Sezession
7. Oktober 2018

Sonntagsheld (79) – Schlag ins Gesicht für den Rechtsstaat

Till-Lucas Wessels / 7 Kommentare

„Der Bayer schlägt genauso zu wie der Eritreer“

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

  • Sezession

Ich werde auf diesem Portal nicht müde, jene Helden des Alltags zu würdigen, die sich im Angesicht des täglichen westlichen Wahnsinns behaupten müssen.

Das kann ein Travemünder Freiluftschachspieler sein, der einen Messerstecher mit einem Knüppel ausknockt, das kann der furiose "Lion of the Londong Bridge" sein, oder eine Polizistin, die ihre Pflicht tut.

Nicht alle diese Personen mögen sich aus einer juristischen Perspektive vollumfänglich lupenrein verhalten haben, aber zum Glück ist es auch gar nicht meine Aufgabe das (Nicht-)vorliegen von Notwehrgründen, oder die Verhältnismäßigkeiten der getroffenen Maßnahmen zu bewerten.

Ich bin eigentlich bloß hier, um in diesen Fällen die gesellschaftliche Normalität wieder herzustellen, quasi als publizistisches Gegengewicht zu denjenigen, die in jeder Ohrfeige den Keim der ethnischen Säuberung, in jedem Kriminellen den potenziellen Staatsbürger und in jedem selbstbewussten Deutschen ihren autoritären Opa sehen.

Auch diese Woche ist beim Schlagzeilenabfischen wieder einer ins Netz gegangen: Ein nicht näher genannter 42-jähriger Unterschleißheimer vergalt die unerlaubten Anzüglichkeiten eines betrunkenen Eritreers, der seiner Tochter unter den Rock gefasst hatte, mit einem Faustschlag.

Dass er sich für diese Affekthandlung nun im Rahmen eines Strafverfahrens verantworten muss, verdankt er einem Mitarbeiter der Deutschen Bahn, der die Polizei rief. Ob sich die als Repräsentanten ihres Arbeitgebers auftretenden Bundespolizisten quasi stellvertretend vor besagtem Unterschleißheimer für den scheiternden Rechtsstaat, dem man die Anwesenheit des übergriffigen Asylbewerbers höchstwahrscheinlich zu verdanken hat, verantworten mussten, ist hingegen nicht bekannt.

Pflichtbewusst stellten diese jedenfalls in ihrem Polizeibericht fest: "Auch während der Wiesn folgt auf körperliche "Selbstjustiz" eine Strafanzeige"; ein Wiesn-Kollege ergänzt unabhängig davon: „Der Bayer schlägt genauso zu wie der Eritreer“

Wie auch immer; „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch" schrieb Meister Hölderlin und so wie wir uns inzwischen daran gewöhnt haben, dass uns fast täglich irgendein Ali, Abdul, oder Ahmad im Polizeibericht, oder auf einem Steckbrief in der Regionalzeitung über den Weg läuft, so wird man sich auf kurz oder lang auch daran gewöhnen müssen, immer mal wieder von irgendwelchen 42-jährigen Unterschleißheimern zu lesen, die die Ehre ihrer Familie verteidigen.

Wichtig für uns ist nur: Das eine ist Ausnahmezustand, das andere ist normal. Sollte der wehrhafte Familienvater hier mitlesen, geht jedenfalls die nächste Maß auf mich.


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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Kommentare (7)

John Haase
7. Oktober 2018 16:56

Er hätte keinesfalls Selbstjustiz üben dürfen, sondern er hätte das Gewaltmonopol des Staates respektieren und die Beamten einfach ihre Arbeit machen lassen sollen, der Rechtsstaat zeigt bei sowas klare Kante.

Har.

Hartwig aus LG8
7. Oktober 2018 17:41

Und deshalb mag ich Ihre Kolumne hier auf SiN! Nicht immer ein Volltreffer, aber sei's drum. Die Berichterstattung über die Gegenwehr deutscher Männer wird aus naheliegenden Gründen unterdrückt. Es ist die Furcht vor der kritischen Masse, vor dem Geist aus der Flasche ... vor dem Schule machenden Beispiel.

numerusclausus
7. Oktober 2018 20:03

Man stelle sich bei einer hypothetischen Verlagerung der geschilderten Szene nach Eritrea einmal die möglichen Folgen folgender Ereignisse vor:

1. Was möge passieren, nachdem ein angetrunkener Tourist (Alternative: vom Kat kauen berauschter Tourist) aus Bayern einem eritreischen Mädchen unter das Traditionsgewand langt?

2. Würde der ungesittete Eritreer in seiner Heimat sich gegenüber einem eritreischen Mädchen ebenso unsittsam verhalten haben?

3. Wie würde mit dem sich umgehend der "Selbstjustiz" ermächtigenden Vater des eritreischen Mädchens umgegangen werden?

...

Stresemann
7. Oktober 2018 23:13

Der Geist muss aus der Flasche... Wir brauchen keine Märchen aus dem Morgenland, sondern wieder erzählenswerte Berichte aus dem Abendland - die sich gerne herumsprechen dürfen, sollen, nein: müssen! Seid Täter des Wortes, die Wahrheit wird euch frei machen, Selbstverleugnung kann eine Tugend sein, aber nicht, wenn diese - wie in diesen Tagen - aufoktroyiert wird. Da ist dann in der Tat Selbstverteidigung gefordert.

hagustaldaz
8. Oktober 2018 16:34

Übrigens hätte man von der propagandistisch lautstark wiedergegründeten Bayerischen Grenzpolizei wohl auch keine angemessenere Bearbeitung solcher Fälle erwarten dürfen. Wie ich zufällig gerade las, ist der Leiter dieser Behörde kein Geringerer als Alois "Küchenmesser" Mannichl.

RMH
8. Oktober 2018 20:45

" … als Alois "Küchenmesser" Mannichl."

Durch den Fall Mannichl wurde nicht das Küchenmesser berühmt, sondern das "Lebkuchenmesser" … wusste bis zu diesem Fall nicht, dass es so etwas überhaupt gibt.

PS: Ich hoffe, dass war jetzt nicht zu viel "Beckmesser" … ;) :)

Lotta Vorbeck
10. Oktober 2018 00:26

@hagustaldaz - 8. Oktober 2018 - 04:34 PM
@RMH - 8. Oktober 2018 - 08:45 PM

Der Vollständigkeit halber sei noch nachgetragen:

# Neue Wörter 1: mannichln

SiN - 6. März 2009

https://sezession.de/1928/neue-woerter-1-mannichln

# Das Messer auf der Fensterbank | Publico

Wie der „Tagesspiegel“ den Fall Mannichl fast aufklärt

von Alexander Wendt
posted on 3. Juli, 2018

An diesem Montag nimmt die frisch gegründete „Bayerische Grenzpolizei“ mit Hauptquartier in Passau ihre Arbeit auf. Die Grenzpolizei gehört zu den Innovationen von Ministerpräsident Markus Söder. Das heißt, ganz neu ist die Truppe nicht.
Dass die Landespolizei in Bayern bei der Grenzsicherung helfen darf, stand schon im alten Polizeiaufgabengesetz, und eigentlich sichern die Grenzpolizisten auch nur den Raum hinter der Grenze, aber das tat die Landespolizei bisher auch schon. Neu ist genaugenommen nur der Name „Grenzpolizei“, die als eigenen Einheit einem neuen Chef unterstellt ist: Alois Mannichl, 62. Dem einen oder anderen dürfte der Name bekannt vorkommen. War da nicht etwas?
„Am Abend des 13. Dezember 2008 stach ihn ein Unbekannter vor seinem Wohnhaus in Fürstenzell mit einem Küchenmesser nieder und verletzte ihn schwer“, schreibt der Tagesspiegel über den neuen bayerischen Grenzschützer: „Dabei soll er zu Mannichl gesagt haben: ‚Schöne Grüße vom nationalen Widerstand. Du trampelst nicht mehr auf den Gräbern unserer Kameraden herum.’“ Der „Tagesspiegel“ rekapituliert außerdem die Lage von damals, angereichert mit Zeitgeschichte: „In ganz Deutschland waren die Menschen entsetzt: verübten Neonazis nun Mordanschläge auf Polizisten…? Heute mag das nicht mehr so ganz erstaunlich-entsetzlich wirken, doch damals waren die NSU-Morde noch nicht den Terroristen zugeordnet.“

Auch die „Augsburger Allgemeine“ überschrieb ihren Text über die Ernennung Mannichls zum obersten Grenzschützer Bayerns mit einer großen Nacherzählung: „Wie der Chef der Grenzpolizei Opfer eines Verbrechens wurde“.

Der Fall Mannichl gehört allerdings zur Kategorie der Fälle, die sich doch etwas anders zugetragen hatten als ursprünglich berichtet. Wer ihn sehr nüchtern beschreiben will, kann ihn seltsam nennen. Dubios trifft es allerdings auch.

...

Weiterlesen: https://www.publicomag.com/2018/07/das-messer-auf-der-fensterbank/

# Photo 1:
Mannichl neben Söder
https://p5.focus.de/img/fotos/origs9275251/7688514167-w630-h472-o-q75-p5/urn-newsml-dpa-com-20090101-180718-99-201481-large-4-3.jpg

# Photo 2:
https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/tp/imgs/89/2/4/5/9/9/0/2/4729a1dacfa58c2a.jpeg

Originale Bildunterschrift: Markus Söder und Joachim Herrmann bei der Neugründung der bayerischen Grenzpolizei. Ganz rechts: Der durch die Lebkuchenmesser-Affäre bekannt gewordene Polizist Alois Mannichl (vgl. Polizisten wundern sich im Fall Mannichl). Foto: Bayerisches Staatsministerium des Innern

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