Netzfundstücke (131) – Riesa, Schweigen, Pipeline

»Der neue Bundesvorstand gibt viel Hoffnung«,

urteil­te Björn Höcke am Mor­gen nach der erfolg­rei­chen Wahl des neu­en AfD-Bun­des­vor­stands über das Ergeb­nis vom Par­tei­tags­sams­tag im säch­si­schen Riesa.

Jedoch soll­te der gute Ein­druck vom Sams­tag durch hit­zig geführ­te Debat­ten, die zum einen am Antrag, die alter­na­ti­ve Gewerk­schaft Zen­trum Auto­mo­bil von der Unver­ein­bar­keits­lis­te der Par­tei zu neh­men, und zum ande­ren an einer Reso­lu­ti­on zur Euro­päi­schen Uni­on ent­brann­te, getrübt werden.

Die AfD bleibt sich treu, oder wie es man­cher posi­tiv zu fas­sen such­te: So sehen nun ein­mal demo­kra­ti­sche Par­tei­ta­ge aus, die nicht im vor­hin­ein kon­zer­tiert in Hin­ter­zim­mern aus­ge­klün­gelt werden.

Das neue Mit­glied des Bun­des­vor­stands Car­lo Cle­mens, JA-Vor­sit­zen­der und Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter in NRW, kommt im Gespräch, das ich mit ihm für den Pod­cast des Bür­ger­netz­werks Ein Pro­zent, die Lage­be­spre­chung, führ­te, zu einem aus­ge­wo­ge­nen Urteil.

Immer­hin läßt sich aus Rie­sa mit­neh­men, daß der neue Bun­des­vor­stand steht und zum ers­ten Mal zumin­dest nach außen den Ein­druck ver­mit­telt, daß kei­ne der inner­par­tei­li­chen Strö­mun­gen in ihm über­re­prä­sen­tiert ist.

Außer­dem kann Bene­dikt Kai­ser sich glück­lich schät­zen, daß sein neu­es­ter kapla­ken Die Par­tei und ihr Vor­feld mit der The­ma­ti­sie­rung der »Cau­sa Zen­trum« zur rech­ten Zeit am rech­ten Ort erschien oder viel­leicht sogar auf frucht­ba­ren Boden fiel und die Ent­schei­dung des Par­tei­ta­ges, die Gewerk­schaft von der Unver­ein­bar­keits­lis­te zu strei­chen, posi­tiv beeinflußte.

Wer das lesens­wer­te Bänd­chen noch nicht sein Eigen nennt, kann es direkt hier bestel­len und her­aus­fin­den, was es mit dem Tumult um eine klei­ne alter­na­ti­ve Gewerk­schaft aus Baden-Würt­tem­berg auf sich hat.

– – –

Ein Lebens­zei­chen aus dem Netz­werk Wis­sen­schafts­frei­heit, wenn auch nur ein indi­rek­tes: Ulri­ke Acker­mann, Pro­fes­so­rin für Poli­tik­wis­sen­schaft und Mit­glied in eben­je­nem Netz­werk hat ihr neu­es Buch, Die neue Schwei­ge­spi­ra­le, ver­öf­fent­licht.

Der Name ist Pro­gramm: Die 172 Sei­ten dre­hen sich um ver­en­gen­de Mei­nungs­kor­ri­do­re, die Lust am »Can­celn« und eine vom »frei­es­ten Deutsch­land aller Zei­ten« für sich ver­buch­te Mei­nungs­frei­heit, an der de fac­to seit Jahr­zehn­ten Raub­bau betrie­ben wird.

Für den Sezes­si­on-Leser ist das alles nicht neu. Seit der Grün­dung des Insti­tuts für Staats­po­li­tik und der ers­ten Sezes­si­on-Aus­ga­be waren die rea­len Macht­ver­hält­nis­se im »herr­schafts­frei­en« bun­des­re­pu­bli­ka­ni­schen Dis­kurs stets The­ma gewe­sen. Aber der Schuh drückt mitt­ler­wei­le so stark, daß auch Per­sön­lich­kei­ten wie Acker­mann dage­gen anschreiben.

Sezes­si­on-Lite­ra­tur­re­dak­teu­rin Ellen Kositza nimmt es gelas­sen und freut sich ob der brei­ten Rezep­ti­on, die das The­ma nun in der Öffent­lich­keit erfährt:

Die neue Schwei­ge­spi­ra­le erhal­ten Sie wie immer direkt hier, bei Antai­os, dem größ­ten kon­ser­va­ti­ven Versandbuchhandel.

– – –

Andre­as Malm, Pro­gramm-Mana­ger für das Mas­ter-Stu­di­um Huma­no­k­ölo­gie an der Uni­ver­si­tät Lund und selbst­be­zeich­ne­ter »Mar­xist«, genoß in letz­ter Zeit viel Auf­merk­sam­keit. Bevor aus dem Bun­des­tags­bü­ro von Bea­trix von Storch eine Anzei­ge an Lui­sa Neu­bau­er ging, war zuerst Malm bezie­hungs­wei­se der Spie­gel für einen dort ver­öf­fent­lich­ten Malm-Arti­kel an der Rei­he gewesen.

Was die kon­ser­va­ti­ven, geset­zes­treu­en Gemü­ter nun genau die letz­ten Tage und Wochen der­art erreg­te, spürt Mar­tin Licht­mesz hier auf Sezes­si­on im Netz mit sei­ner Arti­kel­rei­he »Ökoter­ro­ris­mus« nach und stößt dabei vor allem auf »Wider­ständ­ler«, deren »Wider­stand« eine sys­te­ma­f­fir­mie­ren­de Funk­ti­on erfüllt:

Indem sie »radi­ka­li­sie­ren«, was im öffent­li­chen »Dis­kurs« ohne­hin Kon­sens ist, geben sie den Herr­schen­den die Mög­lich­keit, sich selbst als »gemä­ßigt«, »ver­nünf­tig« und jeg­li­chem Extre­mis­mus abhold zu prä­sen­tie­ren (eine ähn­li­che Rol­le spie­len die Zero-Covid-Apos­tel oder die anti­ras­sis­ti­schen Ultras).

Das kann depri­mie­ren, und um end­lich als der Revo­luz­zer wahr­ge­nom­men zu wer­den, den man ger­ne dar­stel­len wür­de, wer­den laut Licht­mesz nun radi­ka­le­re Mit­tel zur Bekämp­fung der »Kli­ma­kri­se« propagiert.

Mög­lich – auch nicht abwe­gig – aber spe­zi­ell im Fall Neu­bau­er soll­te man sich im Kla­ren dar­über sein, daß man es bei ihr mit einem PR-Pro­fi zu tun hat, für den das Sit­zen am gro­ßen Tisch wich­ti­ger als der Kampf gegen das Sys­tem ist. Und so ist ihre »necki­sche« Auf­for­de­rung, »eine Pipe­line in die Luft zu jagen«, auch zu ver­ste­hen. Wer das bier­ernst nimmt, beweist nur sei­ne Politikunfähigkeit.

Über­haupt fehlt es den neu­en »Öko-Radi­ka­len« an Strin­genz. Ted Kazcyn­ski, der im Gegen­satz zu Malm nicht nur um »Pipe­lines« her­um­la­vier­te, son­dern mit Bom­ben die aus sei­ner radi­kal-öko­lo­gi­schen Welt­sicht »Ver­ant­wort­li­chen« für das öko­lo­gi­sche Desas­ter »zur Ver­ant­wor­tung zog« respek­ti­ve töte­te, ver­kör­per­te die­se Hal­tung fer­ner über sei­ne Lebens­füh­rung: Aus­stei­ger­le­ben in der Wild­nis von Mon­ta­na, die kon­se­quen­te Abkehr vom Sys­tem, das er bis heu­te verachtet.

Außer­dem rührt die­se Welt­sicht nicht aus abs­trak­ten Pro­jek­tio­nen zu stei­gen­den Durch­schnitts­tem­pe­ra­tu­ren von ein paar Kli­ma­pro­fes­so­ren, son­dern weil vor sei­ner Haus­tür die Ern­te­ma­schi­nen die Wäl­der rodeten.

Auf dem Rücken der Keh­re 5 »Öko­lo­gie und Mili­tanz«, die sich mit der Fra­ge nach der Recht­mä­ßig­keit von öko­lo­gi­schem Wider­stand bis zu sei­nen extre­men Aus­prä­gun­gen aus­ein­an­der­setzt, und ob ein der­ar­ti­ger Wider­stand auch von rechts kom­men könn­te, steht daher nicht von unge­fähr das Kac­zyn­ski-Zitat, das das Lei­den an der Natur­zer­stö­rung kanalisiert:

But what first moti­va­ted me wasn’t anything I read. I just got mad see­ing the machi­nes rip­ping up the woods.

Kac­zyn­ski steht für eine Kon­se­quenz und ein zu-Ende-den­ken, das man beim »radi­ka­len« Malm nicht fin­det. Denn wäh­rend Malm davon über­zeugt ist, »daß wir die Ver­feue­rung von fos­si­len Brenn­stof­fen zum jet­zi­gen Zeit­punkt ganz kon­kret als eine Form von Gewalt auf­fas­sen soll­ten, weil sie Men­schen durch anhal­ten­de Dür­ren, Hit­ze­wel­len, Stür­me und Über­flu­tun­gen die Lebens­grund­la­ge raubt, wenn nicht gar ihr Leben«, ist Kac­zyn­ski sich voll­kom­men bewußt, daß sei­ne öko­lo­gi­sche Revo­lu­ti­on den Hun­ger als alte mensch­li­che Kon­stanz wie­der­brin­gen wür­de; daß die Dür­re, der Sturm und die Flut wie­der zu den bibli­schen Pla­gen wer­den, die sie vor der indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on gewe­sen sind.

Für Kac­zyn­ski ist das ein Preis, der gezahlt wer­den muß, um sich von der Herr­schaft der Tech­nik zu befrei­en und die Natur vor dem Zusam­men­bruch zu bewah­ren, der­weil Malm nicht die Ebe­ne durch­bre­chen kann, die posi­tiv-nega­ti­ven Kopp­lungs­pro­zes­se des Indus­trie­sys­tems –  Anstieg des Durch­schnitts­al­ters, medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung, »grü­ne Revo­lu­ti­on« etc. auf der einen Sei­te und die Umwelt­ver­schmut­zung auf der ande­ren Sei­te – als auf­ein­an­der bezo­gen zu erken­nen, son­dern in mar­xis­ti­sche Scha­blo­nen preßt.

Unge­ach­tet des­sen haben wir in der Keh­re 5 gezeigt, daß öko­lo­gi­scher Wider­stand, der über die Ver­bands­ar­beit und die Flug­blatt­ak­ti­on hin­aus­geht, sei­ne Berech­ti­gung hat, und daß die­ser nicht auto­ma­tisch links sein muß – die Grün­der­rie­ge der radi­ka­len Öko-Akti­vis­ten von Earth First! aus den USA sind ein Beweis dafür.

Daher wer­den beim anste­hen­den Som­mer­tref­fen in Schnell­ro­da vom 30.–31. Juli Mar­tin Licht­mesz und ich dar­über dis­ku­tie­ren, was es mit der öko­lo­gi­schen Mili­tanz auf sich hat, wann sie ernst zu neh­men ist und wann nicht, und ob es einen rech­ten Zugang zu ihr gibt.

Also mel­den Sie sich an (Infor­ma­tio­nen zur Anmel­dung hier). Wer dort the­ma­tisch vor­ge­rüs­tet erschei­nen möch­te oder die Aus­ga­be ganz gene­rell noch nicht bei sich im Regal ste­hen hat, der greift hier zur Keh­re 5 »Öko­lo­gie und Militanz«.

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Kommentare (21)

Mitleser2

25. Juni 2022 21:36

Schick: "Und so ist ihre »neckische« Aufforderung, »eine Pipeline in die Luft zu jagen«, auch zu verstehen. Wer das bierernst nimmt, beweist nur seine Politikunfähigkeit."

Auch hier wieder die falsche und unnötige Relativierung der Ökoterroristen. Versteh ich nicht. Diese rechte, sogenante Ökologie ist mir zuwider.

Nordlicht

25. Juni 2022 21:55

Dieses Spiel mit der "ökologichen Militanz", diese Behauptung, dass Naturzerstörung durch Massengesellschaften Gewalt als Mittel der Politik rechtfertigen würde, kommt von linksgrün daher und hat offensichtlich auch für Rechte einen Reiz. 

Diesem allgemeinen Ohnmachtsgefühl ein Ventil geben, jetzt mit "Öko" als Aufkleber und damit vermeintlich endlich einmal auf einer anerkannten Welle mitreiten zu können, das lockt natürlich. XR, Last Generation etc auf rechts.

Letztlich ist das ebensolche Hybris wie sie jeder Terrorist hat, was man in diesem Artikel an der Bezugnahme zu (- oder das Kokettieren mit)? Kaczynski sieht. Individuelle Befindlichkeiten rechtfertigen, sich zu Herren über Leben und Tod aufschwingen zu dürfen. 

Allnichts

25. Juni 2022 23:49

Kac­zyn­ski mag Erntemaschinen vor seiner Haustür als Warnung empfunden und dann gemäss seiner Überlegungen irgendwo im Nichts gelebt haben, aber dafür hat er im Grunde auch nie irgendetwas erreicht, während Personen wie Luisa Neubauer zwar kaltherzig langweilige wissenschaftliche Studien lesen und an irgendwelchen Tischen sitzen, dann allerdings auch mittel- und langfristig mitentscheiden.

Was mich an der Linie der "Kehre" stört, ist, dass die Möglichkeit einer Alternative zum Fortschritt ausgemalt wird. Die gibt es aber nicht, weil menschliche Gesellschaften, "die Menschheit" alles in allem nicht dazu bewegt werden können, in grossem Stil zu verzichten, solange sie dies nicht müssen, sondern sie im Gegenteil ständig auf der Suche nach Verbesserung des eigenen Zustandes sind. Vom unvermeidbaren Fortschritt muss also immer ausgegangen werden, eine Rückkehr ins Mittelalter ist keine Option. Viele Themen, die in der "Kehre" angesprochen werden, passen dazu durchaus, aber diese teils sehr reaktionäre Linie muss in der Form scheitern.

Hochtechnologie, sinnvolle Technologie, weitgehender Rückbau und Vermeidung überflüssiger und schädlicher Technologie und Rückführung weiter Teile des Raumes in naturnähere Zustände, dazu strenge Bevölkerungskontrolle.

Laurenz

25. Juni 2022 23:54

@Mitleser2

Auch hier wieder die falsche und unnötige Relativierung der Ökoterroristen. Versteh ich nicht. Diese rechte, sogenannte Ökologie ist mir zuwider.

Wer nicht auch ökologisch denkt, ist kein Rechter.

Haben Sie das nicht verstanden? Die US-Amerikaner bomben gerade ihre Vasallen auf dieser Seite des Teichs in die Steinzeit. Angesichts der ausbleibenden Energieversorgung durch Gas, Öl oder Kohle, was quasi einen terroristischen Akt nie dagewesenen Ausmaßes von uns gegen uns selbst darstellt, wollen Sie mit einer gesprengten Leitung irgendwo angeschissen kommen?

 

@Nordlicht

hat offensichtlich auch für Rechte einen Reiz. 

Könnten Sie das bitte mit einem Zitat belegen?

eike

26. Juni 2022 02:22

"... darüber diskutieren, was es mit der ökologischen Militanz auf sich hat"

Solange die "ökologische Militanz" sich nicht auf das Hauptproblem konzentriert
- die Bevölkerungsexplosion - ist sie, wie der ökologische Firlefanz insgesamt, komplett unglaubwürdig.

Fast alle Umweltprobleme wurden nur zu solchen, weil die Bevölkerung rasant anstieg, lokal oder global.

Ob eine Waldrodung ein Segen für die Umwelt ist oder ein Verbrechen an ihr, hängt von der Besiedlungsdichte ab. Bei vor kurzem noch 4 Milliarden Erdbevölkerung waren ein paar Hektar Wald kein Problem. Wieviele 'grüne Lungen' gebraucht weren, bestimmt die Anzahl der Atmenden.

Anstatt auf den allgemeinen Ökozug aufzuspringen - noch dazu mit schlecht kaschierten Kaczynski-Sympathien - sollte die Rechte die Drittweltinvasion in die übervölkerte BRD zum ökologischen Hauptthema machen.

Eine BRD mit 60 Millionen könnte ein angenehmer Lebensraum sein.

 

kikl

26. Juni 2022 08:25

"was es mit der ökologischen Militanz auf sich hat, wann sie ernst zu nehmen ist und wann nicht, und ob es einen rechten Zugang zu ihr gibt."

Der Begriff Militanz steht sowohl für eine kriegerische Haltung, ein aggressives Auftreten, eine physische Gewaltbereitschaft von Personen...

Die Militanz sollten wir den Linken ganz überlassen, damit Sie sich in der Öffentlichkeit vollkommen desavouieren. Die Kinder, die sich jetzt schreiend und heulend auf den Straßen festkleben, um die Welt zu retten, tun dafür ihr Bestes. Die Radikalisierung der Linke bietet große Angriffsflächen. Das gilt es gelassen und mit der nötigen Portion Spott bloßzustellen.

Mitleser2

26. Juni 2022 08:37

@Laurenz: Es gibt keine "ausbleibende Energieversorgung". Es gibt nur den Schuß ins eigene Knie durch völlig undurchdachte Sanktionen, egal wie man zu diesem Krieg steht. Wer zulässt, dass Sanktionen, die einen Gegner treffen sollen, sich viel stärker auf einen selbst negativ auswirken, sollte sich auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen. Und wenn dann Russland zusätzlich weiter am Gashahn dreht, machen sie es aus ihrer Sicht doch genau richtig.

Das hat doch mit Ökologie nichts zu tun. Dass ich die ökologische Position von Schick und "Die Kehre" kritisiere, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Rheinlaender

26. Juni 2022 09:09

Wer wie Kazcynski die Lebensgrundlagen eines Volkes zerstören will, um seine persönlichen ästhetischen Vorstellungen durchzusetzen, ist ganz offensichtlich ein Feind dieses Volkes, der entschlossen bekämpft gehört. Ich kann hier nicht einmal im Ansatz etwas Achtungswürdiges erkennen.

Laurenz

26. Juni 2022 09:18

@Allnichts

an der Linie der "Kehre" stört, ist, dass die Möglichkeit einer Alternative zum Fortschritt

Könnten Sie bitte ein einschlägiges Zitat aus der Kehre bringen, durch das Ihre Aussage offensichtlich wird?

 

@Mitleser2 @L. (1)

Sie lenken ab. Hier ging es BK & JS um die Thematik des Öko-Terrorismus. Diese ganzen pseudo-grünen NGOs sind doch meist staatlich subventioniert, handeln also im Auftrag des Staates, um den Staat als gemäßigt aussehen zu lassen. Desweiteren wurde die Problematik der potentiellen Öko-Terroristen geschildert, angesichts des aktuellen Zeitgeists überhaupt noch Aufmerksamkeit zu erlangen. Und was macht den Zeitgeist aus? Der Staatsterrorismus der Ampel gegen das eigene Volk. Da ist es doch vollkommen egal, ob wir die Schnupfendemie-Maßnahmen oder den Blackout oder überirdische Preise in Energiefragen herbeizitieren.

Laurenz

26. Juni 2022 09:30

@Mitleser2 @L. (2)

Was mich an Ihren, Eikes, Skeptikers & vielen anderen Schreibern stört, ist der Mangel am richtigen Lesen, um ein tieferes Nachdenken hier wirken zu lassen, worum es wirklich für uns geht. Wie die deutschen Kommunisten 1937, feiern Sie hier mit Pawlow'schen Reflexen Potemkinsche Dörfer auf der Reise zur Krim-Kur. JS wirbt doch nicht umsonst hierfür:  https://antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/reihe-kaplaken/144391/die-partei-und-ihr-vorfeld

Wir brauchen einfach vielmehr Geld, um Kampagnen fahren zu können, Medien zu entwickeln.

Auch die AfD könnten 3 jungen Anwälte einstellen, die nur nach EU-Subventionen schauen & diese im politischen Vorfeld plazieren.

BK hat entweder aufmerksam das Forum gelesen oder ist uns hier als Genius um Lichtjahre voraus. Solange wir, wie die Linken, unsere Haltung zum Besten geben, anstatt zu denken, sollen wir wie Erfolg haben?

RMH

26. Juni 2022 09:47

@Rheinländer, haben Sie schon einmal "Industrial Society and Its Future" von Kaczynski gelesen? Da geht es im Kern um Freiheit und wie diese durch zunehmende, Industrialisierung und Technologisierung dem Menschen genommen wird (Lutz Dammbeck hat das u.a. in seinem Film "das Netz", in dem dann auf die Gefahren der totalen Überwachung durch das I-Net hingewiesen wird, aufgegriffen). Dieses sog. UNA-Bomber Manifest kann man durchaus lesen und diskutieren (ich werde es aber nicht ein zweites Mal lesen). Im Grunde genommen bin ich eher bei @Allnichts. Man kann nur schlecht technologie-feindlich sein, da es Kern des Menschen ist, sich Technik zu erschaffen und anzuwenden und man dieses Rad nicht zurückdrehen kann, wenn man nicht vorgehen will, wie einstens die Roten Khmer. So sind auch die "Grünen" nicht technologiefeindlich, sondern unterscheiden manichäisch in gute und schlechte Technologie (was Quatsch ist) und entsprechend ist dann das grüne Vorfeld einseitig gegen z.T. nur vermeintlich schlechte Technologie radikal bis gewalttätig eingestellt bei fehlender Trennschärfe.

Laurenz

26. Juni 2022 10:33

Übrigens sind auch die Alt-Linken betroffen

https://www.heise.de/tp/features/Gegneranalyse-Zu-einer-Fallstudie-ueber-die-Nachdenkseiten-7152314.html

https://www.heise.de/tp/features/Negatives-Bild-von-Leitmedien-ist-doch-nicht-unsere-Schuld-7153586.html

Rosenkranz

26. Juni 2022 10:47

Einer der wichtigsten Aussagen von Ted Kazcynski war meiner Meinung nach, daß Technik niemals optional sein kann. Alles was an technischen Errungenschaften von Wissenschaftlern erfunden wurde, wird eines Tages zur Anwendung kommen. Das es sich dabei nicht nur um erwünschte Errungenschaften handelt, kann man an extremen Auswüchsen wie der Atombombe und deren Anwendung in Japan sehen.

Wenn die Zeiten es erfordern, dann kommen selbst heute von der Gesellschaft verpönte Technologien zur Anwendung. Die "Genspritze" ist ein sehr gutes Beispiel seiner Einführung und Akzeptanz in einem Land, was sich noch vor kurzem den GMO-Produkten auf dem Speiseteller verbat. 

Die großen Herausforderungen in Bezug auf die Technik liegen noch vor uns. Der Mensch wird dabei immer weiter seiner Freiheiten beraubt und die Natur geschädigt. Gesucht werden dritte Wege, um die Technik effektiv zurückzudrängen.

Danke an Jonas Schick für die Bearbeitung dieses wichtigen Feldes.

Rheinlaender

26. Juni 2022 12:06

@RMH

Ich habe mir das Manifest gerade durchgelesen und teile Ihre Ansicht, dass einige Punkt diskussionswürdig ist. Seine Kritik am Liberalkonservatismus (ab Punkt 50) halte ich persönlich sogar für sehr überzeugend. Soweit ich es überblicken kann, schreibt er an den besten Stellen seines Textes aber nichts, was im Grunde nicht schon z. B. Klages gesagt hat. Im Unterschied zu diesem war Kacynski aber ein Mörder, der durch seine Verbrechen alle seine vielleicht richtigen Worte entwertet hat. Wie bei den linken Utopisten führt der Weg in seine ideale Zukunft über die Leichen sehr vieler unschuldiger Menschen, wie er in Punkt 167 selbst erklärt und durch seine Morde bekräftigt hat. Letztlich propagiert sein Manifest Massenmord in Dimensionen, die selbst die Verbrechen des Kommunismus noch weit übertroffen hätten. Dies ist ihm auch klar, wobei er Kritik daran mit den Worten abtut, dass für die gute Sache eben Opfer gebracht werden müssen (Punkt 185). Das ist der Stil Lenins, aber nicht der eines konservativen Vordenkers. Für ökologisches Denken von Rechts gibt es sicherlich bessere Inspirationen.

Rheinlaender

26. Juni 2022 12:40

Das Manifest ist geprägt von marxistisch anmutendem Nihilismus, etwa bei Punkt 190, wo er erklärt, dass soziale Konflikte geschürt werden müssten, weil sie das System destabilisieren. Typisch kommunistisch ist auch sein Ansatz, dass die revolutionäre Elite vom angestrebten globalen Holodomor ausgespart bleiben soll und sich nicht nur frei der anderen Menschen vorzuenthaltenden Technologien bedienen solle (Punkt 202), sondern auch möglichst viele Kinder haben müsse (Punk 204). Verhungern sollen nur die anderen. Mir ist schleierhaft, wie man in diesem Manifest einen Diskussionsansatz für Konservative erkennen kann. 

Laurenz

26. Juni 2022 13:54

@Rheinländer

soziale Konflikte geschürt werden müssten

Das ist zwar links, gilt aber für alle. Vor allem dann, wenn die Linken, wie jetzt, dran sind.

 

Rosenkranz

26. Juni 2022 14:41

@Rheinlaender

Ja, Kazcynski hat gemordet. Aber wie ist die Arbeit an z.B. der Atombombe oder den Grundlagen der Atomtechnik zu werten….. Dafür gab es Nobelpreise und keiner wurde je für die Anwendung derer ins Gefängnis geworfen, obwohl sie viel Schlimmeres verursacht haben. Ist das nicht auch Massenmord oder Beteiligung am Massenmord?
Sind Wissenschaftler wirklich so unschuldig oder naiv, daß sie nicht davon ausgehen, daß ihre Entdeckung nicht auch „missbraucht“ werden kann? Das sind Fragen, die in heutigen Zeiten drängender denn je sind, wo Zwang und Druck bei der Genspritze herrschen und man teilweise Smartphone mit QRCode braucht, um am gesellschaftlichem Leben teilnehmen zu können. 
 

Mitleser2

26. Juni 2022 16:08

@Rosenkranz: Wie viele Menschen sollen übrigbleiben, wenn Sie die Technik "effektiv zurückgedrängt" haben?

Mir ist völlig klar, dass es zu viele Menschen gibt [nicht unter den weißen Europäern!], und ich habe keine Lösung anzubieten (außer der Weltdiktatur mit massiver Geburtenkontrolle, die es aber natürlich nicht geben wird, auch wenn ein Klaus Schwab vielleicht in diese Richtung denkt). Aber wenn man Technik, und damit industrielle Lebensmittelproduktion, zurückdrängen will, muss man schon erklären, auf welche Weise die Bevölkerung reduziert werden soll.

Kurativ

26. Juni 2022 21:33

Kehre 5 »Ökologie und Militanz« ist für mich das beste Heft aus dieser Reihe. Es klärt auf, über diese Bewegungen und deren Entstehungen, ohne diese zu verherrlichen oder gar zu adaptieren. Eine gute Übersicht. Interessant auch, wie zunächts alles eher Rechts war, und dann von den Linken übernommen und zerstört wurde. Bis hin zu den heutigen Grünen, welche nichts mehr mit den ursprünglichen Zielen am Hut hat, und deren Lösungen mehr zerstören als retten.

anatol broder

27. Juni 2022 16:07

@ mitleser2 16:08

«weltdiktatur mit massiver geburtenkontrolle, die es aber natürlich nicht geben wird.»

falls eine geburten-beschränkung gemeint ist, wird es diese nicht geben, (1) weil es keine globale diktatur geben wird; oder (2) weil eine globale diktatur die geburten nicht beschränken wird?

Mitleser2

27. Juni 2022 16:32

@anatol broder: ok, konnte man verschieden interpretieren. Ich meinte, es wird zu keiner globalen Diktatur kommen, die eine weltweite Geburtenkontrolle durchziehen könnte. Klaus Schwab hätte natürlich gerne den weltweiten Reset, ich sehe aber nicht wie dieser Reset gehen soll. Dass da Russland, China, Indien, Indonesien etc. mitmachen, scheint mir unwahrscheinlich.

Das Problem der Überbevölkerung in der Dritten Welt existiert aber trotzdem ganz real. Es kann natürlich sein, dass demnächst in Teilen Afrikas und Asiens Massen verhungern. Wie die Welt damit umgehen würde, ist völlig offen.

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