1. Juli 2021

Sammelstelle für Gedrucktes (24)

Benedikt Kaiser / 64 Kommentare

Die offensive Relativierung der Bedeutung der jüngsten Morde in Würzburg und Wien ist typisch für bundesdeutsche Medien. 

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Denn das perfide Verschleiern grundlegender Probleme mit Massenmigration und Ausländergewalt ist ebenso wie der Versuch der Ablenkung (wurde der Täter aus Somalia vielleicht in Chemnitz mal scheel angesehen? Hat man genug Sozialarbeiter für Afghanen?) keine Ausnahme, sondern die Regel.

Warum das so ist, ahnt man seit langem: Die Journalistenklasse ist rotgrün gepolt, Ausnahmen gibt es kaum noch, und selbst die verbliebenen liberalkonservativen Feigenblätter der Politjournaille gehen natürlich nur so weit aus der Deckung heraus, daß es die üppigen Bezüge nicht gefährdet.

In Zukunft wird das nicht besser, man erinnere sich nur an die Umfrage unter GEZ-Presse-Volontären (92 Prozent für Rot-Rot-Grün!). Und wie es um die Gegenwart bestellt ist, beleuchtet jetzt eine Studie, über die in der NZZ (v. 30.6.2021) Marc Felix Serrao berichtet (»Nett sind sie nur zu den Grünen«):

Eine Studie der Universität Trier, die der NZZ vorliegt, gibt ihm nun neues Futter – allerdings weit über den gebührenfinanzierten Rundfunk hinaus. «Towards New Standards? Interaction Patterns of German Political Journalists in the Twittersphere» lautet der Titel der Arbeit von Nina Schumacher, Peter Maurer und Christian Nuernbergk. Die drei Medienwissenschafter haben die Interaktionen von bundespolitischen Berichterstattern und Bundestagsabgeordneten auf Twitter unter die Lupe genommen haben. Aus ihren vielen interessanten Befunden sticht vor allem einer hervor: Während die Journalisten grundsätzlich negativ über die Parteien des Landes twitterten, stellten die Grünen eine Ausnahme dar.

Das deckt sich mit der subjektiven Wahrnehmung ob der grün-journalistischen Synthese. Doch wie gingen die Trierer Forscher vor?

Für ihre Untersuchung werteten die Wissenschafter Tausende Twitter-Interaktionen aus, einmal in der laufenden, einmal in der vorherigen Legislaturperiode. Die Journalisten waren dabei alle Mitglieder der Bundespressekonferenz (...), also Berichterstatter, die sich hauptberuflich mit deutscher Bundespolitik beschäftigen. Im ersten Zeitraum waren es 425 Medienvertreter, im zweiten 512.

Ausgewertet wurde nicht nur die Tonart, in der berichtet wird, sondern auch die Modi der Kommunikation: Kooperation oder Konflikt?

Das hängt natürlich von der Parteizugehörigkeit ab:

So hätten Abgeordnete der Linkspartei in von ihnen initiierten Interaktionen mit Journalisten am häufigsten einen kooperativen Tonfall gezeigt (66 Prozent), darauf folgt die SPD (61 Prozent) und die Union (59 Prozent). AfD-Abgeordnete seien am wenigsten kooperativ gewesen (25 Prozent),

was man wohl keinem AfD-Mandatsträger wird verübeln können angesichts der tendenziösen Dauerbeschallung aus den medialen Echokammern. Einer Anti-AfD-Kontinuität, die nur von einer Grünen-affinen Konstanz übertroffen wird:

Der spannendste Teil der Untersuchung befasst sich schliesslich mit den Urteilen der Journalisten über einzelne Politiker oder Parteien. Hier, so die Autoren, seien die Ergebnisse wirklich «bemerkenswert». Während die Urteile sonst mit einer überwältigenden Mehrheit negativ gewesen seien, hätten die Journalisten die Öko-Partei und ihre Vertreter im Untersuchungszeitraum des Jahres 2016 lediglich in etwas mehr als einem Drittel aller Fälle (37,5 Prozent) negativ beurteilt. Im zweiten Untersuchungszeitraum (Anfang März bis Mitte Mai 2020) seien die Grünen dann sogar kein einziges Mal beurteilt worden. Kurios, schreiben die Autoren selbst. Die Nichtbeachtung könnte an der Nachrichtenlage gelegen haben; im Februar 2020 war es im Freistaat Thüringen zur Regierungskrise gekommen.

Wir erinnern uns: Rot-Rot-Grün wurde in Erfurt durch einen AfD-Coup vorübergehend abgewählt, die FDP changierte gewohnt standpunktlos zwischen den Polen, die CDU stützte am Ende dann den dunkelroten Machterhalt, wobei die Grünen als marginal wahrnehmbarer Juniorpartner unter ferner liefen bewertet wurden.

Dieses Ereignis würde auch erklären, weshalb der Prozentsatz negativer Beurteilungen der FDP – die damals für kurze Zeit einen von der AfD mitgewählten Ministerpräsidenten stellte – mit 75 statt 50 Prozent deutlich höher ausfiel als 2016. Auch die Linkspartei rutschte in der Gunst ab; aus 66,7 Prozent negativen Urteilen wurden 85,7 Prozent. Die Union wurde mit 69,7 und 69,2 Prozent gleichbleibend kritisch beäugt, die SPD konnte sich von 71,4 auf 66,7 Prozent leicht verbessern, und die AfD blieb so ungeliebt wie vorher auch: 100 Prozent negativ.

Diese Zahl kann von nun an in Erinnerung gerufen werden, wenn der AfD vorgeworfen wird, die grünrote Durchsetzung der Medienanstalten der BRD zu übertreiben. Zumal die vorliegende Erhebung wohl nur den Gipfel des Eisbergs darstellen dürfte:

Die Trierer Medienwissenschafter empfehlen, die Beziehungen zwischen Journalisten und Parteien näher zu untersuchen. So wäre es interessant, herauszufinden, ob es zwischen freundlich gesinnten deutschen Berichterstattern und etwa den Grünen eine Art «Diskurskoalition» auf Twitter gebe.

Meiner subjektiven Einschätzung nach handelte es sich bei diesem Vorhaben dann nicht um ein »Herausfinden«, sondern um ein »Belegen«, denn daß diese »Diskurskoalition« aus Journalisten, Grünen und postmodernen bzw. Lifestyle-Linken seit Jahren ihr Unwesen treibt, dürfte mehr als nur eine Vermutung darstellen.

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Diese Koalition kann in der Praxis immer dann beobachtet werden, wenn es um die virtuelle Hetzjagd auf Abweichler der Establishment-zugehörigen bzw. -nahen Parteien geht. Ob Boris Palmer (Grüne), Thilo Sarrazin (SPD), Hans-Georg Maaßen (CDU) oder Sahra Wagenknecht (Linke) – »Die gefährliche Lust am Auschluss«, so titelt Susanne Gaschke in der NZZ (v. 29.6.2021), wird in den medialen Filterblasen genährt, die Parteien handeln dann nicht nur als Akteure, sondern auch als Getriebene.

Gaschke steigt ein mit dem Fall Sarrazin, beschreibt eine vierstündige Sitzung des Landesschiedsgerichts der SPD im Sommer 2019, in der verhandelt wurde, ob Sarrazin, Sozi seit 1973, aus der Partei geworfen werden müßte (– ein Jahr später wurde der finale Ausschluß durch das Bundesschiedsgericht formuliert):

Unwürdig war die Verhandlung, weil es sich von Anfang an um eine Farce handelte: Auf der einen Seite sass Sarrazin, der um seine Parteimitgliedschaft aufrichtig kämpfte und der eine lange und beeindruckende Biografie im Dienste der SPD in die Waagschale warf. Sarrazin, der schliesslich die durchaus berechtigte Frage stellte, ob die Sozialdemokraten in der Wählergunst nicht möglicherweise besser dastehen würden, wenn sie sich, wie er seit 25 Jahren, intensiv und kritisch mit den Themen Einwanderung und Integration beschäftigt hätten – ob nun in seinem, Sarrazins Sinne oder auf ganz andere Weise, aber eben: ernsthaft.

Natürlich ist die SPD von heute nicht jene von vorgestern; während die alten Granden der Vorkriegs-SPD oder gar der Vor-1914-SPD lautstarke offene Debatten darüber geführt hätten, wie mit dem Genossen zu verfahren sei, sieht die sozialdemokratische Verfallsform der Gegenwart so aus:

Die Körpersprache der Parteiführung, an diesem Tag vertreten durch den jungen Generalsekretär Lars Klingbeil, sagte alles: Dieser war tief in seinen Stuhl gesunken, hielt die Arme abweisend vor der Brust verschränkt und hatte den Blick Richtung Decke gerichtet. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte das ganze Theater hier wohl in fünf Minuten erledigt sein können: keine Antwort, kein Zucken, kein Argument für Sarrazin. Einfach hinaus mit dem Kerl, Problem gelöst.

Ein Einzelfall? Wohl kaum. Überall im Mainstream grassiert die Lust am Abkanzeln, an widerspruchslosen Verfahren, am Durchregieren der oligarchisierten Spitze in Kollaboration mit dem Mob auf Twitter:

Diese Weigerung, sich auseinanderzusetzen, die tiefe Verachtung für den nichtswürdigen Gegner, der, das ist wichtig, natürlich ein Rechts- und kein Linksabweichler ist – das alles kann man im Nachhinein als Menetekel lesen. Als warnendes Zeichen, zum einen, für eine Sozialdemokratie, die sich immer weiter von den «normalen» Menschen entfernt, die sie früher gewählt haben, die man aber nicht mehr «normal» nennen soll, weil das angeblich andere ausgrenzt. Als beunruhigende Ahnung davon, zum anderen, wie linksliberale Parteien (zu denen hier der Einfachheit halber auch die CDU gezählt sei) künftig mit Kritikern in den eigenen Reihen umgehen werden.

Auch die Partei Die Linke, mittlerweile der links-linksliberale Flügel der Anti-AfD-Allparteienallianz mit ihrem rechts-linksliberalen Flügel, der Union, verfährt so:

Gegen Sahra Wagenknecht, die ehemalige Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Linkspartei, Spitzenkandidatin der Linken in Nordrhein-Westfalen und zugkräftigste Persönlichkeit ihrer Partei, läuft mitten im Bundestagswahlkampf ein Ausschlussverfahren. Ihr Ehemann Oskar Lafontaine, ohne den es die Linkspartei gar nicht gäbe, soll ebenfalls hinausgeworfen werden.

Und die Dauerregierungspartei CDU

ist voller Abwehr gegen Hans-Georg Maassen, den ehemaligen Präsidenten des Verfassungsschutzes, den seine Parteifreunde als Direktkandidaten für den Wahlkreis 196 in Südthüringen aufgestellt haben. Es gab Ausschlussforderungen.

Diese gibt es auch beim künftigen Partner der Union, den Lieblingen der Journalistenzunft:

Die Grünen schliesslich wollen den unbequemen, aber erfolgreichen Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer ausschliessen, er steht seit der Flüchtlingskrise 2015 unter Rassismusverdacht, weil er die möglichen Folgen unkontrollierter Einwanderung problematisierte. Auch mit seiner pragmatischen, das Grundrecht schonenden Corona-Politik machte er sich jüngst in seiner verbotsfreudigen und latent alarmistischen Partei keine Freunde.

Gaschke fragt, ein wenig polit-naiv:

Warum begreifen die Parteien solche klugen und kritischen Stimmen nicht als Korrektiv, als willkommenen Anlass, um die eigenen Positionen auf ihre Alltags- und Wählertauglichkeit zu überprüfen?

Die Antwort könnte auch die wenigen verbliebenen aufrichtigen Journalisten irritieren: Weil es sich hier eben nicht um einzelne Fehler der Altparteien unter Streßsituationen handelt, die man leicht korrigieren könnte, sondern um betriebsimmanente Systemfehler des Kartells, ja um perpetuierte Verblendungszusammenhänge, in denen kein Platz für jenen »demokratischen Diskurs« ergebnisoffener Provenienz vorhanden ist, der ansonsten propagandistisch bemüht wird.

Gaschke würde nie so weit gehen, aber sie ahnt zumindest, daß da was Größeres im Argen liegen könnte:

Wer die linksliberalen Parteien auf diesen ärgerlichen Widerspruch hinweist, wird zum Störfaktor. Das Problem dabei ist, dass mit den innerparteilichen Dissidenten gleichsam auch die Wähler in den Senkel gestellt werden: Jeder Palmer, jede Wagenknecht funktioniert als Signal. Die Bevölkerung merkt das durchaus. In einer aktuellen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach gaben 44 Prozent der Befragten an, man müsse heutzutage und hierzulande vorsichtig sein mit dem, was man sage – besonders zum Thema Einwanderung. Das ist der höchste skeptische Wert in dieser Frage, seit sie überhaupt gestellt wird,

und das wird man als wachsendes Reservoir für oppositionelle Politik begreifen dürfen.

Gaschke trifft am Ende einen wichtigen Punkt:

Natürlich geht es nicht um staatliche Zensur. Sondern um ein jakobinisches Meinungsklima, das die Zivilgesellschaft infiziert, das Grosszügigkeit, Neugier und Humor im Umgang mit Andersdenkenden verdorren lässt und unsere Gesellschaft in ein deprimierendes Schattenreich von zahmen Konformisten verwandelt,

wobei den Charaktermasken dieses Staates freilich dennoch vorzuwerfen bleibt, daß sie diese Zivilgesellschaft nicht nur nähren, sondern vollkommen frei schalten und walten lassen und qua metapolitischen Setzungen deren Anliegen sukzessive in Gesetzesform zu bringen bereit sind.

Die Zivilgesellschaft hat sich den Staat in einer Allianz mit den Altparteien zur Beute gemacht – doch die Verantwortungsträger des Staates haben es zugelassen. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied zu Gaschkes Relativierung »staatlicher Zensur«.

-- --

Doch der Fairneß halber muß erwähnt werden, daß auch jene Partei von der Ausschluß-Sucht befallen ist, die man – optimistisch – als »letzte Chance Deutschlands« tituliert hat bzw. – pessimistisch – als »jüngste Altpartei« des Landes kritisiert: die Alternative für Deutschland.

Seitdem der von Jörg Meuthen und Joana Cotar dominierte Teil des Bundesvorstandes eine 2/3-Mehrheit sein eigen nennen kann, maskiert sich die Lust am Spalten nicht mehr länger durch wohlfeiles Gerede über Außendarstellung und falsch besuchte Zeltlager einzelner Mitglieder. Mittlerweile scheint die Haltung dieser 2/3-Mehrheit, die im November hoffentlich ihr wohlverdientes Ende finden wird, anders zu sein:

Sie wollen entweder diese Partei endgültig übernehmen, und das bedeutet auch, sich von großen Teilen der Partei zu trennen, und da sind nicht nur Frank Pasemann, Andreas Kalbitz oder Björn Höcke gemeint. Oder sie könnten, wenn das alles nichts hilft, um von CDU/CSU und FDP den Segen zu erhalten (und es wird niemals helfen), eben die Partei verlassen und dabei den größtmöglichen Schaden anrichten.

Untermauerungen dieser – zugegeben: barschen – These lassen sich in Beiträgen des Spiegels und Tagesspiegels aus der vergangenen Woche finden.

Beginnen wir mit Ann-Katrin Müllers Artikel im Spiegel (v. 24.6.2021) über »Vertrauliche Nachrichten von AfD-Politikern«. Gewiß: Derlei Berichte treffen ausnahmslos die AfD, sind aus ethischer Perspektive verwerflich und kommen in bewußt gegnerischer Absicht. Und doch enthalten sie gewisse Botschaften, aus denen man als AfD-Basis Lehren ziehen muß, weil es 2021 um (fast) alles für die Partei geht.

Denn hier sieht man, wie Anhänger der 2/3-Mehrheit des Bundesvorstandes reden, wenn sie unter sich sind:

Die Nachrichten stammen aus dem geschlossenen Chat »Aktion Bundesvorstand«, in dem gut 80 Personen aus dem Lager von Parteichef Jörg Meuthen miteinander kommunizieren. Es sind Funktionäre wie Junge oder der Berliner Fraktionschef Georg Pazderski, aber auch Lokalpolitiker und einfache Mitglieder.

Und dann nimmt es Fahrt auf. Junge und weitere AfD-Funktionäre raunen über den fortexistierenden »Flügel«, der die Partei immer weiter dominiere, daher säßen viele »auf gepackten Koffern«, wie Uwe Junge zitiert wird, dem durch sein ständiges Gepolter die frappierende Leistung gelang, sich in seinem eigenen, durchaus bürgerlich geprägten Landesverband Rheinland-Pfalz vom geschätzten Fraktionschef zur postenlosen Problemperson zu entwickeln (was mindestens nahelegt, daß die Frage ob »bürgerlich« oder nicht, keine ist, die man mit »pro oder contra Meuthen« erklären wird können).

Ein Kollege Junges aus dem Chat schreibt später:

Es bleibt nur noch, auf Sieg zu setzen – oder bei einer weiteren Niederlage für so einen großen Knall zu sorgen, dass ein genügend großer Trümmerteil entsteht, der alles zwischen einer sich möglicherweise spaltenden CDU und der dann zur NPD 2.0 werdenden AfD aufsaugt.

Die Frage, die sich hier aufdrängt: Wie soll die Mehrheit der AfD-Basis mit dieser unversöhnlichen Minderheits-Gruppierung, die indes ungünstigerweise über eine Mehrheit im AfD-Bundesvorstand verfügt, zusammen an einem Strang ziehen, wenn offen über Parteizerstörung bei ausbleibendem Erfolg der eigenen Strömung diskutiert wird? Lernen diese Personen auch aus Antifa-Gewalt, Kniefällen, LGTBQ-Propagandawellen, Würzburg und Co. nicht, daß die Gegner nicht Höcke und Kalbitz, sondern liberales Establishment und linke Zivilgesellschaft heißen?

Es ist zu befürchten, daß jemand, der 2021 noch die eigenen Parteifreunde nach strengstem Gesinnungstest bewertet und permanent beweist, daß er seine eigenen Interessen über die des Volkes stellt, just diese Banalitäten nicht lernen wird. Doch eine regelrechte Austrittswelle dieser selbsternannten »Gemäßigten« ist (noch) nicht zu erkennen.

Woran das auch liegen kann?

Wenn in den vergangenen Monaten Chatgruppen-Mitglieder schrieben, dass sie die AfD verlassen wollen, versuchte vor allem eine Frau, sie zum Bleiben zu überreden. Ihr Engagement wird offenkundig gern gesehen, seit Mai arbeitet sie in Meuthens Büro im Europaparlament. Er selbst, dem wegen seiner Spendenaffäre nun strafrechtliche Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft drohen, mischt nicht im Chat mit.

Es werde sich eine Perspektive »im Zwischenfeld von AfD und Union« ergeben, schreibt sie etwa im April. Noch solle man »volle Kraft auf die AfD« gehen.

»Noch«. Und dann? Kommt die »Armee LKR« und wird Berlin befreien? Oder man wechselt in eine neue Formation? Beides darf man getrost mit »Mandatsraub« in Verbindung bringen, weswegen ich erneut den Vorschlag aus der 23. »Sammelstelle« wiederholen möchte:

Alle Listen- und Direktkandidaten der AfD geben eine Ehrenerklärung ab, daß sie nach der Bundestagswahl im September in der Partei bleiben, auch wenn sie mit einzelnen Entscheidungen im parteiinternen Diskurs nicht zufrieden sein mögen.

Eine solche Ehrenerklärung wäre rechtlich selbstredend nicht bindend, und potentielle »Aussteiger« interessieren sich nicht für antiquiert erscheinende Tugenden wie Anstand und Aufrichtigkeit; aber man könnte zumindest den zahlreichen naiven, aber gutmeinenden Basismitgliedern, die immer noch zu der bestehenden 2/3-Mehrheit im Bundesvorstand halten, zeigen, daß mögliche Austritte nach der Bundestagswahl im September und der Bundesvorstandswahl im November durchaus absehbar waren. Ohnehin müßte man allmählich Lehren aus den stetigen (und auch brandaktuellen) Parteiausstiegen »liberalkonservativer« Provenienz gelernt haben.

Es ist doch eigentlich ganz einfach: Die gesellschaftliche Stimmung wird rauher werden – es ist wichtig, zu wissen, auf wen man sich verlassen kann und auf wen nicht.

Einer, auf den man sich im parlamentarischen Gefecht künftig nicht verlassen wird können, dürfte Georg Pazderski, Listenkandidat aus Berlin, sein. Während seine Kollegin Joana Cotar nach dem Bundesparteitag in Dresden die Flügel-Auflösung schlicht leugnete und damit Verfassungsschutz und Presse einen bemerkenswerten großen Gefallen tat, geht Pazderski die Auflösung nicht weit genug.

Der Tagesspiegel (v. 25.6.2021) zitiert ihn in diesem Kontext wie folgt:

Deshalb ist es so eminent wichtig, den Flügel zu marginalisieren, zunächst seine Protagonisten auszuschalten, dann die Sympathisanten und auch die Opportunisten. Wir müssen auch die Opportunisten, die dann einer der Sargnägel für die Partei sein werden, outen und an den Pranger stellen. (...)

Wir dürfen uns das Projekt AfD nicht von einem Malermeister und einem Sportlehrer kaputtmachen lassen, dafür ist es viel zu wichtig für unser Land.

Abgesehen davon, daß es einer Alternative durchaus sehr gut zu Gesicht steht, daß nicht nur Berufspolitiker und Menschen wie Pazderski, die jahrzehntelang alles Geschehene in diesem Staat mittrugen und auf seiner Besoldungsliste standen, für sie einstehen, sondern eben auch selbständige Malermeister, ist es schockierend, mit welcher Arroganz der Typus Pazderski die parteiinternen Gegenspieler abkanzelt (ganz zu schweigen davon, daß Pazderski offenbar ob der politischen Qualifikation einer Feng Shui Lehrerin schweigt; ist das per se etwas »Höheres« als Maler, Lackierer oder auch Sportlehrer?).

Doch der unbegründeten Arroganz kein Ende. Der Tagesspiegel gibt Pazderski wieder:

WIR sind die Basis, nicht die Jogginghosenträger,

womit im Pazderski-Block anscheinend pauschal die Gegner des eigenen Tuns verächtlich gemacht werden. Aber nicht nur die, sondern wohl auch jene Klientel, die ironischerweise ihm und seinesgleichen die Mandate im Abgeordnetenhaus verschafften, den Geringverdienern und »Prekären«:

Wer keine 120 € im Jahr aufbringen kann – das sind ca. 33 Cent am Tag –, der sollte sich einen anderen Zeitvertreib als die Mitgliedschaft in der AfD suchen.

Das Konflikt-Magazin bringt es auf den Punkt:

Pazderski, so jedenfalls der Tagesspiegel, setzte aber sogar noch eins drauf:

Wie hat es mal jemand formuliert, die 3K-Mitglieder: keine Zähne, keine Kohle, keine Bildung.

Korrekt schätzen die Journalisten das Problem Pazderskis und seiner Freunde ein:

Aus der Abfälligkeit, mit der Pazderski hier formuliert, spricht wohl auch der Unmut über die soziale Zusammensetzung der AfD-Klientel. Viele Gemäßigte wünschten sich mehr bürgerliche Parteimitglieder und auch entsprechende Wähler.

Das dürfen sie sich wünschen und jeder Wähler, den man gewinnt, einerlei aus welcher Schicht oder Klasse, ist willkommen – doch müssen sich jene Kreise fragen lassen, wieso ihr explizit liberales, »bürgerliches« und »gemäßigtes« Programm, das in den Verbänden von Hamburg über Hessen bis Berlin überwiegend gefahren wird, entsprechende bürgerliche Personen in keiner Weise abholt?

Liegt es – wieder einmal – an Höcke? Oder daran, daß es ein grundlegendes Mißverständnis bleibt, wenn man glaubt, dem prototypischen AfD-Wähler – das ist der, der Pazderski und Co. das Mandat verschafft – gehe es um »freiheitlich-indivuduelle Emanzipationsanliegen« (sic) und nicht etwa – populistisch zugespitzt – um einen Denkzettel ans Establishment für Merkel, Massenmigration und Messermorde?

Doch weit gefehlt: Die bürgerlichen Massen verlangen nach einer weiteren liberalkonservativen Splitterpartei. Zitiert wird ein Chatteilnehmer der Pazderski-nahen Gruppe wie folgt:

Der Lösungsansatz: Gründung einer neuen Partei, die als Sammelbecken für bürgerliche AfDler und unzufriedene CDUler glaubwürdig, stringent gegliedert und mit einem strengen Aufnahmeprozedere ausgestattet ist.

ALFA, LKR, Die Blauen und zahlreiche weitere Projekte der letzten Jahre belegen ja nun tatsächlich, daß dieser Weg der richtige ist, während Höcke in Bälde an der Fünfprozenthürde in Thüringen scheitert. Voran, immer weiter voran.


Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.


Kommentare (64)

Dietrichs Bern

1. Juli 2021 15:40

"ALFA, LKR, Die Blauen und zahlreiche weitere Projekte der letzten Jahre belegen ja nun tatsächlich, daß dieser Weg der richtige ist, während Höcke in Bälde an der Fünfprozenthürde in Thüringen scheitert. Voran, immer weiter voran".

Ja kann man so sehen und seiner Schadenfreude freien Lauf lassen. Es ist aber durchaus legitim, die Rettung nicht bei Herrn Höcke (der seinen Stimmenzenit in Thüringen möglichweise auch überschritten hat)  und schon gar nicht bei Herrn Kalbitz zu sehen.

Darin besteht das Dilemma unserer Zeit.

 

quarz

1. Juli 2021 16:39

"Warum das so ist, ahnt man seit langem: Die Journalistenklasse ist rotgrün gepolt."

Das erklärt viel, aber das allein kann es nicht sein. Quer durch alle Balken des politischen Machtgerüsts muss es in nicht geringer Zahl Leute geben, die ahnen, dass sie auf einem katastrophalen Irrweg unterwegs sind. Warum sie trotz dieser Ahnung in unverbrüchlicher Mafiatreue nicht aus der Marschrichtung ausscheren, lässt sich wohl nur psycho-analytisch erklären. Die Schuld, die sie auf sich geladen haben, ist mittlerweile so groß, dass sie es nicht ertragen würden, ihr ins Gesicht zu sehen. Das ahnen sie und deshalb verweigern sie den Blick in den Spiegel. Übertönt wird das knisternde Nagen des Gewissenswurms mit immer hysterischer tönendem Geschrei "gegen Rechts".

Durch Reform lässt sich die paradigmatische Eiterbeule* vermutlich nicht mehr kurieren. Das haben Paradigmen so an sich. Man wird wohl abwarten müssen, bis sie platzt.

*Ja, lieber VS, schreib's nur auf und durchforste das Archiv, ob nicht irgendein stellvertretender Gauleiter eine ähnliche Metapher benutzt hat! Da habt ihr wenigstens eine Wochenendbeschäftigung.

AmazonBesteller

1. Juli 2021 16:39

Georg Pazderski, Uwe Junge. Beides Stabsoffiziere.

Wundert mich nicht. Was würde wohl Hans-Georg Maaßen mit der AfD machen, wenn er Mitglied wäre? Wie kann man nur so naiv sein, die Netzwerke im Hintergrund nicht wahrzunehmen? Der Junge'sche Verbalausraster ist die Gelegenheit den Typen loszuwerden. Und Pazderski's Beleidigungen sind kein Ausrutscher: er will die AfD als arrogante, abgehobene FDP 2.0 darstellen und damit w i l l e n t l i c h die Unterschicht als Wähler vertreiben.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass genau so in den angeblichen sozialen Parteien über die Unterschicht geredet wird: selbst schuld, hilf dir selber, Lumpenproletariat etc. In den Sitzungen dann verständnisvolles Grimassenschneiden, ist die Tür dann zu, werden die Hartzer vom Leder gezogen. Außer, es sind Flüchtlinge oder Ausländer. Da gibts unendliches Verständnis zum Nulltarif.

Sich hier zu Differenzieren, das sehe ich als die große Chance für die AfD. Leider ist dieses Denken diesbezüglich (!) fester Bestandteil der Rechten. Das sollte sich ändern.

 

Der_Juergen

1. Juli 2021 16:42

Was geht es uns an, ob Sarrazin aus der SPD oder ob Wagenknecht aus der Linkspartei hinausgeworfen wird? Nichts, so wenig wie es uns etwas angeht, ob der Meier oder der Müller wegen Häresie von den Zeugen Jehovas ausgeschlossen wird.

Allein schon die Tatsache, dass Sarrazin und Wagenknecht diesen Vereinen weiter angehören wollen, spricht gegen sie. Oder glaubt irgendjemand ernsthaft, die SPD und die Linkspartei zu sozialpatriotischen Parteien umgestalten zu können?

Elsässer schrieb unlängst in "Compact", Höcke und Wagenknecht verbinde mehr miteinander als ersteren mit Meuthen und letztere mit der Führungsspitze der Linkspartei. Mag schon stimmen, aber wird Wagenknecht je eine Kooperation mit Höcke ins Auge fassen? Gewiss nicht, denn das Brett vor ihrem Kopf viel zu dick und wird es auch bleiben. Für den patriotischen Sozialismus, den Kaiser anstrebt - ein Konzept, das ich voll unterstütze - gibt es in den oberen Etagen der Systemparteien keine potentiellen Partner. Im Fussvolk vermutlich schon. Aber die soziale Rechte muss sich selbst genügen, wie Kaiser vor ein paar Jahren in seinem Büchlein über die Querfront schrieb.

Marc_Aurel

1. Juli 2021 16:59

„Der Lösungsansatz: Gründung einer neuen Partei, die als Sammelbecken für bürgerliche AfDler und unzufriedene CDUler glaubwürdig, stringent gegliedert und mit einem strengen Aufnahmeprozedere ausgestattet ist.“

Die Fragen im „strengen Aufnahmeprozedere“ kann ich mir schon vorstellen:
1)    Welche Bedeutung hat das Wort Volk für Sie?
a)    Nazibegriff
b)    Ein rassistisches Konstrukt
c)     ...

2)    Wer ist Björn Höcke für Sie? (Mehrfachantworten möglich)
a)    Der Teufel
b)    Ein rechtsextremer Antisemit
c)    Faschist
d)    Revisionist
e)    Verschwörungstheoretiker
f)    gefährlicher Nationalist
g)     ...

Was wollen denn Leute wie Meuthen, Pazderski, Junge & Co. überhaupt in einer Partei, die sich als Alternative zum Kurs der Etablierten versteht, wären die nicht von vornherein in einer Altpartei besser aufgehoben gewesen oder war dort der Mitbewerberdruck um die gutbezahlten Stellen zu groß?

...die bringen nichts, machen im Zweifel nur Schaden, blockieren Schlüsselstellungen, verschwenden Parteiressourcen… am schlimmsten: sie spalten und drängen ernsthafte Reformer aus der Organisation.

AmazonBesteller

1. Juli 2021 21:56

@ Der_Jürgen

Alles richtig was Sie schreiben, volle Zustimmung.

Aber hier:

Aber die soziale Rechte muss sich selbst genügen, wie Kaiser vor ein paar Jahren in seinem Büchlein über die Querfront schrieb.

 

Dazu muss die Rechte erstmal sozial werden. Rechte werden als egoistisch und kapitalistisch wahrgenommen und präsentiert. Leute wie Junge und Pazderski, die sich wie Könige benehmen und auf die normalen Bürger herunter schauen, schaden der sozialen Profilierung der Rechten. Als Nächstes werden Sabotageaktionen erfolgen. Ich hoffe man kann diese abwehren, am besten durch einen Rausschmiss von Junge. Den Grund hat er selbst geliefert. 

Letztlich pöbeln und stören die beiden nur.

 

@BK

Kommt die »Armee LKR« und wird Berlin befreien? 

Der Angriff Lucke ist nicht erfolgt. Die anderen werden natürlich auch nicht genügend Kräfte massieren können. ;)

heinrichbrueck

1. Juli 2021 22:24

Warum braucht dieses Land eine AfD? Welches Spiel wird bundesrepublikanisch aufgeführt?
Nach 1945 wurde eine Umvolkungsdemokratie installiert. Und wie üblich in einer Demokratie, wurde nicht die ganze Wahrheit mitgeteilt. Inzwischen wird immer offensichtlicher, wo die Reise hingehen soll. 
Die Angestellten dieser Installation, also Politiker, müssen ihre Arbeitsplatzbeschreibung erfüllen. Was verboten ist, und deshalb das Theater der Parteien, Deutschland als Land der Deutschen zu erhalten. Wer den Höcke geben möchte, wird erledigt. Jedem Politiker sind diese Dinge klar, es sei denn, er spielt eine unwichtige Position. Und es spielt auch keine Rolle, wie diese Struwwelpeterpartei heißt. Dieser Prozeß, für und gegen, sind Erziehungsmaßnahmen gegen weiße Deutsche. Meuthen, Kemmerich, da sind einige Mäuler zu stopfen. 
Die Möglichkeiten, diese Demokratie umzubauen, sind nicht gegeben. Es gibt keine langfristige Demokratie, wie die Phantasten hoffen; geschweige denn ein real existierendes Menschenbild des "demokratischen Diskurses ergebnisoffener Provenienz". 
Was entscheiden gewählte Politiker? Nicht vergessen, wir leben in einer Demokratie. Unterstellungen zählen in der eigenen Welt und so lange diese existiert. Machtpolitisch muß neu gedacht werden, realistischer und langfristig. Ohne die Wähler politisch zu belügen. Keine Lügenschlupflöcher. Denn die AfD ist nicht das Problem. Die Wähler reflektieren nicht, daß sie in einer Demokratie leben. 

Laurenz

1. Juli 2021 22:40

(1)

Das Abschlachten von Würzburg

ist weder eine Tat mit islamischen Hintergrund, noch die Tat eines psychisch Kranken, da im Grunde alle Mörder psychisch krank sind. 

Der Tat war logischerweise rassistisch motiviert!

Der Mann ist ja nicht ins Asylbewerberheim, um seinesgleichen zu morden, sondern hat seine weiblichen Gastgeber gemetzelt.

@Der_Juergen

"Was geht es uns an, ob Sarrazin aus der SPD oder ob Wagenknecht aus der Linkspartei hinausgeworfen wird?"

Klar, wir können auch einen auf ignoranten Reichsbürger machen oder wie?

Nach meinem Verständnis hat BK einfach "unseren" Zeitgeist geschildert, erst die Einnordung auf die Einheitsfront 2.0, dann die virtuelle Eliminierung von Abweichlern. Im Zuge der Fakedemie sind in dieser weltweiten Entwicklung auffällig viele VIPs zufällig verunfallt oder mit über 50 den plötzlichen Kindstod gestorben, auch in Deutschland.

Laurenz

1. Juli 2021 22:42

@AfD-Interessierte

Bei der Junge-, Meuthen-, Pazderski-, Cotar-Bande bestehen in meinen Augen 2 Optionen. Entweder sind die Leute gekauft & beauftragt, eine Partei zu zerstören, denn um Kinski zu zitieren, "so blöd kann keiner sein" https://youtu.be/1fGJ6SX8Ks8 (00:02) ....

Oder diese Fraktion innerhalb der AfD ist tatsächlich so blöd zu meinen, es ließe sich eine Mischung aus historischer CDU & FDP etablieren, die auch von potentiellen Koalitionspartnern akzeptiert würde.

Die Staatsratsvorsitzende hatte in 17 Jahren Parteivorsitz die historische CDU eliminiert & alles dafür getan, auch die historischen Inhalte aller anderen Parteien der Vergessenheit anheim fallen zu lassen. Wieso sollte man die Historie in Form eines Koalitionspartners auferstehen lassen, das ist völlig absurd & weltfremd, in Anbetracht dessen, daß diese Historie heute bereits als VS-relevant "verkauft" wird.

Jan

1. Juli 2021 23:11

Teil I

War Pazderski nicht früher auch mal CDU-Mitglied oder irre ich mich da? Wie auch immer: Pazderski sieht die AfD als Instrument, um die aus seiner Sicht aus der Spur geratene CDU wieder auf Kurs zu bringen. Man darf nicht vergessen: Die Ursuppe der AfD besteht nicht zu knapp aus enttäuschten ehemaligen CDU- und FDP-Mitgliedern oder aus deren ehemaligen Wählern: Lucke, Henkel, Starbatty, Petry, Meuthen, Junge, Gauland und im Prinzip alle Alfa- und LKR-Abspalter. Der frühe Star der AfD in SH und im Europa-Parlament, Ulrike Trebesius, später bei Alfa/LKR, ist jetzt bei der CDU in HH untergekommen. Nicht wenige Liberal-Konservativ-Bürgerliche sind noch in der Partei und sehen die AfD von sogenannten Rechtsextremen gekapert. Mag sein, dass man das aus deren Sicht so sehen kann, aber Deutschland ist nicht mehr das Land aus der AfD-Gründungszeit von 2012/2013, als man hoffte, es würde ausreichen, ein bißchen liberal-konservativ gegenzulenken. Das hatte sich ein rechter Sozi wie Sarrazin wohl auch gedacht und ist nun aus seiner Partei geflogen.

 

Jan

1. Juli 2021 23:13

Teil II

Es sind im letzten Jahrzehnt wirklich schlimme und dramatische Dinge passiert, die sich mit ein bißchen liberal-konservativ an den Symptomen herumdoktern nicht mehr beheben lassen. Allein in den letzten drei Jahren hat sich die Situation nochmal deutlich verschärft und es wird mit härtester Repression gearbeitet. Alle Signale zeigen deutlich: Mit der AfD wird nicht kooperiert und erst recht nicht koaliert, egal wie sie sich verbiegt. Wie Pazderski, Meuthen & Co. durch Anbiederei noch Möglichkeiten sehen, ist mir schleierhaft. Der ganze liberal-konservative Flügel der AfD will einfach nicht wahrhaben, dass in der Bundesrepublik freiwillig durch lieb & nett sein kein legitimer Platz rechts der Union freigemacht wird. Entweder nimmt man sich diesen mit geballter Macht und macht die Union platt oder man bleibt immer Außenseiter. Da hilft auch keine Parteineugründung im großen Stil, die von Flügel-Altlasten befreit sein würde. Da werden ganz schnell neue Flügel ausgemacht, sofern man nicht in der Bedeutungslosigkeit versinken will.

Speziell zu Pazderski: Die Jogginghosen stellen nicht nur einen nicht unerheblichen Teil der AfD-Wähler, sondern auch einen erheblichen Teil der Rekruten bei der Bundeswehr, deren Mitglied er jahrzehntelang war. Schön zu wissen, wie er über seine Wähler und Soldaten denkt. Alles in allem ist Pazderski ein Mann von gestern, der irgendwann über seine Borniertheit und Beschränktheit noch stolpert wird.  

Solution

2. Juli 2021 00:18

Da, wo national und sozial zusammen kommen, wird es für die Herrschenden gefährlich.

Volksdeutscher

2. Juli 2021 04:18

"Unwürdig war die Verhandlung, weil es sich von Anfang an um eine Farce handelte..."

Wen überrascht diese Art der Behandlung von Sarrazin? Oder hätten wir die kommunistischen Schauprozesse vergessen, in denen die eigenen Genossen turnusmäßig unter fadenscheinigen Beschuldigungen verurteilt und hingerichtet wurden? Der "Sinn" solcher Schauprozesse war der "Selbstreinigungsprozess" der Partei, mit dem die Kommunisten die Lebendigkeit revoluzionärer Gerechtigkeit demonstrieren wollten. Sie wußten sehr wohl um die Unschuld der Angeklagten. Aber die Perversion ist fester Bestandteil ihres Denkens, die des Tötens um des Tötens willen bedarf. Diese Art des Umgangs mit "Abtrünnigen" und auch mit Andersdenkenden ist bezeichnend für die Linke: anprangern, anklagen, umbringen. Und um von sich abzulenken bringen sie in der BRD seit 1945 nichts Anderes außer Freisler und den seinen. Das ist hierzulande Dauerprogramm.

Volksdeutscher

2. Juli 2021 04:45

"Oder sie könnten, ...... eben die Partei verlassen und dabei den größtmöglichen Schaden anrichten."

Ich möchte mal bezweifeln, daß viele ihnen nachfolgen würden, daher würde der Austritt von Meuthen und den liberalen Haupträdelsführern verkraftbar sein: kein pompöser  und medienwirksamer, sondern klang- und sangloser Abgang. Es wäre jedoch wichtig, daß die Konservativen diesen Abgang zur Basis hin und nach außen als ihren eigenen Erfolg kommunizieren. In Kenntnis der menschlichen Psyche können wir eher davon ausgehen, daß die meisten der Meuthenartigen lieber in der Partei bleiben und sich anpassen, als daß sie sich einer ungewissen politischen Zukunft ausliefern und in einer anderen Partei bei verdienter Marginalisierung im Gnadenbrot stehen oder gar endgültig das Ende ihrer politischen Karriere in Kauf nehmen müssen.

Volksdeutscher

2. Juli 2021 05:26

1."Warum das so ist, ahnt man seit langem: Die Journalistenklasse ist rotgrün gepolt."

Wenn man immer nur eine bestimmte Stimme hört, glaubt man, daß es keine andere mehr gebe. Trugschluß. Denn solange die größte Sorge von Rechten ist, von Linken als Nazis, Faschisten, Antisemiten oder Rassisten bezeichnet zu werden und wie sie sich dagegen verteidigen sollen; solange sie darum besorgt sind, sich ständig zu erklären, es eigentlich anders gemeint zu haben, werden sie ihre Stimme nicht hören lassen; solange sie nicht bereit sind, den Kampf aufzunehmen und darauf zu verzichten, über die Stöckchen zu springen, wird man noch lange glauben, daß die Journalistenklasse rot gepolt sei. Es ist in Wirklichkeit das Elend der konservativen Psyche, mit dem wir zu tun haben. Wenn die Linke die Nazikeule schwingt, schmollen die Herren Konservativen: Wie konnte man ihnen nur so etwas Böses unterstellen, wo doch jeder weiß, daß das NS-System ihren bürgerlichen Widerstand an den Fleischerhaken hängte? Sie selber sind an diesem Zustand schuld - nicht die Linke! Seit 1945 kommen sie nicht aus dieser selbstverschuldeten Verteidigungshaltung heraus. Oder wissen sie etwa nicht, daß die beste Verteidigung der Angriff ist?

Volksdeutscher

2. Juli 2021 05:46

2. "Warum das so ist, ahnt man seit langem: Die Journalistenklasse ist rotgrün gepolt."

Seit 1945 gab es keinen einzigen rechten Protest gegen irgendeine Tat, die irgendwelche Linke irgendwo in der Welt beging, abgesehen von Demonstrationen der NPD Ende der sechziger Jahre. Die konservative Rechte, um zu zeigen, daß sie "anständig" und "brav" sei und nichts mit ihnen gemein habe, verzichtete von Haus aus auf jede Art von politischer Demonstration. Man verkleidete sich und tritt lieber auf  Kölner Karnevalsfesten als Kasper auf, biederte sich dem Volk an, heuchelte Harmlosigkeit und ihre Politiker mimten den Deppen. Obwohl es damals noch rechten Journalismus gab, störte das kaum einen. Oder war das schon damals alles im Untergang begriffen?

 

Volksdeutscher

2. Juli 2021 05:59

3. "Warum das so ist, ahnt man seit langem: Die Journalistenklasse ist rotgrün gepolt."

Nun, seit geraumer Zeit gibt es wieder rechte Proteste, rechte Kundgebungen, die Rechte läßt wieder von sich hören und versteckt sich nicht. Das haben die Bürger der alten BRD so gar nicht gekannt, das wurde ihnen Jahrzehnte lang vorenthalten. Jetzt wissen sie nicht so recht, wie sie damit umgehen sollen, denn seit 1945 sagte man ihnen, daß, wenn die Rechte auf die Straße gehen, münde das dann im Faschismus. Haben die niedrigen Wahlerfolge der AfD womöglich mit diesem Umstand zu tun?

Volksdeutscher

2. Juli 2021 06:02

4. "Warum das so ist, ahnt man seit langem: Die Journalistenklasse ist rotgrün gepolt."

Die Linken fremdeln verständlicherweise, das haben sie nicht erwartet, sie konnten Jahrzehnte lang die Straße unangefochten und ohne Widerstand für sich haben. Nun haben sie ernstzunehmende politische Konkurrenz bekommen, was sich an den bundesweiten Wahlerfolgen der AfD ablesen läßt. Die verbalen wie physischen Aggressionen der Linken dürften sich womöglich aus dieser Richtung speisen. Das zeigt eindeutig die Krise linken Denkens und linker Ideologien. Und da die Aggressionen immer brutaler und gemeiner werden, schweigen die rechten Journalisten in den Redaktionsstuben: um nicht entlassen oder von einer linken Schlägertruppe krankenhausreif geprügelt zu werden.

RMH

2. Juli 2021 07:10

I.

"Elsässer schrieb unlängst in "Compact", Höcke und Wagenknecht verbinde mehr miteinander als ersteren mit Meuthen und letztere mit der Führungsspitze der Linkspartei."

Was mal eben so eine Behauptung ist, die man, wenn man die politischen Werdegänge der beiden - gut, bei B.H. gibts da für die breitere Öffentlichkeit noch nicht so lange etwas zu beobachten - schon länger verfolgt, mit nichts zu begründen ist. B.H. ist in erster Linie - und dann kommt so richtig überzeugend erst einmal lange nichts - ein gusseiserner Patriot. S.H. hingegen nicht und der Graben wird durch alles Buhlen beider um Wähler und von der Politik angeblich "Verlassenen" nicht zugeschüttet.

RMH

2. Juli 2021 07:11

II.

Thema Medien:

Jeder, der eine höhere Schule besucht hat (zumindest in den alten Bundesländern), wurde dort quasi gegen die "Bild" geimpft (Verlorene Ehre der K. Blum etc. - jeder Lehrer, der ein bisschen was auf sich hielt, hat die BILD als "Schund" bezeichnet usw.).

Die Bild macht seit einiger Zeit ein kleines bisschen die Werteunion, ist nicht auf grün-linker Linie (die Grünen wittern mittlerweile sogar eine "Verschwörung" LOL), berichtet stets als erstes größeres Medium über Migrantengewalt und nennt die Täter usw.

Da gabs nen klaren Kursschwenk, ein Ausbrechen aus der medialen Einheitsfront - Bild goes FOX News?

Sollte man einmal beobachten. Ich persönlich denke, dass Bild jetzt versucht, Grün klein zu schreiben, damit eine solide Unionsbasis im Herbst den Kanzler stellen wird.

Der_Juergen

2. Juli 2021 08:56

@RMH

Ich verabscheute BILD stets aus vollem Herzen; auch als ich noch ein braver Konservativer und Strauss-Verehrer war, stiess mich die Primitivität des Blattes ab. Immerhin muss man anerkennen, dass Julian Reichelt - der sich jahrelang als einer der übelsten Hetzer hervorgetan hat - ganz Erstaunliches zu Corona schreibt und die verbrecherische Politik des Regimes mit aller Schärfe anprangert. 

Sicher will BILD die Baerbock verhindern, aber auch der wahrscheinliche Unionskandidat Laschet ist neben dieser allenfalls die Cholera im Vergleich zur Pest. (Für den Akzelerationisten wäre eine Kanzlerin Baerbock natürlich ideal, weil sie diesen Staat in noch rasenderem Tempo in den Orkus triebe als Laschet.) Man muss auch einem Reichel zugestehen, dass er sich zumindest in der zurzeit weitaus wichtigsten Frage vom Saulus zum Paulus wandeln kann. Der US-Abtreibungsarzt Bernhard Nathanson, der von 75.000 in seiner Klinik durchgeführten Abtreibungen 5.000 eigenhändig vorgenommen hatte, wandelte sich später zum engagierten Lebensschützer und zum leidenschaftlichen Kritiker der Abtreibungsbarbarei. Solche Fälle sind leider selten, aber es gibt sie.

RMH

2. Juli 2021 10:03

@Der_Juergen,

der Herr Reichelt hat den grün-jakobinischen Tugendterror an seiner eigenen Person erleben dürfen. Evtl. hat ihn das geprägt. Warten wir's ab. An der Berichterstattung der Bild zum Terror in Würzburg gab es bislang aus meiner Sicht nichts groß auszusetzen.

Laurenz

2. Juli 2021 10:35

@Der_Juergen & RMH

"Ich verabscheute BILD stets aus vollem Herzen"

Das ist & bleibt historische Heuchelei. Mit einer Auflage von über 5 Mio. war die BILD die historisch am meisten verkaufte Zeitung Deutschlands, aber keiner wollte sie gelesen haben. 

Aus demselben Grund lese ich heute noch Relotius. Der ehemalige Spiegel ist einfach nur ekelhaft, seine schreibenden Protagonisten menschlich betrachtet, charakterliche Schließmuskel ohne Gewissen. Es ist aber sehr wichtig über die rassistische & menschenfeindliche Gedankenwelt von Blome, Stokowski, Fricke, Berg, Lobo bis Augstein im aktuellen Geschehen Bescheid zu wissen.

@Volksdeutscher

Sie haben es historisch, zumindest die Zeiten der Bonner Republik, nicht ganz getroffen. Überrascht & auf dem falschen Fuß erwischt, wurden die Konservativen durch den Mauerfall. Der Jude Gerhard Löwenthal gab mit dem ZDF-Magazin der Linken extremes Kontra. Das ZDF-Magazin ist heute nicht mehr vorstellbar. Das Gedenken daran wird nur wegen der jüdischen Herkunft Löwenthals nicht geschändet.

Laurenz

2. Juli 2021 10:47

@RMH @Der_Juergen

"Herr Reichelt"

Herr Reichelt schreibt oder läßt schreiben, wie jeder sogenannte Journalist entsprechend den Vorgaben seiner vorgesetzten Eigentümer.

In der Bild-Redaktion wurden schon immer anonym BTWn mitgewählt. Das Ergebnis war auch zu Axel-Springer-Zeiten immer mit über 70% extrem links.

Auch die Zusammenarbeit zwischen BK & GK würde größere Diskrepanzen nicht überleben.

Das war auch schon bei Einhard nicht anders.

Es wäre naiv, die Medienwelt nicht unter den Geldscheffel zu stellen. Und die Medienfront ist in Deutschland monetär am härtesten umkämpft, sprich der Bürger der härtesten Manipulation überhaupt ausgesetzt.

Gotlandfahrer

2. Juli 2021 11:32

Zu BILD: Good Cop. So tun, als ob es eine Wahl innerhalb des Rahmens gibt und Opposition steuern um sie nicht an die echte Straße zu verlieren.  Das Corona-Pferd ist eh bald tot geritten, die meisten Leute sind ja jetzt drin im unkündbaren Impf- und Lebensgenehmigungs-Abo.  Weiterhin entscheidend ist aus meiner Sicht, was im Zentrum des Hegemon passiert, wer dort den inneren Machtkampf gewinnt, ob das dann überhaupt den erhofften Unterschied macht und wenn, mit welchen Einschränkungen der äußere Kampf mit der KPC weitergeführt wird.  Ferner, was sich daraus für die EU-Autokraten ergibt, also auch, ob der WEF im Ballbesitz bleibt und wenn, für wen er spielt.  Aus dieser Konstellation in der obersten Weltetage ergibt sich das Fressen für die korporierten Funktionsbonzen und die Medienschaffenden.  Was die wozu schreiben hat nur archivarischen Wert für den Fall, dass doch nochmal abgerechnet werden kann. Meinetwegen soll die Baerbock den Hampelmannjob bekommen, jeder soll es sehen, was wirklich mit ihm getan wird.

Sandstein

2. Juli 2021 12:12

Habe es schon mehrmals geschrieben, aber anscheinend ist das eine sehr unique Haltung: die AfD ist, egal in welcher Ausführung, längst Systempartei. Sie wirkt systemstabilisierend, und jede Wette: auch ein Höcke ist ganz zufrieden mit dem was er da in Thüringen hat. 
Hätte er Mumm würde er aufs Ganze gehen, also im Bund mitmischen. Er scheut ja aber selbst eine Kandidatur für den Bundesvorsitz.

Ist Zeitverschwendung was Sie da schreiben BK, nicht böse gemeint, jeder hat ja da seine Sicht. 
 

 

Volksdeutscher

2. Juli 2021 12:20

@Solution

Das sehen Sie vollkommen richtig. Deshalb versucht das System, das zu verhindern und mit aller erdenklichen Hetze dagegenzusteuern. Ein ungarischer Intellektueller hatte diese Problematik einst so formuliert: "Es gibt welche, die national sind, aber nicht sozial (Rechte); es gibt solche, die sozial sind, aber nicht national (Linke); und es gibt dann solche, die weder national, noch sozial sind (Liberalen)."  Und ein und demselben Volk zugehörige Menschen bekämpfen sich dann dem entsprechend wie Angehörige fremder, miteinander befeindeter Stämme. Wer profitiert wohl davon?

Erst die praktische Verbindung des nationalen Prinzips mit dem sozialen Prinzip würde/könnte den erforderlichen inneren Frieden für unser Land bringen. Es ist unwürdig und deshalb mit aller Härte zurückzuweisen, daß die Kriminalität und Probleme von irgendwelchen importierten kulturell und ethnisch Fremden bei uns die Schlagzeilen füllen, anstatt unsere eigenen Leistungen in Kunst, Wissenschaft und Technik.

RMH

2. Juli 2021 13:21

@Sandstein,

Dann konnte die AfD noch nie Ihre Partei gewesen sein, denn sie war und ist von Anfang an eine Partei, die eine alternative Ergänzung zu den bisherigen Parteien innerhalb des Verfassungsrahmens bieten wollte. Natürlich ist sie damit Systempartei. Nichtsystem- Parteien, die über eine Nische hinaus gehen, werden in diesem Land verboten und dass wäre, wenn es ein nicht von anderen Parteien besetztes BVerfG gäbe, auch vollkommen richtig und systemlogisch. Projizieren Sie einfach nicht so viel von Ihren eigenen Vorstellungen hinein, dann können sie sich den Ton der Enttäuschung auch sparen. Denn getäuscht hat in der AfD noch niemand einen Wähler.

Und bevor sie B.H. dann mit so einer wegwischenden "auch nur" Formulierung bedenken, sollten Sie einfach Mal seinen Telegram Kanal abonnieren und dann würde Ihnen bald auffallen, dass er genau an der richtigen Stelle einen guten job macht.

Sandstein

2. Juli 2021 14:19

@RMH 

Der Wähler wurde noch nicht getäuscht? Ist das Ihr Ernst? 
 

..es reicht doch die Mandate zu zählen, die parteilos in Land- oder im Bundestag sitzen.

Und abseits davon ist es reichlich naiv zu glauben in der Politik würde auch nur irgendwer irgendwas ohne Täuschung erreichen. Das ist eine einzige Negativauslese. 
Aber auch hier gilt: jeder hat da seine Sicht und Sie sind offenbar nicht bereit Ihre zu hinterfragen. 
 

Ps: wer ist BH?   

Laurenz

2. Juli 2021 14:27

@Sandstein

@RMH hat vollkommen Recht, schreibt aber halt so, wie Er ist, zu freundlich. Jede Partei, die zur Wahl antritt, begibt sich in das System, vor allem dann, wenn sie auch noch gewählt wird. Wenn Sie das nicht wollen, engagieren Sie Sich bei 1%, den Identitären oder einer sonstigen Bürgerbewegung, die sind APO.

Übrigens, wir hatten das schon oft genug am Beispiel Hitlers & der Alt68er, die Hitler, ohne daraus gelernt zu haben, kopierten, debattiert. Revolutionen, Putsche sind in Deutschland extrem unbeliebt. Hitler brauchte 10 Jahre um im Marsch durch die Instanzen an die Macht zu kommen, die Alt68er 30 Jahre. Sie vertreten also keine einzigartige Haltung, sondern gar keine, weil utopisch.

@Gotlandfahrer

Mit der neuen Eigentümer-Struktur bei BILD geht es vordergründig wohl wieder mehr um Gewinne, da den Investoren wohl die finanziellen Zuwendungen der Politik für hoffähiges Schreiben zu gering sind.

@Volksdeutscher @Solution

Wir debattieren hier das schon mehrere Jahre, auch gegen die libertären Widerstände auf der SiN. Es geht einfach nicht um Recht haben, sondern ums gewinnen. & BK hat dies professionell in ein Programm gefaßt.

Sandstein

2. Juli 2021 16:48

@ Laurenz

“Sie vertreten also keine einzigartige Haltung, sondern gar keine, weil utopisch.“ 

Selten so einen Stuss gelesen (nichtmal von Ihnen..)  
Meine Haltung? Völlig sinnlos sich den Kopf über die Ausrichtung der AfD zu zerschlagen, das kostet doch nur Zeit und Kräfte (im eigenen Lager wohlgemerkt). Was jeder tun kann ist im Kleinen für ein besseres Deutschland zu arbeiten. Familie gründen, enge Bande zu Brüdern halten und schauen dass man den Menschen die einem was bedeuten Gutes tut.

Das ist meine Haltung, und utopisch ist hier nur Ihr altkluges Geschwätz. 

RMH: mag sein dass Höcke bei Telegramm irgendwas reißt, ich bekomme da nichts von mit und das dürfte 99% der Wähler genauso gehen. 

 

Wahrheitssucher

2. Juli 2021 17:09

@ Laurenz

Ich verabscheute BILD stets aus vollem Herzen"

„Das ist & bleibt historische Heuchelei. Mit einer Auflage von über 5 Mio. war die BILD die historisch am meisten verkaufte Zeitung Deutschlands, aber keiner wollte sie gelesen haben.“

Wie kommen Sie dazu, dem_Jürgen, Heuchelei vorzuwerfen, wenn er doch nur für seine Person spricht?

Abgesehen davon, ist die Verabscheuung die einzig angemessene Reaktion auf dieses Blatt.

Niekisch

2. Juli 2021 18:13

"Erst die praktische Verbindung des nationalen Prinzips mit dem sozialen Prinzip würde/könnte den erforderlichen inneren Frieden für unser Land bringen"

@ Volksdeutscher 12:20:

Einst sogar Ernst "Teddy" Thälmann: "nationale und soziale Befreiung für Deutschland"

Aber zuerst bitte die argumentative Untermauerung dieses heute absolut aktuellen Weckrufs.

RMH

2. Juli 2021 20:08

@Sandstein,

via Telegram wird sicher nichts groß gerissen - aber der politisch Interessierte kann darüber recht gut verfolgen, was alles passiert und was gemacht wird. Und da kann man über B. Höcke sagen was man will: Er ist einer der wenigen Politiker mit Parlamentsmandat, der wirklich noch die Marathon-Distanz in der Disziplin öffentliche Auftritte, Kontakt mit der Bevölkerung etc. geht - eher den Ultra-Triathlon. Respekt, was der Mann an Terminen offenbar runter reißt. Und genau das ist in einem kleinen Bundesland wie Thüringen gut (da kann man noch Leute mit solchen Aktionen erreichen).

Ich teile wahrlich nichts alles, was Höcke so vom Stapel lässt, aber mangelndes Engagement kann man ihm wahrlich nicht vorwerfen. Da können sich manche eine Scheibe von abschneiden.

Volksdeutscher

2. Juli 2021 21:29

@Niekisch

Wenn Sie sagen, daß meine Forderung ein Weckruf und darüber hinaus auch noch ein absolut aktueller sei, dann frage ich mich - oder vielleicht besser Sie? - wozu diesen absolut aktuellen Weckruf noch untermauern? Denn ich meine: eine Säule bedarf doch keiner Untermauerung, sie selbst hat tragende, unterstützende Funktion. Oder haben Sie etwas Anderes im Sinne gehabt? Oder habe ich Sie mißverstanden?

Laurenz

2. Juli 2021 22:24

@Wahrheitssucher @L.

"BILD-Haß"

Hatte mir schon gedacht, daß sich irgendeiner beschweren wird. @Der_Juergen wird mich wohl verstanden haben, ich habe Ihn einfach 5 Mio.-fach multipliziert & Ihn gar nicht wirklich persönlich gemeint. Bedaure, daß Sie das so nicht mitbekommen hatten. Hätte mich wohl klarer ausdrücken müssen.

@Sandstein @L.

"Völlig sinnlos sich den Kopf über die Ausrichtung der AfD zu zerschlagen, das kostet doch nur Zeit und Kräfte (im eigenen Lager wohlgemerkt)."

Da Sie eben keine Wahlen gewinnen wollen, was noch nie so einfach war, wie jetzt, kann ich Ihre Position nachvollziehen. Aber es ist eben trotzdem eine dämliche Position, weil Wahlen zu gewinnen, der Sinn eines jeglichen politischen Engagements ist.

"Was jeder tun kann ist im Kleinen für ein besseres Deutschland zu arbeiten. Familie gründen, enge Bande zu Brüdern halten und schauen dass man den Menschen die einem was bedeuten Gutes tut."

Was glauben Sie, was hier alle machen?

Wunderbar, daß Sie für uns den Stein der Weisen gefunden haben....

Nordlicht

2. Juli 2021 23:36

Parteien; Parteiausschluss-Verfahren

Wie v Arnim 1993 schrieb: Die etablierten Parteien haben sich den Staat zur Beute genommen. Dieser Prozess wurde verstärkt durch die Konstruktion der Zwitstimmen, wodurch die interne Macht der Funktionäre anstieg. Die Landeslisten wurden immer wichtiger, heute sind mehr als 400 Abgeordnete nicht direkt gewählt. sondern über die Landeslisten gekommen. Nur 299 haben sich direkt um die Wähler in ihren Wahlkreisen bemühen müssen.

Die AfD sollte in ihrem Programm eine grundsätzliche Wahlrechtreform fordern, nicht nur einige ergänzende Volksbefragungen. Die Parteienherrschaft kann nur beendet werden durch a. ausschliesslich Direktmandate und b. ein Präsidalsystem.

Solution

3. Juli 2021 00:06

Wir brauchen dringend Unterstützung an der Amazon-Front. Ich bitte alle hier bei SIN Rezensionen für Antaios-Bücher zu verfassen, positive Rezensionen zu liken und auch die Bücher des Gegners negativ zu rezensieren und die kritischen Rezensionen zu liken. Amazon ist der Marktbeherrscher. Niemand verkauft mehr Bücher. Und es ist die Suchmaschine für Millionen potentielle Buchkäufer.

Es ist schön hier zu schreiben. Ich lese es mit Gewinn und beteilige mich ab und zu, doch die Front ist woanders.

Die wenigen Rezis und Likes für die aktuellen Bücher von Antaios bedürfen der Unterstützung.

Wenn man sieht, wie die beiden Baerbock-Bücher erfolgreich bei Amazon unter Beschuß liegen, der kann erkennen, was relativ wenige Leute vermögen. Also: Ran an den Feind! 

anatol broder

3. Juli 2021 01:47

@ rmh 

was hat es auf sich, björn höcke (2 mal 5 buchstaben) nicht auszuschreiben? ist das eine berufliche angewohnheit?

ich habe auch schon mehrmals gesehen, wie dieser politiker von gegnern als bernd anstatt björn bezeichnet wird. ist das eine verballhornung?

RMH

3. Juli 2021 11:26

@anatol broder,

ich beteilige mich an den Debatten hier seit Einführung von SiN. Früher wurde hier sehr elaboriert, schön und ausführlich geschrieben. Die Beiträge aller wurden aber am Ende immer länger

Seit Einführung der Zeichenbegrenzung macht sich aber ein AküFi (= Abkürzungsfimmel) breit, von dem auch ich nicht verschont geblieben bin. Und so kommt es, dass ich auch in Beiträgen, bei denen ich das Zeichenmaximum nicht ausreize, Namen abkürze und statt Entschuldigung auch mal das kurze sorry verwende. Beschränkungen verfeinern nicht immer den Stil, will aber nicht zum x-ten mal das Thema mit den 1500 Zeichen aufwärmen, zumal sich jeder daran gewöhnt hat und die Debattenwächter auch großzügig mit der Aufteilung von Beiträgen umgehen.

Das mit dem Bernd statt Björn ist eine sehr erfolgreiche Verballhornung seitens des bunten Kanals namens "heute show". Vermutlich musste sich Bernd das Brot vom Bruder im bunten Geiste Kanal Kika davon schon distanzieren - oder ist Bernd das Brot deshalb so depressiv?

Gustav Grambauer

3. Juli 2021 11:46

Sandstein

"Ps: wer ist BH?"

anatol broder

"was hat es auf sich, björn höcke (2 mal 5 buchstaben) nicht auszuschreiben? ist das eine berufliche angewohnheit?"

Ist doch lange Usus in Schnellroda, gehört doch lange zur Korporät Eidentiti. Eine markantere und weniger verwechselbare Variante wäre die mit den ersten Silben des Vor- und Zunamens: B. H. wäre dann Bjöhö, G. K. Göku, E. K. Elko, C. S. Caso, B. K. Bekai, a. b. anbro, G. G. Gugra usw. Man müßte ja niemandem sagen, daß dies bei der NDPD so gepflegt wurde, wo durchaus stilprägend Bolz als Lobo, Homann als Heiho, Hartmann als Güha usw. angesprochen wurden.

- G. G.

Franz Bettinger

3. Juli 2021 12:40

@Solution: Wollte gerade Ihrer Aufforderung zu Rezensionen von Antaios-Büchern bei Amazon folgen, bin aber (wie ich bei A erfuhr) dazu nicht berechtigt, weil man dazu in den letzten 12 Monaten für wenigstens 50€ Bücher bei A bestellt haben muss und ich das nicht habe und auch nicht tun werde. Tja.

Simplicius Teutsch

3. Juli 2021 12:59

Sie, @Sandstein, 2. Juli 2021 12:12, schreiben:

„… auch ein Höcke ist ganz zufrieden mit dem was er da in Thüringen hat. Hätte er Mumm würde er aufs Ganze gehen, also im Bund mitmischen.“

Also, wie Sie die umfassende politische und menschliche Leistung von Björn Höcke abtun, macht mich ein bisschen ratlos, weil wir hier ja in der Regel auf der gleichen (rechten) Seite stehen und über die politische Gesamtlage ziemlich gut Bescheid wissen. Über das, was möglich ist und über das, was kontraproduktiv ist. 

Ich finde die Diskussionen hier schon gut, aber ich selber möchte andere (Meinungen) nicht immer gleich kritisieren, weil es ja oft auch nur um Missverständnisse geht, und wir im Grunde einer Meinung sind. An einem richtigen Stammtisch, woran ich noch konkrete Erinnerung habe, wäre das etwas anderes. Da kann man schnell korrigieren, nicht opportunistisch gemeint, oder auch nachlegen. Andererseits sollte auch hier im Blog der Pfeffer bzw. der "Laurenz" nicht fehlen. Und pointierte Stellungnahmen sind nun mal die Würze. Die meist ausführliche Darlegung der (politischen) Verhältnisse bekommen wir ja schon oben in den Artikeln geistreich serviert.

Aber @Sandstein, Ihre abfällige Bemerkung zu Höcke, da kann ich nur antworten, gut, dass Sie keine strategische Entscheidungskompetenz über das Verhalten von Björn Höcke haben. Mit Ihren eigenen Worten, wirklich: „nicht böse gemeint.“

links ist wo der daumen rechts ist

3. Juli 2021 13:28

Diese unglaubliche Naivität und Heuchelei.

Zu dem aktuellen Mordfall in Wien.

Ich erinnere: mehr als ein Jahr nach Regierungsantritt der türkis-blauen Koalition 2017 (endlich eine „nationale Regierung“, jubelten Sellner und Konsorten) wurde ein Sozialamtsleiter in Vorarlberg von einem straffällig gewordenen Asylwerber abgeschlachtet. Von einer „nationalen Regierung“ unter einem Innenminister Kickl hätte ich mir vom ersten Tag an erwartet, gegen Asylmißbrauch strengstens vorzugehen. Aber nein, stattdessen ein Endlos-Gezeter um Polizeipferde und eine überflüssige „Sozialschmarotzer“-Debatte; in letzterem Fall schafft es dieser verschissene Drecksstaat halt einfach nicht, den bald 30jährigen Kniefall vor einer neoliberalen Agenda zu beenden und endlich wieder für sichere Jobs zu sorgen.

Und jetzt wieder in D diese Debatten um Höcke ja, Höcke nein. Leute, es geht doch nicht um diese Schiachperchten. Es geht um Deutschland und um Deutschlands Rolle in Europa. Da auf eine Fahrradltruppe (Broder über den Abwehrwillen der Schweizer in WK2) zu hoffen, ist hoffnungslos naiv.

Die AfD wurde als Professorenpartei gegründet, ist im Westen eine Art schmuddelige FDP und im Osten eine reine Protestpartei. Weitere Szenarien kann man an Aufstieg und Fall und Wiederaufstieg usw. der FPÖ seit 1986 studieren.

Solange keine charismatische, die gegnerischen Lager verbündende Figur auftaucht, sind diese Sandkastenspiele nutzlos.

Sandstein

3. Juli 2021 13:35

@ Laurenz

Sie verstehen es einfach nicht, deshalb nochmal ganz langsam und explizit: ich halte jedwedes "politische Engagement" der Rechten derzeit für sinnlos bis kontraproduktiv. Es nimmt Druck vom Kessel, suggeriert eine "einfache" Lösung an der Urne. Die wirds nicht geben.
@ Teutsch

Wieso abfällig? Habe den Herrn mehrmals persönlich erlebt, er hat einfach kein Format. Das ist meine Beurteilung.

Simplicius Teutsch

3. Juli 2021 18:52

@Sandstein,

Sie bringen die Diskussion genau an den Punkt, wo ich eigentlich – auf diesem Forum - nicht weitermachen will. Dieser Ton: „Sie verstehen es einfach nicht, deshalb nochmal ganz langsam und explizit“. (@Laurenz darf das andererseits! Solche Bemerkungen. Und ihn haben Sie ja auch direkt angesprochen.) Aber wenn Sie schon überheblich werden, dann müssen Sie Ihre Argumentation um einiges logischer machen.

Ich halte Björn Höcke für eine starke politische Figur im rechten Lager. Seine Gegner übrigens auch. Sie aber, @Sandstein, mögen Björn Höcke nicht. OK. Aber dann machen Sie doch bitte nicht einen Widerspruch aus Ihrer hier empfohlenen strategischen Logik.

Einmal halten Sie „jedwedes "politische Engagement" der Rechten derzeit für sinnlos bis kontraproduktiv.“ Und gleichzeitig kritisieren Sie das für Sie nicht ausreichende politische Engagement von Höcke, nämlich dass er „ganz zufrieden (ist) mit dem was er da in Thüringen hat. Hätte er Mumm würde er aufs Ganze gehen, also im Bund mitmischen.“

Was denn nun?

Simplicius Teutsch

3. Juli 2021 19:08

Am Ende wäre ich sogar bei Ihnen, @Sandstein,

mit dem Gedanken, dass die Linksgrünen uns unbedingt brauchen, um sich selber aufzurüsten. All den Milliarden-Etats gegen Rechts würde schlagartig der Boden entzogen werden. Wenn ich zaubern könnte, meinetwegen zusammen mit Ihnen, ja das wäre eine super Idee: Die würden vielleicht schauen, wenn wir als Gegner plötzlich weg wären! Ganz weg als Gegner. Die würden erstmal in sich zusammenklappen. – Aber wie soll das gehen?

Meinen Sie, das ist die Meuthen-Strategie? Ich war mal ein Befürworter von Meuthen (und  von Höcke! gleichzeitig) in meinem Verständnis als Liberal-Konservativer für Volk und Heimat, und in dem Sinne, dass sich Leistung lohnen muss. Aber das geht hier zu weit.

Sind Sie Anhänger von Meuthen? Eine Tarnkappen-Strategie der Rechten, des sich Unsichtbarmachens als Rechte, um auf diese Weise stärker als die AfD bisher in die Parlamente zu kommen, das wird jedenfalls nicht aufgehen.

Der_Juergen

3. Juli 2021 19:08

@Wahrheitssucher

Danke für Ihre Unterstützung, aber mit @Laurenz diskutieren zu wollen, ist Zeitverschwendung (ich habe es zugegebenermassen selber schon etliche Male versucht). Der Mann ist entweder nicht in der Lage, einen einfachen deutschen Text zu verstehen, oder falls er hierzu doch imstande ist, hält er es  für unter seiner Würde, die Wortmeldungen anderer Foristen aufmerksam zu lesen, ehe er sich dazu äussert. Von seiner flegelhaften Ausdrucksweise ganz zu schweigen. Und wer, wie besagter Blog-Rüpel, meint, Wahlen zu gewinnen, sei "der Sinn eines jeglichen politischen Engagements", hat auf diesem Forum ohnehin nichts verloren. Dass ihn die Blogherren ungehindert wüten lassen, kann ich mir nur damit erklären, dass Kubitschek und Kositza als Besitzer eines Schlosses es offenbar für standesgemäss erachten, einen Hofnarren zu halten.

Kositza: Ungehindert gewiß nicht. Fragen Sie ihn gern mal, wieviel % seiner Beiträge freigeschaltet werden.

Solution

3. Juli 2021 19:41

@ Franz Bettinger

Schade. Ich bin natürlich ein guter Kunde bei Antaios, doch ab und an auch bei Amazon wegen oft seltener, englischsprachiger Bücher sowie antiquarischer Titel.

Sandstein

3. Juli 2021 22:33

@ Teutsch

wo ist denn da jetzt der Widerspruch den Sie gesucht und vermeintlich gefunden haben? Wenn ich jetzt sag Sie sollten vielleicht nochmal lesen was ich schrieb ist das aus Ihrer Sicht sicher auch wieder überheblich, richtig? 

Höcke mag in Thüringen ein gewisses Gewicht erreicht haben, das spielt im Bund aber keine Rolle: das System ist so aufgebaut, dass nur die Angepassten nach oben kommen. Die AfD hat das begriffen in Personen von Meuthen, Pazze etc. und dann sind die Fundis eben raus (ich ja ebenso), nur zetere ich nicht sondern ziehe meine Schlüsse. 

Ist natürlich total abgehoben...wie albern! 

 

Laurenz

3. Juli 2021 22:39

@Simplicius Teutsch (@Sandstein)

Warum ist das Gedächtnis unserer jüngsten Geschichte hier so kurz?

Wir hatten bis 2017 keine echte parlamentarische Opposition im Bund & bis 2013 keine in den Ländern.

Davor herrschte in den Parlamenten exakt das, was Sie gerade mit @Sandstein debattieren, nämlich 0 echte Gegner, reine Abwink-Agonie.

Mein Vater, Bankdirektor a.D. einer (ehemaligen deutschen) Großbank war mehrere Jahre bei der Linken, um überhaupt irgendwie Opposition machen zu können, ein wahrhaft fatalistischer Schritt.

Auch wenn die AfD in den Parlamenten geschnitten wird, zumindest sind die Debatten mittlerweile unterhaltsam & die AfD brachte Phoenix eine höhere Einschaltquote. Vorher wollte doch keiner mehr die Langweiler im Reichstag sehen.

Eingedenk dessen hat sich wohl Ihre sinnentleerte Debatte mit Sandstein aufgrund der historischen Gegebenheiten erledigt.

Franz Bettinger

4. Juli 2021 07:09

@Alle Zerstörer, die meinen, es muss noch viel schlechter werden, bevor es wieder gut werden kann: Ist das Berserkerhafte Zerschlagen-Wollen unserer Welt (ja, auch von Rechts) Ausdruck der im Nachbar-Strang von Bosselmann beschworenen Demut? - Nein, es ist Hybris, Hochmut, Dummheit, und es zeugt vom Neid und niederen Instinkt der Zukurzgekommenen. Ich halte nichts von verbrannter Erde- und Nero-Befehlen. 

Dieter Rose

4. Juli 2021 10:26

Aufruf an alle AfD-Wähler: CDU wählen (mit zusammengebissenen Zähnen)

Aufruf an alle bisherigen Nichtwähler: CDU wählen - da sollte es doch zu einer Regierung ohne Grüne reichen.

Einfach mal zur Diskussion gestellt!

RMH

4. Juli 2021 10:47

@F.B.,

ich stimme ihrem letzten Kommentar zu 100% zu. Die Wahrscheinlichkeit, dass aus der Asche ein Phönix aufstehen wird, ist utopisch gering. Das es hingegen schlicht bei der Asche bleibt, die vom Wind der Geschichte in die Vergessenheit weggeblasen wird, ist heuristisch das plausibelste.

Simplicius Teutsch

4. Juli 2021 11:05

@Laurenz, @Sandstein

Ich kann zwar nicht jede pejorative Äußerung von Ihnen nachvollziehen oder gutheißen, so wie es Ihnen umgekehrt offenbar mit meinen Meinungs-Äußerungen ergeht.

Aber im Grunde beurteilen wir die Situation doch gleich. Meine ich jedenfalls: Deutschland auf der Abrutschrampe.

Die Linksgrünen sehen das aber ganz anders, viel hoffnungsvoller: Deutschland auf der Abschussrampe mit dem Ziel in den Sternen: moralischer Weltmeister und Klima-Weltmeister!

PS: „pejorativ“, ich habe sicherheitshalber für mich selber nachgegugelt: „… deutet auf die Absicht des Sprechers hin, mit einem solchen Ausdruck etwas oder jemanden bewusst schlechter (negativ) darzustellen.“ – Ja, das habe ich schon so gemeint.

Laurenz

4. Juli 2021 15:26

@Simplicius Teutsch @Sandstein & L.

Persönlich habe ich hier mit niemandem ein Problem, das ginge sogar viel weiter, als nur ein Bier oder Wein zusammen zu trinken. Aber wir sind Deutsche & sollten streiten, mir ist die heuchlerische Sprache von Salon-Sozis zuwider. Und wenn Der_Juergen, wie Sandstein persönlich werden, diskreditieren Sie Sich bloß Selbst. Meine Beleidigungen beziehen sich immer auf die fehl eingeschätzte Sachlage, welche die Herren mangels genügender/m Recherche/Nachdenken zum Besten geben. Man sollte sich an den Stärken Maiordomus' ein Beispiel nehmen, nicht an Seinen Schwächen. Da sind die (Rat-) Schläge einfach nur verdient. Linke nehmen auch keine Rücksicht, das können wir hier schon mal üben.  https://youtu.be/-OgnpDjk6Cw Wie Sie im Video sehen können, halten sich dort nur wenige Nicht-Indigene auf.

@Franz Bettinger @Alle Zerstörer & RMH

Wir Rechten sind doch fast nur Zuschauer. Das Spektakel des Untergangs passiert doch ohne unser Zutun. Nur Mitleid oder Selbstmitleid können wir uns sparen. Für den Bürger gilt, was für jegliche Erziehung von Belang ist, wer nicht hören will, muß fühlen. Hier schätzt Simplicius Teutsch auch die Grünen völlig falsch ein. In unseren negativen Volks-Eigenschaften sind die Grünen wesentlich deutscher als wir.

Laurenz

4. Juli 2021 15:30

@Dieter Rose

Was macht es für einen Unterschied, ob die Grünen in einer CDU-geführten Regierung sitzen oder nicht? Erinnern Sie Sich an Schröder/Fischer. Die Sozis & Polizistenschläger bombardierten Serbien, betrogen die Sozialversicherten, bereicherten Konzerne & ließen Primaten ins Land. Was ist da jetzt anders?

Simplicius Teutsch

4. Juli 2021 20:21

@ Laurenz, sie schreiben:

„Hier schätzt Simplicius Teutsch auch die Grünen völlig falsch ein. In unseren negativen Volks-Eigenschaften sind die Grünen wesentlich deutscher als wir.“

Halt! @Laurenz, ich glaube, da verwechseln Sie mich. Total.

Um es kurz und übertrieben zu sagen: Für mich sind die linksgrün Gepolten bzw. im Besonderen die sog. Antifa die wahren geistigen Kinder und Erben Hitlers. Fanatisch, radikal, extremistisch, idealistisch, intolerant, verbissen, kompromisslos.

Marc_Aurel

5. Juli 2021 09:22

@Dieter Rose
"Aufruf an alle AfD-Wähler: CDU wählen (mit zusammengebissenen Zähnen)"

Bevor ich mein Kreuz bei einer antideutschen Alt-Partei mache, fällt mir der Arm ab - Wahltaktik hin oder her, so etwas kommt überhaupt nicht in Frage.

Außerdem ist das was Sie vorschlagen, vielleicht genau der Grund warum die Grünen so hochgejubbelt werden: man zeigt dem Volk die Baerbock's und Habeck's damit sie CDU wählen und wie Laurenz schon schreibt: die Frage in welcher Mischung die Deutschlandabschaffer diesmal antreten, ist ohnehin nicht relevant, der Kurs bleibt in den Kernpunkten ohnehin gleich.

Laurenz

5. Juli 2021 09:45

@Simplicius Teutsch

"Die Linksgrünen sehen das aber ganz anders, viel hoffnungsvoller: Deutschland auf der Abschussrampe mit dem Ziel in den Sternen: moralischer Weltmeister und Klima-Weltmeister."

Das hatten Sie doch geschrieben, oder?

Am deutschen Wesen soll die Welt genesen & bist Du nicht willig, so brauch' ich Gewalt.

Niekisch

5. Juli 2021 19:15

"Besonderen die sog. Antifa die wahren geistigen Kinder und Erben Hitlers."

@ Simplicius Teutsch 4.7. 20:21: Wie kann das sein, wo es Antifa doch schon in den 20iger Jahren des 20. Jh. gab? Und sie kämpfte da gerade g e g e n  AH.

Laurenz

5. Juli 2021 20:02

@Simplicius Teutsch @L.

"Für mich sind die linksgrün Gepolten bzw. im Besonderen die sog. Antifa die wahren geistigen Kinder und Erben Hitlers."

Das ist historisch absolut falsch. Wenn die Grünen grün wären, träfe das in Teilbereichen zu, sind sie aber gar nicht. Sie sind nur ersatzreligiös. Viel eher träfe das auf Läden, wie PETA, WWF etc. zu, die ebenso radikal für Tierschutz eintreten, wie die Nationalsozialisten. Die Antifa gründet sich historisch auf dem Rotfrontkämpferbund, die in der Weimarer Zeit die Parteiversammlungen aller Mitbewerber mit brutaler Gewalt heimsuchten. Das passiert heute zwar in dieser allumfassenden Form nicht mehr, weil die korrupte Antifa gekauft ist, aber die Tradition der rücksichtslosen Gewalt bleibt.

Die Grünen fühlen sich gesandt, die Welt zu retten. Das meinte ich mit "deutsch". Dieses imperiale Gehabe anderen die Welt zu erklären mit einhergehender Bevormundung, das stammt eher aus dem II. Reich. Die Nationalsozialisten waren ideologisch nie Imperialisten. Die Grünen sind extrem imperialistisch. Sie töten auch dafür.

Dieter Rose

6. Juli 2021 08:16

@Marc Aurel et al.

 

Danke! Ich hatte eine Alleinregierung im Sinn, in der Hoffnung, dass die dann sich wieder auf ihre alten, sicher nicht unumstrittenen Werte besinnen.

So bleibt also, nicht zu wählen bzw. AfD, mit dem Ergebnis, dass alles mehr oder weniger beim Bisherigen bleibt - mit geringen Variationsmöglichkeiten.

Die Entscheidung werde ich wohl ohne  Argumentationshilfen von außen treffen müssen. Nicht, dass ich es mir leicht machen will. Aber auf absehbare Zeit das Land in den Untergang zu schicken, will gut überlegt sein.

 

RMH

6. Juli 2021 08:51

@antifa-Historie,

Welche Ideologie und in welcher historischen Tradition derjenige steht, der mir aktuell und ganz konkret auf die Fresse hauen will, interessiert mich nur sekundär. Primär verteidigt man sich. Das der angreifende Abschaum auch irgendwelchen ideologisch moralischen Über- oder Unterbau benötigt, um sich beim draufschlagen wohler zu fühlen, ist klar, sollte uns aber einzig und allein unter dem Aspekt interessieren, wie man den Gegner damit evtl. abwehren, schwächen und letztlich besiegen kann. Der Gegner interessiert sich für unsere feinzieselierten und elaborierten geistesgeichtlichen Traditionslinien auch 0 die Bohne.

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