özdemir, Warburg und Co:

https://de.wikipedia.org/wiki/Atlantik-Brücke

Vielleicht meinte er mit seinen wirren Aussagen auch das hier und er war tatsächlich selbst ein Opfer davon:

https://youtu.be/W7L7gun3p6c

https://en.wikipedia.org/wiki/Project_MKUltra

Fritigern

22. Februar 2020 05:22

@Ottokar Vondrejc
Ja, es stimmt unser Lager nutzt diese niedere aber teilweise notwendige Form der Meinungsmache auch andauernd aber Sie sind ja hier nicht auf compact, pi-news , bei Tim Kellner oder bei Oli Flesch, wo dieser "patriotische" Sensationsjournalismus intensiv betrieben wird.

Die AfD hat meiner Meinung nach, überhaupt gar nichts mit dem Amoklauf in Hessen zu tun, auch nicht über wenige Ecken wie Sie es schreiben.
Die zunehmende ethnische Fragmentierung unserer Heimat wird einigen Landsleuten möglicherweise erst durch die AfD bewusst , ja das mag stimmen, aber die Großstädte in Hessen waren bereits Ende der 90er hoffnungslos überfremdet und man konnte schon klar und deutlich erkennen wo die Reise hingeht.
99' war ich gerade einmal 9 Jahre alt und ich erinnere mich dennoch sehr gut an die Innenstadt von Darmstadt.
Die Lage in unseren Städten war also schon lange vor der AfD verheerend und für gesunde Deutsche war dies auch klar zu erkennen lange vor 2013, dafür brauchte es nicht die AfD.

Wenn diese ganzen BRDlinge, die jetzt öffentlich rumheulen und im nächsten Atemzug Repressionen gegen friedliche Patrioten forden, ehrlich wären dann würden sie diesen feigen Amoklauf als das betiteln was er nunmal war: eine weitere Begleiterscheinung der liberal degenerierten Multi Kulti Gesellschaft und die Tat eines Einzelnen Geisteskranken.

Unsere politischen Gegner instrumentalisieren diese schreckliche Tat hauptsächlich aus 2 Gründen. Einmal weil sie natürlich unheimlich verlogene und moralisch zutiefst verdorbene Individuen sind, die alles für den politischen Kampf nutzen was ihnen im bundesrepublikanischen Zeitgeschehen so in die Finger kommen kann
und Zweitens weil es für viele linke Kleingeister bereits genügte die Worte "Rassismus" "Terror" "Muslime" "Shisha Bar" "11 Tote " "Rechtsextremer" zu hören, alleine diese Begriffe lösten kollektive Angstpsychosen aus und mit all jenen Begriffen verbinden diese Kleingeister natürlich Höcke, Curio, Gauland und generell die AfD.
Diese Begriffe appellierten auch an den tief verwurzelten Schuldkult in unseren Landsleuten und da der Täter diesmal ausnahmsweise mal Volksdeutscher war, ging diese kollektive Angstpsychose umher.

Marc_Aurel

22. Februar 2020 06:08

Eine gelungene, detaillierte Aufbereitung von Lichtmesz. Dennoch - auch auf die Gefahr hin jetzt ebenfalls eine (nicht neue) „Verschwörungstheorie“ aufzumachen und damit den falschen Leuten Futter zu geben - für meinen Geschmack finden diese Art von Ereignissen in der jüngsten Vergangenheit zu häufig statt und auch zu zielgerichtet – das ist halt meine private Meinung.

Es ist ja nicht das erste Mal in der Geschichte des Westens, dass Anschläge, Attentate oder Amokläufe geschehen, bei denen sich im Nachhinein die Beteiligung von Behörden als wahrscheinlich herausstellt und die primär die Kriminalisierung unliebsamer politischer Konkurrenz zum Ziel haben, um gegen diese dann „ganz legal“, sozusagen „von Amts wegen“ vorgehen zu können.

Man betrachte hierzu zum Beispiel Daniele Gansers Untersuchungen zum Oktoberfestanschlag 1980 oder Andreas von Bülows Ausführungen zu den Praktiken westlicher Dienste (Stichwort: Sündenböcke (engl. Patsy‘s)) oder Recherchearbeiten verschiedener Gruppen zu den Dönermorden usw., nur um einmal ein paar der bekanntesten Fälle zu nennen. Die Skeptiker in diesen Fälle sind übrigens im Gegensatz zu den „linksextremen Rechtsextremismusexperten“ nur schwerlich dem eigenen politischen Lager zuzuordnen.

Eine gewisse Labilität, Beschränktheit oder sonstige geistige/psychische Beeinträchtigung der Täter/Sündenböcke ist übrigens kein Hindernis, sondern der Sache selbst wohl eher noch förderlich, weil es den verdeckten Mitarbeitern die Überzeugungsarbeit erleichtert, auch um den Preis einer evtl. schlechteren „Qualität der Ausführung“.

Das heißt nicht zwingend, dass dieser Hintergrund (behördengelenkt/-initiiert) bei jedem einzelnen Fall der letzten Zeit vorhanden sein muss, aber man sollte die Möglichkeit zumindest im Hinterkopf behalten. Ich hoffe natürlich, dass ich mich irre, aber sollte ich Recht haben, dann ist es auch möglich, das die fertigen Gesetzesentwürfe zur „offensiven Bekämpfung des rechten Terrors (und seiner Wegbereiter)“ bereits in den Schubladen schlummern und das SEK (sinnbildlich) schon in Bereitschaft steht.

Für die herrschende politische Kaste gibt es in jedem Fall in der momentanen Lage eine starke Motivation auch zu solchen Methoden zu greifen, die sich durch die jüngsten Ereignisse wohl noch einmal deutlich erhöht haben sollte. An moralischen Bedenken oder humanitären Hemmungen wird es sicherlich nicht scheitern, denn wir sprechen ja hier von Personen, die bei der Umsetzung ihrer fatalen Politik umfangreiche Kollateralschäden, auch in Form von Menschenleben, mindestens billigend in Kauf nehmen.

Liliom

22. Februar 2020 06:36

Randständige, d.h. von der herrschenden Meinung verunglimpfte Weltanschauungen haben randständige Menschen („Loser“) jeder Schattierung schon immer angezogen. Aber halt je nach Grad der Störung auf ganz unterschiedliche Weise. Rechtes Denken kann in diesem Sinne als Loserideologie der Gegenwart gefasst werden. Vor fünfzig Jahren waren es halt Mao, Trotzky usw., die die Fantasien der Außenseiter befeuerten. Aber es wäre auch damals nicht fair gewesen, Marx damit zu widerlegen, dass ein paar Verrückte in seinem Namen Autos, Bankmanager oder Strommasten in die Luft jagten. Verrückte haben ein feines Sensorium für Ideen, aber sie setzen sie halt auf verrückte Weise um.
So versuchen wir angesichts solcher Attentate unser Weltbild zu retten – genau wie es redliche Linker zu Zeiten der RAF getan hätte. Was bleibt uns anderes übrig.

Gustav Grambauer

22. Februar 2020 07:37

Haben alle den Paukenschlag gerade eben von Gauland mitbekommen, sein Morgeninterview auf N24?

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Gauland: "Wir steigen aus aus dem Lügenkarussell. Wir sprechen heute offen aus, was jeder, der seit vorgestern ein Mikrofon eines größeren Senders vors Lügenmaul gehalten bekommen hat, insgeheim denkt. Und umso unerträglicher finden wir das Betroffenheitsgeschleime.

Es wimmelt auf deutschem Boden von Geheimdiensten aller Herren Länder, und die haben, da es so etwas wie ein MfS zu deren Abwehr in der BRD nicht gibt, unendliche Möglichkeiten und keinerlei Risiko. Für die ist Deutschland eine niedergetretene Frau, der man die Beine aufgespreizt hat.

Hierunter subsumieren wir die BRD-Geheimdienste und -"Polizeien", - denen auch keine deutsche Abwehr gegenübersteht -, und im Hinblick auf die es sogar die allerklarste Motivlage gibt ("hätte es den Terrorakt nicht gegeben, hätten sie ihn erfinden müssen", - anders als beim Breitscheidplatz, der einen Angriff des oppositionellen Flügels des Tiefen Staates auf Merkel darstellte).

Für diesen Sumpf wäre oder ist es eine Fingerübung, irgendeinen im Netz auffällig gewordenen Psycho per Spezialkommando in seiner Wohnung umzubringen und dann das Selbsttötungsmärchen zu posaunen, während die Morde in Wahrheit ebenso von Profis verübt würden oder wurden (um nur eine von unendlich vielen Varianten zu nennen). Oder womöglich ist die Identität von Rathjen sogar komplett konstruiert, ist er ein reines Phantom; solche Youtube-Clips lassen sich mit jeder popeligen AI-Software aus irgendwelchem Rohmaterial aus den Abgründen der Militär-, Geheimdienst-, Knast- oder Psychiatriewelt innerhalb von einer halben Stunde ohne Aufwand produzieren, und alles vorliegende Material sieht von seiner Qualität her auch genau danach aus. Wie kann man nur die Echtheit von solchen Machwerken bzw. so eine Zeitungsente ernsthaft in Erwägung ziehen?!!! Und womöglich sind auch die Opfer - wieder - nur fingiert und die "Überlebenden" sind - wieder - nur Crisis Actors, die eine Stange Marlboro bekommen haben.

Eine astreine Hauptmann-von-Köpenickiade! Die Deutschen sind soooooo autoritätsgläubig. In Deutschland braucht man für den erfolgreichen Enkeltrick mit nahezu jeder beliebigen Oma nichts weiter als eine Prinz-Heinrich-Mütze vom Grabbeltisch bei Takko.

Wir räumen heute damit auf. Wir sprengen heute den Frame. Von heute an und bis sie sich bessern glauben wir "Innenministern" und "Polizeisprechern" auf ihren "Pressekonferenzen" kein einziges Wort mehr.

Außerdem sagen wir voraus: wie z. B. in der UdSSR der 20er / 30er Jahre, wo es terroristisch auch schon wie bei einem Ping-Pong-Spiel zuging, wird der Gegenangriff des oppositionellen Flügels nicht lange auf sich warten lassen. Dabei hat die Gegenseite einen viel konsistenteren Stil, Breiviks "Manifest" damals las sich wie eine glasklare Strategiedisposition z. B. des MOSSAD für Europa."

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Entschuldigung, bitte. Gauland hat nichts davon gesagt, es gab kein solches Interview. Niemand aus der Öffentlichkeit oder auch nur Halböffentlichkeit wird mit heiligem Zorn das Lichtschwert in den dunkeldeutschen Katzentisch rammen und die Wahrheit herausschreien.

- Kommentariat Grambauer

Waldgaenger aus Schwaben

22. Februar 2020 07:52

In zwei Artikeln auf achgut.com gibt Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Wolfgang Meins eine umfassende Stellungsnahme zur offensichtlichen Wahnerkrankung des Täters ab.

https://www.achgut.com/artikel/offener_brief_an_den_generalbundesanwalt_dr._peter_franke_zum_attentat_von_

https://www.achgut.com/artikel/der_taeter_von_hanau_eine_diagnose

Dazu kann ich nur noch sagen: Lesen und Verbreiten!

Zur politischen Analyse der kollektiven Psychose,kommt mir sofort das Nietzsche Zitat in den Sinn:

Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas Seltenes, aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel

Der Täter von Hanau steht in einer Reihe mit Breivik (Norwegen) und Tarrant (Neuseeland). Wobei die Wahnerkrankung bei Tobias Rathjen deutlicher ausgeprägt war. Breivik wurde aber auch in einem Erstgutachten Schuldunfähigkeit aufgrund einer Wahnstörung bescheinigt.

Deshalb muss eine Frage innerhalb der deutschen Rechten diskutiert werden:

Warum holen sich solche Psychotiker ihre Motive vorwiegend von rechts . Linke und rechte Hetze im Internet unterscheiden sich nicht signifikant hinsichtlich Qualität und Quantität.
Warum finden also solche Geisteskranken ihre Motive vorwiegend rechts?

These: Linke Hetze ist gesellschaftlich weit gehend akzeptiert. “Bomber Harris do it again!”, “Krebsgeschwür”, “Pack”, “Gesindel” mögen als Beispiele für gesellschaftlich akzeptierte linke Hetze hier genügen.

Die Täter aber suchen sich Bestätigungen für ihren Wahn in Gefilden jenseits der Grenzen des Akzeptierten, weil gesellschaftlich akzeptierte Hetze Teil der Verschwörung gegen sie ist.

Stimmt die These, sind noch weitere Taten zu befürchten, die die Täter mit wirren Manifesten mit rechtsextremen Versatzstücken begründen. Wie können wir dem vorbeugen?

Maiordomus

22. Februar 2020 08:21

@Ottokar. Dieses Verständnis für "Hypersensibilität", was mir auch schon bei den einstigen Sympathisanten von Baader-Meinhof und besonders gegenüber Gudrun Ensslin, Jan-Carl Raspe u. Co. aufgefallen ist, hätten Sie sich nun wirklich sparen können. So formulierte damals auch die berüchtigte Sympathisantenszene, weswegen unbedingt "Baader-Meinhof-Gruppe", und ja nicht auf faschistische Nomenklatur "Baader-Meinhof-Bande" gesagt werden musste!

Wobei der Unterschied zwischen Baader - Meinhof - Raspe (der heute noch bei Kulturschaffenden offen bewundert wird und anerkannt ist) und dem Täter von Hanau doch erheblich zu sein scheint. An Redaktion: Man sollte nicht jede Idiotie schalten betr. Sensibilität, welche wegen den geistigen Machtverhältnissen gottseidank nur bei Linken tolerabel ist.. Ich fand die Terroristen, die vor genau 50 Jahren die Swissair Coronado in der Schweiz "heruntergeholt" haben, ein Verbrechen, das im Gegensatz zu Parkbussen die Schweizer Justiz nie ernstlich interessierte: ich fand also vor 50 Jahren die Beiruter Erklärung von drei Terrororganisationen, sie würden die "Verantwortung" für ein Massenverbrechen übernehmen, auch nicht gerade "hypersensibel". Es wäre angemessen, dass diesbezüglich "sensible" Rechte auf angemessene Art isoliert würden. Andernfalls bei Staats- und Bundesanwälten die Qualitätskontrolle greifen müsste, wie Frau Storch fordert.

Dabei war die oben genannte Beiruter Erklärung von 1970, worüber es Literatur gibt, ein Lehrbuchbeispiel für tatsächlichen, echt politischen, nicht nur psychopathischen Terrorismus. Wobei freilich die Opfer immer "gleich tot" sind. Im Tode sind wir alle gleich, verkündete die Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen.

@Ottokar. Lieber ein bisschen weniger sensibel und dafür nicht mörderisch herumballern! Man sollte - im Ernst - den politischen Kampf stärker mit Humor führen.

Völlig richtig ist, dass man es im offiziellen Deutschland im Hinblick auf Analyse des Phänomens Terror mit Leuten absolut ohne politische Bildung zu tun hat. Man sollte sich zum Beispiel mit dem russischen Anarchismus beschäftigen, mit Baader-Meinhof, mit den Palästinensern, mit dem natürlich erfolgreichen Coup vom 11. September, mit Mishima usw: dies alles war keineswegs dumme, keineswegs unstrategische, keineswegs krankhafte "Propaganda durch die Tat" , wie es John Most auf den Punkt gebracht hat. Ohne dieses Grundwissen sollten sich natürlich auch Merkel, Seehofer und Lindner nicht über den Terrorismus äussern. Habe selber mal zu diesem Thema vor Jahrzehnten politologische Fortbildungskurse erteilt. Es gibt darüber hervorragende Literatur, und es schadet auch nicht, die gestrige unverfrorene Ansprache des israelischen Botschafters in der Schweiz zum Thema des palästinensischen Terrorismus genau zu studieren. Er würde wohl nie auf die Idee kommen, Henryk M. Broder als ein geistiges Zentrum des Terrorismus in Deutschland einzuschätzen. In diesem Zusammenhang nimmt die "Analyse" in Deutschland zweifelsfrei wahnhafte Züge an.

PS. Sellner läuft dieser Tage zu einer beachtenswerten Form auf. So gut wie alles, was er sagt, trifft zu. Hätte er nicht vor bald Wochenfrist Pegida mit einer Art geilem politischem Pop-Konzert verwechselt, würde er über das eigene enge "Lager" hinaus, etwa bei Herbert Kickl u. Co., als zu anerkennender Weggefährte ernst genommen. Glaubwürdig kommen mir die einschlägigen Analysen von Martin Lichtmesz vor.

Martin Heinrich

22. Februar 2020 09:10

Prof. Herfried Münkler empfahl nach dem Terroranschlag von Nizza (86 Tote!), die Tat mit "mürrischer Indifferenz" zu betrachten. Für Hanau gilt das schon wegen der Hierarchie der Opfer allerdings nicht ...

MARCEL

22. Februar 2020 09:38

Alles wie immer richtige und, gut aufbereitete Analysen. Allein, es nützt wenig, weil WIR ALLE jetzt im selben Boot sitzen. Racheakte und staatliche Überreaktion werden irgendwann folgen. Solche Psychopathen besorgen das Geschäft der Gegenseite, da können wir analysieren und uns distanzieren, so viel wir wollen.
Da ich gerne den Nordirland-Konflikt als historische Folie heranziehe: Dort hat ab ca. 1971 die Stormont Regierung in Abstimmung mit London Internierungen ohne Gerichtsbeschluss durchführen lassen, bis 1975 der öffentliche Druck zu groß wurde.
Klar, Geschichte wiederholt sich nicht. Hier wird es wohl cleverer abgehen und ganz ohne Publikum...

quarz

22. Februar 2020 10:22

Leider ist der Aufmerksamkeitsradius der meisten Bürgerschafe zu klein als dass ihnen das Ausmaß der Dreistigkeit in vollem Bewußtsein vor Augen steht, mit der- je nach politischer Verwertbarkeit - zweierlei Maßstäbe angelegt werden bei der öffentlichen Aufbereitung von Anschlägen.

Es wäre zu begrüßen, wenn ein medientechnisch versierter Aufklärer diese Doppelmoral auch wenig reflektierenden Zeitgenossen zur Kenntlichkeit entstellen würde, indem er in plakativer Schnittfolge Stellungnahmen von Politikern oder Journalisten kontrastierend einander gegenüberstellt, je nach dem, ob sie "Allahu-akhbar"-Attentäter oder Attentäter wie den Hanauer beurteilen.

So könnte man z.B. die zur Zeit der größten Attentatsdichte islamischer Prägung bereits zum Running Gag gewordene Schlagzeilenschablone "Geistig verwirrter Einzeltäter/kein Generalverdacht/nicht politisch instrumentalisieren" mit (möglichst von denselben Diagnostikern verkündeten) Verdikten zu Hanau ("Rechtsradikal motiviert/vermutlich Netzwerk/AfD-Schuld -> verbieten!") kontrastieren. Wunderbar ließe sich in so eine Sequenz z.B. das oben angeführte Stegner-Diktum "Schluss mit dem Lügenmärchen von (psychisch gestörten) Einzeltätern! ... " einfügen.

Das Ganze würde vermutlich völlig unkommentiert die beste dramatische Wirkung entfalten. Einfach zwanzig bis dreißig kurze Videosequenzen oder Schriftzeilen einander gegenüberstellen, wo aus derselben Blase (optimal: aus demselben Mund/derselben Feder) je nach politischer Nützlichkeit mit derselben Entschiedenheit diametral unterschiedliche Urteile hinausposaunt werden. Das könnte doch den einen oder anderen Politikkonsumenten selbst im polemischen Trommelfeuer der aktuellen Medienorgel nachdenklich machen.

Mboko Lumumbe

22. Februar 2020 10:25

"Anderes wird kommen." (Homeland)

Niemand hat gesagt, dass es einfach wird.
Wir spielen hier Hardball.
Diesen hilflosen Quatsch haben mir mal Vorgesetzte gesagt, als ich im außereuropäischen Ausland mit skrupellos fiesen Methoden beruflich kaltgestellt wurde und daraufhin das Land verlassen habe.
Doch so läuft das eben im Leben (der nächste hilflose Quatsch).

Aus meiner Sicht ist nun die vielfach erwähnte Ruhe zu bewahren, denn Widerstand ist nahezu zwecklos. Oder will jemand den Wirsindmehr-Güterzug mit bloßen Händen aufhalten?

Die Spirale der Eskalation hat noch nicht ihr Ende erreicht und es sind noch nicht alle Folterinstrumente angewandt, sondern zunächst nur demonstrativ ausgepackt. Es soll und wird Angst und Schrecken unter Konservativen und Rechten verbreitet. Und sind wir ehrlich - es wirkt... zunächst.

Denn ich schaue mit hoffnungsvoller Zuversicht auf C*DU und FDP, die es nun sehr hart treffen wird und deren Zerreißprobe bereits stattfindet. Und es wird sie zerreißen, früher oder später, auf die eine oder andere Art und Weise.
Da rate ich zu einem rechten Roten oder Popcorn + Cola, je nach Geschmack.

H. M. Richter

22. Februar 2020 10:48

Das eigentlich Erschreckende sind weniger die Rufe nach Verbot der einzigen Oppositionspartei in Deutschland, sondern daß jenen, die dies fordern, vollkommen bewußt ist, daß die Schreckenstaten von Hanau das Werk eines Wahnsinnigen waren.

Wie sehr müssen jene inzwischen mit dem Rücken zur Wand stehen, fragt man sich ungläubig. Was wird noch kommen, wenn das heute schon möglich ist und die 'freie Presse' dazu schweigt? Die Zeichen jedenfalls stehen auf Sturm.

Von Ferne erinnert dies natürlich auch an die berühmten zwei Sätze Ulrike Meinhoffs „Wir können sie nicht zwingen, die Wahrheit zu sagen. Wir können sie aber dazu bringen, immer dreister zu lügen.“, die nicht wenige Journalisten u.a. im Reisegepäck bei ihrem Marsch durch die bundesdeutschen Institutionen hatten, bevor sie jene Machtpositionen erreichten, in denen es ihnen heute - bei Strafe ihres Untergangs - selbst verboten ist, die "Wahrheit zu sagen" ...
________________________________________________

PS: Auf M., den hochgelahrten Meister in der Schweiz, wurde gestern aus bestehendem Anlaß das Glas zu abendlicher Stunde erhoben und ihm dabei ein segensreiches neues Lebensjahr gewünscht!

Der_Juergen

22. Februar 2020 10:58

So etwas lag in der Luft. Ohne auch nur die geringsten hellseherischen Fähigkeiten zu besitzen, war ich mir seit längerem sicher, dass ein grosser "rechtsextremer" Terrorakt bevorstand. Dies bedeutet keinesfalls, dass der Psycho nicht der Täter ist; der ist er (vermutlich) schon. Aber es mutet sehr unwahrscheinlich an, dass ein Mann, der sich derart auffällig und abnorm äussert, nicht unter steter Beobachtung stand und nicht nach Bedarf gelenkt werden konnte.

"Rechtsextremer" Terror ist für dieses verrottete System mit seinem elenden Parteienkartell so nötig wie die Luft zum Atmen. Er liefert ihm Vorwände für immer neue Hetzkampagnen und Schurkentaten.

Mboko Lumumbe

22. Februar 2020 11:10

Ergänzung zu:
"Anderes wird kommen." (Homeland)

Mein voriger Kommentar stellt eine Zustimmung zu obigem Zitat dar. Weil ich das genau so sehe und davon getriggert wurde, habe ich den Kommentar verfasst.

nom de guerre

22. Februar 2020 11:47

„Wenn die Zivilisation brüchig wird, fungieren psychisch Labile wie Seismographen.“ – Ja. Das bringt es auf den Punkt und genau darüber müsste eigentlich dringend und vor allem offen gesprochen werden. Stattdessen liefert die gut geölte Empörungsmaschinerie reihenweise „Schuldige“ und einen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus…

@ Solution

Wie hätte Gauland sich denn verhalten sollen? Wie reagiert man angemessen und professionell auf die minutenlang in immer neuen Formulierungen wiederholte Unterstellung, man bzw. die eigene Partei sei verantwortlich für die Taten eines offensichtlich kranken Menschen? Einen ertappten Schuljungen habe ich hier: http://www.pi-news.net/2020/02/gauland-kritisiert-instrumentalisierung-des-anschlags-von-hanau/ nicht gesehen, eher einen stellenweise etwas gereizten älteren Herrn, der versucht, eine komplett irrationale Gesprächssituation wieder auf eine vernunftgeleitete Ebene zu bringen. Was ihm natürlich nicht gelingen konnte, weil seine Gegenüber es nicht wollten.

Grobschlosser

22. Februar 2020 11:51

immer wieder erfrischend :der Broder -

https://www.achgut.com/artikel/augsteins_liste

das rot-grüne brd - Establishment fordert vorhersehbar schärfere Kontrollen für Sportschützen und Jäger - allerdings schweigt die politische Klasse in Westeuropa wenn islamische Terroristen Fahrzeuge und Waffen gegen deutsche bzw. europäische Menschen einsetzen , diese verletzen oder ermorden .

Ein offenkundig schwer gestörter Mensch ( beschäftigt sich mit "UFOs" , "Zeitreisen" etc. pp ) ermordet 11 Mitbürger - selbstverständlich ist die Republik geschockt und selbstverständlich müssen Maßnahmen her um die Gesellschaft vor gefährlichen Spinnern und Kriminellen zu schützen . Gilt gleiches Recht für ALLE ? NEIN - die brd Justiz lässt Kriminelle ( mit und ohne Migrationshintergrund ) aus unerfindlichen Gründen laufen - gefährliche Personen bevölkern den öffentlichen Raum , nutzen Fahrzeuge als Waffe , verletzen Bürger mit ihren Autos .

Wenden wir die Logik eines Herrn Seehofers auf motorisierte Gefährder an - dann folgt zwingend eine regelmäßige , psychologische Untersuchung für ALLE Autofahrer .

Überlegung : der Staat wünscht aus ( nicht näher genannten Gründen) eine Entwaffnung des Bürgers ; sobald auch nur ein einziger Bürger eine Waffe gegen seine Umwelt einsetzt werden die Gesetze und Bestimmungen automatisch verschärft ) - gut - dann soll es eben so sein - NUR dann muss man konsequenterweise auch den Verkauf div. Werkzeuge ( und Maschinen ) reglementieren .

Ein ambitionierter Heimwerker kann problemlos , heimlich still und leise automatische Waffen herstellen - verbieten wir also den Privatbesitz bestimmter Werkzeugmaschinen ( + Zubehör ) .

Ein Rekrut - keine 14 Tage bei der Bundeswehr - könnte eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellen ( wurde er psychologisch untersucht ? NEIN ("T2 , willkommen beim Bund" ) - OHNE eingehende Untersuchung wird man dem Rekruten im Rahmen der Grundausbildung eine Kriegswaffe in die Hand drücken - 4 Monate später , Manöver , der Rekrut hatte mehrfach Ärger mit Kameraden - und wird während des Manövers mit scharfer , privat beschaffter Munition angetroffen .

Nichts spricht gegen eine verdachtsunabhängige Überprüfung der Sportschützen und Jäger - wenn die Zuverlässigkeit eines Bürgers hinterfragt wird sollte die Behörde dies auch begründen ( Bsp.: WBK-Besitzer wirft an Silvester illegale , in Deutschland verbotene Böller auf die Straße - solche Leute sollten dann eben keine scharfen Waffen besitzen dürfen - oder b) : WBK-Besitzer verstößt mehrfach gegen die Straßenverkehrsordnung - Waffen werden eingezogen ) .

was wir nicht brauchen ist politische Willkür - ein gesunder Menschenverstand reicht aus um das Zusammenleben zu organisieren - grundsätzlich sollte jeder unbescholtene Reservist ein Gewehr G-3 bzw. G-36 leihweise besitzen dürfen - ähnlich wie in der Schweiz findet regelmäßig eine Übung statt , der bewaffnete Bürger darf bis zu 80 Schuss Munition ( 4 Magazine à 20 Schuss 7,62 ) im Hause , im Panzerschrank aufbewahren .

Der Souverän sollte grundsätzlich bewaffnet sein .

und ja : in der Schweiz gehen die Bürger verantwortungsbewusst mit Kriegswaffen , Fahrzeugen aller Art und Maschinen um .

wer das Recht auf Waffenbesitz grundsätzlich ablehnt kann kein Demokrat sein .

wenn ein Herr Augstein den Broder implizit bedroht - was wird sich der Broder DANN wohl überlegen ?

ganz genau ,

Schinnerhannes

22. Februar 2020 12:18

Die AfD und der Rattenschwanz an Mittelmäßigkeit, Irrationalität und Wahn, den sie hinter sich herzieht, ist ein einzigartiges Konjunkturprogramm für das linke Spektrum in Deutschland. Es schweisst diejenigen, für die "Antifaschismus" eine oder sogar die identitäre Komponente ist, zusammen und gibt ihnen Argument und Anlass für einzigartige Maßnahmen- und Ausgabenprogramme, mit denen sie ihre Karrierenetzwerke auf Jahrzehnte etablieren können.

Mich als libertär angehauchten erinnert das, was wir da aktuell in Deutschland zwischen rinks und lechts beobachten, etwas an den Kampf zwischen der Spinne und der Wespe in "Die Wüste lebt". Ein bizarres Schauspiel, bei dem man vorallem froh sein sollte, festes Schuhwerk zu tragen. Und damit man nicht allzu überrascht über den Ausgang ist, hilft es zu wissen, dass die Wespe der Jäger ist.

Trotz dieses Frustes sollten Libertäre vorallem sicherstellen, dass man nicht auf der Seite der Verlierer steht. Und welche Seite hier mehr Qualität und Wettbewerb bietet, das muss man selbst entscheiden. Es fällt wirklich schwer, auch wenn es schwer fällt. Aktueller, leicht verdaulicher libertärer Lesetipp: Bryan Caplan/Zach Weinersmith: Open Borders: The Science and Ethics of Immigration. Graphic Novel, eignet sich auch als Geschenk für junge Menschen.

RMH

22. Februar 2020 12:27

"Im Grunde machen die Linken jetzo nichts anderes, als wir bei den islamischen Terroranschlägen - so viel Ehrlichkeit uns selbst gegenüber muss im politischen Kampf sein."

@Ottokar Vondrejc,

vom Procedere einer "Instrumentalisierung" ggf. ja (wobei ich "wir" dann eher mal auf pi und gewisse Plakate und Tweets aus Teilen der AfD reduzieren würde und nicht auf das ganze politisch alternative Lager - SiN bspw. ist nicht so pauschal), dann aber eben im Unterschied zu "wir" mit der deutlich höheren Schlagkraft des linken medialen Establishments. Von der Sachverhaltsbasis her betrachtet, jedoch ganz klar NEIN.

Und dieses NEIN muss man in diesen Tagen auch klar zum Ausdruck bringen. Es gibt KEINEN Anlass, angesichts der massiven Tragweite der Instrumentalisierung, hier zu einer, wenn auch nur rhetorischen, Umarmung oder auch nur zu 1 mm des Zugehens. Hanau ist bestimmt nicht der Anlass, irgendwie selber "vor der Tür" zu kehren.

Zur oben angesprochenen Sachverhaltsbasis:
Bei Islamisten/Migranten steht in vielen Fällen schon nach wenigen Stunden, obwohl die Ermittlungen oft gerade erst begonnen haben, medial als Parole fest, dass es sich um einen psychisch Kranken (Einzeltäter) handelt. Überlende Täter werden dann auch ganz schnell affirmativ in die Psychiatrie gesteckt, statt in den Knast.

Im Fall von Hanau liegt es nun gänzlich anderes. Hier war spätestens ab dem Morgen nach der Tat mehr oder weniger überall das Manifest des Kranken, der offenbar ein gewisses Zeichentalent hatte, verfügbar und M.L. zitiert nicht ohne Grund bereits die ersten Zeilen daraus. Jedem, der intellektuell halbwegs in der Lage ist, 1 und 1 zusammenzuzählen, wird daraus klar, dass der Täter eine Vollmeise reinster Form hatte. Da braucht man auch nicht mehr groß darüber zu diskutieren.

Bei den islamistisch/migrantischen Taten, wo sind da die sofort vorliegenden, eindeutigen Indizien, dass der/die Täter einen massiven Sprung in der Schüssel hatte/n?
Gut, wenn diese während der Tat ständig Allahu Akbar rufen und ein leierndes Bekennervideo mit u.a. eben selben Spruch runter rattern, dann könnte man schon den Eindruck bekommen, dass sie gehörig einen an der Waffel haben, aber dann ist Religion an und für sich induziertes Irresein und wäre immer ein Grund zum Ausschluss der Schuld. Manche bei PI oder ggf. auch hier wären da sicher bei einem, aber "offiziell" ist man mit einer solchen Sichtweise dann "islamophob" (also auch pathologisch eigentlich krank und nicht mehr zurechnungsfähig). Ergo: erzähl das mal jemandem von einem Muslimverband oder gar Frau RLX-Chebli …

Zusammengefasst:
Nein, Hanau ist nicht mit islamistischen Taten oder der "Messereinwanderung" (Curio) vergleichbar. Es gibt keinen Grund, hier zur Selbstkritik bei den eigenen Methoden und Inhalten zu schreiten (eine solche Selbstkritik hat fortlaufend und anlassunabhängig zu erfolgen, aber bestimmt nicht wegen dem Stimmenhörer aus Hanau ---- Vor 1400 Jahren in irgendeiner Wüste wäre aus so jemandem, der offenbar auch noch ein gewisses Zeichentalent hatte und auch sonst nicht untalentiert war, ggf. ein Religionsstifter geworden).

Und wenn man jetzt auf den Bundesstaatsanwalt zeigt, so wie M.L. oder gar dessen Rücktritt fordert (wie B.v.S. von der AfD), dann liegt man 100% richtig und sogar noch zu kurz, denn eigentlich muss auch mindestens der zuständige Innenminister zurücktreten und wenn die Dame Namens Merkel einen Funken Anstand hätte, wäre sie spätestens wegen dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz zurück getreten. Der Umgang mit den dortigen Opfern lässt einen bis heute fremd-schämen.

Vor fast jeder größeren Straftat lagen eindeutige Warnsignale vor, die man nur richtig zur Kenntnis hätte nehmen müssen und zu deren Gewinnung man noch nicht einmal bessere Befugnisse, Kompetenzen oder Aufklärungsmittel der Sicherheitsbehörden gebraucht hätte (die dann dennoch gebetsmühlenartig nach jedem Vorfall gefordert und auch z.T. eingeführt werden) - jedes Mal gab es ein Behördenversagen, ein Versagen von Institutionen (bspw. Ärzten, Kliniken - siehe Winnenden oder Germanwings, beides klar als psychisch krank bekannte Täter) oder staatlichen Institutionen (hier offenbar mehrfache Anzeigen). Von diesem Versagen wird jedes Mal abgelenkt, in dem man auf andere zeigt (beliebteste Opfer: Sportschützen, AfDler, "Rechte" etc.).

Zukünftig sollen dann auch alle legalen Waffenbesitzer zum Psycho-Doc. Mit welchem Ergebnis? Dass dann auch wieder welche durchs Raster rutschen oder andere sich die Wumme eben aus anderen Kanälen besorgen und dafür dann aber mindestens ca. 1 Millionen Bürger unter Generalverdacht einem präventiven Psycho-Test unterzogen werden, man über sie damit als Beifang hochsensible Gesundheitsdaten "präventiv" sammelt etc.?

Wann war das noch einmal, als Grundrechte als Abwehrrechte des freien Bürgers gegen den übergriffigen Staat gedacht wurden? 1948 beim Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee, aber dann ???

Wann war das noch einmal, als man angehenden Juristen die Begriffe des "Übermaßverbotes" und der "Verhältnismäßigkeit" quasi vom ersten Semester an einimpfte? Was ist daraus geworden?
Schmierige Ja-Sager bei Staatsanwaltschaften, Behörden und teilweise Gerichten, die sich ob ihrer "Prädikatsexamina", die sie in diese vermeintlichen Superpositionen katapultierten und zu deren Erlangung sie sich als Student/in kaum mal Abends ein Bier oder ein Ausgehen gegönnt haben, bis zur Pension auf die Brust klopfen, ohne auch nur einen Funken aus ihrer harten Ausbildung verstanden zu haben, geschweige denn, einmal beruflich angewendet zu haben.

Mithin ist alles reiner Aktionismus mit dem davon abgelenkt wird, dass man den LADEN NICHT IM GRIFF hat.

Und man wird den Laden nie in den Griff bekommen, wenn man ständig und unreguliert neue Leute ins Land bekommt.

zeitschnur

22. Februar 2020 12:29

Eine "Psychose" scheint mir tatsächlich aufseiten des medialen und elitären Spektakels zu liegen, das nun wieder sofort, bevor überhaupt Ermittlungen begonnen haben, losbrach. Oder es ist reine Bosheit oder Verblendung, die immer auch eine enorme Dummheit nach sich zieht - so könnte man es ja auch sehen.

Beim Täter - ich habe inzwischen Zweifel an der Version von den "geistig verwirrten Einzeltätern". Die offizielle Seite bemüht diese Theorie ja selbst immer dann, wenn Muslime die Täter sind. Der Bursche, der vor einigen Jahren im Zug mit der Axt auf die Fahrgäste losging, war angeblich ein verwirrter Einzeltäter. Der Knabe, der in München vor ein paar Jahren Amok lief, war auch ein angeblich verwirrter Einzeltäter. Wenn es "Rechte" sind, kann es sich natürlich nicht um Einzeltäter handeln - das muss dann schon mindestens eine VS sein. Ja klar, das überzeugt ungemein.
Nun scheint es sich ja aber in der Tat um verwirrte Einzeltäter handeln und zwar in jedem der Fälle, ob nun Muslime durchdrehen oder Nichtmuslime. Seit Jahren geht das schon so. Wer wurde inzwischen nicht alles von angeblich verwirrten Einzeltätern angegriffen:
Schäuble, Lafontaine, Frère Roger, John Lennon, die Reker mit dem Sicherheitsabstand, die Leute auf dem Breitscheidplatz, die Kinder auf der norwegischen Ferieninsel, die Leute in München, die Zugfahrer in Franken, die in Halle, der Herr Lübcke... Also da kommen nun doch Fragen auf, zumal man weiß, dass es seit Jahrzehnten geheimdienstliche Aktivitäten gibt, die Menschen spalten und zu schizophren wirkenden Kampfmaschinen umbauen. So viele hochwirksame und effizient agierende Verrückte hat es auf einem Haufen zu früheren Zeiten nun mal nicht gegeben. Wer sagt uns, dass all diese "Anschläge" nicht ähnlich wie die NSU-Morde Staatsterror sein könnten? Es ist so leicht, einen Menschen abzurichten und auf andere zu hetzen und ihm jeweils ein Schildchen umzuhängen, das man natürlich vorbereitet, irgendwo liegt dann ein "Manifest" bereit oder ein "Tagebuch", gut sichtbar. Oder bei den Muslimen macht man es primitiver und hinterlegt stets gut erhalten deren Pass am Tatort.
Ich habe gestern gerade einen lieben alten Dame, die der Medienhetze glaubt und allen Ernstes annimmt, da draußen in unserem Land wimmle es nur so von "Hass", vor Augen geführt, dass das zwar die Medien propagandistisch und ohne jeden Beweis sagen, aber keiner doch weiß, woher plötzlich all diese Täter vom gleichen Typus, die es vorher so nicht gab. Sie reagierte total zerknittert, so, als hätte ich sie aus einer Narkose aufgerüttelt.

Grobmotoriker

22. Februar 2020 12:35

In der Tat: Wie kommt ein derart - langjährig bekannt - psychisch kranker Mensch in den Besitz eines Waffenscheins? Da soll, ja muß!, die Politik in die Verantwortung genommen werden. Diesen Punkt - das Versagen der amtierenden Politiker - sollten wir groß herausstreichen.

Was mir bei diesem medial-politischen Amoklauf nach diesem - und allen anderen - Tötungsdelikt abermals auffällt, ist der Haß, der einem Andersdenkenden und -meinenden entgegenschlägt. Mir kommt es vor, als sei man von den anderen durch eine Panzerglasscheibe getrennt, durch die man sich zwar sehen aber keinerlei Kommunikation stattfinden kann. Wir sehen die hassverzehrten Fratzen und können noch so besonnen und eindriglich versuchen, unsere Meinung zu sagen - die Gegenseite hört uns nicht, sie brüllt indessen weiter ihre Hassparolen. Was mir daran Angst macht, ist die Tatsache, dass dieser Mob die Medien vollständig besetzt, die Schalthebeln der Macht exklusiv in ihren Händen hält und eine überwältigende Mehrheit der Massen darstellt.

Aktuell entsetzt mich die Zahl 39. Prozentual so viele der Hamburger Wähler wollen laut Umfragen morgen für die SPD stimmen. Das kann alles nicht mehr warh sein! Es kann sich nur um einen Albtraum handeln... oder ist es etwa die real existierende wahre Wirklichkeit?

Laurenz

22. Februar 2020 12:42

Im Gegensatz zu @Solution, erachte ich das Hanau-Interview Herrn Gaulands als menschlich und in Ordnung so. Hier muß man immer im Auge behalten, daß Gauland 40 Jahre Mitglied der Dregger-CDU war.

Verständnis habe ich für Herrn Lichtmesz, wenn Er aus Seiner Natur heraus, "wissenschaftlich" recherchierend an die Sachlage herangeht. Aber damit drückt man, wie das Kind, die Nase viel zu nah an die Schaufenster-Scheibe und betrachtet nur aktuellen Fall.

Der ganze lamentierte Sermon über den sogenannten Rechts- und auch Links-Terror (Alfred Herrhausen) in Deutschland läßt die veröffentlichte Aktenlage düster und nicht aufklärend offen. Ob Amri oder Rathjen, am Ende ist der angebliche Täter tot. Seit den Video-Pleiten von Charlie Hebdo und Bataclan läßt man Video-Produktionen lieber weg.

Wieder kommt ein Terror-Anschlag zur Zeit einer Staatskrise und lenkt vom tatsächlichen Geschehen, der Unfähigkeit der Berliner Junta und ihrem demokratischen Unwillen ab.

Die Litanei des "Rechten Terrors", die im ÖRR & sonstigen Vasallen-Medien , rund um die Uhr, 24/7, abgespielt wird, zeigt doch bei einer Schwärzung von Akten für 120 Jahre im NSU-Schau-Prozeß, daß hier ausnahmslos mit gezinkten Karten gespielt wird. Wie im Fall Amri bleibt der Staat doch alle Antworten schuldig. Wenn jemals ein Funken Glaubwürdigkeit den Alt-Medien anhing, so ist dieser Funken längst verglüht.

Dahin sollten wir unsere AgitProp lenken.

Woher wollen wir tatsächlich wissen, wer die arme Sau Rathjen ( der Typ auf dem "Bekenner-Video"?) und seine Mutter, wie die jeweiligen Haunauer Einwohner, umgebracht hat?

Hier bleiben Fragen, von was solch ein Psychopath lebte, vollkommen unbeantwortet. Es ist nicht wirklich einfach einen Terroranschlag zu planen, wie man an der Unfähigkeit des Täters in Halle erkennen kann.
Wollte jemand tatsächlich der jüdischen Gemeinde in Halle Leides antun, so hätte er gewartet, bis die Gemeinde-Mitglieder das Haus verlassen. Wie blöd kann/darf ein "Terrorist" sein? Die lange Nase Pinocchios, die wir aus Halle zu sehen bekamen, reicht bis Alpha Centauri, im Grunde eine einzige mediale Pleite.

Echte Terroristen, wenn es sie denn tatsächlich gäbe, würden zB das Übersee-Kabel, welches Ramstein mit dem "Pentagon" verbindet, an mehreren Stellen "trennen".

Hier ein Musik-Video der ehemals schönsten deutschen Schlager-Sängerin aller Zeiten, Katja Ebstein, https://youtu.be/hcciShtQU9Q (03:02 Min.), um den nötigen Abstand einzunehmen.

RWDS

22. Februar 2020 12:54

Sie dürfen natürlich Hobbys haben Herr Lichtmesz, aber vielleicht nehmen Sie "Mit Linken leben" etwas zu genau, wenn Sie sich mit solchen Kreaturen auf Twitter rumschlagen.

Ich gebe zu, die Kommentarspalte der Zeit ist meine Obsession, aber direkter Kontakt mit solchen Nervbolzen wäre mir dann doch zu doof.

Elvis Pressluft

22. Februar 2020 13:21

Wie RMH korrekt anmerkte: Bei islamistischen Gewalttaten – oder allgemeiner: bei „herausragenden“ Fällen von Ausländerkriminalität – steht innerhalb von maximal Stunden fest, daß ein „geistig verwirrter Einzeltäter“ gehandelt hat. Wenn man bei Null anfängt, braucht es mehrere Gespräche/Untersuchungen durch einen erfahrenen Fachmann, bis eine seriöse Diagnose vorliegt; alles andere ist Effekthascherei – schon weil man ausschließen muß, daß sich jemand durch gewollt absurde Aussagen der strafrechtlichen Verantwortung zu entziehen sucht.
Bei Ausländern gilt: Es darf niemals einen Kontext geben; niemals auch darf mehr gefordert sein als hastige, unaufrichtige Beileidsbekundungen (und selbst diese spart man sich gelegentlich). Der Fall Hanau liegt genau diametral umgekehrt. Was das Medienkartell sonst als „Verschwörungstheorie“ hohnlachend zurückweisen würde, ist hier per fiat als Wahrheit vorausgesetzt. Man gibt sich nicht einmal den Anschein, durchzuführen, was man im anderen Fall monoton einfordert: eine „besonnene“, nüchterne Prüfung der Fakten. Wir haben beschlossen, was der Fall ist, und handeln entsprechend.
Heute schon wurde seitens der Bundesbehörden heuchlerisch vor einer Reaktion des (besonders) militanten linken Lagers „gewarnt“. Klar genug: Rechte leben gefährlicher als je zuvor. Hüten wir uns zugleich vor der Annahme, einen Endpunkt der Eskalation erreicht zu haben. Heute oder morgen kann irgendwo der nächste Rathjen durchdrehen.
Eines noch: Kurz nach Bekanntwerden der Tat kommentierte in einem anderen Faden jemand wie folgt: „Das Thema ‚Islamisierung des Abendlandes‘ ist derzeit so überflüssig wie ein Kropf.“ – Ich möchte dieses Zitat nicht voreilig bewerten, aber wenn es wörtlich so intendiert war, wie es sich zunächst liest, ist der Einspruch zwingend: Dieses „Thema“ ist niemals überflüssig. Wenn wir uns diese Sichtweise aufzwingen lassen, ist es aus. Dann haben die Anderen gesiegt, womöglich sogar kampflos.

Maiordomus

22. Februar 2020 13:21

_derjürgen. Mit grenzwertigen Formulierungen beeinträchtigen Sie die Beiträge von Ihnen mit durchaus analytischem Charakter.

Andreas Walter

22. Februar 2020 13:33

Es kommt einem wie eine Machtdemonstration vor. Von Menschen, die keinerlei Skrupel kennen, sich daraus sogar noch einen Spass machen. Wie eine Demonstration über die totale Kontrolle über das Bewusstsein der Mehrheit, egal wie absurd und abwegig auch ist, was passiert und auch behauptet wird.

Jetzt heisst es plötzlich, der Vater, der für die Grünen kandidiert haben soll, sei auch in der Wohnung gewesen, in der die beiden Leichen gefunden wurden. Wie verrückt ist bitte das denn.

Hatte der zufällig gerade das Hörgerät draussen, oder was? Oder hatte der Sohn nur noch zwei Kugeln übrig? Wollte aber nicht auch noch die Küchenmesser schmutzig machen? Den Teppich und die Tapete aber schon? Oder den grünen Vater irgendwie bestrafen? Alles darum genauso schwachsinnig wie das, was man derzeit auch von den Behörden, den Medien und manchen Politikern hört. Rinderwahnsinn global. Davon kann man sich ja nur distanzieren, egal wie viele davon bereits betroffen sind.

Laurenz

22. Februar 2020 13:39

@RWDS ... ich habe zwar Verständnis für Ihre Sicht der Dinge, aber die Pflicht-Kür sieht anders aus. Der öffentliche! Diskurs zwischen Herrn Lichtmesz und sonstigen linken Berufs-Hanswursten, spielt sich ja nicht irgendwo anonym im Keller ab.
Genau in Ihrer Haltung, RWDS, liegt die Ursache für die ewige propagandistische Niederlage der Konservativen.
Wir brauchen tatsächlich von hier ganz unten bis in die Staatsräson eine Änderung der deutschen Kultur von Amateur-Staatsmedien und Versager-Geheimdiensten. Fangen wir doch bei uns Rechten mal an und wählen das nächste Mal Dr. Curio zum Partei-Chef.

Ein gebuertiger Hesse

22. Februar 2020 13:45

Kühl bleiben, sich nicht verängstigen lassen, das ganze Spektakel gar nicht erst ignorieren. Und das Wort "rechts" in Verbindung mit dem wahnsinnigen Killer (egal ob es ihn als Person wirklich gab oder er ein Geheimdienst-Konstrukt ist) nie unwidersprochen stehen lassen.

t.gygax

22. Februar 2020 14:16

Der Kommentar von @Gustav Grambauer bringt mich in sehr nachdenkliche Stimmung......

RMH

22. Februar 2020 14:18

"Aktuell entsetzt mich die Zahl 39. Prozentual so viele der Hamburger Wähler wollen laut Umfragen morgen für die SPD stimmen. Das kann alles nicht mehr wahr sein! "

@Grobmotoriker,
unter den 39% werden sich übrigens auch viele AfD- Wähler, ja sogar AfD-Parteimitglieder befinden.
Ich lüfte einmal vorab folgende rechte Verschwörung für die Hamburg-Wahl:

Es werden zahlreiche AfD-Mitglieder und AfD Wähler ihre Kreuze bei der SPD machen und etliche "Identitäre" ihre Kreuze bei den Grünen. Das Ganze wird insgeheim und diskret gefilmt und dann online gehen - wir wissen doch spätestens seit Thüringen alle, was passiert, wenn die "falschen" die richtigen wählen, oder?

PS: Sorry, dass ich diese Troll-Aktion vorab ausplaudere …

PPS: Klar kommt die Hanau-Hysterie den Etablierten zu Gute … was solls. In Thüringen wählt die Union ja jetzt ganz offen auch die Linke. Es liegt alles offen auf dem Tisch. Auch, dass das Establishment jetzt schon die Verbrechen von offenkundig Geisteskranken braucht, um noch irgendwie Stimmung machen zu können. Vertrauen wir einmal darauf, dass diese Umstände auch noch mehr Leuten auffällt. Der Bogen wurde so überspannt, dass er schon gebrochen ist.

MARCEL

22. Februar 2020 14:29

Wenn schon historische Folie, dann präziser: Die Politik der Internierungen von Anhängern der republikanischen Sache in Nordirland (Operation Demetrius) endete viel früher als 1974 Sorry!

Der_Juergen

22. Februar 2020 14:29

@maiordomus

Ich bin eben "aus dem Lügenkarussell ausgestiegen, um die Gauland von @gustav grambauer scherzhaft zugeschrieben Formulierung zu verwenden.

Kubus

22. Februar 2020 14:34

Von einer Partei scheint im Pamphlet keine Rede zu sein. Hingegen liest man: Rathjen wächst in Hanau auf. Vater Hans-Gerd arbeitete als Betriebswirt, kandidierte für die Grünen im Ortsbeirat ...

Die bösen Grünen!

Gracchus

22. Februar 2020 15:06

Meine Reaktion war ähnlich wie die von Emcke, nur eben bezogen auf Medien und Politiker insgesamt: Mir fiel der Titel eines Buchs ein, das ich aber nie gelesen habe: "Die Unfähigkeit zu trauern". Ebenso fiel mir ein ausser Gebrauch geratenes Wort ein: Pietät. Warum kann man nicht eine Phase der Trauer abwarten, warum nicht abwarten, bis man mehr weiss, bevor man los schwadroniert. Das qualvoll zu lesende (ich hab's zu Ende zu lesen nicht ganz gepackt) Manifest des Täters müsste einen doch nachdenklich stimmen und vor voreiligen Deutungen bewahren. Zumal das, was man weiss, die vorhandenen Deutungsmuster gerade nicht bestätigt. So wie's aussieht, handelt es sich um einen schizophrenen Einzeltäter, der nicht in irgendwelche rechtsextremen Netzwerke eingebunden war. Irritieren müsste doch, dass der Täter seine Mutter umgebracht hat (in seinem Manifest schildert er zudem eine auf seine Mutter bezogene Urszene). Seinen Rassismus muss man deshalb nicht herunterspielen, der scheint wie ein Komplement zu seiner psychischen Störung, wirkt gleichzeitig aber auch aufgesetzt und sekundär. Mit der nun proklamierten "Ausweitung der Kampfzone gegen rechts" wird man solche Taten nicht verhindern. Auch wenn der Täter hier schizophren war, kann womöglich allgemeine Symptome ausmachen. Es scheint immer mehr v. a. Männer zu geben, die von der Gesellschaft innerlich, emotional entkoppelt leben. Die Aufmerksamkeit, die Rathjen nun post mortem zuteil wird, ist wahrscheinlich genau das, worauf er mit seiner Tat spekuliert hat.
Die medialen Reaktionen zeigen mir wiederum, dass man die wahren Ursachen oder tiefer liegenden Probleme nicht erforschen und wissen will.

Elvis Pressluft

22. Februar 2020 15:47

Da wir nun einmal über Strafrecht in Verbindung mit Psychopathologie sprechen (müssen): Meiner Erinnerung nach war es Gauland, der im Bundestag daran erinnerte, daß Haß nicht strafbar ist. Man setzt heute alles daran, eine Grundempfindung zur Vorstufe eines namenlosen Verbrechens umzudefinieren, natürlich wiederum nur mit Blickrichtung rechts („Deutschland weghassen!“ – ein offenbar verbreiteter antifa-Aufkleber). Jedes Kind kann begreifen, daß man eine Person zutiefst verabscheuen, zugleich aber Gewalt gegen diese Person niemals auch nur in Betracht ziehen kann. Im englischen Sprachgebrauch ist es noch deutlicher, wo „hate“ unter Umständen nicht mehr als Mißfallen konnotiert („I hated the weather“). Aber Zwischentöne sind nur Krampf …
P.S.: Wie mich die Nachricht erreichte – im Fitneßstudio, wo Fernsehbildschirme ohne wahrnehmbare Tonausgabe von der Decke hängen. Ein verwundeter Bärtiger, dessen unaussprechbarer Name eingeblendet wird, zusammengeschnitten mit Bildern u.a. einer beschädigten protzigen Luxuskarosse vor dem Hintergrund einer offenbar dubiosen Bar. Meine Initialreaktion: „Ah, wieder eine Konfliktlösung in einem gewissen Milieu – das Zusammenleben wird eben …“ Zweite Reaktion: „Oder aber – es wird doch nicht …“

heinrichbrueck

22. Februar 2020 15:53

@ Kommentariat Grambauer
Ja. Bis auf eine Sache: die autoritätsgläubigen Deutschen. Die Chinesen sind autoritätsgläubiger. Deutsche haben Intelligenz, deren Austoben sich in einer Demokratie bemerkbar macht, siehe dieses Kommentariat.
Es gibt Gründe:
Warum die Ausländer im Lande sind, auch wenn sie es nicht wissen.
Herr Gauland diese Sätze nicht gesagt hat, von der CDU kommt, und die AfD gegründet wurde.
Weiterhin innerhalb der Programmierung agiert werden muß.
Die oben Zitierten nicht begreifen, in welche Falle ihr negativ aufgebautes Kraftfeld gelockt wurde. Diese Fernsehclowns verstehen überhaupt nicht, auf welche Seite die Wechselwirkungen sie katapultiert haben. Und es gibt gute Gründe, es nicht einmal anzudeuten.

@ nom de guerre
„vernunftgeleitete Ebene“
Die politischen Parteien haben diese Entwicklung nicht gemacht, sie werben sie nur schön. Deshalb kann eine vorgegebene Partei diese Entwicklung auch nicht beseitigen. Der Rest ist Geschwafel.
Die Vorbeter des Multikulturalismus lügen die Katastrophe schön; und wer behauptet, eine Partei könne sie beseitigen, lügt noch bösartiger. Die Umvolkung läßt sich nicht wegwählen, sie läßt sich verwalten.
Die gesetzlich geregelte Einwanderung sorgt für einen schnelleren Bevölkerungsaustausch, zusätzlich der offenen Grenzen, weil ein paar echte Fachkräfte Deutsche besser ersetzen können.
Die AfD ist kein Rettungsanker. Als bereitgestelltes Trugbild mag sie ihre Prozente einfahren. Sie darf auch nicht mit Höcke verwechselt werden. Vernunftgeleitete fallen nicht auf ein dargebotenes Trugbild herein.
Wenn die Opfer dieses Amokläufers einen BRD-Pass hatten, nach behaupteter Lesart also Deutsche waren, kann ein rechtsextremistischer Terrorvorwurf implizieren, in welcher Umvolkungsfalle beide Seiten stecken. Ein geistiger Bürgerkrieg, die Ausländer als Hilfstruppen mißbraucht werden, die alte Autoritätshörigkeit in die Sinnlosigkeit führt, fast alle ideologietreu sind. Unterwürfigkeit innerhalb der Programmierung.

Die rechten Vorwürfe des Verkehrtseins, dem eigenen Volk gegenüber, sind falschen Vorstellungen geschuldet. Es existiert kein deutsches Unterwürfigkeitssyndrom. Die Zielsetzung hinter der Agenda soll verdeckt werden, also wird Ablenkungspropaganda betrieben.

Lumi

22. Februar 2020 16:13

Warum gleich das Narrativ akzeptieren?

Ich bin keineswegs überzeugt, daß Tobias Rathjen zehn Menschen, darunter seine eigene Mutter, und dann sich selber erschossen hat.

Es ist nicht bewiesen, daß digitale Elaborate, die nun präsentiert werden und ihn als Wirrkopf darstellen, tatsächlich von ihm stammen. Sie widersprechen dem wenigen, das wir über seinen Lebenslauf wissen, sowie den Aussagen seiner Nachbarn und Schützenkameraden, die ihn als nett und freundlich und unauffällig beschreiben. Von den Leuten, die ihn kannten, gab es bis jetzt keinen Hinweis auf eine Verwirrtheit.

Das Video mit dem Aufruf an das Volk der USA ist auch kein Beweis für irgendwas, schon gar nicht für eine Massentötung. Im Netz findet man allerhand wirres Zeug. Es kann einfach eine Parodie darauf sein. Wer glaubt im Ernst, daß der Sprecher wirklich meint, was er sagt?

https://19vierundachtzig.com/2020/02/20/hanau-das-bekenner-video/

Alles beruht auf der Behauptung der Bundesanwaltschaft. Jeder muß selber wissen, ob er ihr vertraut. Ich tue es nicht. Es gibt Vorgeschichten.

Tobias Rathjen, davon zumindest gehe ich im Moment aus, ist tot und kann sich nicht mehr äußern. Seine kranke Mutter, um die er sich nach Auskunft der Nachbarn gekümmert hat, ist ebenso tot in seiner Wohnung gefunden worden.

Der Vater Hans-Gerd Rathjen, der bei den Grünen aktiv sein soll, wurde von der Polizei in der Wohnung angetroffen.

https://www.op-online.de/region/hanau/hanau-anschlag-terror-schuesse-terroranschlag-zr-13549351.html

» Der Vaters des mutmaßlich Schützen Tobias R. sei zwar in der Wohnung gewesen, als die Polizei dort am Donnerstag eindrang. Er sei aber sei aber kein Beschuldigter, sondern habe Zeugenstatus. «

Es ist auch nicht klar, ob überhaupt am späten Abend des 19. Februar zwischen 22:00 und 23:00 erst fünf und dann noch vier Menschen erschossen wurden. Bei nur fünf oder sechs Verletzten. Der Täter (wenn es nur einer war) müßte Nerven aus Stahl gehabt und ein guter Schütze gewesen sein. Konnte er das einfach so, ohne es vorher geübt zu haben? Ich bezweifle das Narrativ insgesamt, weil es keinen Sinn ergibt.

In den Abendnachrichten und anschließenden Sondersendungen von ARD und ZDF am 20.02.2020 war nicht viel zu sehen. Die meiste Zeit wurde mit politischen Ausdeutungen gefüllt. Das Narrativ wurde etabliert. Zu den Umständen der Tat gab es kaum Information. Das alleine sollte jeden skeptisch stimmen.

Eine monokulturelle Menschenansammlung wurde gezeigt, gut mit Lichtbildern im Posterformat ausgestattet, die wohl die Opfer zeigen sollen. Es wirkte diszipliniert, sachlich und gut organisiert. Viele standen herum wie an der Bushaltestelle. Emotionen Fehlanzeige.

Einzelpersonen wurden interviewt, darunter Kioskbesitzer Kemal Kocak, der auf mich einen dubiosen Eindruck machte. Ich zitiere den Brennpunkt:

» Kemal Kocak hat ein Familienmitglied und Freunde verloren. Ihm gehört der Kiosk, in dem in der Nacht mehrere Menschen erschossen wurden. Unmittelbar nach dem Anschlag kam er mit der Polizei zum Tatort. [O-Ton:] "Mein Neffe war drinne. Mein Mitarbeiter war drinne. Alle tot. Von meinem besten Freund der Sohn war drinne, 20 Jahre alt, der ist tot. … Jetzt muß eigentlich nicht wir uns Gedanken machen, sondern Deutschland muß sich Gedanken machen, was jetzt passiert." «

Die Angehörigen der Opfer sollen übrigens entschädigt werden.

Tatortbilder gab es keine, wenn man von generisch wirkenden Nahaufnahmen von Hülsen und einem Projektil auf dem Asphalt mal absieht.

Dafür hat der Merkur welche, wo auch etwas zu sehen ist:

https://www.merkur.de/welt/hanau-hessen-tote-schuesse-taeter-bilder-tatorte-polizei-zr-13549474.html

* weißumhülltes Personal der Spurensicherung
* martialisch ausgerüstete Polizisten
* Bild 12: ein Mann im T-Shirt wird in Handschellen von Polizei abgeführt
* teurer Mercedes mit Einschußloch in Windschutzscheibe und Rettungsfolie, Kennzeichen unkenntlich, daneben Scherben und Kleidungsstück auf Asphalt

Es ist nicht klar, was hier passiert ist. Mir fällt aber ein Zitat von Wladimir Putin ein, anläßlich einer gezielten Tötung im Berliner Tiergarten, welche diplomatischen Staub aufgewirbelt hat: "Das ist Banditenmilieu. Da kann alles mögliche passieren."

Aber die Deutschen sind schuld - sofern sie sich nicht ganz schnell von der AfD und allem distanzieren, was irgendwie rechts ist oder sein könnte.

Das Narrativ vom "rechtsextremen Terroranschlag" hat aber derzeit noch gar keine Faktenbasis. Man arbeitet wohl noch daran.

GuntherManz

22. Februar 2020 16:16

Mich erinnert dieser Amoklauf an das Attentat von Volkhoven.
Nur damals hatten wohl noch alle Volksvertreter den Anstand, eine solche Tat nicht für ihre politischen Interressen zu mißbrauchen. Solche Taten oder Mörder (Bartsch) gab es zu allen Zeiten. Heute ist allerdings die Ausrüstung des Täters besser und die Medienverbreitung a-la Freislermutanten schräger.

Ruediger Plantiko

22. Februar 2020 16:18

Die Vorstellung, der entwickeltste Teil der Menschheit müsse eine Zeitmaschine erfinden, um zum Beginn der Schöpfung zurückzureisen und das ewige Gewimmel und Gewürm, die ganze gottverdammte Tier- und Menschenbrut ab initio abzutreiben, ist bei allem Irrsinn immerhin ein konsequent zu Ende gedachter nihilistischer Haß, der sich sonst nicht in dieser Deutlichkeut zu äußern wagt. "Der Teufel hat hier weiter nichts zu sagen", würde Mephisto anmerken.

Imagine

22. Februar 2020 16:21

Es ist auffällig, dass es im Denken von vielen politisch motivierten Massenmördern wie beispielsweise von Breivik, Tarrant und jetzt Rathjen eine Nähe zu ideologischen Inhalten gibt, die im rechten Milieu vertreten werden und zum Teil gibt es auch organisatorische Verbindungen. Diese Massenmörder mögen zwar geisteskrank sein, aber deren Opferauswahl ist politisch motiviert.

Das rechte Milieu weigert sich, eine klare „Brandmauer“ zu Rassisten und Rechtsextremisten zu ziehen. Mit der Folge, dass die Rechten insgesamt zur Bedrohung und zum innenpolitischen Feind gemacht werden können.

Der Riss zwischen dem rechten Milieu und der Mehrheit der Bevölkerung vertieft sich immer mehr. Das Verhalten der Rechten trägt hierzu bei.

Umso leichter ist es, die rechte Opposition insgesamt zum Objekt politischer Repression und Verfolgung zu machen und diese zu eskalieren. Die Anderen werden sich daher zunehmend hüten, mit Rechten in Kontakt und Kommunikation zu treten, um sich selbst nicht zu schaden oder zu gefährden.

KlausD.

22. Februar 2020 16:22

Gustav Grambauer 22. Februar 2020 07:37

Die Frage ist, weshalb nicht von Seiten der AfD einem Verdacht auf eine mögliche False Flag Aktion professionell nachgegangen wird. Folgende Hinweise darauf habe ich bereits gestern anderswo gelesen.

Zitate:
„Was geschah in den fünf Stunden zwischen den Morden in der Bar und den angeblichen Selbstmord, ein Zeuge berichtete von 2 Tätern, hat das Eine mit dem Anderen überhaupt was zu tun?“

„Gestern bei 24:00 Nachrichten auf Bayern-Klassik hiess es:
Nach ersten Berichten stürmten mehrere Männer das Lokal und eröffneten das Feuer, ein Grossaufgebot der Polizei unter zu Hilfenahme weiterer Kräfte ist im Einsatz.
Heute mutierten die mehreren zu einem (rechts-extremen, natürlich) Knallkopf der durchgedreht ist.“

„Es wäre interessant zu wissen wie weit die beiden Shisha-Bars auseinanderliegen evtl. waren sogar zwei Gruppen tätig, deshalb das Riesenaufgebot an Polizei.“

„Warum bringt der in Hanau seine Mutter um und sich selbst, während der Vater in der Wohnung ist. Wie rtl.de berichtet, hat die Polizei offenbar den Vater des mutmaßlichen Täters zur Bluttat befragt. Er soll unverletzt sein und nichts von der Tat gewusst haben. Nach RTL-Informationen ist der Mann politisch engagiert – beim Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen.“

Lumi

22. Februar 2020 17:51

Nach Lektüre aller bisherigen 38 Kommentare finde ich, daß die vom Propagandaapparat hingeworfenen Brocken überwiegend zu leichtgläubig aufgeschnappt werden. Wir wissen nämlich nicht, *was* überhaupt passiert ist; darum brauchen wir auch überhaupt nichts zu deuten. Kein Turm ohne Fundament.

Gute Kommentare von zeitschnur, Laurenz (12:42), Andreas Walter (13:33) und natürlich vor allem von Gustav Grambauer. :)

@Laurenz: Der Mord an Alfred Herrhausen wird kurz im generell lesenswerten Buch von William Engdahl behandelt, "Mit der Ölwaffe zur Weltmacht". "Linksterroristen" waren es ganz sicher nicht. Daß es Profis gewesen sein müssen, hat damals auch unsere Polizei festgestellt. Siehe dazu den Kommentar von Gustav Grambauer.

Ein gebuertiger Hesse

22. Februar 2020 18:24

@ Lumi
"Bild 12: ein Mann im T-Shirt wird in Handschellen von Polizei abgeführt"
https://www.merkur.de/welt/hanau-hessen-tote-schuesse-taeter-bilder-tatorte-polizei-zr-13549474.html

Das Bild ist interessant. War von einem Verhafteten nach den Morden schon irgendwo die Rede?

SKM8AEM

22. Februar 2020 18:47

Ich stimme mit Lumi überein, wir wissen nicht viel über den genauen Tathergang, der Bekanntenkreis spricht von einem ruhigen Mann, der aber nach seinen Schriften wohl als schwerer Psychiotiker eingestuft werden müsste.

Die Taten geschehn im orientalischen Milieu, ähnlich wie NSU-Morde. Wer sich etwas mit dem Thema NSU befasst hat, weiß, dass es dort häufig zu Erpressungsversuchen kommt und Rechnungen mit teils tötlicher Gewalt beglichen werden. Die NSU-Opfer wurden alle vor ihrem Tot von "südländischen" Männern bedroht. Könnte man vielleicht genauere Angaben zu den Geschäftsverbindungen der Inhaber sowie zu deren finanzieller Situation erhalten? Wie fand die Polizei heraus, dass Tobias R. der Täter ist? Wieso war bei Bild zunächst die Rede von russischen Tätern?

Laurenz

22. Februar 2020 19:13

@Lumi ... niemand zweifelt die Sichtweisen von Victor Ostrovsky, https://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Ostrovsky

öffentlich an. Die reichen mir dicke. Was ein Glück, daß der Autor mehr oder weniger aus Israel stammt. Stellen Sie Sich vor, ein Deutscher würde sowas schreiben?

Wenn man die Akte Herrhausen recherchiert, so ist ist die Aufklärung der Mordes nicht abgeschlossen, wird aber auch nicht weiter verfolgt. Was will man auch von diesem Pseudo-Staat erwarten?

@Alle .... irgendwas ist wohl bei der Aufklärung von Hanau passiert. Alle Schlagzeilen sind aus Der Relotius, FAZ & Co. verschwunden.
Weil Papa Rathjen einer von den Grünen ist? Schluß mit lustig?

Elvis Pressluft

22. Februar 2020 19:21

Zu den offenen Fragen und Merkwürdigkeiten, auf die einige zu Recht hingewiesen haben: Ich erinnere (bspw.) an die Tat im Olympiapark München 2016 – wo u.a. auffiel, daß es sich um eine mit Überwachungskameras gepflasterte Örtlichkeit handelt, aber (m.W.) niemals Bildmaterial, sei es auch zensiertes, publik wurde. Der Kampf um die Deutungshoheit – „rechter Terror“ oder nicht – wurde unterschwellig über mehrere Jahre lang geführt, aber die einer breiten Öffentlichkeit präsentierte Version stand von Anfang an fest und durfte auch nicht in Zweifel gezogen werden. „Verschwörungstheorie“ (siehe oben). Hanau sieht nach einem ähnlich gelagerten Fall aus. Jemand mag da nachgeholfen haben. Falls es so war – um des Arguments willen –, ist die Wahrscheinlichkeit denkbar gering, daß wir es je substantiiert erfahren werden. Für das System hängt zuviel an dem Fall: der ganze heilige Zorn, der ganze nochmals forcierte Kampf gegen Rechts, Handlungsfreiheit in Thüringen, die Hamburg-Wahl … Es ist gefährlich geworden, in Deutschland unbequeme Fragen zu stellen, mindestens ähnlich gefährlich auch, sich etwa als Mitwisser zu „verplappern“. Stichwort Omertà.

Aksenjoch

22. Februar 2020 20:00

Die Behauptung, dass es sich bei dieser Tat um eine FF-Aktion handle, scheint mit doch nicht sehr fundiert zu sein. Auch wenn man das natürlich nicht vollständig ausschließen kann, so würde im Falle einer geplanten Aktion die Tat doch ganz anders aufgezogen werden, als sie uns nun, von Politikern und Medien dargestellt, vorliegt. Da wäre ein weniger konfuses Manifest, idealerweise mit identitärem Hintergrund, es gäbe eine AfD-Mitgliedschaft etc. pp. Da wären offensichtliche Verbindungen zwischen Täter und AfD, da müsste nichts in haarsträubender Weise konstruiert werden. Nein, ich bin mir ziemlich sicher, dass sich die Tat so oder so ähnlich auch tatsächlich abgespielt hat, was für die Wertung durch die Medien aber nur eine untergeordnete Rolle spielen dürfte.
Der mediale und politische Komplex in Deutschland ist spätestens seit Thüringen endgültig außer Kontrolle geraten, ein Realitätsbezug ist nicht mehr notwendig, ja muss auch nicht einmal mehr konstruiert werden. Stattdessen operiert man in dem Wissen, dass man die „Macht hat, Ereignisse beliebig zu interpretieren“. Diese außer Kontrolle geratene Maschinerie kann erst einmal nicht mehr aufgehalten werden, sie wird sich heiß laufen und irgendwann womöglich explodieren. Kein Politiker der etablierten Parteien wird sich dem mit besonnenen Worten, mit Aufrufen zur Mäßigung und ähnlichem, in den Weg stellen wollen oder können. Vom Standpunkt der etablierten Parteien ist jetzt nicht der Zeitpunkt für Mäßigung. Wir werden sehen wohin der Karren noch rollt.
Uns Rechten scheint jedenfalls zunächst einmal das Szepter endgültig aus der Hand genommen zu sein. Jetzt heisst es wachsam abwarten, was im Zuge der Ereignisse von Hanau auf uns zu kommt. Es wird auf jeden Fall nicht einfacher werden, worin aber auch eine Chance liegen dürfte.

heinrichbrueck

22. Februar 2020 20:35

Methode: Dem Volk eine schwachsinnige Erklärung und parallel dazu viele Informationen mitteilen, mittels deren es eine weniger schwachsinnige Erklärung zurechtgedacht bekommen kann. Diese Erklärung wird dann verteidigt. Desinformation verschleiert so die eigentliche Motivation.

Götz Kubitschek

22. Februar 2020 20:39

Lichtmesz hatte alles gesagt, nun ist es teils ergänzt, teils verzerrt worden. Zeit für den Badeschluß.

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