18. September 2019

Wahlkampf mit dem identitären Phantom

Martin Lichtmesz / 56 Kommentare

Die "Identitären" geistern fast täglich durch die österreichischen Medien, aber nicht, weil sie mit irgendwelchen neuen Aktionen von sich reden machen.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Es sind auch genau genommen nicht die Identitären selbst, die gerade ständig Schlagzeilen machen, sondern ihr medien- und BVT-generiertes Double, das im Kasperltheater des Wahlkampfes das Krokodil spielen soll. Nicht zum ersten Mal in diesem Jahr: Waren es im Frühjahr die Europawahlen, so sind es diesmal die Nationalratswahlen, die nach Sturz der schwarz-blauen Koalition im Mai irregulär durchgeführt müssen.

Daß die ÖVP die meisten Stimmen bekommen und Sebastian Kurz erneut Kanzler wird, steht so gut wie fest. Offen bleibt die Frage, mit wem die Türkisen (vormals Schwarzen) koalieren werden. Die Chancen sind nicht gering, daß es erneut zu einer schwarz-blauen Koalition kommen wird, mit einer "kastrierten" FPÖ unter Norbert Hofer, und wenig Aussichten, das Innenministerium erneut mit einem Blauen oder gar dem allseits beliebten "Original", Herbert Kickl, zu besetzen.

Auf einen Krebsgang zurück zu dem überholten, jahrzehntealten Modell ÖVP-SPÖ haben wohl weder die türkisen noch die roten Wähler viel Lust. Und auch eine Ampelkoalition mit den Grünen und den NEOs würde wohl weder die Wähler der einen noch der anderen Parteien befriedigen. Vor allem würde sie geradezu wie eine Sabotage des Wählerwillens wirken.

So gesehen hat die FPÖ eine richtige Strategie entwickelt, indem sie das unabänderliche Schicksal der Kurz'schen Kanzlerschaft anerkennt, und sich als dessen notwendige "rechte" Stütze präsentiert, ohne die "Kurz nach links kippt". Dieser neue Wahlclip zeigt, was im Falle einer Koalition mit Roten, Grünen und Pinken dräuen wurde:

Wieder Stillstand - Ausländerwahlrecht - Erbschaftssteuer - UN-Migrationspakt - Weiterstreiten - CO2-Steuer einführen - Vereinigte Staaten von Europa - Neutralität aufgeben - Multikulti - Massenzuwanderung - Asylmißbrauch - Islamisierung - Drogenfreigabe - Verbote. Verbote. Verbote.

Das wird euch etlichen Türkiswählern einleuchten, die in Kurz schlicht eine seriösere, salonfähigere, den "Extremismus" abbremsende Variante der FPÖ sehen.

Unterdessen verbreitet der offizielle Twitter-Account von Kurz Botschaften wie diese:

Wir haben unsere Vorhaben für ein stärkeres, lebenswerteres & sichereres #Österreich in #100Projekte gepackt. In Zeiten der gesellschaftlichen Veränderung in unserem Land wollen wir unsere österreichische Identität bewahren. Für Österreich.

Wir müssen den konsequenten Kurs in der Migrationsfrage fortsetzen, #Frontex stärken sowie eng mit den Herkunfts- & Transitländern kooperieren. Das Schlepperwesen bekämpfen und Anreize minimieren, damit Menschen sich nicht auf den lebensgefährlichen Weg nach #Europa machen.
Das #Kopftuch steht für ein Gesellschaftssystem, in dem Frauen nicht dieselbe Stellung haben wie in unserer Gesellschaft. Der Unterricht muss fernab ideologischer Einflüsse gehalten werden und Mädchen müssen sich in unserem Land frei und ohne jegliche Zwänge entwickeln können.
Deutschförderklassen sind ein wichtiger Schritt für die bessere Integration. Wir wollen auch das Fach #Staatskunde einführen, in dem die Grundzüge unserer Verfassung, des Rechtsstaates und welche Werte & Traditionen uns prägen, gelehrt werden sollen.

Ist das nun ein ganz anderes Meer, als jenes, in dem Martin Sellners Piratenschiff segelt (um es frei nach Norbert Hofer zu sagen)? Keineswegs.

Das Magazin freilich hat sich die Fleißarbeit gemacht, systematisch "die politische Programmatik und Praxis der 'neuen' Volkspartei" mit "den Inhalten der Identitären zu vergleichen"  - also der wirklichen Identitären, nicht des Zerrbildes, das die Medien und der Staat mit Hilfe linksradikaler Stichwortgeber und Berufdenunzianten erzeugen.

Das mit zahlreichen Zitaten einwandfrei belegte Fazit lautet:

Es gibt eigentlich keinen Unterschied zwischen „neuer Volkspartei“ und Identitären in allen Themenbereichen, wo sie sich schneiden. Die Volkspartei spricht natürlich ein thematisch viel größeres Themenspektrum an als eine patriotische NGO, deren Themenschwerpunkt „Identität“ und damit verbundene Aspekte (Sicherheit, Familie, Gedenkkultur …) sind.

Gleichzeitig benutzt die ÖVP trotz oder vielmehr: gerade wegen dieser Nähe den "identitären" Buhmann massiv, um "Kantenschere" zu spielen und sich selbst eine saubere, "mittige" Weste zu geben.

Es sind nicht etwa die Grünen oder Roten, sondern die "konservativen" Türkisen, die derzeit am lautesten nach einem möglichst raschen, noch vor der Wahl am 29. September im Parlament beantragten Verbot der Identitären Bewegung sowie ihrer Symbole rufen.

Kurz himself nannte dieses Verbot gar als "Koalitionsbedingung" (!): "Eine potenzielle Kooperation könne er nur mit einer Partei eingehen, die ein Verbot der Identitären umsetzen will." (Die Presse, 10. 9. 2019).

Das ginge nur über eine Änderung des Vereinsrechts, was die ÖVP durch die Einführung eines Gedankenverbrechen-Gummiparagraphen erreichen will, wohl wissend, daß man der zweimal freigesprochenen IB keine konkreten Straftaten anhängen kann.

Im Rahmen des verfassungsmäßig garantierten Rechts auf Versammlungsfreiheit können Vereine nach geltendem Recht nur aufgelöst werden, wenn sie strafrechtliche Handlungen gesetzt haben. Die ÖVP will nun ins Vereinsrecht schreiben, dass eine Auflösung auch dann möglich wird, wenn sich "ein Verein gegen die demokratische Grundordnung richtet".

Dies wird mit der üblichen rhetorischen Finte sekundiert, die IB auf eine Stufe mit dem "politischen Islam" zu stellen:

Interessant ist dabei, dass die geplante Vereinsrechtsänderung auch, mit dem Thema politischer Islam verknüpft wird: Auch Vereine, die einem solchen – von der ÖVP bisher nicht näher definiertem – Spektrum zuzuordnen sind, sollen künftig aufgelöst werden können. (Quelle)

Was nicht paßt, soll also passend gemacht werden.

An einer Begründung tüftelt unter anderem der Verfassungsjurist und ehemalige Nationalratspräsident Andreas Khol, seines Zeichens altgedienter ÖVP-Politiker und erfolgloser Bundespräsidentschaftskandidat von 2016 (11,2 % der Stimmen als Schlußlicht vor Richard Lugner).

Ohne den geringsten Nachweis oder Beleg unterstellt Khol der IB nach dem Muster der handelsüblichen NS-Analogie, "die Grundrechte zerstören" und "auf legalem Weg die Demokratie beseitigen" zu wollen. Er rückt die IB in die Nähe "ideologisch extremer Organisationen", die "nach ihrer praktischen Tätigkeit und ihren Grundsatzorientierungen die freiheitlich demokratische Grundordnung bekämpfen". Solchen Menschen müsse eine "wehrhafte Demokratie" natürlich logischerweise die Grundrechte entziehen (woher kennen wir das?).

Solange sie legal bestehen, können sie öffentlich auftreten, Versammlungen und Demonstrationen abhalten, werben, Texte veröffentlichen, sich tarnen, umfassend politisch agieren, Mitarbeiter anstellen, Spenden einsammeln und vieles mehr.

Khol fordert nichts Geringeres als eine Art Ausweitung des "Wiederbetätigungsgesetzes", wogegen er keinen Einwand gelten lassen will:

Man könne doch nicht eine Gesinnung verbieten! Kann man: siehe oben!

Und auch sonst bitte keine legalistischen Zimperlichkeiten:

Manche Juristen lehnen solche Grundrechtseingriffe, auch wenn sie zulässig sind, aus grundsätzlichen Überlegungen ab: Das ist aber eine politische, keine rechtswissenschaftliche Entscheidung! Das letzte Wort hat hier, und das müssen auch Kronjuristen hinnehmen, die Politik.

Wir erinnern uns, wie sich noch im Januar die üblichen Verdächtigen über Kickls Aussage "Das Recht hat der Politik zu folgen und nicht die Politik dem Recht" echauffiert haben, unter ihnen ÖVP-Justizminister Moser.

Selbstverständlich wird das identitäre Phantom auch weiterhin eingesetzt, um die FPÖ unter Druck zu setzen - skandalisiert wurde etwa die Teilnahme von Ursula Stenzel an der von Identitären ins Leben gerufenen und geleiteten Veranstaltung "Gedenken 1683" oder die Kandidatur eines oberösterreichischen (angeblichen) Identitären für die FPÖ (eine Information, die der Presse pikanterweise vom BVT zugespielt wurde; dieser ist weitgehend in ÖVP-Hand).

Daß der FPÖ diese unvermeidlichen (und in keiner Weise schändlichen) Verbindungen um's Ohr gehauen werden, ist freilich die Quittung für das peinliche und unglaubwürdige "Cucking", dessen sich etliche Vertreter der Partei in der Vergangenheit schuldig gemacht haben, nicht zuletzt der zum Parteichef aufgestiegene Ex-Bundespräsidschaftskandidat Norbert Hofer.

Dieser hat sich allerdings trotz der kurz'schen "Koalitionsbedingung" gegen ein Verbot der IB ausgesprochen. Auch Stenzel wurde von der Partei in Schutz genommen, wenn sie auch einige Kniefälle machen mußte. Kapiert man langsam bei der FPÖ, daß Ausreden, Entschuldigen, Distanzieren, Herumwinden und Lügen nichts nützt? Der Linken muß der Zügel aus die Hand genommen und ein eigenes Narrativ gesetzt werden. (Ich bin pessimistisch).

Die FPÖ hat jedenfalls keinen Anlaß, sich dort rechtfertigend zu winden, wo man auch die de-facto-Regierungspartei ÖVP in die Mangel nehmen könnte. Als der ÖVP-Klubobmann August Wöginger Anfang September der "identitären-nahen" Zeitschrift info-direkt ein Interview gab, schäumte die linksliberale Presse wie üblich, was mit "Cucking" wie üblich quittiert wurde:

Auf Anfrage von "Oe24" erklärte Wögingers Sprecherin: "Herr Wöginger wusste nicht, mit wem er spricht. Die Redakteure des Magazins haben sich nicht bei ihm vorgestellt und zu erkennen gegeben." Seine Ablehnung der Identitären sei hinlänglich bekannt.

Die Gretchenfrage von info-direkt an Wöginger lautete:

info-direkt: Herr Wöginger, Sebastian Kurz hat in seiner heutigen Wahlkampfrede davon gesprochen, dass die Identität wichtig ist in Österreich und, dass sie gestärkt gehört. Wie kann ich mir das vorstellen? Ist unsere Identität jetzt zu schwach, oder?

August Wöginger: Es geht darum, dass wir unsere Werte und unsere Tradition hochleben lassen. Darum, dass wir auch selber bestimmen können, wer in unser Land zuwandert und wer nicht. Wir sind dabei die „Rot-Weiß-Rot“-Karte neu aufzustellen. Wir sind natürlich ein Exportland, aber wir wollen Österreicher und Österreicherinnen bleiben. Wir sind eine heimatverbundene, traditionsbewusste Partei – das hat Sebastian Kurz damit angesprochen.

Trotz der Aufregung gab kurz darauf ein weiterer ÖVP-Mann info-direkt ein Interview. Und nun bekam der  ÖVP-Nationalratsabgeordnete Johannes Singer praktisch dieselbe Frage wie Wöginger gestellt:

info-direkt: Sebastian Kurz hat davon gesprochen, dass die Identität in Österreich gestärkt gehört und, dass das eine Herzensangelegenheit für ihn sei. Was hat er damit gemeint?

Johann Singer: Die Identität ist aus meiner Sicht ein wichtiger Aspekt für jedes Volk. Daher bin ich auch der Meinung, dass wir diese stärken müssen. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten dazu. Was Sebastian Kurz gesagt hat, findet auch meine Zustimmung. Ich glaube schon, dass das ein Aspekt ist, der für Österreicherinnen und Österreicher wichtig ist.

Und ja, im Juni hat Kurz selbst der bösen Zeitschrift ein Interview gegeben.

Mehr muß man zu dieser Farce wohl nicht sagen. Der Trend zu Heimat und Identität ist in Österreich mehrheitsfähig und wahlentscheidend. Der Großteil der Wähler betrachtet das Thema "Migration" als ebenso wichtig wie problematisch.

Dagegen nützen weder die nichtssagenden "Menschlichkeit siegt"-Slogans der Roten noch die Klimahysterie der Grünen etwas, und darauf stützt die ÖVP letztlich ihren Erfolg. Gleichzeitig ist die linksliberale Hegemonie noch lange nicht gebrochen und verlangt nach Opfern, die zum Zwecke des Machtkampfes und -erhaltes skrupellos und ohne zu Zögern gebracht werden.

Martin Sellner ist einer der intelligentesten und kenntnisreichsten Köpfe Österreichs, was die Themenkomplexe Migration und Integration, Islamisierung und Identität angeht. Es ist ein Skandal, daß er, mit wenigen Ausnahmen, aus den öffentlichen Diskussionen verbannt wird. Er ist die Avantgarde, die nun von den Nachrückenden überrollt und als lästiger Konkurrent betrachtet wird.

Und er ist mittlerweile der nationale Buhmann, der Typ, der sich angeblich mit Attentätern und Terroristen auf ein Bier trifft, der seitenverkehrte Salafist, der Extremist, vor dem es dem braven, wohlmeinenden Bürger zu gruseln hat. Er soll als Diskreditierungsfigur aufgebaut werden; allein die Tatsache, daß er jemandem zustimmt oder jemand ähnliche Dinge sagt wie er, soll als Erledigungsgrund genügen.

Ich glaube nicht, daß diese Strategie aufgehen wird. Die ihn hassen, werden ihn so oder so weiterhin hassen. Aber seine Überzeugungskraft für diejenigen, die in seine Richtung offen sind und durch unfreiwillige Werbung zu ihm geführt werden, ist und bleibt beträchtlich. Keine Razzia, kein Verbot, keine Medienhetze wird etwas daran ändern können.

Als jemand, der das Werden und Wachsen der IBÖ seit ihren Anfängen im Jahr 2012 beobachtet hat, wundere ich mich immer wieder über das landesweit notorische Politikum, das aus ihr erwachsen ist. Wer hätte gedacht, daß sie einmal zum Spielball der hohen Politik, bis hinauf zu Kanzler und Präsident werden würde? Wer hätte gedacht, daß die Dinge so ernst, so dramatisch werden könnten?

Gegründet von sehr jungen Studenten, Idealisten und Träumern war vieles an der IB naiv, juvenil, kindisch, dilettantisch, ihre Mitglieder- und Aktivistenanzahl klein und überschaubar. Später erwuchsen daraus beachtliche Leistungen, Bewährungsproben und Medienstunts wie "Defend Europe".  Niemals war in der IB Platz für Gewalt oder Extremismus. Die Verteufelungen sind und bleiben absurd und rein politisch motiviert.

Ihre Provokationserfolge verdankt die IB (wie auch die "Neue Rechte" und die "Rechtspopulisten" überhaupt) allerdings einem zweischneidigen Schwert. Allein durch den prickelnden Umstand, daß man "rechts" und nicht links ist, erregt man heute als kleine Gruppe durch öffentliches Auftreten rasch erhebliches Aufsehen und Neugierde.

Die Zeitungen wollen ihre Seiten mit aufregenden Schockern füllen, politische Kommentatoren und "Experten" brauchen Stoff zum Warnen, Mahnen, Alarmieren und Betroffensein. Das Risiko ist die Diffamierung und Verzerrung, die Chance ist die Aufmerksamkeit, die man auf seine wahren Ideen und seine wahre Stimme lenken kann.

"Rechts" wird stets mit "rechtsextrem" gleichgesetzt und mit allerlei schauerlichen Klischees konnotiert. Die linksliberal-globalistische Gesellschaft und ihre herrschenden Eliten in Medien und Politik bedürfen systemisch des Schurken, des "Nazis", des finsteren Gegenbilds, das sie und ihr Tun und Nicht-Tun ideologisch rechtfertigt. Darum wird "Hitler" auch künstlich am Leben erhalten, als eine Art metaphysische Figur.

Sie brauchen den "Nazi" als Projektionsfläche, und Projektion ist in der Psychopathologie ein Abwehrmechanismus, der vor einer unerträglichen Selbsterkenntnis schützen soll. Oft scheinen sie in dem "Nazi" ihren eigenen Schatten, ihr verdrängtes totalitäres oder "rassistisches" Selbst zu sehen, und nicht selten verwandeln sie sich in ein ähnliches Tier, wie das, was sie zu bekämpfen glauben.

Die Existenz einer Identitären Bewegung, unter welchem Namen oder in welcher Form auch immer, ist so oder so unvermeidlich. Die Positionen der Multikulturalisten und Globalisten können nicht unbeantwortet bleiben, werden fast schon naturgesetzhaft Gegenreaktionen und -bewegungen auslösen. Aber warum können so wenige Leute mit so geringen Mitteln so viel Aufsehen erregen?

Ich denke auch aus diesem Grund: Die IB füllt schon als bloße Idee einen ansonsten leerstehenden Platz aus, ist Stachel im Fleisch einer verlogenen Politik, eines betäubten und verblendeten Landes, eines Bürgertums, das sich in universalistische Illusionen verkrochen hat, und einer Linken, die denkt, sie könne sich ewig vor der Realität verstecken. Sie ist das schlechte Gewissen dieses Landes - und spricht vielleicht einige seiner tiefsten Wünsche an.

 

 

 


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (56)

Maiordomus
18. September 2019 09:37

Der "Kompromiss" wäre, dass nicht die rechtsstaatlich agierenden Identitären, aber zum Beispiel das Lambda-Logoi, welches als Ersatzhakenkreuz irgendwie abschreckend wirkt, verboten wird, wobei es noch klüger wäre, selber auf diese Symbolik zu verzichten. Jede Art Polituniform wirkt heute zumal bei Rechten nichts als kontraproduktiv. Sehr treffend aber die heutige Analyse von Sellner betr. die Wahlwerbung der österreichischen Parteien, wobei seine Schlussfolgerungen nicht exakt dieselben wie bei Sellner zu sein scheinen.

quarz
18. September 2019 10:17

Wichtiges Terrain wäre gewonnen, wenn sich wenigstens ein, zwei Prominente, die einen auch vom Gegner anerkannten Namen haben, offen mit der IB solidarisierten.

Es gibt ja einige, deren Denken nach allem, was man weiß, gar nicht weit von identitären Zielvorstellungen entfernt ist, die sich aber offenbar zu fein sind, um aus ihren Elfenbeintürmen in die Niederungen der politischen Schlammschlacht herabzusteigen und sich auf Nachfrage eher abfällig über den politischen "Pöbel" äußern, der auch ihr Anliegen öffentlich ausficht. Als löbliche Ausnahme fällt mir spontan nur Matthias Matussek ein.

Während die politische Linke vor Jahrzehnten von ihren Vordenkern geradezu auf Händen getragen wurde, werden rechte Aktivisten von der intellektuellen Prominenz weitgehend im Stich gelassen.

Maiordomus
18. September 2019 12:27

@ Lambda-"Logo" war gemeint, mir nie ganz geheuer, trotz seiner Erklärbarkeit, was aber immer der Öffentlichkeit gegenüber zuerst erfolgen muss, sonst bleibt das Misstrauen erhalten. Und die politischen Schlussfolgerungen von L i c h t m e s z scheinen andere zu sein als die von Sellner. Letzterer entpuppt sich immer mehr als Talent in der praktischen Politik, wohingegen der publizistische und intellektuelle Leistungsausweis von Lichtmesz aus meiner Sicht (im Vergleich zu Sellner) als klar besser ausgewiesen eingeschätzt wird. Am politischen und geistigen Grundwissen muss natürlioch täglich gearbeitet werden.

Heinrich Loewe
18. September 2019 12:55

Ich könnte immer noch heulen: Der Martin hätte für das BZÖ kandidieren müssen. Von ein paar Hunderttausend demokratisch gewählt im Parlament. Legitimiert! Da hätten sie mal die Nummer mit dem Verbot der Identitären bringen sollen und sich damit zur Kenntlichkeit entstellen. Wobei ich’s natürlich auch verstehe: Wer tut sich die Schlangengrube der Parteipolitik schon freiwillig an.

Suedburgunder
18. September 2019 12:58

@ Maiordomus
"aber zum Beispiel das Lambda-Logoi, welches als Ersatzhakenkreuz irgendwie abschreckend wirkt, verboten wird, wobei es noch klüger wäre, selber auf diese Symbolik zu verzichten."
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Auf wen, bitte, wirkt es denn abschreckend? Doch nur auf diejenigen, die sich auch mit dem freiwilligen Verzicht darauf nicht zufrieden geben würden. Denn was käme denn als nächstes? Ein bestimmter Kleidungsstil? Die "abschreckende" Wirkung unserer Muttersprache? - Nein, wer sich auf eine solche Treibjagd einläßt, hat schon verloren. Souveränität ist gefragt!

Waldgaenger aus Schwaben
18. September 2019 13:49

Zum Troste möge ein Zitat aus einem Hölderlin-Fragment gereichen:

„Du sprachest zur Gottheit, aber diss habt ihr all vergessen, daß immer die Erstlinge Sterblichen nicht, daß sie den Göttern gehören. Gemeiner muß, alltäglicher
muß die Frucht erst werden, dann wird sie den Sterblichen eigen."

Oder prosaischer:
"The second mouse gets the cheese."

RMH
18. September 2019 16:04

Das Lambda steht für den Lambda-Wert.

Die Identitären sind also schon lange vor Greta T. Klimaschützer gewesen. Der Verfassungsschutz beobachtet mithin Klimaschützer! Skandal !!!

Benno
18. September 2019 18:43

Wer im Lambda ein Ersatzhakenkreuz sehen will, dem ist eh nicht mehr zu helfen.

limes
18. September 2019 21:17

Martin Lichtmesz schreibt, die IB »ist das schlechte Gewissen dieses Landes - und spricht vielleicht einige seiner tiefsten Wünsche an«. Einige der tiefsten Wünsche aller europäischen Völker sind Frieden, Heimat, Herrschaft des Rechts und demokratische Selbstbestimmung. Der Kampf dafür prägt unsere Geschichte. Selbst für Frieden muss immer wieder gekämpft werden.

Das Lambda als Symbol der IB wurde in seinem Buch „Kontra Kultur“ von Mario Alexander Müller erklärt: „Der griechische Buchstabe … prangte einst auf den Rundschilden jener legendären 300 Spartaner, die sich im Thermopylen-Paß einer Invasionsmacht entgegenstellten und dort ihr Schicksal fanden …“ (Seite 168 der 2. Auflage).

Franz Bettinger
18. September 2019 22:27

Was die Elitioten provoziert an den Identitären ist, dass Sellners Mannen und Frauen als Rechte (IBÖ) so überaus sympathisch, sauber und ästhetisch ansprechend daher kommen; gewaltfrei sind sie ohnehin. Sie sind so absolut das Gegenteil des dummen, hässlichen Nazi, dass sie das linksgrüne Narrativ auf Schritt und Tritt widerlegen. Man kann sich für diese junge Truppe nur begeistern. Das ist es, was die Bagage - auch die um Kurz - so in Rage bringt und stört. Ich hoffe, Martin Sellner, Brittany Pettibone und alle ihre Mitstreiter halten dem Dreck und dem Druck stand. Die Identitären sind ein lebendiges und ein vorzügliches Aushängeschild für das, was Rechts heute bedeutet. Wir brauchen sie!

Thomas Franke
18. September 2019 22:34

@Maiordomus "Und die politischen Schlussfolgerungen von L i c h t m e s z scheinen andere zu sein als die von Sellner."
Wo unterscheiden sich die politischen Schlussfolgerungen von M. Sellner und M. Lichtmesz? Ich kann das nicht sehen.

ML: Ich ehrlich gesagt auch nicht.

Über alle Publikationen und öffentlichen Aussagen, die ich von beiden gelesen und gehört habe, liegen sie meines Erachtens sehr dicht beieinander. Der Unterschied liegt eher in den Feldern ihrer politischen Aktivitäten. In Ihren politischen Theorien sehe ich keine mir auffallende Differenz.

Achterndiek
18. September 2019 22:54

@ Maiordomus

"Der "Kompromiss" wäre, dass nicht die rechtsstaatlich agierenden Identitären, aber zum Beispiel das Lambda-Logoi, welches als Ersatzhakenkreuz irgendwie abschreckend wirkt, verboten wird, wobei es noch klüger wäre, selber auf diese Symbolik zu verzichten."

Was "Sie" unter einem "Kompromiss" verstehen, werter "Herr", erschließt sich mir leider nicht. Inwiefern unterscheidet sich ein "Kompromiss" denn nach "Ihrem" Verständnis von einem Kompromiss?

Was Ihre Hakenkreuzvision anbelangt, da kann ich nur an den Ratschlag des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt verweisen, den dieser seinerzeit an Visionäre vergeben hat.

Maiordomus
18. September 2019 23:48

Ich ging davon aus, dass Sellner im Vergleich zu Lichtmesz deutlicher gesagt hat, dass sich die FPÖ nunmehr stärker auf die Opposition einstellen solle, noch nicht auf eine Koalition mit Kurz setzen, vielleicht habe ich diese Differenz zwar "reinintpretiert". Und natürlich könnte man auf das Lambda verzichten, wenn dies dazu beitragen könnte, ein Verbot der Gruppe noch stärker unmöglich zu machen, insofern wäre es ein Entgegenkommen an Kritiker. In der Sache selber scheinen Konzessionen nicht nötig.

Ratwolf
19. September 2019 02:25

Was glaubt der Herr Kurz?
Das ein sich anderer Innenminister von der FPÖ sich nicht mit Kickl in der Hinterhand beraten lassen kann?

Ganz gleich: Kickl hat sich in seinen Reden und Handel als absolut brillant gezeigt. Die FPÖ würde viele Sympathien bei ihren Wähler verspielen, wenn sie die Anti-Kickl-Kröte von Herrn Kurz schlucken würde.

Die Kickl-Allergie von Herrn Kurz zeigt seine ursprüngliche Provenienz. Man kann der FPÖ nur zahlreiche Stimmen wünschen. Auch von ÖVP Wähler Seite, um ihn (Kurz) in die von den Bürgern gewünschte Richtung zu bringen.

Die IB spielte direkt oder indirekt eine große Rolle durch die Videos von Martin Sellner. De Videos haben einen hohen Verbreitungsgrad. Die Aufrufzahlen von Google müsse nicht stimmen. Das Theater um seine neue Flamme aus Nord-Amerika hat dem etwas einen Dämpfer aufgesetzt. Ich glaube nicht, dass sich mehr Frauen anschließen, wenn man diese romantische Gesichte präsentiert.

Maiordomus
19. September 2019 07:27

Noch warum ich gegen das "Lambda" bin: Mir war zum Beispiel, als Student aus der Generation der 68er, deren sog. Peace-Symbol, bei näherem Hinsehen ein Satanszeichen, immer widerwärtig, so wie ich Hammer und Sichel analog zum einst ehrwürdigen, von Stefan George um die Jahrhundertwende verwendeten Hakenkreuz der Pseudo-Arier als absolutes No-Go einschätze. Dafür braucht es auch keinen wie auch immer gestalteten Ersatz. Ich halte im genau gleichen Sinn auch gar nichts von der Regenbogenflagge der Homosexuellen-Gender-Ideologen, zumal und gerade weil ich mich schon vor Jahren, als es die Regenbogenflagge noch nicht gab, über die Pioniere der Befreiung der Gleichgeschlechtlichen publizistisch geäussert habe, unter denen es respektable bürgerliche Humanisten gab. Zur Zeit Bismarcks war übrigens das päpstliche Rom ein Exilort der deutschen Homosexuellen, weil man dort für diese Neigung, sofern man sie praktizierte, nur in die Hölle, aber nicht ins Gefänngnis kam.

Selbstverständlich war ich vor 45 Jahren als damaliger Aktivist einer durchaus radikalen demokratischen Rechten und Anti-68er dagegen, dass wir in Imitation der 68er und der damaligen Antifa alternative Zeichen von satanischen Bewegungen kreieren oder gar läppisch hilflose selbstgemachte Kampflieder in der Art der Internationalen oder Horst Wessel und dergleichen dichten, das würde nur voll daneben gehen. Das Erscheinungsbild einer totalitären Bewegung ist, wie jede Nachahmung einer solchen, zu verabscheuen. Ich habe an dieser Stelle vor drei oder vier Jahren bei der sonst gelungenen Aktion der Identitären am Brandenburger Tor schon das Auftreten mit einer solchen Symbolik kritisiert, wandte mich auch gegen schwarzgekleidetes und ähnliches Auftreten. In diesem Sinn würde ich zum Beispiel der FPÖ empfehlen, an ihren Veranstaltugnen die Identitären nur zu dulden, wenn sie auf dieses lächerliche kindische und möchtegerntotalitäre Lambda-Logo verzichten. Irgendwann muss man aus den politischen Kinderschuhen herauswachsen.

Überdies warne ich, weil ich mich zu lange mit den Details auseinandergesetzt habe, vor nichts als missverständlichen und plumpen historischen Anschlüssen, etwa Kreuzzüge, Schlachten mit religionsgeschichtlichem Hintergrund, in der Schweiz schliesslich zum Beispiel der "Sonderbund" eine Entwicklung, deren Wiedererweckung in keinem Fall politisch fruchtbar gemacht werden kann. Ein Riesenblödsinn war es schliesslich, dass die Schweizer Fronten der Dreissigerjahre zum Teil das alte langschenklige Schweizerkreuz wieder zu erwecken versuchten, womit sie diesem ehrwürdigen Symbol den letzten Rest der Unschuld genommen haben.

Gustav Grambauer
19. September 2019 07:33

"Hakenkreuz", Mumpitz. Aber die Erklärung des Signets als Lambda ist ebenso lächerlich wie die Ostblock-Kindergarten-Erklärung, die fünf Zacken des Sowjetsterns repräsentierten "den Frieden auf den fünf Kontinenten".

Esoterikmessse, Handleserin zu "Gründer": Ach ja, eh` ich`s vergesse, mach` `ne kleine Pyramide in dein Logo rein und deine Currywurstbude wird irgendwie laufen!"

Kann man ja machen, jedes Schweinchen-Schlau macht es ja auch so und dann "läuft das Business" auch "irgendwie" ...

... aber die Lizenzgebühren an der Meta-Bildmarke und die Provision am Erfolg werden auf Basis eines okkulten Notariatsrechts mit Zins und Zinseszins zu zahlen sein, außerdem bleiben die interessanten Kunden weg und nur die Sklavenseelen fühlen sich angezogen. Die IB signalisiert mit ihrem Logo für jedermann, daß sie als Agentur für dieses Programm

https://sun9-29.userapi.com/c849228/v849228332/c22ad/vmJEPEbhUiQ.jpg

arbeitet, dabei mit der Farbe Gelb ihre Zuordnung zum Eurasischen Marionettengestrüpp, von Schwarz will ich gar nicht reden. Richtig übel wird`s hier:

https://www.google.ch/search?q=arbeitsagentur+logo&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjZzOaDoNzkAhXIAxAIHQBrCP4Q_AUIESgB&biw=1603&bih=856

- G. G.

Waldgaenger aus Schwaben
19. September 2019 07:55

Weil es auch zum Thema Wahlkampf in Österreich gehört:

https://www.fpoe.at/artikel/handelsabkommen-mit-mercosur-darf-nicht-ratifiziert-werden/

Die FPÖ hat massgeblich dazu beigetragen, das Mersosur-Abkommen (Freihandel mit Südamerika) aus Gründen des Umwelt- und Tierschutzes EU-weit(!) abzuschiessen.
Auch das von linker Seite heftig bekämpfte TTIP Abkommen wäre wohl gegen alle Widerstände von Links durchgesetzt werden, wenn Trump nicht dazwischen gekommen wäre.

Rechts wirkt und bremst die Globalisierung aus, was Linke mit ihren kindischen Demos und Aktionen nicht schaffen.
Auch hier kann und muss eine Querfront mit den Umweltschutz-affinen grünen, bürgerlichen Kreisen gebildet werden.

Der_Juergen
19. September 2019 08:14

Mit der möglichen Ausnahme des gefeuerten Innenminister Kickl - von dem ich nicht weisss, ob und wenn ja wie prägnant er sich jetzt noch zur Lage äussert - gibt es bei der FPÖ wohl keine Spitzenfiguren mit Rückgrat und Charakter. Da hat es die AFD besser; in seinem Buch "Nie zweimal in den gleichen Fluss" äussert sich Björn Höcke mit erfrischender Deutlichkeit zum Zustand Deutschlands; die Ost-Sektionen sind patriotisch, und auch im Westen haut Alice Weidel, obgleich leider Wirtschaftsliberale, neuerdings immer stärker auf die Pauke.

Ich bin seit kurzem der Ansicht, dass sich die IB als Partei konstituieren und an Wahlen teilnehmen soll. Das Argument "Damit schwächt sie aber die FPÖ und spaltet die Patrioten" ist hinfällig, denn ich sehe in Hofer, Strache und Konsorten nur charakterschwache Pseudpatrioten.

Vermutlich gehören ohnehin alle einer Loge an, was bedeutet, dass sie gesteuerte Systemopposition sind. Dasselbe gilt u. a. für die SVP in der Schweiz, die im Wahlkampf zwar mit knallharten Fakten aufwartet und sich nicht scheut, die anderen Parteien als antischweizerisches Kartell darzustellen, deren antischweizerische Politik aber mit ihren zwei Bundesräten letztlich mitverantwortet. Bei der SVP sind Wurzeln und Stamm gesund, die Krone krank. Vermutlich trifft das auch auf die FPÖ zu. Auf die AFD teilweise auch, aber in abnehmendem Grad.

Gustav Grambauer
19. September 2019 08:22

Maiordomus

"... aber zum Beispiel das Lambda-Logo, welches als Ersatzhakenkreuz irgendwie abschreckend wirkt... "

"Mit dem Löffel groß und schwer
Geht es über Spitzen her;
Laut ertönt sein Wehgeschrei,
Denn er fühlt sich schuldenfrei

Max und Moritz im Verstecke
Schnarchen aber an der Hecke,
Und vom ganzen Hühnerschmaus
Guckt nur noch ein Bein heraus."???

- G. G.

Laurenz
19. September 2019 08:46

Beim Lesen des Artikels kam mir eine Textzeile des berühmtesten Schlagers der Spider Murphy Gang in den Sinn.... "Wie gut, daß es die Rosi gibt" ... Welch ein Glück für die ÖVP, daß es die Identitären gibt, sonst käme man wohl in die Bedrängnis, sich selbst verbieten zu müssen.

Das Hofer-Wahlkampf-Video ist doch recht gut gelungen. Die Polarisierung gegen Martin Sellner, ist doch, solange Er das persönlich aushält, doch gar nicht so schlecht.

Die Übersättigung einer im vorauseilenden Gehorsam verübten Propaganda-Schlacht gegen Nazis, Klima-Nazis und Überhaupt-Nazis kommt doch vielen in der Speiseröhre hoch. Irgendwann mutieren wir in Mitteleuropa alle zu Nazis. Selbst Herr Trudeau ist mittlerweile ein Übersee-Nazi-Neo-Röhm, nur ohne goldene Nase. Unsere System-Medienwelt hebt quasi die Entnazifizierung der Nachkriegszeit auf.

@Achterndiek & die jungen Leute aus der SiN-Redaktion ..... Ja, das Kreuz oder Hammer & Sichel wären praktikabler. Hier für Sie der größte Schlager "Crusader" der britische Combo "Saxon" ... https://youtu.be/Vj2vGAT_C2c .... Der Bombast in diesem Liedchen produziert sich aus der fetten Snare auf die 4 im Takt, das impliziert sozusagen ein emotionales Schlachten-Getöse.

@Heinrich Loewe ... viele Foristen auf SiN sind dieser oder jener Meinung, was Herr Sellner tun sollte oder könnte. Das ist alles mehr oder weniger abwegig. Wir können doch nicht Sein Leben leben. Es bleibt Ihm nur übrig, Sein Leben Selbst zu erleben und Sich davon formen zu lassen. Daß dazu Stolpersteine und Fallen gehören, wissen wir doch, wem ginge es anders? Aber lassen wir Ihm doch Seinen eigenen Willen, neben der limitierten Zeit, ist der Wille das Kostbarste, was ein Mensch sein eigen nennt.

Hartwig aus LG8
19. September 2019 09:58

Für einen Rechten im deutschen Sprachraum sollte es nur EIN Symbol geben. Es ist das Eiserne Kreuz.
Manch einer mag in den Archiven kramen und Verbindungen zur Freimaurerei herleiten wollen, andere werden Dumpfbacken aus der EK-affinen Rockerszene zitieren oder , igitt, es schon bei Altrechten gesehen haben ... Sei's drum, am Eisernen kommt man als Deutscher nicht vorbei. Es muss offensiv verwendet werden; es sollte als Symbol für Rechts oder gar für "nicht-links" etabliert werden.

zeitschnur
19. September 2019 10:21

Zum Thema "Lambda":

Das scheint bei der IB aus dem alten Sparta entlehnt zu sein - jedenfalls wird es hier so (wohlwollend) beschrieben:
http://www.neue-ordnung.at/index.php?id=699
Die Geschichte der 300 Lakedaimonier wurde populär 1998 in einem amerikanischen Comic, das verfilmt wurde, wieder ins Bewusstsein v.a. der Jugend gerückt: https://de.wikipedia.org/wiki/300_(Comic)
Die Identitäre Bewegung wurde um die Jahrtausendwende geründet.
Man kann aber auch in Klamottenlabels für die Jugend Shirts mit dem Lambda-Aufdruck kaufen: https://www.spreadshirt.de/shop/design/sparta+schild+capri+frauen+t-shirt-D5c5b0a632225096ecf518131?sellable=VRaME2lkMVuekjMx0yJ1-631-8&appearance=5&color=F51E30&department=3

Der Artikel in der "Neuen Ordnung" rekonstruiert die Rolle der 300 Lakedaimonier im Kampf als eine Art Kamikaze-Kämpfer, die sich strategisch opferten, um dem ("identitären") Griechentum den entscheidenden Impuls zur Kehrtwende in einer scheinbar verlorenen Schlacht zu geben.

Aber nun kommt der Pferdefuß:

"Ob die Identitäre Bewegung in Europa allerdings – nebst der Verteidigungsfähigkeit und Kampfkraft spartanischer Krieger – auch die Staats- und Gemeinschaftsstruktur der Lakedämonier als Ideal betrachtet, bleibt abzuwarten. Einen tiefgründigen geschichtlichen Einblick in die soldatische Lebenswelt Spartas lieferte uns der scharfsinnige Althistoriker Helmut Berve."

Und was beschreibt Berve?

Eine durchmilitarisierte und gleichgeschaltete res publica, die dem Individuum keinerlei Luft mehr lässt und auf das Einzelleben nichts gibt. Sparta als der apokylyptische Endzustand einer thanatologischen, im Grunde satanischen Gesellschaft, die den gewaltsamen und provozierten Tod der Menschen (in Krieg, Auseinandersetzung und Kasteiung) zum ultimativen Ziel des Lebens machte:

"Als höchste Bewährung der Mannheit, als Krönung all jener Tugenden und Leistungen, darin man sich seit früher Kindheit im Wettstreit mit den Standesgenossen maß, war er [der Tod] eher zu suchen als zu fliehen. Wer ihn erlitt, hatte an dem wahren Leben, dem Leben im Gesetz, mehr Anteil als der, den ruhmloser Strohtod entraffte."

Niemand wählt rein zufällig seine Logos - Verzeihung @ Gustav Grambauer, falls nicht, muss man ihn für vernunftlos und unbewusst oder ignorant halten. Man hat also die Wahl bei der IB, sie für letzteres zu halten oder aber eben doch in eine Gedankenwelt verstrickt, die mich all zu sehr wieder an die üblichen Verdächtigen der Eliten erinnert. Hier ist weder ein von Coudenhove-Kalergi geistig fern, der für die Zukunft eine "hellbraune eurasisch-negroide Mischrasse" und darüber einen zur Herrschaft berufenen, durch "göttliche Eugenik" hervorgebrachten "Geistesadel" glaubte, noch der Rest an esoterischen Logenkonzepten, seien sie nun kabbalistisch oder aus dem "morals and dogma"-Umfeld.
Wer im Ernst glaubt, die IB-Gründer wüssten nicht, in welches geistige Feld sie sich da gestellt haben, der muss warten, was geschehen wird.
dass aber deren Anhänger, auch solche, die Exponenten sind, das nicht realisieren, kann ich mir gut vorstellen.

Laurenz
19. September 2019 11:17

@zeitschnur .... Berve, interessanterweise Nationalsozialist, faselte doch nur. Sein Bild Spartas stammt aus der europäischen Überbewertung des Menschen aus dem christlich-humanistischen Weltbild heraus. Das ist doch nur Rechtfertigung der Schwachen für die eigene nichtige Existenz.

Die Spartaner legten eben, wie manche Asiaten, eben mehr wert auf das Kollektiv als auf das Individuum, und das konsequent. Man mag das als grausam bezeichnen, aber sich im moralischen Urteil faschistoid im Recht zu wähnen, daran glaubt noch nicht einmal die echte deutsche Linke, wie man an der gestrigen Tagesdosis aus der KenFM-Redaktion hören kann. https://youtu.be/Fxm_KapyBKo

Die Spartaner scheiterten an sich selbst, weil sie nicht in der Lage waren, sich neuen Gegebenheiten anzupassen. Das haben wir hier auf SiN schon hinlänglich debattiert. Aber was Sie an dem antiken Darwinismus der Spartaner, welcher ebenda aus der Beobachtung der Natur erfolgte, an Satanismus (Berves) erkennen mögen, erschließt sich nicht. Nur diejenigen, die Satan im Kopfe haben, sind ihm ausgeliefert. Heiden, wie mir, sind Gott und Satan lächerliche Hanswürste und lieber gehe ich, wie die Spartaner, stolz in den Tod als Ihren feigen Tod des Pseudo-Humanisten hundertfach aus Angst vor demselbigen sterben zu müssen.

Das Lambda ist deswegen ungeeignet, weil die wenigsten verstehen, was es bedeutet. Es ist einfach nicht schick & simpel genug, um zu wirken. Hammer & Sichel erkennt jeder sofort. Da ist die Linke einfach pragmatischer, wobei keiner der Erfinder dieser linken Symbolik jemals einen Hammer oder eine Sichel in der Hand hielten.
Die Identitären hätten, geschichtsbewußt, wie Sie sind, auch ein Konterfei von Prinz Eugen, Barbarossa oder Richard Löwenherz wählen können. Man kann das Balkenkreuz der Luftwaffe auch als + interpretieren. Lassen wir doch die jungen Leute und Aktivisten selbst entscheiden, wie Sie Sich präsentieren wollen.

herbstlicht
19. September 2019 11:18

Andere Bedeutung des Lambdas; nach Lambda-Wert und Sparta:
Lambda-Kalkül, Alonso Church, "Lambda the Magnificent", Lisp.
Kristallische Klarheit statt vagem herumwurschteln. (SCNR)

Liliom
19. September 2019 11:34

Es könnte für Sellner/die österr. Identitären ein guter Schachzug sein, sich in einem einzigen Punkt links von Kurz zu positionieren. Épater le bourgeois!
Ich denke hier etwa an das von der ÖVP ins Gespräch gebrachte Kopftuchverbot in Schulen für Lehrerinnen. Ganz ungeachtet der praktischen Bedenken – (Wie soll dann etwa der islamische Religionsunterricht abgewickelt werden? Durch die Imame?) – könnte man sich diesem Ansinnen mit einigem Recht auch ethnopluralistisch entgegenstellen und argumentieren, dass Identitäre anderen Kulturen das Ausleben ihrer religiösen Identität nicht verbieten wollen. Nein zu Massenzuwanderung und Ja zur Leitkultur heißt eben nicht, dass man kulturelle/religiöse Vielfalt ablehnt.
Etwas in der Art ...

Monika
19. September 2019 12:50

Da hat Maiordomus ein Fass aufgemacht. Auch wenn das Thema Lambda Logo OT ist, wird man auf Dauer nicht drumrumkommen, die Symbolik der Identitären zu erklären, besser, zu klären. Die Jungs und Mädels sind ja nicht mehr in der Pubertät, wo man gerne mal provoziert, sondern müssen sich ganz vernünftig der Diskussion stellen. Die kommt eh irgendwann mit Macht.
Warum also kein Kreuz ( Eisernes Kreuz/ Malteserkreuz, usw.? Warum heidnische Symbolik, keine christliche ?)
Nicht jeder in der IB ist Christ, obschon es auch christliche Identitäre gibt. Das alles wurde hier immer wieder diskutiert ( auch das Thema Rechte Christen von Frau Sommerfeld) . Den rechten Christen gilt Jesus als zu soft, zu lasch, zu wenig kämpferisch, zu links) . Auch das wurde immer wieder diskutiert.
@ Zeitschnur
Ich sehe es wie Sie, niemand wählt zufällig sein Logo. Was die Verteidigungsfähigkeit betrifft, den Mut, die Kraft, habe ich schon desöfteren auf das Buch von Josef Pieper „Vom Sinn der Tapferkeit“ hingewiesen. Bei der christlichen Tapferkeit geht es nicht nur um eine soldatische Tüchtigkeit, sondern um die Bereitschaft, für das Gute zu fallen. Das Gute muss zuvor erkannt sein. Das Eigentlichere der Tapferkeit ist das Standhalten, nicht der Angriff.
Auch hier mögen sich die älteren Identitären Gedanken machen. Nichts gegen jugendliche Heißsporne !
Letztlich geht es um die Angemessenheit des kämpferischen Einsatzes. Für was lohnt es sich zu fallen ?
Für die Attraktivität der Neuen Rechten kommt es m. E. darauf an, ob sie Christliches Gedankengut wirklich in ihre Theoriediskussion mit aufnehmen kann und nicht nur aus taktischen Gründen etwa mit einem funktionalen Katholizismus kokettiert. (Spitz formuliert: Ernst Jünger wurde ja auch erst katholisch, als es zu Ende ging).
Das heißt, der heidnische Theorieanteil muss Kritik ertragen können. Taktische Bündnisse sind derzeit sicher sinnvoll und die einzige Möglichkeit, eine linke Deutungshoheit zu brechen, ich bin allerdings sicher, dass es danach zu Spaltungen in mindestens zwei Richtungen kommt.
Obwohl ich die Synthese von rechten und christlichen Gedankengängen für eine echte geistige Herausforderung halte.

zeitschnur
19. September 2019 13:47

@ Monika

Ich hatte schon erwähnt, dass selbst die RKK irgendwann den gesuchten Märtyrerwahn ablehnte. Wer den Tod sucht, begeht eine schwere Sünde, d.h. er befördert sich selbst aus dem Gnadenstand. Ein Christ soll leben wollen.

Für essentiell halte ich aber folgenden Unterschied: Ein Christ steht niemals mit seinem Leben für das "Kollektiv" ein. Er kann seinem Gott nicht absagen, will ihn nicht verleugnen oder verraten. Nur das macht "Tapferkeit" aus. Unterstellt wird im christlichen Kontext, dass der, der Gott treu bleibt, damit auch im besten Sinne seinen Nächsten treu bleibt. Wenn also etwa Josef in Ägypten dem Verführungsversuch der Frau seines Vorgesetzten widersteht mit dem Satz, nachdem er auf das Vertrauen Potifars ihm gegen über hinweist, das er nicht enttäuschen darf: "Wie sollte ich da so ein großes Unrecht begehen und gegen Gott sündigen?" (Gen 39) Beleidigung Gottes ist in vielen Fällen auch eine Beleidigung gegen den Menschen, idR einen konkreten Menschen.

Es geht, wenn es im AT noch irgendwie um ein "Kollektiv" gegangen sein sollte, im NT darum gar nicht mehr. Vor Gott steht kein Kollektiv, sondern da stehen "multi", "die vielen". In der Kirche wurde dieser feine Unterschied aber schleichend verwischt. Und es ist symptomatisch, dass aus dem "pro multis" (für (die) viele(n)) ein deutsches "für alle" wurde. Gott meint zwar alle, aber er ruft sie nicht als Kollektiv, sondern jeden einzeln, und das wiederum geht niemanden etwas an, schon gar kein "Kollektiv" ("Wenn er bleibt, bis ich komme....was geht es dich an", sagt Jesus über Johannes zu Petrus). Und auch die Sendung des einzelnen bestimmt bereits im AT niemals die Masse oder ein Kollektiv, auch kein Hierarch - ganz wichtig - sondern ausschließlich Gott.

Ich sehe ein großes Dilemma: das Christliche ist inzwischen nach 2000 Jahren soweit deformiert, dass es perfekt zu den kollektivistischen Konzepten passt. Im linken wie rechten Lager sind nur die anarchistischen Lösungswege nicht kollektivistisch. Ist es nicht völlig wurst, ob man nun international oder national kollektivistisch vorgeht? Läuft es nicht auf dasselbe hinaus?
"Rechts" im kollektivistischen Sinn ist fast ganz kompatibel mit dem Katholizismus, in dem wirklich kaum ein Restbestand an christlicher Freiheit mehr vorhanden ist. Und ich bin nicht die erste, die das erlebt hat und feststellen muss. Durch die Zeilen spricht davon auch Reinhold Schneider. Aber "links" im kollektivistischen Sinn ist ebenfalls fast ganz kompatibel mit dem Katholizismus. Man muss nur noch ein paar Handgriffe machen und dann passt es perfekt.

Christentum spielt sich dann nicht mehr in der Kirche ab, wenn es noch eine echte Bezugnahme auf Jesus enthält.

RMH
19. September 2019 13:53

Österreich hat aus meiner Sicht den klaren Vorteil, dass hier deutlich, wenn auch oft nur homöopathisch, ein Ideen- und Agenda-Transfer von den Identitären zu den Mainstream-Parteien stattfindet, auch wenn der "Beklaute" dann dennoch beseitigt werden soll (kein unübliches Verhalten).

In Deutschland gibt es hingegen allenfalls hie und da mal Ideenklau von der AfD, aber nicht von den Identitären. Überhaupt haben die Identitären es in Österreich offenbar deutlich weiter gebracht, als bei uns.

Wie auch immer, Maiordomus hat recht, wenn er Symboliken hinterfragt. Im Sinne eines "kontinuierlichen Verbesserungsprozesses" (Achtung, damit meine ich jetzt nicht 1 zu 1 Fertigungsleiters Liebling;) ) hat eine Bewegung ihre Auftrittsformen und ihre öffentliche Darstellung fortlaufend zu prüfen, anzupassen und zu verbessern. Und das "Trademark" des Lambda muss dabei nicht als auf ewig gesetzt gelten, zumindest dann nicht unbedingt in den Farben gelb auf schwarz ...

Adopt, adapt, improve ...

das Lambda, wie es bei den französischen Identitären zuerst erschaffen wurde, ist meiner Meinung nach doch nicht von diesen tiefschürfend ergründet und gewählt worden, sondern schlicht vom Film "300" inspiriert gewesen (nach wie vor sehenswert, dieser Film - wer ihn nicht kennt, bitte ansehen, dann erübrigt sich eine vertiefte Diskussion dazu).

@Laurenz,
""Crusader" der britischen Combo "Saxon""

Habe Saxon erst im letzten Jahr einmal wieder live gesehen - als Biff Byford in die Halle fragte, was sie als nächstes spielen sollen, kam sofort die Antwort "Crusader" und als es dann gespielt wurde, sang die ganze Halle lautstark mit "fight the good fight, believe what is right ..."

Ja, die Massenveranstaltungen eben ... (PS: @all: Bitte jetzt keine Neuauflage der Metal Diskussion aus dem anderen Thread).

quarz
19. September 2019 14:25

@Monika

" ... habe ich schon desöfteren auf das Buch von Josef Pieper „Vom Sinn der Tapferkeit“ hingewiesen. Bei der christlichen Tapferkeit geht es nicht nur um eine soldatische Tüchtigkeit, sondern um die Bereitschaft, für das Gute zu fallen. Das Gute muss zuvor erkannt sein"

Vor allem geht es Pieper (diesbezüglich in aristotelisch-thomistischer Tradition stehend) um die Erkenntnis der Rangordnung des Guten bzw. Schlechten und der daraus ableitbaren Rangordnung des Bedenkens:

"Der Christ fragt nach dem ordo timoris, nach der Ordnung der Furcht; er fragt nach dem eigentlich und letztlich Furchtbaren; und es ist seine Sorge, daß er nicht etwa Dinge fürchte, die gar nicht wirklich und endgültig furchtbar sind, und daß er nicht etwa das endgültig Furchtbare für harmlos halte."

Laurenz
19. September 2019 15:14

@Monika .... auch Adolf Hitler war katholisch und ist nie ausgetreten. Er wurde auch nicht posthum exkommuniziert.
Ich habe nicht mehr wirklich Lust hier, den inneren Widerspruch des globalistischen Christentums mit dem diametralen Eintreten für den Nationalstaat aufzulösen. Die "rechten" Christen müssen dieses Paradoxon selber mit Sich ausmachen. Aber die Behauptung, daß wir die Guten sind, mögen Sie so empfinden, aber das gleich auch so verkaufen zu wollen, grenzt an extrem linker Blasphemie. Wir haben eine Haltung, von deren Richtigkeit wir überzeugt sind. Aber der Glaube, wir seien die Guten, ist politisch irrelevant und sollte einfach außen vor bleiben. Selbst die absolute Mehrheit der Spieglein-Leser ist für totale Säkularisierung. Glaube sollte eine private Angelegenheit bleiben.

links ist wo der daumen rechts ist
19. September 2019 15:27

Lambda oder Limbo

Die Frage, ob „Eisernes Kreuz“ oder Lambda, ist, glaube ich, keine Frage des persönlichen Geschmacks.
In einer einschlägigen Untersuchung zum Thema „politische Heraldik“ während des politischen Kampfes der Zwischenkriegszeit ist von einer „Degradierung des Wortes zur Parole“ bzw. einer „Degradierung des Symbols zum Abzeichen“ die Rede; gerade im Zusammenhang mit unseren aktuellen Diskussionen zur sinnentleerten Schlagwortrhetorik im linksliberalen Spektrum wäre diese vergleichende Unterscheidung doch eine Überlegung wert.
Für mich ist das EK, ob in Form des Balkenkreuzes oder des „Tatzenkreuzes“ der Bundeswehr, Zeichen einer altehrwürdigen Tradition und somit beinah unantastbares Symbol. Dem hat nicht einmal die „Umerziehung“ etwas anhaben können.

Aber kehren wir zum Ausgangstext zurück und kommen damit vom Lambda zum Limbo.

Zitat:
„Der Linken muß der Zügel aus die Hand genommen und ein eigenes Narrativ gesetzt werden. (Ich bin pessimistisch).“
Perdon, Herr Lichtmesz, aber dieses Land IST rechts (Wien bleibt eine rote Hochburg, weil die Mehrheit - zurecht? - einen Rausverkauf a'la Schwarz-Blau 1 fürchtet).

Warum eine rechte Regierung (mehr neoliberal als national, aber sei's drum) nun ihr politisches Vorfeld opfert, sieht man spiegelbildlich am Verhalten der Schmidt-Regierung in Sachen Berufsverbote; damals galt halt alles Radikale von links als prinzipielle Gefährdung der Demokratie, die falsche Gesinnung reichte aus.

Wenn Herr Sellner dann aber noch glaubt einem Herrn Wöginger beipflichten zu müssen, dürfte bei diesen Verbiegungen bald der männliche Limbo-Rekord von 2010 (21,5 cm) unterboten werden.
Oder hat ein Herr Sellner doch mehr mit einem Herrn Rubaschow gemeinsam als gedacht?
Wieder eine links-rechts-Analogie, die niemand sehen will?

Zitat:
„Und er ist mittlerweile der nationale Buhmann, der Typ, der sich angeblich mit Attentätern und Terroristen auf ein Bier trifft, der seitenverkehrte Salafist, der Extremist, vor dem es dem braven, wohlmeinenden Bürger zu gruseln hat. Er soll als Diskreditierungsfigur aufgebaut werden; allein die Tatsache, daß er jemandem zustimmt oder jemand ähnliche Dinge sagt wie er, soll als Erledigungsgrund genügen.“
Das mag ja alles seine Richtigkeit haben, was aber eine Mehrheit an Sellner v.a. stört, ist sein Intellekt (zudem wirkt er in seinem Gesamthabitus als Dauerstudent fast links: vom bohemienhaften Lebensstil über die Diskussionslust bis hin zum polyglotten Lifestyle).
Oder ist Ihnen, Herr Lichtmesz, irgendjemand in Ö. bekannt, dessen intellektuelle Überlegenheit neidlos von der Mehrheit anerkannt worden wäre? Sie kennen ja die Sprüche des grantigen Wieners vom „G'scheiterl“. Oder anders formuliert: mit einem „Gust“ Wöginger aus dem Innviertel können sie höchstens darüber diskutieren, ob das „Heahnafuada“ (Hühnerfutter) im Raiffeisen-Lagerhaus billiger geworden ist.
Gäbe es noch echte Linke und keine Gesinnungsfreischärler mit Wohlfühl-Grinser wie Klenk, Thurnher, Rabinovici & Co würde man sich ja über Lagergrenzen hinweg respektieren. Aber so?

Zitat:
"Die Zeitungen wollen ihre Seiten mit aufregenden Schockern füllen, politische Kommentatoren und "Experten" brauchen Stoff zum Warnen, Mahnen, Alarmieren und Betroffensein. Das Risiko ist die Diffamierung und Verzerrung, die Chance ist die Aufmerksamkeit, die man auf seine wahren Ideen und seine wahre Stimme lenken kann."
Alles richtig, aber durch die beliebig-zynische „und jetzt...das Wetter“-Verkettung der Medien wird auch mittelbar allem wieder die Schärfe genommen. Und der mediale Wiedererkennungswert entspricht einem werbestrategischen Markenwert, also wieder Abzeichen (als Dauerpräsenz) vs. Symbol (eines notwendigen Sich-rar-Machens).

Ausweg?
Vermutlich doch irgendwann eine Parteigründung, spätestens dann, wenn die FPÖ (wie schon einmal) in einen linken (nationalen) und rechten (neoliberalen) Flügel zerbröselt.
Aber die Limbo-Stange wäre dann endlich entsorgt. Uff.

Liebling
19. September 2019 16:23

Ich bin neu hier und verstehe die Absichten einiger Kommentatoren nicht ganz.

Thema des Artikels:
Der österreichische Wahlkampf mit Fokus auf der identitären Bewegung.
Themen der Hälfte der Kommentare:
Diffamierung der Symbols der IB als "Ersatzhakenkreuz" und als klares Indiz, dass die IB einen erstickenden Kollektivismus wolle, obwohl die IB ja dezidiert eine 1-Thema-Bewegung ist, die keine Aussagen zu irgendwas ausser der Überfremdung trifft.
Forderung, die IB müsse "christliches Gedankengut wirklich in ihre Theoriediskussion mit aufnehmen", obwohl Österreich ein weitestgehend säkularer Staat und damit Religion Privatsache ist und bestenfalls noch 5% der autochthonen Jugend religiös ist.
Wieso ergeht man sich sich in solchen unproduktiven Abschweifungen? Um die eigenen Theoriekenntnisse in diesen Bereichen zur Schau zu stellen und so seine Eitelkeit zu befriedigen?

Wäre es den Seitenbetreibern vielleicht möglich, ein Forum zur Seite hinzuzufügen, in das solche Abschweifungen zur Weiterdiskussion verschoben werden, um den Diskussionsfluss zum Artikelthema nicht zu behindern?

Monika
19. September 2019 17:16

@ Laurenz
„Ich habe nicht mehr wirklich Lust, den Innern Widerspruch des globalisierten Christentums mit dem diametralen Eintreten für den Nationalstaat aufzulösen“.
Es geht hier nicht um Lüste, sondern um ernsthafte Grundlagendiskussionen. Wenn die IB kein Phantom bleiben soll, braucht es Klärung.
Als Norbert Hofer auf die Welt kam, so ist es in der Tagespost zu lesen, lebten in Österreich 20000 Muslime, heute sind es 800000. Dazu Hofer:“Der Islam war niemals ein Teil unserer Kultur und er wird niemals ein Teil unserer Kultur sein. Wir wollen unsere Werte nicht aufgeben! Es ist unser Land. ..Es braucht eine Partei, die alles tut, um diesen Trend zur völligen Veränderung unseres christl. Abendlandes entgegenzutreten.“
Im Programm der FPÖ ist zu lesen:
„Europa wurde in entscheidender Weise vom Christentum geprägt...und erfuhr seine grundlegende Weiterentwicklung durch Humanismus und Aufklärung...
Wir bekennen uns zu einem europäischen Weltbild, das wir in einem umfassenden Sinn als Kulturchristentum bezeichnen.“
Siehe auch:
https://www.die-tagespost.de/politik/aktuell/OEsterreich-vor-der-Richtungswahl;art315,201513

Laurenz
19. September 2019 17:37

@Liebling ... wundern Sie Sich nicht. Mehrheitlich halten sich hier Akademiker und Intellektuelle auf, was, wie Sie wissen, nicht dasselbe ist. Die Christen-Bande ist hier mit ca. 65% in der Mehrheit. Und davon die ca. die Hälfte macht Sich der Sünde der Kultur-vernichtenden Mission schuldig. Einige hier sind Agnostiker oder Atheisten, und ich als Heide, gehöre zur kleinsten Minderheit.

Venator
19. September 2019 18:15

@Liebling
Um die eigenen Theoriekenntnisse in diesen Bereichen zur Schau zu stellen und so seine Eitelkeit zu befriedigen?

Sehr gut, Sie sind zwar noch nicht lang hier, haben es aber schon verstanden. Im Grunde hat man bei vielen das Gefühl, die haben niemanden mit dem Sie reden können und schreiben deshalb hier ganze Aufsätze nieder.
Hr. Kubitschek hatte vor kurzem dazu etwas gesagt und man war natürlich "not amused". Auch mit der ironischen Nachbemerkung dazu, konnte man offenbar nichts anfangen.
Also einfach munter bleiben.

Monika
19. September 2019 20:13

@Laurenz @Liebling
in Österreich leben ca. 10 Prozent Moslems ( Anteil steigt weiter) . Diese leben ihre Religion nicht im Privaten und setzen ihr Eigenes durch.
Was soll man dem entgegensetzen?
Die wenigen Identitären werden das Steuer nicht rumreißen können. Da sollte man sich keine Illusionen machen.
Vielleicht ist die Symbolik David gegen Goliath aussagekräftiger.

Benno
19. September 2019 20:43

@ Zeitschnur

Vielleicht hat sich die IB auch für das Lambda und gegen die attische Eule entschieden, weil man bei zweiterem noch auf die Idee kommen könnte, die IB fordere so etwas wie direkte oder sogar radikale Demokratie, was dann ziemlich schnell extrem viel Gegenwind von Seiten des Establishments gebracht hätte. Wie wohltuend und unseren heutigen politischen Systemen doch meist viel näher ist da die spartanische Verfassung, die nebst dem Doppelkönigtum auch einen ältesten Rat hatte und ein paar Ephoren, die dann der Volksversammlung nur noch die unwesentlicheren Dinge zur Abstimmung vorlegen mussten.

Im Ernst; muss hier immer wieder über Nichtigkeiten gesprochen werden? Eine Jugendbewegung braucht einen gewissen Wiedererkennungswert, da ist doch ein Logo nichts verkehrtes. Wieso etwas funktionierendes ändern, weil sich ein paar Gelehrte unwohl dabei fühlen? Sollen sie eine Pille schlucken.

Erfreulich ist doch, dass die IB, wie ML feststellt, in Österreich zu einem politischen Faktor geworden ist und nicht nur für ein paar Gruseldokus - irgendwann abends um halb zehn - im Fernsehen hinhalten muss, wie das bei patriotischen/rechten Jugendbewegungen bislang immer der Fall war.

Gracchus
19. September 2019 21:12

1. Wahrscheinlich @Liebling schweifen die Foristen ab, weil Lichtmesz mit der ihm eigenen analytischen Schärfe alles Wesentliche zu dieser Chose gesagt hat. Das immer wieder Verblüffende daran ist: Das Spiel von ÖVP/FPÖ scheint aufzugehen, obwohl es doch so durchschaubar scheint.

2. M. E. haben Sie @Monika die richtige Frage aufgeworfen, was die Schnittmenge zwischen Christen und Rechten. M. Wie @zeitschnur bin ich der Ansicht, dass das Christentum nicht-kollektivistisch ist. Kollektive funktionieren für mich nach dem Sündenbockmechanismus, wie ihn zum Beispiel Rene Girard beschrieben hat. (Aktuell werden Rechte zu Sündenböcken gemacht, die "weltoffene" Gesellschaft braucht solche Sündenböcke, um ihren Zusammenhalt zu sichern.) Zwar gehe ich nicht davon aus, dass @Laurenz für alle Rechten spricht, aber ich bin Ihnen @Laurenz dankbar, dass Sie ihre kollektivistische Ideologie so offen aussprechen, weil mir dadurch meine Vorbehalte gegenüber der Rechten bewusst werden, und da sage ich: Nein, danke. Auch dieser Hass auf alles vermeintlich Schwache, der natürlich nur aus der Angst vor der eigenen Schwäche resultiert, weil es in einer sozialdarwinistischen Welt ohne Gott natürlich keine Gnade gibt, die sich der Schwäche erbarmt, sondern nur das Recht des jeweils stärkeren Kollektivs, ist mir zutiefst suspekt, eben weil diese Sichtweise keine Gnade kennt.

3. Ich stimme Ihnen @zeitschnur wie meistens zu, wenn Sie sagen, dass Christentum geht vom Einzelnen aus. Aber: Ich glaube nicht, dass nur ausserhalb der Kirche eine authentische Bezugnahme auf Jesus möglich ist. Da ich an den auferstandenen Christus glaube, glaube ich, dass Christus entscheidet, wo authentisch auf ihn Bezug genommen wird. Ich würde eher umgekehrt sagen, dort, wo authentisch Bezug auf Christus genommen wird, ist Kirche. Denn auch wenn es immer der Einzelne ist, an den der Ruf ergeht, führt dieser Ruf doch nicht in die Vereinzelung, in die Atomisierung, sondern in die Gemeinschaft. Ein Eremit zum Beispiel befindet sich m. E. auch in dieser Gemeinschaft.

Simplicius Teutsch
19. September 2019 21:43

Vor Martin Sellner kann ich nur den Hut ziehen. Er macht Schlagzeilen. Er ist unser Mann im Ring und im Scheinwerferlicht. Und er hält sich großartig. Klug, souverän auch bei politischen Tiefschlägen, wie demütigenden Hausdurchsuchungen, oder bei plumpen medialen Schlägen unter die Gürtellinie, z.B. in „Fellner Live“ auf Youtube (sehenswert!), wo er stellvertretend für die „Gesinnungsfreundin“ Ursula Stenzel eingeladen und eingesprungen ist („Gedenken 1683“), nachdem dieser FPÖ-Politikerin ein Maulkorb von ihrer Partei verpasst wurde.

Martin Sellner: Einer standhaft gegen alle. Ich halte das Sparta-Symbol passend für die Identitären. Sellner ist im aktuellen Wahlkampf der österreichischen Innenpolitik zum ständigen Thema in den Politiker-Interviews und Nachrichten (ORF) geworden und zu einer Person aufgestiegen, an der sich die Geister scheiden.

Ich kann nur hoffen, dass Martin Sellner weiterhin mit soviel Geduld, Friedfertigkeit trotz der Schmutzkübel-Angriffe auf seine Person und mit Nachsicht für die lauen und ängstlichen Patrioten seinen Weg geht und dabei nicht unglücklich wird.

limes
19. September 2019 21:55

Wer der IB Empfehlungen hinsichtlich ihrer Symbolik gibt, sollte auf ebenbürtige gedankliche Grundlagen, Taten und Wirkungen verweisen können.

heinrichbrueck
19. September 2019 22:14

"Wahlkampf mit dem identitären Phantom". Nicht mit den Identitären. Nicht mit den Lakedaimoniern (Lambda). Mit einem Trugbild. Ein Wahlkampf ist kein Wahrheitskampf, kämpfen Trugbilder auf der politischen Bühne, um eine Verschleierungsrolle im Dienste einer totalitären Struktur zu besetzen. Das Märchen von der demokratischen Freiheit, den Marionettenwählern ins Gehirn gebrannt, verliert durch Lebensentzug kontinuierlich an Beständigkeit. Mehr Extremismus gegen das Eigene geht eigentlich nicht. Stattdessen wird einem geschaffenen Trugbild Vergangenheitsextremismus attestiert, mit einem negativen Kraftfeld aufgeladen, als Beschäftigungstherapie und Ablenkungsmanöver, wie in einem Kindergarten für Erwachsene. Schließlich wollen alle etwas. Es dann aber zu bekommen, und wie, eine ganz andere Frage ist. Kurz, dessen Gesicht die pure Macht ausstrahlt, wahrscheinlich sieht demokratische Macht so aus, möchte die identitären Österreicher verbieten lassen. Also, warum wählen die Österreicher ihre Abwahl, gleichgültig, wen sie wählen?

"Es braucht eine Partei, die alles tut, um diesen Trend zur völligen Veränderung unseres christl. Abendlandes entgegenzutreten."

Diese Begegnung könnte interessant werden. Diesen Zusammenschluß braucht es wirklich. Und, versteht der Wähler dieses Ansinnen?

„Europa wurde in entscheidender Weise vom Christentum geprägt...und erfuhr seine grundlegende Weiterentwicklung durch Humanismus und Aufklärung...
Wir bekennen uns zu einem europäischen Weltbild, das wir in einem umfassenden Sinn als Kulturchristentum bezeichnen.“

Was für ein liberaler Nihilist.
Das Christentum wird dem globalen Kredit- und Finanzsystem niemals gewachsen sein.

Achterndiek
19. September 2019 22:24

@ Gracchus

"Zwar gehe ich nicht davon aus, dass @Laurenz für alle Rechten spricht, aber ich bin Ihnen @Laurenz dankbar, dass Sie ihre kollektivistische Ideologie so offen aussprechen, weil mir dadurch meine Vorbehalte gegenüber der Rechten bewusst werden, und da sage ich: Nein, danke. Auch dieser Hass auf alles vermeintlich Schwache, der natürlich nur aus der Angst vor der eigenen Schwäche resultiert, weil es in einer sozialdarwinistischen Welt ohne Gott natürlich keine Gnade gibt, die sich der Schwäche erbarmt, sondern nur das Recht des jeweils stärkeren Kollektivs, ist mir zutiefst suspekt, eben weil diese Sichtweise keine Gnade kennt."

Gehen Sie womöglich als egalitaristischer Linker davon aus, daß es keine tatsächlichen Schwächen gibt, sondern lediglich vermeintliche?

Der Begriff "Haß" wäre einen eigenen Diskussionstrang wert. Hier nur zwei Stichpunkte.
1) Heutige Formate wie "Haß" ("hate"), "Haßrede" ("hate speech") und Haßverbrechen ("hate crime") verdanken wir wie alles Gute unseren Befreiern aus den VSA.
Wer die Herkunft genauer wissen will, dem empfehle ich die Recherche im Weltnetz, ist nicht schwer zu finden.
2) So wie die Liebe eine erhöhte Form der Zuneigung ist, ist der Haß eine gesteigerte Form der Ablehnung. Hassen tut man in der Regel das, was die Objekte der Liebe bedroht, z.B. die eigene Familie oder das eigene Volk.
Dabei ist zu bemerken, daß in aller Regel eine Präferenz eine positive Zuwendung ist, keineswegs eine negative, wie von Kulturmarxisten gedeutet, man heiratet die Doris aus Liebe und nicht deshalb, um der verschmähten Petra eins auszuwischen.
Die starke Abneigung (Haß) ist eine zentrale Komponente eines jeden Selbsterhaltungstriebes.
Jedwede Gemeinschaft gründet und tradiert sich über Präferenz/bzw. Ausgrenzung/Abneigung. Dieser gehört dazu, da er das Gemeinwohl befördert, jener nicht, da er dem Gemeinwohl Schaden zufügt.

Das Gewähren von Gnade ist nur dort relevant, wo jemand Macht besitzt, um diese auch liefern zu können. Daß ein Nichtgottgläubiger (zu denen gehöre ich nicht) diese nicht gewähren kann, ist eine äußerst kühne These eines Küchenpsychologen.

Fredy
19. September 2019 22:36

@Gracchus

Bleiben Sie weiterhin bei uns. Die scheinbar Radikalen - die Ewiggestrigen, rückwirkende Kriegsgewinner, IQ-Fetischisten, Darwinisten, Odinsjünger ... u.a.m. - , beißen nicht, die tun nur so. Sie mussten auch viel erleiden, in den letzten Jahrzehnten. Und sie gleichen etwas aus, was ausgeglichen werden muss. Mosaikrechte. Da gehören sie dazu. Sie auch. Toleranz!

Gracchus
19. September 2019 22:36

@Monika
Das sollte tatsächlich geklärt werden. Ich meine, es müsste aber genauso geklärt werden, wie christliche Politik überhaupt aussehen kann, eingedenk des "Mein Reich ist nicht von dieser Welt." Der Weg zu einem Integralismus wie im Islam ist daher nicht (mehr) möglich. Das Christliche verliert, wenn es sich politisch instrumentalisieren lässt. Privatisierung ist aber ebenfalls keine Option.

Laurenz
19. September 2019 22:44

@Monika .... Sie haben mich nicht verstanden. Für mich sind abrahamitische Relgionen inklusive des Marxismus ein und dieselbe Soße. Alle diese Religionen wurden mit gewalttätiger Mission oder von oben durchgesetzt, Bildung monopolisiert, verbunden mit zentralistischer Macht-Struktur. Ihre Ahnen, Monika, wurden von den Christen und Mohammedanern mit dem Schwerte gemessen, wurden nicht freiwillig Christen.
Alle diese Religionen sind sich deshalb so ähnlich, weil sie ausnahmslos jüdische Erfindungen sind.
Von daher hat uns das Christentum entartet, negativ beeinflußt. Wir wären ohne schon viel weiter. Den Orientalismus des Christentums können Sie leicht an den Klamotten von kirchlichen Würdenträgern oder Klosterbewohnern erkennen. Das hat mit uns Hosenträgern nicht das geringste zu tun, diese Glaubensanschauungen sind artfremd und globalistisch.

@Gracchus .... ich weiß nicht, was Sie gelesen haben. Aber natürlich ist das Christentum ein globales Kollektiv. Immerhin finanziert ja auch jeder Ungläubige hier die antike Bolschewisten-Nummer mit.
Wenn Sie jemals einen Beitrag von mir gelesen haben, werden Sie wissen, ich bin Föderalist, gerne auch Sezessionist und trete für mehr Bürger-Verantwortung ein. Daß Sie bigott Ihr Leben fristen -, und auch zu den Guten gehören wollen, ist Ihre persönliche Angelegenheit. Aber wenn sich der Mehrheit des Deutschen Volkes für eine absolute Säkularisierung, zumindest für strikte Trennung von Kirche und Staat ausspricht, sollten Sie und Ihre Christen-Freunde Ihre Meinung für Sich behalten, denn wir wollen doch Wahlen gewinnen, oder?
Es lebe die Freiheit!

Fredy
19. September 2019 23:05

Gerade die, die stets von ihren Ahnen und dem Ahnenerbe schwärmen, lehnen seltsamerweise deren Religion ab, so als ob sie zu blöd gewesen wären das Richtige zu glauben. Warum aber dann die Verehrung? Das Christentum ist sicher wesentlicher für die europäische Kultur als das Heidentum. Und mit heutigem Christentum hat das historische Christentum nahezu nichts mehr gemein, wenn man es nicht am persönlichen Glauben sondern an der Lehre und den Protagonisten ausmacht. Die heutigen Heiden werden es ihren Ahnen nie verzeihen, dass diese (meist) freiwillig Christen geworden sind.

RMH
20. September 2019 06:43

Wenn es um Glauben und Religion geht, werden die meisten Beiträge zumeist sehr schwach - nur wenige können zumindest im Rahmen einer (ihrer?) Glaubensrichtung halbwegs stringent argumentieren. Mal wieder den Vogel abgeschossen hat @Laurenz mit bspw.

"Ihre Ahnen, ..., , wurden nicht freiwillig Christen.
Alle diese Religionen sind sich deshalb so ähnlich, weil sie ausnahmslos jüdische Erfindungen sind.
Von daher hat uns das Christentum entartet, negativ beeinflußt. Wir wären ohne schon viel weiter. Den Orientalismus des Christentums können Sie leicht an etc., …. diese Glaubensanschauungen sind artfremd und globalistisch."

Sowas in der "Art" habe ich zuletzt in einem öffentlichen Internet-Forum bei Gesamtrechts (R.I.P.) von einem sich immerhin dazu offen bekennenden (dort waren die Leute noch recht offen, mit der Selbst-Etikettierung) Ludendorffer gelesen. Meine liberale Grundhaltung lässt mich nun nichts gegen Ludendorffer haben, alleine für die Formulierung "induziertes Irresein" hätte Mathilde von K. eigentlich einen Literaturpreis verdient, aber dennoch frage ich mich bei manchem schon, ob er auch mal ansatzweise über Sätze nachdenkt, bevor er hier was raus haut. Alleine so Geschwurbel wie "jüdische Erfindungen" … bitte mal kurz nachdenken. Das "Judentum" hat sicher nicht "das Christentum" "erfunden". Die ersten Christen waren Juden und das fanden die Religionsführer "der Juden" (faktisch bereits damals ein komplett zerstrittener Haufen mit Sekten etc.) gar nicht so witzig und wie das endete, wissen wir alle ...

Laurenz
20. September 2019 07:09

@²Fredy ..... Sie sehen doch wohin es führt, wenn man, wie Sie, die Geschichte ignoriert und offensichtlich dem Wahnsinn verfällt. Was Sie schreiben, ist historisch schlicht falsch. Sie lügen Sich Selbst in einer Lebenslüge und uns an.

Mein Lieblings-Dom ist der Limburger Dom, noch mit romanischen Anteilen in seinem Antlitz, sieht er aus, wie ein mittelalterlicher Harlekin. Gern, Fredy, laufe ich mit Ihnen durch die Limburger Altstadt um Ihnen das totalitäre Verhältnis von Stadtbewohnern in ihren ärmlichen Fachwerkhäusern zum Domherren aufzuzeigen. Daran hat sich auch in der Neuzeit nichts geändert. Welcher Bürger hätte schon über 30 Mio. Euro über, bezahlt von den Schäflein (ein Synonym für besondere Intelligenz), um sich ein neues Bischofs-Palais bauen zu lassen?

Ein Heide braucht keinen Dom, und hätte Schulen gebaut.

Wie sagte der Papst zum König?"Du hälst Sie arm, ich halt Sie dumm"!
Ich bin nur insofern ein Freund Luthers, weil er unserem Volk mit seinen vielen schönen Dialekten eine nationale Einheit in der Sprache gab. Sonst halte ich den Protestantismus in seiner Entwicklung, vor allem in der Mission, für noch wesentlich unmenschlicher und gefährlicher als die Katholen, die gnädig Feuer und Schwert predigten. Die Protestanten brachten ihren geisteskranken Virus in die Welt. Ich hatte mal die Ehre einen alten Soldaten und Ritterkreuz-Träger kennenzulernen, der 1914 in Xingdao (Tsingtau) als Sohn eines deutschen Missionars geboren -und 1922 nach Deutschland deportiert wurde. Er konnte noch im Alter chinesisch sprechen.
Wieso muß man die Hirne anderer Kulturen verseuchen, reicht es nicht, wenn Ihres, Fredy, verseucht ist? Die Chinesen waren schon lange vor Ihrem Wüsten-Mao Jesus eine Hochkultur und brauchen Ihre ewige Verdammnis so viel wie einen Kropf. Niemand hat etwas dagegen, wenn Sie im Büßerhemd auf Ihren Knien vor Ihrem Nomaden-Gott herum rutschen. Aber hören Sie auf, unsere Kinder geistig zu mißbrauchen.
Und daß Luther Erfolg hatte, und die Bauern 1525 aufstanden, kommt doch nicht von ungefähr.
Ich will nicht gegen die Kreuzzüge schreiben. Es war der einzige Versuch jemals gegen die vorrückenden islamischen Monster vorzugehen, aber die Kreuzzüge sorgten dafür, daß die meisten freien Bauern Unfreie wurden.
Römische Zivilisation basierte auf der Unfreiheit einer Sklavenkultur. Dann doch lieber unzivilisiert arm, aber frei. Das sahen einige unserer Vorfahren vor 2.000 übrigens genauso. Deswegen sprechen wir heute deutsch und nicht schwules Französisch. Dafür hat Arminius/Hermann noch heute unsere Dankbarkeit und das Andenken verdient.
Sie, Fredy, sind ein Globalist und daher undeutsch. Aber das ist Ihre Privat-Angelegenheit. Aber der ewig gestrige Versuch unser Volk wieder unter die Knute der Religion zu pressen, können Sie bitte in der politischen Agitation weglassen. Wenn ich die nächste Zeit nach Thüringen fahre um Wahlkampf zu machen, werde ich auch nicht über die Edda sprechen und Thor übers Land ziehen lassen. Wer will schon den ganzen Tag auf einem Marktplatz im Regen stehen.

ML: Jetzt wieder zurück zum Thema bitte.

Monika
20. September 2019 08:35

@Laurenz
„Wir wären ohne Christentum schon viel weiter“ . Was heißt weiter und wo denn ? Es gab im letzten Jahrhundert zwei „Großversuche“ mit antichristlichen Totalitarismen, einer davon heidnisch konnotiert, die „deutsche Herrgott-Religion“ ( Theodor Haecker) . Das dauerte nur 12 Jahre und hat uns nicht weitergebracht, sondern in den Untergang geführt. Auch der Real-existierende Sozialismus, eine Art säkulares Christentum ( Errichtung des Reiches Gottes auf Erden) hat uns nicht weitergebracht. Der Traum vom Reich Gottes auf Erden besteht allerdings weiter, heute in Form der Klimareligion, einer Pseudo- und Ersatzreligion, mit einem naiven Gretaglauben. Diese Umweltbewegung wird derzeit stark von „antikapitalistischen“, technikfeindlichen Endzeitpropheten unterwandert ( extinction rebellion) , gemeint ist eine Rebellion gegen das Ausssterben, nicht gegen das Aussterben der Völker Europas durch den großen Austausch, sondern das Aussterben einer nicht existierenden abstrakten Menschheit.
Zur gleichen Zeit findet morgen der „christliche Marsch für das Leben“ ( gegen Abtreibung) in Berlin statt. An diesem Marsch nehmen immerhin auch drei deutsche Bischöfe teil.
Zur gleichen Zeit überwerfen sich die Bischöfe. Der synodale Weg und Maria 2.0 führen zur Spaltung der deutschen Katholiken und einem Streit mit Rom.
Will heißen: im Moment zerfallen jegliche staatliche/ kirchliche/ familiäre/ kulturelle Strukturen. Und alle möglichen und unmöglichen pseudoreligiösen Strömungen suchen das Vakuum zu füllen.
Und um zur Parteipolitik zurückzukommen. Das im FPÖ Programm aufgenommene Kulturchristentum, weiterentwickelt durch Aufklärung und Humanismus) ist natürlich nicht die letztgültige Antwort auf die „Geistige Situation der Zeit“. Aber ein Versuch, das Eigene zu bewahren, soweit das in der Politik überhaupt noch möglich ist. Hier hat Herr Sellner sicher einiges geleistet. Wie Maiordomus sehe ich Martin Sellner eher im machtpolitischen Feld als im metapolitschen oder gar im philosophischen Vorfeld. Seine Souveränität in medialen Stahlgewittern ist beeindruckend. Köstlich, wie er Fellner um den Finger wickelt. Da kann Björn Höcke nicht mithalten.
Und jetzt alles Gute nach Schnellroda zu einem spannenden Wochenende!
Gruß Monika

Fredy
20. September 2019 08:48

@Laurenz

Ich weiß, es ist untypisch, aber ich verteidige nicht nur das Eigene. Ich bin gar kein Christ. Und undeutsch? Da hab ich was für Sie:

Neulich deutschten auf deutsch vier deutsche Deutschlinge deutschend, Sich überdeutschend am Deutsch, welcher der deutscheste sei. Vier deutschnamig benannt: Deutsch, Deutscherig, Deutscherling, Deutschdich: Selbst so hatten zu deutsch sie sich die Namen gedeutscht. Jetzt wettdeutschten sie, deutschend in grammatikalischer Deutschheit,
Deutscheren Komparativ, deutschesten Superlativ.
»Ich bin deutscher als deutsch.« »Ich deutscherer.« »Deutschester bin ich.« »Ich bin der Deutschereste oder der Deutschestere.« Drauf durch Komparativ und Superlativ fortdeutschend, Deutschten sie auf bis zum - Deutschesteresteresten, Bis sie vor komparativistisch- und superlativistischer Deutschung Den Positiv von deutsch hatten vergessen zuletzt.

Also Laurenz, was ich mein ist, dass Sie den Mensch in seiner Verschiedenheit nie verstehen, weil Sie das nicht wollen und mit begrenztem Verstand zudem nicht können. Leben Sie weiter in Ihren einfachen schwarz-weißen Verhältnissen. Nur, vielleicht schreiben Sie etwas weniger hier, damit das Kommentariat wieder übersichtlicher wird.

KlausD.
20. September 2019 09:37

@Monika 19. September 2019 20:13
"Was soll man dem entgegensetzen?"

Tja, gute Frage, das Christentum jedenfalls, oder besser gesagt der christliche Glaube, läßt sich wohl, zumindest in Deutschland, dazu nicht wiederbeleben.
Zu diesem Thema äußerte sich übrigens Theodor Fontane am 19.9.1853 (also vor über 150 Jahren!) in einem Brief an seinen Freund Bernhard von Lepel folgendermaßen:
"... das Volk hat nun mal den Christusglauben nicht mehr und Taufe, Confirmation, Abendmahl, wie jede andere äußerliche Bethätigung dieses Glaubens ... ist nichts anderes als Gewohnheit oder Polizei-Gehorsam ..."

zeitschnur
20. September 2019 10:21

Wenn ich darf, würde ich gerne doch noch @ Gracchus und @ Monika antworten:

Die Frage nach der "Identität" kommt um die Christentumsdiskussion kaum herum, jedenfalls dann nicht, wenn man Identität historisch und faktisch versteht.
Die politische Rechte hat das große Problem, dass sie in einigen Zirkeln diese Identität überhaupt erst neu erfindet und dabei romantische Schwärmereien vom alten Heidentum, Bruchstücken aus bestimmten Epochen der jüngeren Zeit verkitscht melangiert und vor allem den Geschmacksverstärker einer Ideologie vom eigenen Kollektiv dazu kippt, um dieses Gebräu überhaupt noch einigermaßen genießbar zu machen.

In dem Zusammenhang möchte ich doch das Buch "Kann nur ein Gott uns retten?" vom Autor des obigen Artikels empfehlen - nicht weil ich dessen Sicht in jedem Fall teile, sondern weil es exzellent geschrieben ist und in die gesamte Problematik der "Identität" sehr gut einführen könnte. Diejenigen hier, die die geistigen Realitäten, die wiederum nur intellektuell und auf der Basis einer gewissen akademischen Bildung verstanden werden können, so sehr unterschätzen, mögen eine narzisstische Kränkung erleben, weil andere sich über diese Dinge bereits mehr Gedanken gemacht haben als sie, und in durchschaubaren Schmähungen nach allen Seiten austreten - es hilft auch ihnen alles nichts, denn sie werden nicht darum herumkommen, sich diesen Fragen nüchterner zu stellen.

Wenn man nämlich erst einmal anfängt, zwar mit Leidenschaft, aber eben nicht emotional, nachzugraben, entdeckt man die Brüchigkeit unserer Kultur. Manchmal habe ich mich gefragt, aufgrund welches Wunders sie eigentlich immer wieder weiterbestehen konnte.
Sie steckt voller Paradoxien und unauflösbarer Widersprüche: Wer sind wir?

Ich weiß es nicht. Ich kann nur dies oder jenes nennen, aber es wird sich von den Eigenen genau davon immer einer distanzieren. Natürlich stellt sich dann die Frage, ob es überhaupt zielführend ist, Politik von "Identität", die man nicht definiert bekommt, zu denken, ob ein solcher Ansatz nicht von Anfang an schon für ein qualvolles kollektivistisches Konzept herhalten wird, in dem mir vorgeschrieben wird, was meine Identität ist.

Im Christentum hat sich über die Institution Kirche sehr wohl ein Kollektiv gebildet. Der als heroisch dargestellte Kampf gegen Gnostiker und Häretiker, Markionisten und Arianer etc. führt uns ein frühes Bild der (geistigen) Zwangskollektivierung im Geist vor Augen. Man hielt Vielfalt nicht aus. Warum nicht? Warum war das so wichtig, ob man nun an eine Trinität oder daran glaubt, dass Jesus "nur" ein erhobener Gottgesandter war? Ob wirklich das damals fast komplett arianische Abendland "freiwillig" zum Trinitarismus konvertiert wurde? Damals begannen die ersten christlichen Bücherverbrennungen: Konstantin ließ alles Arianische verbrennen und bestrafte den, der es noch versteckte, mit dem Tode. Das bedeutet schon damals Traditionsabbrüche innerhalb des Christentums, die wir nie mehr rekonstruieren können. Man hat alles vernichtet und sagte uns, das sei zu Recht geschehen, weil das Vernichtete „häretisch“ war. Und keiner von uns kann es beurteilen — eben weil wir es nicht mehr prüfen können.
Wie oft ist das geschehen? Ein heutiger Christ weiß nicht mehr, was von dem, was man uns tradiert hat, nicht Resultat vieler solcher radikaler und blutiger Traditionsabbrüche war. Erst ab dem 16. Jh konnte vieles nicht mehr unter der Decke gehalten werden.
Und immer wieder entdeckt man, dass die Gestalt der Evangelien, dieser Jesus, mit dem, was sich heute als "Jesus" ausgibt, kaum in Einklang gebracht werden kann.
Ja - sein Reich ist nicht von dieser Welt, bzw er sagte ja „nicht von diesem "kosmos"“, d.h. nicht von diesem "System". Er meinte mit „kosmos“ das „System“ dieses „aoins“, dieser Weltzeit.

Das heißt, wer auftritt und in diesem System dieser Welt sein Reich vorgibt zu errichten, ist nicht von IHM... das Königreich Gottes ist vorerst im "Schon und noch nicht", in den Herzen und strahlt bereits von diesen Menschen ab in den „kosmos“.

Und, @ Gracchus, die Gemeinschaft (nicht das Kollektiv) schafft der Heilige Geist, der auch als alleiniger Lehrer verheißen ist (nicht ein Lehramt oder die zahlreichen Lehrer!). Wenn die Kirche behauptet, Petrus sei mit dem „Magisterium“ beauftragt, obwohl Jesus deutlich anwies an Petrus: „Ihr sollt euch von niemandem Magister nennen lassen, nur einer ist eurer Lehrer, ihr aber seid alle Brüder….“, dann hat sich diese Kirche ins Gegenteil zu diesem Jesus Christus gesetzt, auch wenn an es kaum übers Herz bringt, das zuzugeben als Katholik. Ich verstehe die Rede Jesu so, dass dieser Geist die Brüder und Schwestern zusammenführt. Man muss da gar nichts "errichten".

Bloß: ließe sich auf letzteres Politik aufbauen? Heißt Christentum, sich im eigenen Glauben mehr als möglich zurückzunehmen und gleichzeitig dennoch aufgrund des Glaubens das Beste für die Gemeinschaften zu geben, in die man hineingeboren ist oder in die man geführt wird?

Manchmal denke ich, wir erleben eine gewaltige Entschleierung der Dinge, gerade durch das Internet und die schnelle Datenübermittlung. Es gab so etwas noch nie für die ganze Menschheit. "Entschleierung" heißt auf Lateinisch entweder "revelatio" oder... "apocalypsis": Apokalypse.
Wir alle, egal wo wir stehen, merken, dass fast nichts so ist, wie man es uns gesagt hatte. Es ist eine Apokalypse.
Und nun suchen wir nach Orientierung.

Manche krallen sich verzweifelt an die Planken des untergehenden Schiffes, die anderen springen gleich ins offene Meer und wieder andere versuchen fieberhaft aus bereits abgefallenen Trümmern ein Floß zu zimmern.
Und ich? Sie werden lachen, was ich tue, aber es ist die Wahrheit: ich rufe zu Gott.

Laurenz
20. September 2019 10:58

@Monika ..... Herr Kaiser schreibt hier über die Situation in Österreich. Dort ist Wahlkampf. Und Sie bringen hier Ihr tausendjähriges Versagen unterm Kreuz in die Debatte. Das will niemand wissen, schon gar nicht in Österreich und auch nicht in Deutschland. Haben Sie das nicht gelesen, was @Liebling schrieb? Das Kreuz bestimmte die europäische Welt. Mir hauen Sie dann 12 Jahre um die Ohren, in denen Deutschland von anderen international bestimmt wurde. Was ist daran denn ein Argument? Der Österreicher Hitler war Katholik. Auch das haben Sie nicht gelesen. Von daher verschonen Sie mit Ihrer Liturgie für für diejenigen, welche arm im Geiste sind. Das ist ein Beleidigung gegenüber dem menschlichen Geist.
Die jungen Herrschaften der Identitären werden sich selbst überlegen, was sie tun wollen oder können.

Neander vom Thal
20. September 2019 14:30

Leute, Leute!! Das Lambda opfern? Wozu und für wen?
Selbst wenn die Identitären ein rosa Schweinchen als Zeichen hätten, selbst wenn Sellner, Höcke oder Kubitschek die Zehn Gebote vor der Kirche vorlesen. Der Gegner findet immer Angriffspunkte. So ist das nun einmal mit Gegnern. Hin und wieder lese ich hier
Vorschläge zur Verleugnung von Teilen unserer Sache. Das ist immer der erste Schritt zur Selbstverleugnung. Konsequenz daraus? Der politische Kampf wird lauwarm geführt. Bei einigen schlauen Leuten las ich, daß wir nicht in einer Zeit für lauwarme Lösungen leben. Dem kann ich nichts hinzufügen.

P.S. Ist nur eine Reaktion auf einige Kommentare.
Den Artikel von Lichtmesz fand ich sehr gut.

Andreas Walter
20. September 2019 15:28

Ich freue mich für Martin Sellner und seine Frau, dass er jetzt um die etwa 100.000 Anhänger hat, die ihn und seine hoffentlich bald kleine Familie notfalls sogar im Ausland unterstützen.

Das ist alles, was derzeit von der IB noch übrig, zu sehen, mir bekannt und unterhaltsam ist. Moderner Zeitchronist und Journalist wird er darum wohl werden, hier und da auch mal Autor, denn YouTube killed the TV star wie vormals MTV den radio star.

https://youtu.be/W8r-tXRLazs

Ein paar schöne Erinnerungen werden bleiben, wir haben sie ja alle miterlebt.

Die "Grünen" haben immerhin derzeit 4 junge Gesichter zu bieten, und bauen gerade das 5. auf: Leonie Bremer, 22, Vegetarierin seit dem sie 7 ist. Mehr "Gutmensch" geht kaum, ausser in Indien, da essen die meisten selten Fleisch, und wenn auch kein Rind. Top CO2-Bilanz also auch dort, bei den Slumdog Millionaires (der Indische Traum, analog zum american dream).

https://youtu.be/VAMU1CqFKvc

Bestimmt.

Der_Juergen
21. September 2019 09:32

@Laurenz

Könnten Sie nicht endlich mal eine möglichst lange schöpferische Pause einlegen? Die Mehrheit der Foristen würde es Ihnen danken. Es gibt ja noch andere Foren, wo Sie sich austoben können. Zumal ein Zusammenhang mit dem jeweiligen Thema bei Ihnen meist nicht ersichtlich ist.

ML: Sekundiere.

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