12. April 2021

Sonntagsheld (178) – Potpourri

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Mit Flintenuschi und rotem Filz

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Zugegeben: „‚Mein Freund, der Sultan 2.0“,  „‚Ähm?!‘ - Kein Stuhl für Ursula“ oder „Reise nach Ankara“ wären allesamt auch gute Sonntagshelden-Titel gewesen. Dann hätte ich mich eine Seite lang über dieses Video amüsiert (vorenthalten möchte ich es der verehrten Leserschaft freilich trotzdem nicht) und am Schluss sicher noch irgendeine lustige Corona-Kurve gekratzt.

Über das diplomatische Sesselgeschiebe habe ich vor ein paar Jahren schon einmal geschrieben; auch damals spielte Recep Erdogan mit, allerdings in der Rolle des Gemobbten und nicht des Mobbers. Sei‘s drum, heute geht‘s um was anderes.

Der Chef - oder genauer: Der Bo$$ - hat ja nun selbst schon Anekdotisches zur Causa „Danger“ zu berichten gewusst. Insofern bleibt mir das thematische Einführungsreferat zum Glück erspart und ich kann mich in Ruhe jenen widmen, die sich noch zu Wort gemeldet haben und es verdienen gehört zu werden.

Namentlich der Sängerin Runa, die der Bautzener Rappergruppe „Neuer Deutscher Standard” zuzurechnen ist und am vergangenen Freitag eine musikalische Replik auf das betreffende Musikstück veröffentlichte. Die recht simpel gehaltene Akkordfolge des Originals lud ja quasi dazu ein, dennoch ist das Ergebnis beachtlich: Fast 50.000 Aufrufe verzeichnet das Video mit dem Titel „Schrille Töne, Roter Filz“ zur Stunde, keine drei Tage nach der Veröffentlichung auf dem YouTube-Kanal das Compact-Magazins.

Auch textlich kann sich das Stück sehen lassen, ich erlaube mir ein paar Zeilen zu zitieren:

„An einen “Rechtsruck” glaubst du, wenn du wahnsinnig bist
In einem Linksstaat, der schielt wie das Sartre-Gesicht
Marxisten hören niemals auf Marxisten zu sein
Man diskutiert mit Ihnen nicht, hat die Geschichte gezeigt
Und man vertraut nicht auf den Staat hier in unserem Land
Weil sie Paul Rzehaczek mit Nothämmern fast umgebracht haben
Weil der Verfassungsschutz ein Instrument der Mächtigen ist
In einem schizophrenen “Kampf gegen Rechts” in der Pflicht
Wallt der Mantel des Schweigens, in den Merkel sich hüllt
Durch das Kanzleramt schallt das Alerta-Gebrüll“

Soviel nur als kurzer Ausblick, das komplette Lied ist hier zu finden.

Es ist übrigens nicht das einzige Stück der dreifachen Mutter, die seit einigen Monaten im patriotischen Rapgeschäft mitmischt. Bereits im vergangenen Jahr war sie mit mehreren Beiträgen auf dem NDS-Album „Feuer“ vertreten, für die Zukunft hat Runa zudem eine erste Solo-Scheibe geplant, die vermutlich der Linie der bisher veröffentlichten Lieder des Labels folgen wird: Gerade, echt und deutsch.

Ob diese Musik einem taugt, das ist am Ende natürlich Geschmackssache. Aber selbst dem versnobtesten Klassik-Connaisseur darf ruhig warm ums Herz werden bei dem Wissen, dass es im wilden Osten sportliche Jungs und Mädels gibt, die bereit stehen, wenn wieder einmal irgendein Klatschkörper auf die Idee kommt, im GEZ-Funk den dicken Maxen zu markieren.


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Kommentare (50)

Laurenz

12. April 2021 04:15

@TLW

Runas Piratenchor ist auf jeden Fall lustiger als die Piano-Begleitung von DD. Gegen Ausstrahlung kommt man halt schlecht an .... auch nicht Hof-finanziert.

 

@Schmiergeld-Uschi, die neue Bauern-Fee

Wenn einem was nicht paßt, geht man, wie Alice Weidel ......... 

oder wenn man sich schon auf die Katzen-Kautsch setzt, legt man die Füße hoch, höflich unbeschuht oder frech beschuht, spielt dann letztendlich auch keine Rolle mehr ....

Und natürlich ist Erdowahn schuldiger Held, wieso stellt der nur 2 Stühle hin?

RMH

12. April 2021 06:51

Ein Achtungserfolg - die 15 minutes of fame werden für den Gefahren Gerd auf 20 verlängert.

Hat er oder besser, haben seine Produzenten, also ziemlich viel richtig gemacht.

links ist wo der daumen rechts ist

12. April 2021 08:26

Wenn schon Schmalz, dann bitte den Soul der Deutschen (worauf unser Kommentariats-Vielschreiber einmal versehentlich hinwies): https://www.piqd.de/pop-kultur/schlager-ist-die-deutsche-soul-musik

RMH

12. April 2021 08:42

@Laurenz,

Das mit dem sonoren Männerchor in der Runa Variante haben Sie richtig erkannt. Er legt das Original noch besser bloß, als der gesamte Contra- Text.

Udo Jürgens und Rammstein haben mehr gemein, als Gefahren Gerds 3 Groschen Bänkel-Liedchen mit Rap. Es ist ein rein fürs Feuilleton produziertes Ding, was alleine schon durch Zeilen wie "juristische Grauzone" und "Kunstfreiheit gedeckt" klar im Genre Rap durchfällt, unabhängig vom Piano Geklimpere.

Beim Rap gibt man einen sch... um jur. Grauzonen und pöbelt direkt in the m.th.fck.ng face und schert sich einen Dr... um Konsequenzen, that's credibility. Die Antwort wiederum auf so etwas würde dann in etwa so sein, dass hier nur noch lauter xxxx stünden und EK mir das berühmte Stück Seife zusenden könnte.

Fredy

12. April 2021 09:30

Ach Runa, warum hat es Dir nicht gereicht nur Mutter zu sein?

Ein gebuertiger Hesse

12. April 2021 10:15

Feiner Song, feine Darbietung, zeitnah gebracht - so soll es sein. Und wer immer die Idee mit dem Männerchor hatte, sollte neue Aufträge bekommen, der kann was. Wenn die sarkastische Bloßstellung des Feindes ein Lächeln heraufbeschwört UND ästhetischen Eigenwert hat, hat man richtig gehandelt.

Laurenz

12. April 2021 10:30

@RMH @Laurenz

Absolut, deswegen mußte ich ja auch über die Berichterstattung Anatol Broders herzlich lachen. Was sollen denn das für Rapper sein, die nur aus dem Hinterhalt schießen? Vielleicht sollten die Pseudo-Rapper doch mal "die Leiden des jungen Werther" vertonen? Als Goethe sich nachts im Bett das Messer an den Leib setzte, wurde Ihm offenbar, daß dies ein scheußlich' Leiden tut. 

@links ist wo der daumen rechts ist

Wieso sollte ich die Aussage Ritchie Blackmores, "Schlager ist der Soul der Deutschen", versehentlich gepostet haben? Ritchie hat mit Seiner 1. (deutschen) Frau einen gemeinsamen Sohn, Jürgen Richard Blackmore, der gar nicht mal schlecht Gitarre spielt. Mit Seiner jetzigen Frau, eine Amerikanerin, war Er quasi Dauergast im ZDF-Fernsehgarten und vielen Burgkonzerten.

https://youtu.be/g9387VMTmPI

Laurenz

12. April 2021 10:37

@Fredy

"Ach Runa, warum hat es Dir nicht gereicht nur Mutter zu sein?"

Wo Nachfrage ist, ensteht Angebot. So einfach ist die menschliche Welt gestrickt. Gedichtvortrag mit musikalischer Rhythmus-Begleitung ist nicht meins. Aber wenn Leute sowas mögen, sollten sie es auch bekommen. Vor allem hat die "Mutti" wohl auch Ausstrahlung. Es hat ja keiner von Ihnen, Fredy, verlangt, die Dame zu ehelichen oder Ihre Tonträger zu kaufen. 

Wobei, wer weiß, vielleicht gibt es ja bald nicht nur einen Impfzwang, sondern auch einen Hörzwang.

Gotlandfahrer

12. April 2021 11:59

Für meinen Geschmack wird diesen erbärmlichen Bücklingen wie Danger & Co. mit ihrer Beachtung durch uns zu viel der Ehre zuteil.  Auch kann es nicht Ziel sein, deren Publikum zur gedanklichen Anregung zu verhelfen, was soll dort passieren?  Ist es also für uns? Nur falls von Interesse: Für einen wie mich die Mühe bitte nicht machen.  In Zeiten, in denen die Tugendhaften der eigenen Gemeinschaft von den Fremdherren für vogelfrei erklärt werden, ist das Angekläfftwerden durch die um ihre eigene Nichtswürdigkeit Wissenden nichts anderes als die offene Bestätigung dieses Gefälles.  Denn verhielte es sich nicht so, wäre das ostentative Anpinkeln ja ohne Reiz für diese Feuchtnasen, fände also nicht statt.

Die dicken GEZ-Maxen werden erst dadurch dick, dass ihnen Bedeutung zugemessen wird. Die haben sie aber nicht, und zwar nicht, weil wir sie ihnen nicht zumessen wollen, sondern weil sie selbst nur tun können, was sie tun, weil die wirklich dicken Maxen sie wie eine Einwegverpackung benutzen.  

Nemo Obligatur

12. April 2021 12:45

Habe vorhin reingehört. Die Kopie ist ja noch dürftiger als Original. Dabei ist freilich zu bedenken, dass Frau Runa nur ein Bruchteil der finanziellen und technischen Ressourcen von Danger Dan und Co. zur Vefügen steht. Dennoch: Der Sängerkrieg gehört in den Tannhäuser und nicht in die politische Diskussion oder den vorpolitischen Raum.

Ein gebuertiger Hesse

12. April 2021 13:56

Zu dem Zuviel der Ehre, die hier einem Falschen zuteil wird: In der Tat gibt es keinen guten Grund, "Danger Dan" (der Name allein - how low can you go?) mit elaborierten Gegenstimmen zu übertönen oder überhaupt zu kennen. Aber der Dreck, den er mainstreammedial in Richtung Schnellroda warf, bedurfte einer deftigen Retourkutsche seitens des Angepöbelten, welche obendrein - man hat die Sympathisanten, die man verdient - eine inspiriert-musikalische Zugabe erhielt. Besser so, als wenn Schweigen herrschte. Wir müssen sowieso alle mehr das Maul aufmachen.

anatol broder

12. April 2021 13:58

wie schon bei danger dan konnte ich runas lied nur wenige takte lang ertragen. mir scheint chanson die passendere bezeichnung für diese musikgattung.

Gotlandfahrer

12. April 2021 15:59

@ Ein gebuertiger Hesse

Soll ohnehin jeder handhaben, wie er mag (wobei die Ammoniakpassagen unnötige Flanken bieten, aber egal).  Und ja, mehr das Maul aufmachen (wobei GK & Crew das als letzte betrifft), allerdings darf ich aus meinen unwesentlichen privaten Erfahrungen berichten, dass ein klares Ignorieren und Verachten die Rollenerwartungen bricht und damit für mehr Erstaunen sorgt, als jede Replik.  Und es macht einen selbst freier, wenn man um die Sinnlosigkeit von Entgegnung weiß und sich aufs Wesentliche beim Maulaufmachen fokussieren kann: Du magst stören können wie ein Flitzer, spielst aber nicht mit.

Sekundant

12. April 2021 17:27

Dem niedlichen Fred hat Laurenz 10:37 ausreichend geantwortet. Die letzten beiden Sätze des vom gebürtigen Hessen kurz vor 14 Uhr Geschriebenen sind eine gute Wertung und Handlungsorientierung. Und wenn dem anatolischen Brüderlein nur wenige Takte des Gesungenen erträglich sind: mir geht es mit der permanenten Ignoranz der Regeln von Groß- und Kleinschreibung gerade eben so.

Fredy

12. April 2021 20:12

@sekundant

Mein es doch nur gut mit Runa. Sie wird sicher andere Qualitäten haben. Vielleicht kann sie besser Kuchen backen als Singen? Hatte mir gar die Mühe gemacht Weiteres von ihr anhören zu wollen. Aber das ist nicht nur schlecht gesungen, sondern naiv-trivial - um ehrlich zu sein: saublöd getextet ("es ist gut deutsch zu sein", Wahnsinn, wer hätte es gedacht) und einfallslos arrangiert. Da sind ja Luni und Gigi Intellektuelle dagegen.

Ansonsten ist die Russenvariante, die Einzige, die man anhören kann. Sehr gefällig. Und von dort aus kann man noch viel mehr entdecken. Insofern hat mir Danger Dans Verirrung durchaus was gebracht.

Gracchus

12. April 2021 21:51

Runa ist jetzt nicht sooo schlecht. Das kann man ja nur an seinen Ansprüchen messen, die eben nicht so hoch sind. Eine weitere Weisheit, an der uns die Antilopen teilhaben lassen: Wer kifft, wird neurechts! Genug Danger - bitte ab sofort wieder Bach, Mozart, Beethoven, Schubert (spricht der versnobte Klassik-Connaisseur). 

Frieda Helbig

12. April 2021 22:15

@Fredy:

Über Geschmack läßt sich streiten. Ich finde nicht, daß sich der Gesang schlecht anhört. Oder trifft sie Ihrer Meinung nach die Töne nicht? Und ob man die Qualität eines Liedes am niveauvollen Gehalt seines Textes bemißt, weiß ich nicht. Manchmal erreicht man vielleicht mehr mit einer gewissen Einfachheit und kann seine Botschaften so unters gemeine Volk bringen. Vielleicht bringt so ein einfaches Lied mehr, als zehn Texte hier. Wer weiß das schon? Mag doch einfach jeder seinen Teil zum großen Ganzen beitragen!

Sekundant

12. April 2021 22:18

Dann ist ja abgeholfen. Die Gescholtene braucht die nicht wirklich wohlmeinende Relativierung der Schelte sowenig wie meine Sekundanz. Sie scheint recht gut eingebettet und muß wohl auch nicht bibbern vor Möchtegern-Dunkelgestalten. Diesen Eindruck sollen die Bilder und Hintergrundstimmen transportieren. Mir reicht das; wem nicht - besser machen.

Laurenz

12. April 2021 22:20

@Fredy @sekundant

Runa singt nicht, Sie trägt vor. Und intellektuelle Ansprüche sind bei der großen Masse fehl am Platze, das interessiert vielleicht 2% der Bevölkerung. Der größte Fehler der Intellektuellen ist die massive Überbewertung des Verstands oder der Ratio. Entscheidend ist die Wirkung. Und im Vergleich zum Talent unserer politischen Kaste leuchtet Runa als strahlender Stern am Nachthimmel. Nur selten sind Künstler geborene Mozarts oder Wunderlichs. Und selbst diese genialen Größen unserer Kultur hatten nicht immer einen guten Tag, und mußten, trotz Ihres Talents, hart arbeiten, um dahin zu kommen, wo sie waren, um dann auch noch früh das Zeitliche zu segnen.

limes

12. April 2021 22:27

Es gibt Menschen (m/w/d), die mit »dem goldenen Löffel im Mund« geboren werden. Eine interessante Frage ist, ob und gegebenenfalls wie dieser Umstand die Durchsetzungsfähigkeit der Betroffenen formt.

Ein herzhaftes Lied von Johnny Cash entwickelt demgegenüber die Vorstellung, dass es selbst einem abgestürzten Vater durchaus gelingen könnte, seinem Sohn etwas auf den Weg zu geben, das dessen Durchsetzungsfähigkeit stählt:

»My daddy left home when I was three

And he didn't leave much to ma and me

Just this old guitar and an empty bottle of booze.«

Das überraschende Resultat dieser Flucht aus der Verantwortung hier:

https://youtu.be/WOHPuY88Ry4

Fredy

12. April 2021 22:45

@limes

Über Johnny Cash gibt's wohl weniger Differenzen. Er hat viel Mist gemacht im Leben; aber war immer ein Typ und die Stimme ist göttlich, die trifft ins Herz. Der kann sprichwörtlich das Telefonbuch vorsingen, und erreicht dabei noch was.

Frieda Helbig

12. April 2021 22:48

@Fredy:

Bin mir zudem nicht sicher, ob die Rapperin Runa identisch ist mit der Dame, die für die Gruppe Runa und Rebellin verantwortlich ist.

@TLW: Können Sie das aufklären bitte!

Waldgaenger aus Schwaben

12. April 2021 22:54

Also mit Rap oder HipHop oder wie das Zeugs heißt, habe ich es wirklich nicht so. Deshalb enthalte ich mich eines Urteils. Doch die Querschüsse gegen die aufrechte Runa gefallen mir nicht. Wer's nicht gut findet, dem hätte sich eine gute Gelegenheit geboten, hier in diesem Kreise einfach mal nichts zu sagen.

links ist wo der daumen rechts ist

12. April 2021 23:37

Ein Kunstwerk, das eine Botschaft transportieren will, ist keins, sondern ein Machwerk. Ganz einfach. Ob lechts oder rinks. Und die singende, dreifach reproduziert habende Mutter kann's halt einfach nicht.

Ganz im Gegensatz etwa zu einem Genie wie:

https://www.youtube.com/watch?v=8AHCfZTRGiI

Danke @ limes für den Wink.

Die Amis haben das Beste aus Soul und Folk gemacht, die Franzosen haben ihr Chanson, die Briten ihre "British Invasion" als symbolische Fortsetzung des Empire, die Deutschen ihren Schlager usw. Und als musikalische "Menschheitsreligion" gibt es die Klassik.
Also wozu derart dilettantisches, peinliches neurechte Gejaule?
Und allein für die Sartre-Volte gebührt ihr eine Ohrfeige.
Selbst Heino ist dagegen ein Troubadour (meine ich ganz unironisch, ich hör's gern):

https://www.youtube.com/watch?v=FpAgFSwCKxM

Fredy

12. April 2021 23:53

Naja, ist jetzt nicht so, dass ich meinen eigenen Senf sehr wertschätze - ich spritze daher selten mal einen Einzeiler ins Kommentariat - aber offenbar gibt es Erklärungsbedarf. Mache es kurz, Zeichen sind begrenzt:
- Runa kann es nicht. Stimme ohne Volumen. Völlig emotionslos, ohne Ton könnte man denken Sie würde das Telefonbuch absingen. Hat es euch wirklich ergriffen, oder war es nur die - textlich dämliche, weil nur 1:1 langweilig adaptierte, aber unintelligente Retourkutsche?
- Ihre Begleitmusiker: Habitus und Sprachduktus wie "unsere" migranitischen Rapper. Das gefällt Euch?
- Wir, die wir das Elend unserer Zeit erkennen, sind selten, zumindest nicht immer besser, oftmals auch Opfer in unserem Erkennen und Geschmack
- Habe von Kunst ganz wenig Ahnung, von Literatur etwas weniger weniger Ahnung, und deshalb bin ich hier; hier lerne ich was Neues, hier bekomme ich Inspiration ... aber von Musik verstehe ich selbst zumindest etwas (in Theorie und Praxis) ... und auch von paar anderen Gebieten (die hier eher selten zur Sprache kommen). Musikalisch können "wir" es nicht: "Unsere" Musik ist meist Gejammer ("Deutschland geht es so schlecht" ...), dumm-naiv ("es ist gut deutsch zu sein" - Runa), nationalsozialistisch ("Großvater war Held bei der Waffen-SS") und meist dumm-pathetisch ("wir sind stolze Helden", "ungebeugt widerstehen wir allem") .. wer es braucht. Ok, manches Arragment und Riff mag gut sein, aber meist ist das Dreck, übelster Müll.

Fredy

13. April 2021 00:08

Und jetzt meine Frage: Was ist der Unterschied zu linker Musik? Linke Musik beschäftigt sich vielmehr mit den Umständen, dem Milieu, eher selten (neumodische Art) mit dem Gegner und dem eigenen Gefühl. Welches Umstände/Milieu kennen wir? Muss man von der Wehrmacht und vom Stolz zu singen um rechts zu sein? Von Deutschland um deutsch zu sein? Reicht es nicht, oder ist es nicht viel sinnvoller, emotionaler und ehrlicher vom Lebensgefühl zu singen: Familie, Dorf, Heimat, Gemeinschaft, Liebe, Loyalität ... kurz: von rechten Werten. Mir ist dieses "deutsch" einfach zu dumm. Versteht mich nicht falsch, ich bin gern deutsch und steh auch dazu. Aber geht das nicht intelligenter, subtiler (wobei der Begriff falsch ist, damit will man etwas reinbringen, was man sich direkt nicht traut), nein, wir trauen uns, aber der Holzhammer, das primitiv-nationale, das ist doch auch nicht unser Ding. Es muss doch Raum sein für das Andere, das Interessante. Ja, auch für Kranke und Andersartige. Das muss nicht unsere Agenda sein, aber die Grundtoleranz - die man nicht betonen muss - die muss aber doch in der Lebensart da sein. Ich benutze oft den Begriff Gutmensch, abwertend, aber es muss doch ein Bestreben da sein ein guter Mensch zu sein. Und all das vermisse ich leider in de rechten Kultur. Und vielleicht bin ich damit nicht alleine. Ich behaupte uns Rechten mangelt es am Menschsein. Das wars soweit vom dummen Fredy. Beschränke mich künftig wieder auf Einzeiler, und da werden einige direkt sekundieren.
 

Lotta Vorbeck

13. April 2021 00:24

@limes - 12. April 2021 - 10:27 PM

"Es gibt Menschen (m/w/d) ..."

---

... ja, richtig, liebe @limes,

es gibt Männer (m), Weiber (w)

und - Überraschung! - Taucher (d)

Gracchus

13. April 2021 00:45

@Limes, Laurenz, Fredy

Mit Johnny Cash kann ich gut leben. Fredy bringt es auf den Punkt. Ich höre alles, stelle aber fest: Kaum etwas Emotionaleres als Schubert. Wenn Fritz Wunderlich "Die schöne Müllerin" singt, geht mir das Herz auf. 

Wenn das Goethe-Institut Danger Dan auf Reisen schickt, ist das doch ein schlechter Witz. Die deutschsprachige Poesie ist ein Schatzhaus. Rapper gibt es auch: Rudolf Borchardt mit seinen Jamben. Das geht auch bis in die Gegenwart. Grambauer hat ja neulich Peter Hacks genannt. Der konnte was. Ich sage nur: "Beeilt euch ihr Stunden". Oder witzig: "Bei Armins".  

Laurenz

13. April 2021 04:13

@Frieda Helbig @Fredy & Debattierende

Unter "Runa" treten weltweit viele Künstler auf, wenn man nach dem Namen sucht.

Abneigung oder Zuneigung brauchen wir hier nicht diskutieren, das bleibt letztendlich jedem selbst überlassen.

Das aktuelle Video, welches TLW gepostet hat, wird unter "compact", also Elsässer vertrieben, der wohl, legitimerweise, die Antifa-Ausgabe Seines Journals bewerben will.

Hier 2 weitere Videos Runa feat. Proto  https://youtu.be/3GQZOcdg-30 Adler, finde ich recht gelungen, & Krieg https://youtu.be/SKSQxXPJ9vs entspricht wohl mehr dem Genre an sich. 

Für mich geht die Debatte hier irgendwie am wesentlichen vorbei.

Ob Deppen Dan oder Runa, beide haben einen ähnlichen kulturellen Hintergrund aus dem das stilistische Mittel stammt, in dem man agiert. Man kann also nicht von einer Gegen-Kultur sprechen, sondern der inhaltliche Konflikt findet mehr oder weniger in derselbigen statt.

Wir alle hier haben eine Idee davon, was der Ex-Kommunist Elsässer & der immer-noch-Katholik Kubitschek so treiben & einst getrieben haben.

Weder Debilen Dan noch Runa setzen sich wirklich inhaltlich mit Beiden Herren auseinander. Vielmehr sind die Herren Elsässer & Kubitschek bereits Symbolfiguren auf einer ganz anderen, Ihnen wohl eher fremden Ebene geworden, mit der Sie irgendwie leben müssen.

Das, werte Mitforisten, finde ich wesentlich spannender, als das Posten von Haltungen, die über oder unter dieser Kunstform stehen.

RMH

13. April 2021 06:40

"bitte ab sofort wieder Bach, Mozart, Beethoven, Schubert"

eben "ein deutscher Liederabend."

Gruß an Heino, den ewigen Sonntagshelden ;)

t.gygax

13. April 2021 09:58

Schön, daß hier Johnny Cash erwähnt wird. Der sollte auch mal in einer Druckausgabe gewürdigt werden, denn trotz der Beschränktheit der Country Musik ( dieses Gedudel geht einem irgendwann auf die Nerven...) war das ein Künstler von Format, der auch eine Integrität  und Aufrichtigkeit verkörperte, die von musikalisch völlig anders gelagerten Kollegen immer geachtet wurde-wobei sein Leben durchaus sein Brüche hatte, worauf "Fredy"hinweist. Als ich vor Jahren einem gestandenen heavy-metal -Künstler einmal gegenüber erwähnte, dass ich von Zeit zu Zeit den Alten gerne höre, schrieb er mir zurück: "Johnny Cash ist klasse! Das ist mein Liebelingslied von ihm."  Nun  denn, es lohnt sich zum Anhören und ist berührend.

https://www.youtube.com/watch?v=URr40jjgT7U

 

ConanIb

13. April 2021 10:45

Runa hat ihr Liedchen sicherlich nicht für die Kommentatoren der SiN getextet. Was sollen die Vergleiche von klassischer Musik und Sprechgesang? Beides hat sicherlich seine Berechtigung, wird aber von ganz unterschiedlichen Zielgruppen konsumiert. Wie gesagt die Kommentatoren der SiN, gehören hier sicherlich nicht zu Runa's Zielgruppe aber warum dann gleich die ganzen Attacken? Das war ein schlagfertiger, schneller und treffsicherer Konter. 

 

Chapeau - NDS hat geliefert.

RMH

13. April 2021 11:28

Jedes Genre hat seine Höhen und Tiefen und früher konnte man einfach mal bei DeineRöhre frei stöbern und sogar auch was aus dem sog. RAC Bereich finden, was man hören konnte. Mittlerweile wurde mit eisernem Besen durchgekehrt und man kann sich eben keine Meinung mehr bilden, egal, ob es einem dann gefällt oder nicht. Mit Glück findet man manchmal noch was, bspw. von der Schwedin Saga (ode to a dying people, the snow fell etc).

@Gracchus,

Ihre Vorliebe für Schubert teile ich. Alleine der Liedzyklus Winterreise ...

heinrichbrueck

13. April 2021 13:44

"Und allein für die Sartre-Volte gebührt ihr eine Ohrfeige."

q. e. d. 

anatol broder

13. April 2021 15:04

@ fredy, laurenz

danke.

runa hätte auch ihre dreifache mutterschaft vorteilhaft einsetzen können. etwa indem sie nur vom überfall auf paul rzehaczek aus der sicht seiner frau gesungen hätte. gerade bei dem thema mangelt es im «rapgeschäft» nicht an dramaturgisch wertvollen vorlagen. in der pressemitteilung dazu würde sie auf ihre eigene, ähnliche familienrolle hinweisen. so würde eine reife volkssängerin auf eine amtliche bedrohung von familienvätern antworten. es bleibt zu hoffen, dass runa wenigstens ihrem eigenen mann nicht mit sartre und verfassungsschutz kommt, wenn er ihren beistand braucht.

Frieda Helbig

13. April 2021 15:28

@Fredy: Ehrlich gesagt, finde ich Ihre längeren Wortergreifungen erquicklicher und interessanter als Ihr "Rumgespritze". Gern mehr davon...

@Conanib: Sehe ich genauso!

@RMH: Heino geht immer :-) Vati und ich in der Stadthalle Görlitz die Schlesierfahne in der Hand und Heino singt auf der Bühne das Schlesier- und Riesengebirgslied. 

Laurenz

13. April 2021 17:03

@RMH & Schwafler

Also irgendwie bekomme ich hier Zweifel an meinen Mitforisten.

Entweder habt Ihr alle nicht reingehört oder habt Wahrnehmungsstörungen.

Hier geht es in keiner Weise um einen Liederabend.

In demselben Liedchen geht es jeweils kriegerisch um Weltanschauung & Religion.

Der imperialistische Hofbarde Denknicht Dan singt darüber, daß er gerne Inquisitor wäre, um die ketzerische Opposition zu meucheln, traut sich aber nicht nicht & fragt seinen Anwalt, wie inquisitorisch er zumindest vortragen darf. Über VS & Polizei beschwert er sich, weil die nicht seinen Wünschen/Befehlen folgen, sondern denen anderer.

Die patriotische Künstlerin Runa, die ihr letztes Hemd für Volk & Land gibt, (mancher würde das gerne sehen,) hingegen tut so, als wäre 2 Heiligen oder gar Heilsbringern (Elsässer & Kubitschek) gelästert worden. Auch hier die Beschwerde zum VS. Die These 1x Marxist immer Marxist, läßt sich auch bei Elsässer schlecht durchhalten.

Was hier passiert, ist vertonter Bürgerkrieg & da kommen die SiN-Foristen mit dem Langweiler Schubert, der sein Leben & frühes Sterben der Deutschen Romantik widmen konnte, wie beneidenswert.

Wo lebt Ihr? Jedenfalls nicht im Deutschland der Gegenwart.

Der einzige, der genau begriffen hat, worum es hier geht, ist @ConanIb ! (noch eins ! für Anatol Broder)

Niekisch

13. April 2021 18:12

Mutter von 3 Kindern und mutiger Versuch, es zu versuchen. Vor einer solchen Frau zöge ich den Hut, hätte ich einen.

Glast

13. April 2021 18:50

@Conanlb

"...von unterschiedlichen Zielgruppen konsumiert."

Wie kann man denn Die schöne Müllerin oder die Brandenburgischen Konzerte konsumieren??? 

Aber wenn man denkt, dass diese wundervollsten Kunstwerke deutscher Kultur "sicherlich ihre Berechtigung" haben, dann erübrigt sich meine Frage wohl. Räudig. 

Frieda Helbig

13. April 2021 19:10

@Laurenz:

Ehrlich gesagt, hab ich es auch kapiert, fühle mich gemobbt :-)

 

Frieda Helbig

12. April 2021 22:15

@Fredy:

Über Geschmack läßt sich streiten. Ich finde nicht, daß sich der Gesang schlecht anhört. Oder trifft sie Ihrer Meinung nach die Töne nicht? Und ob man die Qualität eines Liedes am niveauvollen Gehalt seines Textes bemißt, weiß ich nicht. Manchmal erreicht man vielleicht mehr mit einer gewissen Einfachheit und kann seine Botschaften so unters gemeine Volk bringen. Vielleicht bringt so ein einfaches Lied mehr, als zehn Texte hier. Wer weiß das schon? Mag doch einfach jeder seinen Teil zum großen Ganzen beitragen!

Gracchus

13. April 2021 19:36

@Laurenz

Ihr Kommentar ist gut - bis zum "Langweiler Schubert". Damit haben Sie sich endgültig disqualifiziert. 

Meinen Standpunkt haben Sie wie so oft auch nicht kapiert. Runa kann ruhig machen, was sie macht. Gar nichts dagegen einzuwenden. Das, was sie und der Dan machen, läuft nur nicht unter Kunst, und ich habe mich darüber erregt, dass das Goethe-Institut Danger Dan zwecks "Kulturvermittlung" auf Reisen schickt.

@RMH: Ja, die Winterreise ... 

RMH

13. April 2021 21:15

Ja, über Musik kann man lange reden und diskutieren  ...

in jeder Stilrichtung gibt es auch patriotisches, sogar im sog. Hair Metal:

Bonfire - Proud Of My Country - YouTube

Sowas hat international u.U. mehr gebracht, als local-hero rap.

Wobei ich ausdrücklich nichts gegen Runa, Bloody32 etc. gesagt haben will.

limes

13. April 2021 21:44

@ Frieda Helbig (»Manchmal erreicht man vielleicht mehr mit einer gewissen Einfachheit und kann seine Botschaften so unters gemeine Volk bringen. Vielleicht bringt so ein einfaches Lied mehr, als zehn Texte hier. Wer weiß das schon? Mag doch einfach jeder seinen Teil zum großen Ganzen beitragen!«)

Mit »so einfachen Liedern« ganz anderer Art kann ich auch dienen:

https://www.youtube.com/watch?v=n9AzfT8HaRY

https://www.youtube.com/watch?v=TGCkW0nuJx0

Das Schweizer Lied ist zugegeben besonders schwierig. Nicht alemannisch sozialisierte Menschen werden nicht einmal die Untertitel verstehen, und wie man mir sagte, kann die Ländlermelodie musikalisch sensible Menschen in den Wahnsinn treiben …

Nichtsdestotrotz: Es ist Metapolitik, niederschwellig, subversiv – wie immer man diese widerständige volkstümliche Unterhaltung bezeichnen mag.

Simplicius Teutsch

13. April 2021 22:08

„Dieser Gruß ist, damit du nicht vergisst
Was für die Antilope die Safari ist...“

Darum geht’s doch! - Nicht kleinlich kritteln oder klein beigeben.

Ein blitzkriegsschneller Konter, ein Volltreffer auf die linke Birne war bereits „Mein alter Kumpel Danger Dan“ hier auf SiN. Herrlich!

Auf Bayern 2 schreiben sie in der Ankündigung zum heutigen Radio-Beitrag mit Großbuchstaben, man höre und staune: „POLITISCHE BILDUNG DURCH SONGWRITING“. Der Gefährliche Daniel - hu! hu! - soll also öffentlich-rechtlich in die Politische Bildung hochgeadelt werden. Da kommen sie aber bei der gutmenschlichen Analyse seines „tollen Songs“ am „alten Kumpel Danger Dan“, wie ihn SiN bis zur schw...stinkenden Kenntlichkeit entlarvt hat, mit ein bisschen Ehrlichkeit eigentlich nicht vorbei, und wenn, dann müssen sie wieder mal ganz lügenhaft in ihren Gehirnen segmentieren. - Super!

Kontra geben! So wie auch RUNA mit ihrem herausfordernden Sprechgesang. Mutig. Attraktiv. Bravo.

Den Rempler gegen Jean Paul Sartre fand ich zwar nicht gut angebracht, aber was soll's, ich schließe mich jedenfalls der Meinung von
@ Waldgänger aus Schwaben an:

„Doch die Querschüsse gegen die aufrechte Runa gefallen mir nicht. Wer's nicht gut findet, dem hätte sich eine gute Gelegenheit geboten, hier in diesem Kreise einfach mal nichts zu sagen.“

links ist wo der daumen rechts ist

14. April 2021 00:08

Unser Vielschreiber hat wieder einmal so nebenbei den Kern getroffen:

Dändscha Dämlich vs. Luna-Mama IST "geistiger" (eher geistloser) Bürgerkrieg, ist Weimar, ist (rechtlich abgesichert) SA-Horde gegen Kummerl-Partie, beide ihre ausgelutschten Parolen vor sich hertragend. V.a. aber ist es niveaulos.

Die linken Lebenslügen sind mir dabei schnurz (da hatte ich schon zuviele Kämpfe), aber das Luna-Gestammel irgendwie als "deutsch" zu verorten, ist blamabel.
Das ist Flittchen-Patriotismus.

DAGEGEN setzt man souveräne Satire wie aus dem Hause GK und EK oder - um beim obigen Beispiel zu bleiben - verläßt das Bürgerkriegs-Weimar und setzt dem seine Variante eines "Geheimen Deutschland" entgegen; Kubitscheks Literaturformat auf YT wäre die niveauvolle Vorgabe.

Ethnopluralismus in der Musik ist eine Selbstverständlichkeit.

Klassik ist hingegen unverwechselbar national und zugleich ein Geschenk an die Menschheit. Aus deutscher Sicht könnte man viele Beispiele bringen, einiges wurde genannt (Schubert an erster Stelle).

Zum Abschluß eines meiner Lieblingsbeispiele dazu, so deutsch wie "international":

https://www.youtube.com/watch?v=Y0B6n9RJ440

 

Laurenz

14. April 2021 01:50

@Gracchus @Laurenz

"bis zum "Langweiler Schubert". Damit haben Sie sich endgültig disqualifiziert."

Hier singt der größte Tenor aller Zeiten, den ich sehr verehre, die 3 bekanntesten Schubert-Lieder .. https://youtu.be/2VUU4LjbdX4 & Er sang diese gerne.

Auch, wenn Schubert einen Teil unserer Kultur darstellt, so dürfen wir festhalten, daß sich Schubert nur für Sich & Seine Kompositionen interessierte, abgesehen von Seinen Saufabenden mit Seinen Kumpels, die Ihm Seine "Größe" rückmeldeten, für sonst so gut, wie nichts. Von daher können wir Schubert als mehr oder weniger als apolitisch bezeichnen, auch wenn Er das für uns (hier, einer überschaubaren Minderheit) heute nicht ist.

Wenn Sie aufmerksam in die Lieder hinein hören, die im wesentlichen Schubert ausmachen, dann sind es eben nur Lieder, relativ wenig dynamisch vor sich hin plätschernd, was einfach am Temperament Schuberts liegt. Da gibt es in unserer Volksgeschichte ganz andere Kaliber von Komponisten, die charakterlich eben weniger "langweilig" waren. Bleiben Sie bei Ihren Leisten, Gracchus. Sie haben von Musik keine Ahnung.

Frieda Helbig

14. April 2021 08:12

Ich hab auch noch einen:

https://youtu.be/WR14Y3gwZck

links ist wo der daumen rechts ist

14. April 2021 08:43

Mein Feind, mein Bruder...
Plädoyer von GK gegen einen biederen Kanon

Ein Beispiel dafür, wie auch im geistigen und realen Bürgerkrieg der eigene Standpunkt transzendiert werden kann:
https://www.youtube.com/watch?v=Bndy0cBbr20

Und wenn wir schon bei Hanns Eisler sind: das Textbuch zu seinem umstrittenen "Johann Faustus" aus dem Nachlaß von Ernst Fischer (mit Anmerkungen) hüte ich wie meinen Augapfel.Falls jemand die Hintergründe interessieren, die Debatte in der "Mittwochsgesellschaft" endete sinnigerweise eine Woche vor dem 17. Juni 1953:
https://freidenker.cc/welchen-beitrag-leistete-die-faustus-debatte-in-der-sed-kulturpolitik-der-50er-jahre/1135
(Die politische Linie dieser Seite teile ich übrigens nicht.)

Geben wir - aus meiner Sicht - dem Hausherrn das letzte Wort. Hier hieß es ad Beuys (ab 8:52):
https://www.youtube.com/watch?v=PqW05Xnm9CE&t=1670s

"Und das ist überhaupt ein Plädoyer, das ich jetzt in die Kamera spreche: Ich will, daß unsere Leute begreifen, daß wir mit irgendeinem biederen Kanon nicht mehr weiterkommen. Das reicht nicht aus. Wir müssen nach links schauen, wir müssen nach rechts schauen. Wir müssen auf die Kunst schauen. Wir müssen überhaupt sehr interessiert alles heranflimmern, was für uns inspirierend und für diese völlig veränderte Lage, in der wir uns befinden, wichtig werden könnte."

RMH

14. April 2021 08:55

@ Frieda H.,

Großartige Version!

Die Antwort von Kemal Cem Yilmaz verdient es, zum Abschluss der Debatte oben in den Beitrag eingebaut zu werden.

Stellt Runa klar in den Schatten.

t.gygax

14. April 2021 08:59

@Frieda Helbig

Vielen Dank für Ihre links! Die bajuwarischen Frauen fand ich gut, Witz, Satire und das Ganze gekonnt vorgetragen. Auch die Antwort von Cem auf diesen Danger....sehr gekonnt!.

Runa finde ich nicht schlecht, ein Satz wie "die dreifach reproduzierende Mutter" ist ungehörig und hätte eigentlich gelöscht werden sollen; ich hoffe nur, daß es der armen Runa nicht so ergeht wie vor zehn Jahren deex und vor zwanzig Jahren Anett, die vom System erledigt wurden und dann nur noch als reuevolle Sünderinnen auftraten......

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