5. Juli 2020

Sonntagsheld (152) – Im Kampf gegen die Windmühlen-Partei

Till-Lucas Wessels / 32 Kommentare

An der Saale hellem Strande...

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

Gegen Windmühlen zu kämpfen ist ja schon anstrengend. Aber versuchen Sie mal, diese störrischen Gebilde mit Worten zu überzeugen. Gerade im nun beginnenden Hochsommer ein nahezu aussichtsloses Unterfangen: Egal wie fundiert die eigene Argumentationslinie ist, es kommt einem am Ende hauptsächlich heiße Luft entgegen.

Immerhin: Wer eine Windmühle betreibt, ist wenigstens in der Lage, die Beliebigkeit seiner Position sinnvoll zu nutzen – das sprichwörtliche Fähnchen, welches in die laue Luft gehangen wird, schneidet da schlechter ab.

Ich habe es ja in der Überschrift schon angedeutet: Die Windmühle, das ist übrigens die AfD – oder: Mindestens der Teil derselben, dem man jeden Monat aufs neue vergeblich die Relevanz des politischen Vorfelds erklären muss.

Als der Musiker Chris Ares Ende Juni verkündete, im sächsischen Bischofswerda ein patriotisches Zentrum aufbauen zu wollen, war die Aufregung groß. Die Empörungsindustrie reagiert, das ist einstweilen nichts neues. Aber zwischen das empörte Gezwitscher vieler linker Vögel mischten sich auch Stimmen aus einer ungewohnten Ecke: Alle Fraktionen des Stadtrates sprachen sich gegen das Zentrum aus – auch die AfD.

Um die Tragweite dieser Entscheidung wirklich erfassen zu können, muß man sich vergegenwärtigen: Die Oberlausitz, an deren Rand Bischofswerda liegt, ist tiefblaues Gebiet: In vielen Gemeinden erzielte die AfD zur Sachsenwahl Ergebnisse jenseits der 30%, die betreffende AfD-Fraktion holte bei der Kommunalwahl fast soviel Stimmen wie Linke, Grüne und SPD zusammen und war damit die stärkste Partei vor Ort.

Die Distanzierung von Ares Projekt ist also, das möchte ich mit dieser Aufzählung verdeutlichen, nicht aus der Not geboren. Sie ist kein Einknicken einer kleinen Truppe, die zu schwach für die Oppositionsarbeit ist, sondern eine klare, deutliche Absage an das eigene politische Lager.

Die Gründe für diesen Schritt sind nicht ganz klar. Ich verzichte darauf, die befremdlichen Äußerungen des örtlichen Fraktionsvorsitzenden Frank Fichte hier aufzudröseln – ursprünglicher Stein des Anstoßes war wohl, daß die örtliche AfD-Fraktion ihrerseits an einem Jugendzentrum mit FDP und CDU arbeitete und nun Konkurrenz von Rechts und sicherlich auch übermäßiges Medieninteresse fürchtete.

Das heißt im Klartext: Die örtliche Alternative möchte lieber als Juniorpartner ein gemeinsames Süppchen mit den Ablegern das Altparteien kochen, als ein gegenkulturelles Eigengewächs auch nur zu dulden. Wie gut diese Entscheidung bei der eigenen Basis ankam, das kann man auf der Facebook-Seite der betreffenden Ortsgruppe nachlesen, oder viel mehr: nicht mehr nachlesen.

Dort wurden inzwischen offenbar alle die Causa betreffenden Beiträge gelöscht. Ich möchte hier nicht groß mutmaßen, aber ich gehe stark davon aus, daß das mit unzähligen wütenden E-Mails und Anrufen zu tun hatte, welche bei der Fraktion in Bischofswerda eingegangen sein dürften. Gut so.

Nun gibt es – wie immer – einige Beschwichtiger, die in der Causa des veritablen Shitstorms, den sich die AfD-Fraktion in Bischofswerda eingebrockt hat, unnötigen Querbeschuß wittern und um Verständnis für die blauen Kommunalpolitiker werben. Diesen harmoniebedürftigen Friedensfreunden lege ich nicht nur den Abschlußsatz aus meinem letztwöchigen Artikel ans Herz, ich stelle für sie auch noch einmal nachdrücklich fest:

Die Maßnahmen der gegenöffentlichen Meinungsbildung sind unser wichtigstes Instrument, um die Integrität und politische Grundsätzlichkeit der AfD von außen sicherzustellen. Dieser Druck von außen ist notwendig und vollkommen legitim, zumindest dann, wenn man den Anspruch der AfD als “Basispartei” ernst nimmt.

Leider gibt es in der Partei immer noch genug Hanseln, die in ihrer leidlich mahlenden Mühle hocken und nicht begreifen, daß der große Blasebalg, der ihnen zuverlässigen Aufwind unter die Flügel bläst, jene Gegenkultur ist, welche auch von Künstlern wie Chris Ares getragen und vor allem ausgebaut wird.

Die meisten AfD-Verbände hielten sich in der Sache bedeckt. Das ist zwar keine gute, wenigstens aber auch keine schlechte Entscheidung und im Zweifelsfall die Patentlösung für all jene, die sich eine offene Solidaritätserklärung nicht zutrauen.

Und dann gab es da - wir kommen zur Heldenkür - noch einen Kreisverband, der einen ganz anderen Weg ging. Zu meinem äußersten Wohlgefallen muß der dieswöchige Lorbeerkranz keine allzuweite Reise antreten, denn die Helden wohnen quasi in meiner Nachbarschaft. Mit einem vor Selbstbewußtsein nur so strotzenden Schreiben (in Gänze hier zu finden, ausdrückliche Leseempfehlung) ludt der AfD Kreisverband im Saalekreis Ares ein, sein Zentrum doch einfach nach Sachsen-Anhalt zu verlegen:

“Mit Unverständnis hat der Vorstand des AfD-Kreisverbandes Saalekreis zur Kenntnis genommen, daß die AfD-Fraktion im Stadtrat Bischofswerda zusammen mit den Vertretern der Altparteien gegen ein patriotisches Jugendzentrum gestimmt hat. Der patriotische Sänger Chris Ares wollte ein Kultur- und Kampfsportzentrum errichten – beides uneingeschränkt förderungswürdige Anliegen, krankt unsere Jugend doch daran, sich körperlich kaum noch gegen aggressive Migranten zur Wehr setzen zu können. Wenn wir uns nicht damit abfinden wollen, daß deutsche Kinder und Jugendliche, geschlagen, ausgeraubt, gedemütigt und als "Opfer" verspottet werden, sollten wir sie zur Gegenwehr erziehen. Ebenso notwendig sind kulturelle Identitätsbildung und geistige Wehrhaftigkeit. [...] Der Fall ist für uns klar: Wir haben einstimmig beschlossen, Chris Ares in den Saalekreis einzuladen! Trotz steigender Immobilienpreise gibt es bei uns immer noch zahlreiche günstige und geeignete Immobilien, oft sogar mit interessantem historischem Hintergrund. Im Saalekreis liegt mit Schnellroda bereits eine Zentrale des intellektuellen Widerstandes. Deshalb sagen wir: Chris Ares, komm zu uns! Wir helfen Dir gerne von Anfang an.”


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.


Kommentare (32)

Lotta Vorbeck

5. Juli 2020 19:37

Wenn deutsche Politik auch nur ein Zehntel der Energie, die sie einsetzt, um Deutschland zu schaden, zum Wohle des Volkes einsetzte, wäre Deutschland nah am Paradies und dazu ein bescheidenes Leuchtfeuer für die Nationen des Planeten – so ist Deutschland der betrunkene Zecher, dem jeder mal in die Taschen greifen darf.

Es wäre genau eine Entscheidung weit entfernt, das Recht durchzusetzen, sei es an Grenzen, in Innenstädten oder gegenüber Schleppern und ihren Kunden. Es wäre genau eine Entscheidung weit entfernt, unsäglichen Propaganda-Kampagnen wie die des Familienministeriums einzustellen. Es wäre genau eine Entscheidung weit entfernt, die ausländische Finanzierung diverser hoch gefährlicher NGOs offenzulegen – statt noch die spalterische Hetze mit Steuergeldern zu fördern. Es wäre genau eine politische Entscheidung weit entfernt, den verfluchten Staatsfunk zusammenzustreichen, um der erstickenden Demokratie etwas Raum zum Atmen zu geben.

Dushan Wegner, 30.06.2020

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Niedersachse

5. Juli 2020 19:59

Sollte es tatsächlich zutreffend sein, das die AfD- Fraktion in Bischofswerda zusammen mit den Altparteien gegen das patriotische Jugendzentrum gestimmt hat, so wäre das ein unverzeihlicher Fehler und ein skandalöser Vorgang. Dergleichen kann eigentlich nur mit dem Entzug der Parteimitgliedschaften der betreffenden AfD- Kommunalpolitiker geahndet werden. Eine Partei ist immer nur so gut, wie die Summe ihrer Mitglieder, weswegen es so immens wichtig ist, dass gerade jetzt vernünftige Leute eintreten, die für eine glaubhafte und grundsätzliche AfD stehen.

RMH

5. Juli 2020 22:21

Wenn die Leute vor Ort keinen Bock auf C.A. und sein Zentrum hatten, dann ist das im Sinne der hier so oft gepredigten Subsidiarität einfach auch einmal hinzunehmen und darauf zu vertrauen, dass die dortigen Einheimischen wissen, was sie tun. Wir kennen die Gemengelage, die Hintergründe und die Interessen vor Ort schlicht nicht. Man beklagt die ewige Abgrenzeritis, gibt aber letztlich den fingerzeigenden Super-Aktivisten, der die Direktiven von weis-der-Geier- von welchem Schreibtisch aus geben kann. Was ist das anderes als Spaltung, nur eben mit einem anderen Mittel?

Lasst es doch auch mal gut sein mit diesem ewigen, sich selber anp ...

Echte Solidarität wäre es gewesen, wenn die AfD in SA stillschweigend Herrn Ares bei seinem Projekt eben unterstützt hätte, wenn sie das vor Ort für richtig hält und zum Vorhergehenden einfach mal nichts gesagt hatte - tue Gutes und rede darüber scheinen einige zur sehr zu einer Art Handlungsmaxime gemacht zu haben. Aber manchmal ist Handeln und Schweigen klar besser.

Alexis

5. Juli 2020 22:26

Mindestens der Teil derselben, dem man jeden Monat aufs neue vergeblich die Relevanz des politischen Vorfelds erklären muss.

Genau das meinte ich, als ich hier in der Vergangenheit schrieb, der "gemäßigte" Flügel rund um Meuthen habe keine "Strategie": Sie verstehen einfach nichts von Metapolitik.

In diesem Zusammenhang sei auch auf den letzten Kommentar von "Franz Bettinger" zu einem anderen Artikel verwiesen:

 Unsere Reden werden nicht in den Acht-Uhr-Lügen des Öffentlichen Brechfunks gebracht; der Bürger nimmt unsere Gladiatoren kaum wahr. Das ist nicht die Schuld der AfD, aber ein Fehler, und jetzt reicht’s. Ein Strategiewechsel muss her! Und dann müssen immer wieder, immer wieder Sätze wie dieser rausgehauen werden: https://sezession.de/63131/neue-vormundschaft

Der von Meuthen und Co. forcierte Kurs hat die AfD komplett aus dem öffentlichen Diskurs geschossen. Sie haben der AfD einen Kurs der Unterwerfung unter die linksgrüne  Meinungshoheit verordnet - auch unter dem Vorwand der Verhinderung einer Verfassungsschutz-Beobachtung.

Das fängt damit an, dass die wichtigste, alles überragende Entwicklung überhaupt - die Minderheitswerdung der Deutschen - nicht klar und deutlich ausgesprochen wird und hört damit auf, dass bestimmte Begriffe nicht mehr verwendet und "politisch-korrekte" Begrifflichkeiten übernommen werden.

 

Alexis

5. Juli 2020 22:42

Fortsetzung

So ist es nicht verwunderlich, dass die AfD seit Ende 2018 auf dem absteigenden Ast sitzt und die hälfte ihrer Wähler verloren hat.

Diese Leute verstehen einfach nicht, dass es darum geht, die kulturmarxistisch-linke Diskurshoheit zu schwächen und dann ganz zu überwinden - das Overtonfenster, den Berreich des Sagbaren, also nach rechts zu verschieben. Für dieses Ziel ist es erforderlich, die eigenen rechten Begriffe - (wie z. B "Bevölkerungsaustausch" ) und die eigenen rechten Narrative immer wieder in den Diskurs "einzuwerfen" - sie so zu popularisieren.

Selbst wenn die Mehrheit der Bevölkerung diese rechten Narrative und Begriffe nicht sofort übernommt, sondern sich nur mal daran "gewöhnt", ist das ein Fortschritt.

 

 

Franz Bettinger

6. Juli 2020 11:15

Bravo Chris Ares!  Bravo AfD-Kreisverband Saalekreis! Ein Bravo auf alle, die das Maul aufmachen in dieser Bekenntnis-schwachen Ära von Feiglingen! 

Volksdeutscher

6. Juli 2020 11:19

"Alle Fraktionen des Stadtrates sprachen sich gegen das Zentrum aus – auch die AfD."

Das ist eindeutig die Stimmung des "Trauen wir uns klein zu sein". Woher kommt dieser Kleinmut, diese masochistische Freude an der Selbstverstümmelung bei vielen AfD-Leuten? Oder wäre das etwa parteiunabhängig? Die Tatsache, daß jemand den politischen Interessen des Gegners entgegenkommt, läßt sich nicht mehr mit Druck von außen erklären. Irgendetwas in seinem Bewußtsein wird nicht in Ordnung sein.

Glast

6. Juli 2020 12:17

Dann hoffe ich inständig, dass das Projekt im Saale- oder Burgenlandkreis angegangen werden kann. Wäre stark!! 

Glast

6. Juli 2020 12:23

RMH

Chris Ares ist ja aber nicht irgendwer. Der junge Mann hat ein Echo bei jungen Menschen, da kommt man ins Staunen. An unserer Schule kennen ihn viele. Einige hören ihn. NIEMAND hört heutzutage an einem westdeutschen Gymnasium noch Rechtsrock und nur eine Handvoll kennt Kubitschek. 

Das Projekt würde vor Ort sicher einschlagen wie eine Feldhaubitze.

Adler und Drache

6. Juli 2020 16:02

Wie RMH sehe auch ich keinen Sinn darin, Kreisverbände zu Ausführungsorganen metapolitischer Strategiespiele zu degradieren. Vor Ort sieht die Situation oft ganz anders aus, und man muss sich schon mal die Mühe machen, sich da hineinzudenken. In Forst kooperiert die AfD z.B. mit der Linken - soll man das etwa aufgeben, um mit reiner weißer patriotischer Weste dazustehen? Wenn es nun in Bischofswerda ein gemeinsames Jugendprojekt mit CDU und FDP gibt, muss das auch nicht verkehrt sein, im Gegenteil: Beteiligung ist etwas Produktives und trägt im besten Fall zur Entdämonisierung bei. Das Hallenser Zentrum dagegen ist gescheitert, woraus man ja auch etwas schließen kann.

In den Kommunen ist man in der Regel auf Zusammenarbeit angewiesen, das Ideologische ist meist von geringerer Bedeutung als das Pragmatische. Und "ohne Not" heißt ja auch nicht "ohne Grund"! Mal nachfragen und sich einen Sachverhalt erklären lassen, bevor man ihn kritisiert, sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Niekisch

6. Juli 2020 16:14

"die Relevanz des politischen Vorfelds"....darf unerörtert bleiben, wenn es am Acker fehlt..Selber roden, das ist es.

MartinHimstedt

6. Juli 2020 18:40

Noch krasser fand ich das Vorgehen von amazon. Ich kenne die exakten Hintergründe und die genauen Zahlen nicht (man möge mich korrigieren), aber von dem was ich hörte:

Hat amazon monatelang die Artikel von Chris in den diversen Lagerhallen vorgehalten – auch war Ares über deren Streamingdienste verfügbar. Es ist klar, dass amazon während der ganzen Zeit von antifaschistischen Schreibtischtätern wahrscheinlich eine drei- bis vierstellige Anzahl von Mails, Klicks und so weiter bekommen hat. (Das es bei amazon weitaus schlimmere Artikel, auch aus dem rechten Lager gibt, sowie Sexpuppen für Pädophile und alles Mögliche, interessiert natürlich mal wieder nicht.) Keine zwölf Stunden vor Veröffentlichung wurde die Person Chris Ares komplett getilgt: Sie ist nicht mehr existent. Damit wurde wohl ein größerer Chart-Erfolg verhindert, da wohl nicht jeder Abverkauf von jedem Händler hier in die offizielle Liste mit einfließt.

Mich erinnerte das auch an ein Interview Akif Pirinçci, der Feedback von Testkäufern erhielt: „Man sagte nicht, dass wir den Autor nicht führen. Man sagte, dieser Autor ist nicht existent. Es gibt ihn gar nicht“.

Ich würde die ja gerne als Käufer alle vollständig boykottieren, aber wie selbst Frau Kositza mal sagte, ist dies ja nur äußert schwer überhaupt noch möglich.

eike

6. Juli 2020 20:01

Bravo, Herr Wessels, würdige Sonntagshelden!

Mit dieser cuck-Partei ist nichts anzufangen. Ich wette, die haben in der Stadtratssitzung, ob des Frevels ein Knie auf den Boden gesetzt. Wie die CDU ihr "C", tragen die das "A" nur im Namen.

 

Andreas Walter

7. Juli 2020 03:00

Was wirft man dem Chris Ares denn vor? Dass er auf so einen Irrsinn keinen Bock mehr hat?:

https://www.focus.de/panorama/welt/im-ostallgaeu-vor-den-augen-der-anderen-passagiere-mann-ersticht-ex-frau-im-bus_id_12180758.html

Ein Afghane, wie zumindest die Welt schreibt. Ermordet seine Exfrau vor Kindern in einem Bus bestialisch mit einem Messer.

Darum endlich Schluss mit der Kuschelpolitik des korrupten Flügels der AfD. Denn man muss kein Nazi sein, um die Fehlentwicklung Deutschlands auf das Schärfste zu verurteilen.

https://youtu.be/8_3xGx3p9-4

Ganz grosse Klasse.

eike

7. Juli 2020 04:48

"Wenn es nun in Bischofswerda ein gemeinsames Jugendprojekt mit CDU und FDP gibt, muss das auch nicht verkehrt sein, im Gegenteil: Beteiligung ist etwas Produktives und trägt im besten Fall zur Entdämonisierung bei."

Oh ja, toll: ein Blockparteien-Jugendprojekt würde ganz wahnsinnig "entdämonisieren". Fragt sich nur wen.

Ein Chris Ares wäre noch nicht einmal angereist - nur angesagt - da liefe die Empörungsindustrie schon auf vollen Touren, ganz zu schweigen von der Antifa, wenn er denn überhaupt käme ... und nicht von der Plenarsitzung des Stadtrats mit den Stimmen der AfD wieder ausgeladen würde.

Politische Naivlinge und blutige Anfänger, diese AfD, tappen in jede Falle, springen über jedes Stöckchen.

 

Ein gebuertiger Hesse

7. Juli 2020 07:41

Bravo, die Jungs aus dem Saalekreis! Ihr Schreiben ist mir seit langem der erste gute Grund, aus der Partei doch nicht auszutreten (ansonsten siegt bloß die Faulheit über den regelmäßigen Ärger). 

RMH

7. Juli 2020 08:52

Fassen wir einmal zusammen:

AfDler in einer Kommune haben Kraft ihrer örtlichen Entscheidungdprärogative entschieden, tragen wir nicht mit. Ein anderer Verband hat dann gesagt, gut, dann unterstützen wir das eben. Ein recht banaler und völlig normaler Vorgang und hier knallen bei einigen offenbar alle Sicherungen durch. Das ist der komplette Verlust des Respekts vor AfDlern in Bischofswerda, denen ihre kommunalen Ämter sicher nicht in den Schoss gefallen sind und denen man daher auch ein gesundes Maß an Vertrauen entgegen zu bringen hat und vor allem das Recht zubilligen muss, eigene Entscheidungen zu treffen. Aber heut meint ja jeder, dass er dass unumstößliche Recht hat, wegen jeder Provinzentscheidung einen Shitstorm starten zu dürfen, denn 5tsdsten Untergang des Abendlandes beschwören zu müssen etc. Leute, dass ist zur Abwechslung mal wirklich das Geschäft des Gegners betreiben und ein völlig unsouveränes Auftreten.

Waldgaenger aus Schwaben

7. Juli 2020 09:07

Leider geht aus diesem Artikel nicht hervor, was die Ablehnung der AfD nun faktisch bedeutet: Wird im Stadtrat ein Bauantrag abgelehnt, werden Fördermittel nicht genehmigt, wird eine Missbilligung ohne rechtlche Wirkung ausgesprochen?

Eine Vereinsgründung, die Eröffnung eines Betriebes, der Kampfsport-Ausbildung anbietet, braucht keine Zustimung eines Stadtrates.

Wie dem auch sei.

Naiv wäre es zu meinen, dass der Verfassungsschutz ein solches Jugendzentrum nicht beobachtet, naiv wäre es auch zu meinen, dass der Verfassungsschutz die Grenze zwischen passivem Beobachten und aktivem Provozieren beachtet.

Das Einziehen von Schotten zwischen Partei und Bewegungen (und zwischen einzelnen Bewegungen) ist sehr sinnvoll und das sollte allen Beteiligten einsichtig sein.

Hartwig aus LG8

7. Juli 2020 10:09

Habe heute morgen im Radio zufällig einen Beitrag über die Bürgermeisterwahl in Bischofswerda im September 2020 gehört. Der AfD-Kandidat hat sehr gute Chancen und kann wohl nur durch eine Allparteienkoalition gestoppt werden. Diese Koalition steht aber auf wackligen Füßen und scheint sich keineswegs so selbstverständlich zu finden wie seinerzeit in Görlitz. Vielleicht herrschen vor Ort gerade andere Prioritäten.

Palatinus

7. Juli 2020 10:19

Ich würde mich hier auch dem Subsidiaritätsprinzip anschließen. 

Das entscheiden die Persönlichkeiten vor Ort. Hatte hier auf dem Blog gerade einen Artikel über Erik von Kuehnelt-Leddihn gelesen und seine Unterscheidung von rechts und links wirkt sehr inspirierend.

»Rechts steht für Persönlichkeit, Vertikalität, Transzendenz, Freiheit, Subsidiarität und Vielfalt, links steht für Kollektivismus, Horizontalismus, Materialismus, Gleichheit-Nämlichkeit, Zentralismus und Einfalt (in beiden Sinnen des Wortes).«

Wie sonst soll eine Partei in diesem Punkte funktionieren? Ich kenne zwar ebenfalls nicht die Gegebenheiten vor Ort, aber wen das schon überfordert, der wirkt auf mich etwas befremdlich. Reality bites.

Es braucht auch die Macher, die Engagierten, die Geselligen, nicht nur das "politische Vorfeld".

Es sitzt sich immer so leicht im Elfenbeinturm.

FG

P

Laurenz

7. Juli 2020 11:57

Ich wiederhole es nur ungern, wir brauchen in jedem kleinen Kaff marodierende Stuttgart-Randale. 

Das gilt nicht nur für uns Deutsche. Überall gehen die Firmen in die Pleite, aber eben nicht genug. Und auch "Black Lives irgendwas" schießt und prügelt (wie in Atlanta) einfach noch nicht genug. Es geht einfach noch zuwenigen an den Kragen. Leider wurden auch die Pseudo-Klima-Schutz-Maßnahmen mehr oder weniger ausgesetzt. Wir brauchen den Kohle-Ausstieg nicht 2038, sondern jetzt. Wir, die Rechte, müßten noch Säue kaufen, um sie zu den Linken durch jedes Dorf zu treiben, um es letzteren in die Schuhe zu schieben. Unser Scheitern ist schlicht grandios im Unverständnis von Politik.

ThKoerner

7. Juli 2020 13:40

Schön zu sehen, daß es doch noch freidenkende Parteistrukturen gibt. Verkalkt und vertrocknet wie die Altparteien soll die Alternative niemals werden. Sehr guter Text, genau richtig! Ein Vorbild für Viele.

nom de guerre

7. Juli 2020 16:21

Wie man zu dieser Entscheidung auch stehen mag, verstehe ich dabei eines nicht: Weshalb gelangt diese Angelegenheit überhaupt in die Öffentlichkeit, d.h., wieso scheint es im Vorfeld keine Absprache zwischen Chris Ares und der örtlichen AfD gegeben zu haben? Dann wäre klar gewesen, dass die AfD das Projekt nicht tragen möchte, C.A. hätte sich um einen anderen Standort bemüht und es hätte keine öffentliche Verlautbarung geben müssen, über die andere sich freuen.

Alexis

8. Juli 2020 01:07

Rein zufällig in einer Zeit, in der durch Jörg Meuthens Spendengebahren ein deutlich sechsstelliger finanzieller Schaden in der Parteikasse entstanden ist, hat der AfD-Bundesvortand einen neuen Bettelbrief an die Mitglieder verschickt.

Aber ganz gleich, ob damit dieser Schaden ausgeglichen werden soll oder nicht, ist dieser Bettelbrief ist ein in strategischer und politischer Hinsicht absolutes Zeugnis dafür und ein Zeugnis dafür, wie Meuthen und seine Unterstützer der AfD schaden.

Begründet wird die Bittstellung an die Mitglieder u. A. mit der sog. Kampagne "Gemeinsam mit dem Grundgesetz", eine ebenso überflüssige wie wirkungslose Kampagne, die im wesentlichen aus einer Facebook-Seite und Anzeigen in „bürgerlichen“ Mainstream-Zeitungen wie FAZ, Welt oder FOCUS besteht. Es ist nicht ganz klar ist, ob mit dieser Kampagne die imaginierte „bürgerliche Mitte" erreicht werden soll, die man als Leser dieser sterbenden Zeitungen wähnt, oder ob damit der Verfassungsschutz gnädig gestimmt werden soll.

Aber damit nicht genug. In dem Bettelbrief wird abgekündigt, dass mehr als viertel Million Euro für weitere sinnfreie Anzeigen-Aktionen ausgegeben werden soll:

"Zum Schutz des Grundgesetzes und unserer Grundrechte und unseres Ansehens als Partei für Wohlstand, und Freiheit planen wir deshalb Aktionen mit einem Gegenwert mit mehr als einer viertel Million Euro"

Das Ganze zeigt die katastrophale Inkompetenz der AfD-Bundesvortandes in Sachen Öffentlichkeitsarbeit u. Kommunikationsstrategie. Ich habe hier schon des öfteren geschrieben, dass die aktuelle AfD-Bundesführung keine Strategie hat, um öffentliche Aufmerksamkeit für ihre Themen zu generieren und die Massen zu erreichen. Das bestätigt sich jetzt eindrucksvoll.

Inserate in Printmedien - das sind die Kommunikationsmittel der 1990er. Und die waren damals schon nicht wirklich erfolgreich.

Keine Demonstrationen, kein Aufbau alternativer Massenmedien wie einem rechten Fernsehsender. Dafür aber Anzeigen in einem sterbenden Medium. So sieht die „Kommunikationsstrategie“ der AfD-Führung aus. Und dann dreht sich diese Aktion noch nicht mal um die wirklich zukunftsentscheidende Entwicklungen - wie die Minderheitswerdung der Deutschen.

RMH

8. Juli 2020 06:50

@nom de guerre,

weil manche Leute offenbar denken, sie müssten nur irgendwo ihr patriotisch-widerständiges Süppchen kochen und der Beifall und die Zustimmung der AfD wäre dann nur noch ein Automatismus. Herr Ares musste ja sein "Projekt" lauthals ankündigen - als Tonkünstler in einer Marktnische lebt er  maßgeblich vom Wirbel um seine Person.

Wie auch immer, der Skandal ist nicht die Ablehnung, der Skandal ist, dass ein anderer Ortsverband und andere AfDler mit dem Finger auf Bischofswerda zeigen. Mittlerweile ist Jeder Jedermanns Oberlehrer. Parteimitglieder, die schneller bei Twitter, Facebook und Youtube etwas raushauen, als zum guten alten Telefon zu greifen und mit den Parteikameraden aus dem anderen Ortsverband zu sprechen, sind schlimmer, als jede Mainstream-Medien-Hetze. Hier wird aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Dem Herrn Ares kann es recht sein, das Prädikat "selbst der AfD zu heiß" ist gut für ihn.

Franz Bettinger

8. Juli 2020 09:04

Ok, habe den Text abgemildert. Vielleicht geht er jetzt durch? Immer wieder danke für das Stopp-Schild, much appreciated!

@Laurenz schießt mal wieder den Vogel ab: "Wir Rechten müssten noch Säue kaufen, um sie mit den Linken (Säuen) durch jedes Dorf zu treiben." Es passiere noch viel zu wenig, was die Dörfler wachrüttelt. Ha! Lieber Lau: Wenn deutsche Regierungen, wie ich in Bettina Röhl’s Buch über ihre Mutter Ulrike Meinhof lese, sogar die Baader-Meinhof-Bande durch V-Männer (P. Urbach) mit Molotow-Cocktails und Schuss-Waffen versorgte (um die Bevölkerung zu schocken), dann machen deutsche Regierungen nach wie vor Ähnliches. Terror oder auch nur propagandistische False Flag-Aktionen durch Agents Provokateurs sind an der Tagesordnung. Ich erinnere an Anis Amri oder den Rechte-Hand-Heber in Chemnitz. Was sind schon Harmlosigkeiten wie ein Kampfsport-Zentrum gegen echte Hetzjagden, von denen wir täglich in den Medien lesen könnten, wenn die Lügenpresse drüber berichten würde, oder gegen einen LKW, der einen Weihnachtsmarkt oder die Strandpromenade Nizzas platt walzt? Alles schon vergessen? 

Franz Bettinger

8. Juli 2020 09:06

@Alexis (01:07): zu Meuthens Spenden-Fehlverhalten: mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen! 

Laurenz

8. Juli 2020 10:00

@RMH

Nicht die Patrioten, selbst nicht mal die liberalen Weichspüler der AfD haben entschieden, wir oder die!

Die anderen haben es entschieden.

Jegliche Kompromiß-Bereitschaft, wie die beispielhafte Wahl eines FDP-Manns zum Minister-Präsidenten Thüringens, wird negativ ausgelegt. Wenn Sie das nicht erkennen, RMH, wird es Zeit diesen Sachverhalt, vielleicht gemeinsam mit Herrn Meuthen & Co. nochmals zu überdenken.

RMH

8. Juli 2020 21:13

@Laurenz,

nur zu Ihrem besseren Verständnis: Mir persönlich ist es piep egal, wie ein Provinz-Verband abstimmt und ich sehe es als fürs Große und Ganze gesehen unerheblich an, ob da mal mit den Schafen gelaufen wird oder nicht - das müssen die Leute vor Ort mit sich selber ausmachen. Ich finde es auch gut, dass Linke in einem anderen Fall mit der AfD gestimmt haben. So geht eben Kommunalpolitik. Was ich einfach daneben empfinde  und zum Ausdruck gebracht habe ist, dass man in der AfD und Teilen der patriotischen Kräfte mittlerweile den Shit-Storm zum Mittel allgemein anerkannter Kommunikation im EIGENEN Lager zu erheben scheint. Dann soll man doch lieber gleich einpacken.

PS: Und im Übrigen finde ich, dass der kommerzielle Finch Asozial ein besserer deutscher Rapper als Chris Ares ist und unser System deutlich witziger und damit effektiver vorführt - zumindest bis einschließlich der Platte Dorfdisko. Ossi forever.

Andreas Walter

9. Juli 2020 03:42

@RMH

Finch Asozial riskiert doch rein gar nichts, mit seinen ficken und besoffen sein Liedern.

Den Scheiß kann man in jeder Ballermann-Kneipe von morgens bis abends hören oder auch auf jeder Faschingsparty. Darum gibt es ja bereits dutzende solcher Künstler, die genau diesen Partybedarf deswegen decken. Manta Manta, nur eben auf Ostdeutsch.

Der ist so harmlos, dass selbst die Bravo etwas über ihn schreibt:

https://www.bravo.de/finch-asozial-10-facts-ueber-den-rapper-380937.html

Doch warum haben sich denn selbst die gut bezahlten Kumpels im Erzgebirge das Hirn ständig weggesoffen? Das als Kultur, als ostdeutsches Lebensgefühl verkaufen zu wollen finde ich schon ganz schön billig von Ihnen.

Leute die happy sind dröhnen sich nicht ständig zu. Auch nicht mit Alkohol. Die Linken kiffen halt, ist aber die gleiche Agonie. Lasst uns darum neue Orte echter Lebensfreude schaffen.

https://youtu.be/tnboohDM3ug

 

 

Der Rechte

9. Juli 2020 13:20

Diese ganze Bischofswerda-Geschichte ist keineswegs eine regionale AfD-Sache sondern beispielhaft für das Verhältnis Konservative-Rechte. Niemals würden sich regionale Politiker der Linke, Grünen oder SPD gegen ein geplantes Jugendzentrum von Feine Sahne Fischfilet aussprechen.
Wie soll denn überhaupt ein Jugendzentrum unter Mitwirkung von FDP und CDU aussehen? Diese Parteien überbieten sich seit Jahrzehnten in der Anbiederung an den linksgrünen Zeitgeist. Von diesem Jugendzentrum würden doch nur neue Initiativen  g e g e n   R e c h t s   ausgehen. Das braucht doch kein Mensch!
Und dann betreibt die Bischofswerda-AfD auch noch eine unnötige Spaltung von Patrioten in gute Ossis und Wessis, denen man erstmal alles erklären muss. Einem Chris Ares können diese Parteifunktionäre garantiert so gut wie nichts erklären.

Vernünftige Ost-Patrioten sieht nämlich für jeden zusätzlichen Mitstreiter – sogar aus den gebrauchten Bundesländern – dankbar.

Götz Kubitschek

9. Juli 2020 15:28

so, schluß.

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