1. Juli 2020

Neue Vormundschaft

Heino Bosselmann / 61 Kommentare

Mag sein, wir erleben gerade das Ende der Berliner Republik in ihrer liberalen Gestalt.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession

Die Exekutive ist das neue Durchregieren mittlerweile gewohnt und sieht sich zum einen moralisch, zum anderen qua Zustimmung durch eine immer noch verschreckte Mehrheit genau dazu legitimiert. Es ist der Regierung gelungen, eine Stimmung zu erzeugen, die in den meisten Bürgern offenbar ein Schutzbedürfnis weckt.

Die Legislative kennt nurmehr eine Oppositionspartei, die allerdings nicht als Partner im Widerstreit der Gedanken respektiert, sondern heftig verpönt und weitestgehend aus allen Entscheidungsprozessen herausgehalten wird. Daß gegen sie der Verfassungsschutz eingesetzt wird, ist dafür Beweis genug: Der einzige Opponent soll neutralisiert werden.

Und der Bürger, der Souverän? Viele scheinen aus physischer und kognitiver Fitneßschwäche bereit, sich führen zu lassen. Es fehlen ihnen die Vitalität und die Befähigung, eigenverantwortlich zu entscheiden oder mindestens den Mut aufzubringen, vernünftig, mithin so aufmerksam wie gelassen mit einer Krankheit umzugehen, die es nun mal gibt – so wie alle möglichen anderen Krankheiten, durchaus schlimme und scheußliche darunter, auf die man bislang eher fatalistisch reagierte, ohne Blockaden und Quarantänen und ohne allüberall einen Atemschutz nötig zu haben, der bereits als "Alltagsmundschutz" bezeichnet wird.

Daß das Leben selbst naturgemäß riskant und kontingent ist und auf den Tod zuläuft, scheint als banale Alltagsweisheit vergessen. Aber es gibt keine Versicherungen: Man kann sich heute infizieren oder ein anderes Übel erleiden oder so wie bisher noch eine Weile weiterleben, bis man unweigerlich erkrankt, verfällt, ja, und schließlich stirbt.

Eine normale Infektionskrankheit mehr als die zahllosen bekannten sollte eine funktionsfähige Gesellschaft nicht derartig deformieren, wie dies nun geschehen ist und weiter geschehen wird. Nicht alles läßt sich regeln, reparieren und heilen. Glücklicherweise nicht und schon gar nicht um jeden Preis. Sensibilismus und Hypochondrie nehmen aber bereits seit Jahren tragikomische Formen an. Als unnormal gilt, wer keine Atteste für Allergien, Unverträglichkeiten oder sonstige Zipperlein vorweisen kann; er erfüllte so auch nicht die betriebswirtschaftliche Logik des sogenannten Gesundheitssystems, in dem nur der Kranke normal erscheint.

Gerade linke Politik erweckt die gefährliche Hoffnung, ein Leben ohne Leid wäre möglich, und nicht nur der Mensch, sondern die gesamte Gesellschaft sei zu heilen und von allem Ungemach zu kurieren.

Den meisten Bürgern scheint einerlei zu sein, was die Regierung mit ihrer Verordnungspolitik anrichtet, solange sie nur den Rahmen für Komfort und „Wohlfahrt“, also für alle Arten Konsum sichert. Erst wenn das entscheidend in Frage steht, wird die Lage entzündlich, dann aber innerhalb von Tagen oder Stunden, so daß den Verbrauchern die Demokratie einerlei wäre, wenn eine andere Herrschaftsform sicherere Versorgung garantierte.

Was immer das „neuartige“ Corona-Virus an tatsächlich ernstzunehmender Gefahr bedeuten mag: Es hat sich nicht als das Killer-Virus erwiesen, als das es angekündigt war. Das Dilemma ist bereits da und dort beschrieben worden: Die Exekutive wird stets argumentieren können, daß der vergleichsweise harmlose Verlauf einer als großes Sterben orakelten Krankheit eben einzig und allein ihren so einschneidenden wie pleiteauslösenden Maßnahmen zu verdanken ist, während man Zweifel hegen darf, ob diese Infektion nun wirklich wie ein apokalyptischer Reiter durchs Land getobt wäre, hätten wir nicht artig unseren Mundschutz vorgebunden, auf den Handschlag verzichtet und mit „Mindestabstand“ Schlange gestanden.

Wichtig ist nur, daß das „neuartige“ Virus das Narrativ, besser die Legende abgab, vor deren Hintergrund sich ein ganz prinzipieller Umbau der Gesellschaft im Kulturellen wie im Politischen vollzieht, dessen Folgen bis in den intimen Alltag hinein – etwa durch das Nähe- und Berührungsverbot zugunsten des Abstandsgebotes – noch nicht absehbar sind.

Mindestens förderte die „Corona-Krise“ den Ausbau des vormundschaftlichen Staates, der fatalerweise den meisten Bürgern, insbesondere der sogenannten Mitte, sehr recht ist, wenn nur weiter für Hedonismus gesorgt bleibt. Der Umbau der Gesellschaft hin zu einer kollektiven Erziehungsveranstaltung mit moralisierender Impertinenz hatte lange vor der vermeintlichen Gefahr begonnen, diese aber ließ die politische Didaktik erst richtig Fahrt aufnehmen – immer mit dem Ziel, den neuen, den hygienischen, aber gleichsam ökologischen, klimaneutralen, antirassistischen, weltoffenen und in jeder Weise durchweg vorbildlichen Menschen zu konstruieren.

Dies wird vor allem sprachlich versucht. Der Historiker Wolfgang Reinhard bemerkte kürzlich dazu: "Ich habe etwas gegen Sprachreinigung. Wir haben uns eingebildet, wenn wir das Wort 'Rasse' abschaffen, dann gibt es auch die Sache nicht mehr. Das ist eine Überschätzung der Sprache. Man kann Dinge nicht abschaffen, bloß weil man sie begrifflich entsorgt." Solche Säuberungen finden derzeit überall statt. Das ist neurotisch, klar, vor allem aber gefährlich, weil genau dieses Vorgehen eben vormundschaftlich wirkt.

Je näher sich Regierung und „Mitte“ über eine Säuberungspolitik diesem Ziel wähnen, um so heftiger wird gegen die Abweichler alarmiert und ausgeholt, also gegen die Rechten und die allüberall gewitterten Nazis, aber ebenso gegen die schlimmen alten weißen Männer, die quasi genetisch alles Negative in sich vereinen und ebenso Umweltvermüller und Tierquäler wie Frauenfeinde und Sexisten sind, Rassisten ja sowieso, weil sie Sorgen wegen spürbarer Überfremdung und erfolgendem Bevölkerungsaustausch hegen.

Die Gesellschaft erscheint bereits weitgehend durchideologisiert, so daß es schwierig ist, nicht sogleich eine politische Empfindlichkeit auszulösen oder in Verdacht zu geraten, wenn man Bedenken äußert und nicht mit der Einheitsfront von CDU/CSU bis Antifa- und Klimajugend alles bejubelt, was angeblich Welt und Mensch so entscheidend verbessert, wie es all die Jahrtausende davor nicht möglich war.

Weil es den meisten, bedingt durch die regressive Schuldbildung und die Social-Media-Verblödungsmedien, längst an Urteilskraft gebricht, sind sie gern bereit, sich die Welt „in einfacher Sprache“ erklären zu lassen und den Einheitsmedien des „Qualitätsjournalismus“ zu folgen. Wie früher scheint grundvereinbart: Die Entscheidungen der Regierung werden schon richtig sein! Mindestens meint sie es ja gut! Die Wissenschaft wird’s sicherlich besser und genauer wissen als wir! Ach, und endlich spürt man, daß überhaupt regiert wird. Endlich mal Maßnahmen! Sehr gut! Sie tun was und setzen dafür das Volksvermögen ein.

Den Unterboden der neuen geistigen Untertänigkeit bereitet sehr wirkmächtig die Angst, namentlich vor Krankheit und Tod. Solche Unsicherheit sucht nach Schutz, ein Bedürfnis, das die tendenziell autoritär agierenden Regierungen gern erfüllen, weil ihnen so Zustimmung sicher ist, derer sie ja bedürfen, um sich weiterhin als „demokratisch“ rechtfertigen zu können.

Dies geschieht jedoch mit der Nebenwirkung, die Angst stets mit sich bringt: Die Gesellschaft infantilisiert und neurotisiert. Aber wenn aus Bürgern gewissermaßen Patienten oder Grundschüler werden, lassen sie sich leichter lenken und regieren. Mit Ausnahme nur der Opposition, die dann aber – in sich logisch argumentiert – als etwas Pathologisches gelten muß, weil sie sich der großen politischen Gesundheit verweigert.


Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession

Kommentare (61)

Maiordomus

1. Juli 2020 08:39

@HB ist daran, sich als Publizist hier wirklich zum Begriff zu machen; allein schon sprachlich und als Meister der Lesbarkeit. Das Tiefste hat aber, das ist schon Ernst Jünger mal aufgefallen, scheint mir das Verhältnis zu Sterben und Tod zu sein und überhaupt der Kontingenz des Daseins, was natürlich nicht mit wissenschaftsfeindlicher Resignation zu verwechseln ist. Aber es macht im gegenwärtigen weltanschaulichen Graben den grössten Unterschied der noch "Alt-Denkenden" bzw. abendländischen Humanisten zum Mainstream aus.

Seneca

1. Juli 2020 09:12

Die USA zeigen, dass die Rollen auch komplett vertauscht sein können. Ein Beleg für die Wirkmächtigkeit der globalen Linke. Der einst “mächtigste Mann der Erde” wird per Corona-Handstreich zum machtpolitisch impotenten Twitter-Onkel im Weißen Haus, während die bereits abgeschriebene Unnahbare im Kanzleramt fleißig weiter ihre unheilvollen Fäden spinnt und von Amtszeit zu Amtszeit eilt. Mehr Macht war nie.

Gustav Grambauer

1. Juli 2020 09:24

Literaturempfehlung ad "... die betriebswirtschaftliche Logik des sogenannten Gesundheitssystems, in dem nur der Kranke normal erscheint": der gute alte Illich, gegen den die LaRouches als Verfechter der klassischen Moderne damals gar nicht genug Gift und Galle speien konnten.

https://antaios.de/detail/index/sArticle/99301

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Herr Bosselmann, ich wundere mich etwas, daß Sie mit "Neue Vormundschaft" und, an einer Stelle, "der vormundschaftliche Staat" Henrich keine ausdrückliche Würdigung zukommen lassen wollen.

https://www.deutschlandfunk.de/kursiv-klassiker-rolf-henrich-der-vormundschaftliche-staat.1310.de.html?dram:article_id=294375

Das zweitbeste Kapitel für mich darin ist - Zufall? - dasjenige über das "vorbildliche" Gesundheitswesen (nach demjenigen bis heute in der analytischen Höhe und Klarheit nicht wieder erreichten über die DDR-Kirche), auch wenn das Buch stark von Henrichs freudomarxistisch-reichianischem Freund Maaz beeinflußt ist.

Wenn es beim sogenannten Deutschlandfunk heißt:

"Mögen Henrichs Schlussfolgerungen auch etwas unklar gewesen sein, ..."

so ist dies ein fieser kleiner Nadelstich gegen die totzuschweigende oder, falls dies nicht gelingt, zu verhöhnende Dreigliederungsidee. Eine ebensolche Frechheit ist der Satz "Seine Mission war erfüllt", denn wo H. heute steht, ist hier nachzulesen:

http://www.henrich-lipinsky.de/publikationen/

- G. G.

Der_Juergen

1. Juli 2020 09:34

Ich möchte in abgeänderter Form einen Kommentar wiederholen, der auf dem vorigen Strang nicht freigeschaltet wurde, aber zu diesem noch besser passt. Mit dem Corona-Hype geht das System ein enormes Risiko ein. Gewiss, bisher haben die Zwangsmassnahmen recht gut funktioniert, aber das dicke Ende kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Am Ende dieses oder am Anfang nächstes Jahres wird man die Todesziffern freigeben müssen, und es wird sich herausstellen, dass die Sterblichkeit für 2020 nicht oder nur unwesentlich höher war als in den Vorjahren (wobei ein Teil der Sterbefälle noch auf verschobene Operationen, erhöhten Alkoholkonsum, Selbstmorde etc. zurückzuführen sein wird). Zugleich werden Millionen von Menschen ihre Arbeit verloren und zahllose Firmen bankrott gemacht haben. Wenn da keine revolutionäre Stimmung heranreift, sehe ich wirklich schwarz für das deutsche Volk. Ob die AFD wenigstens Grips genug haben wird, um diese Lage zu nutzen? Für die ausserparlamentarische patriotische Opposition besteht hier ebenfalls ein breites Betätigungsfeld. - Es gibt natürlich Millionen hoffnungslose Fälle, die sich auf Befehl auch eine Pinocchio-Nase anschnallen würden, aber die brauchen uns nicht zu kümmern.

SamweisG

1. Juli 2020 09:43

Sehr geehrter Herr Bosselmann,

 

ein guter und treffender Artikel. In solchen Zeiten, kann ich nur empfehlen, Ernst Jünger, "Der Waldgang" oder "Auf den Marmorklippen" zu lesen. Zum einen.

Zum anderen jeden Tag dankbar annehmen. Zu danken für Gesundheit und materielles  Auskommen. Die Gretchenfrage, möchte ich hier nicht stellen, weil die "Kirchen" nicht mehr so richtig zum Glauben einladen, dennoch aber der Glaube an sich einladend ist.
Ich bin dankbar für so eine Zeitschrift und Website wie diese.
Hinweis an das Schild der Partei (C..) Hier ist der "Feind" des Staates nicht zu finden.

Bitte eher im "Partyvolk"  Stuttgarts suchen.

 

Monika

1. Juli 2020 10:14

Alles, wie immer von HB 😃, schön geschrieben, stimmig, bis auf den Trugschluss, dass es eine Opposition gäbe. In einer weitestgehend durchideologisierten Gesellschaft ( bei Václav Havel genannt: posttotalitäre Gesellschaft) gibt es keine Opposition, jedenfalls nicht auf der Ebene ihrer Strukturen. Brutal  gesagt: Auch die AfD stabilisiert letztendlich dieses System. Die „Eigenbewegung des Systems ist stärker als der Wille des einzelnen“. „Falls irgendein einzelner einen ...individuellen Willen hat, muss er ihn hinter einer rituell anonymen Maske verstecken.“ (Havel) . Aus der rituellen Maske ist die tatsächliche Maske geworden. Die neue Vor - Mund - Schaft. „Warum man Merkel nie mit Maske sehen würde, hat eine vorwitzige Journalistin gefragt ? Merkel soll kindlich kichernd geantwortet haben...

JensWoitas

1. Juli 2020 10:19

@Heino Bosselmann, so treffend Ihre Beschreibung der gegenwärtigen Stimmung ist, eine wesentliche Prämisse Ihres Artikels halte ich für falsch: Es herrscht zwar in der verängstigten und verunsicherten Bevölkerung eine starke Sehnsucht nach einem autoritär-schützenden und damit auch "vormundschaftlichen" Staat, aber dieser Staat und seine Regierenden erscheinen gleichzeitig als beängstigend schwach. Wenn man von einer "Corona-Diktatur" sprechen will, dann ist diese bereits auf dem halben Wege gescheitert, nämlich spätestens zu dem Zeitpunkt, an welchem die Staatsmacht die Corona-Regeln gegenüber den Anti-Rassismus-Demonstrationen entweder nicht mehr durchsetzen konnte oder wollte. Die Stuttgarter Massenrandale und der immer weiter eskalierende Mikro-Bürgerkrieg diverser ethnischer, religiöser und ideologischer Gruppen zeigen immer deutlicher, dass unserer Appell an ein "Durchgreifen" keine Wirkung zeigen kann, weil die kaputtgesparte Polizei längst vor der Gewalt kapituliert hat. Die Wirtschafts-"Rettung" mit gedruckten EZB-Billionen ist nicht mehr als ein verzweifeltes Herausschieben des unvermeidlichen Ruins. Sogar die Anti-Corona-Maßnahmen selbst sind nur ein Kaschieren der Unmöglichkeit eines wirksamen Seuchenschutzes. Diese Beschreibung von Staatsversagen und -zerfall ließe sich endlos fortsetzen. Seine weiteren Stadien sehen wir in Frankreich und den USA, wo die Problemursachen keine anderen sind als bei uns. 

Apostat

1. Juli 2020 10:19

"Und der Bürger, der Souverän? Viele scheinen aus physischer und kognitiver Fitneßschwäche bereit, sich führen zu lassen." 

"Weil es den meisten, bedingt durch die regressive Schuldbildung und die Social-Media-Verblödungsmedien, längst an Urteilskraft gebricht, sind sie gern bereit, sich die Welt „in einfacher Sprache“ erklären zu lassen ..."

@ Bosselmann

Widerspruch:

Vor solchen Pauschalisierungen sollte man die Lebenswirklichkeit der Bürger berücksichtigen.

Die meisten Bürger arbeiten als abhängig Beschäftigte, die täglich Einschränkungen ihrer Freiheitsrechte ertragen müssen (Direktionsrecht, Tragen von Dienstkleidung, Urlaubsplanung). Deshalb  sehen diese die Coronamaßnahmen  wahrscheinlich etwas entspannter.

Was erwarten sie von einem Arbeitnehmer, der an seinem Arbeitsplatz eine Maske tragen muss?

Und dann gibt es ja noch die Experten der anderen Seite. Vielleicht sind deren Argumente überzeugender?

 

A. Kovacs

1. Juli 2020 10:20

Ob nun Vormundschaft oder "nudging" – die Diagnose ist richtig. Besonders gut gefällt mir der Begriff der "großen politischen Gesundheit". Das ist noch perfider als die von links für sich behauptete moralische Überlegenheit, weil "Gesundheit" schon etwas vom Willen weitgehend Unabhängiges, also "Natürliches" impliziert. Die sich abzeichnende egalitaristische und autoritäre Gesellschaft wäre demnach die einzig gesunde. Sehr schön ist der Begriff auch deshalb, weil er die typische linke Schizophrenie widerspiegelt: Sonst wird ja bei jeder Gelegenheit gegen "Natur" polemisiert, auch psychische und geistige Aberrationen soll es nicht wirklich geben, sondern müssen inkludiert werden, bei der reinen Physis muss "Natur" noch akzeptiert werden, sonst hätte man die Corona-Maßnahmen nicht verordnen können – aber tatsächlich hat jetzt ausgerechnet so etwas wie Gesellschaft (!!!) in ihrer egalitaristischen und autoritären Form jetzt den Nimbus des einzig Gesunden, um nicht (horribile dictu) "Normalen" erhalten! 

Stefanie

1. Juli 2020 10:41

Die Absurdität des Ganzen wird noch deutlicher,  wenn man sich vergegenwärtigt, dass man hier auf einem Gebiet Regierungsgewalt um Hilfe ruft, das selbst Ärzten, Heilern, ja dem eigenen Willen letztlich entzogen ist: den Körperprozessen und Selbstheilungskräften, die man vielleicht hier und da positiv oder negativ beeinflussen kann, denen man aber im Grunde ausgeliefert ist. -Auch wenn man sämtlichen biochemischen Einzelheiten gegenwärtig wäre - hier dreht am Ende Schicksal, Karma, was auch immer, das Rad. Vielleicht ist es das, was die Gegenwartsmenschen am meisten fürchten.

Stefanie

1. Juli 2020 10:51

Was ist der Hebel, der solche Massenhysterien auslösen kann? Vielleicht das schlimme Einzelschicksal, mit dem sich dann ein jeder identifiziert? Hier liegt auch die Parallele zum 2015er Massenwahn: das tragische Schicksal einzelner, die guten Grund hatten, sich in Sicherheit zu bringen, wird in Nahaufnahme präsentiert, und jede Art des Differenzierens, jedes "Aber", macht einen zum Menschenfeind. Hier sind die kulleräugigen Kinder, die das Schicksal an den griechischen Strand gespült hat; dort liegt ein Mensch auf dem Bauch, von Schläuchen, Geräten, injizierten, fabrizierten Säften irgendwie am Leben gehalten, was suggeriert, dass das Weiterleben auf einer technisch-organisatorischen Ebene gegründet ist. Der eine nun spricht auf das eine Bild stärker an, der nächste auf ein anderes, was die Spaltung quer zu den politischen Lagern erklärt, ja vielleicht damit zeigt  wie willkürlich diese politischen Gräben gezogen sind.

Maiordomus

1. Juli 2020 11:10

Korr. "Das Tiefste scheint mir das Verhältnis zu Sterben und Tod zu sein und überhaupt der Kontingenz des Daseins, was nicht mit wissenschaftsfeindlicher Resignation zu verwechseln ist."

Die sog. "Kontingenz des Daseins" ist alltagsdeutsch ausserhalb der Fachphilosophie wenig geläufig: Von Thomas von Aquin bis Sartre und Lübbe versteht man darunter die "Nichtnotwendigkeit des Daseins": Sterblichkeit als Seinsverfassung, bei Heidegger "Vorlaufen gegen den Tod" genannt. Sterblichkeit zu akzeptieren bedeutet nicht schon fundamentalistischen Medikamenten- und Impf-Verzicht. Aber doch zum Beispiel die Akzeptanz etwa eines Durchschnittsalters von 83 Jahren (Tendenz steigend) im Eingeständnis, dass es zwar einen Kampf gegen die Kranheit, aber nicht gegen den Tod geben kann. Vgl. oben noch Kommentar von _derjürgen.

JensWoitas

1. Juli 2020 11:20

@Der_Jürgen, ich glaube, dass die Aussichten für eine "Revolution" oder zumindest für Veränderungen in unserem Sinne nicht so schlecht sind, wie sie etwa GK in seinem gestrigen Beitrag gemalt hat. Der Staat ist ausgezehrt, und damit auch bei weitem nicht so mächtig wie in HBs Artikel dargestellt. Eine diffuse Proteststimmung gärt schon heute vielerorts, und sie muss irgendwann explodieren, weil die Versuche der herrschenden Politik, Wirtschaft, Finanzen, Euro, innere und äußere Sicherheit, etc. noch irgendwie zu retten, völlig hilflos und zum Scheitern verurteilt sind. Diese Proteststimmung hat noch keine gemeinsame Sprache gefunden, aber das braucht sie im Moment auch nicht, denn jede Veränderung beginnt mit Opposition, die ausgereiften Konzepte können erst später entstehen. Die Gegenöffentlichkeit hat in den den letzten Monaten einen großen Sprung nach vorn gemacht. Die AfD als notwendige parlamentarische Kraft ist trotz aller Anfeindungen und Zersetzungsversuche immer noch stabil bei 10 %. Bürgerlich-konservative Demonstrationen sind noch keine Massenveranstaltungen, aber sie finden immerhin regelmäßig an hunderten Orten in Deutschland statt. Wenn es diese Dinge nicht gäbe, müsste man in der Tat schwarzsehen, aber so brauchen wir nicht in falsche Verzweiflung zu fallen.

Laurenz

1. Juli 2020 11:25

HB (@Maiordomus: geht doch) hat die Debatte der letzten Pseudo-Pandemie-Zeit gut zusammen gefaßt.

Mich erinnert Der Relotius immer an die Propaganda-Maschine der Briten in den Napoleonischen Kriegen. Man wirft permanent mit Infizierten-Zahlen um sich, die rein gar nichts bedeuten. Wir sind auch alle mit dem Herpes-Virus infiziert, den kann man auch nur mit einem Suizid kurieren.

Wenn Der Relotius über Tote schreibt, sucht er sich, wie die historischen britischen Medien, Einzelschicksale heraus. Wenn man dann in die Tabellen geht, sind die Sterbequoten im Vergleich zu Grippe etc. lächerlich niedrig. Von daher ist alles HokusPokus & @JensWoitas wird wohl richtig liegen, das dicke Ende kommt erst noch, nicht nur national, sondern global. Dann stellt sich mir nur noch die Frage, was unser SiN-Kommentator, @ Der_Juergen damit meint... Zitat - bisher haben die Zwangsmassnahmen recht gut funktioniert - Zitatende

Ja, im Zwang ausüben haben die Maßnahmen gut funktioniert, aber mehr auch nicht, oder wie sehen Sie das?

Und natürlich ist das Kranksein hip. An Toten verdient nur noch das Bestattungsinstitut, nur Kranke werfen so richtig Schotter ab, viel mehr als Gesunde. Natürlich schreibt man deswegen den Planeten krank, das Paradies für Quacksalber auf Erden.

Gustav Grambauer

1. Juli 2020 11:45

Stefanie

"Auch wenn man sämtlichen biochemischen Einzelheiten gegenwärtig wäre - hier dreht am Ende Schicksal, Karma, was auch immer, das Rad. Vielleicht ist es das, was die Gegenwartsmenschen am meisten fürchten."

"Always crashing in the same car!" Melden Sie sich bei den "Soroptimistinnen" an!

Herrlich Sloterdijk bei "Soroptimist Intertnational" (bei 28:10):

https://www.youtube.com/watch?v=w5giS7ZEFaU&fbclid=IwAR1ylsEAIMa5KvgujXBXLFu4SfPH_6kJpqstAzHbmW5BDtzV18FbV6vSiC0

"Im allgemeinen darf man davon ausgehen, daß viele sogenannte Sucher Personen sind, die unter dem Vorwand der Wiedergeburt ihre nächste Katastrophe vorbereiten. Die Disposition hierzu entsteht durch die perinatalen Lücken im biopsychischen Kontinuum. Sie machen andererseits das Salz des seelischen Lebens und ihres Konfliktstrebens aus. Sie sind der Stachel den Menschen gegen sich selber richten, solange sie den Traum von der Vollständigkeit des Lebens nicht aufgeben."

Na, wenn das Münkler hört, dann kracht`s wieder!

- G. G.

Franz Bettinger

1. Juli 2020 12:03

"Die Regierung argumentiert, der vergleichsweise harmlose Verlauf Coronas sei nur ihren Maßnahmen zu verdanken.“ So einfach wird sich die Regierung nicht herausreden können, denn (wie die Sinnlosigkeit der Teste so ist auch) die völlige Wirkungslosigkeit des Lockdowns und der Maskenpflicht statistisch gesichert. Hier ein gutes Corona-Summary Video: https://www.youtube.com/watch?v=Juugv0T7inc&feature=youtu.be 

Corona ist vorbei. Corona war ein relativ (d.h. im Vergleich zu den Vorjahren und anderen Viren) harmloser viraler Infekt und weit weniger letal, als man es den Leuten erfolgreich, wie es scheint, einredete. Corona war wie viele andere Lügen der Regierung (BSE, Klima, Rassismus etc.) ein Betrugsversuch, ein Trick (hoax), um die Menschen zu verängstigen und für diktatorische Eingriffe (Zwangs-App, Bargeld-Abschaffung) gefügig zu machen. Man kann es aber auch zu bunt treiben, und dann merken es die Menschen, stehen auf und jagen die Verbrecher zum Teufel. Übrigens: Die Neuseeländer haben zu keinem Zeitpunkt Masken tragen müssen. Schweden, Japan und Thailand haben am Lockdown gar nicht teilgenommen. Gute Vergleichsländer! Die ohnehin geringe Gesamtmortalität der Bevölkerungen in diesem Frühling liegt z.B. in Schweden im europäischen Schnitt (ganz ohne Maßnahmen).

qvc1753

1. Juli 2020 12:22

Mich stört immer die Aussage, dass es eine Massenhysterie gewesen sein soll. Die sieht irgendwie anders aus. Auch spricht dagegen, dass dasselbe Virus in anderen Staaten ganz andere Wirkungen gezeigt hat. Es ist noch zu klären, warum beispielsweise Deutschland mit wenigen Fällen und das Vereinigte Königreich als europäischer Spitzenreiter dastehen. Dies sowohl was die Anzahl der gemeldeten Fälle als auch die der Todesfälle angeht.

Hier nur auf Deutschland zu schauen ist da m. E. zu kurz gegriffen. 

Im UK gibt es Stimmen, die dazu raten, sich genau die Handlungen der Deutschen anzuschauen, die eben vergleichsweise besser durch die aktuelle Krise kommen als man selber. Inwieweit dies nun bestätigt, dass die deutsche Regierung besser oder umsichtiger gehandelt hat als andere, das immerhin wäre einmal interessant.

Am Ende ist dann doch nur das Ergebnis relevant. 

Bei einer weltweiten Pandemie kann man immerhin recht anschaulich sehen, welche Exekutive auf welche Weise erfolgreich war oder nicht. Und da machte ein Trump einen eher merkwürdigen Eindruck mit seinen Pressekonferenzen. 
 
 

Maiordomus

1. Juli 2020 12:25

An alle: bei der Einschätzung der Mortalität bitte ich noch um ein Jahr Geduld, sowohl kontinental als auch global, nicht zuletzt die USA betreffend. Leider macht aber diese Geschichte dem amerikanischen Präsidenten den bisherwohl  grössten Strich durch die Rechnung, seine Abwahl gleichsam programmierend, es sei denn, die gegenwärtige Rassismus-Hysterie löse noch bis Ende Jahr einen Backlash aus. Ein solcher wird jedoch wegen der demografischen Zusammensetzung des Landes und der nicht zu unterschätzenden Schicht der tendenziell linken weissen Halbgebildeten an den Ost- und Westküsten nicht als sehr wahrscheinlich einzuschätzen sein. Trump zeigt sich  zumal "metapolitisch" hoffnungslos im Hintertreffen. Nicht mal mehr auf die von ihm ernannten Richter kann er sich verlassen.

Franz Bettinger

1. Juli 2020 12:28

Wir werden vor aller Augen enteignet. Wir haben und dürfen immer weniger. Es ist Wahnsinn, aber genau dieser Prozess läuft nahezu störungsfrei vor unser aller Augen ab. Wie ist das möglich? Wie konnte es Merkel gelingen, eine Agenda durchzusetzen, die den Interessen der Mehrheit so eklatant widerspricht und deren zerstörerische Folgen jeder erkennen müsste? Wie ist es möglich, in der Migrations-, Klima- und Corona-Politik die Beweiskraft des Augenscheinlichen und Offensichtlichen außer Kraft zu setzen? Durch geistige und sprachliche Dressur. Durch Hirnwäsche + ein Sprachregime, das so mächtig ist, den Menschen ihre Alltags-Erfahrungen auszureden; durch Kriminalisierung bestimmter Meinungen und Tabuisierung von Begriffen und durch die Zersetzung logischer Grundsätze. Wir leben im Orwell-Zeitalter. (Verfranzelt nach M. Klonovsky)

Franz Bettinger

1. Juli 2020 13:26

@qvc1753: Bemerkenswert ist doch, dass während der angeblichen Hochphase der Seuche die Mortalitäten in den verschiedenen Ländern (auch in England) gar nicht anstiegen (im Vergleich zu den Vorjahren), erst danach. Danach! Das aber bedeutet, die Spät-Verstorbenen sind NICHT an Corona verstorben, sondern aus anderen Gründen. Viele Alte sind schlicht verdurstet, da die meist aus dem Osten stammenden Pflegekräfte über die Grenze abgehauen sind und die Alten in ihren Heimen allein ließen. Vor allem aber die tödlichen „Therapien“ und die besondere Anfälligkeit von Schwarzen (30% von ihnen mit einem Rasse-bedingten Enzymdefekt; ha, aber Rassen gibt es nicht!) für die Nebenwirkungen dieser Todes-Medikamente wie CH3-Chloroquin. Die Sache stinkt derart zum Himmel, dass ich mich wundere, wie wenig von diesem Gestank bei der schwarzen Bevölkerung in England (und New York etc.) ankommt. 

Laurenz

1. Juli 2020 13:32

 

@Maiordomus

Die Zahlen sind früher da.

@Franz Bettinger

Denke eher immer wieder an das schon zitierte Buchvorstellungs-Video von GK inklusive des galligen Gelächters & der 2 Meinungen, eine öffentliche & eine für zuhause, wie früher in der Zone. Wir wissen tatsächlich nicht, was die Deutschen & ihre Gäste tatsächlich fühlen oder denken & wie sie handeln. Wir sehen, wenn, nur Umfrage-Ergebnisse. Unsere persönlichen Erlebnisse können keinen Anspruch erheben, repräsentativ zu sein. & unsere Corona-Propaganda-Medien sind gekauft. Wer weiß schon, ob man nicht auch Umfragen kaufen kann.

Denn eines sollte uns klar sein: Die staatlich herbeigeführte Corona-Krise hat die Gesellschaft nicht wirklich verändert. Die Intelligenten sind immer noch intelligent und die Blöden sind immer noch blöd. Beides zeigt sich durch die Krise nur deutlicher.

Franz Bettinger

1. Juli 2020 13:35

Die Toten in Norditalien darf man nicht Corona anlasten. Es gibt dafür viele andere Erklärungen, z.B. der bekannt hohe Winter-Smog, die normale Influenza-Grippe, die Meningitis-Welle im Herbst 2019 und die dabei verabreichten 34.000 (!) Impfungen. Die Panik-Presse trieb viele Verängstigte in die Kliniken, was die Zahl der in Italien sehr häufigen Klinik- Infektionen erheblich erhöht haben dürfte. Noch doller: Die Arztpraxen und Klein-Krankenhäuser wurden geschlossen (weil Ansammlungen von Menschen gefährlich seien), so dass Corona-Verunsicherte nur (!) in die schon in normalen Zeiten überlasteten Schwerpunkt-Krankenhäuser konnten. Doller: Die Pflegekräfte in Altersheimen (ost-europäische meist) hatten wegen der drohenden Grenzschließung Italien verlassen, viele Pflegebedürftige wurden daher in Kliniken „untergebracht" wurden. In diesen wurde der Personalmangel dadurch aber noch verschärft, dass viele Pfleger*innen wegen der Schulschließungen bei ihren Kindern zu Hause blieben. Wahnsinn in Dosen! Dr. John Ioannidis, Prof. für Medizin und Epidemiologie an der Uni Stanford, warnte früh: „A fiasco in the making!“ - Das alles hätte auch ein Laie mit halbwegs scharfem Verstand erkennen müssen. 

Hartwig aus LG8

1. Juli 2020 14:26

@ Bettinger

"" Corona ist vorbei""

So einfach würde ich es mir nicht machen. "Dasjenige", was Corona inszeniert hat, wird nicht auf halbem Wege stehenbleiben.

Augenscheinlich ist die Exekutive europaweit bemüht, die Urlaubssaison des 2020er Sommers über die Bühne zu bekommen und somit die Leute bei Laune zu halten bzw. keinen Aufruhr zu beschwören.

Das dicke Ende kommt erst noch, da gebe ich @Dem_Jürgen recht. Wenn ich mich umschaue, so ist folgendes zu sehen: Die direkt Betroffenen (Gastronomie, Musiker, Tourismus etc.) schwanken zwischen Resignation und Kämpfertum. Und viele, viele andere haben ganz offensichtlich am Müßiggang Gefallen gefunden. So wird für viele offenkundig, was sie insgeheim eh schon wussten, nämlich dass sie ihre Arbeit auch an drei statt fünf Wochentagen schaffen können. Das Heer der Verwaltungsbeschäftigten in Institutionen, Großkonzernen und öffentlichem Dienst scheint sich im HomeOffice ein paar zusätzliche Haushalttage zu gönnen. "Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt" (Geier Sturzflug) - weit davon entfernt. Und um nicht mißverstanden zu werden: Ich begrüße das ausdrücklichst.

 

 

heinrichbrueck

1. Juli 2020 16:47

Demokraten scheint die Ironie zu entgehen, wenn sie von Vormundschaft, Eigenverantwortung und Oppositionskonzepten ausgehen. Innerhalb der Systemstrukturen ein Pro und Contra vorauszusetzen, Macht in die Hände von Parteien zu legen, blendet ein ganzes Jahrhundert aus. Sogar die KSK, die nicht übermäßig stark ist, muß gesäubert werden. Nehmt der Opposition die Waffen weg, ihr eigentliches Potential, und den Herrschenden wird nichts mehr gefährlich.

Demokratie ist wunderbar, oder? In der Praxis verbesserungswürdig, aber mindestens in der Theorie unschlagbar, oder so ähnlich zusammengefaßt, was bestimmt für die BRD der hundert Nationen zutreffen mag, auch wenn keine deutsche DDR-Diktatur gegenübergestellt wird. Leider sind die Menschen Mist, es funktioniert nicht.

Ein bißchen Reset könnte man spielen, zumindest in der Phantasie. Zahlten die freien Germanen Steuern? Gaben die freien Germanen ihre Waffen ab? Macht abzugeben, freiwillig, weil ein paar Tanten im Parlament ein Kaffeekränzchen halten, glaubt wer? Demokratie ist eine Heimat für alle, hat wohl der Vormund entschieden. Die Schuldgefühle dieses Vormunds möchte ich sehen, wenn er die Menschen wie Dreck behandelt.

Elvis Pressluft

1. Juli 2020 17:59

Von dem Richtigen und Wichtigen, das HB einmal mehr sagte, möchte ich ein wenig weglenken (dürfen). – Ein denunziatorischer Offizier hat eine der ganz wenigen noch handlungsfähigen militärischen Einheiten unter Verdacht falscher politischer Gesinnung gestellt; er wurde unmittelbar darauf durch eine höhergestellte Verwendung belohnt. Der Kommandeur besagter Einheit hat seinen Untergebenen die Kameradschaft aufgekündigt, in einem Sprachduktus, den man üblicherweise Schwerstkriminellen vorbehält: „Wir werden Sie finden!“

Mein Kenntnisstand ist, daß genau einer Person justitiables Verhalten vorgeworfen wird. Mindestens der Rest ist Geschwätz und Gesinnungsterror. „Deutschland hat ein strukturelles Rassismusproblem.“ „Das KSK hat ein strukturelles Rechtsextremismusproblem.“ Wie stets versucht man gar nicht erst, eine operationale Definition vorzulegen. Der Bezeichner genügt. Wer bezweifelt, daß das „Problem“ existiert, gehört sofort zu den Mitgefangenen. Die Bundeskrampe nun reagiert, wie man seinerzeit bei den „Grenztruppen“ der SBZ verfuhr: ständige personelle Rotation, damit sich keine Vertrauensverhältnisse bilden können. Jeder Soldat soll ständig damit rechnen müssen, daß der Andere ein Spitzel ist.

OT? Vielleicht nicht. Kraft Gnade der frühen Geburt erlebte ich noch einen Zustand der BRD, der von Liberalität und Pluralismus sprechen lassen konnte, ohne ohrenbetäubendes zynisches Gelächter („Heiterkeitserfolg“) zu ernten. Damit ist es dauerhaft vorbei.

tearjerker

1. Juli 2020 19:57

„Wir haben und dürfen immer weniger. Es ist Wahnsinn, aber genau dieser Prozess läuft nahezu störungsfrei vor unser aller Augen ab. Wie ist das möglich?

Die Deutschen wollen das. Mit Ausnahme der Phase zwischen 1953 und 1963 wurden nach Ende des Kaiserreiches von links bis rechts nahezu ausschliesslich linke Gesellschaftskonzepte diskutiert und in irgendeiner Form zur Anwendung gebracht und in Gesetzesform oder Verordnungen festgeschrieben. Trotz aller vermeintlichen Epochenbrüche ist dieser Prozess der linken Gesellschaftsumgestaltung die Konstante des politischen Handelns schlechthin. Es ist also nur folgerichtig dort zu landen, wo man sich jetzt hingebracht hat.

 

Elvis Pressluft

1. Juli 2020 20:50

Falls ich das zuvor Gesagte noch kurz annotieren darf: Manchen hier, allererst GK, wird die Behandlung Reinhard Günzels noch präsent sein … von dort aus führt eine üble Kontinuität zur jetzigen „Säuberung“. Dem jetzigen Kommandeur des KSK sagt der § 12 Soldatengesetz offenbar nichts; als kleiner W15er mußte ich ihn zwangsläufig verinnerlichen. Die Situation aller patriotischen Kameraden in der Truppe ist bedroht. Daß dies politisch so gewollt ist, bedarf keiner Diskussion. Nach 16 Jahren Merkel-BRD wird fast nichts mehr erhalten sein, das man in irgendeinem positiven Sinne mit dem Namen Deutschland verbinden konnte. Was bleiben könnte, hat HB auch schon kürzlich treffend analysiert; man kann es verkürzend (!) auch innere Emigration nennen – sich selbst und Anderen treu bleiben und hoffen, daß die allerletzte Brandmauer hält. Denken, glauben, den hellen Wahn als solchen erkennen, den das System als „Vernunft“ feilbietet. Bessere Angebote scheint derzeit niemand vorlegen zu können, wie auch. Solange das noch jemand tut, bleibt die Herrschaft des Falschen und Unwahren bedroht.

RMH

1. Juli 2020 21:27

@Elvis Pressluft,

Sie dürfen gerne auch noch den § 15 Abs. 4 Soldatengesetz hinzufügen. Was wir seit einiger Zeit erleben, ist die (rechtswidrige) Einführung von Politruks unter dem Vorwand einer angeblichen "Extremismusbekämpfung".

Der SPON schreibt heute doch glatt über einen "demografischen Genozid" an Uiguren durch Zwangs-Geburtenkontrolle und Migration von Chinesen.

In Deutschland wurde Kinderfeindlichkeit unter dem Deckmantel der Selbstverwirklichung gepredigt und gleichzeitig wurden kinderfreundliche Migranten angesiedelt - dient bei uns dann aber nur der Lösung des selbst geschaffenen demografischen Problems, rettet die Rentenkassen und ist Menschenfreundlichkeit, sprich purer Humanismus.

So langsam müsste es doch jedem dämmern, dass er permanent nach Strich und Faden verarscht wird (sorry, andere Wortwahl ist hier leider nicht möglich).

 

heinrichbrueck

1. Juli 2020 22:55

@ tearjerker

„Die Deutschen wollen das.“ - Es gab drei Regierungswechsel, Machtwechsel eher nicht, zumindest global betrachtet: 1918, 1933, 1945. Seit 1945 war das Wollen vorgegeben. Diskussionen? Die Nationalsozialisten diskutierten marxistische Gesellschaftskonzepte? Nach 1945 haben sich CDU-Zeiten mit SPD-Zeiten abgewechselt, ein kontinuierliches Minusgeschäft ohne Unterschied. Das System erzeugt Armut, betreibt Bevölkerungsaustausch, und diese Politik wird tatsächlich gemacht. Die sichtbaren Inszenierungen betreiben Ideologievermittlung, „an der politischen Willensbildung des Volkes mitzuwirken“, keine Politik im eigentlichen Sinne. Gauland oder Dschungelcamp, es gibt keine Diskussionen. Solange die Umvolkung läuft, werden die Demokratiebringer äußerst spendabel vorgehen. Über Ideologie (eigene Weltanschauung) und Geld (Waren im Überfluß) wäre zu reden.

Gracchus

2. Juli 2020 00:35

Der Titel ist treffend. Der erste Satz auch. Vielen ist das moderne Leben halt zu kompliziert, und die Deutschen haben nunmal keine starke liberale Tradition - andererseits betrifft diese Regression sämtliche westliche Länder. In anderen Kulturen spielt so ein Konzept wie der "mündige Bürger" m. E. nun überhaupt keine Rolle. 

Mir scheint, gesamtgesellschaftlich befindet man sich in der Pubertät. Zur Pubertät gehören auch hypermoralische Phasen. Man kann auch bei diesen ganzen Aktionen - freudianisch gesprochen - eine Allianz von Über-Ich und Es beobachten. Das Ich als vermittelnde Instanz bleibt völlig auf der Strecke. 

 

 

Laurenz

2. Juli 2020 08:38

@heinrichbrueck @ tearjerker

Finde, heinrichbrueck, das haben Sie exorbitant gut geschrieben. 

Zitat-Solange die Umvolkung läuft, werden die Demokratiebringer äußerst spendabel vorgehen.-Zitatende

Im Prinzip haben es hier die "Demokratiebringer" wirklich leicht. 

Ein Beispiel.

Klamotten-nähen ist nach wie vor nicht automatisiert. Noch liefern wir, aus Deutschland heraus, teuer die besten Industrie-Nähnadeln in die ganze Welt. 

Ein Hemd erster Qualität, bei uns im Laden für 90-100 Euro aufwärts, geht in Asien für 5 US$ aus dem Werk raus. Das ist Sklaverei. 

Und wir importieren beides, das Hemd & die Sklaverei.

Ein gebuertiger Hesse

2. Juli 2020 10:53

@ Laurenz

"Die staatlich herbeigeführte Corona-Krise hat die Gesellschaft nicht wirklich verändert. Die Intelligenten sind immer noch intelligent und die Blöden sind immer noch blöd. Beides zeigt sich durch die Krise nur deutlicher."

Ha! Aussagen wie diese haben genau den Schmackes, den man in dieser Zeit immer wieder braucht. Es geht nichts über ein kurzes, schallendes Lachen, das einen durchfährt.

Franz Bettinger

2. Juli 2020 11:40

Ein Freund konnte sich neulich nicht verkneifen, bei der Staatsanwaltschaft in goßer Runde (nachdem Angst vor der Zweiten Welle aufkam) zu sagen: "Ach, wir brauchen uns keinerlei Sorgen zu machen. Sind wir erstmal alle wie mein Haushund gechipt, geimpft und entwurmt, hat der Spuk bald ein Ende. Wetten?" Die Folge war betretenes Schweigen. Tja, die ironische Übertreibung scheint immer noch zuverlässig zu funktionieren. Witz, Humor und Ironie sind Wunderwaffen. Unschlagbar! Üben!  

Franz Bettinger

2. Juli 2020 12:16

@Laurenz: Du beklagst bei Links einen Mangel an Logik? Ist überflüssig! Es wird sofort klar, wenn du statt Rasse das Wort Hexe setzt. Man kann durchaus sagen: „Es gibt keine Hexen, und deshalb sind wir gegen Hexen-Verfolgung.“ Nur Logiker haben damit Probleme; normale Menschen nicht. Die wissen, was gemeint ist. Einmal wird aus dem eigenem Blickwinkel argumentiert (also: es gäbe keine Rassen, keine Unterschiede zwischen den Menschen und dergleichen Unsinn mehr); ein andermal geht man auf die Ansichten des Gegners ein (der meint, es gäbe Rassen, dafür keine Gender; letzteres sei ein Konstrukt). Man kann mit deiner Taktik (die auch oft meine ist) zwar vor den meisten (meist dummen) Linken punkten und das Umfeld beeindrucken - allein darauf kommt es an! - ja, das Umfeld sogar gewinnen (Humor zieht immer), aber eine ernsthafte Diskussion ist so nicht möglich. Man muss schon verstehen WOLLEN, was der andere sagen möchte. Zugegeben, verstehen wollen ist in der Politik schon lange aus der Mode, und deshalb: Hau den Lukas!

Franz Bettinger

2. Juli 2020 13:14

Als Gesundheitsfürsorge getarnt, droht uns die Diktatur unter dem Deckmantel der NWO. Um eine sachliche Diskussion zu erzwingen, hat der Medizin-Journalist Hans U. P. Tolzin jetzt ein Preisgeld von 100.000 € für den Beweis ausgesetzt, dass Atemwegserkrankungen von einem Coronavirus verursacht werden können. - Ich erinnere daran, dass der Virologe Dr. Stefan Lanka einen ähnlichen Prozess (das Masern-Virus betreffend) gewonnen hat. Es konnte wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden, dass Masern durch ein Masernvirus ausgelöst werden. Diese Rigorosität und Grundsätzlichkeit in der Forderung nach Beweisen (evidence based medicine) ist dringend nötig, denn die Medizin ist seit langem fast nur noch eine geldgetriebene Schurkerei. Ich rate jedem angehenden Mediziner, sich ernsthaft mit Epidemiologie zu beschäftigen (Sacket, Tugwell). Es ist nämlich ein herrliches Gefühl, auf sicherem Boden zu stehen.

Franz Bettinger

2. Juli 2020 13:46

@Humor

@Freunde, verzeiht, wenn es momentan mehr Beiträge von mir hagelt, aber das Fass läuft über. - Wer hätte das gedacht? Maskenpflicht im Bayerischen Landtag besteht nicht, weil die Abgeordneten keinen Aufträgen, sondern nur ihrem Gewissen unterworfen sind. Und das Gewissen dieser Herrinnen und Herren sagt: 'Nee, Maske ist blöd'. So begründete in der Tat die Frau Landtagspräsidentin Ilse Aigner den maskenlosen Landtagszirkus. 

Wortlaut: "Sehr geehrter Herr X,  Sie hatten nachgefragt, weshalb für die Abgeordneten des Bayerischen Landtags keine Maskenpflicht angeordnet wurde, wie sie für alle anderen Personen gilt, die sich im Landtag aufhalten. Meine Antwort: Eine Pflicht, im Parlamentsgebäude Schutzmasken zu tragen, wäre mit der Rechtsstellung der Mitglieder des Landtags nicht vereinbar. Nach Art. 13 Abs. 2 Satz 2 der Bayerischen Verfassung sind Abgeordnete bei der Ausübung ihres Mandates nur ihrem Gewissen unterworfen und an Aufträge nicht gebunden." Das ist der Hammer. Aber die Bayern schlafen weiter.

Alexis

2. Juli 2020 14:23

Leider ist die AfD in ihrer derzeitigen Führung unter Meuthen nicht in der Lage, diesem ganzen Wahnsinn wirklich etwas entgegenzusetzen.

Viele von uns haben gar nicht wirklich begriffen, wie sehr Meuthen und seine Gefolgschaft der Partei bereits geschadet haben. Das geht sogar weit über Meuthens Krieg gegen Kalbitz und den Flügel hinaus. Meuthen und seine Unterstützer haben die AfD wirklich komplett lahmgelegt und rhetorisch-inhaltlich weichgespült.

Die AfD unter Meuthen ist doch noch nicht mal fähig, den Bevölkerungsaustausch und die Minderheitswerdung der Deutschen klar und deutlich zu artikulieren. Die meisten Deutschen wissen doch nicht mal, dass sie zur Minderheit im eigenen Land werden. Warum sollten sie dann die dann überhaupt auf die Idee kommen, die AfD zu wählen?!

Wie ich vor geraumer Zeit bereits anmerkte, ist die AfD momentan die mit Abstand wirkmächtigste rechte Kraft in Deutschland. Daher ist es einfach nur fatal, dass die AfD - dank Meuthen und Co - ihre ganzen Möglichkeiten mit ihren 17 Parlamentsfraktionen, Strukturen und Finanzen weitestgehend ungenützt lässt.

 

 

Ein gebuertiger Hesse

2. Juli 2020 14:38

@ Bettinger

Wenn Aigner das, was Sie zitieren, wirklich gesagt hat, ist es ein Schlag ins Gesicht all jener anderen, die ebenfalls keine Maske tragen wollen, dies aber nicht dürfen, da sie in Gesundheitsdingen nicht die gleiche Gewissensentscheidung treffen dürfen wie Landtagsabgeordnete. Was diesen ein "Auftrag", dem sie nach Gutdünken gehorchen können oder auch nicht, ist für alle anderen eine Pflicht. Irre. Hier sind wir bereits in der "Dann sollen sie doch Kuchen essen"- bzw. "Wer Jude ist, bestimmen immer noch wir"-Abteilung. Allerdings ist das eine Steilvorlage zur Desavouierung der Polit-Hypokrisie. Möge sie weidlich genutzt werden.

RMH

2. Juli 2020 15:13

@Alexis,

Was hat jetzt Meuthen mit dem Artikel zu tun, außer dass Sie ihn zum Anlass nehmen, Ihre hinlänglich und wiederholt kund getane Aversion gegen Meuthen auszubreiten?

Wie ich schon einmal geschrieben habe, ist bei der AfD aktuell Dr. Curio "last man standing" - aber den wollten ja weder die Meuthen-Fraktion noch der Flügel im Vorstand.

Unabhängig davon möchte ich den heutigen Artikel von R. v. Loewenstern auf Achgut zum Thema Rassismus allen empfehlen.

ratatoskr

2. Juli 2020 16:05

Ein sehr gelungener Artikel mit tollem Kommentariat! Weiter so!

Von mir nur ein Link zu einer sehr umfangreichen Faktensammlung:

https://swprs.org/covid-19-hinweis-ii/

Etwas runterscrollen zum Abschnitt "Studien zur Letalität von Covid-19".

Warum warten, sehr geehrter @Majordomus? Die verfügbaren Zahlen sprechen eine sehr deutliche Sprache!

Zum Stand der Gärung des Widerstandes kann ich nur aus meinem kleinen Umfeld im Schweizer Rheintal berichten:

Es gärt allerorten und zwar gewaltig!

Grüsse aus der Schweiz

Alexis

2. Juli 2020 17:06

@RHM

Ich habe keine Aversion gegen Meuthen, sondern viel mehr gegen ein bestimmten Flügel innerhalb der AfD, der sich früher hinter Frauke Petry versammelte und sich heute hinter Meuthen versammelt. Und diese Aversion hat gute Gründe. Denn diese Leute  - und ich beobachte die AfD nun schon lange sehr genau - haben seit Jahren die AfD nur lahmgelegt,  ans System anzupassen versucht, zersetzt und auf sonstige Weise behindert. Jeder Landesverband, den diese Leute übernommen haben, ist praktisch nahezu inaktiv. Da passiert nahezu nichts mehr.

Diese Leute sind verantwortlich dafür, dass ein Mann wie Björn Höcke, vor dem sich das Establishment sicher nicht grundlos fürchtet, nur in die zweite Reihe der Partei gedrängt wurde - und dafür jemand wie Meuthen, der ständig linke Begrifflichkeiten ("gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit") gebraucht (und wahrscheinlich auch in diesen Begriffen denkt), keine dem ganzen Ausmaß der Entwicklungen angemessene Kritik äußern kann und keinerlei politische Strategie für die Partei hat, und auch keine erkennbare Vision für ein neues Deutschland, keinen erkennbaren Gegenentwurf zum Status Quo.

 

 

 

Alexis

2. Juli 2020 17:26

@RHM Und um ihre Frage zu beantworten, was das Gebaren der AfD mit dem Artikel zu tun habe - nun:

 

Herr Bosselmann thematisiert etwas, was ich schon seit Jahren wahrnehme, nämlich die zunehmende Radikalisierung der linken Eliten und den Beginn einer neuen Ära.

Da stellt sich die Frage, wie sich die Opposition oder die politische Rechte (beide Begriffe sind im "Westen" praktisch synonym) gegenüber dieser Entwicklung verhält. Und der wohl bedeutendste und wirkmächtigste Teil dieser Rechten ist in Deutschland nun einmal die AfD.

Und die Antwort darauf ist: Schlecht. Die AfD verhält sich schlecht. Während sich die Linke nicht nur in Deutschland in den letzten Jahren immer weiter radikalisiert, hat sich die AfD unter der Ägide Meuthens und des "gemäßigten" Flügels der AfD, der entgegen der medialen Darstellungen die Partei nach wie vor dominiert, immer weiter "gemäßigt", sich an den Mainstream angepasst. Dieser Kurs wurde auch mit dem Vorwand der Vermeidung einer Verfassungsschutz-Beobachtung forciert, selbstverständlich vergebens, was auch jeder, der die Arbeitsweise und Funktion des Verfassungsschutzes verstanden hat, vorher wusste. Zudem strebte dieser Teil der AfD auch auf Teufel komm raus eine Koalition mit der Staatspartei der BRD schlechthin - der CDU - an, was an sich schon Ausdruck von völligem Realitätsverlustes ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

Laurenz

2. Juli 2020 23:35

@Alexis

Sie haben natürlich Recht mit der Einschätzung der liberalen Weichspüler in der AfD. Der Glaube von Pazderski & Co., die CDU würde auf eine Mainstream-AfD zurückgreifen und auf einen solchen Koalitions-Partner gewartet haben, ist, gelinde gesagt, wahnwitzig. Die CDU hat selbst alle Konservativen, die sie mal hatte, kaltgestellt. Eher koaliert die CDU mit Die Linke, es werden ja sogar SED-Leute als Verfassungsrichter akzeptiert. Die AfD muß natürlich kontrastieren, und aus eigener Kraft Mehrheiten gewinnen. Und da das alles im Grunde klar ist, erachte ich die liberalen Weichspüler der AfD als trojanische Pferde der Mitbewerber.

Franz Bettinger

2. Juli 2020 23:36

@Alexis u.a.: Ich weiß nicht, ob’s jemand bemerkt hat, aber im Saarland wurde die ans System angepasste, korrupte und intrigante Dörr-Clique endlich geschasst und damit der Weg frei gemacht für die bisher kaltgestellten Basis-Demokraten, die Tacheles reden und die statt gekauften Delegierten den AfD-Mitgliedern volle Mitbestimmung geben werden. Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer für die AfD im Saarland. 

Volksdeutscher

3. Juli 2020 09:49

"Der einzige Opponent soll neutralisiert werden."

Wenn damit die AfD gemeint sein soll, dann muß hinzugefügt werden, daß sie dabei ist, sich selbst durch ihre feige Politik zu neutralisieren und ihren Feinden bei diesem Vorhaben in die Hände zu spielen. Keiner erhebt seine Stimme gegen die stattfindende Umvolkung, keiner klagt die liberalbolschewistische Einheitsfront im Bundestag an, keiner beschuldigt sie, das eigene Volk abschaffen zu wollen, um sie in die Verteidigungshaltung zu zwingen. Keiner spricht von der ethnischen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Vernichtung des deutschen Volkes, keiner sprich von der beabsichtigten Auslöschung der Zivilisation des weißen Mannes in europäischen Dimensionen, obwohl die sog. Quotenlösung für die Verteilung aufgenommener Eindringlinge dafür der richtige Stoff wäre. Gejagt werden nicht die politischen Gegner und Feinde, sondern die unliebsamen Erfolgreichen innerhalb der eigenen Reihen...

Diese Behauptungen in verschiedenen Variationen müßten wiederholt werden am laufenden Band bei Parlamentsreden und öffentlichen Demonstrationen von früh bis spät. Warum gibt es keine bundesweiten Demonstrationen gegen den Volksaustusch? Nichts geschieht. Wer oder was zwingt die AfD dazu, sich zurückzunehmen? Warum erlaubt sie sich diese Passivität? Mit Neutralisierung von außen kann man die Erscheinung also auch nicht einfach abtun und entschuldigen.

Alexis

3. Juli 2020 10:19

Ausgerechnet Rüdiger Lucassen, Landessprecher der AfD-NRW, bringt sich selbst in Stellung als Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion. Presse Augsburg: Lucassen fordert Ende der Doppelspitzen in der AfD. Er „habe Akzeptanz bei den Landessprechern im Osten wie im Westen“

Wenn das wirklich zutrifft, frage ich mich, wie es um die AfD-Landesvorstände im Osten eigentlich bestellt ist - ob diese unter Masochismus leiden.

Wer Lucassen nicht kennt: Lucassen steht einem Landesvorstand vor, der fast ausschließlich aus ehem. Pretzell- und Petry-Anhängern besteht.
n.

Im März forderte Lucassen in einem Brief die Auflösung des Flügels - was ja auch dann tatsächlich erfolgte. https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2020/nrw-afd-fordert-aufloesung-des-fluegels/

Lucassen ist wirklich sehr ans "System" und den linksgrünen Mainstream angepasst.

Der von ihm geführte NRW-Landesverband ist einem wirklich katastrophalen Zustand. Der Verband ist praktisch ein Totenschiff. Ein Debakel bei der kommenden Kommunalwahlen sind heute bereits absehbar. Es müsste schon mit einem Wunder zugehen, wenn die AfD-NRW mehr als 5% der Stimmen erhalten würde.

Fortsetzung folgt...
 

Alexis

3. Juli 2020 10:26

Der Vorstoß Lucassens muss im Zusammenhang mit dem sog. "Brandbrief" eines AfD-Bundestagsabgeordneten gesehen werden, über den die Mainstream-Medien vor wenigen Tagen berichteten.

https://www.tagesschau.de/investigativ/hsb/afd-fraktion-111.html

In diesem Brandbrief, dessen Urheber natürlich anonym blieb, wurde die Fraktionsspitze um Gauland und Weidel frontal attackiert, und zudem auch Gaulands und Weidels Positionierung gegen den Rauswurf Kalbitz als "unkollegial" kritisiert. Dieser Brandbrief kam also ganz klar aus um Umfeld des gemäßigten, systemangepassten Flügels um Meuthen.

Die Strategie dahinter ist offenkundig. Man muss kein Machiavelli sein, um zu durchschauen, welches schmutzige Spiel hier gespielt wird: Gauland und Weidel sollen als Fraktionsvorstand demontiert werden, und anschließend soll der angepasste Meuthen-Freund Rüdiger Lucassen als neuer Fraktionsvorsitzender installiert werden.

Das Ganze zeigt, wie der der "gemäßigte" Flügel rund um Meuthen zielgerichtet die gesamte Partei zersetzt - ohne Rücksicht auf die Außenwirkung der Partei.

Alexis

3. Juli 2020 11:00

@Volksdeutscher

Ihren Kommentar hätte ich fast übersehen. Sie haben mit ihren Ausführungen absolut recht. Sie haben aus meiner Sicht das Hauptproblem der AfD angesprochen.

Das meinte ich, als ich in meinem ersten Kommentar in diesem Faden schrieb:  "Die AfD unter Meuthen ist doch noch nicht mal fähig, den Bevölkerungsaustausch und die Minderheitswerdung der Deutschen klar und deutlich zu artikulieren. "

Hinzu kommt, dass die AfD auch nicht fähig ist, diese Verdrängung angemessen moralisch zu veurteilen.

Dabei ist diese Verdrängung die alles entscheidende, alles anderes überragende Entwicklung, gegen die alle anderen Fehlentwicklungen, so entsetzlich sie auch sein mögen, geradezu unbedeutend sind. Denn wir eine Minderheit geworden sind, ist ohnehin alles andere egal.

Eigentlich müsste die AfD überall im Land Demonstrationen gegen die drohende Minderheitswerdung veranstalten. Sie müssen Aufklärungsveranstaltungen abhalten, in dem über die demografische Entwicklung aufgeklärt würde. Sie müsste die Tatsache, dass die Deutschen zur Minderheit werden, in all ihren Reden immer wieder und wieder einbauen.

Dies ist eine Kritik, die ganz grundsätzlich auch für den rechten Flügel der AfD gilt. Auch Höcke und Kalbitz sprechen die Minderheitswerdung der Deutschen viel zu wenig an.

Volksdeutscher

3. Juli 2020 12:14

@Alexis

"Dies ist eine Kritik, die ganz grundsätzlich auch für den rechten Flügel der AfD gilt. Auch Höcke und Kalbitz sprechen die Minderheitswerdung der Deutschen viel zu wenig an."

Da muß man Ihnen leider recht geben. Diese Dinge anzuprechen bedürfte eines bestimmten Politikertypus, der politische Inhalte nicht nur verbalisiert, sondern emotionalisiert. Leidenschaftliche Reden, die begeistern, beseelen, mitreißen, werden wir von Politikern nicht erwarten können, die meinen, ständig über Stöckchen springen zu müssen, die der politische Feind hinhält. Anstatt sich rechtfertigen und zu korrigieren einfach kaltschnäuzig antworten oder mit der Schulter zucken.

Bei mir entsteht so langsam der Eindruck, bei der AfD gibt es nur noch angepaßte Leisetreter. Wußten diese Leute nicht, was sie erwartet, wenn sie für jene Werte eintreten, die der politische Feind vernichten will? Ich will von ihnen nicht hören, daß sie Angst haben, weil ihre Familie von liberalbolschewistischen Extremisten bedroht wurde. Ich will von ihnen hören, daß sie in ihrer privaten physischen Bedrohtheit die allgemeine physische Bedrohtheit des deutschen Volkes erkennen und dies in ihren Reden zu artikulieren wissen. Die Umvolkung ist ja nichts Anderes als das Abstreiten des Lebensrechts des deutschen Volkes, sie ist der entfesselte Kampf gegen den physischen Leib der Nation zu ihrer endgültigen Vernichtung.

Alexis

3. Juli 2020 12:34

An Bitte an die Sezession-Redaktion und das Institut

Ich möchte - da Kommentator "Volksdeutscher" dieses Thema so wortreich angesprochen hat, die Gelegenheit nutzen, um etwas zu tun, was ich schon seit langer Zeit tun wollte, und einen "Appell" an Sie richten.

Es ist bekannt, dass das Institut und insbesondere Herr Kubitscheck über Kontakte zu führenden "Flügel"-nahen AfD-Politikern verfügen.

Ich appelliere daher an Sie, auf diese AfD-Politiker einzuwirken, dass sie die Verdrängung der Deutschen klarer und  ansprechen - Ja sie ins Zenstrum ihrer politischen Kommunikation stellen.

Ihnen ist zweifellos bewusst, dass diese Entwicklung die! schicksalsentscheidende ist.

Die patriotischen AfD-Politiker sollten dabei folgenderweise vorgehen:

1. Diese Verdrängung der Deutschen zur Minderheit muss – unzweideutig und leicht verständlich – ausgesprochen werden.

Mit dem bloßen Ansprechen der Verdrängung allein ist es aber nicht getan, da viele Deutsche eine Zukunft als Minderheit im eigenen Land aufgrund jahrzehntelanger Indoktrikation und Gewöhnung mit Gleichgültigkeit betrachten oder sogar gutheißen. Deshalb:

2. Die wahrscheinlichen Negativfolgen dieser Verdrängung zur Minderheit müssen ausgesprochen werden.

3. Diese Verdrängung muss moralisch verurteilt werden - als das moralische Unrecht, das sie ist.

Fortsetzung folgt...
 

 

 

Alexis

3. Juli 2020 12:42

Fortsetzung:

Wie jeder, der auch nur rudimentäre Kenntnisse von Massenpsychologie besitzt, weiß, ist Wiederholung der Schlüssel. Die Botschaft, dass die Deutschen zur Minderheit werden, muss so oft es nur geht verbreitet werden. Sie sollte in jeder Parlamentsrede, in jedem Facebook-Beitrag Erwähnung finden und Demonstrationen unter dem Motto "Stoppt die Verdrängung der Deutschen" sollten stattfinden. Die Verdrängung muss ins Zenstrum der politischen Agitation gestellt werden.

In dieser Frage muss wirklich Klartext gesprochen werden. Es genügt auch nicht, sich hinter methaphorischen Wortmalereien im Sinne von "Deutschland wird aufgelöst wie ein Stück Seife unter Wasserstrahl" oder "Abschaffung Deutschlands" zu verstecken.

Wir können hier nicht auf Leute wie Meuthen und seine Bundesvorstandsmehrheit warten. Denen scheint die Zukunft der Deutschen ohnehin relativ egal zu sein.

 

Volksdeutscher

3. Juli 2020 13:17

@Alexis

"In dieser Frage muss wirklich Klartext gesprochen werden. Es genügt auch nicht, sich hinter methaphorischen Wortmalereien im Sinne von "Deutschland wird aufgelöst wie ein Stück Seife unter Wasserstrahl" oder "Abschaffung Deutschlands" zu verstecken."

So ist es. Denkt man zurück an die Anfänge mancher Politiker der AfD, da redeten sie von "unserem Land", wo sie von "unserem Volk" hätten sagen müssen. Auch im konservativen Lager versteckte und versteckt man immernoch gerne den besonderen hinter dem allgemeinen Begriff. Jeder weiß es aaber inzwischen, daß es um die Zerstörung des physischen Leibes der Nation geht.

"Leib bin ich und nichts außer dem." (F. Nietzsche)

Nehmen wir Nietzsches Behauptung ernst. Denn wenn das so ist, dann dürfte einem jeden von uns klar sein, daß sowohl Geist als auch Seele, die von diesem Leib beherbergt werden, nach seiner Zerstörung ebenfalls zerstört werden: damit würden folgerichtig alle geistigen und seelischen Leistung von Deutschen, die sich bislang in Kunst, Wissenschaft, Emotionalität, Sprache und Gebräuchen erkennbar machten, eins für allemal vernichtet.

 

Alexis

3. Juli 2020 14:11

@Volksdeutscher

"... um sie in die Verteidigungshaltung zu zwingen. "

 Auf diesen Aspekt möchte ich noch genauer eingehen. Es ist tatsächlich so, dass sich die AfD in die Verteidigungshaltung zwingen lässt, in eine moralische Defensive.

Die Diskurshoheit der kulturmarxistischen Linken ist immer auch eine moralische Diskurshoheit. Die Linken dominieren nicht nur die Debatte mit ihren Positionen und Narrativen, sie stellen ihre Position als die einzige moralische dar.

Die politisch-mediale Elite fahren eine Strategie der moralischen Dämonisierung gegen die AfD. Sie bezeichnen die AfD ständig mit moralisch abwertenden "Nazis", "Rassisten", "Menschenfeinde" u. v. m. - d. h. also als unmoralische Menschen.

Die AfD hat dem leider überhaupt nichts entgegenzusetzen. Die Fokkussierung auf die Verdrängung der Deutschen und deren moralische Verurteilung wären eine ideale Möglichkeit für die AfD, in die Gegenoffensive zu gehen.  In meinem Kommentar von dem leider nur der zweite Teil freigeschalten wurde, schrieb ich daher, dass die Verdrängung auch moralisch verurteilt werden müsse.

Alexis

3. Juli 2020 14:32

Fortsetzung...

Höcke hat heute einen Facebook-Beitrag veröffentlicht, in dem er den Spieß versucht umzudrehen:

https://de-de.facebook.com/Bjoern.Hoecke.AfD/photos/a.1424703574437591/2677172125857390/

Aber auch hier schafft Höcke es nicht, die Verdrängung der Deutschen klar auszusprechen - sondern schreibt stattdessen:

Auch das Vorantreiben einer grundlegenden Veränderung unserer Gesellschaft, wie dies durch den Massenzuzug aus kulturfremden Ländern geschieht, ist eine extreme Politik.

Wie es besser geht, zeigte Peder Jedsen, a.k.a. "Fjordmann", schon vor knapp 10 Jahren: (https://sezession.de/29432/aktuelles-zu-fjordman)

Meinung nach sind die Anhänger der Masseneinwanderung aus nicht-europäischen Ländern die eigentlichen Extremisten - und nicht etwa ihre Gegner. Oder ist es etwa nicht extrem, die einheimische Bevölkerung durch eine andere zu ersetzen, wie es heute in vielen Teilen Europas geschieht?

Es gibt kaum eine radikalere Ideologie als jene, die darauf abzielt, über einen ganzen Kontinent hinweg den indigenen Bevölkerungen das Recht auf ihre Heimatländer zu nehmen, und anschließend jeglichen Widerstand gegen eine solche Politik zu unterdrücken.

Volksdeutscher

3. Juli 2020 16:21

@Alexis

"Die AfD hat dem leider überhaupt nichts entgegenzusetzen."

Das sehe ich anders. Ich möchte es so formulieren: Die AfD setzt dem nichts entgegen, sie betreibt eine Schönrederei, versucht andauernd, den feinen Kerl herauszukehren je mehr ihre Feinde sie beschimpfen. Vor wem will sie gut da stehen? Wem will sie um jeden Preis gefallen? Wer hindert sie daran, eine härtere, kämpferischere, herausfordernde Sprache anzuschlagen? Kampfbegriffe und Kampflitaneien müßten her und freilich solche, die diese für den politischen Gebrauch erst schreiben. Jede Rede sollte aufgebaut werden wie eine Anklage, die dem politischen Feind eine böse Absicht unterstellt, sich folgerichtig nicht darum kümmert, ob die Behauptung wahr ist oder nicht. Das wären Sätze von der Sorte wie dieser:

"Sie wollen mit den von ihnen begangenen Brüchen nationaler und internationaler Gesetze, sowie der Afrikanisierung und Islamisierung Deutschlands vier Fliegen auf einen Schlag treffen: die physische, kulturelle, politische und wirtschaftliche Vernichtung der deutschen Nation und mit der Verteilung der Invasoren unter den Mitgliedstaaten nach Quoten die endgültige Zerschlagung der europäischen Zivilisation."

Die AfD bräuchte einen rethorisch begabten Propagandachef - im Ernst!

 

 

Volksdeutscher

4. Juli 2020 02:47

@Alexis

"Die politisch-mediale Elite fahren eine Strategie der moralischen Dämonisierung gegen die AfD. Sie bezeichnen die AfD ständig mit moralisch abwertenden "Nazis", "Rassisten", "Menschenfeinde" u. v. m. - d.h. also als unmoralische Menschen."

Daß es so ist, ist eine Sache. Aber seit wann weiß man das schon? War das in den 30-er Jahren des 20. Jahrhunderts etwa anders? Und trotzdem hatte man sie bekämpfen können. Ich will nicht klüger sein, als jene in der AfD, die Tag ein, Tag aus den übelsten Beschimpfungen ausgesetzt sind, aber mir geht ihre verschüchterte Vornehmtuerei auf den Geist. Ich möchte ihnen dennoch den Tipp geben, auf solche verbalen Attrozitäten nicht mit Betroffenheit, sondern mit Gelassenheit zu reagieren.  Wenn man schon als Rassist/Faschist/Nazi/Antisemit beschimpft wird, dann kann es eigentlich nicht mehr schlimmer werden, oder? Das Wirksamste, was ich kenne, ist die frontale Leugnung einer Behauptung in solchen konfrontativen Situationen. Anstatt die Verteidigungshaltung einzunehmen und zu sagen "wir sind keine Faschisten", sage man fortan "es gebe keinen Faschismus". Man darf nicht zu geistreich diesen Figuren gegenüber sein, das legen sie einem als Schwäche und Anpassungsversuch aus. Es ist durchaus möglich, solche rethorischen Puzzles im voraus herzustellen und bei Bedarf an Ort und Stelle einzusetzen. Durch die Plötzlichkeit wirkt das sehr frappant und schlagfertig und beim Volk kommt das auch noch sehr gut an.

Maiordomus

4. Juli 2020 13:13

@Volksdeutscher. Nietzsches Satz "Leib bin ich und nichts ausser dem" wird von dessen Existenz als geistiger Persönlichkeit mit Nachwirkung bis heute konterkariert. Den Satz wohl nicht als Glaubensbekenntnis nehmen. Präziser könnte man sich auf Thomas von Aquin berufen, welcher den Tod als Trennung von Seele und Leib, das Eingehen der Leiblichkeit, schwer zu widersprechen als "grösstes physisches Übel" bezeichnete. Das Verschwinden des Leibes als "grösstes physisches Übel" scheint mir  für die Intention Ihres Kommentarbeitrags schlimm genug. Mit dem Nietzsche-Zitat ist es nicht noch metaphysisch zu überhöhen. Dabei wäre der Begriff "Volkstod" nur eine metaphorische Analogie. Heinrich Heine aus dem Pariser Exil:  "Denk ich an Deutschland in der Nacht,/Bin ich um den Schlaf gebracht." Einige Zeilen weiter unten über seine Mutter: "Das Vaterland wird nicht verderben,/Jedoch die alte Frau kann sterben." Dabei mögen Sie vermutlich recht behalten mit:  "Die Lage war noch nie so ernst wie heute" (Adenauer).

Volksdeutscher

4. Juli 2020 18:19

@Maiordomus

"Den Satz wohl nicht als Glaubensbekenntnis nehmen."

Es ist für meine obige Betrachtung nicht maßgeblich, wie die Philosophie über Nietzsches Gedanken reflektiert, wie sie diese interpretiert. In einfacheren Worten: man liest den Gedanken rein formal als einen Gedanken, dessen Inhalt man erst freilegen muß. Oder wenn es Ihnen besser gefallen sollte: jener Gedanke Nietzsches brachte mich auf den obigen Gedanken....

Ich bin der Ansicht, daß ich mit meiner Annahme nicht falsch liege, wenn ich behaupte, daß, wenn der physische Leib der Nation zerstört ist,  Seele und Geist der Nation mit zerstört werden. Eine drastischere Beschreibung: sollte es den Globalisten gelingen, die deutsche Nation durch Afrikanisierung und Arabisierung auszulöschen, so daß am Ende dieses Vernichtungsprozesses im Großen und Ganzen ein negroid aussehendes Volk entstünde, würde damit nicht nur der physische Leib des Deutschtums verschwunden sein, sondern mit ihm auch die deutsche Seele und der deutsche Geist, und selbstverständlich alle Möglichkeiten und Fähigkeiten, die von ihnen in Abhängigkeit standen. Die ethnische Frage ist daher die alles entscheidende Frage der Gegenwart. Sie müßte im praktischen Politisieren der AfD nicht nur an vorderster stehen, sondern es müßten auch die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Aspekte daran ausgerichtet, ja sogar dem Prinzip des Ethnischen untergeordnet sein.

Laurenz

4. Juli 2020 18:30

@Maiordomus @Volksdeutscher 

Ihr Philosophen seid immer so theatralisch. Unsere (geographische & politische) Lage in Zentral-Europa, günstig, wie ungünstig, viele Nachbarn auf unserem Land, war schon schlimmer. Früher demütigte man uns wegen unserer Wirtschaftskraft, aber da die vielen Feinde um uns herum selber jemand waren, wurden wir als das, was wir sind, Deutsche, ausgegrenzt. Heute sind unsere Feinde immer noch gegenwärtig, sind aber, wie wir niemand mehr. Die neue Demütigung besteht aus einer Vernichtung jeglicher Identität. Der neo-sozialistische Mensch darf keine Identität sein eigen nennen. Die historischen Bolschewisten sprängen im Dreieck vor Freude, ob des späten Sieges. Aber, Maiordomus, Sie wissen doch so gut, wie ich .... alle diejenigen, die extrem polarisieren, erschaffen gleichzeitig das Gegenteil dessen, was sie beabsichtigen. Es ist eben nur noch nicht genug polarisiert worden. Aber ich bin im Grunde guter Dinge. Gemäß HB entspannt widerstehen.

Franz Bettinger

5. Juli 2020 02:25

@Volksdeutscher: Bravo! Sie haben recht: Die AfD hat lange den feinen Kerl herausgekehrt; den besonnenen, toleranten Parlamentarier, der sich nicht auf das Gossen-Niveau der Grünen begibt. Es hat nichts genutzt. Unsere Reden werden nicht in den Acht-Uhr-Lügen des Öffentlichen Brechfunks gebracht; der Bürger nimmt unsere Gladiatoren kaum wahr. Das ist nicht die Schuld der AfD, aber ein Fehler, und jetzt reicht’s. Ein Strategiewechsel muss her! Und dann müssen immer wieder, immer wieder Sätze wie dieser rausgehauen werden:

„Sie in der Regierung wollen mit den von ihnen begangenen Verbrechen und den Brüchen nationaler und internationaler Gesetze, sowie mit der Afrikanisierung und Islamiesierung Deutschlands etliche Fliegen auf einen Schlag treffen. Sie befördern es nicht nur, nein, sie wollen mit voller Absicht die kulturelle, wirtschaftliche und am Ende die physische Vernichtung unseres Volkes; und mit der Verteilung all der Invasoren unter den Mitgliedstaaten nach Quoten wollen Sie die endgültige Zerschlagung der europäischen Zivilisation. Das ist Ihre Absicht, das wollen Sie, nicht weniger als das!"

Mit solchen Reden im Bundestag käme die AfD in die Schlagzeilen (oder vor Gericht, was dasselbe ist). Die AfD brauchte einen rhetorisch begabten Propagandachef! 

Götz Kubitschek

5. Juli 2020 13:39

badeschluß.

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