Politischer Gnostizismus

Ich beginne mit einem Fundstück von Oliver Janichs telegram-Kanal, das vielfach kolportiert wurde:

Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

Der Text ent­stammt dem ein­schlä­gi­gen Wiki­pe­diaarti­kel. Die alte Defi­ni­ti­on aus dem Wör­ter­buch der Sozio­lo­gie (Hartfiel/Hillmann 1972³) soll­te in der Gegen­wart der Stan­dard sein, an die akut gras­sie­ren­de Ver­wen­dung des Begriffs zu mes­sen ist. Es läßt sich beob­ach­ten, daß der in Fra­ge ste­hen­de Begriff in die­sen Wochen exakt so ver­wen­det wird: poli­ti­sche Auto­ri­tä­ten fah­ren alle media­len Geschüt­ze auf gegen die „wir­re Welt der Verschwörungstheoretiker“.

Der Begriff ist des­we­gen beson­ders hin­ter­lis­tig, weil das Ablen­kungs­ma­nö­ver sel­ber nur unter Rück­griff auf das, was der Begriff eben inkri­mi­niert, beschreib­bar ist. Wer also glaubt, die poli­ti­schen Eli­ten rubri­zier­ten Kri­tik an ihrem welt­weit abge­stimm­ten „Coro­na-Manage­ment“ als „Ver­schwö­rungs­theo­rie“, bedient sich inner­halb des Deu­tungs­rah­mens die­ses Begriffs natür­lich sel­ber einer „Ver­schwö­rungs­theo­rie“.

Wenn wir den Begriff wei­ter­hin so ver­wen­den wie im Lexi­kon­ar­ti­kel, ist nichts dage­gen ein­zu­wen­den: „Ver­schwö­rungs­theo­rien“ sind eine Sün­den­bock­su­che der Eli­ten (hier in der direk­ten Pro­jek­ti­ons­ver­si­on: “Die Ver­schwö­rungs­theo­rie sucht einen Sün­den­bock” – Micha­el But­ter). Man soll­te sich jedoch auf kei­nen Fall auf die Ebe­ne der Soli­da­ri­tät mit oder der Distan­zie­rung von den „Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kern“ da drau­ßen auf den Stra­ßen­de­mons­tra­tio­nen oder in den alter­na­ti­ven Medi­en bege­ben, weil man damit die­sen herr­schafts­sta­bi­li­sie­ren­den Begriff akzeptiert.

„Ver­schwö­rungs­theo­rie“ ist das neue „rechts“, und dies nicht nur, weil das „neue Nor­mal“ (die­ses Unwort ist die Fuß­volk­vo­ka­bel für das, was Kri­ti­ker seit lan­gem die „NWO“ nen­nen) einen Sün­den­bock braucht, son­dern auch in der inne­ren Struk­tur jener Gedan­ken. Mar­tin Sell­ner hat eini­ge die­ser hete­ro­ge­nen Spiel­ar­ten der Herr­schafts­kri­tik auf­ge­zählt, die beim ein­zel­nen Ver­tre­ter meist clus­ter-för­mig ange­ord­net vorliegen.

Kein Mensch kennt oder teilt alle die­se Ideen­kon­glo­me­ra­te. Wie Licht­mesz und ich in Mit Lin­ken leben gesagt haben, ver­tritt jemand, der sich als „rechts“ ver­steht oder ent­spre­chend ein­ge­ord­net wird, meist meh­re­re rech­te Ein­zel­the­sen oder ‑theo­rien (zum Bei­spiel wird, wer „Gen­der“ als ein Pro­blem betrach­tet, oft auch „Kli­ma“ oder „Migra­ti­on“ ähn­lich kri­tisch sehen), aber – oft aus schie­rer Unkennt­nis des gegen­ständ­li­chen The­mas – nie­mals alle.

Gegen­wär­tig ist jemand womög­lich zugleich Impf­skep­ti­ker, BRD-GmbH-Durch­bli­cker, Mer­kel­geg­ner und Anhän­ger der Vor­stel­lung, ein sata­nis­ti­scher Kult beherr­sche den tie­fen Staat die­ses Pla­ne­ten. Wie kom­men die­se clus­ter zustan­de? Sol­cher­art Posi­tio­nen tei­len, so dif­fus sie unter­ein­an­der und oft auch inner­halb der Welt­an­schau­ung eines indi­vi­du­el­len Ver­tre­ters sind, mei­nes Erach­tens drei Ele­men­te, die auf­ein­an­der verweisen.

  1. ihr radi­ka­ler Wis­sen­schafts­zwei­fel und damit verbunden
  2. ihr poli­ti­scher Gnos­ti­zis­mus und damit verbunden
  3. ihre (Er)lösungsorientierung

1. Mög­li­cher­wei­se war der Moment, als vom „wis­sen­schaft­li­chen Kon­sens“ jener „97%“ der Wis­sen­schaft­ler die Rede ging, die den „men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­del“ für eine Tat­sa­che hal­ten, der Kip­punkt. Mög­li­cher­wei­se lag er auch frü­her, näm­lich in der Wahl­kampf­pha­se Donald Trumps, als man von der post truth era (auf Deutsch mit „post­fak­tisch“ nur unzu­läng­lich wie­der­ge­ge­ben) zu spre­chen begann. Mög­li­cher­wei­se lag er auch noch frü­her, näm­lich in den 2000er Jah­ren, als sich nach 9/11 die trut­her zu for­mie­ren began­nen und im Welt­netz aus man­nig­fal­ti­gen Quel­len, alten okkul­ten Hin­ter­grund­ge­schich­ten und aktu­el­len Ereig­nis­sen rela­tiv plötz­lich kom­plet­te Groß­erzäh­lun­gen gestrickt wur­den – das bes­te und ein­fluß­reichs­te Bei­spiel im deutsch­spra­chi­gen Raum ist sicher­lich der Film Zeit­geist (2007).

Was bis dahin nur welt­an­schau­li­chen Son­der­grup­pen vor­be­hal­ten war, näm­lich die moder­ne Wis­sen­schaft als sol­che anzu­zu­wei­feln, wur­de durch unzäh­li­ge You­Tube-Vide­os nicht nur denk­mög­lich und argu­men­tier­bar, son­dern auch jeder­mann zugäng­lich. Wenn sich der berüch­tig­te Yascha Mounk ange­le­gent­lich frag­te, ob viel­leicht die Erzie­hung zur Mün­dig­keit (Ador­no 1971), die der Jugend bei­brin­gen woll­te, alle Auto­ri­tä­ten kri­tisch zu hin­ter­fra­gen, am Ende ver­mit­telt durch das Inter­net offen­sicht­lich die fal­schen Sys­tem­kri­ti­ker (näm­lich rech­te statt lin­ke) her­vor­ge­bracht hät­te, könn­te man die­se Dia­gno­se auch auf die Wis­sen­schafts­un­gläu­bi­gen und die „Post­mo­der­ne“ übertragen.

Ver­hält es sich hier ent­spre­chend Mounks Beschrei­bung, dann ist der theo­re­ti­sche Aus­lö­ser Paul Feyer­abends Wider den Metho­denzwang (1970) und der Kata­ly­sa­tor eben­falls das Inter­net. Das wis­sen­schafts­heo­re­ti­sche Axi­om der Fal­si­fi­zier­bar­keit läßt sich näm­lich auch auf die Wis­sen­schaft als sol­che bezie­hen: man kann ihre Rich­tig­keit nie­mals posi­tiv beweisen.

Es könn­te also – hier hakt der Grund­ge­dan­ke aller soge­nannt „eso­te­ri­schen“ Wis­sen­schafts­kri­tik ein – jeder­zeit der Fall sein, daß etwas, das uns beschränk­ten Geis­tern für wahr zu hal­ten gelehrt wor­den ist, nur die hal­be Wahr­heit oder aus einer ande­ren Per­spek­ti­ve gar ein gro­ßer Irr­tum ist. Die­ser Grund­ge­dan­ke ist so elas­tisch, daß man mit ihm sowohl infra­ge­stel­len kann, daß die Erde eine Kugel ist, als auch, daß die Koch’sche Viren­theo­rie wahr ist.

Radi­ka­le Wis­sen­schafts­skep­sis ist über­aus anstren­gend. Denn nicht die aka­de­misch nor­mier­ten wis­sen­schaft­li­chen Fak­ten und Theo­rien eines Gebie­tes sind zu ler­nen, son­dern auch alle Alter­na­ti­ven dazu. Der Zweif­ler muß näm­lich sei­nen grund­sätz­li­chen Ver­dacht, daß hin­ter dem jewei­li­gen Leit­pa­ra­dig­ma mäch­ti­ge Herr­schafts­struk­tu­ren ste­hen, andern­falls es nicht lei­tend wäre, begrün­den, wäh­rend der Ver­tre­ter des Leit­pa­ra­dig­mas dies nicht tun muß. Der Trenn­strich zwi­schen „Wis­sen­schaft“ und „ver­schwö­rungs­theo­re­ti­schem Hum­bug“ wird in zuneh­men­dem Maße nur noch poli­tisch gezo­gen. Wahr ist, was die „Mehr­heit der Exper­ten“ ver­tritt oder was der Regie­rung bestimm­te Hand­lun­gen ermög­licht.

In dem Maße wie Wis­sen­schaft poli­tisch ver­tei­digt wird, gewinnt der Macht­ver­dacht des Wis­sen­schafts­kri­ti­kers an Über­zeu­gungs­kraft, denn eine nicht „sys­tem­re­le­van­te“ (son­dern sich selbst genü­gen­de weil rein fal­si­fi­ka­tio­nis­ti­sche) Wis­sen­schaft hät­te die­se Manö­ver nicht nötig.

2. Das Attri­but „gnos­tisch“ ist kein theo­lo­gi­sches Schimpf­wort. Außer eini­gem weni­gem Erhal­te­nen ist die spät­an­ti­ke Gno­sis der Nach­welt nur durch die anti-häre­ti­schen Geg­ner­schrif­ten bekannt gewor­den. Hugo Ball (der „Dada­ist“, der aber auch 1923 ein vor­treff­li­ches spä­tes Werk mit dem Titel Byzan­ti­ni­sches Chris­ten­tum ver­faßt hat) resü­miert, Gno­sis sei „die gehei­me Ein­sicht in das gehei­me Ver­hält­nis Got­tes zur Welt“.

Ein­sichts­voll (nichts ande­res bedeu­tet das grie­chi­sche Wort gnōs­ti­kós), also durch Den­ken ist Ein­sicht in die ver­bor­ge­nen Mit­tel mög­lich, derer sich der „Über­ver­nünf­ti­ge“ bedient, um die Men­schen mit sich zu ver­bin­den. Zu die­sen Mit­teln gehört zuvör­derst das Wir­ken des Bösen (die spät­an­ti­ke Gno­sis kennt hier gan­ze Heer­scha­ren und Ord­nungs­sys­te­me von Dämo­nen und „Satansen­geln“) in der ver­ruch­ten Welt.

Doch der Logos wird aus­ge­sandt, um die „gefal­le­ne Weis­heit“ zu erlö­sen. Poli­ti­scher Gnos­ti­zis­mus (ich ver­wen­de den Aus­druck ana­log zu Carl Schmitts Poli­ti­scher Theo­lo­gie und Eric Voe­ge­lins Poli­ti­schen Reli­gio­nen) wäre also eine Sicht auf Poli­tik als die Sphä­re der Macht, in der die Hier­ar­chien des Bösen wal­ten. Ein gegen­wär­ti­ger poli­ti­scher Gnos­ti­ker ist also ein Erken­nen­der, der das Wir­ken des Bösen in den Macht­struk­tu­ren die­ser Welt ver­ste­hen will (und zwar prin­zi­pi­ell unab­hän­gig davon, ob ihm die­ses Erken­nen gelingt, ob er es nur behaup­tet, oder ob die­se Erkennt­nis über­haupt mög­lich ist).

Manch­mal beflei­ßi­ge ich mich auch die­ser schwie­ri­gen Schei­de­kunst, da den unsicht­ba­ren Ebe­nen des Poli­ti­schen sonst begriff­lich kaum bei­zu­kom­men ist. Wenn nun Leu­te vom Schla­ge eines Oli­ver Janich stän­dig meh­re­re Ebe­nen gleich­zei­tig im Blick haben, auf denen von der Spit­ze der Pyra­mi­de das Böse hin­un­ter­ge­reicht wird bis in die Nie­de­run­gen der Unter­ta­nen­mas­ken- und Impf­ver­ord­nun­gen, dann sind sie poli­ti­sche Gnos­ti­ker, aber nicht not­wen­di­ger­wei­se Spinner.

Wer die Sym­pto­me des Bösen in der Poli­tik dia­gnos­ti­ziert, ist zunächst ein­mal ein Herr­schafts­kri­ti­ker. Es ist aller­dings in die­ser heik­len (und nicht umsonst in frü­he­ren Zei­ten nur Ein­ge­weih­ten zugäng­li­chen) Kunst unge­heu­er leicht mög­lich, aus Erkann­tem oder ver­meint­lich Erkann­tem vor­ei­li­ge poli­ti­sche Schlüs­se zu zie­hen oder sei­ne Anhän­ger in irr­sin­ni­ge Abgrün­de bli­cken zu las­sen, aus denen die­se nicht mehr her­aus­fin­den. Wenn Oli­ver Janich auf sei­nem tele­gram-Kanal schreibt:

Ich wer­de mir die Sata­nis­ten-Leug­ner dem­nächst vor­neh­men. Einen nach dem ande­ren, damit ein für alle mal klar ist, wer auf unse­rer Sei­te ist und wer auf deren. Wir sind im End­kampf gut gegen böse. Wenn sie die zwei­te Wel­le und den Bio­ter­ror­an­griff insze­nie­ren und damit durch­kom­men, ist es vorbei,

dann ist das poli­ti­scher Gnos­ti­zis­mus auf Speed.

3. Mit der Leug­ne­rei hat es eine spe­zi­el­le Bewandt­nis. Ich hat­te es hier bereits erklärt: Daß der Begriff „Virus­leug­ner“ (Spie­gel im März über Trump) sich zu den bekann­ten Wör­tern „Holo­caust­leug­ner“ und „Kli­ma­l­eug­ner“ gesellt, spricht für sei­nen polit­re­li­giö­sen Bann­fluch­cha­rak­ter. Sol­che Bann­flü­che sind dazu da, bestimm­te Kom­mu­ni­ka­tio­nen für­der­hin unmög­lich zu machen, indem behaup­tet wird, der Gegen­stand die­ser Kom­mu­ni­ka­ti­on sei schlecht­hin unbe­streit­bar. Das Wort „leug­nen“ bedeu­tet das wis­sent­li­che Ver­nei­nen einer Tatsache.

„Sata­nis­ten­leug­ner“ wären also Leu­te, die die Erkennt­nis in die Machen­schaf­ten der „Kaba­le“ (deren Ange­hö­ri­ge über­pro­por­tio­nal oft sata­nis­ti­sche Sym­bo­le expo­nie­ren, ent­spre­chen­den Prak­ti­ken frö­nen und seit hal­ben Ewig­kei­ten fami­li­är erb­lich in Geheim­ge­sell­schaf­ten ver­keh­ren) abstrei­ten, oder sie zwar zur Kennt­nis neh­men (und z.B. jene „Piz­za­ga­te“-Affai­re um Hil­la­ry Clin­ton als Trump-Fans damals gou­tiert haben), aber poli­tisch kei­ne Schlüs­se dar­aus ziehen.

Mar­tin Sell­ner wäre, folgt man sei­nem letz­ten Bei­trag, ein­deu­tig ein sol­cher, da sei­ne Lösung dar­in besteht, eine vage Eli­ten­kri­tik in poli­ti­sche Bah­nen zu len­ken. In den „Ver­schwö­rungs­geg­nern“ könn­te „ein ‘revo­lu­tio­nä­res Poten­ti­al’ lie­gen, das Mas­se, Wut und öko­no­mi­schen Lei­dens­druck mit­brin­ge“, notier­te er auf Twit­ter, und fährt eben­dort fort:

Die Fra­ge ist, ob aus der rech­ten Intel­li­genz alter­na­ti­ve Ideen, neue poli­ti­sche Theo­rien und mobi­li­sie­ren­de Mythen ent­ste­hen, die die­sem unge­stal­ten Pro­test­po­ten­ti­al die Lage jen­seits von VT deu­ten, ihm mora­li­sche Legi­ti­ma­ti­on, inhalt­li­che Schär­fe, einen kla­ren Geg­ner und eine trei­ben­de Visi­on geben.

Wer so polit­stra­te­gisch denkt, ist für Janich Teil der Kaba­le, con­trol­led oppo­si­ti­on. Für Mar­tin Sell­ner dürf­te sei­ner­seits Janich ret­tungs­los ver­lo­ren sein in einer her­me­tisch abge­rie­gel­ten Wel­ten­plan­theo­rie, in der jeder nicht ganz so viel „Erken­nen­de“ wahl­wei­se gekauft oder ein ver­blen­de­tes Schlaf­schaf ist.

Die­se Patt­si­tua­ti­on hat mög­li­cher­wei­se grund­sätz­lich damit zu tun, aus einer geis­ti­gen Not­la­ge her­aus die Befrei­ung der Mas­sen zu suchen. Die gegen­sei­ti­ge Unter­stel­lung kon­ter­re­vo­lu­tio­nä­rer Ideo­lo­gien erin­nert den his­to­risch inter­es­sier­ten Betrach­ter an die K‑Gruppen der 70er Jah­re: Beson­ders die Q‑gläubigen Ver­schwö­rungs­geg­ner betrach­ten die “Sata­nis­ten­leug­ner” als Fein­de im eige­nen Lager, und man­che Rech­te die „Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker“ eben­so, solan­ge die­se nicht über ihre poli­ti­schen Mög­lich­kei­ten auf­ge­klärt würden.

Bei­de Ideo­lo­gien gehen von der Macht der Mas­se, von „Revo­lu­ti­on“ oder dem Sieg des Guten im “End­kampf” aus, vor allem aber von der Mach­bar­keit der Geschich­te. Bei den­je­ni­gen Ver­schwö­rungs­geg­nern, die über­haupt soweit den­ken, liegt dies offen­sicht­lich an ihrem poli­ti­schen Gnos­ti­zis­mus: das Böse durch­setzt nicht nur die Poli­tik, son­dern ist drauf und dran, sich end­gül­tig durch­zu­set­zen. Das Schlim­me ist: sie könn­ten recht haben mit der Befürch­tung, daß „Coro­na“ nur die Übung für die Neue Welt­ord­nung ist.

Daß jedoch ein „revo­lu­tio­nä­res Sub­jekt“, das auf das Kür­zel Q hört, doch noch alles zum Guten wen­det, wenn nur alle Men­schen „erwa­chen“, beinhal­tet den Feh­ler aller, die das Gute für poli­tisch-his­to­risch imple­men­tier­bar hal­ten. Her­mann Lüb­be kon­sta­tier­te schon 1970 in sei­nem Auf­satz Geschichts­phi­lo­so­phie und poli­ti­sche Pra­xis:

Indem die Mit­tel und Wege, den End­zweck der Geschich­te zu errei­chen, im Plan der gött­li­chen Vor­se­hung ver­wal­tet sind, ist phi­lo­so­phisch die poli­tisch-ideo­lo­gi­sche Mög­lich­keit demen­tiert, daß irgend jemand mit dem Anspruch auf­tre­ten könn­te, selbst der Geschichts­plan­ver­wal­ter zu sein.

Die­ser Blick auf Poli­tik als illu­so­ri­sche Geschichts­plan­ver­wal­tung läßt einen auch in Hin­blick auf die patrio­ti­sche oder kon­ser­va­ti­ve Revo­lu­ti­on ernüch­tert auf­seuf­zen. Sieht man Poli­tik als das Schlacht­feld, auf dem über Macht und Ohn­macht ent­schie­den wird, ist das Stre­ben nach Meh­rung der eige­nen Macht für jeden poli­ti­schen Akteur notwendig.

Dadurch gerät er aber eben­so not­wen­dig in den Herr­schafts­be­reich des Bösen. Noch der prag­ma­tischs­te Bezirks­po­li­ti­ker, Gewerk­schaf­ter oder Akti­vist muß des­sen ein­ge­denk sein. Man kann ver­su­chen, den Tiger zu rei­ten, doch von der trü­ge­ri­schen Hoff­nung, den his­to­ri­schen Pro­zeß zu kon­trol­lie­ren, ist man immer kor­rum­pier­bar, solan­ge man einen kla­ren Geg­ner fin­det, ob im heils­ge­schicht­li­chen „End­kampf“ oder im meta­po­li­ti­schen Kampf der Ideologien.

Wenn man hin­ge­gen mit Lüb­be fest­hält, daß „die Mit­tel und Wege, den End­zweck der Geschich­te zu errei­chen, im Plan der gött­li­chen Vor­se­hung ver­wal­tet sind“, ist die poli­ti­sche Ohn­macht, in der wir uns der­zeit befin­den, womög­lich genau rich­tig bemes­sen. Wider­stands­en­er­gie nimmt in dem Maße ab, wie sie auf ein inner­welt­li­ches Ziel hin abge­lenkt wird, und in dem Maße zu, wie sie aus tie­fer Ohn­macht kommt.

Ich habe kei­ne mobi­li­sie­ren­den Mythen und kei­ne neue poli­ti­sche Theo­rie parat. Es gibt kei­ne Lösung hinie­den. Wer Lösun­gen her­bei­füh­ren will, will – frei­lich in abge­stuf­ten Zugriffs­gra­den – Geschich­te machen. Inso­fern bin ich nur ein unvoll­stän­di­ger poli­ti­scher Gnos­ti­ker, weil ich gegen jede auch nur lei­se Ten­denz zur Geschichts­plan­ver­wal­tung mei­ner­seits mit Macht­ver­dacht reagiere.

Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

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Kommentare (75)

Gracchus

27. Mai 2020 23:40

Spontan: Bravo!

Interessant, wie durch Sommerfelds Brillanz doch etwas Glanz auf den armen Janich abfällt - ich musste den einzigen von mir angesehenen Vlog von Janich nach 5 Minuten abstellen. Der Ehrentitel "Gnostiker" wäre mir nie eingefallen, und ich fasse es als Sommerfeld'sche Ironie auf, wenn sie Janich so bezeichnet. (Gut, nach ihrer Definition zählt der Wille zur Erkenntnis, die Definition hat aber den Nachteil, dass ein Gnostiker, der mit Paulus sagt, hienieden sei alles Erkennen Stückwerk, weniger Gnostiker wäre als derjenige, der alles durchschaut haben will.)

Einer meiner Gewährsmänner, nämlich Valentin Tomberg, hat dringlich davon abgeraten, sich aktiv mit dem Bösen zu befassen, und das auch an der damaligen Anthroposphen-Szene kritisiert. Mir leuchtet das mehr und mehr ein. 

Kommentar Sommerfeld: Mir auch. Und: Sie haben einen wunderbaren Gewährsmann, dessen Lektüre ich, wenn ich mich recht erinnere, Ihnen verdanke.

RMH

28. Mai 2020 07:29

M. scheint ungew. den Finger in eine Wunde zu legen. Die "da oben" bekommen jetzt einen Teil der eig. Medizin. Das ständige Infragestellen von Autoritäten, die Öffnung der Gymnasien u. Universitäten für Krethi und Plethi u. damit die Schaffung eines akadem. Proletariats erster Güte führt auch dazu, dass jeder meint, überall mitreden zu können. Hinzukommt die persönliche Kränkung vieler Akademiker, eben doch nur neues Proletariat u. damit zu einem nicht unerheblichen Teil "Prekariat" geworden zu sein und nicht im oberen Bereich der Gesellschaft gelandet zu sein, wie das noch vor 68 bspw. mit einem Dr. Titel möglich und fast selbstverständlich war. Damit entsteht auch eine latente Wut, die sich im Widerspruch äußert und sich über das Internet beliebig verbreiten und verstärken kann. Ehrgeiz - oder in Abwandlung aufs Thema: Eine eigene Meinung - ist die letzte Zuflucht des Versagers. Beim Th. "Gnosis" sollte man stets auch i. Bl. haben, dass die antike Gnosis quasi der Erbf. des Christentums ist und entspr. über Jahrhunderte bekämpft wurde, mit entspr. Folgen und vielf. Aufsplitterungen. Verallgem. oder gar als Begriff in polit. Debatten lässt sich "Gnosis" nicht mehr verwenden, daran ist u.a vor Jahrz. bereits Harald Strohm mit seinem aber sehr lesenswerten Werk "Die Gnosis und der NS" gescheitert. Der Marxismus wurde übr. auch schon vor Jahren (bis heute) gnostisch gedeutet.

Ratwolf

28. Mai 2020 08:51

Zustimmung: Der Begriff „Verschwörungstheoretiker“ hat ganz klar einen denunziatorischen Charakter. Besonders dann, wenn er auf jeden angewendet wird, der nicht auf der Linie der Regierung und dessen Medien liegt. Und das ist derzeit der Fall.

Auf der anderen Seite gibt es tatsächlich Leute, die mit ihren Spekulationen sehr weit oder auch zu weit ausholen. Vielleicht haben auch sie sogar Recht mit ihren Ideen, aber es ist eher unwahrscheinlich. Um eine Abwertung zu vermeiden, könnte man sie als „Spekulierer“ bezeichnen.

Es gibt auch Leute die spekulieren und ihre Thesen nicht beweisen können. Weil ihnen das Beweismaterial fehlt. Diese könnte man im Rahmen der Widerstandbewegungen als „Theoretiker“ bezeichnen.

Dann gibt es Leute, die ihre Aussage klar belegen können und dennoch von den Medien und den Regierenden als „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet werden. Man könnte sie als „Opfer“ bezeichnen.

Der Clou bei der Verwendung des Begriffs „Verschwörungstheoretiker“ ist nun, dass „Opfer“, „Theoretiker“ und „Spekulierer“ generalisierend in einen Topf geworfen werden. Der Begriff „Verschwörungstheoretiker“ in den Händen der derzeit Herrschenden bildet also nicht die Wirklichkeit ab.

Ratwolf

28. Mai 2020 09:09

Bei der Bewertung von Spekulationen gibt es tatsächlich zwei Lager in den neunen Widerstandbewegungen.

  1. Die Gegner solcher Spekulationen sagen:  Nur das, was man eindeutig beweisen kann oder sogar das was man mit seinen eigenen Augen sehen kann, das zählt. Die Äußerungen sollen felsenfest und sicher nachweisbar sein.
  1. Die Anwender von Spekulationen:  Sie sind bereit mit ihren geäußerten Vermutungen ein Risiko einzugehen. Wenn sie später daneben liegen sollten, sinkt ihre Glaubwürdigkeit und ihr Ansehen. Hier setzten sie sich auch der Gefahr einer anschließenden Abwertung durch ihre Gegner aus.

Beides schließt sich in einer Widerstandbewegung nicht aus. Welches Modell man wählt, hängt vom von eigenen Selbstbild ab. Es macht keinen Sinn, wenn zum Beispiel Martin Sellner, die sezession oder Bundestagsabgeordnete der AfD zu weit ausholen. Falls sie falsch liegen, wird man sich daran erinnern und ihnen nicht mehr glauben.

Auf der anderen Seite können unterhaltsame Blogger im Internet mit schönen Ideen die aktuell Herrschenden angreifen. Auch wenn sie möglicherweise nicht stimmen. Sie könnten aber stimmen, weil es den Regierenden zuzutrauen wäre. Letztendlich machen die Medien der Herrschenden es nicht anders mit der Opposition und den Widerstandbewegungen.

Ratwolf

28. Mai 2020 09:27

Grundsätzlich treffen hier zwei verschiedene Denktraditionen aufeinander.

Die „Realisten“ und die „Spekulierer“.

Am Beispiel von Goethe kann man sehen, dass auch „Realisten“ gewaltig daneben liegen können. Seine Versuche mit der Farbenlehre (Blamage gegen Newton) und dem Bergbau (Ungeheure Zeit- und Geldverschwendung) zeigen den Nachteil von "zu wenig Theorie" und zu viel „nur was ich sehen kann“.

Kommentar Sommerfeld: Inwiefern hat Goethe sich blamiert? Sehe ich nicht so.

quarz

28. Mai 2020 09:48

Wissenschaftsfeindlichkeit ist kein konstitutiver Faktor der Clusterbildung, da sie auf beiden Seiten der öffentlichen Debatte äußerst selektiv gepflegt wird.

Es sind z.B. exakt dieselben Milieus, aus denen einerseits der aggressivste Spott über Kreationisten zu vernehmen ist, in denen man dann aber die eben noch propagierte Wissenschaftsattitüde jäh von sich wirft, sobald jemand evolutionäre Mechanismen auch innerhalb der Spezies Mensch am Werk sieht (und etwa von Rassen spricht). Da wird dann plötzlich der „Biologismus“ scharf kritisiert und jeder Verweis auf wissenschaftliche Befunde mit der Nazikeule abgeschmettert. Ein ähnlich schizophrenes Verhältnis zur Biologie ist angesichts der Themen „Homosexualität“ und „Gender“ zu beobachten.

Die Kohäsion stiftenden Impulse gründen nicht in einer grundsätzlichen Wissenschaftsskepsis der Clusterianer, sondern in deren ideologischen Visionen, die sie à la Kanzlerin „vom Ende her denken“. Und je nach dem, ob ein wissenschaftlicher Befund zu diesem Ende passt oder nicht, wird er entweder zelebriert oder stigmatisiert bzw. ignoriert.

Gustav Grambauer

28. Mai 2020 10:04

"Die Globalisierung ist ein objektiver Prozeß", gesteuert wird im Grundprinzip strukturlos, weich, viskos, gramscianisch. Wir lernen: dieses Wissen würde also nicht nur davor schützen, auf monokausale und personalisierende (Sellner) VT hereinzufallen, sondern wäre auch die beste Selbstrettung vor dem Geschichtsplanver-Walter(!!!)-Spleen - wenn man sich schon nicht die Haltung Bonhoeffers in Tegel zu eigen machen will:

"Gott läßt sich aus der Welt herausdrängen ans Kreuz, Gott ist ohnmächtig und schwach in der Welt und nur so ist er bei uns und hilft uns. Es ist Matthäus 8, 17 ganz deutlich, dass Christus nicht hilft kraft seiner Allmacht, sondern kraft seiner Schwachheit, seines Leidens! Hier liegt der entscheidende Unterschied zu allen Religionen. [...] Die Bibel weist den Menschen an die Ohnmacht und das Leiden Gottes; nur der leidende Gott kann helfen. ..."

- G. G.

Gustav Grambauer

28. Mai 2020 10:04

... Oder die Haltung des "Herabschauens":

"Menschen werden sich Christen nennen, die von dem wahren Christentum keine Spur mehr in sich haben werden; und sie werden wüten gegen diejenigen, die sich nicht nur allein halten an das, was der Christus einmal nach der Überlieferung der Evangelien gesagt hat, sondern für welche gilt das Wort: 'Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Erdenzeiten', die sich richten werden nach dem lebendigen, fortwirkenden Christus-Impuls. Gegen diese wird man wüten. Verwirrung und Verwüstung wird herrschen, wenn das Jahr 2000 herannaht. Und dann wird auch von unserem Dornacher Bau kein Holzstück mehr auf dem anderen liegen. Alles wird zerstört und verwüstet werden. Darauf werden wir von der geistigen Welt aus herabschauen." - GA 286 (1998) , Seite 110 f.

- G. G.

Gustav Grambauer

28. Mai 2020 10:05

"... in den 2000er Jahren, als sich nach 9/11 die truther zu formieren begannen"

Na, Frau Sommerfeld, hier bleiben Sie aber als Verschwörungstheoretikerin weit unter Ihrem Niveau!

Gruß!

- G. G.

Kommentar Sommerfeld: Bitte ergebenst um Niveauanhebung.

Gustav Grambauer

28. Mai 2020 10:07

Schöne Erwiderung an die Wissenschaftsfrömmler-Sekte: eure Wissenschaft ist auch nur ein Glaubenssystem!

- G. G.

 

Caroline Sommerfeld

28. Mai 2020 10:48

Das vollständige Lemma im "Wörterbuch der Soziologie" von Hartfiel/Hillmann, 3. Auflage 1972, lautet:

"Verschwörertheorie, Konspirationstheorie, von polit. Autoritäten in Zeiten glückloser Maßnahmen oder wachsender Schwierigkeiten entwickelte Argumentation, nach der die negativen Tendenzen in der aktuellen Situation durch angebl. Akte von Destruktion und Subversion hintergründiger, die gesamte Ges. bedrohender Cliquen erklärt werden (-> Sündenbocktheorie). Darüber hinaus auch prinzipielle Entlastungsthese für alle Fälle, in denen auf eine bestimmte polit. Ideologie (als Handlungsanweisung) verpflichtete Machthaber nicht die hieraus als sicher abgeleiteten Erfolge oder Siege erringen konnten. Mit Hilfe der V. werden bestimmte Weltanschauungen, geschichtsphil. Prognosen und polit. Rezepte im Falle offenkundigen Versagens oder Nichteintreffens gegenüber direkter Kritik immunisiert. Zu schuldigen und Unheil verursachenden Verschwörern werden ges. Gruppen stilisiert, gegen die bei der Mehrheit der Bevölkerung ohnehin ein latentes oder manifestes Vorurteil besteht."

Der_Juergen

28. Mai 2020 11:29

Ungemein wichtiger Artikel. In der heutigen Zeit, wo sich die Ereignisse überschlagen, wird sehr viel Desinformation bewusst ausgestreut (Paradebeispiel: die "100,000 aus einem Tunnel in New York befreiten Kinder"), um Verwirrung zu stiften. Es heisst also kühlen Kopf bewahren und jede "Verschwörungstheorie" kritisch zu prüfen. Im allgemeinen ist es so, dass jemand, der den Corona-Hype durchschaut, auch die Lüge vom menschengemachten Klimawandel und jene von den Segnungen der Migration als solche erkennt. Aber auch ein solcher Mensch kann noch hartnäckig und wider alle Evidenz an die offizielle Version vom 11. September glauben - ganz zu schweigen von der Mutter aller Lügen, der Erzlüge, an die auch auf diesem Forum etliche, darunter eine hochintelligente Frau, mit der ich auf dem letzten Strang einen Meinungsaustausch bezüglich der Existenz der Dinosaurier hatte, offensichtlich felsenfest glauben - weil selbst sie zu träge sind, nach alternativen Quellen zu suchen, die man im Netz heute leicht findet.

Janich war nie mein Held.  Der apodiktische Ton der von C. Sommerfeld hier zitierten Aussage erweckt in der Tat Bauchgrimmen. Trotz allem - dass wir es heute mit einer der radikalsten - wenn nicht der radikalsten - Form des Bösen zu tun haben, die sich je in der Geschichte manifestiert haben, liegt auf der Hand. Personifiziert wird es durch die Gestalt der finsteren Frau, die einen unerbittlichen Vernichtungsfeldzug gegen ihr eigenes Volk führt. Ja, sie ist eine Marionette, aber das entschuldigt nichts.

Maiordomus

28. Mai 2020 11:45

@Sommerfeld. Die Sache mit dem Gnostizismus ist, wie Sie bemerken, in der noch stärker geistesgeschichtlich orientierten früheren politischen Wissenschaft, Voegelin, sogar, wenn auch im nicht mal kritisch gemeinten Sinn, von Ernst Bloch aufgegriffen worden. Nebst Voegelins Hauptwerk "Order an History" ist aber als präzise Kurzfassung "Wissenschaft, Politik und Gnosis" zu empfehlen, ca. 1959 in München erschienen. Eines der stärksten ideologischen Motive neognostischer Rechthaberei, wozu auch der Marxismus gehört, ist das Motiv des Frageverbotes "Gib diese Frage auf", wie der junge Karl Marx z.B. die sich selbst ihm aufdrängende Frage  nach der Schöpfung "beantwortete". Über "Geschichtsplanverwaltung" und ähnliches hat sich der von Ihnen zitierte Lübbe überragend ausgelassen, am gründlichsten in "Geschichtsbegriff u. Geschichtsinteresse", 2. Auflage, Schwabe 2012. War bei der Inkubation dieser Gedanken ab 1972 Seminarteilnehmer bei Lübbe.

distelfink

28. Mai 2020 12:10

Sommerfeld: Inwiefern hat Goethe sich blamiert? Sehe ich nicht so.

Weil Goethe der festen Ansicht war, daß Farben dort entstünden, wo sich Licht mit Dunkelheit mische und erklärte:

"Auf alles, was ich als Poet geleistet habe, bilde ich mir gar nichts ein. Daß ich aber in meinem Jahrhundert in der schwierigen Wissenschaft der Farbenlehre der einzige bin, der das Richtige weiß, darauf tue ich mir etwas zugute."

Gustav Grambauer

28. Mai 2020 12:30

Teil 1

Die Definition "kontextualisiert" VT rein weltlich und ist somit framend. Man kann den ambitioniertesten VT an seiner eigenen Dummheit festnageln - wenn er nicht den Frame aufsprengt.

Als bei der Führung im Schloß meiner Heimatstadt Gotha das kleine Loch, im Volksmund: Guggomodivchn, = Guckomat(ivchen), hinten in der Decke der Kapelle gezeigt wurde, von dem der Herzog, der faule Sack, vor seiner verspäteten Morgentoilette seine Gottesdienst-Anwesenheit geltend gemacht und die Predigten kontrolliert hatte, hieß das für mich (im Vorschulalter): es gibt also ein für mich noch nebulöses Konglomerat aus Gott (respektive dem Allsehenden Auge vorn über dem Altar) und weltlicher Macht, das die Szenerie kontrolliert, dazwischen unten im Parkett die Menschlein. Gut, die Banalität des Loches war mir noch unklar, aber der Herzog war für mich durchaus Teil eines Gotha - für mich schon damals verstörend - bis in die ägyptisierende Architektur hinein beide Ebenen mischenden, an jeder Ecke gegenwärtigen Okkultismus in der Stadt.

Gustav Grambauer

28. Mai 2020 12:30

Teil 2

Später konnte ich diese Eindrücke sortieren: man wird als Erdenmensch aus der geistigen Welt beobachtet. In die Realisierung, von dorther beobachtet zu werden (etwa im Alter von sieben Jahren - mehr oder weniger), mischen sich alle möglichen Projektionen, jedoch auf der Basis, auf der z. B. mit dem Allsehenden Auge tatsächlich qua Kabale hegemonial gearbeitet wird.

Kann allein dieser Ausgangspunkt der Betrachtung vom Hartfiel-Hillmann-Frame erfaßt werden? Nein, nicht mal der ...

Und wieso werden immer noch oder wieder nur deutlich unter 1.500 Zeichen durchgelassen (deshalb 2 Teile)?

- G. G.

Franz Bettinger

28. Mai 2020 13:53

Nach Badeschluss, daher bei Bosselmann nicht mehr veröffentlicht. Vielleicht noch kurz, ohne das Thema weiter vertiefen zu wollen?: 
@Jürgen. Hatten nicht Studenten grobe selbstgemachte Modigliani-Figuren in den Arno bei Florenz geworfen, auf dass diese bei Bagger-Arbeiten im Fluss entdeckt würden, was auch geschah? Die Experten waren sich einig: Original Modigliani! Bis die Studenten ihren Ulk auffliegen ließen. - Ihre Variante (1) ist so schwachsinnig also nicht: Die kleinen Keramik-Dinosaurier könnten in der Tat von Fälschern vergraben worden sein. Solche Spaßvögel gibt es. Sie sind nicht mal selten, und ich bin ihnen dankbar, denn sie düpieren immer wieder die allzu arroganten + selbstgewissen wissenschaftlichen Experten und zwingen sie zu Kleinmut + Selbstkritik. Auch die einst angeblich so objektive C14-Methode hat ja enorm Federn gelassen, was ebenfalls durch ein paar lustige Studenten ins Licht der peinlichen Wahrheit gerückt wurde. Oder der verschlagene Präsident von Tansania, der Corona-Viren in Papayas nachweisen ließ. Ha! Nur so können Sie einem Drosten und anderen Viren-Machern beikommen. Ein Toast auf die Fälscher + Falsifizierer! Sie bringen uns weiter. 

Monika

28. Mai 2020 14:24

Die Coronakrise hat die philosophischen  und theologischen Disziplinen wieder ins Spiel gebracht.  Zu den drei Elementen  der Cluster:

1. Radikaker  Wissenschaftszweifel , Ich verweise auf einen Beitrag von Giorgio Agamben in der NZZ „Notizen zur Coronagegenwart“  https://www.nzz.ch/feuilleton/giorgio-agamben-die-medizin-wird-kultisch-ld.1556175

Demnach ist die „Wissenschaft zur Religion unserer Zeit geworden“, die „Medizin artikuliert biol. Begriffe in einem gnostischen Sinn“: Viren als böses Prinzip, die Ärzte als Kultdiener   und Heiler. Problem: Die Religion namens Medizin bietet letztlich keine Aussicht auf Erlösung ( das Böse ( Virus) lässt sich nicht endgültig beseitigen (es  kann jederzeit wiederkommen). Die Unmöglichkeit, auf medizinischem Weg zur Erlösung zu gelangen, bringt diese bizarren gnostischen Strömungen hervor. Verstärkt wird das durch den Bedeutungsverlust der christlichen Religion ( Kirche nicht systemrelevant ) .Wir sind derzeit brutalst auf innerweltliche Heilsversprechungen zurückgeworfen.

Wir sind in diese Welt Eingeschlossene. Das spiegelt vielleicht eine momentane Grundbefindlichkeit. Und weist auf eine philosophische Zeitenwende. 

heinrichbrueck

28. Mai 2020 14:45

„Es gibt keine Lösung hinieden.“ + Lübbe / (der Vorsehung kann auf die Sprünge geholfen werden)

Neueste Schlagzeile, Sicht eines Mediums auf die Welt. -„Beamtin eingeschüchtert: Clan zwingt Polizistin zum Umzug“. Als Lösung glatt gelungen. Diese Polizistin macht keine Schwierigkeiten mehr. Die Botschaft für die anderen Polizisten dürfte auch gesagt sein.

Welche politischen Schlüsse sind zu ziehen? Überlebensuntauglichkeit verzichtet auf Macht, die Rechtfertigung interessiert die Vorsehung nicht. Demokratische Scheinsicherheiten zeigen nicht den Endzweck der Geschichte, sie bilden das Einverständnis einer Machtverzichtserklärung ab. Darüber freut sich der Clan, der seine Handlangerdienste nicht unter Machtverdacht stellt.

Beweis einer Offensichtlichkeitsbeobachtung, deren Negativseite schmerzlich ins Auge fällt, mehr ist eine Verschwörungstheorie nicht. Herrschaftsleugner mögen gute Humanisten sein, deren langfristige Ethik Schwerter zu Pflugscharen umwandeln, aber die Macht bleibt. Wer sie wofür einsetzt, darüber muß entschieden werden. Und Demokratiewähler der Gegenwart, die ihre ohnmächtige Rolle spielen, haben diese Möglichkeiten nicht. Lösung und Problem müssen zusammenpassen. Und bloß keine deutsche Politik im Namen Jahwes (Micha 4,5).

Wahrheitssucher

28. Mai 2020 15:39

„Wenn nun Leute vom Schlage eines Oliver Janich ständig mehrere Ebenen gleichzeitig im Blick haben, auf denen von der Spitze der Pyramide das Böse hinuntergereicht wird bis in die Niederungen der Untertanenmasken- und Impfverordnungen, dann sind sie politische Gnostiker, aber nicht notwendigerweise Spinner.“

Sicherlich mag seine Art und Weise gewöhnungsbedürftig sein, aber: Die Ehrenrettung für den Mann scheint mir am Platz zu sein. Nach meinem Eindruck hat er nie behauptet, ohne recherchiert und belegt zu haben

„Das Schlimme ist: sie könnten recht haben mit der Befürchtung, daß „Corona“ nur die Übung für die Neue Weltordnung ist.“

Frau Sommerfeld, Sie haben es auf den Punkt gebracht. Wollen wir jetzt hoffen, dass es weniger schlimm ist!?

Ratwolf

28. Mai 2020 17:39

@Sommerfeld 28. Mai 2020 09:27

"Inwiefern hat Goethe sich blamiert? Sehe ich nicht so."

Da kann ich mal wieder sehen, wie einen Dogmen und die Welt des Bisherigen ein Strich durch die Rechnung machen können. Warum soll man nicht Goethe und Newton unter ein Dach bringen? Da kann man auch sehen, wie es den Streithähnen der AfD gerade geht...

Picard

28. Mai 2020 18:45

Guter Artikel.

Dass das Streben nach Macht notwendig korrumpiert (zum Bösen führt oder vom Bösen ist) ist allerdings falsch. Da aber in der Tat eine starke Relation von Machtstreben und Korruption vorhanden ist, ist eine Erbmonarchie und Erbaristokratie in dieser Hinsicht als erstrebenswert zu nennen (was nicht heißt dass sie nicht auch in anderer Hinsicht Nachteile hätte).

Und der Film "Zeitgeist" ist in seiner Überzogenheit abstrus und absurd. Vor allem blendet er eines aus: Dass - historisch nachweislich - das eigentliche Ringen der Weltgeschichte zwischen dem traditionellen Christentum einerseits und dem, was diesem entgegensteht (vom antichristlichem Heidentum über die Gnosis und Freimauererei bis hin zum Kommunismus und Nationalsozialismus) andererseits stattfindet. CHRISTUS oder ANTICHRISTUS -- darum dreht sich die Weltgeschichte.

Laurenz

28. Mai 2020 18:53

(1)

Witzig, witzig, Ihr Artikel, Frau Sommerfeld!

Die Kommentare sind leider weniger witzig, da viel zu gelehrt, und Gelehrtes meist Quatsch ist.

Zum einen existiert Ihr Böses gar nicht, eine reine Unterstellung der Anti-Satanisten, da nur jemand, der sich selbst als "gut" erachtet, dieses notwendigerweise unterstellen muß, um den Kontrast durch Ausgrenzung zu verifizieren, die Bösen also erst selbst erzeugt. Ohne Anti-Satanisten also keine Satanisten. Und wie sagte mein guter Freund, Jesus von Nazareth, "wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein". Zumindest alle Christus-Gläubigen werden zustimmen müssen, es gibt demnach gar keine "Guten". Dadurch stellt sich auch keine Frage von @RA Gracchus, ob man sich nun mit dem Bösen beschäftigen sollte oder nicht.

Zwangsläufig existiert also nur die Position Sellners, mit der ich mich anfreunden kann, da ich sonst gar keine Position einnehmen könnte, der korrekterweise indirekt ausspricht, es existieren nur unterschiedliche (politische) Standpunkte. 

Ein weiterer kleiner Haken an Ihrem durchaus brillanten Artikel ist die Verschwörung selbst. Natürlich existieren Falsche-Flagge-Aktionen Dr. Gansers, selbst durch Intelligenz-Dienste veröffentlicht, wie zB Helmut Schmidts Freund Henry Kissinger dafür sorgte, daß eben mal 3.000 Anhänger Allendes (im Grunde Schmidts Genossen) einen Kopf kürzer gemacht wurden. 

Laurenz

28. Mai 2020 18:54

(2)

Auch Akten-Schwärzungen, Maulkörbe, Zeugen-Massen-Sterben (Dutroux/NSU) weisen offensichtlich darauf hin, daß die Politik meint, dem Wahl-Bürger die Wahrheit nicht zumuten zu können, da man sonst vielleicht dessen verfaßte Gefolgschaft schreddert. Soweit so gut.

Aber das, was die Janichisten als Verschwörungen titulieren, sind doch kar keine Verschwörungen, es handelt sich meist (zumindest nach 2001) um veröffentlichte Realitäten oder Sachverhalte. Ihre politischen Gnostiker streiten sich mit der Politik doch nur um die Interpretation des Sachverhalts. Über diese Interpretations-Frage entscheidet letztendlich die Klug- oder Blödheit des Wählers. Janich können Sie übrigens haken, der labert noch mehr als ich, nimmt sich dazu auch noch selbst auf und veröffentlicht den Unsinn. Nach einer Minute klicke ich den meist weg, der langweilt permanent. Da sind selbst Uthoff & von Wagner wesentlich amüsanter.

Letzterem zufolge bekommt natürlich auch Sellner von der Linken zwangsläufig ungewollten Zuspruch. Die ZDF-Sendung "Die Anstalt" bringt permanent (zumindest außen-politische) Quasi-Positionen Sellners.

https://youtu.be/IpWrFAbfK4I   (12:23)

oder hier als Audio https://youtu.be/6nVZBX1yS1Y     (07:46)

RMH

28. Mai 2020 19:02

@distelfink & ratwolf,

lesen Sie "Goethe" von H. St. Chamberlain (er erklärt es am besten, wenn man mit den Originalschriften nicht umgehen kann/will/mag/ es dort nicht versteht etc.) und dann werden Sie leicht feststellen, dass sich Goethe in keiner Weise "blamiert" hat und dass man Goethe und Newton und Fraunhofer schon unter ein Dach bringen kann. Es sind unterschiedliche Herangehensweisen und Sichten. Nur irgendwelche - schon von Natur und Ausbildung heraus - halbgebildeten Physiklehrer an Gymnasien meinen bis heute, sich über Goethe diesbzgl. lustig zu machen. Alle anderen sind in der Lage, das richtig einzuordnen.

 

Wahrheitssucher

28. Mai 2020 19:10

Ein hervorragender Beitrag zum Thema aus Schweizer Sicht:

https://www.nzz.ch/meinung/kolumnen/liebe-journalistenkollegen-hoert-auf-wahrheitspriester-zu-spielen-ld.1558052

MARCEL

28. Mai 2020 19:28

Gnosis ist das Zerfallsprodukt altorientalischer Kulturen, die ihr Erbgut dem Hellenismus einimpfen konnten. Mystik, Mythos und Skepsis vermischten sich zu einem Cocktail, der auch heute noch seine Wirkung ausüben kann. Auch das Christentum denkt in gnostischen Bildern. Letztlich ist Gnosis ein radikalisierter Monotheismus, der selbst Offenbarung als zu weltlich ablehnt. Sein Schwachpunkt ist seit je her, dass er zur Passivität neigt. Erkenntnis ersetzt Handlung.

Um heute ein revolutionäres Feuer zu entfachen, müsste man gleichwohl in den Menschen das Heilige wieder wachrufen, " turning practical purposes into holy causes" (Eric Hoffer) 

KlausD.

28. Mai 2020 20:12

Zum Thema paßt sehr gut folgendes Interview, das Andreas Popp vorgestern der ARD zum Thema Verschwörungstheorien gab - ein Musterbeispiel zur Interviewstrategie der Systemmedien mit "Abweichlern" und - wie diese zu einer peinlichen Farce wird - nehmen Sie sich die 14 Minuten, es lohnt sich!

https://www.youtube.com/watch?v=o7dXStYV2Z8

Lotta Vorbeck

28. Mai 2020 22:12

@KlausD. - 28. Mai 2020 - 08:12 PM

Der Vollständigkeit halber komplementär dazu:

"Report Mainz hat an diesem Abend eine armselige Nummer abgezogen: Man zeigte (anonym und ohne Namensnennung) zwei männliche "Opfer", die früher angeblich sogenannten Verschwörungstheorien nachhingen, die deswegen psychisch schwer abgestürzt seien, keinen Kontakt mehr zu ihren Freunden und Familienmitgliedern gehabt hätten, und jetzt wieder - nach eigenen Angaben – sich langsam wieder aus dem Teufelskreis herausgelöst und endlich "clean" seien. Nun sei das Leben wieder lebenswert.
Die ganze ARD-Vorstellung wirkt wie der hilflose Versuch, ohne Fakten eine Geschichte zu konstruieren, um die frei denkenden Menschen davon überzeugen zu wollen, den „Qualitätsmedien“ bitte, bitte weiter zu glauben.
Ein trauriges Theaterstück mit löchrigem Vorhang, der demnächst zum letzten Mal fällt. "

[Eva Herman - 26.05.2020 - 21:41]

 

---> Sprachnachricht 1  [EH]

---> Sprachnachricht 2  [EH]  

---

Wie der SWR das Interview verwurstete:

swr.online
Im Strudel der Verschwörungstheorien: Wie Menschen in Parallelwelten abgleiten 

 

Lumi

28. Mai 2020 22:27

Sehr schöner Artikel! Begriffe und Narrative der Macht (wie VT) sind oft vergiftet und führen in den Sumpf des Irrtums, wo man dann herumplanschen soll.

(1) Die atomare Abschreckung garantiert unsere Sicherheit angesichts des Kommunismus! - Nein, sie ist ganz doll böse, denn Atomwaffen können die Menschheit ausrotten! - In Wahrheit sind sie nichts als Lug und Trug. Beweis durch Bilder aus Hiro/Naga 1945. Zerstörung extensiv, nicht intensiv. Sogar Brücken im "Hypozentrum" stehen noch. Weder Druckwelle noch Hitze ungewöhnlich. Flächenbombardierung mit Napalm wie bei zig weiteren jap. Städten.

(2) Islamist. Terroristen haben Flugzeuge ins WTC gesteuert, 3000 Tote! - Stimmt gar nicht, das war FedGov (oder Juden, oder Atombomben, oder Energiewaffen). - Alles Quatsch. Keine Toten, höchstens versehentlich. Dafür Feuerwerk, Nebelwerfer, Staubbomben, Schauspieler … Hollywood eben.

(3) Neuartiges und gefährliches Coronavirus aus China, weil sie dort Fledermäuse essen! - Gar nicht wahr, das wurde von US Militärs eingeführt, wahrscheinlich eine Biowaffe! - In Wahrheit gibt es überhaupt kein neuartiges und gefährliches Virus, jedenfalls keines, das sich groß verbreitet.

Gemeinsamkeiten: (a) Opfer & Leid erzeugen Denkhemmung. (b) Expertendomäne, Laie überfordert. (c) Cola oder Pepsi? System bietet Lügen für jeden Geschmack. Aber nix vino, nix veritas. (d) Herde folgt Obrigkeit, schwarze Schafe cura posterior.

RMH

28. Mai 2020 22:43

"Sein Schwachpunkt ist seit je her, dass er zur Passivität neigt. Erkenntnis ersetzt Handlung."

@Marcel,

diese These kann ich nicht nachvollziehen. Handlung, Rituale, ja selbst Meditation (was letztlich auch eine Aktion ist) sollen zur Erkenntnis führen und gerade in unserer heutigen "Selbstoptimierer"-Zeit (Leistungsgesellschaft) passen gnostische Vorstellungen und Kulte eigentlich deutlich besser als ein Christentum, wo man die Erlösung faktisch per Gnadenakt geschenkt bekommt. Was stellen diese Leute alles an, um irgendwie Gott werden zu können. Scientology ist als Geschäftsmodell auch gnostisch geprägt und das hat den Hintergrund, dass man bei der Gnosis auf dieser Welt und in diesem Leben einfach nie fertig wird - für das Unternehmen Scientology die ideale Grundlage, einen Kurs, ein Audit etc. nach dem anderen verkaufen zu können.

Pferdefuss

28. Mai 2020 23:43

Alle Wege führen nach Roma. Nach Roma? Nach Co-Roma. 

Als Wegelagerer, Strauchdieb, Tippelbruder, Wanderbursche, Nomade, Heimatloser, Pflastermaler, Gossen-Hauer, Wanderprediger, Randerscheinung möchte ich folgende Beobachtungen kundtun:

- Eltern sagen zu ihrem Kind nicht mehr: 'Würdest du bitte vielleicht mal so freundlich sein, der Frau aus dem Weg zu gehen?'. Sondern: 'Geh' rüber!'  Oder: 'Rübergehn!' Und das Kind gehorcht! Promt! Ohne Diskussion. Imperativ funktioniert! Wer hätte das gedacht! 

- Wer ein Fleckchen Grün hat, widmet sich ihm mit großer Hingabe. Ab drei Monaten ist Ernte in dem bisher sterilisierten Kleingärten. Gemüse vom Supermarkt ade? Mal sehn! 

- Küsschen rechts, Küsschen links, Umklammerung. Ob jetzt dieses manierierte Gehabe endlich mal in Vergessenheit gerät und ein Händedruck reicht? Händedruck? Geht ja auch nicht mehr!

 

Fortsetzung folgt (ff)

 

-  

Franz Bettinger

29. Mai 2020 00:00

In welcher Matrix lebst du? In der des Realen, Sichtbaren, Prüfbaren? Oder in der Matrix einer (deiner oder Merkels) Deutung? Es gibt unbestreitbare, harte Fakten. Und es gibt weiche Deutungen, die man glauben kann oder nicht. Um weiter zu kommen muss man beides auseinander halten. 

Die Matrix der Realität ist diese. Es gibt weniger: Freiheit, offene Restaurants + Geschäfte, Reisen, Flüge, Jobs. Dafür mehr: Zwang, Vorschriften, Kontrolle, Konditionierung, Spaltung im Volk, Angst, Pleiten, Masken, Sperren, Manipulation, Polizei-Gewalt, Propaganda gegen China, Migration, Frustration, Perversion, Kriminalität, Hilflosigkeit (und bald Verfolgungs-Apps, Zwangs-Impfungen, Plastikgeld).  

Die Matrix der Deutungen, die man alle legitim diskutieren kann, und von denen ich die erste für am wahrscheinlichsten halte: 

(1) Wir sind auf dem Weg zu: NWO, Kontrolle, Gehorsam, moderne Sklaverei.  

(2) Befreiung von all dem (1) durch Q-Anon, Trump und dessen Krieg im Hintergrund.

(3) Der simple Kampf gegen ein Virus. Nur: man sieht es nicht und auch nicht die Toten, die Kranken - außer in der zur Kenntlichkeit entstellten und also aufgeflogenen Lügenpresse. 

(4) Dominanz der Satanisten (siehe Madonna beim Euro-Song-Contest in Israel 2019) 

(5) Gottes Mobilmachung für Armageddon, sein End-Sieg über Satan / Ahriman  

Lumi

29. Mai 2020 00:54

Wenn wir mal die drei Punkte nehmen: 1.radikaler Wissenschaftszweifel, 2.politischer Gnostizismus, 3.(Er)lösungsorientierung -

1. Wahr und falsch selber erkennen wollen aufgrund von Zweifeln an einer politisch entarteten Wissenschaft, einer Lügenschaft, einer Science Fiction. Im Netz viele hilfreiche Vordenker. Die klassische Wissenschaft ist hierbei nicht Gegnerin, sondern Helferin. Das ist eine zeitgemäße Einstellung, denn wir leben in der Zeit der Lüge. -

2. Gut und böse erkennen wollen, weil das Böse in der Welt wirkt. Hier geht es nicht um Sachen, sondern um Personen. Die agieren oft verdeckt. Pseudokratie, Kryptokratie. Satan? Unkonkret und albern. Kriminalistisch und prosopographisch betrachten. "The Anglo-American Establishment", ermüdend. Empfehle stattdessen "Hidden History" von Docherty/MacGregor, dt.Übs. bei KOPP, eine Studie über die Schliche des Bösen zur Urkatastrophe 1914. -

3. Erlösung nein da eschatologisch, aber Aufklärung ja, im Sinne von Kant und im Sinne der Kripo. WK1, WK2, Atombombe, Idioklast, Kosmo/Astro, 9/11, Klima, und jetzt Corona. Große Fragen! Wer keine Antwort weiß, muß die vorgegebene schlucken. Und die ist nie gut. -

Ziel: Die unterhaltsame und erbauliche Geschichte der Lügen der Herrschenden zur Verblödung des Volkes. Auf daß wir etwas daraus lernen. (Auch wenn ich den Eindruck habe, daß die meisten das gar nicht wollen.)

Gracchus

29. Mai 2020 01:11

@C. Sommerfeld: Das freut mich.

@Laurenz: RA? Wie kommen Sie darauf? Jäger! Noch nie vom Jäger Gracchus gehört?

"Erlöse uns von dem Bösen." Jesus sagt auch in ihrem Zitat nicht, dass es keine Sünde und also nichts Böses gäbe. 

Simone Weil: "Gut ist, was Menschen und Dingen ein Mehr an Wirklichkeit gibt, böse, was es ihnen nimmt."

Simone Weil: "Wenn das Gute die Einheit der Gegensätze ist, dann ist das Böse nicht das Gegenteil des Guten."

 

Franz Bettinger

29. Mai 2020 01:39

@KlausD: Vielen Dank für den Link zu dem genialen ARD-Interview mit Andreas Popp. Die ARD bringt fairerweise das ganze Interview - und hängt dann noch einen 3 Minuten langen - mMn misslungenen - Abwatsch-Nachspann dran. Ein schöner Erfolg für Popp! 

https://www.youtube.com/watch?v=c8SDJTybBzI&app=desktop

Franz Bettinger

29. Mai 2020 05:17

@Jürgen (11:29): starker Kommentar! 

@Distelfink: @RMH hat recht, Goethes Farbenlehre stimmt ja im Prinzip: 'Farben entstehen, wo sich Licht mit Dunkelheit mischt'. Das kann leicht experimentell nachgewiesen werden. Wenn das gesamte sichtbare und dann weiße Lichtspektrum in Teilen durch Schwarzfilter abgeblendet wird, entstehen Farben. Im Planeten-System von Alpha-Centauri (dem uns nächsten Stern, 4 Lichtjahre weg, nach der Sonne, 7 Licht-Minuten weg) entstehen sogar farbige Halbschatten, weil die zentrale Lichtquelle nicht aus einer sondern aus zwei Sonnen besteht, einer roten und einer gelben.

Der Begriff Verschwörungs-Theorie besteht aus 2 negativ besetzten Worten. Man möchte gern Praktiker sein. Wer will schon Theoretiker sein?!  Das klingt ja wie Spinner.  Und Verschwörung? Ist ja nur eine Steigerung von "Intrige", und wer möchte bestreiten, dass es Intrigen gibt? Einer Verschwörung haftet allerdings (im Gegensatz zur bloßen Intrige) der faule Geschmack der Übertreibung an. 

Die Lügenpresse und andere Zuarbeiter des tiefen Staates haben sich noch nicht getraut, ihre Kritiker und Dissidenten mit Spott-Vokabeln wie Freiheits-Spinner und Grundrechts-Querulanten zu belegen. Na, kommt noch. Nicht nur Masken fallen, die Hüllen auch. Die Lügner werden splitternackt vor uns stehen, und ich freu mich drauf.  

Valjean72

29. Mai 2020 09:07

Dass Oliver Janich von Satanisten-"Leugnern" spricht und damit einen weiteren denunziatorischen Kampfbegriff des Mainstreams verwendet (s. Holocaust-, Klima & Virus-Leugner), spricht nicht gerade für ihn.

Definition für "Leugnen": _Offenkundiges wider besseres Wissen bestreiten, als unwahr hinstellen_

Wer kann schon in Bezug auf Satan von sich behaupten, er wisse(!) es besser?

Janich, ehemaliger Mainstream-Journalist (Focus), hat durchaus seine Qualitäten in Bezug auf Recherche und Aufbereitung derselben. Ich bin allerdings kein Anhänger von ihm und meine dass auch er "blinde Flecken" aufweist.

Was es meiner Anssicht nach grundsätzlich zu bedenken gilt, ist folgendes: aufgrund der zunehmenden Populärität von alternativen YouTube-Kanälen wird dieses Medium schon längst nicht mehr sich selbst überlassen, will sagen: es gibt einen Haufen "kontrollierte Opposition" und Torwächter (gatekeeper) unter den alternativen Kanälen, allen voran KenFM ...

 

 

 

MARCEL

29. Mai 2020 09:49

@RMH

Ihr Einwand ist sicher berechtigt. Da war meine Aussage etwas zu pauschal. In der Tat lassen (und ließen) sich aus dem Dualismus der Gnosis Stränge entwickeln zur asketischen Weltabkehr wie zu einer hedonistisch getünchten Weltverachtung/-Ausbeutung. Die Grundaussage, diese Welt ist in ihrer Substanz schlecht, weil nicht durch Gott (den echten) geschaffen, bleibt aber für alle Gnostiker bestehen. Gnostiker standen/stehen in der Gefahr, diese "Erkenntnis" zu einem Elite-Bewusstsein auszubauen (Scientology). Sie lehnen es ab, sich für diese ohnehin dämonische Schöpfung konstruktiv einzusetzen, sich gleichsam die Hände schmutzig zu machen. Auch bei heutigen Verschwörungs-Gnostikern gibt es Spuren dieser Haltung.

zeitschnur

29. Mai 2020 10:27

Ein sehr guter und anregender Artikel! Danke!

Vielleicht geht es ja um "Grade", wie sehr die gescholtenen Verschwörungstheorien bzw -zusammenhänge in spirituelle Kontexte eingebunden sind? Eine relativ flache VT ist etwa die, dass in der C-Krise ein gigantischer Korruptionsskandal zwischen Pharmaindustrie und Spitzenpolitikern abgewickelt wird. Aber viele sagen: das reicht nicht hin, für blanke Zufälle und Unfähigkeiten der Politiker ist das ganze zu deutlich international orchestriert, das Ding ist zu groß.

OJ etwa erklärt sich die Sache damit, dass es eine "Kabale" gebe, die eine "NWO" einführen wolle, in der es nur noch Sklaven und eine transhumanistisch designte "Elite" geben solle. Er blendet mE aus, dass die Finsternis keine Ordnung, sondern nur Chaos schaffen kann. Die "Eliten" reden in der Tat selbst oft genug davon, dass sie eine Neue Ordnung schaffen wollten: das ist definitiv keine VT! Aber die Annahme, sie hätten die magische Kraft, dies auch zu verwirklichen, ist vielleicht wirklich eine "demiurgische", also "gnostische" Überzeugung. Anders, als die Schlange es die Frau glauben machte, kann man das Böse nicht "erkennen". Man erfährt und erduldet es und ist ohnmächtig, sogar erkenntnisohnmächtig. Weil manche dies intuitiv wissen, denken sie, die Strippenzieher könnten keine echten Menschen sein und seien daher materialisierte Dämonen sein, die diese Erkenntnis haben ("Reptiloiden") und irgendwelche kosmischen Pläne hätten.

zeitschnur

29. Mai 2020 10:46

Die Überzeugung von einem "Endkampf des Guten und Bösen", in der Apk 20,7ff in der Metapher von der "Umzingelung des Heerlagers der Heiligen" durch die Heerscharen des Satans aus allen Völkern (!) angedeutet, kann überhaupt nur aufgrund einer "gnostischen" Sicht begründet werden. Zentrale Annahme des "Gnostizismus" ist, diese Welt sei durch einen bösen Gott (Demiurg) geschaffen, der im Gegensatz zum guten Gott (dem Vater des Logos) stehe. Philosophischer Gegenentwurf ist der Neuplatonismus, der im Bösen keine eigene Substanz, sondern das Schwinden oder die völlige Abwesenheit des Guten sieht, das alleine Ordnungskraft hat.

Die neutestamentliche Darstellung bewegt sich jedoch in einem "dritten" Bereich, der der Erkenntnis undurchdringlich bleibt, weil eben das Böse nicht erkennbar ist. Das "Geheimnis der Bosheit" muss "offenbar werden" zum Ende der Zeiten, heißt es im Thess. Das "mysterium iniquitatis", der "anomia" auf Griechisch, der vollständigen Unordnung, die im AT sehr oft mit dem "tehom", dem Chaoswasser, das die gesamte Erde umgibt und immer wieder eindringt, beschrieben wird. Das muss man ernst nehmen!

Ins "tehom" kann aber niemand starren und darin Ordnungen sehen wollen. Niemand - weder die selbsternannten Eliten, die ihre Seelen der Finsternis verkaufen für das elende Linsengericht der Macht, noch die verzweifelten Menschen, die begreifen wollen, was gerade abgeht.

Laurenz

29. Mai 2020 10:47

@Weidmann Gracchus

Sie sind der einzige, der sich mit der Argumentation meines Kommentars auseinander gesetzt hat, der Rest ignoriert schlicht die einfache Logik, weil sie nicht ins Weltbild oder Feindbild paßt.

Sie, Weidmann Gracchus, sind damit natürlich grandios gescheitert.

Zitat - "Erlöse uns von dem Bösen." Jesus sagt auch in ihrem Zitat nicht, dass es keine Sünde & also nichts Böses gäbe. -Zitatende

Mein Freund Jesus spricht es hier doch ausdrücklich aus, die Gläubigen sind vom Bösen befallen. Das ist auch heute noch so, sonst müßten die Gläubigen nicht dauernd das Vaterunser beten. "Erlöse" ist hier quasi ein machtloser Imperativ, eine versuchte Revolution gegen einen schwachen Gott Vater. Der Erlöser ist wie Sie, Weidmann Gracchus, gescheitert, und Ihre Frage nach der Beschäftigung mit dem Bösen belanglos, das sind Sie Zeit Ihres Lebens. Dazu braucht man auch nicht Theologie studiert haben. Die Frage stünde eher im Raum, warum man wieder Ablaßbriefe einführen will, wie CO2-Zertifikate, etcetc. Man führt als Humanist oder Gläubiger ein Leben im permanenten Zustand des Ungenügens. Was soll das für ein Leben sein, indem zeitschnurs & Der_Juergens kreiertes Geschöpf als Top-Model der Schöpfung seit knapp 2.000 Jahren ein einziger Dauer-Versager ist? & als Ebenbild des Menschen verkommt dieser Gott durch Sie & Ihresgleichen zu einem Hanswurst. Irgendwas stimmt bei Ihnen & Ihrem Weltbild doch ganz & gar nicht.

Der_Juergen

29. Mai 2020 11:26

@Zeitschnur (10.27 h)

Grossartiger Kommentar, wohl der beste von vielen guten auf diesem Strang!

Lotta Vorbeck

29. Mai 2020 11:50

"Verschwörungstheorien zerstören Existenzen" - Ein Paradebeispiel für Manipulation in der ARD | Anti-Spiegel

 

Wie die deutschen Staatsmedien (sorry, die öffentlich-rechtlichen Medien) arbeiten, hat uns unfreiwillig den Sendung „Report Mainz“ gezeigt. Dort wurde ein Interview so lange geschnitten, bis es ins Konzept der Sendung passt. Schön für uns, dass der Interviewte das komplette Interview veröffentlicht hat.

 

von Thomas Röper

Anti-Spiegel - 28. Mai 2020 

 

--->   Weiterlesen ...

zeitschnur

29. Mai 2020 14:56

@ Laurenz

"Erlöse uns von dem Bösen" heißt lateinisch "Libera nos a malo". Die deutsche Übersetzung ist sehr irreführend, weil sie suggeriert, die Christen seien in den Fängen des "Bösen" und müssten erst "erlöst" werden.

Es heißt demgegenüber "Befreie/errette uns vom Übel". So wie im Griechischen auch.

Das angebliche "Böse" heißt griechisch "poneros", also eher "Mühsal", "Drangsal", "Not", "Schlechtes", "Übel", nicht im philosophischen Sinn das "Böse".

Weil der Christ noch in diesem Äon aushalten muss, bis der Christus wieder kommt, betet er hier um die baldige Wiederkunft, die ihn aus der Drangsal befreien wird, der er geistig bereits entzogen ist.

Sie liegen daher leider mit Ihrer Interpretation mE ganz daneben, pardon.

Laurenz

29. Mai 2020 15:32

@Der_Juergen  .... @Zeitschnur 

Zitat - Grossartiger Kommentar, wohl der beste von vielen guten auf diesem Strang! - Zitatende

Sie wollen wohl erster Adlatus der zeitschnur-Kommune werden..... 

Nichts dagegen zu sagen, daß Sie den Kommentar zeitschnurs großartig finden, ja gut, aber was ist denn so großartig daran? zeitschnur klärt alle auf, daß im Grunde keiner Einfluß auf das Böse hat. Also können wir uns doch alle Kommentare -, den Artikel Frau Sommerfelds (,gar erst den Janich) & sogar das Beten sparen. Ob nun das Geheimnis der Bosheit nächstes Jahr oder in 12020 offenbar wird, bleibt demnach doch wumpe. Quasi wieder die Vertröstung auf's irgendwann einmal in einer weit, weit entfernten Galaxis. zeitschnurs philosophische Erklärungen sind wie die des @Weidmanns Gracchus für den Artikel völlig belanglos. Für mich ist die (philosophische & doch recht neutrale) Herangehensweise Frau Sommerfelds eindeutig zu bevorzugen.

Hartwig aus LG8

29. Mai 2020 17:12

@ KlausD, @Lotta

Andreas Popp gibt sich redlich Mühe; sein Gegenüber kommt wie ein sprachlimitierter Roboter oder eher noch wie eine aufziehbare Sprechpuppe rüber. Da dringt keinerlei Gedanke durch, da ist Hopfen und Malz verloren. Eingangs wirkt Popp fast anbiedernd mit seinem mehrfach wiederholten " ... gern ... ja ... aber gern ...".

"Eva, die ARD hat angerufen und will ein Interview ... von uns, von mir, von der Wissensmanufaktur ... "

Ok, das ist schon was! Aber was soll ich sagen: Tut es Euch nicht an! Sagt nein. Es ist der Feind, der jede gebotene Gelegenheit für sich nutzen wird.

 

Valjean72

29. Mai 2020 18:27

@Klaus D,

Vielen Dank für das Verlinken des ARD-Interviews mit Andreas Popp, der wie zu erwarten eine sehr gute Figur abgab und dies trotz der repetetiven und flachen Fragen des Staats-Journalisten.

Es spricht einerseits für die ARD, dass das Video komplett ausgestrahlt wurde, das wird gewiss den ein oder anderen braven ARD-Zuschauer zum Nachdenken anregen.

Andererseits verdeutlicht die gesteigerte Verwendung des Kampfbegriffs "Verschwörungstheoretiker", sowie eine Vielzahl von Artikeln zu diesem Sachverhalt, dass den etablierten Medien meiner Einschätzung nach die Deutungshoheit zu entgleiten droht. Das ist gut so.

Lotta Vorbeck

29. Mai 2020 19:34

@Valjean72 - 29. Mai 2020 - 06:27 PM

"Es spricht einerseits für die ARD, dass das Video komplett ausgestrahlt wurde, das wird gewiss den ein oder anderen braven ARD-Zuschauer zum Nachdenken anregen."

---

Das per Skype® geführte Gespräch ist nicht komplett gesendet worden.

Report Mainz dampfte das insgesamt 14-minütige Video ein, auf eine einzige, zusammengeschnittene Sequenz:

„Wir erreichen Andreas Popp per Skype.
Ist ihm bewusst, wie sehr Menschen durch seine Inhalte ins soziale Abseits geraten können?
O-Ton, Andreas Popp:
„Wie kommen Sie darauf, dass die ins soziale Abseits gedrängt werden? Die Frage ist die: Wir unterliegen natürlich einer Massenmanipulation. Das wissen wir alles. Das ist ja auch nicht ganz neu. Und ich wüsste nicht, aus welchem Grund ich etwas Dramatisches sage. Es sind ja die Medien, die die Menschen ins Abseits drängen, nicht wir.““

 

Noch ist die gesamte Sendung in der ARD-Videothek vorhanden, kann zu Dokumentationszwecken runtergeladen und archiviert werden.

Gracchus

29. Mai 2020 20:34

@Laurenz: Meinen Sie nicht Waidmann? Ansonsten haben Sie natürlich recht, dass ich dabei gescheitert bin, Ihnen Vernunft beizubringen. Dass jetzt einem schwachen Gott-Vater in die Schuhe zu schieben, ist dann aber zu viel des Guten. 

Lumi

29. Mai 2020 22:43

» in den 2000er Jahren, als sich nach 9/11 die truther zu formieren begannen «

» … we are also looking at a truth movement which was conceived of, built, structured and put into place before 911 and immediately afterward. Instant breakfast, drive through car washes and ready made truth movements. Does anyone who has been here since the beginning ever wonder the speed at which the 911 truth movement was born? It went up so quickly, it is hard to imagine that it wasn't ever here before 911. It went up nearly as quickly as the towers came down. «

The 9/11 Truth Movement - 30 Year Conspiracy Inside a Conspiracy
http://letsrollforums.com//9-11-truth-movement-t24752.html

Kommentar Sommerfeld
: Danke, das wollt ich genauer wissen, seitdem G.G. mich dezent rügte.

Franz Bettinger

29. Mai 2020 23:59

@Valjean: @Lotta hat recht. Ich habe Mist verzapft. Die feige ARD hat, ganz Lügenpresse, Popp’s brillante Antworten auf eine Aussage eingedampft und anschließend übliche Staats-Propaganda verbreitet. Relotius-Presse halt, wie wir sie kennen! 

Gracchus brillant an @Laurenz: "Ansonsten haben Sie recht, dass ich dabei gescheitert bin, Ihnen Vernunft beizubringen.“ Schön formuliert mit Doppelfalle und Pointe. Mein Respekt! Und dennoch in der Sache daneben. Laurenz’s These vom schwachen Gott - wie oft schnoddrig formuliert; er kann’s nicht lassen - ist damit nicht falsifiziert. Es war, glaube ich, diese (echte oder vermeintliche) so ganz und gar religions-historisch unübliche Schwäche eines Gottes, die mich auf Abwege (?) geführt und Ihm entfremdet hat. Ich wär so gern gläubig. (Das Thema steht auf einem Nebengleis und muss nicht vertieft werden.)

Stefanie

30. Mai 2020 06:45

Mal ein Gedanke zur "97%-Wissenschaft"

Ernst Jünger geht im Waldgang darauf ein, wie kompliziert es doch für eine - sagen wir mal-  "demokratische Diktatur" ist, glaubwürdige Wahlergebnisse zu erzeugen. Einerseits dürfen es nicht zu geringe sein - bei 90% Zustimmung, wären ja schon potentiell 10% Widerständler unterwegs. Andererseits fallen zu hohe Ergebnisse ja auch auf: bei 99% dürfte ja nur einer von 100 ein Zweifler sein. Es könnte auffallen, wenn sich das nicht mit dem persönlichen Umfeld deckt. In so fortgeschrittenen Demokratien, wie der unseren, scheinen so 70-80% Zustimmung zur Regierung, bzw. deren Maßnahmen problemlos geschluckt zu werden. Wenn man dann noch einbezieht, wie der Durchschnittsmichel diesen Fakt präsentiert bekommt - nämlich als Schlagzeile oder kurze Durchsage in den 3-minuten Radionachrichten alle halbe Stunde (Wiederholung wirkt immer!), dann wird der Zweck der Zahl deutlich: Du magst ja Zweifel haben, aber die Mehrheit sieht das anders. Willst du es denn besser als die Mehrheit wissen? Gar die Mehrheit der Wissenschaftler? Wer hat da schon die Chuzpe zu sagen: Ja, ich weiß es besser. Vielleicht weiß ich nicht alles, aber wenigstens habe ich mich mit dem Thema befasst und nicht nur offizielle Verlautbarungen geschluckt.

Andreas Walter

30. Mai 2020 09:02

Der Begriff Widersprecher wird jedoch meines Wissens nicht oder wenn nur so selten in der deutschen Sprache verwendet, dass ich ihn noch nie irgendwo gelesen habe.

Er leugnet ..., ja, regelmässig, ebenso wie auch: Er widerspricht ... - selbst: Er negiert ... .

Darum auch verleugnen, negieren, widersprechen ... viele Verben.

Doch Negierer ist/sind ebenso unüblich wie Widersprecher.

Anzweifler, Bezweifler sind mir gerade, aber erst nach einer Weile, noch eingefallen. Schaut man hier kommt man aber auch noch auf weitere Ideen:

https://www.openthesaurus.de/synonyme/leugnen

Niemand jedoch benutzt solche theoretisch möglichen Wörter wie zum Beispiel Infragesteller.

Leugner ist daher einmalig:

https://www.openthesaurus.de/synonyme/Leugner

Martenstein benutzt das Wort Widerwortgeber, wobei auch das heutzutage unüblich ist.

Bestreiter, Kritiker, Anfechter, Skeptiker?

Hahaha, Besserwisser?

Ganz klar aber ist: Wer das Wort Leugner verwendet will jede Diskussion, jede Revision, selbst kleinste Abweichungen, Zwischentöne und Korrekturen vermeiden, verhindern.

Andreas Walter

30. Mai 2020 10:14

Das besondere am Leugner, so wie ich das Wort bisher verstanden habe:

“wider besseres Wissen“

Wessen Wissen? Das des Leugnenden selbst, oder das derjenigen, die ihn als Leugner bezeichnen?

Leugner und Lügner (Luegner?) sind daher nicht zufällig sehr ähnliche Wörter.

Wobei der Leugner wohl einen Sachverhalt komplett negiert, der Lügner dagegen einen Sachverhalt lediglich verstellt, entstellt, deformiert, ohne ihn in seiner Ganzheit zu negieren.

Doch selbst bei xxx-Revisionisten habe ich noch nie gelesen, dass sie xxx komplett in Frage stellen. Solche Leute gibt es zwar auch, mit Sicherheit aber nicht unter den Revisionisten.

(Etwas was es nämlich gar nicht gibt oder jemals gab kann man ja gar nicht einer Revision unterziehen. Revisionisten daher als Leugner zu bezeichnen ist sprachlicher Nonsens)

Frivol darum wohl auch die Frage, warum auch hier kein Unterschied gemacht wird.

Warum es daher nicht auch Klimalügner oder Coronalügner gibt.

Wie ist es aber möglich, dass keinem Journalisten der gesamten etablierten Presse das bisher aufgefallen ist? Gerade auch Leute, die sich selbst als Enthüllungsjournalisten oder investigative Journalisten bezeichnen? Was decken denn die dann eigentlich auf. Mythen? Märchen? Illusionen?

https://de.wikipedia.org/wiki/Investigativer_Journalismus

 

Monika

30. Mai 2020 10:28

 1. Aus wissenschaftstheoretischer Sicht sind Verschwörungstheorien letztlich auch Theorien, als solche weder wahr noch falsch, allenfalls brauchbar oder Glaubenssache.

.2. Aus christlich/theologischer Sicht sind gnostisch-manichäische ( Verschwörungstheorien)  Welterklärungen  Häresien , die im Laufe der Jahrhunderte immer wieder abgewehrt wurden. Gründe dafür finden sich in der christlichen Erlösungslehre ( siehe : Soteriologie) 3. Kardinal Woelki erinnert die Pandemie an die Apokalypse. O-Ton: „Sieben Milliarden Menschen sind gleichzeitig der Angst vor Krankheit und Tod ausgesetzt.“ ( das macht den Unterschied zu Aids oder Ebola). Das Böse erscheint mit Corona in universaler Bedeutung. 4. Linke Weltbilder sind allerdings weniger erschüttert als rechte, denn es lassen sich trotz allem noch Klassen- und Rassenunterschiede ausmachen. Arme, Schwarze, Migranten sind härter betroffen als der weiße, reiche und damit böse Mann. 5. Damit wären wir bei der linken Verschwörungstheorie, die da lautet: Die Rechten sind das Böse schlechthin! Es gibt keine Versöhnung, nur Ausrottung. ( siehe Sieferle , Finis Germania, Der ewige Nazi)Was aber, wenn das Böse was ganz anderes ist ? Und der Gegner an der falschen Stelle bekämpft wird. ( Das gilt m. E. gleichermaßen für beide Seiten ). Wie erklärt sich etwa  das Paradox, dass die Antifa beim Kampf gegen Rechts gleichzeitig Globalisierung, Ausbeutung und Merkel verteidigt ? 

Andreas Walter

30. Mai 2020 10:49

Da ich aber weiß dass es Menschen gibt, die sich wirklich alles erlauben, kann ich mir auch gut vorstellen, dass einige der derzeit prominentesten "Verwörungstheoretiker" gekauft sind, eben um Nonsense zu verbreiten. Um dadurch gezielt manche unerwünschte Gruppen zu diffamieren, sie dadurch als Kasper, als Spinner vor dem Rest der Bevölkerung dastehen zu lassen. Es geht ja immerhin beim Klima und Corona um Milliarden und sogar Billionen, und dementsprechend üppig ist wahrscheinlich auch das “Werbebudget“ ausgestattet.

Send in the clowns.

 

zeitschnur

30. Mai 2020 10:54

„Politischer Gnostizismus (...) wäre also eine Sicht auf Politik als die Sphäre der Macht, in der die Hierarchien des Bösen walten. Ein gegenwärtiger politischer Gnostiker ist also ein Erkennender, der das Wirken des Bösen in den Machtstrukturen dieser Welt verstehen will (...).“

Um das zu verstehen, muss man im Blick haben, dass aus der Sicht eines Gnostikers, wenn er noch dazu libertär denkt wie OJ, das Hierarchische prinzipiell Ausdruck des Bösen ist. Das Gute kennt keine Hierarchie, weil es gut ist und sich nicht unter Wert verkaufen kann.

Die neuplatonische Erklärungsalternative für das Böse, dass es in einem hierarchischem Abstufungsprozess nach „unten“ die völlige Abwesenheit der letzten Lichtstrahlen des Guten ist, ist paradox: Das Gute, wenn es gut ist – wie sollte es je seine Natur wandeln können zum Bösen hin?

OJ will jedenfalls in den Machtstrukturen, die alleine durch Hierarchien möglich sind, das Wirken des Bösen erkennen.

Ich teile mit ihm das libertäre Denken. Das Gute erreicht sich mühelos. Sobald man sich dafür anderer bemächtigen muss, erreicht man das Gegenteil. In diesem Sinn sagt M. im Faust auch „Ich bin die Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft“: Der Krampf der „Kabale“ kann nur ins Misslingen abstürzen, aber bis dahin wird natürlich sehr vieles leidvollst erfahren werden müssen und jeder tut gut daran, dies ernst zu nehmen und geistig abzuweisen.

Laurenz

30. Mai 2020 12:11

@Franz Bettinger

Die gnostische Sicht des Artikels von Frau Sommerfeld ist doch fast die einzige Möglichkeit, als Religiöser, zu überleben. Sonst ist die ganze Geschichte darauf angelegt, schier zu verzweifeln. Um weiter beim historischen Ansatz zu bleiben, das ist im Prinzip der einzige Grund für den Aufstieg Karl Marx' & der Linken. Während der industriellen Revolution waren die Lebens-Umstände vieler Europäer so hanebüchen, daß sich keiner mehr auf zeitschnurs "irgendwann einmal" vertrösten lassen wollte. Daß die Linke dasselbe "irgendwann einmal" ebenso im diesseits instrumentalisierte, konnte damals noch keiner absehen. Der Zeit-Bedarf mancher Mitbürger (mit roter Seele) diese Erkenntnis zu gewinnen, beträgt interessanterweise teils mehr als 150 Jahre, bei einer weitaus größeren Gruppe reichen 2.000 Jahre vergebliche Liebesmüh' nicht umhin.

Dieter Rose

30. Mai 2020 13:46

Was ich nicht verstehe, ist,

dass WIR immer unrecht haben sollen

und die ANDEREN immer recht.

zeitschnur

30. Mai 2020 14:07

@ Andreas Walther

Ein "Leugner" hat in unserer Kultur nur ein historisches, aber gewichtiges und tragisches Vorbild: der "Häretiker", der "Ketzer".

"Leugnen" ist zwar an sich neutral angelegt: man leugnet x - entweder, weil x unwahr ist oder eben, weil es wahr ist.

Bereits lange vor der Reformation hat man aber dem Leugnen die ausschließlich negative Bedeutung ins zentrum gestellt: Dem Leugner wird unterstellt, dass er wider besseres Wissen (im Fall der formellen Häresie) der Wahrheit widerspricht bzw sie leugnet.

Das Leugnen selbst ergibt dann nur dann Sinn, wenn es wider besseres Wissen geschieht. Die Überwindung eines Irrtums dagegen geschieht nicht durch dessen Leugnung, sondern durch das religiös-wissenschaftliche "Heute dagegen wissen wir, dass y".

Das Leugnen ist so immer ein negativer Akt und setzt die Bezugnahme auf ein Geleugnetes voraus. Dem Leugner unterläuft also sein "Irrtum" nicht, sondern er formiert ihn überhaupt erst durch Absetzung von der Wahrheit. Wir finden es sprachlich seltsam zu sagen, jemand "leugne einen Irrtum".

zeitschnur

30. Mai 2020 14:19

@ Laurenz

Ich habe noch nie von einem "Irgendwann einmal" in der Vagheit, die Sie mir unterstellen, gesprochen.

Ich spreche von einem "aliquando" - zu deutsch etwas altbacken: - dermaleinst oder ein "einmal" ohne das irgendwann davor. Oder dem "Dann endlich". Es ist das "Es wird geschehen". Oder sogar das "fiat" (es möge geschehen - wie im Vaterunser).

Das meint keine Vagheit, sondern die Bereitschaft, darauf zu warten, dass die Dinge ihren Kairos haben, den Zeitpunkt, der die Reife bringt für das Eintreten des Erwarteten und Erhofften. Es ist die Erkenntnis, dass niemand etwas dauerhaft bzw erfolgreich herbeizwingen kann, das a. schlecht (also in krampfartig erzeugten Bedingungen) und b. zu früh kommt.

Der Marxismus ist eine Geschichte des Scheiterns. Die Kirche leider auch, aber nicht so verheerend. Auch sie wollte etwas erzwingen, für das sie weder autorisiert war noch die Zeit dafür zur Reife gekommen ist.

Und ja: Man kann die Zeit eigentlich nur als Religiöser ohne Verzweiflung oder krampfartiges Erzwingenwollen bzw Resignieren überleben. Aber wie gesagt: letzteres reicht leider auch weit in die Religion hinein.

Wahrheitssucher

30. Mai 2020 14:50

@ Monika

„Wie erklärt sich etwa  das Paradox, dass die Antifa beim Kampf gegen Rechts gleichzeitig Globalisierung, Ausbeutung und Merkel verteidigt?“

Und wenn es hier gar kein Paradox gibt...?

Andreas Walter

30. Mai 2020 15:03

@Monika

“Wie erklärt sich etwa  das Paradox, dass die Antifa beim Kampf gegen Rechts gleichzeitig Globalisierung, Ausbeutung und Merkel verteidigt ?“

Weil der Hund (die Hunde) und der Mann zusammenarbeiten. Ausgebeutet werden ja die Schafe.

Was glauben Sie denn, warum auch "Merkel" so "Grün" ist. Auch ein Kompromiss.

Auf diese Art teilt man sowohl die Macht wie auch das Geld. Man arrangiert sich.

Probleme werden dabei geschickt verlagert oder externalisiert (darum muss es auch immer Schurkenstaaten und korrupte Politiker geben, Staatsversagen, Revolutionen und Krieg).

Alles was passiert braucht und hat ja Träger, Macher, Unterstützer.

Um den Rest, die Täuschung der Schafe, kümmern sich die "Medien".

Darum war/ist doch Moors neuer Film so ein Affront. Selbst "Grüne" betreiben Greenwashing, täuschen sogar ihre eigenen Anhänger, belügen und missbrauchen sie.

Zum "Schöpfer“ dieses Systems: Vieles ergibt sich ganz von selbst, schleift sich mit der Zeit von selbst ein, ist menschlich (ergibt sich automatisch aus dem Mensch sein).

Propaganda und Lobbyarbeit (Werbung) gibt es zusätzlich, kommt lediglich zusätzlich dazu.

Der_Juergen

30. Mai 2020 16:05

Im Deutschen ist es mit den Begriffen "Leugner/leugnen" komplizierter als in den meisten anderen Sprachen. Das englische "deny" hat nicht dieselbe, eindeutig abwertende Konnotation. Zwischen "leugnen", das eine bewusst wahrheitswidrige Aussage impliziert, und dem neutralen "bestreiten" gibt es noch Zwischenformen wie "in Abrede stellen" und "abstreiten". Das Heimtückische an der von den Medien nicht erst seit Corona inflationär benutzten Totschlagevokabeln ist, dass sie jede Differenzierung verunmöglichen. Wird jemand als "Auschwitz-Leugner" bezeichnet, so wird damit unterstellt, dass der Betreffende die Existenz eines Lagers  namens Auschwitz lügenhaft in Abrede stelle, und eine "Corona-Leugner" ist jemand, der behauptet, das Corona-Virus gebe es gar nicht. Selbstverständlich sind sowohl der erste als auch der zweite dieser "Leugner" das, was im Englischen "strawman" genannt wird; es gibt sie schlicht und einfach nicht (und sollte es sie doch geben, blieben sie wegen der offensichtlichen Abwegigkeit ihrer Behauptung ganz unbeachtet).

Der Jargon der Lügenpresse und der linken und liberalen After-Intellektuellen  ist ein Verbrechen wider den Geist. Er will dem Menschen das Differenzieren, ja das Denken überhaupt verbieten. Auch das hat Orwell genial vorausgeahnt: Der Dissident ist in seinem Ozeanien ein "Thought Criminal", eigenständiges Denken ist "Thoughtcrime".

Lotta Vorbeck

30. Mai 2020 17:06

"Spüren Sie da keine Verantwortung?" – Wie ein "Verschwörungstheoretiker" den SWR vorführt

RT - 30.05.2020 • 14:43 Uhr

Klar verteilte Rollen: Der SWR-Journalist Philipp Reichert und der "Verschwörungstheoretiker" Andreas Popp

Ein Reporter von Report Mainz interviewt einen vermeintlichen Verschwörungstheoretiker. Doch aus der offenbar geplanten Bloßstellung des Mannes wird nichts. Stattdessen zeigt das Gespräch, dass es der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist, der sich in einer Blase bewegt.

Das Interview ist aufschlussreich, es gewährt einen Einblick in die Gedankenwelt und auch die Arbeitsweise öffentlich-rechtlicher Journalisten der Gegenwart.

Reichert versucht in keinem Moment, mit Popp ins Gespräch zu kommen. Stattdessen bemüht sich der SWR-Mann darum, ihn zu überführen.

---> Weiterlesen

Lumi

30. Mai 2020 17:42

Zeitschnur, was Sie um 14:07 schrieben, stimmt nicht. "Leugnen" ist nicht neutral angelegt. Im Leugnen steckt etymologisch das Lügen, und das ist stets negativ.

"Bestreiten" ist das richtige Verb. So drückt sich auch der Anwalt aus: Ein Sachverhalt oder seine Darstellung wird bestritten - und keineswegs geleugnet, was ein Schuß ins Knie wäre.

Wer die beiden Verben verwechselt, wie es im Propagandaapparat geschieht, der weiß es nicht besser oder will es nicht besser. Ich unterstelle letzteres und kann mir sogar denken, daß es eine entsprechende Sprachregelung gibt. In jedem Fall ist es unehrlich und verlogen seitens des Propagandaapparates. Auch deshalb sind die Bezeichnungen Lügenfunk und Lügenpresse durchaus berechtigt.

Ich jedenfalls leugne gar nichts, bestreite aber eine ganze Menge der politmedial als Tatsache etablierten Sachverhalte.

Andreas Walter

30. Mai 2020 19:53

Genauso der Blödsinn mit den Autobahnen. Dass die nur der besseren Mobilmachung dienen sollten, gedient hätten.

"Haben die denn bis nach Paris gereicht oder bis nach Moskau oder bis nach Baku, Hitlers Autobahnen?“, würde ich dann solche Deppen manchmal gerne fragen, die so etwas behaupten.

Doch dann kommt womöglich noch die verständnislose Gegenfrage: Baku?

Bahnhof. Genauso könnte man daher versuchen, mit einem Kanarienvogel zu diskutieren.

https://www.nytimes.com/1940/07/05/archives/nazis-charge-a-plot-to-cut-off-soviet-oil-white-paper-says-allies.html

https://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Pike

https://youtu.be/T71pf0YvDSk

10% der Deutschen kennen trotzdem die Wahrheit. Etwa die Hälfte davon fürchten sich jedoch, zum Flügel gezählt zu werden. Was ich verstehen kann. Zeigen sich deshalb nicht. Höchstens anonym. Wählen auch nicht unbedingt die AfD. Doch es sind 8 Millionen deutsche Dissidenten.

https://www.duden.de/rechtschreibung/Dissident

Wie viele Klimawandel- und Coronadissidenten es gibt weiß ich nicht. Laut der Welt aber zweifelten bereits letzten Monat schon 20%, also 16 Millionen Deutsche daran, was es mit Corona wohl auf sich hat:

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article207522009/Massnahmen-gegen-Corona-Wer-Zweifel-hat-gilt-als-Unglaeubiger.html

 

Laurenz

30. Mai 2020 22:06

@zeitschnur

Vor 1730 wäre und ist ganz sicher eine damalige zeitschnur verbrannt worden. Den historischen zeitschnurs wäre es arg sarkastisch vorgekommen, die eigene Art zu sterben als nicht verheerend beurteilt zu wissen. Manche zeitschnurs wurden sicher auch durch den Mut eines damaligen @Franz Bettinger für einen natürlichen Tod gerettet, die glücklichen. 

Wer in der Arena durch Löwen sterben will, kann dies auch heute noch gerne tun, ist ja freiwillig.

Zitat - Die neutestamentliche Darstellung bewegt sich jedoch in einem "dritten" Bereich, der der Erkenntnis undurchdringlich bleibt, weil eben das Böse nicht erkennbar ist. Das "Geheimnis der Bosheit" muss "offenbar werden" zum Ende der Zeiten, heißt es im Thess. -Zitatende

Was anderes als "irgendwann einmal" soll das heißen/bedeuten? Vielleicht ja auch nie. Und für diejenigen, die bereits jetzt tot sind, bedeutet es auf Erden nie. 

Und mir ist es vollkommen egal, ob das auf Deutsch nun paßt, Aramäisch, Alt-Griechisch, Lateinisch, Sumerisch oder sonstwas. Wenn diese Ihre Sicht der Dinge keine 100.000 Menschen auf dem Planeten zugänglich ist, brauchen wir keinen Aufwand für Milliarden betreiben und für diese Oblaten backen. Das hätte auch mein Freund Jesus nicht gewollt, trotz letztem Abendmahl.

zeitschnur

31. Mai 2020 11:39

@ Lumi

"Leugnen" kommt etymologisch nicht so plump von "lügen". Bitte schauen wir in die Wörterbücher: Im Matthias Lexers mittelhochdeutschem Wörterbuch finden wir folgendes:

"lougen" = (Unschuld) beteuern, aber auch: widerrufen, leugnen, also neutral: verneinen!

"lougenen" = leugnen

"vür lüge han" - leugnen, nicht glauben (also: etwas für eine Lüge halten!)

Das Bedeutungsfeld ist offen iS der "negatio", hat sich aber immer mehr auf die rein negative (im Bezug auf die Wahrheit) Zuspitzung eingeengt. Nichts anderes habe ich oben geschrieben.

Im Neuhochdeutschen ist übrigens immer noch ein Unterschied vorhanden zwischen "leugnen" und "verleugnen". Sie sehen an diesem Restbestand an sprachlicher Differenz, was hier geschehen ist, dass nämlich das "leugnen" nur noch iS des "ver-leugnen" aufgefasst wird. Juristensprech ist artifiziell - nur eine Fachsprache, kein Maßstab für die Sprache insgesamt.

Im Grimmschen Wörterbuch - "läugnen" als bloßes und neutrales "verneinen", auch vor Gericht, wenn einer eine unterstellte Schuld verneint, "abred einer schuld, der keins dings so er anklagt wirdt, gichtig ist": hier

Andreas Walter

31. Mai 2020 12:58

Hier der Beweiß, dass die Demonstrationen der Corona-Dissidenten nicht von rechten Gruppen gelenkt werden, beziehungsweise, unterwandert sind:

https://www.rnd.de/panorama/stadt-munchen-verbietet-tragen-von-gelben-sternen-auf-demonstrationen-TKR4HJD7HZBRNEQBUCQWNH7BME.html

So etwas naives machen nämlich nur Leute die keine Ahnung haben, wofür auch der gelbe, sechseckige Stern tatsächlich steht.

Ein Anruf genügt daher, um 95% der deutschen Politiker (aber auch der Deutschen) stramm stehen zu lassen. Sie wurden gleichgeschaltet. Diesmal nicht durch die Nazis, sondern durch deren Konkurrenten und Nachfolger. Sowohl im Westen wie auch im Osten.

Bei einem Teil der Menschen funktioniert das jedoch nicht. Wobei das nicht nur Professoren sind. Auch weniger gebildete Menschen können Recht von Unrecht, Gerechtigkeit von Ungerechtigkeit unterschieden oder Seltsamkeiten, Widersprüche erkennen. Nur finden sie oft dann nicht die richtige Erklärung dafür, schlicht aus Mangel an Wissen. Oder aus Mangel an Zeit, um wirklich tief zu graben. Oder wenn sie jung sind auch aus Mangel an Erfahrung. Da es aber auch verboten ist, sie aufzuklären, und in den Medien zusätzlich auch noch gezielt Desinformation gestreut wird, kommt es dann genau zu der Situation, die wir auch jetzt beobachten. So viele Menschen auf dem Holzpfad, selbst die Mächtigen, but apparently nobody can do anything against it.

https://youtu.be/Vzlv7LFmLMg

 

 

 

zeitschnur

31. Mai 2020 13:33

@ Caroline Sommerfeld

Das Merkmal des "Wissenschaftsskeptizismus" der "VT" würde ich gerne etwas differenzieren wollen:

Ich nehme auf deren Seite sehr oft weniger einen allgemeinen "W-Skept." wahr als die Feststellung, dass das, was heute als "Wissenschaft" ausgegeben wird, keine ist. Sie kehren sich ab von der quasireligiösen Aufbereitung, die etwa auch im NS-Staat eine große Rolle spielte, wenn man nicht von plumpen Judenhass aus dachte, sondern einem wissenschaftlich fundierten Rassismus, den man allerdings religiös auffasste und nicht mehr als falsifizierbar erkannte. Der NS basierte bereits auf einer Wissenschaftsreligion mit 97%-Regeln (alle vernünftigen W. sind sich einig, dass...).

Derzeit lese ich das Buch von Köhnlein & Engelbrecht "Virus-Wahn", das ähnlich wie Lanka aufzeigt, dass die Medizinwissenschaft hier seit Jahrzehnten die Hosen herunterlässt und nur noch unwissenschaftlich arbeitet - gerade auf dem Gebiet der Virologie jeden Standard fahren hat lassen und nur noch Mythen vertreibt. Auch die Laborexperimente sind als solche nicht zu bezeichnen. Dass das bei Drosten etwa in den Satz mündet, man müsse bei der Entwicklung von Impfstoffen alle Standards nun aufgeben, ist gespenstischer Schlussakkord. D.h. man müsse sich nun aus reinem Glauben, nicht etwa mehr erwiesenem und aus erprobtem Grund nach einer Risikoabwägung, körperverletzen lassen.

Gustav Grambauer

31. Mai 2020 14:27

Das m. E. beste Einführungsbuch in die Verschwörungsgnosis (leider in neuer Rechtschreibung und nicht bei Antaios gelistet) ist ein Kinderbuch.

https://www.hinstorff.de/kinderbuch/157/prometheus-die-titanenschlacht-9783356013887.html

https://www.hinstorff.de/modules/pdfreader/uploads/d7dfcf7d6c9ddd99e3226b33326a682c.pdf

- G. G.

Laurenz

31. Mai 2020 16:46

@zeitschnur

"Lügen" ist in der Bedeutung aktiv, man erzählt "anderen" oder sich selbst eine Unwahrheit.

"Leugnen" ist passiv. Man verneint die Aussage/Behauptung eines anderen. Der Mißbrauch des "Offensichtlichen" (was ist schon offensichtlich?) durch unser Wahrheitsministerium, welche gerade ein Schlappe erleiden mußte, https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/ein-urteil-gegen-die-angemasste-macht-von-correctiv/

passiert quasi rund um die Uhr.

Eine Blasphemie stellte das Leugnen dann zB dar, wenn man zB den Sonnenaufgang leugnen würde, aber was wir erleben, ist das hier immer wieder gerne https://youtu.be/1iFSTUnf8xQ (00:47 Sek.)

Götz Kubitschek

31. Mai 2020 19:58

badeschluß, wertes kommentariat. die erleuchtung kommt heute anderswo her...

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