Straches Sturz und die Macht der Medien

Die blaue Regierungsbeteiligung war so etwas wie der "österreichische Brexit", und seither versucht man, das unerwünschte Wahlergebnis rückgängig zu machen.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Es war, wie Mar­tin Sell­ner auf Twit­ter schrieb, “Lehr­buch­bei­spiel eines nack­ten poli­ti­schen Erfolgs”, ähn­lich der Wahl Donald Trumps im Jahr 2016, “nackt” also ohne die Stüt­ze eta­blier­ter meta­po­li­ti­scher und mei­nungs­bil­den­der Mäch­te, vor allem der Massenmedien.

Die tür­kis-blaue Koali­ti­on ist Geschich­te, zusam­men­ge­kracht in nur weni­gen Tagen. Vize­kanz­ler Stra­che ist unter Schimpf, Schan­de und Hohn­ge­läch­ter zurück­ge­tre­ten, gefolgt von dem kusche­lig weich­ge­spü­len Nor­bert Hofer als neu­em Par­tei­chef, Bun­des­kanz­ler Kurz hat bei Bun­des­prä­si­dent Alex­an­der van der Bel­len bean­tragt, Innen­mi­nis­ter Her­bert Kickl, den wah­ren blau­en “König” die­ses Schach­spiels, sei­nes Amtes zu ent­he­ben (was heu­te geschah), die FPÖ droht, sämt­li­che ihrer Minis­ter zurück­zu­zie­hen, und dem Bun­des­kanz­ler selbst steht ein Miß­trau­ens­vo­tum durch FPÖ und SPÖ bevor. Kurz ord­ne­te Neu­wah­len für Sep­tem­ber an, die aller­dings kaum eine Rück­kehr zum guten, alten Schwarz-Rot brin­gen wer­den. Alles in allem scheint der Kurs momen­tan auf Blind­flug zu stehen.

Es ist bezeich­nend, daß die­se Regie­rung mit “demo­kra­ti­schen” Mit­teln nicht zu besie­gen war. Es muß­ten schär­fe­re Geschüt­ze auf­ge­fah­ren wer­den. Eine mas­si­ve poli­ti­sche Mani­pu­la­ti­on war not­wen­dig, mit klan­des­ti­nen, pro­fes­sio­nell ein­ge­setz­ten Mit­teln, derer sich in der Regel nur Geheim­diens­te und “Tie­fen­staa­ten” bedie­nen. Nam­haf­te bun­des­deut­sche Medi­en mach­ten sich zu wil­li­gen Kom­pli­zen, um in die Poli­tik eines Nach­bar­staa­tes ein­zu­grei­fen. Sie zeig­ten sich ein­mal mehr in ihrer Rol­le als poli­ti­scher Macht­fak­tor ers­ten Ran­ges, ja als – in die­sem Fall grenz­über­schrei­ten­de – “Neben­re­gie­rung” (Arnold Gehlen).

Der EU-Wahl­kampf wur­de in Öster­reich sei­tens der Medi­en schon seit Mona­ten äußerst schmut­zig geführt. Haupt­ziel­schei­be war dabei die FPÖ als prak­tisch ein­zi­ge Brüs­sel-kri­ti­sche Par­tei. Die ers­te gro­ße Kam­pa­gne lief im März/April: Hier wur­de die Iden­ti­tä­re Bewe­gung, ins­be­son­de­re deren Kopf Mar­tin Sell­ner, als Bil­lard­ku­gel benutzt, um die Par­tei via “Kon­takt­schuld” zu ver­sen­ken. Die Muni­ti­on ging aller­dings rasch aus, und so wur­den wei­te­re ruf­schä­di­gen­de Skan­däl­chen insze­niert: das Brau­nau­er “Rat­ten­ge­dicht”, ein däm­li­ches Pla­kat, und am Ende wur­de eine ganz beson­ders seriö­se Quel­le namens Gott­fried Küs­sel aus­ge­gra­ben, um Stra­che anzupatzen.

All dies nutz­te wenig. Die FPÖ über­stand die “Identitären”-Krise ziem­lich rasch, Stra­che ermann­te sich nach eini­gen unglaub­wür­di­gen Krie­che­rei­en und sag­te dem “Bevöl­ke­rungs­aus­tausch” dem Kampf an, Harald Vilims­ky als EU-Spit­zen­kan­di­dat bril­lier­te in Fern­seh­de­bat­ten und erziel­te her­vor­ra­gen­de Umfragewerte.

Doch dann wur­de, eine Woche vor der Wahl, der Joker aus­ge­spielt. In einer kon­zer­tier­ten Akti­on der bun­des­deut­schen Medi­en Süd­deut­sche Zei­tung, Spie­gel und dem öster­rei­chi­schen Fal­ter wur­den etwa vier Minu­ten eines angeb­lich sechs­stün­di­gen, heim­lich auf­ge­nom­me­nen Video­mit­schnitts vom Juli 2017, ver­öf­fent­licht, päd­ago­gisch ein­ge­bet­tet in die Erläu­te­run­gen und Kom­men­ta­re der stol­zen Aufdecker.

Die Geschich­te von “Ibi­za­ga­te” muß ich hier wohl nicht noch­mal groß wie­der­ho­len. Kurz zusam­men­ge­faßt: Das Video zeigt Heinz-Chris­ti­an Stra­che und Johann Gude­nus in einer inti­men, kon­spi­ra­ti­ven Run­de bei Wod­ka und Red­bull in einer Vil­la auf Ibi­za, Gesprächs­part­ner ist eine Dame, die sich als rus­si­sche Olig­ar­chen­toch­ter aus­gab, Stra­che ist im Gockel­mo­dus und phan­ta­siert über mög­li­che Deals, die man abschlie­ßen könnte.

Etwa das Olig­ar­chen­geld in die Kro­nen­zei­tung zu inves­tie­ren, um poli­ti­schen Ein­fluß zu gewin­nen, eine Fir­ma “wie die  Stra­bag” zu grün­den (zu deren aktu­el­len Haupt­ak­tio­nä­ren der rus­si­sche Olig­arch Oleg Deri­pas­ka, “Alpen-Soros” Hans Peter Hasel­stei­ner und die ÖVP-nahe Raiff­ei­sen­bank gehö­ren), der im Fal­le einer Regie­rungs­be­tei­li­gung Staats­auf­trä­ge win­ken wür­den (statt wie jetzt Hasel­stei­ner), oder etwai­ge Spen­den­gel­der an die Par­tei über den Umweg gemein­nüt­zi­ger Ver­ei­ne am Rech­nungs­hof vorbeizuschleusen.

Stra­che behaup­tet in die­sem Video, daß letz­te­re Pra­xis gang und gäbe sei. Glock, Hei­di Hor­ten, René Ben­ko (“der die ÖVP und uns zahlt”), Novo­ma­tic hät­ten Wahl­kampf­spen­den an FPÖ und ÖVP getä­tigt, und natür­lich haben alle Genann­ten die­se Behaup­tung umge­hend demen­tiert. Stra­che betont jedoch, – nach Aus­kunft von Fal­ter-Chef Klenk, der das gan­ze Video kennt, mehr­fach – daß alles, was geschieht “rechts­kon­form, legal” sein “und mit unse­rem Par­tei­pro­gramm über­ein­stim­men” muß.

Natür­lich han­del­te es sich hier um “Fake-Rus­sen”, die einen dicken Leim aus­ge­legt hatten.

So weit, so schlecht. Eini­ge ande­re Aus­schnit­te wur­den von dem obsku­ren Twit­ter-Account “kurzschluss14” gele­akt, der schon in sei­nem Namen deut­lich macht, daß er es nicht nur auf Stra­che, son­dern auch auf den Kanz­ler selbst abge­se­hen hat, und der im Ver­dacht steht, mit dem “Zen­trum für poli­ti­sche Schön­heit” in Ver­bin­dung zu ste­hen. Auch Jan Böh­mer­mann, der die Öster­rei­cher neu­lich als “acht Mil­lio­nen Debi­le” bezeich­ne­te (das hat er wohl aus Bern­hards “Hel­den­platz” abge­kup­fert) scheint das Skan­dal­vi­deo schon seit gerau­mer Zeit zu kennen.

Ob noch mehr kom­pro­mit­tie­ren­des Mate­ri­al ver­öf­fent­licht wird, ist der­zeit unge­wiß. Mag sein, daß sich dar­in auch eini­ges fin­det, das Kurz oder die ÖVP belas­tet. Was bis­her zu sehen war, ist ver­mut­lich nicht straf­recht­lich rele­vant, und es hat auch kei­ne kon­kre­ten Fol­gen gehabt. Ernst­haft scho­ckiert wird dar­über wohl nur der­je­ni­ge sein, der sich ein äußerst nai­ves Bild von der Poli­tik hin­ter den Kulis­sen macht.

Wenn es etwa stimmt, was Stra­che über die Spen­den­pra­xis man­cher Fir­men und Inves­to­ren sagt, dann hät­te er nicht bloß die eige­ne Kor­rup­ti­on, son­dern die­je­ni­ge des gesam­ten öster­rei­chi­schen Poli­tik­be­triebs offen­ge­legt – denn wenn die ÖVP von der­lei Trans­ak­tio­nen pro­fi­tiert, dann die SPÖ und ande­re Par­tei­en mit Sicher­heit auch. An kei­ner Stel­le des ver­öf­fent­lich­ten Mate­ri­als ver­sucht er, Vor­tei­le für sich pri­vat auszuhandeln.

Alles, was er über die Medi­en­macht in Öster­reich und über die Schlüs­sel­rol­le der Kro­nen-Zei­tung sagt, trifft im wesent­li­chen zu. Genau jene Zei­tung, auf die er Ein­fluß neh­men woll­te, hat er sich nun iro­ni­scher­wei­se zum ent­schie­de­nen Feind gemacht. Indes: Ein Vier­tel der Kro­ne wur­de 2018 eben­so wie ein Vier­tel des Kurier von dem Immo­bi­li­en­spe­ku­lan­ten René Ben­ko auf­ge­kauft, der “zum ‘inners­ten Kreis’ und Netz­werk von Sebas­ti­an Kurz” (kontrast.at) gehört. Daß sich dies auch in poli­ti­sche Macht nie­der­schlägt, soll­te auf der Hand liegen.

Ben­ko beglei­tet den Kanz­ler auch mal zu Rei­sen nach Kuwait, garan­tiert ohne jeg­li­chen geschäft­li­chen Hin­ter­ge­dan­ken, dabei aber gewiß auf “die Tür­öff­ner­qua­li­tä­ten des Regie­rungs­chefs” ver­trau­end. Wo Stra­che immer noch ein B‑Mo­vie-Dilet­tant ist, ist Kurz inzwi­schen ein Vollprofi.

Nun gibt es an Stra­ches Ver­hal­ten vie­les zu kri­ti­sie­ren, aber ich sehe nicht, daß er vor­ge­habt hät­te, “die Repu­blik zu ver­kau­fen”, was für einen Berufs­pa­trio­ten und Anklä­ger eines kor­rup­ten Estab­lish­ments natür­lich beson­ders inkri­mi­nie­rend wäre. Ein beson­de­res “Geschmäck­le” hat es gewiß, sich mit aus­län­di­schem Geld Macht und erst recht Medi­en­macht erscha­chern zu wol­len, aber Stra­ches rus­si­sche Luft­schlös­ser sind am Ende einer so gut wie ohn­mäch­ti­gen Posi­ti­on entsprungen.

Er erhoff­te sich hier offen­bar Ret­tung aus einer schier aus­weg­lo­sen Lage. Stra­che hat sei Jahr und Tag ein über­wie­gend glo­ba­lis­tisch-rot-grün ticken­des Medi­en­kar­tell gegen sich, das eine unge­heu­re Macht aus­übt, und sich meta­po­li­tisch der­art tief in den Köp­fen des Publi­kums ein­ge­nis­tet hat, daß die zum Teil kras­se Par­tei­lich­keit sei­ner Akteu­re und Mei­nungs­ma­cher kaum mehr als sol­che wahr­ge­nom­men wird.

Des­halb kann sich der Fern­seh­mo­de­ra­tor Armin Wolf, das öster­rei­chi­sche Pen­dant zu Georg Rest­le, allen Erns­tes vor sich und der Welt als seriö­sen und objek­ti­ven Jour­na­lis­ten hin­stel­len, der tap­fer gegen “Fake News” und die rechts­po­pu­lis­ti­sche Gefahr ankämpft. Und wenn ein­mal Kri­tik an sei­nen dem­ago­gi­schen Metho­den sei­tens der Ange­grif­fe­nen laut wird, schrei­en er und sei­ne hohe­pries­ter­li­chen Gesin­nungs­ge­nos­sen in den deut­schen Medi­en laut auf, “sti­li­sie­ren sich zum Opfer”: “Sakri­leg! Die Pres­se­frei­heit ist in Gefahr! Die Orba­ni­sie­rung droht!”

Man muß nur eine belie­bi­ge aktu­el­le deut­sche Zei­tung auf­schla­gen, und es springt unmiß­ver­ständ­lich ins Auge, daß die Kas­te der Jour­na­lis­ten der FPÖ und den euro­päi­schen “Rechts­po­pu­lis­ten” ins­ge­samt (Sal­vi­ni, Le Pen, Orban…) expli­zit den Krieg erklärt hat, ihr wie einem Feind gegen­über­steht, den es mit allen Mit­teln zu bekämp­fen gilt, auch mit Tricks wie “Ibi­za­ga­te”.

Heri­bert Prantl wäre hier ein pro­to­ty­pi­sches Bei­spiel:

Die Publi­ka­ti­on die­ses Vide­os war demo­kra­ti­sche Pflicht. Es ging und geht um die Auf­de­ckung von galop­pie­ren­der Skru­pel­lo­sig­keit und von Kri­mi­na­li­tät. Die Publi­ka­ti­on des Vide­os war und ist Not­wehr und Not­hil­fe. Sie ist Not­wehr gegen die Ver­gif­tung des Staa­tes durch die FPÖ-Füh­rer; und sie ist Not­hil­fe für die öster­rei­chi­sche Demo­kra­tie. Das Stra­che-Video, der Stra­che-Rück­tritt – das ver­än­dert den Euro­pa­wahl­kampf, nicht nur in Öster­reich. Mit die­sem Skan­dal, mit die­sem Rück­tritt bricht der ers­te gro­ße Stein aus der Mau­er des popu­lis­ti­schen Extre­mis­mus in Euro­pa. Das Rum­peln und Kra­chen des stür­zen­den Steins hören nicht nur die Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler in Öster­reich, son­dern auch die in Deutsch­land, Frank­reich und Italien.

Was die­se Feind­be­stim­mung angeht, sind die deut­schen Mas­sen- oder Main­stream­m­edi­en so gut wie gleich­ge­schal­tet. Von FAZ bis taz wird ein- und das­sel­be Lied gesun­gen, in dem die “Rechts­po­pu­lis­ten” (oder “Rechts­ex­tre­men”, ein Begriff, der schon auf Stra­che ange­wen­det wird) stets die “Gefahr”, die “Ande­ren”, die “Anti­de­mo­kra­ten” sind, denen gegen­über sich das medi­al erzeug­te “Wir” kri­tisch bis ableh­nend zu posi­tio­nie­ren hat.

Dus­han Weg­ner schrieb:

Die Ber­li­ner Mei­nungs­eli­te hat es de fac­to mora­lisch abge­seg­net, dass Geheim­dienst­me­tho­den im Sowjet­stil ein legi­ti­mes Mit­tel poli­ti­scher Aus­ein­an­der­set­zung sind.

Das ist auch in Öster­reich wenig anders. Als die Kam­pa­gne gegen Mar­tin Sell­ner und die Iden­ti­tä­re Bewe­gung lief, war kei­ne ein­zi­ge Zei­tung imstan­de, auch nur die blo­ßen Fak­ten kor­rekt wie­der­zu­ge­ben. Das trifft auch auf die Kro­nen-Zei­tung zu, die bis­lang ver­gleichs­wei­se FPÖ-offen war und sich als zen­tris­ti­sche, natio­na­le Insti­tu­ti­on ver­steht, die mög­lichst das gesam­te poli­ti­sche Spek­trum des Vol­kes bedie­nen möchte.

Aber auch hier sind die Des­in­for­ma­ti­on und die links­li­be­ral-glo­ba­lis­ti­schen Töne inzwi­schen sehr stark, und was an “Rech­ten” noch übrig ist (frü­he­re Kolum­nis­ten in der Ära Dichand waren “Sta­berl”, Wolf Mar­tin Bischof Krenn oder Andre­as Möl­zer), sind oppor­tu­nis­ti­sche “Cuck­ser­va­ti­ves” wie Richard Schmitt oder Boo­mer-Fos­si­li­en wie Micha­el Jeannée.

Die­sel­ben Medi­en, die fei­ern, daß die Koali­ti­on mit unde­mo­kra­ti­schen, ille­ga­len, geheim­dienst­li­chen Mit­teln gesprengt wur­de, nen­nen Stra­che einen “popu­lis­ti­schen Demo­kra­tie­ver­äch­ter ist, der plant, die Medi­en­viel­falt abzu­schaf­fen.” Das ist Licht­mesz-Som­mer­feld-Gesetz in Rein­form. Es gibt in poli­ti­schen Din­gen jen­seits der “alter­na­ti­ven” Medi­en, die zumin­dest in sozia­len Netz­wer­ken einen gewis­sen Ein­fluß haben, schlicht­weg kei­ne “Viel­falt” mehr. Und jeder Ver­such der poli­tisch Bekämpf­ten und Mar­gi­na­li­sier­ten, die­ses Ungleich­ge­wicht zu kor­ri­gie­ren oder auch nur zu kri­ti­sie­ren, wird sofort mit schril­len Alarm­si­re­nen bedacht. Sie sagen “Pres­se­frei­heit”, und mei­nen ihre eige­ne Deu­tungs­ho­heit und Vormachtstellung.

Inso­fern kann ich es nach­voll­zie­hen, wenn Stra­che zumin­dest in die illu­so­ri­sche Ver­su­chung gera­ten ist, sich aus die­ser Lage mit rus­si­schem Geld zu ret­ten. Die natio­na­le Poli­tik (und Wirt­schaft erst recht) ist zudem längst Spiel­feld inter­na­tio­na­ler, glo­ba­ler und glo­ba­lis­ti­scher Akteu­re. Wenn zum Bei­spiel Geor­ge Soros den zweit­größ­ten Radio­sen­der Polens auf­kauft oder in Wien sei­ne aus Ungarn geflüch­te­te “Aka­de­mie” mit dem Segen des Bun­des­kanz­lers auf­baut, dann bedeu­tet das inter­na­tio­na­len poli­ti­schen Ein­fluß, gegen den sich die Oppo­si­ti­on ihrer­seits inter­na­tio­na­le Ver­bün­de­te suchen muß. Wenn die “patrio­ti­schen” Par­tei­en West­eu­ro­pas von ihren un- und anti­pa­trio­ti­schen Regie­run­gen, die noch dazu an aller­lei trans­at­lan­ti­schen und trans­na­tio­na­len Rie­men hän­gen, schi­ka­niert und bekämpft wer­den, kann man ihnen kaum ver­übeln, wenn sie nach Hil­fe von außen schielen.

Wenn über­haupt, dann zeigt gera­de das Ibi­za-Video, wie absurd die media­le Panik­ma­che vor der angeb­li­chen Putin­steue­rung der west­li­chen “Rechts­po­pu­lis­ten” ist. Wenn die FPÖ tat­säch­lich so enge Ver­bin­dun­gen nach Ruß­land hät­te, und die Rus­sen so wahn­sin­nig an ihm inter­es­siert wären, wäre wohl mehr zustanden­ge­kom­men als die ver­öf­fent­lich­te dilet­tan­ti­sche Kabarettnummer.

Dar­um noch ein paar Wor­te zu Stra­che. Vie­le Öster­rei­cher sind jetzt – ähn­lich wie im Jah­re Wald­heim – im Trotz­mo­dus und haben Mit­leid mit ihm, füh­len sich trotz sei­ner Sün­den soli­da­risch. Till-Lucas Wes­sels hat es ver­stan­den. Was er getan hat, war dumm, aber sei­ne Fein­de sind Fein­de der Gesamt­rech­ten und ihr Ziel ist die Zer­stö­rung der ver­haß­ten “popu­lis­ti­schen” Regie­rung bis hin­auf zu Kurz selbst, der ihnen ledig­lich als gra­du­ell sof­te­rer Stra­che erscheint.

Stra­che war frei­lich immer schon eine zwie­späl­ti­ge Figur, und es war nicht immer leicht, ihn zu ver­tei­di­gen. Armin Wolf hat lei­der recht, wenn er sagt:

Er hat eine fata­le Nei­gung zu bemer­kens­wert unrei­fen Fehl­leis­tun­gen, zur Flun­ke­rei und ein bedenk­lich unter­ent­wi­ckel­tes Urteils­ver­mö­gen. Und wann immer er dabei „ertappt“ wird, flüch­tet er sich in aben­teu­er­lichs­te „Erklä­run­gen“.

Am ande­ren Ende des poli­ti­schen Spek­trums ist Ewald Stad­ler der­sel­ben Meinung:

Stra­che ist mei­ner Mei­nung nach einer der dümms­ten Men­schen, die poli­tisch in die­sem Land tätig sind.

Und hier hat Caro­li­ne Som­mer­feld sein “Cuck­ing” und sei­ne hün­di­sche Krie­che­rei vor dem Estab­lish­ment kritisiert.

Ich selbst beur­tei­le Stra­che nicht gar so streng. Jah­re­lang war er der Prü­gel­kna­be, der Hans­wurst, der Idi­ot, der lächer­li­che Kryp­tona­zi der Medi­en, die als Über­macht auf ihn ein­dro­schen, wie eine Schul­hof­ban­de auf den Klas­sen­dep­pen. Er hat im Lau­fe der Jah­re enorm viel aus­hal­ten und ein­ste­cken müs­sen, etli­ches davon schrei­end infam und unter­grif­fig. Jen­seits sei­nes Stamm­kli­en­tels hat­te er immer etwas Pein­li­ches und Fremd­scham­in­du­zie­ren­des an sich, aber sei­ne Fein­de und Has­ser waren in der Regel noch um etli­che Bro­cken ekel­haf­ter und has­sens­wer­ter. Ich emp­fand es jeden­falls immer als Ehren­sa­che, ihn zu ver­tei­di­gen. Im Zwei­fels­fall für den Prü­gel­kna­ben, gegen den Mob.

Und dann sah man ihn wie­der­um umzin­gelt von mora­lin­sauren Het­zern, Dumm­köp­fen und Erz­tröp­fen, in Fern­seh­dis­kus­sio­nen, in denen er sich argu­men­ta­tiv groß­ar­tig schlug, offen­bar gut trai­niert durch den per­ma­nen­ten Druck, unter den ihn unzäh­li­ge feind­se­li­ge Inter­view­er und Mode­ra­to­ren stell­ten. Sei­nen Under­dogs­ta­tus konn­te er erfolg­reich in Wäh­ler­stim­men ummün­zen, gefüt­tert durch den schon erwähn­ten öster­rei­chi­schen Trotzreflex.

Und nicht zuletzt hat­te er doch ein gewis­ses Cha­ris­ma, zumin­dest mehr als das Gros des F‑Personals. Her­bert Kickl etwa ist momen­tan einer der klügs­ten und wich­tigs­ten Män­ner unter den Blau­en, aber ihm fehlt jeg­li­che sym­pa­thi­sche Aus­strah­lung und Gefälligkeit.

Es war also durch­aus “nicht alles schlecht” an Stra­che, und die auch pri­va­te Ernied­ri­gung durch eine skru­pel­lo­se poli­tisch-media­le Über­macht hat er gewiß nicht ver­dient. Aller­dings zeigt “Ibi­za­ga­te” in der Tat die schwe­ren Män­gel und Schwä­chen im FPÖ-Per­so­nal. Der “anti-intel­lek­tua­lis­ti­sche” Affekt rächt sich erneut. Das gro­ße Pro­blem der Mei­nungs­macht löst man nicht wie in einem schmie­ri­gen Gangs­ter­film mit Hin­ter­zim­mer­de­als und voll­bu­si­gen, blon­den, ost­eu­ro­päi­schen Mata Haris einer­seits und pie­fi­gen, fau­len, inno­va­ti­ons­un­wil­li­gen “Gebiets­kör­per­schaf­ten” ande­rer­seits (oder gar durch Anbie­de­rung an die Main­stream­pres­se, in der Hoff­nung, daß sie eines Tages “nett” wird), son­dern im kon­se­quen­ten Auf­bau eines eige­nen meta­po­li­ti­schen Umfelds, mit eige­nen Medi­en, Think­tanks, Schu­lun­gen und Akademien.

Abschlie­ßend las­se ich Phil­ip Hue­mer von der IBÖ in Wien das Wort:

Rechts­po­pu­lis­ten, die mit knapp 50 Jah­ren auf spa­ni­schen Par­ty­in­seln Urlaub machen, Wod­ka-Bull trin­ken und in Groß­raum­dis­cos fei­ern, wer­den unser Land nicht ret­ten und haben zur not­wen­di­gen Beant­wor­tung und Wei­ter­ent­wick­lung der iden­ti­tä­ren Fra­ge nichts beizutragen.

Das ist nicht abwer­tend, son­dern als tro­cke­ne Ana­ly­se gemeint. Ich zol­le Stra­che für sei­ne Auf­op­fe­rung seit 2005 (!) Respekt, aber er ist eben auch ein Kind sei­ner Zeit und stark vom ober­fläch­li­chen Rechts­po­pu­lis­mus à la Hai­der geprägt. Ich will mich damit kei­nes­wegs als Moral­apos­tel gerie­ren. Aber man soll­te gera­de als Rech­ter die Wor­te Van der Bel­lens (“ver­stö­ren­des Sit­ten­bild”) ernst neh­men. Denn das Video ent­larvt das scham­lo­se Inne­re eines “rabau­ken­haf­ten”, aber letzt­lich sub­stanz­lo­sen Popu­lis­mus. Was braucht es also?

Es braucht kurz- bis mit­tel­fris­tig eine umfas­sen­de Erzie­hung einer neu­en Genera­ti­on jun­ger Rech­ter, die lang­fris­tig neue Ant­wor­ten auf drän­gen­de Fra­gen geben kann. In wel­chem Rah­men die­se Erzie­hung statt­fin­den und wor­aus sie bestehen soll? Die­se Fra­ge harrt einer Beantwortung.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (41)

Maiordomus

21. Mai 2019 13:36

Vor diesem Philip Huemer, wie er es auf den Punkt gebracht hat, nicht zu vergessen Lichtmesz, kann man nur den Hut ziehen.

Was oben steht zum Abschluss, wäre der Massstab für das weitere Engagement einer politischen Rechten, die, wie zu hoffen steht, vor dem Gericht der Geschichte bestehen kann.

RMH

21. Mai 2019 13:46

In diesem Zusammenhang ist es interessant, wie sich ausgerechnet der Bundestagspräsident Schäuble zu der Sache eingelassen hat - ich verlinke ohne weiteren Kommentar:

https://www.stern.de/politik/ausland/oesterreich-regierungskrise--wolfgang-schaeuble-haelt-erpressung-fuer-moeglich-8719494.html

Caroline Sommerfeld

21. Mai 2019 14:23

Diese Dame sieht sehr klar, was da abläuft: https://alexandrabader.wordpress.com/. Ich warte auf den nächsten Akt.
Keiner ist souveräner Agent (im ursprünglichen Wortsinne) in diesem Kunstwerk, am wenigsten die Wähler. Die als solche erkennbaren Agenten (Peter Pilz, Tal Silberstein) führen ihrerseits Handlangerdienste aus.
Ich frage mich indes, wer an einem Kurzsturz das größte Interesse haben könnte, ist der Kerl doch eigentlich eine Marionette ("reliable ally"), die sich bisher gut aufgeführt hat und führen ließ ... Ich weiß es wirklich nicht, also überlegen wir gemeinsam, ja?

H. M. Richter

21. Mai 2019 14:37

Es geht nur vordergründig um Strache und die FPÖ, - es wurde "das Besteck gezeigt". So wie 2002 einem deutschen Außenminister bei seinem Staatsbesuch in einem fernen Land. Oder jenem Politiker, der den NSU-Bundestagsausschuß leitete.

Auch wird stets nicht nur der Sack geschlagen. Der Esel wird gemeint ...

Es wird ein Klima der Angst erzeugt. Jedes Taxi könnte verwanzt sein, jede noch so vorsichtige Geschlechterannäherung eine Falle, jeder Gesprächspartner ein Spitzel. Kein Rückzugsort nirgends.

Die Medien klären nicht auf, sondern sind Teil des Ganzen, spielen mit. Daß beispielsweise die Veröffentlichung des Strache-Videos eine Straftat nach §201a des StGB (Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen) darstellt, wen kümmert dies noch? Würde es wirklich wundern, wenn demnächst ein'Ausschalten noch ganz anderer Art' als "demokratische Pflicht" gefeiert und verteidigt werden würde?

Ins Bild paßt folgende Meldung eines Regierungsbeschlusses vom gestrigen Tage: "Der Wolf unterliegt weiterhin dem strengen Naturschutzrecht! Aber: Sein Abschuss wird im Ausnahmefall und dann durch „geeignete Personen“ gestattet.""

Arrow

21. Mai 2019 14:48

Ein Problem der Rechten könnte sein, dass ihr proletarischer ("antiintellektualistischer") Flügel und ihr Intellektuellen-Flügel wenig bis nichts voneinander wissen wollen. Lichtmesz' Aufsatz lässt vermuten, dass die höhere aggregierte Opferbereitschaft vom proletarischen Flügel ausgeht, mit politischem Dandytum eines Klonovsky z.B. hingegen nur wenig Druck gegen die linken Wahrheitsfeinde aufzubauen ist.

Search4M

21. Mai 2019 15:20

Ich stimme den Herren Lichtmesz/Huemer zu, dass Politiker besondere Eigenschaften in ihrer Persönlichkeit haben sollten wie: Ehrenhaftigkeit, Ernsthaftigkeit, Besinnung auf ihr Tun und eine gewissen Askese in Denken und gesellschaftlichem Leben. Das auf der Basis einer herausragenden Intelligenz. Ich behaupte, solche Menschen hat es aber in der Menschheitsgeschichte nie gegeben. Nur in Romanen, wie Perry Rhodan. Solche Menschen zu erzeugen/erziehen wird aber nicht funktionieren, deshalb ist die letzte Frage von Hr. Huemer auch nicht beantwortet. Wir leben in einer offenen Welt und die Geschwindigkeit mit der sich Wissen, Informationen, Menschen, Kulturen vermischen wird immer höher. Damit wird die Konfrontation der Interessenlagen der verschiedenen Gesellschaften immer komplexer und auch primitiver (ein Messer ist jetzt wieder eine bedeutende Waffe).

Das Wertedenken in dieser globalen Gesellschaft entwickelt sich nicht mehr weiter, schon gar nicht sukzessive. Das Wertedenken kommt mir eher vor wie ein Fluß, fließt bergab in Richtung breiige, zähe Masse von Dekadenz. Deswegen hilft es nichts, wenn stellenweise über hohe Ideale geredet wird und in einzelnen Zellen versucht wird den "Homo Superior" zu erziehen.

Die Welt wird nur noch von lauten, disruptiven, sprunginnovativen Ereignissen verändert werden. Beispiel Trump (ohne alles gut zu finden, was er macht). Da das Wahlvolk eine dumme, ungebildete, träge Masse ist, braucht es Propheten (Greta), um diese Masse zu bewegen. Hoffentlich dorthin, wo es ihr besser geht. Ganz banal gesprochen müssten sich in Deutschland Helene Fischer und Franz Beckenbauer als AfD-Mitglieder outen und mit großer Inbrunst an die Öffentlichkeit treten. Da wäre sofort was in Bewegung.

Zur Causa Strache, da bin ich bei Schäuble. Un bin sehr neugierig, ob dazu wirklich Tatsachen ans Tageslicht kommen. Warum vor 1 3/4 Jahren einen Strache filmen, vor den Nationalratswahlen, das Material aber lange liegen lassen und ausgerechnet jetzt über die beiden deutschen Revolverblätter Spiegel und SZ politisch destruktiv verwenden?

Imagine

21. Mai 2019 15:56

Die alte Erziehungsillusion.

Erstaunlich, wie lange sich längst von der Wissenschaft – von Soziologie, Systemtheorie und Psychologie – widerlegte Vorstellungen halten.

ML: Diese Aussage ist vollendeter Unsinn. Und sie hat jetzt genau welchen Bezug zu dem Artikel?

Denn Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis ist:
Das sozioökonomische System bestimmt die Sozialisation. Die Vorstellung, die Erziehung könne bei Individuen eine psychische Gegenstruktur zur herrschenden Sozialisation herausbilden, ist genauso eine Illusion wie jene der Kommunisten, einen „neuen Menschen“ zu schaffen.

Solange es diese repräsentative Demokratie mit seinen Parteien gibt, werden sich immer jene Typen finden, die diese Parteien als Möglichkeit des eigenen Aufstiegs nutzen. Man kann sich die Biographien anschauen, von Schröder, Fischer, Gabriel, Merkel, Nahles, Strache usf. Es sind Menschen, die bestimmte Aufstiegs- und Machtstrategien erlernt haben, eine Kombination von Primitivität und Raffinesse.

Jene, die in den Parteien nach oben kommen, sind allesamt „Populisten“. Meister der Täuschung, Lüge und Verarschung. Überall in den Parteien herrscht niveauloser Populismus, weil sich alles um den Stimmenfang für die nächste Wahl dreht. Stimmen bedeuten Status, Jobs, Einkommen, Privilegien, Publicity, Medienpräsenz, schöne Frauen etc.

Auch wenn sich Strache nicht unmittelbar auf kriminelle Weise wirtschaftlich bereichert hat, so handelt er dennoch aus egoistischen Motiven, nämlich um aufzusteigen, Kanzler oder Vize-Kanzler zu werden. Dann hat er Macht und Einkommen – und selbstverständlich tun sich viele Möglichkeiten zur legalen Selbstbereicherung auf.

Demokratische Politiker – so dumm sie selbst sein mögen - sind „Meister der Volksverführung“.

„»Geh nicht von Böswilligkeit aus, wenn Dummheit genügt.«

»Linke« und »gute« Politiker halten in Sonntagsreden die Bedeutung der Privatsphäre hoch, doch die Erledigung des politischen Gegners mit schmutzigen Geheimdienstmitteln und illegale Überwachung bejubeln sie. Es sind dieselben Leuten, die Kopftücher für ein Symbol des Feminismus halten und eine »Islamisierung« ebenfalls für »Verschwörungstheorie« halten. Nein, dafür braucht es keine »Verschwörungstheorie« zur Erklärung, es genügt die übliche linke Kurzsichtigkeit. Wenn das »gesunde linke Volksempfinden« sagt, dass der zu Erledigende ein »Böser« ist, dann braucht es wohl keinen Richterbeschluss und keine Rechtsgrundlage – dünneres Eis ist kaum denkbar.

Meine »Verschwörungstheorie«, wenn sie so wollen, lautet eher: Viele »derer da oben« in der Politik verfügen über Inselbegabungen, und sie können (so gut wie) nichts, als »nach oben« zu gelangen. Viele von denen sind weder von Gewissen noch von Sinnsuche geplagt, auffallend oft nicht einmal von Sorge um die eigenen Kinder. […]
Merkel ist bis heute nicht in der Lage, kohärente Sätze zu bilden, und von Leuten wie Nahles oder Juncker brauchen wir gar nicht zu reden. Nein, ich sehe bei denen keine große Verschwörung, höchstens das Köfferlein nebenher und die Anschlussverwendung danach, nein, ich sehe zuerst Menschen mit einer einzigen Fähigkeit, nämlich an die Macht zu gelangen – und sonst mit schreiend wenig.“
https://dushanwegner.com/verschwoerungstheorien/

Niekisch

21. Mai 2019 16:03

Sehr geehrter Herr Lichtmesz: Besten Dank für Ihren so trefflichen Beitrag! Zum letzten Absatz: Statt Erziehung halten ich einen Appell für zielführender. Denn junge Menschen sollen möglichst freiwillig annehmen statt entgegenzunehmen. In unserem Milieu wird zum Thema schon seit Jahrzehnten diskutiert, aber hier findet immer ein Versickern statt, wenn überhaupt ernsthaft gearbeitet wird. @ Laurenz ist zum Artikel "Maaßen 2.0" als einziger Forist auf meinen Vorschlag eingegangen und wir haben als Ergebnis und Punkt 1. eines solchen "Appells" den Satz gefunden "Wisse um ein Höheres als Du selbst !" Als Punkt 2. schlage ich vor: "Richte den Blick auf Dein Inneres und bewahre die Seele unantastbar !"

sok

21. Mai 2019 16:23

Wenn man auf die Erziehng neuer junger Rechter wartet, hat das den Nachteil, dass msn einen Vielvölkerstaat nicht rückgängig machen kann.

Meiner Meinung nach könnte man schneller zu einer Lösung kommen, wenn man analog zu David genauer über den politische Gegner nachdenken würde. Ohne sich mit den Stärken und Schwächen von Goliath ernsthaft zu beschäftigen, hätte Goliath den David platt gemacht.

Aus meiner Sicht ist die große Schwäche der Weltretter die geringe persönliche Opferbereitschaft. Das ist auch logisch. Wenn man aus Kostengründen auf eigene Kinder verzichtet, kann man schlecht ohne Rücksicht auf die Kosten die Welt retten.

Selbst der Papst minimiert die eigenen Kosten, indem er die im Flugzeug migebrachten Flüchlinge nach Italien abschiebt. Merkel verzichtet sogar darauf, den Todesopfern ihrer Politik die letze Ehre zu erweisen. Sie hält nichts vom Betroffenheitstourismus.

Wenn die persönliche Opferberietschaft der Weltrette ähnlich scharf unter die Lupe genommen würde wie die Gesinnung der Rechten, dann ließe sich die Meinungsführerschaft der Weltretter mit den jetzigen Kräften zumindest in Frage stellen.

Urou

21. Mai 2019 16:35

In dieser Schmierenkomödie wird einer Person viel zu wenig Aufmerksamkeit zuteil: Johann Gudenus

Witzigerweise ist dieser Mann nicht nur zurück-, sondern auch aus der FPÖ ausgetreten!
Ist er vielleicht ein V-Mann des österreichischen Verfassungs-/Staatsschutzes? Mir kommt der äußerst seltsam vor und ist interessanterweise - obwohl er (einer) der Haupttäter ist - nicht in der Schusslinie. WHY?

Winfried Radziejewski

21. Mai 2019 16:57

Lieber Martin Lichtmesz,
ein Statement von der Denkkraft, die wir von Ihnen gewohnt sind und eben auch dem warmen Mitgenommensein von den geschlagenen Wunden durch die geplatzte gutplacierte Bombe. Für meinen Geschmack etwas zu lang und dadurch zu ausfransend. Ja, die agierenden Kräfte drängen immer mehr zur "nackten"Kenntlichkeit. Mir Altem würde es jedoch trotz Ihrer allseits umsichtigen Argumentation nicht einfallen, jene Tocquillesche Erkenntnis fallen zu lassen, die er in seinen "Erinnerungen" zum besten gab:
"Wenn ich mich bemühe, danach zu forschen, welche Ursache in den verschiedenen Zeiten bei den verschiedenen Völkern für den Sturz der regierenden Klassen entscheidend war, so sehe ich zwar bestimmte Ereignisse, bestimmte Männer, gewisse zufällige und oberflächliche Anlässe, aber glauben sie mir, der entscheidende Grund, der die Regierungen um ihre Macht brachte, war immer der, dass sie der Macht unwürdig wurden".
Wir also können nicht den Teufel mit Beelzebub austreiben, wie die umseitige Hysterie es vorgaukeln will.
Gerade Herrn Kickl halte ich für fähig, den von Ihnen angedachten konsequenten Aufbau eines "eigenen metapolitischen Umfelds, mit eigenen Medien, Thinktanks, Schulungen und Akademien" zu koordinieren und praxisnah- schlagkräftig zu realisieren. Wenigstens wäre er als scharfsinniger und konsequenter Denker und Kritiker zu integrieren.

gumbach

21. Mai 2019 17:00

"Es braucht kurz- bis mittelfristig eine umfassende Erziehung einer neuen Generation junger Rechter, die langfristig neue Antworten auf drängende Fragen geben kann." Dem widerspreche ich ausdrücklich, denn dann wird es zu spät sein. Die EU-Wahl wird von den Politikern in Brüssel seit geraumer Zeit derart als Schicksalswahl hochstilisiert, dass ich sehr hellhörig geworden bin. Ich fürchte, dass nach dieser Wahl - und wenn die Rechtspopulisten NICHT stark zulegen! - weitere, sehr manifeste Schritt in Richtung EU-Staat geplant sind. Eine massive Migrationswelle, die 2015 in den Schatten stellt? Ein Freibrief für die 'Vereinigten Staaten von Europa'? Eine massive Zensur und Einschränkung der Freiheit für die Bürger? Ich fürchte das Schlimmste ...

der michel

21. Mai 2019 17:06

nur ein österreicher konnte eine derart prägnante
darstellung der "causa strache" abliefern.
chapeau, herr lichtmesz.
an alle anderen: ruhig bleiben. am sonntag wählen gehen.

RMH

21. Mai 2019 18:36

@Urau,
Gudenus hat erklärt, dass er befürchtet, dass noch andere kompromittierende Videos von ihm auftauchen könnten, da er sich in einer schwierigen Lebensphase mit Medikamenten, Alkohol etc. befunden habe - er befürchtet sogar, Opfer von K.O. Tropfen geworden zu sein. Ich denke, man sollte hier mit Vorwürfen im Hinblick auf eine Agententätigkeit etwas vorsichtiger sein.

https://www.welt.de/politik/ausland/live193881071/Oesterreich-Gudenus-glaubt-an-K-o-Tropfen-Uebergriff-vor-Strache-Video.html#live-ticker-entry-22723

Interessant ist auch, dass angeblich Strache und Gudenus Frau bereits in Ibiza eine Falle witterten und selbst diese laut geäußerten Vermutungen auf dem Video zu sehen sein sollen.

Maiordomus

21. Mai 2019 19:22

Für einige potentielle Dummköpfe: das mit der Erziehung ist mit Sezession und zuvor schon mit Criticon seit Jahren im Gange, es ist genau das, worum sich u.a. Kubitschek und nicht zuletzt seine durch und durch kluge und integre Frau sozusagen lebenslang bemühen, wohingegen mit Leuten wie Strache und Gudenus weder Österreich noch Europa gerettet werden können, was wirklich informierte Rechte schon vor zehn Jahren wissen konnten. Auch auf Jörg Haider war seinerzeit trotz Charisma und einem gewissen politischen Instinkt nicht wirklich Verlass, was oben übrigens auch gesagt wurde.

Übrigens gab es in Deutschland wirklich anständige und absolut integre erst noch weise Politiker, etwa Karl Ludwig von Guttenberg, geistig noch eine Liga höher als Stauffenberg, sowie Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg, der Grossvater des blossen Karrieristen, mit um Welten höherem intellektuellen, moralischen und politischen Format als sein Enkel, erinnere mich noch an die Mahnungen des Schwerkranken von wegen Ostverträgen, wenn das kein deutscher Patriotismus war, weiss ich auch nichts mehr. Auch unter den Strauss-Kritikern in der CSU gab es einige, die um Welten vom Amigo-Wesen, das sich auch in den Unionsparteien breit gemacht hat, entfernt waren. Unter Deutschlands Bundespräsidenten verdient sodann Theodor Heuss bleibende historische Achtung und Beachtung, war gewiss kein "Scheissliberaler".

Andreas Walter

21. Mai 2019 19:32

Großartiger Text, bis zum Wort "konspirativen".

@Urou

Ach. Das habe ich gar nicht mitbekommen. Das er sogar ausgetreten ist. Sind Sie sich da sicher? Von allen Posten zurückgetreten ist ja nicht das Gleiche wie ausgetreten, oder völlig weggetreten:

https://www.oe24.at/oesterreich/politik/Ibiza-Video-Gudenus-befuerchtet-weiteres-Video-Material/381087413

Tja, kann ein Aristokrat auch ein Krieger sein, ein Krieger auch ein Philosoph, ein Intellektueller auch ein Raufbold. Die Ritter und Samurai sollen es gewesen sein, die Atombombe haben trotzdem andere entwickelt und als erstes gehabt.

They control the money and the media, the public opinion, the politicians and the industry, the courts, the military and the intelligence.

Wie und wo willst du den Unterricht daher gestalten, Martin? Nackt und im Wald? Dann aber auch nur im Sommer, doch vor Verrätern schützt dich das auch nicht. Verhandelt lieber über wenigstens ein kleines Stück Erde, auf dem man euch in Frieden leben und sein lässt.

https://youtu.be/K5syeXOrTks

PatrickLE

21. Mai 2019 20:22

Bevor man andere impertinent und selbstgefällig als Dummköpfe bezeichnet - und sei es nur als potentielle - sollte man in sich gehen und sich fragen, was denn bei den seit Jahren laufenden Bemühungen um "Erziehung" herausgekommen ist. Die Rettung Österreichs nicht, die Europas auch nicht und schon gar nicht die der Welt. Fraglich, ob irgendwer außerhalb des Spektrums überhaupt von diesen angeblichen Bemühungen etwas mitbekommen hat.
Bei aller Wertschätzung des ansonsten gewohnt guten Beitrages von ML möchte ich mich all denen hier anschließen die meinen, dass es im letzten Absatz ziemlich weltfremd ist zu glauben, für so etwas wie die Erziehung nachfolgender Generationen bliebe auch nur ansatzweise Zeit. Diese wird uns sowohl der Gegner, der Europa gerade bis zur Unkenntlichkeit umgestaltet, nicht lassen und genausowenig die Millionenheere der hier eingedrungenen feindlichen Landnehmer.

A. Kovacs

21. Mai 2019 20:27

Schön zusammengefasst. Spontan habe ich ebenso reagiert wie wohl viele Österreicher: Ich verspürte Mitleid mit jemandem, dem man eine miese Falle gestellt hat. Und richtig ist es daher, ihn, den Prügelknaben, gegen den Mob zu verteidigen: https://www.freiewelt.net/blog/die-pervertierte-mediendemokratie-muss-beendet-werden-10077862/.

Waldgaenger aus Schwaben

21. Mai 2019 20:33

@Sommerfeld
"Ich weiß es wirklich nicht, also überlegen wir gemeinsam, ja?"

Überlegen ist immer gut, gemeinsam besser. Als erstes sollten wir uns von der Vorstellung lösen, dass vieles oder alles was geschieht von dunklen Mächten so geplant wurde und jetzt Schritt für Schritt exekutiert wird.

Das Video wurde wahrscheinlich nicht vor zwei Jahren im Hinblick auf die EU-Wahl geplant, sondern eher für die Nationalratswahl. Dann aus unbekannten Gründen zwei Jahre zuück gehalten.

Der sich nun abzeichnende Sturz Kurz' eher auch nicht.
Die Reaktion des Wählers am kommenden Sonntag ist angesichts der sich überschlagenden Ereignisse unvorhersehbar, bei der Wahl im September oder früher sowieso.
Das Ganze kippt in's Chaotische. Wer am Ende als Sieger hervor geht, ist nicht abzusehen.

Was wir asl Zaungäste jetzt tun können, ja müssen:
Wild drauf los spekulieren. Gestern äusserte ich in einem anderen Blog die Vermutung, dass Strache und Gudenus unter Drogen gesetzt wurden, heute greift Gudenus das auf:

https://www.focus.de/politik/ausland/benebelt-naiv-und-vertrauensselig-ibiza-affaere-ex-fpoe-mann-gudenus-vermutet-dass-k-o-tropfen-im-spiel-waren_id_10741679.html

Solange die Gegenseite sich nicht ernsthaft bemüht aufzuklären, wer das Video erstellt hat, hat jeder Bürger das Recht darüber zu spekulieren.

Zum Schluss noch was über Strache (zitiert nach danisch.de):

"Also i siag da lediglich an bsoffenen Proll, der gegenüber aner Russin auf langen Schwanz macht."

Simplicius Teutsch

21. Mai 2019 20:36

Eine großartige Lagebeschreibung, sehr geehrter Herr Lichtmesz. Schon der erste Absatz eröffnet mit passenden Worten den tiefen Blick auf das Drama in Österreich:

„Die blaue Regierungsbeteiligung war so etwas wie der "österreichische Brexit", und seither versucht man, das unerwünschte Wahlergebnis rückgängig zu machen.“

Tiuri

21. Mai 2019 21:00

Philipp Huemer spricht mir aus der Seele.
Die drei großen erzieherischen Institutionen (neben dem Elternhaus) Schule, Kirche, Militär spielen entweder überhaupt keine Rolle mehr, oder kommen ihrer Aufgabe nicht nach. In der Folge wird die Masse derjenigen, aus denen sich noch tatsächliche rechte Persönlichkeiten entwickeln könnten täglich kleiner.
Wenn es der Rechten gelänge, nicht nur meinungsbildendend sondern tatsächlich erzieherisch zu wirken, was wäre möglich?
Was könnte eine Gruppe von 100 jungen Menschen erreichen, die über klassische Bildung, asketische Tugenden und ein gemeinsames Ziel verfügen?

Der Gehenkte

21. Mai 2019 21:20

Muß einfach mal was Inhaltsloses loswerden.

https://www.youtube.com/watch?v=vNmZDJyXPz8

Habe gerade den letzten Livestream von Sellner gesehen, zuvor diesen Artikel gelesen. Seit zwei Tagen fast alles mitgenommen, was in den Zentralmedien dazu veröffentlicht wird.

Fazit: Selbst wenn ich eine andere politische Orientierung hätte, müßte ich anerkennen, daß niemand bisher die Durchdringungstiefe dieser beiden Wiener erreicht hat. Ein großes Glück - aber wohl kein Zufall -, daß diese beiden Köpfe just bei der "Sezession" gelandet sind. Danke!

RMH

21. Mai 2019 21:25

Auf pi ging gerade ein interessanter Artikel online

http://www.pi-news.net/2019/05/ibiza-agitprop-stecken-kurz-und-benko-hinter-der-veroeffentlichung/

Demnach können die Österreicher Strache sogar ins Europaparlament via Vorzugsstimmen wählen. Evtl. gibt's ja noch ne kleine Überraschung am Sonntag …

Fredy

21. Mai 2019 22:09

Zum Rechten kann man nicht erziehen, das ist man ... oder nicht. Links dagegen ist Erziehungssache. Das ist ja der wesentliche Unterschied.

ML: Es geht ja um den Charakter, keine politische Richtung.

Atz

21. Mai 2019 22:33

Ich kann nur uneingeschränkt zustimmen.

Auf der anderen Seite hängt das rechte Projekt, und das zu Bewahrende, nicht an dem mediokren Politiker aus Österreich. Nicht mal an der FPÖ. Österreich scheint mit ein Land zu sein, das schlichtweg in Ordnung ist.

So oder so hat der Neoliberalismus die Hoheit über die Zukunft in Europa verloren.

Wahrheitssucher

22. Mai 2019 00:19

@ Maiordomus

„Unter Deutschlands Bundespräsidenten verdient sodann Theodor Heuss bleibende historische Achtung und Beachtung...“

Karl Carstens hätten sie auch nennen können, nein besser:
müssen!

Simplicius Teutsch

22. Mai 2019 06:46

Ohne die beiden großsprecherischen Kameraden entschuldigen zu wollen – die haben auf Ibiza alles verspielt; kein Mitleid – will ich in diesem Debattenstrang wiederholen:

Die von langer Hand vorbereitete, heimtückische Falle, in die man Strache und Gudenus gelockt hat, ist eine antidemokratische Schweinerei der schlimmsten Sorte. Wer sind die Verschwörer? Wie viele Videos haben sie über wen noch in ihrem Giftschrank? Wer sind die antidemokratischen Schweine?

Adler und Drache

22. Mai 2019 08:28

@sok/gumbach: Wenn Sie sich für Erziehung keine Zeit mehr nehmen wollen, ist es auch egal, wie das Land und Europa aussehen. Politische Systeme, Migrationsströme, selbst Kriege bilden nur das Kräuseln auf der Wasserfläche. Das Zeitenüberdauernde ist die Generationenfolge, die Tradition, Kultur und Erziehung.
Es hat auch nichts mit "links gegen rechts" zu tun. Beides liegt nicht auf derselben Ebene. Links ist nur politisch, modern, Geschrey, Energieverschwendung, Strohfeuer. Rechts ist viel mehr als politisch: Leben, Ausrichtung, Würde, Geist, Ewiggültiges. Jüngers "Waldgang", ein wahrhaft prophetisches Buch, lotet das bis ganz in die Tiefe aus.
Sie können auf Geschrey mit Geschrey antworten. Das ist zumindest mal ein erster Schritt raus aus der Lethargie. Aber man merkt doch schnell, dass es nichts bringt.
Das Wesentliche wird nicht wahrgenommen, es ist da oder nicht.

Hartwig aus LG8

22. Mai 2019 09:09

Das Kind liegt im Brunnen. Und möglicherweise wird es auch nicht das letzte sein.
Das ist ein kriegerischer Akt! Letztlich sollte er dazu führen, dass in den kommenden Wochen jede rechte Partei und Bewegung Konsequenzen zieht und einen internen Ausnahmezustand ausruft.
Strache ist in einen Hinterhalt geraten. Das hätte auch vielen anderen passieren können - sofern man sich in Friedenszeiten wähnt.
Wer sich aber im Kriege befindet, darf nie ungerüstet die Festung, nie ungebrieft die Kaserne verlassen.
Ich würde dies sogar jedem rechten Plauder-Stammtisch oder Gesprächskreis empfehlen. Sichert die Reihen.

drieu

22. Mai 2019 09:50

So sehr ich auch die Analyse von Herrn Lichtmesz schätze und den Zerfall der Regierung in Wien bedauere, nach dieser Geschichte hinterfrage ich meine politische Hoffnung auf "rechts" komplett. Sie ist geeignet, der Sargnagel zu sein.
Dabei spielt weniger dieses Video und das darin Gesagte eine Rolle, als die bisherigen Reaktionen von den überwiegenden Teilen der FPÖ, ihrer Anhänger und ganz allgemein von rechts.
Es gibt keine Gleichheit im Unrecht. Das Argument, die Anderen seien genauso Volksverräter, Verbrecher und Lumpen ist keins.
Einer, der eine Partei, ein Volk, ein Land aus der Not führen will, läßt sich auch im Rausch nicht zu solchen Äußerungen hinreißen.
Und anstelle neben den Ämtern auch die Partei-Mitgliedschaft an den Nagel zu hängen und ganz ruhig zu sein, wird reulos gepoltert und ein "Jetzt erst recht." hinausposaunt.
Diese Geschichte ist für mich, egal von welcher Seite ich sie betrachte, einfach nur ekelhaft.

Search4M

22. Mai 2019 10:25

Ich bin zu frisch hier in diesem Forum mir anzumaßen (@Maiordomus, 08:33) in den Beiträgen hier potentielle Dummheit versus Filterblasenintellektualität zu diagnostizieren. Eine völlig wirkungslose Intellektualität übrigens, die von der triebigen afrikanischen Bevölkerungsexplosion und von erbarmungslosen islamischen Märtyrern hinweggefegt werden wird. Die letzten Edlen der Humanistischen Bildung werden sich mit ihren Büchern in Kellern verstecken.

Maiordomus

22. Mai 2019 12:32

@Search. Jedenfalls ist auf dieser Seite, wie mir schon ein vor etwa drei Wochen sich abgemeldeter regelmässiger Blogger meldete, anscheinend für solche Debatten Hopfen und Malz verloren. Nur kommt es darauf in der Tat kaum an, und zwar nicht wegen der Islamisierung und der Bevölkerungsexplosion in Afrika, eher schon aufgrund der eigenen Erbärmlichkeit, bei welcher einige angeschlagene Politiker gerade wohl nur die Spitze des Eisbergs darstellen.

Lotta Vorbeck

22. Mai 2019 12:36

@Search4M - 22. Mai 2019 - 10:25 AM

"... Eine völlig wirkungslose Intellektualität übrigens, die von der triebigen afrikanischen Bevölkerungsexplosion und von erbarmungslosen islamischen Märtyrern hinweggefegt werden wird. Die letzten Edlen der Humanistischen Bildung werden sich mit ihren Büchern in Kellern verstecken."

******************************************

Theoriearbeit und Metapolitik - wie von den beiden Wiener Martins und den SEZESSIONisten nahezu perfekt vorgelebt - sind, soll das Werk gelingen, von essentieller Bedeutung.

Mit dünkelhaften Elfenbeintürmern, blasierten Bescheidwissern, verzagten Distanzierern, selbstverliebten Dandys, disziplinlosen Selbstdarstellern und Hygienefimmelfetischisten läßt sich kein Kraftfeld aufbauen.

Woran es noch hapert, was es in Zukunft außerdem dringend brauchen wird, ist eine eigene, belastbare Sicherheitsstruktur.

LotNemez

22. Mai 2019 12:49

Ein Aha-Effekt bei dieser Vodka-Redbull-Gate ist für mich, dass die Abwehrmöglichkeiten der tiefen Elite noch deutlich über das hinaus gehen, was man sich als „Feierabendrechter“ so vorstellen kann. Mit der Beobachtung einer Oppositionspartei durch den Verfassungsschutz ist eben nicht die letzte Eskalationsstufe erreicht, sondern man kann auf vielfältige Weise und deutlich aktiver nachhelfen. Man bekommt ja ordentlich Rückendeckung.

Die Richterskala ist nach oben offen. Wir Rechten glauben vielleicht viel fester an die Demokratie als wir glauben. Wir denken viel mehr im demokratischen Rahmen als das unsere Gegner tun. Außerhalb dieses Rahmens ist noch so viel mehr möglich, um die Normalisierung von Rechts verhindern.

@Frau Sommerfeld: Wer steckt hinter diesem feigen Hinterhalt mit Blondine? Kann man jetzt hin und her überlegen und ist danach auch nicht schlauer, weil sich das Gemutmaßte nicht verifizieren lässt. Man erkennt natürlich sofort die Handschrift des Mossad. Bzw. die von Jan Böhmermann. Oder des besagten ZenPolSchön. Auch den Amerikanern gereicht es grundsätzlich zum Vorteil, wenn sie die Zustände in Europa auf die Spitze treiben und eine Eskalation a la Euromaidan wäre ganz nach ihrem Geschmack. Die BRD sieht ihre durch die, mit ordentlich Gesinnung unterfütterte, Führungsposition in der EU durch die Kurzregierung untergraben. Selbst der gemeine Engländer oder die Post kommen infrage, weil der (Ruf)Mörder immer der Gärtner/der Briefträger ist. Vielleicht beschäftigt auch die EU mittlerweile eine Kreativabteilung, die sich um die Aufrechterhaltung der politischen Ordnung kümmert.

Wer weiß? Aber das bleibt sich am Ende gleich, denn wer auf weiter Flur unter Beschuss steht, eben nackt und ohne Deckung, der hat andere Sorgen, als das Scharfschützenversteck ausfindig zu machen. Erstmal Deckung suchen und Stellung halten. Dann Verstärkung anfordern, mit der auch die Aufklärung möglich wird. Verstärkung liefert das Wahlvolk. Ihre 8 Mio Landsleute sind ja blitzgescheit. Die werden das Kreuz schon machen, wo es wirkt.

Eine andere Form des Nachschubs erwächst uns aus der Erziehung. Erziehung meint hier Eliten(aus)bildung. Keine gesellschaftliche Wende passiert ohne ihre Anbahnung auf sozialer Ebene. Die gestrige U18-Wahl in Thüringen brachte 18% für die AfD. Da wächst was heran, dass resistent genug ist, um sich von der Propaganda in den Schulen nicht beirren zu lassen. Klingt nach einer Basis, die breit genug ist, um eine neue junge Elite beheimaten. Wir leben in Zuständen, die von eben so einer Elite herbeigeführt wurde, die selbst mal klein angefangen hat.

Da uns, wie oben dargelegt, allein schon situationsbedingt nur friedliche und demokratische Mittel zur Verfügung stehen, sowie wir auch als moralischer Sieger diesen verpflichtet bleiben müssen, kommt man also nicht um das Kaderschmieden, sprich: um langfristige Planung herum. Dafür braucht es Mittel und parteipolitisches Engagement. Und es braucht vor allem die Einsicht in die Notwendigkeit.

Erziehung dauert eben. Der Marsch der 68er durch die Institutionen hält ja auch noch bis heute an. Bundeswehr, Polizei, Verfassungsschutz, Bundesverfassungsgericht sind Bollwerke, die noch nicht vollständig gefallen sind, gegen die bis heute angerannt wird, auf deren Zinnen noch nicht überall der rotgrüne Halbmond weht. Die Verteidigung aus der Tiefe ist nicht so einfach zu knacken, da sich diese Festungen gegenseitig decken.

Zwar, auch sie werden der Übermacht erliegen, sollte Verstärkung ausbleiben. Aber einen Ausfall, eine Hauruck-Aktion wagen, weil man ungeduldig wird? Das kann in einem Fiasko enden, kann uns weit zurückwerfen, wie es sich derzeit im Fall Strache andeutet. So wie ich das sehe, gibt es keine Alternative zum Planen in langen Zügen. Der Gegner hält mit Spiegel, Krone, den Öffentlich Rechtlichen und Co. die umliegenden Hügel. Die überwindet man nicht mit Baron-Münchhausen-Methoden, denn auch der Gegner übt die Verteidigung aus der Tiefe.

Für die, die meinen, wir hätten aufgrund der fortgeschrittenen Islamisierung nicht die Zeit abzuwarten: das ist wahr und falsch zugleich. Das Paradoxe daran: wir hatten auch vor 10 Jahren schon keine Zeit mehr, und in 10 Jahren werden unsere Kinder auch keine Zeit mehr haben. Panisches Endzeitgerede bringt uns nicht nur nicht weiter. Es verhindert auch die Tiefenverankerung der Bereitschaft, deutlicher als bisher nachhaltige Lösungen ins Auge zu fassen.

Das verstehen altgediente Rechtspopulisten offenbar nicht. Vielleicht wollen sie es auch gar nicht. Sie haben sich in der Außenseiterrolle alles in allem doch ganz gut eingerichtet. Sie brauchen das tägliche Bashing wie die Luft zum Atmen. Auch eine Form der Aufmerksamkeit. Aber die Fantasie für eine neue Ära echter Meinungs- und Pressefreiheit, neuer Gemeinschaft statt alter Lagergesellschaft, kurz: die Vorstellung von Normalität, das geht ihnen ab. Dafür sind sie schon zu lange in der Mühle.

Leute wie Strache werden deshalb zum Klotz am Bein des Patriotismus. Sicher, man verdankt ihm und so, aber soll man ihm ein Denkmal setzen und drauf schreiben „Netter Versuch“? Nein. Der Thor hat seine Schuldigkeit getan. Bitte schreiten sie fort.

Search4M

22. Mai 2019 15:52

@Lotta Vorbeck, 22. Mai 2019 12:36

Ich habe mich wegen der Veröffentlichungen der beiden Martins und anderer SEZESSIONisten, wie Sie es nennen, hier angemeldet. Als bisher unpolitischer Mensch bin ich interessiert, weil mich das Verhalten des Establishments zunehmend abstößt. Es interessiert mich was P. Huemer schreibt, mit "...umfassende Erziehung einer neuen Generation junger Rechter, die langfristig neue Antworten auf drängende Fragen geben kann."

Nun bin ich ein entsetzlich ungebildeter Mensch der Tat und und habe Intellektualität (nicht Intelligenz) immer als theoretisierend gesehen. Die "Intellektuellen" reden, schreiben Bücher, aber handeln nicht. Die Welt wurde immer verändert durch berechnende, kalte Intelligenz, gepaart mit Machtgespür und Skrupellosigkeit. Die Mächtigen haben sich von den Inellektuellen zur Belustigung gerne Theaterstücke schreiben lassen, oder haben Inhalte aus deren Büchern, für ihre Zwecke transformiert, genommen, um den Beherrschten ihr Tun zu begründen.

Sie schreiben zu (intellektueller) Theoriearbeit und Metapolitik vom Aufbau eines Kraftfeldes. Kein Kraftfeld existiert für sich alleine. In der Physik gehört zu jedem Kraftfeld eine Masse der materiellen Welt. Geistige Kraftfelder waren immer verbunden mit Mönchskutten und Schwertern. Wie kann also eine Brücke aussehen, aus Ihrem Kraftfeld in die reale Welt?

Damit komme ich zu meinem Punkt, dass Eile geboten ist. Das Paradoxon von @LotNemet stimmt und das Problem ist, dass es in den letzten 10 Jahren ein paar disruptive Ereignisse gab, die fast unumkehrbare Bedingungen geschaffen haben. Das will ich nicht als panisches Endzeitgerede verstanden wissen, denn ich bin grundsätzlich ein Optimist. Die Frage ist, ob in 50 Jahren etwas bereitsteht, das einen Trümmerhaufen aufräumen kann. Hat man denn schon eine Ahnung wie dieser Trümmerhaufen aussehen wird?

Inspektor

22. Mai 2019 17:01

ML: Und, Herr anonymer Inspektor, wie steht es um sie selber, sind Sie ein Weibling oder ein Feigling oder alles beides? Irgendeinen Grund werden Sie schon haben, warum Sie so getriggert sind.

Fredy

22. Mai 2019 17:29

Das Unverzeilichste ist wohl das Trinken von Red Bull. Dafür sollte es Lebenslänglich geben. Der Rest: Schwamm drüber.

Lotta Vorbeck

22. Mai 2019 18:25

@Search4M - 22. Mai 2019 - 03:52 PM

"Nun bin ich ein entsetzlich ungebildeter Mensch der Tat und und habe Intellektualität (nicht Intelligenz) immer als theoretisierend gesehen. Die "Intellektuellen" reden, schreiben Bücher, aber handeln nicht.
...
Sie schreiben zu (intellektueller) Theoriearbeit und Metapolitik vom Aufbau eines Kraftfeldes. Kein Kraftfeld existiert für sich alleine. In der Physik gehört zu jedem Kraftfeld eine Masse der materiellen Welt. Geistige Kraftfelder waren immer verbunden mit Mönchskutten und Schwertern. Wie kann also eine Brücke aussehen, aus Ihrem Kraftfeld in die reale Welt?"

+ Die Materie respektive Masse, um die herum sich ein Kraftfeld zu bilden vermag, sammelt sich. Langsam zwar, aber dennoch stetig. Die Wünscherutengänger des Systems befinden sich bereits im Panikmodus.

Gestern im Nachbarstrang verlinkt, hier nochmals speziell für Sie:

### ARD-Kontraste - Die Reporter: Bio, braun und barfuß - Rechte Siedler in Brandenburg

https://youtu.be/KV2loiw-x8w (die Schlußsequenz fehlt auf Youtube, vollständig läßt sich das Filmchen derzeit in der RBB-Mediathek anschauen), am 15.05.2019 veröffentlicht,

oder hier

### "Völkische Siedler/innen im ländlichen Raum" Basiswissen und Handlungsstrategien, https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/voelkische_siedler_web.pdf

Indessen bieten am rechten Ufer des Großen Flusses zugleich etliche Institute und Vereine Bildungsveranstaltungen an. Deren intellektuelles Niveau ist so verschieden, wie die Veranstaltungsorte. Es ist Ihnen unbenommen sich anzumelden und herauszufinden, was davon Ihrer Intention am ehesten entspricht.

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"... Damit komme ich zu meinem Punkt, dass Eile geboten ist. ... Die Frage ist, ob in 50 Jahren etwas bereitsteht, das einen Trümmerhaufen aufräumen kann. Hat man denn schon eine Ahnung wie dieser Trümmerhaufen aussehen wird?"

+ "Schnell" & "Gut" sind zwei zutiefst verfeindete Brüder. Gut Ding will bekanntlich Weile haben. Destruktion ist leichter und schneller zu haben als Rekonstruktion.

Um zu sehen, ob und was in 50 Jahren zum Beräumen des Trümmerfeldes bereitsteht, müßte die Mehrheit der hier auf SiN versammelten Foristen älter werden, als es der 2011 verstorbene Jopie Heesters geworden ist.

Realistisch betrachtet gibt's deshalb nur zwei Möglichkeiten:

1.) Sezession und Kooperation, ergo die Schaffung eigener, (über-)lebensfähiger, prosperierender, geschützter Strukturen

oder

2.) Transmigracion, wie die Mennoniten, die am Kriegsende mit der sich zurückziehenden Wehrmacht im zerstörten Deutschland gestrandet waren, weder in der SBZ bleiben, noch in die UdSSR zurückkehren konnten. Mit dem nicht unerheblichen Unterschied freilich, daß es keine in der NEUEN WELT ökonomisch erfolgreichen Glaubensbrüder gibt, die willens und in der Lage wären unsere Übersiedlung in den (fernen) Osten oder (fernen) Westen logistisch zu organisieren und vorzufinanzieren.

Mit in der Fläche dislozierten "Ein-Mann-Armeen" wird sich weder im Sinne von 1.) noch im Sinne von 2.) auch nur ein einziger Blumentopf gewinnen lassen.

Search4M

22. Mai 2019 21:31

Danke!

Gracchus

23. Mai 2019 00:16

1. Auf einer Metaebene frage ich mich, ob diese Gnadenlosigkeit nicht mit dem Glaubensverlust an einen gnädigen Gott zusammenhängt.

2. Huemer/Lichtmesz sind zuzustimmen. Was die Rechte ausserdem braucht, ist investigativer Journalismus, der die linken Verfilzungen aufdeckt. Natürlich gefährlich und daher nicht einfach zu kriegen.

3. Ich halte es für legitim, den linken oder politischen Schmutz aufzuklären. Das ist etwas Anderes als die Lockfalle. Man sollte klar auf der Unterscheidung zwischen tatsächlichen und nur potentiellen Vergehen beharren. Die Linke verwischt diese Grenze.

Ratwolf

26. Mai 2019 13:19

Es klingt abgedroschen, dahergesagt und inzwischen bedeutungslos.

Aber es ist (bis jetzt) wahr: Geld regiert die Welt.

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