16. Dezember 2020

Dem Staat verlorengehen

Götz Kubitschek / 125 Kommentare

Seit Monaten rennen in dutzenden Städten Bürger gegen ebenso strikte wie inkonsequente, gegen ratlose, sinnlose, »alternativlose« Maßnahmen an.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Sie rennen gegen die Maßnahmen an und meinen die Regierung, meinen die Regierung und sehen dahinter ein Geflecht aus Politik, Staatsdienern und Staatsmedien, staatsnahen Medien, staatsnahen Konzerne und einer staatstragenden »Zivilgesellschaft« – ein festgeknüpfte Matte, aus der keiner fallen möchte, der einmal darin zu liegen kam.

Tag für Tag schafft der Staat, schaffen die Behörden neue Stellen, die den Anspruch neu entdeckter Randgruppen oder an ihrer Arbeit gehinderter Lockdown-Opfer geltend zu machen, ihn zu besprechen, auszuhandeln, zu formalisieren und zu erfüllen vorgeben.

Unser Staat, der einmal ein schlanker Fechter war, ist zur alles erdrückenden, jeden säugenden Sau geworden. Die zehn, zwölf Millionen Leute, die alles bezahlen, schuften Jahr für Jahr bis Mitte August nur für ihre Abgaben, manche noch viel länger. Sie täten es ohne zu murren, solidarisch und pflichtbewußt und dankbar für die Absicherung in ernster Lage, wenn sie wüßten, daß derjenige, der ihnen nimmt, dem sie zu geben haben, sparsam und effektiv, ausgleichend und – was für ein seltsames Wort in diesem Zusammenhang! – ebenfalls dankbar zu wirtschaften verstünde.

Aber: Dieser Staat ist weder sparsam noch achtsam, und er ist dabei, diejenigen zu erdrücken, die ihn tragen. Er tritt uns nicht gegenüber wie ein Vater seinen erwachsenen Kindern, sondern wie der Soma-Verteiler den Epsilon-Semi-Kretins in Aldous Huxleys Roman Schöne Neue Welt: Infantilisierung und Absättigung, Entmündigung und Almosen.

Gut: Uns und diejenigen, die sich nicht abhängig machen lassen, infantilisiert er nicht, er kriminalisiert sie, bestraft sie, stößt sie aus, vergleicht sie mit schlimmen Typen aus der Geschichte und gibt vor, mit großem Verantwortungsbewußtsein vor der Weltöffentlichkeit und unserer schuldbeladenen Vergangenheit »den Anfängen zu wehren«.

Lassen wir ihm diese Phrase. Welchen Anfängen wehrt er? Doch bloß denen, die seinen weltanschaulich gegen das eigene Volk gewendeten Mißbrauch beenden und ihn für unser Volk reformieren wollen, und er wehrt denen, die an eine solche Reform nicht mehr glauben, sondern den totalen Staat total in Frage stellen. Der Staat wehrt unseren Anfängen.

Glauben wir noch an Reformierbarkeit? Glauben wir an den Rückbau jener Millionen Stellen, die der Staat schuf und die er an seine Zitzen hängte, um alles zu verwalten und Abhängigkeiten zu schaffen, gegen die man kaum mehr anwählen, gegen die man kaum eine Partei platzieren kann? Glauben wir noch, daß es Politiker geben könnte, die den Staat zu einem erneut würdigen, schlanken, effektiven Gebilde reformieren und zugleich verhindern könnten, daß er zur Beute globaler, vernutzender, ortloser, asozialer Spieler würde?

Glauben wir an Entbürokratisierung plus Staatsidee? An effektive Solidarität? An Patriotismus und Freiheit, an Selbständigkeit und Schutz, an Staatsdienst und Dankbarkeit?

Ich glaube nicht mehr daran. Das hat lange genug gedauert. Es lag an meiner Überzeugung, man könne ohne Rücksicht auf wirtschaftliche, technische und soziale Bedingtheiten doch so etwas wie »reine Politik« treiben, also: eine Staatsidee Gestalt werden lassen, die den Bedingtheiten übergeordnet wäre, etwas wie Dienstbereitschaft, Selbstkontrolle, Bescheidenheit, Effektivität.

Diese mobilisierende Vorstellung hat sich als Illusion erwiesen, der Weg zur Ernüchterung führte von Pegida über den Aufstieg der Alternative zuletzt mit Siebenmeilenstiefeln dorthin, wo zigtausend Bürger hilflos gegen eine zynische Staatsmacht anrennen.

Hoffen wir, daß nach jeder Demonstration, nach jeder neuen Zwangsmaßnahme wieder tausend Bürger diesem Staat verlorengehen. Unsere Aufgabe ist es dabei, zu verhindern, daß diese Menschen zugleich an eine diffuse »Freiheit« verlorengehen. (Die Verzweiflung ist ihnen ins Gesicht geschrieben, man muß nur einmal in die Abendgesichter blicken, wenn es vor der Polizeikette hart auf hart geht.)

»Die Rechte kann heute keine rein konservierende Funktion haben – ihre Funktion muß vielmehr auf weite Strecken eine sprengende sein«, schrieb Armin Mohler einmal. Sie müsse »eine sichere Witterung dafür besitzen, wieviel sie sprengen darf, ohne die Substanz zu verletzen.« Dies ist heute mehr denn je unsere Aufgabe. Wir müssen über den Staat anders nachdenken.

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Editorial aus der 99. Sezession, Dezember 2020 - hier einsehen und bestellen.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (125)

Franz Bettinger

16. Dezember 2020 09:57

Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Hexenjagden enden, wenn die Hexenjäger die Jagd übertreiben, wenn der Kreis der Gejagten und Verdächtigten immer größer wird und die Anschuldigungen immer absurder.

Der_Juergen

16. Dezember 2020 10:12

"Er (der Staat) tritt uns nicht gegenüber wie ein Vater seinen erwachsenen Kindern, sondern wie der Soma-Verteiler den Epsilon-Semi-Kretins in Aldous Huxleys Roman Schöne Neue Welt: Infantilisierung und Absättigung, Entmündigung und Almosen."

Wenn das keine geniale Formulierung ist! Die Parallelen zu Huxleys grossem Werk liegen auf der Hand. Der Staat, den man für uns vorbereitet, wird zu einem Viertel Orwells albtraumhafter Terrorstaat und zu drei Viertel Huxleys "Schöne neue Welt" sein. Viel Orwell am Anfang, bis jede sichtbare Opposition vernichtet ist und das Volk, pardon, die Bevölkerung, nur noch aus zufriedenen Sklaven besteht und es kein "Liebesministerium" mit Folterkellern und keine Gedankenpolizei mehr braucht. Verwirklichen lässt sich diese Vision zwar nicht, aber dem Versuch ihrer Verwirklichung könnte ein Grossteil der Menschheit zum Opfer fallen, darunter ihre wertvollsten Teile.

Franz Bettinger

16. Dezember 2020 10:21

Seltsam. Früher, als die Welt noch (halbwegs) in Ordnung war, zog es mich auf wilde Flüsse und MTB-Abfahrten, da suchte ich sogenannte Grenzerfahrungen und lebte in ihnen auf. Nun ist alles anders. Nun leben wir in einem Abenteuer,  einem echten, unabweisbaren, einer Geschichte mit offenem und lebensgefährlichem Ausgang. Zum Spielen: keine Zeit mehr. Konzentration auf: das Eigentliche. 

Laurenz

16. Dezember 2020 10:33

Dem Artikel gibt es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, außer, daß er vielleicht noch zu "freundlich" geschrieben ist.

Die Perlen im Staatsbesitz wurden alle verhökert, die produktiven Kräfte abgeschafft. Da man die Schulden für den Autobahn-Bau aus dem Haushalt heraus haben wollte, wurde dieser an das Toll-Collect-Syndikat privatisiert. Gleichzeitig schaffte der Staat die Kompetenzen, die er auf diesem Gebiet einmal besaß, ab.

Was das Video angeht, so war auch ich schockiert. Wären das Linke gewesen, hätten diese früher Fascho-Staat geschrien. Für mich marschiert die Volkspolizei wieder als Schergen eines Politbüros. Diese sogenannten Beamten haben alle das Beamten-Recht nicht gelesen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Beamtenrecht_(Deutschland)

Laurenz

16. Dezember 2020 10:42

 

@Franz Bettinger

Auch wenn mich das Video wütend gemacht hat, so möchte ich Dir widersprechen. Veränderung gibt es nur, wenn die Bullerei noch mehr sinnlos durch die Gegend prügelt.

(Gegen 100 Goldstücke wäre das ganze anders ausgegangen. Denn diese hätten die sogenannten Beamten erschlagen und denen die Knarren abgenommen.)

Auch Solidarität entwickelt sich nur aus tiefster Not. 

Irgendwie ist es komisch. Wenn man diese Bilder sieht, hegt man fast wieder wohlmeinende Gefühle für Erich Mielke, obwohl ich diesen Mann & seine ganze Mischpoke abgrundtief verachte.

Ein gebuertiger Hesse

16. Dezember 2020 10:43

@ Bettinger

"Zum Spielen: keine Zeit mehr. Konzentration auf: das Eigentliche." 

Ja, diese Konzentration hat nicht zuletzt etwas Verlockendes und verspricht Reinigung. Das eigene, innere Haus wird wenn nicht auf den Kopf gestellt, so doch von falschen Beständen entleert. Ähnlich mag es Mohler gegangen sein, als er 1942 die Schweiz verließ um auf deutscher Seite mitzukämpfen.

Aber diese Konzentration auf das Eigentliche (und nicht dessen intellektuelle oder schöngeistige Umschiffung) - wie sieht sie aus? Das muß jeder vielleicht auf eigene Weise herausfinden.

MARCEL

16. Dezember 2020 10:44

Die Suggestion des Systems, es könne seine Gegner jederzeit und allerorten sich totlaufen lassen bzw. ihnen als Feindbild sogar eine stabilisierende Funktion zuweisen (von Caroline Sommerfeld in der aktuellen Sez. minutiös beschrieben) ist, wie gesagt, eine raffinierte Suggestion. Sie suggeriert Unverwundbarkeit (ähnlich suggerieren ja Geheimdienste Allwissenheit, viel an Einschüchterung beruht darauf) und wer sie glaubt, tappt m.E. in eine Falle. Das digitale Zeitalter ist ein Zeitalter permanenter Suggestion.

Systeme, vor allem die, welche sich in einer multiplen Krise befinden, können sich aber auch verschleißen und sind damit verwundbarer, als man denkt - darauf zielt Martin Sellner vermutlich ab.

Die eigentlich beherrschende (bange) Frage im Hintergrund ist m. E. eine ganz andere...das System schiebt uns dazu von hinterrücks an den Rubikon heran. Es hofft, dass wir als erste hinübergehen. Wie ist es selbst eigentlich auf die andere Seite gekommen?

Der verdeckte Krieg ist seinem Wesen nach ein Mehrfrontenkrieg: Publizistik/Propaganda, Internet, Straße und Parlament usw. sind Fronten.

Eröffnen wir eine weitere!

Die IB macht es mit ihrer Gefährder-Recherche vor.

(Wie hieß es doch einmal in Nordirland: Nicht verlieren ist fast gewinnen!)

 

Tokugawa

16. Dezember 2020 10:53

Das ist mir zu pessimistisch. Einverstanden: Huxleys, Bradburys und Orwells Dystopien werden im besten Deutschland aller Zeiten langsam wahr. Dabei werden die Widersprüche zwischen dem Selbstbild der Gesellschaft, das die politisch, medial und kulturell herrschenden Eliten zeichnen, und der Wirklichkeit auf den Straßen aber auch immer offensichtlicher. Mit dem sogenannten "Kampf gegen Rechts" lebt die Linke deswegen genau den "Usurpatorkomplex" vor, den Theodor Adorno in seinen "Studien zum autoritären Charakter" für die Pseudokonservativen im Amerika in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschrieben hat. Das so robust scheinende Netzwerk von Politik, Medien und sogenannter Zivilgesellschaft kann (und wird) unter dem Druck der sozialen und ökonomischen Wirklichkeit schneller zerbrechen als sich das viele heute vorstellen können. Was die Rechte zuerst bräuchte, das ist vor allem eine Gegenöffentlichkeit, eine Medienwelt, die diese gesellschaftlichenWidersprüche nüchtern, ohne Schaum vor dem Mund entlarvt und es schafft, über das eigene Milieu hinaus wahrgenommen zu werden. Wenn es gelingt, immer mehr (vor allem jungen) Menschen zu zeigen, dass der Kaiser nackt ist, steigt der Druck im Kessel. Es lohnt, den Kopf aufrecht zu halten.

Dieter Rose

16. Dezember 2020 10:55

Pößneck - so weit sind wir gekommen.

D e u t s c h e Polizei?

nie geglaubt, dass die so weit runterkommen könnte.

Was hatten die für eine Ausbildung?Immer feste druff?

 

Gustav Grambauer

16. Dezember 2020 11:13

Darf man eigentlich noch "Bürger" sagen? "Bürger" klingt noch viel zu sehr nach Anspruchsgrundlage. Muß es nicht längst inklusiv-vereinnanhmend "Mitbürger" oder vielleicht "Menschen da draußen im Lande" heißen? Hätte nie gedacht, daß ich das noch mal über die Anrede "Bürger" schreiben würde, die mir früher z. B. bei der VP immer nach Jakobinerherrschaft und Pariser Kommune klang - zumal ein Bürger auf dem Höhepunkt des Thermidor mit der Inbrunst des Stolzes über Kaskaden an Rechten verfügte, von denen ein BRD-Mitbürger nicht mal etwas ahnt.

- G. G.

Gustav Grambauer

16. Dezember 2020 11:14

Die Pößnecker sind mir gerade sehr nahe gegangen, alle Achtung! Am meisten hat mich beeindruckt, daß sie sie aus ihrer Verwurzelung heraus die Polizisten mit dem gesunden Menschenverstand als Menschen und als Stammesbrüder ansprechen. Wendet aber nichts. Hat `33 auch nichts gewendet. Die Thüringer Polizei hat wie man sieht noch lezte Reste an Hemmungen, allein daran zu sehen, daß die vorläufigen Festnahmen aus einem organischen Geschehen heraus erfolgen und nicht aus entspannten Disputen heraus hinterhältig-ruckartig mit Überwältigungseffekt wie immer wieder etwa bei der NRW-Polizei zu sehen.

Humor wird auch nichts wenden, dennoch seien den Bildern von Pößneck jene von der ausgelassenen Sause der Glühweinpolizei in Dresden gegenübergestellt:

https://www.youtube.com/watch?v=WM6EPIi-uWo&feature=emb_logo

"Mutti hats`s befohlen": Kniebeugen waren die Schikanen der SS in den KZs. Diese Nazi-Methoden wurden nahtlos und völlig selbstverständlich z. B. von der NVA übernommen, wem beim Waffenputzen ein Teil runterfiel, der wurde mit 100 Kniebeugen vor der Kompanie erniedrigt. Hatte 1990 gedacht, das wäre zivilisatorisch überwunden. Irrtum.

- G. G.

Mboko Lumumbe

16. Dezember 2020 11:47

Man sehe den Artikel von GK ggü seinem Artikel vor einem Jahr:

"Sollte die nächste schwere Krise unser Land erschüttern, sind wir strukturell vorbereitet und können den Wunsch nach Alternativen aufgreifen, können ihm entsprechen."

Die schwere Krise war im Aufbau und erschüttert seit einem 3/4 Jahr unser Land. Doch wurden die Hoffnungen auf Alternativen wahr? Nein! Und sie werden es auch nicht bald, das ist eine Illusion.

Denn dieser Staat und sehr viele hier Lebende wollen eine ganz andere Lebensweise und "Zivilgesellschaft" wie Konservative und Rechte. Und sie sagen wirsindmehr und sie sind es auch, das muss endlich mal begriffen werden.

Es gibt keine schmerz- und verlustfreie Abwendung des bevorstehenden Unabwendbaren und keinen Königsweg aus dem Gesellschaftsumbau und Menschenexperiment oder dessen weitgehende Rückabwicklung.

"Wir müssen über den Staat anders nachdenken."

Richtig. Und die eigene Ohnmacht und Nichtigkeit anerkennen.

Der Weg führt durch Staub und Asche. Erst muss die Asche entstehen, aus der Phoenix wieder auferstehen kann. Die Zeit ist noch nicht reif zur flächendeckenden Wehr, erst müssen noch viel mehr selbst und direkt betroffen sein, um zu verstehen, um zu erkennen, dass die Wehr der Weg ist. Und nicht das Ende.

Je schneller, je besser. Umvolkung & Islamisierung besiegeln sonst alles.

anatol broder

16. Dezember 2020 12:01

ja, huxley und weitere dichter entwarfen totalitäre staaten. auch gibt es allein seit dem zwanzigsten jahrhundert unzählige zeugnisse der totalitären zerstörungswut. doch die unbelehrbaren tun so, als wären solche gräuel unmöglich. zum beispiel meinte der mitforist klausd neulich:

Kannte man nicht, behaupte ich mal, zumindest nicht so, wie sie sich dann später darstellten. Ich selbst habe mehrfach an Veranstaltungen in dem [Hallenser] Hause teilgenommen, in größeren zeitlichen Abständen, und jedes Mal derselbe kriegsähnliche Zustand mit grölenden, drohenden Antifahorden, die nur durch ein ziemlich großes Polizeiaufgebot auf Abstand gehalten wurden. Ein Alptraum, hätte ich so nie für möglich gehalten. Ich hätte gedacht, daß die Aufregung mit der Zeit abflacht und eine Art Normalität einkehrt. Aber das Gegenteil war der Fall, das Regime setzt zum Kampf gegen patriotische Kräfte rigoros "Himmel und Hölle" in Bewegung. Eine nochmalige Steigerung des Vernichtungswillens stellten dann die nächtlichen Angriffe mit massiven Sachbeschädigungen der Fassade, Eingangstür, Fenster und Bedrohung von Leib und Leben dar (Polizei nur passiv, nicht vor Ort!). Angesichts dieser Umstände hätte ich schon früher die Reißleine gezogen.

klausd wird dem staat nie freiwillig verlorengehen.

Volksdeutscher

16. Dezember 2020 12:13

Genau darum geht es: "Dieser Staat ist weder sparsam noch achtsam, und er ist dabei, diejenigen zu erdrücken, die ihn tragen. Er tritt uns nicht gegenüber wie ein Vater seinen erwachsenen Kindern, sondern wie der Soma-Verteiler den Epsilon-Semi-Kretins in Aldous Huxleys Roman Schöne Neue Welt: Infantilisierung und Absättigung, Entmündigung und Almosen."

Er erinnert mich an einen Gedanken Alexander Mitscherlichs, der dies in seinem Buch "Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft, Ideen zur Sozialpsychologie, R. Piper & Co. Verlag, 1963" schon ziemlich früh prognostizierte. Ich möchte ein Zitat von ihm bringen, das im nämlichen Buch unter dem Untertitel Antworten auf große Kränkungen zu finden ist. Man spricht den Staat zwar als Vater an, um ihn anzuklagen, erwartet man von ihm jedoch, daß er sich wie eine fürsorgliche Mutter benehme. Absage an den Staat bedeutet eine Absage an die herbeigesehnte Vaterfigur, die uns, verlorene Söhne, aus dem Stall der Sau namens Moderne hinausführen könnte. Götz Kubitschek scheint dies bewußt zu sein, wenn ich seinen Rekurs auf Mohlers Zitat richtig verstehe. Nicht den Staat verwirft er, sondern diesen Staat (der eigentlich eine Verneinung seiner selbst ist).

Ich möchte hier die Gelegenheit nutzen, den Kommentatoren Mitscherlichs Buch zu empfehlen, aus dem man auch für die rechte Sache wertvolle Erkenntnisse ziehen kann.

Volksdeutscher

16. Dezember 2020 12:15

Alexander Mitscherlich, Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft, Ideen zur Sozialpsychologie, 1963, Piper & Co. Verlag, München / Antworten auf große Kränkungen

1. „Die Abhängigkeit aller „Landeskinder“ von Renten und Pensionen gibt dem Staat die Kennzeichen der Ur-Mütterlichkeit; es wird deshalb auch eine Willfährigkeit gegenüber den Geboten dieses Staates erwartet, die eher in die Kinderstube gehört. In der bürgerlichen Gesellschaft gipfelten die Konflikte um das Nachfolgeproblem, die jüngere rang mit der älteren Generation um die Übernahme der auctoritas, um ihre Rollenprivilegien, von denen das höchste die Verfügung über den Besitz war. In der industriellen Massengesellschaft wird um eine ganz andere definitive Sicherheit gerungen: Definitive Sicherheit bedeutet lebenslangen Anspruch auf Versorgung. Das erzeugt eine völlig verschiedene öffentliche Meinung darüber, was als lebenstüchtig gilt. Tüchtig ist, wer möglichst früh seinen Platz an den Brüsten der Verwaltungsgottheit sichert. Notwendigerweise bringt dies eine „Artigkeit“ der Landeskinder zuwege, die noch einer Gesellschaft fremd war, in der sich feudal-aristokratische, bürgerliche und proletarische Herrschaftsansprüche begegneten.

Volksdeutscher

16. Dezember 2020 12:16

Alexander Mitscherlich, Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft, Ideen zur Sozialpsychologie, 1963, Piper & Co. Verlag, München / Antworten auf große Kränkungen

2. Im Besetzungsgehalt alter Vorurteile spiegelt sich dieser Umschlag ebenso deutlich wie in der Art der neuen. Man hängt sein Herz nicht mehr an etwas, was nicht in irgendeiner Form leibliche Befriedigung schafft oder was Spielzeugcharakter hat. Wo es gelingt, mit den Mitteln der Vorurteilsmechanik ein neues technisches gadget zu lancieren, ist ein neuer Absatzmarkt erschlossen. Denn sofort bemächtigt sich das Prestigestreben dieses technischen Spielzeugs, vom Photoapparat bis zur Hausbar am eigenen Swimmingpool. Entsprechend der Sättigungskurve bei Sinnesreizung erlischt das Interesse bald und muß durch neuere Objektangebote wieder gereizt werden. Auch hier ist der Unterschied zur paternalistischen Gesellschaft mit ihren Idealen der Beständigkeit bei gleichzeitiger Frustrierung im körperlich-sinnlichen Genuß eindrucksvoll.“

Glast

16. Dezember 2020 12:17

Bin seelisch diesem Staatswesen schon viel früher verloren gegangen als Kubitschek. Bereits 2010/2011 war bei mir Schluss. Hat mich überwältigt und ich wusste: das wird niemals wieder gut. 

Dass es bei Kubitschek solange gedauert hat bis er diesen Punkt erreicht hat, spricht nicht gegen ihn sondern für ihn.

Zu Pößneck noch: Wir sitzen hier im Westen schon länger auf gepackten Koffern und wollen nach Mitteldeutschland ziehen. Warten auf passende Stellen. Ich kann für mich persönlich nur feststellen: Ich halte das Lauwarme und die Lauwarmen hier in meiner unmittelbaren Umgebung einfach nicht mehr aus. 

Kann jeden verstehen, der mich nicht versteht, aber wir können nicht mehr anders. Leben ja auch nur dieses eine Leben. 

nom de guerre

16. Dezember 2020 12:37

Pößneck: verstörend. Wobei sich diese Vokabel in meinem Wortschatz abzunutzen beginnt. Zu oft bekommt man solche Bilder zu sehen, um davon noch überrascht, schockiert o.ä. zu sein. Die deutsche Polizei habe ich mir mal anders vorgestellt.

Dem Staat verloren gehen: handelt es sich nicht eher darum, zumindest als andere Seite der Medaille, aus diesem Staat innerlich herausgekickt zu werden?

sok

16. Dezember 2020 12:48

Man kann sich natürlich darauf beschränken, diejenigen einzusammeln, die dem Staat verloren gehen. Dann wäre es sinnvoll, an der richtigen Stelle zu sammeln. Da die rot, schwarz, grün und gelb lackierte Antifaschisten Staat und Gesellschaft unterwandert haben, treffen Pegida und AfD voll auf den Tugendterror.

Wenn man aber die Schule betrachtet, dann sind nach Schmidt-Denter 2/3 der Schüler und der Eltern gegen den Tugendterror in der Schule.

Schüler und Eltern kann man auch nicht unterwandern, wenn man ein undefinierbares Geschlecht oder die Kinder abgetrieben hat.

zeitschnur

16. Dezember 2020 13:15

@ Franz Bettinger

"Konzentration auf das Eigentliche" - bei denen, die immer noch nicht paranoid sind in jedem Fall.

Aber beim Rest? Ich habe den Eindruck, die sind geradezu erleichtert, dass sie jetzt nichts mehr zu bringen haben. Es ist doch toll, wenn man den eigenen Verstand endlich abschalten und sich treiben lassen kann. Diese anstrengende Eigenverantwortung, dieser ständige Druck, mündig zu agieren sollen und dabei auch noch beurteilt zu werden. Es ist doch großartig, wenn man - behindert oder gar entlastet durch eine FFP2-Maske - nun heldenhaft - so gedrückt Geige spielen darf, wie man es zuvor auch schon tat.

Machen wir uns nichts vor über unser Volk. Es gab immer ein paar Genialische, der Rest so dumpf, wie Hölderlin es im Hyperion beschrieb: Sie sind Funktionäre, keine Menschen. Endlich untergehen dürfen und dabei vollgepumpt zu sein mit Staatskontrolle iS des analen Charakters nach Freud. Smart-Downfall. Wohlige Soft-Torture. Und es weihnachtet sehr. Sollen sie doch machen, was sie wollen und den Staat haben, den sie brauchen. Zwölf Jahre werden sie allerdings damit nicht durchkommen. Merkel habe recht gehabt, orakelt gerade FAZ.net, mit den "vielen Toten und Schwerkranken". Das DIVI-Register zeigt allerdings eine Intensivbettenbelegung wie immer zu dieser Jahreszeit und davon nicht mal 20% angebliche "C-Patienten" (also Testpositive) ... Was schert uns noch die Welt der Empirie.

Imagine

16. Dezember 2020 13:21

Solange wie in Deutschland alles nach „Arbeit, Arbeit, Arbeit“ ruft, statt drastische Arbeitszeitverkürzungen zu fordern, wird sich nichts ändern.

Eine Idiotie wie der Satz: „Sozial ist, was Arbeit schafft“ findet in Deutschland massenhaft positive Resonanz.

Nur noch ca. 10% der Arbeitsbevölkerung sind produktiv tätig, d.h. sie versorgen die Bevölkerung mit den notwendigen Gütern. Mehr ist aufgrund des wissenschaftlich-technischen Fortschritts nicht notwendig.

Heute ist der der größte Teil der Arbeitsbevölkerung in unproduktiven und unnützen Bullshit-Jobs tätig. Eine eine rationale Ökonomie nicht braucht nicht solche Jobs , wie z.B. Unterhaltungsindustrie, Volksbespaßung, Werbung, Politiksimulation, Pseudo-Wissenschaft, Pseudo-Rechtswesen, Kampf gegen Rechts“ usw. usf.

Das ist lediglich Keynesianismus zur Aufrechterhaltung des marktwirtschaftlich-kapitalistischen Systems.

Das System ändern, im ersten Schritt die Arbeitszeit halbieren, schon ist das Problem gelöst und die Menschen können vom wissenschaftlich-technischen Fortschritt profitieren.

Aber dazu fehlt den Deutschen die Intelligenz.

Fredy

16. Dezember 2020 13:36

Ich habe dasselbe Fazit 1999 gezogen. Die Feindseligkeit gegen das eigene Volk war schon damals erkennbar, und dieses Merkmal unterscheidet diesen Staat von allen Anderen davor. Jedenfalls, sowas wie die BRD darf nie wieder passieren. In diesem Sinne: Nie wieder; der Schoß ist fruchtbar noch.

Beowulf

16. Dezember 2020 14:00

Ich teile die Einschätzung dass das jetzige System nicht mehr reformierbar ist. Der Liberalismus und damit unser demokratischer Pateienstaat wird seine Weg weiter gehen und dann irgendwann untergehen. Ob sich die Rechte in der Rolle der AFD an diesem Schauspiel beteiligt oder nicht, dürfte m. E. am Ausgang nichts ändern. Weder wird das weder einen beschleunigenden noch bremsenden Effekt auf die Entwicklungen haben.

Wenn Mohler sagt: »eine sichere Witterung dafür besitzen, wieviel sie sprengen darf, ohne die Substanz zu verletzen.« dann galt das wohl für eine Zeit wo noch Substanz da war, die man nicht verletzten darf. Ich glaube darüber sind wir schon hinaus. Nach der Sprengung muss von vorne neu gebaut werden, auf Fundamenten die erst wieder freizulegen sind.

Gelegenheitsleser

16. Dezember 2020 14:03

Ich muss gestehen in diesem Artikel stolpere ich über den Satz: "Unsere Aufgabe ist es dabei, zu verhindern, daß diese Menschen zugleich an eine diffuse »Freiheit« verlorengehen." Ich bin mir nicht sicher, wie ich ihn zu verstehen habe, ...

und @ Franz Bettinger

Da haben Sie eindeutig mehr Hoffnung als ich aufbringen kann. Ich befürchte Hexenjagden enden nicht einfach. Es bedurfe schon eines Friedrich Spees und einer Cautio Criminalis.

heinrichbrueck

16. Dezember 2020 14:12

@ Laurenz

Hadsch nur für Saudis. Sogar Allah war folgsam. Millionen Goldstücke ebenfalls.

Der Zögling mag der Gouvernante Sympathie entgegenbringen, ersetzen kann er sie nicht. Bürger stehen nicht Staatsmännern gegenüber, sie haben es mit ausgewählten Politikern zu tun. Diese Mielkes sind aber eher in der Rolle der Gouvernanten. Verelendigungs- bzw. Nottheorien zeigen keine Beseitigungsmaßnahmen, eher akzeptierte Stoppschilder beziehungsweise unüberbrückbare Hindernisse einer unsichtbar selbstzufrieden vorgegaukelten Rettung. Die Vorwegnahme muß nicht stimmen.

anatol broder

16. Dezember 2020 14:29

@ imagine 13:21

Eine eine rationale Ökonomie nicht braucht nicht solche Jobs , wie z.B. Unterhaltungsindustrie, Volksbespaßung, […] Das System ändern, im ersten Schritt die Arbeitszeit halbieren, schon ist das Problem gelöst und die Menschen können vom wissenschaftlich-technischen Fortschritt profitieren.

i machine träumt von der technokratie.

starhemberg

16. Dezember 2020 14:40

Wie jeder anständige Libertäre weiß, wird das gesamte System real unreformierbar, wenn die Staatsquote eine Höhe von mehr als 44 - 46 % erreicht (Deutschland: 45,3% 2019). Roland Baader schrieb schon vor 40 Jahren darüber. Allerdings ergibt sich aus dieser Logik auch zwingend, dass der gemäßigte Meuthen-Kurs die AfD strategisch niemals zu Erfolgen führen kann. Der Karren ist so verfahren, man kann und darf sich diesem todgeweihten System nicht mehr andienen. Sonst wird man unweigerlich in den Dreck hineingesogen. Stattdessen Abstand halten, beinharte Opposition machen, niemand zum Freund haben wollen.

"Weniger Staat wagen", so sollte grundsätzlich die Devise lauten. 

 

RMH

16. Dezember 2020 14:47

@Beowulf,

"Der Liberalismus ..."

Da ist es wieder, dass typisch neurechte bullshit-bingo. Bingo!

Was ist es denn anderes, als klassischer Ordo-Liberalismus, garniert mit preußischen Tugenden, die uns G.K. in seinem Artikel als Ideal präsentiert?

G.K. hat Recht. Dieser Staat wird übergriffig und korrumpiert soweit wie möglich alle und die, die sich nicht korrumpieren lassen oder auch nur Kritik daran äußern, werden als Feind markiert und kujoniert.

Und dank Corona begibt sich auch der Rest der vermeintlich "freien Wirtschaft" gierig an die Subventionströge und macht sich gerne abhängig. Doch der Staat verschenkt nichts, er verfolgt selbst mit vermeintlich milden Gaben seine Ziele.

Waldgaenger aus Schwaben

16. Dezember 2020 14:52

Es ist nichts Neues, dass sich in Gemeinschaften, um das Blickfeld über den Staat hinaus zu weiten, wie Staaten, Sekten oder Parteien ein Geist durchsetzt, der den einzelnen Menschen nur noch als Rädchen im Getriebe sieht und die Gemeinschaft über den Einzelnen stellt.

Allen diesen Gemeinschaften ist gemeinsam, dass sie untergegangen sind, durch innere Aufstände oder äußere Feinde, oft eine Kombination beider: Äußere Feinde schüren innere Unruhen und attackieren gleichzeitig von jenseits der Grenzen.

Das entmündigte Mitglied ist weder willens noch fähig die Gemeinschaft zu verteidigen. Um das geniale Bild von der säugenden und erdrückenden Saumutter aufzugreifen. Kommt der Metzger sie zu holen, können die überlebenden Ferkel nichts außer quicken und sich im Stroh verkriechen. 

Seien wir das mutige Ferkel mit dem Freiheitswillen, das durch die offene Stalltür am Metzger vorbei in den nahen Wald flieht, um mit den Ahnen und wie die Ahnen zu leben, frei und stark genug für die Freiheit.

Lotta Vorbeck

16. Dezember 2020 14:57

--->   Was, genauer gesagt, welche Umstände führten vor 20 Jahren zur Gründung des IfS?

Ja, man hätte 1990, als die beiden restdeutschen Teilstaaten fusionierten, das Beste beider Welten selektieren und sodann versuchen können, auf dieser Grundlage etwas Neues, Eigenes und zugleich Einigendes, Fruchtbringendes, Zukunftsweisendes aufzubauen ...

... Konjunktiv "hätte" ...

... stattdessen wurde einzig das Schlechteste, Verkommenste, Verrotteste zu einem gewaltigen Brocken zusammengesintert, der uns zunächst im Schneckentempo und ab der Jahrtausendwende unablässig Fahrt aufnehmend, scheinbar unaufhaltsam, zugleich den Rückweg versperrend bis an jenen Abgrund heran schob, an welchem stehend wir nun in einen in der Tiefe lauernden, brodelnden Höllenschlund schauen.

 

Ordo

16. Dezember 2020 15:00

War das GKs offizielles Outing als Staatskritiker? War das die Abwendung vom Staat an sich oder nur von seiner depravierten Form unter den Bedingungen der Parteienherrschaft? Ich meine, die Idee des Staates hat was, so wie die Idee des Kommunismus. Aber die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis ist dann in beiden Fällen, doch immer wieder recht ernüchternd.

Wie tritt man nun diesem Staat, geistig homogenisiert und in seinem derzeitigen, radikalisierten Krisenmodus adäquat gegenüber? Was ist zu tun? Weiterhin Demos organisieren, auf die Straße gehen, Anfragen im Parlament stellen und Petitionen zeichnen? Hat das jemals etwas ausgerichtet? Sich dem Feind auf offenem Feld gegenüber stellen? Sehr heroisch, Respekt einflösend, aber nüchtern betrachtet auch dumm. Der Rechte, Widerständler kann heute nur Partisan, Guerilla sein. Ein Guerilla des Geistes (ja, lieber VS, tut mir leid, doch kein Leckerli für euch). Beweglichkeit, Deckung und schnelle, plötzliche Vorstöße, keine sinnlosen Abnutzungskämpfe. Die Waffen sind Stift, Feder und ab und zu vielleicht auch ein Transparent. Mehr ist im Moment leider auch nicht drin. 

Waldlerche

16. Dezember 2020 15:08

Wir erleben gerade die Tragik der Situation der Demoralisierung, wie sie  Yuri Bezmenov schon vor Jahren beschrieben hat.
https://www.youtube.com/watch?v=KvNLAy056Ak

Da man mit anderen kaum noch vernünftig sprechen kann, gehe ich jetzt zum Friedhof und wende mich an die Verstorbenen.

quarz

16. Dezember 2020 16:18

Einmal mehr empfehle ich: arbeiten wir mit Volldampf an unserer Parallelgesellschaft. Nicht Däumchendrehen und abwarten, ob sich alles durch eine wundersame Fügung doch noch zum Guten wendet. Ob es das tut oder nicht: die Früchte der parallelen Entwicklungsarbeit werden im einen wie im anderen Fall benötigt. Ein Trümmerfeld mit leeren Händen zu bestellen, ist keine gute Perspektive.

Laurenz

16. Dezember 2020 16:32

@heinrichbrueck

Stimmt, was Sie schreiben. Ich bezog mich auch eher auf den Polizisten-Mörder Mielke (1931).

@Lotta Vorbeck

Nicht den Putsch von oben vergessen. Das hatte so keiner vorausgesehen. Sonst ist leicht zuzustimmen.

@Waldlerche

Das ist nicht abwegig. Es ist immer ein Blick in die eigene Geschichte. Und die Verstorbenen sind es meist auch, die das heute zu verantworten haben.

@Ordo

Wie der Artikel schreibt. Der Staat wendet sich von seinen Bürgern ab. Die Polizisten tragen nun wieder "Fasces".

@Imagine

Ja.

@anatol broder

https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_D._Leciejewski  ?

@Gustav Grambauer

Bevölkernde.

Beowulf

16. Dezember 2020 17:04

@RMH

""Der Liberalismus ..."

Da ist es wieder, dass typisch neurechte bullshit-bingo. Bingo!

Was ist es denn anderes, als klassischer Ordo-Liberalismus, garniert mit preußischen Tugenden, die uns G.K. in seinem Artikel als Ideal präsentiert?"

Sie können das gerne neurechtes bullshit-bingo nennen, trotzdem bin ich überzeugt, dass der Liberalismus als letzte der drei politischen Theorien der Neuzeit den gleichen Weg wie die anderen zwei gehen wird.

Man kann sich gerne einen Ordo-Liberalismus mit preußischen Tugenden wünschen, der so vielleicht mal zu einem Zeitpunkt in der Geschichte existiert hat oder auch nicht. GK schreibt aber auch, dass er den Glauben an der Realisierbarkeit eines solchen Systems verloren hat und das m. E. zu Recht. Das Zurückdrehen der Uhr, das konservieren eines Systems zu einer bestimmten Zeit funktioniert nicht, weil sich die Rahmenbedingungen kontinuierlich verändern. Ich kann mir auch wünschen in einer germanischen Stammesgemeinschaft zu leben, das ist genauso unrealistisch wie ein Ordo-Liberalismus preußischer Prägung.

Ich kann Sie aber beruhigen. Der Liberalismus wird schon noch einige Zeit durchhalten und auch nicht zuerst in Deutschland kollabieren.

starhemberg

16. Dezember 2020 17:25

@RMH 14:47

100% Zustimmung. 

Der Staat - dealer. 

Die, die schon länger hier leben - junkies.

Mboko Lumumbe

16. Dezember 2020 17:50

Die Arbeitszeit halbieren ist wie halbe Sachen machen und für Mädchen. Ich habe aufgrund der gesellschaftlichen Gesamtsituation vollständig aufgehört zu arbeiten und entziehe diesem Staat meine Energie so weit es geht. Und das viele Jahre vor dem Rentenalter. Natürlich bedeutet das große Einschränkungen und Veränderungen und niemand sagt, dass es einfach ist. Doch das ist mir meine größtmögliche Freiheit wert und bedeutet für mich maximaler friedlicher Widerstand.

Schon Churchill wusste 1940 was die Zukunft bringt: Blut, Schweiß und Tränen

Und Johnny Cash singt auf seinem Album Blood, Sweat and Tears im Song Tell Him I'm Gone:

Take this hammer take it to the capt you can tell him I'm gone tell him I'm gone
'Cause I ain't gonna take no more kicks and whippings
No I ain't gonna take no kicks and whipping
I ain't gonna take no more no more this kicks and whippings
You can tell him I'm gone gone gone you can tell him I'm gone

Dieser Staat und seine selbsternannte und selbstgerechte Zivilgesellschaft kann mich mal da küssen, wo die Sonne nie hinscheint - F U !

I´m gone

starhemberg

16. Dezember 2020 18:01

"Der Steuerstaat muss ein wachsendes, immer kostspieligeres parasitäres Sozialsystem alimentieren, wobei die Resourcendecke der zerbröckelnden Nationalökonomie immer knapper wird. Die Mobilisierung von Vermögen durch Besteuerung und Abgaben verwandelt Kapital in Konsum. Diese schleichende Enteignung der Minderheit globaler Leistungsträger verschlechtert die industriellen Standortbedingungen auf dem Territorium, welches der Nationalstaat zu kontrollieren versucht. Die Ansprüche an ihn gewinnen an innenpolitischem Gewicht, während seine realen Handlungsmöglichkeiten schwinden. Er packt diejenigen, welche ihm zugänglich bleiben, und reißt sie in den Strudel des Untergangs hinein."

 

Rolf Peter Sieferle "Epochenwechsel", 1994

Cugel

16. Dezember 2020 18:05

@RMH

zeitschnur (willkommen zurück!) legt größten Wert darauf, eine echte (d. h. besondere) Liberale zu sein und nicht das, was gemeinhin darunter verstanden wird. Sie bestehen ebenfalls auf einen liberalen Spezialfall, den Ordoliberalismus, eine spezifisch deutsche liberale Strömung. Nun schreibt GK aber vom schlanken Staat, Beowulf vom demokratischen Parteienstaat. Das sind ja nun zwei verschiedene Dinge, weshalb ich bezweifle, daß Ihre Replik den Gegenstand trifft. Sowohl GK als auch Beowulf bezeichnen jeweils notwendige, aber nicht hinreichende Eigenschaften des Ordoliberalismus, der von der frühen BRD glänzend bestätigt zu sein schien. Wie wir leider sehen, ist etwas wesentlich anderes dabei herausgekommen. Wer hat's versaut, warum und wie? Hat der Ordoliberalismus vor den realen Gegebenheiten nicht mindestens ebenso versagt wie die sogenannte "Rechte"? Hat man nicht - bewußt oder nicht - seit 1945 den Weg zur Hölle mitgepflastert? Hat es nach 1945 überhaupt eine Chance gegeben, das Desaster abzuwenden (Stalin-Note? Mauerfall?)?

Cugel

16. Dezember 2020 18:38

@Beowulf

"Nach der Sprengung muss von vorne neu gebaut werden, auf Fundamenten die erst wieder freizulegen sind."

Wenn es denn zur Sprengung kommt. Es wäre zudem zu fragen, ob diese notwendig eine Gelegenheit zur Freilegung der Fundamente böte oder das gegenwärtige Programm nicht noch beschleunigen würde. Ich erwarte keinen Zusammenbruch. Mit den berüchtigten "Verwerfungen" eines gewissen "Populismus-Forschers" wird man die hiesigen Verhältnisse eher weiter in Richtung der US-amerikanischen degenerieren, die man gerade ihrerseits gegen unsere konvergiert. One World.

MartinHimstedt

16. Dezember 2020 19:30

Besser hätte ich es auch nicht formulieren können! ;-)

Uwe Lay

16. Dezember 2020 20:11

Die Deutschen Conservativen amerikanisieren sich!

Die entscheidende Differenz zwischen kontinental europäischen Conservativen und amerikanischen: Die ersteren plädieren für einen starken Staat, für die amerikanischen ist der Staat die größte Bedrohung der Freiheit. Das gründet sich im Mythos vom "Wilden Westen", als jeder Mann sich mit dem Colt sein Recht verschuf und es kaum eine Staatsautorität gab: das Recht des Stärkeren, das dann durch den Rechts-und Sozialstaat beeinträchtigt wurde.

Irritierend ist nun aber, daß jetzt das Ideal vom liberalen "Nachtwächterstaat" als conservativ-rechtes Projekt verkündet  wird, ganz wider unsere politischen Traditionen.Zudem: Die Liberalen haben selbst schon dies Staatskonzept ad acta gelegt, weil die (post)moderne Gesellschaft nicht mehr funktionieren würde ohne einen so ausgebauten Staatsapparat. Es kann keine Rückkehr zum Ideal des Nachtwächterstaates geben, wie man aus den heutigen Soldaten ja auch keine Ritter machen kann, so romantisch das auch wäre.

Uwe Lay 

Solution

16. Dezember 2020 20:21

Das Volk steht über dem Staat.

HomoFaber

16. Dezember 2020 20:26

"Sollte die nächste schwere Krise unser Land erschüttern, sind wir strukturell vorbereitet und können den Wunsch nach Alternativen aufgreifen, können ihm entsprechen."

Die Krise war jedoch nicht nach ritterlichem Geschmack: So hat etwa ein Mann mit Turban und Trommeln aufbegehrt.

Mauerbluemchen

16. Dezember 2020 20:42

Zu dieser Ernüchterungsdiskussion (und nicht nur in diesem Zusammenhang) fällt mir das etwas grimmige Urteil eines Users im saker.de 2.1 Forum ein.

 

Als dort - einmal wieder - eine ähnliche Frage wie hier verhandelt wurde und alle damit begannen, ihre jeweiligen Ernüchterungsmomente auszutauschen, platzte ein Stammgast mit folgendem Diktum dazwischen:

"Sie (die brd/die brdlinge/der wertewesten/unsere dämonokratie/usw) sind schon immer so gewesen (korrupt, bösartig und auf Vernichtung aus); wir waren nur viel zu doof, um es zu merken!"

 

Genau so ist es; dieses System ist von Anfang an und prinzipiell auf "Abwicklung" angelegt. Als noch viel Lammetta auf der Spule war, ist dies nur Wahnsinnigen und Aluhüten aufgefallen. Jetzt, wo die Rolle so gut wie abgehaspelt ist, beginnt mancher Spötter von einst, sich verwundert Fragen zu stellen.

Der Intelligenz dieser Frager stellt dieser späte Groschen freilich kein gutes Zeugnis aus, wohl aber ihrer Redlichkeit. Der Deutsche an sich ist halt viel zu anständig, um sich solch einem Grad an Verkommenheit und Niedertracht überhaupt vorstellen zu können.

Beowulf

16. Dezember 2020 21:17

@Mboko Lumumbe

Über diesen Weg habe ich auch schon öfters nachgedacht. Sozusagen Widerstand ala "Arno Dübel". Das schadet dem System m. E. mehr als viele Handlungsempfehlungen von Rechts.

@Cugel

Ich erwarte jetzt auch keinen unmittelbaren Zusammenbruch, sondern zuerst eine weitere Degenerierung (Multikulturalisierung, Identitäts- und Sinnverlust, Materialisierung) der bestehenden Gesellschaft. Irgendwann wird das System der westlichen Demokratien aber ihre Integrationsfähigkeit verlieren und eine krisenhafte Übergangszeit wird kommen (siehe z.B. David Engels). Ob die Rechte das ganze beschleunigen, also eine Sprengung durchführen kann, ist fraglich. 
Was dann neu (sozial) konstruiert werden muss und an welche Traditionen angeknüpft werden kann, ist dagegen eine genuine Frage, mit der sich rechte Theoriearbeit zu beschäftigen hat.

Lotta Vorbeck

16. Dezember 2020 21:20

@zeitschnur - 16. Dezember 2020 - 01:15 PM

Waren Sie in einen Hinterhalt geraten, verschleppt und in einem Verlies der Festung auf der auf der Insel Île d’If gefangen gehalten worden?

Willkommen retour!

Gut, daß Sie wieder mit an Bord sind.

Maiordomus

16. Dezember 2020 21:35

Was heisst da "sprengend"?.  Bedeutet konkret nichts, ausser dass man allenfalls für solche Aussagen dem VS ein Alibi gibt. Ein Verleger und Autor kann ja keine Macht sein, ist schon gut, wenn er wenigstens ein Element wäre. "Sprengend"  kann Leute sodann zu einer falschen Wörtlichkeit verleiten. Es wird wohl so oder so nur eine Frage der Zeit sein, bis auf inadäquate Massnahem von politisch Verzweifelten zum Beispiel mit Geiselnahme reagiert wird. Oder dann halt in der Art von Jan Pallach mit Selbstverbrennung. Letzteres aber wohl kaum bloss für Wiederöffnung von Kneipen.  

Simplicius Teutsch

16. Dezember 2020 21:56

Hut ab, vor den Spaziergängern von Pößneck! Alle Achtung!

Dagegen: Ein erbärmliches, provozierendes Verhalten der Polizisten, die gegen die anscheinend falsch laufenden Spaziergänger die Herrschaft des linken Merkel-Staates über die Straße demonstrieren mussten. Ich fürchte, die werden schon noch „besser“, die Staatssicherheitstruppen.

Eines wurde mir bereits bei den durchweg friedlichen Anti-Corona-Diktatur-Demonstrationen deutlich: Die martialisch schwarz-gepanzerten Polizisten werden im koordinierten Einsatz gegen harmlose Nicht-Mitläufer des Regimes trainiert, werden GEGEN das Volk trainiert und umgepolt.

Ein alter Freund, der wusste, dass ich bei solchen Demonstrationen ab und zu teilnehme, fragte mich beispielsweise vor etlichen Wochen auf Whatsapp: „Was ist denn los mit unserer Polizei? Wirklich schon so gewalttätig wie man hört?“

Ich antwortete: „Die Polizei wird politisch missbraucht, sie muss die Befehle von oben ausführen, sie soll einschüchtern. - Aber wenn sie abseits ihre Helme abnehmen und ich in ihre Gesichter schaue, habe ich keine Angst.“

Er antwortete: „Na klar, das sind doch unsere Jungs. Ich versteh das nicht, das sind doch gute Jungs. Unsere Polizei ist schon die beste der Welt.“

limes

16. Dezember 2020 22:01

@ heinrichbrueck (16. Dezember 2020 14:12): »Bürger stehen nicht Staatsmännern gegenüber, sie haben es mit ausgewählten Politikern zu tun.«

Wie das konkret aussieht (»ausgewählte«, nicht demokratisch gewählte Politiker, von Staatsmännern ganz zu schweigen), wird an einem Beitrag von Epoch Times deutlich: »Annalena Baerbock, Jens Spahn und das Weltwirtschaftsforum«.

Es geht darum, wie künftige Führer (»Leader«) von privaten Organisationen auserwählt und geschult werden. »Im Jahr 2020 wurden 115 Young Global Leaders aufgenommen. Sie werden in „einer transformativen fünfjährigen Erfahrung dazu inspiriert, mutig zu sein und ein Gefühl der gemeinsamen Verantwortung, Wirkung und Ambition zu übernehmen“«.

»Transformative Erfahrung«, «gemeinsame Verantwortung, Wirkung und Ambition«. Da läuft es mir kalt den Rücken runter: Kaderschmiede für Führer*Innen eines Weltreichs der Überlegenen … Was den VS natürlich nicht die Bohne interessiert.

Fredy

16. Dezember 2020 22:11

@Mboko Lumumbe und Beowulf

Man muss nicht zum Hartzer werden. Es gibt Wege wo man unauffällig sein kann wer man ist, teilhaben, sein gerechtes Auskommen haben, aber nicht das System unterstützend. Die EU eröffnet großartige Möglichkeiten. Mehr soge ned. Ob sich das allerdings jetzt noch lohnt?

Wenn dieselbe Situation noch im April nächsten Jahres besteht, dann geb ich gern Tipps und Unterstützung. Ich denke es wird nicht nötig sein.

limes

16. Dezember 2020 22:24

@ zeitschnur (16. Dezember 2020 13:15): »Machen wir uns nichts vor über unser Volk. Es gab immer ein paar Genialische, der Rest so dumpf, wie Hölderlin es im Hyperion beschrieb …«.

Die Verachtung des Eigenen wird schon seit geraumer Zeit  propagiert, und die Lethargie der Deutschen angesichts zunehmender Zumutungen gibt Ihnen sogar recht.

Und dennoch: Es gibt ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, das mir erst durch den Prozess wehmütig bewusst wurde, durch den wir unser Volk zu verlieren drohen.

Gracchus

16. Dezember 2020 23:31

Die enorme Resonanz ist verständlich. Warum aber Kommentare in Fettdruck? Mit GKs Staatsverständnis kann ich mich anfreunden. Es entspricht nach meinem Verständnis keinem -ismus und ist auch nicht einfach rechts oder links zu verorten. M. E. geht es auch eher um das, was man "good governance" nennt oder früher "Staatskunst" genannt hat, was gutes Regierungshandeln ausmacht, ein politisches Ethos.

Abfinden muss man sich damit, dass die Mehrheit mit der aktuellen Regierung zufrieden ist, auch mit dem Lockdown. Das kann man analysieren, verständlicher wird es dadurch aber nicht. 

 

Mboko Lumumbe

17. Dezember 2020 00:43

@ Fredy + Beowulf

Nach meinem Erfahrungsumfeld sind es gerade Konservative, die mit ihrer rechtschaffenen Lebensart diesen Staat mit seinen ausufernden Sozialsystemen am Laufen halten, ich sehe das mittlerweile als kontraproduktiv. Und gerade Linke Zckn sind meist hemmungslose Ausnutzer desselben, oft genug habe ich das hämische Lachen darüber wahrgenommen. Der Ehrliche ist der Dumme und dazu habe ich keine Lust mehr - LmaA.

Noch nie in meinem Leben habe ich bisher einen einzigen Euro Transferleistung vom Staat erhalten, doch ich habe das Steuer- und Sozialsystem mit etlichen Hunderttausenden viele Jahre gefüttert. Das ist nun eben weitgehend vorbei und das ist gut so, das war meine Lebensentscheidung.

Und ich nehme gerne Tipps entgegen, wie können wir uns verständigen ohne die Linken Zckn die hier mitlesen?

Jedoch an (EU-)Ausland habe ich kein Interesse bisher, meine Heimat ist hier.

Tiuri

17. Dezember 2020 01:45

Eine Parallelgesellschaft aufbauen, alle Ressourcen die man hat soweit als möglich aus der bunten Gesellschaft abziehen, nicht mehr stabilisierend wirken, nicht mehr dem Gegner als vereinendes Feindbild dienen, die Großstädte aufgeben, insbesondere aufhören Leute in der Parteiarbeit zu verbrennen. Wir werden die Regierungsgewalt in diesem Staat nie bekommen und wenn wir sie bekämen könnten wir gegen linke Medien/Justiz/ Beamtenapparat nichts damit anfangen. In der Zeit nach Trump, nach Ibiza, nach Meuthen muss sich die Rechte komplett neuorientieren und einsehen, dass die zuvor gesteckten Ziele nicht erreichbar sind.

Dennoch verspielt gerade nicht nur der Staat einiges an Loyalität, sondern auch die Rechte. Ich arbeite seit Monaten auf Covid-Intensivstationen und bin sehr enttäuscht von einer Rechten, der zum Coronavirus nichts weiter einfällt als seine Gefährlichkeit blind zu leugnen.

RMH

17. Dezember 2020 06:56

1.

Es wird Zeit, dass Menschenrechte - die im Grundgesetz zutreffenderweise als Grundrechte bezeichnete werden - wieder klassisch liberal vom jetzigen Kopf des Universalismus auf ihre wahren Füße gestellt werden und zwar als genuine Abwehrrechte des Bürgers gegen den Staat. Unser jetziges Regimes tut so, als halte es sich an Grundrechte und dreht diese nunmehr dahingehend um, stellt sie also auf den Kopf, indem sie als Argumentation zum Eingriff in die bürgerlichen Freiheiten verwendet werden, damit Bürger untereinander Grundrechte - jetzt zu Menschenrechten transformiert - als oberste Tugendschnur in ihren wechselseitigen Beziehungen bis in kleineste Detail anwenden. Sind sind also keine Abwehrrechte im Verhältnis Bürger-Staat mehr, sondern Rechtfertigung für den Eingriff des Staates in das Verhältnis Bürger zu Bürger. Der Staat wird zum Motor und Wächter der Einhaltung dieser Vorstellungen durch den Bürger. Diese Übergriffigkeit wird durch harte Maßnehmen wie Straf- und Bußgeldvorschriften, aber noch viel mehr durch weniger harte, wie schlichte Benachteiligungen, bis softe, wie Subventions- und Fördermaßnahmen, verwirklicht.

Ein Staat, bei dem Grundrechte wieder Abwehrrechte sind, wird deswegen noch lange nicht zum "Nachtwächterstaat" sondern zum RECHTSSTAAT.

RMH

17. Dezember 2020 06:58

2.

Grundrechte der oben - Teil 1 - genannten Art, also ABWEHRRECHTE, sind conditio sine qua non für jede oppositionelle Arbeit, insbesondere auch für rechte und konservative Politikvorstellungen. Tritt man jetzt nicht für die FREIHEIT ein, dann wird zukünftig nur noch streng konspiratives Agieren möglich sein. Das sollte alle, die so gerne ihre "Liberalismus"-Schubladen öffnen, einmal genauer bedenken.

anatol broder

17. Dezember 2020 08:30

@ quarz, tiuri

welche heiratspolitik verfolgt die angedachte parallelgesellschaft?

Laurenz

17. Dezember 2020 09:13

@RMH

Sind Sie mit dem falschen Fuß aufgestanden? Das sehen wir doch alle so. Nur erklären Sie uns bitte, wie Sie das umzusetzen wünschen?

Wir schlittern aktuell in eine DDRisierung hinein. Schauen Sie Sich das Video einfach nochmal an. Die Vopos sind wiederauferstanden. Pervertierte Prügel-Schergen eines kriminellen Regimes. Wir sind wieder Untertanen.

RMH

17. Dezember 2020 09:33

@Laurenz,

Das, was da in dem Video dokumentiert wurde, ist ein echter Tiefpunkt. Wie man da dreist hinlangt, obwohl durch nichts geboten oder gar gerechtfertigt und bei klarem Vorhandensein milderer Alternativen zur (Un-) Rechtsdurchsetzung. Die eine blonde Polizistin ackert sich ab, als ob es irgendwelche Fleißbildchen dafür gibt. Widerlich ...

Ich schäme mich, Steuern zu zahlen, kanns aber nicht verhindern. Sie haben Recht, da ist man sprachlos und es fällt einem nichts mehr ein.

Maiordomus

17. Dezember 2020 10:00

Das Regime ist nicht kriminell, lieber Extremist, denen fehlt's woanders. Dagegen muss man ankämpfen auch mit den Mitteln des freien Wortes, solange diese uns noch zur Verfügung stehen. Las soeben das, vgl. die SiN-Weihnachtsbuchtipps, wohl beste Buch, das ich je "bei euch" bestellen durfte: "Der irdische Kelch" von Michael Prischwin, der das leninistische und stalinistische Russland bis 1954 durchgestanden hat, u.a.. mit dem verbotenen 10. Kapitel. Da lesen wir: "Unter Freiheit verstehe ich die Möglichkeit, bei sich zu bleiben". Wohl gut übersetzt, noch mit Nachwort von meiner Kollegin Ilma Rakusa, weiland Zürcher Schriftstellerinnen- und Schriftstellerverein, auch bei weiteren leider kleinen literarischen Zirkeln. Ja, so gut und vielleicht so erbärmlich wie Prischwin muss man vielleicht auch die heutigen Tage einer Prüfung auf die geistige und nicht zuletzt politische Substanz durchstehen. Und wenn schon "kriminell", dann Trotzki, der Prischwin als "konterrevolutionär" einschätzte; der mit den Massenerschiessungen, wovon im Buch die Rede ist.   

Waldgaenger aus Schwaben

17. Dezember 2020 10:25

Nach dem Lesen aller Beiträge und noch maligem Nachdenken, meine Fragen:

Wer ist noch bereit für diesen Staat auch nur mit seinem Eigentum, geschweige denn mit Freiheit, Gesundheit oder gar Leben, einzustehen?

Was folgt aus der Antwort für den Fortbestand dieses Staates?

Christian

17. Dezember 2020 10:47

In welchem Ausmaß die desaströs-kriminelle Politik durch das Parteienkartell weiter ausgebaut wurde, und wofür der Staat inzwischen mißbraucht wird, sieht man auch, wenn man Zitate aus dem Buch "Die rechte Zukunft" (1981) des Informatik- und KI-Pioniers Prof. Karl Steinbuch mit dem Zustand knapp 40 Jahre später vergleicht:

"Unser geistiges Erbe wurde vertan"

"An unseren Schulen wurde die naturwissenschaftliche Bildung abgewertet und der Geschichtsunterricht zur Zeitgeist-Dressur umfunktioniert."

"Da man Normalität nicht theoretisch definieren kann, meint man es gäbe keine - und hält jede Perversion für normal."

"Die biologische Substanz unseres Volkes wird vertan: ... Fremde Kinder füllen unsere Kindergärten, unsere Schulen und unser soziales Netz ..."

"Wir machen bei der Entwicklungshilfe denselben Fehler wie in der Bildungspolitik: Äußere Hilfe dort zu geben, wo nur innere Selbständigkeit hilft. Deutschland war nach dem Zusammenbruch 1945 nahe dem Zustand eines Entwicklungslandes - aber es war wie eine gespannte Feder, geistige Höchstleistungen zu vollbringen und materiell wieder aufzubauen. Es wäre grotesk, wenn ausgerechnet diejenigen Völker, welche die  
Lebensmöglichkeiten auf unserer Erde enorm verbessert haben und auch in  
Zukunft verbessern werden, von der Bildfläche verschwinden würden."

anatol broder

17. Dezember 2020 10:48

@ waldgaenger 

Wer ist noch bereit für diesen Staat auch nur mit seinem Eigentum, geschweige denn mit Freiheit, Gesundheit oder gar Leben, einzustehen?

die merkelklatscher.

 

Christian

17. Dezember 2020 10:57

Weitere wichtige Aussagen aus dem Buch von Karl Steinbuch:

"Die ‚Fortschritts-'Ideologie gibt sich gerne anti-autoritär - aber sie lebt gänzlich von der Autorität einiger Demagogen, denen die Masse dumpf, kritiklos und kopierend folgt. ... Unerträglich ist, mit welcher Verlogenheit die Demagogen des 'Fortschritts' unsere Technik und Wirtschaft bekämpfen ..."

"Wer beispielsweise die vorherrschende Ideologie unseres pädagogischen Nachwuchses kennt, wird für die Zukunft viel Schlimmes erwarten."

"Das halte ich für feststehend: Ohne [Heinrich] Böll und seine ideologischen Mitläufer hätte der Terrorismus in unserem Lande kein so gutes Gewissen, ohne ihn wären nicht so viele junge Menschen diesem Irrsinn verfallen."

Über einen Briefwechsel mit Willy Brandt:

"Damals glaubte ich noch, für einen Bundeskanzler müßte Rechtsstaatlichkeit doch einen sehr hohen Wert haben. Dies glaube ich heute - im Hinblick auf Brandt - nicht mehr."

"Aber dieser linke Zeitgeist ist nicht das Ergebnis einer 'herrschaftsfreien' Kommunikation, sondern das Ergebnis einer unmerklichen Zensur, die bestimmte Argumente und Themen überhaupt nicht mehr zur öffentlichen Diskussion zuläßt."

Die überwältigende Macht und Dominanz der heutigen Hightech-Monopolkonzerne kann leicht den falschen Eindruck entstehen lassen, die Welt der Technik, Naturwissenschaft und Informatik sei "von Natur aus" links und antivölkisch.

Christian

17. Dezember 2020 11:03

Und hier noch ein kleiner Tipp für die Volkszerstörer, die meinen, rechte Politik würde der Wettbewerbsfähigkeit schaden. Cf. die Aussage des Informatikers Prof. Reiner Hartenstein von 1996 in dem Buch mit dem ironischen Titel "Null Bock auf High Tech":

"Ohne Nationalgefühl fehlt uns der nationale Egoismus, den wir langfristig für unsere Wettbewerbsfähigkeit brauchen. Nationalbewußtsein ist in der Geschichte der Völker immer wieder mit ehrgeizigen Zielen und Visionen verbunden gewesen. Mit dem Begriff der Gesellschaft hingegen assoziieren wir eher die strategischen Sandkastenspiele der Laienspielerschar unserer Reformpolitiker. Ständig sind wir mit dem Umbau unserer Gesellschaft beschäftigt. Mit dem Marsch der 68er durch unsere Institutionen wurde unsere Gesellschaft eine Dauerbaustelle mit den dazugehörigen Staus und Umleitungen."

Maiordomus

17. Dezember 2020 11:13

@Christian. Karl Steinbuch gehört, wie etwa Helmut Schoeck, zu jenen Gelehrten in der Bundesrepublik vor etwa 50 Jahren, die es wirklich verdienen, wieder in Erinnerung gerufen zu werden. Seinen Vorträgen zuzuhören war ein zu denken gebender Genuss. 

Waldgaenger aus Schwaben

17. Dezember 2020 11:19

@anatol broder

die Merkelklatscher wären die ersten die den neuen Herren zuklatschen. Natürlich nur die, die es nicht rechtzeitig schaffen sich und ihr Vermögen ins Ausland zu retten. 

Aber in beiden Gruppen wären sie diejenigen, die schon immer dagegen waren, und nur aus Zwang und um Schlimmeres zu verhüten, geklatscht haben. 

Hier ist von der DDRierisierung die Rede. Wer ist denn an Ende für die DDR eingestanden? Niemand trotz aller Treueschwüre zum sozialistischen Vaterland.

anatol broder

17. Dezember 2020 12:40

@ waldgaenger 11:19

die merkelklatscher sind nur aus zwang und um schlimmeres zu verhüten so? dann sollten diese tapferen freiheitskämpfer mit statuen gewürdigt werden. jede stadt braucht einen merkelklatscher aus bronze.

aus der kommunistischen sicht war nicht die ddr am ende, sondern die brd. dort gilt die logik der auflösung.

Christian

17. Dezember 2020 12:43

@Maiordomus
Oh, Helmut Schoeck war mir unbekannt -- wenn ich allerdings gerade (augenblicksbedingt natürlich oberflächlich) lese, daß er sich gegen Kapitalismuskritiker wandte, fällt mir die Lektüre von DDR-Literaturwissenschaftlern wieder ein (was kein Befürworten des Marxismus-Leninismus bedeutet), die mit einer Außensicht auf die brd treffende (und leicht aus den Augen geratende) Kritik am Kapitalismus und dem westlichen Machtblock übten (die man sozusagen mit spitzen Fingern aus der antifaschistischen und die deutsche Geschichte verleumdenden, oft ungenießbaren linken Suppe herausfischen kann).

quarz

17. Dezember 2020 12:44

@Broder

"welche heiratspolitik verfolgt die angedachte parallelgesellschaft?"

Das ergibt sich bei innerer Stärke von selbst und ohne politische Steuerung und muss auch nicht lagerintern begünstigt werden. Ehepartner werden aus schwachen Kulturen herausgesaugt wie ein Flugpassagier vom Druckausgleich bei einem Leck. Sieht man doch allenthalben, dass orientierungslose deutsche Mädchen sich über Nacht in verhüllte und fromme Mulsimae verwandeln, wenn sie von einem in seiner Kultur selbstbewussten Türken oder Araber an Land gezogen werden. Umgekehrt geschieht das nie.

HomoFaber

17. Dezember 2020 12:44

Grundrechte der oben - Teil 1 - genannten Art, also ABWEHRRECHTE, sind conditio sine qua non für jede oppositionelle Arbeit, insbesondere auch für rechte und konservative Politikvorstellungen.

Genau. Ein Problem der politischen Rechten in dieser Krise liegt vermutlich allerdings in einem ihrer bevorzugten Denkmuster. Autoritäre Maßnahmen des Staates in einer Krise werden naheliegender Weise nicht als Problem erkannt, sondern als Lösung angesehen. Vor allem in einer als unübersichtlich wahrgenommenen Gefahrenlage.
Auf diese Situation war die Rechte konzeptionell nicht konsequent vorbereitet und hat in der Folge sehr schwerfällig reagiert, was dann zu einer nicht unerheblichen Konfusion und entsprechender Handlungsunfähigkeit geführt hat. 

Waldgaenger aus Schwaben

17. Dezember 2020 14:25

Ich bin dem Hinweis Maiordomus' gefolgt und habe etwas zu Michael Prischwin gesucht, "der das leninistische und stalinistische Russland bis 1954 durchgestanden hat" und im Elend seiner Zeit Sätze wie diesen ins Tagebuch schrieb;

"Wer weiß, vielleicht spielt die Gewalt der Zensur gegen das Wort ja auch die Rolle des Schnees, der gegenwärtig unsere Felder bedeckt: Er richtet die Stängel und Blüten zugrunde, schützt aber die unterirdischen schweigenden Wurzel."

Ganzer Artikel auf der Süddeutschen

 

Mit diesem Gedanken wünsche ich allen ein gesegnetes Weihnachtsfest. 

Ordo

17. Dezember 2020 14:31

Widerstand durch Nicht-Beteiligung ist immer ein gangbarer Weg. Leider sind nun mal die meisten Leute in einem Netz aus Verpflichtungen eingespannt, besonders wenn sie Familie haben. Da kann man nicht einfach so die Arbeit niederlegen. Durchaus konservative Lebensentwürfe halten heute einen Staat am Leben, der genau diese Formen der Lebensführung verachtet und bekämpft. Das ist ein Problem. Aber dieses Problembewusstsein sucht man bei genau diesen Leuten meistens vergeblich.

Interessant war für mich zu beobachten, was viele meiner Mitbürger mit der vielen Freizeit, die sie im Zuge des langen Lockdowns plötzlich hatten, anfangen würden. Das Ergebnis meiner kleinen Feldstudie ist recht ernüchternd. Sinnlose Betriebsamkeit, zu viel Fernsehkonsum, fruchtloses Gequassel in Livechats. Ein paar wenige haben immerhin mal wieder ein Buch zur Hand genommen. Aber natürlich keins von Antaios. Fazit: Es muss noch viel schlimmer werden. 

Ein gebuertiger Hesse

17. Dezember 2020 15:36

Pardon, die Herren, aber das "Es muß den Leuten noch viel schlechter gehen, damit sie aufwachen"-Argument ist furchtbar. Jedenfalls wenn es öfters kommt denn als gelegentlicher Stoßseufzer. Die zu erhaltenden Bestände, die von Rechts immer wieder hochgehalten werden (leider zu oft als Abstraktum, ohne Details zu nennen) - gehört zu ihnen denn nicht auch das, was jetzt in millionenfacher Zahl vor die Hunde geht, nämlich all die Mittelstands- und Unterschicht-Existenzen, die in Pleiten und Arbeitslosigkeit gejagt werden? Auch das sind unsere Leute. Die Rechte sollte in meinen Augen aufhören, die Nase zu rümpfen über "dekadente" Ladenwelten, die nun willentlich zerschossen werden, sondern sich möglichst laut zum Anwalt der Besitzer und dort Tätigen machen. Die - an sich ja richtige - Liberalismus-Kritik darf in dieser historischen Lage, wo Leute vor allem auch Zuspruch und Empathie brauchen, mal etwas zurücktreten, ansonsten wird sie wohlfeil und es läßt sich kein Blumentopf mit ihr gewinnen.

RMH

17. Dezember 2020 15:48

@Ordo,

Die These, dass nur alles noch schlimmer werden muss, damit es irgendwann auch wieder besser wird, halte ich für nicht belegt. Es kann auch schlicht alles kaputt gehen, weggespült werden etc., so wie es in der Geschichte schon unzählige Male passiert ist. Von daher ist abwarten bestimmt keine Lösung. Was tun? Wenn man nicht gerade Lenin ist ...

Maiordomus

17. Dezember 2020 15:53

@Christian. Die Hauptsache an Schoeck ist weniger seine zum Teil "neoliberale" Kapitalismuskritik, sondern sein tief in menschliche Abgründe leuchtendes soziologisches Standardwerk "Der Neid - Eine Theorie der Gesellschaft." Ausserdem dachte er in der Bildungspolitik plusminus etwa so wie hier Herr Bosselmann. Jedenfalls noch in Richtung Bildungsbürgertum, wobei aber gerade hohe Bildung nicht nur Einbildung generieren kann, auch, besonders heute, Neid. 

Ordo

17. Dezember 2020 16:24

@RMH @Ein gebürtiger Hesse

Die Frage "Was tun?" kann man sich persönlich stellen und dann darüber nachdenken, wie man ein richtiges Leben im falschen Ganzen führen könnte. Das ist die private Ebene. David Engels hat da vor kurzem ein paar Anregungen notiert.

Wenn man die Frage allerdings im Sinne eines großen politischen Ausgreifens beantworten will, hat man schlicht die derzeitige Lage noch nicht erfasst. 

Im Übrigen bin ich nicht bereit, Besitzstandswahrer für Leute zu spielen, die mit mir eh nichts zu tun haben wollen. Das ist eine Frage des persönlichen Werts und der Würde. Von daher werde ich weiterhin die Hände in den Schoß legen, Bücher lesen, etwas Sport machen und ab und zu ein Glas Whiskey trinken. Prost! 

anatol broder

17. Dezember 2020 16:40

@ quarz 12:44

Das ergibt sich bei innerer Stärke von selbst und ohne politische Steuerung und muss auch nicht lagerintern begünstigt werden.

das ist ein vollkommen neuer ansatz. jetzt bin ich gespannt, wann diese parallelgesellschaft ohne ausdrückliche heiratspolitik ausgerufen wird. ich verspreche schon mal, keine ehepartnerin von dort herauszusaugen.

@ maiordomus 15:53

danke für die erwähnung von schoecks neid​​​.

Eo

17. Dezember 2020 17:15

»Die Rechte kann heute keine rein konservierende Funktion haben – ihre Funktion muß vielmehr auf weite Strecken eine sprengende sein«, schrieb Armin Mohler einmal.

 

Dazu fällt mir
folgender Kalenderspruch ein:

Der Revolutionär von heute ist notgedrungen reaktionär.

 

 

 

 

 

 

RMH

17. Dezember 2020 18:09

".... Besitzstandswahrer .... Von daher werde ich weiterhin die Hände in den Schoß legen, Bücher lesen, etwas Sport machen und ab und zu ein Glas Whiskey trinken. Prost!"

@Ordo,

ist die Möglichkeit bzw. die Fähigkeit, genau das, was Sie da machen, nicht auch ein erheblicher Besitzstand, der Freiheitsrechte (und normalerweise auch ein gewisses Kapital) voraussetzt?

Es ist zu viel am kippen auf der Welt und in unserem Land und zu meinen, man könne sich auf die Position des Beobachters bequem zurückziehen und abwarten, wird nur noch eine sehr begrenzte Zeit lang funktionieren. Der Strudel hat begonnen ...

Christian

17. Dezember 2020 19:12

@Maiordomus
Was mich jetzt stark interessiert - wo stellen Sie denn heute Neid fest? Wer empfindet Neid? Und wer wird beneidet?

Ich sehe Zorn und Ärger auf eine ungerechte Politik -- aber Neid? Eher noch sieht man den Effekt einer Mediensuggestion, die den Leuten unterschwellig einredet: "Ihr jammert auf hohem Niveau. Seid froh, daß Ihr nicht in einer Favela wohnt." Der Mittelstand wird sich weiter ohne Murren oder gar größere Einwände schröpfen lassen und mit Bildern einer pseudohumanitären Propaganda vor Augen viel Geld für Organisationen spenden, das dann weiß Gott in welchen Kanälen verschwindet.

Wie viele dieser Organisationen machen hingegen überhaupt auf das Los der weißen Farmerfamilien in Südafrika aufmerksam?

anatol broder

17. Dezember 2020 19:58

@ hesse 15:36

leider zu oft als Abstraktum, ohne Details zu nennen

ich mag details. gehören die buchstaben ‹ä› und ‹ß› zu den beständen, die erhalten bleiben sollen?

Gracchus

17. Dezember 2020 20:03

Meine These: Der allem zugrunde liegende Konflikt ist der zwischen männlich vs. weiblich, Patriarchat vs. Matriarchat. Das Matriarchat ist - dank tendentiell männlicher Technik - auf dem Vormarsch. Im Text klingt das an, wenn die Sau dem Vater gegenübergestellt wird. Gesundheit über alles: weiblich. 

Maiordomus

17. Dezember 2020 21:00

@Schauen Sie sich mal Martin Wehrles gut präsentierte Hinweise auf falsche Freunde und Mobber an; Näherers natürlich im Buch von Schoeck. Neidstrukturen sind oft natürlich sehr stark im Unbewussten verankert. Noch interessant diesbezüglich auch Grimms Märchen z.B. den Geschwisterneid betreffend. Den berühmt-berüchtigten Penisneid nach Freud würde ich indes nicht überbewerten, wiewohl vielleicht ein Teilfaktor bei Gender und gewissen Formen des Feminismus. 

limes

17. Dezember 2020 21:52

@ Gracchus (17. Dezember 2020 20:03): »Meine These: Der allem zugrunde liegende Konflikt ist der zwischen männlich vs. weiblich, Patriarchat vs. Matriarchat.«

Das kann ich nicht nachvollziehen. Dieser Konflikt ist ein Konstrukt, ganz im Gegenteil zur geschlechtlichen Identität. Der konstruierte und politisch wie metapolitisch gesteuerte Konflikt »männlich vs. weiblich« dient zur Dekonstruktion der Familie und ist im größeren Zusammenhang globaler wirtschaftlicher und politischer Machtinteressen zu sehen.

Der_Juergen

17. Dezember 2020 22:00

@Zeitschnur

Es freut mich, dass Sie sich zurückmelden. Zwar bin ich in entscheidenden Fragen völlig anderer Meinung als Sie, aber Sie haben den Dialog mit Ihren kenntnisreichen Beiträgen immer wieder befruchtet und gefördert. - Sie schreiben:

"Machen wir uns nichts vor über unser Volk. Es gab immer ein paar Genialische, der Rest so dumpf, wie Hölderlin es im Hyperion beschrieb."

Das gilt nicht nur für die Deutschen. Immerhin regt sich in Deutschland wesentlich mehr Widerstand gegen den Covid-Irrsinn als z. B. in Frankreich. So etwas wie die beiden grossen Demonstrationen in Berlin haben die "kritischen" und "rebellischen" Franzen bisher nicht zustande gebracht. In jedem System und jedem Volk ist die überwältigende Mehrheit der Menschen, mindestens 95%, nicht fähig und/oder nicht gewillt, selbständig zu denken. Diese 95 oder mehr Prozent sind nicht dumm; sie können Computeringenieure oder Mathematikprofessoren oder Ingenieure sein. Sie sind jedoch nicht gewillt, sich in ihren anerzogenen Überzeugungen erschüttern zu lassen, da sie ahnen, dass sie sich damit nur Scherereien einbrocken würden. Darum werden alle Revolutionen von kleinen Minderheiten inszeniert. Bekommen die Revolutionäre Oberwasser, schwenkt die Mehrheit nach und nach auf ihre Linie ein.

Lumi

17. Dezember 2020 22:23

Es ist gut und heilsam, wenn der Glaube an den Staat zerbricht. Ob Vaterstaat oder Zitzenstaat - die BRD ist ein Lügenstaat, der das ihm ausgelieferte Volk seelisch und physisch kaputt machen will - der es zersetzen will.

Natürlich muß es immer irgendeine Form von Staat geben, weil das friedliche Zusammenleben innen und nach außen abgesichert werden muß. Ohne geht es nun mal nicht.

Aber wir können ja nur den real existierenden Staat beurteilen, die real existierende Demokratie, wie früher den real existierenden Sozialismus.

Und da haben wir eben die durch und durch verlogene und bösartige BRD, einen linken Lügenstaat, der das Volk jedes Jahr dreister betrügt und verhöhnt.

Und das Volk merkt es nicht, weil es noch immer an den Staat glaubt.

Lumi

17. Dezember 2020 22:45

Was ist eigentlich der Staat? habe ich als Kind mal gefragt, weil ich das Wort nicht verstand. Der Staat, das sind wir alle, sagte meine Mutter. Das kam mir schon damals falsch vor.

Sie glaubt es heute noch.

Viele sind so obrigkeitsgläubig. Keine Lüge ist ihnen zu dreist: wenn es von oben gesagt wird, dann muß es wohl stimmen. Sie schmeißen ihre gesammelten Jahrzehnte Lebenserfahrung über Bord, um eifrig die lächerliche Coronalüge nachzuplappern und nachzuleben.

Was für einen Staat kann man mit einem solchen Volk machen? Eben einen BRD Lügenstaat. Läuft doch.

anatol broder

17. Dezember 2020 22:47

@ maiordomus 21:00

danke für die hinweise. den neid in form von geschwisterneid erklärt auch die geschichte von kain und abel.

Lumi

17. Dezember 2020 22:54

In der elften Klasse - Schuljahr 88/89 - fragte der Lehrer, ob es nach unserer Ansicht nur zwei deutsche Staaten oder auch zwei deutsche Nationen gäbe.

Eine Mehrheit entschied sich für zwei deutsche Nationen. Ich erinnere mich daran, weil erstens dies den Lehrer erstaunte und er dies äußerte und zweitens mir auffiel, daß ich den Unterschied zwischen Staat und Nation nicht wußte.

Heute bin ich überzeugt: die meisten anderen wußten ihn auch nicht. Wie auch sonst hätte man für zwei Nationen stimmen können? Und dem Lehrer, einem 68er, war der Grad unserer Fehlprogrammierung (*) gar nicht klar; er hatte die Begriffe ja immerhin noch vernünftig gelernt.

(*) Danke an Christian für den Hinweis auf Karl Steinbuch.

Laurenz

17. Dezember 2020 23:29

@Maiordomus

Doch, wie Frau Weidel sagt, IM Erika gehört vor ein Gericht. Aber der Fehler von 1949 ist so einfach nicht korrigierbar oder sagen wir gar nicht. Die Staatsanwaltschaft untersteht Ministerien. In Italien ist die Staatsanwaltschaft freier. Das ist, ich wiederhole es, der Grund, warum internationale Haftbefehle in Deutschland von Richtern bearbeitet werden müssen, und nicht, wie üblich, von Staatsanwaltschaften. Alle Bundesstaatsanwälte in der Ära Merkel sind einfach nur lächerliche Hanswurste.

@Fredy

Viele Rechte/Konservative (mutmaßlich auch in der Redaktion) haben mit den Thesen, Haltung & Tipps von @Mboko Lumumbe Schwierigkeiten. Ihre eigene Weltanschauung steht ihnen im Wege. Aber welche Alternativen bleiben denn konkret? Ihr halber Schritt ist bereits konter-revolutionär. Wir verzichten auf Gewalt, haben keine milliarden-schweren Unterstützer, die besseren Argumente zählen bei der Masse an Idioten nicht. Was bleibt also anderes, als dem Staat monetären Schmerz zuzufügen, solange das noch funktioniert?

Gracchus

18. Dezember 2020 00:24

@limes

Wenn Sie sich umschauen, scheinen viele ihrer geschlechtlichen Identität nicht so sicher zu sein. Die patriarchale Familie wird dekonstruiert, dafür andere Formen von Familie (Menschheitsfamilie, Patchworkfamilie) gepusht. 

Was heißt "konstruiert"? Sie zwingen mich dazu, bei Adam und Eva anzufangen. Ich gehe von der archetypischen Differenz der Geschlechter aus, solange wir keine Engel sind oder das Ideal der Androgynität erreicht haben, und schon semantisch steckt in der Differenz der Konflikt. Ich fand auffallend, dass GK Vater Staat dem Mutter-Staat gegenüberstellt. Die Sau steht in dem Bild von GK für eine pervertierte Mütterlichkeit - wobei man sagen muss, dass es auch pervertierte Väterlichkeit im Staat gibt / gab. Was für Konfusion sorgt, ist - so meine Überlegung - der Übergang in eine tendentiell weiblich- matriarchale Ordnung. 

Lotta Vorbeck

18. Dezember 2020 02:16

@Der_Juergen - 17. Dezember 2020 - 10:00 PM

"... Darum werden alle Revolutionen von kleinen Minderheiten inszeniert. Bekommen die Revolutionäre Oberwasser, schwenkt die Mehrheit nach und nach auf ihre Linie ein."

---

"Damit eine Protestbewegung Erfolg hat, muss nicht die ganze Bevölkerung auf die Straße gehen. 3,5 Prozent gilt als magische Zahl – dann muss die Regierung reagieren.

Erica Chenoweth entdeckte das "Gesetz der 3,5 Prozent" – es besagt, dass keineswegs die große Mehrheit der Bevölkerung revoltieren muss, um politischen Veränderungen zu erzwingen. Chenoweth hat Bewegungen untersucht, deren Ziel der Sturz eines Regimes oder einer Regierung war. Aber auch Protestbewegungen, die einen Wechsel der Politik erzwingen wollen, fallen unter dieses Gesetz.
Wer macht eine Revolution?

Bei Revolutionen spricht man gern davon, dass sich das "Volk" erhoben habe. Meist wird gar nicht weiter nachgefragt, wer dieses ominöse "Volk" wirklich war. Aber schon ein Blick auf die bekanntesten Aufstände – die französische wie auch die russische Revolution – zeigt, dass das Volk keineswegs den Großteil der Bevölkerung umfassen muss. 

Es reicht durchaus, wenn relative kleine Gruppen von "Aktivisten" – um ein heutiges Modewort zu benutzen – sich erheben."

---> Quelle

 

Gustav Grambauer

18. Dezember 2020 06:25

Drosten plaudert unter Seinesgleichen schon locker über die Drift der gesamten Öffentlichkeit:

https://www.frei3.de/article/8f76df0d-7740-47cf-854e-1c15c3709aa6

- G. G.

quarz

18. Dezember 2020 10:10

@Lumi

Karl Dietrich Erdmann erging sich gar in der Tripartition "Volk"-"Staat"-"Nation": Ein Volk (das deutsche), zwei Nationen (Deutschland und Österreich), drei Staaten (BRD, DDR, Republik Österreich).

Mir erscheint die Zwischenstufe "Nation" sachlich unbrauchbar und eher der diskursiven Atmosphäre geschuldet. Der Sache nach ist begrifflich zwischen einer ethnischen und einer politischen Dimension der Gemeinschaft zu unterscheiden. Die Ausdrücke "Volk" und "Nation" gebrauche ich deshalb synonym für die ethnische Dimension, den Ausdruck "Staat" für die politische.

Der bei Erdmann wohl antönende französische Nationsbegriff, der mehr als einen Staat, aber halt doch keine Ethnie erfassen will, ist eine Chimäre.

 

Lotta Vorbeck

18. Dezember 2020 11:10

@Gustav Grambauer - 18. Dezember 2020 - 06:25 AM

Der Gesichtsausdruck des Dr. Osten im Vorschaubildchen des von Ihnen lieber GG verlinkten Videos: einfach unbezahlbar!

Uodal

18. Dezember 2020 11:49

@Lotta Vorbeck,  so ist es. Es gibt keine Revolutionen. Hat es nie gegeben und wird es nie geben. Sie existieren in der Realität einfach nicht. Auf derartige Geschichte(n), modern "Narrative" hereinzufallen, zeigt nur die intellektuellen Defizite von Teilen der Rechten, um es mal milde auszudrücken. 
Was es gibt, sind (Bürger-)kriegerische Eroberungen der betroffenen Staaten durch eine neue Herscherschicht. Entweder durch Krieg und einen äußeren Feind, oder - infamer - durch einen inneren Feind, der seine Eroberung eben durch eine geschickte Erzählung absichert, die zugleich seine Herrschaft legitimieren soll.
Es geht letztlich immer um den Zugriff auf die Finanzämter eines Landes. Die abschöpfbaren finanziellen Ressourcen eines Volkes (=Steuern) fallen in neue Hände. Das ist das ganze Geheimnis hinter den angeblichen Revolutionen. Eine neue Clique sichert sich den Zugriff auf die Steuereinnahmen des Staates und legitimiert sich durch eine geschickte, emotionale Erzählung. Die letzen Raubritter waren/sind die grün/linken 68'er bzw. die hinter ihnen stehenden Mächte. So nüchtern ist das, und wer es anders sieht, ist ein Romantiker und Träumer. Wenn man das wirklich verstanden hat, ist auch die Strategie zur Rettung der west. Zivilisation klar und alle Ideen eines solidarischen Patriotismus, einer Identitäten Bewegung, einer parlamentarischen Arbeit (so dies alles nicht nur flankierend verstanden wird) u.s.w werden deutlich als das, was sie sind: romantische Träumereien.

limes

18. Dezember 2020 12:03

@ Gracchus (18. Dezember 2020 00:24): »Wenn Sie sich umschauen, scheinen viele ihrer geschlechtlichen Identität nicht so sicher zu sein. Die patriarchale Familie wird dekonstruiert, dafür andere Formen von Familie (Menschheitsfamilie, Patchworkfamilie) gepusht.« Mit diesen Aussagen bin ich einverstanden, genau das ist es, was ich mit meinem Kommentar meinte.

Allerdings schreiben Sie dann: »Ich gehe von der archetypischen Differenz der Geschlechter aus, solange wir keine Engel sind oder das Ideal der Androgynität erreicht haben, und schon semantisch steckt in der Differenz der Konflikt.« Androgynität aber ist für mich keineswegs ein Ideal, denn die archetypische Differenz der Geschlechter ist ja die Quelle für eine große, geheimnisvolle und schöpferische Anziehungskraft!

Wenn »GK Vater Staat dem Mutter-Staat gegenüberstellt«, so ist dieses Bild wahrscheinlich von der destruktiven Dominanz verschiedener Frauen inspiriert, die ihre Machtpositionen nicht fachlicher Kompetenz in Bezug zu ihrem Machtbereich zu verdanken haben, sondern nach dem Prinzip des »Medici-Teufelskreises« gezielt aufgebaut wurden.

Es ist zu vermuten, dass Frauen bewusst gegen die tradierte patriarchalische Ordnung in Stellung gebracht werden, gefolgt von der Instrumentalisierung immer neuer »Minderheiten« zur Spaltung der Gesellschaft nach dem Prinzip »divide et impera«.

Imagine

18. Dezember 2020 12:03

Wir sind der Staat. Wir sind nicht der Staat.

Beides ist richtig.

Weil wir der Staat sind, können wir ihm nicht verloren gehen.

Denn wir sind als Staatsbürger ein Leben lang Leibeigener des Staates. Er kann alles mit uns machen. Uns in den Krieg schicken, uns weltweit zur Fahndung ausschreiben, die Grenzen zumachen, Lockdown und Maskentragen befehlen, unsere Existenz kaputtmachen, sich unser Eigentum aneignen …

Weil dem so ist, ist es so wichtig, dass wir den Staat als politische Menschen mitgestalten können und dies auch tun. Nur wenn wir dies als normale Staatsbürger  können und machen, dann haben wir ein demokratisches System.

Karl Albrecht Schachtschneider bezeichnet deshalb die Demokratie als politische Form der Freiheit.

Der nicht-demokratische Staat ist ein Monster, das uns beherrscht. Deswegen wollen sich so viele vom Staat zurückziehen und ins Private und in Parallelgesellschaften flüchten..

Dies jedoch ist falsch.

Denn je unpolitischer und politisch inaktiver die Menschen werden, umso stärker wird das Monster werden und seine Untertanen beherrschen. Weil wir den Staat anderen Menschen überlassen, die den Staat in ihrem Interesse führen und gestalten.

Es geht nicht darum, ob der Staat schwach oder stark ist, ob er schlank oder ausgedehnt ist, es geht darum, wer diesen Staat beherrscht.
 

Der_Juergen

18. Dezember 2020 12:12

@Lumi

Respekt vor Ihren sehr fundierten Wortmeldungen.

@RMH

Sie schreiben: "...abwarten ist bestimmt keine Lösung. Was tun? Wenn man nicht gerade Lenin ist..."

Was ich vorschlagen würde? Die bewährtesten unter den patriotischen Aktivsten, von Elsässer bis Kubitschek, sollen ein alternatives Programm für Deutschland entwerfen, das eine geringe Zahl nicht verhandelbarer, zentraler Punkte enthält. Aus naheliegenden Gründen müsste einer davon die sofortige Aufhebung aller Covid-Zwangsmassnahmen und eine öffentliche Diskussion über das Virus sein, bei der natürlich neben dem unvermeidlichen Drosten auch Fachleute wie Wodarg und Bhakti (um nur zwei der bekanntesten Namen zu nennen; mittlerweile erheben Tausende von Medizinern ihre Stimme gegen den Schwindel) zu Wort kommen würden. Ein zweiter kardinaler Punkt wäre die Wiederherstellung der Meinungsfreiheit durch ersatzlose Streichung des Maulkorbparagraphen 130. Ein dritter Punkt wäre die Abschaffung oder zumindest zeitweilige Ausserkraftsetzung des Asylrechts, ein vierter  der Abzug aller fremden Truppen aus Deutschland.

Nach der Publikmachung dieser Forderungen würde sich die Spreu sofort vom Weizen scheiden. Wer diese Punkte nicht unterschreiben kann, ist für die Patrioten kein Partner. Sie wüssten dann, wer ihre Verbündeten sind.

Lumi

18. Dezember 2020 12:57

@quarz - Staat, Volk, Nation, Ethnie - Stimme Ihnen in der Sache zu, aber machen wir's doch nicht so intellektuell. Das Volk und die Nation und alles Nationale - das sind die positiven Begriffe, das sind wir. Das Wort Ethnie ist nur für Akademiker und spricht emotional niemanden an.

Wo Sie Österreich erwähnen: Natürlich zählen die nach 1918 verbliebenen Deutsch-Österreicher auch zur deutschen Nation. Wozu denn sonst?

Habe mal gelesen, daß irgendwann nach '45 die Linke in Österreich eine österreichische Separatnation zu postulieren begann, die aber bei ihren Nachfolgern ein paar Jahrzehnte später nicht mehr angenommen wurde, weil die nun prinzipiell jeden Gedanken von Nation ablehnen. Fand ich amüsant.

Was eine Nation sein will, das ist auch eine Nation.

Eine harte Definition wird man nicht finden.

Beowulf

18. Dezember 2020 13:41

@quarz

Zum Nationenbegriff. Mit Nation ist eine Idee gemeint, die Menschen als eine Einheit auffasst. Dieser Begriff kam zu einem Zeitpunkt in der Geschichte auf und hat sich seitdem in seiner Bedeutung immer wieder gewandelt.

Unter Nation hat man unter Bismarck, im 3. Reich, in der DDR und in der BRD jeweils etwas unterschiedliches verstanden, weil der Nationenbegriff benützt wird die jeweilige politische Ordnung zu legitimieren.

Als Leseempfehlung hierzu eignet sich M. Rainer Lepsius: Nation und Nationalismus in Deutschland.

Ordo

18. Dezember 2020 13:41

@RMH

Leichte Begriffsverwirrung. Freiheitsrechte als immaterieller Besitzstand, ok. Das ist natürlich schützenswert, ist ja auch meine Freiheit. Allerdings hat Freiheit immer nur als Begriff und Parole, die man in den Vordergrund gestellt hat, die Massen zu mobilisieren vermocht. Dahinter standen meist ganz andere Interessen, mehr materielle Nöte und Existenzängste.

Aber selbst wenn die deutsche Wirtschaft 2021 komplett abschmiert, muss sich politisch nicht unbedingt viel ändern. Entsprechend medial aufbereitet und geframet, schluckt der Michel so manche Kröte. Außerdem haben wir ja Corona, den perfekten Sündenbock.

Da kann man es sich sparen, hier großspurig Programme zu entwerfen, die selbst bei den eigenen Leuten nicht auf ungeteilte Zustimmung stoßen werden. Da spaltet man selbst den kläglichen Rest, der wir hier noch sind, nur noch weiter.

Das System testet gerade, wie weit es gehen kann. Die Ergebnisse sind für es durchaus erfreulich. 70% der Deutschen finden den harten Lockdown gut, 15% geht er nicht weit genug. Und meine Mutter nervt mich bei WhatsApp mit Anti-Querdenker-Videos. Sie verstehen jetzt hoffentlich, warum ich so pessimistisch bin.

Wenn ich mir so zuhöre, fühle ich mich plötzlich so widerlich und unmännlich. Muss erstmal raus, laufen, frische Luft holen. Bis dann. 

Dieter Rose

18. Dezember 2020 13:46

@imagine

zur Zeit ist keine Demokratie. Eher die Perversion einer Demokratie. Wer an der Macht ist, darf die Regeln setzen und durchregieren. Man muss nur einen gemeinsamen Feind finden. Und dann nichts wie feste druff: Im Namen der Demokratie mit jetzt undemokratischen Mitteln.

Lumi

18. Dezember 2020 13:46

@Imagine, der Staat kann nicht alles mit uns machen. Es funktioniert nur, weil so viele mitmachen. Der Maskenmumpitz ist ein gutes Beispiel. Die Leute gehorchen einfach und denunzieren andere. Bin selbst denunziert worden.

Viele glauben die Coronalüge, viele glauben an eine Heiligkeit der Vorschrift, die nicht hinterfragt werden darf. Glauben an ein Amt und eine Uniform. Trauen sich selbst nicht zu denken und zu mucken und sind voller Haß gegen jene, die sich doch trauen.

Habe Adornos Studien zum autoritären Charakter nicht gelesen, aber es muß was dran sein.

Es ist klar, daß von Merkelregierung und Propagandaapparat nichts als Lügen zu erwarten sind. Aber wieso gibt es keinen Widerstand aus der Bürokratie, aus den Gesundheitsämtern, von den Fachleuten? Es ist eine neue Qualität der Korruption und Willfährigkeit und Gleichschaltung des Staatsapparates und der Verbände. Invasion 2015 und Corona 2020. Läuft wie am Schnürchen.

Ich habe das örtliche Gesundheitsamt mit der Tatsache konfrontiert, daß sie an einem Betrug mitwirken, und nach der Motivation gefragt. Noch keine Antwort.

Beowulf

18. Dezember 2020 14:56

@Der_Juergen

"Nach der Publikmachung dieser Forderungen würde sich die Spreu sofort vom Weizen scheiden. Wer diese Punkte nicht unterschreiben kann, ist für die Patrioten kein Partner. Sie wüssten dann, wer ihre Verbündeten sind."

Bei den vier genannten Punkten wird schon nicht das ganze rechte Lager unwidersprochen zustimmen. So oder so werden es nur sehr wenige sein und man spaltet zusätzlich die eigenen Reihen. Gewonnen hat man damit nichts, außer die Bestätigung, dass man eine Randposition vertritt, die nicht mehrheitsfähig ist.

Außerdem erinnern mich solche Forderungen nach unverhandelbaren Punkten, denen man gefälligst zuzustimmen hat, immer an linke Ideologien. Dort sind Abweichungen von der Doktrin auch nicht gern gesehen.

anatol broder

18. Dezember 2020 15:00

@ lumi 13:46

bin selbst denunziert worden.

das tut mir leid.

(1) wertest du das als persönlichen angriff?

(2) kennst du den denunziant?

(3) falls davor zweifach ja, welche massnahmen gegen den denunziant hast du nach dem vorfall getroffen?

Imagine

18. Dezember 2020 15:15

Demokratie ist ein Ideal. So wie eine herrschaftsfreie Gesellschaft, die es nicht geben kann, weil allein das Management technischer Abläufe Hierarchien benötigt.

Menschen brauchen Führung und Kontrolle. Je arbeitsteiliger und komplexer menschliche Systeme sind, umso mehr.

Aber es gibt Gesellschaften und Zeiten, die nicht so diktatorisch, konformistisch und „alternativlos“ sind, wo die Menschen freiheitlicher, toleranter und solidarischer sind.

Solche Gesellschaften sind pluralistischer und geben auch den Andersdenkenden Raum.

Rudi Dutschke beispielsweise setzte sich während der Studentenbewegung dafür ein, dass ein politischer Gegner namens Eberhard Diepgen, damals Mitglied des RCDS und einer schlagenden Verbindung, bei einem Teach-in das Mikrofon bekam und seine Gegenposition vertreten durfte.

Aber politische Toleranz, Fairness und Pluralismus waren in Deutschland nie die Regel sondern die Ausnahme.

Aus der historischen Perspektive betrachtet, waren die Rechten immer Feinde der Republik und Demokratie.

Aufgrund dieser Erfahrungen hat der „Kampf gegen Rechts“ so viel Akzeptanz in der Bevölkerung.

Uodal

18. Dezember 2020 15:31

@ Ordo, oh jetzt sind also die Muttis schuld. Mami hat ne andere Meinung als Sohnemann und die abendländischen Patrioten müssen "erstmal raus, frische Luft holen". Frage: warum genau verlieren Konservative und Rechte seit Jahrzehnten? Ich komm nicht drauf, ich komm nicht drauf!

Nochmal, weil's anscheinend nicht angekommen ist: wer zahlt die Politiker, die Medien, die Gender-Uni's u.s.w.? Na, wer? Du! Genau - Du! Du zahlst das alles. Was muss man also machen? Die einfachsten Dinge hierzu kann jeder (!) machen. Sogar vom durchge-pupsten Sofa aus. Das ganze Geschreibsel hier kann man sich dagegen alles sparen.

Also, nicht hier jeden Tag Leserbriefe schreiben und sich als Revoluzzer imaginieren, sondern machen, tun. Es gibt drei Wege, die aktuelle deprimierende Situation zu beenden. Der Erste Weg dauert drei Jahre, der zweite Weg dreißig Jahre und der dritte Weg dreihundert Jahre. Der erste ist der leichteste, der dritte der nachhaltigste. Ich fürchte manchmal, die real existierende Rechte wird keinen einzigen davon wählen... 

Ordo

18. Dezember 2020 15:36

So ist es @Beowulf. Das ist Sektiererei, wahrscheinlich verbunden mit dem Warten auf Tag X. Der nicht kommen wird. Aber Hauptsache die Lehre bleibt rein.

Vor fünf Jahren oder so, gab es hier von GK den Aufruf Vorschläge für ein Lied für Pegida einzusenden. Darunter schrieb einer sinngemäß, in Schnellroda habe man wohl den Schuss nicht gehört. Bald gebe es hier Bürgerkrieg, man solle sich vorbereiten, anstatt Lieder zu schreiben. Passiert ist nichts. Und ich wette auch 2021,2022,2023... passiert nichts. Das System ist stabil. 

heinrichbrueck

18. Dezember 2020 15:47

Die NWO ist eine Mischung aus Wissen, Banken und Technik. Banken geben Staaten Kredite, eine Creatio ex nihilo, wofür Zinsen fällig werden. In diesem Zusammenhang steckt schon die informelle Weltregierung, die nicht darauf angewiesen ist, welches Regierungssystem gespielt wird. Diesem System verlorengehen, müssen die Leute mit den Konsequenzen bekannt gemacht werden, gleichzeitig mit einer Alternative die sich bewahrheiten kann. Schonungslose Analysen, nicht irgendwelche Abholstationen oder falsche Rücksichtnahmen gegenüber vorhandenen Programmierungen.

limes

18. Dezember 2020 16:04

@ Der_Juergen (18. Dezember 2020 12:12)

»Abzug aller fremden Truppen aus Deutschland«: Haben Sie mal darüber nachgedacht, wer uns nach dem Abzug der US-Army verteidigen soll, wenn sich gewisse Risiken realisieren? Dass der Abzug der US-Truppen deshalb an sich schon folgenschwere Ereignisse auslösen könnte?

Und mir ist vollkommen klar, wie wichtig es ist, ob in Washington ein Donald Trump am Drücker ist oder ein Linker.

Laurenz

18. Dezember 2020 17:40

@Imagine

Nein, die Akzeptanz des "Kampf gegen Rechts" basiert einerseits auf der globalen Feind-Propaganda und andererseits müßten viele wieder was arbeiten. Hier liegt der Hase im Pfeffer, wer will das schon.

Die Suche nach der politischen Alternative und der Meinungsfreiheit steigt proportional mit dem staatlich verordneten Scheitern von Lebensmodellen an.

Wir hier gehören deswegen nicht dazu, weil wir zur von Konrad Lorenz bestimmten Minderheit gehören, die über den Tellerrand hinauszuschauen beliebt.

Ordo

18. Dezember 2020 17:40

@Uodal

Hahaha. Keine Angst, Mami hat mich trotzdem lieb.

Ich bin Sesselpupser aus Überzeugung. Es wird keine Revolution geben und mit Aktivismus kann man zwar durchaus Nadelstiche setzen, aber das System nicht ernsthaft gefährden. Das ist etabliert, gut eingespielt und wird von einer großen Mehrheit des Volkes mitgetragen.

Ich fühl mich auch nicht wirklich angesprochen von ihrem Rundumschlag. Bin allein und seit einiger Zeit jetzt auch arbeitslos. Aber ich kenne den Typ, den sie da beschreiben. Und der ist auf der Rechten leider tatsächlich sehr weit verbreitet, ja. 

Hab jetzt nicht ganz verstanden, was sie da zuletzt vorschlagen. Soll ich wieder zur Uni gehen? Powi studieren und dann das System unterwandern? Können sie das noch näher erläutern? 

Imagine

18. Dezember 2020 17:50

@Lumi  18. Dezember 2020 13:46
„der Staat kann nicht alles mit uns machen. Es funktioniert nur, weil so viele mitmachen. Der Maskenmumpitz ist ein gutes Beispiel. ...“

Wo ist eine Grenze für den Staat?

Der Staat hat das Gewaltmonopol. Die Gewaltenteilung ist doch nur eine funktionale Differenzierung. Die physische Gewalt durch Polizei und Militär ist nur eine Form der Gewalt. Viel entscheidender ist die rechtssetzende, gesetzgeberische  Gewalt.

Martin Luther King warnte: „Never forget that everything Hitler did in Germany was legal.“

Die Bürger sind in Deutschland - anders als in der Schweiz - völlig Rechtsunterworfene, die über keine Möglichkeit verfügen, in Volksabstimmungen selbst als Gesetzgeber tätig zu sein oder Gesetze außer Kraft setzen.

Hirnlose linksgrüne Ideologen haben den Satz propagiert: „Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin!“ So als würden sie nicht wissen, dass die Verweigerung der Einberufung mit drakonischen Strafen wegen Fahnenflucht geahndet wird.

Wer Widerstand leisten will, indem er rechtswidrig keine Maske trägt, provoziert nur den Staat zu stärkeren Zwangsmaßnehmen.

Dass die Bürger in der DDR mit ihren Demonstrationen eine friedliche Revolution herbeigeführt haben, ist ein Narrativ. So realitätsfern wie die Erzählung vom Storch, der die Kinder bringt.

Vor der Kapitulation der Sowjetunion gab es jahrelange Verhandlungen mit den USA.

anatol broder

18. Dezember 2020 17:56

@ uodal 15:31, vorbeck 2:16

Der Erste Weg dauert drei Jahre, der zweite Weg dreißig Jahre und der dritte Weg dreihundert Jahre.

die 3 kann hier nicht richtig sein. chenoweth sagt doch, dass die magische zahl 3,5 ist. ich korrigiere:

w (n) = 3,5 × 10 ^ (n - 1).

quarz

18. Dezember 2020 18:10

@Lumi

"Was eine Nation sein will, das ist auch eine Nation. Eine harte Definition wird man nicht finden."

Diese wäre nicht einmal eine weiche, sondern eine zirkuläre und somit sinnlose. Ihr Scheitern offenbart sich aber auch in der Analyse der intentionalen Struktur der Wollenden. Wenn man diese fragt, was es denn sei, das sie da wollen, werden sie nicht gemäß obiger zirkulärer Definition antworten: "Wir wollen das sein, was wir sein wollen.", sondern z.B. "Wir wollen einen gemeinsamen Staat" oder "Wir wollen eine kulturelle Gemeinschaft werden." Und dadurch offenbart sich hinter dem logisch bodenlosen Konzept der "Willensnation", dass eigentlich "Staat" oder "Ethnie" gemeint ist.

"Habe mal gelesen, daß irgendwann nach '45 die Linke in Österreich eine österreichische Separatnation zu postulieren begann"

Diese Idee haben die Kommunisten in den 30er Jahren auf Anordnung Moskaus aus spaltungsstrategischen Gründen propagiert, stießen aber zunächst auf Ablehnung in den anderen politischen Lagern. Nach verlorenem Krieg griffen letztere (außer der FPÖ) die Position auf, um sich (nun ebenfalls aus strategischen Gründen) besser als "von Deutschland" überfallenes Land verkaufen und entsprechende Vorteile bei den Siegermächten ergattern zu können.

 

 

Laurenz

18. Dezember 2020 18:18

 

@Ordo

Was Sie schreiben, will ich gar nicht in Abrede stellen, für den momentanen Status stimmt es. Allerdings ist das "System" in absehbarer Zeit (10-30 Jahre) zum Scheitern verurteilt, da es schlecht wirtschaftet. Das System vernichtet sich quasi selbst. Im Todeskampf werden die restriktiven Maßnahmen gegen die Untertanen ins Unvorstellbare abgleiten, was für diese Generation dann einfach persönliches Pech bedeutet.

@Uodal & Anatol Broder

Die Mathematik führt hier nicht weiter, sie mündet im Irrealen. Wenn man sich für einen Weg B entscheidet, wird man nie wissen, wie A oder C gelaufen wären. Es ist eine Unsitte sich im Hirn-masturbieren überbieten zu wollen.

quarz

18. Dezember 2020 18:24

@Beowulf

"Mit Nation ist eine Idee gemeint, die Menschen als eine Einheit auffasst."

Es gibt tausende von Hinsichten, in denen Menschen als Einheit aufgefasst werden können (Religion, Geschlecht, Hobby, ... ). Dieser Umstand allein charakterisiert noch nicht die spezifisch nationale Hinsicht. Diese läuft letztlich auf Ethnizität oder Staatlichkeit hinaus. Vielfach wird der Begriff deshalb gleichbedeutend entweder mit dem des Staates oder mit dem der Ethnie verwendet. Manche glauben, noch irgendwas dazwischen verorten zu können, dem das Etikett "Nation" gut steht. Ich hingegen meine: tertium non datur.

Der_Juergen

18. Dezember 2020 19:44

@limes

Vielleicht verraten Sie mir und den anderen Foristen noch, vor wem uns die US Army, die Sie unbedingt in Deutschland behalten möchten, eigentlich schützen soll? Vor den Russen vielleicht? Das ginge nur mit Atombomben, denn in einem konventionellen Krieg stiesse die Russische Armee rasch bis zum Rhein vor. (Was übrigens dem gegenwärtigen Zustand unbedingt vorzuziehen wäre.) Alle grossen Probleme Deutschlands sind hausgemacht und das Ergebnis der Politik seiner feindlichen Eliten. Deutschland ist ein okkupierter Staat, dessen Führung sich so benimmt wie eine Besatzungsarmee in einem fremden Land. Solange die USA von Globalisten beherrscht werden, kann sich diese feindliche Elite auf die Rückendeckung der US-Streitkräfte verlassen.

Deshalb muss die Forderung nach Abzug der fremden Truppen Bestandteil eines nationalpatriotischen Programms sein.

Lumi

18. Dezember 2020 20:53

@quarz - Nation und Logik - Quarz, Ihre Beiträge zeugen von einem scharfen analytischen Verstand und sind deshalb immer lesenswert. Es gibt aber gewisse Dinge im Leben der Menschen, die zwar logisch bodenlos, aber dennoch superwichtig sind. Da fällt Ihnen sicher auch was ein. :)

Danke für die Klarstellung zur Genese des Begriffes der österreichischen Separatnation. Opportunismus und Einschleimerei standen also bei ihrer Geburt Pate. Gut zu wissen.

Der grenzenlose Jubel und die Begeisterung der Menschen beim Anschluß '38 legen ein beredtes Zeugnis davon ab, was die Nation den Menschen bedeuten kann. Da beißt die Mäuselogik keinen Faden ab. Diese Ton und Bild Dokumente lügen nicht. Dagegen ist die BRDigung der DDR 89/90 nur Pillepalle.

limes

18. Dezember 2020 21:43

@ Der_Juergen (18. Dezember 2020 19:44): »Vielleicht verraten Sie mir und den anderen Foristen noch, vor wem uns die US Army …eigentlich schützen soll?« Denken Sie doch mal nach, Sie schrieben: »Alle grossen Probleme Deutschlands sind hausgemacht«.

Ferner schreiben Sie: »Solange die USA von Globalisten beherrscht werden, kann sich diese feindliche Elite auf die Rückendeckung der US-Streitkräfte verlassen.« Da rennen Sie offene Türen ein, denn ich schrieb ja schon:» Und mir ist vollkommen klar, wie wichtig es ist, ob in Washington ein Donald Trump am Drücker ist oder ein Linker.« Von wem wird Ihrer Meinung nach eigentlich Deutschland beherrscht?

Die US-Army scheint kein derart homogener Apparat zu sein, wie man meinen möchte. Erst vor kurzer Zeit wurde hier im SiN-Kommentariat ein Beitrag der US-amerikanischen Militärzeitung »Stars and Stripes« hier verlinkt: »Trump says troops love him, attacks top brass ‘who want to do nothing but fight wars’«.

»Die höchste militärische Beförderung sind zwei Sterne. Was danach kommt, ist eine politische Beförderung«: Aus einem Interview von Epoch Times mit dem aus dem Militärdienst ausgeschiedenen General Michael Flynn, das derzeit hinter der Bezahlschranke ist, weshalb habe ich den General aus dem Gedächtnis zitiert habe. Flynn war Trumps erster Sicherheitsberater. Ihm wurde politisch übel mitgespielt.

Lumi

18. Dezember 2020 21:44

@Juergen - Lassen Sie sich nicht von Ihrer Sympathie für die Russen (welche ich teile) in die Irre führen. Die Russen haben einfach die Lüge der Amis kopiert. Putin kann nicht einfach "die Wahrheit" enthüllen. Das geht nicht - Staatsräson und sozusagen übergeordnete Weltmachtkartellräson.

Vor 12/2015 glaubte ich noch an die Bombe und war in den Nullern immer beunruhigt, wenn auf RIA Novosti gemeldet wurde, daß der Russe seine Interkontinentalraketen (welche ebensowenig existieren, zumindest nicht "orbitalballistisch") nicht zum Laufen kriegte. Alles Theater. Nur konventionelle Rüstung zählt. Sonst gibt es nichts. Reicht ja eigentlich auch.

Imagine

18. Dezember 2020 21:45

@Laurenz  18. Dezember 2020 17:40
„Nein, die Akzeptanz des "Kampf gegen Rechts" basiert einerseits auf der globalen Feind-Propaganda und andererseits müßten viele wieder was arbeiten. ...“

Selbstverständlich spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Auffällig ist, dass das Selbstbild von Rechten völlig anders als die Fremdwahrnehmung ist. In ihrer Selbstwahrnehmung haben sie immer für eine gute Sache gekämpft und gehören zur Elite des deutschen Volkes. Einer meiner Lehrer war SA-Mann gewesen und erzählte stolz davon. In den Pausen lief er mit der National-Zeitung unter Arm herum.

In unserer Stadt gab es noch eine Nazi-Szene. Ein Klassenkamerad war Nazi und Hitlerfan. Er sang so Lieder wie: „Wenn das Judenblut vom Messer spritzt …“ Er hatte kein Problem mit der Judenvernichtung. Das war für ihn eine Beseitigung von Volkschädlingen. Natürlich ist dies schon ewige Zeiten her. Unser Abiturjahrgang war 1967. Aber eine Nazi-Szene hat sich erhalten sowie neu entwickelt. Aus der Rechtsextremismus-Forschung weiß man, dass die Neo-Nazis nicht selten aus der Mitte und aus grün-alternativen Elternhäusern kamen.

So auch die Täter beim Mordanschlag von Mölln 1992. Woher kommt der Hass auf Linke, Grüne, Ausländer, Immigranten etc.?
Mitmenschen werden im Nazi-Jargon z.B. als Zecken bezeichnet.

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