Sezession
24. April 2019

Mal schauen, was er macht

Götz Kubitschek / 100 Kommentare

Tage ohne Netz und ohne Mobiltelefon. Alle Kinder zuhause. Einige davon sind längst keine Kinder mehr. Gartenarbeit. Lektüre. Fetzen von Nachrichten. Gespräche.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Man könnte zu allem, was man erfährt, zugetragen bekommt, wahrnehmen muß, "mitschneidet", Kommentierungen hinterlassen, einordnende Kommentierungen, sortierende Beiträge. Das wäre eine Möglichkeit, mit dem stampfenden Takt der Ereignisse (der "Einschläge", der "Frechheiten"?) zu Rande zu kommen. Vor allem aber wäre das eine Geste: Man tut so, als überforderte es einen nicht.

Mich überfordert es, und ich habe das falsche Werkzeug in der Hand. Man kann mit einem Schraubenzieher einen Schrank auseinanderbauen oder ein paar Zaunlatten entfernen. Aber man kann mit ihm keine Bäume fällen und keine Gebäude einreißen.

Kositza und ich saßen gestern bei einem alten Freund im Garten, tranken einen Kaffee und einen Schnaps und brachten einander "auf den neuesten Stand". Was früher den Stoff für abendelange Diskussionen abgegeben hätte, reichte gerade noch für eine gute Sonnenstunde. ServusTV, Notre Dame, Sellner, Bernd Lucke, Sri Lanka, VS-Bericht, nächste Migrantenwelle, Greta - zu jedem Punkt zwei Sätzchen, dann Schulterzucken: Wir übten uns in der Haltung von Leuten, deren Pflänzchen gut angewachsen sind und deren Bäumchen erste schöne Blüten zeigen. Aber am Horizont Gewitterfronten, von denen keiner weiß, wann sich die nächste wo entladen wird. Zack, und aus.

Der Freund erzählte, sein Vater habe als Jagdflieger im Krieg immer dann, wenn am Himmel der Tumult ausbrach und er mitten hinein flog, eine übergeordnete Position eingenommen, eine Art Beobachtungsstand bezogen und sich selbst betrachtet: "Mal schauen, was er macht."

Ein Abt, dem ich von den grotesken Auseinandersetzungen und der hohlen, aber noch immer beliebig ausgespielten Macht des Gegners schrieb, bezog sich in seinem Antwortbrief auf David und Goliath, wobei er auf das Verhalten Davids verwies: Er habe angesichts des vermeintlich übermächtigen Gegners eben gerade nicht gesagt, er müsse nun "trainieren, schießen lernen, verhandeln, organisieren ...", sondern habe sich geistig ausgerichtet und seine Zeit gerade dadurch nicht für etwas Aussichtsloses vertan. Dann habe er nach seinem Gesetz gehandelt. Nur deshalb konnte Goliath ihn nicht zermalmen.

Wie kommt man zu solch einem Urvertrauen, Gottvertrauen? Indem man sich abwendet vom Unwesentlichen und vom Aussichtslosen? Muß man zuvor Bilanz ziehen, Inventur machen?

1. Zum Brand in Paris haben Lichtmesz und Wessels alles Notwendige gesagt. Wer Notre Dame als zentrales Erbe begreift, möchte wahnsinnig werden, wer die Profanierung dieser Kirche durch das Getrappel der Millionen wahrnahm, mag sich freuen darüber, daß sie dafür nun nicht mehr zur Verfügung steht, sondern daß sie zusammenkrachte. Entsetzen oder Genugtuung - wir müssen die Frage stellen: Was sind wir zu bauen, aufzurichten in der Lage? Es gibt eine Lust am Untergang, es gab in Etzels Saal grimmige, tobende Männer "in ihrem Element" - aber in einem Jugendbuch, das ich eben mit unserer zweitjüngsten Tochter lese, antwortet Otto von Guericke nach der Zerstörung Magdeburgs durch Tilly auf die Frage, was er nun, nach dem Verlust seiner Habe und seiner Familie, tun werde: "Magdeburg wieder aufbauen - was sonst?"

2. Sellner treffe ich in zwei Tagen. Er ist jetzt ein anderer. Es ist ein wenig Ruhe eingekehrt. Als man ihn fertigmachte, um uns allen damit zu schaden, kam es mir vor, als müßten Käfer über befahrene Straßen grabbeln. Unfaßbar war, daß auch die FPÖ sich mit ein paar Autos beteiligte und mit Andreas Mölzer auch noch "die alte, löchrige Windfahne" (so FPÖ-intern sein Spitzname) hinterhertuckern ließen. (Da war 2007 was los, als er aus FPÖ, Front National und NPD ein rechtes europäisches Bündnis schmieden wollte!) Was nun zu tun ist, weiß ich noch nicht. Dieses Ausgesetztsein jedenfalls muß ein Ende haben.

3. Als am Montag der VS-Bericht für Sachsen-Anhalt veröffentlicht wurde, war ich mir sicher: Nun müssen auch wir uns erklären, vor allem vor denen, die immer noch meinen, es sei stets eigenes Verschulden, wenn man in so einem Bericht auftauche. Aber bitte: Wir werden nicht erwähnt. Hingegen hat man dem linksextremen "Kollektiv IfS dichtmachen", das jährlich mindestens drei Mal in Schnellroda mit zwei Dutzend Vermummten und bei jeder öffentlichen Veranstaltung in unserem Haus in Halle mit einem "breiten Bündnis" aufwartet, bescheinigt, es würde in Teilen von Autonomen getragen, und wir seien die davon bedrohten. Welche Neuigkeit! Und nun? Sollen wir den VS, Abteilung Sachsen-Anhalt, als Hort der Objektivität feiern? Als letzte saubere Instanz? Keinesfalls: Existenz und Arbeitsweise solcher Behörden sind und bleiben von Übel. Und das "Kollektiv IfS dichtmachen" war uns zuvor und ist uns auch jetzt als Ansammlung phantasieloser, peinlicher Polit-Groupies scheißegal. Wenn man solchen Buden den finanziellen und medialen Hahn abdreht, geben sie auf.

4. Überhaupt: das Peinliche. Bernd Lucke hatte die AfD als Mehrheitsbeschafferin für die CDU gegründet, und dann wurden er und seine wirtschaftsliberale Professorenriege im Frühjahr 2015 von etwas weggespült, das man nicht berechnen konnte: Volkszorn, Grundsätzlichkeit, Appetit auf eine echte Alternative. Luckes völlig irrelevante Karriere als Europa-Abgeordneter geht im Mai zu Ende, seine Ausgründung hat noch nicht einmal Chancen auf Wahlkampfkostenrückerstattung, aber nun hat er ein Buch geschrieben. Das einzige, was ihm dabei ein bißchen Aufmerksamkeit beschert derzeit, ist die Erklärung für seine Niederlage: Mit Höcke wäre er, Lucke, noch fertig geworden, nicht aber mit den uralten, völkisch-nationalistischen Netzwerken rund um - Schnellroda. Wenn Höcke den "Flügel" repräsentiert, was sind dann wir? Der "tiefe Flügel"? Meinen solche Leute im Ernst, es lohne sich, auch nur eine halbe Stunde über eine Selbstrechtfertigung auf solchem Niveau zu sprechen? Über den "Typ Lucke" ist doch alles gesagt. Muß er seiner Frau oder seinen Kindern einen guten Grund dafür liefern, warum er sich wie ein Tölpel verhielt? Die "Medien" jedenfalls ziehen mit, und Lucke hat Auftritte, bei denen er "erstmals die Interna der AfD" analysiert und "ungeschminkt über die dort wirkenden Kräfte" spricht. Abendsonne. Zwerge. Lange Schatten.

5. Derweil marschiert die nächste Migrantenwelle, wird sortiert, verschoben, gesammelt, verdichtet, in Marsch gesetzt mittels jener mobilen Technik, die die Welt ein bißchen smarter macht mit jedem Tag. Wir können nur zusehen.

Ja, das ist es: Wir können dem allem und so vielem nur zusehen dabei, wie es abläuft, auf groteske, asoziale, schäbige, verblüffende, peinliche, mörderische, zwangsläufige Art und Weise abläuft. Was tun? Stellen wir die Frage anders, grundsätzlicher: Bin ich Käfer, Pilot oder David? Bin ich alles in wechselnden Rollen?

Pilot. Keinesfalls Käfer. Pilot, und hoffentlich mehr und mehr auf diejenige Art und Weise, auf die David Pilot gewesen wäre: ausgestattet mit Kräften, die aus einer anderen Quelle geschöpft sind.

Also: rein ins Getümmel, in den Tumult. Laßt uns mal sehen, was geschieht, wenn wir diese Spektakel, diese Hashtags einfach ignorieren und tatsächlich Inventur machen - Inventur mit dem Ziel einer Ausschreibung von Projekten, die sich nicht an den verheerenden Vorgaben des Gegners orientierten. Also: Blickwendung hin zu dem, wofür wir das Werkzeug haben.

"Mal schauen, was er macht!"


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (100)

Breckert
24. April 2019 13:37

Sehr depressiver Text.

Ich bin ja mehr ein Freund des Praktischen.
Als solcher habe ich schon mehrfach angemahnt, nach den Ursachen zu suchen, statt den Symptomen hinterherreparieren zu wollen.

Zu den Ursachen gehören für mich die Namen der Verursacher, die ziemlich sicher außerhalb Deutschlands zu finden sind.
Wer nicht mal in der Lage ist, Ross und Reiter benennen zu können, weiß doch gar nicht, aus welcher Richtung der nächste Säbelhieb kommen wird.

Ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, daß eine kleine Gruppe Menschen bar jeglicher Moral sich diese Welt untertan machen will und sich dazu sogar deren Bewohner bedient, die sie durch Aufbrechen und Beseitigen jeglicher stützender Strukturen und Traditionen wie Geschlecht, Ehe, Familie oder Staat dazu bewegen, jedes Zusammengehörigkeitsgefühl und Solidarität zueinander zu verlieren und in der Folge sich gegenseitig zu zerfleischen .
Damit und mit der M;assenmigration macht man aus einem Volk einen amorphen ("bunten") Haufen Menschen, die sich nicht kennen, sich gegenseitig zu nichts verpflichtet sind und nicht einmal die gleiche Sprache sprechen, sondern nur eher zufällig am gleichen Ort zur gleichen Zeit sind.
Derart geblendet, sind die Linken zwar ideeller Gegenpart im jetzigen Streit, aber letztendlich genau so Opfer wie die Konservativen oder Rechten hier.
Nur sind sie von ihrer eingeimpften Art der Wahrheit besessen.

Wenn sich die Hintergründe offenlegen lassen und auch nur ein Teil der Linken (es gibt dort ja nicht nur Dumme) mißtraurisch über den jetzigen Kurs werden und selbst nachforschen, kann das ganze Spiel auch schnell in die andere Richtung kippen.
Wir werden hier alle verladen....ganz demokratisch.

Damit das nicht passiert, wurde nach dem Willen der Mächtigen ja überhaupt erst das Wort "Verschwörungstheorie" kreiert, um damit beginnende Zweifel im Keim zu ersticken und Leuten das Gefühl zu geben, mit dem Präsentieren dieses Wortes ein gutes Werkzeug gegen jede Art von These in der Tasche zu haben, die die eigene Lebenswirklichkeit in Frage stellen könnte und mit der man gleichzeitig auf dem Sofa sitzenbleiben kann, weil man damit weitergehender Anstrengung in Bezug auf Argumentfindung entgeht. Einfach dieses Wort hochhalten und man ist raus aus der Nummer.

Die Mächtigen haben es sogar geschafft, daß alle nützlichen und ehrbaren Werte, der die Menschheit und die Nation bedürfen, als "rechts" und damit verächtlich zu kennzeichnen.
Rettet man einem Menschen das Leben, ist es in der Öffentlichkeit sofort eine verabscheuungswürdige Tat, wenn sich herausstellt, daß der Gerettete z.B. AfD-Mitglied ist.
Schlägt man jemanden halbtot, ist es nur dann schlimm, wenn derjenige nicht bei der AfD ist.
Verhältnisse also wie im dritten Reich; verursacht von Leuten, die nicht müde werden in der Behauptung, ein erneutes solches Reich verhindern zu wollen.
Aber sie merken den Widerspruch in ihrer Aussage und ihrem Tun nicht.

An letzter Stelle möchte ich noch anmerken, daß sich das Zeitfenster, in dem man eine Änderung auf der Basis unseres politischen Systems hätte bewirken können, geschlossen hat.
Jedes Argument wurde mittlerweile gesagt und verpuffte an ideologisch verbohrten Menschen und alles Reden hat nur noch eine sofortige Abwehrhaltung beim politischen Gegner zur Folge.

Der Widerstand muß außerhalb des Parlaments organisiert werden.
Und außerhalb Deutschlands.

Thorsten B
24. April 2019 14:36

Die Antwort wird davon abhängen, ob er allein in den Tumult fliegt, dieser Pilot.

Grob gerechnet können wir das Sechstel, das sich bei der Wahl gegen den Wahnsinn bekannte zu „uns“ zählen. Aber wie setzt sich der Rest zusammen? An den Kommentaren zur neuen DB Internetseite erkennen wir, dass es überzeugte (oder resignierte) Anhänger der „neuen Welt“ gibt. Sind die alle überzeugt oder haben die alle final aufgegeben? Oder sind die noch immer mit Scheuklappen unterwegs, die sie sich selbst angezogen haben, weil sie es nicht wahrhaben wollen und die dann, wenn es ans Eingemachte geht an unserer Seite stehen werden.

Davon wird die Antwort abhängen - im Flugzeug sitzen Sie jetzt schon nicht allein - in diesem Sinne:
„Mal schauen, was wir machen“

Gelddrucker
24. April 2019 17:10

Alle logistischen Mittel zur Remigration stehen bereit. Das Personal ebenso. Der Gedanke, die Idee, geht nicht weg. Wann immer sich die Gelegenheit bietet, die Idee zu verbreiten, verbreite man sie. Wenn sich die Gelegenheit nicht bietet, so suche man sie.

Laurenz
24. April 2019 17:11

Nicht-Erreichbarkeit ist erholsam. Fast alle älteren Kulturen kennen Techniken zur Erreichung der inneren Stille, Castaneda nennt es "das Abschalten des inneren Dialogs". Ohne Hilfsmittel, wie Meer, Lagerfeuer oder Wald gelingt es mir leider nur wohl etwa 7-8 Sekunden. Aber selbst diese sind erholsam, erfrischend.

Luckes fachliche Kompetenz war kein Fehler. Was AfD-Mitglieder wohl nicht mögen, ist das Erschleichen einer menschlichen Größe, die man selbst nicht besitzt.

Pilot ist ein schönes Synonym. Und den Überblick im Luftraum zu bewahren, war und ist für Piloten existenziell notwendig. Die Metapher Davids ist vielleicht nicht ganz passend. David gewann den Zweikampf gegen Goliath deswegen, weil er die damals üblichen Regeln für Duellanten brach. Deswegen waren die Philister geschockt, denn der Regelbruch war unvorstellbar, da er das Göttliche in Frage stellte. Heute nennt man das ein Foul.

Niekisch
24. April 2019 17:28

"eine übergeordnete Position eingenommen, eine Art Beobachtungsstand bezogen"

Das ist im Luftkampf gefährlich, weil der Gegner immer in die noch höhere Position zu gelangen sucht, um von oben und hinten anzugreifen, was am effektivsten ist.

Lotta Vorbeck
24. April 2019 18:15

@Thorsten B - 24. April 2019 - 02:36 PM

... An den Kommentaren zur neuen DB Internetseite erkennen wir, dass es überzeugte (oder resignierte) Anhänger der „neuen Welt“ gibt. Sind die alle überzeugt oder haben die alle final aufgegeben? Oder sind die noch immer mit Scheuklappen unterwegs, die sie sich selbst angezogen haben, weil sie es nicht wahrhaben wollen und die dann, wenn es ans Eingemachte geht an unserer Seite stehen werden. ...

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Wirklich überzeugt sind die Wenigsten von denen.
Die sind ganz überwiegend saturiert-konformistische Schwarmfische. Sobald das System nicht mehr willens oder in der Lage ist deren Opportunismus mit Brosamen zu vergelten, gehen sie dem System sofort von der Fahne, dienen sich neuen Herren an und behaupten dreist "schon immer (heimlich) dagegen gewesen zu sein".

Niekisch
24. April 2019 18:25

"Erreichung der inneren Stille,"

@Laurenz 24.4. 17:11: Mit der "Schnellabschaltung" im Autogenen Training kommen Sie in ca. 10-20 Sek. zur Ruhe, mit einigen wenigen Vorsätzen, mehrfach wiederholt, vertiefen Sie sich so, daß n i c h t s mehr sie stören kann. Gerne bringe ich es Ihnen bei:-)

Gelddrucker
24. April 2019 18:33

@LottaVorbeck:

... An den Kommentaren zur neuen DB Internetseite erkennen wir, dass es überzeugte (oder resignierte) Anhänger der „neuen Welt“ gibt. Sind die alle überzeugt oder haben die alle final aufgegeben? Oder sind die noch immer mit Scheuklappen unterwegs, die sie sich selbst angezogen haben, weil sie es nicht wahrhaben wollen und die dann, wenn es ans Eingemachte geht an unserer Seite stehen werden. ...

Diese Leute, wenn ich sie mit der demographischen Realität konfrontiere, erwische ich zumeist beim dumpfen Schweigen. Irgendwas regt sich da im Hirn, nicht sicher was. Sofort zum AfD-Wähler zu werden erlaubt ihnen ihre Gehirnwäsche nicht, so richtig wollen tun sie den Ersetzungs-Genozid aber auch nicht. Wird noch sehr spannend werden, wenn die Zahlen auf dem Tisch liegen.

Dann gibts aber natürlich auch die "Wär das schlimm, wenn Europa brauner wird?"-Fraktion, die aber die klare Minderheit ist. Diese Leute macht man im Idealfall auf die Verdreckslochung und die IQ-Differenzen aufmerksam.

Lotta Vorbeck
24. April 2019 18:40

Der Pilot benötigt außer einem technisch intakten Fluggerät nicht unerhebliche Mengen an Kerosin. Zur Instandhaltung des Fluggeräts bedarf es zahlreicher, ineinander greifender, präzise und zuverlässig arbeitender Nebengewerke sowie umfangreicher, sabotage- und störanfälliger Lagerhaltung und stetem Nachschub an im Flugbetrieb rasch verschleißenden Ersatzteilen.

Überlebt er einen Abschuß über Feindesland, droht dem Piloten am Boden im mildesten Falle die Gefangennahme wie Francis G. Powers oder gar Schlimmeres.

Käfer sind bevorzugt auf ihren sechs Beinchen unterwegs, wobei die meisten Käfer dennoch fähig sind, zumindest Kurzstrecken fliegend zurückzulegen. Um nicht wie wandernde Kröten beim Queren der Straße mit hoher Wahrscheinlichkeit zermalmt zu werden, kann sich der Käfer dieser Straße entweder fernhalten oder die Straße (in ausreichender Höhe) fliegend überwinden.

Die in der aufziehenden Gewitterfront akkumulierte Energie wird sich physikalischer Naturgesetzlichkeit folgend entladen.

So denn Bau- und Konstruktionspläne, sowie tradiertes, handwerkliches Wissen speichernde Dokumente rechtzeitig an einen sicheren Ort verbracht worden sind, können die, die das verheerende Wüten des entfesselten Leviathans überlebt haben, hernach beginnen, die Abtei Monte Cassino an ihrem alten, verwüsteten Standort wieder aufzubauen.

distelfink
24. April 2019 18:47

David war bereits ein erprobter Steinschleuderer. Er hatte es gar nicht nötig, zu trainieren oder schießen zu lernen, und das Training wäre daher auch nicht aussichtslos gewesen. Die Voraussetzung für seinen Sieg war der Mut, sich einem mächtigen Gegner im Kampf zu stellen.

Wenn man in Bedrängnis ist, darf man nicht warten und dem Gegner Zeit lassen, seine nächsten Angriffe zu planen und auszuführen. Wir müssen mit Davids Mut Ausfälle unternehmen in Richtungen, die den Gegner überraschen.

„Mal schauen, was wir machen.“

MartinHimstedt
24. April 2019 18:54

„ ServusTV, Notre Dame, Sellner, Bernd Lucke, Sri Lanka, VS-Bericht, nächste Migrantenwelle, Greta - zu jedem Punkt zwei Sätzchen, dann Schulterzucken: Wir übten uns in der Haltung von Leuten, deren Pflänzchen gut angewachsen sind und deren Bäumchen erste schöne Blüten zeigen.“

Werter Herr Kubitschek, Sie bringen wie immer alles zur richtigen Zeit exakt auf den Punkt.

nom de guerre
24. April 2019 18:57

Hmm. Sie verwenden die Metaphern von Etzels Saal und der Magdeburger Hochzeit so, als hätten beide schon stattgefunden. Was in den letzten Wochen passiert ist, scheint aber doch erst der Anfang gewesen zu sein (was ich mir nicht wünsche; wenn ich ein Gefühl nicht kenne, dann die Lust am Untergang).

Resi Burgen
24. April 2019 19:10

Die nächste gigantische Migrationswelle kommt auf uns zu, wenn Mazedonien es nicht schafft die Schotten dicht zu halten. Passend dazu läuft demnächst in den Kinos der Dokumentarfilm Iuventa Seenotrettung - Ein Akt der Menschlichkeit an. Wann startet der Dokumentarfilm C-Star Defend Europe in den Kinos?

Imagine
24. April 2019 19:23

Martin Sellner‏ @Martin_Sellner Vor 1 Stunde:

„Die Presse dämonisiert Identitäre Aktivisten seit einem Monat. In Wirklichkeit sind wir Leute wie Du. Schau selbst nach: so sehen wir wirklich aus! https://youtu.be/NK-9hW6BP3c Der IB-Bilderwall: http://solidaritaet-ib.info“

Ob M.S. wirklich glaubt, dass er so jene Menschen, die Rechtsextremismus hassen und bekämpfen, beeinflussen kann?

Immer noch S.J.
24. April 2019 20:25

Irgendwann vor einigen Tagen konnte man verblüfft feststellen, wie der Brand in den Schlagzeilen immer weiter nach hinten durchgereicht wurde und seinen Platz zwischen den Banalitäten des Alltags fand. Das Ereignis, dem in den ersten Stunden die Aura eines europäischen „9/11“ attestiert wurde, ist mittlerweile nur noch teilweise eines. Wie kommt diese „Banalität des Katastrophalen“ (schlechtes Wortspiel, Verzeihung) zustande? Weniger an der riesigen Spendensumme, die einen schnellen Wiederaufbau garantiert und die bei vielen womöglich insgeheim den Gedanken fördert, dass man sich nicht länger erregen muss, noch nicht einmal wegen der Brandursache. Vielleicht liegt es eher daran, dass die Medien nur noch in schrillen Tönen berichten können, alles bedrohlich gemacht wird und man mittlerweile in diesem Übermaß an Katastrophen, Vergleichen und Adjektiven gar nicht mehr anders kann, als sich zu langweilen und man sich selbst den verantwortlichen Journalisten nicht mehr anders vorstellen möchte als in einer routiniert gelangweilten Haltung vor seinem mit Satzbausteinen ausgerüsteten PC. Umso verständlicher erscheint die hysterische Suche nach neuen Propheten und Heilsbringern in einer Gesellschaft, die kaum noch etwas anbieten kann, an dem sich viele dauerhaft festhalten könnten. Heute konnte man die ersten Versuche verfolgen, der „Friday for Future-Bewegung“ ein größeres Potential als den 68ern zuzuschreiben, da sie angeblich mit realistischer Zielvorstellungen ausgestattet ist als die „verträumten 68er“.

cnahr
24. April 2019 21:05

@Imagine Na kommen Sie, natürlich will Sellner keine ausgewiesenen Linksextremisten bekehren. Das Video richtet sich wie immer an die Masse der Unentschiedenen.

RMH
24. April 2019 21:35

Mir kommt eine Stelle von Ernst Jünger in den Sinn, die er in "Annäherungen - Drogen und Rausch" aus seinen Lebenserinnerungen zum Besten gab:

"Oder auf Sylt, 1934, wir lagen im Sande, Sommerfrischler aus Berlin und Hamburg, aus Mittel- und Süddeutschland. Die Sonne schien auf die Strandkörbe. Ein Bild, noch wie aus dem Jahrhundertsommer von 1911 – ein wenig dichter vielleicht, die Trikots von etwas kühnerem Schnitt. Einer kam mit den Morgenzeitungen. Röhm und die Crème der Sturmabteilungen waren über Nacht verhaftet, zum Teil schon exekutiert worden. Ein dänisches Blatt sprach von Hunderten. Eben hatten sie noch die Reichswehr schlucken wollen, nun saßen sie in der Zelle, mußten Giftpillen schlucken oder lagen schon tot auf dem Sand.
Wie lange mag es gedauert haben, bis sich dort zwischen den Strandkörben „die Meinung bildete“? Zwei, drei Minuten vielleicht. Dann kam der Einschuß von Stimmen, hell, energisch, weithin überzeugend wie das Krähen von Hähnen auf dem Hühnerhof. Üble Burschen warens gewesen, und recht war ihnen geschehen. Einer hatte den Berliner Obergruppenführer gekannt und sich vermutlich gestern dessen noch gerühmt. Nun konnte er ihn entlarven, anprangern: als Lustknaben der haute pédérastie, als Liftboy, dessen Aufstieg sich dadurch erklärte, dass er sich im Fahrstuhl vornehmen ließ.
Derartiges wiederholt sich in allen Revolutionen als erstes Abschäumen. Es wirkt ungewöhnlich, doch fällt es in die Regel. Es läßt sich voraussagen. Wer damals meinte, dass es der Anfang von Ende sei, der irrte; er kannte die Macht des vergossenen Blutes nicht."
(zitiert aus dem in meinem privaten Besitz befindlichen Werk von Ernst Jünger, Annäherungen, 1. - 5. Tausend, Stuttgart 1970).

"Abschäumen" - das passiert (im geschichtlich deutlich kleineren und harmloseren Umfang als oben dargestellt) gerade mit der FPÖ, nachdem sie erneuten Zugang zu den Futtertrögen der Macht hat - nur diesmal eben zu einem historisch bedeutenderem Zeitpunkt als zuvor.

Gast auf Erden
24. April 2019 21:56

" Und Saul legte David seine Rüstung an und setzte ihm einen ehernen Helm auf sein Haupt und legte ihm einen Panzer an. Und David gürtete sein Schwert über seine Kleider und versuchte zu gehen; aber er war es nicht gewohnt. Da sprach David zu Saul: Ich kann so nicht gehen, denn ich bin's nicht gewohnt; und er legte es ab und nahm seinen Stab in die Hand und wählte fünf glatte Steine..." - Unter solchen Bedingungen sich auch noch den Austragungsmodus des Gegners aufzwingen zu lassen, wäre für unseren David logischerweise verhängnisvoll. 1. Samuel 17 ist ein anschauliches Kapitel für Hochmut, Sendungsbewusstsein, Überraschungsmomente, Gottvertrauen, Mut und ein unvermeidbares Duell...

Louise
24. April 2019 22:58

David gegen Goliath. Ein passendes Beispiel. Aber wir sind die Blutsverwandten Goliaths. Und sind wir nicht in derselben Lage wie die Philister: strömen doch gerade Blutsverwandte Davids (arabische Semiten) in das ihnen (von Merkel) versprochene gelobte Land? Wie könnte ich mich über Davids Sieg freuen und ihn als gutes Zeichen für unser Land und unser Volk sehen?

Der_Juergen
24. April 2019 23:31

@Imagine

Ihre Kommentare sind ein wahres Ärgernis. Wer sind eigentlich die "Menschen, die Rechtsextremismus hassen und bekämpfen" und die Martin Sellner mit seinen Videos nicht überzeugen kann? Und was zum Kuckuck ist "Rechtsextremismus"? Liefern Sie eine Definition!

Unter den gegenwärtigen Umständen irgendwelche Angriffe gegen Sellner zu richten, ist eine Ungehörigkeit. Ich hätte auch das eine oder andere an diesem oder jenem Ausspruch von ihm zu kritisieren, nehme von solch tumber Beckmesserei jedoch Abstand, denn was er gemeinsam mit seinen jungen Idealisten unter extremstem Druck vollbringt, verdient höchste Bewunderung. Haben Sie, @Imagine, auch nur den hundertsten Teil von dem geleistet, was Sellner leistet?

Im übrigen empfehle ich Ihnen, Ihr Pseudonym zu wechseln und sich @Thersites zu nennen. Das passt doch viel besser zu Ihnen!

Kahlenberg
24. April 2019 23:46

Das hier gezeichnete Bild vom Piloten verstehe ich als Beschreibung einer Variante der Selbstwahrnehmung, nicht als Bezugnahme auf Elemente der Luftkampftaktik.
Also, gewissermaßen das „Heraustreten“ aus sich selbst als beteiligtem Akteur in einem Geschehen, um in einer Art Außenperspektive das Gesamtbild überblicken zu können, dessen Teil man aber gleichzeitig selbst ist.
Sich selbst aus einer „übergeordneten Position“ betrachten,
und „mal schauen, was er macht“, ist jedenfalls ein ganz großartiger Gedanke. Ich glaube, das kann sehr stark machen.

Lotta Vorbeck
24. April 2019 23:50

@RMH - 24. April 2019 - 09:35 PM

Abgeschäumt wird stets in heißem Zustand:

1.) "... dann mit dem Kochgut verrühren. Das Kochgut unter starker Hitze zum Kochen bringen. Sobald alles bei ständigem Rühren sprudelnd kocht, den restlichen Zucker hinzufügen. Alles unter Rühren erneut zum Kochen bringen ... bei Bedarf abschäumen ... sodann eine Gelierprobe durchführen!

Falls die Gelierprobe nicht erstarrt, ein Päckchen Zitronensäure gut unterrühren ..."

[Dr. Oetker, Bielefeld]

2.) Abschäumen - Schaum weg, für klare Brühe

Beim Kochen von Brühen und Suppen mit Fleisch bildet sich auf der Oberfläche weißer Schaum. Der sieht nicht sonderlich appetitlich aus und macht die Flüssigkeit später trüb. Dank Abschäumen mit einer Schaum- oder Suppenkelle wird sie klar.

...

Abgeschäumt wird stets im heißen Zustand. Die Flüssigkeit sollte nur leicht sieden, da der Schaum ansonsten durch die aufsteigenden Blasen zu sehr verteilt wird. Bei nur kleinen Schauminseln kann zum Entfernen ein Esslöffel oder eine Suppenkelle benutzt werden. Muss mehr Schaum abgeschöpft werden, sollten Sie zu durchlässigen Utensilien greifen, da ansonsten zu viel von der eigentlichen Flüssigkeit verloren geht. Eine Schaumkelle oder ein kleines, feines Sieb sind gut geeignet, um den störenden Belag mit möglichst wenig Beifang zu entfernen.

...

Weiterlesen: https://www.lecker.de/abschaeumen-schaum-weg-fuer-klare-bruehe-49604.html

Lotta Vorbeck
24. April 2019 23:59

@Resi Burgen - 24. April 2019 - 07:10 PM
"... Wann startet der Dokumentarfilm C-Star Defend Europe in den Kinos?"

*************************

Sobald es ausreichend Leute gibt, die für just diesen Dokumentarfilm als Directors Cut made by Sellner vor den Kinokassen stundenlang Schlange zu stehen bereit sind.

deutscheridentitaerer
25. April 2019 07:35

@Der Jürgen

Sie haben Recht, aber was wundern Sie sich? Imagine hat doch zur Genüge bekannt, dass er eben kein Rechter, Patriot o.ä. ist, sondern ein deutschfeindlicher Linker. Klar, dass ihm Sellner nicht passt.

Der_Juergen
25. April 2019 08:24

@RMH

Wieder ein ausserordentlich tiefsinniger Kommentar von Ihnen. Er regt zum Nachdenken an. Nehmen wir an, die von uns ersehnte Wende kommt, und patriotische Kräfte setzen sich durch. Von dem Moment an, wo sich der Umschwung abzeichnen wird, werden Heerscharen von Wendehälsen zu uns stossen, und die eben noch verpönten "Rechtsextremisten" und "Dunkeldeutschen" werden zu Helden erklärt werden.

Was könnten wir dagegen tun? Recht wenig. Eine anständige patriotische Regierung wird das Denunziantentum nicht fördern. Andererseits wird sie auf die Wendehälse angewiesen sein, denn sie kann ja nicht Politik ohne jene machen, die vor dem Umschwung noch die Systemparteien gewählt haben. Adam bleibt Adam.

RMH
25. April 2019 08:44

"Das hier gezeichnete Bild vom Piloten verstehe ich als Beschreibung einer Variante der Selbstwahrnehmung," (Kahlenberg)

So sehe ich das auch - in Momenten hoher Anspannung und hohem Adrenalinausstoßes, wie es auch in Kriegen vorkommen kann, kann es zu einer seltsamen Verschiebung der Perspektive kommen. Man sieht sich quasi selber, fast schon wie außerkörperlich, von einer Perspektive außerhalb agieren. Habe ich in Momenten des Kampfes genau so erlebt, man sieht sich irgendwie selber aus einer Art von Außenperspektive - es läuft fast wie in einem Film ab und genauso zwangsläufig. Haben mir einige Kriegsteilnehmer auch so geschildert (sie sehen sich in ihrer Erinnerung selber geduckt rennen und von Deckung zu Deckung springen etc.) und manche Nah-Tod-Erfahrung scheint einen ähnlichen Hintergrund haben zu können (in diesem Bereich gehört es ja zu einer Standard-Schilderung, dass Menschen berichten, sie hätten sich quasi von außen gesehen). Diese Phänomene sind hochgradig interessant, denn hier noch von einem wirklich "freien Willen" sprechen zu können, erscheint mir schwer. In solchen Situationen zieht man automatisch durch, da gibt es kein zurück oder zögern - koste es, was es wolle und sei es das eigene Leben ... es stellt sich bei aller Erregung auch eine erstaunliche Kaltblütigkeit ein (hier hilft dann der Drill vorangegangener Ausbildung). Evtl. verarbeitet man aber auch diese Ereignisse in seinem Gedächtnis durch diese Stress-Situation automatisch so, dass sie sich wie eine Außenperspektive in die Erinnerung einbrennen, so dass man dann im Nachhinein nur noch diese Perspektive schildern kann, da keine andere mehr im Gedächtnis ist. Der Mensch ist nach wie vor ein interessantes Wesen.

Lotta Vorbeck
25. April 2019 09:39

@Der_Juergen - 25. April 2019 - 08:24 AM

"... Nehmen wir an, die von uns ersehnte Wende kommt, und patriotische Kräfte setzen sich durch. Von dem Moment an, wo sich der Umschwung abzeichnen wird, werden Heerscharen von Wendehälsen zu uns stossen, und die eben noch verpönten "Rechtsextremisten" und "Dunkeldeutschen" werden zu Helden erklärt werden. ..."

*************************************

Eins:

Mitglieder-Aufnahmesperre der NSDAP

Am 19. April 1933 führte die NSDAP eine Aufnahmesperre für Neumitglieder ein, um des Ansturms von Aufnahmeanträgen nach ihrer Machtergreifung am 30. Januar 1933 Herr zu werden. Diese Sperre wurde in den folgenden Jahren mehrfach gelockert und am 10. Mai 1939 vollständig wieder aufgehoben.

Weiterlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Mitglieder-Aufnahmesperre_der_NSDAP

Zwei:

Um Mitglied der DDR-Staatspartei zu werden bedurfte es außer einem Aufnahmeantrag zweier Bürgen, die bereits "Genossen" waren ... das angehende Neumitglied hatte sich zunächst als Kandidat zu bewähren, bevor es als Vollmitglied in die SED aufgenommen wurde.

Im Frühsommer 1990 bogen sich in den Büros der staatlichen Verwaltung sowie der (demnächst untergehenden) Volkseigenen Betriebe (VEB) die Schreibtische unter darauf gestapelten, zurückgegebenen SED-Parteibüchern ...

Imagine
25. April 2019 09:50

Seit sie existiert, hat die „Junge Freiheit“ ständig die „Junge Welt“ als „linksxtremistisch“ bezeichnet und andersrum die letztere die erstere als „rechtsextremistisch“. Beide versuch(t)en, den politischen Konkurrenten und Feind außerhalb der FDGO zu stellen.

Politische Wahrnehmung ist durch Projektionen gekennzeichnet.

Wer Sellner und dessen Ideologie ablehnt, wird von seinen Fans als „linksextremistisch“, „deutschfeindlich“ etc. angesehen.

Das österreichische Establishment sieht in Sellner – wie von Fellner im TV vorgebracht – einen „Nazi“.

Sellner wird derzeit nicht nur von linken, sondern auch von rechten Spitzenpolitikern – einschließlich jener der FPÖ – zum politischen Paria gemacht.

Sellner wiederum pathologisiert das Verhalten seiner Gegner und Feinde als „Hysterie“ und „Paranoia“. Er selbst hält sich – wie auch seine Fans und Kameraden - für einen guten und patriotischen Menschen.

Diejenigen, die dies anders sehen, werden vom rechtsextremistischen Milieu als „deutschfeindlich“ wahrgenommen. Dieses Milieu sieht sich selbst nicht als Rechtsextremisten, sondern als nationalkonservative Patrioten.

Wer definiert, was „rechtsextremistisch“ ist?

Die Antwort der Soziologie ist: Jene Kräfte, die über gesellschaftliche Definitionsmacht verfügen. Aber der und die normale Rechte interessieren sich nicht für die Wissenschaft der Soziologie. Sie setzen Soziologie mit „Marxismus“ gleich, was nicht völlig falsch ist, denn die wissenschaftliche Soziologie basiert entscheidend auf einer materialistischen Reproduktionstheorie und damit verbunden der Klassentheorie.

Offensichtlich wird - nicht nur von rechter Seite - die gesellschaftliche Veränderung nicht verstanden, welche dazu führte, dass sich die politische Kultur gewandelt hat und damit auch die Definition von „Rechtsextremismus“.

Positionen, wie sie von F.J. Strauß et al. vertreten wurden, dominierten noch vor ein paar Jahren im Establishment, sie gehörten zur politischen Normalität der BRD und waren hegemonial in den Massenmedien.

Heute jedoch, werden gleiche und ähnliche Positionen vom Establishment und den Medien als „rechtsextremistisch“ und „Nazi“ klassifiziert und dagegen wird ein „Kampf gegen Rechts“ finanziert und geführt.

Teufel
25. April 2019 10:02

Wessels, Notre Dame: Mit Ekel betrachtet man den tumben Touristen-Poebel.
Dummerweise denkt jeder von denen haargenau dasselbe ueber die jeweils anderen.

Gast
25. April 2019 10:09

# Der Jürgen
@ Imagine
"Ihre Kommentare sind ein wahres Ärgernis."

Haben Sie (immer) noch nicht verstanden, daß Kommentator 'Imagine' hier nicht aus Berufung kommentiert, sondern aus ... beruflichen Gründen?

kommentar kubitschek:
ja, das mag sein, oder es mag anders sein. aber bitte: schluß mit dieser sandkastenschlägerei.

Gotlandfahrer
25. April 2019 10:27

Die Macht jeder Unvernunft wird nur bis zum Tage ihrer Verwirklichung wachsen.

„Die Zeit ist der wahre Schöpfer und große Zerstörer ... unsere wahre Meisterin."

Gustave Le Bon
Psychologie der Massen

Niekisch
25. April 2019 10:47

"schluß mit dieser sandkastenschlägerei"

Sehr richtig, Herr Kubitschek, Schluß damit! Denn Imagine= früher "fisherman" will ja erreichen, daß hier Energie verschleudert und abgelenkt wird. Lassen wir ihn links liegen und mit seinem Behördenschippchen in der Mitte des Sandkastens eine kleine Burg bauen, in deren Mauern er wetterfeste Exemplare des Grundgesetzes stapeln kann.

MARCEL
25. April 2019 11:14

Deutschland befindet sich in Schockstarre. Deswegen passiert nichts. Gleichzeitig schwant den Hellsichtigeren, dass etwas von uns verlangt werden könnte, das wir nicht (mehr) zu tun in der Lage sind (Vergleich: Auch Frankreich war 1940 in Schockstarre, einige lösten sich und formierten die Résistance).
Die Eskalation wird auch ohne jedes Zutun kommen, da diese Gesellschaft in Zukunft alles sein wird außer zivil.

"Mit der Gefahr wächst der Mut!" (Schiller, die Räuber)

Ein gebuertiger Hesse
25. April 2019 11:48

"Käfer, Pilot oder David?" Auch wenn der Käfer als Option rausfliegt, wird die Frage vermutlich auch in Zukunft immer wieder dadurch beantwortet werden, was die aufgehalste Not an Gegenkraft gebietet. Wieviel am täglichen Schaffen ist denn nicht eine Antwort auf Zumutungen, ohne die man weiß Gott auch Behaglicheres zustande bringen wollte? Und doch lassen Not und Zumutung einen, allemal mit der Zeit, zu dem werden, der man - nur dämmerhaft zu erfassen, als Gedanke von höherem Ort - vielleicht schon immer werden soll.

Imagine
25. April 2019 12:01

Dass ich weder zum heutigen „linken“ noch zum „rechten“ Milieu gehöre, ist für einen gebildeten Leser evident.

Obwohl ich den deutschen Massencharakter für kleinbürgerlich, spießig und nicht selten für „hündisch“ halte, bin ich kein „Anti-Deutscher“. Im Gegenteil, ich habe mich seit meiner gymnasialen Bildung mit der Blütezeit des deutschen Geistes identifiziert und bedaure dessen Verfall.

Hermann Glaser, zum Beispiel, hat diesen Niedergang in seinem Buch: „Spießer-Ideologie. Von der Zerstörung des deutschen Geistes im 19. Und 20. Jahrhundert und dem Aufstieg des Nationalsozialismus“ verdeutlicht.

Das „Hündische“ manifestiert sich in einem primitiven Materialismus. Derjenige, der einen Hund füttert, wird von diesem als Herr anerkannt. Ein Hund befolgt den Befehl seines Herrn wie ein Roboter. Ein Hund kennt weder Recht noch Moral.

90% waren in der DDR vor der Wende „rot“, danach wurden 90% schnell „schwarz“.

Das Hündische lässt lohnabhängige Ideologen, wie viele der Journalisten, Politiker, Lehrer etc., zu einer Meute werden. Kommt ein entsprechender Stimulus, dann folgt die erwünschte Reaktion. Egal, ob es sich um den Bundespräsidenten Christian Wulff, den amerikanischen Präsidenten Trump oder um den identitären Martin Sellner handelt.

Das ist nicht nur in Deutschland so.

Vielleicht ist die Masse der Deutschen etwas weniger politisch intelligent, wie Sebastian Haffner meinte. Vielleicht scheuen sie mehr Konflikte, weil sie die gartenzwerghafte Gemütlichkeit lieben. Vielleicht sind sie nach zwei verlorenen Weltkriegen und vier politischen Systemen – mit der DDR sogar fünf – im 20. Jahrhundert einfach zu erschöpft und durch ständige Verarschung und Verrat politisch abgelöscht. Und verreisen lieber, als sich gelbe Westen anzuziehen, zu demonstrieren und sich von der Polizei verprügeln zu lassen.

Selbstverständlich ist ein derartiges Verhalten politisch dumm. Die Immigrationspolitik von Merkel & Co. ist eine Katastrophe für Deutschland und Europa. Merkel wäre längst abgewählt, hätten mehr Wähler ihr Kreuzchen bei der AfD oder zumindest bei der FDP gemacht.

Und der Widerstand gegen diese Immigrationspolitik hätte längst eine breitere und stärkere Basis, würde er nicht von völkischen Rechten dominiert werden, die „rechts“ = „patriotisch“ setzen.

So kann ein „Patriotismus der Mitte“, wie z.B. von Sahra Wagenknecht et al., daher leicht als „rechts“ oder „rechtsextremistisch“ diffamiert werden.

Laurenz
25. April 2019 12:04

@Gast auf Erden ... wenn es dabei geblieben wäre, könnten alle einigermaßen damit leben. Die Goliath-Nummer ist, im heutigen Terminus beschrieben, eh gefakt. Aber die meisten der gut 70 Völkermorde im Alten Testament gehen auf das Konto von David. "Und sie verübten den Bann Gottes an Männern, Frauen, Kindern und Tieren." "Gott mit uns" erscheint daneben noch harmlos. Allerdings scheint das aber nicht viele zu stören. Interessant, oder?

@Niekisch ... vielen Dank für das Angebot. Ich habe den Luxus, relativ viel schlafen und träumen zu können. Aber ansonsten bin ich dankbar, von Ihrer (Lebens-)Erfahrung in jeder menschlichen und politischen Hinsicht profitieren zu dürfen.

@MARCEL .... vielen Dank für Ihren Beitrag. Sie waren in der Lage, kürzer als ich es vermag, die wirkende persönliche Betroffenheit eines jeden einzelnen Michels als wichtigsten Parameter zu statuieren. Unser Schiller hatte wirklich was im Kopfe, Hut ab.

Dietrich Egon
25. April 2019 12:14

Den beschriebenen Zustand des "aus sich heraustreten" kenne ich recht gut. In Momenten höchster Anspannung, Angst in Kombination damit, dennoch funktionieren zu müssen. Angesichts der zweiten Welle, die sich in der Ferne formiert und scheinbar nur noch auf ein Stichwort wartet, bleibt mir auch gar nichts anderes übrig als für den einwandfreien Zustand der Maschine und genügend Treibstoff zu sorgen.

Bei der ersten Welle sind wir um die Umwandlung der alten Dorfgaststätte in eine Unterkunft durch glückliche Fügung herumgekommen; nochmals wird dieser Kelch sicher nicht an uns vorbeigehen da sich gewisse, rechtliche Parameter geändert haben. Der öffentliche Raum der nächsten Kleinstadt bereits in afrikanisch-arabischer Hand - nun demnächst auch hier im 300-Seelen-Dorf.

Der besagte Tumult, den der Jagdflieger beschrieb, ist für mich die Herausforderung, für die Sicherheit von drei kleinen Kindern nebst Ehefrau Sorge tragen zu dürfen. Ein Stich ins Herz dabei der Gedanke, daß den Kindern wohl die Unbeschwertheit durch das, was da anrollt, genommen werden wird!

Wahrheitssucher
25. April 2019 12:17

Werter Herr Kubitschek,

zu den beiden letzten Blogs: Wo bleibt der Badespaß bei so frühen Badeschlüssen?
Der Sommerbeginn steht doch vor der Tür und gefühlt ist und war der Sommer schon da...

heinrichbrueck
25. April 2019 12:44

@ Imagine
Opposition = Systemwechsel. Also ist richtige Opposition ein anderes System. Und das gegenwärtige System wehrt sich dagegen. Das System will Umvolkung, das Gegensystem lehnt die Umvolkung ab. Im System gibt es die Systemwahrheit, die sich aufspalten läßt und so auf beiden Seiten die Wahrheit schönlügt. Die Identitären wollen keine Umvolkung, können deshalb vom Umvolkungssystem nicht mehr als Systemopposition wahrgenommen werden. Es gibt in diesem Punkt keinen Kompromiß, schließlich ist halbschwanger nicht möglich.
Ein schrumpfendes Volk regiert nicht, ob es in einer Demokratie lebt oder nicht. Sein Reagieren gegen die Natur, was in überfüllten Räumen nicht unbedingt tragisch wäre, würden diese nicht mit Fremdbevölkerung aufgefüllt werden, nicht von Dauer sein müßte. Dieses Auffüllen ist kein Nutzen, es beschleunigt lediglich den Prozeß der Sterblichkeit und macht ihn unumkehrbar. Sich dagegen zu wehren, und nicht gegen die Ablenkungsmanöver des Systems Opposition zu betreiben, lediglich ein gesundes Prinzip der Naturgesetze darstellt. Regierende Macht wird immer rechtsextreme Moral sein, will die Macht nicht auf tönernen Füßen stehen. Nicht der Rechtsextremismus braucht Feinde, um existieren zu können; er wird geschaffen von seinen Feinden, um ihn beseitigen zu können. Die Natur läßt sich die Begriffe nicht vorschreiben, und wer eine eigene Ordnung aufrichten möchte, wird das Diktat der Natur nicht zu seinem Schaden akzeptieren können. In einem stets unkrautfrei gehaltenen Garten fällt Rechtsextremismus überhaupt nicht auf. Bei einem Queckengärtner muß immer auf das Unkraut dreingedroschen werden.

Gotlandfahrer
25. April 2019 13:05

@Der_Juergen et al zu @Imagine:

MS, dem unendlicher Dank gebührt, wird Kritik verkraften und sie wird ihm, wenn sie nicht lediglich von Vernichtungswunsch getrieben ist, immer guttun, egal ob richtig, halb richtig oder komplett falsch. Denn MS ist intelligent und integer und braucht wie jeder denkende Mensch Feedback aus der Umwelt. Kein Grund also, einem Foristen, der ihn kritisiert, ggf. zwar nicht stichhaltig und unvollständig definiert, die Aufrichtigkeit abzusprechen.

Mehr noch: Wenn es etwas gibt, was, aus meiner Sicht, uns Rechte eint, dann ist es – oder sollte es sein – neben der Verwurzelung im Sein, die kritisch-skeptische Akzeptanz der Aufklärung als beschränktes aber hilfreiches Mittel der Existenzsicherung. Zu dieser wiederum gehört untrennbar die Einsicht zur Notwendigkeit der Kritik, zum Hinterfragen und zum Testen. Anders, als es die linke selbstreferenzielle Pervertierung dieses Prinzips bewirkt, also anders, als die linke Unendlichkeitsschleife der Dekonstruktion, sollte die rechte Aufklärungsliebe beinhalten, jede Gegenposition als wertvoll zu betrachten, solange diese sich selber nicht als bereits unfehlbar und moralisch überlegen bezeichnet. Ein solcher Duktus ist mir an Imagine nicht aufgefallen (habe aber auch sicher nicht alles bisher von ihm gelesen).

Meinem Eindruck nach ist Imagine zwar kein in der Wolle gewaschener IBler, aber um anschlüssiges Denken bemüht. So wie ich seine Kommentare gelesen habe, zielt er auf Schwächen oder zumindest Unklarheiten rechter Positionen, die es selbstverständlich gibt, ohne dass dies diese widerlegt. Auf mich wirkt er zutiefst analytisch bemüht und damit automatisch auch distanziert.

Ich empfinde viele Beiträge, denen ich nicht immer zustimme, als Bereicherung.

KlausD.
25. April 2019 13:28

@Gast 25. April 2019 10:09
"Ihre Kommentare sind ein wahres Ärgernis."
„... 'Imagine' hier nicht aus Berufung kommentiert, sondern aus ... beruflichen Gründen?“
Ich denke nicht, daß @Imagine`s Gründe unredlich sind - vielmehr, daß @Imagine eine Sprache spricht, die hier wohl mancher nicht verstehen will, beleuchtet die Dinge aus einem anderen Blickwinkel heraus. Mich erinnern seine Ausführungen an die klassenbezogene Kapitalismuskritik vom Standpunkt des Marxismus-Leninismus, die in dieser Richtung mMn immer zu richtigen Ergebnissen führte und auch heute wieder bzw. immer noch (allerdings bezüglich des eigenen Systems des Sozialismus völlig versagte). Seine glasklare gesellschaftliche Analyse (auf dieser Grundlage) irritiert scheinbar hier manchen. Er hält auch uns Rechten seinen Spiegel vor, und was wir da sehen, gefällt manchem nicht … sollte jedoch trotzdem, oder gerade deswegen, beachtet werden.

KlausPeterLast
25. April 2019 15:03

Ich mag es stark verdichtet. Danke MARCEL.

Solution
25. April 2019 17:02

David gegen Goliath. Tatsächlich war Goliath einer von uns und David nicht. Bemerkenswert, dass der feige Einsatz einer Fernwaffe hier auch noch positiv gesehen wird. Einen ehrlichen Zweikampf Mann gegen Mann mit dem Schwert oder der Axt hätte David verloren (vorausgesetzt, dass es das hier geschilderte Ereignis überhaupt gegeben hat).

Ruewald
25. April 2019 18:58

@imagine (25.4.19, 9:50)
"der und die normale Rechte interessieren sich nicht für die Wissenschaft der Soziologie"

Soso ...
Und wie ist es z.B. mit Helmut Schelsky ?
oder dem (kürzlich verstorbenen) Jost Bauch, an dessen letzte Bücher ich an dieser Stelle erinnern möchte:
"Mythos und Entzauberung. Politische Mythen der Moderne" (2014),
"Abschied von Deutschland. Eine politische Grabschrift" (2018)

Ruewald
25. April 2019 19:15

Danke an
@Laurenz (24.4.19, 17:11) ("Heute nennt man das ein Foul"),
@Louise (24.4.19, 22:58),

daß Sie die übliche David-Goliath-Interpretation in Frage gestellt haben. Es zeigt sich hier eine uns gänzlich fremde Moral (wie auch in der Jakob-Esau-Geschichte) : die Legitimation der Schlauheit, der List und Hinterlist (statt des heroischen offenen Kampfes) ...

Niekisch
25. April 2019 20:17

@ Laurenz 25.4. 12:04: Ich empfehle, daß Sie sich zunächst in das AT einlesen und sich dann, wenn es für Sie von Interesse ist, von den Bademeistern meine mail-Adresse geben lassen. Ich helfe Ihnen gerne, hineinzukommen.

@ Ruewald 25.4. 18:58: die Schriften von Vilfredo Pareto sind ebenfalls für unsereinen interessant.

@ KlausD 25.4. 13:28: "Das „Hündische“ manifestiert sich in einem primitiven Materialismus. .. Ein Hund kennt weder Recht noch Moral....um den identitären Martin Sellner handelt usw," Dieser Imagine will doch bloß provozieren und uns auseinandertreiben. Hier überschreitet er die letzte rote Linie. Denken Sie doch bitte einmal darüber nach, wie agent provocateurs arbeiten und Sie werden Zweifel an seiner Redlichkeit bekommen.

geringe existenz
25. April 2019 20:21

@ imagine:

"Sie setzen Soziologie mit „Marxismus“ gleich, was nicht völlig falsch ist, denn die wissenschaftliche Soziologie basiert entscheidend auf einer materialistischen Reproduktionstheorie und damit verbunden der Klassentheorie."

Diese Sichtweise zur allgemeinen Soziologie wurde allerdings künstlich durch den Druck der Frankfurter Schule als wissenschaftlich verkauft.
Und wie sie schon schreiben ist es eine Sichtweise, kein Median einer Gesellschaft.
Das grundsätzliche Problem im philologischen Bereich ist Drittmittelbeschaffung, Amazonbuckler mit Akademikerhintergrund als Zukunft und Soziologen die geballte Faust in der Tasche zwar bemerken aber nie direkt benennen dürfen.
Soziologie ist wertfrei, legt Finger in Wunden und sollte wie einst der Hofnarr dem König die Stimmung des Volkes geigen...

ein Soziologe (M. A.)

Laurenz
25. April 2019 21:44

@Imagine ... ich kann an Ihren Beiträgen nichts Defätistisches finden. Desöfteren bin ich anderer Meinung.
Was das Hündische im aktuellen deutschen Volkscharakter und dem der letzten 160 Jahre betrifft, mag ich Ihnen mehrere Aspekte zu bedenken geben, die ich auch schon anderen Teilnehmern am SiN-Forum versuchte, näher zu bringen.
Nach den Napoleonischen Kriegen waren die Freimaurer-Ideen der us amerikanischen- und französischen Revolution in der Welt. 1848/49 wurde vom Adel, ähnlich wie 1525, nochmals niedergeschlagen. Danach wurden wir Mio. von Sozialflüchtlingen als Auswanderer los. Teils wurden die im 2. Reich durch Migranten aus Osteuropa ersetzt. Auch die Flottenrüstung des letzten Kaisers/Tirpitz' war zwar eine linke ABM-Maßnahme, aber dennoch nicht nachhaltig produktiv, sie blieb eben ein teures anglophiles Hobby. Danach kamen die Konsequenzen aus dem 1. - und 2. Weltkrieg, die uns in den letzten 100 Jahren 4, bzw. 5 Währungsreformen mit den entsprechenden Enteignungen der Sparguthaben und Versicherungen bescherte. Hinzu kommt die ewige Schuldfrage, welche die Volkspsyche und die privaten Vermögen permanent schwächt. Wenn Sie diese unsere Geschichte in Erwägung ziehen, stehen wir immer noch relativ gerade.

Die marxistische oder narzißtische Arroganz, sich selbst als dem "Volk" überlegen zu empfinden, und als geistige Avantgarde in ein Privileg zu befördern, könnte man wohl als Lebenslüge bezeichnen. Philosophen und heutige Historiker sind ein netter Luxusartikel, aber produzieren nichts, außer Unterhaltung, es sind Entertainer für Intellektuelle.

Was die Soziologie oder der Marxismus als Konstrukt lügend verneinen, ist das Naturgesetzliche, die Familie & entsprechende Kinder als kleinste Einheit einer sozialen Bindung. Angehörige, Freunde, Vereine, Kommune, Kreis, Land, Staat sind die jeweils größere Einheiten einer (ab Kreis-Größe abstrakten) sozialen Bindung. Politische Amtsträger schwören auf das Wohl des Deutschen Volkes und nicht, wie Herr Brok als Mandatsträger, auf das Wohl von Frau Mohn. Es ist eben eine Frage der politischen Verantwortlichkeit, die linke Marxisten zwar privat leben, aber öffentlich für das Volk diametral konterkarieren. Wenn Sie, Imagine, Recht hätten, wäre es unserer aller Aufgabe, die Bildung unseres Volkes auf Vordermann zu bringen. Denn nur Bildung, die Ihnen annähernd gerecht wird, kann zumindest geistige Erlösung vom Hündischen bringen. Aber was macht die Linke, sie sozialisiert die Schul- und Uni-Abschlüsse, und alle werden bloß noch dümmer, wie man gerade in Baden-Württemberg im atemberaubenden Tempo feststellen kann.

Laut Trotzki, da hat er Recht, ist das Bürgertum, als ewig hoffende und immer enttäuschte Besitzstandswahrer, der größte Feind der Revolution. Denn wer etwas zu verlieren hat, wünscht den Erhalt des Bisherigen und scheut das Risiko des Revolutionären. Deshalb muß!!! der Linke das (Bildungs-)Bürgertum eliminieren. Die Linke dreht deswegen so am Rad, weil sie die Wahlen europaweit noch nicht gleichschalten konnte und viele Kumpels & Genossen in Polen, Ungarn, Türkei und den USA ihren Job bereits verloren. Absehbar ist, weitere werden folgen. Ihre 90% Ex-Roten der DDR & Folge-Schwarzen in den Neuen Ländern waren deswegen politisch so flexibel, weil sie im real existierenden Sozialismus keine vermögende Substanz schaffen konnten, und sie ziehen ihren politischen Mut daraus, daß sie nichts (Bürgerliches) zu verlieren haben. Gehen Sie doch mal 4 Wochen als Hilfsschlachter in einem Schlachthof arbeiten, und danach berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen, und was Sie dann in Ihrer Freizeit noch bewegte und an welchen politischen Aktivitäten Sie am Wochenende noch teilnahmen.
Daß Unterschiede im Denkvermögen existieren, sei Ihnen unbenommen. Aber die Brüchigkeit des Geistes können Sie jeden Tag im Sraßenverkehr feststellen. Hoch intelligente Köpfe schalten das Denken ab und mutieren zum Tier in einem darwinistischen Existenz-Kampf. Sie werden in einem recht schlichten Mechanismus vom bewußten Wesen zum unbewußten.

@alle Martin-Sellner-Debattierenden .... die eine Geschichte ist die von Herrn Kubitschek beschriebene psychische - und in der Folge physischen Belastung von Herrn Sellner. Man muß das erstmal aushalten können. Von der Promo-Seite betrachtet, kann nichts besseres passieren. Das Spieglein berichtete heute von der Veränderung des Verfahrens gegen Herrn Sellner bezüglich der Spendeneinnahmen, welche angeblich und wenn ich das richtig verstanden habe, 1,1 Mio. Euro Cash betragen soll. Ist doch klasse, wenn die Systemmedien freiwillig darüber berichten, daß Herr Sellner & Co. ohne Konzern-Spenden so viel Zuspruch erhalten. Gut wäre es, wenn den Identitären in Österreich ein guter Jurist unter die Arme greift.
Was die Systemmedien zum Glück meist vergessen, ist, daß sie selbst alte weiße Männer sind, die auf die schwachen jungen einprügeln.

Imagine
25. April 2019 21:56

„Links“ und „rechts“ sind – so meine Wahrnehmung - heute selbstreferentielle soziale Kontexte, die beide den kontroversen politischen Diskurs vermeiden. Sie reden und streiten nicht miteinander. Daher stagnieren sie mangels Dialektik und sind unfähig, gesellschaftlichen Fortschritt zu gestalten.

Patriotismus steht nicht im Widerspruch zum Internationalismus, sondern, worauf bereist der Name – „inter-national“ – hinweist, setzt der Begriff des Internationalismus Nationen voraus. „No nations, no borders“ ist KEIN Internationalismus.

„Links“ hat als Begriff nicht mehr die Bedeutung wie früher, als man noch Partei ergriff für die Interessen der arbeitenden Bevölkerung und eine neue Gesellschaft wollte.

„Links“ ist heute deshalb ideologisch hegemonial, weil jene, die über die gesellschaftlich Macht – Medien- und Korruptionsmacht - verfügen, dies so wollen. Eben weil „links“ heute ein systemaffirmatives ideologisches Konglomerat ist und über keine intelligenten Lösungen für die Zukunft verfügt, sondern Teil einer neoliberalen Einheitspolitik der „Mitte“ ist. Daher auch nicht das Herrschafts- und Ausbeutungssystem gefährdet, sondern im Gegenteil verschleiert.

Auch „rechts“ hat sich völlig verändert. Das traditionelle rechte Milieu, wie es früher als dominierender rechter Flügel in der CDU/CSU vorhanden war, hat sich aufgespaltet.

Der größere Teil hat sich von der Position der nationalen Verantwortung verabschiedet und ist neoliberale und anti-nationale „Mitte“ geworden, ein anderer Teil des früheren rechten Milieus ist heute Parteigänger der AfD.

Die AfD ist zum großen Teil wirtschaftsliberal = neoliberal, zugleich aber oppositionell gegen die Politik der Massenimmigration eingestellt. Neben diesem Mainstream gibt es in der AfD als Minderheit eine „national-soziale“ Tendenz. Diese steht jedoch nicht in der Tradition von nationalen Sozialisten, wie Friedrich Naumann, Arthur Moeller van den Bruck, Ernst Niekisch, den Brüdern Strasser et al. Denn diese nationalen Sozialisten waren anti-kapitalistisch und pro-sozialistisch.

Die heutigen „neuen Rechten“ sind – so jedenfalls meine Wahrnehmung, ich lasse mich gern korrigieren - anti-sozialistisch und marktradikal („libertär“) orientiert, sofern sie sich überhaupt konkret zur Systemfrage äußern.

Für mich waren es zwei Punkte, die mich veranlassten, hier als Gast mitzudiskutieren.

Zum einen die Frage, ob und wie sich die Opposition gegen die muslimische Massenimmigration verbreitern und verstärken lässt?

Zwei Vorstellungen stehen sich hier gegenüber, nämlich das tribalistische (rassistische) Verständnis von Volk basierend auf gemeinsamer Abstammung und andererseits das bürgerliche, was unter Volk die Gemeinschaft der Staatsbürger basierend auf einem gemeinsamen Verfassungskonsens („Gesellschaftsvertrag“) versteht. Bei der ersten handelt es sich um ein vorbürgerliches (tribalistisches) Verständnis von Nation, wie es in Deutschland in den letzten 200 Jahren vorherrschend war, beim zweiten um ein humanistisches Verständnis, wie es für die Blütezeit des deutschen Geistes kennzeichnend war.

Beide Vorstellungen sind miteinander inkompatibel. Beide verfolgen in der Praxis unterschiedliche Zielsetzungen, nämlich zum einen Exklusion der Migranten mittels „Re-Migration“ und „Reconquista“, zum anderen eine kulturelle Entwicklung zu einem freiheitlich-humanistischen Gesellschaftsprojekt, wobei dieses die Exklusion derjenigen erfordert, die sich nicht damit identifizieren und nicht diese bürgerliche Kultur aktiv mittragen, sondern im Gegenteil eine soziale Reziprozität vermissen lassen, indem Leistungen ohne Gegenleistung beziehen. Nicht nur die herrschende Klasse verhält sich sozialparasitär, sondern auch eine neue Klasse der leistungslosen Staatsalimentierten.

Zweitens interessiert es mich, welches Bewusstsein bei den „Identitären“ aka „Neuen Rechten“ vorhanden ist und welche Ziele verfolgt werden. Denn in meiner konkreten Lebenswirklichkeit – also unter den Verwandten, Bekannten, Kollegen etc. - gibt es keine AfD-Mitglieder und keine „Neuen Rechten“. Die meisten sind TINA-Leute, die fatalistisch der Zukunft gegenüberstehen und mit „think-positive“-Selbstzwang sich um den Verstand bringen.

Selbst sehe ich uns als Menschheit in einer welthistorischen Umbruchperiode. Der Kapitalismus hat aufgrund der technologischen Entwicklung keine Zukunft mehr. So oder so wird sich ein neues System entwickeln (müssen). Keineswegs zwangsläufig ein besseres.

In ein paar Jahren oder Jahrzehnten wird die Welt anders aussehen. Die Aufgabe ist, zu verhindern, dass unser Europa nicht der große Loser sein wird.

Lotta Vorbeck
25. April 2019 22:19

@Dietrich Egon - 25. April 2019 - 12:14 PM

"...

Bei der ersten Welle sind wir um die Umwandlung der alten Dorfgaststätte in eine Unterkunft durch glückliche Fügung herumgekommen; nochmals wird dieser Kelch sicher nicht an uns vorbeigehen da sich gewisse, rechtliche Parameter geändert haben. Der öffentliche Raum der nächsten Kleinstadt bereits in afrikanisch-arabischer Hand - nun demnächst auch hier im 300-Seelen-Dorf.

..."

********************************

Solange dem Sankt-Florians-Prinzip folgend - im übertragenen Sinne - immer nur in den Häusern anderer Leute, ergo in "anderen Dörfern Feuer gelegt wird", bleibt die laufende Umvolkung eine abstrakte Angelegenheit, die die saturiert-opportunistischen Schlafschafe bequem wegschweigen und verdrängen können.

Hätte man 2016 nicht Mazedonien als Pappkameraden vorgeschickt die Flut ein wenig zu drosseln und auf andere, medial unbeleuchtete Routen umzuleiten, wäre die Merkel-Junta von eben jener Flut längst schon in den Orkus der Geschichte gespült worden.

Franz Bettinger
25. April 2019 23:05

@Laurenz, @Ruewald: wie so oft bereichernd. Danke.

@heinrichbruek: Ein schrumpfendes Volk ist im Zustand real existierenden Überbevölkerung wie ein Fettwanst, der endlich abnimmt: gesund. Würde man uns nur schrumpfen lassen! Aber nein, deep state und die Wirtschaft wollen uns fett und krank. Deshalb die Zwangsernährung mit Migranten.

@imagine: was nervt, ist das Geschwafel hin und wieder, das ihre hell-dunkel gescheckten Kommentare durchsetzt. Sie bemühen sich nicht um Klarheit, scheinen ein Problem mit Definitionen zu haben, wissen offensichtlich rechts nicht von rechtsradikal und rechtsextrem zu unterscheiden. Sie werfen mit Begriffen wie 'völkisch' um sich, als seien es Erdnüsse - als erklärten die sich aus sich selbst und seien selbstverständlich negativ zu werten. Übrigens: Ich finde das Wort 'völkisch' himmlisch, auch wenn Beelzebub damit hausieren ging. Da kann das Wort doch nichts dafür!

Nemesis
25. April 2019 23:28

Vielleicht hilft es ja, sich einmal die Kommentare gegen @Imagine alleine in diesem Strang zu vergegenwärtigen:

@Niekisch
25. April 2019 10:47
Denn Imagine= früher "fisherman" will ja erreichen, daß hier Energie verschleudert und abgelenkt wird. Lassen wir ihn links liegen und mit seinem Behördenschippchen in der Mitte des Sandkastens eine kleine Burg bauen, in deren Mauern er wetterfeste Exemplare des Grundgesetzes stapeln kann. Dieser Imagine will doch bloß provozieren und uns auseinandertreiben. Hier überschreitet er die letzte rote Linie. Denken Sie doch bitte einmal darüber nach, wie agent provocateurs arbeiten und Sie werden Zweifel an seiner Redlichkeit bekommen.

@Gast
25. April 2019 10:09
Haben Sie (immer) noch nicht verstanden, daß Kommentator 'Imagine' hier nicht aus Berufung kommentiert, sondern aus ... beruflichen Gründen?

@deutscheridentitaerer
25. April 2019 07:35
Sie haben Recht, aber was wundern Sie sich? Imagine hat doch zur Genüge bekannt, dass er eben kein Rechter, Patriot o.ä. ist, sondern ein deutschfeindlicher Linker. Klar, dass ihm Sellner nicht passt.

@Der_Juergen
24. April 2019 23:31
Im übrigen empfehle ich Ihnen, Ihr Pseudonym zu wechseln und sich @Thersites zu nennen. Das passt doch viel besser zu Ihnen!

Nicht ein INHALTLICHES Argument gegen @Imagine.
Nicht EINES.
Stattdessen irgendwelche persönliche Unterstellungen oder persönliche Beleidigungen. Ist das die Art, wie sie mit Ansichten umgehen, die den ihren, aus irgendwelchen Gründen auch immer, nicht entsprechen? Ernsthaft?

Sie wiederholen doch damit genau das, was sie permanent selbst beklagen.

@Imagine hat am 21. April 2019 08:33 folgendes geschrieben:
"...Die völkischen Rechten haben bestimmte Dogmen, an die sie glauben, die postmodernen Linken haben andere. Sie hassen sich gegenseitig und bekämpfen sich in einer Weise, die an mittelalterliche Religionskriege erinnern..."

und trifft damit den Nagel auf den Kopf.
Aber sowas von.

Setzen Sie sich doch mit @Imagine inhaltlich auseinander.
Vielleicht erweitert das ja auch ihre Weltsicht.
Wäre ja nicht unbedingt von Übel.
Oder?

Venator
26. April 2019 07:19

Hier zeigt sich auch der Grund, für die deutschen Niederlagen. Immer offen und heroisch in den Untergang. Mir wäre es lieber, wir wären etwas hinterlistiger und würden auch mal gewinnen, statt immer den edlen Ritter zu mimen. Aber zu jammern, wie unfair Fernwaffen sind und sich so einen Schwachsinn wie "Meister der Herzen" auszudenken, ist wirklich sehr deutsch. Mir persönlich gefällt da: "die zweitplatzierten stehen unten in der Damentoilette", deutlich besser.

Waldgaenger aus Schwaben
26. April 2019 08:30

@Imagine
"Ein Hund befolgt den Befehl seines Herrn wie ein Roboter. Ein Hund kennt weder Recht noch Moral."

Nichts gegen den Hund. Es ist ein Geschöpf des Menschen.
Aber der Mensch ist auch ein Geschöpf des Hundes, er war es, der ihm wohl half überhaupt Mensch zu werden, indem er ihm eine Ernährung aus überwiegend Fleisch ermöglichte. Der Hund erschloss dem Menschen neue Lebensräume, die er sonst nicht hätte besiedeln können.

Natürlich hat der Hund eine Moral - die Treue zu seinem Menschen. Hat man einmal die Treue eines Hundes errungen, ist sie kaum mehr zu verlieren.

Um es mit Schopenhauer zu sagen:

Woran sollte man, sich von der endlosen Verstellung, Falschheit und Heimtücke der Menschen erholen, wenn die Hunde nicht wären, in deren ehrliches Gesicht man ohne Misstrauen schauen kann?

Der Gehenkte
26. April 2019 10:00

"Setzen Sie sich doch mit @Imagine inhaltlich auseinander.
Vielleicht erweitert das ja auch ihre Weltsicht."

Ich komme mir vor wie in einer Dorfkneipe, in der gerade ein klandestines revolutionäres Treffen stattgefunden hat. Nach einem wesentlichen Vortrag beginnen sich die benebelten Zuhörenden zu schlagen, weil einer der Umstehenden irgendetwas in die Runde geworfen hat, was den anderen nicht paßt. Statt weiter über die Wesentlichkeiten des Vortrages zu diskutieren, beginnt man sich zu prügeln.

Scheinbar will niemand den für Kubitschek bedenklich hintergründigen, ich möchte fast sagen besinnlichen Ton wahrnehmen und sehen, daß er ihn nicht zum ersten Mal anschlägt.

Daher schlage ich vor: "Setzen Sie sich doch mit Kubitschek inhaltlich auseinander.
Vielleicht erweitert das ja auch ihre Weltsicht."

Das sollte im Übrigen die Aufgabe jeder Diskussion sein: sich auf die Ausgangsthese zu beziehen. Dann verflüchtigt sich vielleicht auch der Eindruck, einer Neuauflage eines Monty-Python-Films beizuwohnen.

Robert
26. April 2019 10:08

Ich darf wieder ganz nah zum Artikel von G. Kubitschek zurückkommen.

Ja, denn jetzt ist es auch Zeit, sich im eigenen Haus umzusehen und dort einmal gründlich Inventur zu machen. Und konstruktive Kritik tut uns allen gut, dafür gibt es viel Konsens, wie ich lese.

Hier bietet sich zur Zeit vor allem das Haus „Österreich“ an, wo anscheinend nun wieder mal „die große Welt ihre Probe hält“, wo in gewisser Weise, obige Belange betreffend, für viele eine Zäsur im sogenannten rechten Lager stattgefunden hat.

Man fragt sich, ob statt Friedrich Hebbels Beginn der Festrede 1862 „Dies Österreich ist eine kleine Welt, In der die große ihre Probe hält, … ", gehalten als ein überschwänglicher Hymnus auf Österreich, nicht doch besser die Worte des Zynikers und Verbal-Extremisten Karl Kraus passen würden, der 1914 von "dieser Versuchsstation des Weltirrsinns" sprach. Heute scheint es jedenfalls zu passen.

Dem Fall „Sellner-Identitäre“, der mit dem Hebel „Christchurch-Attentat“ fast zu einer Welt-Affäre bis nach New-York von unseren „Wahrheits“-Instituten hinaufkatapultiert wurde, gingen ja zunächst die Proben in den“ lokalen“ österreichischen Versuchsstationen (Justizministerium, Staatsanwaltschaft, Medien, Antifa-Parteien, ...) voraus.
Die Rückkoppelungseffekte stellten sich alsbald ein und brachte die Suppe hierzulande mit der ausländischen Rückendeckung so richtig zum Kochen.

Es gab also kein Halten mehr. Und für die Rechten und insbesondere die Identitären, die es vor und nach dem „Verbrecher-Organisations“-Prozeß 2018 vielleicht noch immer nicht glauben wollten, kam nun es noch einmal zur, - hoffentlich endgültigen - Stunde der Wahrheit:

Für eine idealistische, unabhängige, intellektuelle Jugend, die es mit ihrem patriotischen, dem eigenen und auch anderen Völkern verpflichteten politischen Anliegen ernst meint und nicht am Tropf einer angeblich rechten Partei, mit der Bezeichnung „freiheitliche“ hängt (welch ein Hohn ist doch diese Bezeichnung!), dürfe und könne es keinen Platz in diesem Land - oder sonst wo auf der Welt geben.

So sprach es der junge, telegene aber listige und machtinstinkt-sichere Sebastian Kurz, der seine Kanzlerschaft aber genau den Inhalten der nun offiziell davongejagten, heimatlosgemachten Identitären verdankt; so akzeptierte bzw. repetierte es auch sein Adlatus HC Strache, seines Zeichens Vizekanzler und Führer der sogenannten „sozialen Heimatpartei“!

Es ist eine Binsenweisheit, aber sie wird hier nun wieder schlagend:
Die Substanz bzw. was davon übrigbleibt – von Meinungen, Parolen, Versprechungen – wird erst in Zeiten der Stürme so richtig sichtbar.

So hat der ideologische Abbröckelungs- und Verkrümmungsprozess der FPÖ sich ja über die Jahre hin schon abgezeichnet.

Die immer schnarch-langweiligen Beiträge eines Andreas Mölzer, der als der Parade-Intellektueller des „national-freiheitlichen Lagers“ verkauft wurde, kann ja symptomatisch dafür genommen werden. Hier hat er sich vornehmlich als rechter Chronist gefallen und war aber immer sorgsam darauf bedacht, auch als Analytiker und Kritiker der öffentlich-politischen Zustände dennoch nicht zu sehr vom Pfad der politischen Tugend abzuweichen, wiewohl er gleichzeitig die Chuzpe besaß, diesen und darauf Wandelnde zwecks eigener Erhöhung stets zu geißeln.

So wie die Partei selbst, so hat sich dieser Herr aus rechts-nationaler Sicht, - insbesondere mit diesem Artikel,

https://andreasmoelzer.wordpress.com/2019/04/10/aktivisten-oder-sektierer/

auf den „Ground Zero“ des politischen Anstands zu begeben;
denn: Sich die Antifa- bzw. Verfassungsschutz-Argumentation und Lügen, Verdrehungen - abgeschrieben aus diversen Blättern - zu Eigen zu machen und das Ganze noch sinnigerweise unter der Rubrik „Auf gut Deutsch“ zu veröffentlichen, läßt die Vorstellung dies noch toppen zu können, einfach nicht mehr zu.

Wie es sich für einen kritischen, unabhängigen Journalisten geziemt, spricht aus jeder Zeile dieses Textes nur der Wunsch, die „rechtmäßige und allein-seligmachende Wahrheit der Parteilinie“ auf Punkt und Beistrich zu ehren und zu würdigen.
Kann es einem solchen Parteidiener, der selbst schon seine Fußtritte von der Partei abbekommen hat, noch um das Ganze, das nationale und ethnopluralistische Anliegen gehen, der eine solche herabwürdigende, ja geradezu haßerfüllte Einstellung zu besten Teilen der nachkommenden jungen Generation besitzt?

Die Frage, der wir, auch wenn sie unangenehm erscheint, nicht aus dem Wege gehen sollten:

Hängt das große Schicksal am Wohl und Wehe einer Partei, wenn sich herausstellt, daß ihrer Führung Stimmenmaximierung über alles stellt, ihr das Schicksal unseres Volkes einschließlich das der Völkerfamilie nichts bedeutet?
Wenn sie dafür bereit ist, die wertvollsten Güter zu opfern, - das sind nun mal auch nationale idealistische Werte und Tugenden (keine politische Kategorien?) oder wenn bei ihr das Volk im ethnisch-kulturellen Sinne nicht mehr zu existieren scheint?
Ist es an Nicht-Parteigebundenen, jeden Verrat, jede Schmähung stillschweigend hinzunehmen, weil ihnen ja nichts anderes übrigbliebe als das kleinste Übel zu wählen? Wie es einer Partei nahe bringen, wenn sie nur den Stimmenentzug kapiert?

Nach einer solchen Inventur sieht es für mich dann wohl so aus, daß es vielmehr an uns läge, gewisse „rote Linien“ gegenüber den politischen Falschspielern des „eigenen“ Lagers zu ziehen.

RMH
26. April 2019 10:10

"Nicht ein INHALTLICHES Argument gegen @Imagine."

@Nemesis,

evtl. liegen die kleineren @hominem-Ausfälle gegen "Imagine" ja auch schlicht nur daran, dass sich bspw. auch unsereiner seit >40 Jahren mit immer den gleichen Abwandlungen der Weltsicht aus "dialektisch materialistischer" Sicht beschäftigen musste, ja zum Teil selber sich gar "durchaus mit heißem Bemühen" damit beschäftigt hat, dass irgendwann der Worte auch einmal genug gewechselt sind. Denn die dialektisch materialistische Sicht ist, frei nach Marx, auch nur eine Interpretation der Welt, die sie aber zukünftig nicht mehr verändern wird.

Von daher: Alles nice to hear und liest sich auch erst einmal schlüssig, nur, der Drops will bei ernsthafterem Lutschen daran nicht munden und wer eben konservativ, rechts oder gar - welche Frevel ! - dabei ein Stück weit liberal ist, der wird ihn eben ausspeien. Bei aller sich einstellenden Altersmilde und bei voller Anerkenntnis der Tatsache, dass Widerspruch jeder Diskussion hilfreich ist, alleine mir fehlt das Erkennen eines Schusses Originalität, Esprit und Geistreichigkeit, um hier noch einmal ernsthaft einsteigen zu wollen ... und vermutlich geht es anderen genauso und deshalb auch die Ausfälle. Natürlich kann jeder seine Hörner erst einmal an einer linken Braut abstoßen, nur heiraten sollte er sie dann doch besser nicht ... zumindest, wenn er auf eine lebenslange Bindung hofft.

Ratwolf
26. April 2019 10:42

Herr Kubitschek gefällt mir...

Man muss flexible bleiben:
Einmal hart. Dann aber auch wieder "lassen"

Wenn man sich in eine große Beute verbeißt, weiß man nicht, wohin einen diese Beute schleift.

Der Widerständler läuft immer Gefahr, durch das Object seines Widerstandes steuerbar zu sein.

Fuechsle
26. April 2019 11:20

Ich habe mal vor einiger Zeit geschrieben, daß ich an Schnellroda die kameradschaftliche und liberale Atmosphäre schätze, ein Forist hat dann statt für das Wort "liberal " den Begriff "freiheitlich" vorgeschlagen, was es wirklich besser trifft. Daher kann ich nicht nachvollziehen , weshalb hier auf @imagine (verbal) eingedroschen wird, wer immer er auch sein mag. Hier stimme ich @ Nemesis zu, auch wenn ich viele der zitierten Foristen schätze. Als Rechtsanwalt muss man von dem (freilich manchmal nur scheinbar) überzeugt sein, was man vertritt. Das gehört schon mal zu den Voraussetzungen anwaltlicher Tätigkeit überhaupt. Überzeugung bedeutet jedoch nicht Tunnelblick. Wer als Anwalt nicht darüber nachdenkt, ob an dem, was die -wegen ihrer Stutenbissigkeit nicht sehr geschätzte- gegnerische Kollegin schreibt, doch was dran sein könnte, riskiert leicht eine blamable Bauchlandung!!
@ Venator Tatsächlich sollten die Deutschen etwas "listiger" sein, Arminius hat das gegenüber Varus auch geschafft aber nicht zu listig, sonst wären`s ja keine Deutschen mehr.

Laurenz
26. April 2019 12:18

@Imagine .... die vermehrten Spaltungen einer europäischen Gesellschaft in verschiedenste Interessensgruppen kann jeder durch die Wahlen der letzten Jahre selbst feststellen. Aber wen kümmert das in der politischen Debatte? Es bezieht sich rein auf den Wähler. Bevor die AfD in den Bundestag kam, existierten keine relevanten politischen Debatten mehr im Reichstag. In den wichtigsten Fragen, zB die unsere Währung betreffend, mutierten Parteien zu Blockparteien, Gegenstimmen waren kaum noch vorhanden. Das heißt in "plain vanilla", die Linke reicht von CDU/CSU über die FDP, SPD und Grüne bis zur Linken, fertig, wo soll da eine substantielle Basis für eine politische Unterscheidung sein? Sie existiert in der politischen Kaste nur dem Namen nach. Finnland lebt schon länger mit dieser gesellschaftlichen Spaltung, jetzt wurden die Sozialdemokraten mit 19% (fast wie bei uns) zur stärksten Kraft, was dann als "Erfolg" verkauft wurde. Trotzdem wird Finnland regiert, so ist das in einer "Demokratie", man einigt sich auf das Machbare, etwas, was viele Rechte gerne vergessen, und deswegen im Sektierertum verschwinden. Linke sind da erheblich besser, denn sie kennen keine Moral.

Was hat denn Politik mit der eigenen Meinung zu tun? Genau, nichts. Die von Ihnen benannten Wirtschafts-Liberalen der AfD gehen davon aus (sie glauben), daß alles bleibt, wie es ist. In Anbetracht der horrenden finanziellen Belastungen in der näheren Zukunft, wissen sie, daß bei der Unterschicht und der verarmten Mittelschicht nichts mehr zu holen ist. Und Dax-Vorstände darf man sich auch nicht wirklich zum Feind machen. Also reduziert sich die zukünftige Schröpfung auf diejenigen, die noch Geld haben, Unternehmer, hoch bezahlte Spezialisten etcetc. Die Liberalen der AfD planen das durch eine Junior-Regierungsbeteiligung zu verhindern. Die Patrioten in der AfD stellen sich eine Senior-Volkspartei vor, allerdings ohne echten Plan. 50% + muß immer das Ziel sein. Allerdings kommt man mit der Euro-Frage oder dem Thema Migranten/Patriotismus nicht dahin, das ist, zumindest aktuell, doch offensichtlich. Auch wenn die Amis noch dümmer sind als wir, Donald Trump hat es vorgemacht, wie es geht. Der letzte, der in Deutschland an die 50%-Marke heran kam, war Horst Seehofer in Bayern. Der Horst-Seehofer/Viktor Orbán-Weg ist das eine, der Weg der Radikalen ein anderer. Wenn Sie linke Revolutionen oder die nationalsozialistische Bewegung betrachten, hatten die nie auch nur den Hauch von 50%. Und sie profitierten immer von stark gespaltenen Gesellschaften. Radikale Regierungen kamen immer durch Koalitionen und Bündnisse zustande, in denen die Partner ausgebootet wurden. Die Orbans und Seehofers einigen durch zähe Verhandlungen die unterschiedlichen Interessenlagen, wobei das in Ungarn leichter zu bewerkstelligen ist, da die ungarische Mehrheit bettelarm ist und für Weltrettung vor ihrer eigenen, kein Sinn entwickeln kann.
Ihre Kritik am Links-Rechts-Modus erscheint mir daher wie die vielen Religionsdebatten der Gesine-Schwans in unserem Land. Es ist völlig irrelevant, ob wir uns die 3faltigkeit der Katholiken erwählen, oder die Einfalt des Arianismus oder des Islams. Es handelt sich hierbei um antiken Marxismus, egal, was die Debatten über Stalinismus, Trotzkismus oder Maoismus Sinnentleertes zutage fördern. Es liegt überhaupt nicht in der Absicht der Linken, eine gesellschaftliche Entwicklung zu fördern, außer die in den Totalitarismus und der Armut zu bewerkstelligen. Die Rechte muß sich zwangsläufig Gedanken dazu machen, denn sie ist in der fundamentalen Opposition zugunsten der Freiheit eines Volkes. "Ihr" Diskurs ist deswegen nicht von der Linken gewünscht, da sie ihn in der Regel verliert.
Sie sehen das schon im kleinen. Als Herr Kubitschek bei Servus TV auftrat, beschränkten sich die linken Denk-Darsteller darauf, Herrn Kubitschek und die Rechte an sich, persönlich zu diskreditieren, auszugrenzen, quasi eine moderne Verteufelung. Die Rechte wird, so der Titel der Sendung, zum Thema gemacht, kein definiertes Sach-Thema auf weiter Flur in Sicht. Die Linke debattiert nicht mit Luther über ihren Glauben (die Nummer hatten sie nämlich verloren), sie verbrennt "Hexen" und Zweifler. Der wirtschaftliche Sozialismus der patriotischen Rechten hat 2 Hintergründe. Der eine ist schlicht die politische Verantwortlichkeit für die eigenen Stämme, die Ablehnung eines globalen Machtanspruchs. Der zweite Grund ist die Mehrheitsbeschaffung. Wie wollen Sie sonst die "neue Klasse der leistungslosen Staatsalimentierten" als Wähler erreichen? Einerseits brauchen Sie das Geld der herrschenden Klasse und andererseits die Stimmen der Unterschicht um an die Macht zu gelangen. Das muß man eben verkaufen können. Adolf Hitler konnte erst die Körperschaftssteuer anheben, als er an der Macht war. Das war den Reichen immer noch lieber als die Verstaatlichung ihrer Betriebe in der Sowjetunion. Für die politischen Reichen war es allerdings schon immer erstrebenswerter im Politbüro zu sitzen, als ein Wirtschaftsimperium zu führen, was heutzutage quasi auf dasselbe herauskommt.

Um zur Motivation Ihrer Teilnahme am SiN-Forum zu kommen. Sie begehen, in meinen Augen, denselben Fehler, wie viele Teilnehmer auf dem Forum. Um zu einer Entwicklung zu kommen, die fundamental etwas ändert, brauchen wir ost-europäische wirtschaftliche Verhältnisse. Die Herbeiführung dieser armen Verhältnisse, das schafft nur die Linke. Sobald hier kein Geld mehr da ist, verlassen Migranten, auch die in dritter oder vierter Generation sofort das Land. Daher ist die übliche rechte Promo gegen den Euro, gegen Migranten, fehl am Platze. Vielmehr muß eine rechte Opposition die Kernpunkte linker Politik angreifen und darauf verzichten, sich dauernd selbst zu rechtfertigen. Höhere werthaltige Löhne, höhere Rente, besserer Kündigungsschutz, wirkliche Digitalisierung, Förderung des ländlichen Raumes, sind die politischen Waffen, welche die Rechte weiterbringen. Ablehnung des Euros, Ablehnung der EU sind offensichtlich wenig zielführend. Eine höhere finanzielle Belastung unserer Nachbarn, wie eine finanzielle Entlastung Deutschlands sind durchaus legitime Forderungen, die aber nicht gestellt werden. Eine andere Notenbank-Politik löst das Euro-Problem von selbst.
Ihre TINA-Freunde sind doch das beste Beispiel. Denen geht es einfach noch zu gut. Erst wenn deren Kinder in Woche 3 nur noch Kartoffeln aus dem eigenen Garten zu essen haben, werden die sich politisch bewegen. Erst dann sorgt man dafür, daß dem Landrat der Sonntagsbraten in Woche 4 nicht mehr schmeckt.

Ruewald
26. April 2019 13:11

@Nemesis (25.4.19, 23:28)
Zustimmung, daß man sich sachlich (!) – und nicht ad hominem - mit dem mMn z.T. doch anregenden (wie die vielen Kommentare zeigen), und sei es auch oft zum Widerspruch herausfordernden, @imagine auseinandersetzen sollte.

@Laurenz' (25.4.19, 21:44) Entgegnung auf @imagine (25.4., 12:01) finde ich sachlich und gut gelungen.

Die Erwähnung von Hermann Glasers Buch „Spießer-Ideologie" überrascht mich. Glaser war nämlich mein Deutsch- und Geschichtslehrer in der Oberstufe des Gymnasiums und hat mich "geisteswissenschaftlich" lange geprägt, bis ich mich nach naturwissenschaftlichen und wissenschaftstheoretischen Studien langsam von ihm gelöst habe. Ich schickte ihm auch vor einiger Zeit meine Fundamentalkritik o.g. und späterer Bücher ("Wie Hitler den deutschen Geist zerstörte" u. "H's Hetzschrift Mein Kampf"), wobei ich ihm wissenschaftliche Kriterien mißachtende Fehler nachwies, wie 'petitio principii', 'argumentum ad hitlerum', Voreingenommenheit anstatt 'sine ira et studio', Spekulativität und Nichtvalidierbarkeit, usw. (Glaser zog sich aber nobel aus der Affäre: mit gegenseitigem Respekt uns zu einigen, daß "we agree to disagree").

Glasers freudianische und freudomarxistische Kultur- und Sozialpsychologie halte ich für ähnlich angreifbar und verfehlt wie die vom AJC finanzierte (und längst widerlegte) Studie von Adorno et al. "The Authoritarian Personality".
In einem anderen Strang (Lichtmesz zu Notre Dame) hatte ich bereits geschrieben, ich wiederhole mich:
"Die Attraktivität der Psychoanalyse bei Literaten und Intellektuellen mag damit zusammenhängen, daß sie sich über empirische Validierung weitgehend hinwegsetzt und damit viel Freiraum für 'kreative Spekulation' bietet."

Ruewald
26. April 2019 14:18

"völkisch" oder "verfassungspatriotisch" ?

@imagine (25.4., 21:56) scheint noch ein Unschlüssiger, Boden Suchernder zu sein.
Dazu empfehle ich das schon erwähnte letzte Buch des Soziologen Jost Bauch (2018): "Abschied von Deutschland" , dort den Abschnitt 'Unsinn einer Nation als bloßer Wertegemeinschaft' (Seiten 93-97, 214-222).
JB hebt als wesentliches Unterscheidungsmerkmal den treffenden Begriff der "Eingesessenheit" hervor. In schwierigen Zeiten werden die Eingesessenen sich gegenseitig helfen und Haus und Hof und Familie und Gemeinschaft zusammenhalten, wohingegen der Fremde (der sich, oft nur als Lippenbekenntnis, zu "unseren Werten" bekannt hat) sein Ränzlein packen und anderswohin weiterziehen wird, wo es vielleicht weniger brenzlig ist.

@imagine stellt dem "tribalistischen" Verständnis der Nation das "humanistische" ("kennzeichnend für die Blütezeit des deutschen Geistes") der Nation als Wertegemeinschaft gegenüber. Allerdings kannte die "Blütezeit" die immensen Probleme der Globalisierung und der Masseninvasionen noch nicht. Inzwischen sehen wir tiefer. Es kann keine moralische Pflicht zur Selbstaufgabe und Selbstvernichtung geben. Der Humanismus ist nicht beliebig universalisierbar.

Den Soziologen ist im übrigen als Grundlagenstudium biologische Anthropologie, Ethologie und Soziobiologie dringend zu empfehlen. Der Mensch ist sozial ein Nahbereichswesen, wobei der familiäre Nahbereich nicht beliebig erweitert werden kann.
Der größte stabile Großbereich ist offensichtlich der Nationalstaat. (Bauch, Schachtschneider)

Gotlandfahrer
26. April 2019 15:14

@ Imagine:

Wenn ich als Trittbrettforist hier einen Wunsch äußern darf: Bleiben Sie hier. Unsereins ist manchmal - Sie werden dies nachvollziehen können angesichts der gesellschaftlichen Asymmetrie - zu wenig amüsiert angesichts eines blendenden Scheinwerfers.

Eine Frage: Was sind "TINA-Leute"? Totale Indoktrinationsapathie-Menschen?

Niekisch
26. April 2019 17:25

"Nicht ein INHALTLICHES Argument gegen @Imagine.
Nicht EINES.
Stattdessen irgendwelche persönliche Unterstellungen oder persönliche Beleidigungen. Ist das die Art, wie sie mit Ansichten umgehen, die den ihren, aus irgendwelchen Gründen auch immer, nicht entsprechen? Ernsthaft?
Sie wiederholen doch damit genau das, was sie permanent selbst beklagen."

@ Nemesis 25.4. 23:28: Wenn Sie die Auseinandersetzung mit Imagine von Anfang an betrachten, dann müßte Ihnen aufgefallen sein, daß es zumindest mir weniger um seine Argumente geht, die ich z.T. für stichhaltig erachte, sondern um den konkret erhobenen Vorwurf, im Behördenauftrag bzw. inzwischen aus Eigeninteresse im Ruhestand tätig zu sein. Wenn Sie wie ich zunächst auf "gesamtrechts", dann auch auf "Metapolitika" über lange Zeit hinweg seine Kommentare gelesen hätten, sähen Sie den Anschein der Richtigkeit bestätigt. Beachten Sie bitte auch, daß er nicht explizit dementiert.

Damit kein falscher Eindruck erweckt wird, lasse ich meinerseits die Sache jetzt ruhen.

Gast
26. April 2019 17:45

"Eine Frage: Was sind "TINA-Leute"?"

TINA = There Is No Alternative!

Robert
26. April 2019 18:02

Ich darf wieder ganz nah zum Artikel von G. Kubitschek zurückkommen.

Ja, denn jetzt ist es auch Zeit, sich im eigenen Haus umzusehen und dort einmal gründlich Inventur zu machen. Und konstruktive Kritik tut uns allen gut, dafür gibt es viel Konsens, wie ich lese.

Hier bietet sich zur Zeit vor allem das Haus „Österreich“ an, wo anscheinend nun wieder mal „die große Welt ihre Probe hält“, wo in gewisser Weise, obige Belange betreffend, für viele eine Zäsur im sogenannten rechten Lager stattgefunden hat.

Man fragt sich, ob statt Friedrich Hebbels Beginn der Festrede 1862 „Dies Österreich ist eine kleine Welt, In der die große ihre Probe hält, … ", gehalten als ein überschwänglicher Hymnus auf Österreich, nicht doch besser die Worte des Zynikers und Verbal-Extremisten Karl Kraus passen würden, der 1914 von "dieser Versuchsstation des Weltirrsinns" sprach. Heute scheint es jedenfalls zu passen.

Dem Fall „Sellner-Identitäre“, der mit dem Hebel „Christchurch-Attentat“ fast zu einer Welt-Affäre bis nach New-York von unseren „Wahrheits“-Instituten hinaufkatapultiert wurde, gingen ja zunächst die Proben in den“ lokalen“ österreichischen Versuchsstationen (Justizministerium, Staatsanwaltschaft, Medien, Antifa-Parteien, ...) voraus.
Die Rückkoppelungseffekte stellten sich alsbald ein und brachte die Suppe hierzulande mit der ausländischen Rückendeckung so richtig zum Kochen.

Es gab also kein Halten mehr. Und für die Rechten und insbesondere die Identitären, die es vor und nach dem „Verbrecher-Organisations“-Prozeß 2018 vielleicht noch immer nicht glauben wollten, kam nun es noch einmal zur, - hoffentlich endgültigen - Stunde der Wahrheit:

Für eine idealistische, unabhängige, intellektuelle Jugend, die es mit ihrem patriotischen, dem eigenen und auch anderen Völkern verpflichteten politischen Anliegen ernst meint und nicht am Tropf einer angeblich rechten Partei, mit der Bezeichnung „freiheitliche“ hängt (welch ein Hohn ist doch diese Bezeichnung!), dürfe und könne es keinen Platz in diesem Land - oder sonst wo auf der Welt geben.

So sprach es der junge, telegene aber listige und machtinstinkt-sichere Sebastian Kurz, der seine Kanzlerschaft aber genau den Inhalten der nun davongejagten, heimatlosgemachten Identitären verdankt; so akzeptierte bzw. repetierte es auch sein Adlatus HC Strache, seines Zeichens Vizekanzler und Führer der sogenannten „sozialen Heimatpartei“!

Es ist eine Binsenweisheit, aber sie wird hier nun wieder schlagend:
Die Substanz bzw. was davon übrigbleibt – von Meinungen, Parolen, Versprechungen – wird erst in Zeiten der Stürme so richtig sichtbar.

So hat der ideologische Abbröckelungs- und Verkrümmungsprozess der FPÖ sich ja über die Jahre hin schon abgezeichnet.

Die immer schnarch-langweiligen Beiträge eines Andreas Mölzer, der als der Parade-Intellektueller des „national-freiheitlichen Lagers“ verkauft wurde, kann ja symptomatisch dafür genommen werden. Hier hat er sich vornehmlich als „rechter“ Chronist gefallen und war aber immer sorgsam darauf bedacht, auch als Analytiker und Kritiker der öffentlich-politischen Zustände dennoch nicht zu sehr vom Pfad der politischen Tugend abzuweichen, wiewohl er gleichzeitig die Chuzpe besaß, diesen und darauf Wandelnde zwecks eigener Erhöhung stets zu geißeln.

So wie die Partei selbst, so hat sich dieser Herr aus rechts-nationaler Sicht, - insbesondere mit diesem Artikel,

https://andreasmoelzer.wordpress.com/2019/04/10/aktivisten-oder-sektierer/

auf den „Ground Zero“ des politischen Anstands zu begeben; denn: Sich die Antifa- bzw. Verfassungsschutz-Argumentation und Lügen, Verdrehungen - abgeschrieben aus diversen Blättern - zu Eigen zu machen und das Ganze noch sinnigerweise unter der Rubrik „Auf gut Deutsch“ zu veröffentlichen, läßt die Vorstellung dies noch toppen zu können, einfach nicht mehr zu.

Wie es sich für einen kritischen, unabhängigen Journalisten geziemt, spricht aus jeder Zeile dieses Textes nur der Wunsch, die „rechtmäßige und allein-seligmachende Wahrheit der Parteilinie“ auf Punkt und Beistrich zu ehren und zu würdigen.
Kann es einem solchen Parteidiener, der selbst schon seine Fußtritte von der Partei abbekommen hat, noch um das Ganze, das nationale und ethnopluralistische Anliegen gehen, der eine solche herabwürdigende, ja geradezu haßerfüllte Einstellung zu besten Teilen der nachkommenden jungen Generation besitzt?

Die Frage, der wir, auch wenn sie unangenehm erscheint, nicht aus dem Wege gehen sollten:

Hängt das große Schicksal am Wohl und Wehe einer Partei, wenn sich herausstellt, daß ihrer Führung Stimmenmaximierung über alles stellt, ihr das Schicksal unseres Volkes einschließlich das der Völkerfamilie nichts bedeutet? Wenn sie dafür bereit ist, die wertvollsten Güter zu opfern, - das sind nun mal auch nationale idealistische Werte und Tugenden (keine politische Kategorien?) oder wenn bei ihr das Volk im ethnisch-kulturellen Sinne nicht mehr zu existieren scheint?

Ist es an Nicht-Parteigebundenen, jeden Verrat, jede Schmähung stillschweigend hinzunehmen, weil ihnen ja nichts anderes übrigbliebe als das kleinste Übel zu wählen? Wie es einer Partei nahe zu bringen, wenn sie nur den Stimmenentzug kapiert?

Nach einer solchen Inventur sieht es für mich dann wohl so aus, daß es vielmehr an uns läge, gewisse „rote Linien“ gegenüber den politischen Falschspielern des „eigenen“ Lagers zu ziehen.

Imagine
26. April 2019 18:28

@Gotlandfahrer 26. April 2019 15:14
„Eine Frage: Was sind "TINA-Leute"? Totale Indoktrinationsapathie-Menschen?“

TINA = „There ist no alternative“ (https://de.wikipedia.org/wiki/TINA-Prinzip)

Lotta Vorbeck
26. April 2019 18:43

@Laurenz - 26. April 2019 - 12:18 PM

"... Die Herbeiführung dieser armen Verhältnisse, das schafft nur die Linke. Sobald hier kein Geld mehr da ist, verlassen Migranten, auch die in dritter oder vierter Generation sofort das Land. ..."

****************************************

Ob das aus sämtlichen, vom Donald T. treffend "Shithole-Countries" genannten, total überbevölkerten auf diesem Globus existierenden Vorhöfen der Hölle ins Land geschaufelte Drittwelt-Prekariat tatsächlich an Heimkehr denkt, wenn die BRD-Migrationsparty ausgefeiert ist? Dort wo sie herkamen, weint man diesen Leuten in der Regel keine Träne nach. Womöglich entsteht dann auch bloß ein gesamtwestmitteleuropäisches neues "Shithole", welches sich wie eine Melange aus Afghanistan und Somalia anfühlt.

Familie sei die Keimzelle der Gesellschaft hieß es einst.

Schauen Sie sich in Ihrer direkten Umgebung um:

+ Wer lebt denn noch in einer tradierten, in klassischem Sinne Familie?
+ Was verbindet Sie mit den Leuten, mit denen Sie in der Kassenschlange des Supermarktes anstehen, oder sich tagtäglich um die innerorts knappen Parkplätze balgen?
+ Was verbindet Sie mit den Leuten, die Sie als ÖPNV-Nutzer treffen?
+ Was verbindet Sie mit den Leuten, die am Check-in-Schalter eines Flughafens mit Ihnen anstehen?

Die Familien der Eigenen sind (während die Familien der Anderen in der BRD-Diaspora zeitgleich kräftig expandieren) gründlich zerstört. Die damit zugleich nahezu restlos untergegangene, in kleinste und allerkleinste Grüppchen partikualisierte Volksgemeinschaft kann kein Konsumfetichismus kitten.

Bevor in der BRD nicht noch weitaus unangenehmere Verhältnisse flächendeckend virulent werden, als sie heutzutage in den südosteuropäischen Hinterhöfen Europas bereits an der Tagesordnung sind, scheint kein Neuanfang möglich.

Gast
26. April 2019 19:42

Nemesis

"Nicht ein INHALTLICHES Argument gegen @Imagine.
Nicht EINES.
Stattdessen irgendwelche persönliche Unterstellungen oder persönliche Beleidigungen. Ist das die Art, wie sie mit Ansichten umgehen, die den ihren, aus irgendwelchen Gründen auch immer, nicht entsprechen? Ernsthaft?"

Es war ... ich glaube Ende 2013. Da hatte Tobias Sommer zu einem Vortragswochende zu einem Veranstaltungsort in der Nähe von Fulda geladen. Themen waren unter anderem die Staatsangehörigkeit, die rechtliche Qualität der BRD, die Rechtssituation von Personalausweisträgern etc.

Ich kam am Samstagmorgen etwas verspätet an und mußte mich auf einen Stuhl setzen, der noch frei war. Links neben mir - allerdings durch einen weiteren noch freien Stuhl getrennt - saß ein Herr, der mir zunächst nicht weiter auffiel.

Im Verlauf der Zeit bis zum Mittagessen ertappte ich mich dabei, daß ich diesen Herrn, der links neben mir saß, irgendwie als ... komisch zu empfinden begann. Warum? Ich wüßte es bis heute nicht in ... Argumente (die sie ja wünschen) zu fassen und darüber auszudrücken.

Aber ... irgendwie wuchs so ein Gefühl in mir neben einem Fremdkörper zu sitzen - jemandem, der ... einfach nicht dazu gehörte. Punkt. Ich kannte absolut niemanden dort, aber genau bei diesem Herrn entwickelte sich dieses Gefühl in mir.

Am Nachmittag kam ich mit dem Typen rechts neben mir ins Gespräch (der hatte schon 3 Flaschen Bier weggesteckt und war daher schon etwas ... gelöst) und irgendwie kam ich auch auf mein Gefühl gegenüber dem Herrn links neben mir zu sprechen, der zu diesem Zeitpunkt gerade zur Toilette gegangen war.

Und der Typ rechts neben mir meinte, genau so hätte er auch schon die ganze Zeit empfunden. Wir hatten auch mit diesem betreffenden Herrn am selben Tisch beim Mittagessen gesessen - an Gesprächen nahm er überhaupt nicht teil, hörte nur aufmerksam zu ... aber ... irgendwie so ... 'berufsmäßig'.

Mein bzw. 'unser' (mein rechter Sitznachbar) Eindruck bestätigte sich dann auch am folgenden Tag. Das war für mich so ein kleines, etwas unheimliches 'Erweckungserlebnis' und dann bin ich 'merkwürdigen' Kommentatoren in den Folgejahren auf verschiedenen Blogs (Elsässers Blog, Schlüsselkindblog, Michael Mannheimer) begegnet und habe teilweise auch mit denen diskutiert.

Zuletzt bei Mannheimer war es einer, der 'voll mit den Wölfen geheult' hat ... Merkel verflucht und in die Hölle gewünscht und was-weiß-ich-sonst-noch. Nur bei einem einzigen Thema fing er an - und zwar sozusagen mit Vollgas! - Kontra zu geben: Wenn irgendjemand die Staatlichkeit der BRD zu bezweifeln begann (Im konkreten Fall war das eben ich)!

Da kam er dann beispielsweise mit Argumenten wie dem, daß es auch im Schweden des ... ich glaube 16. Jahrhunderts bereits ein Grundgesetz gegeben habe, das auch genauso genannt worden sei. Argumente also, die SO fundiert waren, das sie einfach falsch sein mußten - auch wenn sie inhaltlich gesehen richtig waren - , denn kein normaler Kommentator, den ich in den letzten 13 Jahren erlebt habe, hätte 'so etwas' gewußt. Keiner!

So etwas weiß man normalerweise nur dann, wenn man nicht einfach alleine, sondern im Rahmen einer darauf hin orientierten Arbeitsgruppe Argumente und Argumentationsstrategien zusammenstellt, die man dann bei Bedarf entsprechend abrufen kann, um als glaubwürdiger 'Influencer' eben Einfluß nehmen zu können.

Ach ja, und dann gab es da doch noch diesen amerikanischen Richter, der gefragt wurde, was Pornographie eigentlich sei? Worauf er geantwortet hat (oder 'haben soll'): Ich erkenne sie ... wenn ich sie sehe!

Was will ich nun damit sagen? Es gibt viele Dinge, die sie mit dem Kopf - und nur mit diesem - erkennen können. Es gibt aber eben auch Dinge, die sie eben nicht linkshemisphärisch, sondern nur rechtshemisphärisch erkennen (können). In Gefahrensituationen etwa, sollten sie sich tunlichst nach rechtshemisphärischer Wahrnehmung orientieren und entscheiden ... oder die Wahrscheinlichkeit steigt exorbitant, daß sie bald gar nichts mehr wahrnehmen. Jedenfalls nicht in dieser Welt...

Die 'neue Rechte' ist ja sehr stark kopflastig - und will das auch sein. Damit steigt aber proportional die Möglichkeit, daß andere Wahrnehmungsmodi - nennen wir sie 'ganzheitliche' Wahrnehmungsmodi - vernachlässigt oder ganz abgeschaltet werden.

Ich will hier keineswegs irgendwem von einer (weiteren) Diskussion mit dem betreffenden Kommentator abraten oder ihn davon abbringen - im Gegenteil: Wer das Gefühl hat, daß ihn diese 'Diskussionen' bereichern, der soll halt diskutieren. Solche Diskussionen erhöhen ja einerseits die Thymosspannung (man schaue dazu in die letzten Stränge) und andererseits regen sie das diesbezüglich 'spezifische Immunsystem' zu Höchstleistungen an und fördern natürlich auch (hoffentlich jedenfalls) die Bildung 'spezieller Antikörper' (also auf die jeweiligen Herausforderungen abgestimmter Argumente und Argumentationsstrategien), die dann bei Bedarf später einfach abgerufen werden können, wenn erneut eine entsprechende 'Infektion' auftritt.

Für mich selbst nehme ich aber die gegenteilige Position in Anspruch, d.h. wenn ich den sicheren Eindruck habe, das ein Kommentator einer ganz bestimmten Fraktion zuzuordnen ist ... dann fange ich nicht an gegen Windmühlenflügel anreiten zu wollen.

Ich bin mir sicher, sie könnten mit dem nämlichen Kommentator auch in 5 Jahren noch 'intensiven Argumentationsaustausch' betreiben, ohne daß er ihrer Position(en) auch nur einen Millimeter entgegengekommen ist/sein wird. Aber wer möchte, der kann und soll sich natürlich nach Herzenslust auf einen argumentativen Schlagabtausch einlassen...

Der_Juergen
26. April 2019 19:52

@Nemesis

"Kein inhaltliches Argument gegen @imagine".

Ich habe mich in zwei Wortmeldungen ausführlich mit den Auslassungen dieses Foristen auseinandergesetzt. Keine der beiden wurde freigeschaltet. Vielleicht wird es wenigstens diese, damit nicht der Eindruck entsteht, man vermöge @imagine inhaltlich nichts entgegenzusetzen. Mit dieser Bemerkung lasse ich die Angelegenheit ruhen.

Gelddrucker
26. April 2019 21:01

@Lotta Vorbeck
Bei Ihnen habe ich auch manchmal das Gefühl, die sind hier, um möglichst jeden Optimismus im Keim zu ersticken, und jedes mögliche Szenario so düster und ausweglos auszumalen wie möglich?

Kositza: Die Lotta? Völlige Fehleinschätzung....

Bei manchen frage ich mich, wieso sie hier überhaupt noch schreiben. Wenn man außer Negativem nichts beizutragen hat, keine Lösungsansätzen, in den pessimistischen Beiträgen nicht ein Piekser mitklingt, der zum Weitermachen oder Beseitigen der unsäglichen Zustände anregt, wieso beschäftigt man sich dann nicht mit "sinnvolleren" Dingen als hier zu schreiben? Etwa mit PC-Spielen, Töpfern, oder einfach Unmengen an Alkohol trinken um die frustrierte Seele zu zermartern?

Gast
26. April 2019 22:14

niekisch

"..., sondern um den konkret erhobenen Vorwurf, im Behördenauftrag bzw. inzwischen aus Eigeninteresse im Ruhestand tätig zu sein."

Nur eine Frage zum Verständnis noch, bevor ich das Thema ebenfalls beende: Verstehe ich Sie richtig, daß der betreffende Kommentator ihrer Ansicht nach mittlerweile im Ruhestand ist und sich 'aus Eigeninteresse' (sprich: ihm ist langweilig und freut sich, wenn er 'das Wasser in Bewegung bringen kann') auf dem Blog äußert?

Wenn ja, dann wäre das in der Tat eine Variante, die ich noch nicht berücksichtigt habe, die mir aber ziemlich plausibel schiene.

Der_Juergen
26. April 2019 22:22

@gast

Was Sie schreiben, entspricht auch meinen Beobachtungen. Ausser auf diesem Forum kommentiere ich ab und zu bei Elsässer und häufiger bei Mannheimer; bei PI lohnt sich das nicht.

Gestern erschien bei Mannheimer ein höchst lesenswerter Artikel eines Gastautors über Michael Stürzenberger und dessen Tunneldenken; darin wurde auch kurz auf die mangelnde Bereitschaft Stürzenbergers hingewiesen, wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Geschehnissen des 11. September 2001 auch nur zur Kenntnis zu nehmen. Prompt meldete sich ein Frischling zu Wort, der am Tag zuvor seinen ersten Kommentar auf Mannheimers Blog veröffentlicht hatte und nun den Hausmeister gleich arrogant darüber belehrte, dass er solche Dinge nicht veröffentlichen dürfe. Schon zuvor war dort ein anderer Neuling unangenehm aufgefallen, indem er mit offenkundig wahrheitswidrigen Behauptungen die offizielle 9-11-These zu stützen und Gegenmeinungen auf primitive Weise zu widerlegen versuchte ("Ach so, Bush hat wohl persönlich Sprengstoff in den Türmen versteckt?")

Daran erkennt man einen eingeschleusten Troll. Ob die Tätigkeit dieser Leute allerdings nennenswerte Früchte im Sinne ihrer Auftraggeber trägt, bezweifle ich füglich. Sie nerven bloss und verführen seriöse Kommentatoren dazu, ihre Zeit und ihre Nervenkraft an sie zu verschwenden. Darum ist die beste Strategie ihnen gegenüber das Ignorieren. Sogar ich habe das mittlerweile kapiert.

Nath
26. April 2019 22:45

@Imagine
Nehmen Sie die teilweise harsche Krtik sportlich! Wer sich als mit dem eigenen Lager hart ins Gericht gehender Linker in ein Forum wie dieses begibt, sollte wissen, was er tut. Auch muss er sich im Klaren sein, dass gewisse Abbreviaturen aus der Gruselkiste der politischen Korrektheit (z.B "Rechtsextremismus") äußersten Grimm hervorrufen können. Das spezielle Gemisch aus intellektueller Bankrotterklärung einerseits und aggressivem Machterhaltungstrieb andererseits, welches heute d a s Charakteristikum des linksdrehenden Mainstreams wie auch umgekehrt der in der Mitte verspießerten Linken darstellt, beleidigt die Intelligenz und den Gerechtigkeitssinn gleichermaßen. Ich selbst stelle immer wieder fest, dass bei allen inhaltlichen Vorbehalten, die ich gegenüber gewissen Positionen der neuen Rechten hege, ich in dem Augenblick sofort wieder hundertprozentig auf ihrer Seite bin, wenn ich - entschuldigen Sie die Wortwahl - die hässliche Fratze der Linken zu Gesicht bekomme. Um es mit hier absolut zutreffender Drastik auf den Punkt zu bringen: Die haben nicht mehr alle Tassen im Schrank - und besitzen trotzdem die Macht, dabei lügend, denunzierend, verschleiernd, wie es Mächtige eben so an sich haben
Was bitte, um an das aktuelle Beispiel anzuknüpfen, kann ein Martin Sellner dafür, dass ihm ein Mord-Attentäter lange vor der Tat eine Spende schickt? Dass die Polizei bei ihm einrückt, um hinsichtlich einer theoretisch möglichen Verbindung zu Tarrant zu ermitteln, ist durch diesen Tabestand keinesfalls zu rechtfertigen, aber Schwamm drüber, man kann es vom Standpunkt des "Systems" und aller ihm freundlich Gesinnten so gerade noch nachvollziehen. Dass man aber d a n a c h seitens der Politik und der Presse durch die Verwendung des Wortes "Verbindung" (von wütenden Invektiven ganz zu schweigen) beim Leser/Zuschauer den Eindruck erweckt, diese sei eine b e i d e r s e i t i g e gewesen, dass man ferner als konservativer Bundeskanzler von "Widerlichkeit" daherredet, was bei jedem Uninformierten den Schluss nahelegt, als habe es zwischen Sellner/Tarrant freundschaftliche Kontakte gegeben und als würde zumindest weltanschauliche Übereinstimmung, wo nicht Schlimmeres, zwischen beiden vorliegen, ist in seiner Perfidie beispiellos. Die Schlagzeile einer Sellner nicht freundlich gesinnten Zeitung mit nur einem Funken Neutralität und Seriosität hätte etwa lauten können: "Sellner erhielt 2018 Spende vom Christchurch-Attentäter", oder Kurz hätte sagen können: "Dies ist ein sehr schwerwiegender Verdacht gegen die IB, und die Behörden sind angehalten, den Sachverhalt so schnell wie möglich aufzuklären". Dies hätte ein Regierungschef mit einem Restbestand an Redlichkeit verlautbart, nicht aber hätte er eine sitten- und rechtswidrige Vorverurteilung vogenommen. Er brachte damit nicht nur den Ruf, sondern auch das Leben Martin Sellners in Gefahr (mögliche islamistische Vegeltungsattentate). Dann lanciert man die "brandaktuelle" Meldung: "Sellner klebte Hakenkreuze auf Synagoge", dabei unterschlagend, dass dies vor dreizehn Jahren geschah. "Rein zufällig" lässt man hier die Vergangenheitsform hübsch unbestimmt, so dass es auch vor drei Tagen oder vor einem halben Jahr hätte passiert sein können. Man kann sich richtig vergegenwärtigen, wie es im Kopf solcher Schlagzeilenmacher getickt hat. "Schreibt's bloß nicht, das war schon vor dreizehn Jahren, dann denken die Leute, da war er ja noch a halbes Kind und er windet sich wieder raus, von wegen geläutert und so. Einmal a Nazi, immer a Nazi. - Nein, so passt das wunderbar zur Spendengeschichte!"
Psychologisierend-verharmlosend mag man natürlich all diese Widerwärtigkeiten (bis in die FPÖ hinein) damit entschuldigen, dass der Mainstream aufrichtige Angst gegenüber der "rechten Gefahr" empfindet, dass sie Sellner bzw. der IB die abscheulichsten Verbrechen wirklich zutrauen. Doch kann dies zumindest mich nicht daran hindern, diese "Aufrichtigkeit" in Anführungszeichen zu setzen. Entweder kommt darin die Dummheit in ihrer ganzen Boshaftigkeit zum Audruck oder die Boshaftigkeit in ihrer ganzen Dummheit. Es läuft auf dasselbe hinaus.

Nein, widerwärtig und abstoßend ist nicht Sellner, sondern all diese Schmierenkömödien besagten feisten linken Mainstreams. Hochstaplerhaft simuliert man Erkenntnis. Hysterisiert äfft man gläubige Inbrunst nach ( siehe z.B. das Greta-Phänomen). Etwas ganz anderes schimmert da durch: "Ich w i l l, dass es so ist - also ist es so!

Versuchen Sie daher zu verstehen, dass es allergische Reaktionen gibt, wenn der Eindruck entsteht, Sie würden am Ende doch der globalistischen Fraktion mit all ihren ideologischen Folterwerkzeugen das Wort reden. Aus dem was Sie hier bis jetzt geäußert haben, geht für mich hervor, dass dies nicht der Fall ist. Wie Sie selbst schrieben, betrachten Sie es als ein pseudolinkes Gebaren. Sie selbst halten vielmehr die Fahne der Aufklärung mit ihrem Menschheits-, Fortschritts- und Rationalitätspathos aufrecht, und warum auch nicht? Wer, wie z.B meine Wenigkeit, diesen Standpunkt, vor allem in der von Ihnen vertretenen materialistischen Variante, nicht vorbehaltlos teilt, kann bei Gelegenheit Einwände dagegen vorbringen. Doch zuallererst gilt das Motto aus Don Carlos. "Geben Sie Gedankenfreiheit." Ich glaube, was diesen Satz angeht, sind in diesem Forum alle aufklärerisch, ja sogar universalistisch gesinnt.

Imagine
26. April 2019 23:49

Wo gibt es Volksgemeinschaft?

In Stammesgesellschaften. Das sind Überlebensgemeinschaften, die gegen andere Stämme um Freiheit und/oder Überleben kämpfen müssen.

Volksgemeinschaft gibt es historisch noch in feudalen Gesellschaften. Da wird der König als Vater angesehen. Und der feudale Herrscher braucht sein Volk, so wie der Herr seinen Knecht.

Der Kapitalismus hingegen ist eine antagonistische Klassengesellschaft und eine Konkurrenzgesellschaft, wo jeder gegen jeden konkurriert. Nur wenn es Krieg und Konkurrenz zwischen Nationen gibt, dann gibt es so etwas wie eine Volksgemeinschaft auf Basis eines Kollektivegoismus.

Eine antagonistische Klassengesellschaft braucht die Bedrohung durch gemeinsame Feinde, damit so etwas wie eine Volksgemeinschaft entsteht. Denn die soziale Realität in einer kapitalistischen Gesellschaft sind Konkurrenz und Verteilungskampf („Klassenkampf“).

Nach dem WK I waren die Siegermächte mit dem Versailler-Vertrag die Feinde aller Deutschen.

Für den Adel, das Bürgertum und das Kleinbürgertum waren die Kommunisten der gemeinsame Feind.

Hitler machte in seiner Ideologie die Juden zum gemeinsamen Feind der Deutschen: Die Juden waren an allem schuld, am verlorenen Krieg, das jüdische Kapital war das raffende Kapital, während das deutsche Kapital das schaffende war. Usw. usf.

Der Nationalsozialismus war die Ideologie, welche die Deutschen zu einer Volksgemeinschaft vereinte. Das große Ziel war das „Tausendjährige Reich“, das zukünftige nationale Paradies, wo alle in Wohlstand leben würden und jeder einen „Volkswagen“ bekommen würde.

Hitler:
„Fort mit dem Partei-Irrsinn! Wir Nationalsozialisten unterscheiden nicht zwischen den einzelnen Ständen und Berufen, wir wollen keinen Klassen-Irrsinn, sondern nur ein Volk, dessen Bestandteile sich gegenseitig schätzen und achten sollen. Kein Stand darf glauben, daß er sich allein aus dem Zusammenbruch retten kann. Dasselbe gilt auch auf konfessionellem Gebiet. Es ist gleichgültig, ob der Volksgenosse Katholik oder Protestant ist, nur ein Deutscher muß er sein.“
„Deutschland den Deutschen! Der deutsche Mensch muß aus sich selbst heraus wieder zum Deutschen zurückfinden, über Herkunft, Klassen und Stände, über Konfessionen hinweg: Der Mensch zum Menschen! Nur dann wird das Volk wieder sein Recht vertreten, wenn es sich auf sich selbst besinnt. Wir fordern, daß dieses Volk von Deutschen geführt wird, ein Volk, ein Geist, ein Entschluß – und aus allen heraus: Der Wille zur Tat!“
(http://www.kurt-bauer-geschichte.at/PDF_Lehrveranstaltung%202008_2009/10_Hitler-Wahlreden_1932.pdf)

Genau dies war der Mythos der Volksgemeinschaft, den Hitler propagierte und symbolisierte. Der Parvenü Hitler als Traum und Vorbild aller kleinen Leute, der vom kleinen Gefreiten nach ganz oben aufstieg. Der deutsche Traum vom Aufstieg zum Herrenmenschen.

Nach dem Krieg war nichts mehr mit Volksgemeinschaft. Die Flüchtlinge wurden nicht als Volksgenossen angesehen, sondern als Last und Plage und nicht selten schikanierte man sie und beutete sie aus.

In der Nachkriegsära wurde der Mythos der Volksgemeinschaft noch propagiert und durch die „Trümmerfrauen“ symbolisiert. Aber dies war nichts weiter als eine Inszenierung und große Lüge.
https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/quarks-und-co/video-mythos-truemmerfrauen-100.html

In der DDR wurde aus dem Mythos der Volksgemeinschaft das Narrativ der sozialistischen Gemeinschaft. Aber das war eine Lüge, denn auch die DDR war eine Klassengesellschaft mit den Funktionären als neue herrschende Klasse..

In der BRD wurde in der Nachkriegsära der Mythos von der Mittelstandsgesellschaft propagiert. Natürlich gab es affirmative Soziologen, wie z.B. Schelsky, die entgegen der gesellschaftlichen Realität, dies propagierten. Daran stimmte jedoch nur, dass es dann ab den 60-er Jahren vielen der kleinen Leute besser ging und sie zu einem gewissen Wohlstand kamen. Noch nie zuvor war in Deutschland das Konsumniveau der sog. Arbeiterklasse so hoch gewesen. Es gab Vollbeschäftigung und eine Zunahme der Chancengleichheit. 80% meiner Klassenkameraden waren – wie ich – Kinder von kleinen Leuten. Es gab noch nicht die Konkurrenz zwischen den Schülern, wie ein paar Jahre später mit Einführung des Punktesystems. Es gab noch eine Klassengemeinschaft. Wir ließen die schwächeren Klassenkameraden bereitwillig abschreiben. Dies war ein paar Jahre später ganz anders.

Kapitalistisches System mit antagonistischen Klassen und Konkurrenz aller gegen jeden, sind mit der Realität einer Volksgemeinschaft völlig inkompatibel. Der Kapitalismus bringt allerhöchsten „Banden“ hervor, wie die „Bande der Manager“, die ihre Arbeitskollegen beklauen, indem sie einen großen Teil des gemeinsam geschaffenen Betriebsgewinns für sich einsacken, oder die „Bande der Politiker“, die Staat und Volk als Beute betrachten, oder die „Bande der TV-Starmoderatoren“, die sich ständig gegenseitig einladen und Millionen aus dem Pool der Zwangsgebühren scheffeln. Überall gib es im Kapitalismus diese mafiösen Strukturen.

Und nicht einmal jene nationalen Rechten, welche die Volksgemeinschaft propagieren, sind untereinander solidarisch, wie der Umgang der FPÖ-Bonzen mit Martin Sellner zeigt.

Laurenz
27. April 2019 00:24

@Lotta Vorbeck .... verstehe ich nicht. Sie kennen doch unsere Geschichte. Ob frühes 2. Reich (auch im späteren waren zumindest 2 meiner Urgroßelternpaare, auf dem Lande lebend, arm), Weimarer Republik oder die Spätphase der DDR, größere Reaktionen des Deutschen Volkes etablierten sich immer in der materielle Frage und weniger durch politische Fragestellungen. Wenn Hunger oder fast-Hunger aufkam, ging es zur Sache. Polen hat in den letzten Jahren über 1 Mio. Ukrainer aufgenommen, und mal so nebenbei, in der Ukraine herrscht Bürgerkrieg, zumindest im Osten. Die westlichen Medien, gerade die us amerikanischen unterschlagen grundsätzlich ethnische Konflikte, außer Aggressionen von Weißen gegen Schwarze. Die meisten Konflikte dieser Art passieren mittlerweile zwischen Latinos und Schwarzen. Es ist natürlich ein Roulette, wer in der Eskalation vorne liegt. Aber wer eine fundamentale Veränderung wünscht, spielt mit. Solange es hier genug zu essen gibt, bleibt die Rechte, wo sie ist, in der Wahl-politischen Minderheit.

Imagine
27. April 2019 02:21

Mein Verfassungspatriotismus wurde wiederholt belächelt und verspottet. Vor einem halben Jahrhundert von den Mitgliedern der K-Gruppen sowie von den politischen Gewalttätern auf Seiten der Spontis. Und heute von Rechtsextremisten.

Dass die Rechtsextremisten die Verfassung missachten, ist völlig klar, denn für sie als Sozialdarwinisten gilt nur das „Recht des Stärkeren“, was aber kein Recht ist, sondern das Gegenteil, nämlich unzivilisierte Natur.

In der APO-Zeit habe ich mich gegen die Grundrechtseinschränkungen aka „Notstandgesetze“ engagiert, weil ich die individuellen Freiheitsrechte bewahren wollte.

Das ursprüngliche Grundgesetz von 1949 war eines der besten der Welt, vielleicht sogar das beste. Heute ist es eine Ruine. Die Wirtschaftsliberalen – ein Euphemismus für wirtschaftliche Sozialdarwinisten – waren schon immer Gegner von Rechts- und Sozialstaat, weil sie diesen als Behinderung ihrer Gier nach Profit ansahen und so haben sie kontinuierlich das Grundgesetz immer mehr zur Ruine gemacht.

Menschliche Gesellschaften brauchen Recht und Ordnung. Eine gesunde Gesellschaft bestraft anti- und a-soziales Verhalten und belohnt prosoziales.

Unter den kapitalistischen Gesellschaften ist heute die Schweiz mein Favorit. Eine Willensnation und ein Vielvölkerstaat. Die Partei der nationalen Rechten – die SVP – ist nationalistisch, aber nicht rassistisch. Christoph Blocher war jahrzehntelang die Führungsperson der SVP und Roger Köppel wird dies vermutlich in Zukunft. Köppel hat eine Vietnamesin zur Frau und deren 3 Kinder besitzen folglich einen Migrationshintergrund. In der heutigen Schweiz bilden rassistische Rechtsextremisten eine verschwindend kleine Minderheit. Die IB Schweiz ist m. E. eines der Sammelbecken für diese.

Das Schweizer Volk wird gebildet von den Schweizer Staatsbürgern. Diese sind ethnisch gemischt, ihre gemeinsame Basis ist die Schweizer Rechtskultur (Moral, Recht und Verfassung).

Jeder Zuwanderer kann Schweizer Staatsbürger werden, vorausgesetzt er verstößt nicht gegen die Gesetze und die Verfassung und er assimiliert sich. Dazu gehören die Kenntnis einer der Landessprachen, geschichtliche und landestypische Kenntnisse sowie staatsbürgerliches Wissen und dass er nicht als Sozialhilfeempfänger der Volksgemeinschaft wirtschaftlich zur Last fällt.

Venator
27. April 2019 08:06

Die wo den unverstellten Blick auf die Realität nicht ertragen können, schreien immer Defätisten und wollen in Ruhe gelassen werden. Doch das ändert die Wirklichkeit auch nicht. Seit vielen Jahren wird z.B vom Niedergang der linken und Ihrer Ideen fabuliert und das ihre Macht ständig weiter schwindet. Auch vom M.Sellner übrigens, doch gerade hat er ja selbst feststellen können, über was für eine Macht dieser tiefe, rote Staat noch verfügt. Ich habe es schon gesagt und ich sage es wieder, sich selbst zu belügen, ist schädlicher als alles andere. Eine echte Analyse kann erst beginnen, wenn man sich von seinen Träumen und Hoffnungen verabschiedet. Doch manche wollen offenbar nur die gepeinigte Seele gestreichelt bekommen.

HomoFaber
27. April 2019 11:48

“In der Nachkriegsära wurde der Mythos der Volksgemeinschaft noch propagiert und durch die „Trümmerfrauen“ symbolisiert. Aber dies war nichts weiter als eine Inszenierung und große Lüge.”

Es wurde auch höchste Zeit, daß der Trümmerfrauen-Mythos entlarvt wird. Diese Mär konnte nur populär werden, weil die Deutschen damals noch nicht wußten, daß ihr Land von orientalischen Gastarbeitern wieder aufgebaut wurde.

HomoFaber
27. April 2019 12:46

“Der Humanismus ist nicht beliebig universalisierbar.”

Wenn man anerkennt, daß zur humanistischen Würde des Menschen auch das Persönlichkeitsrecht auf eine ethnische Identität und ein dem angemessenes Leben gehört, dann schon.

Nemesis
27. April 2019 13:09

@Gast
"Ich bin mir sicher, sie könnten mit dem nämlichen Kommentator auch in 5 Jahren noch 'intensiven Argumentationsaustausch' betreiben, ohne daß er ihrer Position(en) auch nur einen Millimeter entgegengekommen ist/sein wird."

Austausch in Erwartung eines Entgegenkommens, ist, aus meiner Sicht, kein Austausch, sondern ein Missionierungsversuch (um im Bild der politischen Auseinandersetzung als Religionskrieg zu bleiben).
Wer bestimmt, wer wem einen Millimeter entgegenzukommen hat?
Statt eines Austausches werden Sie einen Religionskrieg bekommen.
Welchen Sinn hat denn dann ein Austausch oder eine Auseinandersetzung?
Für mich liegt der Wert einer Auseinandersetzung im Austausch selber. Wer für den Austausch von Argumenten und Schlußfolgerungen offen ist, wird, bei guten Argumenten, seine eigenen Schlußfolgerungen ziehen. Oder eben auch nicht.
Da ist aber nichts, was ich erzwingen könnte oder worauf ich Anspruch hätte.

"Es gibt aber eben auch Dinge, die sie eben nicht linkshemisphärisch, sondern nur rechtshemisphärisch erkennen (können). In Gefahrensituationen etwa, sollten sie sich tunlichst nach rechtshemisphärischer Wahrnehmung orientieren und entscheiden ... oder die Wahrscheinlichkeit steigt exorbitant, daß sie bald gar nichts mehr wahrnehmen. Jedenfalls nicht in dieser Welt..."

Für mich ist es evident, daß Menschen über beiderlei Mechanismen verfügen: Verstand und Intuition.
Je nach Veranlagung und Ausprägung liegt der Schwerpunkt beim Einzelnen unterschiedlich, aber beide haben ihren Wert.
Die Schwierigkeit liegt in der Abstimmung dieser Anteile.
Beide können in die Irre führen: auch und gerade in Gefahrensituationen.

@Der_Juergen
"Ich habe mich in zwei Wortmeldungen ausführlich mit den Auslassungen dieses Foristen auseinandergesetzt. Keine der beiden wurde freigeschaltet."

Da ich ihre Wortmeldungen nicht kenne, kann ich mich dazu auch nicht äußern.
Zwei Gedanken dazu:
1. Ich vermute, daß die Kommentatoren Gründe dazu hatten, sie nicht zu veröffentlichen. Dann wäre die Frage, die sie sich möglicherweise stellen sollten: warum?
2. Auch wenn sie noch so viele inhaltliche Wortmeldungen machen (Wortmeldungen finde ich gut), rechtfertigt das aus meiner Sicht dennoch keine Kommentare mit persönlichen Unterstellungen oder Beleidigungen.

Ich bin aber weder Bademeister noch Richter.

"...Der Freund erzählte, sein Vater habe als Jagdflieger im Krieg immer dann, wenn am Himmel der Tumult ausbrach und er mitten hinein flog, eine übergeordnete Position eingenommen, eine Art Beobachtungsstand bezogen und sich selbst betrachtet: "Mal schauen, was er macht..."

Genau so verhält es sich:
Wir wissen i.d.R. nicht mal selber, wie wir in bestimmten Situationen reagieren werden, wollen aber anderen permanent vorschreiben, wie sie zu reagieren haben.
Wie soll das funktionieren?

Patricius
27. April 2019 13:21

@imagin (...all the people...)

Vielvölkerstaat: Na ja, so viele sind es dann doch nicht. Drei oder dreieinhalb.
Und könnte die Schweizer Identität auch mit dem geschichtlichen Gewordensein dieser Nation und ihrem geteilten und erinnerten geschichtlichem Schicksal und nicht nur mit ihrer geilen Verfasstheit zusammenhängen?
Hätte R. Köppel eine Deutschschweizerin zur Frau, wäre er dann Rassist oder irgendwie verdächtig?
Warum ist das GG/die deutsche Verfassung eigentlich so mega geil? Was macht sie soviel besser als z.B. die dänische, schwedische, portugisische, finnische, polnische usw.? Bitte klären sie uns auf, sie Verfassungspatriot. Danke.

Laurenz
27. April 2019 15:25

@Imagine .... Zitat- Wo gibt es Volksgemeinschaft? -Zitatende .... es ist lustig zu lesen, wie Sie, Imagine, versuchen das Volkstum anzugreifen, aber, wie so viele linke Deutsche, selbst im typisch völkisch-deutschen Denk-Formalismus untergehen. Keine Definition bestimmt den Rahmen, "wer dazu gehört und wer nicht", sondern immer nur derjenige, die die Macht in den Händen hält. Das reicht von Hermann Göring ("Wer Jude ist, bestimme ich") über den Beherrschtheitsanspruch des Weltproletariats der Linken bis Frau Merkels Beliebigkeit denjenigen gegenüber, die schon länger - oder noch nicht so lange hier leben.

Krieg einem politischen System zukommen zu lassen, erscheint unglaubwürdig. Krieg ist einfach menschlich. Carlos Castaneda statuiert, wir befinden uns immer im Krieg, wie das Universum selbst. Nur schwache Männer werden Sozialisten. (Zitat aus der JF - Laut einer Studie der Londoner Brunel Universität sind körperlich schwache Männer anfälliger für sozialistisches Gedankengut als starke Kerle. Diese glaubten eher an ein kapitalistisches Wirtschaftssystem und zwar unabhängig von persönlichem Einkommen und Vermögen- Zitatende.)

Hitler zu ideologisieren, kann nur Linken einfallen. Vergleichen Sie die Menge an nationalsozialistischen - und linken Publikationen, und sie finden das Verhältnis einer Streichholzschachtel zum Hochhaus der Commerzbank. Wobei in linken Publikationen immer dasselbe drin steht, hat man seit dem Alten Testament einen linken Schmöker gelesen, hat man alle gelesen. Nationalsozialistische Ideologie diente rein als Werkzeug zur Machtergreifung und der Machterhaltung, Inhalte waren Hitler weitestgehend egal. Überhaupt finden wir auch nur deswegen den Nationalsozialismus in unserer Geschichte, weil das Zentrum, die Bürgerlichen, komplett versagten, wie heute auch. 

Die Verbesserung der Chancen für unter soziale Schichten in der BRD ist ein Erbe aus dem Nationalsozialismus, wie das Bundesbankgesetz und die Wirtschaftspolitik Ludwig Erhards auch. In der SS konnte man erstmals ohne Abi Offizier werden, Sie, Imagine, haben es selbst zitiert. Und China kopiert relativ viele politische und ökonomische Inhalte aus dieser Zeit. Das sind immerhin 2/7 der Menschheit. 

Unsere charakterliche Eigenart der Nibelungentreue und des permanenten Verrats der Sozialdemokraten ist unserem Föderalismus geschuldet. Der erste bekannte deutsche Sozialdemokrat war Flav(i)us, der jüngere Bruder Herrmanns (Arminius'). Da machen auch Sie und ich keine Ausnahme.

Rechten zu unterstellen, sie würden eine Verfassung nicht achten, ist gelinde gesagt, absurd. Die meisten Rechten, bis auf wenige zehntausend sogenannte Reichsbürger, wären froh, wenn sich überhaupt ein Amtsträger ans Grundgesetz halten würde. Die Weimarer Verfassung galt übrigens auch im III. Reich. Allerdings wurden etliche Grundrechte ausgesetzt. Damals war man wenigstens so ehrlich, dies auch zu proklamieren. Heute interessiert es einfach kein Schwein mehr, was da geschrieben steht.

Von Ihnen benannte Rechtsextremisten sind meist durch unsere staatlichen Intelligenzdienstleister kreiert. Wie viele echte Nationalsozialisten kennen Sie denn persönlich? Laut den Dummbatzen der SPD besteht die Mehrheit unserer Bevölkerung aus Nationalsozialisten, weil sie nicht SPD wählen, klasse oder? Das war sogar unserem aktuellen Karl-Eduard von Schnitzler, Claus Kleber, zuviel. Aber die Zweifel des Herrn Kleber wurden raus geschnitten. Werden Sie Sich doch erstmal mit der SPD einig und dann könnten wir hier, solange es die Redaktion erlaubt, die Debatte weiterführen.
Die Schweiz ist auch das Ideal vieler Rechter, und das Multi-Krimi-tum der Schweizer ist auch dort umstritten. Die Schweiz litt bis vor ein paar Jahrzehnten am Inzest in den Bergtälern, das Problem wurde meist durch europäische Zuwanderung gelöst. Deswegen hat die Schweiz einen Ausländeranteil von 25%, 75% sind mehr oder weniger Alemannen.  Aber der Schweiz, mit einer Über-Bevölkerungsdichte von 205 Einwohnern pro Quadrat-KMn, stehen, mit meist unbewohnbaren Bergregionen zukünftig fast unlösbare Probleme bevor. Und die Schweiz veröffentlicht auch die staatlichen Sozial-Leistungs-Bezugsquoten der jeweiligen Ethnien, welche Deutschland unterschlägt. In der Schweiz verantwortet eben jeder Schweizer mit. Davon sind wir weit entfernt. Übrigens ist die AfD aktuell die einzige Partei, die Schweizer Verhältnisse der Bürgerbeteiligung fordert. Auch die Linke forderte dies einst, aber seit Herr Ramelow in Thüringen dran ist, hat man davon nichts mehr gehört.

Imagine
27. April 2019 15:55

@Ruewald …26. April 2019 13:11
„Glasers freudianische und freudomarxistische Kultur- und Sozialpsychologie halte ich für ähnlich angreifbar und verfehlt …."

Es gab eine Blütezeit humanistischen und kosmopolitischen Denkens in Deutschland und ein Jahrhundert später den Zivilisationsbruch durch WK I, politische Morde in der Weimarer Republik und insbesondere durch die Nazi-Barbarei. Als führende Akteure waren auch dabei humanistisch gebildete - „bildungsbürgerliche" - Menschen (wozu ich Hitler nicht zähle). Treibende gesellschaftliche Kräfte hinter der Machtübergabe an Hitler und dessen Mordmaschinerie waren der Adel, Großindustrielle und Finanzkapitalisten. Das m.E. beste Buch dazu ist von Alfred Sohn-Rethel, damals Insider eines führenden Brain-Trusts der Wirtschaft: „Ökonomie und Klassenstruktur des deutschen Faschismus.“

Psychologisch sehr aufschlussreich ist m.E. das Buch von Niklas Frank: „Mein Vater“.
Niklas Frank ist der Sohn von Hans Frank, einem Juristen, der 1933 Justizminister von Bayern wurde und den wenig später der Reichspräsident Paul von Hindenburg zum „Reichskommissar für die Gleichschaltung der Justiz und für die Erneuerung der Rechtsordnung“ ernannte.

H. Frank gründete 1933 die „Akademie für Deutsches Recht“ und wurde deren alleinverantwortlicher Präsident. Politprominenz wie Göring, Goebbels und Innenminister Wilhelm Frick sowie Rudolf Heß und Alfred Rosenberg wurden zu Mitgliedern ernannt, fördernd standen Großindustrielle wie Carl Bosch, Wilhelm von Opel und Fritz Thyssen zur Seite. H. Frank leitete persönlich den Ausschuss für Rechtsphilosophie, in dem u.a. der Philosoph Martin Heidegger Mitglied war.

H. Frank wurde zudem Reichsrechtsführer. Am 26. Oktober 1939 trat er sein Amt als Generalgouverneur der von der Wehrmacht besetzten Teile Polens an.

H. Frank war einer der schlimmsten Nazi-Verbrecher, ein Blender, Lügner, Kleptomane und Mörder. Am 16. Oktober 1946 wurde er in Nürnberg gehenkt.

Niklas Frank hat im Buch „Mein Vater“ über die kognitive Dissonanz seines Vaters berichtet, der ein völlig falsches Selbstbild von sich hatte und sogar seine Tagebucheintragungen nachträglich fälschte, um sich kulturell der deutschen Klassik („dem Wahren, Schönen, Guten“) zuzuordnen.

Hermann Glaser hat versucht, den kulturellen Niedergang Deutschlands in seinem Buch: „Spießer-Ideologie. Von der Zerstörung des deutschen Geistes im 19. Und 20. Jahrhundert und dem Aufstieg des Nationalsozialismus“ zu erklären.

Selbstverständlich ist seine Darstellung – zumal aus heutigem Erkenntnistand - angreifbar, allerdings stammt die Erstauflage aus dem Jahr 1964.

Zu kritisieren ist m. E. vor allem, dass er die Neuauflage von 1985 nicht überarbeitet hat. Es fehlen die Schriften von Erich Fromm, Wilhelm Reich, Alfred Sohn-Rethel, Otto Rühle, Wilfried Daim, Sebastian Haffner, Alexander Mitscherlich et al., die Glaser entweder nicht kannte oder ignorierte.

Ganz entscheidend für den Typus des deutschen Spießertums ist der kleinbürgerliche Lohnarbeiter und Dienstleister, der objektiv ein fremdbestimmter Knecht und Kleingeist ist, aber sich für einen freien Bürger hält und den deutschen „Dichtern und Denkern“ zugehörig fühlt. Er ist der „kleine Mann“, der sich anderen Nationen geistig und kulturell überlegen fühlt („am deutschen Wesen wird die Welt genesen“).

Ganz schlimm sind die dünkelhaften, kleingeistigen deutschen Akademiker im „Staatsdienst", die Politiker, Lehrer, Juristen, Professoren et al. - diese Opportunisten und Parvenüs mit ihrem „vorauseilendem Gehorsam“.

Wilhelm Reich beschreibt diesen Charaktertyp in seiner „Rede an den kleinen Mann“ (englisch „Listen Little Man“). Alexander Mitscherlich thematisiert ihn „Die vaterlose Gesellschaft“. Es ist der Sozialisationstyp, der dann später in den „narzisstischen Charakter“ einmündet, der zum Normotyp wird.

Die kognitive Dissonanz dieser Individuen macht die spätkapitalistischen Gesellschaften zu Irrenhäusern. Einen entscheidenden Einfluss haben dabei die Werbung mit ihrem Waren-Fetischismus und die Darstellung einer virtuellen gesellschaftlichen Pseudo-Realität in den Massenmedien.

Die Gesellschaft teilt sich auf in sektenförmige, selbstreferentielle Kontexte, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass sie die gesellschaftliche Wirklichkeit nicht adäquat erfassen können, sondern subjektive „post-faktische“ Konstrukte bilden. Das gilt für links wie rechts und auch für den Mainstream, also „die Mitte“, die schlichtweg verblödet ist.

Pierre Bourdieu zeigt dies in der Studie „Das Elend der Welt“ auf.

Die meisten Individuen können und wollen außerhalb ihrer sektenförmigen Kontexte nicht mehr kommunizieren und meiden den Diskurs. So kann sich keine Metakommunikation entwickeln und auch keine Entwicklungsdialektik, welche zu realistischen Lösungskonzepten führt.

So wie es aussieht, können die kapitalistischen TINA-Gesellschaften im jetzigen Dekadenzstadium nur auf einen Zusammenbruch hoffen, der glimpflich verläuft und einen Neuanfang ermöglicht.

Der amerikanische Soziologe Richard Sennett spricht dies offen aus:
"Ich habe eigentlich nur noch die Hoffnung auf den Kollaps des Systems." (ZEIT v. 7. 4. 2015)

Ruewald
27. April 2019 16:28

Mein letztes Wort zur "Causa Imagine":

Ich habe grundsätzlich eine faire, sachliche – nicht persönliche - Auseinandersetzung vertreten, ausgehend von dem positiven Vorurteil, daß @imagine – wer auch immer dies sei – ernstzunehmen sei.
Nun ist dieses Forum eine Diskussionsplattform, mit Für und Wider und gegenseitigem Meinungs- und Wissensaustausch; das Spiel lebt von der Reziprozität.

Wenn man die vielen Kommentare von @imagine durchgeht, dann fällt besonders der Mangel an Reziprozität auf. So viele Foristen sich auch die Mühe gemacht haben, ihm mit Antworten zu begegnen, auf keine geht er konkret ein. Das ist auffällig. Es scheint, es handle sich nur um einen Monolog, um reine Selbstdarstellung. Er spielt nicht mit. Nur als Zuschauer, oder Beobachter.

Wer nicht mitspielt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er schließlich ignoriert wird.

Gelddrucker
27. April 2019 18:31

@Venator
Schwindet deren Macht nicht? Wieso benutzen sie das Wort "noch", wenn Sie der Meinung sind, wir sind ins Stocken geraten?

Fragen Sie mal in Ihrem Bekanntenkreis, wieviele Menschen es sich wünschen, dass Nichteuropäer in Europa zur Mehrheit werden. Ich bekomme da klare Ergebnisse, und mein Umfeld ist eher links/neutral geprägt. Warten Sie ab, bis alle Infos und Fakten auf dem Tisch liegen, dann können Sie immer noch defätieren, wenn Sie möchten.

HomoFaber
27. April 2019 21:07

“Psychologisch sehr aufschlussreich ist m.E. das Buch von Niklas Frank: „Mein Vater“.”

Es ist vor allem auch aufschlußreich, was die Psychologie des Sohnes betrifft.

Ein gebuertiger Hesse
28. April 2019 15:19

"Imagine there's no countries / It isn't hard to do / Nothing to kill or die for / And no religion, too." In Internet-Foren gibt es keine zufälligen Benutzernamen und auf SiN schon gar nicht. Wenn einer sich nach dem menschelnd-schmierigsten Popsong schlechthin benennt, läuft er als Blendgranate durch die Gegend und sollte also diese erkannt werden.

Der_Juergen
28. April 2019 18:23

Ich bin alles andere als ein Freund von Hans Frank, der in der Tat Verbrechen begangen hat (wenn auch nicht die, die man ihm gemeinhin vorwirft), doch dessen ekelhaften Sohn Niklas, der seinem toten Vater ins Grab spuckt, als Vorbild darzustellen, ist Zeichen einer kaum mehr zu unterbietenden Niedertracht. Aber gleich und gleich gesellt sich eben gern. Niklas Frank und sein Bewunderer sind, wie die Chinesen sagen, "Schakale vom gleichen Hügel".

Franz Bettinger
28. April 2019 20:52

@imagine:
Wer ist bitte ein Rechtsextremist? (Damit gehen Sie mir echt auf die Eier!) Nennen Sie mir Ross und Reiter, Namen! Namen aus dem Forum hier und Namen aus der Politik! Wenn es nicht zu viel verlangt ist, definieren Sie und grenzen Sie ab: Rechte, Linke, Radikale, Extreme! Butter bei die Fisch!

Franz Bettinger
28. April 2019 21:04

@imagine: Ach ja, noch etwas: Was ist für Sie ein Rassist? Nennen Sie mir einen!
@Redaktion: Ich habe wiederholt bemängelt, dass man sich auf SiN wohl darauf verlässt, dass alle Foristen und Leser die Kaplaken-Bändchen gelesen haben und also mit den Definitionen (aus Rechter Sicht) vertraut sind. Das ist eine Fehleinschätzung. Ich würde es sehr schätzen, wenn die gängigsten Begriffe nochmals, ja nochmals, für später hinzugekommene Leser dargelegt werden. Ich mache es auch gerne selbst in einem eigene Beitrag, kurz und knapp, versprochen, wenn Sie mich dazu auffordern. Danke.

Laurenz
28. April 2019 23:18

@Robert .... entschuldigen Sie bitte, daß ich jetzt erst Ihren Beitrag in Ruhe gelesen habe.
Natürlich ist immer Vorsicht geboten, wie schnell kommt man, bei einer persönlichen System-Relevanz, gerade in Österreich besoffen von der Fahrbahn ab.
Das erinnert mich immer an den Mord an Alfred Herrhausen. Wieso sollte die RAF den am meisten linken Bankvorstand der westlichen Hemisphäre umbringen, und keinen Keynesianischen Falken?
Anderseits ist Entmutigung keine konstruktive Unterstützung. Im letzten Jahrzehnt gehen viele System-propagandistischen Entladungen nach hinten los, wie die aktuelle Hanswurst-Studie der sogenannten Friedrich-Ebert-Stiftung, einem Verein, welcher pro Jahr 170 Mio. Euro Steuergelder verbrät, massiv aufzeigt. Jeder muß permanent das im Augenblick Machbare sehen, befinden und entscheiden.

@Der_Juergen .... andere Nationen feiern ihre Kriegsverbrecher als Nationalhelden, bis heute. Nur im Falle von indigenen Minderheiten in ehemaligen Kolonien, wird manchmal etwas "aufgearbeitet". Die Generation der Alt68er als die Opposition zum Nationalsozialismus ihrer Väter (siehe z.B. Herrn Trittin) ist zwar nachvollziehbar, aber gerade, angesichts der vielen Freudianer unter den Alt68ern, ziemlich blöde. Kinder kopieren entweder jeweils Eltern, oder sie gehen in die fundamentale 180 Grad-Opposition. Letzteres ist im Falle des Nationalsozialismus die wahrscheinlichere Variante, weil man ja zu den Guten gehören - und sich abgrenzen möchte, aber im Falle von Israel und den Zionisten schwächelte man damals schon gewaltig. Bis heute sind die letzten aktiven Alt68er in dieser Falle
gefangen. Wenn Sie Bilder aus den 90ern betrachten, als Jürgen Trittin noch mehr Haare auf dem Kopfe besaß, lief er öffentlich immer wie der Führer persönlich rum, inklusive Postmanns-Bärtchens. Er ist nur blonder. Wie man sich selbst am besten gefällt, ist eben meist weniger eine Frage des Denkens, sondern mehr eine des Unterbewußten.
Alle heimischen Quer-Köpfe mögen sich erinnern. Wer ein massives Problem mit seinen Eltern hat, hat ein Problem mit sich selbst, denn man ist seine Eltern zu 99,8%, nur ein ganz kleiner Teil gehört uns selbst allein (Bert Hellinger). Im Falle der Alt68er wird gerne vergessen, daß auch Nationalsozialisten Menschen waren und die Kinder ihrer Zeit.

Nath
29. April 2019 00:05

@Ein gebürtiger Hesse

Falls der sich hier so Nennende die Botschaft von John Lennon's "Imagine" verinnerlicht hat, was ist daran anstößig? Man mag dem Stück weder textlich noch musikalisch etwas abgewinnen können, aber wie vor vielen Jahren einmal jemand zu mir sagte: "Besser ein falsches Ideal als gar keines." Und ob die Vision einer Zukunft ohne Kriege, Nationen und Religionen wirklich eine falsche oder eitle Hoffnung ist, darüber wäre erst noch zu reden. Die Religionen selbst sind ja, jede auf ihre Weise, die ältesten Protagonisten einer solchen Erwartungshaltung, sei es das buddhsitische Chang Shambala, die christliche Vorstellung eines paradiesischen finalen Zustandes nach Wiederkunft des Menschensohnes oder die Hindu-Idee des künftigen Sat-Yuga (Zeitalter der Wahrheit). Was Jesus von Nazareth anbetrifft, so können die "Anti-Utopisten" zwar auf Joh. 18:36, "Mein Reich ist nicht von dieser Welt", verweisen, doch wird besagte Aussage relativiert durch Mt. 16.28: "Wahrlich ich sage euch, es stehen hier einige, welche den Tod nicht schmecken werden, bevor sie den Menschensohn kommen sehen in seinem Reich."
Zwar zeigt gerade das letzte Zitat, in welchem eine irrige apokalyptische Naherwartung Jesu zum Ausdruck kommt (vorsichtiger: ihm vom Verfasser des Matthäusevangeliums in den Mund gelegt wird), dass man diese religiösen Vorstellungen, und zwar die aller Religionen, nicht eins zu eins übernehmen kann, doch damit ist die Möglichkeit einer leid- und gewaltfreien Zukunft auf Erden nicht prinzipiell ausgeschlossen. Die Frage ist natürlich, ob die Annahme eines rein stofflichen Prinzips als Konstituens der Wirklichkeit einer solchen Möglichkeit nicht zuwiderläuft, was ich persönlich bejahe. Doch auch der Materialismus, und der Forist "Imagine" bekennt sich offensichtlich zu ihm, lehnt das geistige Prinzip ja nicht völlig ab, nur ist es bei ihm der Materie immanent und in ihr fundiert, so dass es für ihn auch nur einen irdischen Idealzustand für die Menschheit geben kann, der durch gesellschaftliche (nicht spirituelle) Veränderungen realisiert werden kann. Dies ist nun das grundsätzliche Problem der Linken bzw. nachfeuerbachschen Linkshehelianer quer durch alle Lager, dass sie im besten Falle ein indifferentes, in der Regel aber ablehnendes Verhältnis zu "Geist, "nous", "spiritus", "purusha" etc. haben und ihm weder logisch-diskursiv noch intuitiv bzw. empfindungsmäßig eine unabhängige Existenz zubilligen wollen. Folgerichtig wird dem Individuum auch kein vorgeburtliches bzw. nachtodliches Dasein zugestanden. (Mein ehemaliger Professor, der Gadamer-Schüler Volkmann-Schluck nannte dieses im 19. Jahrhundert aufkommende Phänomen "metaphysische Reszendenz"). Es führt dazu, dass sie das Innere schlechthin aus dem Äußeren erklären und das Telos des Einzelnen im g e s e l l s c h a f t l i c h e n Sein aufgehen lassen wollen, hat er doch als "Dieser-da" keine dauerhafte Subsistenz und ontologische Perspektive (daher auch ihre Fixiertheit auf die Soziologie). Andererseits war die nachidealistische Hinwendung zu Empirie, Sinnlichkeit und Leiblichkeit, die der Materialsimus teilweise beförderte, als solche durchaus begrüßenswert. Sie findet sich in Ansätzen bereits beim späten Schelling. Seinem Diktum "Der Geist ist unsichtbare Natur", könnte ein materialistischer Linker vielleicht noch zustimmen. Die Umkehrung aber, "Die Natur ist sichtbarer Geist" stellt für ihn (noch) eine unüberwindbare Schranke dar. Also ergeht er sich weiter in utopischen Diesseitsvorstellungen und verkrampft sich dabei, diese auf Biegen und Brechen durchsetzen zu wollen.

Zurück zu John Lennon und "Imagine", er sagte es deutlich in seinem letzten Interview, dass "...and no religion too..." keinesfalls die Ablehnung von Spiritualität beinhalte. "Warum sollten wir z.B. zwischen Jesus und Milarepa (Anm.: ein mittelalterlicher buddhistischer Yogi Tibets) Grenzzäune errrichten. Haben sie nicht beide Dasselbe erreicht, welches sie nur in anderen Begriffen zum Ausdruck brachten? Hindern uns Religionen nicht daran, dieses Eine und Selbe deutlich zu sehen, indem sie uns dazu bringen zu behaupten, 'Meine Glaube ist richtig und deiner ist falsch.'?"
Wie immer man diese Aussage beurteilen mag, atheistisch oder materialistisch ist sie ganz gewiss nicht. Auch dass es laut Lennon's "Imagine" eines Tages keine Länder und Grenzen mehr geben solle, ist keinesfalls eine furchteinfößende Vorstellung, im Gegenteil, setzt sie doch voraus, dass Angst, Feindseligkeit, Kriege und materielle Not ebenfalls verschwunden sind. Wohlgemerkt, eines Tages! (Auch die Rechte redet heutzutage bereits von "Fluchtursachen bekämpfen". Agypten z.B war zu hellenistischer Zeit die prosperierendste Region der damaligen zivilisierten Welt, warum sollte es nicht wieder einmal so sein?)

Die Frage ist nicht, ob irgendwann eine Welt ohne Religionen, Nationen, Kriege und Grenzen existieren könne oder solle. Die Frage ist, ob das j e t z t, zu Beginn des 21.Jahrhunderts bereits möglich und ohne Verwerfungen durchsetzbar ist, und darauf lautet die Antwort: Nein.

Imagine
29. April 2019 10:35

@Franz Bettinger 28. April 2019 20:52
„Wer ist bitte ein Rechtsextremist? (Damit gehen Sie mir echt auf die Eier!) Nennen Sie mir Ross und Reiter, Namen! Namen aus dem Forum hier und Namen aus der Politik! Wenn es nicht zu viel verlangt ist, definieren Sie und grenzen Sie ab: Rechte, Linke, Radikale, Extreme! Butter bei die Fisch!“

Ihre Frage habe ich doch schon längst beantwortet (25. April 2019 09:50):
Wer definiert, was „rechtsextremistisch“ ist?
Die Antwort der Soziologie ist: Jene Kräfte, die über gesellschaftliche Definitionsmacht verfügen.

Der Inhalt der Definitionen von „rassistisch“ und „rechtsextremistisch“ hat sich geändert. Ebenso für „linksextremistisch“.

Die Forderung nach Rassereinheit war für die Nazis gesundes Volksempfinden und eine Rassenmischung wurde war damals krank und undeutsch angesehen und hart bestraft. Heute ist es normal, mit Menschen aus anderen Völkern oder mit anderer Hautfarbe eine Ehe einzugehen. Wer dies heute nicht als normal ansieht, wird als Rassist angesehen.

Imagine
29. April 2019 10:47

@Ein gebuertiger Hesse 28. April 2019 15:19
„"Imagine there's no countries / It isn't hard to do / Nothing to kill or die for / And no religion, too." In Internet-Foren gibt es keine zufälligen Benutzernamen und auf SiN schon gar nicht. Wenn einer sich nach dem menschelnd-schmierigsten Popsong schlechthin benennt …“

Menschelnd-schmierigst?

Man sieht, wie Sie zur deutschen Hochkultur stehen.

„Alle Menschen werden Brüder!“ (Friedrich Schiller, Ludwig van Beethoven).

Dies genau ist die Kulturschranke, die Sie - und Ihresgleichen – von Menschen wie mir trennt.

Laurenz
29. April 2019 11:01

@Imagine ... Aha, also ist nach Ihrer Definition unsere Linke aktuell rechtsextremistisch? Haben Sie das denen schon mal gesagt?

t.gygax
29. April 2019 11:10

@imagine Thema: Hans Frank
Der Kommentar von @derjuergen spricht für sich -ich kann dem nur zustimmen. Es wäre besser, hier auf diesem blog die Elsässer-Regel zu beherzigen: "keine Diskussion über 33-45"
Solange das in der BRD unter strafrechtlichem Vorbehalt steht, ist es sinnlos, darüber zu reden- zumindest in einem offenen Raum hier.

Eine persönliche Anmerkung: man schenkt den Schreibern "imagine" und "laurenz" etwas zuviel Aufmerksamkeit.
Laurenz disqualifizierte sich ( für mich) mit einer abstoßend lästerlichen Bezeichung für Jesus Christus ( "Laurenz" weiß offenbar überhaupt nicht , was "Ehrfurcht" bedeutet, er sollte mal Jakob Wilhelm Hauer, einen nach Karlheinz Weißmann bedeutenden Religionswissenschaftler , lesen. Dann könnte er kapieren, dass man sowohl die Person Jesu als auch seine Botschaft radikal ablehnen kann, ohne zu lästern oder auf dem Pöbelniveau zu spotten)
Bei @imagine habe ich das Gefühl, der will bestimmte Äußerungen provozieren....in wessen Auftrag schreibt er wohl?
Ansonsten: "Worte des Glaubens" von Friedrich von Schiller ist ein gutes Gedicht für die verrückten Zeiten, in denen auch ich zu leben verurteilt bin.

Laurenz
29. April 2019 12:08

@t.gygax .... ich danke Ihnen für das Kompliment. Ich habe vor Bolschewisten eben keine Ehrfurcht, das benenne ich frei. Und ich muß auch keine Machwerke von Absolventen teurer Rhetorik-Kurse auf Kosten des Steuerzahlers lesen. Es reicht, wenn ich den originalen Urheber gelesen habe. Und Sie können mich gerne besuchen kommen, ich schreibe nur in meinem eigenen Auftrag. Und Ihr Gejammer bezüglich der verrückten Zeiten, empfehle ich Ihnen das Schicksal unserer Altvorderen zu betrachten, die in Religionskriegen und angesichts des Schwarzen Todes jeden 2. Nachbarn und Angehörige verloren. Niemand hat etwas dagegen, außer ein paar Moslems vielleicht, wenn Sie Sich hier dazu gesellen und in Ehrfurcht erstarren ... https://youtu.be/RpkWT5voTSE

HomoFaber
29. April 2019 18:40

“Imagine there's no countries / It isn't hard to do / Nothing to kill or die for / And no religion, too”

Imagine reality is true

Götz Kubitschek
30. April 2019 06:54

badeschluß. mal schauen, was wir machen.

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