16. Mai 2020

Netzfundstücke (51) – Am Rande, Oblomow, Archiv

Jonas Schick / 7 Kommentare

Über die Zeit seiner Existenz ist der kanal schnellroda auf YouTube stetig gewachsen.

Den Anfang machte ein Video, das die Winterakademie in Schnellroda 2015 Revue passieren ließ. Danach wurde das Programm um Ellen Kositzas Buchvorstellungsreihe erweitert (aktuellstes Video hier) und mittlerweile gehört das Sinnieren über die neuste Sezession-Ausgabe mit Chefredakteur Götz Kubitschek und Redakteur Benedikt Kaiser (zu Sezession 95 hier) zum festen Repertoire des Kanals.

Seit zwei Wochen gibt es nun weiteren Zuwachs: Mit den Podcasts »Am Rande der Gesellschaft« und »Die Krisentrinker« erhält der leider vergriffene Gesprächsband Tristesse Droite: Die Abende von Schnellroda sein audiovisuelles Pendant. In der aktuellsten Folge sprechen Ellen Kositza, Dr. Erik Lehnert, Götz Kubitschek und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, Peter Felser, über das Thema: Wollen wir eigentlich zu dem zurückkehren, was vor der Krise »normal« war?

Anhören!
Abseits von YouTube finden Sie den Podcast auch bei allen gängigen Plattformen, von Spotify bis iTunes.


Neues gibt es auch aus dem Hause »Jungeuropa« zu vermelden. Auf das ukrainische Natiokratie von Mykola Sziborskyj (hier bestellen) folgt nun Französisches – es bleibt also ganz im Einklang mit der Verlagsausrichtung europäisch.

Die Novelle Ein Tag im Leben des Dimitri Leonidowitsch Oblomow aus der Feder des französischen Vordenkers Guillaume Faye (1949–2019), malt »eine aus der Asche wiedergeborene Welt jenseits der egalitären Irrwege der Neuzeit, in der sich Europa mit Russland zu einem mächtigen, ethnopluralistischen Kontinental-Imperium vereinigt hat, das sich von der Bretagne bis an die Beringstraße erstreckt, und der der faustische Geist eine nie dagewesene Synthese zwischen Mensch, Technik und Natur, Tradition und Wissenschaft, ewiger Wiederkehr und titanischer Grenzüberschreitung, zwischen dem Ur-Alten und dem Immer-Neuen entwickelt hat: den Archäofuturismus«.

Übersetzt wurde Fayes von schwarzem Humor durchzogene Erzählung von Sezession-Autor Martin Lichtmesz, der das Buch auch um ein lesenswertes Nachwort ergänzt hat. Ein Tag im Leben des Dimitri Leonidowitsch Oblomow erscheint mit einem formidabel gestalteten Umschlag am 05. Juni und kann natürlich bei Antaios, dem größten konservativen Versandbuchhandel, hier vorbestellt werden.


Unser Archiv wurde um neue alte Ausgaben erweitert. Hinzugekommen sind die Sezession-Ausgaben 82-91. Darunter das in kürzester Zeit vergriffene Sachsen-Heft, das mit wichtigen Beiträgen von Jörg Seidel, Benedikt Kaiser, Uwe Tellkamp u.a. aufwartet.

Außerdem findet man Wesentliches in Gerd-Klaus Kaltenbrunners »Sieben Thesen über den Konservatismus« (hier zu lesen) und in Hans-Dietrich Sanders »Die unpolitischen Prämissen des deutschen Niedergangs« (hier zu lesen).

Alle Texte der frisch eingepflegten Ausgaben sind frei verfügbar. Jedoch bitten wir um eine Spende, die Sie auf folgendes Konto überweisen können:

Verein für Staatspolitik e.V.
IBAN: DE86 5185 0079 0027 1669 62
BIC: HELADEF1FRI

 

Viel Spaß beim Lesen!

 

 

 



Kommentare (7)

Niekisch

17. Mai 2020 16:47

" Hans-Dietrich Sanders »Die unpolitischen Prämissen des deutschen Niedergangs« (hier zu lesen)."

Nach wie vor klassisch dissidentisch. So wie Dr. Hans-Dietrich Sander hat außer Ernst Niekisch niemand den Finger in die deutschen Wunden gelegt.

Laurenz

17. Mai 2020 19:44

Werter Herr Schick, hab dieses Audio durchgehört. Um den Auslöser Krise herum, driftete die Debatte ansatzlos vom verblaßten Wertekostüm des Glaubens & der "überflüssigen" kirchlichen Institutionen in die Ökonomie, weil Felser oder Lehnert meinte, die Runde würde zu philosophisch. Damit konnte ich mich wenig anfreunden. Man hätte hier lieber 2 Gesprächsrunden (gerne an demselben Abend) produzieren können.

Ganz abseits der Glaubensfrage, (die nur jeder sich selbst beantworten kann,) stellt sich mir historisch die Frage, welche "Gute Zeit" der gesunden kirchlichen Institutionen und eines funktionierenden katholischen Werte-Kontextes meinten die 4 Debattierenden? Ich wüßte in 1.675 Jahren staatstragender katholischer Geschichte in Europa und großzügige 1.000 bis 1.520 Jahre katholischer Geschichte in Deutschland nicht eine Dekade zu benennen, mit der man irgendwie glücklich sein könnte. Und wie es sich anhörte, war die Gesprächs-Runde diesbezüglich nur für 27-28% der Bürger repräsentativ. Christliche Werte existieren erst etwa seit 1730, weil ungefähr zu dieser Zeit die europäischen Kirchen zumindest teilweise entmachtet wurden, einen weiteren Macht-verlustigen Schub gab die Säkularisierung Bonapartes. Erst dadurch wurde der Raum geschaffen, den man, geprägt durch den Humanismus "christliche Werte" nennt. Frage: Hatte sich das irgendwann politisch ausgewirkt? Wenn ja, wann bitte?

Laurenz

17. Mai 2020 19:47

Die Krisen-Ökonomie-Debatte war dann doch recht allgemein gehalten. Ich konnte mich mit der grundlegenden, doch wenig definierten Haltung der Runde anfreunden, aber GK wird mir sicher zugestehen, daß Björn Höcke mehr Schüler in ihren sozialen Verhältnissen in Seinem Berufsleben persönlich erlebt hat, als GK Rekruten zu einer noch anderen Zeit. Von daher genießt Höcke sicherlich einen anderen Überblick über die Gesellschaft. Wir haben alle noch die ökonomisch glückliche Zeit von 1965 bis 1985 im Kopfe. Seitdem diese Ära vergangen ist, konsumieren wir mehr als wir produzieren. Da kann uns Herr Felser vergleichen wollen, wie er mag, der Italiener ist 4x so reich wie der Deutsche, und die Wohneigentums-Quote liegt im europäischen Vergleich sehr niedrig bei knapp über 40%. Der von Frau Kositza, nicht zu Unrecht, geforderte Verzicht (zumindest auf echt Unnötiges), ist purer Luxus. Nur jemand, der etwas zum Verzicht besitzt, kann auch verzichten. In einer Zeit, in der man im Gegensatz zu s.o., zu 2t arbeiten muß, um die Lebenshaltungskosten etc. zu stemmen, und man gleichzeitig für den Steuerzahler extrem teure Kindergarten-Plätze unterhält (zwischen 1.000 und 1.300 Euro pro Monat und Kind), soll ein konservatives oder wirkliches Familienleben wie stattfinden? Solange die AfD nicht klar antritt, die ökonomischen Voraussetzungen zu schaffen, die ein Familienleben wieder ermöglichen, findet keine echte Opposition statt. Daß Höcke sich mit Seinem Rentenkonzept nicht durchsetzen konnte, ist schlimm genug. 

Laurenz

17. Mai 2020 19:48

Aber daß wir trotz der vielen liberalen Weichspüler in der Partei kein entsprechendes Wirtschaftsprogramm auf die Beine stellen konnten, welches wieder Familie ermöglicht und angesichts der "Krise" dringend gebraucht würde, läßt vermuten, daß diese politischen Kreise der AfD gar nichts verändern wollen. Auch hier müssen endlich Patrioten ran.

Gracchus

17. Mai 2020 23:28

Danke für den Kaltenbrunner-Artikel. Der fasst gut zusammen, was konservatives Denken und Handeln ausmacht. 

Laurenz

19. Mai 2020 16:42

Mir ist noch etwas zur Rede von Frau Kositza im Video eingefallen. Die absolute Mehrheit der abstimmenden Relotius-Leser sieht zukünftig keine verstärkte Solidarisierung der Gesellschaft durch die Krise. Die Relotius-Leser werden sich selbst recht nüchtern eingeschätzt haben. Wenn dem so ist, brauchen wir uns nichts vorzumachen, wir sind gerade mitten in einer Nazifizierungs-Phase von oben gelenkt, die Gehorsam, Mitläufer-Mentalität, Denunziantentum etc. fordert und fördert.

Ratwolf

22. Mai 2020 21:10

Ohne Videos geht es heute nicht mehr

Die Beiträge vom IfS heben sich deutlich vom Umfeld ab. Man merkt sofort, dass man hier in einer anderen Welt ist. Abseits von Fast Food und aggressiver Aufmerksamkeitssuche.

Die Krisentrinker sind ein unterhaltsames Format mit einen phänomenal niedrigen Budget (Flaschen mit alkoholischen Getränken)

Die Vorträge erfordern eine höhere Bereitschaft und Aufmerksamkeit. Es ist eben ein anderes Niveau.