10. März 2021

Wo müßten Lehrer stehen?

Heino Bosselmann / 63 Kommentare

Angesichts der fortschreitenden kulturellen Selbstaufgabe der Nation müßten Lehrer schon aus berufsethischen Gründen konservativ denken.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession

Und mehr: Sie müßten politische Sympathien für die Rechte hegen. Da statt evolutionären Veränderungen nur revolutionäre eine Rettung der desaströsen Situation in der Bildung erhoffen lassen, ist kein anderes Korrektiv als ein rechtes denkbar.

Im Idealfall: An entwicklungspsychologisch entscheidender Stelle sind Lehrer mit dem Einüben von Denken und Sprache befaßt und ermöglichen den Zugang zur Welt. Sie begeisterten und weckten das Staunen, öffneten der sich entwickelnden Persönlichkeit Fenster, gaben Orientierung, halfen bei Positionierungen, sorgten mit ihrem Vorbild für Haltung und Charakterbildung. Wir alle wurden einst von besonderen Lehrerpersönlichkeiten inspiriert.

An sich wären Pädagogen in der Wählerschaft der AfD zu erwarten, weil sie mit den enormen Defiziten in Bildung und Erziehung direkt konfrontiert sind. Sie wissen um die immensen Bestandsverluste, bleiben aber bislang bestenfalls apolitisch oder sind dem spießig-linksgrünen Milieu verhaftet. Dafür gibt es Gründe:

Nach wie vor sind Lehrer system- und staatsnah. Oder klarer: Sie werden auf abgesichertem Arbeitsplatz eigens systemnah gehalten und mit vergleichsweise hohen Gehältern korrumpiert. Trotz der Zwangsvereinnahmung durch die Ganztagsschule verfügen sie dank großzügiger Ferienregelungen immer noch über komfortable Freizeitmöglichkeiten. Beides, Gehalt und Freiraum, haben sie absolut nötig und verdient.

Der enorme Krankenstand von Lehrern, im Durchschnitt acht Wochen pro Jahr, also mehr als eine Sommerferienlänge zusätzlicher Auszeit, ist vom Verschleiß im Streß des Schulbetriebes verursacht. Außenstehende vermögen sich den in seiner besonderen Spezifik nicht vorzustellen. Man muß fit sein, solche Anforderungen auszuhalten. Aber die überalterte Lehrerschaft ist ebensowenig fit wie die ihr nachrückenden Kollegen mit ihren Unverträglichkeiten und Sensibilitäten.

Unterricht verlangt Leidenschaft. Wer vor der Tafel steht, muß auf Puls sein, anregen und Interesse binden können; er muß Entertainer sein und durchaus etwas bewundert werden, schon weil er mit zahlreichen Ablenkungsmöglichkeiten konkurriert. Aber die Erregungsamplituden von Lehrern verlaufen im Dienst nach Pflicht meist flach.

Alle gesellschaftlichen Probleme potenzieren sich im Schulhaus. Lehrer sollen, so wird erwartet, hineingetragene Konflikte ausgleichen, was kaum möglich ist, mindestens aber damit zurechtkommen. Sie sind von der ihnen abverlangten Rettung der Gesellschaft im Experimentierfeld Schule nachvollziehbar überfordert, durchaus physisch, insbesondere neurologisch. Hinzu kommen die überbordende Bürokratie und Dokumentationspflicht, insbesondere zur Rechtfertigung der völlig verfehlten Inklusionskampagne, sowie die schwierige Kommunikation mit den Eltern, die von Lehrern den umfassenden Bildungs- und Erziehungsservice erwarten, den ihnen die Kultusministerien politisch vollmundig versprechen.

Ohne die guten Gehälter ergriffen noch weniger einen so auszehrenden Beruf. Der innere Streß erhöht sich in dem Maße, in dem Lehrer die Lebenslügen des Systems sogar zu glauben bereit sind und sich in der Pflicht sehen, die Träume vom neuen Menschen erfüllen zu müssen.

Mit ihrer finanziell guten Ausstattung bleiben Lehrer meist kritiklos dem System verhaftet. Mindestens wissen sie sich vom Staat verläßlich getragen. Zu viele stagnieren in einer ausgewachsenen Infantilität und verharren in einem naiv-praxisfernen Welt- und Menschenbild, das politisch verordnet und gläubig verinnerlicht wurde. Die Schule haben sie selbst nur kurzfristig für ein Studium verlassen und kehren als gealterte Schüler sogleich wieder dorthin zurück. Diese „Heimkehr“ stellt einen biographischen Sonderfall dar, weil die fortdauernde Verhaftung mit dem mittlerweile durchpolitisierten Kinderort Schule eine erwachsene Distanz zum Betrieb erschwert.

Gemeinsam mit den Kindern verbleiben die Lehrer in einer hermetischen Welt und folgen meist artig allen Richtlinien und Erlassen der Behörden. Da sie hauptsächlich mit Schülern befaßt bleiben, sind sie naturgemäß von vornherein die Überlegenen und Dominierenden. Man reift jedoch nur in der Auseinandersetzung mit gleichfalls qualifizierten Erwachsenen.

Davon finden sich in den Kollegien nicht allzu viele. Die wenigen kritischen Geister und die eigenwilligen Käuze können oder wollen im System nicht reüssieren; sie bleiben auf ihre Nischen angewiesen. Für junge Individualisten sind genau sie die richtigen Partner. Aber interessante Lehrer, echte Typen, bleiben letztlich so selten wie interessante Schüler. Für beide ist die Schule ein schwieriger Ort, weil sie, politisch so vorgezeichnet, auf den betreuten Durchschnitt und das Richtmaß geringstmöglichen Niveaus ausgerichtet wird.

In mangelnder Abständigkeit haben die meisten Kollegen über Jahrzehnte das Bildungsdesaster sehenden Auges mit verursacht; sie sind mitverantwortlich dafür, daß das System bei zunehmender Verrechtlichung und Quantifizierung die Schüler immer weniger qualifizierte. Die Defizite sind im Sprachlichen ebenso enorm und mittlerweile irreversibel wie im MINT-Bereich. Nahezu alle Tests weisen das aus – allerdings mit der fatalen Folge, daß die sogenannte Bildungsforschung weiter und weiter genau jene Didaktik und Methodik fordert, die gerade in die Krise hineinführten.

Schule und Schulpolitik bleiben Gefangene einer politisch generierten Illusion. Um dies aber weiter zu rechtfertigen, wurden allerlei Trostbegriffe generiert. „Kompetenzentwicklung“ ist einer davon, „Methodenkompetenz“ ein anderer – beide hörbar leer. Manchen Lehrern ist das bewußt. Ihren Frieden damit haben sie nicht zuletzt deswegen gemacht, weil Gruppen- und Frei- sowie Wochenplanarbeit ihnen Phasen relativer Erholung sichern. Kenntnisse sichernden Frontal- oder mindestens lehrerzentrierten Unterricht halten sie nicht durch. Außerhalb der öden Versammlungen bespricht man sich offen darüber; zu einer schöpferischen Widerständigkeit fehlt jedoch der Mumm.

Die Gewerkschaft „Erziehung und Wissenschaft“ leistet zu einer notwendigen Generalrevison gar nichts; sie spricht sozialdemokratisch das nach, was links geprägte Kultusministerien verkünden, und betreibt im übrigen reine Klientelpolitik. Wachsen die Gehälter nicht schnell genug, wird mit dem Ruf nach Gerechtigkeit gestreikt.

Ebenso wie die Linke fordert die Lehrergewerkschaft stereotyp immerfort mehr Mittel und bessere Ausstattungen; inhaltliche Beiträge leistet sie lediglich im Sinne der Verfestigung des bestehenden Dilemmas und ist mitverantwortlich dafür, daß linke Vereine an den Schulen politische Agitation betreiben. Alle Corona-Verbote und -blockaden trug die GEW bereitwillig mit, rief nach noch mehr Geldern und Hilfen und warnt vor der dringlichst erforderten Schulöffnung.

Nicht wenige Lehrer wissen um die Lebenslügen der Bildungspolitik, die echten Profis leiden daran, aber sie finden sich mit dem Desaster ab, um als Gehaltsempfänger ihr vergleichsweise luxuriöses Privatleben zu finanzieren und Kredite abzuzahlen. Diese Mentalität ist dem gesamten öffentlichen Dienst in seiner staatssozialistischen Gewöhnung eigen: Anpassung für Wohlstand.

Die völlig indoktrinierte Kultusbürokratie ist nicht bereit, jenen wenigen pädagogischen Praktikern zuzuhören, die ihr Ziel – konservativ – in der Sicherung von basalen Bildungsbeständen und in der Erziehung zur Leistungsbereitschaft sehen. Sie läßt die belastbareren und kenntnisreicheren Kollegen an der Basis weiterarbeiten, längerfristige Krankschreibungen einkalkulierend, während die schwächeren und gescheiterten aber im Apparat aufsteigen, so daß die Büros der Ämter, Ministerien und der sogenannten Institute für Qualitätsentwicklung von schulflüchtigen Lehrern besetzt sind. Die folgen den Phrasen und Floskeln einer „Bildungsforschung“, die politisch phantasiert.

Wichtiger als Substanz ist am Gymnasium das richtige Bekenntnis, während nichtgymnasiale Schulen mittlerweile eher sozialpädagogisch orientiert arbeiten als noch elementare Fähigkeiten einzuüben, die für fähige Facharbeiter und Handwerker unerläßlich wären. „Weltoffenheit“ ist längst wichtiger als der Strahlensatz, das Beherrschen binomischer Formeln und die Elektrizitätslehre.

Jüngere Lehrer sind indessen selbst im verwachsenen System großgeworden. Als Absolventen dann nachzureifen fällt insbesondere in der schulischen Tätigkeit schwer. Abgesehen von wenigen Idealisten – mit meist fragwürdigen Idealen – entscheiden sich eher die schwächeren Abiturienten für ein Lehramtsstudium. Deshalb sind Mathematik und Naturwissenschaften Mangelfächer. Mittlerweile haben selbst Deutschlehrer gravierende Schwierigkeiten mit Rechtschreibung und Grammatik, von literaturgeschichtlicher Bildung ganz zu schweigen. Beides ist ihnen in ihrer eigenen Schulzeit nicht solide vermittelt worden.

Seit Jahrzehnten kennt das schriftliche Abitur im Fach Deutsch keine Fehlerquoten mehr. Lesebücher sind schon lange abgeschafft. Deutschlehrer kann nun wirklich jeder werden. Niemand spricht es aus, aber: Lehrerabsolventen wissen mittlerweile selbst zu wenig, als dass sie fachunterrichtlich aus reichem Fundus schöpfen könnten. Sie wuchsen mit dem "exemplarischen Prinzip" des Unterrichts auf; ihnen fehlen der große Überblick und das Vermögen, übergreifende Zusammenhänge zu zeigen.

Allgemeinwissen gilt schon lange als überschätzt, statt Inhalten werden "Methoden" erlernt. Es kann aber nur begeistern, wer etwas die Begeisterung Entzündendes anzubieten hat. Mag aber sein, daß Begeisterung mittlerweile unter Faschismusverdacht fällt.

Intelligenz ist in den Kollegien vor allem im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich versammelt. Genau dort werden inhaltliche Anforderungen aber am stärksten reduziert, nachdem das Fach Deutsch schon seit etwa dreißig Jahren entwertet ist. Die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer, tendenziell zusammengeschaltet, wandelten sich in Richtung eines Staatsbürgerkundeunterrichts, dem die Hauptaufmerksamkeit der Kultuspolitik gehört.

Eine im engeren Sinne geistige Tätigkeit ist der Lehrerberuf leider nicht mehr. Das war einmal. Er wirkt an einer politisch bestimmten Inszenierung mit, die im Referendariat eingeübt wird. Wer die Vorgaben der Studien- und Fachleiter einhält, schließt hervorragend ab. Er folgt so jener Orientierung, die ins Desaster führte und verstetigt es.


Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession

Kommentare (63)

Ralph

10. März 2021 11:29

Wieder ein ganz starker Artikel mit Tiefgang. Der Inhalt deckt sich zu großen Teilen mit meiner Meinung. Freue mich immer Beiträge von ihnen zu lesen. Weiter so.

Franz Bettinger

10. März 2021 12:07

Die Degeneration der Lehrerschaft und des Bildungswesens ist - wie so vieles - intendiert und von langer Hand geplant. Schauen Sie sich nur die Reihe unserer Kultusminister an: Jammergestalten und Horror-Clowns! 

RMH

10. März 2021 12:23

War schon vor Jahrzehnten in meinem Abiturjahrgang so, dass die mit den schwächsten Noten Lehrer wurden. Ich kenne tatsächlich aber sogar als Ausnahme eine Lehrerin mit Einser-Abitur. Die wurde Lehrerin für Kunsterziehung.

Taunusadler

10. März 2021 12:28

Hallo in die Runde!

Ein kurzer und prägnanter Artikel, der alles Wesentliche zum Niedergang des deutschen Schulsystems messerscharf analysiert und protokolliert. Am liebsten würde ich ihn ausdrucken und jedem Lehrer*ix, das mir über den Weg läuft, ungefragt in die Hand drücken.

Das neueste Verbrechen der linksgrünen Bildungspolitik nennt sich "Schreiben nach Gehör". Die Methode wurde wohl entwickelt, damit auch der kleine Serdad, der in seinem familiären Umfeld kein Wort Deutsch hört, in der Klasse mitkommt.

Eine junge Lehrerin zeigte mir mal die Ergüsse von Erst- bis Viertklässlern, die nach dieser Methode das Schreiben "erlernt" haben. Sie tat es mit der Absicht, mich überzeugen zu wollen, erreichte aber das Gegenteil. Selbst die Viertklässler hatten eine hahebüchene Rechtschreibung.

Ich habe das Schreiben noch "normal" gelernt, diese Methode nie als Zumutung empfunden und es in der vierten Klasse meinem Alter entsprechend beherrscht. Meinem kleinen Bruder habe ich es eigenständig während seiner Zeit im Kindergarten beigebracht. Das "Schreiben nach Gehör" hätte unser beider Lese- und Schreibkompetenz um Jahre zurückgeworfen.

Wenn unsere Schulen Äcker sind, auf denen unsere Zukunft gedeihen soll, dann schütten die Linksgrünen seit Jahrzehnten Giftkübel darauf aus, welche die Pflanzen mit guten Anlagen austrocknen lassen. Natürlich mit dem hehren Ziel der Gleichheit: Alles soll zum Unkraut werden.

Nemo Obligatur

10. März 2021 12:28

Na, Bosselmann, schlechten Tag gehabt? Solche Lehrer, die Sie sich wünschen, waren zu allen Zeiten Mangelware. Mein Schulbesuch liegt schon ein paar Jahrzehnte zurück. Vom faulen Lehrer mit immer zu spät und regelmäßigen Fehlstunden über den engagierten Fachlehrer bis zum leicht verschrobenen Original mit großen pädagogischen Fähigkeiten war männlich wie weiblich alles dabei. Falls Sie recht hätten, wäre das jedenfalls keine Entwicklung erst der letzten 20 bis 30 Jahre.

Zu den Schülern: Die Guten setzten sich immer durch, die Dummen fallen immer durch den Rost. Schule ist eigentlich für die Mittelmäßigen da. Wenn man denen die Anforderungen absenkt, wird auch deren Leistung schlechter. Hat mit den Lehrern wenig, mit Planvorgaben, Abiturquoten und Migrantenanteil (Muttersprache!) viel zu tun.

 

Niekisch

10. März 2021 13:15

Der dekonstruktivistische Lehrer bleibt,

der erkennende Lehrer schweigt,

der echte Pädagoge sucht

nach schmerzfreien Methoden 

des Suizids.

 

Der_Juergen

10. März 2021 14:05

Alles richtig. Bei uns in der Schweiz verhält es sich genau so. Ein Lehrer, der in einer wichtigen Frage von der herrschenden Ideologie öffentlich abweicht, wird ohnehin nicht geduldet. An einer Schweizer Schule wurde ein Lehrer, der im Geschichtsunterricht sowohl die offizielle Version des 11. September 2001 als auch die Argumente der Truthers erklärte und seine Schüler dann aufforderte, sich eine eine Meinung darüber zu bilden, welche Seite recht habe, flugs gefeuert. Würde ein Lehrer das herrschende Narrativ von Corona, den "menschengermachten Klimawandel" oder der Rassengleichheit in Frage stellen, ginge es ihm vermutlich ebenso.

Imagine

10. März 2021 14:55

„Der obligatorische Unterricht galt und gilt immer noch als «Transmissionsriemen», mit dem in modernen Gesellschaften das bedeutsame Wissen, die relevanten Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie die kulturellen Errungenschaften an die jüngere Generation weitergegeben werden sollen. Die Festlegung eines «Kanons» erfolgt seit der Ablösung der Definition durch die Kirchen in einem mehr oder weniger transparenten Verfahren durch politisch legitimierte Akteure.
 …
Der Prozess dieser Festlegungen kann als «schulische Wissenspolitik» bezeichnet werden, wenn der Wissensbegriff weit definiert wird und er in der Vermittlung auch entsprechende Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kulturbestände mit umfasst. Die wesentlichen Instrumente der schulischen Wissenspolitik sind bis heute Lehrpläne und Lehrmittel.

Die Kantone legten und legen die Rahmenbedingungen für die Schule (Aufsicht, Finanzierung, Personal, Inhalte) ebenso fest wie die bildungspolitischen Verfahren, die Qualifizierung des Personals und die Kontrolle durch Aufsicht.
… definierten die Kantone im 19. Jahrhundert die in der Schule zu vermittelnden Inhalte in kantonalen Lehrplänen, erklärten Lehrmittel für obligatorisch oder liessen Lehrmittel produzieren, nicht selten in eigenen Lehrmittelverlagen “
https://www.nzz.ch/schweiz/bildung/geschichte-der-lehrplaene-instrumente-schulischer-wissenspolitik-ld.130103

Gustav Grambauer

10. März 2021 15:44

I

"Sag, wie lange haben dein Füße
die nackte Erde schon nicht mehr berührt,
haben Jahr und Tag nur totenstarren
Beton und Asphalt der Schulkasernen unter sich gespürt.

..."

https://www.youtube.com/watch?v=PpIuoh1Vfuo

Nix """Fitneß""", Herr Bosselmann. Hier ist m. E. ein Heilungsprozeß im Gang. In der ersten Phase ist seine Methode Sabotage (durch Lehrer, Eltern und Kinder!), und zwar aus dem instinktiven Wissen um das zunehmend plakative Unterwerfungsverlangen der Strukturen, die noch dazu niemandem mehr eine tragende Perspektive anzubieten haben. Auch die vielen stummen Schreie sind Schreie. Großteils völlig unbewußt ist dieser Heilungsprozeß irrational, ungelenk, unbeholfen, geradezu stümperhaft, enthält viele paradoxe Elemente und bezieht - durchaus riskant - starke selbstzerstörerische Kräfte bis hin zum Todestrieb ein. Angesichts der Moslemgangs auf den Schulhöfen werden manche die Frage aufwerfen, ob dieser Heilungsprozeß nicht tödlicher Luxus sei. Aber das spielt gar keine Rolle, weil er sowieso von keiner Macht der Welt aufgehalten werden könnte. Und er wird erfolgreich sein, am Ende haben sich die Deutschen - ich räume ein: unter entsetzlichen Qualen und Opfern - aus tiefsten Urgründen heraus ihre Resilienz erarbeitet und die Moslemkraftmeier stehen vor aller Augen als die da, die sie sind: die Deppen aus den Steppen, die zu arrogant und zu borniert waren, etwas dazuzulernen.

- G. G.

Gustav Grambauer

10. März 2021 15:44

II

Einzelne Lehrer könnnen diesen Heilungsprozeß weiser, weniger selbstquälerisch, intendieren und somit seine Nebenwirkungen neutralisieren. Hierzu könnte ein erster Schritt sein, endlich damit aufzuhören, den Kindern "gesellschaftliches Bewußtsein" anzukonditionieren (bzw. mit der rechten, insbesondere "nationalen", Variante gar nicht erst wieder anzufangen) und ihnen stattdessen die lebensperspektivische Möglichkeit aufzuzeigen, sich einfach eine gute Privatnische zu erschaffen. Bereits damit wäre der ganze ideologische Druck von den betreffenden Kindern genommen und somit der auf ihm direkt oder meist indirekt basierende Qua-Sabotage-Selbstzerstörungsmodus durchbrochen. (Leider haben die allermeisten Pauker dazu erstmal für sich selbst noch einen sehr, sehr weiten Weg vor sich.)

Dies sollte aber nur der allererste Schritt sein: habe meine liebe, liebe ehemalige Unterstufenlehrerin, - im Rahmen ihrer Pädagogik eine fulminante Lehrerin -, kurz nach 1990 mal gefragt, was sie von alternativen Schulformen hält. Ihre Antwort war: dort würden die Kinder nicht "fit" genug für die Anforderungen der modernen Wirklichkeit gemacht. Damals war ich noch nicht so weit, heute würde ich ihr entgegnen, daß sie mit dieser Haltung "Amboß", nicht "Hammer" ist, und ihr ganzes Berufsleben Kinder zu "Amboß", nicht "Hammer" gemacht hat. Im besten Fall sind alternative Schulformen ja geradezu auf die Erschaffung von Wirklichkeit angelegt!

- G. G.

Gustav Grambauer

10. März 2021 15:45

Wie auch immer, die notorische Ermahnung zur """Fitneß""", - das ceterum censeo von Herrn Bosselman, muß ihm sagen: in ihr liegt die Verweigerung der Heilung -, machte alles nur noch schlimmer. Ja, was heißt denn "Fitneß"?!: Das Wort kommt von (engl.) "to fit (into sth.)" und bedeutet:

"Einstaffierkompatibilität"

(in eine vorgegebene Struktur, die Bedeutung des Wortes "fit" i. S. v. "gesund" leitet sich erst sekundär daraus ab, daß die Strukturen an Material interessiert sind, das, und zwar aus ihrer eigenen verschrobenen Sicht, "gesund" ist.)

Bzw. "fit" bedeutet (sozial-)ingenieurtechnologisch:

"ohne Passungstoleranz".

https://dict.leo.org/englisch-deutsch/fit%20screw

Kinder sind aber keine Paßschrauben!

- G. G.

sok

10. März 2021 17:35
  • Mir leuchtet nicht ein, warum Lehrer einen Grund hätten, ein besonderes Nationalgefühl zu  haben. Mir scheint es plausibler, dass Polizisten und Soldaten ein überdurchschnittliches Nationalbewusstsein haben. Dies könnte man ausnutzen, indem man die Überpüfung der Polizisten und Soldaten als Schwindel entlarvt.
  •  
  • Die Antifaschisten haben keine Lust bei Polizei und Militär die Alltagsarbeit zu  machen. Sie betätigen sich als Nazijäger, die jeden Patrioten als Nazi diffamieren, Garantiert haben die Nazijäger ein höheres Gehalt und eine angenehmere Tätigkeit als die Polizisten und Soldaten. Sie sind Teil der  immer größer werdenden Umerziehungsindustrie. 

Niekisch

10. März 2021 18:22

"Einüben von Denken und Sprache"

@ Heino Bosselmann: "Ich will vor allem nicht, daß man den Kindern, die so frisch, so stark, so neubegierig sind, die geschälte Nuß gibt. Die ganze Kunst des Unterrichtens besteht darin, daß man im Gegenteil erreicht, daß sich das Kind Mühe gibt und sich zum Menschentum erhebt." ( Alain, Über die Erziehung - Propos Sur L`E`ducation-, Ferdinand Schöningh, 10. Auflage 1961, S. 12 )  "Wie lernt man eine Sprache? Durch die großen Schriftsteller, nicht anders. Durch die strengsten, die reichsten, die tiefsten Sätze...Zuerst lernen und dann alle Schätze öffnen, alle dreifach geheimen Kostbarkeiten....nichts ist für dieses Alter zu schön."...."Alles, was man über die Erziehung findet, ist kläglich, weil man versäumt hat, über die Schwierigkeit des Denkens nachzudenken."...So mache ich ( durch Prosalesen ) die Bekanntschaft mit einem Denken, das umhertastet, ohne sich zu verlieren." ( ebenda, S. 67 )

Wo stehen wir da heutzutage? Und springt nicht eher ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass auch nur ein einziger Lehrer als Revolutionär auf die Barrikaden geht?

Imagine

10. März 2021 19:30

Bei Herrn Bosselmann sehe ich – wie fast bei allen Lehrern – eine argumentresistente Blockade, die Realität der Schule und Berufsrolle der Lehrer kritisch wahrzunehmen.

Die staatlichen Schulen waren immer – nach soziologischer Begrifflichkeit - eine Sozialisationsagentur, mit welcher der Staat, genauer: jene, die den Staat beherrschen, ihre Interessen durchsetzen und die Kinder in diesem Sinne konditionieren.

Heute geht es um „Employability“, um die marktkonforme Zurichtung der Kinder, sei es als Arbeitskräfte und/oder Konsumenten. Selbstverständlich dient die „Inklusion“ nicht dem Wohl des Kindes, nicht dem behinderten Kind und dem begabten sowieso nicht.

Die heutigen Schulen vermitteln nicht einmal mehr für alle Schüler jene Skills an „Kulturtechniken“, die früher selbstverständlich waren. Sondern sie produzieren zunehmend funktionelle Analphabeten.

Dass dies so gewollt ist, wollen die meisten Lehrer nicht wahrnehmen, so wie sie überhaupt nicht ihre Berufsrolle im System Schule verstehen, sondern mit idealistischer Ideologie verklären.

Ein in Lehrerkreisen weit ein verbreiteter Irrtum bzw. eine berufskonforme Lebenslüge (Déformation professionnelle) ist, dass die Person des Lehrers oder die pädagogische Beziehung einen entscheidenden positiven Einfluss auf die Entwicklung der Kinder hätten. Unter den strukturellen und systemischen Bedingungen, unter denen heute Schule abläuft, ist dies gar nicht möglich.

tearjerker

10. März 2021 19:57

Schulen und Universitäten existieren, um Versorgungsmöglichkeiten für Lehr- und Verwaltungskräfte zu schaffen und Kinder von ihren Eltern zu entfremden um sie komplett auf die Bedürfnisse des Apparates einzustellen.  Eltern unterstützen das grrösstenteils, da sie selbst daran ein Interesse haben ihre bis ins Erwachsenenalter geltenden Versorgungspflichten durch Abschieben der Kinder weiterzugeben. Das ist folgerichtig, da die Verteilung der ökonomischen Schaffenskraft des Nachwuchses von der Familie weg zugunsten von Lehrern, Verwaltung oder den irreführenderweise als Sozialkassen bezeichneten Finanzsickergruben vorgenommen wird. Diese Institutionen zielen auf die Zerstörung menschlicher Gemeinschaften und müssen gekeult werden. Dass das Polittrauerspiel der letzten 12 Monate den Bildungsapparat komplett disfunktionalisiert hat, ist schon mal eine gute Sache.

Cugel

10. März 2021 21:01

Kleine Demokraten vom Fließband. Das Bildungssystem der BRD ist das wohl wirksamste Instrument ihrer Wurzelverödung.

Utz

11. März 2021 06:13

Ich bin selbst Lehrer und erlebe das Elend tagtäglich. Meine Kollegen sind überwiegend grün und gutmenschig. Sie säuseln umher und tragen ihre hohen moralischen Ansprüche zu jeder Stunde wie eine Monstranz stolz vor sich her. Geht es um Zuwanderung, so muß man „helfen“. Kommt die Sprache auf Corona, so muß man „Leben schützen“. Und das gilt immer absolut. Aus jeder Silbe trieft der Stolz auf die eigene hehre moralische Einstellung, auf die „Haltung“. Sie leben in einer spätrömisch-dekadenten Schneeflockenwelt.

 

In meinen Augen das größte Problem ist, daß die Lehrer so weit vom echten Leben weg sind, daß sie denken ihre schöne Welt, in der sie sich so wunderbar eingerichtet haben, sei überall. Und da wo es noch nicht so schön ist, könne man das ohne weiteres verändern. Man müsse ja nur die Reichen enteignen und alle armen Kreaturen nach Deutschland holen. Dann muß man noch das Klima „retten“, was ja kein großes Problem ist, wenn erst die alten Knacker, diese Bremser, weggestorben sind. Den Lehrern geht es gut, und was ihnen zum Glück noch fehlt ist die Plakette „moralisch wertvoll“ und daran arbeiten sie.

 

Damit zusammen hängt dann die große Forderung, die sie (unterstützt von den Eltern) an sich und andere stellen, die da heißt: Niemand darf betrübt werden. Damit sind ernsthafte Leistungsforderungen und auf lange Sicht der Industrie- und Technologiestandort Deutschland auch passé.

RMH

11. März 2021 07:03

1.

Der Herr Brinkmann (Union) sprach von der Corona Krise als "Brennglas" und vermutlich hat er das auch von jemandem anderen.

So auch im Bildungssystem. Die Corona Krise hat mehr als deutlich gezeigt, dass die Verbeamtung von Lehrern überflüssig ist, da in Zeiten der echten Bewährung das Beamtenideal des Dienens und der Pflichterfüllung klar nicht von der Lehrerschaft erfüllt wurde. Kinder wurden unwidersprochen (ja dankbar als Ausrede) als Seuchenverbreiter akzeptiert, die eigene kleine Existenz über den Bildungsauftrag gestellt und man war letztlich froh, wenn die Schulen dicht waren. Lehrerverbände, die Sprachrohre der meisten Lehrer, haben ohne Widerstand sondern mit Billigung der Basis dies unterstützt und sogar vorangetrieben.

RMH

11. März 2021 07:04

2.

Gleichzeitig zeigten die ersten Formen des Fernunterrichts und des Homeschoolings das immense Rationalisierungspotential, welches in den Schulen steckt und wie falsch das politisch in den letzten Jahren vorangetriebene Ideal von schlicht möglichst vielen Lehrern (natürlich war da nur der verbeamtete Lehrer ein guter Lehrer) pro Schüler war (kein Länderwahlkampf der letzten Perioden, in dem nicht die Einstellung von neuen Lehrern versprochen wurde). Angefangen von überdimensionierten, maroden und in zu großer Zahl vorhandenen Gebäuden bis hin zum Personal. Bei den heute angestrebten Bildungszielen braucht man den engagierten Vorturner an der Front der Klasse nur noch in Kernbereichen. Auch Klassenverbände im klassischen Sinne wurden als überflüssig aufgezeigt. Vieles könnte standardisiert von echten Online-Lehrprofis deutlich effektiver und für mehr Schüler durchgezogen werden, als wenn ein Lehrer erstmal lustlos zur Klasse tappt, von der 45 Minuten Unterrichtseinheit dann schon mal 5 Minuten vergangen sind, dann werden 10 Minuten ein bis zwei Schüler mit Abfragen vorgeführt, 20 Minuten unterrichtet und 5 Minuten werden die Hausaufgaben verteilt und weitere 5 Minuten labert man noch redundant herum. Tja so braucht man wirklich keinen Präsenzunterricht, aber genau so sah der Präsenzunterricht in vielen Fächern viel zu oft aus. Weg damit!

RMH

11. März 2021 07:05

3.

Letztlich haben sich die Lehrer mit ihrer so von ihnen lieb gewonnenen Wolkenkuckucksheim-Schnarch-Schule selber abgeschafft. Und das wird sicher auch langsam und zäh umgesetzt werden. Es geht mit weniger Lehrern und Gebäuden deutlich effektiver. 

Ich persönlich habe meine Kinder mittlerweile auch lieber zu Hause als in der Schule.

Maiordomus

11. März 2021 07:37

Als Selber-Lehrer über Jahrzehnte und Alt-68er, wiewohl damaliger Oppositioneller gegen Zeitgeist, stelle ich fest, dass der Marsch durch die Institutionen damals begann, in Deutschland und Amerika durchstartend auch mein Land berührend, wobei Baden-Württemberg und Bayern noch längere Zeit über gesunde Verhältnisse verfügten, z.B. Johann-Michael-Sailer-Gymnasium Dillingen, welches qualitativ einer katholischen Schule entsprach, wiewohl längst nicht mehr von Jesuiten geführt. Aber schon in den 70er Jahren war es möglich, dass mich in meinem eigenen Heimatkanton eine Lehrergewerkschaft trotz summa cum laude u.  Nr. 1 nach Bewerbung u. Probelektion als "unwählbar" erklären konnte, die Stelle neu ausschreiben liess, was auch bei späterer Bewerbung im Nachbarkanton beinahe gelungen wäre. Schon vor 10 Jahren konnte ein linker Qualitätsbeauftragter ein Goethe-Gedicht als Abitur-Aufgabe verbieten, desgleichen eine Ethik-Abhandlung zu Abtreibung u. Euthanasie. Schon damals wurde ein Schüler wegen "Klimaleugnung" (Bauernsohn mit Eigenerfahrung) mit ungenügender Note bestraft, während ein formal etwa gleich mittelmässiger Panikaufsatz als "gut" bewertet wurde.

Dietrich Egon

11. März 2021 08:06

(1)Man sollte diesen Artikel in Flugblattform gießen und in jedes Lehrerzimmer der Nation schmuggeln. Hervorragend! Ich schreibe dies aus der Perspektive des Vaters eines Viertklässlers, der mit den von Herrn Boßelmann beschriebenen, jungen Lehrern und dem herrschenden (Ver-)Bildungssystem regelmäßig konfrontiert ist. Vorausgeschickt: ich bin kein Akademiker. ´88 eingeschult -ich nehme an, der Großteil meiner Vorkommentatoren ist wesentlich älter- habe ich an den ganzen Experimenten wie bspw. den Schlechtschreibreformen teilnehmen dürfen. Bis heute bin ich mir unsicher, wann, wo und warum man das "ß" verwendet.

Nun ergab sich über die Wintermonate der Umstand, legal Heimunterricht betreiben zu können. Krankheitsbedingt hatte ich die Zeit, mich nach Stundenplan als Ersatzlehrer betätigen. Ich habe mit dem Jungen zwei Wochen erstmal damit zugebracht, die immer nach dem gleichen Schema auftretenden, für mich absolut unverständlichen, Rechtschreibfehler -eine direkte Folge von diesem "Schreiben-nach-Gehör" Unsinns und dem "Silbenklatschen" auszubügeln und dem Kind zu helfen, eine lesbare Handschrift zu entwickeln.

 

Maiordomus

11. März 2021 08:11

@Utz. "Lehrkräfte" wie Sie sind nach wie vor vorhanden, aufgrund gemachter Erfahrungen nimmt deren Zahl sogar nicht gerade ab. Mit den Lehrern zur Zeit der totalitären Diktaturen haben Sie wohl gemeinsam, dass Sie sich politischer Zurückhaltung befleissen und zumindest auf Vorrat keine korrekten Bekenntnisse ablegen. Wohl vor allem versuchen, ein guter Fachlehrer zu sein. Die Schüler spüren dies, wenn Sie es richtig machen, schenken Ihnen vielleicht überdurchschnittlich Vertrauen. Die Frage ist, wie Sie sich in der Lehrerkonferenz äussern oder ob Sie Karriereansprüche stellen. Gesinnungsaustausch sollte sich auf Gleichgesinnte beschränken. Zu eigener Erfahrung: Ich durfte einst für bildungsbürgerlichen "Bildungsminister" Reden schreiben, doch hatte dieser, was z.B. "Qualitätszensuren" betraf, sogar den humanistischen Kanon betreffend, über die einstige Wahl hinaus keinen Einfluss auf die Funktionäre und deren in der Regel durch ein formales Reglement festgelegten "unabhängigen" Kriterien. So funktioniert Unterwanderung.

Dietrich Egon

11. März 2021 08:12

(2)

Nun ergab sich über die Wintermonate der Umstand, legal Heimunterricht betreiben zu können. Krankheitsbedingt hatte ich die Zeit, mich nach Stundenplan als Ersatzlehrer betätigen. Ich habe mit dem Jungen zwei Wochen erstmal damit zugebracht, die immer nach dem gleichen Schema auftretenden, für mich absolut unverständlichen, Rechtschreibfehler -eine direkte Folge von diesem "Schreiben-nach-Gehör" Unsinns und dem "Silbenklatschen" auszubügeln und dem Kind zu helfen, eine lesbare Handschrift zu entwickeln. Fehlendes Wissen zur Lösung einer Aufgabe musste selber erarbeitet werden, auf Schludereien usw. folgten auch Sanktionen. Mit bemerkenswertem Erfolg! Es mussten ja für die Schule auch täglich Aufgabenblätter bearbeitet werden, die dann abends via Iserv einzureichen waren - es folgte ein großes Lob der Klassenlehrerin über das (endlich) gute Schriftbild und die fehlerfreie Lösung der Aufgaben. Jetzt, wo wieder Präsenzunterricht stattfindet, kommt das Kind mit guten Noten heim...

Nun, genug der Selbstbeweihräucherung. Es stellt sich dabei, deswegen holte ich so weit aus, doch folgende Frage: wenn es so ein halbgebildeter Typ wie ich, der vom örtlichen Gymnasium nur die gemeinschaftlich genutzte Sporthalle von innen gesehen hat, schafft, einem Kind sowas nahezubringen - was, zum Teufel, machen die da in den Schulen eigentlich, was sind das für Lehrer? Antwort: Siehe Herrn Bosselmanns Artikel!

RMH

11. März 2021 08:28

Nachtrag: Die von mir oben dargestellte Selbstabschaffung der Schule gilt in noch deutlich höherem Maße für die Hochschulen. Hier könnte man in vielen Fächern tatsächlich zentrierten Fernunterricht anbieten. Fernuniversitäten zeigen seit langem, was möglich ist. Das heutige Hochschulwesen kann nur noch mit Funktionen und Zwecken der Herrschaftsausübung erklärt werden.

Andreas Walter

11. März 2021 08:28

Halt' du sie dumm, ich halte sie arm.

Gute Lehrer waren mir darum nur Bücher, später auch Dokumentationen. Wie stark jedoch auch diese Medien durch Ideologie und Meinung, durch Ansicht beeinflusst sind habe ich erst viele Jahre später erkannt und verstanden. So um die 45. Seit dem lerne ich vieles darum neu.

Weil es auf fast alles mindestens 2 Sichtweisen gibt und auf vieles sogar so viele wie es Menschen gibt. Woraus sich auch gleich die logische Ableitung ergibt, was Gleichschaltung so wertvoll macht, weshalb Gleichschaltung so wertvoll ist. Ihr Wert ist die Ursache darum für vieles, von der Religion über die Uhr bis zur Industriegesellschaft, dem Massenmensch.

Erst der Massenmensch ermöglicht(e) nämlich wirklich sagenhafte Gewinne und dadurch auch sagenhafte Vermögen wie aber auch unglaublich schlagkräftige Armeen. Sogar heute noch, im Zeitalter der Waffe durch Massenmigration. Auf die es nämlich nur eine Antwort gibt, die heute jedoch niemand mehr verantworten will. Im Zeitalter der Massenbarmherzigkeit. Die wahrscheinlich fast alle wohlhabenden Massengesellschaften des Westens darum zu Fall bringen wird. Dem neuen Neoarchaikum bereits den Weg bahnt:

https://www.welt.de/politik/ausland/article227875885/Not-Luege-einer-Schuelerin-fuehrte-zum-Mord-an-Lehrer-Samuel-Paty.html

 

Maiordomus

11. März 2021 09:28

Zu obiger Debatte, die heute problematische Stellung des Lehrers oder der Lehrerin mit abweichender Grundlinie betreffend. Es handelt sich hier um eine Position, die mindestens gleich wichtig ist wie ein Parlamentsmandat, sage ich als ehemaliger wenigstens regional politisch in Verantwortung Stehender und Berater auch für solche, die bis ganz nach oben gewählt wurden. Insofern glaube ich zu sagen, dass es für gewisse Spitzenpolitiker in der Bundesrepublik, die in ihrer Partei und natürlich vor allem ausserhalb derselben höchst umstritten sind, von unter Umständen noch viel grösserer Bedeutung wäre, eine Lehrstelle auf mindestens dem Niveau Studienrat innezuhalten, was unter Umständen nachhaltiger ist und vor allem für die "Gedankenfreizeit" (Schiller, Marquis von Pasa) sogar noch bedeutender sein müsste als irgendein Parlamentsmandat. Dasselbe würde natürlich für ein Hochschul-Engagement gelten. Es ist, zumal für Abgeordnete mit nachweisbar hoher Bildung und ev. charismatischem Auftritt (was man in der Schule vorzüglich gebrauchen kann) mein voller Ernst. 

Utz

11. März 2021 10:07

@ RMH

Ich möchte Ihnen, was die mehr oder weniger Abschaffung der Lehrer betrifft entschieden widersprechen. Zum einen: so schlecht wie es von außen scheint sind die Lehrer nun auch wieder nicht, es gibt noch jede Menge wirklich guter Lehrer. Zum anderen: natürlich ist es möglich einen tollen, spannenden, pädagogisch ausgeklügelten Online-Video-Unterricht für die Inputphasen zu machen. Dann könnte die Übungsphase zuhause in selbstgesteuertem Tempo in Eigenverantwortung stattfinden. Wahlweise könnten Schüler (falls zuhause keine Betreuung möglich ist) an der Schule üben. Ein-Euro-Jobber könnten die Aufsicht führen, damit sich die Schüler nicht die Köpfe einschlagen. Natürlich hatte der (zu) ausgiebige Onlineunterricht auch den Zweck die Schulen zu verschlanken. Man sagte "Digitalisierung" und meinte "Stellenabbau". Die Frage ist: Ist das gut? Ist das in unserem Sinn? Glauben Sie allen Ernstes daß ein zentralisierter Onlineunterricht in unserem Interesse sein wird? Ich denke, da wird gerade ein riesengroßer Hebel geschaffen, der unsere Seite äußerst effektiv ins Abseits stellt.

Imagine

11. März 2021 10:34

@Maiordomus  11. März 2021 07:37
„Als Selber-Lehrer über Jahrzehnte und Alt-68er, wiewohl damaliger Oppositioneller gegen Zeitgeist, stelle ich fest, dass der Marsch durch die Institutionen damals begann, in Deutschland und Amerika durchstartend auch mein Land berührend …“

Sie werden es wohl nie verstehen, wie Schule funktioniert.

Alle Schulreformen wurden top-down durchgeführt. Ein linke „Unterwanderung“ existiert nur als fixe Idee in Ihrem Hirn.

Schon in den 60-er Jahren gab es die Forderung des Kapitals nach einer „Industrialisierung“ der Bildung. Man wolle aus den Schulen Lernfabriken nach dem Prinzip des „Nürnberger Trichters“ machen. Die Kinder kommen als Rohmaterial in die Lernfabrik hinein und kommen als marktkonforme Arbeitskräfte und Konsumenten heraus.

Auf Basis der Instruktionspsychologie hat man den programmierten Unterricht und die Curricula entwickelt. Die Ausbildung der Lehrer konzentrierte man auf Fachdidaktik. Man vermittelte marktkonforme Skills, das Ziel eines „mündigen Bürgers“ wurde völlig aufgegeben.

Von der kritischen Intelligenz wurde dies als „Taylorisierung des Unterrichts“ begriffen (cf. K.-J. Bruder: Taylorisierung des Unterrichts. Zur Kritik der Instruktionspsychologie: . In: Kursbuch 24, 1971).

Leute wie Sie haben diesen Prozess ein halbes Jahrhundert später noch nicht begriffen.

tearjerker

11. März 2021 11:19

„Die Mehrheit im Parlamentarischen Rat aus CDU/CSU, Deutsche Partei und Zentrum erklärte nämlich am 8. Februar 1949 in der 3. Lesung zum Grundgesetz in Abwendung vom nationalsozialistischen Schulsystem:
„Wir halten nach wie vor an unserem Standpunkt fest, daß das Erziehungsrecht der Eltern ein gottgegebenes Naturrecht darstellt, das jedem staatlichen Zugriff entzogen ist. Dieses natürliche Erziehungsrecht der Eltern erstreckt sich vor allem auf die religiös-weltanschauliche Erziehung der Kinder und zwar nicht nur im Rahmen der Familie, sondern auch im Bereich der Schule. Die Schule muß daher in ihrem religiös-weltanschaulichen Charakter so bestimmt sein, wie es der Gewissensentscheidung der Eltern entspricht. Ein auf Grundsätzen der Gewissensfreiheit, der Toleranz und der Demokratie aufgebauter Staat sollte daher sein Schulwesen so gestalten, daß auf niemand in religiös- weltanschaulicher Hinsicht ein Gewissenszwang ausgeübt wird.“ (Jahrbuch des öffentlichen Rechtes 1; 1951: Seite 110).““

Ist das eigentlich immer noch der Standpunkt der Union?

RMH

11. März 2021 11:22

@Utz,

Letztlich sind meine Beträge durchaus so zu verstehen, dass Lehrer willig an der Schleifung der einstigen Institution Schule mitwirken und sich den Ast, auf dem sie sitzen, selber ansägen. H.B. betreibt mit seiner konservativen Verteidigung des Frontalunterrichts durch eine echte, qualifizierte Lehrerpersönlichkeit eine bessere Interessenvertretung für den Berufsstand, als deren reguläre Verbände.

So, wie's aktuell vielfach läuft, kann gerade für Kinder aus ordentlichen Elternhäusern Fernunterricht und Homeschooling eine klare Chance sein.

Imagine weißt übrigens zu Recht darauf hin, dass sich Schulen seit Jahrzehnten zu Human Ressource Generatoren entwickelt haben, unterschlägt dabei aber, dass auf Schulen vor allem das hohe Lied auf den öffentlichen Dienst gesungen wird, was an den hohen Bewerberzahlen dafür erkennbar ist 

Maiordomus

11. März 2021 11:23

@Marquis von Posa. Natürlich forderte derselbe im "Don Carlos" von Schiller (1786) "Gedankenfreiheit", nicht "Gedankenfreizeit", wiewohl der Verschreiber unfreiwillig tiefsinnig ist. "Schule" kommt nämlich vom griechischen Wort "s-chole", was gleichbedeutend ist mit "Musse". Dabei gilt nicht die schulfreie Zeit als Musse, sondern jegliche Zeit, die man in Bildung investiert, ist "otium". @imagine. Natürlich wirkte die (partielle) Unterwanderung durch die 68er mit den rein technokratischen Bildungsreformen zusammen in Richtung Pseudoqualität (so Verbot, das Gedicht "Amerika, du hast es besser" als Abituraufsatz wegen "Überforderung" = Beleg für Neu-Analphabetismus). Sie, werte Dame, müssen mich in Sachen Bildungspolitik nicht belehren, so beförderte ich die "Meinungsfreiheit des Schülers" in den Verfassungsrang, wenigstens verbal. Leisten Sie zunächst mal sowas! 

Waldgaenger aus Schwaben

11. März 2021 11:54

Eine Lehrerpersönlichkeit wie der Autor sie hier vorstellt ist mir nie begegnet, als Schüler und als nicht gebärender Elternteil auch nicht. Eine positive Ausnahme war eine Klassenlehrerin, die einen Sohn auf der Realschule  intensiv förderte und ihm den Abschluss ermöglichte. Heute studiert er mit gutem Erfolg ein MINT Fach an der Hochschule. Die Kollegen wollte den Sohn auf die Hauptschule abschieben. 

Von zuhause wurde ich bedingt durch die Erfahrungen der Eltern in der NS-Zeit sehr negativ gegenüber Lehrern geprägt. Der Vater erlebte sie als fanatische Nazis an der Schule und als ebenso fanatische Vorgesetzte im Krieg, die Soldaten ohne Notwendigkeit verheizten.

Die Mutter erzählte von Lehrerinnen, die noch in den letzten Jahren und Monaten der NS-Zeit Volksschulkinder mit sechs Jahren über die Gesinnung der Eltern ausfragten. Nach 1945 schwiegen alle ihre Lehrer beharrlich über die zwölf Jahre, als hätten sie stattgefunden. 

Imagine

11. März 2021 12:22

@RMH   11. März 2021 11:22
„Imagine weißt übrigens zu Recht darauf hin, dass sich Schulen seit Jahrzehnten zu Human Ressource Generatoren entwickelt haben, unterschlägt dabei aber, dass auf Schulen vor allem das hohe Lied auf den öffentlichen Dienst gesungen wird, was an den hohen Bewerberzahlen dafür erkennbar ist“

Nicht unterschlagen, aber unerwähnt gelassen. Schon im alten Griechenland waren es Sklaven, welchen die Funktion der Lehrperson übertragen hat. Das ist typisch für unseren Kulturkreis und ist gut bei Adorno nachzulesen. Auch heutige Lehrer sind „Staatssklaven“, gut bezahlt, vom Leistungsaspekt im Vergleich zu anderen Berufen sogar überbezahlt. Die meisten sind Leistungsverweigerer, wie Studien über Lehramtsstudierende belegen. Für die meisten gilt die Trias: dumm, faul, feige.

Die gute und sichere Bezahlung, der große Ferienanteil (3x Fernurlaub/a) und die gute Vereinbarkeit von Berufs und Familie („Halbtagsjob“) sind Hauptmotiv für die Berufswahl.

Gotlandfahrer

11. März 2021 12:37

In heutiger Ermangelung von Dörfern und Straßen ist der Schulhof das Wichtigste an der Schule. Und daher sehe ich wie @Gustav Grambauer durchaus Chancen im Zustand, denn selbst wenn es sich nicht um einen Heilungsprozess handeln sollte - eine interessante Sicht, ich hätte eher schleichendes Organversagen als Folge langjähriger Giftmischerei vermutet - bleiben die Möglichkeiten, entweder immerhin dem Härteren gewichen zu sein oder von ihm das Siegen gelernt zu haben.

Insofern erübrigen sich Vorteilsabwägungen des Hausunterrichtes, jedenfalls bei Kinderzahl kleiner gleich 6 oder sofern der Sprößling nicht aus Apartheitsgründen von Auftragsgelehrten für höhere Aufgaben vorzubereiten ist. Gleiches gilt für die ewige Frage des Komplexes der Lehrenden, die - wie sollte es anders sein können - immer Agenten eines Prinzipalsystems sind.  Bei meiner Oma hat der Lehrer nach dem Fahnenappell als erstes immer die Fähnchen in der Landkarte neu gesteckt, gemäß Nachrichtenlage. So bis ca. 43, dann war die Schule platt und ab da hätte sich ja auch nicht mehr gelohnt.

anatol broder

11. März 2021 12:49

@ rmh 7:03

den ältesten vergleich mit dem brennglas kenne ich aus arthur schopenhauers preisschrift über die grundlage der moral (zweite auflage, 1860). das kapitel 11 behandelt «die fichtesche ethik als vergrösserungsspiegel der fehler der kantischen». diese böse abrechnung mit dem deutschen moralischen lehrbetrieb passt zufällig zum obigen artikel von bosselmann.

RMH

11. März 2021 13:28

".... erlebte sie als fanatische Nazis an der Schule"

Na dann gibt es ja doch Konstanten im deutschen Bildungswesen. Gesinnung scheint vor Können zu gehen, zumindest wenn man als Lehrer auch ein bisschen "Aufsteigen" will.

Ich persönlich habe die Schule (70er und 80er Jahre) in den meisten Fächern, insbesondere den Kernfächern der Naturwissenschaft, noch aus meiner damaligen Sicht als mehr oder weniger unpolitisch erlebt, aber natürlich zeitgeistig. Beim Fach Sozialkunde war meiner Meinung nach ein Lehrer dabei, der für offenbar  für irgend ein Amt berichtete und uns streng auf "BRD"-Kurs bringen sollte. Geschichte und Deutsch waren weitere Fächer, bei denen erkennbar mehr als reines Wissen vermittelt werden sollte, wenn auch damals eher in unauffälligen Dosen.

Ein Jahrgangskollege, der zur Polizei gegangen ist, nutzte einmal die Gelegenheit bei einer Abstellung zur internen Polizeiverwaltung, seine eigene Personalakte (nicht die, die man via Personalrat vorgelegt bekommt) zu ziehen und war erstaunt, was für Stellungsnahmen über ihn u.a. von seiner ehem. Schule aus Anlass seines Eintritts in den gehobenen Polizeidienst eingeholt wurden und wie persönlich diese von einem ganz bestimmten Lehrer verfasst waren (also nichts irgendwas standardmäßiges). 

brueckenbauer

11. März 2021 13:39

Der Artikel fing ja mit so einer richtigen Schwafel-Phrase an ("fortschreitende kulturelle Selbstaufgabe der Nation" - wer oder was soll das eigentlich sein, die Nation?). Da hätte ich beinahe nicht weitergelesen. Aber als er konkret wurde, wurde er auch ganz vernünftig.

Maiordomus

11. März 2021 14:00

@Utz/RMH. Möchte das Votum von @Utz betreffend gute Lehrer und Lehrerinnen (die es wie zu allen Zeiten nicht einfach haben, heute schon gar nicht) unterstützen. Es gibt vereinzelte Meinungsleader, die sich noch getrauen, Farbe zu bekennen. So etwa  Bildungspolitiker und Bauchautor (einer in 6. Auflage vorliegenden Literaturgeschichte der Gegenwartsliteratur) Mario Andreotti,  mit seinem profilierten, sicher nicht als "rechtslastig" abzuqualifizierenden Engagement gegen die "leichte Sprache", die sich zwar unterdessen bis in die Literaturszene hinein bemerkbar macht. @Imagine. Ich habe nie verstanden, "wie Schule funktioniert". Im Widerstand dagegen verliess ich das Schulhaus oft in Richtung von Schauplätzen der Geschichte und Literatur. Die erste Strophe von Hölderlins "Hälfte des Lebens" rezitierten wir jeweils auswendig draussen im Schnee, und zwar im Laufschritt. Und weil ich bei einem Gastlehrauftrag keine Elektronik nutzte, wählten mich die Schüler zum "teacher of the year". Bin immer dazu gestanden, ein pädagogisches Fossil zu sein. Wie dies bei @Bosselmann in der Praxis aussah oder aussieht, würde mich  interessieren. Die Hoffnung, dass da und dort guter Unterricht noch möglich ist, sollte man nie ausschliessen. 

Maiordomus

11. März 2021 14:12

@imagine. Sie vermerken etwas gut und richtig in Sachen "Staatssklaven", die freilich dann oft von selber so funktionieren. Meine eigenen einstiegen Lehrer an einem alpinen Benediktinerkollegium waren mit Sicherheit keine Staatssklaven. Der eine, später Rektor, hatte eine unglaubliche Dissertation über einen spätmittelalterlichen kirchenkritischen Gelehrten verfasst, orientierte sich aber selber an den Idealen des Humboldtschen Gymnasiums; den damaligen Papst nannte nur nur "meinen Freund Montini". Der Philosophielehrer hatte um 1939 eine Radikalabrechnung mit dem nach Heidegger damals berühmtesten Philosophen publiziert, rein methodisch-logisch, nicht politisch; drei weitere Lehrer waren als Philologen, Literaturhistoriker und Historiker je wirklich Spitze auf ihrem Forschungsgebiet; selber las ich mit 16 Jahren des Johannesevangelium im Original als Klassenlektüre. Der einzige Lehrer mit pädophiler Veranlagung hatte über Pädagogik doktoriert; seine Neigung lebte er aber nicht bei uns aus; erst später leider als Heimseelsorger; also doch eine Art Sklave. Der Gegensatz Kirche - Staat erwies sich für kath. Schulen als günstig bzw. fruchtbringend, trotz unvermeidlicher Schlagseiten. 

Gotlandfahrer

11. März 2021 14:38

Ergänzende Erläuterung zu meinem obigen Auswurf: Mit „Agenten eines Prinzipalsystems“ sollte lediglich die natürliche Wirkungsweise eines Auftraggeber-Auftragnehmer-Verhältnisses, en gros, versinnbildlicht werden, was wohl überwiegend, aber nicht immer, im Wess-Brot-ich-ess-Prinzip mündet.  Schließlich gibt es ja auch das Phänomen der „adverse Selection“, also der Fehlselektion aus Sicht des Auftraggebers. Demzufolge gab und gibt es nach wie vor ganz hervorragende Lehrer (mein Lieblingslehrer um 1980 herum war ein alter Kriegsversehrter mit Stock, dessen Aussprache unregelmäßig von Zuckungen aufgrund einer Splitterverwundung im Nacken herrührte, die meisten Gören haben über ihn gelacht, ich war hingerissen von seiner Liebe zur Geschichte und seinem Über-den-Ungehörigkeiten-der-Erfahrungsarmen-Stehen, aber auch meine Kinder haben glücklicherweise Lehrer, die sich mit ganzem Herzen engagieren). Am Ende sind es eben auch nur Menschen, spezielle womöglich, aber in Bezug auf die allgemeine Schadentwicklung ist ihr durchschnittliches Gruppenverhalten wohl eher Symptom als Ursache.

Maiordomus

11. März 2021 15:31

B u c h a u t o r  Andreottis Hauptwerk, "Die Struktur der modernen Literatur" liegt bei den uni-Taschenbüchern  nicht in 6., aber immerhin in 5. verbesserter Auflage vor. Sein kulturkritisches, zu Bosselmanns Ausführuingen über weite Strecken (nur etwas weniger explizit politisch) passendes Vermächtnis trägt indes den Titel: "Eine Kultur schafft sich ab." (2019)  Nicht wenige Lehrer, die noch als Repräsentanten eines bildungsbürgerlichen Kanons gelten können (dieser war und ist bei Andreotti übrigens in keiner Weise nach politischen Kriterien zusammengestellt), künden bei ihrer Pensionierung den Mut zu entsprechendem Klartext an, ohne dieses Versprechen einzuhalten. Andreotti hat es geschafft. 

heinrichbrueck

11. März 2021 17:22

„Eine Kultur schafft sich ab.“ - Und wie kamen die Vorgänge zustande? Wer will eine Kultur abschaffen? Wie kam die Kultur zu einem Abschaffungswillen?

Von Leuten, die schon im Titel scheitern, sollte man keine sinnvollen Lösungsvorschläge erwarten.

Maiordomus

11. März 2021 19:14

Fürwahr trefflicher Buchtitel! Weil nun mal Kulturrevolution im Gange ist, bei der Muslime (wie Chebli, nach "Lovepriest" nur vorgeschobene "Sprechpuppe")  gar nicht  hauptsächliche Akteure sind, nicht mal die Nichtweissen, sondern diejenigen, die mit Keulenbegriffen wie "Rassismus" und "Islamophobie" sowie Sprachregelungen wie "gebärende Menschen" und natürlich "leichte Sprache" die Verblödung befördern. Ob der Buchtitel, welcher den Befund nicht besser treffen könnte, sich inhaltlich bestätigt, weiss ich zwar nicht, weil ich mir das Buch noch nicht vornehmen konnte. Kulturen und Herrschaftssysteme aber gehen, wie Platon im 4. Jhd. v. Chr. mit seiner von Popper ("Die offene Gesellschaft und ihre Feinde", Bd.1) beschriebenen Dekadenztheorie darzutun versuchte, an inneren Konflikten zu Grunde, so wie der Westen gemäss James Burnham als Zivilisation (denken Sie an die Errungenschaften im Bereich von Theorie, Technik, Recht, Politik) sich eigentlich nur durch Selbstmord als Dekadenz des Eigenen kaputtmachen kann. Der Buchtitel spielt an Th. Sarrazin an. Die aktiven Deutschlandabschaffer beten kaum je zu Allah!

Eo

11. März 2021 23:43

@ Maiordomus

11. März 2021 1914 

Um zu verstehen,
wie Zivilisationen degenerieren und zugrundegehen, ist ein Blick in die Natur und dort verbreitete Strategien nicht ganz unerheblich.

Und auch der Mythos
bietet so manches, was zum Verständnis solcher anhaltenden und sich selbst verstärkenden Prozesse negativer Art beiträgt.

Aber man kann sich das auch
allein infolge innerer und unaufgelöster Widersprüche bzw. durch ein Sichverfangen in selbstgelegten Schlingen erklären.

Oder lyrisch bombastisch
wie es ein Gottfried Benn tat, der apodiktisch verkündete -- das Große geht an sich selbst zugrunde.

Oder eben wie  Spengler,
der einer Kultur mit Zivilisation als selbstzerstörerischer Endphase nur so eine Spanne von 750 bis 1000 Jahre einräumt.

Fragt sich nur, ob
der gute Oswald trotz seines scharfen Blicks und geschliffnen Stils nicht doch einen wesentlichen Faktor  übersehen hat ...

 

Imagine

12. März 2021 00:43

1/2

„Eine Kultur schafft sich ab“ ist natürlich Nonsens und Ausdruck soziologischen Unverstandes.

Es gibt „Kulturen“, die in die Selbstzerstörung führen, wie beispielsweise die „Drogenkultur“.

Aber vom Begriff her ist Kultur das Gegenteil davon. Kultur ist das Erreichen einer höheren menschlichen Entwicklungsstufe, von Familien, Stämmen, Völkern, Gesellschaften bis hin zur Menschheit.

Deshalb spricht man von höheren und niedrigeren Kulturen.

Eine „Drogenkultur“ ist ein Rückschritt, sie führt in die Sucht, macht die Menschen zu triebgesteuerten Wesen, vergleichbar mit einem Tier, und führt in die Selbstzerstörung.

Ebenso macht die „Kultur des Kapitalismus“ die Menschen süchtig, gierig nach schnellem Geld, nach Konsum, Sex, Macht, egozentrischer Aufmerksamkeit.

Die „Kultur des Kapitalismus“ schafft sich nicht ab, im Gegenteil. Sie funktioniert als selbstverstärkender Prozess. Sie schafft das Menschliche im Menschen ab.

Der Kapitalismus durchdringt die gesamte Gesellschaft wie ein unaufhaltsames Krebswachstum.

Imagine

12. März 2021 00:44

2/2

Das ist der Witz bei der Taylorisierung. Der Mensch wird reduziert auf spezialistische und sich wiederholende, immer mehr perfektionierte Teilarbeit. Selbstverständlich verblödet er dabei. Aber die Taylorisierung wird fortgesetzt, in allen Bereichen, weil sie profitmaximierend und kostenminimierend ist.

Und irgendwann sind die Menschen so verblödet, dass sie die Zusammenhänge nicht mehr erkennen, dass sie nicht begreifen, dass die profitgetriebene Marktwirtwirtschaft mit ihrer Konkurrenzlogik die Ursache für den kulturellen Niedergang ist. Und im Zustand der Vollverblödung wollen sie sogar noch mehr Markt. Und sehen dazu keine Alternative – TINA.

Wie Bosselmann beklagen sie die Symptome, erkennen aber nicht die „Krankheit der Gesellschaft“.

Laurenz

12. März 2021 02:52

@HB 

Der weltweite Lehrer-Beruf im heutigen Sinne wurde in Preußen entwickelt. Damals waren Lehrer arm, aber hoch geachtet. Unterschieden sie sich doch in der Bildungs-Absicht diametral von lehrenden Kirchenvertretern.

Würden die Länderparlamente, anstatt die Lehrer zu "kaufen", die Einkünfte von Lehrern halbieren & die überzählige Freizeit abschaffen, würden wieder nur diejenigen .... Lehrer werden, die auch tatsächlich lehren wollen.

Im jetzigen Zeitgeist ist die Berufsbezeichnung "Lehrer" auch nicht mehr korrekt, im Prinzip grottenfalsch. Es existieren keine Lehrer mehr. An den Schulen arbeiten Präger oder Sozialisierer.

Franz Bettinger

12. März 2021 10:17

@allgemeines Lehrer bashing und @Imagines Legrer-Trias dumm, faul, feige.  Frage: Für welchen Berufsstand gilt das nicht? Politiker? Juristen? Polizisten? Verleger? Journalisten? Ärzte? ... 

Imagine

12. März 2021 10:27

1/3

@Laurenz  12. März 2021 02:52

„Im jetzigen Zeitgeist ist die Berufsbezeichnung "Lehrer" auch nicht mehr korrekt, im Prinzip grottenfalsch. Es existieren keine Lehrer mehr. An den Schulen arbeiten Präger oder Sozialisierer.“

Das ist ein typisches Fehlurteil von jemandem, der mangels soziologischer Kompetenz die gesellschaftlichen Zusammenhänge nicht begreift.

Denn es ist die elementare Aufgabe eines Lehrers an staatlichen Schulen, seine Schüler in gesellschaftliche Zusammenhänge einzuüben. „Präger oder Sozialisierer“ kennzeichnet seinen Job, für den er bezahlt wird.

Die Wissenschaft spricht daher von Schulen als Sozialisationsagenturen und von Lehrern als Sozialisationsagenten.

Die Schule soll brauchbares Menschenmaterial produzieren. Menschenmaterial für den Arbeitsmarkt und Menschenmaterial für das Gegenteil, nämlich für die Exklusionszonen der spätkapitalistischen Gesellschaft, also für eine sozialstaatliche alimentierte Existenz im Prekariat, welche keinen Widerstand gegen ihr aufoktroyiertes Lebensschicksal leistet.
 

Imagine

12. März 2021 10:30

2/3

Was die Zurichtung für den Arbeitsmarkt betrifft, so wird diese Aufgabe des Bildungswesens klar genannt.

So steht „Employability“ im Zentrum der „Dachorganisation der Schweizer Hochschulen“:
„Swiss university education focuses strongly on the relationship between knowledge and practice. The employability of their graduates is a major goal and relies on close links between research, practice and teaching. Teaching is competence-oriented and students are thus supported in acquiring skills they can put into practice in a work environment.”(Link)

Auf der anderen Seite wird das Heer der „Überflüssigen“, deren Arbeitskraft man nicht profitabel verwerten kann, immer größer.

Zum einen durch Unternehmensverlagerungen in Billiglohnländer, zum anderen durch Computerisierung, Roboterisierung und Automation aka „Industrie 4.0“

Highly skilled Workers braucht man immer weniger. Und auch die Bullshit-Jobs, die schon die Mehrheit der Jobs ausmachen, sind begrenzt.

Daher muss die Schule zugleich auch diese Menschen, die keine Zukunft im kapitalistischen Arbeitsmarkt besitzen, für das zukünftige Leben vorbereiten.

Imagine

12. März 2021 10:31

3/3

Um TV und Videos zu glotzen, braucht man Rechtschreibung und keine Lesekompetenz. Noch nicht einmal das perfekte Beherrschen der Grundrechenarten oder die Dreisatz-Rechnung.

Für diese in der Kapitalverwertungslogik überflüssigen Menschen ist die „Inklusionsschule“ das adäquate Angebot.

Man sieht, dass und wie das Bildungswesen marktkonform angepasst wird.

Es ist lieb und nett, wenn auch etwas masochistisch, wenn rechte Aktivisten neue Arbeitsplätze und Bullshit-Jobs für  „Verfassungsschützer“, „Extremismusforscher“ und sonstige Aktivisten „gegen rechts“ in staatlichen Institutionen und staatlich alimentierten Medien, Vereinen oder NGOs schaffen.

Ein Engagement für die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen.

Nur dankt man der AfD und den rechten Aktivisten nicht für ihren Einsatz.

Franz Bettinger

12. März 2021 10:37

"Der Kapitalismus durchdringt wie Krebs die Gesellschaft.“ Und neulich:  „Was die großen sozialistischen Theoretiker Marx, Engels...“ Solange @Imagine in diesem Schnapsglas herum schwimmt, ist Hopfen und Malz verloren und kaum Nüchternes zu erwarten. Denken nach Gehör? 

Utz

12. März 2021 13:22

>Würden die Länderparlamente, anstatt die Lehrer zu "kaufen", die Einkünfte von Lehrern halbieren & die überzählige Freizeit abschaffen, würden wieder nur diejenigen .... Lehrer werden, die auch tatsächlich lehren wollen.<

@ Laurenz

Nein, so funktioniert das nicht. Dann würde mehr oder weniger keiner mehr Lehrer werden wollen. Bei der jetzigen Schüler- und Elternschaft muß die Bezahlung auch als Schmerzensgeld verstanden werden, vor allem in bestimmten Schularten. Machen Sie den Job ein paar Wochen, und Sie werden mir recht geben.

Zu Ihrem letzten Absatz: da muß ich Ihnen leider, abgesehen von Ausnahmen (vor allem in den MINT-Fächern), die es auch gibt, recht geben.

Gracchus

12. März 2021 16:55

Bosselmann wiederholt sich, was einfach zeigt, dass ihm die Sache zu Herzen geht. Ob seine Analyse und seine Rezepte in ihrer Pauschalität stimmig sind, bezweifle ich, und es ist nicht notwendig, meine Einwände aus früheren Threads zu wiederholen. Wieso aber sich in den MINT-Fächern die Intelligenz ballen soll? Ist Bosselmann durch die Republik getourt und hat in Lehrerkollegien Intelligenztests  veranstaltet? 

Die Schule spiegelt eben die soziale Realität. Bosselmann scheint der Ansicht zu sein, dass, wenn die Schule zu alten Rezepten zurückkehrt, das Umfeld dies ebenfalls tut. G. G. und imagine treffen mit ihren - forumsbezogen - Aussenseiterpositionen einen wichtigen Punkt. Bildung zum Beispiel zählt nicht mehr, auch nicht die Persönlichkeitsbildung. Das kann man ruhig dem Konglomerat "Kapitalismus" in die Schuhe schieben. 

Niekisch

12. März 2021 17:11

"Solange @Imagine in diesem Schnapsglas herum schwimmt, ist Hopfen und Malz verloren und kaum Nüchternes zu erwarten"

[email protected] Franz Bettinger 12.3. 10:37: Helfen wir ihm doch dabei, zum Metglas überzugehen, dann wird er in seinen oftmals völlig richtigen Ausführungen Unterstützung finden. Ich kann mir vorstellen, mit ihm eine völkisch-sozialistische Querfront zu eröffnen und  gegen eine plutokratische Übermacht zu halten...

Laurenz

12. März 2021 19:57

@Imagine

Nur Kommunisten schreiben, was Sie schreiben. Und von Ihrem totalitärem sozialistischen Geschwafel will ich, ehrlich geschrieben, auch gar nichts wissen. Ihr Begriff "Brauchbares Menschenmaterial" sagt alles aus, welche krankes Verhältnis Sie zur Kreatur haben, eben ein marxistisches, ein Kreatur- und/oder Menschen-verachtendes Verhältnis.

Wenn jemand einen "brauchbaren" Menschen produziert, sind es vordergründig Eltern & ihre Erziehung.

Schule ist eine Bildungseinrichtung. Bildung kommt von denkendem Lernen, wie auch Gestaltung. Man lernt zu gestalten und man geht nicht die Schule, um selbst gestaltet zu werden. Mir graut vor Ihnen, Imagine.

Laurenz

12. März 2021 20:02

@Utz @Laurenz

@Dann würde mehr oder weniger keiner mehr Lehrer werden wollen."

Das behaupten Sie einfach so, ohne jede sachliche oder recherchierte Grundlage!

Schauen Sie Sich die Einkommen & Privilegien von Lehrern im westlichen Ausland an. Dort sind Einkommen & Privilegien vielleicht nicht halbiert, kommen aber meiner Aussage wesentlich näher als Ihrer.

Und wenn Sie dann nach Rußland schauen, sind Lehrer, Piloten etc. schon in einer ganz anderen monetären Liga, als bei uns, was aber die dortige Oberschicht so nicht betrifft.

anatol broder

12. März 2021 22:47

@ gracchus 16:55

die mathematik offenbart sich nur dem strengen denker. diese einsicht vermute ich hinter bossel­manns urteil über die intelligenz­verteilung bei seinen kollegen.

Imagine

13. März 2021 11:00

@Laurenz 12. März 2021 19:57
„Ihr Begriff "Brauchbares Menschenmaterial" sagt alles aus, welche krankes Verhältnis Sie zur Kreatur haben ...“

So wie rassistische Südamerikaner ihre Bluthunde speziell gegen „Nigger“ abrichteten, so sind Sie offensichtlich gegen alles Linke konditioniert. Und beißen aggressiv zu, wenn etwas nach links riecht, wobei der Verstand völlig ausgeschaltet ist.

Als „Menschenmaterial“ werden die Arbeits- und Nutzmenschen vom Kapital behandelt. Es geht damit kalt und rechnerisch um, wie mit Sachen. Aber heuchelt zugleich von „Menschenrechten“.

So wie ich den Begriff „Menschenmaterial" verwende, ist es eine Kritik am Umgang des Kapitals und seiner Institutionen (hier: Schule) mit Menschen.

Das Kapital nennt die arbeitenden Menschen „Human Resources“, so wie man Energien oder Rohstoffe bezeichnet.

Das kapitalistische Denken betrachtet die Menschen unter dem Aspekt ihrer Profitabilität. In den Fabriken, in den Banken. im Handel etc. und eben auch im Bildungswesen.

Wird die Beschäftigung eines Mitarbeiters unprofitabel, dann wird er weggeworfen wie eine unbrauchbare Sache.

Wird die schulische Bildung zum unprofitablen Kostenfaktor, weil der Arbeitsmarkt nicht mehr so viele highly skilled Workers benötigt, dann lässt man die Schulen verwahrlosen.

Wenn es profitabel ist, dann werden Menschen geimpft ohne Rücksicht auf deren Gesundheit.

Laurenz

13. März 2021 22:57

@Imagine @Laurenz

Bin selbst ein linker Patriot, der für konservative Werte steht. Was wollen Sie mir also erzählen?

Wie ich Ihnen schon oft erklärt habe, geht es um die Balance zwischen Freiheit und Gemeinschaft.

Liberté, Égalité, Fraternité, der Wahlspruch der Franzmann-Revolution, zeigt es direkt auf. Machen Sie alle frei, ist nach 5 Minuten keiner mehr gleich. Machen Sie alle gleich, ist auf die Sekunde keiner mehr frei.

Das unterschied uns bisher, natürlich nur in Akzenten, von China oder auch den USA, als Nachfolger des Britischen Weltreichs. Aber das, Imagine, sollten Sie immer im Auge behalten, wenn Sie hier Ihre marxistischen Parolen schwingen.

Imagine

14. März 2021 14:42

@Laurenz   13. März 2021 22:57
„Liberté, Égalité, Fraternité, der Wahlspruch der Franzmann-Revolution, zeigt es direkt auf. Machen Sie alle frei, ist nach 5 Minuten keiner mehr gleich. Machen Sie alle gleich, ist auf die Sekunde keiner mehr frei.“

Das ist kompletter Nonsens, das Gegenteil ist der Fall.

Solche Verdrehungen sind Kennzeichen der Feinde der bürgerlichen Gesellschaft.

Die bürgerliche Vorstellung von Freiheit des Individuums findet philosophisch im „Kategorischen Imperativ“ ihre Grenze und praktisch in Recht und Gesetz.

Bürgerliche Gleichheit ist Gleichheit im Recht. Das Recht schützt die Freiheit der Schwachen vor der Gewalt der Starken. Ohne Gleichheit im Recht und Gesetz haben wir die Verbrecherherrschaft der Starken, die mit ihrer Macht und Gewalt den Schwächeren die Freiheit und ihr Vermögen nehmen.

„Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit.“ (Jean Jacques Rousseau)

Laurenz

14. März 2021 17:06

@Imagine @Laurenz

Zum wiederholten Male, hören Sie bitte auf, zu faseln. Es sind die persönlichen Freiheitsrechte, die auf Kosten der Gleichschaltung gerade eingeschränkt werden. Und so war es schon immer, wenn linke, geistig verzwergte Jakobiner das Sagen haben.

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