Grenzspielchen: Alle gegen Sellner. Wieder einmal.

Martin Sellner hat Montagabend trotz des von den Behörden verhängten Einreiseverbots in Passau bundesdeutschen Boden betreten.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Das ist die vor­läu­fi­ge, von Sell­ner selbst gekonnt pro­vo­zier­te Kul­mi­na­ti­on der Far­ce, die seit eini­gen Tagen durch die Medi­en spukt.

Grund­la­ge für das Ver­bot soll Para­graph 6 des Geset­zes über die all­ge­mei­ne Frei­zü­gig­keit von Uni­ons­bür­gern sein. Ein­schrän­kun­gen sind mög­lich, wenn die Per­son ein “Ver­hal­ten” erken­nen läßt, “das eine gegen­wär­ti­ge Gefähr­dung der öffent­li­chen Ord­nung dar­stellt.” Es muß jedoch “eine tat­säch­li­che und hin­rei­chend schwe­re Gefähr­dung vor­lie­gen, die ein Grund­in­ter­es­se der Gesell­schaft berührt.”

Das zu bewei­sen ist aller­dings nicht so ein­fach, und Sell­ner, der ledig­lich ein “Mei­nungs­de­likt” began­gen hat, hat bereits lega­le Schrit­te ein­ge­lei­tet, um dage­gen vorzugehen.

Zwar war­te­te an der Gren­ze tat­säch­lich die Poli­zei auf ihn und sei­nen Kom­pa­gnon Fried­rich Lang­berg. Sell­ner hat­te sei­ne “Flucht nach Deutsch­land” in den sozia­len Medi­en detail­liert ange­kün­digt. Das Café, das er zu besu­chen plan­te, schloß ob die­ser “Schre­ckens­nach­richt” (sic) sofort sei­ne Pfor­ten und posi­tio­nier­te sich has­tig “gegen Rechts” (was ich ver­ste­hen kann, die Betrei­ber wol­len wohl nicht ris­kie­ren, daß ihnen am nächs­ten Tag die Anti­fa die Schei­ben einschlägt).

Nach einer ein­ge­hen­den Kon­trol­le (hier ist Mar­tins Bericht) wur­de er schließ­lich durch­ge­las­sen, ver­mut­lich in der Annah­me, daß er Deutsch­land nur einen kur­zen Besuch abstat­ten woll­te. Stut­zig sol­len die Poli­zis­ten gewor­den sein, als sie in sei­ner Brust­ta­sche eine Zahn­bürs­te ent­deck­ten, was zumin­dest auf das Vor­ha­ben min­des­tens einer Über­nach­tung schlie­ßen läßt. Wäre ihm das bei­na­he zum Ver­häng­nis gewor­den, hät­te ihn die Poli­zei “depor­tiert”, hät­te sie Anlaß gehabt, eine län­ge­re Auf­ent­halts­ab­sicht zu vermuten?

Tat­säch­lich sind eini­ge Fra­gen immer noch offen. Hat das Ein­rei­se­ver­bot eine aus­rei­chen­de recht­li­che Grund­la­ge? Ist es tat­säch­lich nur “Thea­ter­don­ner”, wie Sell­ner mut­maßt? Und wenn ja, war­um wur­de es in Sze­ne gesetzt?

Was die Optik nach außen angeht, so konn­ten die deut­schen Behör­den das Spiel nur ver­lie­ren. Viel­leicht inten­dier­te man einen Schen­kel­klop­fer à la “Der Möch­te­gern-Aus­gren­zer wird nun sel­ber aus­ge­grenzt!”, aber der Schuß war gera­de­zu dazu ver­dammt, nach hin­ten loszugehen.

Eine Autorin der NZZ kom­men­tier­te:

Bes­ser hät­te es für den Remi­gra­ti­ons­ak­ti­vis­ten nicht lau­fen kön­nen: Sei­ne Bekannt­heit steigt, er hat die Lacher auf sei­ner Sei­te und macht zugleich Wer­bung für sein neu­es Buch – alles, was die «Ampel» nicht wollte.

An die­sem Absatz ist am lus­tigs­ten der sti­lis­tisch etwas unge­schickt hin­ein­ge­zwäng­te Ein­schub, was man auf gar kei­nen Fall “ver­ges­sen” dürfe:

Höchst ent­zückt ent­fal­te­ten die User von X (frü­her Twit­ter) ihre vol­le Krea­ti­vi­tät in Form von Memes, «#Sell­ner» tren­de­te schon seit dem Mor­gen, intel­li­gen­te und ele­gan­te Schur­ken wer­den nun ein­mal gemocht, und im Fal­le Sell­ner – nicht ver­ges­sen, er ist ein Rechts­extre­mist der übels­ten Sor­te, der völ­ki­sche und damit ver­fas­sungs­feind­li­che Posi­tio­nen ver­tritt – ergoss sich ganz­tags Häme über die Behör­den wegen ihrer Dumm­heit. Haben sie das etwa nicht kom­men sehen? Der Rechts­extre­mist ist jetzt ein Meme gewor­den. Er kann nur noch gewinnen.

Nicht alle, mit denen ich über das jüngs­te Husa­ren­stück Sell­ners sprach, waren glei­cher­ma­ßen amü­siert. Eine ange­hen­de Juris­tin zeig­te sich eher beun­ru­higt über die Reak­ti­on des deut­schen Staa­tes, dies aller­dings, noch bevor klar wur­de, daß wir es zumin­dest dies­mal nur mit einem Kas­perl­thea­ter zu tun hatten.

Wir wis­sen zwar schon lan­ge, daß wir in einer zuneh­mend absur­den “Clown-Welt” leben, gemäß dem belieb­ten und äußerst ergie­bi­gen rech­ten Mem, aber wir wis­sen auch, daß es sich gleich­sam um Clowns mit Mes­sern han­delt, und die Mes­ser soll­te man ernst nehmen.

Die Hys­te­rie, die die poli­tisch-media­le Klas­se in den letz­ten Wochen zu insze­nie­ren ver­such­te, hat­te zugleich komi­sche und beängs­ti­gen­de Züge (so auch die phan­ta­sie­vol­le Bear­bei­tung der “Pro­to­kol­le der Wei­sen von Pots­dam” durch das Ber­li­ner Ensemble).

Sell­ner wur­de die Rol­le des Kro­ko­dils zuge­teilt, mit des­sen Hil­fe man hofft, die kom­plet­te AfD zu dämo­ni­sie­ren und lan­des­weit die Furcht vor dem “Faschis­mus” zu wecken, so als stün­de tat­säch­lich die “Depor­ta­ti­on von Mil­lio­nen Men­schen” unmit­tel­bar bevor.

Die Komik für uns, die wir ihn per­sön­lich ken­nen und wis­sen, was er tat­säch­lich für Posi­tio­nen ver­tritt, liegt vor allem in der Dis­kre­panz zwi­schen ihm und dem medi­al erzeug­ten Dop­pel­gän­ger “Mar­tin Sell­ner”, dem soge­nann­ten “Rechts­extre­mis­ten”, der mit sei­nem gleich­na­mi­gen Vor­bild wenig bis gar nichts zu tun hat.

Da er von sämt­li­chen öffent­li­chen Platt­for­men mit Aus­nah­me von Tele­gram und ande­ren, eher obsku­ren Kanä­len ver­bannt ist, bekommt er kei­ne Chan­ce, sich selbst zu erklä­ren, und es ist klar im Inter­es­se der Medi­en­ma­cher, den “wirk­li­chen” Sell­ner und sei­ne Argu­men­te vor der Öffent­lich­keit abzu­schir­men, damit sie die (nütz­li­che bzw. sys­tem­psy­cho­lo­gisch erfor­der­li­che) Papp­fi­gur des “fal­schen” Sell­ner auf­recht­erhal­ten können.

Als “Run­ning Gag” erscheint uns ihre Pra­xis, krampf­haft “unty­pi­sche” Bil­der von ihm zu ver­wen­den, in denen er fins­ter, ver­bis­sen oder sau­er­töp­fisch drein­blickt, was für die ver­ant­wort­li­chen Redak­teu­re wahr­schein­lich jedes Mal einen erheb­li­chen Such­auf­wand bedeu­tet. Mar­tin ist von Natur aus ein “hap­py war­ri­or”, der Charme, Intel­li­genz und Humor ver­sprüht und noch dazu äußerst foto­gen ist. Alle Ver­su­che, die­se Aus­strah­lung ein­zu­däm­men, erschei­nen von unse­rer Sei­te aus auf belus­ti­gen­de Wei­se plump mani­pu­la­tiv. Sie kari­kie­ren und erle­di­gen sich qua­si von selber.

Ande­rer­seits hat es doch etwas Gru­se­li­ges, wie gut der media­le Appa­rat zur Pro­duk­ti­on von pro­pa­gan­dis­tisch-poli­tisch erwünsch­ten Alter­na­tiv- und Par­al­lel-Wirk­lich­kei­ten funk­tio­niert, wie hart­nä­ckig sich sei­ne “Nar­ra­ti­ve” in den Köp­fen und der Spra­che jener fest­set­zen, die ihrer bedür­fen und sie ruch­los benutzen.

Und gru­se­lig ist am Ende auch die inzwi­schen doch recht unver­hoh­le­ne Will­kür, mit der der Staat mit sei­nen Oppo­si­tio­nel­len und Dis­si­den­ten umgeht. Es ist nicht das ers­te Mal, daß gegen Sell­ner mit unlau­te­ren Mit­teln vor­ge­gan­gen wird (erin­nern wir uns an das annus hor­ri­bi­lis 2019), und er ist bei­lei­be nicht das ein­zi­ge Bei­spiel. Auch die geziel­te Brand­mar­kung des IfS als “gesi­chert rechts­extrem” gehört dazu.

Die Ankün­di­gung des Ein­rei­se­ver­bots, das tat­säch­li­che Auf­tau­chen der Poli­zei an der Gren­ze erzeug­te (zumin­dest auf unse­rer Sei­te – ich weiß nicht, wie die Nor­ma­los dar­auf reagie­ren oder inwie­fern sie es über­haupt regis­trie­ren) einen Aha-Effekt: Sobald es dar­um geht, Kri­ti­ker der durch­läs­si­gen Gren­zen und der Ein­wan­de­rungs­po­li­tik zu drang­sa­lie­ren, kann der Staat plötz­lich wie­der Mus­keln zeigen.

Er nennt sich dann selbst “wehr­haf­te Demo­kra­tie”. Sei­ne Kri­ti­ker und Oppo­si­tio­nel­len sind die ein­zi­gen, denen gegen­über er “Wehr­haf­tig­keit” zu zei­gen für nötig hält. Wenn hun­der­tau­sen­de jun­ge Män­ner aus fer­nen Län­dern vor sei­ner Tür ste­hen und Ein­laß begeh­ren, wenn Isla­mis­ten, poten­ti­el­le Ter­ro­ris­ten und ande­re sub­ver­si­ve Ele­men­te mit Agen­da ein­rei­sen wol­len, dann fal­len sei­nen Ver­tre­tern stets tau­send mora­li­sche, huma­ni­tä­re und juris­ti­sche Grün­de ein, war­um er in die­sen Fäl­len nicht dicht­ma­chen (oder auch abschie­ben) kann oder darf.

Aber wenn es sich dar­um han­delt, sich gegen all jene zu wen­den, die ihn für die­se Poli­tik der offe­nen Gren­zen kri­ti­sie­ren, scheint er es mit der Rechts­staat­lich­keit nicht mehr so genau zu nehmen.

Die Mischung aus bei­dem, dem Kas­perl­thea­ter und der “anarcho-tyran­ni­schen” Will­kür, ist auch auf ande­ren Gebie­ten üblich gewor­den. Am deut­lichs­ten wäh­rend der soge­nann­ten “Pan­de­mie”: Das Per­so­nal, das die Viruseindämmungs-“Maßnahmen” gegen gro­ße Tei­le der Bevöl­ke­rung durch­set­zen woll­te, ins­be­son­de­re die Leib, Leben und Men­schen­wür­de ver­let­zen­de “Impf­pflicht”, war (und ist) eine durch­aus lächer­li­che und mit­tel­mä­ßi­ge Trup­pe. Und den­noch ver­füg­te sie über wirk­sa­me Appa­ra­te, um ihren Wil­len (weit­ge­hend) durch­zu­set­zen und Mil­lio­nen zu terrorisieren.

Der Rum­mel um Sell­ner wäre nicht mög­lich ohne eine gewis­se para­do­xe Situa­ti­on, in der sich die Rech­te in Deutsch­land und Öster­reich befin­det. In einem gewis­sen Sin­ne bedarf das Sys­tem der Gestalt des “Rechts­extre­men” (bzw. des “Nazis”), um sich zu recht­fer­ti­gen und einen inne­ren Feind zu kre­ieren, der auch in Kri­sen­zei­ten der Ablen­kung und der Wie­der­her­stel­lung einer Ein­heits­front dient.

Das hat mit den his­to­ri­schen und psy­cho­lo­gi­schen Tie­fen­schich­ten des bun­des­deut­schen (und in etwas gerin­ge­rem Maße auch öster­rei­chi­schen) staat­li­chen Selbst­ver­ständ­nis­ses zu tun, das hart­nä­ckig einem bestimm­ten Bild von der NS-Zeit ver­haf­tet ist. Die­ses dient als eine Art stän­di­ge Kompaß­na­del oder als ein fixes Deu­tungs­ras­ter, mit dem die Wirk­lich­keit beur­teilt wird und aus dem bestimm­te Prä­mis­sen abge­lei­tet werden.

Die zugrun­de lie­gen­den Kom­ple­xe kön­nen sehr leicht “getrig­gert” wer­den, und ich für mei­nen Teil bin über­zeugt, daß dahin­ter nicht nur poli­ti­sche Oppor­tu­ni­tät liegt. Gewiß wird “Mar­tin Sell­ner” gezielt als Buh­mann benutzt, um Hys­te­rie zu erzeu­gen.  Aber ein gro­ßer Teil der Hys­te­rie ist auch echt, da wir in einem Land leben, in dem die Rea­li­täts­ver­leug­nung einen hoch­neu­ro­ti­schen Grad erreicht hat.

Das zeigt sich beson­ders deut­lich in den Ver­su­chen, die Spra­che zu kon­trol­lie­ren, um bestimm­te Din­ge unsag­bar und undenk­bar zu machen. Ein schla­gen­des Bei­spiel fand ich in die­ser “Stra­te­gie­be­spre­chung gegen Rechts beim Spie­gel” (17. 1. 2024), scharf­sin­nig kom­men­tiert (und dadurch erträg­lich gemacht) von Feroz Khan.

In die­sem Knirsch­fest kommt ein säch­si­scher Ex-AfD-Poli­ti­ker namens Ivo Teich­mann zu Wort, der sich der herr­schen­den Regie­rung nun als eine Art Coach andient, wie man die böse Par­tei in den Griff krie­gen und ihre Wäh­ler zurück­ge­win­nen könn­te. Rest­los geläu­tert scheint er aber doch nicht zu sein, denn an einer Stel­le ver­plap­pert er sich:

Teich­mann: … daß man über Abwan­de­rung redet, das ist völ­lig legi­tim, aber wel­che Plä­ne da im Detail bespro­chen wurden…

Wor­auf­hin ihm Ann-Kat­rin Mül­ler sprach­po­li­zei­lich dazwischenfährt:

Mül­ler: Jetzt sagen Sie auch schon “Abwan­de­rung”!

Teich­mann: Also.. nee, nee, die is, äh… nee, nee, “Abwan­de­rung”, sor­ry, was hab ich gesagt? Hab ich falschen…

Mül­ler: “Abwan­de­rung” haben Sie…

Teich­mann: Hab ich fal­schen Schlun­gen­za… Zun­gen­schlag… die Ausweisung…

Mar­kus Fel­den­kir­chen (Mode­ra­tor): Was mein­ten Sie denn??

Auch das ist komisch, aber auch auf eine gewis­se Art beun­ru­hi­gend: Die inqui­si­to­ri­sche Beflis­sen­heit, mit der Mül­ler Teich­mann ins Wort fällt und zurecht­weist, die rezi­pro­ke, unter­wür­fi­ge Beflis­sen­heit, mit der er sich selbst kor­ri­giert, über­haupt der gan­ze Ver­such, bestimm­te Din­ge kom­plett aus der Zone der Ansprech­bar­keit und For­mu­lier­bar­keit zu entfernen.

In einem sol­chen Kli­ma ist ein elo­quen­ter und muti­ger Mensch wie Mar­tin Sell­ner dazu prä­de­sti­niert, zum Sta­chel im Flei­sche zu wer­den, zur Per­so­ni­fi­ka­ti­on all des Ver­dräng­ten, Tot­ge­schwie­ge­nen, unter den Tep­pich Gekehr­ten, das sich im inne­ren Haus­halt der Bun­des­re­pu­blik ange­staut hat.

Was mich betrifft, so über­wiegt bei mir (momen­tan) der Opti­mis­mus, auch wenn das Sys­tem momen­tan über­mäch­tig erscheint (bzw. objek­tiv über­mäch­tig ist). Die Eigen­to­re, die es sich stän­dig schießt, wei­sen auf einen ekla­tan­ten inne­ren Kon­struk­ti­ons­feh­ler hin.

Sell­ner mag ein David gegen Goli­ath sein, aber wir alle wis­sen, wer in der bibli­schen Erzäh­lung gesiegt hat.

– – –

Mar­tin Sell­ner: Remi­gra­ti­on. Ein Vor­schlag – erscheint Anfang März, hier ein­se­hen und vorbestellen.
Mar­tin Sell­ner: Regime Chan­ge von rechts. Eine stra­te­gi­sche Skiz­ze – Nach­druck erscheint in zwei Wochen – hier vorbestellen.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (76)

kikl

30. Januar 2024 09:02

Das war ein gelungener Coup von Martin Sellner, der zwischenzeitlich als Nr. 1 auf Twitter trendete.
Herr Sundermeyer hat zwar sein Studium der kommunistischen Kommunikationswissenschaften in Cuba nicht abgeschlossen, aber selbst Sundermeyer war höchst erregt über die mediale Aufmerksamkeit, die Sellner zuteil wurde. Sundermeyers Schweigegebot auf Twitter/X wurde vielfach amüsiert kommentiert und konterkariert.
Die Parteienoligarchie gibt sich in ihrer maßlosen Erregung nun der vollkommenen Lächerlichkeit preis. Das Ende naht.
Wir werden sehen, ob sie zum Wahlbetrug oder gar zur Gewalt greift, um ihre Macht zu sichern, oder ob sie den demokratischen Machtwechsel akzeptiert. Wir können sie nicht dazu zwingen, die Wahrheit zu sagen, aber wir können sie dazu zwingen, immer dreister zu lügen.

ratatoskr

30. Januar 2024 09:08

"Dieses dient als eine Art ständige Kompaßnadel......"! Dieser Satz erinnerte mich sogleich an "Das Narrenschiff" von Ted Kaczynski. Wo führt er einem hin, dieser Kompass?

Boreas

30. Januar 2024 09:50

Martin Sellner ist der Morrissey der Kontra-Kultur. Und die schiere Übermächtigkeit eines repressiven System birgt dessen Überwindungswahrscheinlichkeit bereits in sich. Entscheidend wird sein, was aus den Trümmern aufersteht.

Niemand

30. Januar 2024 10:13

Ich verspüre ein Unbehagen nicht nur dabei, dass der augenscheinliche Erfolg des Krokodils gegen Kasperle und den Wachtmeister (oder wer auch sonst im Puppentheater gegen das Krokodil antritt), die ganz besonders tollpatschig agieren, geradezu rauschhaft in unserer Blase "abgefeiert" wird, wie man wohl heutzutage sagen würde. Mag das Krokodil auf der Bühne auch die tollsten Purzelbäume schlagen, am Ende steht es genau dort und in genau derjenigen Rolle, die der Meister des Puppentheaters vorgesehen hat. Vermutlich hat er seine eigenen guten Gründe dafür. Mir scheint es klüger, in so einer Situation rechtzeitig aus der Rolle auszubrechen oder sich gleich dem Kasperlestück zu verweigern, anstatt sich in der Rolle irgendwann so heimisch zu fühlen, dass man mit ihr verwächst. Aber dieser Gedanke ist hier und heute vermutlich allzu unzeitgemäß.

Dr Stoermer

30. Januar 2024 10:15

Auf die Unredlichkeit, argumentative Inkonsistenz, das vorsätzliche Ignorieren von zugänglicher Information und damit den objektiven Gehalt der gepushten Lügenerzählungen der „Gegenseite“ braucht inhaltlich kein Wort mehr verschwendet werden. Offen bleibt, inwieweit die Vorgänge Ausdruck einer hypnotischen Gruppenneurose sind, bei der eine selbsterfüllende Prophezeiung durch immer intensivere Betrachtung des Furchtgegenstandes herbeiventiliert wird. Oder, ob dahinter nicht eine Art geschickte Rückabwicklung des Überbau-Narrativs steckt. Und zwar, indem der über Generationen anerzogene Pawlow’sche Reflex beim Bundesdurchschnittsbürger durch eine Art Hypersensibilisierung wie bei einer Allergie in kleinen Schritten abtrainiert wird. Dem Tabu wird Stück für Stück der Schrecken genommen, wobei den Patienten ab und zu Rückzugsräume wie „Demos gegen Rechts“ gegeben werden, in dem sie durch Ringelpitz mit Anfassen ihre Atemfrequenz wieder in den Griff bekommen können. Anders ist es doch nicht zu verstehen, wenn man zum Beispiel sieht, wie der welke Oliver aus seiner Dummpfosten-Heute-Show eine Art Teleshopping für ein Antaios-Produkt macht: Denn wenn jetzt sogar Monika Mustermann weiß, wer Sellner ist und wie das Buch heißt in dem der böse Krah den Weltuntergang herbeischreibt, dann hätte man diese Reichweite mit keinem Werbebudget je erreicht.

Laurenz

30. Januar 2024 10:16

Über den Artikel gibt es nichts zu debattieren. Er benennt alles Wichtige in Falle der faschistoiden Anti-Sellner-Kampagne. Was bemerkenswert ist, sind die Veränderungen in der alternativen Medienszene. Leute, die noch vor 3 Jahren MS in die Pfanne gehauen hätten, schreiben jetzt eher Sellner-freundlich. Die Ampel-Junta treibt quasi die politisch Andersdenkenden zusammen. Man kann hier auch etwas zu @ML selbst bemerken. Auch schon im letzten Artikel definierte ML religiöse Mechaniken, so diesmal auch hier. Zitate:
"um sich zu rechtfertigen und einen inneren Feind zu kreiieren, der auch in Krisenzeiten der Ablenkung & der Wiederherstellung einer Einheitsfront dient.
Das hat mit den historischen & psychologischen Tiefenschichten des" & folgende Absätze.  Man kann die Termini, wie NS-Zeit einfach mit jeder beliebigen Offenbarungs- oder neuen Religionen, wie Marxismus, Klima-, Equality oder Gender-Wahn ersetzen. Moderne Religionen sind ja auch nichts anderes als Offenabrungen. Wir warten jetzt nur noch auf den Offenbarungseid unseres Regimes.

Mitleser2

30. Januar 2024 11:01

@kikl: Ich steh ja voll hinter Ihrem Beitrag. Aber den demokratischen Machtwechsel seh ich noch nicht. In welchen Konstellationen soll der zustande kommen? AfD+Maaßen+Wagenknecht+XY?

A P Weber

30. Januar 2024 11:08

Hier findet sich noch eine Ergänzung zur Rechtslage hinsichtlich Einreise und Aufenthalt von Unionsbürgern. Martin Sellner hätte aus Rechtsgründen weder die Einreise verweigert noch hätte er nach Einreise nach Österreich zurückgeführt werden können.

Artabanus

30. Januar 2024 11:21

Es ist in der Tat gruselig wie unsere Machthaber, die Clowns mit Messern, in der Lage sind völlig an der Realität vorbei künstliche Bedrohungungen heraufzubeschwören und vor Allem, dass die Mehrheit der Menschen diese dann als real ansehen. Den sympathischen Herrn Sellner als "Rechtsextremen übelster Sorte" zu bezeichnen ist da nur die Spitze des Eisbergs.
In jedem Falle ist es bewundernswert wie humorvoll und clever Herr Sellner mit dem Einreiseverbot umgegangen ist und in der Manier eines Till Eulenspiegels der BRD Regierung eine lange Nase gemacht hat.

Raem

30. Januar 2024 11:30

Als einer der "eingesammelten Neuleser" stimme ich mit ein in den verhaltenen Optimismus. Aufdrängende Themen - demografische Tatsachen, islamische Parteineugründung, ökonomischer Schaden - schlagen langsam mit voller Breitseite in den Mainstream durch. Hier ein jüngstes Beispiel der WELT (https://www.welt.de/kultur/plus249777456/Zuwanderung-Die-neue-Angst-vor-der-demografischen-Veraenderung.html) ... darin heißt es: " Mir wurde auf einmal etwas bewusst: Ich glaube, dass wir hier in Deutschland und in Europa bald beginnen werden, auf eine Weise über Demografie zu sprechen, wie wir es nie für vorstellbar gehalten haben. " Das glaube ich auch. Rechtfertigen müssen sich irgendwann diejenigen, die sich ob ihrer Naivität oder ausgestellten Moralität so lange der Lächerlichkeit preisgegeben haben, dokumentiert ist zum Glück alles reichlich...

kikl

30. Januar 2024 11:40

@Mitleser2
Ich bin natürlich kein Hellseher und kann die exakten Wahlergebnisse nicht vorhersagen.
Wenn sich die CDU mit den Grünen und/oder der Linkspartei im Osten in eine Koalition begibt, um eine Regierungsbeteiligung der größten Partei AFD zu verhindern, dann wird die CDU schneller verschwinden als ihr lieb ist.
Deswegen rechne ich damit, dass die Brandmauer fallen wird. Ansonsten werden die konservativen Wähler der CDU einfach zur AFD oder zur Werteunion abwandern.
Der wirtschaftliche Niedergang Deutschlands aufgrund der Ampelpolitik wird unvermeidlich zu einem Machtwechsel führen. Die Dämonisierung des politischen Gegners wird nicht fruchten, denn Brecht hatte insofern recht:
"Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral!"

Monika

30. Januar 2024 11:50

Die Problematik der Masseneinwanderung, die mit Thilo Sarrazins "Deutschland schafft sich ab"( 2010)  und Renaud Camus`  "le grand remplacement"(2011) zum Thema wurde, ist längst in der Wirklichkeit der Mehrheit der Bevölkerung angekommen (als Gefühl der Überfremdung, der Verdrängung, der zunehmenden Kriminalität, Islamisierung, Entstehung von Parallelgesellschaften etc.) und verlangt nach Lösungen, auch der der Remigration.  Hannah Lühmann berichtet in der "WELT" von der "neuen Angst vor der demographischen Veränderung" . Diese Angst scheinen all die nicht zu spüren, die jetzt zu Hunderttausenden gegen rechts auf die Straßen gehen. Bei uns  läuft die nette franziskanische Nonne mit dem kath. Pfarrer und dem Naturschutzbund hinter der antifa her. Inzwischen bereitet mir diese  "große Verdrängung oder Verdummung"mehr Unbehagen als der große Austausch. Da sitzt ein blondes Mädchen mit Schild auf den Schultern des Vaters mit dem Schild: "Nie wieder ist jetzt". Eigentlich müsste es doch heißen: "Nie wieder war 2015/16" (Silvesternacht Köln) oder "Nie wieder war 2016" mit Foto von Maria Ladenburger, usw. usw.usw. Ein durchaus deutsches, psycholgisches Phänomen. 

links ist wo der daumen rechts ist

30. Januar 2024 12:06

Man stelle sich nur einen kurzen Moment vor, es hätte diese Auffangbecken des Unmuts nie gegeben oder es gäbe sie in diesem Ausmaß nicht (FPÖ seit Haider, Republikaner, AfD): dieser Unmut wäre vermutlich irgendwann in die bestehenden Volksparteien eingesickert, hätte sie in die Wirklichkeit zurückkatapultiert und der Weltanschauungsirrsinn der Grünen wäre ein Randphänomen geblieben…
Wären wir heute bei den dänischen Sozialdemokraten?
Es mag sein, daß bei diesem Kasperltheater die lieben Kleinen johlen und trampeln und sich fürchten
https://www.youtube.com/watch?v=KKr-P58OPfU
- aber so wie die Formen ausagierter Ohnmacht in den 70ern und 80ern (Terrorismus, K-Gruppen, Sponti-Bewegung) letztendlich den Staat stabilisiert haben, wird auch der wohltemperierte „völkische Aktionismus“ nur eine Schachfigur bleiben.
Eine Revolution der Denkart müßte ganz woanders ansetzen.
Linke und rechte Betriebsblindheit ist spiegelbildlich.
Während Linke beim Stichwort Potsdam zwanghaft an eine 8 km Luftlinie entfernte Villa am Wannsee denken müssen, weisen Rechte ebenso pawlowhaft auf deren „Nationalmasochismus“ hin; an die berüchtigten Potsdamer Beschlüsse denken beide nicht, geschichtsvergessen wie sie sind.
Deutschland hat die Täterperspektive in zwei Generationen bewältigt, die Opferperspektive bleibt eine offene Wunde (in die Rechte mit ihrer Bewunderung der Visegrad-Staaten auch noch masochistisch Salz streuen).

Monika

30. Januar 2024 12:35

Der Grenzübertritt von Herrn Sellner war ein gelungener Coup. Ich habe das Grenzspiel mit Vergnügen verfolgt. Es erinnerte  mich an Wolfgang Menges "Millionenspiel" aus den 70er Jahren, wo der Zuschauer nicht wußte, ob das echt oder nur ein Spiel ist. Trotzdem macht mich das nicht optimistisch. In einem "posttotalitären System", und auf dem Weg dahin befindet sich das Altparteienkartell, hat ein Einzelner keine Macht, sprich, da gibt es keinen David gegen einen Goliath. Jedenfalls nicht auf der Ebene der politischen Macht. Das totalitäre Machtsystem ist zudem dabei, seine inneren Konstruktionsfehler zu beseitigen: digitale Überwachung,  Faeser will Finanzflüsse an "Rechtsextreme" genauer kontrollieren (Drohung: Niemand bleibt unentdeckt, Die Ampel will eine Grundgesetzänderung, um ihre Macht zu sichern gegen eine unverschämt behauptete "Machtergreifung der AfD", die CDU wird zur Blockpartei, usw.  d.h. es werden alle Register gezogen werden. Der verängstigte Bürger wird mitspielen und sich distanzieren, wenn es ihm Nachteile oder Vorteile bringt. Ich wage sogar zu behaupten, das der westliche, wohlstandverwöhnte Bürger viel anfälliger für den Totalitarismus ist, da er mehr zu verlieren hat. Ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.

RMH

30. Januar 2024 12:44

Interessanter wäre das Experiment von M.S. geworden, wenn er ohne Ankündigung und Live-Stream sich einfach ins Auto eines Bekannten gesetzt hätte und zusammen mit dem Bekannten nach Deutschland gefahren wäre. Wenn er dann rausgezogen worden wäre, würde das zeigen, wie komplett er überwacht wird (davon ist auszugehen, aber so fehlt das q.e.d.). So war es ein Medien-Ding, welches die, die ohnehin schon kritisch sind, in ihrer Kritik bestärkt und die ganzen ÖR-Schauer, SPD-, Grünen Anhänger und Union-wählende Rentner nur in ihrer Paranoia bzgl. vermeintlicher rechter Umtriebe bestätigt, falls sie überhaupt von der Aktion etwas mitbekommen haben (die Wahrscheinlichkeit sehe ich als gering an).
@Laurenz hat mit seiner Beobachtung meiner Meinung nach recht, von Tichys über Achgut, Reitschuster bis zur JF etc., lassen die alternativen Medien kein gutes Haar an der Media-PsyOp Potsdammer Treffen. Deutschland spaltet sich wieder einmal.

Monika

30. Januar 2024 13:06

Sag ich doch, Herr Lichtmesz:  das SYSTEM wird nachbessern:
Siehe NZZ Artikel von  Beatrice Achterberg
"Ich darf einreisen!" jubelte der Österreicher Martin Sellner als er nach Deutschland durfte - doch sein nächster Versuch könnte scheitern
"Die Sache könnte zum Katz-und-Maus-Spiel werden, denn offenbar arbeiten deutsche Behörden daran, weitere Einreisen zu verhindern."
Spätestens, wenn Herr Sellner sein neues Buch bei neuen "Geheimtreffen" in Deutschland vorstellen will, wird es unlustig. 
@Niemand,  Ihr Gedanke ist m.E. leider total zeitgemäß , darüber ist zu reden !!!

kikl

30. Januar 2024 13:16

@Monika
Wir dürfen Erdogan dafür danken, dass er fast zeitgleich mit der Reform des Staatsangehörigkeitsrechtes eine DAVA-Partei in Deutschland gründet. Davon berichtet Tichys Einblick. DAVA“ stünde laut Erdogan für „Demokratische Allianz für Vielfalt und Aufbruch“. 
Mich erinnert "DAVA" natürlich an "Da'wa", was für den Ruf zum Islam steht. Der Name ist wohl Programm.
Vor der "ethnischen Wahl" wurde in den Publikationen der Sezession immer wieder gewarnt. Je eher sie sich manifestiert, desto eher kann man etwas dagegen tun.
Aber das kommt davon, wenn man wie die Ampel die deutsche Staatsangehörigkeit wie Kamelle an die ganze Welt verschleudert. Wird von der AFD erwogen, dagegen eine Verfassungsklage zu erheben?

das kapital

30. Januar 2024 13:41

Nicht mal vor den Österreichern sind wir hier sicher. Die können hier noch genauso einmarschieren, wie nach dem ersten Weltkrieg. ;-) Andere allerdings haben das noch vieeeeeeeeeeel besser drauf. Ohne Merkels Rettung 2015 wäre Österreich heute nicht wiederzuerkennen. Die sollten ihr ein Denkmal errichten.

kikl

30. Januar 2024 13:41

Die staatlichen Massendemonstrationen finden wohl nicht ganz freiwillig statt. Reitschuster meldet folgendes:
Unions-OB setzt Mitarbeiter unter Druck, auf Demo zu gehen -
Geist der DDR – Empörung bei kritischen Verwaltungsangestellten
Die Union ruft nicht nur zu Demonstrationen gegen Rechts auf, nein sie nötigt sogar Menschen zu der Teilnahme an den Demonstrationen. Damit darf man die CDU mit gutem Recht zum linken politischen Lager zählen.

Laurenz

30. Januar 2024 13:51

@Kikl, Mitleser2 & Raem ... Es gibt keine konservativen Wähler der Union. Falls ich Unrecht habe, spielt der Konservatismus dieser Wähler keine Geige. Gemäß Mausfeld ist das Wahlverhalten davon abgekoppelt. https://youtu.be/2h9m_VcDmL8?list=PLfdMKJMGPPtxfYsRNjtR5Lv4MWzvMXYiv @Kikl beschreibt völlig richtig den weiteren Niedergang unseres Staates oder hat irgendwer den Eindruck, daß das Regime sich irgendeiner Vernunft beugen würde? Wohl nicht. Nachwievor gilt die Gesetzmäßigkeit persönlicher materieller Betroffenheit, die das Wahlverhalten einzig ändert. Leuten, den es materiell gut geht, huldigen den Luxusproblemen & Ablaßbriefen der Grünen Khmer, sind Teil dieses totalitären Herrschaftsprinzips. Wenn man die Ideen von linken NeuRechten, wie JS oder BK zu nachhaltigem Wachstum oder Rückgang des Wachstums Rechnung trägt, kann dies immer nur mit dem Rückgang der Bevölkerungszahl Sinn ergeben. Wir sind bereits übervölkert. Ein Fakt, der durch die Einheitsfront völlig totgeschwiegen, ja konterkariert wird. Es gibt kein demographisches Problem. Es existiert nur ein Problem der Zu-, bzw. mangelnder Abwanderung.

JWieckmann

30. Januar 2024 15:57

Großartige Werbeaktion des Verlags und seines Autors. Soviel Buchwerbung für Martin Sellners neueste Publikation ist unbezahlbar. "Remigration" dürfte in absehbarer Zeit zu einem Begriff werden, den die Mehrheit in unserem Lande für schlichtweg unverzichtbar halten. 

Mitleser2

30. Januar 2024 18:19

@Laurenz: "Es gibt keine konservativen Wähler der Union."
Wenn es da keine konservativen Wähler gibt, ist dann Maaßens Partei eine Totgeburt? Und was sagt das über das Potential der AfD aus? Von den Grünen kommt ja nichts, und von der SPD ist es ja entweder schon da, oder bleibt dort bis zum bitteren Ende.

Ordoliberal

30. Januar 2024 19:40

Ich gebe @laurenz Recht, dass nur die persönliche materielle Betroffenheit das Wahlverhalten ändert. Und das ist natürlich schlimm, denn in Deutschland hat sich über viele Jahrzehnte ein Wohlstand angehäuft, der insbesondere in den maßgebenden Schichten noch eine Weile vorhalten wird. Außerdem ist das süße Gift der Subvention durch alle Branchen und Lebensbereiche gesickert. Ein Entzug ist ohne große wirtschaftliche Opfer gar nicht mehr möglich. Es wird noch viel härter kommen müssen und auch kommen. Ich wage keine Prognose, ob die vereinten nationalliberalen und nationalkonservativen Kräfte die schwere Krise, die auf uns zukommt, noch abwenden können.

RMH

30. Januar 2024 20:09

"dass nur die persönliche materielle Betroffenheit das Wahlverhalten ändert."
Die These kann man meiner Meinung nach schon noch ausdifferenzieren. Bei Corona haben z.T. gut situierte und bürgerlich arrivierte Kreise erfahren, dass sie ganz schnell draußen und "Nazi" sind, da gab es nur wenig materielle Einbußen. Ein gesunder, landwirtschaftlicher Betrieb erlebt aktuell ähnliches. Neben materiellen Einbußen sind es konkrete Lebenserfahrungen des ausgegrenzt werdens, nur weil man bei manchen Sachen/Themen nicht mitmachen will oder schon schlicht nur seine Ruhe haben will oder sich ein einbildet, eine eigene Meinug zu haben. Sieht man doch am AfD- Personal auch. Die meisten haben trotz Kohle auf dem Konto beschlossen, jetzt etwas anders zu machen. Diejenigen, die finanziell unten sind, gehen meist nicht mehr zur Wahl. Zur Wahl gehen die, die etwas zu verlieren haben, aber noch nichts ernsthaft verloren haben. Was unsere aktuelle Parteien- und Politiklandschaft nicht hinbekommt ist das, was bspw. in den skandinavischen Ländern, insbesondere Dänemark klappt. Da wird dann halt einfach auch mal ein Problem angegangen und gelöst und sich nicht untereinander endlos zerfleischt, gegeneinander aufgehetzt etc. Das ist doch das widerliche an unseren Etablierten: Jeder labert was von Abschiebungen, aber passieren tut wenig bis nichts, statt Probleme zu lösen, hetzt man Einheimische auf jeden, der sagt, der Kaiser ist nackt.

Leander

30. Januar 2024 20:33

Muhammad Ali provozierte seine Gegner mit besonderer Lässigkeit. Die Franzosen hatten ihre Gelbwesten, die Bauern hängen Gummistiefel an Ortsschilder. Und nun gibt es die Zahnbürste als Symbol "lügenfreier Mundhygiene".
Der Blog und die Szene hier agiert allermeist in einer Todernsthaftigkeit (auch mancher Abgeordneter der AfD im Bundestag), die die Linke als "getretene Hunde jaulen halt" plakatieren kann.
Martin Sellner hat die Szenen in Passau in einer ironisch lachenden Belustigung durchgezogen, die beispielhaft für eine etwas andere "Öffentlichkeitsarbeit" spricht. Sich blosstellend über die Politclique in Berlin lustig machen. Deren Fehlverhalten bunter plakatieren. Die taumeln eh schon in Richtung letzte Loserrille und drehen komplett hohl in allen Belangen.
Noch eine an Faeser vorangemeldete öffentliche Veranstaltung in Potsdam zum Thema Denkhygiene. Die Zahnbürste ist Eintrittskarte. Rechte Politik ist nicht Politik des Trauerflors. Das ist meine Meinung und ich weiß, ich spitze zu.

Laurenz

30. Januar 2024 21:57

@Ordoliberal (& Mitleser2) ... Freue mich über unsere kongruente Wahrnehmung. Ich habe allen (neurechten) Teilnehmern schon oft die Emotionen vorgeworfen, die zugegebenermaßen in mir selbst wohnen. Es fällt schwer, dem eigenen ein Leid zuzufügen. Warum wollen gerade Sie, Ordoliberal, überhaupt eine Katastrophe mit national-konservativen Kräften abwenden? Auch wenn's arg im Herzen schmerzt, lassen Sie doch den Laden untergehen. Sie tönen doch sonst immer, daß der Bürger die ihm zustehende Verantwortung selbst tragen muß. Was heißt denn sonst, sowenig Staat, wie möglich? @RMH beschreibt/definiert diejenigen Bürger, die aus welchen Gründen auch immer, AfD wählen, weil Sie die Situation individuell begriffen haben. Ob das nun aus intellektueller Veranlassung, wie bei ML geschieht oder wie der durch das Regime verfolgte einsame Feuerwehrmann, der aus emotionalem Verständnis für die materielle Betroffenheit den protestierenden Bauern huldigte & zujubelte. Je nach Erkenntnisgewinn des Volks, kann es eine Änderung des Sentiments vor dem Untergang geben, aber danach ist vielleicht nachhaltiger. Es wäre ja auch nicht der 1. Untergang mit einem Linken im Kanzlerbunker.

Le Chasseur

30. Januar 2024 22:06

@RMH
"Das ist doch das widerliche an unseren Etablierten: Jeder labert was von Abschiebungen, aber passieren tut wenig bis nichts, statt Probleme zu lösen, hetzt man Einheimische auf jeden, der sagt, der Kaiser ist nackt."
Wenn der Plan der Große Austausch ist, wird da auch nicht viel passieren.

Ordoliberal

30. Januar 2024 22:29

@Leander
"Der Blog und die Szene hier agiert allermeist in einer Todernsthaftigkeit (auch mancher Abgeordneter der AfD im Bundestag) (...). Rechte Politik ist nicht Politik des Trauerflors."
Ich stimme Ihnen hundertprozentig zu. Es fühlt sich hier ein bisschen an wie S/W-Fernsehen der 60er-Jahre. Das Schöne an den identitären Aktionen ist, dass sie smart, humorvoll und gewaltfrei sind. Im Gegensatz zu den Aktionen der Antifa. Davor haben die Linken Angst. Mit ihren eigenen kommunikativen Mitteln geschlagen zu werden. Außerdem ist Sellner ein fescher Bursch und noch dazu gut gelaunt, eloquent und intelligent. In den Siebzigern hätte das seinen Aufstieg in die höchsten Ränge der Politik bedeutet, wäre er auf der Seite der APO gestanden.

Daniel

30. Januar 2024 23:29

RMH: Das hat meines Erachtens viel damit zu tun, dass der Wert des gesellschaftlichen Friedens in den skandinavischen Ländern höher eingeschätzt wird als politische Grabenkämpfe auszutragen. In den USA und hier erleben wir halt diese extreme Polarisierung, wobei die Lust daran durchaus auf beiden Seiten zu spüren ist. Wenn man nach dem Meinungsbild geht (80 % mit der Migrationspolitik unzufrieden), dann ist diese Konsensfähigkeit aber prinzipiell auch bei uns gegeben. Es ist ja auch nicht nur die materielle Situation, sondern es gibt da eine tiefe Verunsicherung, die sich weit bis in liberale Milieus hinein zieht. Nur wählen die eben nicht AfD, weil dann die Extremen an die Macht kämen (genau auf diese Ängste zielt ja auch wieder die aktuelle Kampagne). Und im Schatten dieser Debatte läuft die Migration dann ungezügelt weiter, so als wäre das quasi das Normal. Dabei könnte ich, wie andere sicher auch, mit dem dänischen Modell als Kompromisslösung leben, also irreguläre Zuwanderung auf Null (auch nichts mit Obergrenze oder so) und erhöhter Integrationsdruck. Mit der Ankündigungspolitik muss dann allerdings Schluss sein.

Franz Bettinger

30. Januar 2024 23:40

@Linker Daumen: Sie und viele andere vergessen, dass Deutschland nicht souverän ist (Kanzlerakte, Zusatzbestimmungen zum GG, 139 GG…) und dass deshalb unsere Politiker von den Alliierten, die in D das Sagen haben (kein Friedensvertrag…), genau so ausgewählt oder vergattert werden, dass eben die Kasper herauskommen, die wir haben. "Wären wir bei den dänischen Sozialdemokraten heute?“ Niemals. Es sei denn, im Nachkriegs-D wäre ein Staatsmann statt stets nur Vasallen an die Spitze gelangt. Es wäre riskant gewesen, klar. Und hätte es ausgereicht, dem dt. Volk und der Weltöffentlichkeit in aller Klarheit die Augen zu öffnen? Ich denke fast Ja. 

Franz Bettinger

30. Januar 2024 23:53

An Haldenzwang, den Regierungs-Schutz und an Relotius-äquivalente Mainstream-Reporter: „Wir laden Sie zu unserem nächsten Geheimtreffen (auf dem Obersalzberg oder in der Nähe der Feldherren-Halle - was schlagen Sie vor?) ein. Ihr Essen müssen Sie selbst bezahlen. Klar!“ - Ich meine das im Ernst! Denn nichts, was unter uns besprochen wurde oder  wird, ist anrüchig oder gar strafbar. Wir wissen doch, dass die mithören, so oder so. 

Gimli

31. Januar 2024 09:04

Der unbeherrschte Tonfall (sarkastisch bei ML

ML: Ein Beispiel bitte!

und manchen Kommentatoren hier) oder undiszipliniertes Denken (mancher Verschwörungsmythos; auch hier oder der ermüdende Verweis auf Relotius als par pro toto-Generalvorwurf gegen beinah alles, was keine rechten Erzählungen weiter trägt) oder die Unehrlichkeit (Framingvorwürfe; wo eines der grundlegenden Ziele doch hier genau das ist) in der Argumentation tun der Diskussion nicht gut. Das Treffen war nicht öffentlich, das ist in der Tat nicht synonym zu geheim. Aber privat ist es auch nicht zu überschreiben, denn öffentliche Personen und Politiker diskutieren solche Belange eben NICHT privat. Das öffentliche Interesse überwiegt. Über die Schnappatmung der Nicht-Rechten ist die ebenso wiederholt empört-beleidigte (unehrliche?!) Reaktion von zB AfD Granden genauso überflüssig. Wir haben zu wenig Sachebene, ziehen die Dinge zu schnell auf die  emotionale. Dagegen ist Denmokratie machtlos, sie hängt ab von guten, ehrlichen Argumenten und wo man nicht seine Haltung / Meinung / Gesinnung nicht begründen kann, so muss man das nicht. In Trotz, Lüge, Unbeherrschheit à la Trump darf es nicht ersatzweise umschlagen. 

Franz Bettinger

31. Januar 2024 09:16

Ich frage mich, wie viel Spielraum ein Nachkriegs-Kanzler überhaupt hat. Was würde ihm und uns passieren, wenn er den Inhalt der geheimen Kanzler-Akte (Quelle: Egon Bahr, Artikel 139 GG*) öffentlich machen würde? Und sind die Briten und Franzosen eingeweiht? Wahrscheinlich. Fazit: Wenn man eine Maus ist, kann man die Katze nicht in der offenen Arena herausfordern, aber man kann sie austricksen. *Die zur „Befreiung des deutschen Volkes vom NS und Militarismus“ erlassenen Rechts-Vorschriften werden von den Bestimmungen des GG nicht berührt. Es handelt sich um alliierte Vorschriften, die weiter Gültigkeit haben. Wie ist das mit angeblicher Souveränität vereinbar? 

Laurenz

31. Januar 2024 09:48

@Daniel ... Was für Extremisten? Die AfD vertritt mehr oder weniger sozial-liberale Politik aus den 70ern, nur etwas disziplinierter, entsprechend Karl Schiller. Extrem ist die BunteRegierung, die 80% der Bevölkerung zu Nationalsozialisten definiert, weil die nicht der eigenen Enteignung durch die grünen Neo-Bolschewisten zustimmen will.

Monika

31. Januar 2024 10:05

1/1
Martin Sellner ist der Typ des Draufgängers, Heißsporns, Teufelskerls, "ein Mensch, der sich kurz entschlossen, beherzt, teilweise unüberlegt und rücksichtslos auf eine Sache einläßt" (wikipedia). Das kann man bewundern, das reißt einem mit, das ist befreiend, sympathisch usw. Man kann es zugleich kritisch sehen und fragen, was das Handeln antreibt und ob dieser Antrieb aus einer "tragenden Wertebasis" resultiert. Wenn ich dies hier zu bedenken gebe, dann nicht, weil ich eine Spaßbremse, ein Defätist oder eine Betschwester bin, eher bewegt von "mütterlichen" Gefühlen. (Habe auch einen Draufgängersohn in anderer Ausführung). Ein junger Mann, der im wahrsten Sinne des Wortes für seine Werte und Überzeugungen brannte, war der tschechoslowakische Student Jan Palach (1948-1969), der sich aus Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings und gegen das Diktat der Sowjetunion selbst verbrannte. ff

Monika

31. Januar 2024 10:18

1/2 Dieser Jan Palach schrieb in einem Abschiedsbrief 1969, der nie offiziell veröffentlicht wurde, aber an allen Wänden in Prag klebte: " Da unser Land davor steht, der Hoffnungslosigkeit zu erliegen, haben wir uns dazu entschlossen, unserem Protest auf diese Weise Ausdruck zu verleihen, um die Menschen aufzurütteln. Unsere Gruppe ist aus Freiwilligen gebildet, die dazu bereit sind, sich für unser Anliegen selbst zu verbrennen. Die Ehre, das erste Los zu ziehen, ist mir zugefallen, damit erwarb ich das Recht, den ersten Brief zu schreiben und die erste Fackel zu entzünden.Das mit der Selbstverbrennung könnte man natürlich auch in einem metaphorischen Sinne verstanden wissen. Nun gab es schon  damals Leute, die so eine Tat für unverständlich hielten. Ihre moralische Bedeutung hat Vaclav Havel auf den Punkt gebracht: "Die Tat von Jan Palach müssen wir als einen Appell verstehen, der uns vor Gleichgültigkeit, Passivität und Hoffnungslosigkeit warnt...Seinen Tod begreife ich als Warnung vor dem moralischen Selbstmord von uns allen." Wir wissen nicht, wo Jan Palach heute poltisch stehen würde. Das allein zeigt, dass die heutigen politischen Spaltungen auf einer tieferliegenden Ebene angesiedelt sind.

A P Weber

31. Januar 2024 10:35

" 139 GG "
@ Franz Bettinger 30.1. 23:40: der GG - Art. hat sich erledigt. Lesen hierzu bitte insbesondere Rdn. 3 zu:
https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/bshe/document/LARE190024266/part/L

RMH

31. Januar 2024 10:47

"hier erleben wir halt diese extreme Polarisierung, wobei die Lust daran durchaus auf beiden Seiten zu spüren ist."
@Daniel, das ist zutreffend, aber aktuell forciert gerade die Ampel im Verbund mit den Medien (die Anteile, welche SPD, SPD-nahe Personen und Stiftungen etc. an Medien halten, ist bekanntermaßen groß) die große Mobilisierung gegen Rechts. Statt regieren, aufmarschieren. Statt Probleme lösen, Auflösung der Opposition. Irgendwie kennt man das eigentlich aus anderen Systemen und Ländern. Jetzt will man das BVerfGG "zugriffsfest" machen, dabei befindet sich das BVerfG in punkto Richterbesetzung doch schon seit Jahren im willkürlichen Zugriff der bisherigen Parteien (darüber spricht dann kaum einer). Ich wünsche übrigens Herrn Vosgerau viel Erfolg bei seinen rechtlichen Bemühungen:
https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/abmahnung-correctiv-vosgerau-falschbehauptungen/
Die Kriegskasse für rechtliche Auseinandersetzungen sollte auch im hiesigen Lager gefüllt werden. Ich hege die Vermutung, es kommt der Punkt, wo man den Rechtsweg beschreiten muss, schneller als manchem lieb sein wird.

Wuwwerboezer

31. Januar 2024 15:12

Köstlicher Nebeneffekt: die Isolation in den Sicherheitsapparaten. So geht Spaltung! So geht Wagenburg! Gehen Buschmann und Faeser bereits zum Hintereingang rein, um nicht im Treppenhaus je auf all die Ministerialdirigenten, Hauptabteilungsleiter und bis hinab zu den Sekretärinnen und Aktenwägelchenschiebern zu treffen, die sich, bin mir sicher, das hämische Grinsen nur noch mühsam verkneifen können? Wie loriotesk muß man sich im Januar `24 die Dienstbesprechungen mit der Bundesanwaltschaft oder z. B. mit dem BKA vorstellen; Fachleute, bei denen der Respekt nahezu auf Null gesunken sein dürfte? Zur Erinnerung: diese Hasenkinderjunta hatte ja im ersten Gesetzentwurf zum "Selbstbestimmungsgesetz" festgelegt, daß jede:r à la minute seine Identität wechseln kann ergo am Fließband unendlich viele nicht an die Geburtsurkunde gebundene natürliche Personen erzeugen kann - und mußte erstmal von den Fachleuten darauf hingewiesen werden, daß es da so klitzekleine Sicherheitsbedenken für das Gesamtsystem gibt, wobei die "Ausnutzung durch Terroristen" wie es dann in der Presse hieß noch das geringste Problem gewesen wäre!

- W.

Laurenz

31. Januar 2024 15:47

@A P Weber & Franz Bettinger ... "139 GG" ... Rechtliche Grundlagen interessieren unsere Freunde aus Übersee einen Scheiß'. In jeder US-Botschaft weltweit werden schlicht regelmäßig die Wünsche der gegenwärtigen Admin in DC an die jeweiligen Regierungen rausgehauen. Ob mit oder ohne Feindstaatenklausel, spielt alles keine Geige. Der Glaube an das Recht ist grundsätzlich eine Freud'sche Fehlleistung.

Mitleser2

31. Januar 2024 15:50

@gimli: Wo sind denn die "guten, ehrlichen Argumente" der vermeintlich Guten?
Correctiv basierte auf wahrscheinlich unlauteren Methoden, und später bei der Veröffentlichung auf blanken Lügen. Aber Sie müssen wieder mal auf rechtes undisziplinierten Denken und rechte Unehrlichkeit abheben. So wird das nichts.
 

Laurenz

31. Januar 2024 15:59

Ich hoffe nicht, daß aufgrund der hohen Nachfrage nach dem neuen Martin-Sellner-Buch, „Remigration: Ein Vorschlag“, die SiN schon morgen wegen Reichtum geschlossen wird..... https://jungefreiheit.de/kultur/medien/2024/sellners-remigrations-buch-stuermt-die-amazon-charts1/

FraAimerich

31. Januar 2024 17:18

@Gimli  -  Seit wann bitte hängt in Demokratien irgendetwas von "guten" Argumenten ab, geschweige denn von "ehrlichen"? Hätten Sie dafür evtl. ein Beispiel parat, das mir auf die Sprünge hilft?

A P Weber

31. Januar 2024 18:12

"In jeder US-Botschaft weltweit werden schlicht regelmäßig die Wünsche der gegenwärtigen Admin in DC an die jeweiligen Regierungen rausgehauen."
@ Laurenz 31.1. 15:47: Diese interessante Art der Befehlsübermittlung schreit geradezu danach, nachvollziehbar belegt zu werden. Wer in der Berliner US - Botschaft übermittelt wann was an wen? 

Olmo

31. Januar 2024 19:01

 
"Auch das ist komisch, aber auch auf eine gewisse Art beunruhigend ..."
Man schaue sich den Demokraten Christian Bangel beim Video Potcast auf Zeit Online an.  
https://www.zeit.de/politik/2024-01/afd-demos-gegen-rechts-was-jetzt
Diese Mundwinkel! Der ganze Typ! Ich finde den unheimlich. Niewiederistjetzt bekommt beim Anblick solcher Gestalten eine gewisse ironische Note.

Le Chasseur

31. Januar 2024 19:05

Deutschlands widerwärtigster Politiker, Markus Söder, hat wieder mal einen rausgehauen: "Die neuen Enthüllungen zu einem radikalen Geheimtreffen auch in Schwaben machen größte Sorge. Diese unerträglichen Vorgänge sind ein Angriff auf die Demokratie und das friedliche Zusammenleben in unserem Land. Die AfD-Landtagsfraktion wirkt immer mehr wie der radikalste Block innerhalb der AfD. Wer an dem Treffen nachweislich teilgenommen hat, muss aus der AfD-Fraktion ausgeschlossen werden. Es braucht ein Nachspiel im Landtag und eine genaue Prüfung durch die Verfassungsschutz-Behörden. Es wird wieder ganz deutlich: Wer AfD wählt, versündigt sich an der Demokratie und schadet sich selbst. Deshalb besser: Finger weg!" (Quelle: Markus Söder Facebook)

Nemo Obligatur

31. Januar 2024 19:16

@ Laurenz
Ich hoffe nicht, daß aufgrund der hohen Nachfrage nach dem neuen Martin-Sellner-Buch, „Remigration: Ein Vorschlag“, die SiN schon morgen wegen Reichtum geschlossen wird.....
Eine verdiente Retourkutsche. Mal sehen, wie das Establishment reagiert. Der Spiegel wird erwartungsgemäß seine Bestsellerliste fälschen. Und das Finanzamt? Vielleicht beschließt der Bundestag schnell noch ein Gesetz, um die zu erwartenden Gewinne von Antaios restlos abzuschöpfen. Zuzutrauen wäre es ihnen.
 
 

Adler und Drache

31. Januar 2024 19:51

@Gimli:
Wir haben zu wenig Sachebene, ziehen die Dinge zu schnell auf die  emotionale. Dagegen ist Denmokratie machtlos, sie hängt ab von guten, ehrlichen Argumente
Jaja, wir haben auch zu wenige Weihnachtsmänner und Einhörner. Mannomann, Sie reden hier mit Menschen, die schon vor 10 oder 20 Jahren mit "Sachebene" und "guten, ehrlichen Argumenten" gescheitert sind und ihre Schlüsse daraus zu ziehen hatten. 
Was sind Sie, ein ABC-Schütze, der der Oberprima das Buchstabieren erklären will? Reißen Sie sich am Riemen, und verzichten Sie tunlichst auf das große "Wir"!

Franz Bettinger

31. Januar 2024 21:42

@Weber: Bin kein Jurist, aber Folgendes könnten die Besatzer anders sehen: "Daher geht die Kommentar- Literatur davon aus, daß Art. 139 mit dem Abschluss der Entnazifizierung gegenstandslos geworden ist“. Wenn wahr wäre, dass Art. 139 obsolet geworden ist, warum hat man ihn nicht aus dem GG entfernt? 

MARCEL

31. Januar 2024 22:03

Es zermürbt auf Dauer alle Seiten:
Noch nie wurde auf Harmloses so verbissen reagiert. Schwäche und Stärke zugleich! Das System hat noch immer die Eskalationsdominanz (erste Teilnehmer haben offenbar ihren Job verloren).
Laut Marx wiederholt sich Geschichte als Farce. Gerade live zu erleben. Es das klarste Anzeichen breiter Dekadenz. 
Hier ist nichts mehr heroisch.
P.S. Remigration ist die Utopie der NR, wie Multikulti die der links Woken ist.
 

Olmo

31. Januar 2024 22:53

"Denn es ist durchaus denkbar und liegt sogar im Bereich praktisch politischer Möglichkeiten, daß eines Tages ein bis ins letzte durchorganisiertes, mechanisiertes Menschengeschlecht auf höchst demokratische Weise , nämlich durch Majoritätsbeschluß, entscheidet, daß es für die Menschheit im ganzen besser ist, gewisse Teile derselben zu liqudieren."
Hannah Arendt, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft
Unsere marschierenden Demokraten sind in Pogromstimmung, was auch mit der Harmlosigkeit derjenigen zu tun hat, gegen die sich diese Stimmung richtet.

Gelddrucker

31. Januar 2024 23:10

Wie kann man als Patriot hier allen Ernstes hereinplatzen und Remigration, das oberste Ziel, als Utopie bezeichnen? Welcher SPD-Mann oder CDU-Querulant würde seine eigenen Ziele sabotieren? 

ede

1. Februar 2024 00:01

@Franz Bettinger, 
Mit Katz & Maus kommts nicht so recht hin. 
Eher humpelnder Wolf mit chronischen Hüftleiden. Zu uns würde halbblinder Fuchs mit Alzheimer passen. Wenn der Fuchs mal was gefangen hat, selten genug in seinem bedauerlichen Zustand, wird brüderlich geteilt. Was nicht bedeutet halbe - halbe. 
Wie die Fabel ausgeht werden wir noch sehen. Oder auch nicht. Wer weiß schon was abgeht, wenn die Wildschweine vom Hafer gestochen werden. 

Laurenz

1. Februar 2024 00:15

@A P Weber @L. ... Wenn Sie mir Ihre anscheinend erstklassigen Möglichkeiten zu Verfügung zu stellen, Frau Nuland im Telefon-Gepräch mit den jeweiligen Botschaften abzuhören, sehe ich da keine Probleme. https://www.welt.de/politik/ausland/article124612220/Fuck-the-EU-bringt-US-Diplomatin-in-Erklaerungsnot.html & Fuck the EU https://youtu.be/bdygnTrrGVI
Sie sind neu hier. Insofern fehlen Ihnen die Debatten über viele Jahre. Hier die weinerliche Haltung Josef Fischers. Warum muß er sich auch noch öffentlich erklären? Weil er ausnahmsweise ein Problem hat, die Befehle zu befolgen. https://youtu.be/CpuN-yM1sZU Was wollen Sie noch? Zerstörung von Nordstream, neue LNG-Terminals, auch im Naturschutzgebiet Rügens. Unterstützung der Ukraine mit Waffen & Geld, grundgesetzwidrig, interessiert keine Sau. Die Liste ist endlos.

RMH

1. Februar 2024 07:40

@Marcel vers. Gelddrucker,
Remigration ist ein Mythos im Sorel`schen Sinne. Ein Begriff, der im Politischen mobilisiert (Sorel hat sich zum Mythos im Politischen in seinem bekannten Werk "Über die Gewalt" am Begriff des Generalstreiks abgearbeitet). Wer Gramsci und Metapolitik, Vorfeld etc. ins Feld führt, kommt an Sorel nicht vorbei. Und damit wären wir wieder am altbekannten Problem, welches M.S. selbst auch anspricht: Kann eine Rechte mit linken Methoden der Vorfelderoberung (eigentlich zeigt sich damit das totalitäre Wesen der Linken bereits sehr gut), glaubwürdig rechter Politik den Boden bestellen? Ich habe hier meine starken Zweifel, den Remigration ist weder Utopie noch praktischen "Alle Raus!", sondern, wie immer im Bereich des Politischen, ein dickes Brett, welches zu bohren ist und am Ende werden immer noch mehr als genug potentielle Wähler für DAVA im Lande sein - so ist das eben, wenn man realistische Poltik macht, die auch auf der Tatsachenebene Umsetzung erfährt. Ampel im Verbund mit den z.T. unionsgeführten Bundesländern bekommen jetzt - nach monatelanger Diskussion - es offenbar, wiederum erst in einigen Monaten, umgesetzt, dass Asylanten eine Geldkarte statt Bargeld bekomme. Und jeden Monat kommen unkontrolliert bis dahin dennoch zehntausende zu uns. Das ist der Unterschied, diese Karte darf man spielen, besser als als Hinterbänkler, wie gerade publiziert wurde, von der Abschaffung des Parteienstaates zu schwafeln (was dankbar vom VS aufgenommen wurde).

Adler und Drache

1. Februar 2024 08:12

Sellners Remigrations-Buch nimmt nun bereits Platz 3 auf der Amazon-Bestsellerliste ein ... Langsam frage ich mich, ob der Skandal um die "Wannseekonferenz 2.0" nicht in Schnellroda selbst ausgeheckt wurde. 
Im Ernst: So erfreulich das weite Ausgreifen der Ideen ist, die in unserer Mimehöhle geschmiedet wurden, es ist doch nicht zu übersehen, dass das Momentum derzeit auf Seiten des Gegners und die AfD in der Defensive ist. 
Ein Freund (eher libertär als nationalkonservativ orientiert) schrieb mir letztens, er halte es für wahrscheinlich, dass die "Wannseekonferenz 2.0"-Bombe als Waffe für die Zeit kurz vor der Wahl in Reserve gehalten wurde, um dann die Wahlstimmen zu dezimieren. Die Bauernproteste hätten die Regierung genötigt, sie schon jetzt einzusetzen. 
Hat die herrschende Kaste nun ihr Pulver verschossen, oder kommt da noch was?  

Kositza: Seit gestern belegt Sellners Buch Platz 1.

A P Weber

1. Februar 2024 11:11

@Laurenz 1.2. 00:15: Daß Sie nicht konkret antworten bzw. belegen, zeigt sich schom am ersten link:
"erweckt das Telefonat nicht den Eindruck, die beiden US-Diplomaten hätten Klitschko in irgendeiner Weise unter Kontrolle oder wüssten auch nur, was er tatsächlich plane. "
Eine Befehlsgabe und einen Befehlsempfang sehe ich da nicht.
 

RMH

1. Februar 2024 12:00

"Hat die herrschende Kaste nun ihr Pulver verschossen, oder kommt da noch was?"  Da kommt sicher noch etwas, Verbote von Vereinen und anderen Vorfeldorganisationen sind mit hoher Wahrscheinlichkeit in Planung. Im Grunde kann man an den Beispielen anderer Parteien, die man klein gemacht hat, gut sehen, was alles möglich ist. Bei der NPD - die man in keiner Weise mit der AfD vergleichen kann - wurden auch alle irgendwie im Dunstkreis sich befindlichen Vereine und Organisationen verboten, denn dazu braucht man keinen Aufwand, wie bei einem Parteienverbot. Ebenso wird der öffentliche Dienst "bereinigt" werden, wobei hier der Effekt, bestrafe einen, diszipliniere 100 mit am Größten sein dürfte. Das gilt insbesondere auch für Pensionäre.
Zudem wird das mediale Dauerfeuer aufrecht erhalten, wobei gerade dass etwas ist, womit am ehesten umgegangen werden kann, denn irgendwann ist bei so etwas dann schlicht die Luft draußen und das Verfemmte wird in Teilen dadurch auch attraktiver.

links ist wo der daumen rechts ist

1. Februar 2024 12:06

„Es muß Ihnen die Wahrheit und das Streben nach der Wahrheit gut schmecken, und es muß Ihnen die Lüge, wenn Sie sie gewahr werden, bitter, giftig schmecken.“ (Rudolf Steiner 1923)
Vor kurzem bei einem Vortrag von Herfried Münkler zum Thema „Demokratie in Gefahr“. Der sichtlich überforderte Moderator, der v.a. mit seiner dialektalen Herkunft zu kämpfen hat (Vurtrag), nennt gleich einmal die Linie der Voldemort-Wiedergänger (Trump-Putin-Orban-Kickl-Höcke), vor denen wir uns gefälligst zu gruseln haben. Münkler, ein deutscher Professor mit leicht präsenilen Anwandlungen, setzt dem nichts entgegen. Das Publikum wirkt zombiehaft (Impfschäden?), man hüstelt und kränkelt vor sich hin. Aber dieser verlorene Haufen sind die Kämpfer gegen die „Demokratiefeinde“.
Währenddessen unternimmt der ewig gutgelaunte Sellner in seinem Mini (dem Lieblingsauto der Mainstream-Tschornalistinnen) seinen Ausflug nach Passau als Promotiontour für sein Büchl.
Was, wenn er es nicht täte? Ist der unverkennbare Narzißmus dieser Aktivisten, ob grün-woke oder „völkisch“, nicht ein Problem? Was ist der Vorteil, wenn jetzt jeder, der noch bei Sinnen ist, als „rechtsextrem“ oder gleich als „Nazi“ bezeichnet wird? Gäbe es findige Juristen in unseren Reihen, müßte JEDER NS-Vergleich als Wiederbetätigung geahndet werden; dem ist aber nicht so.
Und so betrachten wir weiter das Match Langstrecken-Luisa gegen Mini-Martin.

Laurenz

1. Februar 2024 13:37

@RMH @Marcel vs. Gelddrucker ... Migration ist das Ergebnis der Umsetzung eines politischen Willens, durch Wahlen ermöglicht. Genauso würde es mit der Remigration sein, was gar nicht so abwegig ist, wie man an den nicht zu Ende gedachten Reaktionen des Regimes erkennen kann.

Laurenz

1. Februar 2024 13:44

@Adler & Drache ... wir hier sind hier kleiner, als Sie mutmaßlich vermuten. Das macht auch nichts. Wenn GK auf der SiN veröffentlicht, daß es von der Druckausgabe der Sezession gut 4.000 Abos gibt, dann gehe ich persönlich davon aus, daß mindestens 30% davon vom politisch Herausgeforderten bestellt/geordert werden, wie zB dem Verfassungsschmutz, einigen NGOs, Assistenten von Mandatsträgern (Lindner zB hatte sich mal verraten) etc., um nachzusehen, ob Sich die Redaktion irgendwo einen "Fehler" geleistet hat, der ausschlachtbar wäre. Schnellroda ist insofern subversiv, weil es ohne die Redaktion viele Kontroll-Institutionen gar nicht geben würde. In Ihrem Momentum fallen Sie nur auf das Medienspektakel herein. Das wahre Momentum hatte sich nach spätestens einem Tag Potsdam schon wieder zu unseren Gunsten gedreht. Früher schickte man uns das Büro "Imagine" mit unterschiedlichen Autoren, welches sich aber verselbständigte. Jetzt schickt man uns den Genossen @Gimli auf Bärbock-Niveau, im Grunde zum totlachen, wenn es nicht den desolaten Zustand des Staates personifizieren würde.

Daniel

1. Februar 2024 16:37

Laurenz: Ich gebe das ja nur so wieder wie ichs auch mitbekomme. Das ist ja eben das Schreckgespenst des (vor allem westdeutschen) Bürgers, das ihm im Nacken sitzt und beim Gang in die Wahlkabine über die Schulter lugt. Heraufbeschworen von dem Chor der Vergangenheitsbewältiger, die mit Betroffenheitsmiene "Nie wieder" skandieren und dabei übersehen, dass ja genau die außer Landes geschafft werden sollen, die sich für den zunehmenden Juden/Israelhass auf den Straßen verantwortlich zeichnen.
Franz Bettinger: Dass irgendeine Macht die Geschicke eines Landes über Jahrzehnte mittels einer ominösen Kanzlerakte zu steuern weiß, glauben Sie doch selbst nicht...

Sandstein

1. Februar 2024 20:00

@Daniel
..naja, so Kanzlerakten-Geschwurbel ist zwar eine Maximal-Hypothese für Vorgänge, die man sich anders nicht erklären mag - und in sofern natürlich willkommen, weil es eine simple Erklärung liefert. Schröder hat ja aber gezeigt, dass es auch anders geht. Trotzdem war der auch recht schnell weg vom Fenster und wenn ich an den Antrittsbesuch in den USA von Vergiss-mein-nicht-Scholzens und diese legendäre PK denke, halte ich es für sehr plausibel, dass zumindest ein Teil der deutschen Nomenklatura fest in amerikanischer Hand ist. Am Ende dürfte es viel simpler sein: Geld, ein Stückchen Macht, ein feiner Posten. Schauen sie doch mal in die Ämter, wer dort Gelder freigibt und Sachen durchwinkt. Wir haben es hier einfach mit einer Bereicherungskaste zu tun die nimmt was möglich ist und das zum Teil auch offen so zugibt. Kurz um: es braucht keine großen VTs um bestimmte Vorgänge erklären zu können. Und das ist das eigentlich traurige daran. 

Fonce

1. Februar 2024 21:54

Vielleicht sollte man einmal ein kleines geistiges Reset machen, um zu erkennen, was hier eigentlich passiert: Im 2. Weltkrieg hat Deutschland sich gesagt: Ich Hänschen klein geh allein in die weite Welt hinein. Und als das fehlgeschlagen ist, hat man, um dieses Ziel doch noch zu erreichen, einfach die Stossrichtung umgekehrt und die ganze Welt nach Deutschland gelassen.  ─  Das heisst, eigentlich läuft alles nach Plan.

Laurenz

1. Februar 2024 23:56

@A P Weber @L. ... Die Schlußfolgerung zur Befehlsausgabe der US-Botschaften war mit dem Putsch in Kiew eindeutig nachgewiesen. Auch alle anderen Regime-Wechsel, wie Mossadegh oder Allende sind klar veröffentlicht, wie auch die letzte Rede Obamas als Präsident in Ramstein. Auch Willy Wimmer, https://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Wimmer hatte das mehrmals bezeugt, zB bei den grundsätzlich militärisch geplanten Fluchtwegen nach Zentraleuropa in den letzten Jahren. Auch bei Ganser können Sie nachlesen. Wie käme sonst eine Vasallen-Regierung, wie die unsere, permanent dazu, wider die eigenen Interessen zu handeln & us amerikanische Interessen zu vertreten? Kennen Sie den berühmten Witz nicht? Warum gibt es in den USA keinen Terrorismus? Dort existiert keine US-Botschaft.

Franz Bettinger

2. Februar 2024 02:26

@Daniel: Kanzlerakte? Befehle aus den USA? Weiter geltendes Besatzungsrecht? Fehlende Souveränität D's? - Stimmt, das hab ich nur aus 2. Hand, nämlich von Egon Bahr, Helmut Schmidt, Seehofer, Victoria Jane Fuck the EU-Nuland und 100 anderen schlecht informierten Verschwörungs-Schwurblern. Ich habe leider selbst keine Einsicht in diese Akte genommen. Hätte ich wohl tun müssen. Hm. 

A P Weber

2. Februar 2024 09:36

@ Laurenz: Ich schrieb Ihnen "@ Laurenz 31.1. 15:47: Diese interessante Art der Befehlsübermittlung schreit geradezu danach, nachvollziehbar belegt zu werden. Wer in der Berliner US - Botschaft übermittelt wann was an wen?" ( 31.1. 18:12 )
Sie antworteten ( 1.2. 23:56 ):  "Die Schlußfolgerung zur Befehlsausgabe der US-Botschaften war mit dem Putsch in Kiew eindeutig nachgewiesen"...und "Wie käme sonst eine Vasallen-Regierung, wie die unsere, permanent dazu, wider die eigenen Interessen zu handeln & us amerikanische Interessen zu vertreten?"
Ich sehe da keine irgendwie dezidierte Antwort auf meine ganz konkrete Frage. Desweiteren: Können Sie sich nicht vorstellen, daß hegemoniale, protektoratische Anweisungen heutzutage ohne direkten Befehlsempfang auch durch informelle Treffen oder bloße Wunschäußerungen erfolgen können? Das war doch schon vor 1914 so, als die britische und die französische Regierung und die Generalstäbe vereinbarten, ohne Verträge untereinander nur durch mündlich geäußerte Wünsche ohne diplomatisch - dokumentarischen Nachweis den Ring um das Deutsche Kaiserreich zu schließen?

Laurenz

2. Februar 2024 12:19

@A P Weber @L. ... Sie sind in keiner Weise plausibel. In den größeren Botschaften arbeiten hunderte meist Geheimdienst-Leute, die einen, je nach Posten, diplomatischen Status genießen. Wie kommen Sie auf die Idee, daß diplomatische Noten veröffentlicht würden? Daß die Emser Depesche bekannt wurde, hat eher mit der üblichen Dämlichkeit der Deutschen Intelligenz-Dienste &/oder der Propaganda Bismarcks zu tun. Und hatte ich hier im Debattenstrang was von schriftlich geschrieben? Das hat rein mit Ihren Vorstellungen in Ihrem Kopfe zu tun, die Sie interpretiert hatten & nichts mit meinen diesbezüglichen Beiträgen. Keiner kommt ohne Schriftverkehr aus. Früher verbrannte man diesen oft nach dem Lesen. Wenn de Benedetti den Kaiser auf der Kurpromenade zu Bad Ems ansprach, mußten beide ja irgendwie informiert worden sein. Man schickte da keine Boten mehr, sondern telegraphierte. Warum löscht Flinten-Uschi illegal tausende SMS, Hillary Clinton & Hunter Biden tausende Emails? Warum lassen SPD-Verantwortliche illegal ganze Datenträgereinheiten verschwinden?

Mitleser2

2. Februar 2024 13:45

@ A P Weber: Was soll denn dieser Nebenkriegsschauplatz? Das Thema ist doch eigentlich Correctiv und seine Lügen.

Kurativ

3. Februar 2024 07:05

Endlich wird Martin Sellner öffentlich diskutiert. Es ist ein lange ersehnter und sein wohlverdienter Durchbruch. Man hat versucht ihn zu verschweigen, weil er bei direkter Betrachtung seiner Veröffentlichungen und Aktionen diskutabel und sympathisch ist. Da half nur noch Wikipedia-Verdrehungen und Presselügen (Rechts usw).
Das hat sich nun geändert. Martin Sellner ist ein Name. Schnellroda und Antaios ist zu Danken für seinen Anteil daran.

Kurativ

3. Februar 2024 07:19

Wichtige Vorraussetzung für wirksame politische Arbeit sind Freunde und eine Gemeinschaft Ähnlichgesinnter. Die Langenbergs und Lichtmesz haben auch ihren Anteil am Erfolg von Martin Sellner.

Laurenz

3. Februar 2024 08:59

@Mitleser2 @A P Weber ... "Was soll denn dieser Nebenkriegsschauplatz? Das Thema ist doch eigentlich Correctiv und seine Lügen." ... Nur vordergründig haben Sie Recht, Mitleser2. Früher hätte man Correctiv mit AgitProp beschrieben. In den ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten war AgitProp eher schlecht, weil sie keine offiziellen Mitbewerber besaß, was vor Russischer Revolution & vor den Eroberungen der jeweiligen Staaten durch die Sowjets anders war. Correctiv als NGO & informelle, nicht-tarifäre GO ist in den letzten Jahrzehnte üblich geworden, um die staatliche Herkunft zu verschleiern. Seit '68 ist die AgitProp eher wieder schlecht, weil sie in Staats- & Leit(Leid-)Medien keine Mitbewerber vergegenwärtigen muß, seit Löwenthal 1987 aufhörte. Man erkennt die Endzeit der Berliner Ex-Republik auch daran, daß Politik immer mehr zur Real-Satire verkommt. Was will ein Komödiant noch leisten, wenn er die Flüge des Deutschen Welt-Innenministers Bärbock angesichts der Schimäre Klimawandel verarbeiten wollte? Ein echter Staatsmann in Eile würde 2 Besatzungen mitnehmen, anstatt 2 Flieger fliegen zu lassen, um 3 Stunden Freizeit/Wartezeit zu sparen.

Mitleser2

3. Februar 2024 09:22

Blogger Danisch meint, die Linke wird politisch morden (lassen). Ich nehme an, Schnellroda hat genug "Wassergräben" und andere Schutzeinrichtungen. Der Chef war schließlich Offizier. Andererseit kann man nicht immer hinter den Burgmauern bleiben. Hoffentlich geht alles gut.

Daniel

3. Februar 2024 12:03

@ Sandstein: Dass man am Ende keine andere Option hatte als die Pipeline zu sprengen... Wäre das nicht eher ein Hinweis darauf, dass die Einflussmöglichkeiten auf die deutsche Politik begrenzt sind? Man hatte auf die Beendigung ja schon seit Jahren hingewirkt (inkl. Sanktionsandrohungen). Und das mit der PK: Sowas wird maximal hinter den Kulissen angesprochen, das bringt Ihnen in dem Moment keinen politischen Vorteil. Außerdem hätten die Amerikaner eh behauptet, dass das nur ihre bisherige Position, siehe oben, wiedergibt.

links ist wo der daumen rechts ist

4. Februar 2024 01:30

Das Scheunentor ist noch offen, aber die Karawane weitergezogen.
Deshalb noch ein paar späte Nachtgedanken.
Das Phänomen Martin Sellner erinnert mich immer mehr an die Skandal-Kultur um Thomas Bernhard in den 80ern. Eine One-Man-Show treibt in einer Art Vorwärtsverteidigung ein Land vor sich her, die Erregungsechokammern hallen wider, die bösen „Reaktionäre“ fühlen sich bestätigt und entstellen sich gleichzeitig zur Kenntlichkeit. Karl Kraus konnte das besser und sprachlich virtuoser: ich habe euch gewarnt, ich werde euch zitieren.
Mit „Nestbeschmutzung“, liebe Reaktionäre, hatte das gar nichts zu tun. Jede Seite durfte sich bestätigt fühlen, hurra, blei’ma so, wia ma san.
Erst durch Waldheim wurde das Ganze hypermoralisch aufgeladen. Man mußte die alten Gespenster hinter sich lassen, um als gute Europäer in den anus europaeus kriechen zu dürfen.
Es bleibt das Phänomen Österreich, dieser „ideologischen Mißgeburt“ (Jörg Haider), dieser Loser-Nation eines Siegerwillens nach zwei verlorenen Weltkriegen.
In den 70ern, dem Kreisky-Jahrzehnt, strotzte dieses Land vor Selbstvertrauen, demütigte den ewigen Weltmeister Deutschland und ließ die Schweiz so bieder aussehen, wie sie halt einmal ist.
Das wäre Grund genug, sich einmal mit der Lehre des Kreisky-Schülers, Otto Bauers Austromarxismus, auseinanderzusetzen (war sozusagen die Konkurrenzlehre zu Gramsci), aber nein, links: pfui gack.
Blei’ma so, wia ma san.

links ist wo der daumen rechts ist

4. Februar 2024 01:55

Es bleibt, wie gesagt, das Phänomen Österreich, dieses an sich lächerliche Land, das nach zwei verlorenen Weltkriegen auf seine beinah mittelalterlichen Ausmaße zurechtgestutzt wurde, aber sich weiterhin als Welt-Player sieht.
„Nestbeschmutzung“ gehört also hierzulande zur intellektuellen Redlichkeit und zum guten Ton.
Natürlich können wir in der aktuellen politischen Debatte mit dem österr. Komödienstadl die deutsche Debatte dominieren.Gelang ja – satirisch zugespitzt – schon mehr als einmal, vgl. Hans-Georg Behr: Die österr. Provokation (mehrere Auflagen).Aber auch die politische Gegenseite sieht vieles nur als Spiel:Ruth Beckermann hatte nach der Film-Präsentation ihres Waldheim-Schmonzes freudestrahlend gemeint: wir haben das Match gewonnen.Wie immer bei solchen Gelegenheiten hatte ich Richtung links damals bei einer öffentlichen Diskussion gemeint: wer vom Neoliberalismus nicht sprechen will, sollte vom vermeintlichen „Neofaschismus“ schweigen, also auf gut Wienerisch die Gosch‘n halten.
Was jetzt wirklich nottut, ist eine reine Versachlichung der ganzen Debatte.Laßt doch einfach die Erwachsenen wie Erwachsene reden und den ganzen Aktionismus-Kinderkram vergessen, wie beispielhaft hier:
https://www.youtube.com/watch?v=m7db9MKKR_E
Diese (manchmal überbordende) Debattenkultur gab’s schon einmal im Kreisky-Jahrzehnt, den Berühmten „Club 2“ – heute fortgeführt bei Servus TV.

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