24. September 2020

Das war die 21. Sommerakademie des IfS

Jonas Schick / 40 Kommentare

Unter Corona-Auflagen luden wir diesmal zur Akademie, die 90 Teilnehmerplätze waren nach 48 Stunden ausgebucht, Thema: Staat und Ordnung.

Die 21. Sommerakademie des Instituts für Staatspolitik machte dort konsequent weiter, wo die 20. Winterakademie mit dem Thema »Lektüren« aufgehört hatte: »keine AfD-Prominenz, also keine Dauerschleife inmitten der rechten Gesellschaft des Spektakels, sondern Grundlagenarbeit, Substanz« (urteilte Sezession-Chefredakteur Götz Kubitschek hier Anfang des Jahres über die 20. Winterakademie.).

Diesmal konzentrierte man sich jedoch nicht auf die Setzung eines breiten (Lektüre)Kanons, sondern vertiefte sich in staatstheoretische Erörterungen - in Anbetracht der allgemeinen politischen Lage eine Notwendigkeit. Wie hat man sich als Konservativer bzw. Rechter angesichts eines zur Beute der Parteien herabgesunkenen Staates zu verhalten? Wie das Konzept des Staates verteidigen und welche Form von Ordnung propagieren? Wie das Richtige im Falschen leben?

Erste Antworten auf diese Fragen wurden bereits bei den Auftaktvorträgen am späten Freitagnachmittag gegeben.

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Der Freitagnachmittag

Wie es guter Brauch ist, eröffnete IfS-Leiter Dr. Erik Lehnert die Akademie; diesmal jedoch mit einer breiten Erläuterung des eigens für die Veranstaltung erstellten Hygienekonzepts. Corona ging, wie bereits angedeutet, auch nicht an unserem Vortragswochenende spurlos vorüber.

Die Maske war omnipräsent. Abgesehen vom eigenen festgelegten Platz an separierten Tischen mußte das Stück Stoff überall im Gasthaus »Zum Schäfchen« getragen werden. Um dieser speziellen Situation dann doch noch den eigenen Stempel aufzudrücken, hatten wir eigene IfS-Masken anfertigen lassen, auf denen ein Friedrich Nietzsche-Zitat prangte: »Alles, was tief ist, liebt die Maske«.

Auf diese Art und Weise sollte die Akademie auch noch nach dem zurückliegenden Wochenende über ganz Deutschland verteilt in den Einkaufshäusern präsent sein; zumindest, wenn die Teilnehmer die Maske auch weiterhin tragen. Aber logischerweise sollte Lehnert sich nicht nur zu den eigenwilligen Auflagen äußern.

In einem kurzen Abriß gab er der Akademie ihren inhaltlichen Rahmen und startete mit der Grundproblematik: Wie nähert man sich der Thematik »Staat und Ordnung« als Ausgeschlossener, als Beobachtungsobjekt des Verfassungsschutzes?

In diesem Zusammenhang sah Lehnert unsere Aufgabe darin, die Restbestände an existenter Ordnung zu bewahren und ihre vollkommene Zerstörung aufzuhalten. Dabei beurteilte er die Lage wie folgt: Derzeit erlebten wir eine Gleichschaltung auf allen Ebenen. Der Staat, dessen eigentliche Hauptaufgabe in der Gewährleistung der inneren als auch äußeren Sicherheit liege, werde ausgehöhlt und stünde in einem Spannungsverhältnis zur aktuellen Ordnung, die er als eine »gleichgeschaltete Unordnung« kategorisiert.

Sein Blick in die Zukunft fiel vergleichsweise pessimistisch aus, denn er sieht eher eine Verstetigung der neuen Ordnung durch die alten Kräfte aufziehen als ihre Ablösung. Also wie angesichts dieser Entwicklung verhalten?

Der nächste Vortrag gab darauf eine urkonservative Antwort: Sachlichkeit sei das Mittel der Wahl. Ein Moralisierungssog kennzeichne den modernen Staat, der durch eine allgemeine Verunklarung der Dinge, der Willkür Tür und Tor öffne. Daher wisse der Bürger nicht mehr, was moralisch noch erlaubt sei und was nicht. Die um sich greifende Moralisierung sei wiederum nichts anderes als eine Invisibilisierung, insofern als drängende gesellschaftliche Probleme im Diskurs dadurch nicht klar benannt werden können.

Der hier inkognito verbleibende Vortragende sah es aufgrund dessen als Pflicht an, daß je mehr an der Moralisierungsschraube gedreht werde, desto mehr müsse auf Sachlichkeit bestanden werden. Sachlichkeit bedeutete für Ihn der Verzicht auf Diffamierung und eine Orientierung an der Wahrheit der Dinge.

Um diese Sachlichkeit zu etablieren, habe man die Aufgabe zur Selbstverpflichtung und Herstellung eigener Klugheit. Außerdem müsse man die anthropologischen Grundkonstanten zurück in den Fokus rücken. Durchaus ein richtiger Appell, aber bleibt man so nicht dennoch machtlos vor dem Ungetüm alles durchdringender Propaganda, die durch die voranschreitende Digitalisierung katalysiert wird? Die Frage mußte offenbleiben.

Zum Abschluß des ersten Tages ergriff noch einmal IfS-Leiter Dr. Erik Lehnert das Wort und referierte über das Phänomen okzidentaler Rationalität anhand der Theorien des deutschen Ausnahmesoziologen Max Weber. Weber hatte in seinem Klassiker Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (hier bestellen) herausgearbeitet, wie die Herausbildung des Kapitalismus durch einen protestantischen Arbeitsethos begünstigt wurde.

Indem »Arbeit« zum entbehrungsfordernden Mittel zum Weg zu Gott und die »Ora et labora«-Askese der Mönche zum bestimmenden Aspekt der Gottgefälligkeit erhoben wird, bereitet der Protestantismus, im speziellen der Calvinismus, dem Kapitalismus einen perfekten Nährboden.

Aus diesem Prozeß entsteht dann wiederum nach Weber der rationale Staat, da nur diese Organisationsform dazu in der Lage sei, dem Kapitalismus die Sicherheit des Fortdauerns zu geben. Dieser zeichnet sich ferner durch einen ausufernden Hang zur Bürokratisierung aus.

Demzufolge entzaubert der rationale Staat die Welt und bringt somit etliche Phänomene hervor, denen die Rechte den Kampf angesagt hat. Folgt man stringent Lehnerts Vortrag, stehen wir also in einem Spannungsverhältnis aus Zuspruch zur These der Notwendigkeit des Staates einerseits und der Ablehnung seiner systemischen Auswüchse andererseits.

Lehnerts Vortrag zu Max Weber sehen Sie hier:

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Der ganze Samstag

Der Akademiesamstag wurde einmal mehr von Sezession-Redakteur Benedikt Kaiser eröffnet, der entlang seiner jüngsten Buchveröffentlichung Solidarischer Patriotismus. Die soziale Frage von rechts (hier bestellen) über »Identität und Solidarität« referierte.

Ganz im Einklang mit der Sentenz »Selbstvergessenheit ist der wahre Sündenfall der Geschichte« des zentralen Vordenkers der Neuen Rechten in Deutschland, Henning Eichberg, machte sich Kaiser daran, den totgeleierten Begriffen »Identität« und »Solidarität« auf den Grund zu gehen.

Dies vollzog er unter der Prämisse, daß der Staat als Garant einer solidarischen Gemeinschaft fungiere. Laut Kaiser kommt der »Identität« hierbei eine zentrale Rolle zu, weil sie den Bezugspunkt für die Solidarität festlege. Sie trenne das notwendige Innen vom Außen und ermögliche so, die Etablierung altruistischer Handlungen, insofern als eine Vertrauensbasis etabliert werde, die dem Betrug vorbeuge.

Jedoch genüge »Identität« allein noch nicht: Erst die Kombination von »Identität« und »Solidarität« - dem Zement, der nach dem französischen Soziologen Émile Durkheim die Gesellschaft zusammenhält – lasse sich ein funktionierender Sozialstaat realisieren. Kaiser plädiert daher dafür, den totalen Rückbau des Staates zu vermeiden – sein gewichtiges Credo »Wider die Auflösung des Staates durch neoliberale Kapitalisierung und linksextreme Individualisierung«

Auf diesen sozialpatriotischen Impuls folgte eine inhaltlich etwas anders gelagerte Betrachtung der Dinge, denn der Publizist Dimitrios Kisoudis näherte sich dem Phänomen »Staat« unter dem Titel »Ordnungsstaat, Rechtsstaat, Sozialstaat« aus einer dezidiert juristischen und liberal angereicherten Perspektive.

In diesem Kontext stimmte er jedoch nicht zu einem Lobgesang auf die Notwendigkeit einer neuen Bürgerlichkeit an, sondern sah im Bürgertum als klassisches Kaufmannsmilieu eher die Unfähigkeit zur Staatenlenkung angelegt. Insbesondere der Weimarer Zeit und der in ihr präsente Konflikt zwischen den Theorien des »Totalen Staates« (Carl Schmitt), dem »Sozialen Rechtsstaat« (Hermann Heller) und der Integrationslehre nach Rudolf Smend widmete Kisoudis seine Aufmerksamkeit.

Das Ringen um die Frage des »Totalen Staates« sieht er dann in der BRD fortgesetzt, wobei sich Smends Integrationslehre schlußendlich durchgesetzt habe. Die Sozialstaatlichkeit im Sinne Smends sei das heute bestimmende Prinzip der BRD.

Jedoch funktioniere dieser Sozialstaat nicht als Schutz der sozial Schwachen, sondern schustere einzelnen Minderheiten erhebliche Macht zu, die wiederum über Verteilung ausgeübt werde. Den Ausweg aus diesem Dilemma sieht Kisoudis im »Ordnungsstaat«. Nur dieser könne die Sicherheitsfunktion des Staates wiederherstellen und seinen Rückzug aus dem Privaten wieder einläuten. Wer Kisoudis Theorien zu einer neuen Staatlichkeit en Detail nachvollziehen möchte, der greift am besten zu seinem bei Manuscriptum erschienenen Band Was nun? Vom Sozialstaat zum Ordnungsstaat (hier bestellen).

Dimitrios Kisoudis Vortrag sehen Sie hier:

Nach Kisoudis interessanten Thesen zur Staatlichkeit ging es erst einmal an das legendäre Buffet des Gasthofs »Zum Schäfchen«, weswegen der darauf folgende Referent, Rechtsanwalt Jochen Lober, der allgemein einsetzenden Verdauungsmüdigkeit entgegenzuwirken hatte.

Mit einem kenntnis- und detailreichen Vortrag zu Carl Schmitts politischen Verstrickungen am Ende der Weimarer Republik gelang ihm dies auch. Im Vortrag Lobers wurde der chaotische Zustand der Verfassungslehre Ende der 1920er Anfang der 1930er Jahre deutlich.

In Bezug auf Schmitt sind für Lober zwei Gegebenheiten eindeutig: An der Vorbereitung des »Preußenschlags« war das Plettenberger Genie nicht beteiligt gewesen; die Abwehr von dezidierten Feinden der Weimarer Verfassung habe er wiederum in Zusammenarbeit mit der letzten Weimarer Regierung unter Kurt von Schleicher betrieben.

Derweil ist an dieser Stelle Jochen Lobers aktuellste Publikation hervorzuheben. Insbesondere im Angesicht eines wild überwachenden Verfassungsschutzes kommt Beschränkt Souverän. Die Gründung der Bundesrepublik Deutschland als »Weststaat« - alliierter Auftrag und deutsche Ausführung eine erhebliche Brisanz zu. Das in der Werkreihe TUMULT erschienene Buch kann hier bestellt werden.

Den Abschluß des Vortragssamstages markierte indes das auf Lober folgende Referat des Historikers Dr. Dirk Alt zum »Angriff auf die Substanz«. Darin drehte es sich hauptsächlich um den neuen Ikonoklasmus, der vor allem von der »Black Lives Matter«-Bewegung praktiziert werde.

Dieser untermauere die Pöbelherrschaft und fördere einen blinden Vandalismus, der außer Zerstörung wenig anzubieten habe. Neu sei dies alles nicht; Alt identifiziert die Bilderstürmerei als eine anthropologische Konstante. Für den Ausübenden ist sie ungemein attraktiv, da sie die maximale Verletzung des Gegners zufolge hat.

Zum einen unterstreicht es seine Machtlosigkeit gegenüber dem Angriff auf essentielle Zeugnisse seines kulturellen Selbstverständnisses und zum anderen betreibt es die vollkommene Auslöschung seiner Geschichte. Doch seien die #BLM-Protagonisten nicht dazu in der Lage, die selbst geschaffene Leerstelle zu füllen.

Dies vollführe vielmehr das aktuelle Establishment, das die Chance nutze, um die eigenen universalistischen Positionen, noch schneller zur unumstößlichen Gültigkeit zu verhelfen.

Nach einer längeren Pause und Abendessen ließ man den gelungenen Tag bei den beliebten Arbeitsgruppen auf dem Rittergut ausklingen. Benedikt Kaiser und Roman Möseneder gingen der Frage nach »Wie aktiv werden in Zeiten gefühlter Lethargie?«. Dr. Erik Lehnert, Dimitrios Kisoudis und Jochen Lober erörterten die Frage des Staates unter besonderer Beachtung Carl Schmitts und ich hatte die Ehre, zusammen mit Götz Kubitschek der rechten Ökologie auf den Grund zu gehen (siehe hier die Nachbetrachtung von Kubitschek zur Akademie).

Was im Rahmen der Gruppen nicht final ausdiskutiert werden konnte, fand dann noch seinen Weg an die Tische im »Schäfchen«, wo bis in die Nacht eifrig über die Themen des Tages gestritten wurde.

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Der Sonntagvormittag

Auch der letzte Tag hielt hörenswerte Vorträge bereit. Den Anfang machte die Kulturwissenschaftlerin Dr. Bettina Gruber, die im Verlag Antaios unter dem Pseudonym »Sophie Liebnitz« veröffentlicht.

Ihre jüngste Publikation trägt den Titel »Antiordnung« und ist in der neusten Staffel der reihe kaplaken erschienen. Das lesenswerte Bändchen können Sie hier, bei Antaios, erwerben. Ihr Vortrag orientierte sich sodann an eben diesem kaplaken und war mit dem gleichen Titel überschrieben.

Gruber machte dort weiter, wo Dr. Dirk Alt aufgehört hatte, und setzte zum Sprung in die Untiefen poststrukturalistischer Theorie, aus deren Überzeugungen nicht ein unwesentlicher Anteil der Motivation der #BLM-Bilderstürmer rührt. Den Ausgangspunkt des dominanten Denkens in unserer Zeit der Antiordnung sieht Gruber im Poststrukturalismus und insbesondere in den Ausführungen des französischen Philosophen Michelle Foucault, der jegliche Norm grundlegend in Frage stellte.

Es geht bei den Poststrukturalisten bzw. bei Foucault nicht mehr darum, eine vermeintlich schlechte Ordnung mit einer neuen besseren zu ersetzen, sondern die Ordnung an sich aufzulösen. Alles wird bei ihnen flüssig; nichts ist wahr, gut oder falsch. Aus dieser Position ergibt sich unweigerliche eine essentielle Staatsfeindlichkeit, da der Staat für seine Existenz unweigerlich auf ein Ordnungsprinzip rekurrieren muß.

Gruber hält in diesem Zusammenhang das weitverbreitete Schlagwort des Kulturmarxismus für fehlgeleitet, da an den heutigen dominanten Theoremen in den Geisteswissenschaften und im Kulturbetrieb kaum noch der Funke eines ordnungsherstellenden Prinzips präsent ist, wie es für den Marxismus jedoch konstituierend ist.

Unsere modernen westlichen Gesellschaften sind vielmehr voll und ganz durchdrungen vom poststrukturalistischen Denken.

Nach dieser leidenschaftlichen Gegenrede wider die Auflösung aller Dinge oblag es Sezession-Chefredakteur und Antaios-Verlagsleiter Götz Kubitschek, die Akademie mit seinem Vortrag »Ordnung und Langeweile« zu schließen

Im Grunde vereinte Kubitscheks Vortrag drei wesentliche Aspekte, die entweder explizit oder implizit in den vorangegangenen Referaten des Akademiewochenendes präsent waren:

  1. Die Systemwerdung unserer Gesellschaften, zu dessen Beschreibung Kubitschek das Bild des Flußdeltas mit seiner trägen Dynamik des Fließens und Stagnierens von Peter Sloterdijk aufgreift. Im Grunde also, was Max Weber über die ständig fortschreitende Ausdifferenzierung der Gesellschaft in ein immer größeres Bürokratiemonster postulierte. Man könnte in diesem Einmünden in das Flußdelta auch das »Ende der Geschichte« erblicken.
  2. Rolf Peter Sieferles energietheoretische Betrachtung, die im energetischen Überfluß den wesentlichen Antreiber für die Dekadenz, die Auflösung aller Dinge und den Verlust der Substanz identifiziert. Kubitschek sieht diesen Umstand im Delta als gegeben an und kategorisiert die BRD mit Arnold Gehlen als Institution, die „die Zugänglichkeit der materiellen und geistigen Lebensgüter für Alle als ethisches Postulat“ ausgibt.
  3. Der Ausbruch aus diesem Gefängnis der Behäbigkeit; die Forderung nach Wiederbelastung, die Kubitschek anhand der Biographien Martin Heideggers und Gottfried Benns veranschaulicht und damit simultan aufzeigt, wie schnell die Hoffnung auf einen Ausbruch aus dem Flußdelta in die Erkenntnis umschlagen kann, nur in einem besonders extremen Flußarm gelandet zu sein, der das Systemische schlußendlich noch stärker etabliert als diejenigen Bereiche des mäandernden Gewässers, aus denen man zu fliehen suchte.

Gibt es daraus eine Ausbruchsmöglichkeit und kann die Rechte diesen Akt überhaupt leisten?

Die drei Typen, die Kubitschek entwirft, lassen daran Zweifel aufkommen:

  1. Der Typus, der nur ein Stück vom Kuchen will. Ihm reicht es vollkommen, wenn das Parteienspektrum lediglich um ein deutlich konservatives Element erweitert wird.
  2. Der Optimierer, der den aktuellen Prozeß besser, sozialer und effektiver organisieren bzw. neuordnen möchte und
  3. der vom Delta zu Tode gelangweilte, der jegliches Interesse an einer (Neu-)Ordnung verloren hat und sich zum Status quo indifferent verhält.

Nach den drei Tagen Akademie und insbesondere nach Kubitscheks Vortrag manifestiert sich die Notwendigkeit, die Frage des Althistorikers David Engels »Was tun?« für die Zukunft stringent zu beantworten.

Alle Vortragsvideos der Akademie, die auf dem kanal schnellroda nach und nach veröffentlicht werden, werden hier zum Zeitpunkt ihres Erscheinens integriert.



Kommentare (40)

Der_Juergen

24. September 2020 14:52

"In diesem Zusammenhang sah Lehnert unsere Aufgabe darin, die Restbestände an existenter Ordnung zu bewahren und ihre vollkommene Zerstörung aufzuhalten. "

Lehnert sieht für die deutsche Rechte also die Rolle des Katechon vor, der den Niedergang verzögert. Ist denn sehr viel gewonnen, wenn Deutschland und (West)Europa statt in zehn Jahren erst in dreissig Jahren in den Orkus hinabfahren? Meiner Überzeugung nach ist an diesem System nichts mehr zu retten. Ich weiss um die Gefahren des Akzelerationismus, der leicht in kontraproduktiven Terror ausarten kann (wie im Fall von Brenton Tarrant, der mit seinem Massenmord an Moscheebesuchern die weisse Revolution zu beschleunigen wähnte), aber ein rasches Ende mit Schrecken, auf das dann ein Neubeginn folgen kann, ist einer jahrzehntelangen qualvollen Agonie allemal vorzuziehen.

Der Gehenkte

24. September 2020 15:59

"... die Frage des Althistorikers David Engels »Was tun?« für die Zukunft stringent zu beantworten"

Die Frage "Was tun" ist nicht die Frage David Engels - bei allem Respekt -, sondern es ist die Frage Tschernyschewskis und die Frage Lenins. Der eine hat in seinem Roman von 1863 den "neuen Menschen" entworfen, der andere in seiner Schrift das Avantgarde-Konzept der KP und den "Demokratischen Zentralismus" begründet.

Engels hingegen gibt Hinweise für das konservative Individuum, wie es sich selbst konservieren könne, u.a. mit Überlegungen, wie man jetzt "verantwortungsvoll investieren" solle. Sein Impetus ist schon in der Frage Rückzug. Seine Antworten können daher kaum strategischen Nutzen beanspruchen, sie zählen eher zum Segment Lebensberatung.

 

Laurenz

24. September 2020 16:27

 

@Der_Juergen

Da ist Ihnen absolut zuzustimmen. Der gleiche Gedanke beschlich mich auch beim Lesen.

(Natürlich können wir versuchen, wie JS schreibt, richtig im falschen zu leben.)

Im Gegenteil, wenn die Neue Rechte sich endlich mal aufraffen würde, auch neu zu sein, sind die linken Attribute, die BK gerne aus der Leserschaft untergeschoben werden, aber durchaus wirkungsvoll sind, doch recht unterentwickelt. Umso schneller die Karre in den Dreck fährt, umso früher werden wir die Berliner Junta endlich los. Die gesellschaftliche Verzögerung eines Niedergangs dient aber dem Regime, welches sowieso versucht, sich permanent neue Zeit zu kaufen, der wesentliche politische Inhalt seit, im Grunde, Jahrzehnten. 

Das Neue Deutschland der Linken ist Buntland, was nichts anderes heißt als Bomberland. Und wie wir bekanntlich alle wissen, ist Bomberland abgebrannt. Helfen wir zünden.

Gustav Grambauer

24. September 2020 17:18

"Alles, was tief ist, liebt die Maske" 

I

Folgerichtig ist, daß der kulturrevolutionäre Ganz-im-Hier-und-Jetzt-Hippie als erster in der Öffentlichkeit gegen den Maskenzwang aufmucken würde. Nietzsche erklärt, warum "Kulturbefreite" kein Verhältnis zur Maske haben (nicht zufällig im Zusammenhang mit "Diversity", von ihm damals "Jahrmarkt" genannt, die bunten Post-It-Klebezettel waren noch gar nicht erfunden):

"... Mit fünfzig Klexen bemalt an Gesicht und Gliedern: so sasset ihr da zu meinem Staunen, ihr Gegenwärtigen! ... Wahrlich, ihr könntet gar keine bessere Maske tragen, ihr Gegenwärtigen, als euer eignes Gesicht ist! Wer könnte euch – erkennen! Vollgeschrieben mit den Zeichen der Vergangenheit, und auch diese Zeichen überpinselt mit neuen Zeichen: also habt ihr euch gut versteckt vor allen Zeichendeutern! ... Aus Farben scheint ihr gebacken und aus geleimten Zetteln. Alle Zeiten und Völker blicken bunt aus euren Schleiern; alle Sitten und Glauben reden bunt aus euren Gebärden ...“ - Zarathustra. Zweiter Theil., KSA 4, Seiten 153 f. (Hervorhebung von mir)

- G. G.

Gustav Grambauer

24. September 2020 17:19

Dies müßte m. E., - Achtung, Wortspiel -, vertieft werden, denn hier liegen entscheidende und sehr produktive Zugänge zum Verständnis der allgemeinen Trägheit gegenüber dem Medizinterrorsystem. Erst wer dies für sich durchgearbeitet hat, wird den richtigen Ton treffen, wenn er mit anderen über den Maskenzwang spricht.

Dasselbe gilt insofern für den sogenannten Lockdown, als er viele in die anthropologische bzw. kulturelle Konstante der Häuslichkeit zurückholt. Bei v. Schönburg habe ich gelesen, daß seine Schwester Gloria v. Thurn und Taxis mal beim Ansichtigwerden einer bis auf den letzten Platz besetzten Speisewirtschaft ausgerufen hat: "Ja, haben die denn alle kein Zuhause?!" Anders als um 1968 herum war sie in dem Moment "cooler" als all die Gäste zusammen - ich sag`s schon lange: das Biedermeier will zurückkommen, und wenn das Volk nicht von sich aus aus seiner extrovertierten Phase herauskommt, dann kommt das Biedermeier eben auf die harte Tour zurück, dann setzt es eben einen "Lockdown".

- G. G.

Lotta Vorbeck

24. September 2020 17:45

@Gustav Grambauer - 24. September 2020 - 05:19 PM

"... ich sag`s schon lange: das Biedermeier will zurückkommen, und wenn das Volk nicht von sich aus aus seiner extrovertierten Phase herauskommt, dann kommt das Biedermeier eben auf die harte Tour zurück, dann setzt es eben einen "Lockdown"."

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Das was heute als Biedermeier bezeichnet wird, umfaßt eine Zeitspanne von etwa 30 Jahren. Sollten Sie, lieber GG mit Ihrer Prognose richtig liegen, bekäme die Madame Biedermann also noch bis 2050 Gelegenheit, zum Schaden von Volk und Land in der von derselben Madame etablierten Freiluftklapse weiter herumzukanzlern? - Eine fürwahr gruselige Vorstellung!

Der_Juergen

24. September 2020 19:48

@Der Gehenkte

Ich habe das neue Buch von David Engels mit Gewinn gelesen und würde mir hier in naher Zukunft eine Besprechung wünschen. Natürlich haben Sie recht mit Ihrer Bemerkung, dass es keine Strategie für den politischen Kampf der Rechten enthält. Es verinnerlicht gewissermassen die "Waldgänger-Mentalität". Angesichts der sich anbahnenden unwiderruflichen demographischen Katastrophe - die Drittweltinvasion wurde durch den Corona-Hype ja nur kurzfristig unterbrochen - können wir uns die für Jünger noch plausible Alternative zum System, den abwartenden Waldgang, heute nicht mehr leisten. Die klassische Frage "Was tun?" stellt sich schärfer denn je zuvor in der Geschichte, und kein Sezessionist hat bisher eine klare Antwort darauf erteilt. Ausser "aufklären, aufklären, aufklären" fällt auch mir nichts ein.

Der Italiener Paolo Giacchini meinte schon vor zwei Jahrzehnten, wir sollten einfach abwarten, bis das System unter der Last seines eigenen Unrats zusammenbreche, aber damit nach seinem Zusammenbruch nicht einfach "neue Schweine an die Tröge" (Churchill) kommen, müsste dann eine alternative Elite bereitstehen, die imstande und gewillt ist, Verantwortung, sprich Macht, zu übernehmen. Ja, das IFS leistet viel, ebenso der Populist Elsässer mit "Compact", aber die Basis muss rasch breiter werden, ohne deshalb an Qualität zu verlieren.

Slentz

24. September 2020 20:49

@Der_Juergen

"Ausser "aufklären, aufklären, aufklären" fällt auch mir nichts ein."

Es geht mir ganz ähnlich. Ich habe für mich auch noch keine Antwort auf die zwei in der Nachfragephase des Vortrags aufgeworfenen Fragen gefunden:

  1. Wie geht man mit der fortgeschrittenen und immer weiter fortschreitenden Vernutzung aller Dinge um?
  2. Welches Verhältnis nimmt man zur Mehrheit der Deutschen ein (die doch längst den Prozess der Vermassung vollzogen haben), "lohnt es sich" sich überhaupt noch um sie bemühen?

Vor dem Hintergrund dieser Fragestellung sehe ich den Rückzug ins Biedermeiertum, die innere Emigration kommen. Letztlich beantwortet das diese Fragen aber auch nicht. Es kann ja, insbesondere im Hinblick auf die eigenen Kinder und Enkel, nicht das Endziel sein, gute Bücher zu lesen, sich im Kreis von Gleichgesinnten auszutauschen, die eigene Scholle zu begärtnern und mit dem Antaios-Baumwollbeutel einkaufen zu gehen, um es mal überspitzt zu sagen.

Oder anders ausgedrückt. "Man kann sich jedoch nicht darauf beschränken, im oberen Stockwerk das Wahre und Gute zu erkennen, während im Keller den Mitmenschen die Haut abgezogen wird"

Cugel

24. September 2020 22:27

@Der_Juergen

Wir erleben die Eskalation eines jahrhundertealten, positiv rückgekoppelten Prozesses, der den Charakter einer Naturgewalt aufweist, ohne eine solche zu sein, und nach ebenso einfachen wie genialen Prinzipien abläuft, gesteuert und vorangetrieben wird. Die Große Transformation wird nicht in bzw. an einem Kataklysmus scheitern. Wahrscheinlich wird es einen solchen gar nicht geben, denn man hat nun die Mittel, den Systemwechsel, der keiner ist und in DAX-Konzernen deswegen offen und wörtlich als solcher propagiert wird, elegant in relativ geregelten Bahnen abzuwickeln. Solange Gesetze und Maßnahmen nicht explizit unter dem Titel „Ermächtigungsgesetz“ verkündet werden, bleibt mindestens die Zipfelmütze ahnungslos. Viele haben bereits jenen Grad der Verwahrlosung erreicht, in dem „schwacher Sinn und Schwachsinn konvergieren“ und der Verfall als solcher nicht mehr erkannt werden kann (H.-D. Sander). Bin am Wochenende wieder einigen solcher deprimierender Exemplare begegnet, es war grauenhaft). Machtlos ist der Bürger, der als solcher nicht mehr vorkommt, ohnehin, und so vollzieht sich die Metamorphose, die tatsächlich nur von Energiemangel aufgehalten werden könnte. Dieser wird aber nicht eintreten. Energie steht für Jahrzehntausende im Überfluß zur Verfügung.

Cugel

24. September 2020 23:01

@Der_Juergen, Slentz

"Ausser "aufklären, aufklären, aufklären" fällt auch mir nichts ein."
 

So geht es wohl fast allen von uns. Ich habe oft den Eindruck, Eseln die Wasserstelle weisen zu wollen. Einfachste Begriffe werden nicht mehr verstanden. Fundamente, die als solche selbstverständlich sein müßten, wurden nahezu vollkommen abgetragen. Der Grad des Wahnsinns korreliert dabei in meiner Wahrnehmung positiv mit dem Bildungsabschluß. Am schlimmsten ist tatsächlich das akademische Prekariat, beileibe nicht nur das sogenannte geisteswissenschaftliche. Egoistisch, verlogen und von einer dümmlichen Arroganz, die ihresgleichen sucht. Diese Menschheitsreligiösen gefallen sich im Spott über Gottesgläubige, während sie hysterisch aggressiv auf Kritik an der eigenen Götzenanbetung reagieren. Nicht das Geringste aus den letzten 100 Jahren gelernt, uns der Ewiggestrigkeit zeihend. Diese Leute erscheinen mir als das wohl stärkste Argument gegen die Demokratie.

Lotta Vorbeck

24. September 2020 23:18

@Cugel & @Der_Juergen

Die Stabilität eines Regimes hängt davon ab, wie lange die Leute dazu bereit sind, sich täglich neu von den Regierungsmedien einseifen zu lassen.

Durch nichts gedeckte FIAT-Money Geldsysteme haben ebenfalls nur solange Bestand, wie die Leute an das Geldsystem glauben.

Die Abonnenten der papiernen Systempresse sterben weg.

Die Glaubwürdigkeit der elektronischen Systemmedien bröckelt, ist aber noch immer nicht großflächig dahin.

Ob der von etlichen Analysten vorhergesagte Kollaps der Privatgeldwährung €uro, so er denn eintritt, das gesamte Kartenhaus zum Einsturz bringt, oder ob die bevorstehende Inflation die Schafherde in die Arme der Madame Biedermann treibt, wird sich weisen.

 

 

 

Lotta Vorbeck

24. September 2020 23:22

@Cugel - 24. September 2020 - 10:27 PM

"... und so vollzieht sich die Metamorphose, die tatsächlich nur von Energiemangel aufgehalten werden könnte. Dieser wird aber nicht eintreten. Energie steht für Jahrzehntausende im Überfluß zur Verfügung."

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Verständnisfrage:

Welche großtechnisch nutzbare Energie 'steht für Jahrzehntausende im Überfluß zur Verfügung'?

RMH

25. September 2020 07:25

Es wäre schon einmal viel geholfen, wenn man von diesem dämlichen DDR/ jetzt Reichsbürgerbegriff "BRD" ließe und einfach von Deutschland spräche. 

Der Drang zum Staat ist widerlich ausgeprägt - aller Orten, selbst der Zoll hat keine großen Nachwuchssorgen (dabei umgeben uns fast keine Drittländer mehr - der Zoll wird nunmehr gegen die eigenen Leistungsträger gerichtet. Diese sind jetzt die Drittländer). Bei der Jugend ist die vermeintliche "Sicherheit" des Staates Anziehungspunkt Nr. 1, wenn es um die Berufswahl geht.

Auch die, die sich "rechts" nennen, aber dann am Ende doch Probleme mit echten Hierarchien und gesellschaftlichen Klassen haben, da sie diese nur materiell aber nicht spirituell begreifen können, nur der Drang zum Apparatschik, zum Beamten, zum großen, erlösenden Staat als deus ex machina.

Fortsetzung folgt ... 

 

RMH

25. September 2020 07:26

...

In meinem ganzen Leben habe ich mich noch nie als "libertär" empfunden, aber dieses ewige Rufen nach einem vermeintlichen Staat, der die "Dinge regelt", die fehlende Kraft zur Freiheit und zur Einforderung und Erkämpfung von Freiräumen hinterlässt dann schon so seine Fragezeichen. Dabei sind doch gerade Veranstaltungen wie die Sommerakademie eine Zeichen dafür, wie es geht. Noch gibt es diese Freiräume (sie werden schleichend kleiner). Diese konsequent nutzen und das gegebene Blatt ausreizen. Jeder an seinem Platz! Nur über die Freiheit und nicht über ein Anbiedern an den genuinen Feind wie Linke und Sozialdemokraten lässt sich die spezifisch deutsche Ausprägung der europäischen Kultur - und die sehe ich in auch ideal gedachten Weltanschauungen, bei denen der Begriff der Freiheit ganz zentral ist (siehe bspw. Schiller) - retten in das Zeitalter der digitalen Unmündigkeit, in welches die Welt abgebogen ist. In dieses Zeitalter der digitalen Verblödung müssen die Keimlinge der Freiheit gesetzt werden - und gerade kein Beamtenideal aus dem 19. Jhdt. Der Staat ist war und ist der wahre Biedermeier.

Laurenz

25. September 2020 09:05

@Slentz & Cugel & Lotta Vorbeck

Ihrer aller Wahrnehmung entbehrt eines gewissen historischen Bewußtseins, damit fallen Sie selbst in die Kategorie jener, die Sie herabwürdigen. Das "Volk" war noch nie anders. Lesen Sie einfach Hitlers "Mein Kampf" & wenn Sie es schon gelesen haben, erinnern Sie Sich. Alle ökonomischen & Bildungs-relevanten Schwierigkeiten, von denen Sie schreiben, waren auch vor 97 Jahren bereits präsent. Hier, in der Analyse, unterscheiden sich Marx & Hitler überhaupt nicht. Und hören Sie bitte auf, dauernd herumzujammern, das ist undeutsch.

@Lotta

Man hat mit mit dem Energie-Vorrat etwas übertrieben. Der Fakt ist allerdings, die deutschen Kohle-Reserven reichen beim aktuellen Energie-Verbrauch noch über 1.000 Jahre.

@RMH

Deutschland ist im Prinzip der Begriff für das perfekte Deutschland, welches weder Reich noch Republik sein kann. Denn das Deutsch-Sein sollte für jeden Patrioten im Vordergrund stehen, und nicht die Systematik einer Gesellschaftsform. Das haben unsere Reichs-Freunde wie TLW einfach nicht verstanden. Hoffe, BK sieht das ähnlich. Nur ist Deutschland aktuell weitab davon entfernt, perfekt zu sein.

sok

25. September 2020 11:24

Es ist klar, dass in der derzeitigen Situation eine gewisse Resignation entsteht. Es ist aber auch möglich, dass man aufgeschlossen dafür ist, neue Wege zum Erfolg einzuschlagen. Meiner Ansicht nach muss man den Gegner genauer unter die Lupe nehmen, um seine Schwachstellen zu erkennen. Das hat Schmidt-Denter in einem Mammutprojekt gemacht

Wenn man Schmidt-Denter kurz zusammenfasst, kommt er zu dem Ergebnis, dass die Antipatrioten die Nazikeule als Machtmittel nutzen. Das  ist nicht neue. Neu ist aber die interne Benutzung der Nazikeule zur Karriereförderung.

Wenn z.B. in der SPD jemand seine Aufstiegschancen erhöht, indem er die Nazikeule am eifrigsten schwingt, dann emntsteht natürlich ein Anreiz für die die größten Flaschen, die Nazikeule am stärksten zu schwingen. 

Die Antipatrioten haben die SPD zum Flaschenaufzug  gemacht und entscheidend zu ihrem Ruin beigetragen. Wenn man das zum Thema machen würde, käme man aus der Defensive heraus.

Lotta Vorbeck

25. September 2020 12:22

@RMH - 25. September 2020 - 07:25 AM

"Der Drang zum Staat ist widerlich ausgeprägt - aller Orten, selbst der Zoll hat keine großen Nachwuchssorgen (dabei umgeben uns fast keine Drittländer mehr - der Zoll wird nunmehr gegen die eigenen Leistungsträger gerichtet. Diese sind jetzt die Drittländer)." 

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Die von der BRD-Finanzpolizei aka Zoll generierten Einnahmen werden an die EU-Kasse abgeführt.

sok

25. September 2020 19:10

@ Cugel; Außer "aufklären ,aufklären, aufklären" fällt mir auch nichts ein.

Meiner Ansicht nach ist gar nichts klar. Wie soll dann eine Aufklarung aussehen?

Warum gibt es keine Patrioten mehr?

Wie sind die massenweise vorhandenen Antipatrioten entstanden?

Mit welchen Machtmitteln herrschen die Antipatrioten in einer formal erhaltenen Demokratie?

Solution

25. September 2020 19:13

Auch ich sehe mit Mißfallen, daß die meisten Konservativen nur den Niedergang bremsen wollen. Ein typisches Beispiel ist deren aufgeweichter Volksbegriff. Die Deutschen werden weniger und die Fremden mehr. Die Schere klafft immer weiter auseinander. Was soll verhindern, daß mit mathematisch sicherer Wahrscheinlichkeit bald die Deutschen in der Minderheit sind? Glaubt hier jemand, daß es dann noch so sein wird wie heute (wo es schon schlimm genug ist)? Ein gebremster Niedergang ist definitiv keine Option.

Solution

25. September 2020 22:06

Finden wir uns ab mit dem Niedergang? Verzichten wir auf das, was eigentlich getan werden müßte? Schon wird ordentlich Öl ins Feuer gegossen. Es zeichnen sich noch ganz andere Bruchlinien ab, als wir bisher geahnt haben. Das System wird doch nicht durch sein aberwitziges Handeln den FUROR TEUTONICUS wecken? Das folgende Video läßt einen erschauern. Während wir hier diskutieren, wächst die Wut an anderer Stelle ins Unermessliche.

https://www.bitchute.com/video/wgCLyjn067OW/

Cugel

25. September 2020 23:26

@Laurenz

Schnellroda beruft sich auf die KR, die schließlich eine Reaktion auf die Entgleisung der Massengesellschaft ist. Sie werden nicht ernsthaft annehmen, daß wir von Ihnen der Ahistorizität Geziehenen über die Zustände vor 100 Jahren im unklaren sind, die z. B. E. J. Jung sehr viel gehaltvoller beschrieben hat als Hitler. Was die Gleichheit des Volks (wie kommen Sie zu den Anführungszeichen?) betrifft, so sollten Sie spezifieren, in welcher Hinsicht Sie diese feststellen. Ein Volkscharakter kann sich nämlich ändern. An Ihrem Vorwurf des Jammerns ist was dran.

Cugel

25. September 2020 23:41

@Lotta, Laurenz

Die Kohlenwasserstoffe reichen wahrscheinlich noch Jahrhunderte. Kernbrennstoffe haben eine um den Faktor 10⁶ höheren Energiedichte, was Uran  und Thorium in anbetracht der planetaren Vorkommen zu nach menschlichen Maßstäben unerschöpflichen Energieträgern macht, Amerikaner und Chinesen sitzen z. B. auf tausenden von Tonnen von Thoriumsalzen, die bei der Gewinnung von Seltenen Erden als Abfall anfallen. Lithium und Deuterium sind auch keine Mangelware, wenn es mit der Kernfusion irgendwann doch noch etwas wird.

brueckenbauer

25. September 2020 23:46

Nervig finde ich hier die ewige Polemik gegen die Parteien. Dabei war es DER große Fortschritt im Zusammleben, als eine große Revolution (die "glorreiche" in England) zum ersten mal nicht in der Unterdrückung der Besiegten endete, sondern ihnen ermöglichte, als "Partei" und "Opposition" weiter am politischen Leben teilzunehmen.

Für die Rechten geht es gar nicht ohne "Partei". Sonst enden wir wie in Weißrussland -wenn die Führungsfigur kippt, zerfallen ihre Wähler in hilflose Individuen, die der Auslieferung des Volksvermögens an westlich-kapitalistische Beutegreifer ohnmächtig zusehen müssen.

Lotta Vorbeck

25. September 2020 23:47

@Solution - 25. September 2020 - 09:13 PM

"Auch ich sehe mit Mißfallen, daß die meisten Konservativen nur den Niedergang bremsen wollen. ... Ein gebremster Niedergang ist definitiv keine Option."

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Haben die bisherigen Bremsversuche, so sie denn eh' nicht bloß vorgetäuscht waren, eine spürbare Wirkung entfaltet?

Das Personal im Führerstand der vollgepanzerten Lokomotive reagiert weder auf Warnflaggen schwingende Streckenposten noch auf rot zeigende Lichtsignale. Mit röhrendem Diesel fährt der Zug weiter in Richtung der das Tal überspannenden Brücke, die keine Pfeiler mehr hat.

Ist es eine gute Idee der ohnehin 3. Klasse in den beiden ungeheizten Waggons am Zugschluß reisenden Passagiere weiterhin an den besoffenen Schaffner zu appellieren "endlich etwas zu tun"?

Wäre es eine bessere Idee, die Stahlplatten zwischen den Faltenbälgen im Übergang zum komfortablen Teil des Zuges anzuheben, die Hähne der Luftleitung beidseitig zu schließen, die Kupplung zu öffnen und sodann zu versuchen, die eigenen Waggons vor dem Totalabsturz mittels der Spindelbremse im Inneren der Waggons auf noch vorhandener freier Strecke zum Stillstand zu bringen?

Cugel

25. September 2020 23:56

Lehnert wird mit seiner Einschätzung recht behalten. Sachlichkeit ist sicher besser als besserwisserischer Eifer, aber meist schwer vermittelbar. Das wirkt abstoßend auf die Moralingedopten, und sie zeihen einen gefühlskalter Inhumanität. Die Leute haben schon zu lange die Hypermoralbrille getragen und sind dadurch kurzsichtig geworden. Auch deshalb halte ich BKs Ansatz für richtig. Die soziale Frage ist die entscheidende. Kisoudis' Buch ist auf meiner Bestelliste.

Lotta Vorbeck

26. September 2020 00:37

Larissa aus Berlin, 22, nicht tätowiert:

---> Eine Deutschland-Rede: Larissa Fußer bei Schwarmintelligenz 2020

aufgezeichnet in Erfurt am 05.09.2020

Laufzeit: 20 Minuten

Cugel

26. September 2020 01:42

@sok

Der von Ihnen zitierte Satz stammt von Der_Juergen.
Schmidt-Denter (den ich nicht gelesen habe) hat nicht das Ei des Kolumbus gefunden. Das Problem ist nicht monokausal.

Laurenz

26. September 2020 02:11

@Solution

Auch in den Amerikas sind Weiße eine Minderheit.

Der_Juergen

26. September 2020 08:52

@sok (19.10 Uhr)

Im Gegensatz zu Ihnen scheint mir die Ausgangslage sehr klar. Aufklären müssen wir die Aufklärungsbedütftigen und Aufklärungswilligen (vielleicht ein Drittel der Deutschen, aber unter dem Druck der Umstände wächst ihre Zahl) über die gigantischen Lügen, mit denen sich das antideutsche System im Sattel hält. Den Schwerpunkt legen sollte man gegenwärtig auf Corona, weil die Menschen von dieser Lüge am unmittelbarsten betroffen sind und die Rechte hier Bundesgenossen in anderen Lagern findet, siehe Berlin, 29. August. Bei wem der Groschen hier gefallen ist und wer kapiert hat, dass alle Systemparteien und -medien einen gigantischen Volksbetrug begehen, wird allen anderen Behauptungen dieser Lügner gegenüber fortan ebenfalls skeptisch sein, ob es nun der "menschengemachte Klimawandel" oder die Mär von den "hilfsbedürftigen Flüchtlingen" ist, die uns dereinst die Renten zahlen werden.

Solution

26. September 2020 09:44

@ Lotta Vorbeck: Ihre Frage kann ich nicht beantworten. Leider habe ich keine derzeit praktikable Lösung und bin genauso ratlos, wie die meisten. Für manche Probleme gibt es gar keine Lösung. 

@ Laurenz: Das zumeist Nichtbedachte ist, daß die Bevölkerungsentwicklung ein dynamischer Prozeß ist, d.h. daß sie ja nicht bei irgendeinem Proporz stehenbleibt, wenn man es will. Weiße in der Minderheit bedeutet z.B. zu einer Art "Südafrika" zu werden. Von der (unterdrückten) Minderheit bis zum Aussterben ist es dann nur ein kurzer Schritt. Auch in multikulturellen Gesellschaften bleibt letztendlich immer eine siegreiche ethnische Gruppe übrig, ob mit Gewalt, durch Geburtenzahl oder sonstwas, die die anderen beherrscht und vielleicht sogar ausrottet. Die Weißen in den USA müssen sich auch bald entscheiden, ob und wie sie überleben wollen.

Lumi

26. September 2020 10:07

@sok "Mit welchen Machtmitteln herrschen die Antipatrioten in einer formal erhaltenen Demokratie?"

Na das wissen wir doch alle: mit Lügenfunk und Lügenpresse, mit Schule und Uni, mit einem Staat, der unser Volk und unsere Geschichte nicht positiv als unser Wesen sieht, sondern negativ als Objekt, das zu behandeln, zu bewalten und zu bewältigen ist.

"Wie sind die massenweise vorhandenen Antipatrioten entstanden? Warum gibt es keine Patrioten mehr?"

Infolge gewisser Grundlügen bzw. vorgeschriebener Narrative zur Geschichte des 20. Jh. werden die Kinder in der Tat nicht nur apatriotisch, sondern antinational erzogen. Ich weiß das ganz genau, da ich selber genau so erzogen wurde und alles treuselig geglaubt habe und folglich eine linksliberale Gesinnung entwickelt habe. Diese kollabierte vollständig, als ich verstand, daß ich vom BRD Lügensystem nach Strich und Faden verarscht worden war. Eben genau das Thema, auf das Sie, sok, immer wieder hinweisen.

"Wie soll dann eine Aufklarung aussehen?"

Grundlügen gibt es einige. Die Bloßstellung einer jeden davon ist prinzipiell geeignet, Zweifel am Lügensystem zu wecken. So jedenfalls die Wirkung bei mir. Warum z.B. soll ich das Christchurch oder Hanau Narrativ glauben, wenn Bataclan und Nizza klar gelogen waren?

Lotta Vorbeck

26. September 2020 11:41

@Solution - 26. September 2020 - 09:44 AM

"Ihre Frage kann ich nicht beantworten."

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Im Namen dieses Netztagebuches ist die Frage beantwortet.

Glast

26. September 2020 12:06

Mittlerweile habe ich das Gefühl, das Gras wachsen zu hören.

Die Lage ist für die AfD doch nun wirklich günstig. Muss ich ja nicht ausführen. Und passgenau vorm Superwahljahr zerbrechen Landtagsfraktionen! Und Chris Ares steigt urplötzlich aus und zieht sich ins Privatleben zurück?! Wo er doch so große Pläne hatte! Das System hat ihm und anderen die Instrumente gezeigt, da bin ich von überzeugt. 

Mir läuft es in letzter Zeit kalt den Rücken runter. 

Laurenz

26. September 2020 12:07

@Solution

Sie haben mit Südafrika Recht. Die heutigen Schwarzen dort an der Macht (ANC) sind keine Indigenen, ebensowenig, wie die ehemaligen Weißen (Buren & Briten) dort. Und die schwarze Politik dort unterscheidet sich auch nur unwesentlich von einer historischen weißen Politik. Apartheid war und ist alt-testamentarisch. 

Auch Ihr Punkt eines möglichen weißen Aussterbens stimmt. Und? Das ist Darwin.

Wir sind die jüngsten auf dem Planeten. Und wenn wir zum Überleben nicht gemacht sind, gehen unsere Nachkommen den Weg eines biologischen Genozids und Ausrottung als Art.

 

@Cugel

Wenn ich mich recht erinnere, antwortete Adolf Hitler 1929 auf die Frage eines Journalisten zu Fehlern in seinem Buch (Mein Kampf), daß er kein Schreiberling von Beruf sei. Er sei Politiker und schriebe keine Bücher, sondern schriebe in das Buch der Geschichte. 

Das wesentliche für mich, was aus "Mein Kampf" hängen geblieben ist, sind weder geo-politische Aspekte noch ideologische Aufhänger. Hängen geblieben ist die Nutzung linker Propaganda-Taktiken und die Analyse zum Umgang mit dem Volke und dessen Reaktionen. Der Relotius & Co, wie der ÖRR, arbeiten alle ausnahmslos nach den Vorgaben Adolf Hitlers und diese funktionieren wie ehedem.

Der_Juergen

26. September 2020 12:32

@Lumi

Danke für Ihre klare Antwort auf die letztgestellten Fragen von @sok. Ich hatte mich im zweiten Teil meiner eigenen Replik etwas klarer als Sie geäussert, so dass die Hausherren diesen Abschnitt gestrichen haben (keine Kritik; sie müssen vor allem an ihre Sicherheit denken).

Dass über manche der spektakulären Terroranschläge (11. September, NSU etc.) dreist gelogen wird, heisst nicht, dass die offizielle Version auch bei anderen Terrorakten automatisch falsch sein muss. Im Falle Brenton Tarrant (Christchurch) oder auch Breivik habe ich keine Indizien dafür gefunden, dass die Betreffenden nicht die Mörder waren. 

Lotta Vorbeck

26. September 2020 13:45

@brueckenbauer - 25. September 2020 - 11:46 PM

"Für die Rechten geht es gar nicht ohne "Partei". Sonst enden wir wie in Weißrussland -wenn die Führungsfigur kippt, zerfallen ihre Wähler in hilflose Individuen, die der Auslieferung des Volksvermögens an westlich-kapitalistische Beutegreifer ohnmächtig zusehen müssen."

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Gibt es Hinweise darauf, daß in Weißrussland eine Führungsfigur kippt?

---> BELTA - Nachrichten aus Belarus - БелТА: Новости Беларуси - in Deutsch

---> Außenministerium der Russischen Föderation - Министерство иностранных дел Российской Федерации - in Deutsch

 

Gracchus

26. September 2020 17:04

High-End-Biedermeier mit poststrukturalistischem Bart

Hat der gute Michel postmortal noch eine Geschlechtsumwandlung vollzogen und ist also zu Michelle geworden? Woher hat Gruber diese Erkenntnis? Steht sie mit ihm in medialem Kontakt?

Der Poststrukturalismus hat auch schon einen langen Bart. Mich hat er nie so interessiert. Foucaults Begriff "Gouvernementalität" bietet m. E. aber einen brauchbaren Ansatz, die aktuellen Regierungstechniken zu analysieren. Ich habe Foucault eher deskriptiv verstanden, also, dass die "Verflüssigung der Ordnung" von der Ordnung selber betrieben wird, aber es ist schon lange her, dass ich mich damit beschäftigt habe. Interessant zu erfahren, wie Gruber meint, dass die aktuelle linke Identitätspolitik davon inspiriert ist. Die Pointe könnte sein, dass man sie mit poststrukturalistischem Besteck kinderleicht entwaffnen kann. 

Wenn ringsum das Chaos ausbricht, ist klar, dass man sich in seine Höhle zurückzieht, zumal die heutzutage mit allerlei technischem Spielzeug ausgestattet ist.

 

Gracchus

26. September 2020 17:12

Ich verstehe: Wenn ein ehemaliger Chorknabe Liedchen wie "Demokratie ist weiblich" trällert und sich nahezu die gesamte Irgendwie-Prominenz dabei zum Affen macht, kann man in Weltuntergangsstimmung geraten. Aber @Laurenz hat recht: Don't cry, work (Rainald Goetz). Nicht so jammern - wobei ich dahingestellt sein lasse, ob exzessives Gejammer un- oder nicht vielmehr urdeutsch ist.

sok

26. September 2020 17:46

@Lumi

Die ganzen Ausführungen sind vollständig richtig. Die Frage ist, ob die Darstellungen ausreichen, um die AfD aus der Defensive in die Offensive zu bringen.

Meiner Ansicht nach, wäre es für die AfD von Nutzen, die Tatsache auszunutzen, dass Schmidt-Denter den Problemen mit riesigem Befragungsaufwand genauer auf den Grund gegangen ist.

Grob zusammengefasst, kommmt Schmidt-Denter zu dem Ergebnis, dass die Mutter aller Lügen die Behauptung ist, dass die unbezweifelabare Realität des Holocaust, keinen Zeifel an der  Holocaust-Erziehung zulässt.

Für die AfD gibt es zwei Möglichkeiten, mit diesem Problem umzugehen. Man kann die Antipatrioten kritisiern, was auf den Versuch einer Umerziehung hinausläut. Ob das bei einem Drittel der Betroffenen gelingt, ist zwiefelhaft.

Die AfD kann aber auch Kritk an der Holocaust-Erziehung üben. Nach den Umfragen von Schmidt-Denter könnte man dafür zwei Dtittel der Betroffenen erreichen, die trotz antipatriotischer Erziehung  lieber ein normales Nationalbewusstsein hätten.

Schmidt-Denter fordert deshalb eine Evaluation der Holocaust-Erziehung. Das scheuen die Betroffenen natürlich wie der Teufel das Weihwasser. Deshalb haben sie den Lehrstuhl von Schmidt-Denter abgeschafft und auch alle anderen Lehrstühle mit der Bezeichnug Systemtheorie eliminiert.

Laurenz

26. September 2020 19:03

@Gracchus

Bei Ihrem amüsanten Beitrag mußte ich lächeln. Natürlich ist die weinerliche Stimm-Interpretation bezüglich der Beiträge meiner Mit-Foristen in meinem Kopfe und nicht in anderen. Aber so wie ich die Rückmeldungen erfahre, liegt meine Wahrnehmung sogar im Bereich einer Schnittmenge, Halleluja. 

Natürlich kann man sich beschweren und die Dingen beim Namen nennen. Allerdings ist die Art und Weise auch beim Schreiben wahrnehmbar. Wenn unsere Großväter und Großmütter sich so ins Hemd gemacht hätten, ob irgendeiner existenzbedrohenden Zukunft halber, gäbe es uns alle nicht.

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