Über den Feindbegriff und die Intoleranz der Toleranten

Abgesehen davon, daß Carl Schmitt stupide zum „Kronjuristen des Dritten Reiches“ verkürzt wird, paßt den deutschen Jungdemokraten seine Freund-Feind-Theorie nicht.

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

Nur ist die das Poli­ti­sche gera­de­zu kon­sti­tu­ie­ren­de Freund-Feind-Kon­stel­la­ti­on zunächst zivi­li­siert bis kul­ti­viert zu beherr­schen. In der Der Begriff des Poli­ti­schen (1932) fin­det sich eigens her­aus­ge­stellt, daß der poli­ti­sche Geg­ner nicht gleich der per­sön­li­che Feind ist:

Der poli­ti­sche Feind braucht nicht mora­lisch böse, er braucht nicht ästhe­tisch häß­lich zu sein: er muß nicht als wirt­schaft­li­cher Kon­kur­rent auf­tre­ten, und es kann viel­leicht sogar vor­teil­haft sein, mit ihm Geschäf­te zu machen.

Des­sen ein­ge­denk soll­te die Pola­ri­sie­rungs­ten­denz unse­rer unmit­tel­ba­ren Gegen­wart besorgt stim­men. Gegen alter­na­ti­ve, also kon­ser­va­ti­ve bis rech­te Kräf­te – Anders­wo gibt es kein alter­na­ti­ves Den­ken mehr. – holt der Staat hart aus. Auch eine ver­meint­li­che Demo­kra­tie ist letzt­lich nur – Herrschaft.

Seit etwa fünf­zehn Jah­ren greift staats­ge­tra­gen eine for­cier­te Ideo­lo­gi­sie­rung durch, für die hier nur skiz­zen­haft Stich­wor­te auf­ge­ru­fen sei­en: Can­cel-Cul­tu­re, Woke­ness, lin­ker und grü­ner Mora­lis­mus, Gendersprache.

Mit die­ser dezi­diert lin­ken Kam­pa­gne geht ein­her, daß – min­des­tens für die Lin­ke und wohl mehr noch für die längst staats­tra­gen­den Grü­nen – der poli­ti­sche Feind gleich­falls der per­sön­li­che ist – ja, als mora­lisch böse, ja, als ästhe­tisch häß­lich gel­tend. Mehr noch:

Der Rech­te gilt nicht nur als Feind und Geg­ner, son­dern als kri­mi­nell, sogar als hoff­nungs­los ver­lo­re­ner patho­lo­gi­scher Fall, als irrever­si­bel krank, inso­fern all die von Staats wegen ver­ord­ne­ten The­ra­pien offen­bar ja nicht anschlu­gen. Nach links redu­zier­tem Auf­klä­rungs­ver­ständ­nis dürf­te es näm­lich Kri­ti­ker der gesetz­ten „Grund­ver­ein­ba­run­gen“, u. a. des ethi­schen Uni­ver­sa­lis­mus, ver­nünf­ti­ger­wei­se über­haupt nicht mehr geben.

Schon gar nicht nach den hohen Dosen poli­ti­scher Bil­dung in der repo­li­ti­sier­ten Schu­le und in Ergeb­nis der „Erzie­hung zur Demo­kra­tie“, die von all den Ver­ei­nen der soge­nann­ten „Zivil­ge­sell­schaft“ getra­gen wird, deren staat­li­che, also steu­er­geld­li­che Finan­zie­rung durch das soge­nann­ten Demo­kra­tie­för­der­ge­setz gera­de auf Dau­er gestellt wird, so daß sie zu staats­na­hen Pro­pa­gan­da­be­hör­den avancieren.

Daß es trotz for­cier­ter Staats­pro­pa­gan­da und all ihrer „zivil­ge­sell­schaft­li­chen“ und „ehren­amt­li­chen“ Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen den­noch kri­ti­sche, also kon­ser­va­ti­ve und rech­te Kri­tik gibt, kon­ster­niert die Lin­ke und die von ihr domi­nier­te Ber­li­ner Repu­blik der­art, daß sie unter Bruch ihrer Haber­mas­schen Dis­kurs­ethik gera­de­zu polit­all­er­gisch mit Dis­kurs­aus­schluß reagiert:

Rech­ten Stim­men dür­fe kei­nes­falls noch ein Podi­um gebo­ten wer­den, so die gän­gi­ge Auf­fas­sung. Als „rechts“ gilt aber mitt­ler­wei­le alles, was nicht dezi­diert links ist.

Die pene­tran­ten Dau­er­phra­sen von „Tole­ranz“ und „Viel­falt“ inten­die­ren das Gegen­teil des­sen, was die­se Begrif­fe ursprüng­lich mein­ten: Ent­ge­gen ihrer Ursprungs­se­man­tik ste­hen sie längst für die Gleich­schal­tung der Auf­fas­sun­gen und das Blo­ckie­ren aller Dis­si­den­ten. Kurio­ser­wei­se gilt das Tole­ranz­ge­bot nur noch dort, wo es über­flüs­sig ist – im Milieu der links­grü­nen und woken Gleich­ge­sinn­ten selbst.

Damit ist das lin­ke Staats-Estab­lish­ment ganz bei Carl Schmitt:

Jede wirk­li­che Demo­kra­tie beruht dar­auf, daß nicht nur Glei­ches gleich, son­dern, mit unver­meid­li­cher Kon­se­quenz, das Nicht­glei­che nicht gleich behan­delt wird. Zur Demo­kra­tie gehört also not­wen­dig ers­tens Homo­ge­ni­tät und zwei­tens – nöti­gen­falls – die Aus­schei­dung oder Ver­nich­tung des Heterogenen.

Nichts bezeich­net die aktu­el­le Ten­denz tref­fen­der, denn das wird gera­de mit staat­li­chen Bord­mit­teln betrie­ben: Aus­schei­dung und Ver­nich­tung des Hete­ro­ge­nen. Per­fi­de aller­dings, daß dies unter dem Titel „Viel­falt“ geschieht.

Es läuft eine veri­ta­ble Kul­tur­re­vo­lu­ti­on, aus­ge­hend von einem in der Bezeich­nung von Pro­fes­sor Peter Graf Kiel­man­segg „intel­lek­tu­el­len und sozia­len Milieu, das sich in bestimm­ten gesell­schaft­li­chen Berei­chen eine hege­mo­nia­le Stel­lung auf­ge­baut hat“. Hege­mo­ni­al jedoch nicht nur in der Kul­tur, son­dern vor allem in den Medi­en und zuneh­mend im Staats­ap­pa­rat selbst.

Wir erle­ben: Pro­fes­so­ren wer­den an ihrer Lehr­tä­tig­keit gehin­dert, Denk­ma­le geschleift, Stra­ßen und Plät­ze umbe­nannt, Tex­te des lite­ra­ri­schen Erbes und Schul­lek­tü­ren auf poli­tisch kor­rek­ten Sprach­ge­brauch unter­sucht, Berufs­ver­bote wer­den ver­hängt, ver­bun­den mit Gesin­nungs­schnüf­fe­lei (nicht anti­quiert über Staats­si­cher­heits­be­hör­den, son­dern ein­fach und modern via Goog­le), ganz zu schwei­gen vom schril­len Ton der reflex­ar­ti­gen Nazi-Vor­wür­fe gegen­über Kritikern.

Wer noch von einem „eth­nisch ver­stan­de­nen Volks­be­griff“ aus­zu­ge­hen wagt, gilt sogleich als „gesi­chert rechts­extrem“. Wer, kon­ster­niert von zuneh­men­der Asy­lan­ten­ge­walt, gar von „Mes­ser-Migran­ten“ spricht, der betrei­be „aus­län­der­feind­li­che Agitation“.

Über­haupt wird man in Deutsch­land schnell zum „Ver­dachts­fall“, das Denun­zi­an­ten­tum und sein Zusam­men­wir­ken mit den exe­ku­ti­ven Ver­fol­gungs­or­ga­nen gilt sogar als cou­ra­giert. In den Schu­len ist das arti­ge Nach­spre­chen der Bekennt­nis­se längst wie­der wich­ti­ger als die dif­fe­ren­zier­te Argu­men­ta­ti­on oder eine qua­li­fi­zier­te Urteilskraft.

Wirk­lich frei­mü­ti­ge Dis­kus­sio­nen, pole­mi­sche Debat­ten wie vor Jahr­zehn­ten, die zwar mir Ver­ve geführt wur­den, jedoch ohne Ver­un­glimp­fun­gen und nega­ti­ve Stig­ma­ti­sie­run­gen aus­ka­men, sind sel­ten gewor­den; die lau­te Empö­rung ist die Regel. Mit Figu­ren wie Böh­mer­mann erweist sich sogar die Sati­re als staat­lich betrie­be­ne Inqui­si­ti­on. Wer sich auf der rich­ti­gen Sei­te wähnt, stellt sei­ne thea­tra­li­sche, gar hys­te­ri­sche Empö­rung als muti­ges Han­deln heraus.

Der Begriff des „Ver­fas­sungs­fein­des“ geht übri­gens auf Schmitt zurück, eben­so das Wort von der „wehr­haf­ten Demo­kra­tie“ sowie der Satz „Kei­ne Frei­heit für die Fein­de unse­rer Frei­heit“. Die Lin­ke ist gegen­wär­tig also viel dich­ter bei Schmitt, als sie ahnen mag. Wo Lin­ke je regier­ten, ver­fuh­ren sie völ­lig dezi­sio­nis­tisch, mit­hin schmit­tia­nisch. „Auc­to­ri­tas, non veri­tas facit legem.“, das klingt auch leni­nis­tisch recht passend.

Die Dif­fe­ren­zen, die Geg­ner- und Feind­schaf­ten wer­den gera­de unver­söhn­li­cher – dies um so mehr, als hin­ter der allein gel­ten­den Leh­re die Macht der Exe­ku­ti­ve ver­sam­melt ist und man hin­sicht­lich der Judi­ka­ti­ve längst Zwei­fel hegen darf, ob sie gegen­über Ver­ein­nah­mungs­ver­su­chen tat­säch­lich unab­hän­gig bleibt. Auch Rich­ter haben häu­fig Parteibücher.

In der Legis­la­ti­ve wie­der­um meh­ren sich soge­nann­te Ent­schlie­ßungs­an­trä­ge, in Gestalt des Ein­heits­be­kennt­nis­ses jener mit­ein­an­der ver­wach­se­nen Par­tei­en, die allein ihr Bünd­nis als „demo­kra­tisch“ anse­hen – hier ein und hier noch ein ande­res Bei­spiel aus dem Land­tag Mecklenburg-Vorpommerns.

Neben dem Inhalt ach­te man auf die Spra­che, also auf die Zuschrei­bun­gen, die Kon­no­ta­tio­nen und den so hoch wie hohl klin­gen­den didak­ti­schen Duk­tus, vor allem aber auf die Iden­ti­fi­zie­rung des Feindes:

Der Land­tag tritt des­halb allen demo­kra­tie­feind­li­chen und men­schen­ver­ach­ten­den Hal­tun­gen, Bestre­bun­gen und Struk­tu­ren ent­schie­den ent­ge­gen. Demo­kra­tie, Tole­ranz und Welt­of­fen­heit zu för­dern und Extre­mis­mus zu ver­hin­dern, ist eine gesamt­ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be, für deren Gelin­gen staat­li­che und poli­ti­sche Insti­tu­tio­nen sowie die Zivil­ge­sell­schaft gemein­sam die Grund­la­gen schaf­fen müs­sen. Der Land­tag Meck­len­burg-Vor­pom­mern unter­stützt des­halb die wei­te­re Stär­kung der poli­ti­schen Bil­dung und for­dert die Lan­des­re­gie­rung in die­sem Zusam­men­hang auf, eine inten­si­ve Ver­zah­nung ihrer bereits bestehen­den umfas­sen­den Akti­vi­tä­ten mit dem kürz­lich vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern auf den Weg gebrach­ten Akti­ons­plan gegen Rechts­extre­mis­mus zu prüfen.

In ähn­li­cher Wei­se, wie Vic­tor Klem­pe­rer die „Lin­gua ter­tii Impe­rii“ beschrieb, lie­ße sich dem lin­gu­is­ti­schen Ver­fah­ren und der semio­ti­schen Kri­tik nach mitt­ler­wei­le die Spra­che der selbst­er­klär­ten Demo­kra­ten beschrei­ben und ana­ly­sie­ren. Es fin­den sich dar­in auf­schluß­rei­che ste­reo­ty­pe Ver­dik­te, die als mani­pu­la­tiv, vor allem aber als Kampf­an­sa­ge zu ver­ste­hen sind, wobei man sich in die­sem „Kampf gegen Rechts“ der Exe­ku­tiv­mit­tel des Staa­tes ver­si­chert und damit unver­hoh­len droht.

Das berei­tet mir per­sön­lich wenig Sor­ge, es läßt sich aus­hal­ten, not­falls in irgend­ei­ner Nische oder mit weit­ge­hen­der Poli­tik­abs­ti­nenz, zumal es Wich­ti­ge­res, ja Exis­ten­ti­el­le­res gibt als „Machen­schaf­ten“, wie Heid­eg­ger es formulierte.

Sor­ge berei­tet mir viel mehr, daß eine so har­te Kon­fron­ta­ti­on, wie sie gegen­wär­tig forsch von links, mit­hin vom Staat betrie­ben wird, u. a. gegen die AfD, gegen die „Jun­ge Alter­na­ti­ve“, gegen die Iden­ti­tä­ren sowie­so, daß also die­se aggres­si­ve Atta­cke, die bereit ist, einst übli­che recht­li­che oder ein­fach zivi­le Gepflo­gen­hei­ten außer Acht zu las­sen, unwei­ger­lich gegen sich ein Kor­rek­tiv auf­ru­fen wird.

Je inten­si­ver sich die­ses Kor­rek­tiv vita­li­siert, um so mehr droht die Gefahr eines ech­ten Zer­würf­nis­ses in der Gesell­schaft, vor­an­ge­trie­ben von ande­ren Dis­kre­pan­zen, vor allem von der schei­tern­den Flücht­lings­po­li­tik. Die inva­si­ve afro­asia­ti­sche Migra­ti­on, von der deut­schen Poli­tik als „links­li­be­ra­les Hege­mo­nie­pro­jekt“ (Judith Kopp) gera­de­zu for­ciert, dyna­mi­siert gegen­wär­tig Abwehr­be­we­gun­gen. – Irgend­wann schwingt das Pen­del zurück …

Noch ein­mal Carl Schmitt, dies­mal zitiert aus sei­ner Schrift „Theo­rie des Par­ti­sa­nen. Zwi­schen­be­mer­kung zum Begriff des Poli­ti­schen“ von 1963:

Die Feind­schaft wird so furcht­bar wer­den, daß man viel­leicht nicht ein­mal mehr von Feind oder Feind­schaft spre­chen darf und bei­des sogar in aller Form vor­her geäch­tet und ver­dammt wird, bevor das Ver­nich­tungs­werk begin­nen kann. Die Ver­nich­tung wird dann ganz abs­trakt und ganz abso­lut. Sie rich­tet sich über­haupt nicht mehr gegen einen Feind, son­dern dient nur noch einer angeb­lich objek­ti­ven Durch­set­zung höchs­ter Wer­te, für die bekannt­lich kein Preis zu hoch ist. Erst die Ableug­nung der wirk­li­chen Feind­schaft macht die Bahn frei für das Ver­nich­tungs­werk einer abso­lu­ten Feindschaft.

Nein, hier soll nicht der Teu­fel an die Wand gemalt und nicht der Bür­ger­krieg beschwo­ren wer­den, der hier­zu­lan­de noch nicht vor­stell­bar ist. Aber ent­zünd­li­che Kon­flik­te sind vor­stell­bar und lau­fen, so sie erst irgend­wie Gewalt, auch rhe­to­ri­sche Gewalt, gewor­den sind, schnell Gefahr, nicht mehr den übli­chen Regeln zu gehor­chen. Kann sein, wir haben ohne­hin schon mit zu vie­len guten Regeln gebro­chen, so daß es nicht beim „geis­ti­gen Bür­ger­krieg“ blei­ben wird.

Die ers­te Hälf­te des zwan­zigs­ten Jahr­hun­derts, die Jah­re nach dem ers­ten Welt­krieg, der damals noch nicht nume­riert war, zei­gen, wie die eine ideo­lo­gi­sche Wel­le die ande­re, ihr ent­ge­gen­lau­fen­de aus­lös­te und zu wel­chen furcht­ba­ren gegen­sei­ti­gen Ver­stär­kun­gen es dadurch kam, bis eine Dyna­mik erreicht war, die nicht mehr beherrscht wurde.

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

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Kommentare (34)

Franz Bettinger

6. Oktober 2023 11:13

Dem Feind mangelnde Fairness vorzuwerfen, da er die Rechten nicht in seiner Lügenpresse zu Wort kommen lässt, ist naiv. Der Feind ist der Feind und basta! - Eine Katze muss nicht begründen, weshalb sie nicht mit dem Hund vögeln will. Und wir müssen nicht begründen, warum wir mit Unseresgleichen leben und keine Fremden im Land haben wollen. Werft dem Regime dies hin und keine anderen Argumente. Redet nicht von der Kriminalität und der Scharia oder dem IQ der Invasoren. Das alles kann das System kontern mit Schein-Argumenten wie "Menschheit" und "Integration". Nein. Geht gar nicht darauf ein. Werft dem Orwell-Monster Big Brother Unverdauliches vor die Füße. Danisch sagt dazu stets "geliefert wie bestellt". Nur so wird es gehen. 
 

Franz Bettinger

6. Oktober 2023 11:18

Durch unsere Zeit zieht eine Art Auflösung, die alle Lebensbereiche erfasst. Der Ansturm aus der dritten Welt ist nur das Symptom, nicht das Problem an sich. Der Unmut, den der Kontakt mit den Eindringlingen täglich hervorruft, ist ganz natürlich. Doch die fremd fühlenden, denkenden und steinzeitlich handelnden Fremden sind nicht unser eigentlicher Gegner. Die wahren Feinde sitzen in den Kindergärten, Schulen, Universitäten, Verlagen. Hier wird das Gift gebraut, das bereits in die Köpfe der Kleinsten gepresst wird. Es ist wohl ein natürlicher Vorgang, dass schwache Völker von anderen verdrängt werden, der Untergang Europas aber ist nicht natürlich. Er resultiert nicht aus der Stärke der Afrikaner und Orientalen, sondern aus der moralischen Schwäche und der ideologischen Verirrung unserer Elitioten (= Idioten, die sich Eliten nennen). Der Feind, das sind die Leute in der eigenen Burg. Was immer diese verrückt gemacht hat, Geld oder Satan, sie sind verrückt. 

Franz Bettinger

6. Oktober 2023 11:33

Weil Definitionen im Artikel fehlen und nicht jeder Carl Schmitt kennt: Politik ist die Unterscheidung zwischen Freund und Feind. So definierte es Carl Schmitt 1932. 

Monacensis

6. Oktober 2023 12:09

Na, bislang verhält sich doch die Rechte sehr zivilisiert. Gewaltfrei ohnehin, aber auch stilistisch gesehen. Selbstverständlich soll das so bleiben, aus ethischen, taktischen und, was den Stil angeht, eben auch stilistischen Gründen. Hart und klar müssen wir trotzdem sein.
Davon zu trennen ist eine Unversöhnlichkeit, die nicht nur nur in der Sache bitter notwendig ist, sondern auch persönlich wird. Etwa gegenüber dem hiesigen Ministerpräsidenten, der der AfD vorgeworfen hat, sie "wolle zurück in die Dreißiger Jahre". Hermann Müller (SPD) wird er damit kaum gemeint haben.
Seien wir also solchen Figuren gegenüber auch persönlich unversöhnlich, bewahren wir uns aber unser den Linken weit auch stilistisch überlegenes Niveau in der Auseinandersetzung. Suaviter in modo, fortiter in re !

Monika

6. Oktober 2023 12:33

"Alles wichtige Geschehen der realen Welt - das schöne und das scheußliche - hat nämlich immer sein Vorspiel in der Sphäre der Worte." (Vaclav Havel)
Diese staatsgetragene Ideologisierung (Cancel-Culture, Wokeness, Gendersprache, linker Moralismus) bezeichnet  Rod Dreher in seinem jüngsten Buch (Lebt nicht mit  der Lüge) als sanften Totalitarismus ähnlich dem Totalitaritsmus des damaligen Ostblocks mit seiner Ideologie des Marxismus-Leninismus. Den Vergleich kann man durchaus ziehen, aber dann wäre zu fragen, woher kommt diese Ideologie, wer profitiert davon, was ist die Zielsetzung, mit welchen Methoden wird diese Ideologie durchgesetzt? Und wo sitzt das Zentralkomitee, sprich das oberste Entscheidungsgremium?
Wer wird in diesem ideologisierten Systems zum Feind? Und warum?
In einem totalitären System gibt es auf der Ebene der faktischen Macht keine Oppositionsmöglichkeiten.
Welche Formen der Opposition gibt es dann überhaupt? Hier liegt es nahe, die Dissidenten und Widerstandsformen des ehemaligen Ostblock ins Auge zu nehmen. (Vaclav Benda "Parallele Polis") u.v.a.

MARCEL

6. Oktober 2023 14:40

Besorgniserregend wie bezeichnend: Politische Stichworte werden sofort von der Wirtschaft aufgegriffen und zu Produkt-Werbungen gemacht und damit in der Breite vor-verankert, noch bevor legislativ irgendwas passiert sein muss.
Wokismus etc. ist Religion, somit ist der Feind immer auch das metaphysisch Böse und muss in seiner puren Existenz vernichtet werden (selbst der Konvertit bleibt verdächtig!).
Meine Befürchtung: Was früher noch die Schützengräben geleistet hatten, besorgen heute bequem Gewalt-Videos bzw. Computerspiele: Abstumpfung gegenüber Gewalt sowie gesteigerte Lust, sie anzuwenden.
Jean Raspail (mal wieder) beschreibt deshalb treffend, die Verwilderung schon bei den Jüngsten.
Ausblick: "Das Töten tötet das Töten" (arabisches Sprichwort, irgendwo aufgeschnappt)

Ein gebuertiger Hesse

6. Oktober 2023 18:54

„Kann sein, wir haben ohnehin schon mit zu vielen guten Regeln gebrochen, so daß es nicht beim „geistigen Bürgerkrieg“ bleiben wird."
Tiefe Einsicht in unser potentielles So-Sein, je nachdem, auf welcher Seite wir stehen, bei den Einstechern oder den Eingestochenen, aber en somme: So KÖNNTE es kommen, schon eher morgen als in irgendeiner Star-Wars-Zukunft.
Will künftig mitbedacht werden.

Blue Angel

6. Oktober 2023 20:56

Dank an Herrn Bosselmann für den sehr treffenden Text und an die Kommentatoren für die ergänzenden Gedanken.
@Monika: Die Ideologie ist die einer kleinen, individuell unsichtbaren/unbekannten, Gruppe von materialistischen (wahrscheinlich sogar satanistischen) Multimillardären, die die gesamte Erde und jeden Menschen absolut kontrollieren und beherrschen, sich selbst unsterblich machen und den größten Teil der Menschheit austilgen will. Wegen ihrer global ausgerichteten Ambitionen ist es m. E. angebracht, sie als "Globalisten" zu bezeichnen. Diese möchte-gern-"Gottgleichen" betrachten uns Normalos der Welt als Vieh, das es zu "bewirtschaften", zu "transformieren und ggf. zu "keulen" gilt. Von daher sind ihre Bestrebungen m. E. faschistisch. Sollten sich die Pläne der Globalisten durchsetzen lassen (zum Glück gibt es Gegenkräfte) wäre das tatsächlich das Ende jeder Opposition und jedes Dissidenten. 

Ein gebuertiger Hesse

6. Oktober 2023 21:45

@ Blue Angel:
Danke auch einmal mehr für Ihre sehr treffenden Gedanken, always a pleasure. Statt "Globalisten" bräuchten wir jedoch einmal einen anderen, härteren Begriff. Diese Typen sind der Krebs unserer Welt hier und jetzt. Man sollte überlegen, wie man sie entsprechend bezeichnet.

Eo

6. Oktober 2023 22:09

 
.
Richtig, Franz.
Genau diese Schwäche
 
ist gezielt  anvisiert worden, weil sie sozusagen unsere Achillesferse darstellt. Die dann natürlich ausgenutzt und in der Folge systematisch instrumentalisiert und bewirtschaftet wurde mit dem Ergebnis, das wir jetzt sehen, und dem Ziel einen nachweislich potenten Gegenspieler in Zukunft dauerhaft zu neutralisieren.
 
.
 
 

RMH

6. Oktober 2023 22:21

@Gebürtiger Hesse,
da liegen sie instinktiv richtig. Manche Bezeichnungen sind ausgehölt und jeder Halbgebildete, der mal in so eine Debatte hereinschnuppert, denkt aufgrund entsprechender - falscher - Belehrungen, mit Globalisten wären Juden gemeint. Was Quatsch ist. Kant sah bspw. auch einen Weltstaat und ein Weltbürgertum, aber er war gewiss kein "Globalist".
Zur Debatte:
Die Freund-Feind Scheidung zieht sich auch durch politische Parteien und da wird es dann hinterfragbar, wenn man als Partei eine "Alternative" sein will. Parteien sollten eher eine Form von dialektischen "Maschinen" sein, die Kämpfe nicht führen, um einen Teil auf Biegen und Brechen rauszuschmeißen. Ein innerparteilicher Antagonismus oder gar Antagonismen sollten vielmehr in vielen Fällen zu einer Art Synthese führen können. Ansonsten ist eine Partei schnell der Kaderapperat, wie wir ihn kennen. Die AfD ist leider auf dem Weg dahin - und ich wähle sie aus diesem Grund aktuell nur so lange, so lange sie weiterhin keine Aussicht auf eine Mehrheit hat, aber aus der Opposition heraus die Mehrheit ein Stück weit treiben kann.

Blue Angel

6. Oktober 2023 22:54

@RMH: Die Bezeichnung "Globalisten" ist sehr treffend und hat sich inzwischen international durchgesetzt. Es wäre daher ein großer Fehler, nach anderen und wahrscheinlich weniger treffenden Bezeichnungen zu suchen. - Die von interessierten Seiten ebenfalls sofort wieder absichtlich mißverstanden würden: Es gibt ganze Kohorten von "Belehrern", die davon leben, immer mehr Worte durch ihre gezielte "Interpretation" aus dem Sprach- und damit dem Denkgebrauch zu eliminieren ("Wer keine bösen Worte mehr kennt, kann auch keine bösen Gedanken mehr denken", sinngemäß nach George Orwell in einer seiner Dystopien).  Sich dem zu unterwerfen bedeutete die freiwillige, weitere Verengung des Spektrums des Sag- (und Denk-)baren. 
Da nich für, aber trotzdem danke @ ein gebürtiger Hesse. Die Bezeichnung "Krebs" beschriebe m. E. zwar die Größe der Gefahr, würde m. E. aber zu sehr die Sachebene verlassen. 

Gracchus

7. Oktober 2023 00:01

Sehr gut analysiert, sehr stringent und klar argumentiert.
Die Widersprüchlichkeit der linken Meinungsmache liegt so offen zutage, dass man kaum glauben kann, wie ihr dies nicht bewusst sein kann; gleichzeitig scheinen sie sich dessen aber tatsächlich nicht bewusst zu sein. Prototyp: Habermas, der Philosoph der BRD. 
Carl Schmitt ist ein bedeutsamer Denker, natürlich mit blinden Flecken. Einiges hat er sehr scharf gesehen. Dank eines Realismus (oder dem Blick des katholischen Außenseiters in einem kulturprotestantischen Milieu). Stichworte: "Krise der Repräsentation", "Tyrannei der Werte". Auch die Technokratie hat er heraufdämmern sehen, damals verkörpert in der Sowjetunion. Auch die der Demokratie totalitäre Tendenz hat er gesehen. 

Gracchus

7. Oktober 2023 00:33

Folgt man Schmitts Begriff des Politischen, kann man zu dem Schluss kommen, dass Deutschland politisch aufgehört hat zu existieren. Zwar haben deutsche Minister Russland zum Feind erklärt, diese Feinderklärung ist aber von einer anderen Macht oktroyiert und resultiert nicht aus der Bedrohung der eigenen Identität. Die Feinderklärungen nach innen ("gegen rechts") muten wie verzweifelte Ersatzhandlungen an.
Mit dem Begriff des Politischen kann man einiges sehen. Allerdings hat der Begriff auch etwas Tautologisches oder unaufhebbar Paradoxes. Es ist nämlich gar nicht so klar, ob der Feind zuerst da ist oder die Identität. Beides scheint sich vielmehr gleichzeitig zu bilden. Dann ist auch nicht klar: wenn der politische Feind notfalls sogar getötet werden kann, die Gründe dafür aber weder moralische, ästhetische, wirtschaftliche sind, sondern rein im Politischen liegen - welche sind das? Es gibt sie nicht, deshalb muss sich das Politische immer einer Ideologie oder besser noch Theologie bedienen. 
 
 

Gotlandfahrer

7. Oktober 2023 01:15

1/3
Ein politischer Feind kann doch nur jemand sein, mit dem man in einem existenziellen Interessenskonflikt steht.
Selbstverständlich ist Demokratie Herrschaft, es ist durch ein definiertes Abstimmungsverfahren organisierte und legitimierte Herrschaft.
Lassen Sie mich, geschätzter HB, zunächst in einem Satz zusammenfassen, was uns Professor Dirsch in dem von der Sezession auf TG geposteten Vortrag zu „Propaganda“ mitteilt (danke, dass damit ein Schwerpunkt auf psychologische Theorie gesetzt wurde, bis auf den Sommerfeld’schen Kranz um ihre Luhmann-Expertise herum habe ich das zumeist hier vermisst, da „sowas“ entscheidend für das Verständnis der Lage ist): Man kann das Bewusstsein der Masse lenken.
So ist es.
Und das bedeutet, dass es auch in einer Demokratie darauf ankommt, wer das Bewusstsein lenkt. Denn das definierte Abstimmungsverfahren erzeugt Ergebnisse, die sich der wünscht, der das Bewusstsein lenkt. Im Falle Deutschlands und des gesamten Westens ist es jemand, mit dem die Völker des Westens, allen voran das deutsche, in einem existenziellen Interessenskonflikt stehen. Der „Staat“ und das ganze Drumherum: Ist ein Ergebnis der Bewusstseinslenkung der Masse seitens ihres eigenen politischen Feindes.
So einfach ist das.

Gotlandfahrer

7. Oktober 2023 01:20

2/3
Der politische Feind will aber in erster Linie nicht uns Rechten an den Hals. Sondern den Völkern. Wir stehen nur im Weg. Entsprechend werden wir gebrandmarkt, um nicht als Fürsprecher der Völker zu gelten. Solange sich der Feind seiner Sache sicher ist, sind wir sogar nützlich, denn er kann unser Brandmarken zur Festigung seiner Ansagen nutzen. Erst wenn er sein eigenes Ende nahen spürt, geht er in die Vollen und zeigt, zu was er fähig ist. Zu töten.
Auch gemäß des Vortrags von Professor Dirsch muss angenommen werden, dass eine Heilung der Lage nicht durch vorausschauende Divergenz der meisten Einzelnen zur Machterzählung erwartet werden kann. Die Herde braucht klare Ansagen, sonst trampelt sie alles nieder, was im Weg steht. 
Der Herde wurde eingebläut, dass es links zum Wasser geht. Um sie über die Klippe zu treiben. Viele sind längst schon gestürzt. Schiebt sich der Rest auch noch rüber? Ich bin hoffnungsfroh, dass die Ansager im Glauben gelassen wurden, die Herde zu kontrollieren. Um sie eindeutig als Klippentreiber zu zeigen. Werden die Schreie der Stürzenden zahlreicher pro Zeiteinheit, beschleunigt sich also das Stürzen, kommt Unsicherheit auf. Zuvor waren es nur einzelner Opfer auf dem Weg Richtung Wasser. Jetzt wird auf einmal dem Ansager nicht mehr getraut.
Zeit, für den neuen Ansager. Einen, der es gut mit der Herde meint, weil er ein Teil von ihr ist. Dann geht es nach rechts. Und hierin liegt die politische Feindschaft, also der existenzielle Konflikt.

Gotlandfahrer

7. Oktober 2023 01:21

3/3
Was ich zu sagen versuche, lieber HB: Arbeiten Sie sich nicht an den Linken ab. Die tun mir leid, weil ihre Ideale pervertiert benutzt werden, um uns allen zu schaden. Natürlich habe sich schwächliche Figuren zu allem Möglichen hinreißen lassen. Weil sie eben schwach sind. Linke Ideale werden pervertiert, wie zuvor rechte Ideale pervertiert wurden, um uns allen zu schaden. Im Grunde werden alle Ideale pervertiert. DAS ist doch das eigentlich Interessante an der Lage!
Meine Gebete und guten Wünsche gelten heute Tino Chrupalla.

Gimli

7. Oktober 2023 11:05

Franz B. Sie reden rassistischen Blödsinn. Migranten als steinzeitlich abzutun und von Überlegenheit von Völkern zu sprechen, ist irrationaler Unfug. Und entspringt selber eher primitiven Denktraditionen. Vor 100 Jahren und davor haben wir scheinbar aufgeklärte christlich indoktrinierte Westler die "armen Wilden" besucht, missioniert, vergewaltigt, ausgebeutet, umgebracht. Waren die Motive ehrenhaft? Waren wir moralisch überlegen? Im Recht?Wenn sich heute Menschen auf den Weg zu uns begeben in der Hoffnung auf ein wirtschaftlich besseres und friedlicheres Leben, begegnen Sie diesen wirklich auf beschämend primitivem Niveau. Das wird der Komplexität nicht gerecht. 

Blue Angel

7. Oktober 2023 14:01

Ihre Analyse trifft m. E. einige Zusammenhänge auf den Punkt, Gotlandfahrer. Chapeau!
Ein kleiner Einwand bezügl. korrumpierter Ideale: Ideale inform von reinen Ideen/Vorstellungen/Wünschen mögen korrumpierbar sein. Sobald sie mit der Seele verbunden und im praktischen Alltag zu gelebten Tugenden/Haltungen kristalliert sind, bezweifle ich ihre Korrumpierbarkeit. 
Was Linke betrifft, stimme ich zu. Solange sie in derartige Widersprüche/Dissonanzen verstrickt sind, kann man sie bedauern aber nicht ernstnehmen.

Laurenz

7. Oktober 2023 14:37

@Gotlandfahrer ... Ja, dieser Vortrag ist wirklich gut. https://youtu.be/awQ3EpxccN8 Allerdings hört die Manipulation der Masse dann auf zu wirken, wenn die Lenkung die Masse Ihrem Abgrund zustreben läßt. Aktuell bedeutet das Narrativ für die Mehrheit eine existenzielle, materielle Bedrohungslage. Wer hat schon 200.000 Euro über, ein Haus zu sanieren, oder eine sinnlose Heizung einzubauen. Das betrifft Mieter genauso, da ja diese Kosten umgelegt werden werden. Auch die Wohnungssituation, bei einem Rückgang der Bautätigkeit & ungebremster Invasion, inflationäre Mietkosten, ist katastrophal.  Sobald die Kosten den persönlichen Rahmen zu sprengen drohen, hört jegliche Manipulation auf. Und es gibt noch weitere Bedrohungen.

SolarisPost

7. Oktober 2023 16:51

Carl Schmitt interessiert jetzt nicht. Es geht um den real-existierenden Ausnahmezustand und den kommenden. Und ich wies hier schon einmal auf den Unterschied in den Machtverhältnissen hin. 1930 ff. konnte jeder wissen, wo die Macht lokalisiert war und wie das System funktioniert. Heute wissen wir das nicht.
Aber wir könnten einmal eine Fragen stellen. Woher bekamen/bekommen Merkel, Spahn, Lauterbach und Scholz ihre Anweisungen?

SolarisPost

7. Oktober 2023 16:52

Ein Mensch ist weder eine Ware, noch ein Mittel zum Zweck. Er ist Zweck an sich. Wir sind nicht die Objekte eines technologischen Systems. Auch bin ich nicht der Unterworfene einer plutokratischen Macht, die ihren Kontrollzwang und ihre Lügen zur Grundlage einer neuen „Normalität“ machen will. Eine „Normalität“ die sich Perversion, Paranoia und Gewalt bedient, ist der größte denkbare Feind des Menschen und der Menschlichkeit: Faschismus. 
Faschismus war nicht nur Zivilisationsbruch, kein bloßer Rückfall in die Barbarei, sondern es war der Umschlag von gesellschaftlicher Rationalität in Irrationalität auf höchstem technischem und tiefstem menschlichem Niveau. Faschismus ist die totale Reduzierung des Menschen auf eine Sache, auf einen Fall. Jederzeit verfügbar ist der Mensch ein reines Objekt der bürokratischen Verfahren und der Macht. 2020-2022  hatte  der angst- und panikverbreitende  Maßnahmestaat  den Zugriff auf unsere Körper. Die Mund-Nasenschutzpflicht, Abstands- und Impfpflicht war der Übergriff einer staatlichen Gewalt. Die Menschen wurden absichtsvoll zu einem verdinglichten Objekt, entrechtet und verhöhnt.  
Die Verantwortlichen verschweigen bis heute grundsätzlich die Vorgeschichte und die internationalen Aktivitäten von Netzwerken und Organisationen im Vorfeld der Ausrufung des Ausnahmezustandes im Zusammenhang mit SarsCov2. 
 

Laurenz

7. Oktober 2023 17:38

@Gimli ... Wenn sich heute Menschen auf den Weg zu uns begeben in der Hoffnung auf ein wirtschaftlich besseres und friedlicheres Leben, begegnen Sie diesen wirklich auf beschämend primitivem Niveau. ...  Auf welchem moralisch hochstenden Niveau, haben Sie wie viele Menschen, die den Weg zu uns beendet haben, denn aufgenommen? Oder tun Sie nur so? Was ist mit den Turnhallen Ihrer Kinder? Oder deren Schule? Oder spenden Sie Ihr halbes Einkommen?

Laurenz

7. Oktober 2023 20:10

@SolarisPost ... Faschismus gab es originär nur in Italien oder in jeder feudalen Monarchie. Hier hängt das Schicksal der Bürger immer von der Qualität der höchsten Instanz ab. Wir hatten in Deutschland spätestens seit Karl dem Schlächter ideologischen Faschismus. Hingegen der Nationalsozialismus muß nicht eskalieren, wie zB in China, auch wenn da jede Woche korrupte Beamte in irgendeinem Stadion öffentlich erschossen werden. Die Mehrheit der Chinesen ist dankbar, nicht mehr hungern zu müssen & die Chance zu haben, ein Leben im Mittelstand zuu führen & die Reisefreiheit zu genießen. Auch die Chinesen werden irgendwann dazu übergehen, Unliebsame nur noch virtuell zu exekutieren, wie bei uns.

Gracchus

7. Oktober 2023 20:14

@Gimli, Laurenz
Wen als steinzeitlich zu bezeichnen, ist nicht rassistisch. Allenfalls die ziemlich schräge Hund-Katze-Analogie - zumal empirisch tausendfach widerlegt. 
Fairerweise: Gimli hat nicht Moral, sondern mehr Komplexität eingefordert. Franz B. wiederum hat ausdrücklich nicht Migranten als Gegner markiert. Die Diskussion scheint daher etwas - unnötig. 
Im Übrigen teile ich Bosselmanns Sorge. Ein weiterer blinder Fleck der linken Meinungsmacher: dass sie die Verrohung befördern, die sie anprangern (s. EKs Beitrag).
 

Maiordomus

8. Oktober 2023 09:40

@Bosselmann. Habe Sie bzw. Kommentare von Ihnen hauptsächlich von der belletristischen Seite und hoher Authentizität als Zeitzeugen gewürdigt, mit Erfahrungen, die nun mal Wessis und ich als Schweizer auf diese Weise nicht vorweisen können. Betrifft auch Ihre Bildungsgeschichte, von der Sie wiederum ein Zeuge mit hoher Eigenkompetenz sind, was immer diejeigen sagen mögen mit je anderer Herkunft, ich z.B. mit kritisch verarbeitetem benediktinisch-jesuitischem Hintergrund, derart, dass kath. Bildungshäuser von diesen meinen Grundlagen heute lieber keinen Gebrauch machen wollen. Nun aber haben Sie, Herr Bosselmann, gezeigt, dass Sie nicht nur ein Ex-DDR-Autobiograph sind, sondern auch analytisch was drauf haben, wobei Carl Schmitt selbst für Rechte immer wieder eine differenziert zu interpretierende Knacknuss bleibt. Z.B. sah ich vor meinem ersten Seminar bei Prof. Lübbe diesen Denker noch zu stark  in Klischees der heute noch sich an den Universitäten und in den Medien breitmachenden Nichtswisser. Sie aber, @Bosselmann, zeigen hier, wie gerade diese "Nichtswisser" Schmitt auf für sie selber offenbar unvorstellbare Weise bestätigen. Ich gratuliere Ihnen zu dieser Leistung, bei der Sie sich vor keinem Polit-Theoretiker von SiN bzw. Schnellroda-Referenten verstecken müssten.  Freue mich auf jeden Ihrer Beiträge, möglichem Andersmeinen inbegriffen!  

Gimli

8. Oktober 2023 13:36

@Laurenz: Ihr Unterstellungen (tun Sie nur so) und maßlosen Forderungen (halbes Einkommen spenden) sind reinster Plurv und disqualifizieren Sie für sachliche Auseinandersetzungen. Aber in der Tat: Wir haben 2020/2021 ganz praktisch Handys, Handtücher und Thermoskannen (heißes Wasser für Säuglingsnahrung oder auch Tee angesichts knapper "Küchen"-Ressourcen in den Sammelunterkünften) gesammelt; ebenso sind Handtücher -irrwitzig- Mangelware) gesammelt (auf die Menge sind wir stolz). Meine Frau hilft in einer Einrichtung wöchentlich mit bei der Bewältigung von Amtspost von Migraten und Asylsuchenden; ein junger Christ in der Ausbildung zum Altenpfleger wäscht und trocknet bei uns seine Wäsche. Ansonsten tragen wir mit unseren Steuern unseren Beitrag zu Dingen, die wir befürworten sowie für die Dinge, die wir ungern mittragen. 
Und ich wiederhole mich gern: Ihre Proletensprache, Laurenz, oder auch die zuweilen zornig-unsachlichen Ausbrüche von Franz B. (bis weit ins "Unsagbare") tragen nichts zur Lösung bei. Und sind inhaltlich meines Erachtens inhumanistisch bis primitiv. Starker Widerspruch zu der Bildungshuberei und den Zitatenschlachten hier. 

anatol broder

8. Oktober 2023 23:25

@ gracchus 00:33
einverstanden. ich untersuche nun die aussage, eine theologie (lehre mit gott) sei besser als eine ideologie (lehre ohne gott).
das paar sei spieler und feind. der spieler verkündet die notfällige tötung des feindes. je nach verfahren begründet er sie unterschiedlich.
(1) der spieler entmenschlicht den feind.
(1.1) ideologisch. der feind ist kein mensch.
(1.1.1) materialistisch. beispiel: der feind hat nur vier finger statt fünf.(1.1.2) idealistisch. beispiel: der feind hat nur vier gefühle statt zehn.
(1.2) theologisch. der feind hat keine verbindung zu gott.
(1.2.1) der feind hat die verbindung verloren. beispiel: der feind hat die seele verkauft.(1.2.2) der feind hatte nie eine verbindung. beispiel: der feind ist nicht getauft.
(2) der spieler erhebt sich über den feind.
(2.1) ideologisch. hier sind unzählige wege möglich, ich nenne drei.
(2.1.1) intellektuell. der spieler weiss mehr als der feind, deshalb darf er mehr.(2.1.2) kollektivistisch. der spieler vertritt mehr menschen als der feind, deshalb darf er mehr.(2.1.3) geschlechtich. der spieler übernimmt mehr arbeit bei der fortpflanzung als der feind, deshalb darf er mehr .
(2.2) theologisch. bei einem gott ist es einfach.
(2.2.1) engelsgleich. der spieler hat einen auftrag von gott.(2.2.2) gottesgleich. der spieler ist gott.
eine theologie geht mehr in die tiefe, eine ideologie geht mehr in die breite. mir scheint eine tiefere begründung angemessener für die tötung.

anatol broder

8. Oktober 2023 23:58

@ gracchus 00:33
(fortsetzung)
zur erheiterung hänge ich ein ideologisches beispiel um pythagoras (en) von corey mohler an.

Gimli

9. Oktober 2023 07:37

@Gracchus: Hat F.B. wohl ..."Der Ansturm aus der dritten Welt ist nur das Symptom, nicht das Problem an sich. Der Unmut, den der Kontakt mit den Eindringlingen täglich hervorruft, ist ganz natürlich. Doch die fremd fühlenden, denkenden und steinzeitlich handelnden Fremden sind nicht unser eigentlicher Gegner." Steinzeitlich handelnde Fremde aus der Dritten Welt, schreibt er da deutlich. Das geht nicht. Seine weitere Ausführung ent-lastet diese Menschen dann im Bezug auf (ja was eigentlich?) zu Lasten einer heterogenen Gruppe von inländischen Intellektuellen und Führungspersonen, die angeblich allesamt eine "fürs Volk" nachteilige Agenda fahren. Ich würde ja sagen: Es sind die oft ins Feld geführten christlich-abendländischen Werte, die Europas HAndeln ggü dem Osten und dem Süden in der Migrationsfrage leiten. Krieg und Armut sind die Treiber. An beiden sind wir direkt oder indirekt als Westen beteiligt. Initiativen wie zB das Lieferkettengesetz sind kleine Eingeständnisse und ist etwas Übernahme von Verwantwortung "fürs Ganze". In Extremsituationen gelingt es zuweilen, grenzüberschreitend zu handeln: Die FCKW-Politik ist zu nennen, Covid hat internationalisiert. Sind die Gefahren abstrakt und langfristig, versagen wir. Wir wissen es oft besser, können aber nicht besser. 

Franz Bettinger

9. Oktober 2023 10:50

@Gimli: Als was würden Sie die Steinigung einer Frau bezeichnen? Steinzeitlich? Übrigens habe ich nichts gegen Rassen. Ich liebe sie, diese Vielfalt. Vor allem schätze ich die Unterschiede zwischen den Rassen.
Ein Konstrukt nur? Hier zur Untermalung den schwarzen Mohammed Ali. Vielleicht kapieren Sie's jetzt. 
 

Sandstein

9. Oktober 2023 13:01

@Gimli 
"Meine Frau hilft in einer Einrichtung wöchentlich mit bei der Bewältigung von Amtspost von Migraten und Asylsuchenden; ein junger Christ in der Ausbildung zum Altenpfleger wäscht und trocknet bei uns seine Wäsche. Ansonsten tragen wir mit unseren Steuern unseren Beitrag zu Dingen, die wir befürworten sowie für die Dinge, die wir ungern mittragen."
Die Story mit den Thermoskannen und Handtüchern bringen Sie jetzt zum dritten Mal. Ganz großes Kino, aber reicht dann auch mal wieder. Und ich gehe jede Wette ein, dass Sie sich für deutsche Obdachlose und sozial schwache Familien einen Dreck kümmern. Aber immer schön auf der Welle reiten, das können Sie ganz gut. Und was Völker und ihr Überleben angeht: Lesen Sie doch einfach mal ein Geschichtsbuch, meine Güte.

Gracchus

9. Oktober 2023 13:17

@Gimli: Ich weiß zwar nicht genau, was "steinzeitlich handeln" bedeuten soll, aber "steinzeitlich handelnd" ist - anders als Sie schrieben - keine Rasse und somit nicht rassistisch. Dass es geht, so etwas zu schreiben, hat FB ja bewiesen, indem er es hingeschrieben hat. 
Christliche Werte als handlungsleitend - in einem weitgehend entchristlichten Land? Um zu helfen und als Busse? Weil Deutschland Armut und Krieg in sog. Drittweltländern verursacht? 
Ein christlicher Wert ist Wahrheit. Die Wahrheit ist komplex. Migration ist komplex. Sie sollten sich an ihre eigene Forderung halten. Ich weiß aber auch gar nicht, worauf sie hinaus wollen. Natürlich ist grenzüberschreitendes Handeln möglich - wenn man die Bundeswehr nach Afghanistan schickt oder die EU hochsubventionierte landwirtschaftliche Produkte in afrikanische Länder exportiert - zu Preisen, mit denen einheimische Bauern nicht mithalten können, so dass sie sich in Italien bei der Tomatenernte verdingen. 
 
 
 

heinrichbrueck

9. Oktober 2023 17:13

Politik steuert das Selektionsgeschehen. Die Volksseele verbindet Anfang und Ende. Wahrheitsfindung ist harte Arbeit. Also Verwirklichung der Wahrheit. Positive Selektion, negative Selektion; Völkerwachstum, Völkermord. Und die Moral der Geschichte? Krieg oder Frieden; immer stärker sein oder auf dem Komposthaufen landen. Die harte Arbeit bleibt. So kompliziert ist es nicht mehr. Verluste können als Gewißheiten wahrgenommen werden, auf welcher Seite man steht. 
"Eine Katze muss nicht begründen, weshalb sie nicht mit dem Hund vögeln will."
Aber eine Maus muß argumentieren können, warum sie einen Katzenverein überfällt. 

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