Impfzwang, NS und reaktionärer Modernismus

Mein letzter Beitrag war ein zorniges Pamphlet gegen den Impfzwang und die globale Biopolitik.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Mar­tin Licht­mesz hat über die poli­ti­schen Ent­wick­lun­gen in der Cau­sa berich­tet. Ich will in die­sem Text mei­nen damals geäu­ßer­ten Appell wei­ter aus­füh­ren. Aus einer Kri­tik gegen den Impf­zwang aus neu­rech­ter Per­spek­ti­ve wird ein Gedan­ken­ex­pe­ri­ment zu einer “Alter­na­tiv­ge­schich­te” des NS.

Zuerst ist hier ein stra­te­gi­sches Argu­ment schla­gend. Die glo­ba­le Bio­po­li­tik ver­fügt über die „Lega­li­tät“ mensch­li­cher Kör­per mit­tels Impf­zwang. Dies führt zu einer der­art umfas­sen­den Kon­trol­le, daß sie oppo­si­tio­nel­le Arbeit unter­bin­den kann.

Poli­ti­scher Wider­stand gegen Bevöl­ke­rungs­aus­tausch und Erset­zungs­mi­gra­ti­on, der in der Ampel­ko­ali­ti­on nöti­ger wird denn je, lie­ße sich auf die­se Wei­se leicht unter­bin­den. Wür­den ab dem 1.2.2022 in Öster­reich und bald auch Deutsch­land bei jeder Demo Impf­päs­se kon­trol­liert und anschlie­ßend Stra­fen ver­hängt, wäre der Pro­test bald unleist­bar. Mit dem Impf­zwang gäbe man dem Geg­ner ein tota­li­tä­res Instru­ment, das er eis­kalt und hem­mungs­los für sei­ne poli­ti­schen Zie­le ver­wen­den würde.

Wer glaubt, daß sich nach einer Ein­füh­rung des Impf­zwangs mit der Zeit auch die meis­ten Rech­ten imp­fen lie­ßen, und das The­ma an Bedeu­tung ver­lie­ren wür­de, irrt sich ver­mut­lich. Ein gro­ßer Teil der Rech­ten ist legi­ti­mer­wei­se nicht bereit, sich jemals imp­fen zu las­sen. Soll­ten sich rech­te Par­tei­en, nur um wei­ter in Ruhe ihr Kern­the­ma bear­bei­ten zu kön­nen, der Bio­po­li­tik unter­wer­fen, wür­de das ihre Anhän­ger­schaft in zwei Lager zer­rei­ßen. Die FPÖ und die AfD sahen sich die­ser Span­nung bereits aus­ge­setzt und soli­da­ri­sie­ren sich nun mehr und mehr mit den Coronaprotesten.

Nach wie vor hal­te ich den Bevöl­ke­rungs­aus­tausch für das wich­tigs­te Pro­blem, da er die Bedin­gun­gen der Mög­lich­keit natio­na­ler Selbst­be­stim­mung zer­stört. Auch ein zwangs­wei­se “durch­ge­impf­tes“ Volk könn­te sich theo­re­tisch lang­fris­tig von den Fol­gen erho­len. Es gäbe immer noch eine denk­ba­re Chan­ce, die Bio­herr­schaft zu ent­mach­ten. Der Bevöl­ke­rungs­aus­tausch löscht ein Volk dage­gen irrever­si­bel aus der Geschich­te aus. Selbst­ver­ständ­lich wäre es mir lie­ber, wenn die der­zei­ti­gen Mas­sen­pro­tes­te bereits vor Jah­ren gegen den Bevöl­ke­rungs­aus­tausch statt­ge­fun­den hät­ten. Aber Poli­tik ist kein Wunsch­kon­zert. Man kann eine revo­lu­tio­nä­re Lage nicht wie in einer Dating-App „lefts­wi­pen“, bis man die pas­sen­de gefun­den hat.

Die post­de­mo­kra­ti­sche Pan­de­mie­ver­ord­nungs­po­li­tik in Ver­bin­dung mit der glo­ba­len Bio­macht der Phar­ma­kon­zer­ne nimmt uns im Extrem­fall jeg­li­chen poli­ti­schen Hand­lungs­spiel­raum in jedem poli­ti­schen The­ma. Daß wäh­rend zahl­rei­cher „Lock­downs“ die Erset­zungs­mi­gra­ti­on mun­ter wei­ter­geht und Asy­lan­ten in Öster­reich expli­zit von Impf- und Test­pflicht bei der Ein­wan­de­rung aus­ge­nom­men sind, zeigt, daß die glo­ba­len Eli­ten ihre Bevöl­ke­rungs­po­li­tik auch wäh­rend der „Coro­na-Kri­se“ nicht ändern.

Im Gegen­teil: im Wind­schat­ten der Ereig­nis­se berei­tet die Ampel­ko­ali­ti­on den fina­len Schlag gegen die homo­ge­nen Rest­be­stän­de Deutsch­lands vor. Den­noch ist die Abwen­dung des Impf­zwangs und die Ver­hin­de­rung des glo­ba­len Gesund­heits­pas­ses das Gebot der Stunde.

Die Rech­te müß­te hier mit ihren Struk­tu­ren sowie ihrer Repres­si­ons- und Orga­ni­sa­ti­ons­er­fah­rung als Kata­ly­sa­tor und Avant­gar­de die­nen. Welt­an­schau­lich läge ihre Auf­ga­be in der Theo­rie­bil­dung als Kor­rek­tiv und Aus­gleich zu uni­ver­sa­lis­ti­schen Denk­feh­lern des „dio­ny­si­schen Indi­vi­du­ums“. Genau die­ser Auf­ga­be will sich die­ser Text als Impuls zu einer iden­ti­tä­ren Kri­tik der Bio­po­li­tik und Impf­pflicht widmen.

In einer viel­be­ach­te­ten Debat­te in der “Jun­gen Frei­heit” legi­ti­mier­te Karl­heinz Weiß­mann die Impf­pflicht mit dem Argu­ment der Volks­ge­sund­heit. Dabei mal­te er eine Not­la­ge an die Wand, in der es um das schie­re Über­le­ben des Staats­vol­kes geht. Tat­säch­lich war der Impf­zwang schon in sei­nen kai­ser­zeit­li­chen Anfän­gen eher Werk­zeug zur „Opti­mie­rung“ als zur „Ret­tung“. Sys­te­ma­ti­sie­rung, Über­wa­chung, und Mobil­ma­chung der bio­po­li­ti­schen Res­sour­cen, kurz: eine natio­na­le Bevöl­ke­rungs­kon­trol­le, war die Triebfeder.

Hier ist nicht der Ort, um die zahl­rei­chen Debat­ten und Argu­men­te der kri­ti­schen Impf­for­schung aus­zu­brei­ten. Fest­zu­hal­ten ist, daß es auch bei den ver­pflich­ten­den Imp­fun­gen im 20. Jahr­hun­dert weni­ger um die Lebens­ret­tung des Volks vor dem kol­lek­ti­ven Aus­ster­ben durch apo­ka­lyp­ti­sche Seu­chen als um natio­na­le Kal­ku­la­tio­nen, finan­zi­el­le Aus­fäl­le durch Ster­be­ra­ten und den Erhalt der Wehr­fä­hig­keit ging.

Ob und wie Imp­fun­gen im ein­zel­nen Leben ret­ten, soll von beru­fe­nen Exper­ten debat­tiert wer­den. Die moder­nen Impf­kam­pa­gnen waren aber in der Regel bio­po­li­ti­sche Kam­pa­gnen zur inten­dier­ten Stei­ge­rung der Volks­ge­sund­heit und zur Kos­ten­op­ti­mie­rung des Gesund­heits­sys­tems. Das ist auch der Grund, war­um sie in der Regel von oben mit einem gewis­sen Zwang und zumin­dest mit Pro­pa­gan­daof­fen­si­ven gegen den per­sön­li­chen Wil­len ein­zel­ner umge­setzt wur­den. 

Im Zuge einer ech­ten Seu­che wie der schwar­zen Pest wäre ein Impf­zwang für ein wirk­sa­mes Vak­zin völ­lig absurd. Jeder (mich ein­ge­schlos­sen) wür­de sich dar­um rei­ßen, so dem siche­ren Tod zu ent­ge­hen, selbst wenn es Risi­ken und Neben­wir­kun­gen gäbe. Wie Karl Lau­ter­bach noch im Mai 2020 zu recht sag­te: „Eine Impf­licht macht bei SARSCov2 so wenig Sinn wie bei Grip­pe. Wenn die Imp­fung gut wirkt, wird sie auch frei­wil­lig gemacht. Dann kei­ne Impf­pflicht nötig. Wenn sie vie­le Neben­wir­kun­gen hat oder nicht so gut wirkt, ver­bie­tet sich Impf­licht. Daher nie sinnvoll.“

Kann die Teil­nah­me an einer bio­po­li­ti­schen expe­ri­men­tel­len Impf­kam­pa­gne, die im Moment fast aus­schließ­lich mit wirt­schaft­li­chen Argu­men­ten gerecht­fer­tigt wird, als „natio­na­le Pflicht“ ver­kauft wer­den? Selbst­ver­ständ­lich nicht. Selbst im Fall des Gedan­ken­ex­pe­ri­ments der Imp­fung gegen die Pest bin ich nicht über­zeugt davon, daß man die weni­gen Todes­sehn­süch­ti­gen, die auch in dem Fall eine Imp­fung ver­wei­gern wür­de, in die Nadel zwin­gen sollte.

Dür­fen wir Sek­ten­mit­glie­der dazu zwin­gen, Blut­trans­fu­sio­nen anzu­neh­men? Ich fin­de nicht. Ein staat­li­cher „Zwang zum Leben“ und die Ver­pflich­tung zu medi­zi­ni­schen Ein­grif­fen zur Lebens­er­hal­tung ist in mei­nen Augen eben­so kri­tik­wür­dig wie das „juris­ti­sche Ver­bot“ des Selbst­mor­des. Daß die­ser aus reli­giö­sen und ethi­schen Grün­den zu ver­dam­men ist, ändert dar­an nichts. Der Staat hat mei­ner Mei­nung nach in die­ser Fra­ge zu schwei­gen. Bin ich des­we­gen liber­tär? Noch lan­ge nicht!

Es ist an der Zeit, mit einem wei­te­ren Irr­tum auf­zu­räu­men. Es ist rich­tig, daß vie­le Liber­tä­re und Libe­ra­le, dar­un­ter sogar ent­täusch­te FDP-Wäh­ler, gegen den Impf­zwang sind. Das ist gut, jedoch sind sie es aus den fal­schen Grün­den. Als Neu­rech­ter leh­ne ich den libe­ra­len Frei­heits­be­griff ab. Daß des­sen Kon­se­quenz auch ein Nein zur Zwangs­imp­fung ist, bedeu­te­tet nicht, daß jeder, der gegen die Zwangs­imp­fung ist, von eben­je­nem Frei­heits­be­griff ausgeht.

Im der­zei­ti­gen Wider­stand gegen die Impf­pflicht sind mir zwar alle stra­te­gi­schen Ver­bün­de­ten will­kom­men, egal aus wel­cher ideo­lo­gi­schen oder reli­giö­sen Grund­hal­tung sie ihre Ableh­nung begrün­den, doch eine kri­ti­sche Hal­tung zur Bio­po­li­tik ist genau­so­we­nig liber­tär wie wirt­schaft­li­che Soli­da­ri­tät auto­ma­tisch kom­mu­nis­tisch ist.

Das Den­ken in Dicho­to­mien und Extre­men soll­te Kon­ser­va­ti­ven gene­rell fremd sein. Was sie anstre­ben, ist weder die tota­le Frei­heit des Indi­vi­du­ums noch sein völ­li­ges Auf­ge­hen im Kol­lek­tiv, son­dern eine gerech­te Ord­nung. In der darf die Gemein­schaft viel for­dern, aber nicht ohne Grund, Abwä­gung, Maß und Ziel.

Der Staat muß gera­de so stark sein, daß er den­je­ni­gen Auf­ga­ben nach­kom­men kann, die über die Dienst­leis­tung für den je ein­zel­nen hinausgehen.

Über die Balan­ce zwi­schen der Sphä­re des ein­zel­nen und der des Gemein­wohls muß eine stän­di­ge Debat­te geführt wer­den, die neue tech­no­lo­gi­sche Mög­lich­kei­ten und poli­ti­sche Ent­wick­lun­gen auf­nimmt. Der Impf­zwang gegen “Covid19”, der mit dem glo­ba­len Gesund­heit­spaß eine bio­po­li­ti­schen Kon­trol­le und Nor­mie­rung eines Kör­per­zu­stands bedeu­tet, gehört mei­ner Mei­nung nach nicht zu dem, was die Gemein­schaft vom ein­zel­nen for­dern darf. 

Ob man aus natio­na­ler Sicht für eine Zwangs­imp­fung zur Opti­mie­rung des Volks­kör­pers und zur Scho­nung des Volks­ver­mö­gens ein­tre­ten soll (vor­aus­ge­setzt, die Imp­fun­gen wür­den dies leis­ten) berührt dar­über hin­aus aber eine Schick­sals­fra­ge der Rech­ten im 20. Jahr­hun­dert, auf die bis heu­te kei­ne Ant­wort gefun­den ist: Es geht um das Ver­hält­nis der Rech­ten zu Macht und Tech­nik. Kon­kre­ter geht es um die Span­nung zwi­schen der tech­ni­schen Moder­ne und den vor- und anti­mo­der­nen Wer­ten, für die Rech­te eintreten.

Eine der bes­ten Defi­ni­tio­nen für die 3. poli­ti­sche Theo­rie, sprich die diver­sen „Faschis­men“ des 20. Jahr­hun­derts, lie­fer­te mei­ner Mei­nung nach Jef­frey Herf mit dem Begriff des „reac­tion­a­ry moder­nism“. Ich bin der Ansicht, daß der Begriff „reak­tio­nä­rer Moder­nis­mus“ sogar bes­ser als Über­be­griff für das poli­ti­sche Phä­no­men und sei­ne ver­schie­de­nen his­to­ri­schen Erschei­nungs­for­men geeig­net ist, als das über­stra­pa­zier­te Wort „Faschis­mus“ selbst. (Die­ses soll­te mei­ner Mei­nung nach tun­lichst auf die ita­lie­ni­sche Vari­an­te der 3. poli­ti­schen Theo­rie redu­ziert werden.)

Auf­grund der pejo­ra­ti­ven Kon­no­ta­ti­on von „reak­tio­när” ist „anti­mo­der­ner Moder­nis­mus“ wohl der bes­te Begriff, der auch den inne­ren Wider­spruch sofort sicht­bar macht.

Ich ver­ste­he dar­un­ter ein poli­ti­sches Sys­tem, das in einer Affir­ma­ti­on der tech­ni­schen Moder­ne sowie des tota­len Staats durch eine geziel­te Mobi­li­sie­rung und Per­fek­ti­on ihrer Mit­tel danach trach­tet, ein anti­mo­der­nes, vor- und gegen­auf­klä­re­ri­sches Ide­al zu bewah­ren und zu stärken.

Die­se Wesens­merk­ma­le und die Syn­the­se aus har­tem Ratio­na­lis­mus, Tech­ni­zis­mus, kal­ter Büro­kra­tie sowie (polit)religiöser Ver­klä­rung, Neu­ver­zau­be­rung und Kri­tik der libe­ra­len Auf­klä­rung, tref­fen mei­nes Wis­sens auf alle „Faschis­men“ des 20. Jahr­hun­derts zu.
Selbst der avant­gar­dis­tischs­te ita­lie­ni­sche Futu­rist beug­te sich am Ende meist vor einem archai­schen Mythos und dien­te in all sei­ner nietz­schea­nisch-nihi­lis­ti­schen Wild­heit einem unhin­ter­frag­ba­ren Ide­al, das sich jeder logi­schen Refle­xi­on und ratio­na­len Kri­tik ent­zog. Ob die­ses Ide­al der Tra­di­ti­on ent­nom­men oder dezisio­nis­tisch gesetzt wur­de, unter­schied und unter­schei­det noch heu­te reak­tio­nä­re Tra­di­tio­na­lis­ten von nietz­schea­ni­schen Archäofuturisten.

Die­se Fusi­on von anti­mo­der­nem Ide­al und moder­ner Tech­nik war jedoch – das ist ein Gedan­ke, an wel­chem ich in stil­le­ren Stun­den arbei­te – nur wäh­rend einer bestimm­ten zeit­lich begrenz­ten Ent­wick­lungs­pha­se der Tech­nik mög­lich. Ich nen­ne sie den „Rake­ten­na­tio­na­lis­mus“. Die­ser zeich­net sich durch die Mög­lich­keit aus, die Tech­nik als blo­ßes, neu­tra­les Werk­zeug eines Volks­sub­jekts zur Stei­ge­rung von des­sen Lebens­kraft und Siche­rung von des­sen Bestand zu ver­ste­hen. Das ist nur in einer vor­di­gi­ta­len, im Ver­gleich zu heu­te gro­ben Form der Tech­nik denkbar.

Heu­te kann man sich kaum noch der Illu­si­on hin­ge­ben, daß die Tech­no­lo­gie ein scharf umgrenz­tes, von einem sta­ti­schen, unbe­ein­fluß­ten Sub­jekt geführ­tes Werk­zeug ist.

Die Tech­nik schlägt auf ihren Anwen­der zurück und ver­schmilzt mit ihm. In ihrem Wesen ist sie kein Werk­zeug, son­dern das Poten­ti­al zur stän­di­gen Erhö­hung aller Poten­tia­le. Sie ist die Stei­ge­rung der Macht und ermög­licht von Kom­mu­ni­ka­ti­on über Trans­port, Bewe­gung, Ima­gi­na­ti­on, Lebens­stei­ge­rung und Lebens­ver­nich­tung ein nie dage­we­se­nes, sich stän­dig selbst über­bie­ten­des Poten­ti­al. Macht als Fähig­keit, den eige­nen Wil­len umzu­set­zen, ver­weist auch auf den ein­zi­gen Punkt, der von der Tech­nik nicht ver­flüs­sigt und will­kür­lich ver­form­bar gemacht wer­den kann: den rei­nen Wil­len selbst, ver­tre­ten von einem kal­ku­lie­ren­den, abs­trak­ten Subjekt.

Die­ses Wil­lens­sub­jekt ist aber grund­ver­schie­den vom Volk und vom Men­schen als Geschöpf Got­tes und allen ande­ren Daseins­auf­fas­sun­gen, die im Zen­trum von rech­ten Bewe­gun­gen stehen.

Der „Rake­ten­na­tio­na­lis­mus“ sah die­sen Wider­spruch noch nicht. Im NS kann man die Ver­bin­dung und laten­ten Bruch­li­ni­en zwi­schen einem tech­no­kra­tisch-moder­nis­ti­schen und einem roman­tisch-völ­ki­schen Flü­gel klar nach­zeich­nen. Mar­tin Licht­mesz hat die­sen Kon­flikt in sei­nem Buch zum „Eth­nop­lu­ra­lis­mus“ auf der Ebe­ne der „Ras­sen­for­schung“ nachgezeichnet.

Der Phä­no­me­no­lo­ge Clauß stand dem reduk­tio­nis­ti­sche­ren „Ras­se-Gün­ther” gegen­über, der teils die fast pla­to­ni­sche Idee eines kul­tur­schaf­fen­den Ide­al­typs ver­trat. Clauß’ phä­no­me­no­lo­gi­sche Sicht des Vol­kes, des­sen Wesen in sei­ner ein­zig­ar­ti­gen Zusam­men­set­zung liegt, eig­ne­te sich eben­so wenig zur tech­ni­schen und juris­ti­schen Kate­go­ri­sie­rung wie zur Mobi­li­sie­rung des kol­lek­ti­ven Volkssubjekts.

Die mythi­schen und anti­mo­der­nen Wer­te des NS ran­gier­ten von Ario­so­phie, Erlö­sungs­an­ti­se­mi­tis­mus und einer dem Juden­tum ent­lehn­ten „Reli­gi­on des Blu­tes“ über völ­ki­sche Mythen, christ­li­che Reichs­ge­dan­ken bis hin zum „ein­fa­chen Natio­na­lis­mus“. Sie alle stan­den aber im unbe­wuß­ten Wider­spruch zu den Poten­tia­len der Tech­nik, des „Tigers“, den sie rei­ten wollten.

Spä­tes­tens mit dem Auf­kom­men der moder­nen Bio­tech­no­lo­gie wäre das Bünd­nis zwi­schen mythi­schen anti­mo­der­nen Wer­ten und der begeis­ter­ten Affir­ma­ti­on und Per­fek­ti­on der moder­nen Tech­no­lo­gie zerbrochen.

Mein Gedan­ken­ex­pe­ri­ment, zu dem ich alle Leser ein­la­de, führt uns in einen NS-Staat, der mit den Mög­lich­kei­ten der moder­nen Gen­tech­nik kon­fron­tiert ist. Zie­hen wir alle heu­te bestehen­den Vor­schrif­ten und Rück­hal­te ab und neh­men an, daß vie­les, was jetzt noch in den Kin­der­schu­hen steckt, mach­bar wäre.

Was täte man in einem Zucht- und Ras­se­staat, sobald Metho­den wie z.B. CRISPR ein immer genaue­res Design von Embryo­nen ermög­li­chen? Per­fek­tio­niert man die­se Tech­ni­ken, um das eige­ne Ras­seide­al im Reagenz­gals zu züch­ten? Nutzt man das bestehen­de „durch­misch­te“ Volk nur mehr als bio­lo­gi­sches Ersatzteillager?

Wür­de es damit nicht zu einer blo­ßen Lar­ve für die Erzeu­gung eines neu­en gene­ti­schen Zucht­pro­dukts? Wenn das Ide­al nicht der Erhalt eines spe­zi­fi­schen volk­haf­ten Daseins in sei­ner Unver­füg­bar­keit, son­dern die Umset­zung eines „rei­nen“ sin­gu­lä­ren Ras­seide­als ist, kämen die­se Tech­no­lo­gien wie geru­fen. Gerecht­fer­tigt wür­de die­ser Schritt, wie auch die Per­fek­ti­on der Rake­ten­tech­nik, mit dem dar­wi­nis­ti­schen Über­le­bens­kampf und dem Wett­rüs­ten gegen den Feind.

Allein, das, was man damit erzeu­gen wür­de, hät­te mit einem his­to­risch gewach­se­nen deut­schen Volk wenig bis gar nichts mehr zu tun. Mit der Ent­wick­lung von Quan­ten­com­pu­tern und KI müß­te die post­völ­ki­sche Gen-Nati­on auch zu Andro­iden und Cyborgs wer­den, um die­se neue Macht­wel­le zu rei­ten. Am Ende wäre das deut­sche Volk in die­sem extre­men Gedan­ken­ex­pe­ri­ment gemäß der „boot­strap theo­ry“ ein­fach nur der Ent­ste­hungs­ort der tech­no­lo­gi­schen Sin­gu­la­ri­tät. Deren Wirk­macht wür­de ihre „Trä­ger­na­ti­on“ eine zeit­lang an die Spit­ze der Welt set­zen. Der Preis wäre jedoch ihre Iden­ti­tät und ihr Wesen.

Die Bio­tech­nik, die mit dem Vor­wand, das Volk zu stär­ken und zu opti­mie­ren, imple­men­tiert wur­de, wäre in die­sem Gedan­ken­spiel zur Zer­stö­re­rin des Vol­kes gewor­den. Als Bio­mas­se wür­de das Volk zuerst dena­tu­riert und dann, unter Aus­schei­dung alles Uner­wünsch­ten, in eine neue Form gegos­sen wer­den. Auch das Ein­mi­schen frem­der, „nicht­deut­scher“ Gen­strän­ge zur „Opti­mie­rung“ die­ses Kunst­vol­kes wäre nötig, wenn es Pro­duk­ti­osnvor­tei­le brächte.

Was dabei her­aus­kä­me, wäre ein geboos­ter­tes, mobil­ge­mach­tes Volks­sub­jekt, das sich, bar jeder ech­ten Iden­ti­tät, nur noch in der nack­ten Aus­übung der Macht sei­ner Exis­tenz ver­ge­wis­sern könn­te. Der neue bio­tech­ni­sche Adel wür­de gene­tisch wenig Gemein­sam­keit mit dem obso­le­ten „Alt­volk“ ver­spü­ren. Sogar eine Art geis­ti­ger Bür­ger­krieg zwi­schen einer völ­ki­schen, wis­sen­schafts- und tech­nik­kri­ti­schen und einer bio­tech­nisch-futu­ris­ti­schen Gene­ti­keli­te kann die Phan­ta­sie sich ausmalen.

Die­ser Pro­zeß ist kei­ne Aus­le­se und Eli­ten­bil­dung mehr, son­dern die Selbst­un­ter­wer­fung und Selbst­ent­wer­fung eines Trä­ger­sub­jekts der tech­ni­schen Moder­ne unter ihren Opti­mie­rungs­zwang. Die­se Ent­wick­lung ist undenk­bar ohne den qua­li­ta­ti­ven tech­ni­schen Sprung, der alles Sei­en­de „ver­flüs­sigt“ und mani­pu­lier­bar macht.

Die tech­ni­sche Beein­fluß­bar­keit des Volks­kör­pers und des eige­nen Kör­pers löst die Rake­ten­tech­nik ab. Spä­tes­tens damit ist sie aber kein Werk­zeug mehr, das man klar vom Sub­jekt tren­nen kann. Die Tech­no­sphä­re ist so kom­plex und wirkt sich so per­for­ma­tiv auf unse­ren Cha­rak­ter und unse­re Welt­erfah­rung aus, daß man kaum noch ein distan­zier­tes Ver­hält­nis zu ihr gewin­nen kann. Nicht umsonst beschrei­ben wir unse­re Kör­per­funk­tio­nen (“Akkus auf­la­den“, „Impf­schutz updaten“, etc.) immer häu­fi­ger in der Spra­che der kon­tem­po­rä­ren Technik.

Das Ide­al, das im anti­mo­der­nen Moder­nis­mus hei­lig und unan­tast­bar sein soll, und um wel­ches die moder­nen Mög­lich­kei­ten wie eine schüt­zen­de Rüs­tung gelegt wer­den, erstickt schließ­lich in die­sem Pan­zer. Der kon­kre­te geschicht­li­che Mythos wird – vom japa­ni­schen Ten­no über das neue Rom Mus­so­li­nis bis zum 3. Reich Hit­lers – nach­dem man ihn für agi­ta­to­ri­sche Zwe­cke bana­li­sier­te, durch den abs­trak­ten, rei­nen Wil­len zur Macht ersetzt.

Das Volk ent­puppt sich damit als blo­ßer Platz­hal­ter und Kol­lek­tiv­sub­jekt des Wil­lens zur Macht. Wel­ches Volk zum Wil­lens­sub­jekt wird, und den „Wett­lauf“ der Bio­tech­no­lo­gie und Digi­ta­li­sie­rung gewinnt, und sich damit einer uni­ver­sa­lis­ti­schen Meta­phy­sik des Macht­wil­lens unter­wirft, ist aus iden­ti­tä­rer Sicht aber kaum mehr rele­vant. Zu Ende gedacht bedeu­tet der Sieg in die­sem Wett­lauf näm­lich den Ver­lust des eige­nen Wesens.

Selbst­ver­ständ­lich füh­re ich hier eine Idee ad absur­dum und male ein grel­les, über­zeich­ne­tes Bild. Wie alles gekom­men wäre, weiß kei­ner. Doch kon­fron­tiert mit der neu­en Bio­tech­no­lo­gie, hät­te man wohl bald irgend­wann vor ähn­li­chen theo­re­ti­schen Debat­ten gestan­den. Wie hät­te man bei­spiels­wei­se auf den erwart­ba­ren Wunsch vie­ler Eltern reagiert, ihre Kin­der durch Genom-Edi­t­ing „ari­scher“ aus­se­hen zu lassen?

Die Fusi­on zwi­schen völ­kisch-mythi­schen und tech­no­kra­ti­schen Ele­men­ten, die sich vor allem dank imma­nen­ter Bedro­hung von außen voll­zog, fin­det sich in jedem anti­mo­der­nen Moder­nis­mus. Ich ver­mu­te, daß sie mit dem unwei­ger­li­chen Ein­tritt in eine neue Ent­wick­lungs­stu­fe der Tech­nik zer­bro­chen wäre. Die poli­ti­sche Nie­der­la­ge der anti­mo­der­nen Moder­nis­men hin­der­te sie dar­an, die­se Pha­se zu errei­chen und erspar­te ihnen die­se Belas­tungs­pro­be. Unse­re Auf­ga­be bei der Bil­dung einer neu­rech­ten Theo­rie lau­tet aber, die 3. poli­ti­sche Theo­rie und ihre „nietz­schea­ni­sche“ Grund­la­ge bis ins Extrem zuen­de zu den­ken. Viel­leicht zeigt sich die­ser hypo­the­ti­sche Bruch schon heu­te in der rech­ten Debat­te um den Impfzwang?

Ich selbst hal­te es für einen fol­gen­schwe­ren Irr­tum zu glau­ben, man kön­ne die Tech­no­kra­tie, den Fort­schritt, das Kapi­tal und die Moder­ne schlicht „natio­nal bän­di­gen“ und instru­men­tell beherr­schen, indem man sie zum Instru­ment des Volks­sub­jekts macht. Die­se Hal­tung löst die Pro­ble­me des neu­zeit­li­chen Sub­jek­ti­vis­mus und sei­ne nihi­lis­ti­sche Schlag­sei­te nicht, son­dern hebt sie ledig­lich von der indi­vi­du­el­len auf die natio­na­le Ebe­ne, wo sich das struk­tu­rel­le Dilem­ma reproduziert.

Die Natio­nen und Völ­ker ste­hen sich dann als Gla­dia­to­ren und unver­mit­tel­te, ja solip­sis­ti­sche Enti­tä­ten in einem bru­ta­len Ver­nich­tungs­krieg gegen­über, den kon­se­quen­ter­wei­se nur einer über­le­ben kann. Ihr Ver­hält­nis zuein­an­der gleicht dem der Indi­vi­du­en im Libe­ra­lis­mus. Aus die­ser exter­mi­na­to­ri­schen Span­nung ent­steht die lebens­not­wen­di­ge, stän­di­ge Stei­ge­rung der tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten bis hin zur Aus­lö­schung des mensch­li­chen Daseins durch die „unsicht­ba­re“ Explo­si­on der Biotechnologie.

Nur ein ganz­heit­li­ches, und ich muß sagen: an Hei­deg­ger geschul­tes phä­no­me­no­lo­gi­sches Den­ken, kann natio­na­le Iden­ti­tät anders fas­sen und auch der über­na­tio­na­len, indi­vi­du­el­len Ebe­ne gerecht wer­den. Kei­ne Inter­na­tio­na­le als Kol­lek­tiv von Natio­nal­sub­jek­ten, son­dern viel­mehr ein „eth­nop­lu­ra­lis­ti­sches Geviert“, womög­lich ein von uni­ver­sa­lis­ti­schen Irr­tü­mern gerei­nig­tes Kon­zept der Öku­me­ne und des Tianxia, wäre anzustreben.

Bleibt die­ses Den­ken aus, so wird die rech­te Leer­stel­le, die der wider­sprüch­li­che, ver­al­te­te nietz­schea­ni­sche Rak­ten­na­tio­na­lis­mus, näm­lich von uni­ver­sa­lis­ti­schen, tech­no­kra­ti­schen Ideo­lo­gen gefüllt. Ihr Nar­ra­tiv von der „apo­ka­lyp­ti­schen Gefahr,“ die moder­ne, tech­no­lo­gi­sche Macht­mit­tel im ago­na­len, natio­na­len und kapi­ta­lis­ti­schen Wett­streit um Res­sour­cen und Absatz­märk­te ent­fal­tet, steht so kon­kur­renz­los da und gewinnt täg­lich an Fahrt. Die Ver­fe­mung und Ver­fol­gung aller anti­mo­der­nen Ideen und Wer­te tilg­te alles „Reak­tio­nä­re“ und ließ den puren Moder­nis­mus zurück. Die Bio­macht, die uns unter­wer­fen will, ist jeder natio­na­len Folk­lo­re und jeder mythisch-reli­giö­sen Recht­fer­ti­gung ent­le­digt. Sie nötigt uns zum Wider­stand und zum Nachdenken.

Der Grund­ge­dan­ke des Gre­at Reset, der vor­gibt, die „Mensch­heit“ durch eine glo­ba­le Tech­no­kra­tie von der Selbst­zer­stö­rung durch die Tech­nik zu ret­ten, wird heu­te nur auf drei Ebe­nen zahn­los kritisiert:

1. Einer­seits gibt es eine legi­ti­me, kon­kre­te Kri­tik der Kri­sen­haf­tig­keit, die den Haupt­strom der Kli­ma- und Coro­na­kri­tik aus­macht. Damit ver­bun­den ist aber meist eine apo­dik­ti­sche Leug­nung der poten­ti­el­len Zer­stö­rungs­ge­walt moder­ner Bio‑, Infor­ma­ti­ons- und Waf­fen­tech­nik, wes­we­gen hier kei­ne visio­nä­re Kraft entsteht.

2. Die Kri­tik der Tech­no­kra­tie, wie sie von eini­gen Rechts­li­ber­tä­ren kommt, folgt dem urli­be­ra­len Aber­glau­ben, wonach die Men­schen frei von staat­li­cher Herr­schaft, dank des inhä­ren­ten Sys­tems der Markt­wirt­schaft zu einem fried­fer­ti­gen, mutu­al för­der­li­chem Zusam­men­le­ben nei­gen. Die­se Ansicht ist der­art jen­sei­tig, daß ich mir hier ihre Wider­le­gung schenke.

3. Dem drit­ten kri­ti­sche Ansatz, der eigent­lich aus dem rech­ten Lager kom­men soll­te, man­gelt es an Kon­zept und Begrif­fen. Er oszil­liert zwi­schen undurch­dach­ten archäo­fu­tu­ris­ti­schen Visio­nen, reak­tio­nä­ren Sehn­süch­ten, bour­geoi­sen Selbst­hil­feideo­lo­gien und zyni­scher Resi­gna­ti­on. Die Gefahr, in rechts­li­ber­tä­rem Antieta­tis­mus oder popu­lis­ti­scher Kri­sen­leug­nung auf­zu­ge­hen, ist gegeben.

Die Fra­ge, wie sich das mensch­li­che Dasein zur Tech­nik ver­hal­ten kann, ist ver­mut­lich die ent­schei­den­de poli­ti­sche Fra­ge des 21. Jahr­hun­derts und ihr neu­es poli­ti­sches Zen­tral­ge­biet. Kli­ma, Virus und Bevöl­ke­rungs­kon­trol­le sind die uni­ver­sa­lis­ti­schen Vor­schlä­ge der links­li­be­ra­len Auf­klä­rung. Nur ein tie­fes rech­tes Den­ken, das im eige­nen Sprach­raum wur­zelt, hat die Chan­ce, die­se Fra­ge über­haupt rich­tig zu stel­len. Der Impf­zwang ist hier ein bru­ta­ler und not­wen­di­ger Druck, um sich die Fra­ge nach der Tech­nik zu stellen.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Verein für Staatspolitik e.V.
DE86 5185 0079 0027 1669 62
HELADEF1FRI

Kommentare (74)

Franz Bettinger

3. Januar 2022 08:44

Uns Rechten ist nicht viel gelungen, aber eins: den Faschismus-Bergriff erfolgreich auch gegen Links verwenden zu dürfen; und neuerdings gegen die Regierungs-Clique, die Unrechts-Regime, und dahinter: den globalistischen tiefen Staat. So theorieschwach und philosophisch unbrauchbar der Faschismus-Begriff auch ist (da hat Martin Sellner recht), als Keule gegen die da Oben und die da Unten (den linken Büttel) dient er vorzüglich; gerade weil er in der Vergangenheit missbraucht und dumpf und undifferenziert in die Köpfe gehämmert wurde. Deshalb! Es ist ganz einfach: Die da Oben und die da links wollen den totalen Staat. Wir, die Rechten, nicht. 

Monika

3. Januar 2022 10:05

„Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintelletuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren.“

Das ist keine intellektuelle Arbeit, sondern eine Zumutung. Tut mir leid.

 

Achterndiek

3. Januar 2022 10:10

@ Franz Bettinger

 

Ein Faschist ist jemand, der schon vor zwölf Uhr aufsteht, sich duscht, die Haare kämmt, etwas Ordentliches anzieht und dann einer geregelten Tätigkeit nachgeht. Sollte eigentlich spätestens seit den 1980er Jahren zum Allgemeinwissen gehören.

Laurenz

3. Januar 2022 10:23

@MS

Historisch möchte ich Ihnen zu bedenken geben, daß die damaligen Nationalsozialisten, im Gegensatz zu den heutigen chinesischen Nationalsozialisten, zwar gleichermaßen eine wissenschaftliche Aufbruchsstimmung erzeugten, noch stärker als die der deutschen II. Reichsgründung, aber nur bei den maßgeblichen Persönlichkeiten auf individuelles Unverständnis stieß. Auch der schnelle Machtgewinn, innerhalb von 10 Jahren, trübte wohl den Blick für die Relevanz der Technik, so wie heute im Bundeskabinett auch. Raketen- oder Jetantrieb, Radar-, also Funkmeßtechnik, wie die nukleare Kernspaltung wurden vordergründig durch mangelnde Kenntnis unterschätzt. Man förderte sogar die unkontrollierte Verspieltheit deutscher Ingenieure, in China werden diese Fliehkräfte menschlicher Kreativität durch Ingenieure in Politbüro kanalisiert. Im Bezug auf Ihren Artikel, MS, muß man konstatieren, daß, wenn es stimmt, was Sie schreiben, die Nationalsozialisten das Gegenteil dessen auslösten, was sie selbst als politisches Ziel ansahen. Wenn man sich die wohl beste Rede Hitlers, 02/38, im Reichstag anhört, widerspricht er Ihnen übrigens deutlich, zumindest insofern, wie ich Ihren Artikel überhaupt verstehen kann.

FranzJosef

3. Januar 2022 10:46

Sorry Herr Sellner! Ich verstehe ihr Kauderwelsch ganz einfach nicht. Das ist Habermas für Rechte.

Niekisch

3. Januar 2022 10:54

Als kleines Anfangsnarrativ zum Vermeiden eines riesigen Wolkenkuckucksheims: "Amal kommt um 3.14 Uhr auf die Welt" schreibt die Recklinghäuser Zeitung heute als Überschrift zur ersten Geburt des neuen Jahres in der Stadt. Das Baby heißt Amal Mohamad Kaawar, seine Mutter Judith - Franziska, der libanesische Vater ist Mohamad Kaawar. Den zweiten Vornamen "Mohamad" hat das kleine Mädchen von ihrem Vater erhalten: "In der arabischen Kultur ist es üblich, daß das Kimnd, egal ob Junge oder Mädchen, den Vornamen des Vaters als zweiten Vornamen erhält," berichtet der Vater stolz. 

Dies nur, damit wir immer hart an der Lage entlang diskutieren. Die Lage ist und wird verstärkt sein ein Inseldasein von Restdeutschen, denen eine zentrale Instanz für Biopolitik wahrscheinlich bereits fehlen wird. Jedenfalls hat Martin Sellner dankenswerterweise den Kern unserer weiteren Existenz angeknackt und wir sollten das angemessen würdigen.

Mitleser2

3. Januar 2022 10:54

Der Artikel reduziert die Kritik am moderner Technik zu sehr auf Biotechnologie und Waffen. Die Erde beherbergt zur Zeit ca. 8 Mrd Menschen, mit zunehmender Verstädterung. Ohne "Technik" und industrielle Produktion auch von Lebensmitteln sind die niemals überlebensfähig. Möchte Sellner auch zu den 500 Mio von Bill Gates kommen? Das Problem ist doch nicht die Erste Welt, sondern die mit Tabus belegte weiterhin massive Bevölkerungszunahme in Afrika und Vorderasien/Asien (ganz Afghanistan ist ohne permanente Hilfslieferungen mit seinen 40 Mio Einwohnern nicht überlebensfähig).

RMH

3. Januar 2022 11:05

"Das ist gut, jedoch sind sie es aus den falschen Gründen."

Das hat schon was von Volksfront von Judäa vers. jüdäische Volksfront vers. populäre Front ... (Life of Brian).

"Der Staat muß gerade so stark sein, daß er denjenigen Aufgaben nachkommen kann, die über die Dienstleistung für den je einzelnen hinausgehen."

Das könnte auch ein Ordoliberaler schreiben.

Die Nationen und Völker stehen sich dann als Gladiatoren und unvermittelte, ja solipsistische Entitäten in einem brutalen Vernichtungskrieg gegenüber, den konsequenterweise nur einer überleben kann. Ihr Verhältnis zueinander gleicht dem der Individuen im Liberalismus."

Da darf man gerne A. Hitler dahinter schreiben.

„antimoderner Modernismus“

Hätte man, bevor es zum inflationären Kampfbegriff wurde, früher wohl als Schwurbelei bezeichnet.

Gleich folgt noch ein weiterer Aspekt.

RMH

3. Januar 2022 11:20

Das Thema "Impfpflicht" ist ein dem Sorelschen Mythos vom "Generalstreik" (vgl. "Réflexions sur la violence" von G. Sorel, 1908) Vergleichbares und das erste, massenmobilisierende Thema seit Jahren (wenn auch in Deutschland nur sehr wenige, ggf. eine 1 stellige Prozentzahl der Bevölkerung auf die Straße geht).

Das interessante an dem Phänomen ist, warum eigentlich nur die deutschsprachigen Länder Österreich und Deutschland auf die generelle Impfpflicht setzen und andere Länder, die ja auch Teil eines  global gedachten "Great Reset" sind, dies nicht tun und vor allem maßgebliche Länder in der EU besonders scharf in Sachen Corona vorgehen (Frankreich und Italien haben wohl bereits faktische Impfpflicht) und andere Länder der westlichen Hemisphäre andere Politiken verfolgen können und dürfen (Schweden, einzelne US-Bundesstaaten etc.).

Die gesamte gentechnische und biowaffentechnische Entwicklung fand und findet auch OHNE Corona ohne wesentliche Einschränkungen statt. In Asien wird man sicher bald Kinder gentechnisch designed bestellen können.

Kurzum: Die vielen Indizien und Puzzleteile passen nicht zu einem Gesamtbild zusammen. Dem einfachen, nicht impfgeneigten Bürger bleiben nur wenige Gegenmaßnahmen: Kirchenaustritt, "Bummelstreik", Teilnahme an Spaziergängen, im Extremfall Auswandern. Wäre noch etwas zu nennen?

Maiordomus

3. Januar 2022 11:27

Die Impffrage an sich ist medizinhistorisch und aktuell weder "rechts" noch "links", was hingegen in der Tat nicht für den Impfzwang gilt, der tatsächlich in Richtung Orwellscher Körperkontrolle geht. A propos Rechtsintellektueller: Zum Beispiel geht ein Marc Jongen in jene Richtung. Die mit abgeschlossenem Studium, worunter es im Debattenstrang nicht wenige gibt, kann man in der Regel sogar als rechte Akademiker bezeichnen. 

Hugo

3. Januar 2022 11:52

Sellner überschätzt meiner Meinung nach die Vernunft des Menschen. Selbst bei einer Pest 2.0 gäbe es Impfgegner und wenn die sich nicht impfen liessen, würde das ihre Mitmenschen in Mitleidenschaft ziehen. Hier bin ich etwas gespalten: Ich halte die Impfung zwar für sinnvoll und folge Weißmann's Argument der Volksgesundheit. Es stimmt auch, dass weite Teile der Impfgegner Hippies, Esoteriker, Alt 68er und veritable Spinner sind die sich auf Grundrechte und Freiheit, d.h. den Liberalismus berufen und dem Staat Faschismus vorwerfen, also ebenjene Keule schwingen, die sonst immer gegen Rechts geschwungen wird.

Andererseits beobachte ich mit Freude wie coronabedingt alternative Medien aus dem Boden spriessen und das Vertrauen in Staat und Mainstream-Medien die ja sonst an der Umvolkung arbeiten schwindet. 

Sellner hat aber Recht, dass der Zuchtwahn in diesem Gedankenexperiment - das so abwegig ja gar nicht ist - einen in Teufels Küche bringt, und am Ende nur zu einem nihilistischen, machiavellistischen Machtprojekt der Züchter verkommt, dass nichts mehr mit dem organisch gewachsenen Volk zu tun hat.

Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen, dass dieser Zucht- und Perkeftionswahn nichts anderes ist als menschliche Hybris. Wenn der Mensch meint Gott (oder was auch immer die Gesetze der Evolution verursacht) spielen zu können endet das nie gut. Dass man der Moderne irgendwie Herr werden und sie für nationale Interessen einsetzten kann halte ich auch für unrealistisch.

Ein gebuertiger Hesse

3. Januar 2022 12:30

Der Faschismus-Begriff sollte bei diesem Thema besser außen vor bleiben, jedenfalls als Anschuldigung gegen irgendwen (und sei es die verfluchte gleichschalterische Impf-Mafia nebst Konsorten). Andernfalls plappert man nur eine ausgeleierte Feindvokabel nach, was schon der eigene Stolz verbieten sollte. Und überhaupt: Vom Faschismus zu reden/schreiben trägt heute überhaupt nur etwas aus, wenn man gerade auch von den HOFFNUNGEN spricht, die diesen leidenschaftlich-verzweifelten GEGENENTWURF zu fast allem, was spätestens seit 1945 in West wie Ost die traurige Regel ist (lebenspraktisch, ökologisch, ökonomisch, kulturell), antrieben und wohl überhaupt erst auf den Weg brachten. Zu dem Thema Wesentliches bei Mohler wie auch bei Fritze.

Allnichts

3. Januar 2022 13:38

1/3

Bevor ich näher darauf eingehe, will ich einen - nicht sonderlich originellen - Schluss vorwegnehmen: Sollte sich nicht eine derart einschneidende Katastrophe ereignen, dass jegliche Zivilisation zerstört, jedes relevante Wissen vernichtet oder unnutzbar wird, wird die Welt der Zukunft eine der Science-Fiction sein, keine des Märchenwaldes. Wer dort Möglichkeiten zur Machtausübung haben will, muss sich darauf einstellen und gewissermassen auch daran anpassen. Tut er dies nicht, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit von denen beherrscht werden, die es tun. Ein Leben als Amisch oder Siedler mag erfüllend, vielleicht auch viel eher rechts, identitär, national, völkisch sein als das, was wir hier tun, aber die Welt wird trotzdem von anderen und anderem beherrscht und gestaltet.

Es scheint so zu sein, dass mit dem technologischen Fortschritt die üblicherweise von Konservativen, Rechten und anderen Traditionsbewussten vertretenen Ideen und Prinzipien verblassen oder sogar vergehen. Dies beschränkt sich mittlerweile nicht auf bestimmte Werte oder bspw. Ordnungsvorstellungen, sondern es geht an den biologischen Kern des menschlichen Wesens an sich, und zwar absehbarerweise so weit, dass es nicht bei einer nur selektiven Manipulation desselben bleibt, sondern zu einer umfassenden, permanenten Umgestaltungsmöglichkeit kommt. Die Menschen der Zukunft werden potentiell alles sein können. Und selbst dieses überhaupt in Kategorien der Biologie verhaftete Denken könnte in der Form recht schnell veraltet sein.

Allnichts

3. Januar 2022 13:42

2/3

Von "rechts" betrachtet muss all das eigentlich abgelehnt werden, allerdings 1. verhindert diese Ablehnung wie gesagt nichts, führt aber zu einer schlechteren Positionierung, sowie 2. müssen die Fragen gestellt werden, ob man selbst nicht genauso Teil dieser Entwicklung ist und was eigentlich ein normaler oder wenigstens akzeptabler Zustand wäre und warum der und ein anderer nicht. Im Text wird zwar die Unterscheidung gemacht zwischen einer Technik als Werkzeug im Aussen und einer Technik als etwas mit dem eigenen Körper Verschmolzenen, als Teil des Selbst, als Selbst, doch ist diese Wahrnehmung eine sehr heutige, die Menschen in der Zukunft so möglicherweise gar nicht mehr haben können. Die Menschen der Vergangenheit würden sich vermutlich auch ihren Teil denken, wenn sie uns beim andauernden Anstarren von Bildschirmen und dem hintertückischen Simulieren von Mondflügen beobachten könnten. Normen und Standards verändern sich und werden irgendwann auch nicht mehr hinterfragt. Wer will denn wirklich weit zurück und wieviele derjenigen, die das wollen, bleiben dann doch und nutzen ausgiebig, was die heutige Welt bietet?

Für diese Problematik Lösungsansätze zu finden, halte ich für extrem schwierig, denn wie schon im Text angedeutet hat das daraus Entwickelte mit dem Ursprünglichen irgendwann nicht mehr allzu viel zu tun. Was ich mir vorstellen kann, ist die sinnerhaltende Übersetzung und Weiterentwicklung der alten Ideen und Begriffe in eine neue Zeit.

Ein Fremder aus Elea

3. Januar 2022 13:59

"Der Staat muß gerade so stark sein, daß er denjenigen Aufgaben nachkommen kann, die über die Dienstleistung für den je einzelnen hinausgehen.

Über die Balance zwischen der Sphäre des einzelnen und der des Gemeinwohls muß eine ständige Debatte geführt werden, die neue technologische Möglichkeiten und politische Entwicklungen aufnimmt."

Um Gottes Willen, nein! Wir müssen vielmehr eine Struktur einrichten, in welcher es nicht nur den Einzelnen und das Ganze gibt, sondern eine ganze Reihe von Stufen dazwischen!

Allnichts

3. Januar 2022 14:01

3/3

Dies mag von uns heute lebenden Menschen gar nicht denkbar, für uns fast schon unlogisch sein. Ein Mäßigungskurs, das Umsetzen nur bestimmter Technologien, wäre ein weiterer Ansatz, aber selbst dafür müsste sich "die Rechte" mit ihrer Weltanschauung sehr bewegen, was ich ihr nur bedingt zutraue. Da ist immer noch sehr viel magisches Denken am Werk. Vielleicht aber hat sich auch einfach alles irgendwann überlebt und wir sind Auslaufmodelle der Geschichte.

Zu dem Teil über das Impfen frage ich nur: Was sind Ihre konkreten Vorschläge für Maßnahmen bzw. was ist Ihre Begründung dafür, keinerlei Maßnahmen zu befürworten? Auch in dem Text geht es nur darum, was nicht gewollt wird.

Eo

3. Januar 2022 14:11

Um's mal so zu sagen:

Der Revolutionär von heute ist notgedrungen reaktionär.

https://neue-spryche.blogspot.com/2017/04/notizen-auf-notsitzen.html

 

 

Luisman

3. Januar 2022 14:52

Nichts gegen eine praezise Ausdrucksweise, aber man kann es auch uebertreiben. Das liest sich eher wie ein Aufsatz von einem der Leute der Frankfurter Schule, nicht wie etwas der Breite der Rechten und Libertaeren zugaengliches. Und wenn man dem ollen Nietzsche alles zwei Saetze etwas anderes andichten will, sollte man die Quellen parat stellen. Wie bei allen Philosophen, gibt es sehr unterschiedliche Interpretationen seiner Aussagen.

Egal ob Volk oder Menschheit, es zeigt sich bei ca. 80% Herdenverhalten, bei knapp 20% Rudelverhalten. The proof is in the pudding. Wo immer genug Impfstoffe verfuegbar waren, sind inzwischen 70-80+% geimpft, und kaum einer von denen war und ist fachlich dazu in der Lage sich umfassend zu informieren. Eine rein - ich moechte sagen - theologische Diskussion und Bioethik und Technikglaeubigkeit wird sich nirgendwo auswirken.

Ich denke in Europa sehen wir jetzt zum ersten Mal die demographischen Auswirkungen des "weichen" Sozialismus. Und wir sehen, aehnlich wie im Ostblock, die verzweifelten Massnahmen der Politik, das Ende hinauszuzoegern. Wenn 'das Rudel' keinen Weg findet, unabhaengig von 'der Herde' zu ueberleben und sich fortzupflanzen, stehen wir bald auf der Liste der aussterbenden Arten. 

URN

3. Januar 2022 15:09

Monika 10:05 sowie FranzJosef 10:46 brachten es auf den Punkt; ich schließe mich an.

Dieser Beitrag wäre wohl besser nicht in dieser Form veröffentlicht worden. Einzelne darin angerissene Gedanken könnten in einer vertrauten Runde besprochen werden.

Der_Juergen

3. Januar 2022 15:48

"Auch ein zwangsweise “durchgeimpftes“ Volk könnte sich theoretisch langfristig von den Folgen erholen."

Nein und abemals nein. 

Doctor's Best, Concise Explanation Of CONvid-1984 & The Shots In 10 Minutes (rumble.com)Doctor's Best, Concise Explanation Of CONvid-1984 & The Shots In 10 Minutes (rumble.com)

 

 

Nexus Entity

3. Januar 2022 16:20

1500 Zeichen ist mir einfach zu wenig. Die Menge der Zeichen muss relative der Menge des Eingangstextes bemessen sein!

Eines, es ist metapolitisch eine Toderklärung die menschheitliche Prämisse der Überlebenswahrscheinlichkeit nicht zur Kenntnis zunehmen. Wenn diese nicht über Nationen geht, geht sie an den Menschen selber, der abstrakten Menschheit. Jeder Mensch wird in ihr diskriminiert, in der latenten Verringerung auf genetisches Überleben. In ihrer universalistischen Übermacht, verkennen viele das aus dieser Universalität Argumente hervor bring bar sind die gegen den aktuellen Zeitgeist gehen, sogar soweit wie sie dem Rechten Forderungen überweist, auch Forderung von ihm durch diesen Universalismus sind möglich. Diese ignoriert dieser aber gerne, mit fatalistischen Übermut, wie mir scheint.

AmazonBesteller

3. Januar 2022 17:20

@ Monika, FranzJosef, Urn

Was konkret ist Ihr Problem (Grammatik- und Rechtschreibfehler mal außen vor)?

Sie können dem Autor nicht vorwerfen, dass Sie dessen Text nicht verstehen.

Kurativ

3. Januar 2022 17:39

Die Impfung eines Menschen mit externen Informationen, wie auch Impfung eines Volkes mit externen Menschen sind biologistische Vorgänge, welche aktuell unter Zwang und mit Hilfe der Technik möglich gemacht werden. Da jeder Mensch einen Geist hat, der ihn bestimmt, aber ein Volk viele Geister hat, welche in einer Demokratie addiert den politischen Willen eines Volkes ergibt, stimme ich Martin Sellner über die Prioritäten zu.

Was vielleicht noch fehlt: Die Unterscheidung von Hard- und Software. Wenn die Chinesen ihre "Gene" versuchen zu optimieren, so wird es die Hardware betreffen. denn Die Software (Eltern, Schule, Propaganda) ist noch ein ganz anderes (technisches) Thema von Optimierungsbemühungen.

Eine Lösung der Frage im Umgang mit Technik könnte vielleicht beim Buddhismus oder Schopenhauer liegen. Etwas ändern zu wollen, oder "es sein zu lassen". Da nicht die Rechte mit der Umvolkung angefangen hat, richtet sich diese Frage an die so genannten "Eliten". Die Rechte sehe ich hier als re-aktion.

URN

3. Januar 2022 17:51

Aus meiner Sicht haben die drei von Ihnen, Amazonbesteller, angeschriebenen Kommentatoren ihre ablehnende Haltung zu dem Beitrag kurz und knapp begründet. Dies sollte Ihnen ausreichen. Sie können den Kommentarschreibern nicht vorwerfen, daß Sie deren Kommentare nicht verstehen.

Laurenz

3. Januar 2022 18:01

@Mitleser2

"Die Erde beherbergt zur Zeit ca. 8 Mrd Menschen, mit zunehmender Verstädterung. Ohne "Technik" und industrielle Produktion auch von Lebensmitteln sind die niemals überlebensfähig. Möchte Sellner auch zu den 500 Mio von Bill Gates kommen?"

Sagen wir 1 Milliarde muß das vernünftige Ziel sein, also 2/3 Chinas. Die Frage ist, wie kommen wir in 200 Jahren dahin?

Wie Wilhelm Tore?

Mit einer militärischen Option?

Mit Überzeugungskraft?

Die 30 Jahre chinesischer 1-Kind-Politik (jetzt 2-Kind-Politik) waren auch nur autoritär durchzuziehen.

Die Konsequenzen der Alters-Pyramide Chinas kommen, wie bei uns, im wesentlichen die nächsten 25 Jahre. Danach stimmt die Pyramide wieder.

Niekisch

3. Januar 2022 18:09

Martin Sellner wird es mir nicht für übel nehmen, wenn ich mich angesichts des Umfangs des Textes und der Vielzahl nicht leicht einzuordnender Argumente auf einige Fragen beschränk, die ich nach der Abfolge  des Artikels stelle:

Gibt es wirklich derzeit eine "globale Biopolitik"?

Ist eine "Alternativgeschichte" des NS denkbar, wo wir nicht einmal die tatsächliche Geschichte wirklich kennen (dürfen) ?

Kann ein menschlicher Körper "Legalität" besitzen? 

Ist ein Impfzwang ein neues "totalitäres Instrument"?

Ist mit solchem Instrument politischer Widerstand wirklich "leicht zu unterbinden"?

"Bald unleistbar"?

Ist  bei gesetzmäßig eingeführtem Impfzwang Impfverweigerung "legitim" i.S. von legal?

Gibt es Dld und Österreich wirklich eine "Biopolitik"?

Sind rechte Parteien nicht auch ohne Impfzwang längst in mindestens zwei Lager zerrissen?

Wird unter II fortgesetzt.

 

 

 

 

heinrichbrueck

3. Januar 2022 18:11

Ein interessantes Gedankenexperiment. Aber es fruchtet nicht. 
"Fruchtet und mehrt euch und füllet die Erde und bemächtigt euch ihrer!" (Buber/Rosenzweig). Eine konkrete Beobachtung, keine falsche Anthropologie. Dreißig Prozent Erdoberfläche. 
Ethnopluralismus ist Heuchelei. 
Wie soll man die Welt angehen, von oben oder von unten? 

Niekisch

3. Januar 2022 18:36

II:

Darf die Frage nach der Erholung eines "durchgeimpften Volkes" gestellt werden, bevor Folgen für eine Großgruppe prognostiziert oder sogar belegt sind?

Was ist eine Bioherrschaft?

Wieso besteht derzeit eine "revolutionäre Lage"? 

Was ist eine "postdemokratische Pandemieverordnungspolitik"?

Wie dezidiert kann sie uns in Verbindung mit der "globalen Biomacht" der Pharmakonzerne ..jeglichen politischen Handlungsspielraum zu "jedem politischen Thema" nehmen? 

Wie genau bereitet im Widschatten der Ereignisse die Ampelkoalition den "finalen (!) Schlag gegen die homogenen Restbestände Deutschlands" vor?

Wer genau bereitet wodurch den "globalen Gesundheitspass" vor?

Wie soll die Rechte außerhalb der Weltanschaunung ganz konkret "als Katalysator und Avantgarde" dienen?

Liegt die Aufgabe der "Rechten" wirklich bloß in der Theoriebildung als Korrektiv und Ausgleich zu universalistischen Denkfehlern des "dionysischen Individuums" im Zusammenhang mit einer "Biopolitik", von der ich zuvor fragte, was sie ganz konkret sein soll?

Wo liegt der Beweis dafür, daß schon frühere Impfkampagnen als Triebfeder nicht die Volksgesundheit, sondern Volksskontrolle und anderes hatten?

Muß das im einzelnen Lebensrettende von Impfungen erst noch "von berufenen Experten debattiert" werden?

Wird durch III. fortgesetzt.

Gotlandfahrer

3. Januar 2022 18:47

Gedankenexperiment / Fahrradkette:

Tja, hätte, hätte… der böse Atschi die krispe Gen-Schere gehabt… dann hätte er vermutlich solchen Typen, die sich an der Natur vergreifen, eine eigene Stadt geschenkt.  Mein Opa trug noch „Gott mit uns“ auf seinem Koppel und hätte, der er nur aufgrund zuvor erworbener Meriten – so die nicht mehr belegbare Familiensaga - höchstpersönliche Begnadigung durch… Sie wissen schon… erhielt, um seiner Hinrichtung aufgrund der Verweigerung eines sinnlosen Befehls zu entgehen, so wie alle Menschen seiner Generation, die ich kennenlernen durfte,  so einen Mist niemals akzeptiert.  Damals wurde noch selbst gevö…, um das Beste im Volk hervorzubringen (zu meiner Oma sagte er, also mein Opa, sie noch im zarten Alter von 49, bereits fünf Kinder: „Liebling, weißt Du nicht, was Volk heißt“? Eine anregende Fragestellung, deren Beantwortung sich immerhin auch diese Zeilen verdanken.

Es mögen damals wie zu allen Zeiten allerlei Perverslinge die Vogelfreiheit der Unglücklichen auch zu medizinischen Untaten ausgenutzt haben – eine Selbstmanipulation der eigenen Keimbahn wäre schon aufgrund des Widerspruches zum gerechten Stolz auf sich selbst ein Ding der absoluten Unerwünschtheit.  Das gälte dann vermutlich auch in einem interpolierten „Fatherland“ der Jetztzeit.  Der etwaigen gelben Gefahr hätte man sich – es wurde ja bereits damals angedacht - womöglich schon zuvor gewidmet.

Gotlandfahrer

3. Januar 2022 18:48

2/2

Falls mit dem im Artikel angerissenen Gedankengang auf die berüchtigten Lebensborne abgezielt worden sein sollte:  Ich bin da kein Experte, aber so wie ich es verstanden habe, diente dies eher dem numerischen Verlustausgleich monogamischer Zeugungsparitäten als der Einführung einer neuen gesellschaftlichen Norm zur genetischen Optimierung. 

Das Ergebnis meines Gedankenexperimentes lautet: „Macht Euch die Technik Untertan“ ist möglich.

 

Im Übrigen allen hier ein frohes neues Jahr.

Gracchus

3. Januar 2022 18:56

Mag sein, dass der Beitrag eine sprachliche Überarbeitung gut vertragen könnte, inhaltlich weist er in die richtige Richtung bzw. wählt den richtigen Ausgangspunkt, nämlich die Phänomenologie (das geistige Geschenk der Deutschen, würde ich sagen, an die Menschheit, ob nun in der Ausformung Heideggers oder - sage ich als philosophisch Unterbelichteter - Goethes; ebenso gehört auch das Streben nach einer ganzheitlichen Sicht zum deutschen Geist). Nur handelt es sich dabei um nichts, womit man derzeit politische oder metapolitische Macht gewinnen könnte - es scheint mir fast unausweichlich, dass die sog. entwickelten Gesellschaften die (bio-)technischen Möglichkeiten voll ausschöpfen werden, allein aus Angst, sonst im globalen Wettbewerb nicht bestehen zu können; sie können systemisch auch nicht anders, es ist bequemer und mit verführerischen Versprechungen verbunden -, sondern um eine subversive, elitäre, letztlich marginale Strömung. Möglich, dass sich SiN insoweit am Scheideweg befindet, was die Ausrichtung anbelangt. 

2022 könnte eine Verschnaufphase bedeuten, bevor die Illuminaten 2023 zu einem weiteren Schlag ausholen (bitte: nicht ernst nehmen). 

 

Laurenz

3. Januar 2022 19:45

@Niekisch

Viele Ihrer Fragen an @MS kann ich nachvollziehen. Das Problem hierbei ist, der Artikel ist schon recht lang. Und auf Ihr bereits verlorenes Steckenpferd, "Ist ein Impfzwang ein neues "totalitäres Instrument (?)", hätten Sie durchaus verzichten können. 

@Gotlandfahrer

„Liebling, weißt Du nicht, was Volk heißt?“

Das ist unglaubwürdig. Diese Entscheidung hängt in unserem Kulturkreis immer vom reinen Willen einer Frau ab. Und dieser explizite Wille hat nichts mit rationalen Fragen oder Antworten zu tun :-)

@Gracchus

"Bio-Technik"

ist nichts Neues.

"Möglich, dass sich SiN insoweit am Scheideweg befindet, was die Ausrichtung anbelangt."

Könnten Sie das bitte etwas näher erläutern & nicht so halbgar im Raum stehen lassen? Abgesehen von äußeren Entwicklungen, wie sollte sich bei dem festgefügten Wertekontext der SiN-Redaktion wesentliches verändern?

Ein Fremder aus Elea

3. Januar 2022 19:53

Gracchus,

wissen Sie überhaupt, was Sie hier schreiben?

"es scheint mir fast unausweichlich, dass die sog. entwickelten Gesellschaften die (bio-)technischen Möglichkeiten voll ausschöpfen werden"

"Voll ausschöpfen" fängt erst da an, wo Sie keine Tierversuche mehr machen können, weil Sie an Tieren die Steigerung der Intelligenz etwa nicht hinreichend gut messen können. Und wieviele Versuche gehen daneben bis einer gelingt? 10000? 100000? 1000000? Es scheint Ihnen unausweichlich, daß wir, um beispielsweise das Erinnerungsvermögen genetisch zu verbessern, 1000000 Menschen als Versuchskaninchen opfern?

Amos

3. Januar 2022 20:45

Heute Abend, Pforzheim, mindestens 3000.

-Dranbleiben: ein Sieg gegen das Impfregime ist auch eine gewonnene Schlacht gegen den Globalismus/ die Technokraten.

Maiordomus

3. Januar 2022 20:47

@Kositza. Betrifft: "Rechtsintellektuell". Diesen Eindruck vermittelte abermals die neue Buchbesprechung von EK betr. Manfred Kleine-Hartlage bei der  differenziert erörterten sog. "Systemfrage". Es war wie eine vorweggemommene  Antwort auf den Cicero-Artikel des SPD-Politiker Brodkorb über Leggewie und Nassemi betr. deren Briefwechsel mit Kubitschek incl. Streit um Veröffentlichung, was Brodkorb als Prestigeaktion von GK interpretiert angesichts der Bedrohung von GK durch den VS. Wie sich Leggewie und Nassemi (schreibe ich den Namen richtig?) äusserten, war aber oberpeinlich:  Angst vor Kontaktschuld. Das Minimum wäre gewesen, intellektuelle Augenhöhe zuzugestehen, selbst wenn ich die Distanz der beiden gegenüber GKs Pegida-Aktionen verstehe, ein Bewegung, die von der Corona-Geschichte zugunsten eines anders gearteten Widerstandes weggefegt zu sein scheint. Zum Rechtsintellektuellen: das analytische Niveau von EK auch im Vergleich zu Brodkorb, Leggeie und Nassemi incl. Cicero muss sich bei den besseren Beiträgen in SiN und im gedruckten Heft nicht verstecken. Sage ich als kritischer Beobachter der deutschen Rechten seit mehr als 50 Jahren. Dass Sellner vielfach nicht mithält, ist ein altes Thema. 

Gracchus

3. Januar 2022 21:17

@Laurenz 

Ich schrieb nicht, dass dies (Bio-Technik) etwas Neues sei.

Scheideweg: Weil sich im Zuge der Corona-Politik neue Allianzen bilden; im Zuge dessen eine ideologische Neu- und Nachjustierung erforderlich zu sein scheint (Sellners Position erscheint mir auch nicht ganz rund, wie RMH bemerkt hat; gelegenheitslibertär erscheint mir Platzhalter für eine Verlegenheit); einige rummosern, dass sie sich mit Querdenkern oder Esoterikern abgeben müssen, andern oder dieselben mosern, dass SiN zu radikal oder intellektuell sei (zu wenig AFD-Organ?). 

Achterndiek

3. Januar 2022 21:25

@ Maiordomus

"Sage ich als kritischer Beobachter der deutschen Rechten seit mehr als 50 Jahren. Dass Sellner vielfach nicht mithält, ist ein altes Thema."

Je suis pack. An Herrn Sellner hätte ich zwar auch einiges auszusetzen, aber jeder ungehobelte Vorstadtproll, dem daran gelegen ist, daß wir Deutschen hier in unserem Vaterland die große Mehrheit bleiben, ist mir sympathischer als  gewisse (Ein-)Bildungsbürger, für die der Mensch erst mit Appretur beginnt.

Bin ein Bösmensch von Geburt. Mein Lieblingstraum: Elitisten Ihrer Sorte werden an einen Ort verbracht, der jedem verwehrt ist, der einen IQ unter 130 Umdrehungen aufweist.  Wäre mal ein lustiges Spectaculum zu beobachten, wie es diesen Herren dann gelingen würde oder auch nicht, die gesamte Infrastruktur von der Nahrungsmittelversorgung bis zur Müllentsorgung zu erledigen.

 

 

Imagine

3. Januar 2022 21:29

1/2

Das Oxymoron „reaktionäre Modernisierung“ weist auf die neoliberalen Gegenreformen hin.

Modernisierung bedeutete zuvor normalerweise gesellschaftlichen Fortschritt, also Abbau von fremdbestimmter Arbeit, mehr Freiheit und Wohlstand für die arbeitende Bevölkerungsmehrheit.

Wachsenden Wohlstand und mehr Freiheiten gab es durchaus, allerdings nur für die Klasse der Vermögenden, die ihr Kapital „arbeiten“ ließen und so arbeitsfreie Einkommen erzielen konnten..

Für die große Mehrheit des Volkes gab es nur Rückschritt, nämlich Reallohnstagnation, Erhöhung der Lebensarbeitszeit, Verlust der Arbeitsplatzsicherheit, Abbau von Arbeitnehmerrechten, staatliche Deregulierung, Abbau von Rechts- und Sozialstaat, zunehmende Prekarisierung etc. Die Banken durften mit den Einlagen ihrer Sparer spekulieren und Risiken eingehen, Leiharbeit wurde normal, Billiglöhner konnten leicht aus der EU importiert werden usw.

Dazu gehört natürlich auch New Publik Management.

Das ganze Programm, was die wirtschaftsliberale Rechten schon immer wollten und was die INSM forderte.

„Reaktionäre Modernisierung“ bedeutet war Klassenkampf von oben und verkleidete sich als „moderne Wirtschaftspolitik“.

Der SPD-Kanzler Schröder sagte in seiner Regierungserklärung 1998 „seine Koalition stehe nicht für eine rechte oder linke, sondern für eine moderne Wirtschaftspolitik.“
 

Imagine

3. Januar 2022 22:08

Die „Mitte“ erwartete von Merkel, dass sie eine „Politik für die Mitte“ machen würde, Steuersenkungen, Abbau Arbeitnehmer- und Mieterrechten, Senkung von Sozialausgaben …

Merkel tat so, als ob.
Aber tatsächlich machte Merkel eine Politik für die globalen Großkonzerne und das globale Finanzkapital. Diese verfügen über Medien- und Lobby-/Korruptionsmacht. Und Merkels Hauptziel war oben zu bleiben.

Topmanager und Medien begrüßten mit „Refugees Welcome“ die muslimische Massenimmigration. Denn die würden als Arbeitskraftpotential und Lohndrücker fungieren sowie Wohnraum verknappen.

Regierungs- und Privatmedien machten PR für Merkel.

Die AfD opponierte zwar gegen Merkels Immigrationspolitik, aber das sie zugleich für Markwirtschaft und Kapitalismus war und ist sowie über wenig intellektuelles Potential verfügt, war sie in ihrer Widersprüchlichkeit gefangen und konnte mangels wirklicher Alternative nur Stimmen im traditionelle kleinbürgerlichen Rechtsmilieu sowie bei wenigen Oppositionswählern generieren, so dass Merkel 2017 weiterregieren konnte.

Wie wirkliche Opposition gegen die Corona-Diktatur und Impfpflicht aussehen müsste, könnte die AfD bei Kickl studieren. Aber im AfD-Milieu  ist niemand, der einem Kickl das Wasser reichen könnte.

Gracchus

3. Januar 2022 22:13

@Fremder von Elea

Ich weiss nicht, wo Sie Ihre Zahlen herhaben, halte aber, was ich schrieb, für eine realistische Prognose angesichts eines nahezu globalen Experiments mit gentechnischen "Impf"stoffen. Mit "unausweichlich" meine ich, dass die Versuchung zu groß ist, weitere (u. a  gentechnische) Möglichkeiten ungenutzt zu lassen. 

Franz Bettinger

3. Januar 2022 23:20

@Allnichts fragt "Was sind Ihre Vorschläge für Maßnahmen bzw. Ihre Begründung dafür, keinerlei Maßnahmen zu befürworten?“ Antwort: Don’t fix it if it ain’t broken. (1) Es gab keine Pandemie (weil es 2020 keine Übersterblichkeiten gab). Sie war eine Lüge. (2) Selbst wenn's eine gegeben hätte oder mal geben würde, hätten wir kein Instrumentarium dagegen. Jede Maßnahme würde eine echte Pandemie verschlimmern (bis auf die selbstbestimmten, von der Evolution über Jahr-Millionen entwickelten, intuitiven w.z.B. Schonung, Bettruhe, palliative Schmerz-Bekämpfung…), wie ja auch jeder Aderlass im Mittelalter die Krankheit verschlimmert hat. Kann uns heute nicht mehr passieren? Großer Irrtum! Es ist heute noch viel schlimmer als im Mittelalter.  

Siriusstar

3. Januar 2022 23:24

Realistisch und realpolitisch wird man zuerst man über den Nationalstaat ansetzen müssen. Was anderes bleibt da ganz einfach nicht. Wir brauchen also dringend grosse Raumschiffe und deutsche Weltraumstädte. 

Das Herumspielen an der biologischen Reproduktivität kann nicht mehr rückgängig gemacht werden, wenn diese Spritzen wirklich Erfolg haben.

URN

3. Januar 2022 23:28

Niemand geht auch nur ansatzweise auf die von Niekisch angeregten Fragen ein. Das hat Methode. Warum d a s hier.?
Kositza: Eine Verschwörung?

Franz Bettinger

3. Januar 2022 23:58

Wie wollen Sie denn jemals zweifelsfrei erfahren, ob irgendeine Maßnahme (Masken, Grenzen dicht, Lockdown, Impfen, ...) auch zielführend ist, wenn Sie keine Kontrollgruppe haben, ja diese mit allen Mittel verhindern? Man braucht immer unbedingt ein Land (besser mehrere), wo eben die Maßnahmen (Behandlungen) nicht zur Anwendung kommen. Und dann muss man vergleichen. Gott sei Dank haben wir solche Vergleichs-Länder. Und innerhalb der anderen (Maßnahmen-) Länder haben wir Volksgruppen wie die Nicht Geimpften. Der Beweis lässt sich also führen. Das Ergebnis ist bekannt. Uns jedenfalls.

Frieda Helbig

4. Januar 2022 00:12

"Dürfen wir Sektenmitglieder dazu zwingen, Bluttransfusionen anzunehmen? Ich finde nicht. Ein staatlicher „Zwang zum Leben“ und die Verpflichtung zu medizinischen Eingriffen zur Lebenserhaltung ist in meinen Augen ebenso kritikwürdig wie das „juristische Verbot“ des Selbstmordes."

Es gibt zwar ein Recht auf Leben, aber keine Pflicht zum Leben! Dies würde ich für Erwachsene so sehen. Problematisch bleibt es bei Kindern. Also Eltern der Sekte verweigern ihren Kindern eine Bluttransfusion - würden Sie, Herr Sellner, den Sachverhalt dann genauso sehen?

Das wir grundsätzlich ein anderes System brauchen, habe ich in meinem letzten Artikel hier postuliert. Der einzelne Mensch inkl. seiner Biographie gehört wieder in den Mittelpunkt, nicht von ihm losgelöste  Meßwerte. Vielleicht ist das die einfachere und leichter verständliche Formel. Mich würde Ihre Meinung hierzu wirklich interessieren. Danke!

 

Laurenz

4. Januar 2022 01:10

@Imagine

(1/2)

Auch hier kann man Ihnen weitestgehend folgen. Allerdings ist festzuhalten, daß nicht die Linke, wie einst Lenin forderte, die Kapitalisten mit einem Griff ins Genick in der Mangel hat, sondern umgekehrt, die Kapitalisten haben die Linke mit 2 Fingern im Genick dieser im Griff. Und eine von Ihnen angedachte Marx'sche Verstaatlichung der Produktionsmittel, bei gleichzeitiger Schonung von Anlegern, bringt 0. Das haben Sie immer noch nicht verstanden. Ihre linken Kumpels von der Uni schon, auch wenn sie heute das Falsche tun.

Maiordomus

4. Januar 2022 06:09

@Achterndiek. Haben Sie schon Kampagnen für Wahlen und Abstimmungen durchgeführt, strategische Beratungen getätigt? Haben Sie wie Leopold Ziegler 1934 im Hintergrund Politiker-Reden geschrieben? Verfügen Sie über Erfahrungen in lokaler und regionaler Politik? Ist Ihnen bekannt, dass ein politischer Praktiker namens Wladimir Ulianov noch 1917 in Zentralbibliothek Zürich Schriften von Heraklit las, ausserdem natürlich Hegel, Marx/Engels sowieso und sogar die Schriften von Mach? Intellektuelle Arbeit heisst nicht, von praktischer Politik keine Ahnung zu haben. Sowieso gilt nach Lenin, nicht nur das Ziel, "auch die Details besser kennen als der Feind". Dümmliches u. Kontraproduktives vermeiden, eher nicht wie der unbedarfte T.W. in Pfarrermontur bei Pegida aufkreuzen. Was MS betrifft, wurde er hier für seine Ausführungen betr. Michel Foucault, bei denen einem tatsächlich ein Licht aufgehen konnte, gelobt. Diesmal musste er aber offenbar Kritik einstecken.

Sonnenritter

4. Januar 2022 07:41

TEIL 1:

Dieser "Wille zur Macht" ist seit Anbeginn der Zeit Triebfeder jeden menschlichen Handelns. Spätestens mit der Erfindung des Ackerbaus und somit der Transformation von Jäger- und Sammlergemeinschaften zu größeren Populationen, manipuliert der Mensch seine Umwelt in größtem Umfang. Immer wiederkehrendes Kennzeichen dabei: Vergrößerung des eigenen Macht- und Einflussbereichs, sowie der damit gewonnenen Ressourcen - auch und gerade auf Kosten anderer, konkurrierender Gemeinschaften. Technik wurde dabei stets zuerst als Werkzeug benutzt, wenn sie einen Vorteil gegenüber einer anderen Gruppe bedeutete (welche diese ebenso adaptierte), jedoch im weiteren Verlauf fester Bestandteil der "Identität".

Mir erschließt sich der große Widerspruch zwischen einer rechten Weltanschauung und technischen Errungenschaften nicht. Zumindest dann nicht, wenn man unter "rechts" einen Geist und Wertekanon versteht, der nicht an das profane zeitlich-materielle Dasein gebunden ist, sondern im Sinne des Integralen Traditionalismus Evolas, an das überweltliche, überzeitliche Sakrale.

So wie technische Errungenschaften die Lebensrealität eines Deutschen im Jahre 1850 im Vergleich hundert Jahre zuvor, drastisch verändert hat, ist dies eben auch heute der Fall. Problem dabei ist nicht die Technik, sondern dass der Mensch heute keinen "zentralen Pol" mehr hat, nachdem er sich ausrichten kann. Früher war dies Gott oder im Allgemeinen ein Anerkennen einer transzendenten Überwelt.

Maiordomus

4. Januar 2022 07:44

@Imagine. Ich fürchte indes, Schröder hat nicht alles falsch gemacht, auch nicht in der Wirtschaftspolitik, wiewohl man immer besser versteht, warum Lafontaine sich von ihm trennte, trennen zu müssen glaubte.. Schröders im Sinne kapitalistischer Modernisierung konsequente Politik (an der mutmasslich einiges richtig war) hat für Merkel die Dreckarbeit gemacht, die wirtschaftlichen Voraussetzungen geschaffen für ihren relativen, bezüglich des Bruttosozialproduktes nach aussen ausgewiesenen "Erfolg", den natürlich von konzertierter Propaganda unterfütterten und jedoch durch persönliche Glaubwürdigkeit und höchst geschickten Opportunismus errungenen Triumph als bei der Mehrheit angesehenste deutsche Politikerin der Geschichte. 

Sonnenritter

4. Januar 2022 07:44

TEIL 2:

Das Volk war immer schon "Kollektivsubjekt eines Willens zur Macht". Sei es ein mittelalterlicher König oder seien es moderne Demokratien. Das Volk ist Masse und die Masse ist bekanntlich weiblich. Es ist das Fehlen eines männlich-solaren Geistes, eines dominanten Willens zur konkreten Gestaltung und Tat-Willens in einer weiblich-gynozentrischen Welt der abstrakten Beliebigkeit und Formlosigkeit, die den Menschen zum passiven Spielball der Technik werden lässt, anstatt selbst der Primat seiner Entwicklungen zu sein.

Wenn ich mir ein künftiges Deutschland vorstelle, in dem orientalische und schwarzafrikanische Einwanderer die absolute Mehrheit stellen und die Restdeutschen lediglich ein Schattendasein als Minderheit im eigenen Land fristen, dann erscheint mir (um auf Ihr Gedankenspiel einzugehen) ein Volk aus genetisch optimierten, höhergezüchteten 1,90m großen Nordmännern und Athleten, die problemlos für Arno Breker Modell stehen könnten, eigentlich wie ein feuchter Traum (nohomo!)

Sonnenritter

4. Januar 2022 07:51

TEIL 3:

Was Sie in Ihrem Artikel leider völlig außer Acht lassen, ist die Tatsache, dass auch die althergebrachte Form der Gattenwahl ein Akt der Auslese ist. Studien haben ergeben, dass sich über die Jahrtausende etwa 90% aller Frauen erfolgreich fortpflanzen konnten, während dies lediglich auf weniger als 50% aller Männer zutrifft. Wenn es um die Partnerwahl geht, sind wir selbst Eugeniker und selektieren. Wenn Sie ein Volk als "natürlich gewachsen" bezeichnen, dann darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir Produkt eines knallharten evolutionären Selektionsprozesses sind. Auch innerhalb einer Population. Im Lauf der Geschichte gab es genetische Merkmale die sich erhalten haben und welche die verschwunden sind.

Das Einbeziehen der Technik würde also nicht die Einführung eines neuen Verfahrens bedeuten, sondern lediglich die Feinkalibrierung eines bereits bestehenden Verfahrens. Es würde eben nicht mehr mit einem groben Breitschwert, sondern mit einem feinen Skalpell selektiert werden. 
Und dies wird (neben vielen anderen Entwicklungen) auch so kommen. Wenn nicht im Westen, dann im von der westlichen Ethik unbeeindruckten China.

Jede technische Neuerung schafft Änderungen. Sowohl negative als auch positive. Verschließen kann man sich vor ihr jedoch so oder so nicht.

Volksdeutscher

4. Januar 2022 09:22

1.

Ich bin bereit, mir jede Art Perversion von den Perversen vorzustellen, ganz frei nach Nietzsche, wonach "von den Bucklichten bucklicht geredet werden darf". Ich halte daher denkbar, vorstellbar, möglich, ja sogar wahrscheinlich, daß die Politverbrecher bereit wären, die angeworbenen Invasoren nicht dem Risiko der verheerenden Impfnebenwirkungen oder gar dem Tod auszusetzen, sondern sie aus der Impfpflicht und -zwang herauszunehmen und nur die eingeborene Bevölkerung dem Impfdiktat zu unterwerfen, um sie auch auf diese Weise "legitim" dezimieren zu können und so für die Invasoren leichter und schneller Platz zu schaffen. Zu futuristisch? Hätte ich zu viel Sciencefiction-Filme angeschaut?

Volksdeutscher

4. Januar 2022 09:39

2.

Überlegen wir nur für einen Augenblick: An hanebüchenen Begründungen mal für diese, mal für jene sinnlosen und sinnwidrigen Maßnahmen hat es der finsteren globalen politischen Klasse auch bis jetzt nicht gefehlt und die tumbe Mehrheit der Bevölkerung hat all das durch ihr Schweigen legitimiert. Der Zwang, sich mit einem experimentellen Impfstoff impfen zu lassen, bedeutet aber nichts Anderes, als daß der Staat, wie Martin Sellner richtig andeutet, über den Körper seiner Bürger wie einen Gegenstand zu jeder Zeit grenzenlos und widerstandslos verfügt, der nicht ihnen selbst, sondern dem Staate gehört. Wenn man es ihm durchgehen ließe, gölte dieses eine Mal für alle kommenden Male, weshalb es  gilt, weiterhin Widerstand zu leisten. Andererseits ist der Zwang, sich impfen zu lassen, gleichbedeutend mit der Erwartung staatlicherseits, die schrecklichen Nebenwirkungen, einschließlich den Tod in Kauf zu nehmen. Der Bürger soll gezwungen werden, in seinen quasi erzwungenen "Selbstmord", oder zumindest in die nicht wieder gutzumachende Schädigung" seiner Gesundheit, einzuwilligen. Alles nicht nur "legitim", sondern auch "legal" - per Dekret sozusagen....

Laurenz

4. Januar 2022 09:41

@Sonnenritter

"Rechts & Technik"

Soweit man die Nationalsozialisten als "rechts(radikal)"  einstufen mag, was nicht mir obliegt, habe ich @MS schon eine Entgegnung geschrieben. Der II. Weltkrieg war vor allem ein Wettlauf der Großmächte um an deutsche Patente, vor allem für Waffen heran zu kommen. Da hinkt der Artikel gewaltig.

Was Ihre Auslese angeht, so funktionieren die Frauen seit nicht ganz 3k Jahren nicht mehr, eben seit es Geld gibt. Geld gilt bei der Mehrheit der Frauen als Ersatz für Erfolg von Jagd & Krieg. Bevor es Geld gab, waren die Männer gefragt, die Körper & Geist besaßen. Das ist, seitdem die Phönizier das Geld erfanden, nicht mehr der Fall. Die Spartaner, die dagegen angingen, konnten sich nicht durchsetzen. Man kann, um @HBs sportliche Krücken heranzuziehen, auch als sportliche Niete viel Geld machen & sich fortpflanzen. Gustav-Adolf von Schweden starb noch frühzeitig, weil er kurzsichtig war. Heute haben wir Brillen & die Kurzsichtigkeit breitet sich immer mehr aus. Wir degenerieren.

Laurenz

4. Januar 2022 09:55

@Gracchus @L.

Herzlichen Dank für Ihre Zeit & die Erklärung.

Also Kompromißbildung mit anderen gesellschaftlichen Gruppen ist doch ganz normal. Unsere Ampel-Hanswurste bekommen gerade von Ihren Beamten in den Ministerien die Realität näher gebracht, dazu kommt der Kompromiß der jeweiligen Wunschlisten, ganz normal. Entweder verfügt man über solch eine überzeugende politische Wirkung, daß man keine Partner braucht, oder es geht kein Weg am Kompromiß vorbei. Das gilt auch für Rechte (APO). Das hat aber doch mit theoretischen Maximalforderungen, die man hier entwickelt nichts zu tun.

@URN

"Niemand geht auch nur ansatzweise auf die von Niekisch angeregten Fragen ein. Das hat Methode."

Warum tun Sie es nicht?

@Frieda Helbig

"juristisches Verbot des Selbstmordes"

Das stammt aus dem römischen Kirchenrecht, welches sich im 16. Jahrhundert bei uns endgültig durchgesetzt hatte, im Gegensatz zum römischen Zentralismus, der sich bei uns nicht wirklich durchsetzen konnte. Solange aber knapp 52% der Bürger Mitglied in den großen Kirchen sind, werden Sie Schwierigkeiten bekommen, sich politisch durchzusetzen.

Achterndiek

4. Januar 2022 10:00

@ Maiordomus

"Haben Sie schon Kampagnen für Wahlen und Abstimmungen durchgeführt, strategische Beratungen getätigt? Haben Sie wie Leopold Ziegler 1934 im Hintergrund Politiker-Reden geschrieben? Verfügen Sie über Erfahrungen in lokaler und regionaler Politik?"

 Jetzt haben Sie mich hier aber raffiniert bloßgestellt, bei diesem Examen kann ich nur jämmerlich durchfallen. Ihnen kann ich nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen. Meine augenblicklichen Studien befassen sich vor allem mit Barbara Coudenhove-Kalergi, mit der Sie ja auch sympathisieren.

https://www.derstandard.at/story/2000010102927/eine-voelkerwanderung

Laurenz

4. Januar 2022 10:08

@Imagine & Maiordomus

Auch bei 2/2 kann ich Ihnen zustimmen & muß Maiordomus widersprechen. Daß Sie für Kickl brennen, dagegen habe ich nichts. Aber bevor Sie hier vollmundig ganze Wälder abholzen, würde ich Sie bitten, uns mitzuteilen, in welchen exakten politischen Positionen sich Kickl von der AfD unterscheidet.

Zu Maiordomus ist zu bemerken, daß Schröder/Fischer in den Euro abwerteten & seit- dem das Ökonomische Prinzip in Deutschland verletzt wird. Die Frage heißt nicht, wie viele Autos verkauft die Automobilindustrie, sondern wie viel Geld verdient diese, also welche Wertschöpfung erzeugt sie. Das, was Sie propagieren, Maiordomus, war mit einem konkreten Diebstahl an den Sozialversicherungen erkauft, während man Kapitalgesellschaften völlig sinnlos entlastete, etwas, was sich die CDU nie getraut hätte, italienische Verhältnisse. (Stammen Sie aus Italien?) Das ist in Deutschland eine politische Krankheit. Niemand will hier das Kapital Steuern bezahlen lassen.

kikl

4. Januar 2022 10:12

"Dabei malte er eine Notlage an die Wand, in der es um das schiere Überleben des Staatsvolkes geht."

Hier werden ein paar Impftote gegen den Volkstod abgewogen und die Impftoten für zu leicht befunden. Das Grundproblem des utilitaristischen Kalküls ist, dass Vorhersagen schwierig sind, gerade wenn es um die Zukunft geht.

Diese "Pandemie" zeigt auf, wohin uns irrlichternde Propheten des Weltunterganges treiben können. Diese Propheten nennen sich heute "Epidemiologen" und sitzen in berühmten Universitäten. Allein, fast alle Ihre Prophezeiungen waren vollkommen falsch. Das Orakel von Delphi hatte eine bessere Treffergenauigkeit. Das ficht die Propheten nicht an; sie sind damals wie heute nie um eine Ausrede verlegen.

Das bedeutet nicht, dass ich Folgenabschätzungen für gänzlich falsch halte. Wer einem anderen in den Kopf schießt, der muss damit rechnen, dass derjenige stirbt, obwohl auch das nicht gewiss ist. Aber gesamtgesellschaftliche Folgenabschätzungen sind regelmäßig nichts weiter als Kaffeesatzleserei.

Nur, was mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vorhersehbar ist, darf unser Handeln ethisch leiten. Was realistisch möglich aber ungewiss ist, das wiegt deutlich weniger beim utilitaristischen Kalkül. Was sehr spekulativ ist, hat gar kein Gewicht. Wenn wir alle mehr zweifelten, dann wäre uns allen sehr geholfen. Das ist mein Credo in diesen Fragen.

Laurenz

4. Januar 2022 10:15

@Achterndiek & Maiordomus

Entspannen Sie Sich mal.

Auch ich gehöre hier zu den Vertretern des kleinbürgerlichen Proletariats. Aber nichtsdestotrotz brauchen wir uns hier nicht! um die Schwächen des anderen schlagen. Und ob @MS den intellektuellen Ansprüchen mancher genügt oder nicht, spielt was für eine Rolle? In meinen Augen keine. Zumindest traut Sich MS hier Öl ins Feuer zu kippen & Kontroversen aufzuwerfen, die doch in eine tatsächliche Debatte führen. MS & der Rest der Redaktion können die Positionen hier mitlesen & Ihre Eigenen Schlüsse daraus ziehen, wie jeder, der hier mitliest.

kikl

4. Januar 2022 10:17

Schlusswort:

Es ist nicht die Aufgabe des Staates, den Untertan zu seinem Glück zu zwingen. Schön, dass diese liberale Einsicht auch unter Konservativen populär ist. Ein wenig Liberalität tut auch den Konservativen gut; sie sollten sich nicht dessen schämen

Ein Fremder aus Elea

4. Januar 2022 10:22

Gracchus,

ich habe selbst Computerspiele gehackt und zum Teil nicht dokumentierte Funktionen der Hardware meines Computers herausgefunden und habe somit umfangreiche Erfahrungen zum Thema "trial and error". Es gibt keine Anleitung, welche uns Gott mitgegeben hat, um an uns herumzuschrauben.

Von welchen Zahlen gehen Sie denn aus? Alles was wir haben sind Korrelationen von unterschiedlichen Genvarianten mit bestimmten menschlichen Eigenschaften. Es ist bekannt, daß etliche solcher Eigenschaften komplex kodiert sind, also aus dem Zusammenwirken mehrerer Gene entstehen.

Nun ja, und dann wird die ganze Angelegenheit eben zu einer Frage der Kombinatorik. Nehmen wir mal an, es sind 12 Gene involviert und es gibt jeweils 4 verschiedene Varianten, welche wir untersuchen wollen, dann müssen wir 4^12=16777216 Fälle durchgehen, bis wir das optimale Resultat gefunden haben. Und das ist nur die Selektion der besten bereits bekannten Eigenschaften. Wenn wir anfangen, ins Blaue zu schießen, um noch nie Dagewesenes zu erzeugen, wird es alles noch viel übler.

Imagine

4. Januar 2022 10:33

1/2

@Maiordomus    4. Januar 2022 07:44
„Schröder hat nicht alles falsch gemacht, auch nicht in der Wirtschaftspolitik, wiewohl man immer besser versteht, warum Lafontaine sich von ihm trennte, trennen zu müssen glaubte.. Schröders im Sinne kapitalistischer Modernisierung konsequente Politik (an der mutmasslich einiges richtig war) …“

Im Sinne des Aufrechterhaltung des kapitalistischen Systems und seines Funktionierens war Schröders Politik notwendiges Krisenmanagement, aber eben keine Modernisierung, sondern ein Volksverarmungsprogramm, was zugleich die Reichen immer reicher machte.

Die Kapitalakkumulation wurde aufrechterhalten, zugleich der größte Niedriglohnsektor Europas geschaffen.

Logischerweise geht dieser Kaufkraftverlust der lohnarbeitenden Massen zu Lasten der Binnenökonomie und damit auch des Mittelstands. Der Mittelstand „geht den Bach `runter“, d.h. die Mitte macht Abstiegserfahrungen und ist bei Arbeitslosigkeit oder Zusammenbruch des Klein- und Mittelunternehmens von Prekarisierung bedroht, während die Reichen und Mächtigen immer reicher werden.

Die Klasse der Kapitalisten und Rentiers wird immer reicher, hingegen der Großteil des Volkes immer ärmer. Heute – 20 Jahre später – können in Deutschland viele Menschen ihre Miete nicht mehr bezahlen und müssen ausziehen.

Imagine

4. Januar 2022 10:34

2/2

Die Frage ist, ob es zu Schröders Politik eine Alternative gab?

Theoretisch schon, nämlich Systemtransformation, also Strukturrevolution. Jedoch praktisch war diese Alternative angesichts der Machtverhältnisse im Empire nicht gegeben.

Für die herrschende Klasse bedeutete diese Politik Reichtumsvermehrung und vor allem Zeitgewinn angesichts eines unaufhaltsam niedergehenden kapitalistischen Systems, wo sich in den früheren Wohlstandsinseln des Kapitalismus immer mehr Verarmung und Verelendung finden, besonders in den USA mit Verslummung, Armutskriminalität, Aggressionsdelikten, Hunger, hunderttausenden Drogentoten etc.

Das kapitalistische System am Laufen zu halten, bedeutet globalisierte Wirtschaftskreisläufe sowie Massenverarmung, Abstieg der Mitte und ein globalisiertes Herrschaftsmanagement mit staatsterroristischen Mitteln.

Diesbezüglich gilt: There is no alternative.

Diese Prozesse laufen überall ähnlich in den Staaten des kapitalistischen Empire.

Ein Fremder aus Elea

4. Januar 2022 11:10

Sonnenritter,

es hängt davon ab, was Sie machen wollen. Sie könnten gezielt defizitäre Genvarianten loswerden, wiewohl die Sache auch komplexer ist und sich nicht genau sagen läßt, was dadurch alles bewirkt wird. Aber wenn es Ihnen nicht um die Vermeidung von Ausfallerscheinungen geht, welche strategisch irrelevant sind und lediglich menschliches Leid bedeuten, sondern um die strategische Verbesserung des Genoms, ist genau das Gegenteil von

"Das Einbeziehen der Technik würde also nicht die Einführung eines neuen Verfahrens bedeuten, sondern lediglich die Feinkalibrierung eines bereits bestehenden Verfahrens. Es würde eben nicht mehr mit einem groben Breitschwert, sondern mit einem feinen Skalpell selektiert werden. "

der Fall. Glauben Sie allen Ernstes, daß das blinde Herumwurschteln in einem Datensalat zielgerichteter zur Verbesserung unseres Genoms führt, als das Herauspicken eines Partners aus Millionen von Alternativen basierend auf dem menschlichen Urteil des Wählenden? Das ist völlig absurd.

Gracchus

4. Januar 2022 11:53

@Ein Fremder aus Elea

Sie missverstehen mich. Ich heiße das doch nicht gut. 

Maiordomus

4. Januar 2022 12:18

@imagine. "Massenverarmung?" Der moderne Sozialstaat bietet zumindest im Betreuungsbereich, auf Heimebene und dergleichen alten Leuten z.B. über den Winter die bessere Ernährung, bessere Heizung, bessere Betreuung als es womöglich Kaiser Karl V. 1555 nach seinem Rücktritt auf Schloss Jussy hatte, wahrscheinlich auch mehr und vergnüglichere Unterhaltung, zu schweigen von der medizinischen Betreuung. Und ein Sondersetting eines schwer erziehbaren Flüchtlingskindes aus Eritrea, dessen Eltern zu Hause Urlaub machen, darf in einem Halbjahr um die 20 000 Franken bzw. Euro kosten, auch wenn dies natürlich nicht gerade repräsentativ ist. Am ehesten trifft zu, was Sie über die Lage des Mittelstandes ausführen, der sich aber schon seit Generationen das Jammern angewöhnt hat, nur jetzt mehr Grund dazu zu haben scheint. Politische Krisen haben, wie Wilhelm Röpke schon mal andeutete, sogar mehr mit "leerer Seele" (auf jeder gesellschaftlichen Ebene) als mit leerem Magen zu tun. Im Mittealter waren die Reichen, heute sind die Armen am ehesten dick.

Maiordomus

4. Januar 2022 12:37

@Laurenz. Es geht nicht um intellektuelle Ansprüche bei der Diskussion hier, da sind Sie längst dabei. Im Vordergrund stünde die potentielle Bewältigung der Bildungs- und Kulturkrise der Gegenwart. Mit "gender" und der "political correctness" sind wir auf dem Niveau der chinesischen Kulturrevolution angekommen; was zwar schnell mal gesagt ist. Viel schwieriger würde es, bei der Baustelle "Bildung" über diese Bestandesaufnahme wieder vorwärts zu kommen; hier wäre an seinem Ort ein Herr Bosselmann vermutlich wertvoll. Aber längst nicht jeder politische Aktivist, von diesen sogar nur die wenigsten, hätte das Format für strategische Aufbauarbeit einer Alternative, die an beste deutsche Bildungstraditionen anschliesst:  im Bewusstsein, dass wohl auch dieselben zum Niedergang im katastrophalen 20. Jahrhundert beigetragen haben. Natürlich war das Bildungsniveau der Eliten zur Zeit Fontanes höher als Guttenberg u. Baerbock, nur wissen wir, dass der Klassendünkel und anderes, auch die einst verschlafene Frauenemanzipation, gebotene Chancen nicht zur Entfaltung kommen liessen.

Niekisch

4. Januar 2022 14:50

III. im Anschluß an 3.1. 18:36:

Gibt es wirklich eine "biopolitische, experimentelle Impfkampagne" ?

Darf einem Konservativen das "Denken in Dichotomien und Extremen generell fremd sein"? Gehören beide nicht zum gesellschaftliechen und politischen Leben hinzu?

Darf der Staat nur "gerade so stark sein, daß er denjenigen Aufaben nachkommen kann, die über die Dienstleistung für den je einzelnen hinausgehen"?

Bedeutet "Balance zwischen der Sphäre der einzelnen und der des Gemeinwohls" nicht gerade auch gem. dem GG die Möglichkeit des Impfzwangs?

Kann gerade aus nationaler Sicht eine Zwangsimpfung nicht causa für die Bewahrung der Volksgesundheit sein? 

Gotlandfahrer

4. Januar 2022 15:13

Noch ein kurzer anekdotischer Nachtrag, der mir bei

"Rechts & Technik"

in den Sinn kam:

A.D. 2003 weilte ich kurz in Königsberg i.P. Neben verkohlten (spätsowjetischen) Autowracks in Innenhöfen, der noch durch Granatlöcher stellenweise abgesperrten Schloßteichpromenade, einem besoffenen zwei Meter großen U-Bootskommandanten, der mich als Faschist lynchen wollte, als er erzählt bekam, ich sei Deutscher (absolute Ausnahme, sonst waren alle neutral bis nett zu mir, insbesondere der Herr, der mir half, diesen Versuch zu überleben), der Skurrilität einer menschen- und autoleeren Hauptstraße mit rußgeschwärzten Klassizismusfassaden, in der aus irgendeinem Fenster laute Rammsteinmusik wummerte, dem mulmigen Gefühl, auf dem Platz vor dem Nordbahnhof wenige Zentimeter über einem Massengrab zu stehen, blieb mir vor allem eines in Erinnerung:  Die ins Leere hochaufragende, alleinstehende Ruinenwand der Deutschen Ostmesse, mit ihren toten Fensterlöchern, an der noch schemenhaft zu lesen stand: Mensch, bleib Herr über die Maschinen.

Soviel zum Verhältnis des NS zum technischen Fortschritt und seiner Rückkopplung auf das Lebendige.

heinrichbrueck

4. Januar 2022 15:45

@ Maiordomus
Die tatsächliche Regierung wird die Details in jedem Fall besser kennen, ob Feind oder nicht. Ihr Demokraten verteidigt die Banken, und das viele Bildungsgeschwätz ist Fruchtfleisch um diesen Kern. Die Banken haben den Rahmen gesetzt. Zeitliche Entscheidungen über hohe Zinssätze, Kapitalumschlag, Inflation, sind externen Steuerungsmechanismen unterworfen. Es spielt also keine Rolle, was die Garden Girls machen. Sobald die Schweizer Globalistenbanken nicht mehr gebraucht werden, wird die Finanzierung dieser mafiösen Vorbilddemokratie wegfallen. 

Maiordomus

4. Januar 2022 16:28

@ hb."Schweizer Globalistenbanken", denen Konservative meines Schlages schon im 19. Jhd. Misstrauen entgegengebracht haben, sind, worüber Sie nicht informiert zu sein scheinen, seit mindestens 25 Jahren nicht zuletzt aufgrund amerikanischer Direktiven im permanenten Zustand der Entmachtung, nur noch ein Schatten ihrer einstigen Bedeutung. Ihr @Denken in Zinsen, Zinssätzen, Inflation, Kapitalumschlag mit Ihrem Urteil von "Bildungsgeschwätz", wo es um jahrzehntelang erarbeitete Kenntnisse der Pandemiegeschichte, der Hexenprozesse, des Massenwahns und der irrationalen Steuerung anthropogener Prozesse gehen würde, beruht auf dem, was Marx und Engels klug als "Vulgärmaterialismus" einschätzten. Als Macchiavelli-, Hobbes-, Freud-, Schmitt- u. Jüngerleser u. falls Sie eine Ahnung z.B. vom Islam und anderen Religionen haben, sollte Ihnen klar sein, dass letzte Gründe menschlichen Verhaltens mit dem Verhältnis zum Tod zusammenhängen; ein Gesichtspunkt, den Sie zwar bei durchschnittlichen Mitgliedern der heutigen Regierung einschliesslich Ihres Expertenstabes, incl. des ärztlichen, bis zum läppischen Weltärztepräsidenten, nun mal so wenig als vertieft voraussetzen können wie bei Ihrem eigenen, von grossen Ökonomen keineswegs geteilten Denken. Sie sollten die Literaturgespräche bei SiN stärker ernst nehmen oder meinetwegen Sophokles u. Shakespeare.  

Laurenz

4. Januar 2022 16:35

@HeinrichBrück @Maiordomus

"Banken"

Vorsicht!

Ihre Aussagen stimmen für längst vergangene Jahrzehnte, aber jetzt schon lange nicht mehr. In den USA gibt es nur deshalb leichte Zinsanpassungen nach oben, weil die Zentralbank den Banken gehört. Hier geht es den Banken beschissen. Ich schrieb das doch schon letzte oder vorletzte Woche. Mehr als die Hälfte der Bankangestellten wird in den nächsten 5 Jahren den Arbeitsplatz verlieren. Der Politik ist das vollkommen egal, solange "Madame Inflation" (Frau Lagarde) im Sinne der Politik funktioniert. Und die Politik braucht dringend Inflation. Das sind die erhöhten (indirekten) Steuern von denen der bei diesem Thema etwas ahnungslose @Imagine schreibt. ( Aber das ist Ihm nur wenig vorzuwerfen. Die wenigsten Menschen heute sind Generalisten.)

In den letzten Jahren lagen die Renditen der Reichen (bei den Vermögensverwaltungen) bei ca. 15%. Inflationsbereinigt sind das noch 9-10% reine Rendite. Deshalb muß man mittlerweile "das Kapital" von Banken abgehoben sehen.

Maiordomus

4. Januar 2022 16:54

PS. Bei aller Kritik, die auf diesem Strang Martin Sellner wieder mal über sich ergehen lassen musste, glaube ich, @Heinrich Brück, dass Sellner mit seiner permanenten Betonung der metapolitischen Ebene klarer sieht als Sie, dem im Vergleich zu "Zinssätzen, Kapitalumschlag, Inflation und externen Steuerungsmechanismen" die Tolstoi-Frage nach der konkret messbaren "Erde, die der Mensch braucht", vielleicht abhanden gekommen sein könnte. Was der Mensch "Jenseits von Angebot und Nachfrage"  (Röpke) für das Leben als wesentlich erachtet angesichts des Todes als "Ewigkeit", wobei freilich auch Völker nicht für dieselbe bestimmt sind. Dabei sucht MS als Polit-Aktivist Orientierung für sich selber und die deutsche Rechte; stets in Verbindung mit allerlei Aktivitäten, die in einem wesentlichen Fall (siehe die Analysen Sieferles und Foucaults) auf Klarsicht, in anderen Fällen vielleicht auf noch nicht ausgereiften Perspektiven beruhen. 

Imagine

4. Januar 2022 17:10

@Maiordomus

Selektive Lektüre  - und mag sie noch so umfangreich sein – führt zur Halbbildung. Halbbildung sei schlimmer als Unbildung, meinten unsere Lehrer. Adorno bezeichnete sie als Verfallsform von Bildung.

Leider sind Sie ein Beispiel dafür. Was sie über die Marxsche Theorie schreiben, ist grässlicher Nonsens. Sie haben mangels Marx-Studium noch nicht einmal den sog. „Grundwiderspruch“ begriffen, jenen zwischen „Produktionsverhältnissen“ und „Produktivkräften“.

Historisch antiquierte bzw. „falsche“ Produktionsverhältnisse machen aus Produktivkräften Destruktivkräfte, die sich zerstörerisch auf Mensch und Natur auswirken.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.