Sezession
21. Mai 2019

Straches Sturz und die Macht der Medien

Martin Lichtmesz / 41 Kommentare

Die blaue Regierungsbeteiligung war so etwas wie der "österreichische Brexit", und seither versucht man, das unerwünschte Wahlergebnis rückgängig zu machen.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Es war, wie Martin Sellner auf Twitter schrieb, "Lehrbuchbeispiel eines nackten politischen Erfolgs", ähnlich der Wahl Donald Trumps im Jahr 2016, "nackt" also ohne die Stütze etablierter metapolitischer und meinungsbildender Mächte, vor allem der Massenmedien.

Die türkis-blaue Koalition ist Geschichte, zusammengekracht in nur wenigen Tagen. Vizekanzler Strache ist unter Schimpf, Schande und Hohngelächter zurückgetreten, gefolgt von dem kuschelig weichgespülen Norbert Hofer als neuem Parteichef, Bundeskanzler Kurz hat bei Bundespräsident Alexander van der Bellen beantragt, Innenminister Herbert Kickl, den wahren blauen "König" dieses Schachspiels, seines Amtes zu entheben (was heute geschah), die FPÖ droht, sämtliche ihrer Minister zurückzuziehen, und dem Bundeskanzler selbst steht ein Mißtrauensvotum durch FPÖ und SPÖ bevor. Kurz ordnete Neuwahlen für September an, die allerdings kaum eine Rückkehr zum guten, alten Schwarz-Rot bringen werden. Alles in allem scheint der Kurs momentan auf Blindflug zu stehen.

Es ist bezeichnend, daß diese Regierung mit "demokratischen" Mitteln nicht zu besiegen war. Es mußten schärfere Geschütze aufgefahren werden. Eine massive politische Manipulation war notwendig, mit klandestinen, professionell eingesetzten Mitteln, derer sich in der Regel nur Geheimdienste und "Tiefenstaaten" bedienen. Namhafte bundesdeutsche Medien machten sich zu willigen Komplizen, um in die Politik eines Nachbarstaates einzugreifen. Sie zeigten sich einmal mehr in ihrer Rolle als politischer Machtfaktor ersten Ranges, ja als - in diesem Fall grenzüberschreitende - "Nebenregierung" (Arnold Gehlen).

Der EU-Wahlkampf wurde in Österreich seitens der Medien schon seit Monaten äußerst schmutzig geführt. Hauptzielscheibe war dabei die FPÖ als praktisch einzige Brüssel-kritische Partei. Die erste große Kampagne lief im März/April: Hier wurde die Identitäre Bewegung, insbesondere deren Kopf Martin Sellner, als Billardkugel benutzt, um die Partei via "Kontaktschuld" zu versenken. Die Munition ging allerdings rasch aus, und so wurden weitere rufschädigende Skandälchen inszeniert: das Braunauer "Rattengedicht", ein dämliches Plakat, und am Ende wurde eine ganz besonders seriöse Quelle namens Gottfried Küssel ausgegraben, um Strache anzupatzen.

All dies nutzte wenig. Die FPÖ überstand die "Identitären"-Krise ziemlich rasch, Strache ermannte sich nach einigen unglaubwürdigen Kriechereien und sagte dem "Bevölkerungsaustausch" dem Kampf an, Harald Vilimsky als EU-Spitzenkandidat brillierte in Fernsehdebatten und erzielte hervorragende Umfragewerte.

Doch dann wurde, eine Woche vor der Wahl, der Joker ausgespielt. In einer konzertierten Aktion der bundesdeutschen Medien Süddeutsche Zeitung, Spiegel und dem österreichischen Falter wurden etwa vier Minuten eines angeblich sechsstündigen, heimlich aufgenommenen Videomitschnitts vom Juli 2017, veröffentlicht, pädagogisch eingebettet in die Erläuterungen und Kommentare der stolzen Aufdecker.

Die Geschichte von "Ibizagate" muß ich hier wohl nicht nochmal groß wiederholen. Kurz zusammengefaßt: Das Video zeigt Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus in einer intimen, konspirativen Runde bei Wodka und Redbull in einer Villa auf Ibiza, Gesprächspartner ist eine Dame, die sich als russische Oligarchentochter ausgab, Strache ist im Gockelmodus und phantasiert über mögliche Deals, die man abschließen könnte.

Etwa das Oligarchengeld in die Kronenzeitung zu investieren, um politischen Einfluß zu gewinnen, eine Firma "wie die  Strabag" zu gründen (zu deren aktuellen Hauptaktionären der russische Oligarch Oleg Deripaska, "Alpen-Soros" Hans Peter Haselsteiner und die ÖVP-nahe Raiffeisenbank gehören), der im Falle einer Regierungsbeteiligung Staatsaufträge winken würden (statt wie jetzt Haselsteiner), oder etwaige Spendengelder an die Partei über den Umweg gemeinnütziger Vereine am Rechnungshof vorbeizuschleusen.

Strache behauptet in diesem Video, daß letztere Praxis gang und gäbe sei. Glock, Heidi Horten, René Benko ("der die ÖVP und uns zahlt"), Novomatic hätten Wahlkampfspenden an FPÖ und ÖVP getätigt, und natürlich haben alle Genannten diese Behauptung umgehend dementiert. Strache betont jedoch, - nach Auskunft von Falter-Chef Klenk, der das ganze Video kennt, mehrfach - daß alles, was geschieht "rechtskonform, legal" sein "und mit unserem Parteiprogramm übereinstimmen" muß.

Natürlich handelte es sich hier um "Fake-Russen", die einen dicken Leim ausgelegt hatten.

So weit, so schlecht. Einige andere Ausschnitte wurden von dem obskuren Twitter-Account "kurzschluss14" geleakt, der schon in seinem Namen deutlich macht, daß er es nicht nur auf Strache, sondern auch auf den Kanzler selbst abgesehen hat, und der im Verdacht steht, mit dem "Zentrum für politische Schönheit" in Verbindung zu stehen. Auch Jan Böhmermann, der die Österreicher neulich als "acht Millionen Debile" bezeichnete (das hat er wohl aus Bernhards "Heldenplatz" abgekupfert) scheint das Skandalvideo schon seit geraumer Zeit zu kennen.

Ob noch mehr kompromittierendes Material veröffentlicht wird, ist derzeit ungewiß. Mag sein, daß sich darin auch einiges findet, das Kurz oder die ÖVP belastet. Was bisher zu sehen war, ist vermutlich nicht strafrechtlich relevant, und es hat auch keine konkreten Folgen gehabt. Ernsthaft schockiert wird darüber wohl nur derjenige sein, der sich ein äußerst naives Bild von der Politik hinter den Kulissen macht.

Wenn es etwa stimmt, was Strache über die Spendenpraxis mancher Firmen und Investoren sagt, dann hätte er nicht bloß die eigene Korruption, sondern diejenige des gesamten österreichischen Politikbetriebs offengelegt - denn wenn die ÖVP von derlei Transaktionen profitiert, dann die SPÖ und andere Parteien mit Sicherheit auch. An keiner Stelle des veröffentlichten Materials versucht er, Vorteile für sich privat auszuhandeln.

Alles, was er über die Medienmacht in Österreich und über die Schlüsselrolle der Kronen-Zeitung sagt, trifft im wesentlichen zu. Genau jene Zeitung, auf die er Einfluß nehmen wollte, hat er sich nun ironischerweise zum entschiedenen Feind gemacht. Indes: Ein Viertel der Krone wurde 2018 ebenso wie ein Viertel des Kurier von dem Immobilienspekulanten René Benko aufgekauft, der "zum 'innersten Kreis' und Netzwerk von Sebastian Kurz" (kontrast.at) gehört. Daß sich dies auch in politische Macht niederschlägt, sollte auf der Hand liegen.

Benko begleitet den Kanzler auch mal zu Reisen nach Kuwait, garantiert ohne jeglichen geschäftlichen Hintergedanken, dabei aber gewiß auf "die Türöffnerqualitäten des Regierungschefs" vertrauend. Wo Strache immer noch ein B-Movie-Dilettant ist, ist Kurz inzwischen ein Vollprofi.

Nun gibt es an Straches Verhalten vieles zu kritisieren, aber ich sehe nicht, daß er vorgehabt hätte, "die Republik zu verkaufen", was für einen Berufspatrioten und Ankläger eines korrupten Establishments natürlich besonders inkriminierend wäre. Ein besonderes "Geschmäckle" hat es gewiß, sich mit ausländischem Geld Macht und erst recht Medienmacht erschachern zu wollen, aber Straches russische Luftschlösser sind am Ende einer so gut wie ohnmächtigen Position entsprungen.

Er erhoffte sich hier offenbar Rettung aus einer schier ausweglosen Lage. Strache hat sei Jahr und Tag ein überwiegend globalistisch-rot-grün tickendes Medienkartell gegen sich, das eine ungeheure Macht ausübt, und sich metapolitisch derart tief in den Köpfen des Publikums eingenistet hat, daß die zum Teil krasse Parteilichkeit seiner Akteure und Meinungsmacher kaum mehr als solche wahrgenommen wird.

Deshalb kann sich der Fernsehmoderator Armin Wolf, das österreichische Pendant zu Georg Restle, allen Ernstes vor sich und der Welt als seriösen und objektiven Journalisten hinstellen, der tapfer gegen "Fake News" und die rechtspopulistische Gefahr ankämpft. Und wenn einmal Kritik an seinen demagogischen Methoden seitens der Angegriffenen laut wird, schreien er und seine hohepriesterlichen Gesinnungsgenossen in den deutschen Medien laut auf, "stilisieren sich zum Opfer": "Sakrileg! Die Pressefreiheit ist in Gefahr! Die Orbanisierung droht!"

Man muß nur eine beliebige aktuelle deutsche Zeitung aufschlagen, und es springt unmißverständlich ins Auge, daß die Kaste der Journalisten der FPÖ und den europäischen "Rechtspopulisten" insgesamt (Salvini, Le Pen, Orban...) explizit den Krieg erklärt hat, ihr wie einem Feind gegenübersteht, den es mit allen Mitteln zu bekämpfen gilt, auch mit Tricks wie "Ibizagate".

Heribert Prantl wäre hier ein prototypisches Beispiel:

Die Publikation dieses Videos war demokratische Pflicht. Es ging und geht um die Aufdeckung von galoppierender Skrupellosigkeit und von Kriminalität. Die Publikation des Videos war und ist Notwehr und Nothilfe. Sie ist Notwehr gegen die Vergiftung des Staates durch die FPÖ-Führer; und sie ist Nothilfe für die österreichische Demokratie. Das Strache-Video, der Strache-Rücktritt - das verändert den Europawahlkampf, nicht nur in Österreich. Mit diesem Skandal, mit diesem Rücktritt bricht der erste große Stein aus der Mauer des populistischen Extremismus in Europa. Das Rumpeln und Krachen des stürzenden Steins hören nicht nur die Wählerinnen und Wähler in Österreich, sondern auch die in Deutschland, Frankreich und Italien.

Was diese Feindbestimmung angeht, sind die deutschen Massen- oder Mainstreammedien so gut wie gleichgeschaltet. Von FAZ bis taz wird ein- und dasselbe Lied gesungen, in dem die "Rechtspopulisten" (oder "Rechtsextremen", ein Begriff, der schon auf Strache angewendet wird) stets die "Gefahr", die "Anderen", die "Antidemokraten" sind, denen gegenüber sich das medial erzeugte "Wir" kritisch bis ablehnend zu positionieren hat.

Dushan Wegner schrieb:

Die Berliner Meinungselite hat es de facto moralisch abgesegnet, dass Geheimdienstmethoden im Sowjetstil ein legitimes Mittel politischer Auseinandersetzung sind.

Das ist auch in Österreich wenig anders. Als die Kampagne gegen Martin Sellner und die Identitäre Bewegung lief, war keine einzige Zeitung imstande, auch nur die bloßen Fakten korrekt wiederzugeben. Das trifft auch auf die Kronen-Zeitung zu, die bislang vergleichsweise FPÖ-offen war und sich als zentristische, nationale Institution versteht, die möglichst das gesamte politische Spektrum des Volkes bedienen möchte.

Aber auch hier sind die Desinformation und die linksliberal-globalistischen Töne inzwischen sehr stark, und was an "Rechten" noch übrig ist (frühere Kolumnisten in der Ära Dichand waren "Staberl", Wolf Martin Bischof Krenn oder Andreas Mölzer), sind opportunistische "Cuckservatives" wie Richard Schmitt oder Boomer-Fossilien wie Michael Jeannée.

Dieselben Medien, die feiern, daß die Koalition mit undemokratischen, illegalen, geheimdienstlichen Mitteln gesprengt wurde, nennen Strache einen "populistischen Demokratieverächter ist, der plant, die Medienvielfalt abzuschaffen." Das ist Lichtmesz-Sommerfeld-Gesetz in Reinform. Es gibt in politischen Dingen jenseits der "alternativen" Medien, die zumindest in sozialen Netzwerken einen gewissen Einfluß haben, schlichtweg keine "Vielfalt" mehr. Und jeder Versuch der politisch Bekämpften und Marginalisierten, dieses Ungleichgewicht zu korrigieren oder auch nur zu kritisieren, wird sofort mit schrillen Alarmsirenen bedacht. Sie sagen "Pressefreiheit", und meinen ihre eigene Deutungshoheit und Vormachtstellung.

Insofern kann ich es nachvollziehen, wenn Strache zumindest in die illusorische Versuchung geraten ist, sich aus dieser Lage mit russischem Geld zu retten. Die nationale Politik (und Wirtschaft erst recht) ist zudem längst Spielfeld internationaler, globaler und globalistischer Akteure. Wenn zum Beispiel George Soros den zweitgrößten Radiosender Polens aufkauft oder in Wien seine aus Ungarn geflüchtete "Akademie" mit dem Segen des Bundeskanzlers aufbaut, dann bedeutet das internationalen politischen Einfluß, gegen den sich die Opposition ihrerseits internationale Verbündete suchen muß. Wenn die "patriotischen" Parteien Westeuropas von ihren un- und antipatriotischen Regierungen, die noch dazu an allerlei transatlantischen und transnationalen Riemen hängen, schikaniert und bekämpft werden, kann man ihnen kaum verübeln, wenn sie nach Hilfe von außen schielen.

Wenn überhaupt, dann zeigt gerade das Ibiza-Video, wie absurd die mediale Panikmache vor der angeblichen Putinsteuerung der westlichen "Rechtspopulisten" ist. Wenn die FPÖ tatsächlich so enge Verbindungen nach Rußland hätte, und die Russen so wahnsinnig an ihm interessiert wären, wäre wohl mehr zustandengekommen als die veröffentlichte dilettantische Kabarettnummer.

Darum noch ein paar Worte zu Strache. Viele Österreicher sind jetzt - ähnlich wie im Jahre Waldheim - im Trotzmodus und haben Mitleid mit ihm, fühlen sich trotz seiner Sünden solidarisch. Till-Lucas Wessels hat es verstanden. Was er getan hat, war dumm, aber seine Feinde sind Feinde der Gesamtrechten und ihr Ziel ist die Zerstörung der verhaßten "populistischen" Regierung bis hinauf zu Kurz selbst, der ihnen lediglich als graduell softerer Strache erscheint.

Strache war freilich immer schon eine zwiespältige Figur, und es war nicht immer leicht, ihn zu verteidigen. Armin Wolf hat leider recht, wenn er sagt:

Er hat eine fatale Neigung zu bemerkenswert unreifen Fehlleistungen, zur Flunkerei und ein bedenklich unterentwickeltes Urteilsvermögen. Und wann immer er dabei „ertappt“ wird, flüchtet er sich in abenteuerlichste „Erklärungen“.

Am anderen Ende des politischen Spektrums ist Ewald Stadler derselben Meinung:

Strache ist meiner Meinung nach einer der dümmsten Menschen, die politisch in diesem Land tätig sind.

Und hier hat Caroline Sommerfeld sein "Cucking" und seine hündische Kriecherei vor dem Establishment kritisiert.

Ich selbst beurteile Strache nicht gar so streng. Jahrelang war er der Prügelknabe, der Hanswurst, der Idiot, der lächerliche Kryptonazi der Medien, die als Übermacht auf ihn eindroschen, wie eine Schulhofbande den Klassendeppen verdrischt. Er hat im Laufe der Jahre enorm viel aushalten und einstecken müssen, etliches davon schreiend infam und untergriffig. Jenseits seines Stammklientels hatte er immer etwas Peinliches und Fremdschaminduzierendes an sich, aber seine Feinde und Hasser waren in der Regel noch um etliche Brocken ekelhafter und hassenswerter. Ich empfand es jedenfalls immer als Ehrensache, ihn zu verteidigen. Im Zweifelsfall für den Prügelknaben, gegen den Mob.

Und dann sah man ihn wiederum umzingelt von moralinsauren Hetzern, Dummköpfen und Erztröpfen, in Fernsehdiskussionen, in denen er sich argumentativ großartig schlug, offenbar gut trainiert durch den permanenten Druck, unter den ihn unzählige feindselige Interviewer und Moderatoren stellten. Seinen Underdogstatus konnte er erfolgreich in Wählerstimmen ummünzen, gefüttert durch den schon erwähnten österreichischen Trotzreflex.

Und nicht zuletzt hatte er doch ein gewisses Charisma, zumindest mehr als das Gros des F-Personals. Herbert Kickl etwa ist momentan einer der klügsten und wichtigsten Männer unter den Blauen, aber ihm fehlt jegliche sympathische Ausstrahlung und Gefälligkeit.

Es war also gewiß "nicht alles schlecht" an Strache, und die auch private Erniedrigung durch eine skrupellose politisch-mediale Übermacht hat er gewiß nicht verdient. Allerdings zeigt "Ibizagate" in der Tat die schweren Mängel und Schwächen im FPÖ-Personal. Der "anti-intellektualistische" Affekt rächt sich erneut. Das große Problem der Meinungsmacht löst man nicht wie in einem schmierigen Gangsterfilm mit Hinterzimmerdeals und vollbusigen, blonden, osteuropäischen Mata Haris einerseits und piefigen, faulen, innovationsunwilligen "Gebietskörperschaften" andererseits (oder gar durch Anbiederung an die Mainstreampresse, in der Hoffnung, daß sie eines Tages "nett" wird), sondern im konsequenten Aufbau eines eigenen metapolitischen Umfelds, mit eigenen Medien, Thinktanks, Schulungen und Akademien.

Abschließend lasse ich Philip Huemer von der IBÖ in Wien das Wort:

Rechtspopulisten, die mit knapp 50 Jahren auf spanischen Partyinseln Urlaub machen, Wodka-Bull trinken und in Großraumdiscos feiern, werden unser Land nicht retten und haben zur notwendigen Beantwortung und Weiterentwicklung der identitären Frage nichts beizutragen.

Das ist nicht abwertend, sondern als trockene Analyse gemeint. Ich zolle Strache für seine Aufopferung seit 2005 (!) Respekt, aber er ist eben auch ein Kind seiner Zeit und stark vom oberflächlichen Rechtspopulismus à la Haider geprägt. Ich will mich damit keineswegs als Moralapostel gerieren. Aber man sollte gerade als Rechter die Worte Van der Bellens ("verstörendes Sittenbild") ernst nehmen. Denn das Video entlarvt das schamlose Innere eines "rabaukenhaften", aber letztlich substanzlosen Populismus. Was braucht es also?

Es braucht kurz- bis mittelfristig eine umfassende Erziehung einer neuen Generation junger Rechter, die langfristig neue Antworten auf drängende Fragen geben kann. In welchem Rahmen diese Erziehung stattfinden und woraus sie bestehen soll? Diese Frage harrt einer Beantwortung.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (41)

Maiordomus
21. Mai 2019 13:36

Vor diesem Philip Huemer, wie er es auf den Punkt gebracht hat, nicht zu vergessen Lichtmesz, kann man nur den Hut ziehen.

Was oben steht zum Abschluss, wäre der Massstab für das weitere Engagement einer politischen Rechten, die, wie zu hoffen steht, vor dem Gericht der Geschichte bestehen kann.

RMH
21. Mai 2019 13:46

In diesem Zusammenhang ist es interessant, wie sich ausgerechnet der Bundestagspräsident Schäuble zu der Sache eingelassen hat - ich verlinke ohne weiteren Kommentar:

https://www.stern.de/politik/ausland/oesterreich-regierungskrise--wolfgang-schaeuble-haelt-erpressung-fuer-moeglich-8719494.html

Caroline Sommerfeld
21. Mai 2019 14:23

Diese Dame sieht sehr klar, was da abläuft: https://alexandrabader.wordpress.com/. Ich warte auf den nächsten Akt.
Keiner ist souveräner Agent (im ursprünglichen Wortsinne) in diesem Kunstwerk, am wenigsten die Wähler. Die als solche erkennbaren Agenten (Peter Pilz, Tal Silberstein) führen ihrerseits Handlangerdienste aus.
Ich frage mich indes, wer an einem Kurzsturz das größte Interesse haben könnte, ist der Kerl doch eigentlich eine Marionette ("reliable ally"), die sich bisher gut aufgeführt hat und führen ließ ... Ich weiß es wirklich nicht, also überlegen wir gemeinsam, ja?

H. M. Richter
21. Mai 2019 14:37

Es geht nur vordergründig um Strache und die FPÖ, - es wurde "das Besteck gezeigt". So wie 2002 einem deutschen Außenminister bei seinem Staatsbesuch in einem fernen Land. Oder jenem Politiker, der den NSU-Bundestagsausschuß leitete.

Auch wird stets nicht nur der Sack geschlagen. Der Esel wird gemeint ...

Es wird ein Klima der Angst erzeugt. Jedes Taxi könnte verwanzt sein, jede noch so vorsichtige Geschlechterannäherung eine Falle, jeder Gesprächspartner ein Spitzel. Kein Rückzugsort nirgends.

Die Medien klären nicht auf, sondern sind Teil des Ganzen, spielen mit. Daß beispielsweise die Veröffentlichung des Strache-Videos eine Straftat nach §201a des StGB (Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen) darstellt, wen kümmert dies noch? Würde es wirklich wundern, wenn demnächst ein'Ausschalten noch ganz anderer Art' als "demokratische Pflicht" gefeiert und verteidigt werden würde?

Ins Bild paßt folgende Meldung eines Regierungsbeschlusses vom gestrigen Tage: "Der Wolf unterliegt weiterhin dem strengen Naturschutzrecht! Aber: Sein Abschuss wird im Ausnahmefall und dann durch „geeignete Personen“ gestattet.""

Arrow
21. Mai 2019 14:48

Ein Problem der Rechten könnte sein, dass ihr proletarischer ("antiintellektualistischer") Flügel und ihr Intellektuellen-Flügel wenig bis nichts voneinander wissen wollen. Lichtmesz' Aufsatz lässt vermuten, dass die höhere aggregierte Opferbereitschaft vom proletarischen Flügel ausgeht, mit politischem Dandytum eines Klonovsky z.B. hingegen nur wenig Druck gegen die linken Wahrheitsfeinde aufzubauen ist.

Search4M
21. Mai 2019 15:20

Ich stimme den Herren Lichtmesz/Huemer zu, dass Politiker besondere Eigenschaften in ihrer Persönlichkeit haben sollten wie: Ehrenhaftigkeit, Ernsthaftigkeit, Besinnung auf ihr Tun und eine gewissen Askese in Denken und gesellschaftlichem Leben. Das auf der Basis einer herausragenden Intelligenz. Ich behaupte, solche Menschen hat es aber in der Menschheitsgeschichte nie gegeben. Nur in Romanen, wie Perry Rhodan. Solche Menschen zu erzeugen/erziehen wird aber nicht funktionieren, deshalb ist die letzte Frage von Hr. Huemer auch nicht beantwortet. Wir leben in einer offenen Welt und die Geschwindigkeit mit der sich Wissen, Informationen, Menschen, Kulturen vermischen wird immer höher. Damit wird die Konfrontation der Interessenlagen der verschiedenen Gesellschaften immer komplexer und auch primitiver (ein Messer ist jetzt wieder eine bedeutende Waffe).

Das Wertedenken in dieser globalen Gesellschaft entwickelt sich nicht mehr weiter, schon gar nicht sukzessive. Das Wertedenken kommt mir eher vor wie ein Fluß, fließt bergab in Richtung breiige, zähe Masse von Dekadenz. Deswegen hilft es nichts, wenn stellenweise über hohe Ideale geredet wird und in einzelnen Zellen versucht wird den "Homo Superior" zu erziehen.

Die Welt wird nur noch von lauten, disruptiven, sprunginnovativen Ereignissen verändert werden. Beispiel Trump (ohne alles gut zu finden, was er macht). Da das Wahlvolk eine dumme, ungebildete, träge Masse ist, braucht es Propheten (Greta), um diese Masse zu bewegen. Hoffentlich dorthin, wo es ihr besser geht. Ganz banal gesprochen müssten sich in Deutschland Helene Fischer und Franz Beckenbauer als AfD-Mitglieder outen und mit großer Inbrunst an die Öffentlichkeit treten. Da wäre sofort was in Bewegung.

Zur Causa Strache, da bin ich bei Schäuble. Un bin sehr neugierig, ob dazu wirklich Tatsachen ans Tageslicht kommen. Warum vor 1 3/4 Jahren einen Strache filmen, vor den Nationalratswahlen, das Material aber lange liegen lassen und ausgerechnet jetzt über die beiden deutschen Revolverblätter Spiegel und SZ politisch destruktiv verwenden?

Imagine
21. Mai 2019 15:56

Die alte Erziehungsillusion.

Erstaunlich, wie lange sich längst von der Wissenschaft – von Soziologie, Systemtheorie und Psychologie – widerlegte Vorstellungen halten.

ML: Diese Aussage ist vollendeter Unsinn. Und sie hat jetzt genau welchen Bezug zu dem Artikel?

Denn Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis ist:
Das sozioökonomische System bestimmt die Sozialisation. Die Vorstellung, die Erziehung könne bei Individuen eine psychische Gegenstruktur zur herrschenden Sozialisation herausbilden, ist genauso eine Illusion wie jene der Kommunisten, einen „neuen Menschen“ zu schaffen.

Solange es diese repräsentative Demokratie mit seinen Parteien gibt, werden sich immer jene Typen finden, die diese Parteien als Möglichkeit des eigenen Aufstiegs nutzen. Man kann sich die Biographien anschauen, von Schröder, Fischer, Gabriel, Merkel, Nahles, Strache usf. Es sind Menschen, die bestimmte Aufstiegs- und Machtstrategien erlernt haben, eine Kombination von Primitivität und Raffinesse.

Jene, die in den Parteien nach oben kommen, sind allesamt „Populisten“. Meister der Täuschung, Lüge und Verarschung. Überall in den Parteien herrscht niveauloser Populismus, weil sich alles um den Stimmenfang für die nächste Wahl dreht. Stimmen bedeuten Status, Jobs, Einkommen, Privilegien, Publicity, Medienpräsenz, schöne Frauen etc.

Auch wenn sich Strache nicht unmittelbar auf kriminelle Weise wirtschaftlich bereichert hat, so handelt er dennoch aus egoistischen Motiven, nämlich um aufzusteigen, Kanzler oder Vize-Kanzler zu werden. Dann hat er Macht und Einkommen – und selbstverständlich tun sich viele Möglichkeiten zur legalen Selbstbereicherung auf.

Demokratische Politiker – so dumm sie selbst sein mögen - sind „Meister der Volksverführung“.

„»Geh nicht von Böswilligkeit aus, wenn Dummheit genügt.«

»Linke« und »gute« Politiker halten in Sonntagsreden die Bedeutung der Privatsphäre hoch, doch die Erledigung des politischen Gegners mit schmutzigen Geheimdienstmitteln und illegale Überwachung bejubeln sie. Es sind dieselben Leuten, die Kopftücher für ein Symbol des Feminismus halten und eine »Islamisierung« ebenfalls für »Verschwörungstheorie« halten. Nein, dafür braucht es keine »Verschwörungstheorie« zur Erklärung, es genügt die übliche linke Kurzsichtigkeit. Wenn das »gesunde linke Volksempfinden« sagt, dass der zu Erledigende ein »Böser« ist, dann braucht es wohl keinen Richterbeschluss und keine Rechtsgrundlage – dünneres Eis ist kaum denkbar.

Meine »Verschwörungstheorie«, wenn sie so wollen, lautet eher: Viele »derer da oben« in der Politik verfügen über Inselbegabungen, und sie können (so gut wie) nichts, als »nach oben« zu gelangen. Viele von denen sind weder von Gewissen noch von Sinnsuche geplagt, auffallend oft nicht einmal von Sorge um die eigenen Kinder. […]
Merkel ist bis heute nicht in der Lage, kohärente Sätze zu bilden, und von Leuten wie Nahles oder Juncker brauchen wir gar nicht zu reden. Nein, ich sehe bei denen keine große Verschwörung, höchstens das Köfferlein nebenher und die Anschlussverwendung danach, nein, ich sehe zuerst Menschen mit einer einzigen Fähigkeit, nämlich an die Macht zu gelangen – und sonst mit schreiend wenig.“
https://dushanwegner.com/verschwoerungstheorien/

Niekisch
21. Mai 2019 16:03

Sehr geehrter Herr Lichtmesz: Besten Dank für Ihren so trefflichen Beitrag! Zum letzten Absatz: Statt Erziehung halten ich einen Appell für zielführender. Denn junge Menschen sollen möglichst freiwillig annehmen statt entgegenzunehmen. In unserem Milieu wird zum Thema schon seit Jahrzehnten diskutiert, aber hier findet immer ein Versickern statt, wenn überhaupt ernsthaft gearbeitet wird. @ Laurenz ist zum Artikel "Maaßen 2.0" als einziger Forist auf meinen Vorschlag eingegangen und wir haben als Ergebnis und Punkt 1. eines solchen "Appells" den Satz gefunden "Wisse um ein Höheres als Du selbst !" Als Punkt 2. schlage ich vor: "Richte den Blick auf Dein Inneres und bewahre die Seele unantastbar !"

sok
21. Mai 2019 16:23

Wenn man auf die Erziehng neuer junger Rechter wartet, hat das den Nachteil, dass msn einen Vielvölkerstaat nicht rückgängig machen kann.

Meiner Meinung nach könnte man schneller zu einer Lösung kommen, wenn man analog zu David genauer über den politische Gegner nachdenken würde. Ohne sich mit den Stärken und Schwächen von Goliath ernsthaft zu beschäftigen, hätte Goliath den David platt gemacht.

Aus meiner Sicht ist die große Schwäche der Weltretter die geringe persönliche Opferbereitschaft. Das ist auch logisch. Wenn man aus Kostengründen auf eigene Kinder verzichtet, kann man schlecht ohne Rücksicht auf die Kosten die Welt retten.

Selbst der Papst minimiert die eigenen Kosten, indem er die im Flugzeug migebrachten Flüchlinge nach Italien abschiebt. Merkel verzichtet sogar darauf, den Todesopfern ihrer Politik die letze Ehre zu erweisen. Sie hält nichts vom Betroffenheitstourismus.

Wenn die persönliche Opferberietschaft der Weltrette ähnlich scharf unter die Lupe genommen würde wie die Gesinnung der Rechten, dann ließe sich die Meinungsführerschaft der Weltretter mit den jetzigen Kräften zumindest in Frage stellen.

Urou
21. Mai 2019 16:35

In dieser Schmierenkomödie wird einer Person viel zu wenig Aufmerksamkeit zuteil: Johann Gudenus

Witzigerweise ist dieser Mann nicht nur zurück-, sondern auch aus der FPÖ ausgetreten!
Ist er vielleicht ein V-Mann des österreichischen Verfassungs-/Staatsschutzes? Mir kommt der äußerst seltsam vor und ist interessanterweise - obwohl er (einer) der Haupttäter ist - nicht in der Schusslinie. WHY?

Winfried Radziejewski
21. Mai 2019 16:57

Lieber Martin Lichtmesz,
ein Statement von der Denkkraft, die wir von Ihnen gewohnt sind und eben auch dem warmen Mitgenommensein von den geschlagenen Wunden durch die geplatzte gutplacierte Bombe. Für meinen Geschmack etwas zu lang und dadurch zu ausfransend. Ja, die agierenden Kräfte drängen immer mehr zur "nackten"Kenntlichkeit. Mir Altem würde es jedoch trotz Ihrer allseits umsichtigen Argumentation nicht einfallen, jene Tocquillesche Erkenntnis fallen zu lassen, die er in seinen "Erinnerungen" zum besten gab:
"Wenn ich mich bemühe, danach zu forschen, welche Ursache in den verschiedenen Zeiten bei den verschiedenen Völkern für den Sturz der regierenden Klassen entscheidend war, so sehe ich zwar bestimmte Ereignisse, bestimmte Männer, gewisse zufällige und oberflächliche Anlässe, aber glauben sie mir, der entscheidende Grund, der die Regierungen um ihre Macht brachte, war immer der, dass sie der Macht unwürdig wurden".
Wir also können nicht den Teufel mit Beelzebub austreiben, wie die umseitige Hysterie es vorgaukeln will.
Gerade Herrn Kickl halte ich für fähig, den von Ihnen angedachten konsequenten Aufbau eines "eigenen metapolitischen Umfelds, mit eigenen Medien, Thinktanks, Schulungen und Akademien" zu koordinieren und praxisnah- schlagkräftig zu realisieren. Wenigstens wäre er als scharfsinniger und konsequenter Denker und Kritiker zu integrieren.

gumbach
21. Mai 2019 17:00

"Es braucht kurz- bis mittelfristig eine umfassende Erziehung einer neuen Generation junger Rechter, die langfristig neue Antworten auf drängende Fragen geben kann." Dem widerspreche ich ausdrücklich, denn dann wird es zu spät sein. Die EU-Wahl wird von den Politikern in Brüssel seit geraumer Zeit derart als Schicksalswahl hochstilisiert, dass ich sehr hellhörig geworden bin. Ich fürchte, dass nach dieser Wahl - und wenn die Rechtspopulisten NICHT stark zulegen! - weitere, sehr manifeste Schritt in Richtung EU-Staat geplant sind. Eine massive Migrationswelle, die 2015 in den Schatten stellt? Ein Freibrief für die 'Vereinigten Staaten von Europa'? Eine massive Zensur und Einschränkung der Freiheit für die Bürger? Ich fürchte das Schlimmste ...

der michel
21. Mai 2019 17:06

nur ein österreicher konnte eine derart prägnante
darstellung der "causa strache" abliefern.
chapeau, herr lichtmesz.
an alle anderen: ruhig bleiben. am sonntag wählen gehen.

RMH
21. Mai 2019 18:36

@Urau,
Gudenus hat erklärt, dass er befürchtet, dass noch andere kompromittierende Videos von ihm auftauchen könnten, da er sich in einer schwierigen Lebensphase mit Medikamenten, Alkohol etc. befunden habe - er befürchtet sogar, Opfer von K.O. Tropfen geworden zu sein. Ich denke, man sollte hier mit Vorwürfen im Hinblick auf eine Agententätigkeit etwas vorsichtiger sein.

https://www.welt.de/politik/ausland/live193881071/Oesterreich-Gudenus-glaubt-an-K-o-Tropfen-Uebergriff-vor-Strache-Video.html#live-ticker-entry-22723

Interessant ist auch, dass angeblich Strache und Gudenus Frau bereits in Ibiza eine Falle witterten und selbst diese laut geäußerten Vermutungen auf dem Video zu sehen sein sollen.

Maiordomus
21. Mai 2019 19:22

Für einige potentielle Dummköpfe: das mit der Erziehung ist mit Sezession und zuvor schon mit Criticon seit Jahren im Gange, es ist genau das, worum sich u.a. Kubitschek und nicht zuletzt seine durch und durch kluge und integre Frau sozusagen lebenslang bemühen, wohingegen mit Leuten wie Strache und Gudenus weder Österreich noch Europa gerettet werden können, was wirklich informierte Rechte schon vor zehn Jahren wissen konnten. Auch auf Jörg Haider war seinerzeit trotz Charisma und einem gewissen politischen Instinkt nicht wirklich Verlass, was oben übrigens auch gesagt wurde.

Übrigens gab es in Deutschland wirklich anständige und absolut integre erst noch weise Politiker, etwa Karl Ludwig von Guttenberg, geistig noch eine Liga höher als Stauffenberg, sowie Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg, der Grossvater des blossen Karrieristen, mit um Welten höherem intellektuellen, moralischen und politischen Format als sein Enkel, erinnere mich noch an die Mahnungen des Schwerkranken von wegen Ostverträgen, wenn das kein deutscher Patriotismus war, weiss ich auch nichts mehr. Auch unter den Strauss-Kritikern in der CSU gab es einige, die um Welten vom Amigo-Wesen, das sich auch in den Unionsparteien breit gemacht hat, entfernt waren. Unter Deutschlands Bundespräsidenten verdient sodann Theodor Heuss bleibende historische Achtung und Beachtung, war gewiss kein "Scheissliberaler".

Andreas Walter
21. Mai 2019 19:32

Großartiger Text, bis zum Wort "konspirativen".

@Urou

Ach. Das habe ich gar nicht mitbekommen. Das er sogar ausgetreten ist. Sind Sie sich da sicher? Von allen Posten zurückgetreten ist ja nicht das Gleiche wie ausgetreten, oder völlig weggetreten:

https://www.oe24.at/oesterreich/politik/Ibiza-Video-Gudenus-befuerchtet-weiteres-Video-Material/381087413

Tja, kann ein Aristokrat auch ein Krieger sein, ein Krieger auch ein Philosoph, ein Intellektueller auch ein Raufbold. Die Ritter und Samurai sollen es gewesen sein, die Atombombe haben trotzdem andere entwickelt und als erstes gehabt.

They control the money and the media, the public opinion, the politicians and the industry, the courts, the military and the intelligence.

Wie und wo willst du den Unterricht daher gestalten, Martin? Nackt und im Wald? Dann aber auch nur im Sommer, doch vor Verrätern schützt dich das auch nicht. Verhandelt lieber über wenigstens ein kleines Stück Erde, auf dem man euch in Frieden leben und sein lässt.

https://youtu.be/K5syeXOrTks

PatrickLE
21. Mai 2019 20:22

Bevor man andere impertinent und selbstgefällig als Dummköpfe bezeichnet - und sei es nur als potentielle - sollte man in sich gehen und sich fragen, was denn bei den seit Jahren laufenden Bemühungen um "Erziehung" herausgekommen ist. Die Rettung Österreichs nicht, die Europas auch nicht und schon gar nicht die der Welt. Fraglich, ob irgendwer außerhalb des Spektrums überhaupt von diesen angeblichen Bemühungen etwas mitbekommen hat.
Bei aller Wertschätzung des ansonsten gewohnt guten Beitrages von ML möchte ich mich all denen hier anschließen die meinen, dass es im letzten Absatz ziemlich weltfremd ist zu glauben, für so etwas wie die Erziehung nachfolgender Generationen bliebe auch nur ansatzweise Zeit. Diese wird uns sowohl der Gegner, der Europa gerade bis zur Unkenntlichkeit umgestaltet, nicht lassen und genausowenig die Millionenheere der hier eingedrungenen feindlichen Landnehmer.

A. Kovacs
21. Mai 2019 20:27

Schön zusammengefasst. Spontan habe ich ebenso reagiert wie wohl viele Österreicher: Ich verspürte Mitleid mit jemandem, dem man eine miese Falle gestellt hat. Und richtig ist es daher, ihn, den Prügelknaben, gegen den Mob zu verteidigen: https://www.freiewelt.net/blog/die-pervertierte-mediendemokratie-muss-beendet-werden-10077862/.

Waldgaenger aus Schwaben
21. Mai 2019 20:33

@Sommerfeld
"Ich weiß es wirklich nicht, also überlegen wir gemeinsam, ja?"

Überlegen ist immer gut, gemeinsam besser. Als erstes sollten wir uns von der Vorstellung lösen, dass vieles oder alles was geschieht von dunklen Mächten so geplant wurde und jetzt Schritt für Schritt exekutiert wird.

Das Video wurde wahrscheinlich nicht vor zwei Jahren im Hinblick auf die EU-Wahl geplant, sondern eher für die Nationalratswahl. Dann aus unbekannten Gründen zwei Jahre zuück gehalten.

Der sich nun abzeichnende Sturz Kurz' eher auch nicht.
Die Reaktion des Wählers am kommenden Sonntag ist angesichts der sich überschlagenden Ereignisse unvorhersehbar, bei der Wahl im September oder früher sowieso.
Das Ganze kippt in's Chaotische. Wer am Ende als Sieger hervor geht, ist nicht abzusehen.

Was wir asl Zaungäste jetzt tun können, ja müssen:
Wild drauf los spekulieren. Gestern äusserte ich in einem anderen Blog die Vermutung, dass Strache und Gudenus unter Drogen gesetzt wurden, heute greift Gudenus das auf:

https://www.focus.de/politik/ausland/benebelt-naiv-und-vertrauensselig-ibiza-affaere-ex-fpoe-mann-gudenus-vermutet-dass-k-o-tropfen-im-spiel-waren_id_10741679.html

Solange die Gegenseite sich nicht ernsthaft bemüht aufzuklären, wer das Video erstellt hat, hat jeder Bürger das Recht darüber zu spekulieren.

Zum Schluss noch was über Strache (zitiert nach danisch.de):

"Also i siag da lediglich an bsoffenen Proll, der gegenüber aner Russin auf langen Schwanz macht."

Simplicius Teutsch
21. Mai 2019 20:36

Eine großartige Lagebeschreibung, sehr geehrter Herr Lichtmesz. Schon der erste Absatz eröffnet mit passenden Worten den tiefen Blick auf das Drama in Österreich:

„Die blaue Regierungsbeteiligung war so etwas wie der "österreichische Brexit", und seither versucht man, das unerwünschte Wahlergebnis rückgängig zu machen.“

Tiuri
21. Mai 2019 21:00

Philipp Huemer spricht mir aus der Seele.
Die drei großen erzieherischen Institutionen (neben dem Elternhaus) Schule, Kirche, Militär spielen entweder überhaupt keine Rolle mehr, oder kommen ihrer Aufgabe nicht nach. In der Folge wird die Masse derjenigen, aus denen sich noch tatsächliche rechte Persönlichkeiten entwickeln könnten täglich kleiner.
Wenn es der Rechten gelänge, nicht nur meinungsbildendend sondern tatsächlich erzieherisch zu wirken, was wäre möglich?
Was könnte eine Gruppe von 100 jungen Menschen erreichen, die über klassische Bildung, asketische Tugenden und ein gemeinsames Ziel verfügen?

Der Gehenkte
21. Mai 2019 21:20

Muß einfach mal was Inhaltsloses loswerden.

https://www.youtube.com/watch?v=vNmZDJyXPz8

Habe gerade den letzten Livestream von Sellner gesehen, zuvor diesen Artikel gelesen. Seit zwei Tagen fast alles mitgenommen, was in den Zentralmedien dazu veröffentlicht wird.

Fazit: Selbst wenn ich eine andere politische Orientierung hätte, müßte ich anerkennen, daß niemand bisher die Durchdringungstiefe dieser beiden Wiener erreicht hat. Ein großes Glück - aber wohl kein Zufall -, daß diese beiden Köpfe just bei der "Sezession" gelandet sind. Danke!

RMH
21. Mai 2019 21:25

Auf pi ging gerade ein interessanter Artikel online

http://www.pi-news.net/2019/05/ibiza-agitprop-stecken-kurz-und-benko-hinter-der-veroeffentlichung/

Demnach können die Österreicher Strache sogar ins Europaparlament via Vorzugsstimmen wählen. Evtl. gibt's ja noch ne kleine Überraschung am Sonntag …

Fredy
21. Mai 2019 22:09

Zum Rechten kann man nicht erziehen, das ist man ... oder nicht. Links dagegen ist Erziehungssache. Das ist ja der wesentliche Unterschied.

ML: Es geht ja um den Charakter, keine politische Richtung.

Atz
21. Mai 2019 22:33

Ich kann nur uneingeschränkt zustimmen.

Auf der anderen Seite hängt das rechte Projekt, und das zu Bewahrende, nicht an dem mediokren Politiker aus Österreich. Nicht mal an der FPÖ. Österreich scheint mit ein Land zu sein, das schlichtweg in Ordnung ist.

So oder so hat der Neoliberalismus die Hoheit über die Zukunft in Europa verloren.

Wahrheitssucher
22. Mai 2019 00:19

@ Maiordomus

„Unter Deutschlands Bundespräsidenten verdient sodann Theodor Heuss bleibende historische Achtung und Beachtung...“

Karl Carstens hätten sie auch nennen können, nein besser:
müssen!

Simplicius Teutsch
22. Mai 2019 06:46

Ohne die beiden großsprecherischen Kameraden entschuldigen zu wollen – die haben auf Ibiza alles verspielt; kein Mitleid – will ich in diesem Debattenstrang wiederholen:

Die von langer Hand vorbereitete, heimtückische Falle, in die man Strache und Gudenus gelockt hat, ist eine antidemokratische Schweinerei der schlimmsten Sorte. Wer sind die Verschwörer? Wie viele Videos haben sie über wen noch in ihrem Giftschrank? Wer sind die antidemokratischen Schweine?

Adler und Drache
22. Mai 2019 08:28

@sok/gumbach: Wenn Sie sich für Erziehung keine Zeit mehr nehmen wollen, ist es auch egal, wie das Land und Europa aussehen. Politische Systeme, Migrationsströme, selbst Kriege bilden nur das Kräuseln auf der Wasserfläche. Das Zeitenüberdauernde ist die Generationenfolge, die Tradition, Kultur und Erziehung.
Es hat auch nichts mit "links gegen rechts" zu tun. Beides liegt nicht auf derselben Ebene. Links ist nur politisch, modern, Geschrey, Energieverschwendung, Strohfeuer. Rechts ist viel mehr als politisch: Leben, Ausrichtung, Würde, Geist, Ewiggültiges. Jüngers "Waldgang", ein wahrhaft prophetisches Buch, lotet das bis ganz in die Tiefe aus.
Sie können auf Geschrey mit Geschrey antworten. Das ist zumindest mal ein erster Schritt raus aus der Lethargie. Aber man merkt doch schnell, dass es nichts bringt.
Das Wesentliche wird nicht wahrgenommen, es ist da oder nicht.

Hartwig aus LG8
22. Mai 2019 09:09

Das Kind liegt im Brunnen. Und möglicherweise wird es auch nicht das letzte sein.
Das ist ein kriegerischer Akt! Letztlich sollte er dazu führen, dass in den kommenden Wochen jede rechte Partei und Bewegung Konsequenzen zieht und einen internen Ausnahmezustand ausruft.
Strache ist in einen Hinterhalt geraten. Das hätte auch vielen anderen passieren können - sofern man sich in Friedenszeiten wähnt.
Wer sich aber im Kriege befindet, darf nie ungerüstet die Festung, nie ungebrieft die Kaserne verlassen.
Ich würde dies sogar jedem rechten Plauder-Stammtisch oder Gesprächskreis empfehlen. Sichert die Reihen.

drieu
22. Mai 2019 09:50

So sehr ich auch die Analyse von Herrn Lichtmesz schätze und den Zerfall der Regierung in Wien bedauere, nach dieser Geschichte hinterfrage ich meine politische Hoffnung auf "rechts" komplett. Sie ist geeignet, der Sargnagel zu sein.
Dabei spielt weniger dieses Video und das darin Gesagte eine Rolle, als die bisherigen Reaktionen von den überwiegenden Teilen der FPÖ, ihrer Anhänger und ganz allgemein von rechts.
Es gibt keine Gleichheit im Unrecht. Das Argument, die Anderen seien genauso Volksverräter, Verbrecher und Lumpen ist keins.
Einer, der eine Partei, ein Volk, ein Land aus der Not führen will, läßt sich auch im Rausch nicht zu solchen Äußerungen hinreißen.
Und anstelle neben den Ämtern auch die Partei-Mitgliedschaft an den Nagel zu hängen und ganz ruhig zu sein, wird reulos gepoltert und ein "Jetzt erst recht." hinausposaunt.
Diese Geschichte ist für mich, egal von welcher Seite ich sie betrachte, einfach nur ekelhaft.

Search4M
22. Mai 2019 10:25

Ich bin zu frisch hier in diesem Forum mir anzumaßen (@Maiordomus, 08:33) in den Beiträgen hier potentielle Dummheit versus Filterblasenintellektualität zu diagnostizieren. Eine völlig wirkungslose Intellektualität übrigens, die von der triebigen afrikanischen Bevölkerungsexplosion und von erbarmungslosen islamischen Märtyrern hinweggefegt werden wird. Die letzten Edlen der Humanistischen Bildung werden sich mit ihren Büchern in Kellern verstecken.

Maiordomus
22. Mai 2019 12:32

@Search. Jedenfalls ist auf dieser Seite, wie mir schon ein vor etwa drei Wochen sich abgemeldeter regelmässiger Blogger meldete, anscheinend für solche Debatten Hopfen und Malz verloren. Nur kommt es darauf in der Tat kaum an, und zwar nicht wegen der Islamisierung und der Bevölkerungsexplosion in Afrika, eher schon aufgrund der eigenen Erbärmlichkeit, bei welcher einige angeschlagene Politiker gerade wohl nur die Spitze des Eisbergs darstellen.

Lotta Vorbeck
22. Mai 2019 12:36

@Search4M - 22. Mai 2019 - 10:25 AM

"... Eine völlig wirkungslose Intellektualität übrigens, die von der triebigen afrikanischen Bevölkerungsexplosion und von erbarmungslosen islamischen Märtyrern hinweggefegt werden wird. Die letzten Edlen der Humanistischen Bildung werden sich mit ihren Büchern in Kellern verstecken."

******************************************

Theoriearbeit und Metapolitik - wie von den beiden Wiener Martins und den SEZESSIONisten nahezu perfekt vorgelebt - sind, soll das Werk gelingen, von essentieller Bedeutung.

Mit dünkelhaften Elfenbeintürmern, blasierten Bescheidwissern, verzagten Distanzierern, selbstverliebten Dandys, disziplinlosen Selbstdarstellern und Hygienefimmelfetischisten läßt sich kein Kraftfeld aufbauen.

Woran es noch hapert, was es in Zukunft außerdem dringend brauchen wird, ist eine eigene, belastbare Sicherheitsstruktur.

LotNemez
22. Mai 2019 12:49

Ein Aha-Effekt bei dieser Vodka-Redbull-Gate ist für mich, dass die Abwehrmöglichkeiten der tiefen Elite noch deutlich über das hinaus gehen, was man sich als „Feierabendrechter“ so vorstellen kann. Mit der Beobachtung einer Oppositionspartei durch den Verfassungsschutz ist eben nicht die letzte Eskalationsstufe erreicht, sondern man kann auf vielfältige Weise und deutlich aktiver nachhelfen. Man bekommt ja ordentlich Rückendeckung.

Die Richterskala ist nach oben offen. Wir Rechten glauben vielleicht viel fester an die Demokratie als wir glauben. Wir denken viel mehr im demokratischen Rahmen als das unsere Gegner tun. Außerhalb dieses Rahmens ist noch so viel mehr möglich, um die Normalisierung von Rechts verhindern.

@Frau Sommerfeld: Wer steckt hinter diesem feigen Hinterhalt mit Blondine? Kann man jetzt hin und her überlegen und ist danach auch nicht schlauer, weil sich das Gemutmaßte nicht verifizieren lässt. Man erkennt natürlich sofort die Handschrift des Mossad. Bzw. die von Jan Böhmermann. Oder des besagten ZenPolSchön. Auch den Amerikanern gereicht es grundsätzlich zum Vorteil, wenn sie die Zustände in Europa auf die Spitze treiben und eine Eskalation a la Euromaidan wäre ganz nach ihrem Geschmack. Die BRD sieht ihre durch die, mit ordentlich Gesinnung unterfütterte, Führungsposition in der EU durch die Kurzregierung untergraben. Selbst der gemeine Engländer oder die Post kommen infrage, weil der (Ruf)Mörder immer der Gärtner/der Briefträger ist. Vielleicht beschäftigt auch die EU mittlerweile eine Kreativabteilung, die sich um die Aufrechterhaltung der politischen Ordnung kümmert.

Wer weiß? Aber das bleibt sich am Ende gleich, denn wer auf weiter Flur unter Beschuss steht, eben nackt und ohne Deckung, der hat andere Sorgen, als das Scharfschützenversteck ausfindig zu machen. Erstmal Deckung suchen und Stellung halten. Dann Verstärkung anfordern, mit der auch die Aufklärung möglich wird. Verstärkung liefert das Wahlvolk. Ihre 8 Mio Landsleute sind ja blitzgescheit. Die werden das Kreuz schon machen, wo es wirkt.

Eine andere Form des Nachschubs erwächst uns aus der Erziehung. Erziehung meint hier Eliten(aus)bildung. Keine gesellschaftliche Wende passiert ohne ihre Anbahnung auf sozialer Ebene. Die gestrige U18-Wahl in Thüringen brachte 18% für die AfD. Da wächst was heran, dass resistent genug ist, um sich von der Propaganda in den Schulen nicht beirren zu lassen. Klingt nach einer Basis, die breit genug ist, um eine neue junge Elite beheimaten. Wir leben in Zuständen, die von eben so einer Elite herbeigeführt wurde, die selbst mal klein angefangen hat.

Da uns, wie oben dargelegt, allein schon situationsbedingt nur friedliche und demokratische Mittel zur Verfügung stehen, sowie wir auch als moralischer Sieger diesen verpflichtet bleiben müssen, kommt man also nicht um das Kaderschmieden, sprich: um langfristige Planung herum. Dafür braucht es Mittel und parteipolitisches Engagement. Und es braucht vor allem die Einsicht in die Notwendigkeit.

Erziehung dauert eben. Der Marsch der 68er durch die Institutionen hält ja auch noch bis heute an. Bundeswehr, Polizei, Verfassungsschutz, Bundesverfassungsgericht sind Bollwerke, die noch nicht vollständig gefallen sind, gegen die bis heute angerannt wird, auf deren Zinnen noch nicht überall der rotgrüne Halbmond weht. Die Verteidigung aus der Tiefe ist nicht so einfach zu knacken, da sich diese Festungen gegenseitig decken.

Zwar, auch sie werden der Übermacht erliegen, sollte Verstärkung ausbleiben. Aber einen Ausfall, eine Hauruck-Aktion wagen, weil man ungeduldig wird? Das kann in einem Fiasko enden, kann uns weit zurückwerfen, wie es sich derzeit im Fall Strache andeutet. So wie ich das sehe, gibt es keine Alternative zum Planen in langen Zügen. Der Gegner hält mit Spiegel, Krone, den Öffentlich Rechtlichen und Co. die umliegenden Hügel. Die überwindet man nicht mit Baron-Münchhausen-Methoden, denn auch der Gegner übt die Verteidigung aus der Tiefe.

Für die, die meinen, wir hätten aufgrund der fortgeschrittenen Islamisierung nicht die Zeit abzuwarten: das ist wahr und falsch zugleich. Das Paradoxe daran: wir hatten auch vor 10 Jahren schon keine Zeit mehr, und in 10 Jahren werden unsere Kinder auch keine Zeit mehr haben. Panisches Endzeitgerede bringt uns nicht nur nicht weiter. Es verhindert auch die Tiefenverankerung der Bereitschaft, deutlicher als bisher nachhaltige Lösungen ins Auge zu fassen.

Das verstehen altgediente Rechtspopulisten offenbar nicht. Vielleicht wollen sie es auch gar nicht. Sie haben sich in der Außenseiterrolle alles in allem doch ganz gut eingerichtet. Sie brauchen das tägliche Bashing wie die Luft zum Atmen. Auch eine Form der Aufmerksamkeit. Aber die Fantasie für eine neue Ära echter Meinungs- und Pressefreiheit, neuer Gemeinschaft statt alter Lagergesellschaft, kurz: die Vorstellung von Normalität, das geht ihnen ab. Dafür sind sie schon zu lange in der Mühle.

Leute wie Strache werden deshalb zum Klotz am Bein des Patriotismus. Sicher, man verdankt ihm und so, aber soll man ihm ein Denkmal setzen und drauf schreiben „Netter Versuch“? Nein. Der Thor hat seine Schuldigkeit getan. Bitte schreiten sie fort.

Search4M
22. Mai 2019 15:52

@Lotta Vorbeck, 22. Mai 2019 12:36

Ich habe mich wegen der Veröffentlichungen der beiden Martins und anderer SEZESSIONisten, wie Sie es nennen, hier angemeldet. Als bisher unpolitischer Mensch bin ich interessiert, weil mich das Verhalten des Establishments zunehmend abstößt. Es interessiert mich was P. Huemer schreibt, mit "...umfassende Erziehung einer neuen Generation junger Rechter, die langfristig neue Antworten auf drängende Fragen geben kann."

Nun bin ich ein entsetzlich ungebildeter Mensch der Tat und und habe Intellektualität (nicht Intelligenz) immer als theoretisierend gesehen. Die "Intellektuellen" reden, schreiben Bücher, aber handeln nicht. Die Welt wurde immer verändert durch berechnende, kalte Intelligenz, gepaart mit Machtgespür und Skrupellosigkeit. Die Mächtigen haben sich von den Inellektuellen zur Belustigung gerne Theaterstücke schreiben lassen, oder haben Inhalte aus deren Büchern, für ihre Zwecke transformiert, genommen, um den Beherrschten ihr Tun zu begründen.

Sie schreiben zu (intellektueller) Theoriearbeit und Metapolitik vom Aufbau eines Kraftfeldes. Kein Kraftfeld existiert für sich alleine. In der Physik gehört zu jedem Kraftfeld eine Masse der materiellen Welt. Geistige Kraftfelder waren immer verbunden mit Mönchskutten und Schwertern. Wie kann also eine Brücke aussehen, aus Ihrem Kraftfeld in die reale Welt?

Damit komme ich zu meinem Punkt, dass Eile geboten ist. Das Paradoxon von @LotNemet stimmt und das Problem ist, dass es in den letzten 10 Jahren ein paar disruptive Ereignisse gab, die fast unumkehrbare Bedingungen geschaffen haben. Das will ich nicht als panisches Endzeitgerede verstanden wissen, denn ich bin grundsätzlich ein Optimist. Die Frage ist, ob in 50 Jahren etwas bereitsteht, das einen Trümmerhaufen aufräumen kann. Hat man denn schon eine Ahnung wie dieser Trümmerhaufen aussehen wird?

Inspektor
22. Mai 2019 17:01

ML: Und, Herr anonymer Inspektor, wie steht es um sie selber, sind Sie ein Weibling oder ein Feigling oder alles beides? Irgendeinen Grund werden Sie schon haben, warum Sie so getriggert sind.

Fredy
22. Mai 2019 17:29

Das Unverzeilichste ist wohl das Trinken von Red Bull. Dafür sollte es Lebenslänglich geben. Der Rest: Schwamm drüber.

Lotta Vorbeck
22. Mai 2019 18:25

@Search4M - 22. Mai 2019 - 03:52 PM

"Nun bin ich ein entsetzlich ungebildeter Mensch der Tat und und habe Intellektualität (nicht Intelligenz) immer als theoretisierend gesehen. Die "Intellektuellen" reden, schreiben Bücher, aber handeln nicht.
...
Sie schreiben zu (intellektueller) Theoriearbeit und Metapolitik vom Aufbau eines Kraftfeldes. Kein Kraftfeld existiert für sich alleine. In der Physik gehört zu jedem Kraftfeld eine Masse der materiellen Welt. Geistige Kraftfelder waren immer verbunden mit Mönchskutten und Schwertern. Wie kann also eine Brücke aussehen, aus Ihrem Kraftfeld in die reale Welt?"

+ Die Materie respektive Masse, um die herum sich ein Kraftfeld zu bilden vermag, sammelt sich. Langsam zwar, aber dennoch stetig. Die Wünscherutengänger des Systems befinden sich bereits im Panikmodus.

Gestern im Nachbarstrang verlinkt, hier nochmals speziell für Sie:

### ARD-Kontraste - Die Reporter: Bio, braun und barfuß - Rechte Siedler in Brandenburg

https://youtu.be/KV2loiw-x8w (die Schlußsequenz fehlt auf Youtube, vollständig läßt sich das Filmchen derzeit in der RBB-Mediathek anschauen), am 15.05.2019 veröffentlicht,

oder hier

### "Völkische Siedler/innen im ländlichen Raum" Basiswissen und Handlungsstrategien, https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/voelkische_siedler_web.pdf

Indessen bieten am rechten Ufer des Großen Flusses zugleich etliche Institute und Vereine Bildungsveranstaltungen an. Deren intellektuelles Niveau ist so verschieden, wie die Veranstaltungsorte. Es ist Ihnen unbenommen sich anzumelden und herauszufinden, was davon Ihrer Intention am ehesten entspricht.

****************************************

"... Damit komme ich zu meinem Punkt, dass Eile geboten ist. ... Die Frage ist, ob in 50 Jahren etwas bereitsteht, das einen Trümmerhaufen aufräumen kann. Hat man denn schon eine Ahnung wie dieser Trümmerhaufen aussehen wird?"

+ "Schnell" & "Gut" sind zwei zutiefst verfeindete Brüder. Gut Ding will bekanntlich Weile haben. Destruktion ist leichter und schneller zu haben als Rekonstruktion.

Um zu sehen, ob und was in 50 Jahren zum Beräumen des Trümmerfeldes bereitsteht, müßte die Mehrheit der hier auf SiN versammelten Foristen älter werden, als es der 2011 verstorbene Jopie Heesters geworden ist.

Realistisch betrachtet gibt's deshalb nur zwei Möglichkeiten:

1.) Sezession und Kooperation, ergo die Schaffung eigener, (über-)lebensfähiger, prosperierender, geschützter Strukturen

oder

2.) Transmigracion, wie die Mennoniten, die am Kriegsende mit der sich zurückziehenden Wehrmacht im zerstörten Deutschland gestrandet waren, weder in der SBZ bleiben, noch in die UdSSR zurückkehren konnten. Mit dem nicht unerheblichen Unterschied freilich, daß es keine in der NEUEN WELT ökonomisch erfolgreichen Glaubensbrüder gibt, die willens und in der Lage wären unsere Übersiedlung in den (fernen) Osten oder (fernen) Westen logistisch zu organisieren und vorzufinanzieren.

Mit in der Fläche dislozierten "Ein-Mann-Armeen" wird sich weder im Sinne von 1.) noch im Sinne von 2.) auch nur ein einziger Blumentopf gewinnen lassen.

Search4M
22. Mai 2019 21:31

Danke!

Gracchus
23. Mai 2019 00:16

1. Auf einer Metaebene frage ich mich, ob diese Gnadenlosigkeit nicht mit dem Glaubensverlust an einen gnädigen Gott zusammenhängt.

2. Huemer/Lichtmesz sind zuzustimmen. Was die Rechte ausserdem braucht, ist investigativer Journalismus, der die linken Verfilzungen aufdeckt. Natürlich gefährlich und daher nicht einfach zu kriegen.

3. Ich halte es für legitim, den linken oder politischen Schmutz aufzuklären. Das ist etwas Anderes als die Lockfalle. Man sollte klar auf der Unterscheidung zwischen tatsächlichen und nur potentiellen Vergehen beharren. Die Linke verwischt diese Grenze.

Ratwolf
26. Mai 2019 13:19

Es klingt abgedroschen, dahergesagt und inzwischen bedeutungslos.

Aber es ist (bis jetzt) wahr: Geld regiert die Welt.

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