Völkisch. Eine Begriffskarriere

Sind wir völkisch? Was soll das überhaupt sein, „völkisch“?  Wir wissen ja, daß manche Wörter über die Jahrzehnte oder –hunderte einem Bedeutungswandel unterliegen. Nehmen wir nur die Attribute „geil“, „brav“, „toll“ – die Semantik hat sich im Laufe der Zeiten radikal geändert!

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Ein eher unbe­deu­ten­der Jour­na­list (aus der lin­ken NGO „Cor­rec­tiv“) lei­det an dem, was man „Ono­ma­to­la­lie“ nennt: näm­lich den zwang­haf­ten Drang, immer wie­der bestimm­te Wör­ter oder Wort­grup­pen aus­zu­spre­chen. Das Sym­ptom ist medi­zi­nisch ganz gut erforscht.

Es geht oft ein­her mit Hirn­schä­di­gun­gen und neu­ro­na­len Stö­run­gen wie dem Tour­et­te-Syn­drom. Dar­über soll­te man nicht spa­ßen – ohne­hin über nichts, was Krank­heits­wert hat.

Aus die­ser Rück­sicht bleibt sein Name hier auch unge­nannt. Der steu­er­fi­nan­zier­te Typ wird nicht müde, Woche für Woche (auf Twit­ter) trie­fen­den Haß über die „völ­ki­sche Trach­ten­grup­pe Schnell­ro­da“ zu ver­brei­ten. Ich zäh­le etwa 50 ent­spre­chen­de, völ­lig gleich­lau­ten­de Ein­trä­ge aus sei­ner „Feder“. Es ist sein Tic, und vor allem muß er selbst mit die­ser tris­ten wie phan­ta­sie­lo­sen Manie klar­kom­men. Uns, die wir gemeint sind, kann es nichts anhaben.

Er, die­ser Typ, schlägt bis zur Ohn­macht gegen einen zent­ner­schwe­ren Box­sack, der ein­fach unbe­weg­lich bleibt. Uns – denen mit den legen­dä­ren „Trach­ten“ und dem “völ­ki­schen Bewußt­sein”, haha, bit­te wo? – bleibt nur Fremd­scham und die Fra­ge, ob der Kerl kei­ne Freun­din hat, die ihn besänf­ti­gend berät?

Er ist dabei kei­nes­wegs der ein­zi­ge, der uns feh­ler­haft und in dis­kre­di­tie­ren­der Absicht das Attri­but “völ­kisch” anhängt.

Im Herbst 2016 hat­ten bei der dama­li­gen Debat­te um “völ­kisch” nicht wir, son­dern hat­te Frau­ke Petry, damals Wort­füh­re­rin der AfD, das Wort noch vehe­ment verteidigt.

Wenn es damit zu tun hat, dass es um das Volk geht, was ist dar­an per se negativ?,

frag­te sie. Daher soll­te dar­an gear­bei­tet wer­den, “daß die­ser Begriff wie­der posi­tiv besetzt ist”. Letzt­lich sei “völ­kisch” ein zuge­hö­ri­ges Attri­but zu “Volk”, argu­men­tier­te Petry.

Daß war so gut­ge­meint wie naiv und geschichts­ver­ges­sen. Und übri­gens auch nicht up-to-date.

Gehen wir mal ad fon­tes: Armin Moh­ler behan­delt die “Völ­ki­schen” in sei­nem Haupt­werk Die Kon­ser­va­ti­ve Revo­lu­ti­on in Deutsch­land 1918–1932 (1950, man soll­te es gele­sen haben, gera­de die­se von Karl­heinz Weiß­mann her­vor­ra­gend erwei­ter­te “Handbuch”-Fassung) als eine von fünf Strö­mun­gen inner­halb der soge­nann­ten Kon­ser­va­ti­ven Revo­lu­ti­on (KR) der Wei­ma­rer Zeit. Sie bil­den eine eige­ne Grup­pe neben Jung­kon­ser­va­ti­ven, Natio­nal­re­vo­lu­tio­nä­ren, Bün­di­schen und der Landvolkbewegung.

Die Völ­ki­schen sind stark bio­lo­gis­tisch und ger­ma­nisch-mythisch ori­en­tiert, mit zen­tra­len The­men wie Ras­se, Blut, Boden, völ­ki­sche Erneue­rung und Abgren­zung vom „Frem­den.”

Moh­ler grenzt sie aber vom Natio­nal­so­zia­lis­mus ab: Er sieht sie als älte­re, teil­wei­se vor-nazis­ti­sche Strö­mung, die nicht voll­stän­dig im NS auf­ging und teil­wei­se sogar mit ihm kon­kur­rier­te oder von ihm abge­lehnt wurde.

In Moh­lers Dar­stel­lung sind die Völ­ki­schen also die bio­lo­gis­tischs­te und „erd­haf­tes­te“ Frak­ti­on der Kon­ser­va­ti­ven Revo­lu­ti­on. Die “Völ­ki­schen” sind in sei­nem Opus Magnum die ers­te Grup­pe, aber:

Es ist nicht zu ver­ken­nen, daß die Völ­ki­schen selbst sich suk­zes­si­ve vom welt­an­schau­li­chen Kern des revo­lu­tio­nä­ren Kon­ser­va­tis­mus  ent­fern­ten und am Ende kaum noch jemand eine Deckungs­gleich­heit behaup­te­te. Die Ursa­chen lagen in der fort­dau­ern­den Zer­strit­ten­heit des Lagers, im Alter der Prot­ago­nis­ten, der eigen­tüm­li­chen Starr­heit ihrer Ideologien.

Moh­lers Dar­stel­lung der “Völ­ki­schen” macht in der vor­lie­gen­den Aus­ga­be gera­de ein­mal 15 Sei­ten aus, wohin­ge­gen Weiß­manns kom­men­tier­te Biblio­gra­phie zu Lite­ra­tur über die Völ­ki­schen sowie zur Eigen­li­te­ra­tur der “völ­ki­schen Sys­tem­bau­er” (etwa Hans Haupt­mann, der Jesus der Ari­er. Ein Hel­den­le­ben schrieb; oder Wil­helm Erbt, der eine Welt­ge­schich­te auf ras­si­scher Grund­la­ge ver­faß­te),  der “Ario­so­phen” (Gui­do von List, Jörg Lanz von Lie­ben­fels), der völ­ki­schen Anti­se­mi­ten und Anti­mau­rer, der weib­li­chen Völ­ki­schen, der völ­ki­schen Refor­mer (etwa Paul Schult­ze Naum­burg), der “Deutsch­gläu­bi­gen” und ande­ren völ­ki­schen Unter­grup­pen gan­ze 70 Sei­ten umfaßt. Weißmann:

Bei den Völ­ki­schen ist das Miß­ver­hält­nis zwi­schen dem Umfang des Stof­fes und der vor­lie­gen­den kri­ti­schen Bear­bei­tung am größ­ten. Sie haben eine Flut an eige­ner Lite­ra­tur pro­du­ziert, die ein ein­zel­ner gar nicht über­bli­cken kann; sie sind das an der KR, was am angreif­bars­ten ist und dar­um auch von ihren Fein­den am häu­figs­ten zitiert wird.

Was haben wir – „Schnell­ro­da“ und der zuge­hö­ri­ge Bedeu­tungs­raum – nun damit zu tun? Nun, so gut wie nichts. Wenn man die Sezes­sio­nen der letz­ten zwei­ein­halb Jahr­zehn­te durch­blät­tert, wird man zahl­rei­che affir­ma­ti­ve Bezugs­punk­te zu den Jung­kon­ser­va­ti­ven (Arthur Moel­ler van den Bruck, Oth­mar Spann, Edgar Juli­us Jung, Georg Quab­be) fin­den wie auch zu den „Natio­nal­re­vo­lu­tio­nä­ren” vom Schla­ge der Gebrü­der Jün­ger, Ernst Nie­kisch, Ernst v. Salomon.

Mit den „Völ­ki­schen“ frem­deln wir eher. Weni­ger aus Berech­nung (weil es uns irgend­wie scha­den könn­te) denn aus natür­li­chem Instinkt. Die  Zusam­men­stel­lung Moh­lers und Weiß­manns über den völ­ki­schen Fli­cken­tep­pich (nicht alle Völ­kis betrach­te­ten Ras­se als obers­ten Wert, nicht alle waren Anti­se­mi­ten) liest sich äußerst span­nend – in die­sen Kos­mos gehö­ren auch der Erfin­der der “Wel­teis­leh­re” Hanns Hör­bi­ger und die The­se eines Her­mann Wirth, wonach die “nor­di­sche Ras­se” im Polar­ge­biet als “Kul­tur­brin­ger- und Her­ren­ras­se” ent­stan­den sei. Mit Moh­ler kom­men wir nicht umhin, die­sem Ast der KR einen “erkenn­bar wahn­haf­ten Zug” zu attestieren.

Dies alles jedoch, die­se Zuord­nung: acht­zig Jah­re alt! Längst haben sich die Begriff­lich­kei­ten ver­än­dert. Wehe dem, der „jung­kon­ser­va­tiv“ von damals mit der „Jun­gen Uni­on“ von heu­te ver­wech­selt! Von einer „Land­volk­be­we­gung“ (die wenig zu tun hat mit den jün­ge­ren “Bau­ern­pro­tes­ten”) spricht ohne­hin kei­ner mehr – die sind ähn­lich pas­sé  wie ande­re Eti­ket­ten Mohlers.

Das Zer­ti­fi­kat „völ­kisch“ (heu­ti­ger Sprach­ge­brauch: „Das ist so‘n Völ­ki“) hat sich aber sta­bil erhal­ten inner­halb der Neu­en Rech­ten. Und nur in sel­te­nen Fäl­len sind damit die “Luden­dorf­fer” gemeint, die es tat­säch­lich noch heu­te gibt und gele­gent­lich Tanz- und Vor­trags­aben­de veranstalten.

Was ist also so ein “Völ­ki”? Zunächst ein­mal ist er durch­aus ein Guter. Er ist ehr­gei­zig, flei­ßig, will etwas schaf­fen. Eine Fami­lie, ein Haus. Sel­ten ist er Aka­de­mi­ker, noch sel­te­ner Geis­tes­wis­sen­schaft­ler. Inge­nieur­be­ru­fe hat man häufiger.

Er – unser Völ­ki –  hat nor­ma­ler­wei­se eine freund­li­che Frau mit lan­gem Rock, vie­le Kin­der und einen gro­ßen Gar­ten. Er sagt “Hand­funk” und “Welt­netz”. Der Völ­ki­sche hat wenig Ambi­gui­täts­to­le­ranz. Er kennt nur wahr oder falsch, da ist wenig Spiel­raum, weil er sich fest an sei­ne Welt­an­schau­ung hält. Daher – weil er eine Infil­trie­rung und Mani­pu­la­ti­on sei­ner Kin­der fürch­tet, er ist ein eher miß­traui­scher Typus – betreibt er oft Home­schoo­ling (das er anders nennt).

Er trägt Tac­ti­cal Pants mit ganz vie­len Taschen. Und in einer davon steckt stets ein Zoll­stock; er ist hand­werk­lich meist sehr versiert.

Er ist häu­fig Euge­ni­ker. Falls es ihn schlecht trifft (behin­der­tes Kind, psy­chi­sche Erkran­kung etc.), fin­det er sehr gute spi­ri­tu­el­le Grün­de, war­um es doch gehen mag. Zum Glück. Aber christ­lich ist nichts dar­an. Der Völ­ki­sche von heu­te kann Chris­ten nicht leiden.

Nichts ist eigent­lich ver­kehrt an unse­rem Völ­ki. Es ist eine Aus­prä­gung, die sein darf, die gar im Schnitt sym­pa­thi­scher ist als der heu­ti­ge Durch­schnitts­bür­ger. Allein: Die Neue Rech­te ist so nicht. Sie ist nicht völkisch.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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Kommentare (94)

RMH

13. Februar 2026 21:50

Nanu, ist das ein Anflug von Distanzeritis?
Spaß bei Seite, der Artikel ist schon richtig. Als ich von Mitte der 80er bis Anfang der "0"er Jahre in der sog. schwarzen Szene einen kleinen Teil meiner Freizeit verbrachte, gab es neben dem Industrial auch den sog Neofolk. Wenn man da auf Konzerten & "Lichtscheibenabend" war, traf man auch auf Leute mit leichtem Uniform-Fetisch, die sich gar nich so selten etwas provokant als "völkisch" bezeichneten, worauf ich gerne antwortete, ich bin deutsch - und Du? Wurde nie böse genommen, alle fanden es spannend, irgendwo, irgendeinen Schinken aus der Zeit vor 45 zu finden, um irgendwas mit Runen, Germanen oder anderem esoterischen Zeug sich anzulesen (typischer Fall von Halbbildung eben). Man las Fanzines wie "Sigill" & alles war drollig harmlos. Gesunder Hauch von Exzentrik eben. & daher trifft der Artikel recht genau den Punkt: Mit dem, was historisch "völkisch" bedeutet, hatte das schon damals wenig zu tun & weil es so schön "tümelnd" (auch so ein Begriff!) klingt, hat es eben seinen Weg zu den Sekundärverwertern bei der Journalie gefunden. Als Leser seit Heft 1 bin ich bislang noch nicht auf die Idee gekommen, den Ausstoß aus Schnellroda als "völkisch" zu bezeichnen. Da fehlt es auch zusätzlich noch an etwas Wesentlichem, wenn völkisch nicht nur "Style" ist, nämlich das Sektenhafte.

Majestyk

13. Februar 2026 22:15

"Allein: Die Neue Rechte ist so nicht. Sie ist nicht völkisch."
Stimmt. Damit könnte man gut leben, der Großteil des Volkes ist ja nicht sonderlich politisch, erst recht nicht ideologisch und die rechten Sekten mit ihren Looserfahnen sind ja nicht besser als die linken. 
Es ist aber tatsächlich eher so, die Neue Rechte interessiert sich nicht fürs einfache Volk, dessen Bedürfnisse oder Themen sind ihr fremd. Man fühlt sich ihm intellektuell überlegen, ähnlich der linken Intelligenzija. Deswegen kann sich die neurechte Intelligenz eher mit 68ern oder linker Intelligenz unterhalten, als mit einfachen Menschen. Es zählt ja nicht die Qualität des Argumentes, sondern der literarische Referenznachweis. Neurechte wie linke Intelligenz kennen sich, waren Kommilitonen, haben dieselben geisteswissenschaftlichen Fakultäten besucht, kommen aus ähnlichen bürgerlichen Welten. Beide eint dieselbe Verweigerungshaltung gegenüber ökonomischen Realitäten, beide haben es nicht so mit ökonomischer Freiheit oder schlankem Staat, beide teilen bestimmte Feindbilder, beide sind Moralisten und kritikunfähig.
Fragt sich nur, wen die Neue Rechte vertreten will außer sich selbst und welchen Nutzen die Neue Rechte dem Durchschnittsbürger, ergo dem Großteil des Volkes bringt. Ich würde ja sagen, eine politische Ideologie, gleich wie gut sie sein mag, macht niemanden satt und schließt immer jene aus, die nicht Teil dieser Ideologie sind. Spaltung überwindet man so nicht.

Diogenes

13. Februar 2026 22:17

Völkisch ist Menschenvölker und Menschenrassen nicht als "die eine Menschheitsfamilie" oder "Weltbürger-Eine-Welt" Spinnereien durch ideologische Gleichmacherei zu missverstehen (und daher auch deren Vermischung als Ziel/Normalzustand abzuleiten). Insbesondere den Bestand (die Existenz des Lebensrads, also des biologischen Kreislaufs über Generationen der Vererbung in Blut/Verhalten und Geist/Denken übergegangen) des eigenen Volkes und deren Merkmale als Typologie und Charakteristik. Wer also Überfremdung/Umvolkung nicht will, muss stattdessen etwas ->Völkisches<- wollen; also das eigene Volk mit Laib und Seele. Deshalb: Der Sprachverkehr von Volksbewegungen die Wohl und Heil ihrer Wurzeln Abstammung im Sinne haben, dürfen sich nicht von Außenstehenden die eigene Sprache diktieren lassen (ich rede nicht von Heidentum und werfe in diesen Topf alles was Nichtchristlich ist). Und wer dann anfängt von einer "immerwährenden Schuld" zu schwadronieren gehört eh nicht zu jenen stolzen Deutschen dazu und der soll an seinem Selbsthass (Geistes- u. Verhaltensgestörtheit bzgl. des eigenen Volkes) zugrunde gehen.

MarkusMagnus

13. Februar 2026 23:04

Als ob der Begriff etwas Schlechtes wäre.
Die Japaner zum Beispiel sind extrem völkisch. 
Ich würde mich zwar nicht so bezeichnen, sehe daran aber nichts schlimmes. Ich bin pro-deutsch. Kann auch ein ursprünglich nicht Deutscher für mich ein Deutscher sein/werden? 
Klar, aber eben nicht jeder. Auch wenn es eine Reizfigur ist und er flüchten musste,  weil er es etwas übertrieben hatte:
Attila Hildmann ist für mich klar ein Deutscher.
Ich hoffe ihm geht es gut. Er hat das Herz am rechten Fleck. Die Türkei ist ja auch ein schönes Land. Besser als hier im Bau zu sitzen.
Xaviar Naidoo ebenfalls. Vielleicht hatte er recht?
 

Freichrist343

13. Februar 2026 23:07

Die Rechtskonservativen sollten den Begriff "völkisch" nicht verwenden. Die Einwanderung muss stark begrenzt werden; aber Xenophobie ist abzulehnen. Am 8. März wird die AfD die Grünen in BW überholen. Aber die AfD kann allein nicht regieren. Sie sollte sich dem BSW, der Basis und der ÖDP annähern.
https://jlt343.wordpress.com

Gracchus

14. Februar 2026 00:06

Der "Boxsack" EK bewegt sich also doch. Eine so elegante wie witzige und lehrreiche, ja noble Distanzierung. "Besänftigend berät" ist eine sehr schöne und anschauliche Alliteration (nicht so das abgegriffene "vehement verteidigen"). Ich kenne keinen Völki, dafür die Verlegenheit, wie Volk am besten zu adjektivieren ist - volklich, volkig, volk- oder gar nicht? Und ich frage mich, wie Völkis damit umgehen, dass das Volk, das sie umgibt, so wenig dem Volk in ihrem Kopf entspricht. Denken sie, dass das Volk, das sie umgibt, gar nicht deutsches Volk ist, denken sie sich als "heiligen Rest"?  

Rheinlaender

14. Februar 2026 00:34

Wer einen Sinn für Phantastik hat, kann sich auch für völkisches Denken interessieren. Dessen Höhepunkt stellte m.E. der Versuch dar, eine moderne europäische Naturreligion zu schaffen. Ich kenne Menschen, die diesen Akt menschlicher Hybris so faszinierend fanden, dass nur die Intervention des wahren Gottes sie wieder davon abbrachte.

Claus Wolfschlag

14. Februar 2026 08:51

(1/2)
Die Absicht der Linken hinter deren Dauer-Verwendung bestimmter, politische Kontrahenten abwertender Begriffe ist klar. Es werden Begriffe genutzt, die irgendwelche vagen negativen Assoziationen bei Lesern auslösen sollen. Um geeignetsten sind dazu Begriffe, die irgendwelche NS-Bezüge herstellen. Der Begriff "völkisch" wird allein wegen des NS-Blattes "Völkischer Beobachter" verwendet. Dieses ist aus dem Schulunterricht ein Begriff. Ohne das Blatt wäre der Begriff völlig unbekannt und und für sinistre Zwecke unbrauchbar. Solche Begriffe dann wie aus dem Salzstreuer kräftig in einen Text verteilt und verrührt - fertig ist der klassische "antifaschistische" Anprangerungsartikel. Die Begriffe müssen zudem, einem (den Teufel austreibendem) Mantra gleich, noch ständig wiederholt werden, damit sie sich im Unterbewusstsein der spezifischen Medienkonsumenten besser festsetzen. Schließlich möchte man ja eine auf Knopfdruck funktionierende Schrei- und Demonstrantenmasse erzeugen, die möglichst wenig über ihr eigenes Tun selbstkritisch reflektiert.
Auf der anderen Seite ist es dann allerdings problematisch, sich aus der Angst vor solchen Bannflüchen etwas zu schnell von den Begriffen zu distanzieren, ohne diese zu ergründen. Manche Leute auf der Rechten mit wenig historischer Vorbildung machen das regelmäßig. Der vorliegende Kommentar von E.K. versucht hingegen, sich dem Begriff intelligent zu nähern. Gleichwohl ist mir die Verengung auf eine Art Handwerker-Prepper-Szene zu kurz.

Claus Wolfschlag

14. Februar 2026 08:52

(2/2)
Die drei Hauptströmungen der "Konservativen Revolutíon" sind eigentlich auch heute noch vorhanden, wenn auch in veränderter Form und meist ohne die Verwendung Mohlerscher Begrifflichkeiten. Und eigentlich sind "Neue Rechte" alles drei gemeinsam. Das "Nationalrevolutionäre" ist das Element der Gesellschaft, des Sozialen, des (revolutionären) Feuers. Benedikt Kaiser ist für mich ein modernisierter "Nationalrevolutionär", selbst wenn er den Begriff vielleicht von sich weisen würden. Das "Jungkonservative" ist das Element des Staates, der Ordnung, der Erdung in der Existenz der menschlichen Realität. Dazu fällt mir zum Beispiel Karlheinz Weißmann ein. Das "Völkische" ist das Element der Spiritualität, der Suche nach den Ursprüngen des Eigenen, der von Seele erfüllten Luft. Aktuelle Beispiele unterlasse ich, um keine Distanzeritis auszulösen. Alles findet im besten Fall in einem deutschen "Rechten" seinen Platz, wenn auch stets mit ganz unterschiedlicher Gewichtung.

Franz Bettinger

14. Februar 2026 09:46

Im Hitlerschen Sinne - so las ich bei David Irving, ich glaube in 'Churchill’s War' - sei völkisch die gegenseitige Fürsorge von Unten und Oben, von Knechten und Herren, Arbeitern und Industrie-Bossen. Völkisch bedeute also das Gemeinwohl, das Soziale. Völkisches Denken sei also soziales Denken, that's all. 

Der Gehenkte

14. Februar 2026 10:16

Ist ja alles sonnenklar, für die innere Selbstbestimmung fast redundant, aber für äußere, für die B-Männer vielleicht hilfreich - obwohl ich es bezweifle, denn "die tun ja nur so" usw. 
Wenn man ein Adjektiv zum Volk benötigt, bietet sich noch immer "volklich" an, wie es von Eichberg genutzt wurde, der es freilich auch nur in Dänemark von Grundtvig übernahm. 
Lichtmesz hatte es schon mal thematisiert https://sezession.de/62150/henning-eichbergs-volklichkeit?hilite=Grundtvig
und über Grundtvigs Bedeutung und die "folkelighed" kam hier auch schon mal was. https://sezession.de/67512/volk-und-liebe-nach-grundtvig
Das halte ich für brauchbar in vielerlei Hinsicht

Franz Bettinger

14. Februar 2026 10:19

Ich mag früher dem 'Völkischen' viel Positives abgewonnen haben. Aber nun steh ich verwirrt da und kann mit dem Wort kaum noch was anfangen, denn wie der gute @Gracchus sehe ich - spätestens seit 2014 mit seinen Willkommens-Heinis & endgültig seit 2020 mit sich selbst erniedrigenden Corona-Clowns - dass das Volk, das mich umgibt, so wenig dem Volk in meinem Kopf entspricht. Dieses Volk hat sich zu sehr blamiert, als ich mich noch zu ihm zählen möchte. Traurig. 

H. M. Richter

14. Februar 2026 10:26

Man muß nicht unbedingt ein ausgewiesener Kenner Fichtes sein, um zu wissen, was dieser 1811, also kurz vor der Völkerschlacht zu Leipzig, feststellte: »›Deutsch‹ heißt schon der Wortbedeutung nach ›völkisch‹, als ein ursprüngliches und selbständiges, nicht als zu einem Andern gehöriges, und Nachbild eines Andern.«,
Es reicht vollkommen aus, die Etymologie des Wortes „deutsch“ zu kennen.
Dennoch ist in Zeiten, in denen das Leipziger Völkerschlachtdenkmal bei den dortigen Stadtbewohnern umgangssprachlich längst zum „Völki“ geworden ist, von einer Gleichsetzung der Adjektive dringend abzuraten, wenn es zu keinen vermeidbaren Mißverständnissen kommen soll.

fw87

14. Februar 2026 10:50

Aus den genannten Gründen ist es sicher richtig, dass man sich von christlicher Seite nicht positiv auf "völkisch" beziehen kann. Das Volk hat einen sehr hohen Wert, man soll es aber nicht zum Götzen machen. 
Anders verhält es sich mit dem Begriff "Volksgemeinschaft". Dieser lässt sich schon lange vor dem NS nachweisen. Volksgemeinschaft ist historisch der Gegenbegriff zum Klassenkampf, zu Spaltung und Hass der Kommunisten. Deshalb haben sich alle nicht-kommunistischen Strömungen, natürlich auch christliche, auf die Volksgemeinschaft bezogen. Es geht hier um das neidlose und konstruktive Zusammenleben der verschiedenen Schichten des Volkes. Darum, dass man trotz aller Unterschiede an einem Strang zieht. Diese positive Grundidee der Volksgemeinschaft ist sicher im Kern christlich.
Wenn ich recht sehe, existiert die Volksgemeinschaft heute noch in Russland. Sie überbrückt die Gegensätze zwischen "rechts" und "links" und sorgt dafür, dass die politischen Differenzen nicht in Feindschaft und innere Zerrissenheit ausarten. 

lucianocali2

14. Februar 2026 10:59

Ok. Ihr seid schon deshalb nicht " völkisch", weil das Wort nicht mehr zu retten ist. Aber ethnokulturell seid ihr halt schon, das ist ja die Software von Schnellroda? Viel mehr Gemeinschaft als Gesellschaft? Die wiederum mehr sein soll als das Gesetz? Sondern auch Sprache, Erinnerung und Gewohnheit? Kurz Prägung? Bevor "völkisch" rassistisch pervertiert wurde, versuchte es eben solche Sachen zu beschreiben? 

RMH

14. Februar 2026 11:22

C. Wolfschlag bringt es mit seinen 2. Teil gut auf den Punkt, wie ich finde. Insbesondere, in dem er das Spirituelle, Metaphysische & auch Esoterische bei denen, die sich dem Völkischen zurechnen, erkennt. Die historisch "Völkischen" aus der Zeit vor dem WK 2 haben den Fehler gemacht zu versuchen, es in Sprache zu bannen & damit begann die Verquasung. Die Pseudo-Wissenschaft, die Biologisierung, das Sektiererische, man könnte es auch als eine Art Sündenfall beschreiben. Wenn G. Kubitschek vom "romantischen Dünger", der Neurechte auch sein wollen, spricht, ist er damit näher am "Völkischen" im Sinne der Wolfschlagschen Definition, als man in Schnellroda evtl. denkt. & damit bin ich auch bei @Majestyks These "Man fühlt sich ihm intellektuell überlegen, ähnlich der linken Intelligenzija. Deswegen kann sich die neurechte Intelligenz eher mit 68ern oder linker Intelligenz unterhalten, ...." Welche aus meiner Sicht völlig diese menschheitsbejahende, ja "liebende" Komponente des romantischen Düngers im Neurechten verkennt. Der Linke gibt sich streng rational, "wissenschaftlich" ist ja auch der Marxismus. Daher auch seine Unbarmherzigkeit. Gnade, Menschlichkeit, "Romantik", "Liebe", wird man daher eher bei den Rechten finden, wenn sie nicht  akademisch "linksversifft" sind.

Monika

14. Februar 2026 11:42

Wenn die interne Kritik am "Völkischen" auf dessen Ablehnung des Christlichen herabgebrochen  wird ("Das Völkische von heute kann Christen nicht leiden" )  und die Neue Rechte nicht völkisch ist, dann müßte diese ja das Christentum oder die Christen leiden können. Das ist, zumindest in dem Konzept des Ethnopluralismus Benoist'scher Prägung nicht der Fall. (Stichwort  Universalismuskritik, Kritik an universalen Menschenrechten, Anti-Egalitarismus). Das Christentum ist aber eine personalistische und universale Religion, keine nationale und keine Gattungsreligion. Der russische Philosoph Nikolai Berdjajew unterscheidet in seinem Text "Knechtung durch den Nationalismus" ebenfalls das Nationale, das Staatliche , das Patriotische, das Volkhafte , nicht ! Völkische. Dem Volkhaften gesteht er gar eine eigene Qualität vor dem Nationalen zu. Kritik übt er grundlegend daran, daß alle diese kollektiven Formen den konkreten Menschen in seiner Persönlichkeit als einmaliges und unwiederholbares Wesen , d.h. seiner Würde verletzen können. Trotzdem redet er nicht einer abstrakten Menschheit oder einem beliebigen Individualismus das Wort.

Gracchus

14. Februar 2026 11:53

@Diogenes: beim Lesen des Artikels kamen Sie mir in den Sinn. Sie darf man wohl als "völkisch" bezeichnen. Aber warum schreiben Sie "mit Laib und Seele" statt "mit Leib und Seele"? Leib und Laib sind ja keine Synonyme. Oder doch? Ein völkischer Code? Tatsächlich werden in meiner Stamm-Bäckerei neben Brotlaibern auch "Seelen" verkauft. Sind Sie ein völkischer Bäcker? 

Gracchus

14. Februar 2026 12:15

@Majestyk: danke, man sagt mir zwar nicht nach, ich sei neurechts, aber ja, die Aussicht von hier oben ist sehr gut, auch auf die grünenden Täler der Dummheit (das ist ein Scherz - und, auch wenn Sie's nicht wissen wollen, die Kreuzung eines Nabokov- mit einem Wittgenstein-Zitat - und ich habe übrigens auch nichts gegen Sie, von Misshelligkeiten würde ich gar nicht sprechen).
Zeigen Sie mir aber bitte das "einfache Volk"! Zeigen Sie mir die Neurechten, die auf das einfache Volk herabschauen! (Mein Verdacht: Sie halten sich für das "einfache Volk" oder zumindest für seinen Repräsentanten.)
Das Wittgenstein-Zitat lautet übrigens: "Steige immer von den kahlen Höhen der Gescheitheit in die grünenden Täler der Dummheit".

RMH

14. Februar 2026 12:47

@Gracchus, Dein letzter Post, #14. Februar 2026 11:53, erinnert mich vom Stil an "Post von Wagner". Bist Du etwa ein Seelenverwandter? 

Kurativ

14. Februar 2026 13:11

Der steuerfinanzierte Typ von correctiv scheint vom "Völkischen" regelrecht begeistert zu sein. Das es in Schnellroda und bei der Neuen Rechten in Sachen Völkisch nicht viel zu holen gibt, scheint ihn nicht aufzuhalten. Wer sich so sehr gegen etwas ins Zeug legt, der möchte gerne etwas anderes verkaufen, was er im hier und jetzt nicht nennen mag.
Was also wollen die "völkischen" Vertreter der so genannten Internationasozialisten mit ihren Gesellschaftsdeignern? Mit Sicherheit sind sie auch "Völkisch", denn sie arbeiten ja fleißig an Volk und Bevölkerung. Das Gegenteil von etwas beinhaltet ja immer auch Formen und Inhalte des Gegenstands der Gegenteilswerdung im Sinne der Dialektik.
Eine Auflösung von "Volk" mit seiner Sprache, Kultur und räumliche Sesshaftwerdung ist ein Schritt. Was daraus an Neues entsteht wird nicht wirklich benannt. Einen Vorgeschmack darauf kann man aber derzeit in Deutschland und vielen europäischen Staaten sehen.

RMH

14. Februar 2026 13:13

@Majestyk, Ihre Liebe zu den einf. Menschen ist m.M.n. eher romantisch, es sei denn, man sieht ihn machtpolitisch als den entscheidenden Faktor zum Gewinnen von Wahlen an (ist er das wirklich?). Was ist denn heute der einf. M., also nicht den, den wir in den 70er/80er Jahren noch kennen lernen durften? Der heutige einf. M, hat vollen Medienzugang, kann sich, selbst wenn er Hartzer sein sollte, auch mal ne Woche All-inkl. an der Goldküste etc. leisten, hat ein Auto, hat bis auf alleinstehende Frauen mit wechs. Partnern, oft keine Kinder & sitzt da, wo er sitzt, gerade auch deshalb, weil es im Grunde seine eigenen Entscheidungen & seine eigenen Veranlagungen waren, die ihn dahin gebracht haben. Der Typ einf. M., denn wir beide aus den 70er/80er Jahren kannten, war oft Arbeiter, als Frau dann Putzfrau, Pflegerin etc. Oft jedenfalls Schichtarbeiter. Ich bin in einem Arbeitviertel aufgewachsen. Die Kinder wurden vor die Tür gesetzt, damit der Vater schlafen konnte etc. - fast alle von diesen einf. M. haben fast alles dafür getan, dass ihre Kinder es "besser" haben, also gerade nicht die einf. M. werden, die sie selber waren. & so wurden fast alle von meinen dam. Kam. keine Schichtarbeiter mehr, sondern im Minimum ausgeb. Facharbeiter, die Masse Techniker, Ingenieure, Lehrer, Ärzte etc. & das unterscheidet die einf. M. von damals zu denen von heute. Das will ich nicht als Arrogant verstanden haben, nur dahingehend: Auch den einf. M. gibt es heute nicht mehr so wie früher.

Boreas

14. Februar 2026 13:20

Allein, das der "Correctiv"-Klapperkopp die Vokabel oft aus seinem  "Nazi"-Tourette-Köcher holt, zeigt, wie untypisch sie für uns, die sich einzeln oder in Gemeinschaft um Deutschland bemühen, sind. Es geht nicht um den völkischen Narrensaum, dessen Lektüre immer noch große Freude, mitunter aber auch schallendes Gelächter erzeugt. Das Völkische greift heute zu kurz. Als es vor 200 Jahren aufkam war die Zusammensetzung des deutschen Volkes eine völlig andere als heute. GK hat in seinem Gespräch mit Frau Kosubek skizziert, was das bedeutet. Deutscher und somit Teil unserer Schicksalgemeinschaft ist derjenige, welcher sich zu unserer einzigartigen Schicksalgemeinschaft bekennt und zwar in guten wie in schlechten Zeiten. Dabei ist mir ein Askari natürlich näher als ein blonder, blauäugiger "Unseredemokratie"-Blockparteiler, der Weihnachten feiert und den "Osterspaziergang" rezitieren kann. Von der Legion an Runentänzern, Erb-Erinnerer, Rohköstler  und Sonnenapostel sind mir die völkischen Reformer vom Schlage eines Schultze-Naumburg  am wertvollsten weil sie erkannt haben, das die Seele unseres Volkes untrennbar mit der Landschaft und Wohnstätten verbunden ist und leidet, wenn diese immer mehr deformiert werden. Die Jungkonservativen als Kopf, die Nationalrevolutionären als Faust und die Idee des Bündischen, wo Gleichgesinnte unterschiedlicher Herkunft sich um selbstgewählte Führernaturen in Gefolgschaftstreue scharen, um die Schicksalgemeinschaft zu bilden. Wie es Hans Blüher ausdrückte: "Wer im Bunde ist, kann nicht sinken!"

fw87

14. Februar 2026 13:55

@Majestyk:
Ihrer tiefgehenden Analyse muss ich weitgehend zustimmen. Die geschilderten Zustände sind der Grund, weshalb ich mich nur als "rechts" ohne irgendwelchen anderen Zusätze bezeichne. 
Ich kenne genügend Menschen, die sich über Politik und Religion immer so unterhalten, wie wenn sie an einem Seminartisch säßen. Ganz so als hätten die Themen gar nichts mit der Wirklichkeit oder mit ihnen selber zu tun. Es scheint, als hätte manch einer im Kopf die Universität nie verlassen, auch wenn er schon über 60 Jahre ist.
Für meinen Teil kann ich nur sagen: "Endlich draußen vor der Tür!" Es ist sehr beglückend, die eigene Meinung frei raus zu sagen. Ohne Referenzen und in einer Sprache mit der man sich wohl fühlt. 

Gracchus

14. Februar 2026 14:07

@Monika: Da sprechen Sie ein heikles, aber auch komplexes Thema an. Wenn ich nun alle bedenkenswerten Aspekte aufzählen sollte, wäre ich wahrscheinlich morgen früh nicht fertig; ich bescheide mich mit folgenden:
1. Berdjajew hat das Christentum sicherlich sehr tief durchdrungen, aber wie sieht das gelebte Christentum aus? Kommt es nicht darauf an? Da findet man heute fast alles, sollte man nicht richtigerweise von Christentümern sprechen? Wissen wir noch, was Christentum heißt? Zumindest dies: Es heißt Nachfolge Christi, und die Nachfolge gestaltet sich sehr individuell, aber da Christus der inkarnierte Logos ist, muss die Nachfolge mit Leib und Seele geschehen.
2. Das Heiden- heute vom Christentum abzugrenzen, erscheint mir - von beiden Seiten her (also auch von de Benoist) - sinnlos, wenn Christus die Brandmauer zwischen Juden und Heiden niedergerissen hat. Das Christentum ist gewissermaßen eine "gegenstrebige Fügung" (Heraklit) zwischen Heiden- und Judentum oder frei nach Davila die Spannung zwischen zwei Irrtümern.

Gracchus

14. Februar 2026 14:29

- Fortsetzung - 
3. Den neuheidnischen Anwürfen würde ich entgegenhalten: "Alles richtig, jede moderne Verfallserscheinung kommt irgendwie aus dem Christentum, sogar euer Neuheidentum. Das Christentum ist eben einen Weg zur - hoffentlich - Vollkommenheit, aber bis dahin voller Irrwege und Fehltritte - während ihr euch qua Geburt und Natur bereits für vollkommen haltet und deshalb die Wiederkehr des Immergleichen feiert."
4. Dreh- und Angelpunkt scheint die "Natur" zu sein. Vom keltischen Christentum heißt es - vermutlich in rückprojizierender Verklärung -, dass es eine einzigartige Synthese zwischen Heidentum und christlicher Offenbarung  gewesen sei, wozu eben auch Naturmystik oder Ökosophie gehörte, was dem Judentum eher fremd ist; wenngleich es auch in den Psalmen oder bei Paulus Spuren davon gibt. 

Gracchus

14. Februar 2026 14:42

- Fortsetzung - 
5. Im Mittelalter sprach man noch von den zwei Büchern Gottes, der Bibel und dem Buch der Natur. "Das Buch der Natur" ist dem Christentum abhanden gekommen, es wurde der Naturwissenschaft überlassen, die darin nichts Göttliches mehr findet, keine Spuren des inkarnierten Logos, durch den doch alles geschaffen wurde. Die Kirche ist nurmehr für das Übernatürliche zuständig - und kann keine Brücke mehr schlagen von der Übernatur zur Natur. 
 

Gracchus

14. Februar 2026 15:01

- Fortsetzung -
6. Abschließend ein Zitat von Rosenstock-Huessy: "Schwieriger dagen [als die vor- und nachchristlichen Heidentümer, Anm. von mir] sind dagegen die Gestalten unserer Zeitrechnung zu durchschauen. Kirche, Staat und Gesellschaft sind diese Gestalten unserer Zeitrechnung. Die Kirche bedarf noch immer der Selbstreinigung gegen das Kirchenvolk, das die Kirche zu einer Festung der Kultur oder zu einem Erbe der Bekehrten herabsetzen will. Sie bedarf aber vor allem der Ruhe (des langen Atems) gegen den imperialistischen Staat, der Blutfülle gegen die blutlos machende Gesellschaft. Wo sie die Schäden der Gesellschaftsmenschheit lindern will, muss sie daher rücksichtslos andere Mittel anwenden, sie muss dort vielleicht sogar die Mittel empfehlen, die sie aus den Stämmen oder aus der Erdkultur als Hindernisse der Erlösung vertilgt hat! Den blutlosen Gesellschaftsmenschen gilt es zu verleiblichlichen. Der Christ im Tanz ist hier die Verheißung der Kirche. Ihre Heilsökonomie muss aufstehen gegen die stimmlose, wortlose, lautlose Ökonomik der Gesellschaft."

heinrichbrueck

14. Februar 2026 15:01

Sehr entspanntes Lehrmaterial. 
Wenn ein deutscher Mann eine deutsche Frau heiratet, bekommen die beiden deutsche Kinder. Diese Tat ist völkisch, rassistisch und antisemitisch - so die Lesart der Feinde. Man erzähle mir nicht, die Linken hätten eine ernstzunehmende Ideologie! Sie können zersetzen und spalten, betrügen und dezimieren - eine bekannte Liste. Wo ist hier das Problem? Einen Xavier Kurt Naidoo als Deutschen zu akzeptieren bleibt eine ulkige Bagatelle. Aber die Hälfte der Deutschen als Ausländer zu sehen, spielt schon in einer ganz anderen atmosphärischen Liga des Niedergangs. Es gibt auch keine Wörter, die man nicht mehr retten kann. Es gibt lediglich zu wenige Soldaten, die sie beschützen können. 
Was zu einem ganz anderen Thema führt, dem Verfahrensweg einer Überlebensgemeinschaft in dieser Welt (vorausgesetzt, sie steht nicht auf Kriegsfuß mit den Naturgesetzen). Man könnte auch sagen: Demokratie ist ein Verfahren, kein Wahrheitsfinder. 1. Was ist richtig? 2. Wie entscheiden wir gemeinsam, wenn wir unterschiedlicher Meinung sind? Schwäche: Wenn die Mehrheit irrt, wird die falsche Entscheidung „legitim“. Stärke: Wenn die Mehrheit richtig liegt, entsteht Legitimität und Stabilität. Liegt ein strukturelles Problem vor, kann es keine deutsche Mehrheit geben. 

Gracchus

14. Februar 2026 16:09

@RMH: Ein Seelenverwandter vom "Gossen-Goethe"? Darauf bin ich noch nicht gekommen. So gaga ist mein Post doch gar nicht. Dein Post, 13.13 Uhr, erinnert mich mit den vielen Abkürzungen an den Pal- pardon Grüneberg. 

Majestyk

14. Februar 2026 16:29

@ RMH:
Wahlen werden durch Mehrheiten gewonnen. Und da es mehr Orthonormal gibt als Geisteswissenschaftler, sind Orthonormale die entscheidendere Kraft. Dazu gehören Handwerksmeister- und Gesellen, viele Selbstständige, Freiberufler, Bauern, Techniker oder auch die Bäckereifachverkäuferin und LKW-Fahrer.
Irgendwann werden Sie sich mal entscheiden müssen, ob Sie ins profane Lager des langweiligen Pragmatismus wechseln oder weiter von Leuten wie mir Referenznachweise einfordern, wenn ich Elfenbeinturmdenken kritisiere. Mir fehlt jeder Sinn fürs Romantische oder Mystische. Ich gehöre auch nicht zur "Goethe in seiner Postkutsche" Fraktion und mir ist jegliches theologische, wie auch ideologisches Denken fremd. Eigentlich bemerken Sie ziemlich oft viele richtige Dinge, aber dann schlägt wieder der SiN Fanboy durch. 
Um politisch wirklich was zu verändern braucht es Macht. Hier begnügt man sich aber Begriffe zu zerreden, wie Remigration, freiheitlich oder völkisch. Daneben gibt es ganz viel Verteidigung von Deutungshoheit, wer darf was sagen, was muß er gelesen haben, als ob man intellektuell ist, weil man Bücher liest, statt diese zu schreiben. Und jetzt gibt es ganz viel Moralismus, über Trump sowieso, Israel, prowestliche Kräfte in der AfD, Lappalien wie in SA oder woke Empörung über eine Puffinsel, statt den diesbezüglichen Elefanten im eigenen Land zu betrachten. Ich habe aber innerlich gewettet, wer auf mich genauso reagiert, Sie oder Umlautkombinat. Sie haben gewonnen.

Gracchus

14. Februar 2026 16:37

@RMH, Majestyk: "Einfaches Volk" scheint mir auch ein romantischer Topos, dem wenig in der Realität entspricht, ungefähr so viel oder vielleicht doch etwas mehr wie "Landliebe"-Werbung mit den realen Verhältnissen von Agrarbetrieben. 
Zudem: Wenn EK, wie sie schon schrieb, manches Mal hoch zu Rosse unterwegs ist, ist das doch nicht sprichwörtlich zu verstehen. 
Schnellroda steht m. E. für eine geerdete Intellektualität, die auch ein starkes anti-intellektuelles Element in sich trägt und sich vor intellektuellen Verstiegenheiten eher hütet (wobei die deutsche Geistesgeschichte voller Verstiegenheiten steckt). Dennoch gehört dazu, qua väterlicher Autorität, Forderungen an das Volk, auch das einfache, zu stellen, sich zu bewegen, auch geistig. 
 

Majestyk

14. Februar 2026 16:53

@ fw87:
Die alte Rechte war mir immer zu braun, mit ihrem dämlichen schwarz-weiß-roten Logo.. Die neue Rechte ist mir zu theologisch und vergeistigt. Ökonomie kommt hier nie vor. Braucht man anscheinend nicht. 
Zum Auswandern bin ich zu alt und die nächsten Jahre binden mich auch noch Pflichten. Meine Meinung zu äußern scheue ich mich dennoch nicht. Ich gehöre zu jenen, die nicht mehr viel zu verlieren haben. Verbiegen, nur um sozial teilnehmen zu dürfen würde ich mich nicht. Spricht sich natürlich leichter, wenn man Alte zu versorgen hat statt Kinder, die Zukunft noch vor sich haben. Mit Kindern wäre ich aber eh gegangen, die würde ich der Femitheokratie nicht aussetzen. Und wenn die hier eh unter Fremden aufwachsen sollen, können sie dies auch in der Fremde tun, dann womöglich ohne Kriegsdienstpflicht für Privatkriege von CDU oder Grünen. Ist ja interessant, daß der Ukrainekrieg, jetzt da man die amerikanischen Sozialisten aus dem Spiel genommen hat vor allem von Deutschland finanziert wird. Da gilt es nachzuhaken, hier zeigt sich die Ursache für vieles. Das würde ich gerne ergründen, nicht die Volksbegriffsdistanzeritis von rechts.

Rheinlaender

14. Februar 2026 17:03

Gerade lese ich mich in die Regionalgeschichte Passaus und anderer Städte entlang der Donau ein. Die völkische Erzählung, die den Deutschen mit dem Germanen gleichsetzt und eine in uralte Zeiten zurückreichende Verbindung von Volk und Raum behauptet, ist zumindest dort einfach nicht wahr. In diesem alten Kulturraum haben sich Kelten, Römer und Germanen sowohl biologisch als auch kulturell vermischt, wobei die dort seit dem Mittelalter vorherrschende Kultur das Ergebnis einer Synthese von römischer und germanischer Kultur sowie christlich-katholischer Religion ist. Die völkische Erzählung der Ethnogenese der Deutschen ist dabei im Vergleich zur realen Geschichte deutlich weniger interessant. 

Monika

14. Februar 2026 17:10

@ Gracchus Wieso heikel ? Der Begriff "völkisch" wird immer ein Kampfbegriff des politischen Gegners bleiben, egal wie man seine Herkunft, Entstehung oder Bedeutung erklärt. Den Begriff " volkhaft" halte ich aber für sinnvoll. Für Berdjajew ist "Volk eine viel urtümlichere und naturgebundenere Realität als die Nation" . Im Volk stecke etwas Vorrationales. Das Gesamtvolk kann antistaatlichen oder anarchischen Charakter haben. So ist es sinnvoll, vom 17. Juni als Volksaufstand zu sprechen. Trotzdem betont Berdjajew, daß das Gewissen nicht im Volk, sondern in der Persönlichkeit liegt. Denn, so sein Argument, "Das Volk schrie: "Kreuzige ihn", als der Sohn Gottes vor ihm stand. Das Volkhafte hat also seine Berechtigung und auch über den Ethnopluralismus hat etwa Martin Lichtmesz sehr differenziert geschrieben, ihn kritisiert und verteidigt. Also, es gibt da nichts heikles und eine Binnenkritik ist immer sinnvoll. Man muß ja nicht unnötig linke Soziologen oder die Bundeszentrale für politische Bildung beschäftigen. 

RMH

14. Februar 2026 17:45

"Wenn ich recht sehe, existiert die Volksgemeinschaft heute noch in Russland. Sie überbrückt die Gegensätze zwischen "rechts" und "links" und sorgt dafür, dass die politischen Differenzen nicht in Feindschaft und innere Zerrissenheit ausarten."
@fw87,zu Ihrer Märchenstunde: Wenn zu so einer Volksgemeinschaft dazu gehört, dass man politische Gegensätze dadurch überbrückt, in dem man einen nennenswerten, politischen Oppositionsführer von zweifelsfrei weißer, europäischer Art, in ein Hungerlager steckt, ihn bereits dadurch fast umbringt und dann - wie jetzt wohl nachgewiesen wurde - am Ende mit Gift qualvoll das Leben nimmt sowie in männerfeindlicher Art hunderttausende der eigenen Männer in einem sinnlosen Krieg verheizt, dann kann ich auf eine derartige Volksgemeinschaft sehr gut verzichten. Dann lieber "Alle gegen Alle", da darf ich mich dann wenigstens selber schützen. Eine Volkgsgemeinschaft, die mich nur schützt, wenn ich das Maul halte, Kohle abdrücke & ohne echte Verteidigungslage von mir meine Söhne zum verheizen fordert, die soll zurück, wo sie her kommt, in irgendwelche Steppen Asiens oder afrikanische Krale. Mit Europa oder deutsch hat das nichts zu tun - eher dann etwas mit Mafia (gut, die ist wiederum aus Europa).
OT: Zerissenheit im Politischen hat man auszuhalten.
https://jungefreiheit.de/allgemein/2026/harald-martensteins-brandrede-wir-reden-ueber-das-ende-der-demokratie/
 

RMH

14. Februar 2026 17:51

"erinnert mich mit den vielen Abkürzungen"
@Gracchus, wollte das Thema nicht in 2 Beiträge aufteilen. Das mit dem Gossen- Goethe war nicht wegen inhaltlich gaga-gemeint (ist Dein Beitrag ja auch 0,00), aber der Stil (was nicht der Inhalt ist) mit den sich aufbauenden, höflichen Fragen am Ende dann: Sind Sie ... ist schon so, wie der gerne geschrieben hat (nach wie vielen Flaschen Weißwein?). Sein Nachfolger Martenstein fängt auf jeden Fall schon mal besser an. Wenn er die Richtung hält, die er bislang einschlägt, dann gut. 

Majestyk

14. Februar 2026 19:36

@ Gracchus:
Wie kommen Sie auf die Idee, daß ich Wittgenstein nicht kenne bzw. nicht kennen will? Weil ich der Fähigkeit zu zitieren keine praktische Bedeutung beimesse und selber auf Basis von Beobachtungen in schlichter Sprache argumentiere? Mit der Antwort dürften sich auch Ihre Fragen beantworten. "Wider die großen Worte“  ist übrigens auch ein Zitat.
Franz Bettinger hat die halbe Welt gesehen, ist Arzt, als solcher nahe dran an menschlichen Bedürfnissen. Mein Opa war Bergmann aber mit einem Arzt befreundet. Einfaches Volk hat nichts mit Einkommen oder Berufsgruppen zu tun, sondern mit der Fähigkeit zur Identifikation. Erinnern wir uns an den Alten Fritz “In Ostpreußen ist gerade Hunger à la Mode”. Ein Fürst kann dem Volk näher sein, als ein kleiner Angestellter. 
@ RMH:
Erste Antwort war nicht genehm, ich reduziere mal auf: Wahlen werden durch Mehrheiten gewonnen. Die Mehrheit besteht nicht aus Intellektuellen, sondern Handwerkern, Technikern, Arbeitern, Selbstständigen, Freiberuflern, Bauern, Händlern oder der Bäckereifachverkäuferin und dem LKW-Fahrer. Das ist das einfache Volk, alle womöglich intelligent, aber selten intellektuell. Das einfache Volk erwartet in einer Debatte keine Nietzsche Referenz.

Mitleser2

14. Februar 2026 19:49

Majestyk: "Und wenn die hier eh unter Fremden aufwachsen sollen, können sie dies auch in der Fremde tun, dann womöglich ohne Kriegsdienstpflicht für Privatkriege von CDU oder Grünen."
... und womöglich ohne kriminelle, mörderische Migranten in diesen Ausmaß. Gibt zwar nicht mehr so viel Orte auf der Welt, wo das zutrifft, aber sie gibt es noch. Und die Frage, ob die Deutschen völkische Mitmenschen überhaupt noch verdient haben, wurde ja schon gestellt. Soviel zu denen hier, die Auswanderer verachten.
 

Gracchus

14. Februar 2026 20:16

@Monexiika: Heikel müssen Sie das nicht finden, aber Sie selbst haben ja Alain de Benoist erwähnt, der das Christentum im Kern ablehnt, wobei ihm die deutsche Rechte darin wohl nicht folgt. Dann haben Sie das AfD-Bashing deutscher Bischöfe, oder einen bloggenden katholischen Pfarrer, der J. Hartl angeht, weil er dem rechten Portal Nius (!) Interviews gibt, und meint, rechtes Gedankengut gehe sowieso nicht unter einen christlichen Hut, oder einen evangelischen Theologen, der J. Hartl angeht, weil EK wohlwollend über ihn geschrieben hat. Also darf das Verhältnis zwischen der Rechten und dem realen Christentum heikel genannt werden. Ich habe mich zwar nicht für den Gebrauch des Begriffs "völkisch" verwendet, aber tatsächlich einen Artikel der BfpP über völkische Spiritualität gefunden, wo mal wieder alles in einen Topf geworfen wird, so dass es mir schnuppe ist. 

Le Chasseur

14. Februar 2026 22:07

@RMH
"Wenn zu so einer Volksgemeinschaft dazu gehört, dass man politische Gegensätze dadurch überbrückt, in dem man einen nennenswerten, politischen Oppositionsführer (...) in ein Hungerlager steckt, ihn bereits dadurch fast umbringt und dann - wie jetzt wohl nachgewiesen wurde - am Ende mit Gift qualvoll das Leben nimmt"
Ernsthaft jetzt? Das mit der Vergiftung wurde von den selben Leuten "jetzt wohl nachgewiesen", die uns vor 5 Jahren erzählten, Corona wäre eine tödliche Seuche und die Impfung würde die Weiterverbreitung verhindern. Mannomann...
Ach ja, Nawalny war kein nennenswerter Oppositionsführer. Und in Deutschland hätte man ihn als "gesichert rechtsextrem" eingestuft. Aber wenn's gegen den Iwan geht...
P.S.: Weiß jemand, an welchem geheimen Ort die Skripals vom britischen Geheimdienst festgehalten werden?

Marcus AC Severus

14. Februar 2026 22:39

Deutschland verdankt seinen Charakter den Deutschen. Punkt. Wie auch immer man das sehen und deklarieren will: Völkisch, Ethnokulturell sonst wie. 
Dennoch kann das Deutsche auch Kulturell für Kontinentaleuropa zur prägenden Kultur und Gegenwicht zum Anglo-Amerikanischen Raum werden. Es könnten heute schon bis zu 150 Mio Menschen in Europa Deutsch sprechen oder wenigstens auf B1 Niveau können.
Dafür müsste die Neue Rechte den Spagat zwischen dem Erhalt des Deutschen Volkes in Deutschland schaffen,  ohne das Deutschsein dabei für alle anderen (europäischen) Ethnien zu versperren.
Geht nicht beides, ein gewisses Stadtbild anstreben und dennoch eine gewisse Offenheit für Fremdes haben, was dann aber voll Deutsch-kulturell integriert wird? 
Diese in Deutschland integriertem Europäer wären dann ideale Botschafter des Deutschen "way of life" bei Reisen in ihre europäischen Herkunftsländer.

Ein gebuertiger Hesse

14. Februar 2026 22:51

@Claus Wolfschlag
Exzellent, Ihre Ausführungen. Bitte mehr davon!

Marcus AC Severus

14. Februar 2026 23:10

@Majestyk
Und doch muss die Elite des Volkes Nietzsche Referenzen in Debatten parat haben können. Das einfache Volk kann sich nicht selbstverwalten.Das Abdriften des Landes ist mithin einem Mangel an gut gebildeten Eliten zu verdanken. Und Bildung bedeutet mitnichten irgendwelche akademischen Titel zu sammeln, sondern einen breiten intellektuellen Wissensstand zu haben und die Grundzüge elementarer weltlicher wie auch geistlicher Werke zu kennen. 
Natürlich ist es wünschenswert wenn diese auch in der Schule gelehrt werden und mit der Zwit ein gewisser Grundstock im Volke insgesamt heranreift.
Trotz technischen Fortschritts ist die Welt nicht plötzlich eine andere; was mein Kaiser vor fast 18 Jahrhunderten schrieb ist heute immernoch gültig. 
 

thoma

15. Februar 2026 00:08

@le chasseur: im Gegensatz zu Ihnen kann ich die Sprache. In welcher Welt soll da eine Art übergreifende Gemeinschaft sein? Selbst wenn man die Geschichte um Novalni mal ausklammert und die letzten 130 Jahre mal ignoriert. Gefallen die schönen Paraden in Fernsehen? Mir fällt nun wirklich kein Parameter ein, welches dafür sprechen würde.

Monika

15. Februar 2026 07:28

@Gracchus
Natürlich ist das Verhältnis der Neuen Rechten zum Christentum heikel, mitunter sogar sehr heikel. Ich verfolge das seit Jahrzehnten. Habe mich dazu einst mit Gerd-Klaus Kaltenbrunner ausgetauscht. Ich bin sozusagen darin erprobt, dieses sehr spannende Verhältnis zu entheikeln. Solange das in diesem Rahmen möglich ist,  wunderbar. Nur Mut! 

Mitleser2

15. Februar 2026 08:09

@RMH: "Dann lieber "Alle gegen Alle", da darf ich mich dann wenigstens selber schützen."
Wo sind Sie denn gelandet. Große Worte und viel Russophobie. Das "Alle gegen Alle" haben wir inzwischen hier. Sie finden das gut? Und Sie können sich schützen?
Kopfschüttel. 

Le Chasseur

15. Februar 2026 09:16

@thoma"im Gegensatz zu Ihnen kann ich die Sprache. In welcher Welt soll da eine Art übergreifende Gemeinschaft sein?"
??? Das habe ich doch gar nicht behauptet.

Liselotte

15. Februar 2026 09:44

Würde "völkisch" nicht als Geusenwort taugen, wenn man es etwas aufbohrt?
Geusenwörter nehmen die Beschimpfung als Werbung mit (die als "Geusen" beschimpften Niederländer nahmen das als ihr "Parteilogo", in meiner Jugend erlebte ich bei den Schwulen und den Punks, wie sie aus diesen Beschimpfungen "normale Spartenbezeichnungen" machten).
Es ist ja, ausweislich des Artikels von Frau Kositza und diversen Leserkommentaren, besonders H.M. Richter, recht umfassend als Sammelbegriff.

Liselotte

15. Februar 2026 09:53

Marcus AC Severus: diese Vorgänge laufen doch bereits seit 100 Jahren, wenns nur reicht. Integration anderer Europäer läuft, wenn die Wirtschaft läuft. Wenn sie einbricht, eher weniger. Und die Deutschen waren und sind zu schwach, um ganz Europa zu dominieren.

RMH

15. Februar 2026 10:20

@Mitleser2, wer Russophobie als Antwort auf das Argument der Lagerhaft sagt, dem fehlen eigene Argumente. 
@LeChasseur, dass Sie Zwangslager & Gift gegen Opositionelle (nicht "nennenswerte" & "gesichert rechtsextreme" Oppositionelle darf man nach ihrer Logik wohl so behandeln) klein reden, überrascht in leider überhaupt nicht. Für Sie gibt es bekanntermaßen ja nur Palästinenser, die leiden und Opfer sind. Diesesmal nur 1 link? Wo sind die üblichen 12 anderen, die Videos? Werden Sie langsam faul?

Mitleser2

15. Februar 2026 11:28

@RMH: Warum gehen Sie nicht auf das "Alle gegen Alle" ein?
Und noch etwas: Dass diese Giftgeschichte gerade jetzt bei der SiKo aufgetischt wird, finden Sie nicht seltsam? Und es ist keine SiKo mehr (da sprach mal Putin), sondern eine Kriegskonferenz von europäischen Größenwahnsinnigen, die innenpolitisch unter Druck stehen.

Valjean72

15. Februar 2026 11:54

Wer sich heute geflissentlich vom Begriff "völkisch" distanziert, wird mE morgen oder übermorgen dasselbe mit dem Begriff "Volk (ethnisch)" tun. Wenn es nicht eine Neurechte sein wird, dann eine vielleicht künftige ganz neue Rechte, oder eine pragmatisch-neue Rechte.
 
Ich war nie Mitglied einer rechten Gruppierung, Partei oder Vorfeldorganisation, weder alt- noch neurechts. Diese Etikettierungen bedeuten mir gar nichts, für mich gibt es nur richtig oder falsch (wesentlich/unwesentlich, zielführend oder  nicht zielführend) und das alles Bestimmende in diesen Zeiten ist, wie wir es schaffen, das Weiterleben unserer Volkes zu sichern, in Freiheit und Wohlstand.

kikl

15. Februar 2026 12:11

Ich bin mit den ideologischen Entwicklungen und Verwicklungen des Wortes "völkisch" nicht vertraut. Wir sollten uns aber das Wort nicht nehmen lassen, weil völkisch das Volk betrifft. Anstatt sich davon irgendwie abzugrenzen, sollte man lieber selber eine Definition vornehmen, die Bestand hat.

FraAimerich

15. Februar 2026 12:34

@RMH  -  Apropos Kleinreden, Gaza und Unmenschlichkeit: Sind Ihnen inzwischen eigentlich irgendwelche Anzeichen für ein unverhältnismäßiges oder möglicherweise sogar verbrecherisches Vorgehen Israels aufgefallen? Oder kontern Sie dergleichen weiterhin mit der Unterstellung von "(linkem) Antisemitismus"?
Sehr zutreffend hingegen Ihr Hinweis auf die nicht zu unterschätzende Wirkung der völkischen Romantik (im Rückblick könnte man auch von "johannistriebiger Germantik" sprechen) als "Dünger" (14. Februar 2026 11:22).

RMH

15. Februar 2026 12:43

@Mitleser2, ich finde heutzutage nichts mehr seltsam & natürlich platziert man schon länger Bekanntes dann gerne Öffentlichkeitswirksam bei irgendwelchen Konferenzen etc. (ich habs a. O. schon geschrieben, ich habe gerade Elluls "Propaganda" gelesen. Das Werk ist etwas angestaubt & der welsche Hang zur Laberei bläst es unnötig auf, aber am Ende KLÄRT es auch auf). Was ich zum Ausdruck mit meinen Ausführungen zur verm. rus. Volksgem. bringen wollte ist, dass ich keine Volksgem. brauche, wenn sie keine Freiheit beinhaltet & mir stattdessen Arbeitslager & andere Wohltaten bringt. Zum Thema alle gegen alle, selber schützen zitiere ich E. Jünger:
"Lange Zeiten der Ruhe begünstigen gewisse optische Täuschungen. Zu ihnen gehört die Annahme, daß sich die Unverletzbarkeit der Wohnung auf die Verfassung gründe, durch sie gesichert sei. In Wirklichkeit gründet sie sich auf den Familienvater, der, von seinen Söhnen begleitet, mit der Axt in der Tür erscheint."
Ich könnte im Ernstfall das mit meinen Söhnen verwirklichen, wer hier noch?

Kurativ

15. Februar 2026 13:21

In Schnellroda gibt es meines Wissens keine Zuchtstation.

Le Chasseur

15. Februar 2026 13:47

@RMH
"Diesesmal nur 1 link? Wo sind die üblichen 12 anderen, die Videos? Werden Sie langsam faul?"
Hier, zur Erinnerung, wem Sie offenbar immer noch Glauben schenken:
https://monde-diplomatique.de/artikel/!5584546
https://de.wikipedia.org/wiki/Brutkastenl%C3%BCge
https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/zeitzeichen-powell-angriff-irak-100.html
Aber diesmal sagen die Politiker des Wertewestens ganz bestimmt die Wahrheit. Es kann doch schließlich nicht sein, dass jemand immer lügt.
 

Majestyk

15. Februar 2026 14:35

@ Marcus AC Severus: 
U.a. "Das einfache Volk kann sich nicht selbstverwalten."
Sagt wer und warum?
Auf der Jungen Freiheit fand ich zur Martensteinrede dies:
"infaustumveritas sagt: 14. Februar 2026 um 19:58 UhrAber jetzt mal ehrlich: wo ist denn das Großartige an dieser Rede? Was ist daran anders als das, was die Foristen hier jeden einzelnen NAAG (...) in den Spalten eingeben. Warum muß immer ein „Star-Journalist“ kommen, der bejubelt wird – obwohl er nichts absolut Neues verkündet? (...) Aber das ist es ja: man gibt uns, bis auf diesem Forum, kaum eine Chance, unsere Meinung öffentlich kundzutun. I(...)"
Die Elite von der Sie reden ist eine eingebildete Elite, die Ihre Pfründe und ihren Status nach unten und außen verteidigt. Die einzige Elite, die es wert ist, so bezeichnet zu werden ist die Leistungselite, die diese Leistung tagtäglich nachweist, garantiert keine Status- oder Zuchtelite, gleich welcher Art. Allein schon der Glaube, eine Aussage wäre nur dann wertvoll, wenn Sie von einem prominenten, zitierwürdigen Menschen geäußert werde entspringt ständischem Denken. Ist im Übrigen komplett undemokratisch. Hat die Mehrheit zwar dank Dauergehirnwäsche übernommen, ich kann damit nichts anfangen.

Gracchus

15. Februar 2026 14:48

@Majestyk: Mein Opa war auch Bergmann, und ich bin in einem 5000 Seelen-Dorf groß geworden. Noch nicht beantwortet haben Sie mir, wer von der Neuen Rechten sich dem "einfachen Volk" intellektuell überlegen fühlt. 

Gracchus

15. Februar 2026 15:04

u. a. @Valljean72: Wer das Wort "Volk" verwendet, macht sich in bestimmten Kreisen verdächtig.
Es geht aber m. E. nicht darum, ob man "völkisch" verwendet, sondern darum, dass man sich bewusst sein sollte, dass - anders als beim Substantiv "Volk" - bei "völkisch" konnotativ die von EK skizzierte völkische Ideologie mitschwingt. Folglich sollte man sich im Klaren sein, ob man sich in dieser Ideologie verortet, oder ob man "völkisch" von diesem ideologischen Kontext befreien will. 
 

Maiordomus

15. Februar 2026 15:22

Der Begriff des Völkischen ist für die konservativ Gebildeten insofern unproblematisch, als man ihn auf seine Ursprünge u.a. bei Herder, Fichter, Brüder Grimm, ja sogar die Nationalliberalen zurückführt, und noch zur Zeit der Weimarer Republik war diese Wortwahl nicht automatisch verrucht. Das nun aber der Bildungsgrad von heute keineswegs mehr auf seine humanistischen Ursprünge noch gar auf den Wortgebrauch der Brüder Grimm zurückgeführt werden kann, die politische Sprache generell auf Kampfbegriffe reduziert wird und es heute im ursprünglichen noch Goetheschen Wortsinne kaum mehr Akademiker gibt, bleibt dieser Wortgebrauch wie "Weiber" oder "Neger" oder leider "Fräulein" nicht mehr auf seine originale, dh. ursprüngliche Anwendung verständlich gemacht, weswegen ausserhalb philologischer Fachgespräche mangels Verständlichkeit nun mal zu meiden. Gilt in dem Sinne auch bei "Alles für Deutschland", wiewohl rein inhaltlich es absurd wäre, einen deutschen "native speaker", der es im Wortsinne meint, deswegen bestrafen zu wollen.  PS. "Fräulein" war selbstverständlich nie abwertend, sondern wie "Herr" ständisch erhebend. Vgl. Goethes Faust.  

Gracchus

15. Februar 2026 15:46

@Monika: Mir läge zunächst daran, dass die Kirche sich wieder als heilsgeschichtlichen Akteur begriffe und sich auf ihren von Christus verfügten Auftrag besänne. 
Das heißt: Sie sollte sich abgrenzen von einem liberalen Menschheits-Universalismus einerseits; andererseits von einer neuheidnischen Spiritualität, die Sonne, Mond und Gene anbetet.
Letzteres ist aber wiederum - wie Sie sagten - abzugrenzen von einer berechtigten Liebe zum eigenen Volk und dessen Erhalt. 
Vor diesem Hintergrund bedarf die "politische Theologie" der Kirche einer Neujustierung. 

links ist wo der daumen rechts ist

15. Februar 2026 16:03

How German is it? 1
Mir hat als in der Grenzregion zu Niederbayern aufgewachsener Austriake die bis 1989 gültige Formel „ein Volk, zwei Nationen, drei Staaten“ gut gefallen, wobei ich den nach 1945 entstandenen Austro-Patriotismus und das Gerede vom „österr. Menschen“ immer etwas peinlich fand (und selbst Sellner schwärmte ja einmsl von unseren Babenberger-Ahnen, die es zu achten gelte; da halte ich es lieber mit dem Bauernführer Stefan Fadinger…).
Aber erst die zwei verlorenen Weltkriege, die aus europäischen Konflikten erwuchsen (man könnte also wie Handke in Bezug auf den Jugoslawienkrieg von Brudermorden sprechen), haben/hätten aus den Deutschen, i.e. Deutschsprachigen, eine Schicksalsgemeinschaft gemacht – mit dem traurigen Höhepunkt der sog. Potsdamer Beschlüsse, dem „großen Austausch“ in Ost- und Südosteuropa.
Es bleibt also ein Bekenntnis zu dieser Sprachgemeinschaft; die Südtiroler haben dabei wie durch ein Wunder als Volksgruppe überleben dürfen.
Und ich verlängere dieses Bekenntnis in die Vergangenheit. Wer nie alt- und mhdt. Texte (ich gebe zu, daß mir „zweisprachige“ Ausgaben helfen) liest, der soll mir nicht mit seiner jeweiligen Art von Deutschtum kommen. Man muß diese seine Muttersprache wie ein Kind lieben und schätzen, sehen, wie es aufwächst und zu einem reifen Menschen wird. Und es ist genau diese deutsche Sprache in ihrer zu recht geschätzten (und gefürchteten) Tiefgründigkeit, die der Welt sehr viel geschenkt hat.

Majestyk

15. Februar 2026 16:10

@ Mitleser2:
Zum echten Frieden gehört die Freiheit. Da bin ich bei Adenauer „Friede ohne Freiheit ist kein Friede!“ 
Ob man Nawalny mochte oder sich bewußt ist, daß er vom Westen instrumentalisiert wurde spielt keine Rolle. Er wurde ermordet. Ist für jeden ohne weißblaurote Tomaten auf den Augen ersichtlich. Es beißt sich, hier zurecht politische Verfolgung zu beklagen, aber zu ignorieren, daß man in Rußland eindeutig weiter geht als hier. Zumindest im Moment, Europa kann ja noch nachziehen. Oder man nehme Jimmy Lai in Hongkong.
Es gilt den Westen zu erneuern und von innerer Zersetzung zu befreien, damit man wieder stolz auf die eigenen Länder und den eigenen Kulturkreis sein kann. Nicht die Seiten zu wechseln und sich mit jenen zu verbünden, die einen hybriden Krieg gegen den Westen führen und die Freiheit der eigenen Völker mit Füßen treten. Nur die Erneuerung des Westens garantiert Frieden, Freiheit und Wohlstand.
Ich verachte keine Auswanderer, per se auch keine Ausländer. Ich rücke allerdings von Überzeugungen nicht ab, nur weil diese nicht zum Zeitgeist passen wollen und ich passe mich auch keinen veränderten Lebensverhältnissen an, die ich innerlich als falsch erachte. Es ist weltfremd zu glauben, man könne deutsche Kultur erhalten bei einem Fremdenanteil von 50 %. Deutsche Kultur braucht mehrheitlich ethnische Deutsche. Das deutsche Volk ist mehrheitlich deutsch oder gar nicht. 

Gracchus

15. Februar 2026 16:29

Anschließend an meinen letzten Kommentar @Monika: M. E. werden die nächsten Jahre und Jahrzehnte solche der geistigen Kämpfe und Häutungen und Klärung und Scheidung sein. Der universalistische Liberalismus mit Demokratie und Menschenrechten ist offenbar gescheitert; niemand glaubt noch, dass er sich weltweit durchsetzen wird. Das verändert, auch wenn Friedrich "Wir führen keinen Kulturkampf" Merz dies nicht wahrhaben und die EU dies unterdrücken will, die Vorzeichen der Debatte in die Richtung GKs gemäß jenem Zitat, das ihm immer um die Ohren gehauen wird, nämlich Streit statt Konsens. Unter dem liberal-universalistischen Paradigma musste jede Theorie daran anschlussfähig sein, jede mit jeder kopulieren können; es ist wohl nicht zu überspitzt zu behaupten, dass dem die Utopie eines weltweiten inklusiven Swinger-Clubs zugrundelag. 

RMH

15. Februar 2026 16:40

Für die Debatte: Antisem. ist keine Erfindung von Juden, um ein Totschlagargument bei Kritik in der Hand zu haben. Diejenigen, die nach Bibel & Talmudstudien & sonstigen, damaligen Vorstellungen, zum Ergebnis kamen, dass Juden Feinde sind, bezeichneten sich selber als Antisemiten, gründeten entspr. benannte Verbände (bspw. T. Fritsch) etc. Nach dem WK II nannte sich dann keiner mehr offen selber Antisemit & der Antisemt.-Vorwurf wurde vermutlich von Nichtjuden in Debatten häufiger verwendet, als von Juden. Der Begriff "Russophobie" wiederum ist ein von den Russen selber gebildeter Propagandabegriff, der von keiner Realität gespiegelt wird. Es gibt keine Vereinigungen, Protagonisten etc., die akribisch rus, Schriften durchforschen, um deren Artfremdheit & Verschwörung zur Weltherrschaft zu belegen, keiner nennt sich daher Russophobiker & gründet russophob. Vereinigungen etc. Insofern ist "Russophobie" ein Propagandabegriff, so wie es auch der zaristische Geheimdienst war, welcher maßg. antis. Propaganda betrieben hat. Wer also faktenbasierte Kritik am Palästina-Konflikt äußert, ist kein Antisemit. Wenn er im isr. Vorgehen hingegen etwas typisch Jüdisches sieht, eine jüd. Verschwörung oder er es instrumentalisiert, um pauschal gegen Juden zu agitieren, es daher als die schlimmsten Verbrechen der Welt darstellt etc., der braucht sich über den Antis.- Vorwurf nicht wundern. Wer im Finanzkapitalismus etwas spezifisch Jüdisches sieht, ist strukturell auch Antisemit.

Gracchus

15. Februar 2026 16:42

Lange Rede, kurzer Sinn: Der Konsens ist gesprengt, und es ist zulässig und es wird darum gehen, die ideologischen Differenzen zu markieren und, falls möglich, auszuhalten und auszutragen, ohne sich die Köppe einzuschlagen. Es ist daher nicht mit "Distanzeritis" gleichzusetzen, wenn man zum Beispiel die Unterschiede der eigenen Denkweise zu einer völkischen Ideologie markiert. Das Mosaik-Rechte-Lager hat m. E. auch allenfalls einen Minimalkonsens und ringt ja noch - je nachdem - um eine größeren Konsens oder eine stärkere Profilierung.

Mitleser2

15. Februar 2026 17:27

@RMH: Kallas, Sikorski, Landsbergis et al sind nicht russophob?

RMH

15. Februar 2026 17:40

Um noch einmal zum Anfang der Debatte zu kommen: Völkisch soll aus Sicht der linken Anbräuner natürlich als ein auf "isch" endendes Wort (noch dazu mit ö) sofort kom-isch auf den Normalrezipienten wirken und markieren, dass es hier nicht normal zugeht, sondern eben verstiegen extremist-isch. Das Wort völkisch kann aus meiner Sicht auch nicht mehr irgendwie geläutert oder von irgendwelchem Balast befreit werden, da man selber nicht die Beladungs- und Aufladungshoheit hat und daher entsprechende Ent-Lastung nicht durchführen kann. @H.M. Richter hat eingangs zu recht darauf hin gewiesen, dass das Wort deutsch in allen Belangen ausreichend und tauglich ist. Wenn ich den Begriff deutsch habe, dann brauche ich das Wort "völkisch" nicht.
Und für @Majestyk verlinke ich auf ein Lied aus der großartigen, anglo-amerikanischer Besatzer-Kultur, welches gerade so schlimm umerzogene "West-BähehRDähler", wie es bspw ich ja bin, gerne goutieren:
https://youtu.be/sMmTkKz60W8?si=ZhetglYhp-USxiAJ
 

Majestyk

15. Februar 2026 18:34

@ Gracchus:
Doch, ich habe diese Frage beantwortet, mehrfach in den letzten zwei Jahren gegen Herablassung opponiert, Beispiel Ostmullen. Ich erhalte selber übrigens selten eine Antwort auf konkrete Fragen.
Zu Ihrem Kommentar vom 15:04. 
Wenn man das Wort "völkisch" mit einer Ideologie gleichsetzt, übernimmt man die Rhetorik der Linken. So haben die Grünen in NRW den Amtseid von der Formulierung Formulierung "dem Wohle des deutschen Volkes" befreit. 
Ich finde es seltsam, daß jemand wie Björn Höcke um die Rückeroberung des Sprachraums kämpft, dafür Strafen auf sich nimmt, ausgerechnet hier aber sprachlicher Boden preisgegeben werden soll. Für Linke ist man eh Nazi, ob man völkisch sagt oder nicht. Ich selber passe mich garantiert keiner linken Sprachpolizei an.

Adler und Drache

15. Februar 2026 18:35

Ich möchte mich nicht davon distanzieren, völkischer Gesinnung zu sein. Es ist für mich kein negativer Begriff (ich habe auch noch niemanden getroffen, der mir unabhängig vom NS-Bezug erklären konnte, was daran negativ sein sollte). Wertvoll finde ich den Begriff deshalb, weil er etwas ausdrückt, das über den politischen, gar parteipolitischen Positionen steht (er ist also tatsächlich einer der wenigen echten deutschen metapolitischen Begriffe). Zeitgeistgemäß könnte man sagen, der Begriff sei "integrativ". Freilich, es ist ein durch den NS "geprägter Begrif", und man kann ihn nicht ohne die Prägung bekommen. Ich wehre mich aber dagegen, meinen Wortschatz vom NS enteignen zu lassen.    

Majestyk

15. Februar 2026 18:55

@ Gracchus:
"Das Mosaik-Rechte-Lager hat m. E. auch allenfalls einen Minimalkonsens"
Wo finde ich den, wenn man sich nicht einmal auf den Volksbegriff einigen kann? Bei allem, was mit Wirtschaft, Steuern, schlankem Staat, individueller Freiheit, Redefreiheit zu tun hat bestimmt nicht. Und wenn es um außenpolitische Themen geht schon mal sowieso nicht. 
Bis vor kurzem dachte ich, man könne sich wenigstens darauf einigen, wer deutsches Volk ist. Nicht einmal das funktioniert mehr. Und ich finde es bemerkenswert, daß ich, der zwei Jahre lang von Ihnen, Olmo, FraAimerich, Le Chasseur und vielen anderen als kulturfeindlicher Liberaler bezeichnet wurde, nun als Ideologe betrachtet werde, weil ich an dem Volksbegriff festhalte, der für Konrad Adenauer oder Willy BRandt noch völlig normal war.
Wenn die Mosaikrechte allenfalls einen Minimalkonsens hat, also eventuell auch gar keinen, was ist denn das dann bitte für ein Lager? Auf welchen politischen Willen soll man sich einigen? Wozu braucht es jene Mosaikrechte, wenn sich diese nicht einmal auf ein einziges konkretes Ziel einigen kann?

Majestyk

15. Februar 2026 19:08

@ RMH 15. Februar 2026 16:40:
Hier bin ganz bei Ihnen. Man ist nicht russophob, weil man das System Putin kritisiert. Man ist ja auch nicht antideutsch, wenn man Hitler oder Himmler als Lumpen betrachtet. Nach der Logik wäre man ja feindlich gegen Italiener, wenn man gegen die Mafia ist oder frauenfeindlich, nur weil man sich gegen den Femismus positioniert. 

Gracchus

15. Februar 2026 21:23

@Majestyk, meine Güte: EK - m. E. keine Linke - hat die völkische Ideologie im obigen Text skizziert. Meinetwegen können Sie völkisch ja verwenden, nur müssen Sie damit rechnen, dass man - ob Freund oder Feind - Sie je nach Aussage dieser Ideologie zugehörig wähnt. Jemand könnte sich ja auch als "Nazi" bezeichnen, dann muss er damit rechnen, dass man ihn als Hitler-Anhänger sieht, auch wenn er's vielleicht gar nicht ist. Wenn Sie "völkisch" aber von der völkischen Ideologie "entkoppeln" wollen, können Sie das ebenfalls tun. Schrieb ich ja schon.
Und was hat das nun mit dem Amtseid der NRW-Grünen zu tun? Jeder weiß, dass den Grünen das Wohl des deutschen Volks am Arsch vorbeigeht, insoweit lügen sie  wenigstens nicht, wenn sie das weglassen.
Pardon, aber ich befasse mich jetzt nicht mit den Ostmullen, um zu erraten, was herablassend für Sie ist. Dafür dürfen Sie mir eine konkrete Frage stellen. 
 
 

RMH

15. Februar 2026 21:28

@Mitleser2, @Majestyk hat es recht klar schon ausgedrückt. Man verwechsle eine Abneigung gegen das System, für das Putin an der Spitze steht, nicht mit einer grundsätzlichen Russenfeindlichkeit, was als Begriff übrigens besser passen würde, als eine Phobie, mit der man beiläufig nach alter sowjetischer Art mal wieder Gegner für psychisch krank erklären will.
Wenn im Übrigen ausgerechnet Balten und Polen ein besonderes Verhältnis zu ihrem großen Nachbarn haben, dann brauchen wir als Deutsche da erstmal nicht den Oberlehrer spielen. Ich sehe da nichts "Phobisches", diese Länder haben eben ihren spezifischen Erfahrungen mit ihrem großen Nachbarn. 

Gracchus

15. Februar 2026 21:55

@Majestyk (18:55): 1. schrieb ich "allenfalls" 2. besteht der Konsens m. E. darin, dass es mindestens zwei Volksbegriffe gibt, "demos" (= Staatsvolk) und "ethnos"; strittig ist eher, wer wo dazu gehört (wie Sie u. a. an der Replik von heinrichbrueck auf Sie sehen) 3. weiss ich ehrlich gesagt nicht mehr, ob ich Sie als "kulturfeindlicher Liberaler" tituliert habe - wäre das denn so unzutreffend? 4. weiss ich nicht, an welchem Volksbegriff Sie festhalten und wer Sie deshalb als Ideologe bezeichnet und was das mit Willy Brandt zu tun hat - Sie tun immer so, als wären alle gegen Sie. 5. kann jeder, der sich dazu zählt, beantworten, "wozu es die Mosaik-Rechte braucht" - m. E. ist das Ziel, Massenmigration zu beenden und zu einem gesunden Patriotismus zu gelangen. 

FraAimerich

15. Februar 2026 22:09

Werter @Majestyk, Sie selbst haben sich hier, je nach Tagesform bzw. Lust und Laune, mal als Liberalkonservativer, mal als Liberaler, mal als nationaler Libertärer bezeichnet. Ich erinnere mich jedoch nicht, Ihnen diesbezüglich jemals zu nahe getreten zu sein, Sie gar als "kulturfeindlich" bezeichnet zu haben. Ich wüßte auch nicht, wann ich Sie jemals einen "Ideologen" genannt hätte, schon gar nicht, weil Sie am Volksbegriff festhalten. Letztlich doch eine Selbstverständlichkeit. 
Warum immer wieder solche - Legendenbildung? Sie schreiben hier inzwischen in fast jedem Strang (mit) die meisten Beiträge, erhalten nicht selten Zuspruch - und klagen trotzdem regelmäßig über zu wenig Beachtung, nur um immer wieder trotzig zu versichern, Sie würden sich nie und von niemandem den Mund verbieten lassen. Von mir aus - alles gut. Aber bitte bei den Fakten bleiben.

Ordoliberal

15. Februar 2026 23:27

@Majestyk
"Beide [Linke wie Neue Rechte] eint dieselbe Verweigerungshaltung gegenüber ökonomischen Realitäten, beide haben es nicht so mit ökonomischer Freiheit oder schlankem Staat, beide teilen bestimmte Feindbilder, beide sind Moralisten und kritikunfähig."
Auf den Punkt gebracht! Beide, Linksgrüne wie Neue Rechte, sind romantische Bewegungen, beide sehen den Einzelnen im Dienst des "Großen Ganzen", beide haben geradezu kindlich versponnene Vorstellungen vom "Volk" und von der Industrieproduktion, beide bewundern scharlataneske Philosophen, deren Texte der Theologie näher stehen als der Wissenschaft, beide neigen zu Askese und Puritanismus, der holzschnittartigen Ästhetik des Schwarzweiß. (Man vergleiche die Ästhetik von konkret und theater heute aus den Siebzigern mit dem Schwarzweiß-Auftritt von Schnellroda.) Beide wurzeln im deutschen Idealismus und verachten den englischen Empirismus zutiefst. Von beiden Bewegungen geht eine humorlose Lebensfeindlichkeit und pfaffenhafte Rechthaberei aus. Was die Neuen Rechten sympathischer macht: Ihre Einsicht, dass jede Tradition hundertmal mehr Weisheit enthält als die ausgefeilteste Theorie.

Ordoliberal

16. Februar 2026 00:35

@Majestyk
Ich finde den Begriff des "Volkes" auch nicht problematisch, den Begriff des "Völkischen" jedoch schon. Nazivokabular lässt sich nicht mehr zurückerobern.
Um kurz mal zu bildungshubern: Auf die Frage "Wer ist ein Deutscher?" sollte man mit Wittgenstein antworten: "Ja, weißt du es denn nicht?" Jeder Deutsche erkennt einen Deutschen an seiner Sprache, seinen Umgangsformen, seinen Erfahrungen und Erinnerungen. Am deutschesten sind die Deutschen immer regional, als Stammesmitglieder: Schwaben, Bayern, Hessen, Sachsen. Die übergeordneten kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Institutionen sind durch den Klerus, den Adel und die Städte geschaffen worden. Diese Tradition, diese Ziele, Techniken und Normen, tragen die deutsche Wirtschaft, Politik und Gemeinschaft (nicht Gesellschaft!) bis heute. Wer sie nicht beherrscht und akzeptiert, ist kein Deutscher. Wer sie erlernt und annimmt, kann Deutscher werden.
Wir wiederholen gerade die Treitschke-Mommsen-Debatte mit den Muslimen in der Rolle der Juden: Kann ein Muslim Deutscher werden? Bei den Juden hätte ich damals gesagt: Ja. Denn die Juden bewunderten die deutsche Kultur, tauchten in sie ein und wollten Deutsche werden - wenn auch keine Christen. Kann man das von den Muslimen behaupten? Ich sage: Nein.

Ordoliberal

16. Februar 2026 01:12

Man sollte den Begriff "Umgangsformen" nicht zu eng lesen: Er umfasst alle Verhaltensnormen zur Ehrerbietung gegenüber Familienmitgliedern, Freunden, Kollegen, Vorgesetzten, Fremden und dem anderen Geschlecht. In den sozialen Normen, den Umgangsformen, unterscheiden sich die Christen und Juden weltweit am deutlichsten von den Muslimen und Schwarzen, weil sie die Aufklärung und Industrialisierung als Erste durchgemacht, ja eigentlich erfunden, haben.
Ich lebe in den USA und beherrsche die Sprache und Umgangsformen hier sehr gut. Amerikaner nehmen mich oft als Amerikaner wahr. Aber ich habe nicht die Erfahrungen und Erinnerungen eines geborenen Amerikaners. Ich bewundere die US-Kultur. Aber an dem, was mir fehlt, spüre ich besonders deutlich, was mich deutsch macht: Die deutsche Bildungslust. Der deutsche Perfektionismus. Die deutsche Abneigung gegen die Bewertung eines Menschens nach seinem Einkommen und Vermögen. Die deutsche Ehrlichkeit und Unbestechlichkeit (die auch in Deutschland verschwindet). Die deutsche Mitgefühlskultur, die sich in der solidarischen Krankenversicherung niederschlägt.
Mein Sohn kann (und wird wahrscheinlich) Amerikaner werden. Ich dagegen kann mir nur vorstellen, in deutscher Erde begraben zu werden.

Majestyk

16. Februar 2026 02:11

@ RMH:
"Wenn ich den Begriff deutsch habe, dann brauche ich das Wort "völkisch" nicht."
In Zeiten wo man begründen soll, warum Clannamen nicht deutsch sind, kommen Sie mit deutsch allein nicht weiter. Das ist doch der Punkt, wer oder was ist deutsch? Die Verwässerung des Volksbegriffs dient doch nur einem Ziel, ähnlich der Lügen, wer das Land aufgebaut hat. Wie weit will man noch zurückweichen? Was bedeutet deutsch, wenn auch der eingewanderte Salafist sich deutsch nennen kann? 
Danke für den Song, hier ein anderes amerikanisches Lied, vielleicht gefällt es Ihnen.

Beta Jas

16. Februar 2026 05:13

Der Begriff "Völkisch" ist geschichtlich verbraucht und insbesondere durch die Nazis vollkommen verbrannt und wird zurecht nicht mehr verwendet. Aber wie das halt ist, es gibt Leute die nicht denken können, die keine "Dichter und Denker" sind oder Alexander Freiwalds, die gerne als Linksextremisten den braunen Clown spielen. Da müssen dann Begriffe wie "Volkskörper" oder "Völkisch" verwendet werden um sein eigenes Unvermögen vor sich her zu tragen oder diesen Typ, denn es leider gibt, zu spielen. Merkwürdig bleibt in dem Zusammenhang dann aber auch, das alle anderen Menschen aus anderen Völkern derartige Begriffe nicht unbedingt benötigen und keine Entsprechungen haben, sie müssen auch nicht fortwährend davon sprechen sondern sie leben und geben dieses Leben weiter.
@MarkusMagnus Attila Hildmann denn Sie warum auch immer einbauen mussten, kann dort bleiben wo er ist. Einer der Clowns aus eigenem psychotischen Antrieb, die als reale Clowns gerne von den Medien hochgezogen worden sind, ab 2020, womit die Opposition perfide verunglimpft und diskreditiert wurde.

Mitleser2

16. Februar 2026 08:21

@Majestyk: "Man ist nicht russophob, weil man das System Putin kritisiert."
Kann Ihnen hier nicht folgen, genauso wenig wie RMH. Die Russophoben haben doch ganz andere Beweggründe als das System Putin. Verfolgen Sie doch mal die Äußerungen von Kallas, Applebaum und all diesen Apologeten. Und das schadet uns Europäern. 

Franz Bettinger

16. Februar 2026 09:38

Völkisch, im Sinne von wie ein Volk (auch visuell) zusammenstehen? Da fallen mir als erstes die Israelis ein, dann die Japaner, die Chinesen, die weißen US-Amerikaner, die Franzosen und viele mehr, eigentlich alle, nur die Deutschen nicht. Nicht mehr! Man hat es ihnen aberzogen. Gerade in Golden Bay, Neuseeland, legt ein guter Teil der da siedelnden Deutschen großen Wert darauf, nicht als Deutsche aufzufallen. Sogar, wenn sie alleine untereinender sind sprechen sie englisch. Vermutlich tragen sie unter der Bettdecke auch noch Masken. Ich gehöre nicht dazu. Seit dem Corona-Schwindel hat sich eine starke Gegenbewegung gebildet. Die Zeiten ändern sich gerade.   

Le Chasseur

16. Februar 2026 09:45

@Ordoliberal
"Ich bewundere die US-Kultur."
Interessant. Was darf ich mir unter "US-Kultur" vorstellen?

Kurativ

16. Februar 2026 10:08

Was für Ziele und Vorteile sehen die Neo-Völkischen von Soros, correctiv und Co in ihren Konzepten?
Rein Biologistisch betrachtet haben Mischgewächse physiologische Vorteile. Allzugroße Inzucht sieht über die Generationen hinweg ungesund aus. Die ursprüngliche Lebensform des Menschen war nomadisch in kleinen Gruppen. Wenn sich diese kleinen "Völker" nicht irgendwann neues Genmaterial aus anderen Gruppen holen, werden sie untergehen. Dieser Drang dürfte durch Auslese ein Teil des menschlichen Wesens geworden sein. Der Austausch damals dürfte durch kriegerische Akte und Menschenraub passiert sein. Das Maß dieses Austausches dürfte aber nicht mit den heutigen Völkerwanderungen und Vergewaltigungen vergleichbar sein.
Aber die Biologie ist nicht alles. Das Gehirn möchte auch gefüttert werden. je früher das Hirn gefüttert, desto fester sitzt das Ganze. Dann gibt es noch Qualitäten(Inhalte), welche sich in Form von Gehirnwäsche schwerer entfernen lassen. Besonders, wenn sich diese in Massen gegenseitig bestärken und als normal erscheinen lassen

RMH

16. Februar 2026 10:22

Das Wort VOLK ist aus meiner Sicht ein neutraler Begriff, welcher wiederum nur durch den Zusatz "deutsches" dazu wird, was man als deutscher Patriot schätzt. Ein Volk kann aus den verschiedensten Stämmen bestehen, aber nur wenn die Stämme maßgeblich (also nicht 100%) dt Stämme sind, wird es zu einem dt Volk. & das Wort Stamm beinhaltet auch die Abstammung, also in einer Traditionslinie zu stehen. Ich habe die neue Rechte im Unterschied zu allen Biologisten ( was Völkische sind) auf der Nazi-Front immer so verstanden, dass man hier ein organ. Wachstum als das Natürliche ansieht. So wie es immer wieder Zuzug gab, der ganz natürlich über 1 bis 2 Generationen in D aufgegangen ist, so ist es unnatürlich, wenn ab einem Stichtag hinweg Monat für Monat Legionen an Zuwanderern nach D kommen. DIe Chance, zum natürlich- organischem Wachstum/Einbindung ist dann nicht mehr da. Diese Chance bestand  bei der 1 - 2 Gen. Gastarbeiter. Aber durch Dauerzuzug verfestigen sich Milieus, die eben dann auch keine dt. Milieus mehr sind. Fazit: N. Rechte ist gerade nicht der Mythus des 20. Jhdt (=Blut), Nazis hingegen huldigen dem Blutkult, sehen "Mischblütige" nicht als dt an & sind gefangen in ihrem daraus folgenden, aggr. Rassismus.

Umlautkombinat

16. Februar 2026 10:25

Merkwürdig bleibt in dem Zusammenhang dann aber auch, das alle anderen Menschen aus anderen Völkern derartige Begriffe nicht unbedingt benötigen und keine Entsprechungen haben, sie müssen auch nicht fortwährend davon sprechen

Gut gesehen, scheint als ob es hier zum Kern des Problems geht.

FraAimerich

16. Februar 2026 10:25

@RMH  -  Danke für Ihre Ausführungen zum "strukturellen" Antisemiten. Das Problem mit dem Antisemitismusvorwurf ist freilich gerade, daß die von Ihnen idealtypisch ausgemalten Kriterien auf jeden Beschuldigten projiziert werden - ganz unabhängig davon, ob sie überhaupt zutreffen. Das öffnet der strukturellen Instrumentalisierung den Weg. In den Debatten um den "Gaza-Konflikt" ließ und läßt sich das beobachten und nachweisen. Ganz unabhängig davon übrigens, wer den Antisemitismus einst "erfunden" hat und wozu. Ihr kleiner historischer Exkurs ließe sich da durchaus interessant erweitern.
Was nun den "linken Antisemitismus" angeht, den Sie einst beklagten, erlauben Sie mir den Hinweis: Wenn man ernsthaft die von Ihnen genannten Kriterien anlegt, dürften sich kaum belastbare Beispiele dafür finden lassen. Was dafür spräche, daß es sich dabei weniger um ein echtes Problem als um ein Propagandanarrativ handelt.
Daß der Antisemitismusvorwurf häufiger von Nichtjuden als von Juden in Anschlag gebracht wird, scheint mit auch so. Mir etwa wurde von jüdischer Seite noch nie Antisemitismus unterstellt. Von deutschen Antisemitismusriechern durchaus. Hier genügten, Sie werden sich vielleicht erinnern, ein paar kritische Anmerkungen zu Netanyahu und fanatischen Exzessen der Siedlerbewegung. Selbst meine mangelnde Liebe zum Kapitalismus wurde unlängst als entsprechendes Indiz gewertet. - Ist das nicht grotesk?

RMH

16. Februar 2026 10:33

So wie das Völkische immer eine Rasse/-Blutkomponente hat, die es in die Ecke der Rassisten stellt, hat die neue Rechte gerade keinen rassistischen Ansatz & verwahrt sich zu Recht, "völkisch" genannt zu werden. Von einem eher liberalen/freiheitlichen Ansatz betrachtet & wenn man einmal das "v" mit dem "f" gleichsetzt (so wie bei anderen Nationen auch "folk" oder bei uns "Folklore"), dann erkennt man, dass Volk die Ansammlung von Stämmen sind, die hinter einem "Her-Zog", welcher der Boss war & ihm "f(v)ol(k)gte". Völkisch wiederum bringt dann zum Ausdruck, dass man offenbar gerne "(v)folg(k)t & einen Anführer/Führer als Her-Zog schätzt. Das Völkische ist damit auch eng mit dem Führerprinzip verwoben. Auch das erkenne ich bei den n. Rechten nicht, die ihre konserv. Wurzeln in einen demokr. Konservatismus haben wachsen lassen. Als Freiheitlicher wiederum braucht man nichts "(v)folgsam" völkisches & schon gar keinen autokr. Führer. Insofern passt völkisch auch nicht zum freiheitlichen Ansatz, der gerade bei der AfD/FPÖ & anderen "rechtspopulistischen" Bewegungen Europas zu finden ist. Aus diesen Gr. versucht die Linke, n. Rechte "völkisch" zu labeln.

RMH

16. Februar 2026 11:49

@FraA. Wie man aus dem Beitrag #15. Februar 2026 16:40 erkennen kann, habe ich den hist. Exkurs vor allem gemacht, um das dämliche Wort "Russophobie", welches in Bezug auf eine Ausführung meinerseits verwendet wurde, als das herauszustellen, was es ist, nämlich rus. Propaganda, die in stalinistischer Tradition auch noch den pathologischen Begriff der "Phobie" verwendet, ergo, wer was gegen rus. Politik zu sagen hat, der muss ja quasi geisteskrank sein (russenfeindlich oder Russenfeindlichkeit wären m.M.n. eher verwendbare Begriffe, weil diese den pathologischen Krankheitsvorwurf nicht beinhalten). Antisemitismus wurde in dieser Debatte, wenn ich sie richtig erinnere (habe nicht alles nachgelesen), keinem Debattenteiln. vorgehalten, er war aber Teil der hist., völkischen Bewegung & auch Teile derer, die heute sich völkisch nennen, stehen damit in dieser Tradition, haben also Rechtfertigungsbedarf. Wenn das deutsche/ germ. vor allem in der Abgrenzung zum sog. Judentum definiert wird, wie es beim NS & bei hist. Antisemiten geschah, dann sind das argumentativ schwache Positionen, die ohne die Krücke des Herbeifabulierens eines jüd. Feindes offenbar nicht auf eigenen Füßen stehen können. 

FraAimerich

16. Februar 2026 12:34

@RMH  -  Kann Ihnen auf dem Feld der "germanischen Ursprache" gewiß kaum das Wasser reichen, bitte dennoch - gern auch im Sinne des Dao - zu bedenken:
 
Wer versucht, þeud zu þeuden, verfehlt stets dessen tiefste Beþeudung!

Ingelore

16. Februar 2026 12:41

Die heilige Schrift spricht klar und oft von Völkern. Im christlichen Verständnis wird das vierte Gebot, Vater und Mutter zu ehren, auf das Vaterland erweitert. Jesus Christus selbet war seinem Volk und seiner Herkunftskultur eng verbunden. Aus dem Katechismus der katholischen Kirche: Die Heimatliebe und der Einsatz für das Vaterland sind Dankespflichten und entsprechen der Ordnung der Liebe. In diesem Sinne äußerten sich viele Päpste positiv über die Heimat und Vaterlandsliebe. Papst Pius X : Vaterland ist ein heiliger Name , der unsere teuersten Erinnerungen wachruft und unser Herz höher schlagen lässt. Da sind wir geboren, da binden uns Bande des Blutes und edle Gesinnung und Überlieferungen. Daum verdient es nicht nur unsere Liebe, sondern unsere Vorliebe. Die allseitige Verwirklichung der Gerechtigkeit ist das Gemeinwohl, das durch die göttliche Offenbarung und auch naturrechtliche Vernunfteinsicht erkennbar ist. Die Tugend, die ein Gemeinwohl begründet, ist die Gottes-und Nächstenliebe. Es ist die Christliche Liebe die entscheident zur Volkswerdung vieler christlicher Völker, sowie auch des Deutschen Volkes beitrug. Entsprechend einer subsidiären "Ordnung der Liebe" (Augustinus) verwirklicht sich das Gemeinwohl in Familie und Nation.
Das Volk und Vaterland einst als etwas heiliges betrachtet wurden, wird nicht nur übersehen , sondern bewußt durch linke Medien wegkonditioniert, schon durch sprachliche Pervertierung. Das sollte uns bewußt sein.
 

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