Netzfundstücke (78) – Miteinander, Kositza, Mishima

Postengeschacher, linker Klüngel, Antifa – Miteinander e.V.!

Lin­ke Umtrie­be stan­den im Fokus der letz­ten Fund­stü­cke (sie­he »Netz­fund­stü­cke (75) – Wahn, Tele­gram, Links­ex­tre­mis­mus« und »Netz­fund­stü­cke (77) – Feu­er­teu­fel, Wis­sen­schaft, Ver­riß«) und auch für die vor­lie­gen­den drän­gen sie sich erneut in den Mittelpunkt.

Denn dem Bür­ger­netz­werk Ein Pro­zent e.V. lie­gen inter­ne Doku­men­te des Mit­ein­an­der – Netz­werk für Demo­kra­tie und Welt­of­fen­heit in Sach­sen-Anhalt e.V. vor, die offen­le­gen, wie stark der sich krampf­haft als »neu­tral« dar­stel­len­de Ver­ein, in lin­ke Par­tei­struk­tu­ren ein­ge­bun­den ist bzw. füh­ren­de Per­sön­lich­kei­ten von SPD, Grü­ne und LINKE wesent­li­che Ämter im Ver­ein beglei­ten und sei­ne Arbeit bestimmen.

Über­blickt man die Cau­sa, so ent­fal­tet sich vor einem ein weit­ge­spann­tes Netz mit etli­chen Ver­zwei­gun­gen in Par­tei­en, Gewerk­schaf­ten bis hin­ein in die Evan­ge­li­sche Kir­che: DGB-Prot­ago­nis­ten, die Aus­lands­ge­sell­schaft Sach­sen-Anhalt e.V. oder der Pfar­rer Curt Stauss – beim Mit­ein­an­der e.V. tref­fen sich die typi­schen Akteu­re der »Zivil­ge­sell­schaft«.

Geför­dert wird der Ver­ein vom Land Sach­sen-Anhalt und ist in sei­ner der­zei­ti­gen Form (Personalbesetzung/Unterhaltung meh­re­rer Büros etc.) auch nur durch die Finan­zie­rung mit Steu­er­gel­dern exis­tent und über­le­bens­fä­hig. Der­weil zieht er kon­se­quent gegen alles zu Fel­de, was auch nur den lei­ses­ten Hauch einer poli­ti­schen Posi­tio­nie­rung rechts der Mit­te erken­nen läßt.

Ins­be­son­de­re die AfD und »Schnell­ro­da« hat sich der Ver­ein dabei als Lieb­lings­zie­le aus­er­ko­ren, die das Mit­ein­an­der-Pro­jekt der »offe­nen Gesell­schaft« in Sach­sen-Anhalt zu bedro­hen schei­nen. In Anbe­tracht der Ver­stri­ckun­gen mit lin­ken Par­tei­en gewinnt die­ser Feld­zug inso­fern an beson­de­rer Bri­sanz, als sich der Ver­dacht auf­drängt, daß hier ein Ver­ein als Mit­tel ver­wen­det wird, um gera­de im Fall der AfD die unlieb­sa­me par­la­men­ta­ri­sche Kon­kur­renz zu beschä­di­gen und nach­hal­tig zu diskreditieren.

Dar­über hin­aus fun­giert der Ver­ein als über Steu­er­gel­der auf­ge­bla­se­nes Sprach­rohr, das den engen Mei­nungs­kor­ri­dor lin­ken Demo­kra­tie­ver­ständ­nis­ses unter dem Deck­man­tel der Neu­tra­li­tät als Norm zu eta­blie­ren sucht. Anders for­mu­liert: Der Mit­ein­an­der e.V. spielt eine wesent­li­che Rol­le in der Her­stel­lung und Auf­recht­erhal­tung kul­tu­rel­ler Hege­mo­nie der Lin­ken im Land Sachsen-Anhalt.

Zusätz­lich pikant sind die Ver­bin­dun­gen des Ver­eins zu links­ex­tre­men Akteu­ren wie bei­spiels­wei­se der Anti­fa-Pho­to­gra­phin Ste­pha­nie Hei­de, die zeit­wei­se für Mit­ein­an­der arbei­te­te (Ein Pro­zent berich­te­te hier über die zwei­fel­haf­te Pho­to­gra­phin). Alles in allem kann das Geflecht »Mit­ein­an­der« als ein Para­de­bei­spiel für den staat­li­chen För­der­kom­plex im »Kampf gegen Rechts« gelten.

Zum exklu­si­ven Mit­ein­an­der-Leak mit allen Hin­ter­grün­den geht es hier auf dem Ein-Prozent-Blog.


Sezes­si­on-Lite­ra­tur­re­dak­teu­rin Ellen Kositza hat wie­der geschmö­kert und prä­sen­tiert daher gleich zwei Titel in ihrer Buch­vor­stel­lungs­rei­he auf dem kanal schnell­ro­da. Den ers­ten könn­te man der Kate­go­rie »Rat­ge­ber­li­te­ra­tur« zuord­nen, wohin­ge­gen der zwei­te Titel eine lie­be­voll gestal­te­te Schatz­kam­mer an Lyrik und Brie­fen aus der Renais­sance zwi­schen sei­nem Ein­band vereint.

Beim »Rat­ge­ber« han­delt es sich um Dani­el Plass­nigs und Phil­ipp Karaschs Träu­mer, Kämp­fer, Gen­tle­man – Eine Män­ner­fi­bel, in dem die bei­den Autoren anhand his­to­ri­scher Per­sön­lich­kei­ten einen Weg­wei­ser zum Mann­wer­den geben.

Es dreht sich um: Vater­schaft, Iden­ti­tät, Tap­fer­keit, Stolz, Ord­nung, Frei­heit, Frie­dens­lie­be, Freund­schaft, Vater­lands­lie­be, Rit­ter­lich­keit, Sexua­li­tät, Schön­heit, Kör­per und Sport, Gemüts­hal­tung, Kon­se­quenz, Ver­ant­wor­tung, Ver­ge­bung, Sehn­sucht, emp­foh­le­ne Lek­tü­re und Gebete.

Hier geht es zur Vorstellung:

Die Schatz­tru­he ist der­weil mit Welt der Renais­sance über­schrie­ben und ent­stammt der Feder Tobi­as Roths bzw. ist das Ergeb­nis sei­ner Selek­ti­on und Über­set­zun­gen. Man fin­det im Band Lie­bes­ge­dich­te Petrar­cas, ero­ti­scher Lyrik von Kar­di­nä­len und Staats­ober­häup­tern, Spe­ku­la­tio­nen über den See­weg nach Osten, The­sen über wei­ße Magie und noch vie­les mehr.

Dabei steht Schö­nes neben Obs­zö­nem, ver­gleichs­wei­se Ein­fa­che­res neben Beson­de­rem, wodurch die Epo­che als Gan­zes greif­bar wird:

Natür­lich kön­nen Sie bei­de Bän­de beim größ­ten kon­ser­va­ti­ven Ver­sand­buch­han­del, Antai­os, bestellen.

Hier erhal­ten Sie Dani­el Plass­nigs und Phil­ipp Karaschs Träu­mer, Kämp­fer, Gen­tle­man – Eine Männerfibel.

Und hier fin­den Sie Tobi­as Roths Welt der Renais­sance.


Im Novem­ber letz­ten Jah­res jähr­te sich der Todes­tag des japa­ni­schen Schrift­stel­lers Yukio Mishi­ma zum 50. Mal. Auch auf dem kanal schnell­ro­da beschäf­tig­te man sich am Ran­de der Gesell­schaft anläß­lich sei­nes sich jäh­ren­den ritu­el­len Frei­tods hier mit dem Autor, der aus einer poli­ti­schen Per­spek­ti­ve für die Rech­te spe­zi­ell wegen sei­ner spä­ten Hin­wen­dung zu tra­di­tio­na­lis­ti­schen Ideen von Bedeu­tung ist.

Japans Nie­der­gang und der damit ver­bun­de­ne US-ame­ri­ka­ni­sche, west­li­che Ein­fluß auf das Land der unter­ge­hen­den Son­ne, mach­te dem Schrift­stel­ler zu schaf­fen. Er attes­tier­te Japan einen Ver­lust der Schön­heit, für ihn einer der wesent­li­chen Aspek­te des Lebens, den er der Ver­west­li­chung zuschrieb.

Mishi­mas enger Freund und einer sei­ner Bio­gra­phen, der bri­ti­sche Jour­na­list Hen­ry Scott-Sto­kes, zitier­te den »letz­ten Samu­a­rai« wie folgt:

Japan hat sei­ne spi­ri­tu­el­len Tra­di­tio­nen ver­lo­ren und wur­de vom blan­ken Mate­ria­lis­mus ein­ge­so­gen. Japan ist ver­flucht von einer grü­nen Schlan­ge. Die grü­ne Schlan­ge beißt tief in sei­ne Brust. Es gibt kei­ne Mög­lich­keit die­sem Fluch zu entkommen.

Da ent­behrt es nicht einer gewis­sen Iro­nie, daß ihm mit dem Regis­seur Paul Schra­der gera­de ein US-Ame­ri­ka­ner ein fil­mi­sches Denk­mal setz­te. Mishi­ma – Ein Leben in vier Kapi­teln rekon­stru­iert aus Insze­nie­run­gen Mishi­mas lite­ra­ri­scher Arbei­ten und Rück­blen­den ein außer­ge­wöhn­li­ches Por­trait des Künst­lers. Dabei glie­dern sich die fil­mi­schen Kapi­tel in »Schöhn­heit«, »Kunst«, »Kampf« und »Har­mo­nie von Feder und Schwert« auf.

Mit einer für Hol­ly­wood aty­pi­schen Erzähl­struk­tur und Dar­stel­lungs­wei­se schafft Schra­der ein Kunst­werk, an dem viel­leicht auch Mishi­ma Gefal­len gefun­den hät­te. Der Film steht noch bis zum 16. März in der ARTE-Mediathek:

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Kommentare (7)

Laurenz

27. Februar 2021 12:28

@JS

Besser, der Feind redet schlecht über uns, als daß gar niemand über uns spricht.

Heinrich Loewe

27. Februar 2021 12:53

Der Mann heißt offenbar Tobias Roth,  nicht Thomas. -

Trägt dieser Mishima noch irgend etwas aus heute? Sollte man sich bei sezession nicht lieber mal fragen, warum ausgerechnet in dem ach so verächtlich betrachteten Amerika ein populistischer Präsident ins Amt kommen konnte? Der auch noch außerordentlichen Erfolg für die kleinen Leute mit seiner Politik vorweisen konnte. Der nach vier Jahren eine quicklebendige, junge, über alle Ethnien hinweg gegen das globalistische Establishment vereinte Graswurzel-Volksbewegung hinterlassen hat.

Ich kann nur hoffen daß hier ein -wie immer treffender- Bericht von Lichtmesz zu CPAC kommt.

Tut mir leid, ich finde mich hier zunehmend nicht mehr wieder. Kann man machen: Sich ewig und ins Kleinste detailliert mit der Vergangenheit beschäftigen. Aber dann bitte nicht wundern, wenn man dauerhaft in der Parallelgesellschaft verbleibt.

HerrLandei

27. Februar 2021 14:20

Der Film steht noch bis zum 16. März in der ARTE-Mediathek

Unter Zuhilfenahme des formidablen Programmes "Mediathekview 13.7.1 (kostenlos im Netz) kann man sich nicht nur diesen Film, sondern das gesamte Angebot der ÖR-Mediatheken in HD auf den Rechner laden. Legal, da Grauzone. Und mit der obigen Version klappt es auch wieder bei ARTE (die hatten kurzzeitig eine Sperre programmiert, aber im Moment im Wettkampf  mal wieder verloren). Das Programm lohnt sich wirklich!

https://mediathekview.de/

Pferdefuss

27. Februar 2021 19:57

@ Heinrich Loewe

Seien Sie weniger streng mit Sezession im Netz, ich bitte Sie!

Wenn wir Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft nicht nur als Tradition, sondern als Zeit-Raum-Metaphysik Metapher denken, dann gehört Mishima, wie auch immer  kulturell sperrig und entfernt, dazu.

Persönlich erreicht mich der Mishima-Kult nicht. Ich sehe jedoch, dass das Gewicht auch auf aus eigenem Kulturkreis stammende Gestalten, die diese Spannung zwischen Sprache und Handeln, Kunst und Kampf, Feder und Schwert, Ritual und Chaos verkörpern, gelegt wird. Schrader, Coppola gehören dazu, auch die japanische Samurei-Tenno-Treue im Vergleich mit der deutschen Nibelungen-Kaiser-Treue.  

Wenn man erleben muss, dass sich jegliche Politiker der ersten Reihe nur von Verlautbarungen, Wiedergekäutem, Pressespiegeln, Vorlagen, Gesetzesvorlagen, Talkshows, in denen sie selber auftreten, Reden, die sie selber halten, ernähren, steht es uns gut zu Gesicht, Mishima/Schrader/Coppola 'Ein Leben in vier Kapiteln', im gleichem Atemzuge Daniel Plasnik, Philipp Karasch 'Träumer, Kämpfer, Gentleman'  und/oder 'Thomas Roth 'Welt der Poesie' als Angebot zu verstehen. 

Ausschließlich Tagespolitik zu 'verfolgen' - dieses Wort ganz schön doppeldeutig  - ist nicht nur langweilig, man hechelt doch immer nur hinterher.   

RMH

27. Februar 2021 21:31

"Ausschließlich Tagespolitik zu 'verfolgen' - dieses Wort ganz schön doppeldeutig  - ist nicht nur langweilig, man hechelt doch immer nur hinterher."

Eben, deswegen ist der metapolitische und kulturelle Ansatz richtig und hier liegen klar die Stärken von Sezession.

Der Schrader Film über Mishima ist sehenswert. Das war noch die Zeit, wo man mit Kino tatsächlich auch Kunst machen wollte. Lange her.  

Herold

28. Februar 2021 14:12

Bezugnehmend auf Herrn Landei:

Ich empfehle das sehr nützliche Programm jDownloader 2.0, das neben den Mediatheken insbesondere auch Youtube unterstützt. Das Programm kann die Zwischenablage überwachen und untersucht kopierte Links im Hintergrund auf Downloads. So kann man praktisch und ohne größeren Aufwand jederzeit eine Sicherheitskopie einer Ressource anlegen - in der Zeit umfangreicher Löschorgien ein unbedingtes Werkzeug im Arsenal des Sezessionisten.

Maiordomus

1. März 2021 10:37

@Jonas. In Sachen "Mann" u. "Männerforschung" möchte ich Website "Manndat" empfehlen. Ein wegweisendes Buch, zivilisationskritisch, war in meinen jungen Jahren Joachim Bodamers "Der Mann von heute", der als Alternative zu Freud Jean Paul empfahl. Und nichts gegen den Immerwieder-Bezug auf Mishima, dessen japanisch "rechtsexistentialistisches" Profil mich seit dem Film vor ca. 40 Jahren begleitet. Den vielleicht grössten Reichtum aus dem japanischen Geistesleben könnten wir einerseits dem Werk des Philosophen Shizuteru Ueda (gest. 2019) entnehmen, über dessen erkenntnisfrohes Buch "Die Gottesgeburt in der Seele" betr. Meister Eckhart ich erstmals im Leben die Substanz des dynamisch-personalen dreifaltigen westlichen Gottesbegriffs verstehen lernte (ein Gebiet, wo "wir" eigentlich Analphabeten sind) und endlich den Filmemacher Akira Kurosawa, der in Sachen Männergestalten Hollywood wohl um Welten überragt, vgl. "Derzu Uzala" und  seine Samurai-Filme. Die Eingangsszene von "Night on earth" mit dem Regenbogen regte mich mal zu einem hoffentlich gelungenen "filmisch" wirkenden Buchanfang an. 

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