Netzfundstücke (119) – Rus, Impfdating, Umkehrung

»Herausgekommen ist eine ausführliche Biographie des russischen Präsidenten, die es tunlichst vermeidet, in Bewunderung oder Abscheu abzudriften«,

urteil­te der Autor der fol­gen­den Zei­len in den Netz­fund­stü­cken (114) »Putin, Otte, Wie­chert« über die neue, bei Manu­scrip­tum erschie­ne­ne Putin-Bio­gra­phie von Tho­mas Fasbender.

Ein Urteil, das Sezes­si­on-Lite­ra­tur­re­dak­teu­rin Ellen Kositza in ihrem jüngs­ten Vor­stel­lungs­vi­deo teilt und Fas­ben­ders ein­zig­ar­ti­gen Blick auf das im Ent­ste­hen begrif­fe­ne impe­ria­le Ruß­land des 21. Jahr­hun­derts herausstreicht:

Im Nor­den des unge­heu­ren Flä­chen­kon­ti­nents, des­sen Osten im Auf­stieg begrif­fen ist, wäh­rend der Wes­ten im Abend­licht glänzt, ist Ruß­land viel­leicht das neue Dazwischen.

Fas­ben­ders kennt­nis­rei­che Bio­gra­phie über Wla­di­mir W. Putin erhal­ten Sie natür­lich wie immer direkt hier, bei Antai­os, dem größ­ten kon­ser­va­ti­ven Versandbuchhandel.


In den Netz­fund­stü­cken (114) wur­de außer­dem auf eine älte­re ARTE-Doku­men­ta­ti­on hin­ge­wie­sen, die den Wech­sel der Macht von Boris Jel­zin zu Putin nachzeichnet.

Seit­dem ist frei­lich viel gesche­hen und der Putin von heu­te ein ande­rer als der dama­li­ge – Fas­ben­der spricht von einem Putin 2.0, der ab dem Jahr 2012 einen schär­fe­ren Ton anschlägt und die bereits prä­sen­te Abwehr­hal­tung gegen­über dem Wes­ten ausbaut.

Ruß­land hat sich unter Putin geo­po­li­tisch in Stel­lung gebracht und macht unver­hoh­len Ansprü­che gel­tend: Geor­gi­en, die Krim sowie die Repu­bli­ken im Osten der Ukrai­ne. Außen­po­li­ti­sche Inter­es­sen ver­schmel­zen mit dem alten Kampf um die Rus, die nun in der groß­an­ge­leg­ten mili­tä­ri­schen Offen­si­ve in der Ukrai­ne kulminieren.

Anders als in Geor­gi­en oder wie beson­ders auf der Krim gesche­hen, wird der mili­tä­ri­sche Ein­satz nicht mehr bedeck­män­telt, son­dern offen geführt. Der Maß­stab der Ope­ra­ti­on läßt die Ver­schleie­rungs­tak­ti­ken nicht zu, die bis­her Anwen­dung fan­den. Aus die­ser Per­spek­ti­ve lesen sich die rus­si­schen Mili­tär­in­ter­ven­tio­nen seit Geor­gi­en wie der lang­sa­me Auf­bau zum Krieg gegen die Ukraine.

Der fran­zö­si­sche Doku­men­tar­fil­mer Fré­dé­ric Tonol­li hat die­sen Auf­bau, Die Rück­kehr des rus­si­schen Bären, doku­men­tiert und sowohl Kri­ti­ker als auch Unter­stüt­zer des neu­en Ruß­lands zu Wort kommenlassen:


Noch ein Zuschlag zum Krieg zwi­schen Ruß­land und der Ukrai­ne; die Lage­ein­schät­zung von Micha­el Lüders, Poli­tik­wis­sen­schaft­ler und bekannt für sei­ne Ana­ly­sen zur Geo­po­li­tik im Nahen Osten:


Abge­se­hen vom Krieg im Osten Euro­pas ist Coro­na wei­ter­hin prä­sent bzw. kämpft Gesund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach hän­de­rin­gend dar­um, daß ange­sichts der exis­ten­ti­el­le­ren Nöte (stei­gen­de Ener­gie­kos­ten, Infla­ti­on etc.), die der Krieg in der Ukrai­ne zur Fol­ge hat, Coro­na nicht in Ver­ges­sen­heit gerät. Schließ­lich ste­cken wir ja mit­ten in einer Pandemie!

Und Obacht ist wei­ter­hin ange­bracht, denn wäh­rend alle Augen auf Kiew gerich­tet sind, bas­telt man im Bun­des­tag flei­ßig an der all­ge­mei­nen Impf­pflicht. Der­weil Öster­reich nach Ein­füh­rung der Impf­pflicht wie­der davon abge­rückt ist und im Groß­teil unse­rer euro­päi­schen Nach­bar­län­der die Maß­nah­men auf­ge­ho­ben oder ihr Ende ein­ge­läu­tet wur­de, trot­tet man in Deutsch­land in die ent­ge­gen­ge­setz­te Richtung.

Der deut­sche »Free­dom Day« ist eine Mogel­pa­ckung, in des­sen Kern ein Maß­nah­men­pa­ket mit dem Namen »Basis­schutz« steckt. Doch das Volk trot­tet im gro­ßen und gan­zen mit. Dabei läßt sich eine erstaun­li­che Kon­ti­nui­tät zwi­schen der Boos­ter­be­reit­schaft und undif­fe­ren­zier­ten Jubel­ari­en auf die ukrai­ni­sche Wider­stands­kraft fest­stel­len. Es geht von einem hys­te­ri­schen Wahn­zu­stand in den nächsten.

Ein Dating­rat­ge­ber der etwas ande­ren Art zeigt, wel­che selt­sa­men Blü­ten die­ser Mas­sen­wahn treibt: Mar­ty­na Rieck geht für die Ham­bur­ger Aus­füh­rung des urba­nen Life­sty­le­ma­ga­zins Mit Ver­gnü­gen der Fra­ge nach, ob »man ein*en Impfgegner*in daten« könne.

Der zeit­geis­ti­ge Ein­satz der Gen­der­stern­chen signa­li­siert bereits, wie die Ant­wort auf die­se Fra­ge aus­fal­len wird. »Wie geht Lie­be nach Coro­na – vor allem, wenn der Impf­sta­tus in der App ange­zeigt wird?« Der Alarm für abwei­chen­des Ver­hal­ten und gefähr­li­che Gedan­ken, die kon­trär zu denen der eige­nen kos­mo­po­li­ti­schen Peer­group der ange­sag­ten Ham­bur­ger Sze­ne­vier­tel läuft, wird von Rieck feinjustiert:

Es ist ganz natür­lich, dass man sich mit jeman­dem tref­fen möch­te, der auf gesun­de Wei­se mit Ängs­ten umge­hen kann und zudem noch eine Mei­nung ver­tritt, die in der Wis­sen­schaft ver­an­kert ist und nicht in Q‑A­non-Foren…

Und wei­ter geht es mit der coro­na­kon­for­men Opti­mie­rung der Partnersuche:

Um nach einer Pan­de­mie eine neue Bezie­hung ein­zu­ge­hen, ist es wich­tig, kon­kre­te Fra­gen dar­über zu stel­len, wie sich jemand wäh­rend der Pan­de­mie ver­hal­ten hat.

Hat­ten Sie beim Ein­kauf ein­mal kei­ne Mas­ke auf? Dann ste­hen Ihre Chan­cen, Frau Rieck in die Ham­bur­ger Sze­ne­bars aus­zu­füh­ren, eher schlecht. Wie man mit den Auf­war­tun­gen Unge­impf­ter zu ver­fah­ren habe, macht Rieck anhand des Erfah­rungs­be­richts einer Freun­din deutlich:

Sie match­te [auf der Dating­platt­form Tin­der] einen jun­gen Mann, freu­te sich dar­auf – nach Mona­ten ohne Dates, Küs­sen, Nähe und Bauch­krib­beln – end­lich wie­der schick essen zu gehen, sich nett zu unter­hal­ten und wer weiß was noch. Offen war sie. Unge­impft war er. Das wuss­te sie aber lei­der nicht, hat­te auch nicht gefragt. Bewusst wur­de ihr die­ses unpas­sen­de Match erst, als er mein­te, er kön­ne nicht ins Restau­rant rein und frag­te, ob sie nicht lie­ber spa­zie­ren gehen woll­ten. »Jetzt bin ich schon hier«, dach­te sie, was nach zwei Stun­den am win­di­gen Hafen ent­lang lau­fen jedoch schnell in Frust umsprang. Mist, hät­te sie mal mehr auf das nicht vor­han­de­ne Sprit­zen­sym­bol auf Tin­der geach­tet, dann hät­te sie sich ein Date erspart mit jeman­dem, mit dem es eh nie gepasst hät­te. Tja, Impfgegner*innen sind nach Coro­na defi­ni­tiv Teil der glei­chen Dating-No-Go-Lis­te gewor­den, der Jah­re zuvor schon AfD-Wähler*innen hin­zu­ge­fügt wurden…

Ein Para­de­bei­spiel dafür, wie sich der tota­li­tä­re Geist der »Mit­te« im All­tags­le­ben nie­der­schlägt. Den Untext gibt es in sei­ner Gesamt­heit hier zu lesen.


Coro­na und nun der Krieg in der Ukrai­ne ent­stel­len die tota­li­tä­re Ent­wick­lung im libe­ra­len Wes­ten zur Kennt­lich­keit. Aber wie paßt das zusam­men, Tota­li­ta­ris­mus und libe­ra­le Demo­kra­tien? Sind das nicht Gegen­sät­ze und gibt es theo­re­ti­sche Erklä­rungs­an­sät­ze für das Phänomen?

Der US-ame­ri­ka­ni­sche Phi­lo­soph Shel­don S. Wolin bezeich­ne­te die­se Ver­bin­dung aus Ele­men­ten libe­ra­ler Demo­kra­tien und tota­li­tä­rer Sys­te­me als einen »inver­tier­ten« bzw. »umge­kehr­ten Tota­li­ta­ris­mus«. Wolin defi­nier­te meh­re­re Wesens­merk­ma­le des »umge­kehr­ten Tota­li­ta­ris­mus«, von denen eines uns auf der poli­ti­schen Rech­ten bekannt vor­kom­men soll­te: die wei­che Form sei­ner Sank­tio­nen gegen­über kon­trä­ren Mei­nun­gen zur vor­geb­lich »alter­na­tiv­lo­sen« Mehrheitsmeinung.

Har­sche Bestra­fun­gen, wie sie für klas­sisch tota­li­tä­re Sys­te­me üblich sind, wer­den gemie­den, statt des­sen treibt man die­je­ni­gen, die auf­be­geh­ren, in den sozia­len Tod:

Unser tota­li­sie­ren­des Sys­tem hat jedoch sei­ne eige­nen Metho­den und Stra­te­gien ent­wi­ckelt. Sei­ne Genia­li­tät besteht dar­in, die tota­le Macht aus­zu­üben, ohne den Anschein zu erwe­cken, Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger zu errich­ten, ideo­lo­gi­sche Ein­heit­lich­keit zu erzwin­gen oder abwei­chen­de Ele­men­te gewalt­sam zu unter­drü­cken, solan­ge bis sie unwirk­sam sind.

Ent­schei­dend für den umge­kehr­ten Tota­li­ta­ris­mus ist das Kan­ni­ba­li­sie­ren der demo­kra­ti­schen Insti­tu­tio­nen, indem er das Sys­tem nicht von außen revo­lu­tio­när besei­tigt, son­dern von innen her­aus kor­rum­piert, wäh­rend­dem die »ent­po­li­ti­sier­te« Mas­se durch »mono­chro­ma­ti­sche« Medi­en auf Linie gebracht wird:

Auf dem stark struk­tu­rier­ten Markt­platz der Ideen, der von Medi­en­kon­glo­me­ra­ten ver­wal­tet wird, herr­schen jedoch die Ver­käu­fer und die Käu­fer pas­sen sich dem an, was die­sel­ben Medi­en zum »Main­stream« erklärt haben. Die freie Zir­ku­la­ti­on von Ideen ist durch ihre kon­trol­lier­te Zir­ku­la­ri­tät ersetzt worden.

Coro­na und jetzt der Krieg in der Ukrai­ne zei­gen, wie die­se Ein­eb­nung auf eine medi­al-gestrick­te Rea­li­tät mus­ter­gül­tig funk­tio­niert und mit den Sozia­len Medi­en eine sich selbst­ver­stär­ken­de Strom­li­ni­en­för­mig­keit erfährt, die das Ver­fal­len in einen Mas­sen­rausch begünstigen.

Gleich­wohl betrach­te­te Wolin das post­de­mo­kra­ti­sche Phä­no­men, ähn­lich wie sein euro­päi­sches Pen­dant Colin Crouch, aus einer lin­ken Per­spek­ti­ve und mit Fokus auf die Bush-Ära, wes­we­gen er für die Ver­mäh­lung neo­li­be­ra­ler Akteu­re mit pro­gres­sis­ti­schen Kräf­ten der Lin­ken, die zum wesent­li­chen Trä­ger der von ihm kri­ti­sier­ten Ent­wick­lung wur­den, blind blieb.

Aus die­ser lin­ken Grund­hal­tung ent­springt fer­ner Wolins unan­ge­brach­tes Grund­ver­trau­en in die demo­kra­ti­sche Idee: Er über­sieht die in der Demo­kra­tie imma­nen­te Ten­denz, bei der kon­se­quen­ten Anwen­dung ihrer Grund­prin­zi­pi­en in eben­je­ne Ver­falls­for­men abzu­drif­ten, die Wolin für kor­ri­gier­bar und »ledig­lich« für einen Aus­druck kapi­ta­lis­ti­scher Kor­rum­pie­rung hält. Auf der Basis einer grund­sätz­li­chen Demo­kra­tie­kri­tik ist der »umge­kehr­te Tota­li­ta­ris­mus« also kein ein­zig­ar­ti­ges Ereig­nis, kei­ne tra­gi­sche Fehl­ent­wick­lung, son­dern die natür­li­che Nie­der­gangs­form demo­kra­ti­scher Systeme.

Unge­ach­tet die­ser Kri­tik sind Wolins Ana­ly­sen lesens­wert, beson­ders im Hin­blick auf die Instru­men­ta­li­sie­rung der Mas­se in jüngs­ter Zeit. Ähn­lich sah das der West­end Ver­lag, der Wolins Demo­cra­cy Incor­po­ra­ted. Mana­ged Demo­cra­cy and the Spec­ter of Inver­ted Tota­li­ta­ria­nism nun mit dem Titel Umge­kehr­ter Tota­li­ta­ris­mus. Fak­ti­sche Macht­ver­häl­nis­se und ihre zer­stö­re­ri­schen Aus­wir­kun­gen auf unse­re Demo­kra­tie ins Deut­sche über­setzt und mit einem Vor­wort von Rai­ner Maus­feld ver­se­hen hat, der im Jahr 2015 mit War­um schwei­gen die Läm­mer? in eine ähn­li­che Ker­be wie Wolin schlug.

In einem kur­zen Gespräch mit dem Ver­lag stellt Maus­feld Wolins Werk dem deut­schen Leser vor:

Einen rech­ten Blick auf das Phä­no­men »Post-Demo­kra­tie« nimmt übri­gens Karl­heinz Weiß­mann im gleich­na­mi­gen kapla­ken vor. Sowohl Wolins Umge­kehr­ten Tota­li­ta­ris­mus als auch Weiß­manns Über­sicht zu post­de­mo­kra­ti­schen Theo­rien erhal­ten Sie hier, bei Antaios.

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Kommentare (47)

RMH

14. März 2022 10:59

"Sie matchte [auf der Datingplattform Tinder] einen jungen Mann, freute sich darauf – nach Monaten ohne Dates, Küssen, Nähe und Bauchkribbeln – endlich wieder schick essen zu gehen."

Ja, klar, auf Tinder - um schick essen zu gehen (Kopfklatsch) ...

Heinrich Loewe

14. März 2022 12:32

Nur innerhalb entweder der Impfbefürworter- oder Impfgegner-Kohorte zu daten finde ich eine hervorragende Idee. Erhöht garantiert die Wahrscheinlichkeit für was Stabileres. Ernsthaft.

Niedersachse

14. März 2022 13:17

"Es ist ganz natürlich, dass man sich mit jemandem treffen möchte, der auf gesunde Weise mit Ängsten umgehen kann..."

Dieser Logik nach dürfte man sich eben nicht mit "Maßnahmen- Befürwortern" und "Impf- Fanatikern" treffen. Denn gerade ebenjene legen ja ein pathologisches Verhalten an den Tag.

 

"...und zudem noch eine Meinung vertritt, die in der Wissenschaft verankert ist..."

Da haben wir es wieder, dieses Mitläufertum und Herdenverhalten. Hätte sich die Dame vor dem Schreiben ihres Textes in die Materie eingearbeitet, wäre ihr wohl kaum entgangen, dass es "die Wissenschaft" nicht gibt und noch nie gegeben hat, dass speziell in Deutschland Wissenschaftler, die eine gegenteilige Meinung vertreten, geächtet werden usw. Der Text ist nichts weiter als die übliche ehrlose Niedertracht, Sendungsbewusstsein und "auf der richtigen Seite stehen wollen".

Simplicius Teutsch

14. März 2022 13:43

@ Niedersachse: „die übliche ehrlose Niedertracht“

Ich bin fast ein bisschen erschrocken. Wo soll das noch hinführen, was sich die freiheitlich-demokratischen Mainstream-Medien (MM) an pauschaler HETZE und Mobilmachung gegen andere Gesinnungen erlauben? – Und „ntv“ zähle ich in diesen Topf der MM.

Gerade eben, ein Artikel, vom 14. März 2022 (von Sebastian Schneider):

ÜBERSCHRIFT: „Corona-Leugner verteidigen Putins Krieg“

Unter-ÜBERSCHRIFT: „>Querdenker< verbreiten über zwei Jahre Covid-Falschmeldungen im Netz, nun wird in den Telegram-Kanälen russische Propaganda zum Ukraine-Krieg geteilt.“

Null-Differenzierungsbereitschaft. Solche fetten Überschriften sind eine (Bürger- ) Kriegserklärung an Gesinnungsabweichler. Ich empfinde das so.

Die MM inklusive des herrschenden Politpersonals haben sich längst verabschiedet von einer verantwortungsvollen Gesamtbetrachtung und Handhabung der Probleme und Meinungsunterschiede im Lande. Aber das muss ich hier nicht sagen.

https://www.n-tv.de/politik/Corona-Leugner-verteidigen-Putins-Krieg-article23190103.html

 

Laurenz

14. März 2022 13:59

@JS

Momentan schicken sich die Geboosterten in den Corona-Krankenhausbelegungen an, die Ungeimpften zu überholen. Wir werden in den nächsten Jahren sehen, ob die junge Tinder-Dame überhaupt noch Kinder zeugen können wird. Und wenn, ja, ob die Kinder von geimpften Eltern nicht ernsthafte Schäden davongetragen haben werden.

Die Entwicklung Ihrer Putin-Beschreibung hin zum Ukrainekrieg erachte ich als schlicht falsch oder zumindest übertrieben. Die Option des Ukraine-Kriegs wurde vom Westen gezogen, das sollte zumindest jedem geo-politisch Interessierten klar sein.

Hier die jüngsten Putschversuche des Westens in Rußlands Nachbarschaft.  https://youtu.be/oa5-Aw-M7N8  oder hier https://www.deutschlandfunk.de/proteste-in-kasachstan-und-die-interessen-russlands-100.html

Ohne russische Unterstützung wären Lukaschenko & Toqajew gefallen. Nach diesen Operationen des Westens fiel die Entscheidung, den Westen in der Ukraine zu entsorgen.

In Bergkarabach war sogar der Westen zufrieden, weil scheißegal  https://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_um_Bergkarabach_2020

Aber über diesen Krieg sind ja alle im Westen, vor allem auf der SiN, bestens informiert, oder nicht?

Caroline Sommerfeld

14. März 2022 14:37

Österreich hat den Impfzwang nicht aufgehoben, nur verschoben - jederzeit scharfstellbar, das Gesetz. Die FPÖ kommentiert das folgendermaßen.
Unlängst bei der Bank herrscht die Bank-Trulla die lange Warteschlange an: "Aaaabstand! Auch wenn wir jetzt Rußlandkrise haben!"

Fordring

14. März 2022 17:50

"Ohne russische Unterstützung wären Lukaschenko & Toqajew gefallen"

 

Oh nein, nicht der liebe Lukashenko.

Langsam wird dieser krampfhafte Reflex einiger in der dissidenten Szene, alles gut zu finden, was der Mainstream schlecht findet, und umgekehrt, wirklich absurd. Putin ist absolut kein Ethnonationalist, sondern ein raffgieriger Semi-Diktator, der schon vor 20 Jahren hunderte seiner Landsleute bei inszenierten Anschlägen getötet hat, um einen Casus Belli für den 2. Tschetschenienkrieg zu bekommen. Russland finanziert rechte Parteien im Westen nur, weil wir aus unterschiedlichen Gründen teilweise die gleichen Feinde haben.

Niekisch

14. März 2022 19:43

"Rußland hat sich unter Putin geopolitisch in Stellung gebracht und macht unverhohlen Ansprüche geltend: Georgien, die Krim sowie die Republiken im Osten der Ukraine"

Anschließend umschließt er die USA mit Stützpunkten, stationiert Truppen in Mexiko, organisiert Armenspeisungen mit Borscht-Suppe in der Bronx, um die US-Gesellschaft zu unterminieren.

Auf Sehrohrtiefe

14. März 2022 21:06

Vielen Dank für die regelmäßigen, guten Hinweise auf differenziertere Dokumentationen zu Rußland.

Man mag über Rußland und die Ukraine denken, was man will, und keiner der beiden ist heilig zu sprechen. Im Grundsätzlichen aber ist die Positionierung einfach. Deutschland ist zweimal von den VSA besiegt worden und von sonst niemandem, und anschließend erfolgte die bis heute andauernde Fremdherrschaft. Wenn die VSA (und ihre Lakaien) einen Konflikt mit Rußland austragen, stehe ich auf der Seite Rußlands. Das gilt auch für die nächsten Kapitel in dieser Fortsetzungsgeschichte, denn sie wird nach der - von den VSA als Sieg zurechtgelogenen - Niederlage der Ukraine weitergehen. Der Westen wird sich vielleicht eines Tages umbesinnen, wenn China zu stark wird, aber dann ist es zu spät. Näheres hierzu wird bereits bei der bevorstehenden chinesischen Invasion Taiwans zu studieren sein.

Niekisch

14. März 2022 21:48

@ Auf Sehrohrtiefe: Nein, der "Westen" wird sich nicht umbesinnen, sondern wegen der für ihn schon jetzt zu grossen Stärke Chinas Russland schnellstmöglich zerlegen wollen, um China umschliessen zu können und zu erdrosseln. Es wird nicht gelingen.

Ordoliberal

14. März 2022 21:58

1.

"Er übersieht die in der Demokratie immanente Tendenz, bei der konsequenten Anwendung ihrer Grundprinzipien in (...) Verfallsformen abzudriften."

Was sind denn die Grundprinzipien der Demokratie? Allgemeine, freie und gleiche Wahlen? Und deren konsequente Durchführung führt zu Verfall? So ein Blödsinn!

Immer dieses vage Geschwätz von Demokratie! Was allein zählt und Bedeutung hat, ist der Rechtsstaat und seine Prinzipien: Gleichheit vor dem Gesetz, Gewaltenteilung, Rechtsgebundenheit der Exekutive, Parlamentarismus, verfassungsmäßig garantierte Grundrechte, kurz: Wettbewerbsprinzip, Haftungsprinzip, Selbstbestimmungsprinzip.

Würden all diese Prinzipien konsequent angewendet, hätten wir den heutigen Verfall nicht.  Der Verfall des Westens ist eine Folge der Korruption seiner liberalen Institutionen.

Ordoliberal

14. März 2022 22:00

2.

Schon Ludwig von Mises hat darauf hingewiesen, dass "Kapitalismus" ein linker Kampfbegriff ist, den Liberale und Konservative vermeiden sollten. Wo der Begriff überhaupt sinnvoll verwendet wird, bedeutet er nichts anderes als Marktwirtschaft.

Die Korruption unserer Institutionen besteht im Niedergang der Marktwirtschaft und im Aufstieg der sozialistischen Stakeholder-Idee. Damit wird der liberale Westen nicht "zur Kenntlichkeit entstellt", sondern er verwandelt sich in das, was der Liberalismus schon immer bekämpft: die oligarchische Technokratie.

Zu behaupten, das sei eine historisch zwingende Entwicklung des Liberalismus, ist purer Sozialismus. Wer das tut und gleichzeitig ethnisch national denkt, darf sich nicht empören, wenn er vom Gegner Nationalsozialist genannt wird, und nicht solidarischer Patriot.

Skeptiker

14. März 2022 22:33

@Fordring

DANKE

Hier ist wirklich Absurdistan. Alles wird so zurecht gebogen, wie es in das vermeintliche Weltbild passt. Putin und seine Oligarchen bereichern sich seit Jahren auf Kosten des Volkes. Die freie Meinungsbildung wird unterdrückt, die Opposition ausgeschaltet. Hier bei uns wird eine medizinische Maßnahme zum Kampf um Freiheit erklärt. Aber ein völlig absurder, verbrecherischer unnötiger Krieg gegen ein freies Volk wird mit den noch so verrücktesten Argumenten verteidigt. Das erkläre mir, wer will? Ich bin da raus!!!

Lausitzer

15. März 2022 00:23

Russland ist die einzige Großmacht, die bei der Globohomo-Ideologie nicht mitmacht, im Gegenteil. Zwischen Russland und der Nato herrscht schon lange Krieg. Putin muss ihn, wenn Russland überleben will direkt militärisch beantworten. Die USA haben ein Interesse an einem Dauerkonflikt zwischen Westeuropa und Russland. Meine Sympathie gehört Putin und den Russen, und nicht der USA und ihren Lakaien.

Laurenz

15. März 2022 00:46

Um mal auf ein Manko auf diesem philosophischen Forum hinzuweisen, der Ökonomie, in welcher tatsächlichen Lage wir stecken, 2 Artikel für diejenigen, die der Eminenz den Vorzug geben.... anstatt dauernd irgendwelches Geschwätz vom Tiefen Staat zu postulieren..... hier spielt die Musik.

https://www.cashkurs.com/wirtschaftsfacts/beitrag/eins-zwei-drei-neues-weltwaehrungssystem-namens-bretton-woods-iii-schaelt-sich-aus-dem-ei

https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/russlands-rohstoffreichtum-koennte-nun-nach-indien-fliessen/

RMH

15. März 2022 06:54

"Russland finanziert rechte Parteien im Westen nur, weil wir aus unterschiedlichen Gründen teilweise die gleichen Feinde haben."

@Fordring,

tausche Finanzierung rechter Parteien durch Propagandaunterstützung, insbesondere via social media (zur Auch- Printmedia-Szene kann man keine öffentlichen Aussagen treffen, ohne sich ne einstweilige Verfügung zu fangen, aber manches drängt sich förmlich auf, insbesondere, wenn man die Vita mancher Schreiber kennt) und dann trifft es die Sache vermutlich eher. Wäre mir neu, dass AfD, NPD oder andere Geld von Russland bekommen - gut, bei der AfD gabs für den einen oder anderen evtl. mal das eine oder andere "schicke Essen" in Moskau, aber das sind ja Peanuts, die unerheblich sind.

Im Übrigen stimme ich Ihrem Beitrag zu.

kikl

15. März 2022 07:44

Diese Zeiten sind schlimm. Lisa Eckart hat die Lösung: Ein Trojanisches Pferd in Form einer Matrjoschka. Der Inhalt ist toxisch. Ob Putin darauf reinfällt? ;-)

https://www.youtube.com/watch?v=xxqN7uobjsA

quarz

15. März 2022 08:00

@ordoliberal

In Ihren Ausführungen fehlt mir die Würdigung freier Informationsflüsse. "Freie Wahlen", bei denen die Optionen zuvor durch quasimonopolistische Manipulation der Meinungsbildung so geframt wurden, dass auf dem Stimmzettel de facto "edle Partei(en)" vs. "menschenverachtende Partei" zur Auswahl stehen, sind keine freien Wahlen.

Für jede Handlungstheorie, die diesen Namen verdient, impliziert der Begriff der Wahl, dass es Alternativen gibt. Wenn aber eine Wahl als Entscheidung zwischen Gut und Böse inszeniert wird (und nicht als Entscheidung zwischen unterschiedlichen Vorschlägen zur Erlangung des Guten), dann haben moralisch handelnde Menschen keine Wahl mehr.

In Ihrer Vorstellung besteht des Elektorat anscheinend aus lauter reifen, gefestigten und intellektuell souveränen Individuen, die sich nicht durch billige Propaganda aufs Glatteis führen lassen, und deren Meinungen durch "freie Wahlen" nur noch abgefragt werden müssen, damit dem demokratischen Erfordernis der Wahlfreiheit genüge getan wird. Das ist eine falsche Prämisse.

Hartwig aus LG8

15. März 2022 08:04

Die Frage, ob wir als deutsches Volk die Chance haben werden, sowohl physisch als auch kulturell weiter zu existieren, um am Ende dieses Jahrhunderts überhaupt noch da zu sein, wird unter anderem auch in diesem Russland-Ukraine-Krieg beantwortet.

Wieviel Rechtsstaat, Wohlstand und Freiheit langfristig übrig bleiben, wird man sehen. Vermutlich nicht viel. Aber ist das bei dieser Ausgangslage wirklich vorrangig?

 

 

Seit mindestens einem Jahrzehnt frage ich mich, ob Deutschland ein DisneyLand, ein Irrenhaus oder ein Kindergarten ist. Wahrscheinlich ist es ein Mix aus allem.

Umlautkombinat

15. März 2022 08:37

> Langsam wird dieser krampfhafte Reflex einiger in der dissidenten Szene, alles gut zu finden, was der Mainstream schlecht findet, und umgekehrt, wirklich absurd.

Das ist aber eine wesentliche Klammer, die man m.E. nicht voreilig mit Bewertungen wie 'absurd'  abwatschen sollte. Sie wird ausgenutzt - deswegen erhebt  man ja z.B. Pseudogleichsetzungen wie Coronaleugner=Putinfreunde, Querdenker=Rechte/Nazis/weissnichtwas - derart leicht und schnell.

Aber natuerlich enthaelt das den Kern eines generellen Staatsmisstrauens, und der ist eine gute Sache! Auf den muss man auch einmal selbst positiv statt negativ setzen und ihn benutzen statt auch noch selbst am Madigmachen teilzunehmen. Auch wenn das zu Fehlern fuehren kann.

Es hat einen Grund , warum diese Gemeinsamkeit von den entsprechenden Interessenten konsequent negativ konnotiert wird. Und warum das durchgehend passiert und man darauf achtet, keine Gelegenheit dazu auszulassen, bis dahin solche Gelegenheiten selbst zu schaffen. Denn dieser Verdruss greift an die Wurzel und ist damit eine uebergreifende Sache, die gefuerchtet wird. Genau deswegen wird sie derart bekaempft.

Franz Bettinger

15. März 2022 08:48

@Seerohrtiefe: China hat sich schon einmal schwer vertan: 1979 im verlorenen (oder unentschiedenen) Krieg gegen Vietnam. Ein Angriff auf Taiwan? Halte ich für sehr riskant. Ich glaube nicht, dass das kommt. Wenn überhaupt, wird man mit Taiwan daselbe machen wie mit dem Rest dieser Welt: Man wird die Regierung kaufen und danach Land und Volk einsacken.

Franz Bettinger

15. März 2022 08:52

Ich sage voraus: Es wird niemals einen Atomkrieg geben. Und konventionell? Ist Russland zu besiegen, ja. China nicht. China wird man zerstören, aber nie besiegen können. Warum? Es hat etwas mit Mentalität zu tun. 

Waldgaenger aus Schwaben

15. März 2022 08:54

Mit einem gewissen Stolz blicke ich auf meinen Beitrag vom 24.2. um 15:48

hier

Niemand auch Putin nicht kann den weiteren Kriegsverlauf vorher sehen. Was wenn die Ukraine sich stärker wehrt, als vorhergesehen. Wird der Westen wochenlang dem tapferen Kämpfen und Sterben der Ukraine zusehen, oder wird er Waffen liefern, über polnisches Gebiet oder das schwarze Meer von Rumänien aus.

Fazit: Putin beschwört den 3. Weltkrieg herauf! Die deutsche Rechte hat seine Aggressivität aus purem Antiamerikanismus unterschätzt anstatt jetzt den Fehler einzusehen, verteidigt sie ihn noch und beschäftigt sich mit sinnlosen Sandkastenspielen aus dem vorherigen Jahrhundert.

 

Der 3. Weltkrieg hat noch nicht begonnen. Bezüglich meiner Aussage über die deutsche Rechte habe ich leider Recht behalten. "Von Putin lernen, heißt verlieren lernen."

Wer die Schlachten der Vergangenheit nochmals schlagen will, wird sie wieder verlieren. 

Der inzwischen heilig gesprochene polnische Priester Jerzy Popiełuszko

sagte einmal: "Gewalt ist immer eine Lüge, die das zerstört, was sie zu retten vorgibt."

Putin und seine Anhänger werden das erfahren müssen. Sie werden ihr Reich zerstören.

Simplicius Teutsch

15. März 2022 09:01

@ Skeptiker, da muss ich Ihnen ausnahmsweise voll und ganz zustimmen (14. März 2022 22:33):

Die freie Meinungsbildung wird unterdrückt, die Opposition ausgeschaltet.“

Laurenz

15. März 2022 09:48

@Franz Bettinger

"Atom-Waffen-Verhältnis"

Strategische Atomwaffen USA-Rußland ca. 1:1

Taktische Atomwaffen NATO-Rußland ca. 1:100

Gustav

15. März 2022 12:51

"Aber wie paßt das zusammen, Totalitarismus und liberale Demokratien?"

1.) Solche Strategien haben einen Namen: aufstandsbekämpfende Kriegsführung. So nennt es der US-amerikanische Rechts- und Politikwissenschaftler Bernard E. Harcourt.

Was der Theoretiker darunter versteht, ist eine Politik, die sich darum bemüht, revolutionäre Tendenzen erst gar nicht aufkommen zu lassen, indem sie gegen Phantomfeinde vorgeht und im Grunde alle Bürger ins Visier nimmt. Es handelt sich um ein neues Regierungsmodell, das sich nach Harcourt in den USA längst in voller Blüte befindet. Den zentralen Grundsatz der aufstandsbekämpfenden Kriegsführung beschreibt Harcourt damit, dass die Bevölkerung aus drei Gruppen bestehe: aus einer kleinen aktiven Minderheit von Aufständischen, einem genauso kleinen Teil, der sich dem Aufstand entgegenstellt, und einer großen, aber passiven Mehrheit. Letztere lasse sich sowohl in die eine als auch in die andere Richtung lenken, weshalb die Aufgabe der Aufstandsbekämpfung darin bestehe, die Gefolgschaft der passiven Mehrheit zu gewinnen. Zuvor müsse aber die totale Informiertheit erlangt und die aktive Minderheit vernichtet werden.

Gustav

15. März 2022 12:56

2.) Die Wurzeln dieser neuen Form des Regierens sieht Harcourt in einem militärischen Paradigma des gegenrevolutionären Krieges. Ursprünglich sei diese Strategie dafür entworfen worden, Widerstände in Kolonialgebieten niederzuschlagen. Später sollte die Aufstandsbekämpfung auch in der Außenpolitik ihre Anwendung finden, bis sie schließlich im Inland systemisch domestiziert und gegen die eigene Bevölkerung gerichtet wurde.

Jede Kommunikation, sämtliche persönlichen Daten, alle Metadaten eines jeden in der Bevölkerung müssen gesammelt und analysiert werden. Nicht nur die der aktiven Minderheit, sondern die aller Angehörigen der betreffenden Bevölkerung. Eine totale Informationskenntnis ist nötig, um zwischen Freund und Feind unterscheiden zu können.

Die umfassende Informationsbeschaffung dient dazu, potenziell gefährliche Minderheiten frühzeitig zu erkennen. Ist das getan, muss sie innerhalb der Logik aufstandsbekämpfender Kriegsführung von der allgemeinen Bevölkerung getrennt und eliminiert werden.

Parallel dazu besteht die Aufgabe darin, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die Herzen und Hirne der passiven Mehrheit zu gewinnen: „Deren Gefolgschaft und Loyalität – und letztlich ihre Passivität – sind das Allerwichtigste.

Gustav

15. März 2022 12:59

3.)

Als zum Beispiel in Deutschland zu Beginn der drakonischen Maßnahmen Menschen zu demonstrieren und einige Experten aus dem Medizinwesen Kritik zu üben begannen, wurde alles unternommen, um sie zu delegitimieren und sowohl ihre Attraktivität als auch ihren Einfluss zu begrenzen. Das geschieht bis heute, meistens still und heimlich: Kritischen Journalisten und Bürgerrechtlern werden Bankkonten gekündigt. Kritische Ärzte verlieren ihre Approbation, während reichweitenstarke Influencer nicht nur Morddrohungen bekommen, sondern sogar ins Ausland flüchten müssen, um unverhältnismäßig hohen Geldstrafen zu entkommen, die ihnen befangene Richter auferlegen.

Schaut man sich die politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse der letzten zwei Jahre an, kommt die Strategie der aufstandsbekämpfenden Kriegsführung deutlich zum Vorschein: Die Maßnahmen-Kritiker waren schnell identifiziert. Schnell machten sich Regierung und die sie stützenden Leitmedien daran, diese Minderheit per Framing und Verleumdung von der allgemeinen Bevölkerung zu isolieren.

Die aufstandsbekämpfende Kriegsführung ist somit auch hierzulande angekommen. Sie ist so perfide wie effektiv. Sie verknüpft Militärisches und Politisches auf eine Weise, in der dies die vorangegangenen Modelle nicht getan haben.

Gustav

15. März 2022 13:59

Komiker JP Sears zum Great Reset - Großartig und Schockierend

https://gegenstimme.tv/w/tWC84TMdr9cEVupJqPhxk3

Gustav

15. März 2022 17:55

Infolge des jüngsten Ausbruchs des Coronavirus hat die chinesische Regierung die Stadt Shenzhen, eine Stadt mit 17,5 Millionen Einwohnern, die als Chinas Silicon Valley bekannt ist, geschlossen und den Zugang zu Shanghai durch die Einstellung des Busverkehrs eingeschränkt. Alle Unternehmen mit Ausnahme derer, die Lebensmittel, Treibstoff und andere Güter des täglichen Bedarfs liefern, wurden angewiesen, zu schließen oder von zu Hause aus zu arbeiten.

Und da der Hafen von Shenzhen – einer der weltweit verkehrsreichsten Containerhäfen – nun ebenfalls gesperrt ist, ist mit einem neuen Chaos in den transpazifischen Lieferketten zu rechnen, gerade rechtzeitig, um sich den lahmgelegten transatlantischen Lieferketten anzuschließen, da der Ukraine-Krieg den gesamten globalen Seeverkehr lahmlegt.

Der Hang Seng Tech Index ist einer der weltweit schlechtesten Tech-Indizes seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine und ist im März um 17% gefallen, was den größten monatlichen Rückgang der bisherigen Geschichte bedeutet.

Laurenz

15. März 2022 18:48

@Gustav

Das ist ungefähr so, als wenn man Frankfurt am Main dichtmachte & sonst nichts. Ein fallender Index ist nicht weiter schlimm, ist die Wirkung eben deflationär. Ein steigender Index ist wie Geld drucken, ein fallender, wie Geld verbrennen. Die Firmen, welche in diesem Index stecken, bleiben aber dieselben. Ab und an geht eben auch mal ein Konzern pleite.

Gnaeus

15. März 2022 19:22

Gemäss oben verlinkter Doku kann der Westen schon lange wissen, dass Putin beim rumstochern und rumzündeln des Westens in der Ukraine nicht ewig zuschauen würde. Die Ukrainer liessen sich mMn von den falschen Leuten einlullen, fühlten sich wohl zu sicher. Sie sollten sich mMn möglichst schnell vom Schauspieler an der Staatsspitze trennen. Weise wäre für die Ukrainer gewesen, in anbetracht der Kräfteverhältnisse und der geopolitischen Lage, wie die Schweiz den Weg der bewaffneten Neutralität zu wählen. Putins Leugnung eines ukrainischen Staates und Volkes wird gerade Lügen gestraft. Eine Friedenslösung ohne zu grossen Gesichtsverlust für beide Seiten wäre doch: Abstimmung in den beiden Ostbezirken über die Staatszugehörigkeit, Erklärung der Ukraine als neutral bei gleichzeitiger Bewaffnung. Vor allem wäre ein schnelles Kriegsende zu wünschen.

Im Übrigen haben doch beide Staaten Regierungen, welche die Ausplünderung des Volkes und seiner Schätze akzeptieren oder sogar mittragen.

Ordoliberal

15. März 2022 21:51

@quarz

Ich stimme Ihnen hundertprozentig zu. Gerade das wollte ich ja mit meinem Beitrag ausdrücken. Wir haben keine freien Wahlen mehr. Eine Wahl setzt Auswahl voraus. Die Parteien und Medien haben aber ein Kartell gebildet und können durch Gleichschaltung ihrer Programme und "Narrative", durch Zensur, Propaganda, Verleumdung und politische Verfolgung die sozialen Kosten einer Wahl des Gegners so hochtreiben, dass es de facto einer Wahlmanipulation gleichkommt. Das politische Wettbewerbsprinzip ist außer Kraft gesetzt. Das kulturelle Wettbewerbsprinzip ist außer Kraft gesetzt. Die Monopolisierung der Wirtschaft ist der nächste und letzte Schritt zum vollen Sozialismus. Diesmal in Form eines moralischen Korporatismus oder einer oligarchischen Technokratie oder eines Regenbogenfaschismus oder wie immer man diesen Sozalismus 2.0 nennen will.

Oderint

15. März 2022 21:53

Orakel an Putin: "Wenn du den Dnipro überschreitest, wirst du ein großes Reich zerstören". 

Putin, der vermeintlich geniale Stratege, sitzt in der Ukraine-Falle und kommt nicht mehr heraus. Er hat seinen Nimbus des Schachspielers verloren und die russische Armee ihren Ruf der unwiderstehlichen Kampfmaschine (der freilich unverdient war, denn seine bisherigen militärischen Siege hat Putin gegen handtuchgroße Kleinstaaten errungen).

Höchste Zeit für alternative Medientreibenden und Patrioten, mit dem Putinverstehen aufzuhören - wenn nicht aus Anstand, so aus Kalkül, denn als Gegengewicht zu den Globalisten wird Russland für lange Zeit ausfallen. Man orientiere sich lieber an den Polen.

Schtsche ne vmerla Ukraina!

 

Gracchus

15. März 2022 22:43

Frau Kositza mit Brille - ist neu!

Dasselbe wie Putins Judo-Trainer über Putin hat mein Trainer über mich gesagt: Ich würde mit Köpfchen ringen. Dazu gehört, zu erahnen, was der Gegner vorhat. Dazu muss man sich in ihn hineinversetzen. Will man gegen Putin etwas ausrichten oder Friedden stiften, sollte man also zum Putinversteher werden.

Ich bin natürlich proukrainisch, ich denke nur nicht, dass der einzige Feind der Ukraine im Kreml sitzt.

Es könnte darauf hinauslaufen, was @Gnaeus vorschlägt. 

 

Laurenz

15. März 2022 22:44

@Oderint

Mit was begründen Sie denn Ihren Beitrag? Wir sind hier alle in der Lage, den Relotius aufzuschlagen & dann kopieren/einfügen zu tätigen.

Franz Bettinger

15. März 2022 22:44

@Gnaeus: Hätte man das 1846 in Texas, Arizona, Neumexiko ... California auch so machen sollen, die mehrheitlich mexikanischen Bewohner abstimmen lassen, ob sie zu den USA oder zu Mexiko oder lieber sich selbst gehören sollen? Grund für den Krieg (sogar nach Wikipedia) war, das Staatsgebiet der USA nach Südwesten auszudehnen. Da die Mexikaner (anders als die Russen in Alaska und Oregon) ihr Land nicht verkaufen wollten, fanden die (damals „demokratischen“, nicht "republikanischen") USA einen Anlass zum Krieg. Wie immer. Wie heute noch. Pikant: 1836 erklärten rund 35.000 texanischen Gringos ihre Unabhängigkeit - wie die Russen heute im Donbass - kamen aber nicht damit durch; bis die USA Texas "überfiel“ (das geht auch an @RMH) und (heim) ins US-Reich holte. Texas wurde 1845 von den USA annektiert. Aus der Geschichte lernen, heißt siegen lernen.

Laurenz

16. März 2022 07:24

@Gnaeus (1)

Wenn Sie

@Franz Bettinger

folgen, ist die Situation heute sogar so, daß sich die mexikanischen Latinos die ganze USA in 50 oder 70 Jahren holen, zumindest mehr als man ihnen einst nahm.

So, wie ich Ihren Beitrag verstehe, sind Sie in derselben mangelnden Empathie verloren, wie auch unser Regime zu Berlin. Das, was Sie vorschlugen, debattiert man schon 20 Jahre. Man hat sich in Moskau entschieden, jetzt ist Schluß mit lustig, da die verstrichene Zeit der 20 Jahre nur dazu benutzt wurden, gegen Rußland zu agieren.

Der Ukraine-Krieg ist doch nur ein Nebenkriegsschauplatz auf dem jetzt die Russen zurückschlagen & den Westen rausschmeißen. Der globale Wirtschaftskrieg gegen Rußland geht einzig um Rußlands Rohstoffe, die man in den 90ern schon im Sack hatte, ähnlich den Putschversuchen gegen Venezuela oder der Geschichte des Irans.

Laurenz

16. März 2022 07:31

@Gnaeus (1)

Und selbst Rußlands Rohstoffe sind nur ein Nebenkriegsschauplatz. Der eigentliche Feind heißt China. Für China ist aber ein von seinen Rohstoffexporten abhängiges, national bestimmtes Rußland viel günstiger & verläßlicher, als wenn Rußlands Rohstoffe von westlichen Konzernen kontrolliert würden. Früher ging man immer davon aus, daß wir einst mit den Russen am Ussuri stehen würden, um Sibirien mit der Waffe in der Hand gegen Chinas Horden zu verteidigen. Das ist aber gar nicht mehr notwendig. China konzentriert sich jetzt auf den wesentlichen Feind. Den Feind, den es schon immer hatte, der Westen.

Simplicius Teutsch

16. März 2022 08:59

„Er hat seinen Nimbus des Schachspielers verloren […] Höchste Zeit für alternative Medientreibenden und Patrioten, mit dem Putinverstehen aufzuhören“

Kein voreiliger Triumpf, @ Oderint! Wollen Sie das Fell des Bären zerteilen, bevor er erlegt ist?

Die russische Eröffnung war möglicherweise nur scheinbar ineffektiv und umständlich.

Skeptiker

16. März 2022 09:30

@Simplicius Deutsch

Ich finde Ihre Wortwahl völlig unangemessen. Es handelt sich bei diesem unsäglichen Krieg, der auf russischer und ukrainischer Seite nur Verlierer hervorbringt um kein Schachspiel. So zynisch kann nur formulieren, wer gesichert und warm alles mit weitem Abstand betrachtet. Ich arbeite jeden Tag mit zahlreichen Mitarbeitern sowohl aus der Ukraine wie auch Russland stammend zusammen. Insofern bin ich auch nicht auf russische Propaganda Fake-News angewiesen, denen hier einige offensichtlich vertrauen!

Oderint

16. März 2022 10:35

@Laurenz

Ich beziehe meine Einschätzung weniger aus der Relotiuspresse (in der Tat bereitet mir deren Einhelligkeit Unbehagen), als aus persönlichen Wahrnehmungen über Freunde und Verwandte in Galizien.

Die Westukrainer sind echte Russenfresser, die Abneigung gegen alles Russische ist tief in denen drin. Deshalb war es auch selbstverständlich für die Männer, selbst aus dem Ausland nach Hause zu fahren, um zu kämpfen. Die Idee, dass Russland die Westukraine jemals beherrschen und befrieden könnte, ist völlig absurd. 

Für mich ist ziemlich klar, dass die USA Putin bewusst in eine Falle gelockt haben; die Versicherung der USA vor dem Angriff, nicht eingreifen zu wollen, ist ja als Einladung zu verstehen. Biden mag schwach und dement sein, aber er hat gute Berater, auf die er auch hört.

Die große Überraschung für mich ist, dass sich auch in der Zentral- und Ostukraine so wenig Freude über den russischen Einmarsch zeigt. Wir erleben ein Zusammenwachsen der Nation im Krieg wie das Deutschlands 1870/71.

Laurenz

16. März 2022 13:55

@Oderint @L.

Ich hatte neulich die Differenzen Ungarns zur Ukraine gepostet. Auch die fremdokkupierten Ungarn leben in der Westukraine & würden gerne zu Ungarn zurückkehren. Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Und wenn man in Lemberg hockt, ist man kein Wochend-Soldat. Sind Sie Sich über die Entfernung zur jeweiligen Front im Klaren? Wenn es nennenswerte Truppenverbände im Westen der Ukraine (die aktuell gar nicht existieren) es schaffen sollten, sich der Front am Dnepr zu nähern, werden diese durch eine Zangenbewegung aus Weißrußland abgeschnitten werden. Dazu braucht man nicht auf der Akademie gewesen zu sein.

Hier die Einschätzung des Brigadegenerals a.D. Schwalb, die ich so nicht teile. Aber die Einschätzung ist informativ. 

https://www.heise.de/tp/features/Ukraine-Krieg-Auf-der-Suche-nach-einer-Friedensloesung-6576311.html

Simplicius Teutsch

16. März 2022 14:02

Ich finde Ihre Wortwahl völlig unangemessen […] es handelt sich um … kein Schachspiel“

@ Skeptiker,

Ihre moralische Empörung in allen Ehren, aber bitte nicht blind werden vor tränender Betroffenheit, sondern etwas genauer lesen, wenn Sie mir mit Blick auf das Kriegsleid in der Ukraine ZYNISMUS vorwerfen wollen. Den „Schachspieler Putin“ hat @ Oderint auf das Kommentar-Feld gebracht, nicht ich.

 

Oderint

16. März 2022 22:58

@Laurenz

Mit einem Bevölkerungsanteil Ungarisch Sprechender in der Karpato-Ukraine von 12,5 % fehlt für einen Anschluss der Region an Ungarn jegliche Grundlage. Das wird nicht stattfinden.

Ihren Überlegungen zu den militärischen Beiträgen der Westukrainer kann ich nicht ganz folgen; Tatsache ist, dass westukrainische Einheiten massiv in das Kampfgeschehen im Osten involviert sind, man sieht es leider auch an den Gefallenenlisten.

Laurenz

17. März 2022 08:51

@Oderint @L

Ungarn wird sich seinen Teil an der Ukraine holen. Stehen jetzt im Westen nennenswerte Einheiten?

Laurenz

18. März 2022 16:28

Hier mal 2 ganz unterschiedliche Artikel, die aber in der Essenz dasselbe Aussagen:

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/518171/Putin-Niedergang-des-Westens-ist-Grund-fuer-Ukraine-Krieg

https://www.tichyseinblick.de/meinungen/china-russland-neue-weltordnung/

Wenn der Westen anfängt militärisch um sich zu schlagen, wird sich dieser o.g. Prozeß noch beschleunigen. Deswegen muß auch Scholz, der das sicherlich weiß, auch ganz schnell diesen Kriegstreiber Esken entsorgen.